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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 9.Juli 2026:

Inhalt:
OECD: Verdreifachung der Kernenergiekapazität bis zur Mitte des Jahrhunderts erfordert grundlegende Veränderungen.
Kinder der Erde: Die Auswirkungen der zweiten Wasserverkehrskonzeption werden umfassend bewertet.
Stromautobahnen für Europa – Europa verstärkt die Netze.
Windkraftanlagen gefallen vielen Menschen einfach nicht. Referenden scheitern, weil die Unterstützung des Staates fehlt, meint ein Experte.
Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken in Tschechien stieg im Juni aufgrund höherer Strompreise um 85 %

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OECD: Verdreifachung der Kernenergiekapazität bis zur Mitte des Jahrhunderts erfordert grundlegende Veränderungen
Autor: Jiří Puchnar
8. Juli 2026, oenergetice.cz

Eine neue Analyse der OECD-Kernenergieagentur (NEA) zeigt, dass die derzeitigen politischen Ziele im Bereich der Kernenergie das tatsächliche Bautempo deutlich übersteigen. Um die ehrgeizigsten Ausbauszenarien zu erreichen, wird nicht nur die Wahl der Technologie entscheidend sein, sondern vor allem die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, die Kapazität der Lieferketten und eine gesicherte Finanzierung.
Die Kernenergieagentur der OECD (NEA) hat den Bericht „Nuclear Energy Outlook: Global Installed Capacity to 2050 and Beyond“ veröffentlicht. Darin wird die mögliche Entwicklung der weltweit installierten Kernkraftkapazität bis zum Jahr 2050 sowie darüber hinaus analysiert. Nach Einschätzung der NEA rückt die Kernenergie nach Jahrzehnten des Rückgangs in vielen OECD-Staaten wieder in den Mittelpunkt der Energiepolitik – insbesondere im Zusammenhang mit Energiesicherheit, Dekarbonisierung und industrieller Wettbewerbsfähigkeit.
Eine ähnliche Analyse veröffentlicht regelmäßig auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO).
Vier Entwicklungsszenarien bis zum Jahr 2050...
Der Bericht arbeitet mit vier Szenarien:
Im Niedrigszenario würde die weltweit installierte Kernkraftleistung im Jahr 2050 lediglich 347 GWe erreichen, da neue Projekte die Stilllegung eines Teils der bestehenden Kraftwerke in den OECD-Staaten nicht ausgleichen könnten.
Das ehrgeizige Szenario geht von 883 GWe aus. Dieses setzt sowohl auf einen stärkeren Ausbau neuer Großreaktoren als auch auf den verstärkten Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR).
Erst das Transformationsszenario sieht eine installierte Leistung von rund 1.324 GWe im Jahr 2050 vor – also mehr als das Dreifache der heutigen Kapazität. Nach Einschätzung der NEA ist nur dieses Szenario geeignet, das Ziel einer Verdreifachung der weltweiten Kernkraftkapazität bis 2050 tatsächlich zu erreichen.
Das Transformationsszenario stützt sich unter anderem auf langfristige nationale Ausbauziele, beispielsweise auf den Plan der Vereinigten Staaten, ihre Kernkraftkapazität von derzeit rund 100 GW bis zum Jahr 2050 auf 400 GW zu erhöhen, sowie auf das indische Ziel, bis zum Jahr 2047 eine installierte Leistung von 100 GW zu erreichen. Neben dem Neubau berücksichtigt das Szenario auch den langfristigen Weiterbetrieb bestehender Reaktoren sowie den umfangreichen Einsatz kleiner modularer Reaktoren.

Schwerpunkt des Ausbaus verlagert sich außerhalb der OECD...
Die NEA weist außerdem auf eine geografische Verschiebung beim Ausbau der Kernenergie hin.
Zwar entfallen derzeit noch rund 78 % der weltweiten Kernkraftkapazität auf OECD-Staaten, der Großteil der aktuell im Bau befindlichen Reaktoren entsteht jedoch außerhalb dieser Ländergruppe.
Von den weltweit rund 70 GWe an Kernkraftkapazität, die sich derzeit im Bau befinden, entfallen etwa 80 % auf Nicht-OECD-Staaten. Den größten Anteil hat dabei China mit mehr als 33 GWe.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Markt für Kernenergietechnologien wider. Nach Angaben der NEA verfügen China und Russland über eine starke internationale Marktposition, während Anbieter aus OECD-Ländern zwar über bedeutende Projektpipelines verfügen, diese jedoch weniger weit entwickelt sind.
Für Staaten, die eigene Kernenergieprogramme ausbauen wollen, wird daher neben der Finanzierung auch die Einbindung in stabile und diversifizierte Lieferketten von entscheidender Bedeutung sein.

Ohne Laufzeitverlängerungen rücken die Ziele in weite Ferne….
Eine zentrale Rolle spielt nach Auffassung der NEA auch der langfristige Weiterbetrieb bestehender Kernkraftwerke.
Bei zahlreichen Reaktorblöcken in OECD-Staaten laufen die ursprünglichen Betriebsgenehmigungen bereits vor 2040 aus. Eine Verlängerung der Laufzeiten auf 60 Jahre und in einzelnen Fällen sogar auf 80 Jahre könnte einen erheblichen Teil der bestehenden Reaktoren erhalten und den Druck verringern, große CO₂-arme Erzeugungskapazitäten kurzfristig ersetzen zu müssen.
Der Bericht weist zugleich darauf hin, dass Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von mehr als 50 GWe in OECD-Staaten bislang noch keine Genehmigung besitzen, die einen Betrieb bis zum Jahr 2040 ermöglicht. Würden diese Anlagen nicht weiterbetrieben, würde sich sowohl der Bedarf an Neubauten als auch der Aufwand zur Sicherstellung einer stabilen Stromversorgung deutlich erhöhen.
Menschen, Industrie und Kapital entscheiden über den Erfolg…...
Nach Einschätzung der NEA hängen die ambitionierteren Ausbaupfade der Kernenergie vor allem von drei Faktoren ab:
• der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte,
• den Kapazitäten der Lieferketten,
• sowie ausreichenden Finanzierungsmöglichkeiten.
In vielen OECD-Ländern hat die geringe Zahl neu gebauter Kernkraftwerke in den vergangenen 25 Jahren dazu geführt, dass industrielle Kompetenzen und Erfahrungen bei der Umsetzung großer Kernenergieprojekte verloren gegangen sind.
Die Agentur empfiehlt deshalb den Übergang von einzelnen, isolierten Projekten hin zu langfristigen Bauprogrammen sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Staaten mit vergleichbaren energiepolitischen Zielen.
Deutlich höhere Investitionen erforderlich…..
Nach Einschätzung der NEA sind die finanziellen Anforderungen enorm.
Die weltweiten Investitionen in neue Kernkraftwerke beliefen sich in den vergangenen Jahren durchschnittlich auf rund 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr, wobei der größte Teil auf Projekte in China und Russland entfiel.
In den OECD-Staaten müssten die jährlichen Investitionen jedoch erheblich steigen:
• in den vergangenen zehn Jahren: durchschnittlich 12 Milliarden US-Dollar pro Jahr,
• im ehrgeizigen Szenario: rund 68 Milliarden US-Dollar jährlich,
• im Transformationsszenario: etwa 143 Milliarden US-Dollar jährlich.

In den 2030er-Jahren könnte der jährliche Finanzierungsbedarf sogar auf nahezu 200 Milliarden US-Dollar anwachsen.
Angesichts des Drucks auf die öffentlichen Haushalte wird nach Auffassung der NEA die Einbindung privaten Kapitals unverzichtbar sein. Voraussetzung dafür sind jedoch Projekte mit einer klaren Risikoverteilung, einem verlässlichen Ertragsmodell sowie staatlichen Mechanismen zur Begrenzung von Bau-, Markt- und politischen Risiken.
Ohne solche Instrumente, so das Fazit der NEA, dürfte ein erheblicher Teil der angekündigten Ausbaupläne für die Kernenergie lediglich auf dem Papier bestehen bleiben und nicht über das Stadium politischer Zielsetzungen hinauskommen.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... adni-zmeny
/gr/




Kinder der Erde: Die Auswirkungen der zweiten Wasserverkehrskonzeption werden umfassend bewertet
9.7.2026 Ekolist.cz

Die Mehrheit der insgesamt siebenundvierzig Vorschläge von Kindern der Erde wurde berücksichtigt

Das Umweltministerium hat am 23. Juni 2026 den Abschluss des Ermittlungs /Scoping-Verfahrens veröffentlicht. Demnach werden die Umweltauswirkungen der „Wasserverkehrskonzeption für den Zeitraum 2026–2035“ einer detaillierten Bewertung unterzogen.

Das Verkehrsministerium muss im Rahmen der Konzeption sechsundzwanzig Anforderungen erfüllen, darunter die Bewertung grenzüberschreitender Auswirkungen auf den deutschen Abschnitt der Elbe sowie auf Natura-2000-Gebiete.

Zum Entwurf der Konzeption gingen Stellungnahmen von fünfundzwanzig Stellen ein, darunter aus der Öffentlichkeit lediglich von zwei Unternehmen und von Kindern der Erde / Děti Země. Nach deren Auffassung bestand die Mitteilung zur Konzeption vor allem aus einer Ansammlung unterschiedlichster fragwürdiger Ideen.

„Wir haben eine umfangreiche Stellungnahme mit siebenundvierzig Vorschlägen eingereicht, von denen die Mehrheit in die sechsundzwanzig Anforderungen des Abschlusses des Scoping-Verfahrens aufgenommen wurde.

Die übrigen Vorschläge betreffen den Inhalt der Konzeption. Wir fordern, neben der Nullvariante und der Ausbauvariante auch eine ökologische Variante zu bewerten. Das bedeutet: an der Elbe keine neuen großen Bauvorhaben für den Güterverkehr, sondern lediglich Rekonstruktionen und Modernisierungen; an der Elbe, der Moldau und dem Baťa-Kanal keine neuen großen Bauvorhaben für den Personenverkehr, sondern lediglich Rekonstruktionen und Modernisierungen sowie höchstens neue Anlegestelle.

Darüber hinaus schlagen wir vor, auf einem Drittel der Länge der Elbe, der Moldau und der March Renaturierungs- und Revitalisierungsmaßnahmen in den Flussläufen und Auen durchzuführen“, erläutert der Vorsitzende von Kindern der Erde / Děti Země, Miroslav Patrik, die wesentlichen Einwände.

„Die Mitteilung zur Konzeption war eine Ansammlung merkwürdiger Ideen verschiedener Interessengruppen. Es bleibt daher abzuwarten, welchen Inhalt die eigentliche Konzeption haben wird. Nach unserer Auffassung handelt es sich lediglich um ein Instrument der Baulobby mit dem Ziel, rund fünfunddreißig Milliarden Kronen aus öffentlichen Mitteln ohne wirtschaftlichen oder verkehrlichen Nutzen auszugeben, da das Interesse am Gütertransport auf dem Wasser gegenwärtig wie auch künftig äußerst gering ist.

Die Verwirklichung großer Bauvorhaben an der Elbe würde zudem die letzten Reste wertvoller Auenlandschaften mit Lebensräumen seltener Tier- und Pflanzenarten zerstören und den Wasserhaushalt erheblich beeinträchtigen“, erklärt Patrik.

Nach Auffassung von Kindern der Erde / Děti Země wird in der Mitteilung zur Konzeption außerdem demagogisch behauptet, dass weitere Bauvorhaben an der Elbe für den Ausbau der Kernenergie notwendig seien, insbesondere für den Transport großer und schwerer Komponenten zu den Kernkraftwerken Dukovany (etwa sechs Transporte pro Reaktorblock) und Temelín.

Aus dem Beschluss der tschechischen Regierung Nr. 739 vom 23. Oktober 2017 geht jedoch hervor, dass der Transport dieser Komponenten von Hamburg nach Týnec nad Labem ohne jegliche Neubauten möglich ist, also ohne das Wehr bei Děčín, ohne den Kanal bei Přelouč und ohne den Hafen in Pardubice.“



Stromautobahnen für Europa – Europa verstärkt die Netze
9.72026 MF DNES Seite 13 Dasa Hyklova

Ein großer Teil der europäischen Übertragungsnetze wurde vor mehr als vierzig Jahren errichtet. Die Netze entstanden in einer Zeit, in der Strom überwiegend von wenigen großen Kohle- und Kernkraftwerken erzeugt und anschließend zentral verteilt wurde.
Heute hat sich das Energiesystem grundlegend verändert. Millionen von Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen speisen dezentral Strom in das Netz ein. Die bestehende Infrastruktur ist für diese neue Situation jedoch nur unzureichend ausgelegt.
Dadurch kann erneuerbarer Strom häufig nicht dorthin transportiert werden, wo er benötigt wird. Bei hoher Solarstromproduktion entstehen deshalb regelmäßig negative Strompreise. Gleichzeitig müssen Wind- und Solaranlagen zeitweise vom Netz genommen werden, obwohl sie Strom erzeugen könnten.
Nach Angaben der Europäischen Kommission werden bis zum Jahr 2040 dafür Investitionen von rund 1,2 Billionen Euro erforderlich sein.
Derzeit sind europaweit etwa 180 neue Übertragungsprojekte geplant. Ein wesentlicher Teil dieser Vorhaben befindet sich jedoch noch im Genehmigungsverfahren.

Das europäische „Grids Package“
Im Dezember 2025 stellte die Europäische Kommission das sogenannte „Grids Package“ vor. Dieses Gesetzespaket befindet sich inzwischen im Gesetzgebungsverfahren zwischen Rat der Europäischen Union und Europäischem Parlament.
Die wichtigsten Ziele sind:
• Beschleunigung der Genehmigungsverfahren.
• Ausbau grenzüberschreitender Stromverbindungen.
• Verbesserung der gemeinsamen Netzplanung.
• Höhere Investitionen in die Strominfrastruktur.
• Besserer Schutz kritischer Energieinfrastruktur vor Sabotage und Cyberangriffen.
Beispiel Italien – Modernisierung rund um Cortina d'Ampezzo
Im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen wurden im Raum Cortina d'Ampezzo zahlreiche Stromleitungen modernisiert.
Dabei wurden viele alte Freileitungsmasten entfernt, zahlreiche Leitungsabschnitte unterirdisch verlegt, moderne Stahlmasten mit schlankem Design errichtet, kompakte Tragwerke verwendet, die deutlich weniger Fläche beanspruchen, Isolatoren farblich an die umgebende Landschaft angepasst.
Das Projekt sollte sowohl die Versorgungssicherheit erhöhen als auch die landschaftlichen Eingriffe verringern.

Genehmigungen dauern wesentlich länger als der Bau
Ein zentrales Problem besteht darin, dass Genehmigungen in Europa durchschnittlich acht bis zwölf Jahre dauern.
Die eigentliche Bauzeit beträgt dagegen häufig lediglich rund zwei Jahre.
Nach europäischen Statistiken wartet mehr als die Hälfte aller bis zum Jahr 2030 geplanten Übertragungsprojekte noch immer auf ihre Genehmigung.

Beispiel Deutschland – SuedLink
Als besonders bekanntes Beispiel nennt der Artikel das Projekt SuedLink.
Dabei handelt es sich um ein etwa 700 Kilometer langes Hochspannungs-Gleichstromsystem, das Windstrom aus Norddeutschland nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren soll.
Die Planung begann bereits im Jahre 2012.
Aufgrund massiver Proteste gegen neue Freileitungen wurde im Jahre 2015 beschlossen, die Leitung weitgehend als Erdkabel auszuführen.
Diese Entscheidung machte umfangreiche Neuplanungen erforderlich:
• neue Trassen,
• umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfungen,
• geologische Untersuchungen,
• Untersuchungen tausender Grundstücke.
Dadurch verzögerte sich das Projekt um mehrere Jahre; die Fertigstellung wird nun für das Jahr 2028 erwartet. Gleichzeitig stiegen die Kosten auf etwa das Dreifache der ursprünglichen Schätzung.

Beispiel Spanien–Frankreich
Ein weiteres Beispiel betrifft die Stromverbindung zwischen Spanien und Frankreich.
Spanien verfügt über sehr große Solarkapazitäten, kann jedoch wegen unzureichender grenzüberschreitender Netzkapazitäten nur begrenzte Strommengen exportieren.
Abhilfe schaffen soll eine neue Untersee- und Erdkabelverbindung durch den Golf von Biscaya.
Obwohl das Projekt als europäisches Vorhaben von gemeinsamem Interesse gilt, verzögerte sich seine Umsetzung erheblich.
Gründe dafür waren:
• komplizierte Abstimmungen zwischen französischen und spanischen Behörden,
• Umweltprüfungen,
• Schutz des Unterwasser-Canyons von Capbreton,
• Änderungen der Trassenführung zum Schutz empfindlicher Meeresökosysteme.
Dadurch verschob sich die geplante Inbetriebnahme von 2025 auf Ende 2028 beziehungsweise Anfang 2029.

Politische Entwicklungen...
Am 26. Juni erzielten die Wirtschaftsminister der EU-Mitgliedstaaten eine gemeinsame Position zum Grids Package.
Zu den wichtigsten Elementen gehören:
• deutlich schnellere Genehmigungen,
• für zentrale Infrastrukturprojekte grundsätzlich eine maximale Verfahrensdauer von einem Jahr,
• Einführung einer neuen Kategorie prioritärer Projekte zum Schutz kritischer Infrastruktur,
• Beginn der Trilog-Verhandlungen zwischen Europäischem Parlament, Rat und Kommission.

Einschätzung von Luděk Niedermayer...
Der Europaabgeordnete Luděk Niedermayer bewertet das Gesetzespaket grundsätzlich positiv.
Nach seiner Auffassung wurden die Stromnetze ursprünglich für ein vollständig anderes Energiesystem konzipiert und bremsen heute sowohl Investitionen als auch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.
Er betrachtet insbesondere folgende Punkte als wichtig:
• bessere europäische Netzplanung,
• schnellere Genehmigungen,
• stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit,
• höhere Investitionen.
Gleichzeitig bezeichnet er den Ratsbeschluss als politischen Kompromiss und nicht als ideale Lösung.

Kritik an einer stärkeren Zentralisierung...
Mehrere Mitgliedstaaten sehen die Pläne der Europäischen Kommission kritisch.
Sie befürchten insbesondere:
• eine zu starke Zentralisierung der Netzplanung,
• Eingriffe in nationale Energiestrategien,
• zusätzliche Bürokratie,
• steigende Kosten.
Exportländer wie Schweden sorgen sich darüber hinaus vor steigenden inländischen Strompreisen durch stärkere internationale Vernetzung.
Transitstaaten lehnen es teilweise ab, Infrastruktur mitzufinanzieren, die hauptsächlich dem Stromtransport anderer Länder dient.

Europäische „Energy Highways“
Im Rahmen des neuen mehrjährigen EU-Haushalts schlägt die Kommission vor, den Haushalt des Energieinfrastrukturfonds CEF-E erheblich aufzustocken.
Die Mittel sollen vorrangig in strategische grenzüberschreitende Stromverbindungen („Energy Highways“) fließen.
Außerdem soll der Anteil grenzüberschreitender Projekte schrittweise erhöht werden – zunächst auf zehn Prozent und später auf fünfundzwanzig Prozent.

Position von WindEurope
Der europäische Windenergieverband WindEurope kritisiert, dass die Mitgliedstaaten wieder größeren Einfluss auf die europäische Netzplanung erhalten sollen.
Nach Ansicht des Verbandes droht dadurch erneut eine Zersplitterung der Planung.
WindEurope weist darauf hin, dass derzeit mehr als 500 Gigawatt geplanter Windkraftleistung auf Netzanschlüsse oder Genehmigungen warten.
Langsame und komplizierte Verfahren würden:
• den Ausbau erneuerbarer Energien verzögern,
• das industrielle Wachstum bremsen,
• die Elektrifizierung erschweren,
• hohe Energiepreise aufrechterhalten.

Politische Erfolgsaussichten
Der Ratskompromiss von mehr als zwanzig Mitgliedstaaten unterstützt.
Niedermayer geht deshalb davon aus, dass letztlich auch im Europäischen Parlament eine Mehrheit zustande kommen dürfte, vermutlich mit Unterstützung mehrerer Fraktionen.
Die entscheidende Frage sei seiner Einschätzung nach nicht mehr, ob das Gesetzespaket verabschiedet werde, sondern wie umfangreich die endgültige Fassung ausfallen werde.

Steigender Strombedarf….
Dabei wird auf den seit dem Jahr 2010 erstmals wieder strukturell steigenden Stromverbrauch Europas aufmerksam gemacht.
Als wichtigste Ursachen dafür werden genannt:
• stark wachsender Bedarf von Rechenzentren,
• Boom der Künstlichen Intelligenz,
• Elektrifizierung des Wärmesektors,
• zunehmende Elektromobilität.
Nach Einschätzung von BloombergNEF könnte Strom bis zum Jahr 2043 zum dominierenden Energieträger Europas werden.
Die Europäische Kommission rechnet deshalb bis dahin allein für den Netzausbau mit Investitionen von rund 584 Milliarden Euro.
Der Ausbau der europäischen Stromnetze wird als unverzichtbare Voraussetzung für die Energiewende, die Versorgungssicherheit und langfristig niedrigere Strompreise dargestellt. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Großprojekte, dass langwierige Genehmigungsverfahren, Umweltprüfungen, politische Konflikte und unterschiedliche nationale Interessen den Netzausbau erheblich verzögern und verteuern.

Siehe auch hier: https://www.idnes.cz/ekonomika/domaci/e ... nomika_hyk
/gr/


Windkraftanlagen gefallen vielen Menschen einfach nicht. Referenden scheitern, weil die Unterstützung des Staates fehlt, meint ein Experte
9.7.2026 Tschechischer Rundfunk / irozhlas.cz

Die Tschechische Republik landete unter den 27 EU-Mitgliedstaaten auf dem letzten Platz bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Sogar Polen, das traditionell von Schwerindustrie und Kohlebergbau geprägt ist, baut Wind- und Solarenergie deutlich schneller aus. „Für die Zukunft könnte das ein großes Problem für die tschechische Wirtschaft werden. Ein Mangel an Energiequellen, die dazu beitragen, den Großhandelspreis für Strom zu senken, könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beeinträchtigen“, sagt Martin Sedlák vom Verband für moderne Energie im Interview Plus.

Gerade Polen nennt er als Beispiel eines Landes, das bei den erneuerbaren Energien in den vergangenen fünf Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat. Entscheidend seien ein berechenbares Investitionsumfeld und eine vergleichsweise schnelle Umsetzung von Projekten, was die Kosten weiter senke.
Zudem herrscht in Polen sowohl bei der früheren als auch bei der aktuellen Regierung Einigkeit über die Bedeutung grüner Energie. Die Regierung kommuniziert aktiv mit der Öffentlichkeit, unter anderem als Reaktion auf den Einfluss Russlands, das Mythen und Desinformation nicht nur über erneuerbare Energien, sondern auch über geplante Kernreaktoren verbreitet.
„Schon heute sehen wir, dass der jährliche Unterschied beim durchschnittlichen Großhandelspreis für Strom zwischen Deutschland – wo erneuerbare Energien häufig mehr als 50 Prozent des Strommixes ausmachen – und Tschechien bis zu einer Krone pro Megawattstunde betragen kann. Das ist ein erheblicher Wettbewerbsnachteil“, warnt Sedlák. Künftig könne sogar Polen Tschechien überholen.
Mittelfristig sollte der Anteil erneuerbarer Energien nach seiner Einschätzung von derzeit 17 Prozent auf etwa ein Drittel steigen und anschließend auf rund die Hälfte anwachsen. Die andere Hälfte der Stromerzeugung sollen Kernkraftwerke übernehmen.
„Wir müssen das Vertrauen in erneuerbare Energien wiederherstellen und zeigen, dass diese Lösung tatsächlich Versorgungssicherheit bietet. Gleichzeitig müssen wir das Vertrauen der Menschen vor Ort stärken, damit sie entsprechende Projekte akzeptieren. Wenn der Staat sogenannte Beschleunigungszonen einführt, kann er den betroffenen Gemeinden zusätzliche Ausgleichsleistungen anbieten“, erklärt er.

Nicht direkt hinter meinem Haus ...
Sedlák weist darauf hin, dass die Mehrheit der tschechischen Bevölkerung den Ausbau der Windenergie grundsätzlich unterstützt. Problematisch werde es jedoch häufig, wenn es um konkrete Projekte gehe – also um die Frage, ob man eine Windkraftanlage direkt in der Nähe des eigenen Wohnorts haben möchte.
„Es ist völlig legitim, wenn die Einwohner einer Gemeinde darüber diskutieren, ob sie Windkraftanlagen auf ihrem Gebiet wollen oder nicht. Der Bürgermeister kann Fachleute einladen. Wichtig ist, dass die Diskussion ausgewogen geführt wird und sowohl Befürworter als auch Gegner zu Wort kommen“, sagt der Experte.
Er weist außerdem die Behauptung zurück, Windkraftanlagen gefährdeten die Gesundheit der Menschen, etwa durch Lärm. Die tschechischen Lärmschutzvorschriften gehörten seiner Aussage nach zu den strengsten in Europa.
Seiner Ansicht nach dienen solche Argumente häufig als Vorwand dafür, dass viele Menschen Windkraftanlagen in der Landschaft schlicht nicht schön finden und deshalb auf Desinformation zurückgreifen. Gleichzeitig müsse Tschechien alle Formen erneuerbarer Energien ausbauen, da sie sich im Jahresverlauf gegenseitig ergänzen können.
„Ich glaube, dass es uns gelingen wird, diese Energiequellen kontinuierlich auszubauen. Voraussetzung ist allerdings ein gesellschaftlicher Konsens. Die Volksabstimmungen während der Parlamentswahlen gingen ungefähr fifty-fifty aus. In diesem Jahr zeigt sich jedoch ein Trend, dass sie häufiger scheitern und Projekte abgelehnt werden. Das liegt vor allem daran, dass die Unterstützung durch den Staat fehlt“, meint Sedlák.
Entscheidend sei zudem die persönliche Erfahrung. Er würde beispielsweise den Ministerpräsidenten gerne in einen Windpark mitnehmen. „Wenn jemand Bedenken gegenüber solchen Projekten hat, sollte er sich einen Windpark aus der Nähe ansehen. Dann wird er feststellen, dass keine schädlichen Partikel freigesetzt werden und dass die Lärmbelastung bei Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände zu Wohngebieten unproblematisch ist“, schließt Sedlák.

Quelle:
https://www.irozhlas.cz/ekonomika/vetrn ... 082342_ntu


Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken in Tschechien stieg im Juni aufgrund höherer Strompreise um 85 %
Autor: Jan Budín
4. Juli 2026, oenergetice.cz

Die Stromerzeugung in der Tschechischen Republik stieg im Juni gegenüber dem Vorjahr um mehr als 1 TWh auf 5,66 TWh. Verantwortlich dafür waren vor allem Braunkohle- und Kernkraftwerke, während Solaranlagen nur geringfügig mehr Strom produzierten als im Vorjahr. Der Stromverbrauch nahm trotz der heißen Tage am Monatsende nur leicht zu. Der wichtigste Impuls für die höhere Stromerzeugung ging daher vom Spotmarkt und der angespannten Lage auf den regionalen Strommärkten aus.
Nach den auf Energostat veröffentlichten Daten erreichte die Stromerzeugung in Tschechien im Juni 5,66 TWh. Gegenüber Juni 2025 mit 4,51 TWh entspricht dies einem Anstieg um 1,15 TWh beziehungsweise um mehr als 25 Prozent. Dieser deutliche Zuwachs war jedoch nicht auf erneuerbare Energien zurückzuführen, sondern vor allem auf den verstärkten Einsatz konventioneller Kraftwerke.
Den größten Beitrag leisteten die Braunkohlekraftwerke, die 1,44 TWh Strom ins Netz einspeisten. Das waren rund 660 GWh mehr als im Vorjahresmonat – ein Anstieg von etwa 85 Prozent.

Auch die Kernkraftwerke steigerten ihre Produktion deutlich: Sie erhöhten ihre Erzeugung von 2,12 TWh auf 2,52 TWh, also um knapp 400 GWh. Zusammengenommen erklären diese beiden Erzeugungsarten den überwiegenden Teil des gesamten Produktionsanstiegs.
Auch Gaskraftwerke erhöhten ihre Stromerzeugung von 240 GWh auf 301 GWh. Ihr Beitrag blieb jedoch deutlich geringer als jener von Kohle- und Kernkraftwerken.
Demgegenüber produzierten Wasserkraftwerke weniger Strom als im Vorjahr. Ihre Erzeugung sank von 121 GWh auf knapp 100 GWh. Auch die Stromproduktion aus Biomasse ging zurück – von 241 GWh auf 210 GWh.

Solarstrom blieb auf hohem Niveau…..
Photovoltaikanlagen speisten im Juni 677 GWh Strom ins Netz ein. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres mit 655 GWh entspricht dies lediglich einem leichten Anstieg.
Nach dem historischen Rekord im Mai mit 701 GWh blieb die Solarstromerzeugung zwar auf einem sehr hohen Niveau, war jedoch nicht der Haupttreiber des Anstiegs der gesamten Stromproduktion im Juni.
Stromverbrauch stieg nur leicht...
Der Stromverbrauch in Tschechien belief sich im Juni auf 4,84 TWh. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte er sich lediglich um rund 120 GWh.
Der Monatswert wirkt damit insgesamt wenig außergewöhnlich, obwohl die Stromnachfrage während der Hitzetage deutlich höher lag als in den kühleren Phasen des Monats.
Dies entspricht auch den Daten des Unternehmens Amper Meteo. Demnach stieg während der Hitzewelle der Netzstrombezug erheblich an, gleichzeitig wurde jedoch ein Teil des zusätzlichen Strombedarfs für Klimaanlagen durch Strom aus privaten Photovoltaikanlagen gedeckt.

Windflaute und eingeschränkte Kernkraft belasteten den regionalen Strommarkt….
Die Hauptursache der hohen Spotmarktpreise lag daher nicht im Stromverbrauch, sondern in den regionalen Marktbedingungen.
In Deutschland war die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen im Juni wiederholt ungewöhnlich niedrig. Sobald die Solarstromproduktion am Abend rasch zurückging, mussten teurere regelbare Kraftwerke die Stromnachfrage decken.
Das deutlichste Preissignal zeigte sich am vergangenen Mittwochabend.
Nach Daten von EPEX Spot wurde Strom auf dem deutschen Intraday-Markt zeitweise zu 868 Euro/MWh gehandelt. In Frankreich lagen die Preise bei über 414 Euro/MWh, während Abendkontrakte in Großbritannien bis zu 426 Pfund/MWh erreichten.
Auch in Tschechien wurden Rekordpreise am Spotmarkt verzeichnet, die sich der Marke von 700 Euro/MWh näherten.
Die Situation wurde zusätzlich durch die eingeschränkte Verfügbarkeit konventioneller Kraftwerke in Europa verschärft.
In Frankreich mussten mehrere Kernkraftwerksblöcke ihre Leistung reduzieren, weil die hohen Wassertemperaturen in den Flüssen die Kühlung erschwerten. Ähnliche Einschränkungen betrafen auch das schweizerische Kernkraftwerk Beznau.
Auch in Großbritannien war die angespannte Lage spürbar: Der Netzbetreiber warnte während der Hitzewelle vor geringeren Leistungsreserven.
Die Entwicklung im Juni zeigt somit, dass sommerliche Strompreisspitzen auf den europäischen Strommärkten künftig an Bedeutung gewinnen könnten. Ursache ist nicht allein die höhere Nachfrage durch Klimatisierung, sondern das Zusammenwirken von Wetterbedingungen, der Verfügbarkeit von Kraftwerken, grenzüberschreitenden Stromflüssen und einer begrenzten Flexibilität der Stromsysteme.

Wichtiges Signal für den geplanten Kohleausstieg in Tschechien…..
Für Tschechien ist die Entwicklung im Juni vor allem vor dem Hintergrund des geplanten Ausstiegs aus der Kohleverstromung von Bedeutung.
Gerade die Braunkohlekraftwerke reagierten im Juni stark auf die Marktsituation und trugen wesentlich dazu bei, die Stromerzeugung in einer Phase angespannter regionaler Märkte zu erhöhen.
Mit ihrem schrittweisen Ausscheiden aus dem Markt wird diese Rolle künftig durch eine Kombination aus neuen Gaskraftwerken, Energiespeichern, Lastmanagement und grenzüberschreitendem Stromhandel übernommen werden müssen.
Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Batteriespeichern. Die große Differenz zwischen den niedrigen Strompreisen zur Mittagszeit – bei hoher Solarstromproduktion – und den hohen Preisen in den Abendstunden schafft Möglichkeiten sowohl für Preisarbitrage als auch für die Bereitstellung von Systemdienstleistungen.
Sollte die installierte Photovoltaikleistung weiter zunehmen, wird es ohne einen deutlich schnelleren Ausbau von Flexibilitätsoptionen künftig sowohl mehr Stunden mit sehr niedrigen Strompreisen als auch häufiger Phasen mit extrem hohen Preisen nach Sonnenuntergang geben.

Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... ice-nez-25
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 645
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Atomenergie vom 13.7.2026:

Inhalt:
Gemeinden in der Region Klatovy protestierten erneut gegen Atommüllendlager.
Reportage aus der Protestveranstaltung gegen das Atommüll-Endlager in der Lokalität Brezovy potok.
USA planen Lockerung der Strahlenschutzregeln: Das Ziel ist die Beschleunigung des Reaktorenbaues.
Südböhmische Mütter: Wird Atomenergie auf Kosten des Gesundheitsschutzes billiger?
Temelín verbessert die Sicherheit.
Exkursionen haben begonnen: ČEZ öffnet die Umgebung des AKW Temelín für Besucher.
Reaktoren wegen der Hitze abgeschaltet.
Austausch der Steuerung der Sicherheitssysteme im AKW Temelín.
Wegen der hohen Temperaturen in Frankreich drei Reaktoren abgeschaltet, Leistung von acht weiteren reduziert
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Gemeinden in der Region Klatovy protestierten erneut gegen Atommüllendlager
11.7.2026| PAČEJOV (ČTK)
Ekolist.cz

Mit einem Marsch von Pačejov nach Manětice in der Region Klatovy unterstützten die Menschen heute erneut den Protest gegen die Absicht des Staates, ein tiefengeologisches Endlager für Atommüll am Standort Březový potok zu errichten. Die Gemeinden seien eindeutig dagegen und unternähmen alle möglichen Schritte, um sich gegen das Vorgehen des Staates zu wehren, sagte heute Michael Forman (parteilos), Bürgermeister von Horažďovice und Sprecher der Plattform gegen das Atommüll -Endlager, der Nachrichtenagentur ČTK. Der Standort Březový potok gehört zu den vier ausgewählten Gebieten, die der Staat für weitere Erkundungen zur Errichtung eines Atommüllendlagers bestimmt hat.

„Derzeit läuft eine Kassationsbeschwerde gegen die Gerichtsentscheidung, die die vom Umweltministerium erteilte Genehmigung für das Erkundungsgebiet bestätigt hat. Wir werden sehen, wie die Kassationsbeschwerde ausgeht. Und die Gemeinden verbieten, soweit ich weiß, derzeit den Firmen, die verschiedene technische Arbeiten durchführen sollen, das Betreten ihrer Grundstücke. Jetzt, und wir werden sehen, wie es weitergeht. Wie der Staat darauf reagieren wird oder nicht reagieren wird, obwohl ich sagen würde, dass sein Ansatz in dieser Angelegenheit immer schlechter wird“, sagte Forman gegenüber ČTK.

Sowohl die Gemeinden als auch die Bürger reichten zudem Einwände zur Aktualisierung des Konzepts für die Entsorgung radioaktiver Abfälle ein. Dieses verkürzt den Zeitplan für die Auswahl des Standorts oder der Standorte zur Lagerung abgebrannter Brennelemente sowie den Termin für deren Inbetriebnahme um rund 20 Jahre. Die Standortauswahl soll dem Konzept zufolge somit bis zum Jahr 2030 erfolgen. „Die Aktualisierung besagt, dass keine neue SUP (Strategische Umweltverträglichkeitsprüfung – Anm. d. Red.) ausgearbeitet werden muss. Wir sagen, dass dies zwingend erforderlich ist, da sich der Umfang des Endlagers erheblich vergrößert hat“, erklärte Forman. Am ersten der ausgewählten Standorte haben bereits Erkundungstiefbohrungen begonnen. Im Böhmerwald (Šumava) bisher noch nicht. Die Gemeinden beobachten laut Forman jedoch die Aktivitäten in ihren Katastergebieten sorgfältig, um rechtzeitig auf Erkundungsarbeiten reagieren zu können.

Die Plattform gegen das Atommüll -Endlager ist ein Zusammenschluss von Gemeinden und Vereinen, die von dem Projekt zum Bau eines Tiefenendlagers für radioaktive Abfälle und abgebrannten Kernbrennstoff betroffen sind. Derzeit vertritt sie die Interessen von 58 Mitgliedern, darunter Städte, Gemeinden und Vereine. Die Plattform fordert ein Umdenken beim staatlichen Ansatz zur Entsorgung von abgebranntem Kernbrennstoff und anderen radioaktiven Abfällen sowie insbesondere eine engere Einbindung der Gemeinden, die von einem potenziellen Endlager betroffen sein könnten.

Quelle:
https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/zpr ... eho-odpadu



Reportage aus der Protestveranstaltung gegen das Atommüll-Endlager in der Lokalität Brezovy potok
11.7.2026 Tschechisches Fernsehen 15.00 Uhr - Nachrichten

-Kateřina Švédová, Moderatorin:
In wenigen Minuten beginnt im Bezirk Klatovy eine Protestveranstaltung gegen die geplante Errichtung eines tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle in der Region Březový potok. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden von Pačejov nach Maňovice entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch das Vorland des Böhmerwaldes ziehen. Die Region gehört zu den vier Standorten, die derzeit für den Bau eines Endlagers in Betracht gezogen werden. In Pačejov ist jetzt unsere Kollegin Marcela Durasová. Marcela, schönen Nachmittag. Wie wird die heutige Veranstaltung ablaufen und wer organisiert sie?

-Marcela Durasová, Reporterin:
Schönen guten Tag. Die heutige Veranstaltung wird vom Verein „Jaderný odpad. Děkujeme. Nechceme.“ („Atommüll. Nein danke.“) gemeinsam mit der Gemeinde Maňovice organisiert.
Wie Sie sehen können, versammeln sich bereits in der Nähe des Bahnhofs von Pačejov nach und nach die Teilnehmer. Gegen 15 Uhr werden sie sich gemeinsam auf den Protestmarsch begeben – zunächst auf der Straße und anschließend durch den Wald bis nach Maňovice. Dort steht bereits ein großes Festzelt bereit, in dem anschließend eine Diskussionsveranstaltung stattfinden wird.
Was das Hauptziel der heutigen Aktion ist, erklärt nun die Bürgermeisterin von Maňovice, Frau Lenka Kotlářová. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

-Lenka Kotlářová, Bürgermeisterin von Maňovice:
Guten Tag Ihnen und allen Zuschauerinnen und Zuschauern.
Mit dieser Veranstaltung machen wir bereits zum 23. Mal darauf aufmerksam, dass unsere Region, die als Standort Březový potok bezeichnet wird, den Bau eines Endlagers für radioaktive Abfälle auf unbegrenzte Zeit ablehnt.

-Reporterin:
Wer wird sich neben den Demonstrierenden – ich nehme an, vor allem Einwohnerinnen und Einwohner der zehn betroffenen Gemeinden sowie der Stadt Horažďovice – an der Diskussion in Maňovice beteiligen?

-Lenka Kotlářová:
An der Diskussionsrunde wird unter anderem Edvard Sequens teilnehmen, der Sekretär der Plattform gegen das Endlager. Diese Plattform vereint alle vier potenziellen Endlagerstandorte.

-Reporterin:
Arbeiten die vier Regionen dabei eng zusammen?

-Lenka Kotlářová:
Ja. Wir als Standort Březový potok vertreten gemeinsam mit allen zehn Gemeinden eine einheitliche Position. Wir lehnen den Bau eines Endlagers an unserem Standort ab. Wir sind überzeugt, dass auch andere Möglichkeiten ernsthaft geprüft und weiterentwickelt werden sollten, anstatt den radioaktiven Abfall einfach tief unter der Erde zu lagern.

-Reporterin:
Der heutige Marsch findet bereits zum 23. Mal statt und hat damit eine lange Tradition. Wer hat den ersten Protestmarsch organisiert?

-Lenka Kotlářová:
Der erste Marsch wurde vom Schauspieler Slávek Šimek organisiert. Deshalb trägt die Veranstaltung heute den Namen „Slávek-Šimek-Gedenkmarsch“. Seine Familie nimmt bis heute jedes Jahr daran teil.

-Reporterin:
Die Gemeinde Maňovice investiert derzeit Millionenbeträge in neue Brunnen, eine Wasseraufbereitungsanlage, einen Speicherbehälter und neue Leitungen, um den Folgen der Austrocknung entgegenzuwirken. Ursache sind die anhaltende Trockenheit und die sehr alten, noch aus der Vorkriegszeit stammenden Brunnen. Befürchten Sie deshalb auch Auswirkungen der geplanten Erkundungsbohrungen?

-Lenka Kotlářová:
Ja, unsere Sorgen sind erheblich. Nach den neuesten Informationen soll eine der größten Erkundungsbohrungen der Endlagerbehörde SÚRAO unmittelbar oberhalb von Maňovice bis in eine Tiefe von etwa 1,2 Kilometern reichen. Das bereitet uns große Sorgen. Erst vor kurzem haben wir drei neue Brunnen mit einer Tiefe von rund 80 Metern errichtet. Wir wissen nicht, ob diese Investitionen am Ende vergeblich sein werden und ob uns dadurch das Grundwasser verloren gehen könnte.

-Reporterin:
Kehren wir noch einmal zur heutigen Veranstaltung zurück. Wie sieht der weitere Ablauf aus?
-Lenka Kotlářová:
Um 15 Uhr eröffnen wir die Protestveranstaltung am Bahnhof von Pačejov. Es werden zunächst der Sekretär der Plattform, Herr Sequens, ich selbst sowie der Vorsitzende des Vereins, Herr Kaba, kurze Ansprachen halten. Anschließend machen wir uns gemeinsam auf den Weg durch Pačejov und weiter durch den Wald nach Maňovice, wo das weitere Programm stattfinden wird.

-Reporterin:
Die Gemeinden der Region Březový potok organisieren diese Proteste nun bereits seit 23 Jahren. Sie fordern eine Beteiligung am Entscheidungsprozess über den endgültigen Standort eines Endlagers. Außerdem haben sie Stellungnahmen zur Aktualisierung des inzwischen zehn Jahre alten Konzepts für die Entsorgung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente eingereicht.
Frau Bürgermeisterin, welche weiteren Schritte planen Sie?

-Lenka Kotlářová:
Unser nächster Schritt besteht darin, zu verhindern, dass die Firma Canopy und ihre Subunternehmen auf unser Gebiet gelangen und dort geophysikalische Messungen auf Grundstücken der Gemeinden und privater Eigentümer durchführen. Wir verfolgen die Angelegenheit gemeinsam mit unserer Rechtsvertretung und stehen diesbezüglich in laufendem Schriftverkehr.

-Reporterin:
Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Auf Wiedersehen.

-Lenka Kotlářová:
Vielen Dank, Ihnen ebenfalls. Auf Wiedersehen.

Reporterin:
Die Protestveranstaltung und die anschließende Diskussion in Maňovice werden bis in die Abendstunden andauern.

Videoreportage von der Protestveranstaltung im Tschechischen Fernsehen hier, ab Minute 14.
https://www.ceskatelevize.cz/porady/101 ... 058070711/
/gr/



USA planen Lockerung der Strahlenschutzregeln: Das Ziel ist die Beschleunigung des Reaktorenbaues
Autor: Eduard Majling
   1. Juli 2026,oenergetice.cz

Die US-Atomaufsichtsbehörde (NRC) hat eine grundlegende Überarbeitung der Strahlenschutzregeln vorgeschlagen. Es handelt sich um die bedeutendste Gesetzesänderung in diesem Sektor seit Jahrzehnten. Das Ziel der von der Regierung des Präsidenten Donald Trump vorangetriebenen Maßnahme ist es, den Verwaltungsaufwand zu verringern, die Betriebskosten zu senken und die Genehmigungsverfahren für neue Kernreaktoren zu beschleunigen.

Der Kernpunkt des gesamten Vorschlags ist die vollständige Abschaffung des langjährigen Standards, der unter dem Akronym ALARA (As Low as Reasonably Achievable – so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar) bekannt ist. Dieses Prinzip verpflichtete die Betreiber von Kerneneegieanlagen bislang dazu, die Strahlenbelastung der Beschäftigten und der Öffentlichkeit auf ein Minimum zu reduzieren, unabhängig davon, ob sie bereits weit unter den gesetzlichen Grenzwerten lag.


Vertretern der Atomindustrie zufolge war der Begriff „vernünftigerweise erreichbar“ zu subjektiv, was zu einer ständigen Verschärfung der Anforderungen, einer Verlängerung der Genehmigungsfristen und einem enormen Kostenwachstum führte. Die NRC will den ALARA-Standard durch ein System fester, objektiver Dosisgrenzwerte ersetzen, kombiniert mit einem gestuften Risikomanagement je nach den spezifischen Betriebsbedingungen.

Der NRC-Vorsitzende Ho Nieh betonte laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Behörde lediglich unnötige bürokratische Unsicherheiten beseitige und die eigentlichen Sicherheitsgrenzwerte für Strahlung unverändert bleiben. Die Änderung soll Investoren bereits in der Planungs- und Bauphase neuer Blöcke klare und vorhersehbare Kriterien bieten.

Pläne für vervierfachte Kernkraftleistung...
Dieser Schritt schließt direkt an die Dekrete aus dem Jahr 2025 an, mit denen Trump eine Reform der NRC und die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren anordnete. Das Ziel der Regierungsstrategie ist es, die installierte Leistung der Kernkraftquellen in den USA
bis zum Jahr 2050 zu vervierfachen. Der Grund dafür ist der rasant steigende Stromverbrauch, der vor allem durch den Boom von Rechenzentren angetrieben wird.

https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... u-reaktoru
/gr/


Südböhmische Mütter:Wird Atomenergie auf Kosten des Gesundheitsschutzes billiger?
13.7.2026 Ekolist.cz

Diese Frage wirft ein Vorschlag der US-amerikanischen Atomaufsichtsbehörde Nuclear Regulatory Commission (NRC) auf, die eine grundlegende Änderung der Strahlenschutzvorschriften in den USA vorbereitet. Vorgesehen ist die Abschaffung des ALARA-Prinzips (As Low As Reasonably Achievable), wonach die Strahlenexposition von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie der Bevölkerung so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar zu halten ist – selbst dann, wenn die geltenden Grenzwerte bereits eingehalten werden.
Als Begründung für diese Änderung nennt die NRC die Verringerung des Verwaltungsaufwands, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und vor allem die Senkung der stetig steigenden Kosten für den Bau neuer Atomkraftwerke. Nach Angaben der NRC sollen die gesetzlichen Dosisgrenzwerte für Beschäftigte und die Bevölkerung unverändert bleiben. Aus unserer Sicht ist das ALARA-Prinzip jedoch weit mehr als eine bloße Verwaltungsvorschrift – es gehört zu den grundlegenden Elementen des Gesundheitsschutzes in der Atomindustrie. Seine Abschaffung wirft daher die Frage auf, ob der Wunsch nach einfacheren Verfahren und niedrigeren Kosten künftig nicht zulasten des Schutzes der Beschäftigten gehen könnte.
Die vorgeschlagene Änderung betrifft derzeit ausschließlich das amerikanische Regulierungssystem. Sie könnte jedoch die internationale Debatte darüber maßgeblich beeinflussen, wie das Gleichgewicht zwischen dem Ausbau der Atomenergie, der Senkung der Kosten und dem Schutz der menschlichen Gesundheit künftig ausgestaltet werden soll.
Die Auswirkungen niedriger Dosen ionisierender Strahlung sind nach wie vor Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Die Südböhmischen Mütter haben bereits in der Vergangenheit auf die Ergebnisse von Studien (1) hingewiesen, in denen mögliche genetische Auswirkungen einer langfristigen Exposition gegenüber niedrigen Strahlendosen bei Beschäftigten der AKW Temelín und Dukovany untersucht wurden. Diese Studien wurden im Rahmen des sogenannten Melker Protokolls durchgeführt, das auf einer Vereinbarung zwischen der Tschechischen Republik und Österreich beruht und unter anderem der Bewertung möglicher Auswirkungen des Betriebs von Atomanlagen dient.
Nach Angaben eines der Autoren der damaligen Studie, MUDr. Pavel Rössner, konnten bei den untersuchten Beschäftigten keine mit der Strahlendosis zusammenhängenden Chromosomenveränderungen festgestellt werden. Die Studie zeigte jedoch bei einigen Beschäftigten des AKW Dukovany Unterschiede in der Konzentration des Proteins p53 in weißen Blutkörperchen, das mit der Reaktion des Organismus auf Schäden am Erbgut in Zusammenhang steht. Die Autoren empfahlen daher, die betroffenen Beschäftigten weiterhin langfristig zu beobachten. Seit Abschluss dieser Studie sind mittlerweile rund zwanzig Jahre vergangen. Obwohl die Autoren eine Fortsetzung der Untersuchungen empfohlen und sich mit einer entsprechenden Begründung an die ČEZ, a.s. gewandt haben, sind keine öffentlich zugänglichen Informationen darüber bekannt, dass eine vergleichbare Langzeitstudie zu genetischen Auswirkungen durchgeführt wurde.
„Wir halten es für äußerst besorgniserregend, dass die Atomindustrie nach Möglichkeiten sucht, die Kosten neuer Reaktoren zu senken, indem Grundprinzipien des Strahlenschutzes geschwächt werden, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Bevölkerung vor unnötiger Strahlenbelastung schützen sollen“, erklärt Daniela Magersteinová vom Verein Südböhmische Mütter.
/gr/


Temelín verbessert die Sicherheit
11.7.2026 MF DNES Südböhmen - Seite 9
CTK

TEMELÍN. Das Kernkraftwerk Temelín setzt die Modernisierung der Steuerung seiner Sicherheitssysteme fort. Betroffen sind unter anderem Sicherheitspumpen sowie wichtige Absperrventile.
„Die aktuelle Modernisierungsphase konzentriert sich ausschließlich auf den zweiten Block. Dabei geht es nicht nur um die Erneuerung der Technik selbst, sondern auch um eine langfristige Strategie für das Ersatzteilmanagement. Die bisherigen Stromversorgungen, die nach wie vor vollständig funktionsfähig sind, werden nicht außer Betrieb genommen, sondern künftig als Servicereserve für den ersten Block genutzt“, erklärte Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.
Das Ziel der Modernisierung ist es, die langfristige Sicherheit und Betriebsbereitschaft des Kraftwerks zu gewährleisten.

Die speziellen Komponenten dienen als Schutzfilter und Adapter für eines der empfindlichsten Systeme des Kraftwerks. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die übliche Netzspannung von 230 Volt auf sehr niedrige Spannungen zwischen fünf und 24 Volt zu reduzieren. Mit diesem umgewandelten und vollständig stabilisierten Strom ohne Spannungsschwankungen wird die empfindliche Elektronik, die die Sicherheit des Reaktorblocks überwacht, kontinuierlich versorgt.
Das gesamte System, das vor allem aus Prozessoreinheiten, Steuerkarten und Lüftern besteht, arbeitet in einer isolierten Umgebung und gewährleistet dadurch seine Cybersicherheit.
„Sowohl die Hardware als auch die Software entwickeln sich ständig weiter. Gleichzeitig setzen wir ausschließlich auf bewährte Technologien. Wir brauchen Systeme, die für einen langfristigen Betrieb ausgelegt sind“, sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor des Geschäftsbereichs Kernenergie.
/gr/


Exkursionen haben begonnen: ČEZ öffnet die Umgebung des AKW Temelín für Besucher
13.7.2026 Ceskobudejovicky denik Seite 4
Autorin Klar Skalova

ČESKÉ BUDĚJOVICE / Budweis. Das Energieunternehmen ČEZ präsentiert der Öffentlichkeit im Juli gleich drei Energieanlagen in Südböhmen. Den Auftakt der außergewöhnlichen Exkursionen bildet ein virtueller Rundgang durch das Kernkraftwerk Temelín.
In diesem Jahr hat ČEZ das Ferienprogramm in drei thematische Bereiche gegliedert, die Kernenergie und Wasserkraft miteinander verbinden. Die Programme finden den gesamten Juli über von Montag bis Sonntag statt. Besucherinnen und Besucher können an geführten Rundfahrten rund um das Wasserkraftwerk Hněvkovice und dessen Pumpspeicheranlage teilnehmen, einen virtuellen Rundgang durch das Kernkraftwerk Temelín erleben oder exklusiv in den unterirdischen Bereich des Wasserkraftwerks Lipno hinabsteigen.
Das zweieinhalbstündige Programm vermittelt den Besucherinnen und Besuchern die Zusammenhänge zwischen Kernenergie und Wasserkraft. Bestandteil der Führung ist außerdem eine Einführung in die Funktionsweise des Kernkraftwerks Temelín sowie in dessen Sicherheitssysteme.
/gr/


Reaktoren wegen der Hitze abgeschaltet
13.7.2026 MF DNES Rubrik – Aus der Welt – Seite 7 CTK

Frankreich. Die hohen Temperaturen wirken sich in Frankreich auf die Stromerzeugung aus. Der französische Energiekonzern EDF hat aufgrund der Hitzewelle drei Reaktoren von Kernkraftwerken abgeschaltet. Bei weiteren acht Reaktoren wurde die Leistung reduziert.
Frankreich erlebt derzeit bereits die dritte Hitzewelle seit Beginn des Jahres. Der Eiffelturm, der Louvre und das Musée d'Orsay in Paris schlossen deshalb am Wochenende früher als üblich ihre Pforten. Waldbrände haben in Frankreich in diesem Jahr bereits etwa doppelt so viel Fläche zerstört wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
/gr/


Austausch der Steuerung der Sicherheitssysteme im AKW Temelín
10.7.2026 Fernsehen CT1 18.00 Uhr – Nachrichten

Markéta Pauzarová, Moderatorin:
Im zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín tauschen Techniker derzeit die Steuerung der Sicherheitssysteme aus. Ein Unternehmen aus Příbram fertigt dafür spezielle Komponenten an. Diese versorgen die empfindliche Elektronik, die die Sicherheit des Reaktorblocks überwacht, kontinuierlich und mit stabiler Stromversorgung.
Der Energieversorger ČEZ investiert in diesem Jahr knapp vier Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kraftwerks – rund 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr.
/gr/


Wegen der hohen Temperaturen in Frankreich drei Reaktoren abgeschaltet, Leistung von acht weiteren reduziert
12. Juli 2026 Seznam Zpravy (ČTK)

Die anhaltende Hitzewelle in Frankreich wirkt sich auch auf die Stromerzeugung aus. Nach Medienberichten teilte der französische Energiekonzern EDF mit, dass aufgrund der außergewöhnlichen Wetterbedingungen drei Kernreaktoren abgeschaltet wurden. Bei weiteren acht Reaktoren wurde die Leistung reduziert. Eine vergleichbare Situation gab es bereits in den vergangenen Jahren. Frankreich erlebt derzeit die dritte Hitzewelle seit Jahresbeginn.
Die Betriebsgenehmigungen für Kernkraftwerke enthalten in der Regel Grenzwerte für den Durchfluss der Flüsse beziehungsweise für die Temperatur des Flusswassers, das zur Kühlung der Anlagen entnommen wird. Werden diese Grenzwerte erreicht, muss die Wasserentnahme eingeschränkt oder eingestellt werden.
Aus diesem Grund schaltete EDF jeweils einen Reaktor in den Kernkraftwerken Golfech an der Garonne, Bugey an der Rhône und Chooz an der Maas ab. Die am Sonntag bekannt gegebenen Maßnahmen betreffen damit insgesamt 11 der 57 Kernreaktoren, die EDF betreibt.

Frankreich befindet sich derzeit in der dritten Hitzewelle des Jahres. Nach Angaben des Wetterdienstes Météo-France gilt in ganz Festlandfrankreich – mit Ausnahme des Südwestens – mindestens eine Wetterwarnung. Die höchste Warnstufe gilt in Gebieten, in denen rund 40 Prozent der Bevölkerung leben. Auch für Montag werden ähnliche Wetterbedingungen erwartet.
Neben der Hitze kämpft Frankreich außerdem mit schweren Waldbränden. Innenminister Laurent Nuñez erklärte am Sonntag, nach Schätzungen der Behörden seien bereits rund 25.000 Hektar Land von den Bränden zerstört worden – eine Fläche, die etwa doppelt so groß ist wie das Stadtgebiet von Paris.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/zahr ... kon-310822



--
Mgr. Gabriela Reitingerova
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370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 14.Juli 2026:

Inhalt:
Tschechien leitet mit Rolls-Royce Vorbereitungen für kleine Reaktoren in Dětmarovice und Tušimice ein.
Tschechische Unternehmen wollen sich an den Projekten von Rolls-Royce SMR beteiligen – Gespräche dazu fanden in Prag statt.
Tschechien beginnt gemeinsam mit Rolls-Royce die Vorbereitung kleiner modularer Reaktoren in Dětmarovice und Tušimice.
Die in den Bau von Windkraftanlagen investierte Energie kommt nie zurück, behaupten Kritiker. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.
Finnische Aufsichtsbehörde veröffentlicht vorläufige Bewertung des modularen Heizreaktors LDR-50.
Kleine modulare Reaktoren in Polen: OSGE beantragt staatliche Förderung und plant den ersten Reaktorblock für 2032

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Tschechien leitet mit Rolls-Royce Vorbereitungen für kleine Reaktoren in Dětmarovice und Tušimice ein
ČTK
13. 7. 2026
Fernsehen ČT24

Die Tschechische Republik wird nächste Woche einen Vertrag mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR über die Vorbereitung kleiner modularer Reaktoren in Dětmarovice in der Region Karviná und Tušimice in der Region Chomutov unterzeichnen. Dies knüpft an die bereits laufenden Vorbereitungen für den ersten derartigen Reaktor in Temelín an, wie der Minister for Industrie und Handel,
Karel Havlíček (ANO), mitteilte, den das Kabinett mit der Unterzeichnung des Vertrags in Großbritannien beauftragt hat. Die Regierung erörterte auch die Absicht, die Krisen-, Verteidigungs- und damit verbundene Gesetzgebung zu überarbeiten. Die Regulierung der Kraftstoffpreise wurde nicht verlängert.

In Tschechien plant das Energieunternehmen ČEZ in Zusammenarbeit mit Rolls-Royce SMR, an dem das tschechische Unternehmen einen Anteil von etwa einem Fünftel hält, den Bau von kleinen modularen Reaktoren mit einer Leistung von bis zu drei Gigawatt.
Der erste tschechische Reaktor soll laut ČEZ in der ersten Hälfte der 2030er Jahre auf dem Gelände von Temelín entstehen. Der erste Reaktor, bei dem die beiden Unternehmen zusammenarbeiten werden, wird jedoch am Standort Wylfa in Großbritannien gebaut.

Der vorbereitete Vertrag wird somit die Vorbereitungen für kleine modulare Reaktoren auf zwei weitere Standorte ausweiten. In Dětmarovice und Tušimice sollen die Reaktoren auf dem Gelände ehemaliger Kohlekraftwerke stehen. Bereits im Frühjahr hatten der Staat und ČEZ einen Vertrag mit den Briten über vorbereitende Arbeiten zur Entwicklung kleiner modularer Reaktoren geschlossen, der den Beginn der Vorbereitungen in Temelín vorsah. Der dortige Block wird sich in der Nähe des bestehenden großen Kernkraftwerks befinden.

Laut Havlíček bestätigte Tschechien mit der Unterzeichnung weiterer Verträge seine Position als eines der aktivsten Länder bei der Entwicklung mittlerer und kleiner modularer Reaktoren. Der Staat rechnet mit ihnen für die Zukunft als wichtigem Bestandteil des Energiemixes, der dem Land helfen soll, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu überwinden und ein hohes Maß an Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu wahren.

Quelle: https://ct24.ceskatelevize.cz/clanek/do ... ivy-375503
/gr/



Tschechische Unternehmen wollen sich an den Projekten von Rolls-Royce SMR beteiligen – Gespräche dazu fanden in Prag statt
10. Juli 2026 Newsletter Moderni obec Titelseite – Seite 1

Der Verband der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik organisierte gemeinsam mit der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik eine Veranstaltung zum aktuellen Stand des Projekts der kleinen modularen Reaktoren (SMR) von Rolls-Royce SMR sowie zu den Möglichkeiten einer Beteiligung tschechischer Unternehmen.

Die tschechische Kernenergieindustrie zählt zu den fortschrittlichsten in Europa. Dank ihres Know-hows und ihrer langjährigen Erfahrungen aus Kernenergieprojekten im In- und Ausland verfügt sie über ein großes Potenzial, Teil der Lieferkette von Rolls-Royce SMR zu werden.
Über den aktuellen Stand des Projekts der sogenannten Small Modular Reactors, die erwartete Entwicklung sowie die Möglichkeiten einer Beteiligung tschechischer Unternehmen an den Projekten von Rolls-Royce SMR diskutierten Ende Juni mehr als sechzig Vertreter tschechischer Unternehmen gemeinsam mit Vertretern von Rolls-Royce SMR und ČEZ. An dem Treffen nahm auch der tschechische Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček, teil.
Die Veranstaltung wurde vom Verband der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik und der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik organisiert.

„Kleine modulare Reaktoren werden zunehmend Realität. Dank der Zusammenarbeit mit Rolls-Royce SMR hat die Tschechische Republik die Möglichkeit, zu den Ländern zu gehören, die von Beginn an an ihrer Entwicklung beteiligt sind. Unsere Priorität ist es, dass tschechische Unternehmen zu einem festen Bestandteil der globalen Lieferkette dieser Technologie werden und die Chancen nutzen, die ihre Entwicklung in Europa und weltweit mit sich bringt“, erklärte Vizepremierminister und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček.
Rolls-Royce SMR plant derzeit den Bau von Reaktoren im Vereinigten Königreich, in der Tschechischen Republik und in Schweden. Darüber hinaus beabsichtigt das Unternehmen, sich an weiteren geplanten SMR-Projekten in Europa und den USA zu beteiligen.
Nach Angaben von Josef Kotrba, Geschäftsführer des Verbands der Energiewirtschaft, befindet man sich derzeit in einer strategisch wichtigen Phase des Aufbaus einer langfristigen Lieferkette. Für tschechische Unternehmen eröffne sich damit eine hervorragende Gelegenheit, Teil des Lieferantennetzwerks von Rolls-Royce SMR zu werden.
„Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern bauen wir Lieferketten in den Ländern auf, in denen unsere Projekte realisiert werden. Damit möchten wir sicherstellen, dass sich auch lokale Unternehmen im Vereinigten Königreich, in der Tschechischen Republik und in Schweden an der Entwicklung kleiner modularer Reaktoren beteiligen können“, sagte Rich Everett, Head of Supply Chain bei Rolls-Royce SMR.

An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Mitgliedsunternehmen des Verbands der Energiewirtschaft teil. „Bei vielen von ihnen wissen wir, dass sie sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Gespräche mit Rolls-Royce SMR befinden. Dazu gehören beispielsweise Škoda JS, ÚJV Řež oder Siemens Energy. Auch weitere tschechische Unternehmen verfügen über großes Potenzial, sich an der Lieferkette zu beteiligen“, erläuterte Josef Kotrba.
Über ihre bisherigen Erfahrungen aus den Verhandlungen sowie über die Akkreditierungsverfahren berichteten Petr Altschul, Vertriebsdirektor von Škoda JS, und Martin Ruščák, Generaldirektor von ÚJV Řež. Da die Projekte nach britischem Recht umgesetzt werden, empfahl Petr Altschul, sich intensiv mit den einschlägigen britischen Rechtsvorschriften sowie den auf dem britischen Markt geltenden Standards vertraut zu machen.
Zu den weiteren erfolgreichen tschechischen Unternehmen, die eine Beteiligung an der Lieferkette für Small Modular Reactors anstreben, gehört auch das Unternehmen ZAT aus Příbram. Es bietet umfassende Lösungen für Leittechnik- und Sicherheitssysteme, einschließlich einer eigenen Plattform für sicherheitskritische Anwendungen in der Kernenergie.
Zu den führenden tschechischen Zulieferern für die Kernenergieindustrie zählen außerdem Sigma, Hersteller spezieller Industriepumpen, Wikov, Lieferant von Getrieben für Dampfturbinen, Pumpen und Ventilatoren, sowie CICM, ein Unternehmen, das auf die Lieferung von Kabeln für Kernkraftwerke spezialisiert ist.

Über die einmalige Chance für die tschechische Industrie, sich am RR-SMR-Projekt zu beteiligen, sprach auch Blanka Cupáková, Direktorin des Bereichs SMR Supply Chain bei ČEZ. Ihrer Ansicht nach ist die Möglichkeit, sich bereits während der Entstehung einer neuen Lieferkette für die Kernenergie einzubringen, außerordentlich selten. Die Schritte, die die tschechische Industrie heute unternimmt, seien daher von entscheidender Bedeutung für ihre Beteiligung am Kernenergieprogramm von Rolls-Royce SMR in den kommenden Jahrzehnten.
„In der Tschechischen Republik gibt es Dutzende leistungsfähiger Unternehmen mit umfassendem Know-how im Bereich der Kernenergie. Wir sind überzeugt, dass ein bedeutender Teil der Lieferkette von Rolls-Royce SMR aus starken und zuverlässigen tschechischen Unternehmen bestehen wird“, schloss Josef Kotrba.

Artikel auch online auch : https://www.reportazezprumyslu.cz/ceske ... om-v-praze
/gr/



Tschechien beginnt gemeinsam mit Rolls-Royce die Vorbereitung kleiner modularer Reaktoren in Dětmarovice und Tušimice
14.7.2026 ČTK Seznam Zprávy

Bild: Visualisierung eines modularen Reaktors von Rolls-Royce
Tschechien erweitert seine Pläne für den Bau kleiner modularer Kernreaktoren. Nach Temelín sollen nun auch in Dětmarovice und Tušimice entsprechende SMR-Anlagen entstehen. Den Vertrag mit dem britischen Hersteller Rolls-Royce SMR wird Industrieminister Karel Havlíček bereits in der kommenden Woche unterzeichnen.
Die Tschechische Republik wird in der kommenden Woche mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR einen Vertrag über die Vorbereitung kleiner modularer Reaktoren in Dětmarovice (Region Karviná) und Tušimice (Region Chomutov) abschließen. Damit werden die bereits begonnenen Vorbereitungen für den ersten tschechischen SMR-Standort in Temelín erweitert. Dies erklärte Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) auf einer Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung. Die Regierung hat ihn mit der Unterzeichnung des Vertrags im Vereinigten Königreich beauftragt.

Der Energieversorger ČEZ plant gemeinsam mit Rolls-Royce SMR, an dem das tschechische Unternehmen einen Anteil von rund 20 Prozent hält, in Tschechien kleine modulare Reaktoren mit einer Gesamtleistung von bis zu drei Gigawatt zu errichten. Der erste tschechische Reaktor soll nach Angaben von ČEZ in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre am Standort Temelín gebaut werden. Der erste Reaktor, den beide Unternehmen gemeinsam realisieren, wird jedoch zunächst am Standort Wylfa im Vereinigten Königreich entstehen.
Mit dem nun vorbereiteten Vertrag werden die Planungen auf zwei weitere Standorte ausgeweitet. In Dětmarovice und Tušimice sollen die Reaktoren auf den Geländen ehemaliger Kohlekraftwerke errichtet werden. Bereits im Frühjahr hatten der tschechische Staat und ČEZ mit der britischen Seite eine Vereinbarung über vorbereitende Arbeiten zur Entwicklung kleiner modularer Reaktoren unterzeichnet, die den Beginn der Planungen in Temelín vorsah. Dort soll der neue Reaktorblock in unmittelbarer Nähe des bestehenden Kernkraftwerks entstehen.
Tschechische Unternehmen bereiten sich auf Lieferungen für SMR-Projekte vor….
Nach Angaben von Minister Havlíček bestätigt die Unterzeichnung weiterer Verträge die Position Tschechiens als eines der aktivsten Länder bei der Entwicklung mittelgroßer und kleiner modularer Reaktoren. Der Staat betrachtet diese Technologie künftig als einen wichtigen Bestandteil des Energiemixes. Sie soll dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und gleichzeitig ein hohes Maß an Energieversorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.
Ende Juni veranstalteten die Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik und der Verband der Energiewirtschaft ein Treffen zwischen Vertretern von Rolls-Royce SMR und potenziellen tschechischen Zulieferern. Das britische Unternehmen stellte dabei den Zeitplan des Gesamtprojekts sowie die Voraussetzungen für eine mögliche Zusammenarbeit vor. Havlíček erklärte anschließend, dass sich Dutzende bis Hunderte tschechische Unternehmen an der Entwicklung und dem Bau modularer Reaktoren beteiligen könnten. Damit hätten sie die Möglichkeit, an zahlreichen Projekten in ganz Europa mitzuwirken.
Kleine modulare Reaktoren können serienmäßig in Fabriken gefertigt und anschließend als einzelne Module an einem Standort schrittweise installiert werden. Nach Einschätzung von Experten unterscheiden sie sich von großen Kernkraftwerksblöcken vor allem durch ihre geringere Leistung sowie durch kürzere und einfachere Bauzeiten. Der spätere Betrieb dürfte dagegen weitgehend mit dem konventioneller Kernkraftwerke vergleichbar sein.
„Wir haben nicht mehr viel Zeit. Die Unternehmen müssen sich bereits jetzt vorbereiten, da die entscheidende Phase der Diskussionen begonnen hat“, sagte Havlíček bereits zuvor gegenüber Seznam Zprávy. Nach Einschätzung von ČEZ werden insbesondere die Jahre 2026, 2027 und 2028 für tschechische Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein. Für einige Komponenten der kleinen modularen Reaktoren wird das technische Design derzeit noch fertiggestellt, weshalb entsprechende Ausschreibungen erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... ich-310887
/gr/



Die in den Bau von Windkraftanlagen investierte Energie kommt nie zurück, behaupten Kritiker. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.
14. Juli 2026 HN Seite 9
Autor: Viktor Votruba

Der Widerstand gegen Windkraftanlagen, der in Tschechien insbesondere im Zusammenhang mit der Ausweisung sogenannter Beschleunigungsgebiete für ihren einfacheren Ausbau zugenommen hat, ist von zahlreichen Mythen, Falschinformationen und Halbwahrheiten geprägt. Eine der am häufigsten wiederholten Behauptungen lautet, dass sich die für den Bau einer Windkraftanlage aufgewendete Energie niemals amortisiere.
Für Laien klingt dies durchaus plausibel – vor allem angesichts der gewaltigen Mengen an Stahlbeton in den Fundamenten und Stahl in den Türmen moderner Windkraftanlagen.
Die Zeitung Hospodářské noviny hat deshalb die verfügbaren Daten zum Bau dieser Energieanlagen ausgewertet und bei Investoren nachgefragt. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache – und sie zeigen überraschend deutlich, wie gut Windkraftanlagen in dieser Hinsicht abschneiden.

Energetische Amortisation dauert nur wenige Monate...
Die energetische Amortisationszeit gibt an, wie lange eine Windkraftanlage betrieben werden muss, um genau jene Energiemenge zu erzeugen, die zuvor für Rohstoffgewinnung, Herstellung sämtlicher Komponenten, Transport, Errichtung sowie den späteren Rückbau der Anlage benötigt wurde. Sämtliche dieser Aufwendungen werden heute systematisch erfasst und berechnet.
Hinzu kommt, dass ein großer Teil der verwendeten Materialien nach Ablauf der Lebensdauer wiederverwertet werden kann. Während dies früher problematisch war, entwickeln sich die Möglichkeiten zur Wiederverwertung selbst komplexer Verbundwerkstoffe kontinuierlich weiter.
Nach Angaben von Martin Schreier, Sprecher der ČEZ-Gruppe, beträgt die energetische Amortisationszeit einer Windkraftanlage unter tschechischen Bedingungen rund sechs Monate.
„Dies hängt vom jeweiligen Anlagentyp sowie vom Windpotenzial des Standorts ab“, erläuterte Schreier.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch das Unternehmen NOHO, das ebenfalls Windenergieprojekte in Tschechien entwickelt. Nach Angaben des Gründers und Geschäftsführers Ondřej Ludvík liegt die energetische Amortisationszeit zwischen sechs und acht Monaten.
„Danach erzeugen die Anlagen noch etwa 35 Jahre lang einen sauberen Energieüberschuss“, so Ludvík.

Bis zu 50-mal mehr Energie als für den Bau erforderlich….
Mit anderen Worten: Bereits nach wenigen Monaten Betriebszeit produziert eine Windkraftanlage Energie ohne den „energetischen Schuldenberg“, der bei ihrer Herstellung entstanden ist.
Über ihre gesamte Lebensdauer erzeugt sie ein Vielfaches der Energiemenge, die für ihre Herstellung benötigt wurde. Nach Angaben von ČEZ liegt dieser Faktor bei bis zu 50. NOHO spricht von einem Verhältnis zwischen dem 21- und 41-Fachen. Beide Unternehmen stützen sich dabei auch auf Daten der Turbinenhersteller selbst.
So veröffentlicht beispielsweise der dänische Hersteller Vestas entsprechende Kennzahlen für sämtliche Turbinenmodelle auf seiner Website. Dazu gehört unter anderem das Modell Vestas V150, das auch für den tschechischen Markt als geeignete Technologie gilt. Die Anlage verfügt über eine Leistung von vier Megawatt und erreicht – je nach Ausführung – eine Gesamthöhe von 180 bis 241 Metern.

Hoher Materialeinsatz – dennoch schnelle Amortisation….
Der Bau einer Windkraftanlage erfordert erhebliche Materialmengen. Nach Angaben von ČEZ werden für eine in Tschechien übliche Vier-Megawatt-Anlage rund 400 Tonnen Stahl sowie mehrere hundert Kubikmeter Stahlbeton für das Fundament benötigt.
NOHO beziffert den Materialbedarf eines Fundaments auf etwa 460 bis 660 Kubikmeter Beton sowie 70 bis 120 Tonnen Bewehrungsstahl. Allein der Stahlturm wiegt rund 280 Tonnen.
Nach Ansicht von Ondřej Ludvík hat sich die öffentliche Debatte über Windkraftanlagen im vergangenen Jahr zunehmend emotionalisiert und politisiert. Für Investoren seien Gespräche mit Gemeinden und deren Einwohnern dadurch deutlich schwieriger geworden.
„Früher wurden die Gespräche sachlich geführt. Heute stoßen wir auf Emotionen und Ängste, die durch Desinformation geschürt werden. Die Menschen sorgen sich um gesundheitliche Auswirkungen oder um angeblich krebserregende Stoffe. Tatsächlich ist beispielsweise die Freisetzung von Bisphenol A aus einer Windkraftanlage mit den Emissionen vergleichbar, die beim Betrieb eines einzigen Pkw entstehen“, erklärte Ludvík.

Beschleunigungsgebiete werden nicht immer begrüßt….
Was die sogenannten Beschleunigungsgebiete für den Ausbau der Windenergie betrifft, begrüßen Investoren es nach Aussage von Ondřej Ludvík sogar häufig, wenn ihre Projekte außerhalb dieser Zonen liegen.
„Die meisten unserer Standorte befinden sich außerhalb dieser Gebiete – und ehrlich gesagt sind wir darüber froh. Der Prozess ihrer Ausweisung war nicht besonders gelungen, und viele dieser Gebiete erscheinen wenig sinnvoll“, erklärte Ludvík.

Auch die CO₂-Amortisation ist sehr kurz….
Neben der energetischen Amortisation wird auch die sogenannte CO₂-Amortisationszeit (Carbon Payback) genau untersucht.
Vor allem die Herstellung von Stahl und Beton verursacht erhebliche CO₂-Emissionen. Dennoch beträgt die CO₂-Amortisationszeit einer Windkraftanlage unter tschechischen Bedingungen lediglich fünf bis sechs Monate. Danach leistet die Anlage gegenüber fossilen Energiequellen einen klaren Beitrag zur Emissionsminderung.

Wirtschaftliche Amortisation: etwa 15 bis 20 Jahre
Während sich die energetische Amortisation in Monaten messen lässt, dauert die wirtschaftliche Amortisation eines Projekts deutlich länger.
Nach Angaben von ČEZ liegen die Investitionskosten bei rund 40 bis 45 Millionen Kronen je installiertem Megawatt. Für eine Windkraftanlage mit einer Leistung von vier Megawatt können sich die Gesamtkosten somit auf bis zu 180 Millionen Kronen belaufen.
„Unter Berücksichtigung dieser Projektparameter liegt die wirtschaftliche Amortisationszeit bei etwa zehn Jahren“, erklärte Martin Schreier.
Auch NOHO nennt vergleichbare Investitionskosten. Nach Angaben von Ondřej Ludvík bewegen sie sich – abhängig von Standortbedingungen und eingesetzter Technologie – zwischen 40 und 50 Millionen Kronen pro Megawatt.
Allerdings sei der Begriff der „Amortisation“ im Bereich großer Energieprojekte nur bedingt aussagekräftig. Solche Projekte würden in der Regel über Bankdarlehen mit Laufzeiten von 15 bis 20 Jahren finanziert. Banken verlangten ausreichende finanzielle Reserven, um mögliche Produktionsausfälle oder unerwartete Reparaturen abdecken zu können.
„Im idealisierten Szenario kann man von sieben bis zehn Jahren sprechen. In der Realität nutzen jedoch selbst die größten Unternehmen Finanzierungsmodelle mit Laufzeiten von 15 bis 20 Jahren“, erläuterte Ludvík.

Nach dem Rückbau können die meisten Materialien wiederverwendet werden...
Neben den wirtschaftlichen Aspekten wird häufig auch die Frage diskutiert, was nach dem Ende der Lebensdauer einer Windkraftanlage geschieht.
Der Rückbau und die vollständige Entfernung der Anlage sind gesetzliche Verpflichtungen des Betreibers. Die dafür anfallenden Kosten werden bereits während der Projektlaufzeit in die Wirtschaftlichkeitsberechnungen einbezogen.
„Eine Windkraftanlage, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, wird einschließlich ihres Betonfundaments vollständig zurückgebaut und abtransportiert – und zwar ausschließlich auf Kosten des Betreibers“, versicherte Martin Schreier.
Gleichzeitig entwickeln sich die Recyclingtechnologien rasant weiter. Nach Angaben von ČEZ lassen sich heute bereits bis zu 90 Prozent der eingesetzten Materialien wiederverwerten. Besonders wertvoll sind dabei die Metalle, deren Erlös die Kosten des Rückbaus teilweise sogar übersteigen kann.

Rotorblätter bleiben die größte Herausforderung...
Die größte Herausforderung stellen nach wie vor die Rotorblätter aus Faserverbundwerkstoffen dar. Doch auch hierfür entstehen zunehmend neue Lösungen.
Heute werden ausgediente Rotorblätter häufig zerkleinert und im Bauwesen weiterverwendet – beispielsweise als Zuschlagstoff für Zement oder andere Baustoffe. Darüber hinaus finden sie Verwendung als Elemente der Stadtmöblierung, für Fußgängerbrücken oder im Hochwasserschutz.
„Wir planen, die Rotorblätter nach ihrer Nutzung als gestalterische und tragende Elemente in unseren Wohnbauprojekten einzusetzen – etwa als Brückendecks oder Spielgeräte auf Kinderspielplätzen“, sagte Ludvík.
NOHO weist darauf hin, dass innerhalb der Europäischen Union bereits mehrere Recyclingverfahren kommerziell verfügbar sind. Dazu gehören mechanisches Recycling, Pyrolyse sowie die Verwertung der Verbundwerkstoffe in der Zementindustrie.
Parallel dazu entwickeln die Turbinenhersteller neue Rotorblätter auf Basis lösbarer Harzsysteme, die künftig ein vollständiges werkstoffliches Recycling ermöglichen sollen.

Ein Gegengewicht zu Desinformation schaffen….
Lange Zeit wollten sich Investoren und große Energieunternehmen wie ČEZ nicht aktiv mit Falschinformationen auseinandersetzen. Sie befürchteten, dadurch der Debatte nur zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.
„Doch das Ausmaß der Desinformation ist inzwischen nicht mehr hinnehmbar. Deshalb planen wir im Rahmen der Tschechischen Gesellschaft für Windenergie eine landesweite Informationskampagne. Es ist notwendig, den Unsinn, der im öffentlichen Raum verbreitet wird, mit Fakten zu begegnen“, erklärte Ludvík.
Auch die Initiative „Nová energie Česka“ (Neue Energie für Tschechien) reagiert auf die wachsende Zahl von Mythen rund um erneuerbare Energien. Sie wurde Anfang Juni vom Verband für moderne Energiewirtschaft vorgestellt.
Das Ziel der Initiative ist es unter anderem, jener Mehrheit der Bevölkerung eine Stimme zu geben, die den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt, bislang jedoch in der öffentlichen Debatte kaum wahrgenommen wurde.
Soziologischen Studien zufolge wünschen sich drei Viertel der Bevölkerung einen Energiemix aus erneuerbaren Energien und Kernenergie. Überzeugte Gegner von Windkraftanlagen machen dagegen lediglich 13 Prozent der Bevölkerung aus – treten jedoch in der öffentlichen Diskussion besonders lautstark auf.

Quelle: https://byznys.hn.cz/c1-67903450-energi ... ane-rychle
/Leicht gekürzt/
/gr/


Finnische Aufsichtsbehörde veröffentlicht vorläufige Bewertung des modularen Heizreaktors LDR-50
Autor: Jiří Puchnar
13. Juli 2026, oenergetice.cz

Die finnische Atomaufsichtsbehörde STUK hat die Ergebnisse einer gemeinsamen vorläufigen Bewertung des Konzepts des kleinen modularen Reaktors LDR-50 des Unternehmens Steady Energy veröffentlicht. An der Bewertung war auch die tschechische Staatliche Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB) beteiligt. Die Aufsichtsbehörden stellten keine grundlegenden sicherheitstechnischen Hindernisse für die weitere Entwicklung des Reaktorkonzepts fest. Dabei handelt es sich jedoch ausdrücklich nicht um eine Genehmigungs- oder Lizenzentscheidung.

An der freiwilligen Bewertung beteiligten sich neben der finnischen STUK auch die Aufsichtsbehörden aus Schweden, Polen, der Tschechischen Republik und der Ukraine. Jede Behörde prüfte das LDR-50-Konzept auf Grundlage ihrer jeweiligen nationalen Vorschriften und Anforderungen. Die tschechische Seite wurde durch die Staatliche Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB) vertreten, die dabei fachlich vom Staatlichen Institut für Strahlenschutz unterstützt wurde.
Die gemeinsame Bewertung, die als Joint Early Review bezeichnet wird, dient in erster Linie dem Erfahrungsaustausch zwischen den Regulierungsbehörden sowie der ersten Prüfung, ob ein Reaktorkonzept in seinen grundlegenden Merkmalen mit den Anforderungen der jeweiligen nationalen Regelwerke vereinbar ist. Sie ersetzt weder ein reguläres Genehmigungsverfahren noch greift sie einer späteren Lizenzentscheidung vor.
Der Bericht weist zudem darauf hin, dass sich die Dokumentation des LDR-50 noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet. Für die Einleitung eines formellen Genehmigungsverfahrens muss das Konzept um detaillierte Sicherheitsanalysen, technische Nachweise, Konzepte für die Notfallvorsorge sowie Bewertungen des Gesamtkraftwerks ergänzt werden.

LDR-50 soll Wärme für Fernwärmenetze liefern….
Zu den Stärken des Konzepts zählt der Bericht insbesondere die Anwendung des Prinzips der gestaffelten Sicherheitsvorsorge (Defence in Depth), den Einsatz inhärenter und passiver Sicherheitssysteme sowie den Ansatz, den Bedarf an schnellen Eingriffen des Betriebspersonals bei bestimmten Störfällen zu minimieren.
Weitere Entwicklungsarbeiten werden sich insbesondere auf die detaillierte Ausarbeitung des Sicherheitskonzepts, die Auslegung von Mehrblockanlagen, gemeinsame Systeme sowie die Zuverlässigkeit ausgewählter Sicherheitsfunktionen konzentrieren müssen.
Der LDR-50 ist ein kleiner modularer Reaktor zur Erzeugung von Wärme, nicht von elektrischem Strom. Nach Angaben von Steady Energy verfügt ein Modul über eine thermische Leistung von 50 Megawatt. Das System ist in erster Linie für Fernwärmenetze vorgesehen, kann jedoch auch für industrielle Niedertemperaturprozesse eingesetzt werden.
Nach Angaben des Unternehmens soll der Reaktor bei niedrigeren Temperaturen und Drücken arbeiten als herkömmliche Leistungsreaktoren.

Nichtnukleare Pilotanlage entsteht in Helsinki….
Steady Energy hat in Helsinki mit dem Bau einer nichtnuklearen Pilotanlage auf dem Gelände des stillgelegten Kohlekraftwerks Salmisaari B begonnen.
Die Anlage wird einen voll funktionsfähigen Prototyp des Reaktormoduls LDR-50 darstellen, jedoch ohne Kernbrennstoff betrieben werden. Die für die Tests erforderliche Wärme wird durch elektrische Heizwiderstände erzeugt, welche das Betriebsverhalten des späteren Reaktors simulieren sollen.
Der Prototyp soll die Funktionsfähigkeit der entwickelten Systeme nachweisen und die Vorbereitung der Technologie auf die nächste Projekt- und Genehmigungsphase unterstützen.
Steady Energy plant, die späteren kommerziellen Anlagen in unterirdischen Bauwerken in unmittelbarer Nähe bestehender Fernwärmenetze zu errichten. Dadurch unterscheidet sich der LDR-50 deutlich sowohl von klassischen Kernkraftwerken als auch von den meisten derzeit entwickelten SMR-Kraftwerkskonzepten.

Auch die tschechische Atomaufsicht war beteiligt
Die Beteiligung der SÚJB an der Bewertung des LDR-50 ist Teil einer umfassenderen europäischen Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden beim Umgang mit neuen Reaktortechnologien.
Die tschechische Behörde hatte bereits zuvor erklärt, dass das Ziel dieser Zusammenarbeit im Erfahrungsaustausch, im Vergleich regulatorischer Ansätze sowie im Austausch wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse zwischen den Aufsichtsbehörden und ihren technischen Unterstützungsorganisationen besteht.
Damit reicht die Bedeutung der Bewertung weit über das finnische Projekt hinaus. Für die beteiligten Behörden stellt sie zugleich eine praktische Erfahrung dar, wie die vorläufigen Bewertungen einer Aufsichtsbehörde als unterstützende Grundlage in anderen Ländern genutzt werden können, ohne die Unabhängigkeit der jeweiligen nationalen Genehmigungsverfahren einzuschränken.
Der STUK-Bericht betont zugleich, dass eine solche Zusammenarbeit klar strukturierte Unterlagen, nachvollziehbare Schlussfolgerungen sowie eine sorgfältige Vorbereitung voraussetzt.
Für Steady Energy stellt das Ergebnis einen wichtigen Meilenstein bei der Weiterentwicklung der Technologie dar. Die Genehmigung eines konkreten Reaktors wird jedoch erst auf Grundlage eines umfassenden Sicherheitsnachweises, des ausgewählten Standorts sowie der Entscheidung der jeweils zuständigen nationalen Aufsichtsbehörde erfolgen.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... oru-ldr-50
/gr/


Kleine modulare Reaktoren in Polen: OSGE beantragt staatliche Förderung und plant den ersten Reaktorblock für 2032
Autorin: Veronika Jurcová
12. Juli 2026 | oEnergetice.cz

Das polnische Unternehmen Orlen Synthos Green Energy (OSGE) hat die Regierung um die Einführung eines Fördermechanismus für den Bau von 14 kleinen modularen Reaktoren (SMR) des Typs BWRX-300 ersucht. Sollte die Europäische Kommission das vorgeschlagene Fördermodell genehmigen, wäre dies der erste Einsatz eines Contract-for-Difference-Mechanismus (CfD) für kleine modulare Reaktoren in der Europäischen Union. Nach den Plänen von OSGE soll der erste Reaktorblock im Jahr 2032 in Betrieb gehen.

Polen treibt den Ausbau der Kernenergie auf zwei Ebenen voran
Polen verfolgt seine Kernenergiepläne derzeit auf zwei parallelen Wegen. Neben den Vorbereitungen für das erste große Kernkraftwerk am Standort Lubiatowo-Kopalino erreicht nun auch das Programm für kleine modulare Reaktoren (SMR) die nächste Entwicklungsphase.
Das Unternehmen Orlen Synthos Green Energy (OSGE) hat beim polnischen Energieminister die Einleitung eines Verfahrens beantragt, das zur Einführung eines Fördermodells für den Bau einer Flotte von GE Vernova Hitachi BWRX-300-Reaktoren führen soll.
Der Antrag umfasst 14 Reaktoren an drei Standorten – Włocławek, Stawy Monowskie bei Oświęcim (Auschwitz) und Stalowa Wola. Dabei handelt es sich um die erste Phase eines umfassenderen Programms von OSGE, das den Bau von insgesamt bis zu 26 BWRX-300-Reaktorblöcken vorsieht. Sollten diese Pläne umgesetzt werden, könnte Polen zu den ersten europäischen Ländern mit einer größeren Flotte kleiner modularer Reaktoren gehören.
Für alle drei Standorte hat OSGE bereits die grundlegenden Genehmigungen der polnischen Regierung erhalten und arbeitet nun an den weiteren Genehmigungsverfahren, darunter Umweltverträglichkeitsprüfungen und der Anschluss an das Stromnetz.
„Differenzverträge für 14 Reaktorblöcke ermöglichen uns den Aufbau einer BWRX-300-Flotte in Polen. Durch Skaleneffekte, Standardisierung und Modularisierung werden wir die spezifischen Kosten senken und damit ein wirtschaftlich attraktives Stromerzeugungsmodell sowohl für private als auch für industrielle Kunden schaffen. Gleichzeitig wird die Genehmigung der Differenzverträge ein wichtiger Schritt zum Aufbau einer leistungsfähigen SMR-Lieferkette in Polen sein“, erklärte OSGE-Geschäftsführer Rafał Kasprów.

Der Staat will Investoren Planungssicherheit bieten….
Ein zentrales Element des Projekts ist der Contract-for-Difference-Mechanismus (CfD). Dabei handelt es sich um ein Instrument staatlicher Förderung, das Investoren vorhersehbare Einnahmen aus der Stromerzeugung garantiert.
Staat und Stromerzeuger vereinbaren im Voraus einen Referenzpreis für den erzeugten Strom. Liegt der Marktpreis darunter, gleicht der Staat die Differenz aus. Übersteigt der Marktpreis den vereinbarten Referenzwert, zahlt der Betreiber die Differenz an den Staat zurück. Dieses Modell reduziert das Investitionsrisiko und erleichtert die Finanzierung kapitalintensiver Projekte wie Kernkraftwerke.
Genau dieses Fördermodell wurde Ende vergangenen Jahres von der Europäischen Kommission bereits für das erste polnische Großkernkraftwerk in Lubiatowo-Kopalino genehmigt, wo drei Westinghouse AP1000-Reaktoren errichtet werden sollen. OSGE strebt nun ein vergleichbares Fördermodell für sein SMR-Programm an.
Auf Grundlage des Antrags wird die polnische Regierung nun die Unterlagen für das Notifizierungsverfahren bei der Europäischen Kommission vorbereiten. OSGE geht davon aus, dass das Genehmigungsverfahren ähnlich verlaufen könnte wie beim polnischen Großkernkraftwerksprojekt.
Die polnische Regierung hat zudem deutlich gemacht, dass sie den CfD-Mechanismus als das wichtigste Förderinstrument für künftige SMR-Projekte betrachtet. Der Regierungsbeauftragte für strategische Energieinfrastruktur, Wojciech Wrochna, erklärte im Juni, dass die Entwicklung eines Fördermodells für kleine Kernreaktoren Bestandteil des polnischen Nationalen Energie- und Klimaplans sei.

Erster Reaktorblock soll im Jahre 2032 in Betrieb gehen...
Nach den Plänen von OSGE soll der erste BWRX-300-Reaktor im Jahr 2032 am Standort Włocławek den Betrieb aufnehmen.
Der BWRX-300 ist ein kleiner modularer Siedewasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von rund 300 Megawatt, der von GE Vernova Hitachi Nuclear Energy entwickelt wird. Das Referenzprojekt dieser Technologie entsteht derzeit im kanadischen Darlington.
OSGE arbeitete nahezu ein Jahr lang gemeinsam mit internationalen Beratern an der Ausarbeitung des Förderantrags. An der Erstellung der Unterlagen waren unter anderem KPMG aus dem Vereinigten Königreich und der Tschechischen Republik sowie das schwedische Beratungsunternehmen ETARA beteiligt.
Für Polen stellen kleine modulare Reaktoren eine Ergänzung zum Ausbau großer Kernkraftwerke dar, nicht jedoch deren Ersatz. Während die großen Reaktorblöcke die landesweite Stromversorgung sicherstellen sollen, sind SMR vor allem für industrielle Anwendungen, Fernwärmesysteme und die regionale Energieversorgung vorgesehen.

Tschechien sucht noch nach einem Fördermodell
Die Tschechische Republik arbeitet derweil weiter an ihrem eigenen Programm für kleine modulare Reaktoren.
Der Energieversorger ČEZ hat in diesem Jahr mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR eine Vereinbarung unterzeichnet, die die nächste Projektphase einleitet. Diese umfasst die Vorbereitung der Unterlagen für das Genehmigungsverfahren sowie die Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfung.
Neben den technischen und lizenzrechtlichen Vorbereitungen wollen beide Partner gemeinsam auch das Investitionsmodell sowie mögliche Finanzierungsquellen für das Projekt ausarbeiten.
Im Unterschied zu Polen hat die Tschechische Republik bislang jedoch noch kein konkretes staatliches Fördermodell nach dem Vorbild des Contract-for-Difference-Mechanismus (CfD) vorgestellt. Gerade die Finanzierung zählt zu den zentralen Themen der weiteren Projektentwicklung.
ČEZ und die tschechische Regierung kündigten im April die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe an, die sich neben regulatorischen Fragen insbesondere mit dem Investitionsmodell, möglichen Finanzierungsquellen sowie einer möglichen Notifizierung staatlicher Beihilfen bei der Europäischen Kommission befassen soll.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -roce-2032
/gr/



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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 15.Juli 2026:

Inhalt:
Das Kernkraftwerk Temelín kann bis in die achtziger Jahre in Betrieb bleiben.
Temelín ist in guter Verfassung und bleibt bis in die 2080er Jahre in Betrieb.
Temelín-Blöcke können 20 Jahre länger in Betrieb bleiben.
Widerstand gegen den Bau eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle im Bezirk Klatovy.
Presseunterrichtung über den Langzeitsbetrieb des Atomkraftwerkes Temelin:
Reden von: Karel Havlicek, Industrieminister, Daniel Benes, CEZ-Generaldirektor, Stepan Kochanek, SUJB-Vrsitzender, Martin Kuba - Südböhmischer Kreishauptmann

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Das Kernkraftwerk Temelín kann bis in die achtziger Jahre in Betrieb bleiben
14.7.2026
ČT24


Beide Blöcke des Kernkraftwerks Temelín können bis zu achtzig Jahre nach ihrer Inbetriebnahme Strom erzeugen. Dies erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO). Sie könnten somit bis zu den Jahren 2080 und 2082 in Betrieb sein, also zwanzig Jahre länger als bisher angegeben. Die Verlängerung der Betriebszeit auf achtzig Jahre hatte der Minister bereits im April in Dukovany angekündigt. Bei beiden Kraftwerken wird der längere Betrieb weitere hohe Investitionen in die Modernisierung erfordern, pro Kraftwerk fünf bis sechs Milliarden Kronen jährlich.

Der Plan, Dukovany und Temelín achtzig Jahre lang zu betreiben, basiert auf wirtschaftlichen und technischen Analysen der Gesellschaft ČEZ, an denen sie mehrere Jahre gearbeitet hat. „Das Kernkraftwerk Temelín beweist langfristig Spitzenwerte bei Sicherheit und Zuverlässigkeit“, sagte der Vorstandsvorsitzende der ČEZ-Gruppe, Daniel Beneš, und fügte hinzu, dass dies die Grundlage für die Überlegungen zur Verlängerung der Lebensdauer der Temelín-Blöcke war.

„Diesen Trend (der Lebensdauerverlängerung) sehen wir letztendlich auch in anderen Ländern“, ergänzte der Vorsitzende des Staatlichen Amtes für Atomsicherheit, Štěpán Kochánek, und verwies darauf, dass dies beispielsweise auf die USA oder Frankreich zutrifft.
„Unser Hauptziel ist es tatsächlich sicherzustellen, dass das Kraftwerk sicher betrieben wird und der Betrieb niemanden gefährdet“, erklärte Kochánek. Die Lebensdauer von Kernkraftwerken ist in Tschechien nicht durch eine feste zeitliche Grenze festgelegt. Das entscheidende Kriterium ist der technische Zustand der wesentlichen Anlagen des Kraftwerks.

„Das ist zweifellos auch eine gute Nachricht für die tschechische Industrie, denn die Verlängerung bedeutet zugleich weitere Investitionen, die sich auf einem Niveau von etwa fünf bis sechs Milliarden Kronen jährlich bewegen werden. Ich spreche hier nur von Temelín, was eine große Chance für tschechische Ingenieure, tschechische Zulieferer und tschechische Hersteller bedeutet, die heute weltweit wirklich in der ersten Liga spielen – einschließlich der Tatsache, dass wir uns heute bereits auf kleine modulare Reaktoren vorbereiten, wo wir die tschechische Industrie ebenfalls einbinden“, sagte Havlíček.

Der Minister fügte hinzu, dass die Verlängerung um weitere zwanzig Jahre auch hochinnovative, positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Gesellschaft ČEZ haben wird.

Der Vorstandsvorsitzende der ČEZ-Gruppe, Beneš, erinnerte zudem daran, dass bei der Inbetriebnahme der Blöcke in den Jahren 2000 und 2002 von einem Betrieb für sechzig Jahre ausgegangen wurde.
„Unsere eigenen Analysen zeigen, dass wir auf achtzig Jahre gehen können. Und das sowohl unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit als auch der Lebensdauer einzelner Komponenten sowie aus wirtschaftlicher Sicht. Das Projekt zur Lebensdauerverlängerung haben wir mehrere Jahre lang vorbereitet. Wir haben eine ganze Reihe von Analysen durchgeführt. Diese Analysen waren sehr gründlich. Dutzende von Experten haben daran gearbeitet. Wie Sie sicherlich wissen, haben wir hier in Temelín erstklassige Kernenergie-Experten und Profis“, sagte Beneš.

In einem Interview für das Tschechische Fernsehen (ČT) im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau von Temelín erklärte er, dass im Kraftwerk noch Platz für zwei große Blöcke und einen kleinen modularen Reaktor sei.

„Ich denke, es wird notwendig sein, noch während dieser Regierung darüber zu entscheiden, wie wir mit dem Bau in Temelín vorankommen. Derzeit hat die Gesellschaft Dukovany II eine Option auf zwei weitere Blöcke, und es gibt eine bestimmte Frist, bis zu der die Preise gelten. Und ich denke, innerhalb dieser Fristen wird die Regierung eine Entscheidung treffen“, sagte Beneš gegenüber ČT.

Die elektrische Leistung der Temelín-Blöcke wurde von ČEZ während des Betriebs durch umfangreiche Modernisierungen von ursprünglich 1962 MW auf 2172 MW erhöht.

Die erforderlichen Modernisierungen für den achtzigjährigen Betrieb in Temelín umfassen beispielsweise den geplanten Austausch von Generatoren, die Erneuerung ausgewählter Rohrleitungssysteme, Armaturen und elektrischer Elemente sowie den Austausch von Teilen der Steuerungs- und Sicherheitssysteme.

ČEZ investiert jährlich Milliarden Kronen in die Modernisierung der Kernkraftwerke. Die diesjährigen Investitionen im Kernkraftwerk Temelín werden 3,8 Milliarden Kronen erreichen, was siebenhundert Millionen mehr als im Vorjahr ist. In diesem Jahr schließt das Kraftwerk den Übergang zu einem längeren Brennstoffzyklus ab, setzt die Modernisierung des Steuerungssystems fort und baut den Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie modernen Kontrollmethoden weiter aus.

Quelle: https://ct24.ceskatelevize.cz/clanek/ek ... lin-375551
/gr/




Temelín ist in guter Verfassung und bleibt bis in die 2080er Jahre in Betrieb
15.07.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES – Rubrik: Südböhmen – Seite 7

Die beiden Blöcke des Kernkraftwerks Temelín werden Strom bis in die Jahre 2080 beziehungsweise 2082 erzeugen. Ursprünglich war vorgesehen, ihren Betrieb bereits 20 Jahre früher zu beenden.

TEMELÍN – Die mächtigen Kühltürme des Kernkraftwerks Temelín, aus denen Wasserdampf in den Himmel aufsteigt, gehören längst zum vertrauten Bild der südböhmischen Landschaft. Ursprünglich war geplant, das Kraftwerk bis in die 2060er Jahre zu betreiben. Gestern kündigte jedoch der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) an, die Betriebsdauer um weitere 20 Jahre zu verlängern.
„Das zeigt eindeutig, dass die Kernenergie eine große Zukunft hat, dass sie eine stabile Energiequelle ist, auf die die Tschechische Republik kaum verzichten könnte“, erklärte er. Er erinnerte außerdem daran, dass er vor einigen Jahren auf Unverständnis gestoßen sei, als er die Europäische Kommission davon zu überzeugen versuchte, in neue Kernkraftwerksblöcke zu investieren. Zugleich würdigte er, dass verschiedene tschechische Regierungen in dieser Frage stets denselben Kurs verfolgt hätten.


Die beiden Blöcke von Temelín wurden in den Jahren 2000 und 2002 in Betrieb genommen. Der Generaldirektor des Energieunternehmens ČEZ, Daniel Beneš, erklärte, langjährige und sehr detaillierte Analysen hätten gezeigt, dass sie sicher und wirtschaftlich bis zum Jahr 2080 beziehungsweise 2082 betrieben werden könnten.
Nach Ansicht von Beneš ist dies auch eine gute Nachricht für künftige Generationen. „Es handelt sich um eine bedeutende wirtschaftliche Entscheidung, die Einfluss auf das staatliche Energiekonzept und auf den Bedarf an neuen Kraftwerksblöcken hat. Zwei große Blöcke mit einer Leistung von über 2.000 MW werden zwanzig Jahre länger betrieben. Man kann sich vorstellen, dass dies einen erheblichen Anteil am tschechischen Energiemix ausmacht“, sagte er.
Auch Havlíček betonte die Bedeutung der Entscheidung für die Tschechische Republik. Sie gewährleiste eine stabile Stromquelle, die den Ausbau weniger stabiler Energiequellen ausgleiche und dazu beitrage, das Übertragungs- und Verteilnetz im Gleichgewicht zu halten. Zudem werde das Land dadurch über ausreichend elektrische Energie verfügen.
Auch für die tschechische Industrie sei dies eine gute Nachricht. „Die Verlängerung bedeutet zusätzliche Investitionen in Höhe von etwa fünf bis sechs Milliarden Kronen pro Jahr – und ich spreche hier nur von Temelín. Das eröffnet große Chancen für tschechische Ingenieure, Zulieferer und Hersteller, die heute weltweit zur Spitzenklasse gehören. Außerdem bereiten wir uns bereits auf kleine modulare Reaktoren vor und binden auch dabei die tschechische Industrie ein“, fügte er hinzu.

Zu den kleinen modularen Reaktoren äußerte sich auch Beneš. Der erste in Tschechien könnte in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre gerade in Temelín entstehen. „Der genaue Termin wird derzeit abgestimmt. Wir würden es begrüßen, wenn der erste Block in Wales in Betrieb genommen würde und der zweite unmittelbar danach in Temelín“, erklärte er.
Der Vorsitzende der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB), Štěpán Kochánek, bezeichnete den sicherheitstechnischen Zustand des Kernkraftwerks Temelín als ausgezeichnet. Seiner Ansicht nach zählt die Anlage sowohl hinsichtlich ihres Betriebs als auch ihres technischen Niveaus weltweit zur Spitzengruppe. Die Behörde überprüfe kontinuierlich die Sicherheit des Kraftwerks und habe keinerlei Hinweise auf das Gegenteil gefunden.
Kochánek könne sich daher gut vorstellen, dass das Kraftwerk bei weiterhin gutem Zustand tatsächlich bis in die 2080er Jahre betrieben werden könne. „Diesen Trend beobachten wir auch in anderen Ländern. In den USA ist das bereits gängige Praxis, ebenso in Frankreich. Auch unsere britischen Kollegen verfolgen diesen Ansatz. Ähnliche Entwicklungen sehen wir sogar in Ländern, die sich früher eher von der Kernenergie abgewandt hatten, etwa in Spanien“, sagte er.
Auch der südböhmische Kreishauptmann Martin Kuba (Naše Česko) unterstützt die Kernenergie und bezeichnete die Entscheidung als gute Nachricht sowohl für Südböhmen als auch für ganz Tschechien. Seiner Ansicht nach zeige sich, wie wertvoll Energiequellen seien, die unter den hiesigen klimatischen Bedingungen unabhängig vom Wetter über Jahrzehnte hinweg zuverlässig Strom erzeugen könnten.
Er erinnerte daran, dass das Kernkraftwerk zu den größten Arbeitgebern der Region gehört. „Die Menschen in Südböhmen sind daran gewöhnt, dass Temelín hier ist und vielen von ihnen sichere und hochwertige Arbeitsplätze bietet“, sagte Kuba. Das Projekt habe zudem die sozioökografische Struktur der Region und der umliegenden Städte maßgeblich beeinflusst, da zahlreiche Ingenieure in die Region gezogen seien, um im Kraftwerk zu arbeiten.
Havlíček hob außerdem die wirtschaftlichen Auswirkungen der Entscheidung hervor. Die Ergebnisse von ČEZ zeigten, dass die Kernenergie einen wichtigen Bestandteil der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens darstelle. Die Verlängerung der Betriebsdauer um zwanzig Jahre werde sich daher äußerst positiv auf dessen wirtschaftliche Entwicklung auswirken.
Zugleich kritisierte er diejenigen, die behauptet hätten, der Staat würde mit der Übernahme des Erzeugungsbereichs von ČEZ – zu dem auch die Kernkraftwerke gehören – lediglich veraltete Produktionsanlagen erwerben und die profitablen Unternehmensteile außen vor lassen. „Das Gegenteil ist der Fall. Mit der vollständigen Kontrolle über die Stromerzeugung, für die wir bereits erste Schritte unternommen haben, gewinnen wir auch den Teil von ČEZ, der sehr solide Erträge erwirtschaftet. Einen erheblichen Teil dieser Mittel wollen wir jedoch weiterhin in die Entwicklung des Unternehmens investieren“, schloss er.
Jan Jakovljevič, Redakteur der Zeitung MF DNES
/gr/


Temelín-Blöcke können 20 Jahre länger in Betrieb bleiben
15.07.2026, Tageszeitung Českobudějovický deník / Tschechische Nachrichtenagentur (ČTK) – Rubrik: Ereignisse – Seite 4

Temelín – Beide Blöcke des Kernkraftwerks Temelín können bis zu 80 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme Strom erzeugen. Dies gab der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) bekannt. Damit könnten sie bis zum Jahr 2080 beziehungsweise 2082 in Betrieb bleiben – also 20 Jahre länger als bisher angenommen.
Die Verlängerung der Betriebsdauer auf 80 Jahre hatte der Minister bereits im April für das Kernkraftwerk Dukovany angekündigt. Bei beiden Kraftwerken wird der längere Betrieb erhebliche zusätzliche Investitionen in die Modernisierung erfordern – jeweils fünf bis sechs Milliarden Kronen pro Jahr.
Der Plan, Dukovany und Temelín insgesamt 80 Jahre zu betreiben, basiert auf wirtschaftlichen und technischen Analysen des Energieunternehmens ČEZ, an denen mehrere Jahre gearbeitet wurde.
/gr/



Widerstand gegen den Bau eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle im Bezirk Klatovy
13.07.2026, 18:00 – Fernsehen ČT1 – Události v regionech (Nachrichten in Regionen – Nordostböhmen)

-Daniela Tunklová, Moderatorin
Widerstand gegen den Bau eines tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle im Bezirk Klatovy. Am Standort Březový potok protestierten am Samstag Hunderte von Menschen gegen das Vorhaben. Mit einem Protestmarsch setzen sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die Einwohner der Gemeinden im Böhmerwaldvorland seit Langem gegen die Pläne des Staates zur Wehr. Bereits Anfang Juni reichten sie beim Obersten Verwaltungsgericht eine Kassationsbeschwerde ein. Darin fechten sie die Genehmigung für Erkundungsbohrungen an.

-Marcela Durasová, Reporterin des Tschechischen Fernsehens (ČT)
Die Protestveranstaltung am Samstag wurde von der Bürgerinitiative „Atommüll – Nein danke“ sowie von der Gemeinde Maňovice organisiert.
Gegen 15 Uhr versammelten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Nähe des Bahnhofs von Pačejov. Von dort aus machten sie sich zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Motorrad oder dem Auto auf den Weg nach Maňovice, wo in diesem Zelt eine Diskussionsveranstaltung stattfand.
Mehrere Dutzend Menschen nahmen daran teil, vor allem aus den zehn betroffenen Gemeinden sowie aus der Stadt Horažďovice. Zur Unterstützung waren außerdem Bürgerinnen und Bürger aus dem benachbarten Deutschland angereist.
Die Gemeinde Maňovice errichtet derzeit aufgrund austrocknender Trinkwasserbrunnen eine Wasseraufbereitungsanlage, einen Wasserspeicher sowie neue Versorgungsleitungen. Die Investitionen belaufen sich auf mehrere Millionen Kronen. Ursache dafür sind die anhaltende Trockenheit und die alten Brunnen, die lediglich bis zu 20 Meter tief sind. Gerade deshalb bestehen hier große Sorgen, dass Erkundungsbohrungen für das geplante Endlager die Wasserversorgung zusätzlich beeinträchtigen könnten.
Die Gemeinden im Böhmerwald - Standort Březový potok, die seit mittlerweile 23 Jahren Proteste organisieren und eine Beteiligung am Entscheidungsprozess über die Auswahl des endgültigen Standorts fordern, haben außerdem Stellungnahmen zur Aktualisierung des inzwischen zehn Jahre alten Konzepts für die Entsorgung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Kernbrennstoffe eingereicht.
/gr/


Presseunterrichtung úber den Langzeitsbetrieb des Atomkraftwerkes Temelin
14.7.2026 Tschechisches Fernsehem

-Ondřej Topinka, Moderator des Tschechischen Fernsehens (ČT)
Nun schalten wir auf ČT24 zu der Presseunterrichtung über den Langzeitbetrieb des Kernkraftwerks Temelín.

-Sprecher:
Meine Damen und Herren, guten Tag. Ich begrüße Sie herzlich zu dieser Presseunterrichtung zum Thema Langzeitbetrieb des Kernkraftwerks Temelín.
An der heutigen Presseunterrichtung nehmen teil: der Erste Stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček, der Vorsitzende des Vorstands und Generaldirektor der ČEZ-Gruppe, Daniel Beneš, der Vorsitzende des Staatlichen Amts für nukleare Sicherheit (SÚJB), Štěpán Kochánek, sowie der Hauptmann der Südböhmischen Region, Martin Kuba.
Zu Beginn möchte ich den Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten und Minister für Industrie und Handel, Herrn Karel Havlíček, um sein Eingangsstatement bitten.


-Karel Havlíček, Erster Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel:
Einen schönen Tag aus Temelín.
Heute ist ein weiterer bedeutender Moment für die tschechische Energiewirtschaft. Vielleicht erinnern Sie sich: Vor wenigen Wochen haben wir bekannt gegeben, dass die Betriebsdauer der Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany um 20 Jahre verlängert wird. Heute können wir hier in Temelín bekannt geben, dass auch die bestehenden Blöcke des Kernkraftwerks Temelín bis in die 2080er Jahre in Betrieb bleiben werden.
Lassen Sie sich diese Zahl auf der Zunge zergehen: bis in die Achtzigerjahre dieses Jahrhunderts. Das ist eine außerordentliche Nachricht. Sie zeigt eindeutig, dass die Kernenergie eine große Zukunft hat, dass sie eine stabile Energiequelle ist und dass die Tschechische Republik ohne sie nur schwer auskommen könnte.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich vor sechs oder sieben Jahren in der Europäischen Union die damalige Europäische Kommission davon zu überzeugen versuchte, dass wir in neue Kernkraftwerksblöcke investieren würden. Ich erinnere mich auch daran, wie viele darüber gelacht haben, als wir unser neues Kernenergieprogramm vorgestellt haben. Heute sind sich praktisch alle einig, dass die Kernenergie eine Energiequelle der Zukunft ist, und viele räumen inzwischen ein, dass ihre frühere Einschätzung falsch war.
Es ist gut, dass die Tschechische Republik – unabhängig davon, welche Regierung jeweils im Amt war – konsequent an ihrem Kurs festgehalten hat, sowohl beim Ausbau neuer Kernkraftwerksblöcke als auch beim Erhalt der bestehenden Anlagen.
Für unser Land hat diese Entscheidung mehrere wesentliche Bedeutungen.
Erstens stärkt sie unsere Energiesicherheit. Wir verfügen damit langfristig über eine stabile Stromquelle, die den Ausbau weniger stabiler Energiequellen, insbesondere der erneuerbaren Energien, ergänzt und gleichzeitig dazu beiträgt, das Übertragungs- und Verteilnetz im Gleichgewicht zu halten. Das ist von entscheidender Bedeutung. Zugleich können wir feststellen, dass die Tschechische Republik auch künftig über ausreichend elektrische Energie verfügen wird.
Zweitens ist dies eine sehr gute Nachricht für die tschechische Industrie. Die Verlängerung der Betriebsdauer bedeutet zusätzliche Investitionen in Höhe von rund fünf bis sechs Milliarden Kronen jährlich – und ich spreche dabei ausschließlich von Temelín. Das eröffnet große Chancen für tschechische Ingenieure, Zulieferer und Hersteller, die heute international zur Spitzenklasse gehören. Gleichzeitig bereiten wir bereits den Einsatz kleiner modularer Reaktoren vor, und auch dabei binden wir die tschechische Industrie intensiv ein.
Nicht zuletzt wird diese Entscheidung auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen. Wer sich die Geschäftsergebnisse der ČEZ-Gruppe ansieht, erkennt sofort, dass die Kernenergie einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens leistet. Anders gesagt: Sie ist äußerst profitabel. Insbesondere die bereits vollständig abgeschriebenen Kernkraftwerke – also die bestehenden Anlagen in Temelín und Dukovany – erwirtschaften erhebliche Erträge. Eine Verlängerung ihrer Betriebsdauer um weitere zwanzig Jahre wird sich deshalb äußerst positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der ČEZ-Gruppe auswirken.
Damit möchte ich zugleich auf diejenigen antworten, die immer wieder behauptet haben, der Staat würde sich mit der Übernahme des Erzeugungsbereichs von ČEZ lediglich veraltete Kraftwerke „einkaufen“, während die profitablen Geschäftsbereiche anderswo verblieben. Zu diesem Erzeugungsbereich gehören selbstverständlich sowohl die neuen als auch die bestehenden Kernkraftwerke, ebenso kleine modulare Reaktoren, erneuerbare Energien, Gaskraftwerke und die noch verbleibenden Kohlekraftwerke.
Das Gegenteil ist der Fall. Mit der vollständigen Kontrolle über die Stromerzeugung – und wir haben dafür bereits die ersten Schritte eingeleitet – übernehmen wir gerade jenen Teil von ČEZ, der besonders wertvoll ist und erhebliche Erträge erwirtschaftet. Diese Mittel wollen wir jedoch zu einem großen Teil weiterhin für die Entwicklung des Unternehmens einsetzen.
Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die an diesem Projekt mitgewirkt haben. Mein Dank gilt der Unternehmensleitung von ČEZ, der Südböhmischen Region für ihre Unterstützung weiterer Investitionen sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – nicht nur hier in Temelín, sondern im gesamten tschechischen Energiesektor.
Sie alle tragen dazu bei, dass die tschechische Energiewirtschaft zu einem Aushängeschild nicht nur der heimischen Industrie, sondern der gesamten Tschechischen Republik geworden ist.
Vielen Dank.

-Daniel Beneš, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der ČEZ-Gruppe
Guten Tag, meine Damen und Herren.
Herr Vizepremierminister hat die wichtigsten Punkte bereits sehr ausführlich dargestellt. Die Nachricht, die wir Ihnen heute übermitteln, ist eine äußerst positive und zugleich bedeutende Nachricht – sie ist alles andere als alltäglich.
Zu Beginn möchte ich betonen, dass das Kernkraftwerk Temelín seit vielen Jahren ein Höchstmaß an Sicherheit und Zuverlässigkeit unter Beweis stellt. Das ist überhaupt erst die Voraussetzung dafür gewesen, dass wir über eine Verlängerung seiner Betriebsdauer um weitere 20 Jahre nachdenken konnten.
Diejenigen unter Ihnen, die sich noch erinnern – insbesondere die Älteren –, wissen, dass der erste Block im Jahr 2000 und der zweite Block im Jahr 2002 in Betrieb genommen wurde. Damals gingen wir von einer Betriebsdauer von 60 Jahren aus.
Die Analysen, die wir inzwischen durchgeführt haben, zeigen jedoch, dass ein Betrieb über 80 Jahre möglich ist – und zwar sowohl unter Sicherheitsaspekten als auch im Hinblick auf die Lebensdauer der einzelnen Komponenten sowie auf die Wirtschaftlichkeit.
Das Projekt zur Laufzeitverlängerung haben wir mehrere Jahre lang vorbereitet. Dabei wurden zahlreiche und äußerst detaillierte Analysen durchgeführt, an denen Dutzende von Fachleuten beteiligt waren. Wie Sie wissen, verfügen wir hier in Temelín über hervorragende Kernenergieexperten und hochqualifizierte Fachkräfte.
Deshalb sind wir in der Lage, diese Anlage einerseits über den gesamten Zeitraum hinweg auf höchstem Sicherheitsniveau zu betreiben und andererseits verantwortungsvoll eine Verlängerung ihrer Betriebsdauer um weitere zwanzig Jahre zu planen.
An diesem Projekt hat selbstverständlich auch das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB) einen wesentlichen Anteil. Selbstverständlich richten wir uns sowohl nach den Vorgaben des SÚJB als auch nach den neuesten Empfehlungen der World Association of Nuclear Operators (WANO) sowie der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).
Was die Laufzeitverlängerung betrifft, hat Herr Vizepremierminister bereits die Höhe der notwendigen Investitionen erwähnt. Sie belaufen sich auf rund fünf bis sechs Milliarden Kronen pro Jahr.
Bereits seit der Inbetriebnahme des Kraftwerks haben wir zusätzlich 38 Milliarden Kronen in Temelín investiert. Diese Mittel flossen in die Nutzung technischer Projektreserven sowie in umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen. Dadurch konnten wir die Leistung der beiden Blöcke insgesamt um 200 Megawatt steigern – das entspricht in etwa der Leistung eines mittelgroßen neu errichteten Kraftwerks.
Eine weitere wichtige Verbesserung der vergangenen Jahre ist die Verlängerung des Brennstoffzyklus. Wie Ihnen bekannt ist, arbeiteten wir früher mit einem Zwölfmonatszyklus: zehn Monate Stromerzeugung und anschließend zwei Monate Revisionsstillstand.
Heute nutzen wir einen 18-Monats-Zyklus. Das bedeutet sechzehn Monate Stromproduktion und lediglich zwei Monate Stillstand. Auch dies stellt einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Anlage dar.
Zu den wichtigsten Investitionen gehören unter anderem:
• der Austausch beider Turbogeneratoren,
• die Modernisierung der Leittechnik und der Steuerungssysteme, die wir gemeinsam mit dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse durchführen,
• der Bau einer neuen Wartungshalle für Großkomponenten,
• der Austausch der Rohrleitungen der Kühlsysteme,
• sowie zahlreiche weitere Modernisierungsmaßnahmen, die im Laufe der Jahre umgesetzt werden.
Die bereits erwähnte hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit des Kraftwerks wird kontinuierlich überprüft. Darüber hinaus führt das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit alle zehn Jahre eine periodische Sicherheitsbewertung durch.
Deshalb halte ich es für sinnvoll, nun Herrn SUJB-Vorsitzenden Kochánek das Wort zu erteilen.
Vielen Dank.

-Štěpán Kochánek, Vorsitzender des Staatlichen Amts für nukleare Sicherheit (SÚJB)
Guten Tag, meine Damen und Herren.
Vielen Dank für das Wort.
Ich kann die Ausführungen des Generaldirektors uneingeschränkt bestätigen. Das Kernkraftwerk Temelín befindet sich tatsächlich in einem ausgezeichneten sicherheitstechnischen Zustand. Aus Sicht des Staatlichen Amts für nukleare Sicherheit als nuklearer Aufsichtsbehörde, deren oberste Aufgabe der Schutz der nuklearen Sicherheit ist, handelt es sich um eine Anlage, die sowohl hinsichtlich ihrer Betriebsqualität als auch ihres technologischen Niveaus weltweit zur Spitzengruppe gehört.
Wie bereits erwähnt wurde, überprüft das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit (SUJB) kontinuierlich, ob das Kraftwerk sicher betrieben wird. Die Ergebnisse unserer Inspektionen und Bewertungen geben derzeit keinerlei Anlass zu der Annahme, dass dies nicht der Fall wäre.
Sollte dieser hohe Sicherheitsstandard auch künftig aufrechterhalten werden, können wir uns daher sehr gut vorstellen, dass das Kraftwerk insgesamt 80 Jahre betrieben werden kann. Dabei handelt es sich keineswegs um eine tschechische Besonderheit.
Diesen Trend beobachten wir inzwischen auch in zahlreichen anderen Ländern. In den Vereinigten Staaten ist ein solcher Langzeitbetrieb bereits gängige Praxis. Dasselbe gilt für Frankreich. Auch unsere britischen Kollegen verfolgen entsprechende Überlegungen. Vergleichbare Entwicklungen sehen wir darüber hinaus in Staaten, die sich früher eher von der Kernenergie abgewandt hatten, etwa in Spanien.
Unser oberstes Ziel besteht darin, jederzeit einen sicheren Betrieb des Kernkraftwerks zu gewährleisten und sicherzustellen, dass von seinem Betrieb keinerlei Gefährdung für die Bevölkerung oder die Umwelt ausgeht.
Hierfür steht uns eine Vielzahl regulatorischer Instrumente zur Verfügung.
Herr Generaldirektor Beneš hat bereits darauf hingewiesen, dass alle zehn Jahre eine periodische Sicherheitsüberprüfung durchgeführt wird. Formal wird diese Überprüfung von der ČEZ-Gruppe erstellt; das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit überwacht und bewertet den gesamten Prozess.
Der derzeitige Prüfzyklus wird in den Jahren 2028 bis 2030 abgeschlossen.
Darüber hinaus wird das Kernkraftwerk Temelín einer sogenannten besonderen Sicherheitsbewertung unterzogen. Diese erfolgt anlässlich des Zeitpunkts, zu dem die Anlage nach 30 Betriebsjahren die ursprünglich im Projekt vorgesehene Lebensdauer bestimmter Anlagenteile erreicht.
Diese Bewertung bietet uns zugleich die Möglichkeit zu prüfen, ob und in welchem Umfang ein sicherer Betrieb über insgesamt 80 Jahre gewährleistet werden kann. Ziel ist es, das höchstmögliche Sicherheitsniveau dauerhaft sicherzustellen.
Im vergangenen Jahr haben wir außerdem die regulatorischen Anforderungen weiter verschärft. Wir haben eine völlig neue Verpflichtung für Betreiber von Kernkraftwerken eingeführt: Sie müssen künftig systematisch überwachen und nachweisen, dass die Lieferketten für sicherheitsrelevante Komponenten dauerhaft zuverlässig und belastbar sind.
Auch diese Maßnahme soll dazu beitragen, dass das Kraftwerk langfristig sicher betrieben werden kann.
Aus Sicht des Staatlichen Amts für nukleare Sicherheit kann ich daher heute feststellen, dass wir den Zustand des Kraftwerks selbstverständlich weiterhin kontinuierlich überwachen werden. Gegenwärtig sehen wir jedoch keinen Grund, der einem Betrieb über einen derart langen Zeitraum entgegenstehen würde – vorausgesetzt selbstverständlich, dass sämtliche Sicherheitsanforderungen auch künftig uneingeschränkt erfüllt werden.
Vielen Dank.


-Martin Kuba, Hauptmann der Südböhmischen Region
Guten Tag, meine Damen und Herren.
Für uns Südböhmen ist dies ohne Zweifel eine sehr gute Nachricht. Ich bin überzeugt, dass sie ebenso für die gesamte Tschechische Republik von großer Bedeutung ist. Sie zeigt, dass Energiequellen, die unter unseren klimatischen Bedingungen unabhängig davon, ob die Sonne scheint, der Himmel bewölkt ist oder der Wind weht, über Jahrzehnte hinweg zuverlässig Strom erzeugen können, von unschätzbarem Wert sind.
Genau diese Aufgabe erfüllen die Kernkraftwerke Dukovany und Temelín.
Aus Sicht der Südböhmischen Region ist das Kernkraftwerk Temelín zugleich einer der größten Arbeitgeber der Region. Das ist den Menschen hier sehr bewusst. Sie befinden sich heute in einer Region, die – soweit mir bekannt ist – innerhalb der Europäischen Union zu den Regionen mit der größten Zustimmung zur Kernenergie gehört.
Die Menschen in Südböhmen sind mit Temelín aufgewachsen. Für viele von ihnen – tatsächlich für Tausende von Familien – bedeutet das Kraftwerk sichere, langfristige und qualifizierte Arbeitsplätze.
Darüber hinaus hat dieses Projekt die sozioökonomische und demografische Entwicklung der Südböhmischen Region sowie der umliegenden Städte nachhaltig geprägt. Viele Ingenieurinnen und Ingenieure, die zum Bau und später zum Betrieb des Kraftwerks hierhergekommen sind, leben heute dauerhaft in unserer Region und sind zu einem festen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Das ist sichtbar und für Südböhmen ein großer Gewinn.
Gestatten Sie mir noch eine persönliche Bemerkung.
Ich gehöre seit vielen Jahren zu den Befürwortern der Kernenergie – unabhängig davon, welches politische Amt ich jeweils ausgeübt habe. Auch als Herr Minister Havlíček noch meine heutige Funktion innehatte, waren wir uns beide stets darin einig, dass die Kernenergie für ein Land wie die Tschechische Republik eine der tragenden Säulen der Energieversorgung sein muss.
Unser Land verfügt über eine starke industrielle Basis. Unsere Unternehmen benötigen große Mengen an Energie. Gleichzeitig wollen wir, dass diese Energie möglichst im eigenen Land erzeugt wird, nicht übermäßig von klimatischen Schwankungen abhängt und zugleich emissionsarm ist.
Unter diesen Voraussetzungen ist die Kernenergie schlicht die naheliegendste und sinnvollste Wahl.
Ich bin außerdem überzeugt, dass wir Investitionen dieser Größenordnung stets aus volkswirtschaftlicher und strategischer Perspektive betrachten sollten.
Ich sage ganz offen: Ich bin kein großer Anhänger jener Kommissionen, in denen sich Wirtschaftsexperten zusammensetzen und ausschließlich berechnen, ob sich der Bau eines Kernkraftwerks für ein Unternehmen betriebswirtschaftlich lohnt oder nicht. Dann werden Szenarien erstellt – beispielsweise für eine Laufzeit von 50 Jahren – und daraus wird geschlossen, Kernenergie sei zu teuer.
Die Realität zeigt jedoch etwas anderes.
Die Anlagen, die unsere Vorgängergeneration errichtet hat, können heute um weitere zwanzig Jahre länger betrieben werden. Dadurch verändert sich ihre Wirtschaftlichkeit grundlegend. Gleichzeitig bestätigt sich, dass keine noch so ausgefeilte Wirtschaftlichkeitsberechnung sämtliche Faktoren berücksichtigen kann, die sich über einen Zeitraum von 60 oder sogar 80 Jahren entwickeln.
Niemand kann beispielsweise vorhersehen, dass in dieser Zeit zwei oder drei Kriege in unmittelbarer Nachbarschaft stattfinden und plötzlich deutlich wird, wie unverzichtbar eine sichere Energieversorgung aus eigener Produktion ist.
Ich wünsche mir deshalb, dass wir in der Tschechischen Republik gerade diese Investitionen künftig wesentlich stärker unter einem langfristigen strategischen Blickwinkel bewerten.
Es freut mich sehr, dass die heutige Leitung des Ministeriums für Industrie und Handel unter Minister Havlíček genau diesen Weg verfolgt. Das halte ich für den richtigen Ansatz.
Die Verlängerung der Betriebsdauer ist deshalb eine hervorragende Nachricht.
Mein herzlicher Dank gilt der Unternehmensleitung von ČEZ sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kraftwerken, die mit ihrer täglichen Arbeit dafür sorgen, dass diese Anlagen der Tschechischen Republik möglichst lange dienen und saubere sowie bezahlbare Energie erzeugen können.
Wenn die Tschechische Republik auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben will, dann werden leistungsfähige Energiequellen zu den entscheidenden Faktoren gehören. Ehrlich gesagt war das schon immer so.
Jede entwickelte Gesellschaft benötigt für ihren wirtschaftlichen Fortschritt möglichst kostengünstige und heute zugleich möglichst emissionsarme Energie. Nur so lassen sich Wohlstand, industrielle Produktion und wirtschaftliche Zukunft dauerhaft sichern.
Deshalb ist die heutige Entscheidung eine ausgesprochen gute Nachricht. Ich danke allen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben.
Im Namen der Südböhmischen Region sichere ich allen Maßnahmen zur weiteren Entwicklung des Kernkraftwerks Temelín unsere uneingeschränkte Unterstützung zu.
/gr/


--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Atomkraft vom 16.Juli 2026:

Inhalt:
Verfassungsgericht weist Beschwerde eines Unternehmens gegen den Standort des neuen Reaktorblocks in Dukovany zurück.
Das Kernkraftwerk Temelín kann zwanzig Jahre länger Strom erzeugen.
Calla - Vereinigung für die Rettung der Umwelt: Beabsichtigt Tschechien, das europäische Recht bei der Laufzeitverlängerung von Temelín und Dukovany zu umgehen?
Das Kernkraftwerk Temelín kann bis zum Jahr 2082 betrieben werden. Sein hervorragender Zustand ebnet den Weg für eine Laufzeit von 80 Jahren.
BIU / OIŽP: Ein Betrieb des Kernkraftwerks Temelín über 80 Jahre ist ohne eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung nicht akzeptabel.
Das britische Kernkraftwerk Sizewell B wird bis zum Jahr 2055 Strom erzeugen

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Verfassungsgericht weist Beschwerde eines Unternehmens gegen den Standort des neuen Reaktorblocks in Dukovany zurück
15.07.2026 Metro
ČTK

Das Verfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde der Gesellschaft ESHG zurückgewiesen, die den Standort von elf Bauwerken angefochten hatte, aus denen der neue Kernkraftwerksblock in Dukovany (Bezirk Třebíč) bestehen soll. Das Unternehmen besitzt Grundstücke innerhalb des für die Erweiterung des Kernkraftwerks vorgesehenen Areals.
Außerdem beantragte es erfolglos die Aufhebung eines Teils der Novelle des Baugesetzes, durch die die Entscheidungskompetenz faktisch von der Baubehörde in Třebíč auf das Ministerium für Industrie und Handel übertragen wurde. Die Verfassungsrichter stuften die Beschwerde als unbegründet ein, wie die Nachrichtenagentur ČTK dem Beschluss entnahm.
Das in Hradec Králové ansässige Unternehmen argumentierte, dass der beanstandete Teil des Gesetzes zwar allgemein formuliert sei, in der Praxis jedoch nur ein einziges konkretes Projekt betreffe – nämlich Dukovany. Die Allgemeingültigkeit eines Gesetzes gehöre jedoch zu den grundlegenden Verfassungsprinzipien. Rechtsnormen dürften nicht „auf den Leib“ einzelner Personen oder konkreter Situationen zugeschnitten sein.
Nach Auffassung des Verfassungsgerichts wurde jedoch eine allgemeine Regelung geschaffen, die auf Bauvorhaben von landesweiter strategischer Infrastruktur Anwendung findet.
„Im vorliegenden Fall war für die Erfüllung des Erfordernisses der Allgemeinheit einer Rechtsnorm entscheidend, wie diese Norm formuliert war“, heißt es in dem Beschluss. Die Gerichte seien nicht verpflichtet gewesen zu prüfen, auf wie viele konkrete Fälle die gesetzliche Regelung tatsächlich Anwendung finde.
ESHG machte außerdem geltend, dass der Minister und die ihm unterstellten Beamten aufgrund der Doppelrolle des Staates als Investor des Projekts systematisch befangen seien. Mit diesem Einwand hatte das Unternehmen jedoch weder vor dem Stadtgericht in Prag noch vor dem Obersten Verwaltungsgericht oder dem Verfassungsgericht Erfolg.

Gegen dieselben Gerichtsentscheidungen reichte auch die Umweltorganisation Kinder der Erde / Děti Země eine Verfassungsbeschwerde ein, allerdings aus anderen Gründen. Das Ministerium hatte nämlich entschieden, dass die Pflanzung von Bäumen zur Minderung der visuellen Auswirkungen auf das Landschaftsbild erst zu einem späteren Zeitpunkt geregelt werden solle.
Verein Kinder der Erde / Děti Země setzte sich dafür ein, dass die Pflanzung von Schutzgehölzen bereits vor Abschluss des Raumordnungsverfahrens und unter Beteiligung der Umweltverbände verbindlich festgelegt wird. Vor den Gerichten blieb die Organisation jedoch erfolglos. Über ihre Verfassungsbeschwerde ist bislang noch nicht entschieden worden.
Den Auftrag für den Bau in Dukovany erhielt das südkoreanische Unternehmen KHNP. Derzeit laufen vor Ort geologische Untersuchungen. Der erste Reaktorblock soll im Jahr 2036 fertiggestellt werden. Nach den Preisen des vergangenen Jahres belaufen sich die Kosten für den derzeit bevorzugten Bau von zwei Reaktoren in Dukovany auf 407 Milliarden Kronen.

Quelle: https://www.metro.cz/kraje/jihomoravsky ... zpravy_air
/gr/


Das Kernkraftwerk Temelín kann zwanzig Jahre länger Strom erzeugen
16.07.2026, Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 1
Autorin: Jana Urbanová

Beide Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Temelín können bis zu 80 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme Strom erzeugen. Dies erklärte der stellvertretende Ministerpräsident sowie Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), bei seinem Besuch des Kernkraftwerks am Dienstag. Damit könnten die Blöcke bis 2080 bzw. 2082 in Betrieb bleiben – also zwanzig Jahre länger als bisher angenommen.
Die Verlängerung der Betriebsdauer auf 80 Jahre hatte der Minister bereits im April in Dukovany angekündigt. Die beiden Blöcke des Kernkraftwerks Temelín wurden in den Jahren 2000 und 2002 in Betrieb genommen. Ursprünglich war vorgesehen, sie bis in die 2060er Jahre zu betreiben. Die zusätzliche Laufzeit von zwanzig Jahren werde sich positiv auf die heimische Industrie und die Energiesicherheit der Tschechischen Republik auswirken.
„Diese Nachricht zeigt deutlich, dass die Kernenergie eine große Zukunft hat und eine stabile Energiequelle darstellt, auf die die Tschechische Republik nur schwer verzichten könnte“, betonte Karel Havlíček.
Für den verlängerten Betrieb werden jährlich Investitionen in Höhe von rund fünf bis sechs Milliarden Kronen für die Modernisierung des Kernkraftwerks Temelín erforderlich sein.
Die wichtigste Voraussetzung für die Verlängerung der Laufzeit um zwanzig Jahre war die Sicherheit und Zuverlässigkeit, die das Kernkraftwerk Temelín seit Langem unter Beweis stellt.
Fortsetzung auf Seite 3
/gr/

Temelin kann 80 Jahre lang Strom erzeugen
16.7.2026 Tageszeitung Ceskobudejovicky denik Seite 3
Fortsetzung von Seite 1
„Als die Blöcke in Betrieb genommen wurden, gingen wir von einer Betriebsdauer von sechzig Jahren aus. Unsere Analysen zeigen jedoch, dass wir auf achtzig Jahre gehen können – sowohl im Hinblick auf die Sicherheit als auch auf die Lebensdauer der einzelnen Komponenten und die Wirtschaftlichkeit“, erklärte der Generaldirektor der ČEZ-Gruppe, Daniel Beneš.
Das Projekt zur Verlängerung der Laufzeit wurde mehrere Jahre lang vorbereitet und erforderte eine Vielzahl technischer Analysen.

Die Verlängerung der Laufzeit von Kernkraftwerken ist auch in anderen Ländern ein üblicher Trend.
„Das geschieht in den USA und in Frankreich, unsere britischen Kollegen verfolgen ähnliche Überlegungen, und wir sehen vergleichbare Beispiele auch in Ländern, die sich früher eher von der Kernenergie abgewandt hatten, etwa in Spanien. Unser oberstes Ziel ist es, den sicheren Betrieb des Kraftwerks zu gewährleisten“, sagte der Vorsitzende der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB), Štěpán Kochánek.
In der Tschechischen Republik ist die Lebensdauer von Kernkraftwerken nicht gesetzlich festgelegt. Das entscheidende Kriterium ist vielmehr der technische Zustand der wesentlichen Anlagen und Komponenten des Kraftwerks.
Nach Ansicht des südböhmischen Kreishauptmanns Martin Kuba ist die Verlängerung der Laufzeit von Temelín eine gute Nachricht.
„Es zeigt sich, dass es unter unseren klimatischen Bedingungen ein großer Vorteil ist, über Kraftwerke zu verfügen, die unabhängig davon, ob der Himmel bewölkt ist, die Sonne scheint oder der Wind weht, so zuverlässig und langfristig Strom erzeugen können. Genau das leisten Dukovany und Temelín“, sagte er.
Nach den Worten Kubas gehört das Kernkraftwerk außerdem zu den größten Arbeitgebern in der Region Südböhmen.
/gr/


Calla - Vereinigung für die Rettung der Umwelt : Beabsichtigt Tschechien, das europäische Recht bei der Laufzeitverlängerung von Temelín und Dukovany zu umgehen?
15.7.2026 calla.cz

Bei der gestrigen Ankündigung der Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Temelín auf achtzig Jahre wurden einige wichtige Informationen ebenso verschwiegen wie im April, als die Investitionen in die Laufzeitverlängerung von Dukovany auf dieselben acht Jahrzehnte angekündigt wurden.

Zum Betrieb beider Kernkraftwerke weit über ihre projektierte Lebensdauer hinaus wird sich nämlich nicht nur das Staatliche Amt für Nuklere Sicherheit äußern müssen. Erforderlich wäre auch eine Stellungnahme des Umweltministeriums nach einem durchgeführten Umweltverträglichkeitsprüfungsprozess (sog. UVP). Dies ist kein formaler Schritt. Neben umfangreichen technologischen Änderungen ist eine längere Betriebsdauer auch mit größeren Mengen an radioaktiven Abfällen, einschließlich abgebrannten Brennelementen, oder beispielsweise mit der Entnahme von Kühlwasser und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Ökosysteme in einer durch den Klimawandel veränderten Umwelt verbunden.

Die Analysen, auf die sich die angekündigte Laufzeitverlängerung beruft, sind nicht öffentlich zugänglich, und ČEZ hat ihre Bereitstellung im Fall von Dukovany bereits mit Verweis auf das Geschäftsgeheimnis abgelehnt.

Sollten die tschechischen Behörden versuchen, die gesetzliche Umweltprüfung für die Laufzeitverlängerung von Dukovany und Temelín zu umgehen, riskieren sie Rechtsstreitigkeiten wegen Verletzung des europäischen Rechts.

Ein wegweisendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Laufzeitverlängerung (PLEX – Plant Life Extension) der belgischen Reaktoren Doel 1 und 2 hat bereits entschieden, dass eine Laufzeitverlängerung von Kernreaktoren um 10 Jahre, die mit umfangreichen Modernisierungsarbeiten verbunden ist, ein „Projekt“ im Sinne der UVP-Richtlinie darstellt und eine vollwertige Prüfung, einschließlich grenzüberschreitender Konsultationen gemäß dem ESPOO-Übereinkommen, erfordert. Dies muss noch vor der rechtlichen Entscheidung über die Verlängerung geschehen.

Der Entwurf des staatlichen „Konzepts für die Entsorgung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Kernbrennstoffe in der Tschechischen Republik (Aktualisierung für den Zeitraum 2025 bis 2035 mit Ausblick nach 2050)“ [3] erhöht die Menge an hochradioaktiven abgebrannten Kernbrennstoffen im Vergleich zum bisher gültigen Konzept erheblich von 9 auf 14,5 Tausend Tonnen, wofür in Tschechien nur schwer eine zufriedenstellende Lösung zu finden ist. Die Laufzeitverlängerung von Dukovany und Temelín wird diese Menge um weitere 1 bis 2 Tausend Tonnen erhöhen. Buchstäblich „im laufenden Betrieb“ ändern sich so die Anforderungen an die Größe eines geeigneten Gesteinsmassivs, in dem eine solche Menge für Hunderttausende von Jahren sicher gelagert werden könnte, sofern wir nicht eine andere Lösung bevorzugen.

Edvard Sequens, Energieberater der Vereinigung Calla, sagte: „Die Ankündigung längerer Laufzeiten für Kernreaktoren oder die Unterzeichnung nuklearer Memoranden anstelle einer Lösung für unseren beschämenden letzten Platz bei der Nutzung erneuerbarer Energien in Europa sind billige Punkte für Minister Havlíček. In Wirklichkeit werden die zuständigen Behörden in Zukunft darüber entscheiden. Schon heute sollte jedoch eine Warnung sein, dass Tschechien offenbar das europäische Recht und internationale Abkommen verletzen will, indem es die Umweltverträglichkeitsprüfung auslässt.“
/gr/


Das Kernkraftwerk Temelín kann bis zum Jahr 2082 betrieben werden. Sein hervorragender Zustand ebnet den Weg für eine Laufzeit von 80 Jahren
Autor: Karel Kilián
16. Juli 2026 VTM

• Das südböhmische Kernkraftwerk Temelín soll nach den Plänen insgesamt 80 Jahre betrieben werden.
• Der ausgezeichnete Zustand der Reaktoren ermöglicht eine Laufzeit bis 2080 bzw. 2082.
• Die umfassende Modernisierung wird jährliche Investitionen in Milliardenhöhe erfordern.
Das südböhmische Kernkraftwerk Temelín wird zwanzig Jahre länger Strom erzeugen als bislang angenommen. Nach mehreren Jahren technischer und wirtschaftlicher Analysen geht der Energieversorger ČEZ nun von einer Betriebsdauer von 80 Jahren für beide Reaktorblöcke aus. Die in den Jahren 2000 und 2002 in Betrieb genommenen Blöcke könnten somit bis etwa 2080 bzw. 2082 betrieben werden.
Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček kündigte den Plan zur Laufzeitverlängerung am 14. Juli 2026 direkt in Temelín offiziell an. Nach Angaben des Vorsitzenden der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB), Štěpán Kochánek, befindet sich das Kernkraftwerk in einem ausgezeichneten sicherheitstechnischen Zustand. Aufgrund seiner Betriebsqualität zählt Temelín zu den besten Kernkraftwerken und erfüllt die internationalen Sicherheitsstandards.

Temelín soll 80 Jahre lang Strom erzeugen
Die Lebensdauer von Kernkraftwerken ist in der Tschechischen Republik nicht durch eine feste zeitliche Grenze bestimmt. Maßgeblich sind vielmehr der Zustand der wesentlichen Komponenten sowie die kontinuierliche Erfüllung der Sicherheitsanforderungen. Auch in Frankreich und den Vereinigten Staaten werden die Laufzeiten von Kernkraftwerken verlängert.
Temelín wird alle zehn Jahre einer periodischen Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Ingenieure und Bausachverständige überwachen dabei insbesondere die Reaktordruckbehälter sowie die tragenden Baukonstruktionen, deren Austausch technisch äußerst anspruchsvoll und wirtschaftlich kaum vertretbar wäre. Der Generaldirektor der ČEZ-Gruppe, Daniel Beneš, erklärte, dass der Entscheidung jahrelange detaillierte Analysen vorausgegangen seien.

Modernisierung im Wert von mehreren zehn Milliarden Kronen
Die Laufzeitverlängerung wird allerdings erhebliche Investitionen erfordern. In den kommenden Jahren sollen jährlich rund fünf bis sechs Milliarden Kronen in das Kernkraftwerk Temelín investiert werden. ČEZ plant unter anderem den Austausch der Turbogeneratoren, die Modernisierung der Leittechnik, die Erneuerung der Kühlwasserleitungen sowie den Bau einer neuen Wartungshalle für große technische Anlagen. Bereits in diesem Jahr werden die Investitionen 3,8 Milliarden Kronen erreichen – das sind 700 Millionen Kronen mehr als im Vorjahr.

Die Laufzeit des Kernkraftwerks Dukovany könnte bis zum Jahr 2067 verlängert werden. Es soll zur Stabilisierung des Stromnetzes und zur Deckung des steigenden Strombedarfs beitragen….
Die Laufzeitverlängerung ist sowohl für die tschechische Energiewirtschaft als auch für die Industrie von großer Bedeutung. Die beiden Reaktorblöcke in Temelín verfügen heute zusammen über eine elektrische Gesamtleistung von 2.172 MW; ursprünglich waren es zusammen 1.962 MW. Gemeinsam mit dem Kernkraftwerk Dukovany, für das ebenfalls eine Betriebsdauer von 80 Jahren vorgesehen ist, wird Temelín dazu beitragen, eine stabile und wetterunabhängige Stromerzeugung in der Tschechischen Republik sicherzustellen. Die geplanten Investitionen bedeuten zugleich neue Aufträge für tschechische Maschinenbauunternehmen.

Quelle: https://vtm.zive.cz/clanky/jaderna-elek ... fault.aspx
/gr/


BIU / OIŽP: Ein Betrieb des Kernkraftwerks Temelín über 80 Jahre ist ohne eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung nicht akzeptabel

15. Juli 2026 www.oizp.cz


Der Umweltverband OIŽP / BIU  bringt seine große Besorgnis über die gestrige Ankündigung des Ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten und Ministers für Industrie und Handel Karel Havlíček sowie des Generaldirektors des Unternehmens ČEZ, Daniel Beneš, zum Ausdruck, wonach beide Blöcke des Kernkraftwerks Temelín bis zu 80 Jahre betrieben werden sollen.

Ein derartiges Vorhaben stellt eine außerordentlich weitreichende Änderung der ursprünglichen Annahmen für den Betrieb des Kraftwerks dar. Obwohl Kernkraftwerke laufend modernisiert werden und regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen unterliegen, kann eine Verlängerung ihrer Betriebsdauer um mehrere Jahrzehnte nicht als gewöhnliche Verwaltungsentscheidung angesehen werden. Es handelt sich um eine grundlegende Änderung, die erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt, die Sicherheit der Bevölkerung, die Entstehung radioaktiver Abfälle sowie auf die Energiepolitik der Tschechischen Republik haben kann.

„Der Betrieb eines Kernkraftwerks über einen Zeitraum von achtzig Jahren darf nicht allein auf der Grundlage technischer Gutachten des Betreibers und behördlicher Entscheidungen genehmigt werden. Eine derart grundlegende Änderung muss erneut hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt bewertet werden, und die Öffentlichkeit muss die Möglichkeit erhalten, sich dazu zu äußern“, erklärte der Umweltverband OIŽP.

OIŽP / BIU fordert daher, dass eine geplante Verlängerung der Betriebsdauer der Kernkraftwerksblöcke in Temelín und Dukovany an die Durchführung einer neuen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) geknüpft wird. Bestandteil dieses Verfahrens muss auch eine grenzüberschreitende Umweltprüfung gemäß den internationalen Verpflichtungen der Tschechischen Republik sein, da ein schwerwiegender Störfall in Temelín Auswirkungen weit über die Grenzen der Tschechischen Republik hinaus hätte. Die Bevölkerung der Nachbarstaaten, deren Gebietskörperschaften sowie die Fachöffentlichkeit müssen die Möglichkeit erhalten, sich an diesem Verfahren zu beteiligen.

OIŽP weist darauf hin, dass selbst umfassende Modernisierungen die physikalischen Alterungsprozesse von Materialien nicht vollständig beseitigen können. Die wesentlichen Bauteile des Kraftwerks sind über Jahrzehnte hinweg Neutronenstrahlung, hohen Temperaturen, hohem Druck sowie chemischen Einwirkungen ausgesetzt. Einige entscheidende Komponenten, insbesondere der Reaktordruckbehälter oder Teile des Sicherheitsbehälters, können nicht ohne Weiteres ausgetauscht werden. Deshalb ist es erforderlich, ihre langfristige Einsatzfähigkeit einer besonders strengen und transparenten Überprüfung zu unterziehen.

Der weitere Betrieb des Kraftwerks bedeutet zugleich weitere Jahrzehnte der Erzeugung hochradioaktiver Abfälle. Die Tschechische Republik verfügt bislang über kein tiefengeologisches Endlager, und die Frage der endgültigen Entsorgung abgebrannter Brennelemente ist weiterhin ungelöst. Eine Verlängerung der Betriebsdauer von Temelín bedeutet daher eine weitere Verlagerung von Verantwortung und Kosten auf künftige Generationen.

OIŽP / BIU weist ferner darauf hin, dass bei Überlegungen zu einem Betrieb des Kraftwerks weit über die Mitte dieses Jahrhunderts hinaus auch die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt werden müssen. Steigende Durchschnittstemperaturen, längere Dürreperioden, Veränderungen der hydrologischen Verhältnisse sowie das häufigere Auftreten extremer Wetterereignisse können die Betriebsbedingungen von Kernkraftwerken beeinflussen. Diese Aspekte müssen Bestandteil einer umfassenden Sicherheitsbewertung des Langzeitbetriebs sein.

OIŽP / BIU  warnt zugleich davor, dass eine fortlaufende Verlängerung der Lebensdauer bestehender Kernkraftwerksblöcke nicht dazu führen darf, Investitionen in die Modernisierung des Energiesystems, den Ausbau erneuerbarer Energien, Energiespeicher, Lastmanagement sowie die Stärkung der Stromübertragungsnetze hinauszuzögern. Die Energiesicherheit der Tschechischen Republik muss auf technologischer Vielfalt und langfristiger Nachhaltigkeit beruhen und darf sich nicht ausschließlich auf eine maximale Verlängerung der Lebensdauer bestehender Anlagen stützen.

OIŽP / BIU fordert daher die Regierung der Tschechischen Republik, das Ministerium für Industrie und Handel, das Unternehmen ČEZ sowie das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit auf,

* einer Verlängerung der Betriebsdauer der Blöcke des Kernkraftwerks Temelín ohne ein neues UVP-Verfahren nicht zuzustimmen;
* im Rahmen dieses Verfahrens eine vollständige Prüfung der grenzüberschreitenden Auswirkungen gemäß den internationalen Übereinkommen sicherzustellen;
* sämtliche Unterlagen zum technischen Zustand der unersetzbaren Bau- und Anlagenteile des Kraftwerks sowie zu deren erwarteter Lebensdauer zu veröffentlichen;
* der Öffentlichkeit eine umfassende Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf den langfristigen Betrieb des Kraftwerks vorzulegen;
* die wirtschaftlichen Analysen des Langzeitbetriebs einschließlich der voraussichtlichen Kosten für Sicherheitsmaßnahmen, Modernisierungen und die spätere Stilllegung des Kraftwerks offenzulegen;
* die uneingeschränkte Beteiligung der Öffentlichkeit, der Gemeinden, der Regionen sowie der betroffenen ausländischen Akteure an der Entscheidungsfindung über eine derart grundlegende Verlängerung der Betriebsdauer zu gewährleisten.

Die Entscheidung, Temelín über einen Zeitraum von achtzig Jahren zu betreiben, kann nicht als bloße technische Maßnahme angesehen werden. Es handelt sich um eine strategische Entscheidung mit Auswirkungen auf mehrere Generationen. Einer solchen Entscheidung muss eine offene fachliche und öffentliche Diskussion vorausgehen sowie eine unabhängige, transparente und umfassende Bewertung aller sicherheitstechnischen, umweltbezogenen, wirtschaftlichen und grenzüberschreitenden Auswirkungen.

Autorin: Gabriela Reitingerová, OIŽP / BIU
/gr/


Das britische Kernkraftwerk Sizewell B wird bis zum Jahr 2055 Strom erzeugen
Autor: Jiří Salavec
15. Juli 2026, oenergetice.cz

Der Betreiber des britischen Kernkraftwerks Sizewell B hat mit der Regierung eine Vereinbarung über die Unterstützung des Kraftwerksbetriebs bis zum Jahr 2055 geschlossen. Der einzige Druckwasserreaktor Großbritanniens mit einer installierten Leistung von 1.200 MW wird in den kommenden 15 Jahren Investitionen in Höhe von 800 Millionen Pfund erhalten. Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1995 hat Sizewell B bereits mehr als 270 TWh CO₂-arme Elektrizität erzeugt.
Der Energieversorger EDF Energy gab bekannt, dass er sich mit der britischen Regierung auf die wesentlichen Bedingungen einer Förderung des Kernkraftwerks Sizewell B im Rahmen eines Differenzvertrags (Contract for Difference – CfD) geeinigt hat. Der wichtigste Parameter ist der garantierte Abnahmepreis von 70,5 GBP/MWh (rund 82,6 EUR/MWh bzw. etwa 2.000 CZK/MWh). Fällt der Marktpreis für Strom unter diesen Wert, gleicht der Staat die Differenz aus. Liegt der Marktpreis darüber, muss der Betreiber den Mehrerlös an den Staat zurückzahlen. EDF geht davon aus, dass der endgültige Vertrag noch in diesem Jahr von beiden Seiten unterzeichnet wird.
„Die globalen Entwicklungen zeigen immer wieder, wie wichtig es für das Vereinigte Königreich ist, sich eine langfristige, kohlenstoffarme und heimische Stromerzeugung zu sichern, die britische Haushalte und Unternehmen vor den Schwankungen der Energiemärkte schützt. Die Verlängerung der Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke sowie der Bau neuer Anlagen stehen im Mittelpunkt der Strategie von EDF“, erklärte Simone Rossi, Vorstandsvorsitzende von EDF UK.
Der Reaktor Sizewell B produziert seit dem Jahr 1995 Strom; seine ursprüngliche Betriebsgenehmigung über 40 Jahre läuft daher 2035 aus. Dank der staatlichen Förderung wird EDF die Laufzeit um weitere 20 Jahre verlängern. Die britische Regierung hat bereits zugesagt, auch das neue Kernkraftwerk Hinkley Point C nach demselben Fördermodell zu unterstützen – dort mit einem garantierten Abnahmepreis von 92,5 GBP/MWh.
„Die Kernenergie ist für unsere Energiesicherheit von entscheidender Bedeutung, und diese Laufzeitverlängerung wird dazu beitragen, die saubere Energie bereitzustellen, die unser Land benötigt“, erklärte der britische Energieminister Ed Miliband.

Neue Investitionen für die Laufzeitverlängerung...
Nach Angaben von EDF sichert die Laufzeitverlängerung 900 Arbeitsplätze. Darüber hinaus wird das Kraftwerk rund 180 TWh zusätzlichen Strom erzeugen. Der einzige Druckwasserreaktor des Landes mit einer installierten Leistung von 1.200 MW hat seit seiner Inbetriebnahme bereits 270 TWh Elektrizität produziert.
Im Rahmen des verlängerten Betriebs plant EDF Investitionen in Höhe von 800 Millionen Pfund (rund 22,7 Milliarden CZK). Das Geld soll unter anderem in Systeme zur Umweltüberwachung, in die Modernisierung der Überwachungssysteme des Kraftwerks sowie in den Austausch von Rohrleitungen, Ventilen und Pumpen fließen.
„Diese Vereinbarung schützt die Stromverbraucher und stärkt die Energiesicherheit des Landes, indem sie Millionen von Haushalten weiterhin mit sauberer und sicherer Energie versorgt. Mit der Unterstützung von Sizewell B läuten wir ein goldenes Zeitalter der Kernenergie ein und sichern zugleich 900 qualifizierte Arbeitsplätze in Suffolk“, erklärte Lord Vallance, Minister für Wissenschaft, Innovation, Forschung und Kernenergie.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -roku-2055
/gr/






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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln zum Thema Kernkraft vom 17.7.2026:

Inhalt:
Kernkraftwerksbetrieb für 80 Jahre? Aktivisten fordern neue Umweltverträglichkeitsprüfung.
Karel Havlíček: Temelín kann bis zum Jahr 2082 betrieben werden. Die Laufzeitverlängerung ist nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit.
Aktivisten fordern neue UVP für die Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Temelín.
Aktivisten: Tschechien umgeht das Recht.
Mindestens sieben Drohnen wurden über Schweizer Atomkraftwerk gesichtet – Polizei ermittelt.
KI weckt Amerikas Kraftwerke auf:
Der Stromverbrauch erreicht Rekordwerte – und das Netz gerät an seine Grenzen...

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Kernkraftwerksbetrieb für 80 Jahre? Aktivisten fordern neue Umweltverträglichkeitsprüfung
ČTK
16. Juli 2026, oenergetice.cz

Die Bürgerinitiative Umweltschutz (OIŽP) und die Vereinigung Calla sprechen sich gegen eine Verlängerung des Betriebs der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany um 20 Jahre ohne eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aus. Ihrer Ansicht nach umgeht Tschechien europäisches Recht und setzt sich damit dem Risiko von Rechtsstreitigkeiten aus. Die Verbände informierten die Nachrichtenagentur ČTK darüber in Pressemitteilungen. Nach Angaben des Energiekonzerns ČEZ handelt es sich nicht um ein neues Vorhaben, das eine UVP-Prüfung erfordern würde, und die Kraftwerke verfügen über eine unbefristete Betriebsgenehmigung.

Die Verlängerung des Betriebs der bestehenden Blöcke in Temelín und Dukovany auf insgesamt 80 Jahre hatte der Minister für Industrie und Handel (MPO), Karel Havlíček (ANO), angekündigt.

„Der Betrieb eines Kernkraftwerks über einen Zeitraum von 80 Jahren kann nicht allein auf der Grundlage technischer Gutachten des Investors und von Verwaltungsentscheidungen genehmigt werden. Eine so grundlegende Änderung muss erneut im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Umwelt geprüft werden, und die Öffentlichkeit muss die Möglichkeit haben, sich dazu zu äußern“, erklärte Gabriela Reitingerová im Namen des Vereins OIŽP/BIU.

Teil des Prozesses muss ihrer Meinung nach auch eine Prüfung der grenzüberschreitenden Auswirkungen sein, und Einwohner, Kommunen sowie Experten aus den Nachbarstaaten müssen die Möglichkeit haben, an einem solchen Verfahren teilzunehmen.

Auch nach Ansicht der Vereinigung Calla ist die UVP kein rein formaler Schritt. „Neben weitreichenden technologischen Veränderungen ist mit dem längeren Betrieb auch eine größere Menge an radioaktiven Abfällen einschließlich abgebrannten Brennelements verbunden, oder beispielsweise die Entnahme von Kühlwasser und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Ökosysteme in einer Umgebung, die sich durch den Klimawandel verändert“, sagte Edvard Sequens von der Vereinigung Calla. Er fügte hinzu, dass die Analysen von ČEZ nicht öffentlich zugänglich seien und ČEZ im Fall von Dukovany deren Herausgabe mit Verweis auf das Geschäftsgeheimnis verweigert habe.

Der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, erklärte gegenüber ČTK, dass die Gesellschaft ČEZ beim Betrieb und bei der Planung der künftigen Nutzung der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín in vollem Einklang mit der geltenden tschechischen und europäischen Gesetzgebung sowie den internationalen Standards verfahre. „Für die Fortführung des Betriebs bereits bestehender und langfristig funktionierender Kraftwerke über den Zeithorizont von 60 Jahren hinaus wird keine neue Genehmigung erteilt. Dem Gesetz nach handelt es sich somit nicht um ein neues Vorhaben, das ein nachfolgendes Verfahren oder eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfordern würde“, so Sviták.

Die Kraftwerke besitzen eine unbefristete Betriebsgenehmigung des Staatlichen Amtes für Atomsicherheit. „Die Bereitschaft für den weiteren sicheren Betrieb weisen wir in regelmäßigen zehnjährigen Intervallen nach“, fügte Sviták hinzu. Der künftige langfristige Betrieb der Kraftwerke hängt laut ČEZ somit neben der Erfüllung der gesetzlichen Bedingungen von Investitionen in die Instandhaltung, Erneuerung oder Modernisierung der Anlagen ab.

Nach Ansicht der Aktivisten umgeht die Betriebsverlängerung der Kernkraftwerke jedoch das europäische Recht. „Sollten die tschechischen Behörden versuchen, die gesetzliche Verträglichkeitsprüfung für die Betriebsverlängerung von Dukovany und Temelín zu umgehen, riskieren sie Rechtsstreitigkeiten wegen Verletzung des europäischen Rechts“, sagte Sequens. Er ergänzte, dass der Europäische Gerichtshof im Fall der Laufzeitverlängerung belgischer Reaktoren um zehn Jahre ein Grundsatzurteil gefällt habe, wonach das Vorhaben unter die UVP-Richtlinie fällt und eine vollwertige Prüfung einschließlich grenzüberschreitender Konsultationen erfordert. „Dies muss noch vor der Annahme der rechtlichen Entscheidung über die Verlängerung geschehen“, fügte Sequens hinzu.

https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ceni-vlivu
/gr/



Karel Havlíček: Temelín kann bis zum Jahr 2082 betrieben werden. Die Laufzeitverlängerung ist nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit

16.Juli 2026 Tschechischer Rundfunk
Zwanzig Minuten von Radiožurnál

Die Laufzeitverlängerung von Temelín hat bereits alle Genehmigungsverfahren durchlaufen. Falls erforderlich, werden wir jegliche Audits durchführen, sagt der Vize-Premierminister und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček von der ANO-Bewegung.

Nach Angaben des Industrieministers sind die tschechischen Nuklearressourcen in tadellosem Zustand und ihre Lebensdauer kann verlängert werden. Ist die Verlängerung der Betriebsdauer von Kernkraftwerken so einfach? Sollte die Regierung nicht mehr an der Entwicklung erneuerbarer Energien arbeiten? Tomáš Pancíř fragte den Vize-Premierminister und Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček von der ANO-Bewegung.

* Am Montag haben Sie eine Verlängerung der Laufzeit beider Blöcke des Kernkraftwerks Temelín um 20 Jahre angekündigt, von 60 auf 80 Jahre. Bedeutet dies, dass die Temelín-Blöcke bis zu den Jahren  2080 und 2082 in Betrieb bleiben könnten? Eine Verlängerung der Betriebszeit auf 80 Jahre haben Sie bereits im April auch für Dukovany angekündigt. Ist die Sache mit dieser Ankündigung bereits beschlossen und fertig, oder wird sie noch einem weiteren Verfahren oder einer Genehmigung unterliegen?

Nein. Wir hätten es uns nicht erlaubt, dies anzukündigen, wenn es nicht bereits alle Verfahren durchlaufen hätte, unter anderem beim Staatlichen Amt für Atomsicherheit (SUJB). Im Moment ist es eine beschlossene Sache. Das gilt sowohl für Dukovany als auch für Temelín, und es ist auch den Fähigkeiten der tschechischen Energieschule und der tschechischen Ingenieure zu verdanken.

* Es ist also kein weiterer Stempel mehr nötig?

Genau so ist es. Alles ist ausgehandelt und vorbereitet. Wir können damit rechnen, dass Dukovany bis in die 2060er Jahre läuft und Temelín sogar bis in die 2080er Jahre. Das ist eine grundlegende Nachricht für die Stabilität des Energiesystems, da es sich um stabile Quellen handelt. Und es ist auch eine gute Nachricht für ČEZ, da es sich um sehr profitable Quellen handelt.

* Haben Sie auch die Auswirkungen auf die Umwelt geprüft?

Selbstverständlich. Wir treffen alle Entscheidungen auch mit Rücksicht auf die Umwelt. Hier geht es jedoch nicht um einen Neubau, sondern um die Laufzeitverlängerung bestehender Blöcke.

* Ich frage deshalb, weil Edvard Sequens, Energieberater der Vereinigung Calla, diese Woche schrieb, dass eine erneute Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden sollte. Seiner Meinung nach ist dies kein formaler Schritt, sondern es sollten beispielsweise größere Mengen an radioaktivem Abfall einschließlich abgebrannten Brennelements, die Entnahme von Kühlwasser und die Auswirkungen auf das Ökosystem im Zusammenhang mit dem Klimawandel berücksichtigt werden.
Gleichzeitig behauptet er, dass Sie sich ohne eine neue Prüfung dem Risiko von Rechtsstreitigkeiten wegen eines möglichen Verstoßes gegen europäisches Recht aussetzen. Er verweist dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Laufzeitverlängerung belgischer Reaktoren. Haben Sie sich damit befasst? Sind Sie sicher, dass keine neue Prüfung erforderlich ist?

Das ist eher eine Frage an das Unternehmen ČEZ, das sowohl Investor als auch Betreiber ist. ČEZ hat uns eine Stellungnahme vorgelegt, wonach dies nicht erforderlich ist. Dennoch spricht nichts dagegen, weitere Überprüfungen durchzuführen. Man muss es nicht UVP nennen. Wichtig ist, dass alle beruhigt sind, dass die Verlängerung nichts und niemanden gefährdet. Das kann man natürlich auch parallel machen. Wenn eine solche Forderung besteht und wir uns darauf einigen, werden wir das gerne tun.
Andererseits dürfen wir uns aber nicht von aktivistischen Organisationen unter Druck setzen lassen, die sich in der Tschechischen Republik seit langem gegen die Kernkraft aussprechen – sie waren gegen den Bau neuer Blöcke, gegen die ursprüngliche Kernkraft und gegen kleine modulare Reaktoren. Das könnte die Energiesicherheit der Tschechischen Republik grundlegend gefährden.

* Gut, aber wenn mit einer konkreten Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs argumentiert wird, bedeutet das, dass Sie sich damit befassen und dies gegebenenfalls mit ČEZ besprechen werden?

ČEZ ist ein verantwortungsvolles Unternehmen, dem es weder an Finanzen noch an Empathie für seine Umgebung mangelt. Wenn es berechtigte Forderungen gibt, werden wir uns damit befassen. Man kann jedoch nicht einfach ein Kraftwerk mit dem anderen vergleichen. Es ist notwendig, ihr Alter, ihren technischen Zustand und den Zeitpunkt der letzten verschiedenen Untersuchungen zu beurteilen. Jedes Kraftwerk ist anders. Wenn es jedoch nötig sein sollte, ist es kein Problem, ein beliebiges Audit durchzuführen und zu belegen, dass alles in Ordnung ist.

* Sie sagten, dass die Laufzeitverlängerung von Temelín wirtschaftlich vorteilhaft ist. Gleichzeitig haben Sie am Montag erklärt, dass die Laufzeitverlängerung weitere Investitionen in die Modernisierung der bestehenden Blöcke erfordern wird, etwa fünf bis sechs Milliarden Kronen jährlich. Bedeutet das, dass ČEZ diesen Betrag jedes Jahr bis zum Ende der verlängerten Laufzeit investieren wird?

Im Wesentlichen bis zum Ende der Lebensdauer. Aber vergessen wir nicht, dass das Unternehmen bereits heute investiert. Ein Kraftwerk funktioniert nicht so, dass man es baut und dann dreißig oder vierzig Jahre lang nichts tut. Bereits heute fließen jährlich Milliardenbeträge in die Aufrechterhaltung des sicheren Betriebs. Damit wird schon bei der ursprünglichen Investition oder bei der Festlegung des Einspeisepreises für neue Quellen gerechnet.

* Ich frage deshalb, weil sich dies nach meiner Berechnung bis zum Jahr 2026 auf etwa 198 Milliarden Kronen belaufen würde. Wenn es bis zum Ende der verlängerten Laufzeit so weiterginge, kämen wir auf rund 308 Milliarden. Demgegenüber sieht der Vertrag mit KHNP für zwei neue Blöcke in Dukovany eine Summe von 407 Milliarden vor. Lohnt sich die Laufzeitverlängerung in diesem Vergleich?

Ja, denn auch die 407 Milliarden sind nicht der Endbetrag. Sobald der Betrieb aufgenommen wird, muss man weiter in das Kraftwerk investieren. Jedes Kraftwerk erfordert laufende Investitionen. Gleichzeitig spielen die Logistik und der jeweilige Standort eine Rolle. In Temelín werden wir wahrscheinlich weitere Blöcke bauen – entweder große oder kleine modulare Reaktoren, oder beides. Das Memorandum mit der britischen Seite habe ich vor wenigen Wochen unterzeichnet.
Dank der Laufzeitverlängerung der derzeitigen Blöcke werden wir die neuen und die ursprünglichen Blöcke gleichzeitig betreiben können. Wir können die alten nicht einfach abreißen und anfangen, neue zu bauen. Das wäre extrem teuer und kompliziert. Der Vorteil der Verlängerung liegt also nicht nur in der Wirtschaftlichkeit, sondern auch darin, dass wir die hohe Produktionsleistung des Standorts während der Vorbereitung neuer Quellen erhalten.


Wann soll mit dem Bau kleiner modularer Reaktoren begonnen werden? Und wäre es nicht sinnvoller, stattdessen die Unterstützung für erneuerbare Energien auszuweiten?

Hören Sie die gesamte Sendung Zwanzig Minuten des Radiožurnáls:
https://radiozurnal.rozhlas.cz/karel-ha ... ni-9630784

Autor:
Tomáš Pancíř
/gr/



Aktivisten fordern neue UVP für die Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Temelín
16. Juli 2026, ekolist.cz (ČTK)

Die Umweltinitiative Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí (OIŽP) -Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU) und die Umweltorganisation Calla sprechen sich gegen eine Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany um 20 Jahre ohne eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aus. Nach ihrer Auffassung umgeht Tschechien damit europäisches Recht und setzt sich dem Risiko gerichtlicher Auseinandersetzungen aus. Der Energieversorger ČEZ weist dies zurück und betont, es handle sich nicht um ein neues Vorhaben, das eine UVP erforderlich mache. Zudem verfügten beide Kraftwerke über unbefristete Betriebsgenehmigungen.
Die Verlängerung der Laufzeit der bestehenden Reaktorblöcke in Temelín und Dukovany auf insgesamt 80 Jahre hatte Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) angekündigt.
„Der Betrieb eines Kernkraftwerks über einen Zeitraum von 80 Jahren kann nicht allein auf Grundlage technischer Gutachten des Betreibers und verwaltungsrechtlicher Entscheidungen genehmigt werden. Eine derart grundlegende Änderung muss erneut hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung bewertet werden. Zudem muss die Öffentlichkeit die Möglichkeit erhalten, sich dazu zu äußern“, erklärte Gabriela Reitingerová von der BIU / OIŽP.
Nach ihrer Ansicht muss das Verfahren auch eine Bewertung grenzüberschreitender Auswirkungen umfassen. Bürgerinnen und Bürger, Kommunen sowie Fachleute aus den Nachbarstaaten müssten die Möglichkeit haben, sich an diesem Verfahren zu beteiligen.

Auch nach Auffassung der Umweltorganisation Calla ist die Umweltverträglichkeitsprüfung weit mehr als eine bloße Formalität.
„Neben umfangreichen technischen Veränderungen führt eine längere Laufzeit auch zu größeren Mengen radioaktiver Abfälle einschließlich abgebrannter Brennelemente. Hinzu kommen der steigende Bedarf an Kühlwasser sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf Ökosysteme, die sich unter den Bedingungen des Klimawandels ohnehin verändern“, erklärte Edvard Sequens von Calla.
Er kritisierte zudem, dass die entsprechenden Analysen von ČEZ nicht öffentlich zugänglich seien. Im Fall des Kernkraftwerks Dukovany habe das Unternehmen deren Herausgabe mit dem Hinweis auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse verweigert.

Der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK, dass ČEZ sowohl den Betrieb als auch die langfristige Planung der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín vollständig im Einklang mit der geltenden tschechischen und europäischen Gesetzgebung sowie den internationalen Sicherheitsstandards führe.
„Für den Weiterbetrieb bereits bestehender und seit Langem in Betrieb befindlicher Kernkraftwerke über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren wird keine neue Genehmigung erteilt. Nach geltendem Recht handelt es sich daher nicht um ein neues Vorhaben, das ein weiteres Genehmigungs- oder Umweltverträglichkeitsverfahren erfordern würde“, sagte Sviták.
Beide Kraftwerke verfügen über unbefristete Betriebsgenehmigungen der tschechischen Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB).

„Unsere Bereitschaft für einen weiterhin sicheren Betrieb weisen wir im Rahmen regelmäßiger Sicherheitsüberprüfungen nach, die alle zehn Jahre stattfinden“, ergänzte Sviták.
Nach Angaben von ČEZ hängt der langfristige Weiterbetrieb der Anlagen – neben der Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen – vor allem von Investitionen in Wartung, Erneuerung und Modernisierung der technischen Einrichtungen ab.

Die Umweltorganisationen vertreten hingegen die Auffassung, dass eine Laufzeitverlängerung ohne neue Umweltverträglichkeitsprüfung gegen europäisches Recht verstößt.
„Sollten die tschechischen Behörden versuchen, die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Umweltauswirkungen einer Laufzeitverlängerung von Dukovany und Temelín zu umgehen, setzen sie sich dem Risiko gerichtlicher Verfahren wegen eines Verstoßes gegen europäisches Recht aus“, erklärte Sequens.
Er verwies dabei auf ein Grundsatzurteil des Gerichtshofs der Europäischen Union zur Verlängerung der Laufzeit belgischer Kernreaktoren um zehn Jahre. Nach der UVP-Richtlinie stelle eine solche Laufzeitverlängerung ein genehmigungspflichtiges Vorhaben dar und erfordere eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung einschließlich grenzüberschreitender Konsultationen.
„Diese Prüfung muss abgeschlossen sein, bevor die rechtliche Entscheidung über die Laufzeitverlängerung getroffen wird“, betonte Sequens.

Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/zpr ... ouzeni-eia


Ein ähnlicher Artikel auch in der Tageszeitung Pravo, den 17.7.2026, Seite 2: Aktivisten: Tschechien umgeht das Recht:

Die Umweltinitiative Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí (OIŽP) -Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU) und die Umweltorganisation Calla sprechen sich gegen eine Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany um 20 Jahre ohne eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aus. Nach ihrer Auffassung umgeht Tschechien damit europäisches Recht und setzt sich dem Risiko gerichtlicher Auseinandersetzungen aus. ….



Mindestens sieben Drohnen wurden über Schweizer Atomkraftwerk gesichtet – Polizei ermittelt

Autorin: Lenka Komárková
16. 7. 2026, Novinky.cz

Mindestens sieben Drohnen flogen nahe dem Kraftwerk

Die Schweizer Polizei untersucht einen Vorfall, bei dem am Sonntagabend mindestens sieben Drohnen über der Umgebung des Kernkraftwerks Gösgen gesichtet wurden. Ein Anwohner hatte auf sie aufmerksam gemacht. An den Ermittlungen beteiligen sich neben der lokalen Polizei auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt und die Bundespolizei.

Die Sicherheit der Anlage wurde laut Polizei nicht beeinträchtigt, und es bestand keine unmittelbare Gefahr. Laut dem Sprecher des Kernkraftwerks, Alex Brugger, ist das Objekt so konstruiert, dass es selbst dem Absturz eines großen Verkehrsflugzeugs standhält.

„Die Bedrohung, die Drohnen für die nukleare Sicherheit darstellen, schätzen wir derzeit als vernachlässigbar ein“, sagte er gegenüber dem Portal Swissinfo. Aus Sicherheitsgründen lehnte er es jedoch ab, zu präzisieren, mit welchen Mitteln sich das Werk gegen Drohnen wehrt.

Experten zufolge sind Drohnen zwar nicht in der Lage, ein Atomkraftwerk außer Betrieb zu setzen, sie könnten jedoch dazu dienen, Ein- und Ausgänge sowie Sicherheitsabläufe auszuspähen. Die Kraftwerksbetreiber dürfen sie dabei nicht selbst abschießen oder anderweitig unschädlich machen, sondern müssen den Vorfall der Polizei melden. Diese kann beispielsweise Funk- oder GPS-Störsender einsetzen.

Dies ist nicht der erste Fall dieser Art. In den vergangenen Monaten wurden Drohnen auch über Militärobjekten im Kanton Bern und über dem Militärflugplatz Meiringen registriert.

Im Herbst letzten Jahres tauchten Drohnen zudem über einem wichtigen Umspannwerk in Laufenburg im Kanton Aargau auf. Genau in diesem Fall stellte sich am Ende heraus, dass es sich um einen genehmigten Inspektionsflug einer privaten Firma handelte, die für den Übertragungsnetzbetreiber Swissgrid arbeitete. Die Polizei prüft nun, ob eine ähnliche Erklärung auch für den Vorfall im Kraftwerk Gösgen infrage kommt.

https://www.novinky.cz/clanek/zahranicn ... e-40588397
/gr/





KI weckt Amerikas Kraftwerke auf:
Der Stromverbrauch erreicht Rekordwerte – und das Netz gerät an seine Grenzen...
16.7.2026 Hrot24
Autor: Michael Skřivan, Chefredakteur


Der Stromverbrauch in den USA steigt nach Jahren nahezu stagnierender Entwicklung wieder deutlich an. Haupttreiber sind Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, deren Leistungsbedarf sich zwischen den Jahren 2025 und 2027 voraussichtlich mehr als verdoppeln wird. Die zusätzliche Nachfrage wird vor allem durch Erdgas gedeckt, gleichzeitig wachsen jedoch auch Solarenergie und Batteriespeicher in Rekordtempo.

Über Jahrzehnte ist die amerikanische Wirtschaft kontinuierlich gewachsen, während der Stromverbrauch kaum zunahm. Energieeffizientere Haushaltsgeräte, produktivere Industrieprozesse und die Verlagerung eines Teils der Fertigung ins Ausland glichen den steigenden Energiebedarf weitgehend aus.
Diese Phase der Stagnation geht nun zu Ende. Die für Künstliche Intelligenz errichteten Rechenzentren erzeugen eine derart hohe Stromnachfrage, dass die Vereinigten Staaten einen Rekord nach dem anderen verzeichnen.
Im Jahr 2025 erreichte der Stromverbrauch mit 4.195 Milliarden Kilowattstunden einen historischen Höchststand. Nach Prognosen der US-Energiebehörde EIA wird er 2026 auf 4.269 Milliarden und 2027 auf 4.399 Milliarden Kilowattstunden steigen.
Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, würde der Stromverbrauch vier Jahre in Folge wachsen. Eine derart lange Wachstumsphase hat die USA seit dem Jahr 2007 nicht mehr erlebt. Der kumulierte Anstieg wäre zugleich der stärkste seit der Jahrtausendwende.

Bürogebäude werden zu den größten Stromverbrauchern...
Die auffälligste Veränderung zeigt sich im sogenannten gewerblichen Sektor. In der amerikanischen Statistik umfasst dieser neben Bürogebäuden, Einzelhandel, Krankenhäusern und Hotels auch Rechenzentren.
Deren Stromverbrauch wächst so rasant, dass gewerbliche Verbraucher in diesem Jahr erstmals in der Geschichte mehr Elektrizität beziehen werden als die privaten Haushalte. Nach Einschätzung der EIA werden sie diese Spitzenposition auch im Jahre 2027 behaupten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass gewöhnliche Bürogebäude inzwischen mehr Strom verbrauchen als sämtliche amerikanischen Haushalte zusammen. Ausschlaggebend ist vielmehr eine vergleichsweise kleine Zahl äußerst energieintensiver Rechenzentren.
Moderne Anlagen zum Training und Betrieb von KI-Modellen erreichen Anschlussleistungen von mehreren hundert Megawatt. Die größten geplanten Komplexe nähern sich sogar einer Leistung von einem Gigawatt – vergleichbar mit dem Strombedarf eines großen Industriekomplexes oder einer kleineren Stadt.
Hinzu kommt, dass sie rund um die Uhr mit Strom versorgt werden müssen. Nicht nur die Hochleistungschips benötigen Energie, sondern auch Kühlsysteme, Netzwerktechnik, Notstromanlagen und die gesamte technische Infrastruktur.

Innerhalb von zwei Jahren mehr als doppelt so hoher Strombedarf….
Goldman Sachs schätzt, dass der Leistungsbedarf amerikanischer Rechenzentren von rund 31 Gigawatt im Jahr 2025 auf 66 Gigawatt im Jahr 2027 steigen wird. Damit würde ihr Anteil an der sommerlichen Spitzenlast in den Vereinigten Staaten von 4,1 auf 8,5 Prozent anwachsen.
Dieses rasante Wachstum macht Rechenzentren von einer bislang eher randständigen Technologieinfrastruktur zu einem der wichtigsten Akteure im Energiesektor. Energieversorger können neue Großverbraucher nicht mehr so einfach ans Netz anschließen wie ein Einkaufszentrum oder eine Fabrik.
Netzbetreiber müssen Übertragungsleitungen verstärken, neue Umspannwerke errichten und Erzeugungskapazitäten bereitstellen, die auch bei Windflaute, nachts oder während extremer Wetterlagen zuverlässig Strom liefern.
Dabei geht es nicht nur um die insgesamt benötigte Strommenge. Rechenzentren entstehen häufig in großen Clustern – oftmals in Regionen, in denen das Stromnetz bereits heute nahe seiner Belastungsgrenze arbeitet. Die zusätzlichen Gigawatt verteilen sich daher nicht gleichmäßig über das Land, sondern konzentrieren sich unter anderem auf Virginia, Texas, Georgia, Arizona sowie die Umgebung weiterer Technologiezentren.


Erdgas bleibt das Rückgrat des Stromsystems….
Zumindest in den kommenden Jahren wird der größte Teil des zusätzlichen Strombedarfs durch Erdgas gedeckt werden.
Gaskraftwerke sollen sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr rund 40 Prozent der amerikanischen Stromerzeugung liefern. Sie können Elektrizität kontinuierlich bereitstellen und ihre Leistung flexibel an die aktuelle Nachfrage anpassen – eine Eigenschaft, die angesichts des rasanten Nachfragewachstums für Netzbetreiber von entscheidender Bedeutung ist.
Zugleich verfügen die USA über umfangreiche eigene Erdgasvorkommen und eine vergleichsweise gut ausgebaute Infrastruktur. Der Bau neuer Kraftwerksblöcke könnte jedoch durch fehlende Pipelines, lange Lieferzeiten für Gasturbinen sowie langwierige Genehmigungsverfahren verzögert werden.
Der KI-Boom verschafft damit einer Branche neuen Auftrieb, die noch vor wenigen Jahren vor allem mit einem schrittweisen Übergang zu erneuerbaren Energien gerechnet hatte.
Gleichzeitig haben sich die großen Technologieunternehmen ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Sollte der Strombedarf neuer Rechenzentren jedoch überwiegend durch zusätzliche Gaskraftwerke gedeckt werden, dürfte die Erfüllung dieser Emissionsziele deutlich schwieriger werden.

Solarenergie wächst in Rekordtempo...
Neben Erdgas erlebt auch die Solarenergie einen außergewöhnlich starken Ausbau.
Im Mai erzeugten amerikanische Solarkraftwerke mit 45,5 Terawattstunden so viel Strom wie nie zuvor und deckten damit 12,8 Prozent der gesamten Stromproduktion. Damit übertraf Solarenergie erstmals während eines vollständigen Kalendermonats die Kohleverstromung, deren Anteil bei 12,2 Prozent lag.
Solarparks und Batteriespeicher stellten zugleich 91 Prozent der gesamten neu installierten Erzeugungskapazität dar, die im ersten Quartal 2026 ans Netz ging.
Der Grund dafür ist nicht allein der Klimaschutz. Photovoltaikanlagen lassen sich in vielen Regionen schneller errichten als neue Gas-, Kohle- oder Kernkraftwerke. Zudem liefern sie gerade an heißen, sonnigen Tagen besonders viel Strom – also genau dann, wenn Klimaanlagen den Stromverbrauch auf Höchstwerte treiben.
Allein können Solaranlagen den Bedarf von Rechenzentren jedoch nicht decken. Diese benötigen rund um die Uhr eine stabile Stromversorgung – auch am Abend, in der Nacht oder während mehrerer aufeinanderfolgender bewölkter Tage. Batteriespeicher können die Stromerzeugung bislang in der Regel nur um wenige Stunden verschieben.
Deshalb schließen Technologieunternehmen zunehmend langfristige Lieferverträge ab, die Solar- und Windenergie mit Batteriespeichern sowie verlässlichen Grundlastquellen kombinieren. Gleichzeitig wächst das Interesse an Geothermie, kleinen modularen Kernreaktoren (SMR) und der Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kernkraftwerke.

Kohle verliert an Bedeutung – könnte aber länger am Netz bleiben...
Nach Prognosen der EIA wird der Anteil der Kohle an der amerikanischen Stromerzeugung von 17 Prozent im Jahr 2025 auf 15 Prozent in diesem und im kommenden Jahr sinken.
Für den langfristigen Rückgang sind vor allem günstigeres Erdgas, der rasche Ausbau erneuerbarer Energien und das hohe Alter vieler Kohlekraftwerke verantwortlich. Im April 2026 fiel die Stromerzeugung aus Kohle auf den niedrigsten Monatswert der Geschichte.
Der steigende Strombedarf könnte jedoch einigen Kraftwerksblöcken eine längere Laufzeit verschaffen. Netzbetreiber befürchten, dass bei einer schnelleren Stilllegung von Kraftwerken, als neue Erzeugungskapazitäten und Leitungen ans Netz gehen, während Lastspitzen nicht mehr genügend gesicherte Leistung zur Verfügung stehen könnte.
Der KI-Boom schafft damit ein Paradox: Obwohl Technologieunternehmen zu den größten Abnehmern erneuerbarer Energien gehören, könnte gerade die Geschwindigkeit ihrer Expansion dazu beitragen, fossile Kraftwerke länger in Betrieb zu halten.
Entscheidend wird daher nicht allein sein, wie viel grüner Strom eingekauft wird, sondern ob neue CO₂-arme Erzeugungskapazitäten am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt entstehen – dort, wo auch die neuen Rechenzentren gebaut werden.

Haushalte und Industrie könnten die Rechnung bezahlen...
Für Energieversorger sind Rechenzentren äußerst attraktive Kunden. Sie beziehen enorme Mengen Strom, laufen rund um die Uhr und schließen häufig langfristige Lieferverträge ab.
Die entscheidende Frage lautet jedoch: Wer trägt die Kosten für den Ausbau der Stromnetze und der Erzeugungskapazitäten?
Errichtet ein Netzbetreiber neue Leitungen, Umspannwerke oder Kraftwerke für ein Rechenzentrum, das letztlich nicht gebaut oder deutlich geringer ausgelastet wird als geplant, könnten die Investitionskosten bei den übrigen Stromkunden landen. Dasselbe gilt, wenn regulatorische Vorgaben es erlauben, einen erheblichen Teil der Investitionen über allgemeine Netzentgelte auf alle Verbraucher umzulegen.
In einigen Regionen der Vereinigten Staaten trägt der Boom der Rechenzentren bereits heute zu steigenden Preisen für Kapazitätsmärkte bei, die eine ausreichende Zahl verfügbarer Kraftwerke für künftige Spitzenlasten sicherstellen sollen. Wie stark sich dies auf die Stromrechnungen auswirkt, hängt jedoch von den jeweiligen Marktregeln der Bundesstaaten und den Tarifen der einzelnen Energieversorger ab.
Andererseits kann ein großer, kontinuierlicher Stromabnehmer auch Vorteile bringen: Die Fixkosten des Netzes verteilen sich auf eine größere verkaufte Strommenge. Deshalb wird sich die Entwicklung nicht überall gleichermaßen auswirken. Ausschlaggebend sind das Tempo des Netzausbaus, die Vertragsgestaltung und die Frage, ob die Kosten tatsächlich von den Betreibern der Rechenzentren getragen werden.



Die größte Hürde für KI könnten die Stromleitungen sein….
Die Debatte über Künstliche Intelligenz konzentrierte sich bislang vor allem auf die Verfügbarkeit leistungsfähiger Chips. Immer deutlicher zeigt sich jedoch, dass die physische Energieinfrastruktur zum eigentlichen Engpass werden könnte.
Eine neue Serverhalle lässt sich schneller errichten als eine Hochspannungsleitung. Für Gasturbinen gelten Lieferzeiten von mehreren Jahren, und in manchen Regionen kann sich allein der Netzanschluss neuer Erzeugungsanlagen nahezu ein Jahrzehnt hinziehen.
Deshalb prüfen Betreiber von Rechenzentren zunehmend den Bau eigener Kraftwerke oder den direkten Anschluss an bestehende Energiequellen. Manche Projekte kombinieren Gaskraftwerke, Solarparks und Batteriespeicher unmittelbar am Standort der Serverfarmen. Andere sichern sich langfristig Strom aus Kernkraftwerken.
Damit entsteht ein neues Geschäftsmodell für die Technologiebranche. Unternehmen, die sich bis vor Kurzem vor allem mit Software und Halbleitern beschäftigten, beginnen zunehmend wie Energieunternehmen zu handeln: Sie reservieren Kraftwerkskapazitäten, finanzieren neue Erzeugungsanlagen und verhandeln über Pipelines, Transformatoren und Übertragungsleitungen.
Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz kann sich nur dann weiter beschleunigen, wenn auch ihre physische Infrastruktur im gleichen Tempo wächst.
Den Vereinigten Staaten mangelt es weder an Daten noch an Kapital oder Hochleistungschips. Immer deutlicher wird jedoch, dass der eigentliche Flaschenhals des nächsten KI-Booms eine weitaus unscheinbarere Ressource sein könnte: der Zugang zu einer zuverlässigen Stromversorgung.

Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/ai-datacen ... olar-HYEby
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevaten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 20.Juli 2026:

Obsah:
Aktivisten fordern neue UVP für die Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Temelín.
Dukovany nimmt Block 3 vom Netz, im August folgt auch Block 4.
Das unsterbliche Kernkraftwerk Temelín.
CEZ-Stiftung: Gemeinden können bis zu 150.000 Kronen für Baumpflanzungen erhalten.
Ungarn ringt mit einem Atomprojekt unter Regie Moskaus:
Kritiker schlagen vor, den begonnenen Bau der Reaktoren im Kernkraftwerk Paks II einzufrieren.
Studie: Neuer Kernkraftwerksblock würde die Schweizer Wirtschaft stärken und die Stromversorgung im Winter verbessern

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Aktivisten fordern neue UVP für die Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Temelín
ČTK
17. Juli 2026 Tageszeitung Ceskobudejovicky denik

Foto: Besuch des Ministers Karel Havlíček im Kernkraftwerk Temelín.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz (OIŽP/ BIU) und die Umweltorganisation Calla sprechen sich gegen eine Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany um 20 Jahre ohne eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aus. Nach ihrer Auffassung umgeht Tschechien damit europäisches Recht und setzt sich dem Risiko gerichtlicher Auseinandersetzungen aus. Der Energieversorger ČEZ hält dem entgegen, dass es sich nicht um ein neues Vorhaben handle, das eine UVP erfordere, und dass beide Kraftwerke über unbefristete Betriebsgenehmigungen verfügten.
Die Verlängerung der Laufzeit der bestehenden Reaktorblöcke in Temelín und Dukovany auf insgesamt 80 Jahre wurde vom Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), angekündigt.
„Der Betrieb eines Kernkraftwerks über einen Zeitraum von achtzig Jahren kann nicht allein auf der Grundlage technischer Gutachten des Betreibers und verwaltungsrechtlicher Entscheidungen genehmigt werden. Eine derart grundlegende Änderung muss erneut im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Umwelt geprüft werden, und die Öffentlichkeit muss die Möglichkeit haben, sich dazu zu äußern“, erklärte Gabriela Reitingerová im Namen der Vereinigung OIŽP/ BIU. Ihrer Ansicht nach müsse das Verfahren auch eine Bewertung grenzüberschreitender Auswirkungen umfassen. Zudem müssten Bürger, Kommunen und Fachleute aus den Nachbarstaaten die Möglichkeit erhalten, sich an diesem Verfahren zu beteiligen.

Klimawandel..
Nach Ansicht der Organisation Calla ist die UVP ebenfalls weit mehr als nur ein formaler Schritt. „Neben umfangreichen technologischen Veränderungen geht ein längerer Betrieb auch mit größeren Mengen radioaktiver Abfälle einschließlich abgebrannter Brennelemente einher. Hinzu kommen die Entnahme von Kühlwasser und die damit verbundenen Auswirkungen auf Ökosysteme in einer Umwelt, die sich infolge des Klimawandels verändert“, erklärte Edvard Sequens von Calla. Er fügte hinzu, dass die Analysen von ČEZ nicht öffentlich zugänglich seien. Im Fall des Kernkraftwerks Dukovany habe ČEZ deren Herausgabe mit der Begründung verweigert, es handele sich um Geschäftsgeheimnisse.
Der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, erklärte gegenüber ČTK, dass ČEZ beim Betrieb sowie bei der Planung der künftigen Nutzung der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín vollständig im Einklang mit der geltenden tschechischen und europäischen Gesetzgebung sowie den internationalen Standards handle.
„Für den Weiterbetrieb bereits bestehender und seit Langem in Betrieb befindlicher Kernkraftwerke über den Zeitraum von sechzig Jahren hinaus wird keine neue Genehmigung erteilt. Nach dem Gesetz handelt es sich daher nicht um ein neues Vorhaben, das ein anschließendes Genehmigungs- oder Umweltverträglichkeitsverfahren erfordern würde“, sagte Marek Sviták.

Nukleare Sicherheit auf unbestimmte Zeit...
Die Kraftwerke verfügen über unbefristete Betriebsgenehmigungen der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB. „Unsere Bereitschaft für einen weiteren sicheren Betrieb weisen wir in regelmäßigen Abständen von zehn Jahren nach“, ergänzte Marek Sviták. Nach Angaben von ČEZ hängt der langfristige Weiterbetrieb der Kraftwerke daher neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen auch von Investitionen in Wartung, Erneuerung und Modernisierung der Anlagen ab.
Nach Auffassung der Aktivisten verstößt die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke jedoch gegen europäisches Recht.
„Sollten die tschechischen Behörden versuchen, die gesetzlich vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung für die Laufzeitverlängerung von Dukovany und Temelín zu umgehen, setzt sich der Staat dem Risiko gerichtlicher Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das europäische Recht aus“, erklärte Edvard Sequens.
Er verwies darauf, dass der Gerichtshof der Europäischen Union bereits in einem Präzedenzfall zur Verlängerung der Laufzeit belgischer Reaktoren um zehn Jahre entschieden habe, dass ein solches Vorhaben im Sinne der UVP-Richtlinie als Vorhaben einzustufen sei und daher einer vollständigen Umweltverträglichkeitsprüfung einschließlich grenzüberschreitender Konsultationen bedürfe. „Diese Prüfung muss erfolgen, bevor die rechtliche Entscheidung über die Laufzeitverlängerung getroffen wird“, fügte Edvard Sequens hinzu.

Quelle: https://ceskobudejovicky.denik.cz/zprav ... jsg7p1hZEQ
/gr/


Dukovany nimmt Block 3 vom Netz, im August folgt auch Block 4
ČTK
17. Juli 2026, oenergetice.cz

Im Kernkraftwerk Dukovany beginnt eine planmäßige Abschaltung des dritten Reaktorblocks. Während der Revision werden die Energietechniker einen Teil der Brennelemente austauschen sowie Inspektionen und Wartungsarbeiten an den Anlagen durchführen. Im August soll außerdem der benachbarte vierte Block für etwa einen Monat außer Betrieb genommen werden, da Arbeiten an einer für beide Blöcke gemeinsamen Anlage vorgesehen sind. Dies teilte der Sprecher des Kraftwerks, Radek Doležal, heute der Nachrichtenagentur ČTK mit. Er ergänzte, dass ein derartiges zeitliches Zusammentreffen von Abschaltungen nach dem derzeitigen Plan erst wieder im Jahr 2032 vorgesehen sei.

Das Kernkraftwerk Dukovany verfügt über vier Reaktorblöcke. „Die diesjährige Abschaltung des dritten Blocks gehört zu den technisch anspruchsvolleren. Neben den üblichen Inspektionen und Wartungsarbeiten stehen Arbeiten an den Sicherheitssystemen, die Reinigung eines Dampferzeugers sowie die Umsetzung Dutzender Investitionsmaßnahmen auf dem Programm“, erklärte der Kraftwerksdirektor Roman Havlín. Nach den bisherigen Planungen soll die Revision im Block 3 bis Ende September abgeschlossen sein.

Nach der Abschaltung des dritten Blocks werden sämtliche Brennelemente aus dem Reaktorkern entfernt. Anschließend wird der Wasserstand im Reaktor auf ein Niveau abgesenkt, das Wartungsarbeiten an den Armaturen des Kühlsystems des Reaktorkerns ermöglicht. Bestandteil der Arbeiten ist außerdem die Reinigung des Dampferzeugers PG2 in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Framatome.
Während der Abschaltung werden die Mitarbeiter insgesamt 50 Investitionsprojekte umsetzen. Sämtliche bedeutenden Maßnahmen dienen der Erhöhung der Sicherheit, der Modernisierung der Anlagen oder der Verlängerung der Lebensdauer des Kraftwerks. Dazu zählen unter anderem die Erneuerung der Nachkühlsysteme, die Modernisierung der elektrischen Schutzeinrichtungen der Sicherheitsschaltanlagen, der Austausch alternder Kabel sowie Anpassungen der Systeme zur langfristigen Wärmeabfuhr, teilte das Energieunternehmen ČEZ mit.

Die Kernkraftwerke der ČEZ-Gruppe sind in den vergangenen Jahren schrittweise auf verlängerte Brennstoffzyklen umgestellt worden. In Dukovany gilt seit dem Jahr 2024 ein 16-monatiger Brennstoffzyklus als Standard: Die Blöcke sind jeweils 14 Monate in Betrieb, anschließend folgt eine mehr als einmonatige Abschaltung. Das Kernkraftwerk Temelín wird die Umstellung auf einen 18-monatigen Brennstoffzyklus noch in diesem Jahr abschließen. Das Ziel ist es, die Stromerzeugung insgesamt zu steigern, den Kernbrennstoff effizienter zu nutzen und die technische Belastung der Anlagen zu verringern.

Die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany erzeugten im vergangenen Jahr zusammen 32,066 Terawattstunden (TWh) Strom, davon entfielen 14,68 TWh auf Dukovany. In diesem Jahr hat das Kraftwerk Dukovany bislang 8,087 TWh elektrische Energie ins Netz eingespeist.

Die vier Reaktorblöcke von Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Nach Einschätzung des Unternehmens ČEZ können sie bis zu 80 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme betrieben werden, also voraussichtlich bis in die Jahre 2065 bis 2067. Zwei weitere Reaktorblöcke am Standort Dukovany sollen vom südkoreanischen Unternehmen KHNP errichtet werden.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... a-i-ctvrty

/gr/

Das unsterbliche Kernkraftwerk Temelín
20.07.2026, Wochenzeitung Respekt Seite 16

Das Kernkraftwerk Temelín in Südböhmen darf voraussichtlich 20 Jahre länger betrieben werden, als die Behörden ursprünglich vorgesehen hatten. Der Betrieb der beiden Reaktorblöcke könnte somit bis zum Jahr 2082 fortgesetzt werden. Eine vergleichbare Laufzeit wird derzeit auch für das zweite tschechische Kernkraftwerk in Dukovany angestrebt. Die Investitionen in die Laufzeitverlängerung werden sich auf mehrere Milliarden Kronen belaufen.
„Das Kernkraftwerk Temelín weist seit vielen Jahren ein Höchstmaß an Sicherheit und Zuverlässigkeit auf“, erklärte der Generaldirektor der ČEZ-Gruppe, Daniel Beneš. Dies sei die Grundlage für die Überlegungen gewesen, die Laufzeit der Reaktorblöcke in Temelín zu verlängern.
/gr/


CEZ-Stiftung: Gemeinden können bis zu 150.000 Kronen für Baumpflanzungen erhalten
20.07.2026, Tageszeitung Českobudějovický deník Rubrik: Aktuelles aus Südböhmen

České Budějovice/ Budweis – Städte und Gemeinden haben noch bis Ende Juli Zeit, finanzielle Unterstützung für die Pflanzung neuer Bäume, die Anlage von Gemeinschaftsobstwiesen oder die Erneuerung historischer Alleen zu beantragen. Die zweite Runde des beliebten Förderprogramms „Stromy“ (Bäume), das regelmäßig von der ČEZ-Stiftung ausgeschrieben wird, nimmt Anträge auf Zuschüsse von bis zu 150.000 CZK nur noch bis Ende Juli entgegen.
Förderanträge können nicht nur Stadt- und Gemeindeverwaltungen stellen, sondern auch lokale gemeinnützige Organisationen, Vereine sowie Schulen und Kindergärten. Südböhmen zählt dabei zu den aktivsten Regionen. Die ČEZ-Stiftung hat hier bereits 102 Projekte mit insgesamt mehr als 10,4 Millionen CZK unterstützt.

Neue Baumalleen und Gemeinschaftsgärten tragen dazu bei, Ortschaften in Südböhmen zu kühlen, Feuchtigkeit im Boden zu speichern und heimische Baumarten sowohl in Städten als auch in der freien Landschaft wieder anzusiedeln.
„Als wir das Förderprogramm Stromy / Bäume vor fünfzehn Jahren ins Leben riefen, konnten wir kaum ahnen, welche grüne Spur es in der gesamten Tschechischen Republik hinterlassen würde. Noch mehr freut uns jedoch, dass das Interesse an dem Programm auch nach so vielen Jahren ungebrochen ist. Bei vielen Projekten sehen wir zudem, dass das Pflanzen selbst nur der Anfang ist. Die Menschen entwickeln eine Beziehung zu den Bäumen, verfolgen ihr Wachstum und kümmern sich langfristig gemeinsam um sie“, sagte Michaela Ziková, Direktorin der ČEZ-Stiftung.
Dank des Programms wachsen inzwischen in der gesamten Tschechischen Republik mehr als 158.000 Bäume. Würden sie in einer einzigen Reihe gepflanzt, entstünde eine Allee, die von Prag bis zur Makarska-Riviera in Kroatien reichen würde – eine Strecke, die sogar die Entfernung von Aš bis Košice übertrifft.
Die Gesamtfläche der neu angelegten Grünanlagen entspricht etwa 128 Fußballfeldern. Insgesamt hat die Stiftung bislang 1.164 Projekte mit mehr als 121 Millionen CZK gefördert.
Ausführliche Informationen finden Interessierte auf der Website der ČEZ-Stiftung.
Autor: Marek Sviták, Pressesprecher des Kernkraftwerks Temelín
/gr/


Ungarn ringt mit einem Atomprojekt unter Regie Moskaus
Kritiker schlagen vor, den begonnenen Bau der Reaktoren im Kernkraftwerk Paks II einzufrieren
20.7.2026 Tageszeitung MF DNES Seite 12

In unmittelbarer Nachbarschaft des Kernkraftwerks Paks, rund 100 Kilometer südlich von Budapest am rechten Donauufer, wird intensiv gebaut. „Am Aushub der Baugrube für Block 6, die 150 Meter breit, 190 Meter lang und 23 Meter tief ist, arbeiten Fräsen, Kettenbagger, Bulldozer und Lastwagen. Mehr als die Hälfte der rund 500.000 Kubikmeter Erdreich wurde bereits entfernt. Parallel dazu werden die Bohrpfahlwände verankert und der dauerhafte Sicherheitszaun errichtet“, teilte die Projektgesellschaft, die für den Bau der beiden neuen russischen Reaktorblöcke vom Typ WWER-1200 verantwortlich ist, in einem aktuellen Bericht mit. Die Reaktoren entstehen im Rahmen des Projekts Paks II.
Die ersten Betonarbeiten für das Fundament des künftigen Blocks 5 begannen im Februar dieses Jahres. „Die Aushubarbeiten verlaufen planmäßig und werden regelmäßig vor Ort von der Ungarischen Atomenergiebehörde kontrolliert“, heißt es weiter.
Im vergangenen Monat kündigte die Regierung des neuen ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar jedoch eine „Überprüfung der Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Paks, der Verträge zum Projekt Paks II sowie des gesamten Investitionsprozesses“ an. Es handelt sich um das erste russische Kernkraftwerksprojekt in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, das trotz der gegen Russland verhängten EU-Sanktionen weitergeführt wird.

Die bestehenden Reaktoren leisten weiterhin ihren Dienst….
Die Kernenergie bildet seit den 1980er Jahren eine tragende Säule der ungarischen Energieversorgung. Wie das ungarische Portal Narancs.hu berichtet, ist ihre Bedeutung zwar weiterhin groß, der Anteil des einzigen Kernkraftwerks des Landes an der heimischen Stromerzeugung sank jedoch in den vergangenen zehn Jahren von 53,6 auf 45,2 Prozent. Ursache dafür ist allerdings nicht ein Rückgang der Kernenergie, sondern der starke Ausbau der Solarenergie in Ungarn.
Das Kernkraftwerk Paks verfügt über vier Reaktorblöcke, die zwischen den Jahren 1982 und 1987 in Betrieb genommen wurden. Sie arbeiten bis heute mit Reaktoren des Typs WWER-440/V-213, die vom Pilsener Unternehmen Škoda JS hergestellt und geliefert wurden. Das Unternehmen ist auf Engineering, Fertigung und Service von Anlagen für Kernkraftwerke, insbesondere für Reaktoren des Typs WWER, spezialisiert.
„Im Laufe der Jahre haben wir Antriebe für Steuerstäbe, Einführstäbe, Spannvorrichtungen sowie Kanäle zur Messung des Neutronenflusses geliefert. Außerdem führten wir regelmäßige Inspektionen der Reaktordruckbehälter und Wartungsarbeiten an den von uns gelieferten Anlagen, insbesondere an den Antrieben, durch“, heißt es auf der Website des Unternehmens.
Zwischen den Jahren 2016 und 2021 modernisierte Škoda JS die Leittechnik aller vier Blöcke. Dabei wurden die bisherigen Systeme zur Reaktorleistungsregelung, Steuerstabansteuerung und sicherheitsrelevanten Abschaltung durch moderne digitale Systeme ersetzt. Im Jahr 2018 erfolgte die Modernisierung von Block 3. Drei Jahre später gewann Škoda JS die Ausschreibung für die Inspektion der Reaktordruckbehälter, die zwischen den Jahren 2021 und 2024 an den Blöcken 2, 3 und 4 durchgeführt wurde. Zudem erhielt das Unternehmen den Auftrag zur Herstellung und Lieferung von Einführstäben für die Antriebe der Reaktorsteuerstäbe.
Am Bau der neuen Reaktorblöcke in Ungarn ist das traditionsreiche Unternehmen aus Pilsen derzeit jedoch nicht beteiligt.
„Škoda JS ist gegenwärtig in keiner Weise am Projekt der neuen Blöcke des Kernkraftwerks Paks II beteiligt. Zu einer möglichen weiteren Entwicklung möchten wir uns derzeit nicht äußern“, erklärte der Unternehmenssprecher Karel Samec gegenüber MF DNES.


Ein Projekt mit schwierigem Start….
Trotz der engen Beziehungen der früheren ungarischen Regierung zu Moskau erwies sich der Bau eines neuen Kernkraftwerks als deutlich komplizierter als ursprünglich erwartet.
Konkrete Gestalt nahm das Projekt Paks II im Jahr 2014 an, nachdem Ministerpräsident Viktor Orbán und der russische Präsident Wladimir Putin eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet hatten, die anschließend vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Im Januar desselben Jahres wurde ein zwischenstaatliches Abkommen geschlossen, das russischen Unternehmen und ihren internationalen Zulieferern den Bau von zwei neuen WWER-1200-Reaktoren sowie einen russischen Staatskredit von bis zu zehn Milliarden Euro zur Finanzierung von 80 Prozent des Projekts zusicherte.
Der Antrag auf die Baugenehmigung wurde im Juli 2020 eingereicht, die Genehmigung im August 2022 erteilt. Im Jahr 2023 wurde ein Bauzeitenplan verabschiedet, der die Inbetriebnahme der neuen Blöcke zu Beginn der 2030er Jahre vorsieht. Die Genehmigung für die ersten Betonarbeiten am Fundament des künftigen fünften Blocks erteilte die Ungarische Atomenergiebehörde im November 2024; im Frühjahr dieses Jahres wurde schließlich der erste Beton gegossen.

Neue politische Lage entfacht Debatte….
Der politische Machtwechsel in Ungarn hat eine neue Diskussion über den Sinn des Projekts ausgelöst.
Die Partei Tisza, die die Parlamentswahl am 12. April gewann, kritisierte bereits im Wahlkampf die aus ihrer Sicht überhöhten Kosten der neuen Reaktorblöcke. Mitte April erklärte der Generaldirektor von Rosatom, Alexej Lichatschow, der Konzern sei bereit, sämtliche Fragen der neuen ungarischen Regierung zum Projekt Paks II zu beantworten.
„Wir sind bereit, die Wirtschaftlichkeit des Projekts, die Angemessenheit seines Preises und alle weiteren Parameter zu überprüfen. Wir werden jede Frage beantworten. Sämtliche Entscheidungen wurden vollkommen transparent getroffen – in Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation und internationalen Experten“, sagte er der ungarischen Nachrichtenagentur.

Ein Ausstieg wäre schwierig….
Beobachtern zufolge legt Ministerpräsident Péter Magyar seine Karten bislang nicht vollständig auf den Tisch. Zwar betrachtet er die Kernenergie grundsätzlich als unverzichtbar, bezeichnet Paks II jedoch als überteuertes Projekt und kündigte eine umfassende Überprüfung sämtlicher Verträge an.
Die derzeit veranschlagten Kosten von 12,5 Milliarden Euro berücksichtigen weder zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen noch die Endlagerung radioaktiver Abfälle. Zudem basiert die Finanzierung auf einem russischen Staatskredit, wodurch Ungarn in erhebliche finanzielle Abhängigkeit von Russland gerät.
Neben den Kosten steht auch das Vergabeverfahren in der Kritik. Nach Ansicht der Gegner handelt es sich von Beginn an um ein umstrittenes Projekt. Rosatom erhielt den Auftrag ohne Ausschreibung, und wesentliche Vertragsdetails sollen für 30 Jahre geheim bleiben. Obwohl die Europäische Kommission Paks II bereits im Jahre 2017 genehmigte, bestehen in Brüssel weiterhin Zweifel an der Transparenz des Projekts, an seinen tatsächlichen Kosten sowie an den geopolitischen Risiken.
Die hohen technologischen und finanziellen Anforderungen stärken die Position der Kritiker. Sie halten weitere Investitionen in Paks II für nicht mehr vertretbar und schlagen vor, das Projekt einzufrieren, die Verluste zu begrenzen und die verfügbaren Mittel in modernere Technologien – etwa kleine modulare Reaktoren (SMR) – umzulenken.
Dennoch bleibt die Fortsetzung des Projekts das wahrscheinlichste Szenario. Experten sind sich einig, dass ein Abbruch weit mehr wäre als eine politische Geste. Um Vertragsstrafen in existenzbedrohender Höhe zu vermeiden, müsste die neue ungarische Regierung eindeutig nachweisen, dass die russische Seite ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt hat. Ein solcher Schritt würde zudem den sofortigen Übergang zu einer alternativen Energiestrategie erfordern, die auf einem massiven Ausbau erneuerbarer Energien basiert.
Autorin: Dáša Hyklová, MF DNES
/gr



/Studie: Neuer Kernkraftwerksblock würde die Schweizer Wirtschaft stärken und die Stromversorgung im Winter verbessern
Autor: Jiří Puchnar
20. Juli 2026, oenergetice.cz

Der Bau eines neuen Kernkraftwerksblocks würde der Schweiz laut einer Studie von BAK Economics helfen, ihre Stromimporte im Winter zu reduzieren und gleichzeitig der heimischen Wirtschaft Milliardenerträge bringen. Das Projekt würde jedoch die Beteiligung des Staates und eine langfristige finanzielle Förderung erfordern.
Die Analyse wurde vom Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics im Auftrag des Schweizer Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse erstellt. Im Basisszenario geht sie vom Bau eines Druckwasserreaktors des Typs EPR mit einer elektrischen Nettoleistung von 1.630 MW aus, dessen Inbetriebnahme für das Jahr 2050 vorgesehen ist.
Bei einem angenommenen Kapazitätsfaktor von 85 % würde das Kraftwerk jährlich rund 12,1 TWh Strom erzeugen. Davon würden nahezu 6,7 TWh auf die Wintermonate entfallen, in denen die Schweiz stärker auf Stromimporte angewiesen ist. Der neue Reaktor könnte damit etwa 15 % des erwarteten Winterstromverbrauchs des Landes im Jahr 2050 decken.

Milliardenimpulse für die heimische Wirtschaft….
Die Gesamtinvestitionskosten werden in der Studie auf 17,25 Milliarden Schweizer Franken (CHF) – umgerechnet rund 451 Milliarden Tschechische Kronen – zu Preisen des Jahres 2024 geschätzt.
Dem Modell zufolge würden rund 51 % der Baukosten in Form inländischer Wertschöpfung der Schweizer Wirtschaft zugutekommen. Während der Bauphase würde dadurch eine kumulierte Wertschöpfung von etwa 7,4 Milliarden CHF (rund 194 Milliarden CZK) entstehen.
Nach der Inbetriebnahme würde das Kraftwerk jährlich einen gesamtwirtschaftlichen Beitrag von rund 1,56 Milliarden CHF leisten. Gleichzeitig würde das Projekt etwa 2.900 Arbeitsplätze sichern und den öffentlichen Haushalten jährlich rund 95 Millionen CHF an direkten Steuereinnahmen einbringen.
Nach Abzug der angenommenen staatlichen Förderung beziffert die Studie den jährlichen Nettobeitrag zum Bruttoinlandsprodukt auf rund 938 Millionen CHF (etwa 24,5 Milliarden CZK).
Zu den weiteren Vorteilen eines stabilen inländischen Stromerzeugers zählen eine höhere Versorgungssicherheit, geringere Preisschwankungen im Winter sowie eine niedrigere Abhängigkeit von Stromimporten.

Ohne staatliche Unterstützung wäre das Projekt nicht realisierbar….
Die Studie geht nicht davon aus, dass sich der neue Reaktor allein durch den Verkauf von Strom am Markt finanzieren könnte. Die durchschnittlichen Stromgestehungskosten über die gesamte Lebensdauer des Reaktors werden auf 115,5 CHF/MWh geschätzt, während der erwartete Marktpreis bei 64 CHF/MWh (zu konstanten Preisen des Jahres 2024) liegt.
Nach dem Modell müsste die Differenz durch staatliche Unterstützung in Höhe von rund 51,5 CHF/MWh, also etwa 625 Millionen CHF pro Jahr, ausgeglichen werden. Darüber hinaus wird eine staatliche Beteiligung an der Finanzierung angenommen, um die Kapitalkosten zu senken.
Die Ergebnisse bedeuten daher nicht, dass ein neuer Kernkraftwerksblock ohne öffentliche Unterstützung wirtschaftlich betrieben werden könnte. Nach Ansicht der Autoren würden seine wirtschaftlichen, energiepolitischen und steuerlichen Vorteile die erforderliche Förderung jedoch übersteigen.

Entscheidend werden Kosten und politische Unterstützung sein...
Zurückhaltender beurteilt eine unabhängige Analyse von Experten der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts den Bau neuer Kernkraftwerke.
Demnach wären neue Kernkraftwerke unter den derzeitigen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen in der Schweiz ohne staatliche Förderung, eine teilweise Übernahme der Investitionsrisiken durch den Staat sowie eine deutliche Senkung der Bau- und Finanzierungskosten nicht wettbewerbsfähig.
In Szenarien ohne neue Kernkraftwerke erweist sich daher unter den heutigen Bedingungen eine Kombination aus Photovoltaik, Wasserkraft, weiteren erneuerbaren Energien, Energiespeichern und grenzüberschreitendem Stromhandel als wirtschaftlich vorteilhafter.
Nach den verwendeten Modellen bliebe die Schweiz im Winter jedoch weiterhin auf Netto-Stromimporte in einer Größenordnung von 5,4 bis 12,4 TWh angewiesen. Neue Kernkraftwerke könnten diese Abhängigkeit verringern.
Das Schweizer Parlament verabschiedete im Juni 2026 eine Gesetzesänderung, die die Genehmigung neuer Kernkraftwerke wieder ermöglichen soll. Da die Gegner der Reform ein Referendum erzwungen haben, werden die Schweizer Stimmbürger voraussichtlich im Jahr 2027 über die Aufhebung des Neubauverbots entscheiden.
Die Aufhebung des Verbots würde allerdings noch keine Entscheidung über den Bau eines konkreten Reaktorblocks oder über dessen Finanzierung bedeuten.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -elektriny
/gr/



/gr/


Studie: Neuer Kernkraftwerksblock würde die Schweizer Wirtschaft stärken und die Stromversorgung im Winter verbessern
Autor: Jiří Puchnar
20. Juli 2026, oenergetice.cz

Der Bau eines neuen Kernkraftwerksblocks würde der Schweiz laut einer Studie von BAK Economics helfen, ihre Stromimporte im Winter zu reduzieren und gleichzeitig der heimischen Wirtschaft Milliardenerträge bringen. Das Projekt würde jedoch die Beteiligung des Staates und eine langfristige finanzielle Förderung erfordern.
Die Analyse wurde vom Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics im Auftrag des Schweizer Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse erstellt. Im Basisszenario geht sie vom Bau eines Druckwasserreaktors des Typs EPR mit einer elektrischen Nettoleistung von 1.630 MW aus, dessen Inbetriebnahme für das Jahr 2050 vorgesehen ist.
Bei einem angenommenen Kapazitätsfaktor von 85 % würde das Kraftwerk jährlich rund 12,1 TWh Strom erzeugen. Davon würden nahezu 6,7 TWh auf die Wintermonate entfallen, in denen die Schweiz stärker auf Stromimporte angewiesen ist. Der neue Reaktor könnte damit etwa 15 % des erwarteten Winterstromverbrauchs des Landes im Jahr 2050 decken.

Milliardenimpulse für die heimische Wirtschaft….
Die Gesamtinvestitionskosten werden in der Studie auf 17,25 Milliarden Schweizer Franken (CHF) – umgerechnet rund 451 Milliarden Tschechische Kronen – zu Preisen des Jahres 2024 geschätzt.
Dem Modell zufolge würden rund 51 % der Baukosten in Form inländischer Wertschöpfung der Schweizer Wirtschaft zugutekommen. Während der Bauphase würde dadurch eine kumulierte Wertschöpfung von etwa 7,4 Milliarden CHF (rund 194 Milliarden CZK) entstehen.
Nach der Inbetriebnahme würde das Kraftwerk jährlich einen gesamtwirtschaftlichen Beitrag von rund 1,56 Milliarden CHF leisten. Gleichzeitig würde das Projekt etwa 2.900 Arbeitsplätze sichern und den öffentlichen Haushalten jährlich rund 95 Millionen CHF an direkten Steuereinnahmen einbringen.
Nach Abzug der angenommenen staatlichen Förderung beziffert die Studie den jährlichen Nettobeitrag zum Bruttoinlandsprodukt auf rund 938 Millionen CHF (etwa 24,5 Milliarden CZK).
Zu den weiteren Vorteilen eines stabilen inländischen Stromerzeugers zählen eine höhere Versorgungssicherheit, geringere Preisschwankungen im Winter sowie eine niedrigere Abhängigkeit von Stromimporten.

Ohne staatliche Unterstützung wäre das Projekt nicht realisierbar….
Die Studie geht nicht davon aus, dass sich der neue Reaktor allein durch den Verkauf von Strom am Markt finanzieren könnte. Die durchschnittlichen Stromgestehungskosten über die gesamte Lebensdauer des Reaktors werden auf 115,5 CHF/MWh geschätzt, während der erwartete Marktpreis bei 64 CHF/MWh (zu konstanten Preisen des Jahres 2024) liegt.
Nach dem Modell müsste die Differenz durch staatliche Unterstützung in Höhe von rund 51,5 CHF/MWh, also etwa 625 Millionen CHF pro Jahr, ausgeglichen werden. Darüber hinaus wird eine staatliche Beteiligung an der Finanzierung angenommen, um die Kapitalkosten zu senken.
Die Ergebnisse bedeuten daher nicht, dass ein neuer Kernkraftwerksblock ohne öffentliche Unterstützung wirtschaftlich betrieben werden könnte. Nach Ansicht der Autoren würden seine wirtschaftlichen, energiepolitischen und steuerlichen Vorteile die erforderliche Förderung jedoch übersteigen.

Entscheidend werden Kosten und politische Unterstützung sein...
Zurückhaltender beurteilt eine unabhängige Analyse von Experten der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts den Bau neuer Kernkraftwerke.
Demnach wären neue Kernkraftwerke unter den derzeitigen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen in der Schweiz ohne staatliche Förderung, eine teilweise Übernahme der Investitionsrisiken durch den Staat sowie eine deutliche Senkung der Bau- und Finanzierungskosten nicht wettbewerbsfähig.
In Szenarien ohne neue Kernkraftwerke erweist sich daher unter den heutigen Bedingungen eine Kombination aus Photovoltaik, Wasserkraft, weiteren erneuerbaren Energien, Energiespeichern und grenzüberschreitendem Stromhandel als wirtschaftlich vorteilhafter.
Nach den verwendeten Modellen bliebe die Schweiz im Winter jedoch weiterhin auf Netto-Stromimporte in einer Größenordnung von 5,4 bis 12,4 TWh angewiesen. Neue Kernkraftwerke könnten diese Abhängigkeit verringern.
Das Schweizer Parlament verabschiedete im Juni 2026 eine Gesetzesänderung, die die Genehmigung neuer Kernkraftwerke wieder ermöglichen soll. Da die Gegner der Reform ein Referendum erzwungen haben, werden die Schweizer Stimmbürger voraussichtlich im Jahr 2027 über die Aufhebung des Neubauverbots entscheiden.
Die Aufhebung des Verbots würde allerdings noch keine Entscheidung über den Bau eines konkreten Reaktorblocks oder über dessen Finanzierung bedeuten.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -elektriny
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
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