Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 29.Mai 2026:
Wie sich ČEZ aufspaltet. Was die Aktionäre vor der größten Veränderung in der Geschichte des Konzerns erwarten können
29.5.2026 Tageszeitung HN Autor: Jan Broz
Die Energieinfrastruktur hat in letzter Zeit relativ häufig den Eigentümer gewechselt. In Tschechien wurden die Gasnetzbetreiber Gas Distribution und GasNet verkauft, davor bereits die Fernleitungen von Net4Gas. Im Strombereich übernimmt die Gruppe Emma Capital von Jiří Šmejc derzeit den rumänischen Netzbetreiber Evryo Group, der früher ČEZ gehörte. Und im Westen kauft wiederum der deutsche Staat Anteile am größten dortigen Übertragungsnetzbetreiber TenneT, um seinen Einfluss auf die strategischen „großen Leitungen“ zu stärken, die sich in Deutschland ungewöhnlicherweise in privater Hand befinden.
All diese Deals könnten jedoch von dem geplanten Angebot eines Minderheitsanteils an den Gesellschaften ČEZ Distribuce und GasNet überschattet werden – als Vorstufe zum Vorhaben der Regierung, die vollständige Kontrolle über die Kraftwerke der Energiegruppe zu übernehmen.
Die Verteilunternehmen von ČEZ sollen zwar gemeinsam mit dem Energievertrieb an 3,2 Millionen Kunden, dem ESCO-Dienstleistungssegment, dem Trading und möglicherweise auch Telekommunikationsaktivitäten verkauft werden, doch niemand zweifelt daran, dass vor allem die 171.000 Kilometer Stromleitungen und 70.000 Kilometer Gasleitungen das eigentliche Interesse der Investoren wecken werden.
Die Details der Transaktion, die das Potenzial hat, zur größten Vermögensumschichtung in Tschechien der kommenden Jahre zu werden, werden die Aktionäre von ČEZ auf der Hauptversammlung am 1. Juni diskutieren. Der Plan ist bislang allerdings nur in groben Zügen bekannt, viele Schlüsselpunkte bleiben unklar. Welche Szenarien sind also möglich, wie viel könnte der Verkauf einbringen und auf welche entscheidenden Punkte sollten sich sowohl die Anteilseigner von ČEZ als auch potenzielle Interessenten an den Verteilnetzen konzentrieren?
Bis zum Frühjahr entsteht „ČEZ 2“
Der erste Teil des Plans zur Aufspaltung und Verstaatlichung von ČEZ, den der Energiekonzern offiziell als „Optimierung“ bezeichnet, ist relativ einfach. Spätestens bis zum Frühjahr des nächsten Jahres sollen die genannten Bereiche von ČEZ in eine neue Tochtergesellschaft ausgegliedert werden. Ein Name wird noch gesucht; vorläufig wird die künftige Firma als „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) bezeichnet, informell auch als „ČEZ 2“.
An ihre Spitze soll der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani treten, der bereits seit dem Jahr 2011 zur Führungsspitze des Energiekonzerns gehört. Früher galt er als Kronprinz, später trat er etwas in den Hintergrund. In jüngster Zeit gilt er jedoch wieder als die Nummer zwei bei ČEZ hinter Generaldirektor Daniel Beneš. Es handelt sich jedenfalls um einen erfahrenen Manager, der trotz kleinerer Kontroversen, die mit einer exponierten Position unvermeidlich verbunden sind, allgemein einen guten Ruf genießt.
Die Unternehmensteile, die unter Cyrani übergehen sollen, trugen im vergangenen Jahr mit fast 40 Prozent zum gesamten operativen EBITDA von 137 Milliarden Kronen bei. ČEZ erwartet jedoch, dass ihr Anteil schrittweise wachsen und bis zum Jahr 2030 rund 60 Prozent des gesamten EBITDA erreichen wird. Im „alten“ ČEZ verbleiben damit die Stromerzeugung aus Kernenergie, Gas, erneuerbaren Energien, auslaufender Kohle sowie der Bergbau der Severočeské doly /Nordböhmische Gruben.
An die Ausgliederung der DSZS soll der zweite und entscheidende Schritt der gesamten Optimierung anschließen, von dessen Erfolg auch die Umsetzung des dritten Schrittes abhängen wird. Dabei geht es um den Verkauf von bis zu 49 Prozent der neu gegründeten Gesellschaft, um Mittel für den Rückkauf des 30-prozentigen Anteils der Minderheitsaktionäre am großen ČEZ zu beschaffen – und damit um die vollständige Übernahme der Kontrolle über die Erzeugungsanlagen durch den Staat.
Wie verkauft wird und an wen, ist bislang nicht klar. „Alles ist möglich, nichts ist entschieden“, erklärte Beneš Ende April, als die Führung von ČEZ den Plan erstmals offiziell öffentlich vorstellte.
Über die Börse oder direkt?
Im Wesentlichen werden zwei Szenarien diskutiert: ein Verkauf über die Börse oder ein Direktverkauf an strategische Investoren beziehungsweise eine Kombination beider Varianten. Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile.
Ein Verkauf über die Prager Börse würde zumindest teilweise den Wegfall des attraktivsten Titels kompensieren, nachdem der „große ČEZ“ nach Abschluss der Verstaatlichung von der Börse verschwinden wird. „Geschichte und Theorie zeigen, dass höhere Erlöse erzielt werden, wenn kleine Anteile an viele Käufer verkauft werden – also über ein IPO. Eine kleine Zahl großer Käufer kann sich dagegen gegenseitig abstimmen oder koordinieren und bietet daher keine hohen Preise“, meint der Analyst Radim Dohnal von Capitalinked.
Dem widerspricht Martin Pacovský, Chef des Investmentfonds Arete Energy Transition und früher selbst hochrangiger Manager bei ČEZ. Wenn große Investoren gegeneinander bieten, entstehe mehr Wettbewerb. „An der Börse wird das Eigentum extrem zersplittert sein“, ergänzt Pacovský.
Am Markt überwiegt die Überzeugung, dass eher ein Direktverkauf an strategische Investoren bevorzugt wird – möglicherweise kombiniert mit einem Börsengang, jedoch nicht ausschließlich als IPO. Außerdem wird davon ausgegangen, dass dies bereits entschieden ist und Gespräche mit potenziellen Käufern laufen.
Wer könnte einsteigen?
Als Käufer kommen vor allem ausländische Investmentgruppen und Pensionsfonds infrage, die auf stabile Erträge aus dem regulierten Verteilgeschäft setzen und bereits Erfahrungen mit ähnlichen Investitionen in der Region gesammelt haben. Genannt werden etwa die australische Investmentgesellschaft Macquarie, Allianz, kanadische Pensionsfonds oder norwegische Staatsfonds.
Theoretisch könnten auch große Energiekonzerne wie EPH von Daniel Křetínský oder Sev.en von Pavel Tykač Interesse zeigen. Gegen ihre Beteiligung spricht jedoch, dass sie sich zuletzt eher auf renditestärkere und risikoreichere Vermögenswerte konzentriert haben. Durch eine Verbindung mit „ČEZ 2“ würde zudem ein äußerst mächtiger Akteur entstehen, der die Energiepolitik des Staates erheblich beeinflussen könnte – was kaum im Interesse der Regierung liegt.
EBITDA-Multiplikator oder RAB?
Entscheidend wird natürlich sein, zu welchem Preis der Anteil an „ČEZ 2“ verkauft werden kann. Die Schätzungen orientieren sich meist an EBITDA-Multiplikatoren. „Der Wert eines Energieverteilunternehmens sollte sich ungefähr beim Zehnfachen des EBITDA bewegen“, schätzt Marek Rehberger von Patria Corporate Finance. Das würde bedeuten, dass der Verkauf von knapp der Hälfte der DSZS zwischen 210 und 290 Milliarden Kronen einbringen könnte.
Allerdings hängt viel davon ab, welcher Anteil der derzeitigen Nettoverschuldung von 206 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft übertragen wird.
Branchenkenner weisen jedoch darauf hin, dass bei der Bewertung von Energieverteilern die regulierte Vermögensbasis (RAB) ein besserer Maßstab als EBITDA sei – also im Wesentlichen der Wert des Unternehmensvermögens. Verteilunternehmen werden Experten zufolge gewöhnlich zum Ein- bis 1,2-Fachen des RAB verkauft.
Die Summe des RAB von ČEZ Distribuce, GasNet und Gas Distribution, die Teil der DSZS werden sollen, liegt bei etwa 250 Milliarden Kronen. Aus dieser Perspektive könnte der Verkauf der Hälfte der Anteile rund 150 Milliarden Kronen einbringen, zuzüglich eines Aufschlags für den Energievertrieb und die ESCO-Dienstleistungen.
Der Faktor Staat
Der endgültige Preis kann allerdings noch von weiteren Faktoren beeinflusst werden. Wie viel Gas- und Stromnetzbetreiber verdienen dürfen, bestimmt der Staat über die Energieregulierungsbehörde ERÚ. Diese legt fest, welche Investitionen in Wartung und Ausbau der Netze anerkannt werden und welcher Gewinn als angemessen gilt.
Netze gelten deshalb als sicheres Geschäft – allerdings mit begrenzter Rendite. Der Staat will weder, dass die strategische Infrastruktur verfällt, noch dass die Energieverbraucher zu hohe Preise zahlen.
Gerade die Frage der künftigen Regulierung könnte Investoren jedoch verunsichern. Die Regierung von Andrej Babiš erklärt offen, dass die Senkung der Energiepreise Priorität habe – insbesondere über den regulierten Preisbestandteil. Für manche Investoren könnte das ein Warnsignal sein.
Gibt es bereits eine Einigung mit den großen Minderheitsaktionären?
Der Erlös aus dem Verkauf von bis zu 49 Prozent der DSZS soll dem Rückkauf des 30-prozentigen Anteils der Minderheitsaktionäre am Mutterkonzern ČEZ dienen. Dieser Anteil hat bei der aktuellen Marktkapitalisierung einen Wert von rund 213 Milliarden Kronen.
Der Staat muss jedoch beim Rückkauf die Schwelle von 90 Prozent der Aktien überschreiten, um die verbleibenden Aktionäre herausdrängen zu können. Problematisch wäre es, wenn ein Aktionär oder eine Gruppe mehr als zehn Prozent der Aktien hielte. In diesem Zusammenhang wird häufig die Rolle des Milliardärs Pavel Tykač und seiner Verbündeten erwähnt.
Nach Ansicht vieler Brancheninsider gibt es jedoch bereits eine vorläufige Einigung mit den wichtigsten Minderheitsaktionären. Der gesamte Prozess steht zudem unter erheblichem Zeitdruck – er muss bis Herbst 2029 abgeschlossen sein, wenn die nächsten Parlamentswahlen stattfinden. Eine künftige Regierung könnte der Idee staatlicher Kraftwerke deutlich weniger wohlgesonnen sein als das derzeitige Kabinett.
Die Möglichkeit, dass das Projekt der Aufspaltung und Verstaatlichung von ČEZ „auf halbem Weg“ stecken bleibt, bleibt daher durchaus realistisch.
/gr/
CEZ-Generaldirektor Beneš holt sich Zustimmung für den Umbau von ČEZ. Die Hauptversammlung 2026 in Fragen und Antworten
29.5.2026 E15 Autor: Jan Vavra
Foto: Generaldirektor von ČEZ, Daniel Beneš, beim Briefing im April zum Tagesordnungspunkt der diesjährigen Hauptversammlung von ČEZ: Optimierung der Eigentümerstruktur und Governance der ČEZ-Gruppe.
• Die Hauptversammlung der Aktionäre von ČEZ rückt näher und wird dieses Jahr außergewöhnlich wichtig.
• Der Vorstand unter Führung von Daniel Beneš will die Zustimmung zu einer Vermögensumstrukturierung des Energiekonzerns erhalten.
• Dies soll der erste Schritt zur erwarteten Verstaatlichung des Produktionsbereichs des Unternehmens sein.
Die Beschlüsse der Hauptversammlung von ČEZ 2026 können erhebliche Auswirkungen auf den Energiemarkt in der Tschechischen Republik haben. Der dominierende heimische Stromerzeuger soll letztlich vollständig unter staatliche Kontrolle gelangen und von der Prager Börse verschwinden. Welcher Weg dorthin führt und was sonst noch auf der Tagesordnung der diesjährigen Aktionärsversammlung steht, fasst das Portal e15 in Form von Fragen und Antworten zusammen.
-Frage: Wann und wo findet die Hauptversammlung von ČEZ 2026 statt?
-In diesem Jahr findet sie ungewöhnlicherweise bereits am 1. Juni statt und nicht wie in den Vorjahren Ende des Monats. Sie beginnt um neun Uhr im Prager Kongresszentrum. Auch das ist eine Änderung gegenüber dem Vorjahr, als die Veranstaltung im Gebäude O2 Universum stattfand.
„Der Grund ist das Angebot verfügbarer Räumlichkeiten in Prag. Im vergangenen Jahr war das Kongresszentrum zum gewünschten Termin nicht verfügbar. In den letzten Jahren hatten wir die Hauptversammlung beispielsweise auch im Kongresszentrum Cubex oder im Top Hotel Praha. Die Kapazität des O2 Universum und des Kongresszentrums unterscheidet sich aber im Wesentlichen nicht“, präzisierte bereits früher der ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž. Die Registrierung der Aktionäre beginnt um 7.30 Uhr am Veranstaltungsort. Die Teilnehmer sollten damit rechnen, dass sich das Programm der Hauptversammlung bis in die Abendstunden hinziehen kann.
-Frage:Warum ist die Hauptversammlung von ČEZ dieses Jahr so wichtig?
-Sie könnte die größte Aktion der tschechischen Energiewirtschaft seit mehreren Jahrzehnten einleiten. Neben der Genehmigung der Dividende und des Jahresabschlusses soll die Hauptversammlung auch über die Zustimmung zum Vorhaben entscheiden, den nicht-produzierenden Teil der ČEZ-Gruppe in eine neue Gesellschaft mit dem Arbeitstitel DSZS auszugliedern. Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Abberufung und Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrates.
Die Anteilseigner von ČEZ haben zudem die Möglichkeit, dem Vorstand Fragen zu stellen, und einer der bedeutendsten Minderheitsaktionäre von ČEZ, Michal Šnobr, hat bereits angekündigt, dass es auf der Hauptversammlung lebhaft zugehen werde. Er will unter anderem danach fragen, auf welcher Grundlage ČEZ-Chef Daniel Beneš die Erlöse aus einem möglichen Verkauf eines 49-prozentigen Anteils an DSZS schätzt.
-Wie hängt die Hauptversammlung von ČEZ 2026 mit der Verstaatlichung zusammen?
Sie soll der erste Schritt des gesamten Prozesses sein. Falls der Vorschlag des Unternehmensvorstands auf der Hauptversammlung grünes Licht erhält, wird die Leitung von ČEZ die Unternehmensstruktur in einen Produktions- und einen Kundenbereich einschließlich Trading-Division und Telekommunikationsdiensten aufteilen. Durch die Übertragung des Kundensegments auf DSZS erhält das Management gleichzeitig die Befugnis, einen Minderheitsanteil an DSZS zu verkaufen. Dadurch würde ČEZ, an dem der tschechische Staat 70 Prozent hält, Geld erhalten, das entsprechend den Regierungsplänen für den Rückkauf der Minderheitsaktionäre von ČEZ verwendet werden soll.
„Das ist eines der Szenarien, wie man die volle Kontrolle über den Produktionsbereich von ČEZ erlangen kann. Das Unternehmen schafft sich damit einen soliden Cashflow, um den Rückkauf realisieren zu können. Anders gesagt: ČEZ würde dabei keine Verluste erleiden, wie es der Fall wäre, wenn der Staat zu hundert Prozent mit voller Ausstattung, also einschließlich der Handels- oder Vertriebsgesellschaften, vorgehen würde. Und die Energiesicherheit wird dadurch nicht gefährdet, weil zum Beispiel ČEZ Distribuce ein weitgehend reguliertes Unternehmen ist, dessen Preise für mehrere Jahre im Voraus klar festgelegt werden“, zitierte das Portal iRozhlas am Dienstag den Industrieminister Karel Havlíček (ANO), der einen solchen Schritt nach eigenen Angaben unterstützt.
-Frage: Wer kandidiert für den Aufsichtsrat von ČEZ?
-Auf dem Programm steht auch eine Erneuerung des Aufsichtsrates. Das Finanzministerium hat die ersten fünf Namen neuer Mitglieder veröffentlicht:
• Radim Fiala, stellvertretender Vorsitzender der Bewegung SPD
• Karel Tyll, Generaldirektor der Haushaltssektion im Finanzministerium
• Petr Bejček, Generaldirektor der Rechtssektion im Finanzministerium
• Vladislav Smrž, stellvertretender Umweltminister
• Josef Kotrba, Geschäftsführer des Verbandes der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik
Das Finanzministerium soll insgesamt acht Mitglieder des Aufsichtsrates nominieren. Die übrigen vier werden von den Beschäftigten von ČEZ gewählt.
-Frage: Wie hoch ist die vorgeschlagene Dividende?
-Der Vorstand von ČEZ plant derzeit die Ausschüttung von 80 Prozent des Nettogewinns, was einer Dividende von 42 Kronen je Aktie entspricht. Das Finanzministerium hat keinen Gegenantrag gestellt, der Aktionär Petr Kalivoda jedoch schon. Er schlägt eine Ausschüttung von 50 Kronen je Aktie vor. Der Vorstand von ČEZ lehnt dies jedoch ab.
-Frage: Wie könnte die Hauptversammlung von ČEZ 2026 den Aktienkurs beeinflussen?
-Ein Teil der Investoren kalkuliert damit, dass ein erfolgreicher Verkauf eines 49-prozentigen Anteils an ČEZ DSZS den aktuellen Aktienkurs um etwa 250 Kronen erhöhen könnte. Und solche Überlegungen berücksichtigen noch nicht einmal eine mögliche Prämie beim Rückkauf der Aktien der Minderheitsaktionäre im Rahmen der Verstaatlichung.
Theoretisch sollte die geplante Aufspaltung der ČEZ-Gruppe allerdings bereits weitgehend im Aktienkurs eingepreist sein. Eine Ablehnung des Plans auf der Hauptversammlung gilt als unwahrscheinlich. Die Absicht zur Umstrukturierung der Gruppe mit anschließendem Rückkauf der ČEZ-Aktien ist bislang jedoch nur in Grundzügen bekannt. Es fehlen Details etwa zur Berücksichtigung der Schulden in der neuen Tochtergesellschaft oder zur Art des Verkaufs des Minderheitsanteils.
„Für große ausländische Investoren ist die Aktie immer noch schwer verständlich. In Tschechien wechselten die Regierungen, und jede ging anders mit dem Ausbau von Dukovany oder der Verstaatlichung von ČEZ um. Institutionelle Investoren wollen auf eine verbindliche Zusage zur Aufspaltung der Gruppe warten, die schwarz auf weiß aus der Hauptversammlung hervorgeht. Sie kaufen lieber teurer, aber in einem sicheren Umfeld oder während eines bereits angelaufenen Prozesses“, schätzte früher bereits der Investor und Berater Aleš Vávra, der in der Vergangenheit den Fonds Metatron Short Equity leitete.
-Frage: Was bedeutet die erwartete Aufteilung von ČEZ für die Endkunden?
-Unter den möglicherweise neu entstehenden nicht-produzierenden Teil von ČEZ würden bis Ende des ersten Quartals 2027 die bisherigen Strom- und Gaskunden der ČEZ-Gruppe übergehen.
„Wir schlagen vor, die Kunden in eine neue Tochtergesellschaft auszugliedern. Der nächste Schritt könnte der Verkauf eines Minderheitsanteils sein, der abhängig von der Marktsituation im kommenden Jahr beginnen würde“, erklärte ČEZ-Chef Daniel Beneš bereits früher zu diesem Thema und betonte, dass sämtliche Kundenverträge weiterhin gültig bleiben.
Die Millionen Kunden würden damit automatisch unter ČEZ DSZS wechseln, und grundsätzlich sollte sich für sie nichts Wesentliches ändern. Mit der möglichen Ausnahme, dass ČEZ sie über die Übertragung und die Änderung des Namens ihres Lieferanten informieren würde.
Quelle: https://www.e15.cz/byznys/benes-si-jde- ... ch-1433159
/gr/
Das Teilen von Strom im Plattenbau wird zum Hit – auch dank Einsparungen bei den Netzentgelten
28.05.2026 Ekonomicky denik
Energie
Foto: Eines der ersten Projekte zum Teilen von Strom in Tschechien wurde von den Unternehmen DZ Dražice und Enado für die Bewohner eines älteren Mehrfamilienhauses in Luby im Bezirk Cheb vorbereitet.
Das Interesse am Teilen von Strom unter den Tschechen wächst weiter. Im April wurden gegenseitig rekordverdächtige 15.880 Megawattstunden weitergeleitet. Wie das Elektroenergetische Datenzentrum (EDC) in seinem Bericht mitteilt, ist insbesondere beim Teilen von Strom innerhalb von Mehrfamilienhäusern ein starkes Wachstum zu beobachten. Hier können Verbraucher nämlich erhebliche finanzielle Einsparungen erzielen.
Laut aktueller Statistik gibt es in der Tschechischen Republik bereits 1057 Mehrfamilienhäuser, in denen die Bewohner den erzeugten Strom gemeinsam nutzen. „Mehrfamilienhäuser teilen in der Regel Strom aus einer Solaranlage auf dem eigenen Dach und sind daher logischerweise von der Zahlung von Netzentgelten befreit. Im Vergleich zu anderen Gruppen, die Strom teilen, können Wohnungseigentümergemeinschaften (SVJ) dadurch bis zu 40 Prozent der gesamten Stromkosten einsparen“, erklärte der Generaldirektor des EDC, Pavel Šunda.
Zahl der Teilnehmer überschritt 40.000
Voraussetzung für den Erfolg ist die richtige Einstellung des sogenannten Allokationsschlüssels, also der Verteilung des gemeinsam genutzten Stroms auf die einzelnen Wohnungen. „Weitere Einsparungen entstehen natürlich dadurch, dass der eigene Strom kostenlos ist und die Menschen ihn nicht von einem Energiehändler kaufen müssen. Die Kombination dieser Effekte macht Mehrfamilienhäuser zu der Gruppe mit der schnellsten Amortisation einer Photovoltaik-Investition“, ergänzt Pavel Šunda.
Ende April registrierte das EDC fast 43.000 Interessenten am Stromteilen. Dazu gehören neben den bereits erwähnten Haushalten in Mehrfamilienhäusern auch sogenannte aktive Kunden (deren Zahl bereits 24.500 erreicht hat) sowie Energiegemeinschaften. Zahlenmäßig überwiegt das „kleine Teilen“, also beispielsweise die Weiterleitung von Strom aus einer Photovoltaikanlage innerhalb eines Mehrgenerationenhauses. Auch das Interesse von Gemeinden und Unternehmen am Teilen von Energie nimmt zu.
Nach und nach wächst auch das Interesse an der Teilnahme an Energiegemeinschaften. Die Energieregulierungsbehörde hat bislang 122 solcher Gemeinschaften registriert. Einige von ihnen haben bereits die Grenze von hundert Teilnehmern überschritten und Produzenten von Solar- oder Wasserkraftstrom sowie Betreiber von Batteriespeichern eingebunden. An manchen Gemeinschaften beteiligen sich auch Betreiber von Biogasanlagen.
Streit über Erleichterungen bei den Netztarifen...
Die Union der Gemeinschaftsenergie (UKEN) weist darauf hin, dass das größte Hindernis für die Entwicklung von Energiegemeinschaften weiterhin das Fehlen einer dynamischen Methode zur Verteilung des gemeinsam genutzten Stroms ist. Aufgrund dieses Mangels gingen diesen Gemeinschaften angeblich bis zu 50 Prozent des erzeugten Stroms verloren. Ebenso sei es in Tschechien bislang nicht gelungen, Ermäßigungen bei den Zahlungen für die Nutzung des Stromnetzes durchzusetzen. Laut UKEN existieren vergleichbare Rabatte in Österreich, Portugal oder Frankreich und tragen dort zu einem schnelleren Wachstum der kommunalen Energieversorgung bei.
Die Einführung einer solchen Ermäßigung stößt in Tschechien allerdings auf Widerstand anderer Marktteilnehmer – insbesondere von Stromlieferanten und Netzbetreibern. Bei einer stärkeren Ausweitung des Stromteilens würden sich die Netzkosten nämlich auf ein kleineres Volumen der „marktüblichen“ Stromlieferungen verteilen. Das Ergebnis wären höhere Strompreise für Unternehmen und Haushalte, die nicht am Stromteilen teilnehmen.
Lex OZE II ebnete den Weg...
Die Möglichkeit des Stromteilens wurde durch eine Novelle des Energiegesetzes geschaffen, die seit August 2024 gilt. Die ersten Marktteilnehmer schlossen sich bereits im September an, als die ersten 150 MWh Strom geteilt wurden. Im Februar des vergangenen Jahres überschritt das Volumen des geteilten Stroms die Marke von 1000 MWh, im August näherte es sich bereits der Grenze von 10.000 MWh. Da sich das Teilen hauptsächlich auf Strom aus Photovoltaik bezieht, hat die weitergeleitete Strommenge einen deutlich saisonalen Charakter.
Die Novelle des Energiegesetzes mit der Bezeichnung Lex OZE II wurde Ende 2023 vom Parlament verabschiedet. Wie damals der Vorsitzende der Kammer für erneuerbare Energien, Štěpán Chalupa, betonte, habe Tschechien in dieser Hinsicht andere Länder der Europäischen Union überholt. Ein derart großzügig gestaltetes Recht auf das Teilen von Strom aus erneuerbaren Quellen – sogar ohne Beteiligung an einer Energiegemeinschaft – wurde in anderen europäischen Ländern bislang nicht eingeführt.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/sdileni-elek ... ava-hitem/
/gr/
Temelín schließt nach drei Jahren die Modernisierung der Generatorkühlung ab
ČTK
28. Mai 2026, oenergetice.cz
Das Kernkraftwerk Temelín hat eine umfassende Modernisierung des Kühlsystems der Generatoren erfolgreich abgeschlossen. Die Investitionsmaßnahme, die im Jahr 2023 begann, erforderte Ausgaben in Höhe von mehreren zehn Millionen Kronen. Die Techniker tauschten die zentralen Wärmetauscher im Untergeschoss der Maschinenhalle aus. Die neue Anlage ermöglicht künftig Wartungsarbeiten bei laufendem Betrieb, wodurch die geplanten Abschaltungen beider Blöcke verkürzt werden können. Dies teilte heute der Sprecher des Kraftwerks, Marek Sviták, den Journalisten mit.
Die Techniker tauschten innerhalb von drei Jahren in jedem Produktionsblock zwei Kühler aus, die die kontinuierliche Kühlung wichtiger Teile des Generators sicherstellen und helfen, die ideale Betriebstemperatur der Anlagen aufrechtzuerhalten. „Die laufende Modernisierung der Schlüsselsysteme ist eine notwendige Voraussetzung für den langfristig sicheren und zuverlässigen Betrieb unserer beiden Kernkraftwerke. Investitionen dieser Art ermöglichen es uns außerdem, die Effizienz der Produktion von sauberem Strom kontinuierlich zu steigern“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Abteilung Kernenergie.
Bislang führten die Energietechniker Inspektionen und Wartungsarbeiten an diesen Kühlern ausschließlich während geplanter Block-Stillstände durch. Dank der Innovation können dieselben Arbeiten nun während der Stromproduktion erfolgen. „Das ermöglicht uns, den Personalbedarf während der Abschaltungen zu verringern und sich letztlich auch positiv auf deren Gesamtdauer auszuwirken“, erklärte der Kraftwerksdirektor Petr Měšťan. Der eigentliche Austausch gehörte zu den anspruchsvollen Aufgaben. Die Kühler mit einem Durchmesser von 1,3 Metern befinden sich in technischen Räumen in fünf Metern Tiefe unter der Erdoberfläche.
Seit Jahresbeginn hat das Kraftwerk Temelín 6,1 Terawattstunden Strom produziert. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kraftwerks. Das sind 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... generatoru
/gr/
Das deutsche Kernkraftwerk Grohnde erhält Genehmigung zur Demontage des Reaktors
Autor: Jiří Salavec
25. Mai 2026, oenergetice.cz
Die Demontage des deutschen Kernkraftwerks Grohnde kann in ihre nächste Phase übergehen. Das Kraftwerk erhielt vom niedersächsischen Ministerium die zweite und letzte Genehmigung für die weitere Demontage, die auch den Rückbau des eigentlichen Kernreaktors umfasst. Der Druckwasserreaktor des Blocks Grohnde mit einer Leistung von 1430 MW produzierte von 1984 bis 2021 Strom. Die Arbeiten zur Demontage begannen die Techniker im Jahr 2024, die voraussichtliche Dauer des gesamten Prozesses beträgt 15 Jahre.
Der Betreiber des deutschen Kernkraftwerks Grohnde, das Unternehmen PreussenElektra, gab bekannt, dass es vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz die zweite und endgültige Genehmigung für die Demontage der Anlage erhalten hat. Das Kraftwerk mit einem Druckwasserreaktor stellte die Stromproduktion im Jahr 2021 ein. Während seiner Betriebszeit erzeugte es knapp 400 TWh elektrische Energie.
„Ich danke allen Beteiligten für ihre hervorragende Arbeit beim Rückbau. Die Stilllegung kerntechnischer Anlagen muss sicher, transparent und unter strenger Aufsicht der Regulierungsbehörden erfolgen. Unser gemeinsames Ziel ist ein schneller, kompetenter und verantwortungsvoller Demontageprozess“, erklärte Umweltminister Christian Meyer.
Die erste Genehmigung für die Demontage des Blocks mit einer installierten Leistung von 1430 MW erhielt PreussenElektra im Dezember 2023, woraufhin die Techniker den Prozess im Januar 2024 begannen. Im April dieses Jahres teilte das Unternehmen mit, dass die Brennelemente aus dem Zwischenlager des Kraftwerks in Behälter für abgebrannten Brennstoff umgeladen wurden. Die nächste Phase des Prozesses ist nun die technisch anspruchsvolle Demontage der inneren Teile des Reaktordruckbehälters. Diese wird bis Mitte 2028 andauern.
„Die Demontage verläuft planmäßig. Mit der zweiten Genehmigung können wir ohne Probleme entsprechend unserem Zeitplan fortfahren“, erklärte Jörg Bornemann, Direktor des Kernkraftwerks Grohnde.
Demontage von acht Kraftwerken bis 2040...
Das Unternehmen PreussenElektra demontiert in Deutschland insgesamt acht seiner Kernkraftwerke (Brokdorf, Grafenrheinfeld, Grohnde, Isar, Stade, Unterweser und Würgassen). Der letzte in Betrieb befindliche Block Isar 2 stellte die Stromproduktion am 15. April 2023 ein. Alle Kernkraftwerksblöcke sollen bis zum Jahr 2040 vollständig zurückgebaut werden.
„Mit der zweiten Genehmigung verfügen wir nun über alle gesetzlichen Voraussetzungen, um die Demontage des Kraftwerks Grohnde planmäßig durchzuführen. Unser Ziel ist es, den Rückbau sicher, effizient und zügig umzusetzen. Wir wollen den Rückbau der Kernkraftwerke bis Mitte der 2030er Jahre abschließen und die Standorte so schnell wie möglich für zukünftige Projekte nutzen“, betonte Guido Knott, Vorstandsvorsitzender von PreussenElektra.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... i-reaktoru
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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 1.Juni 2026:
Widerstand der Gemeinden gegen die Müllverbrennungsanlage bei Temelín wächst
30.05.2026, TageszeitugngMladá fronta DNES Tschechische Presseagentur (ČTK)
Umwelt
Dem Protest gegen die geplante Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice (Budweis) schließen sich weitere Gemeinden an. Derzeit treten bereits 17 Städte und Gemeinden gemeinsam gegen das Bauvorhaben auf.
Die Gemeinde Temelín bereitet außerdem ein Referendum vor, das möglicherweise gleichzeitig mit den kommunalen Wahlen im Herbst stattfinden könnte, teilte gestern der Sprecher des Petitionsausschusses, Pavel Píha, mit.
Nach Angaben des Unternehmens, das die Verbrennungsanlage plant, erfüllt das Projekt sämtliche Anforderungen für eine sichere Entsorgung von Abfällen.
Das gemeinsame Vorgehen gegen die Anlage wird von den Bürgermeistern von Temelín, Hluboká nad Vltavou, Chrášťany und zahlreichen weiteren Gemeinden unterstützt.
/gr/
Doosan Škoda Power überraschte mit einer großzügigen Dividende
01.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 9 Autor:Patrik Salát
Investitionen
Die Dividendensaison an der Prager Börse läuft auf Hochtouren. Im vergangenen Jahr schütteten die an der tschechischen Börse notierten Unternehmen insgesamt nahezu 90 Milliarden Kronen an ihre Investoren aus. Auch in diesem Jahr werden die Aktionäre nicht leer ausgehen. Zu den traditionellen großzügigen Dividendenzahlern wie Komerční banka, Moneta Money Bank, Philip Morris ČR oder ČEZ gesellt sich nun ein weiteres Unternehmen.
Der Vorstand von Doosan Škoda Power, einem der führenden Hersteller von Dampfturbinen, hat vorgeschlagen, den Aktionären eine Dividende von 28 Kronen je Aktie auszuzahlen. Das entspricht etwa dem Dreifachen der Dividende des Vorjahres, als das Unternehmen 9,76 Kronen je Aktie ausschüttete. Der Analyst Peter Palovič von Wood & Company erklärte, die vorgeschlagene Dividende liege um 88 Prozent über seinen ursprünglichen Erwartungen.
„Das Unternehmen hat eine Dividende in Höhe von 893,2 Millionen Kronen vorgeschlagen. Diese setzt sich aus der Ausschüttung von 100 Prozent des eigenständigen Nettogewinns für das Jahr 2025 (487,4 Millionen Kronen) sowie weiteren 405,4 Millionen Kronen aus den Gewinnrücklagen zusammen. Die Dividende fällt deutlich höher aus als im Vorjahr, obwohl der Nettogewinn im Jahre 2025 niedriger war als 2024. Die Hauptversammlung, auf der über den Vorschlag entschieden wird, findet am 25. Juni statt“, erläuterte Palovič gegenüber den Hospodářské noviny.
Anleger, die Anspruch auf die diesjährige Dividende erwerben möchten, müssen die Aktien von Doosan Škoda Power vor dem 3. Juli kaufen. An diesem Tag fällt der sogenannte Ex-Dividenden-Tag (Ex-Date). Ab diesem Datum werden die Aktien ohne Dividendenanspruch gehandelt. Die Auszahlung der Dividende soll bis spätestens 7. August auf den Konten der Aktionäre eingehen.
Bei einem Aktienkurs von rund 440 Kronen an der Prager Börse ergibt sich eine Dividendenrendite von mehr als 6,3 Prozent. Damit zählt Doosan zu den attraktivsten Dividendentiteln auf dem tschechischen Aktienmarkt. Dies haben offenbar auch die Investoren erkannt und begonnen, die Aktie verstärkt zu kaufen. Seit dem 26. Mai, als die Information über die außergewöhnlich hohe Dividende veröffentlicht wurde, ist der Aktienkurs um etwa zehn Prozent gestiegen.
Gleichzeitig nahm das Handelsvolumen deutlich zu. Allein am Dienstag erreichte es 15,6 Millionen Kronen – etwa das Dreifache des gesamten Handelsvolumens der Vorwoche (18.–22. Mai).
Anleger, die einen Einstieg in die Aktie vor allem wegen der Dividende in Erwägung ziehen und auf ähnlich hohe Ausschüttungen in den kommenden Jahren hoffen, sollten jedoch vorsichtig sein. Vor dem Börsengang hatte das Unternehmen angekündigt, mindestens 70 Prozent des Nettogewinns als Dividende auszuschütten. In diesem Jahr sollen jedoch rund 180 Prozent des Nettogewinns ausgezahlt werden. Sollte das Unternehmen künftig zu seiner ursprünglich angekündigten Ausschüttungsquote zurückkehren, könnten die Dividenden in den kommenden Jahren deutlich niedriger ausfallen.
„Es handelt sich um eine einmalige Sonderdividende, und man sollte nicht davon ausgehen, dass ein derart hohes Ausschüttungsniveau auch in den kommenden Jahren beibehalten wird“, warnt Tomáš Maxa.
„Investoren sollten sich nicht allein von einer hohen Dividendenrendite leiten lassen. Entscheidend ist die Steigerung der Profitabilität des Unternehmens, damit die Dividendenpolitik auch langfristig nachhaltig bleibt“, ergänzt er.
Das tschechische Maschinenbauunternehmen, das zum südkoreanischen Konglomerat Doosan Group gehört, erzielte im vergangenen Jahr einen konsolidierten Umsatz von 5,6 Milliarden Kronen. Dies entsprach einem Rückgang von knapp fünf Prozent gegenüber 2024. Als Gründe nannte das Unternehmen Wechselkurseffekte sowie Verzögerungen bei einigen Projekten.
Aktie von Doosan Škoda Power:
Der Aktienkurs des Unternehmens ist innerhalb des letzten Jahres um rund ein Drittel gestiegen. Quelle: Investing.com.
/gr/
Siebzehn Gemeinden kämpfen gegen die Verbrennungsanlage bei Temelín
01.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9
Tschechische Presseagentur (ČTK)
TEMELÍN – Dem Protest gegen die geplante Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis schließen sich weitere Gemeinden an. Inzwischen treten insgesamt 17 Städte und Gemeinden gemeinsam gegen das Bauvorhaben auf.
Gegen das von der Firma Quail geplante Vorhaben wurde eine Petition ins Leben gerufen, die bereits 2.400 Unterschriften gesammelt hat. Die Gemeinde Temelín bereitet zudem ein Referendum vor, das möglicherweise zeitgleich mit den Kommunalwahlen im Herbst stattfinden könnte. Nach Angaben des Unternehmens erfüllt das Projekt sämtliche Anforderungen für eine sichere Entsorgung von Abfällen.
Die Bürgermeister einigten sich auf der Generalversammlung des Gemeindenvereins Moldau / Sdružení měst a obcí Vltava auf ein gemeinsames Vorgehen in der nächsten Phase des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens (UVP).
„Dieser Schritt stellt einen weiteren bedeutenden Fortschritt in der gesamten Sache dar. Der Widerstand gegen die Verbrennungsanlage entwickelt sich zunehmend von einem bürgerlichen und politischen Protest zu einem koordinierten Vorgehen der Kommunalverwaltungen, die auf die nächste Phase des UVP-Verfahrens fachlich und rechtlich vorbereitet sein wollen“, erklärte der Sprecher des Petitionskomitees, Pavel Píha.
Das Projekt wurde im Rahmen des Umweltprüfungsverfahrens der sogenannten Kategorie I zugeordnet und unterliegt damit dem strengsten Prüfungsregime. Der Investor muss daher eine ausführliche Umweltverträglichkeitsstudie (UVP) erstellen und zahlreiche Einwände von Gemeinden, Fachleuten und der Öffentlichkeit berücksichtigen.
Nach Angaben der Kreisverwaltung muss die Dokumentation noch ergänzt werden. Das Unternehmen soll die genaue Zusammensetzung der zu verbrennenden Stoffe angeben, detailliert erläutern, wie mit Abfällen umgegangen wird, die bei höheren Temperaturen verbrannt werden müssen, sowie die Behandlung der beim Betrieb der Anlage entstehenden gefährlichen Abfälle beschreiben.
Die regionale Gesundheitsbehörde fordert darüber hinaus eine Ergänzung der UVP-Unterlagen um eine Bewertung der Lärmbelastung.
Beteiligte Städte und Gemeinden
• Temelín
• Týn nad Vltavou
• Hluboká nad Vltavou
• Všemyslice
• Dříteň
• Horní Kněžeklady
• Hartmanice
• Chrášťany
• Dražíč
• Žimutice
• Dobšice
• Modrá Hůrka
• Čenkov u Bechyně
• Dolní Bukovsko
• Dívčice
• Olešník
• Číčenice.
/gr/
Wichtiger Tag für ČEZ: Aktionäre entscheiden über die Zukunft des Konzerns
Sofie Krýžová
1. Juni 2026
Seznam Zprávy
Auf der heutigen Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ stehen für die Aktionäre vor allem drei Themen im Mittelpunkt: die Höhe der Dividende, die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft sowie die Neubesetzung des Aufsichtsrats. Die Ausgliederung bestimmter Unternehmensteile könnte zudem den Weg für eine vollständige Verstaatlichung ebnen.
Am Montagmorgen beginnt die Hauptversammlung, die über die weitere Ausrichtung der Energiegruppe ČEZ entscheiden wird. Ihr Ausgang könnte die bisherige Struktur eines der wertvollsten Unternehmen Tschechiens grundlegend verändern und Auswirkungen auf den gesamten tschechischen Energiemarkt haben.
Einer der am meisten erwarteten Tagesordnungspunkte im Prager Kongresszentrum ist die Beratung über den Vorschlag, die nicht-produzierenden Geschäftsbereiche des Unternehmens in eine neue Tochtergesellschaft auszugliedern. Die Aufsichtsräte hatten darüber bereits im April entschieden, nun müssen die Aktionäre dem Vorhaben zustimmen.
Dieser Schritt gilt als erster Meilenstein auf dem Weg zu einer möglichen Verstaatlichung von ČEZ, die sich die tschechische Regierung in ihrem Regierungsprogramm zum Ziel gesetzt hat. Der Staat hält derzeit über das Finanzministerium 69,8 Prozent der Aktien.
In die neue Gesellschaft sollen die Vertriebs- und Netzsparten des Konzerns eingebracht werden, ebenso die Handelsaktivitäten und Energiedienstleistungen. Betroffen wären beispielsweise die Unternehmen ČEZ Prodej/Verkauf, ČEZ Distribuce/Vertilung, GasNet, ČEZ ESCO, Telco Pro Services sowie der Energiehandel.
Nach dem Vorschlag soll ČEZ in diesen Gesellschaften die Mehrheit behalten, also mindestens 51 Prozent der Anteile. Die übrigen Anteile würden Investoren angeboten. Nicht in die Tochtergesellschaft eingebracht würden hingegen die Erzeugungsanlagen, also die Stromproduktion. Sollte die Hauptversammlung die Umstrukturierung genehmigen, soll die Tochtergesellschaft bis Ende des ersten Quartals 2027 gegründet werden.
Traditionell wird die Hauptversammlung auch über die Dividende entscheiden. Der Vorstand schlägt eine Ausschüttung von 42 Kronen je Aktie vor. Insgesamt würden damit 23 Milliarden Kronen an die Aktionäre ausgezahlt, was 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des vergangenen Jahres entspricht.
Erwartet werden zudem Veränderungen im Aufsichtsrat von ČEZ. Das Finanzministerium hat unter anderem den stellvertretenden Vorsitzenden der politischen Bewegung SPD, Radim Fiala, den Geschäftsführer des Energieerbands/ Svaz energetiky, Josef Kotrba, den stellvertretenden Umweltminister Vladislav Smrž sowie die Vertreter des Finanzministeriums Karel Tyll und Petr Bejček nominiert.
Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn des Unternehmens lag damit um 1,7 Milliarden Kronen unter dem Vorjahreswert.
Laut dem Ranking „Česká elita“, das von Seznam Zprávy im November 2025 veröffentlicht wurde, ist ČEZ das wertvollste Unternehmen Tschechiens.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... sti-307470
/gr/
Letzter Abschied von ČEZ in seiner heutigen Form? Aktionäre sollen die Aufspaltung des Unternehmens billigen
Autor: Jan Vávra
1. Juni 2026, E15.cz
Am Montag gegen neun Uhr begann die Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ – in diesem Jahr eine besonders wichtige.
Die Aktionäre stimmen unter anderem über einen strategischen Plan zur Abspaltung der nicht-produzierenden Geschäftsbereiche der ČEZ-Gruppe ab.
Einige Minderheitsaktionäre weisen darauf hin, dass die Versammlung im Prager Kongresszentrum möglicherweise die letzte in ihrer bisherigen Form sein könnte.
Erster Schritt zur Verstaatlichung...
Die Maßnahme gilt als erster Schritt auf dem Weg zur erwarteten Verstaatlichung des Energieriesen, an dem der tschechische Staat bereits knapp 70 Prozent hält. Neben der Genehmigung der Dividende und Änderungen im Aufsichtsrat soll die Hauptversammlung 2026 auch über die Ausgliederung der nicht-produzierenden Aktivitäten in ein neues Unternehmen mit dem Arbeitstitel DSZS entscheiden.
Der Erlös aus dem Verkauf eines Minderheitsanteils an dieser Gesellschaft soll anschließend für den Rückkauf von ČEZ-Aktien von privaten Investoren verwendet werden. Dadurch könnte die Produktionssparte des Konzerns schrittweise vollständig in Staatsbesitz übergehen.
Umfrage...
Zu welchem Preis wären Sie bereit, Ihre ČEZ-Aktien im Falle eines staatlichen Übernahmeangebots zu verkaufen?
• Mindestens 1.800 CZK
• Mindestens 1.500 CZK
• Mindestens 1.300 CZK
• Jeder Preis über 1.000 CZK wäre akzeptabel
(1.614 Stimmen)
„Ein möglicher Weg zur vollständigen Kontrolle“...
„Dies ist eines der Szenarien, wie der Staat die vollständige Kontrolle über den Produktionsbereich von ČEZ erlangen könnte. Das Unternehmen würde sich einen soliden Cashflow schaffen, um den Rückkauf finanzieren zu können. Mit anderen Worten: ČEZ würde dadurch weniger belastet, als wenn die gesamte Gruppe einschließlich der Handels- und Vertriebsgesellschaften übernommen würde. Zudem wird dadurch die Energiesicherheit nicht gefährdet, weil beispielsweise ČEZ Distribuce weitgehend ein reguliertes Unternehmen ist, dessen Preise für mehrere Jahre im Voraus festgelegt werden“, zitierte der Sender iRozhlas / Tschechischer Rundfunk vergangene Woche den Industrieminister Karel Havlíček von der Bewegung ANO, der den Plan nach eigenen Angaben unterstützt.
Die letzte Hauptversammlung dieser Art?
Die Hauptversammlung befasst sich außerdem mit einer Statuten - Änderung, die nach Ansicht des bekannten Minderheitsaktionärs Michal Šnobr eine wesentliche Neuerung enthält.
Konkret soll künftig mit einfacher Mehrheit über Aktienrückkäufe auch im sogenannten Per-Rollam-Verfahren, also schriftlich beziehungsweise aus der Ferne, entschieden werden können.
„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die diesjährige Hauptversammlung von ČEZ die letzte sein wird, an der die Aktionäre persönlich teilnehmen können“, schrieb Šnobr im sozialen Netzwerk X.
„Wir werden als Minderheitsaktionäre den Vorstand dazu auffordern, hinsichtlich der geplanten Umstrukturierung und des Rückkaufs eigener Aktien deutlich konkreter zu werden. Dabei handelt es sich um kursrelevante Informationen von grundlegender Bedeutung. Nur maximale Transparenz des Vorstands kann faire Bedingungen für alle Aktionäre gewährleisten“, erklärte Šnobr am Sonntag und kündigte an, auf der Hauptversammlung das Fragerecht der Minderheitsaktionäre aktiv zu nutzen.
Zugleich wies er darauf hin, dass dem Plan zur Aufspaltung und möglichen Verstaatlichung von ČEZ noch wesentliche Details fehlen.
„Entscheidend ist jetzt, den Vorstand zu fragen, wie die Informationen über den gesamten Prozess an die Aktionäre weitergegeben werden sollen, welcher Zeitplan vorgesehen ist, welche Bewertungen erwartet werden und wie der detaillierte Plan aussieht, um das Regierungsziel einer Verstaatlichung von ČEZ umzusetzen“, fasste Šnobr zusammen.
Der Staat fordert keine höhere Dividende...
Den Vorschlag zur Gründung der neuen Tochtergesellschaft stellte die Konzernführung im April vor. Aus der bestehenden Struktur sollen unter anderem Vertrieb und Verteilung von Energie, Handelsaktivitäten sowie Energiedienstleistungen ausgegliedert werden.
Betroffen wären beispielsweise:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce / Verteilung
• GasNet
• ČEZ ESCO
• die Handelsgesellschaften der Gruppe
• Telco Pro Services
Nach dem Vorschlag soll ČEZ an der neuen Tochtergesellschaft 51 Prozent behalten, während die restlichen Anteile Investoren angeboten werden sollen.
Falls die Hauptversammlung zustimmt, will der Vorstand den Prozess umgehend starten. Die neue Gesellschaft soll bis Ende des ersten Quartals 2027 gegründet werden.
Dividende von 42 Kronen je Aktie...
Ein traditioneller Tagesordnungspunkt ist die Entscheidung über die Dividende.
Der Vorstand schlägt für dieses Jahr eine Ausschüttung von 42 Kronen je Aktie vor. Dies entspricht 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des vergangenen Jahres. Bei Zustimmung der Aktionäre würde ČEZ insgesamt 23 Milliarden Kronen ausschütten.
Der Staat als Mehrheitsaktionär hat in diesem Jahr keinen eigenen Dividendenvorschlag eingebracht. Im vergangenen Jahr zahlte ČEZ nach Genehmigung des Vorstandsvorschlags 47 Kronen je Aktie, insgesamt rund 25,2 Milliarden Kronen.
Wer soll in den Aufsichtsrat von ČEZ einziehen?
Das Finanzministerium hat folgende Kandidaten für den Aufsichtsrat nominiert:
• Radim Fiala, der stellvertretende Vorsizende der SPD - Partei
• Karel Tyll, Direktor der Staatshaushaltssparte im Finanministerium
• Petr Bejček, Direktor der Rechtssparte im Finanzministerium
• Vladislav Smrž, Stellvertrter des Umweltministers
• Josef Kotrba, Direktor des Energieverbands der Tschechischen Reublik
Insgesamt wird das Finanzministerium acht Mitglieder des Aufsichtsrats nominieren. Die übrigen vier Mitglieder werden von den Beschäftigten des Konzerns gewählt.
Quelle: https://www.e15.cz/byznys/posledni-sboh ... my-1433224
/gr/
Tschechen lernen in Seoul den Umgang mit Kernbrennstoff für die neuen Blöcke in Dukovany
ČTK
29. Mai 2026 | oEnergetice.cz
Tschechische Fachkräfte lernen derzeit den Umgang mit dem Kernbrennstoff, der für die neuen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany von der südkoreanischen Firma KEPCO Nuclear Fuel geliefert werden soll. An der Schulung in Seoul nehmen insgesamt 24 Personen teil. Darüber informierte heute die Sprecherin der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, Alice Horáková.
Die Lieferung von Brennstoff für mehrere Betriebsjahre ist Bestandteil des Vertrags über den Bau von zwei neuen Reaktorblöcken in Dukovany. Der Brennstoff soll im ersten der neuen Blöcke ab dem Jahr 2036 eingesetzt werden.
„Mit dem erwarteten Ausbau der Kernenergie wird die Nachfrage nach Fachwissen in Europa steigen, auch im Bereich des Kernbrennstoffs. Die Tschechische Republik arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit bedeutenden Brennstoffherstellern zusammen, darunter dem französischen Unternehmen Framatome und dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse, und verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit Brennstoffen für Reaktoren des Typs VVER. Nun wird zusätzlich Know-how über eine weitere moderne Brennstofftechnologie erworben, was die Attraktivität der Dienstleistungen unserer Unternehmen für ausländische Partner erhöhen wird“, erklärte der Generaldirektor von Elektrárna Dukovany II, Petr Závodský.
Nach Seoul reisten zwölf Mitarbeiter von Elektrárna Dukovany II, drei Vertreter von ČEZ, fünf Mitarbeiter von Energoprojekt Praha sowie vier Fachleute des Atomforschungsinstituts Rez / Ústav jaderného výzkumu Řež. Die aktuelle Schulung ist die erste von insgesamt vier geplanten Ausbildungsmaßnahmen. Weitere Trainings sind für die Jahre 2029, 2030 und 2031 vorgesehen.
Neue Reaktortechnologie in Dukovany….
Im Kernkraftwerk Kernkraftwerk Dukovany sind derzeit vier Reaktorblöcke des Typs VVER-440 in Betrieb. Sie wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen.
Im Kernkraftwerk Temelín arbeiten zwei Reaktorblöcke des Typs VVER-1000.
Die neuen Blöcke in Dukovany werden hingegen auf der Reaktortechnologie APR1000 basieren. Ihre Inbetriebnahme ist für die Jahre 2036 und 2037 geplant.
Wechsel der Brennstofflieferanten...
Derzeit wird in Dukovany noch Kernbrennstoff des russischen Herstellers TVEL eingesetzt. Im vergangenen Jahr erhielt das Kraftwerk erstmals Brennstoff von Westinghouse; eine weitere Lieferung ist für dieses Jahr vorgesehen.
Den Auftrag zum Bau der beiden neuen Reaktorblöcke in Dukovany erhielt die südkoreanische Gesellschaft KHNP.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nske-bloky
/gr/
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Ihre Spende ist hier möglich:
https://whydonate.com/de/fundraising/un ... schechien-
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Widerstand der Gemeinden gegen die Müllverbrennungsanlage bei Temelín wächst
30.05.2026, TageszeitugngMladá fronta DNES Tschechische Presseagentur (ČTK)
Umwelt
Dem Protest gegen die geplante Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice (Budweis) schließen sich weitere Gemeinden an. Derzeit treten bereits 17 Städte und Gemeinden gemeinsam gegen das Bauvorhaben auf.
Die Gemeinde Temelín bereitet außerdem ein Referendum vor, das möglicherweise gleichzeitig mit den kommunalen Wahlen im Herbst stattfinden könnte, teilte gestern der Sprecher des Petitionsausschusses, Pavel Píha, mit.
Nach Angaben des Unternehmens, das die Verbrennungsanlage plant, erfüllt das Projekt sämtliche Anforderungen für eine sichere Entsorgung von Abfällen.
Das gemeinsame Vorgehen gegen die Anlage wird von den Bürgermeistern von Temelín, Hluboká nad Vltavou, Chrášťany und zahlreichen weiteren Gemeinden unterstützt.
/gr/
Doosan Škoda Power überraschte mit einer großzügigen Dividende
01.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 9 Autor:Patrik Salát
Investitionen
Die Dividendensaison an der Prager Börse läuft auf Hochtouren. Im vergangenen Jahr schütteten die an der tschechischen Börse notierten Unternehmen insgesamt nahezu 90 Milliarden Kronen an ihre Investoren aus. Auch in diesem Jahr werden die Aktionäre nicht leer ausgehen. Zu den traditionellen großzügigen Dividendenzahlern wie Komerční banka, Moneta Money Bank, Philip Morris ČR oder ČEZ gesellt sich nun ein weiteres Unternehmen.
Der Vorstand von Doosan Škoda Power, einem der führenden Hersteller von Dampfturbinen, hat vorgeschlagen, den Aktionären eine Dividende von 28 Kronen je Aktie auszuzahlen. Das entspricht etwa dem Dreifachen der Dividende des Vorjahres, als das Unternehmen 9,76 Kronen je Aktie ausschüttete. Der Analyst Peter Palovič von Wood & Company erklärte, die vorgeschlagene Dividende liege um 88 Prozent über seinen ursprünglichen Erwartungen.
„Das Unternehmen hat eine Dividende in Höhe von 893,2 Millionen Kronen vorgeschlagen. Diese setzt sich aus der Ausschüttung von 100 Prozent des eigenständigen Nettogewinns für das Jahr 2025 (487,4 Millionen Kronen) sowie weiteren 405,4 Millionen Kronen aus den Gewinnrücklagen zusammen. Die Dividende fällt deutlich höher aus als im Vorjahr, obwohl der Nettogewinn im Jahre 2025 niedriger war als 2024. Die Hauptversammlung, auf der über den Vorschlag entschieden wird, findet am 25. Juni statt“, erläuterte Palovič gegenüber den Hospodářské noviny.
Anleger, die Anspruch auf die diesjährige Dividende erwerben möchten, müssen die Aktien von Doosan Škoda Power vor dem 3. Juli kaufen. An diesem Tag fällt der sogenannte Ex-Dividenden-Tag (Ex-Date). Ab diesem Datum werden die Aktien ohne Dividendenanspruch gehandelt. Die Auszahlung der Dividende soll bis spätestens 7. August auf den Konten der Aktionäre eingehen.
Bei einem Aktienkurs von rund 440 Kronen an der Prager Börse ergibt sich eine Dividendenrendite von mehr als 6,3 Prozent. Damit zählt Doosan zu den attraktivsten Dividendentiteln auf dem tschechischen Aktienmarkt. Dies haben offenbar auch die Investoren erkannt und begonnen, die Aktie verstärkt zu kaufen. Seit dem 26. Mai, als die Information über die außergewöhnlich hohe Dividende veröffentlicht wurde, ist der Aktienkurs um etwa zehn Prozent gestiegen.
Gleichzeitig nahm das Handelsvolumen deutlich zu. Allein am Dienstag erreichte es 15,6 Millionen Kronen – etwa das Dreifache des gesamten Handelsvolumens der Vorwoche (18.–22. Mai).
Anleger, die einen Einstieg in die Aktie vor allem wegen der Dividende in Erwägung ziehen und auf ähnlich hohe Ausschüttungen in den kommenden Jahren hoffen, sollten jedoch vorsichtig sein. Vor dem Börsengang hatte das Unternehmen angekündigt, mindestens 70 Prozent des Nettogewinns als Dividende auszuschütten. In diesem Jahr sollen jedoch rund 180 Prozent des Nettogewinns ausgezahlt werden. Sollte das Unternehmen künftig zu seiner ursprünglich angekündigten Ausschüttungsquote zurückkehren, könnten die Dividenden in den kommenden Jahren deutlich niedriger ausfallen.
„Es handelt sich um eine einmalige Sonderdividende, und man sollte nicht davon ausgehen, dass ein derart hohes Ausschüttungsniveau auch in den kommenden Jahren beibehalten wird“, warnt Tomáš Maxa.
„Investoren sollten sich nicht allein von einer hohen Dividendenrendite leiten lassen. Entscheidend ist die Steigerung der Profitabilität des Unternehmens, damit die Dividendenpolitik auch langfristig nachhaltig bleibt“, ergänzt er.
Das tschechische Maschinenbauunternehmen, das zum südkoreanischen Konglomerat Doosan Group gehört, erzielte im vergangenen Jahr einen konsolidierten Umsatz von 5,6 Milliarden Kronen. Dies entsprach einem Rückgang von knapp fünf Prozent gegenüber 2024. Als Gründe nannte das Unternehmen Wechselkurseffekte sowie Verzögerungen bei einigen Projekten.
Aktie von Doosan Škoda Power:
Der Aktienkurs des Unternehmens ist innerhalb des letzten Jahres um rund ein Drittel gestiegen. Quelle: Investing.com.
/gr/
Siebzehn Gemeinden kämpfen gegen die Verbrennungsanlage bei Temelín
01.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9
Tschechische Presseagentur (ČTK)
TEMELÍN – Dem Protest gegen die geplante Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis schließen sich weitere Gemeinden an. Inzwischen treten insgesamt 17 Städte und Gemeinden gemeinsam gegen das Bauvorhaben auf.
Gegen das von der Firma Quail geplante Vorhaben wurde eine Petition ins Leben gerufen, die bereits 2.400 Unterschriften gesammelt hat. Die Gemeinde Temelín bereitet zudem ein Referendum vor, das möglicherweise zeitgleich mit den Kommunalwahlen im Herbst stattfinden könnte. Nach Angaben des Unternehmens erfüllt das Projekt sämtliche Anforderungen für eine sichere Entsorgung von Abfällen.
Die Bürgermeister einigten sich auf der Generalversammlung des Gemeindenvereins Moldau / Sdružení měst a obcí Vltava auf ein gemeinsames Vorgehen in der nächsten Phase des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens (UVP).
„Dieser Schritt stellt einen weiteren bedeutenden Fortschritt in der gesamten Sache dar. Der Widerstand gegen die Verbrennungsanlage entwickelt sich zunehmend von einem bürgerlichen und politischen Protest zu einem koordinierten Vorgehen der Kommunalverwaltungen, die auf die nächste Phase des UVP-Verfahrens fachlich und rechtlich vorbereitet sein wollen“, erklärte der Sprecher des Petitionskomitees, Pavel Píha.
Das Projekt wurde im Rahmen des Umweltprüfungsverfahrens der sogenannten Kategorie I zugeordnet und unterliegt damit dem strengsten Prüfungsregime. Der Investor muss daher eine ausführliche Umweltverträglichkeitsstudie (UVP) erstellen und zahlreiche Einwände von Gemeinden, Fachleuten und der Öffentlichkeit berücksichtigen.
Nach Angaben der Kreisverwaltung muss die Dokumentation noch ergänzt werden. Das Unternehmen soll die genaue Zusammensetzung der zu verbrennenden Stoffe angeben, detailliert erläutern, wie mit Abfällen umgegangen wird, die bei höheren Temperaturen verbrannt werden müssen, sowie die Behandlung der beim Betrieb der Anlage entstehenden gefährlichen Abfälle beschreiben.
Die regionale Gesundheitsbehörde fordert darüber hinaus eine Ergänzung der UVP-Unterlagen um eine Bewertung der Lärmbelastung.
Beteiligte Städte und Gemeinden
• Temelín
• Týn nad Vltavou
• Hluboká nad Vltavou
• Všemyslice
• Dříteň
• Horní Kněžeklady
• Hartmanice
• Chrášťany
• Dražíč
• Žimutice
• Dobšice
• Modrá Hůrka
• Čenkov u Bechyně
• Dolní Bukovsko
• Dívčice
• Olešník
• Číčenice.
/gr/
Wichtiger Tag für ČEZ: Aktionäre entscheiden über die Zukunft des Konzerns
Sofie Krýžová
1. Juni 2026
Seznam Zprávy
Auf der heutigen Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ stehen für die Aktionäre vor allem drei Themen im Mittelpunkt: die Höhe der Dividende, die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft sowie die Neubesetzung des Aufsichtsrats. Die Ausgliederung bestimmter Unternehmensteile könnte zudem den Weg für eine vollständige Verstaatlichung ebnen.
Am Montagmorgen beginnt die Hauptversammlung, die über die weitere Ausrichtung der Energiegruppe ČEZ entscheiden wird. Ihr Ausgang könnte die bisherige Struktur eines der wertvollsten Unternehmen Tschechiens grundlegend verändern und Auswirkungen auf den gesamten tschechischen Energiemarkt haben.
Einer der am meisten erwarteten Tagesordnungspunkte im Prager Kongresszentrum ist die Beratung über den Vorschlag, die nicht-produzierenden Geschäftsbereiche des Unternehmens in eine neue Tochtergesellschaft auszugliedern. Die Aufsichtsräte hatten darüber bereits im April entschieden, nun müssen die Aktionäre dem Vorhaben zustimmen.
Dieser Schritt gilt als erster Meilenstein auf dem Weg zu einer möglichen Verstaatlichung von ČEZ, die sich die tschechische Regierung in ihrem Regierungsprogramm zum Ziel gesetzt hat. Der Staat hält derzeit über das Finanzministerium 69,8 Prozent der Aktien.
In die neue Gesellschaft sollen die Vertriebs- und Netzsparten des Konzerns eingebracht werden, ebenso die Handelsaktivitäten und Energiedienstleistungen. Betroffen wären beispielsweise die Unternehmen ČEZ Prodej/Verkauf, ČEZ Distribuce/Vertilung, GasNet, ČEZ ESCO, Telco Pro Services sowie der Energiehandel.
Nach dem Vorschlag soll ČEZ in diesen Gesellschaften die Mehrheit behalten, also mindestens 51 Prozent der Anteile. Die übrigen Anteile würden Investoren angeboten. Nicht in die Tochtergesellschaft eingebracht würden hingegen die Erzeugungsanlagen, also die Stromproduktion. Sollte die Hauptversammlung die Umstrukturierung genehmigen, soll die Tochtergesellschaft bis Ende des ersten Quartals 2027 gegründet werden.
Traditionell wird die Hauptversammlung auch über die Dividende entscheiden. Der Vorstand schlägt eine Ausschüttung von 42 Kronen je Aktie vor. Insgesamt würden damit 23 Milliarden Kronen an die Aktionäre ausgezahlt, was 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des vergangenen Jahres entspricht.
Erwartet werden zudem Veränderungen im Aufsichtsrat von ČEZ. Das Finanzministerium hat unter anderem den stellvertretenden Vorsitzenden der politischen Bewegung SPD, Radim Fiala, den Geschäftsführer des Energieerbands/ Svaz energetiky, Josef Kotrba, den stellvertretenden Umweltminister Vladislav Smrž sowie die Vertreter des Finanzministeriums Karel Tyll und Petr Bejček nominiert.
Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn des Unternehmens lag damit um 1,7 Milliarden Kronen unter dem Vorjahreswert.
Laut dem Ranking „Česká elita“, das von Seznam Zprávy im November 2025 veröffentlicht wurde, ist ČEZ das wertvollste Unternehmen Tschechiens.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... sti-307470
/gr/
Letzter Abschied von ČEZ in seiner heutigen Form? Aktionäre sollen die Aufspaltung des Unternehmens billigen
Autor: Jan Vávra
1. Juni 2026, E15.cz
Am Montag gegen neun Uhr begann die Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ – in diesem Jahr eine besonders wichtige.
Die Aktionäre stimmen unter anderem über einen strategischen Plan zur Abspaltung der nicht-produzierenden Geschäftsbereiche der ČEZ-Gruppe ab.
Einige Minderheitsaktionäre weisen darauf hin, dass die Versammlung im Prager Kongresszentrum möglicherweise die letzte in ihrer bisherigen Form sein könnte.
Erster Schritt zur Verstaatlichung...
Die Maßnahme gilt als erster Schritt auf dem Weg zur erwarteten Verstaatlichung des Energieriesen, an dem der tschechische Staat bereits knapp 70 Prozent hält. Neben der Genehmigung der Dividende und Änderungen im Aufsichtsrat soll die Hauptversammlung 2026 auch über die Ausgliederung der nicht-produzierenden Aktivitäten in ein neues Unternehmen mit dem Arbeitstitel DSZS entscheiden.
Der Erlös aus dem Verkauf eines Minderheitsanteils an dieser Gesellschaft soll anschließend für den Rückkauf von ČEZ-Aktien von privaten Investoren verwendet werden. Dadurch könnte die Produktionssparte des Konzerns schrittweise vollständig in Staatsbesitz übergehen.
Umfrage...
Zu welchem Preis wären Sie bereit, Ihre ČEZ-Aktien im Falle eines staatlichen Übernahmeangebots zu verkaufen?
• Mindestens 1.800 CZK
• Mindestens 1.500 CZK
• Mindestens 1.300 CZK
• Jeder Preis über 1.000 CZK wäre akzeptabel
(1.614 Stimmen)
„Ein möglicher Weg zur vollständigen Kontrolle“...
„Dies ist eines der Szenarien, wie der Staat die vollständige Kontrolle über den Produktionsbereich von ČEZ erlangen könnte. Das Unternehmen würde sich einen soliden Cashflow schaffen, um den Rückkauf finanzieren zu können. Mit anderen Worten: ČEZ würde dadurch weniger belastet, als wenn die gesamte Gruppe einschließlich der Handels- und Vertriebsgesellschaften übernommen würde. Zudem wird dadurch die Energiesicherheit nicht gefährdet, weil beispielsweise ČEZ Distribuce weitgehend ein reguliertes Unternehmen ist, dessen Preise für mehrere Jahre im Voraus festgelegt werden“, zitierte der Sender iRozhlas / Tschechischer Rundfunk vergangene Woche den Industrieminister Karel Havlíček von der Bewegung ANO, der den Plan nach eigenen Angaben unterstützt.
Die letzte Hauptversammlung dieser Art?
Die Hauptversammlung befasst sich außerdem mit einer Statuten - Änderung, die nach Ansicht des bekannten Minderheitsaktionärs Michal Šnobr eine wesentliche Neuerung enthält.
Konkret soll künftig mit einfacher Mehrheit über Aktienrückkäufe auch im sogenannten Per-Rollam-Verfahren, also schriftlich beziehungsweise aus der Ferne, entschieden werden können.
„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die diesjährige Hauptversammlung von ČEZ die letzte sein wird, an der die Aktionäre persönlich teilnehmen können“, schrieb Šnobr im sozialen Netzwerk X.
„Wir werden als Minderheitsaktionäre den Vorstand dazu auffordern, hinsichtlich der geplanten Umstrukturierung und des Rückkaufs eigener Aktien deutlich konkreter zu werden. Dabei handelt es sich um kursrelevante Informationen von grundlegender Bedeutung. Nur maximale Transparenz des Vorstands kann faire Bedingungen für alle Aktionäre gewährleisten“, erklärte Šnobr am Sonntag und kündigte an, auf der Hauptversammlung das Fragerecht der Minderheitsaktionäre aktiv zu nutzen.
Zugleich wies er darauf hin, dass dem Plan zur Aufspaltung und möglichen Verstaatlichung von ČEZ noch wesentliche Details fehlen.
„Entscheidend ist jetzt, den Vorstand zu fragen, wie die Informationen über den gesamten Prozess an die Aktionäre weitergegeben werden sollen, welcher Zeitplan vorgesehen ist, welche Bewertungen erwartet werden und wie der detaillierte Plan aussieht, um das Regierungsziel einer Verstaatlichung von ČEZ umzusetzen“, fasste Šnobr zusammen.
Der Staat fordert keine höhere Dividende...
Den Vorschlag zur Gründung der neuen Tochtergesellschaft stellte die Konzernführung im April vor. Aus der bestehenden Struktur sollen unter anderem Vertrieb und Verteilung von Energie, Handelsaktivitäten sowie Energiedienstleistungen ausgegliedert werden.
Betroffen wären beispielsweise:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce / Verteilung
• GasNet
• ČEZ ESCO
• die Handelsgesellschaften der Gruppe
• Telco Pro Services
Nach dem Vorschlag soll ČEZ an der neuen Tochtergesellschaft 51 Prozent behalten, während die restlichen Anteile Investoren angeboten werden sollen.
Falls die Hauptversammlung zustimmt, will der Vorstand den Prozess umgehend starten. Die neue Gesellschaft soll bis Ende des ersten Quartals 2027 gegründet werden.
Dividende von 42 Kronen je Aktie...
Ein traditioneller Tagesordnungspunkt ist die Entscheidung über die Dividende.
Der Vorstand schlägt für dieses Jahr eine Ausschüttung von 42 Kronen je Aktie vor. Dies entspricht 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des vergangenen Jahres. Bei Zustimmung der Aktionäre würde ČEZ insgesamt 23 Milliarden Kronen ausschütten.
Der Staat als Mehrheitsaktionär hat in diesem Jahr keinen eigenen Dividendenvorschlag eingebracht. Im vergangenen Jahr zahlte ČEZ nach Genehmigung des Vorstandsvorschlags 47 Kronen je Aktie, insgesamt rund 25,2 Milliarden Kronen.
Wer soll in den Aufsichtsrat von ČEZ einziehen?
Das Finanzministerium hat folgende Kandidaten für den Aufsichtsrat nominiert:
• Radim Fiala, der stellvertretende Vorsizende der SPD - Partei
• Karel Tyll, Direktor der Staatshaushaltssparte im Finanministerium
• Petr Bejček, Direktor der Rechtssparte im Finanzministerium
• Vladislav Smrž, Stellvertrter des Umweltministers
• Josef Kotrba, Direktor des Energieverbands der Tschechischen Reublik
Insgesamt wird das Finanzministerium acht Mitglieder des Aufsichtsrats nominieren. Die übrigen vier Mitglieder werden von den Beschäftigten des Konzerns gewählt.
Quelle: https://www.e15.cz/byznys/posledni-sboh ... my-1433224
/gr/
Tschechen lernen in Seoul den Umgang mit Kernbrennstoff für die neuen Blöcke in Dukovany
ČTK
29. Mai 2026 | oEnergetice.cz
Tschechische Fachkräfte lernen derzeit den Umgang mit dem Kernbrennstoff, der für die neuen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany von der südkoreanischen Firma KEPCO Nuclear Fuel geliefert werden soll. An der Schulung in Seoul nehmen insgesamt 24 Personen teil. Darüber informierte heute die Sprecherin der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, Alice Horáková.
Die Lieferung von Brennstoff für mehrere Betriebsjahre ist Bestandteil des Vertrags über den Bau von zwei neuen Reaktorblöcken in Dukovany. Der Brennstoff soll im ersten der neuen Blöcke ab dem Jahr 2036 eingesetzt werden.
„Mit dem erwarteten Ausbau der Kernenergie wird die Nachfrage nach Fachwissen in Europa steigen, auch im Bereich des Kernbrennstoffs. Die Tschechische Republik arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit bedeutenden Brennstoffherstellern zusammen, darunter dem französischen Unternehmen Framatome und dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse, und verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit Brennstoffen für Reaktoren des Typs VVER. Nun wird zusätzlich Know-how über eine weitere moderne Brennstofftechnologie erworben, was die Attraktivität der Dienstleistungen unserer Unternehmen für ausländische Partner erhöhen wird“, erklärte der Generaldirektor von Elektrárna Dukovany II, Petr Závodský.
Nach Seoul reisten zwölf Mitarbeiter von Elektrárna Dukovany II, drei Vertreter von ČEZ, fünf Mitarbeiter von Energoprojekt Praha sowie vier Fachleute des Atomforschungsinstituts Rez / Ústav jaderného výzkumu Řež. Die aktuelle Schulung ist die erste von insgesamt vier geplanten Ausbildungsmaßnahmen. Weitere Trainings sind für die Jahre 2029, 2030 und 2031 vorgesehen.
Neue Reaktortechnologie in Dukovany….
Im Kernkraftwerk Kernkraftwerk Dukovany sind derzeit vier Reaktorblöcke des Typs VVER-440 in Betrieb. Sie wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen.
Im Kernkraftwerk Temelín arbeiten zwei Reaktorblöcke des Typs VVER-1000.
Die neuen Blöcke in Dukovany werden hingegen auf der Reaktortechnologie APR1000 basieren. Ihre Inbetriebnahme ist für die Jahre 2036 und 2037 geplant.
Wechsel der Brennstofflieferanten...
Derzeit wird in Dukovany noch Kernbrennstoff des russischen Herstellers TVEL eingesetzt. Im vergangenen Jahr erhielt das Kraftwerk erstmals Brennstoff von Westinghouse; eine weitere Lieferung ist für dieses Jahr vorgesehen.
Den Auftrag zum Bau der beiden neuen Reaktorblöcke in Dukovany erhielt die südkoreanische Gesellschaft KHNP.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nske-bloky
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Gabi Reitinger
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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus tschechischen Medien zum Thema Energie vom 2.6.2026:
Inhalt:
Hauptversammlung ebnet ČEZ den Weg zur Aufspaltung und Verstaatlichung.
ČEZ zahlt seinen Aktionären eine Dividende von 42 Kronen je Aktie aus und schüttet insgesamt 23 Milliarden Kronen aus.
ČEZ erhält grünes Licht: Aktionäre billigen Gründung einer neuen Verteilgesellschaft.
Aufspalten, aufkaufen, verstaatlichen? Der staatliche ČEZ-Schnäppchenmarkt wird nicht funktionieren.
Senator Tomáš Třetina: Dukovany liefert Strom für alle. Das darf nicht auf Kosten der Gemeinden rund um das Kraftwerk gehen
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Hauptversammlung ebnet ČEZ den Weg zur Aufspaltung und Verstaatlichung
02.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 3
Autoren: Luděk Vainert, Petr Zenkner
Energiebranche
Der Staat hat sich beim Energiekonzern ČEZ den Weg für eine einfachere Übernahme seines Produktionsbereichs geebnet, zu dem vor allem Kohle- und Kernkraftwerke gehören. Auf der Hauptversammlung am Montag billigten die Aktionäre nach elf Stunden mit einer Mehrheit von 90 Prozent sowohl die Ausgliederung eines erheblichen Teils des Vermögens in einen kundenorientierten Unternehmensteil der Gruppe als auch den anschließenden Verkauf eines Anteils daran. Zudem wurde eine Statuten-Änderung beschlossen, die wichtige Entscheidungen künftig per Briefwahl (per rollam) ermöglichen soll.
Für die Aktionäre könnte die Hauptversammlung im Prager Kongresszentrum damit nahezu die letzte gewesen sein, auf der sie Fragen stellen und direkt mit dem Management kommunizieren konnten. Diese Gelegenheit nutzten sie vor allem, um möglichst viele Informationen über die geplanten Schritte einzufordern.
Die meisten Aktionäre haben sich inzwischen damit abgefunden, dass die Regierung ihre Anteile aufkaufen und das Unternehmen anschließend vollständig von der Prager Börse nehmen wird – auch wenn es vereinzelt Gegenstimmen gab. Für die Minderheitsaktionäre, von denen fast 500 an der Hauptversammlung teilnahmen, sind daher neben einer möglichst hohen Übernahmeprämie vor allem ein schneller Ablauf der gesamten „Operation“ entscheidend. Bereits die frühere Regierung unter Petr Fiala hatte die vollständige Verstaatlichung der Stromerzeugung von ČEZ angekündigt, konkrete Schritte blieben jedoch aus.
Die Aufspaltung kann beginnen….
Der aus Sicht der Zukunft von ČEZ wichtigste Tagesordnungspunkt wurde erst am frühen Abend behandelt. Hinter dem Titel „Optimierung der Eigentümerstruktur und Governance der ČEZ-Gruppe“ verbirgt sich ein seit mehreren Monaten vorbereiteter Plan zur Aufteilung des Konzerns. Dieser wurde unter der neuen Regierung von Premierminister Andrej Babiš deutlich vorangetrieben.
Die neue Gesellschaft, die vom bisherigen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Pavel Cyrani geleitet werden soll, wird in den Unterlagen bislang als „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) bezeichnet. Nach den am Montag veröffentlichten Informationen soll sie spätestens bis Frühjahr 2027 gegründet werden.vDer Staat will 51 Prozent der Anteile behalten, die übrigen 49 Prozent sollen an Investoren verkauft werden. Mit den Erlösen soll der Staat die bisherigen Minderheitsaktionäre von ČEZ auszahlen.
Zur neuen Gesellschaft sollen die Strom- und Gasverteilungsunternehmen ČEZ Distribuce und das ehemalige GasNet (heute Czech Gas Networks) gehören. Dabei handelt es sich um ein stabiles, aber staatlich reguliertes Geschäft, dessen Anteil am Gewinn von ČEZ in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Hinzu kommen der Vertrieb ČEZ Prodej mit fast 2,3 Millionen Kunden sowie das auf erneuerbare Energien und Energieeinsparungen spezialisierte Unternehmen ČEZ ESCO.
Pavel Cyrani erklärte gegenüber den Aktionären, die Ausgliederung von Verteilnetzen, Vertrieb und Teilen der erneuerbaren Energien könne den Wert der ČEZ-Aktien indirekt steigern:
„Wir gehen davon aus, dass sich dies transparent im Wert des gesamten Unternehmens widerspiegeln wird.“
Die Beteiligung an dieser Tochtergesellschaft könne insbesondere für Investoren attraktiv sein, die in regulierte Infrastrukturwerte mit geringerem Risiko investieren möchten. Bei der Erläuterung des Vorhabens verwies Cyrani ausführlich auf das Regierungsprogramm, das eine vollständige staatliche Kontrolle über ČEZ vorsieht.
Der Verkaufserlös könnte Schätzungen zufolge mindestens 200 Milliarden Kronen betragen. Der Preis für die 49 Prozent der Anteile wird auch davon abhängen, welcher Teil der Konzernverschuldung von derzeit 206 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft übertragen wird.
Im Jahr 2025 erzielte die ČEZ-Gruppe einen EBITDA-Betriebsgewinn von 137 Milliarden Kronen. Die auszugliedernden Unternehmen trugen dazu rund 40 Prozent bzw. knapp 53 Milliarden Kronen bei. Den größten Anteil hatten die beiden Netzgesellschaften mit zusammen 40,3 Milliarden Kronen Betriebsgewinn. ČEZ erwartet, dass ihr Anteil am Konzerngewinn bis 2030 auf bis zu 60 Prozent steigen könnte.
Statutenänderung erleichtert Entscheidungen...
Eine weitere beschlossene Statuten-Änderung soll künftig die Durchführung von Briefabstimmungen erleichtern und damit verhindern, dass sich Hauptversammlungen erneut zu 20-stündigen Marathons entwickeln.
Der Anwalt Dušan Sedláček von der Kanzlei Bányaiová Vožehová erklärte gegenüber Hospodářské noviny:
„In den USA ist die Briefwahl (per rollam) üblich, in Tschechien ist sie bei so großen Unternehmen wie ČEZ eher ungewöhnlich. Ich sehe darin vor allem den Versuch, langwierige Obstruktionen zu verhindern.“
Ein ähnliches Verfahren wird in Tschechien bereits von Unternehmen wie Philip Morris ČR oder dem Waffenhersteller Colt CZ Group genutzt.
Für die Statuten-Änderung verfügt der Staat über die notwendige Zweidrittelmehrheit. Für grundlegende Entscheidungen wie eine Unternehmensaufspaltung bleibt jedoch weiterhin eine Dreiviertelmehrheit erforderlich – und zwar bezogen auf sämtliche Aktionäre, nicht nur auf die anwesenden.
Mit seinem Anteil von 69,78 Prozent dürfte der Staat diese Mehrheit erreichen können. Dabei könnte auch die Unterstützung des Kohleunternehmers Pavel Tykač eine Rolle spielen. Über die zypriotische Gesellschaft Belviport Trading Limited hält er inzwischen rund 2,86 Prozent der ČEZ-Aktien. Weitere Anteile befinden sich bei mit ihm verbundenen Investoren wie Tomáš Kaňka und Petr Nešetřil. Auch Investoren aus dem Umfeld der Finanzgruppe J&T Finance Group besitzen etwa ein Prozent der Aktien.
Dennoch erklärte Cyrani, dass voraussichtlich mindestens noch eine abschließende Hauptversammlung mit persönlicher Teilnahme der Aktionäre stattfinden werde.
Dividende von 42 Kronen je Aktie….
Für die Aktionäre war kurzfristig vor allem die Dividendenentscheidung von Bedeutung. Beschlossen wurde der Vorschlag des Managements von 42 Kronen je Aktie vor Steuern.
Insgesamt werden damit 22,6 Milliarden Kronen ausgeschüttet, was 80 Prozent des Nettogewinns entspricht.
Ein Gegenantrag des Aktionärs Petr Kalivoda, die Dividende auf 50 Kronen je Aktie anzuheben, fand keine Mehrheit. Dies hätte Ausschüttungen von 26,9 Milliarden Kronen beziehungsweise fast 96 Prozent des Nettogewinns bedeutet.
Nach Ansicht der Unternehmensführung hätte ein solcher Schritt ein negatives Signal an Ratingagenturen gesendet und die Finanzierungskosten erhöhen können. Diese Begründung wurde vom Minderheitsaktionär Michal Šnobr kritisiert, da es lediglich um rund vier Milliarden Kronen Differenz gehe.
Für den Staat als größten Aktionär bedeutet die Dividende Einnahmen von etwa 16 Milliarden Kronen für den diesjährigen Haushalt. Allerdings hatte der Staat bereits im vergangenen Jahr mehr als 30 Milliarden Kronen aus der sogenannten Übergewinnsteuer von ČEZ erhalten, was bei vielen Aktionären auf Unmut stieß.
Neue Aufsichtsratsmitglieder….
Von besonderem Interesse war auch die Wahl des Aufsichtsrats, der die Interessen der Aktionäre vertritt und den Vorstand unter Leitung von Daniel Beneš kontrolliert.
Neben vier Arbeitnehmervertretern entsendet der Staat acht weitere Mitglieder. Häufig handelt es sich dabei um Personen mit politischem Hintergrund.
Zu den öffentlich bekannten Kandidaten gehörten unter anderem:
• Karel Tyll, Leiter der Sektion Staatshaushalt im Finanzministerium,
• Petr Bejček, Leiter der Rechts- und Vermögenssektion des Finanzministeriums,
• Josef Kotrba, Vorsitzender des Energieverbands der Tschechischen Republik,
• Vladislav Smrž, der auf EU-Ebene über Emissionszertifikate verhandelt,
• sowie Radim Fiala, stellvertretender Vorsitzender der Partei SPD und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Abgeordnetenhauses.
Der potenzielle Kandidat Pavel Janeček, der den Koalitionspartner Motoristen vertreten könnte, erhielt hingegen keinen Sitz.
Die Abstimmung über die Aufsichtsratsmitglieder fand erst nach Redaktionsschluss statt. Angesichts der konsequenten Nutzung seiner Mehrheitsbeteiligung durch den Staat bestand jedoch kaum Zweifel am Ergebnis.
/gr/
ČEZ zahlt seinen Aktionären eine Dividende von 42 Kronen je Aktie aus und schüttet insgesamt 23 Milliarden Kronen aus
ČTK
1.Juni 2026, oenergetice.cz
Der Energiekonzern ČEZ wird seinen Aktionären aus dem bereinigten Gewinn des vergangenen Jahres eine Dividende von 42 Kronen je Aktie auszahlen. Insgesamt werden damit rund 23 Milliarden Kronen an die Aktionäre ausgeschüttet. Der Staat als Mehrheitsaktionär erhält davon etwa 16 Milliarden Kronen.
Dies beschloss die heutige Hauptversammlung des Konzerns und folgte damit dem Vorschlag des Vorstands von ČEZ. Die Dividende entspricht 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des Unternehmens aus dem vergangenen Jahr.
In diesem Jahr billigte die Hauptversammlung den Vorschlag des Vorstands, der am oberen Ende der derzeitigen Dividendenpolitik von ČEZ liegt. Diese sieht eine Ausschüttung von 60 bis 80 Prozent des bereinigten Gewinns vor. Bereits im vergangenen Jahr hatte ČEZ 80 Prozent des bereinigten Gewinns ausgeschüttet.
Im Jahr 2023 hatten die Aktionäre dagegen einen Gegenantrag des Finanzministeriums angenommen, wonach 100 Prozent des bereinigten Gewinns ausgeschüttet wurden. Das Finanzministerium, das den Staat als Aktionär vertritt, reichte in diesem Jahr keinen eigenen Gegenantrag ein. Die Dividende wird wie üblich ab dem 3. August ausgezahlt.
Ein Minderheitsaktionär hatte einen Gegenantrag eingereicht, die Dividende auf 50 Kronen je Aktie zu erhöhen. Der Vorstand lehnte dies ab. Eine solche Ausschüttung würde nach Ansicht des Unternehmens über die geltende Dividendenpolitik hinausgehen und könnte das Rating der Gesellschaft gefährden.
Da die Hauptversammlung den Vorschlag des Vorstands annahm, wurde über den Gegenantrag nicht mehr abgestimmt.
Reaktionen von Analysten
-Der Portfoliomanager Tomáš Pfeiler erklärte gegenüber ČTK:
„Mit einer Dividende von 42 Kronen je Aktie hatte der Markt gerechnet. Daher führte ihre Genehmigung zu keinen Kursbewegungen bei der Aktie. Beim aktuellen Börsenkurs ergibt sich eine Dividendenrendite von etwa 3,3 Prozent, was nicht besonders beeindruckend ist.“
-Der Analyst Tomáš Maxa ergänzte:
„Die Dividende von 42 Kronen je Aktie ist die niedrigste der vergangenen Jahre. Zuletzt lag die Dividende im Jahr 2019 mit 34 Kronen je Aktie niedriger. Seitdem lag sie stets über 45 Kronen.“
Im vergangenen Jahr zahlte ČEZ nach Zustimmung der Hauptversammlung eine Dividende von 47 Kronen je Aktie aus. Insgesamt wurden damals 25,2 Milliarden Kronen ausgeschüttet, wovon der Staat 17,6 Milliarden Kronen erhielt.
Fast eine halbe Billion Kronen an Dividenden seit 2000...
Mit der Zahlung von Dividenden begann ČEZ im Jahr 2000 nach der Fertigstellung des Kernkraftwerks Kernkraftwerk Temelín.
Seitdem hat das Unternehmen insgesamt 499,5 Milliarden Kronen – also nahezu eine halbe Billion Kronen – an seine Aktionäre ausgeschüttet. Davon entfielen 349,7 Milliarden Kronen auf den tschechischen Staat.
Die bislang höchste Dividende zahlte ČEZ im Jahr 2023 mit 145 Kronen je Aktie. Grund dafür war der außergewöhnlich hohe bereinigte Nettogewinn, den das Unternehmen während der Energiekrise des Jahres 2022 erzielte.
Auf Vorschlag des Staates schüttete ČEZ damals den gesamten Gewinn in Höhe von 78 Milliarden Kronen aus.
Quelle: https://oenergetice.cz/akcie/cez-potvrz ... iard-korun
/gr/
ČEZ erhält grünes Licht: Aktionäre billigen Gründung einer neuen Verteilgesellschaft
ČTK
1.Juni 2026, oenergetice.cz
Die Energiegruppe ČEZ kann mit der Ausgliederung ihres nicht-produzierenden Geschäftsbereichs in eine neue Tochtergesellschaft beginnen. Die Aktionäre haben dem auf der Hauptversammlung zugestimmt.
Der Sprecher des Konzerns, Ladislav Kříž, bestätigte gegenüber ČTK, dass die neue Gesellschaft innerhalb weniger Wochen nach der Genehmigung gegründet werden soll. Im ersten Quartal 2027 sollen dann ausgewählte Unternehmen in die neue Struktur eingebracht werden.
Nach Einschätzung von Analysten handelt es sich um einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur geplanten Verstaatlichung des Konzerns.
Deutliche Zustimmung der Aktionäre….
Mehr als 90 Prozent der anwesenden Stimmen unterstützten die Gründung der neuen Gesellschaft.
Der tschechische Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären.
Zu Beginn der Versammlung um 9:00 Uhr im Prager Kongresszentrum waren nach Angaben von Generaldirektor Daniel Beneš insgesamt 480 Aktionäre vertreten. Sie repräsentierten 75,22 Prozent aller Aktien mit einem Gesamtwert von mehr als 40 Milliarden Kronen.
Welche Bereiche ausgegliedert werden
In die neue Gesellschaft sollen aus der bestehenden ČEZ-Struktur folgende Geschäftsbereiche übertragen werden:
• Energievertrieb,
• Strom- und Gasverteilung,
• Energiehandel (Trading),
• Energiedienstleistungen.
Betroffen sind unter anderem:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce / Verteilung
• GasNet,
• ČEZ ESCO,
• sowie weitere Unternehmen aus dem Handelsgeschäft.
Die ČEZ-Gruppe wird 51 Prozent der Anteile an der neuen Tochtergesellschaft behalten. Die verbleibenden 49 Prozent sollen später Investoren angeboten werden.
Ziel: Neue Finanzierungsmöglichkeiten
Nach Ansicht des Vorstands könnte die ausgegliederte Gesellschaft leichter Zugang zu anderen Finanzierungsquellen erhalten.
Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass sie nicht mehr mit Kohle- und Kernkraftwerken verbunden wäre, was bislang einige Investoren abschrecken könne.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erklärte, dies könne die finanzielle Flexibilität der gesamten Gruppe verbessern.
Der spätere Verkauf eines Minderheitsanteils an der neuen Gesellschaft könnte zudem Mittel bereitstellen, um die Minderheitsaktionäre des verbleibenden ČEZ-Konzerns auszukaufen.
Vorläufige Bewertung der eingebrachten Unternehmen...
Vor der Abstimmung erklärte Cyrani, dass die endgültige Bewertung der neuen Tochtergesellschaft noch ausstehe.
Die bilanziellen Werte der wichtigsten einzubringenden Unternehmen betragen derzeit:
Unternehmen Buchwert
ČEZ Distribuce 110 Mrd. Kronen
GasNet 11 Mrd. Kronen
ČEZ Prodej 9 Mrd. Kronen
ČEZ ESCO 15 Mrd. Kronen
Elevion Group 16 Mrd. Kronen
Cyrani betonte jedoch, dass für die Einbringung in die neue Gesellschaft deren Marktwert ermittelt werden müsse. Dieser könne von den Buchwerten abweichen.
Name und Zeitplan noch offen...
Nach Angaben von Cyrani steht der Name des neuen Unternehmens noch nicht fest. Derzeit wird intern die Arbeitsbezeichnung DSZS verwendet.
Auch für einen möglichen Rückkauf eigener Aktien existiert bislang kein konkreter Zeitplan. Darüber müsste eine spätere Hauptversammlung entscheiden.
Verstaatlichung als Regierungsziel...
Die vollständige Verstaatlichung von ČEZ gehört zu den erklärten Zielen der aktuellen Regierung. Sie begründet dieses Vorhaben damit, dem Unternehmen größere Freiheiten für Investitionen zu verschaffen.
Premierminister Andrej Babiš hatte bereits zuvor erklärt, dass die Regierung den Prozess der vollständigen Kontrolle über ČEZ spätestens bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2029 abschließen möchte.
Quelle: https://oenergetice.cz/akcie/cez-spoust ... ti-byznysu
Aufspalten, aufkaufen, verstaatlichen? Der staatliche ČEZ-Schnäppchenmarkt wird nicht funktionieren
Autor: Jiří Nádoba, Kommentator
2. Juni 2026
Seznam Zprávy
Die große Aktion, die in der Aufspaltung von ČEZ und der anschließenden Verstaatlichung der Kraftwerke besteht, beginnt nun offiziell. Obwohl sie wirtschaftlich keinerlei Sinn ergibt.
Die Hauptversammlung von ČEZ ist normalerweise eine Formalität. Der Staat hält rund 70 Prozent der Anteile und setzt deshalb stets durch, was er möchte. In der Regel ist bereits im Voraus bekannt, was beschlossen wird.
Auch dieses Jahr war das so. Mit dem Unterschied, dass es diesmal auf der Hauptversammlung am Montag um weitreichende Entscheidungen ging. Die Führung von ČEZ erhielt offiziell den Auftrag, die Aufspaltung des Unternehmens vorzubereiten und dem Staat den Erwerb von 100 Prozent der Erzeugungssparte zu ermöglichen. Es handelt sich damit um die größte Veränderung seit den 1990er-Jahren, als das größte staatliche Aktienunternehmen des Landes entstand.
Die Befürworter begründen den Schritt mit Energiesicherheit und günstigeren Strompreisen. Doch bei beiden Argumenten gibt es ein grundlegendes Problem.
Die Regierung als treibende Kraft hinter den Veränderungen hat bisher nicht erklärt, wie die geplanten Maßnahmen tatsächlich zu einer sicheren und preiswerten Energieversorgung beitragen sollen. Möglicherweise lässt sich das auch gar nicht überzeugend erklären und es geht lediglich darum, Wahlversprechen einzulösen. Für einen so sensiblen Eingriff in Staatsvermögen im Wert von Hunderten Milliarden Kronen wäre das jedoch ein äußerst schwaches Argument.
Jeder kauft Strom und jeder möchte ihn möglichst günstig haben. Es wäre schön, wenn der „gute Herr Babiš“ oder Havlíček einfach zum Telefon greifen, in Dukovany anrufen und den Strompreis für Bürger und Unternehmen um 20 oder sogar 30 Prozent senken könnten. So einfach funktioniert das jedoch nicht.
Man kann dazu einen Vergleich aus jüngerer Zeit ziehen: Nach dem amerikanischen Angriff auf den Iran wollte die Regierung die Dieselpreise senken. Warum hat sie dann nicht einfach ihre Unternehmen ČEPRO, RoBiN OIL und EuroOil angewiesen, den Kraftstoff billiger zu verkaufen?
Aus mehreren Gründen, die auch auf den Strommarkt zutreffen:
1. Ein Teil des subventionierten Diesels würde sofort ins Ausland verschwinden, wo er zu normalen Preisen verkauft werden könnte.
2. Die Konkurrenz würde die Regierung wegen Marktverzerrung problemlos verklagen.
3. Die staatlichen Unternehmen würden Verluste machen, und die Preisnachlässe müssten letztlich aus einer anderen Tasche finanziert werden.
Dasselbe würde gelten, wenn die Einnahmen von ČEZ künstlich reduziert würden: Die notwendigen Investitionen in die Energieversorgung müssten am Ende über den Staatshaushalt bezahlt werden.
Warum Verstaatlichung keinen billigeren Strom bringt….
Die Verstaatlichung der Kraftwerke wird das Leben nicht günstiger machen, denn:
Strom wird nicht nur von ČEZ erzeugt
Die Preise werden weder vom Energieminister noch vom Premierminister festgelegt, sondern vom europäischen Markt, dessen integraler Bestandteil Tschechien ist.
Dieser Markt funktioniert. Das zeigt sich daran, dass der reine Strompreis dank des Wettbewerbs bereits deutlich gefallen ist und schon im vergangenen Jahr nahezu wieder das Niveau vor der Energiekrise erreicht hatte.
Auch ein vollständig staatlicher Produzent kann Preise nicht beliebig senken
Selbst wenn der Staat 100 Prozent von ČEZ kontrollieren würde, könnte er dem Unternehmen nicht einfach niedrigere Preise vorschreiben – insbesondere nicht bei einem marktbeherrschenden Akteur.
Die Wettbewerber würden sofort klagen. Auf der Website der Wettbewerbsbehörde gibt es sogar konkrete Hinweise dazu: Der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung kann mit Geldbußen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden.
Billiger Strom müsste im Land gehalten werden….
Um günstigere Erzeugung tatsächlich bis zur Stromrechnung der Verbraucher durchzureichen, müsste verhindert werden, dass der billigere Strom exportiert wird.
Dafür müsste man praktisch die Grenzen schließen – was innerhalb der Europäischen Union unmöglich ist und auch keinen Sinn ergeben würde.
Tschechien exportiert seit Langem einen großen Teil seines Stroms und verdient daran. Wenn die Preise in Deutschland oder auf dem Balkan niedriger sind – was zuletzt häufig vorkam –, fließt umgekehrt günstiger Strom nach Tschechien, wovon die Verbraucher profitieren.
Auch technisch ist eine Abschottung unrealistisch...
Es geht nicht nur um Handel, sondern auch um die physische Funktionsweise des Stromnetzes.
Die Stromleitungen sind Teil eines gesamteuropäischen Verbundsystems. Elektrizität fließt in Echtzeit je nach Bedarf in beide Richtungen und in enormen Mengen durch Mitteleuropa.
Dieses System abzukoppeln wäre reine Science-Fiction – gerade auch aus Sicht der Versorgungssicherheit, mit der die Verstaatlichung paradoxerweise begründet wird.
Der „Salami-Prozess“ hat begonnen
Faktisch passiert noch nicht viel, aber der schrittweise Prozess läuft bereits an.
Der erste Schritt – inzwischen offiziell beschlossen – besteht darin, die kundenorientierten Bereiche aus dem Konzern herauszulösen: Verteilnetze und Vertrieb.
Für diesen neuen Unternehmensteil sollen private Investoren gewonnen werden. Sobald genügend Kapital eingesammelt ist, soll der nächste Schritt folgen.
Dieser besteht – wie Premierminister Andrej Babiš am Montag auf einer Regierungspressekonferenz bestätigte – im Aufkauf der Minderheitsaktionäre des verbleibenden großen ČEZ-Konzerns, in dem dann hauptsächlich die Produktionsanlagen, also die Kraftwerke, verbleiben.
Am Ende sollen die Minderheitsaktionäre einen größeren Anteil – es ist von bis zu 49 Prozent die Rede – an dem ausgegliederten Kunden- und Infrastrukturgeschäft halten, statt wie heute 30 Prozent am Gesamtkonzern.
Unter normalen Umständen könnte ein solches Modell funktionieren. In der Wirtschaft kommt es häufig vor, dass der Wert einzelner Unternehmensteile höher ist als der Wert des Gesamtkonzerns. Die deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE haben sich nach einem ähnlichen Prinzip neu strukturiert.
Vom „nationalen Schatz“ zur Staatsverwaltung?
Doch hier geht es nicht um marktwirtschaftliche Überlegungen, sondern um eine politische Entscheidung.
Der wertvollste Teil von ČEZ – die Stromerzeugung, also genau jener Bereich, der vollständig „uns gehören“ soll – würde in einem staatlichen Unternehmen landen und dort zwangsläufig an Effizienz verlieren.
Deswegen eine Warnung:
Aus einem nationalen Schatz könnte eine zweite Tschechische Post werden – oder, schlimmer noch, ein zweiter Prager Verkehrsbetrieb mit neuen „Dozimetr“-Affären.
(Anmerkung: „Dozimetr“ bezeichnet einen bekannten Korruptionsskandal im Umfeld des Prager Verkehrsbetriebs.)
/gr/
Senator Tomáš Třetina: Dukovany liefert Strom für alle. Das darf nicht auf Kosten der Gemeinden rund um das Kraftwerk gehen
01.06.2026, Wochenzeitung Znojemsko Seite 2 Mgr. Tomáš Třetina
KOMMENTAR
Minister Havlíček hat bestätigt, dass die Regierung die garantierte finanzielle Unterstützung in Höhe von 12 Milliarden Kronen für die von der Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany betroffenen Regionen streicht. Anstelle des bereits beschlossenen Finanzierungspakets will der Staat die Mittel nach der sogenannten „Salamitaktik“ aufteilen und die einzelnen Gemeinden dazu zwingen, um jede Krone für Gehwege, Kindergärten oder Kläranlagen separat und aufwendig zu kämpfen.
Der Ausbau des Kernkraftwerks ist das größte strategische Projekt in der neueren Geschichte unseres Landes. Die stabile Stromversorgung aus den neuen Reaktorblöcken wird die gesamte Tschechische Republik benötigen. Die Vorteile kommen also allen zugute, doch die enorme Belastung – in Form von beschädigten Straßen, Umweltfolgen, erhöhten Sicherheitsanforderungen und der Bereitstellung von Wohnraum für zehntausend Bauarbeiter – werden ausschließlich unsere Gemeinden in den Regionen Znaim (Znojmo), Krumau (Moravský Krumlov) und Třebíč tragen.
Der Plan der Regierung, die zugesagten Mittel aufzusplittern, bedeutet in der Praxis Chaos, einen völligen Verlust der Koordination und einen Hohn gegenüber den Menschen, die hier leben. Die Behauptung von Minister Havlíček, die beschlossene milliardenschwere Unterstützung sei lediglich ein „Blankoscheck“ ohne konkrete Grundlagen gewesen, ist eine glatte Unwahrheit. Es liegt ein detaillierter und durchgerechneter Aktionsplan des Ministeriums für regionale Entwicklung vor, der klar festlegt, was unsere Region benötigt, um die Auswirkungen eines derart großen Bauprojekts bewältigen zu können. Zu diesem gemeinsamen Vorhaben sollten auch die Gemeinden und die Region selbst jeweils 1,5 Milliarden Kronen beitragen.
Wir weigern uns, hinzunehmen, dass unsere Region für Prag lediglich als kostenlose Steckdose dient. Wir werden unsere Kräfte mit der Senatorin Hana Žáková bündeln. Gemeinsam werden wir für die Regionen Znaim und Třebíč geschlossen, entschlossen und kompromisslos auftreten. Wir werden nicht zulassen, dass die Regierung unsere Gemeinden im Stich lässt.
-Unsere Forderungen
1. Wir fordern die Regierung der Tschechischen Republik auf, die Zerstückelung der Finanzmittel sofort zu stoppen und die umfassende Unterstützung in Höhe von 15 Milliarden Kronen für die betroffenen Regionen vollständig zu garantieren.
2. Wir verlangen die Einhaltung und Umsetzung des vorbereiteten Aktionsplans des Ministeriums für regionale Entwicklung, der die tatsächlichen Auswirkungen des Kraftwerksausbaus auf Infrastruktur und Sicherheit berücksichtigt.
-Aufruf an Bürgermeister und Bürger
Lassen wir uns nicht spalten und in die Rolle von Bittstellern drängen. Ich rufe alle Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Bürger unserer Region auf: Schließen Sie sich unserem gemeinsamen Vorgehen an und unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift auf der Website tomastretina.cz.
Prag muss unsere gemeinsame und starke Stimme hören, bevor es zu spät ist!
Senator für die Region Znaim (Znojemsko).
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Hauptversammlung ebnet ČEZ den Weg zur Aufspaltung und Verstaatlichung.
ČEZ zahlt seinen Aktionären eine Dividende von 42 Kronen je Aktie aus und schüttet insgesamt 23 Milliarden Kronen aus.
ČEZ erhält grünes Licht: Aktionäre billigen Gründung einer neuen Verteilgesellschaft.
Aufspalten, aufkaufen, verstaatlichen? Der staatliche ČEZ-Schnäppchenmarkt wird nicht funktionieren.
Senator Tomáš Třetina: Dukovany liefert Strom für alle. Das darf nicht auf Kosten der Gemeinden rund um das Kraftwerk gehen
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Hauptversammlung ebnet ČEZ den Weg zur Aufspaltung und Verstaatlichung
02.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 3
Autoren: Luděk Vainert, Petr Zenkner
Energiebranche
Der Staat hat sich beim Energiekonzern ČEZ den Weg für eine einfachere Übernahme seines Produktionsbereichs geebnet, zu dem vor allem Kohle- und Kernkraftwerke gehören. Auf der Hauptversammlung am Montag billigten die Aktionäre nach elf Stunden mit einer Mehrheit von 90 Prozent sowohl die Ausgliederung eines erheblichen Teils des Vermögens in einen kundenorientierten Unternehmensteil der Gruppe als auch den anschließenden Verkauf eines Anteils daran. Zudem wurde eine Statuten-Änderung beschlossen, die wichtige Entscheidungen künftig per Briefwahl (per rollam) ermöglichen soll.
Für die Aktionäre könnte die Hauptversammlung im Prager Kongresszentrum damit nahezu die letzte gewesen sein, auf der sie Fragen stellen und direkt mit dem Management kommunizieren konnten. Diese Gelegenheit nutzten sie vor allem, um möglichst viele Informationen über die geplanten Schritte einzufordern.
Die meisten Aktionäre haben sich inzwischen damit abgefunden, dass die Regierung ihre Anteile aufkaufen und das Unternehmen anschließend vollständig von der Prager Börse nehmen wird – auch wenn es vereinzelt Gegenstimmen gab. Für die Minderheitsaktionäre, von denen fast 500 an der Hauptversammlung teilnahmen, sind daher neben einer möglichst hohen Übernahmeprämie vor allem ein schneller Ablauf der gesamten „Operation“ entscheidend. Bereits die frühere Regierung unter Petr Fiala hatte die vollständige Verstaatlichung der Stromerzeugung von ČEZ angekündigt, konkrete Schritte blieben jedoch aus.
Die Aufspaltung kann beginnen….
Der aus Sicht der Zukunft von ČEZ wichtigste Tagesordnungspunkt wurde erst am frühen Abend behandelt. Hinter dem Titel „Optimierung der Eigentümerstruktur und Governance der ČEZ-Gruppe“ verbirgt sich ein seit mehreren Monaten vorbereiteter Plan zur Aufteilung des Konzerns. Dieser wurde unter der neuen Regierung von Premierminister Andrej Babiš deutlich vorangetrieben.
Die neue Gesellschaft, die vom bisherigen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Pavel Cyrani geleitet werden soll, wird in den Unterlagen bislang als „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) bezeichnet. Nach den am Montag veröffentlichten Informationen soll sie spätestens bis Frühjahr 2027 gegründet werden.vDer Staat will 51 Prozent der Anteile behalten, die übrigen 49 Prozent sollen an Investoren verkauft werden. Mit den Erlösen soll der Staat die bisherigen Minderheitsaktionäre von ČEZ auszahlen.
Zur neuen Gesellschaft sollen die Strom- und Gasverteilungsunternehmen ČEZ Distribuce und das ehemalige GasNet (heute Czech Gas Networks) gehören. Dabei handelt es sich um ein stabiles, aber staatlich reguliertes Geschäft, dessen Anteil am Gewinn von ČEZ in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Hinzu kommen der Vertrieb ČEZ Prodej mit fast 2,3 Millionen Kunden sowie das auf erneuerbare Energien und Energieeinsparungen spezialisierte Unternehmen ČEZ ESCO.
Pavel Cyrani erklärte gegenüber den Aktionären, die Ausgliederung von Verteilnetzen, Vertrieb und Teilen der erneuerbaren Energien könne den Wert der ČEZ-Aktien indirekt steigern:
„Wir gehen davon aus, dass sich dies transparent im Wert des gesamten Unternehmens widerspiegeln wird.“
Die Beteiligung an dieser Tochtergesellschaft könne insbesondere für Investoren attraktiv sein, die in regulierte Infrastrukturwerte mit geringerem Risiko investieren möchten. Bei der Erläuterung des Vorhabens verwies Cyrani ausführlich auf das Regierungsprogramm, das eine vollständige staatliche Kontrolle über ČEZ vorsieht.
Der Verkaufserlös könnte Schätzungen zufolge mindestens 200 Milliarden Kronen betragen. Der Preis für die 49 Prozent der Anteile wird auch davon abhängen, welcher Teil der Konzernverschuldung von derzeit 206 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft übertragen wird.
Im Jahr 2025 erzielte die ČEZ-Gruppe einen EBITDA-Betriebsgewinn von 137 Milliarden Kronen. Die auszugliedernden Unternehmen trugen dazu rund 40 Prozent bzw. knapp 53 Milliarden Kronen bei. Den größten Anteil hatten die beiden Netzgesellschaften mit zusammen 40,3 Milliarden Kronen Betriebsgewinn. ČEZ erwartet, dass ihr Anteil am Konzerngewinn bis 2030 auf bis zu 60 Prozent steigen könnte.
Statutenänderung erleichtert Entscheidungen...
Eine weitere beschlossene Statuten-Änderung soll künftig die Durchführung von Briefabstimmungen erleichtern und damit verhindern, dass sich Hauptversammlungen erneut zu 20-stündigen Marathons entwickeln.
Der Anwalt Dušan Sedláček von der Kanzlei Bányaiová Vožehová erklärte gegenüber Hospodářské noviny:
„In den USA ist die Briefwahl (per rollam) üblich, in Tschechien ist sie bei so großen Unternehmen wie ČEZ eher ungewöhnlich. Ich sehe darin vor allem den Versuch, langwierige Obstruktionen zu verhindern.“
Ein ähnliches Verfahren wird in Tschechien bereits von Unternehmen wie Philip Morris ČR oder dem Waffenhersteller Colt CZ Group genutzt.
Für die Statuten-Änderung verfügt der Staat über die notwendige Zweidrittelmehrheit. Für grundlegende Entscheidungen wie eine Unternehmensaufspaltung bleibt jedoch weiterhin eine Dreiviertelmehrheit erforderlich – und zwar bezogen auf sämtliche Aktionäre, nicht nur auf die anwesenden.
Mit seinem Anteil von 69,78 Prozent dürfte der Staat diese Mehrheit erreichen können. Dabei könnte auch die Unterstützung des Kohleunternehmers Pavel Tykač eine Rolle spielen. Über die zypriotische Gesellschaft Belviport Trading Limited hält er inzwischen rund 2,86 Prozent der ČEZ-Aktien. Weitere Anteile befinden sich bei mit ihm verbundenen Investoren wie Tomáš Kaňka und Petr Nešetřil. Auch Investoren aus dem Umfeld der Finanzgruppe J&T Finance Group besitzen etwa ein Prozent der Aktien.
Dennoch erklärte Cyrani, dass voraussichtlich mindestens noch eine abschließende Hauptversammlung mit persönlicher Teilnahme der Aktionäre stattfinden werde.
Dividende von 42 Kronen je Aktie….
Für die Aktionäre war kurzfristig vor allem die Dividendenentscheidung von Bedeutung. Beschlossen wurde der Vorschlag des Managements von 42 Kronen je Aktie vor Steuern.
Insgesamt werden damit 22,6 Milliarden Kronen ausgeschüttet, was 80 Prozent des Nettogewinns entspricht.
Ein Gegenantrag des Aktionärs Petr Kalivoda, die Dividende auf 50 Kronen je Aktie anzuheben, fand keine Mehrheit. Dies hätte Ausschüttungen von 26,9 Milliarden Kronen beziehungsweise fast 96 Prozent des Nettogewinns bedeutet.
Nach Ansicht der Unternehmensführung hätte ein solcher Schritt ein negatives Signal an Ratingagenturen gesendet und die Finanzierungskosten erhöhen können. Diese Begründung wurde vom Minderheitsaktionär Michal Šnobr kritisiert, da es lediglich um rund vier Milliarden Kronen Differenz gehe.
Für den Staat als größten Aktionär bedeutet die Dividende Einnahmen von etwa 16 Milliarden Kronen für den diesjährigen Haushalt. Allerdings hatte der Staat bereits im vergangenen Jahr mehr als 30 Milliarden Kronen aus der sogenannten Übergewinnsteuer von ČEZ erhalten, was bei vielen Aktionären auf Unmut stieß.
Neue Aufsichtsratsmitglieder….
Von besonderem Interesse war auch die Wahl des Aufsichtsrats, der die Interessen der Aktionäre vertritt und den Vorstand unter Leitung von Daniel Beneš kontrolliert.
Neben vier Arbeitnehmervertretern entsendet der Staat acht weitere Mitglieder. Häufig handelt es sich dabei um Personen mit politischem Hintergrund.
Zu den öffentlich bekannten Kandidaten gehörten unter anderem:
• Karel Tyll, Leiter der Sektion Staatshaushalt im Finanzministerium,
• Petr Bejček, Leiter der Rechts- und Vermögenssektion des Finanzministeriums,
• Josef Kotrba, Vorsitzender des Energieverbands der Tschechischen Republik,
• Vladislav Smrž, der auf EU-Ebene über Emissionszertifikate verhandelt,
• sowie Radim Fiala, stellvertretender Vorsitzender der Partei SPD und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Abgeordnetenhauses.
Der potenzielle Kandidat Pavel Janeček, der den Koalitionspartner Motoristen vertreten könnte, erhielt hingegen keinen Sitz.
Die Abstimmung über die Aufsichtsratsmitglieder fand erst nach Redaktionsschluss statt. Angesichts der konsequenten Nutzung seiner Mehrheitsbeteiligung durch den Staat bestand jedoch kaum Zweifel am Ergebnis.
/gr/
ČEZ zahlt seinen Aktionären eine Dividende von 42 Kronen je Aktie aus und schüttet insgesamt 23 Milliarden Kronen aus
ČTK
1.Juni 2026, oenergetice.cz
Der Energiekonzern ČEZ wird seinen Aktionären aus dem bereinigten Gewinn des vergangenen Jahres eine Dividende von 42 Kronen je Aktie auszahlen. Insgesamt werden damit rund 23 Milliarden Kronen an die Aktionäre ausgeschüttet. Der Staat als Mehrheitsaktionär erhält davon etwa 16 Milliarden Kronen.
Dies beschloss die heutige Hauptversammlung des Konzerns und folgte damit dem Vorschlag des Vorstands von ČEZ. Die Dividende entspricht 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des Unternehmens aus dem vergangenen Jahr.
In diesem Jahr billigte die Hauptversammlung den Vorschlag des Vorstands, der am oberen Ende der derzeitigen Dividendenpolitik von ČEZ liegt. Diese sieht eine Ausschüttung von 60 bis 80 Prozent des bereinigten Gewinns vor. Bereits im vergangenen Jahr hatte ČEZ 80 Prozent des bereinigten Gewinns ausgeschüttet.
Im Jahr 2023 hatten die Aktionäre dagegen einen Gegenantrag des Finanzministeriums angenommen, wonach 100 Prozent des bereinigten Gewinns ausgeschüttet wurden. Das Finanzministerium, das den Staat als Aktionär vertritt, reichte in diesem Jahr keinen eigenen Gegenantrag ein. Die Dividende wird wie üblich ab dem 3. August ausgezahlt.
Ein Minderheitsaktionär hatte einen Gegenantrag eingereicht, die Dividende auf 50 Kronen je Aktie zu erhöhen. Der Vorstand lehnte dies ab. Eine solche Ausschüttung würde nach Ansicht des Unternehmens über die geltende Dividendenpolitik hinausgehen und könnte das Rating der Gesellschaft gefährden.
Da die Hauptversammlung den Vorschlag des Vorstands annahm, wurde über den Gegenantrag nicht mehr abgestimmt.
Reaktionen von Analysten
-Der Portfoliomanager Tomáš Pfeiler erklärte gegenüber ČTK:
„Mit einer Dividende von 42 Kronen je Aktie hatte der Markt gerechnet. Daher führte ihre Genehmigung zu keinen Kursbewegungen bei der Aktie. Beim aktuellen Börsenkurs ergibt sich eine Dividendenrendite von etwa 3,3 Prozent, was nicht besonders beeindruckend ist.“
-Der Analyst Tomáš Maxa ergänzte:
„Die Dividende von 42 Kronen je Aktie ist die niedrigste der vergangenen Jahre. Zuletzt lag die Dividende im Jahr 2019 mit 34 Kronen je Aktie niedriger. Seitdem lag sie stets über 45 Kronen.“
Im vergangenen Jahr zahlte ČEZ nach Zustimmung der Hauptversammlung eine Dividende von 47 Kronen je Aktie aus. Insgesamt wurden damals 25,2 Milliarden Kronen ausgeschüttet, wovon der Staat 17,6 Milliarden Kronen erhielt.
Fast eine halbe Billion Kronen an Dividenden seit 2000...
Mit der Zahlung von Dividenden begann ČEZ im Jahr 2000 nach der Fertigstellung des Kernkraftwerks Kernkraftwerk Temelín.
Seitdem hat das Unternehmen insgesamt 499,5 Milliarden Kronen – also nahezu eine halbe Billion Kronen – an seine Aktionäre ausgeschüttet. Davon entfielen 349,7 Milliarden Kronen auf den tschechischen Staat.
Die bislang höchste Dividende zahlte ČEZ im Jahr 2023 mit 145 Kronen je Aktie. Grund dafür war der außergewöhnlich hohe bereinigte Nettogewinn, den das Unternehmen während der Energiekrise des Jahres 2022 erzielte.
Auf Vorschlag des Staates schüttete ČEZ damals den gesamten Gewinn in Höhe von 78 Milliarden Kronen aus.
Quelle: https://oenergetice.cz/akcie/cez-potvrz ... iard-korun
/gr/
ČEZ erhält grünes Licht: Aktionäre billigen Gründung einer neuen Verteilgesellschaft
ČTK
1.Juni 2026, oenergetice.cz
Die Energiegruppe ČEZ kann mit der Ausgliederung ihres nicht-produzierenden Geschäftsbereichs in eine neue Tochtergesellschaft beginnen. Die Aktionäre haben dem auf der Hauptversammlung zugestimmt.
Der Sprecher des Konzerns, Ladislav Kříž, bestätigte gegenüber ČTK, dass die neue Gesellschaft innerhalb weniger Wochen nach der Genehmigung gegründet werden soll. Im ersten Quartal 2027 sollen dann ausgewählte Unternehmen in die neue Struktur eingebracht werden.
Nach Einschätzung von Analysten handelt es sich um einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur geplanten Verstaatlichung des Konzerns.
Deutliche Zustimmung der Aktionäre….
Mehr als 90 Prozent der anwesenden Stimmen unterstützten die Gründung der neuen Gesellschaft.
Der tschechische Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären.
Zu Beginn der Versammlung um 9:00 Uhr im Prager Kongresszentrum waren nach Angaben von Generaldirektor Daniel Beneš insgesamt 480 Aktionäre vertreten. Sie repräsentierten 75,22 Prozent aller Aktien mit einem Gesamtwert von mehr als 40 Milliarden Kronen.
Welche Bereiche ausgegliedert werden
In die neue Gesellschaft sollen aus der bestehenden ČEZ-Struktur folgende Geschäftsbereiche übertragen werden:
• Energievertrieb,
• Strom- und Gasverteilung,
• Energiehandel (Trading),
• Energiedienstleistungen.
Betroffen sind unter anderem:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce / Verteilung
• GasNet,
• ČEZ ESCO,
• sowie weitere Unternehmen aus dem Handelsgeschäft.
Die ČEZ-Gruppe wird 51 Prozent der Anteile an der neuen Tochtergesellschaft behalten. Die verbleibenden 49 Prozent sollen später Investoren angeboten werden.
Ziel: Neue Finanzierungsmöglichkeiten
Nach Ansicht des Vorstands könnte die ausgegliederte Gesellschaft leichter Zugang zu anderen Finanzierungsquellen erhalten.
Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass sie nicht mehr mit Kohle- und Kernkraftwerken verbunden wäre, was bislang einige Investoren abschrecken könne.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erklärte, dies könne die finanzielle Flexibilität der gesamten Gruppe verbessern.
Der spätere Verkauf eines Minderheitsanteils an der neuen Gesellschaft könnte zudem Mittel bereitstellen, um die Minderheitsaktionäre des verbleibenden ČEZ-Konzerns auszukaufen.
Vorläufige Bewertung der eingebrachten Unternehmen...
Vor der Abstimmung erklärte Cyrani, dass die endgültige Bewertung der neuen Tochtergesellschaft noch ausstehe.
Die bilanziellen Werte der wichtigsten einzubringenden Unternehmen betragen derzeit:
Unternehmen Buchwert
ČEZ Distribuce 110 Mrd. Kronen
GasNet 11 Mrd. Kronen
ČEZ Prodej 9 Mrd. Kronen
ČEZ ESCO 15 Mrd. Kronen
Elevion Group 16 Mrd. Kronen
Cyrani betonte jedoch, dass für die Einbringung in die neue Gesellschaft deren Marktwert ermittelt werden müsse. Dieser könne von den Buchwerten abweichen.
Name und Zeitplan noch offen...
Nach Angaben von Cyrani steht der Name des neuen Unternehmens noch nicht fest. Derzeit wird intern die Arbeitsbezeichnung DSZS verwendet.
Auch für einen möglichen Rückkauf eigener Aktien existiert bislang kein konkreter Zeitplan. Darüber müsste eine spätere Hauptversammlung entscheiden.
Verstaatlichung als Regierungsziel...
Die vollständige Verstaatlichung von ČEZ gehört zu den erklärten Zielen der aktuellen Regierung. Sie begründet dieses Vorhaben damit, dem Unternehmen größere Freiheiten für Investitionen zu verschaffen.
Premierminister Andrej Babiš hatte bereits zuvor erklärt, dass die Regierung den Prozess der vollständigen Kontrolle über ČEZ spätestens bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2029 abschließen möchte.
Quelle: https://oenergetice.cz/akcie/cez-spoust ... ti-byznysu
Aufspalten, aufkaufen, verstaatlichen? Der staatliche ČEZ-Schnäppchenmarkt wird nicht funktionieren
Autor: Jiří Nádoba, Kommentator
2. Juni 2026
Seznam Zprávy
Die große Aktion, die in der Aufspaltung von ČEZ und der anschließenden Verstaatlichung der Kraftwerke besteht, beginnt nun offiziell. Obwohl sie wirtschaftlich keinerlei Sinn ergibt.
Die Hauptversammlung von ČEZ ist normalerweise eine Formalität. Der Staat hält rund 70 Prozent der Anteile und setzt deshalb stets durch, was er möchte. In der Regel ist bereits im Voraus bekannt, was beschlossen wird.
Auch dieses Jahr war das so. Mit dem Unterschied, dass es diesmal auf der Hauptversammlung am Montag um weitreichende Entscheidungen ging. Die Führung von ČEZ erhielt offiziell den Auftrag, die Aufspaltung des Unternehmens vorzubereiten und dem Staat den Erwerb von 100 Prozent der Erzeugungssparte zu ermöglichen. Es handelt sich damit um die größte Veränderung seit den 1990er-Jahren, als das größte staatliche Aktienunternehmen des Landes entstand.
Die Befürworter begründen den Schritt mit Energiesicherheit und günstigeren Strompreisen. Doch bei beiden Argumenten gibt es ein grundlegendes Problem.
Die Regierung als treibende Kraft hinter den Veränderungen hat bisher nicht erklärt, wie die geplanten Maßnahmen tatsächlich zu einer sicheren und preiswerten Energieversorgung beitragen sollen. Möglicherweise lässt sich das auch gar nicht überzeugend erklären und es geht lediglich darum, Wahlversprechen einzulösen. Für einen so sensiblen Eingriff in Staatsvermögen im Wert von Hunderten Milliarden Kronen wäre das jedoch ein äußerst schwaches Argument.
Jeder kauft Strom und jeder möchte ihn möglichst günstig haben. Es wäre schön, wenn der „gute Herr Babiš“ oder Havlíček einfach zum Telefon greifen, in Dukovany anrufen und den Strompreis für Bürger und Unternehmen um 20 oder sogar 30 Prozent senken könnten. So einfach funktioniert das jedoch nicht.
Man kann dazu einen Vergleich aus jüngerer Zeit ziehen: Nach dem amerikanischen Angriff auf den Iran wollte die Regierung die Dieselpreise senken. Warum hat sie dann nicht einfach ihre Unternehmen ČEPRO, RoBiN OIL und EuroOil angewiesen, den Kraftstoff billiger zu verkaufen?
Aus mehreren Gründen, die auch auf den Strommarkt zutreffen:
1. Ein Teil des subventionierten Diesels würde sofort ins Ausland verschwinden, wo er zu normalen Preisen verkauft werden könnte.
2. Die Konkurrenz würde die Regierung wegen Marktverzerrung problemlos verklagen.
3. Die staatlichen Unternehmen würden Verluste machen, und die Preisnachlässe müssten letztlich aus einer anderen Tasche finanziert werden.
Dasselbe würde gelten, wenn die Einnahmen von ČEZ künstlich reduziert würden: Die notwendigen Investitionen in die Energieversorgung müssten am Ende über den Staatshaushalt bezahlt werden.
Warum Verstaatlichung keinen billigeren Strom bringt….
Die Verstaatlichung der Kraftwerke wird das Leben nicht günstiger machen, denn:
Strom wird nicht nur von ČEZ erzeugt
Die Preise werden weder vom Energieminister noch vom Premierminister festgelegt, sondern vom europäischen Markt, dessen integraler Bestandteil Tschechien ist.
Dieser Markt funktioniert. Das zeigt sich daran, dass der reine Strompreis dank des Wettbewerbs bereits deutlich gefallen ist und schon im vergangenen Jahr nahezu wieder das Niveau vor der Energiekrise erreicht hatte.
Auch ein vollständig staatlicher Produzent kann Preise nicht beliebig senken
Selbst wenn der Staat 100 Prozent von ČEZ kontrollieren würde, könnte er dem Unternehmen nicht einfach niedrigere Preise vorschreiben – insbesondere nicht bei einem marktbeherrschenden Akteur.
Die Wettbewerber würden sofort klagen. Auf der Website der Wettbewerbsbehörde gibt es sogar konkrete Hinweise dazu: Der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung kann mit Geldbußen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden.
Billiger Strom müsste im Land gehalten werden….
Um günstigere Erzeugung tatsächlich bis zur Stromrechnung der Verbraucher durchzureichen, müsste verhindert werden, dass der billigere Strom exportiert wird.
Dafür müsste man praktisch die Grenzen schließen – was innerhalb der Europäischen Union unmöglich ist und auch keinen Sinn ergeben würde.
Tschechien exportiert seit Langem einen großen Teil seines Stroms und verdient daran. Wenn die Preise in Deutschland oder auf dem Balkan niedriger sind – was zuletzt häufig vorkam –, fließt umgekehrt günstiger Strom nach Tschechien, wovon die Verbraucher profitieren.
Auch technisch ist eine Abschottung unrealistisch...
Es geht nicht nur um Handel, sondern auch um die physische Funktionsweise des Stromnetzes.
Die Stromleitungen sind Teil eines gesamteuropäischen Verbundsystems. Elektrizität fließt in Echtzeit je nach Bedarf in beide Richtungen und in enormen Mengen durch Mitteleuropa.
Dieses System abzukoppeln wäre reine Science-Fiction – gerade auch aus Sicht der Versorgungssicherheit, mit der die Verstaatlichung paradoxerweise begründet wird.
Der „Salami-Prozess“ hat begonnen
Faktisch passiert noch nicht viel, aber der schrittweise Prozess läuft bereits an.
Der erste Schritt – inzwischen offiziell beschlossen – besteht darin, die kundenorientierten Bereiche aus dem Konzern herauszulösen: Verteilnetze und Vertrieb.
Für diesen neuen Unternehmensteil sollen private Investoren gewonnen werden. Sobald genügend Kapital eingesammelt ist, soll der nächste Schritt folgen.
Dieser besteht – wie Premierminister Andrej Babiš am Montag auf einer Regierungspressekonferenz bestätigte – im Aufkauf der Minderheitsaktionäre des verbleibenden großen ČEZ-Konzerns, in dem dann hauptsächlich die Produktionsanlagen, also die Kraftwerke, verbleiben.
Am Ende sollen die Minderheitsaktionäre einen größeren Anteil – es ist von bis zu 49 Prozent die Rede – an dem ausgegliederten Kunden- und Infrastrukturgeschäft halten, statt wie heute 30 Prozent am Gesamtkonzern.
Unter normalen Umständen könnte ein solches Modell funktionieren. In der Wirtschaft kommt es häufig vor, dass der Wert einzelner Unternehmensteile höher ist als der Wert des Gesamtkonzerns. Die deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE haben sich nach einem ähnlichen Prinzip neu strukturiert.
Vom „nationalen Schatz“ zur Staatsverwaltung?
Doch hier geht es nicht um marktwirtschaftliche Überlegungen, sondern um eine politische Entscheidung.
Der wertvollste Teil von ČEZ – die Stromerzeugung, also genau jener Bereich, der vollständig „uns gehören“ soll – würde in einem staatlichen Unternehmen landen und dort zwangsläufig an Effizienz verlieren.
Deswegen eine Warnung:
Aus einem nationalen Schatz könnte eine zweite Tschechische Post werden – oder, schlimmer noch, ein zweiter Prager Verkehrsbetrieb mit neuen „Dozimetr“-Affären.
(Anmerkung: „Dozimetr“ bezeichnet einen bekannten Korruptionsskandal im Umfeld des Prager Verkehrsbetriebs.)
/gr/
Senator Tomáš Třetina: Dukovany liefert Strom für alle. Das darf nicht auf Kosten der Gemeinden rund um das Kraftwerk gehen
01.06.2026, Wochenzeitung Znojemsko Seite 2 Mgr. Tomáš Třetina
KOMMENTAR
Minister Havlíček hat bestätigt, dass die Regierung die garantierte finanzielle Unterstützung in Höhe von 12 Milliarden Kronen für die von der Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany betroffenen Regionen streicht. Anstelle des bereits beschlossenen Finanzierungspakets will der Staat die Mittel nach der sogenannten „Salamitaktik“ aufteilen und die einzelnen Gemeinden dazu zwingen, um jede Krone für Gehwege, Kindergärten oder Kläranlagen separat und aufwendig zu kämpfen.
Der Ausbau des Kernkraftwerks ist das größte strategische Projekt in der neueren Geschichte unseres Landes. Die stabile Stromversorgung aus den neuen Reaktorblöcken wird die gesamte Tschechische Republik benötigen. Die Vorteile kommen also allen zugute, doch die enorme Belastung – in Form von beschädigten Straßen, Umweltfolgen, erhöhten Sicherheitsanforderungen und der Bereitstellung von Wohnraum für zehntausend Bauarbeiter – werden ausschließlich unsere Gemeinden in den Regionen Znaim (Znojmo), Krumau (Moravský Krumlov) und Třebíč tragen.
Der Plan der Regierung, die zugesagten Mittel aufzusplittern, bedeutet in der Praxis Chaos, einen völligen Verlust der Koordination und einen Hohn gegenüber den Menschen, die hier leben. Die Behauptung von Minister Havlíček, die beschlossene milliardenschwere Unterstützung sei lediglich ein „Blankoscheck“ ohne konkrete Grundlagen gewesen, ist eine glatte Unwahrheit. Es liegt ein detaillierter und durchgerechneter Aktionsplan des Ministeriums für regionale Entwicklung vor, der klar festlegt, was unsere Region benötigt, um die Auswirkungen eines derart großen Bauprojekts bewältigen zu können. Zu diesem gemeinsamen Vorhaben sollten auch die Gemeinden und die Region selbst jeweils 1,5 Milliarden Kronen beitragen.
Wir weigern uns, hinzunehmen, dass unsere Region für Prag lediglich als kostenlose Steckdose dient. Wir werden unsere Kräfte mit der Senatorin Hana Žáková bündeln. Gemeinsam werden wir für die Regionen Znaim und Třebíč geschlossen, entschlossen und kompromisslos auftreten. Wir werden nicht zulassen, dass die Regierung unsere Gemeinden im Stich lässt.
-Unsere Forderungen
1. Wir fordern die Regierung der Tschechischen Republik auf, die Zerstückelung der Finanzmittel sofort zu stoppen und die umfassende Unterstützung in Höhe von 15 Milliarden Kronen für die betroffenen Regionen vollständig zu garantieren.
2. Wir verlangen die Einhaltung und Umsetzung des vorbereiteten Aktionsplans des Ministeriums für regionale Entwicklung, der die tatsächlichen Auswirkungen des Kraftwerksausbaus auf Infrastruktur und Sicherheit berücksichtigt.
-Aufruf an Bürgermeister und Bürger
Lassen wir uns nicht spalten und in die Rolle von Bittstellern drängen. Ich rufe alle Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Bürger unserer Region auf: Schließen Sie sich unserem gemeinsamen Vorgehen an und unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift auf der Website tomastretina.cz.
Prag muss unsere gemeinsame und starke Stimme hören, bevor es zu spät ist!
Senator für die Region Znaim (Znojemsko).
/gr/
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartieln aus Tschechien zum Thema Energie vom 3.Juni 2026:
Liebe Leute,
ab Donnerstag 4.6. bis Freitag 12.6.2026 bin ich auf Urlaub. In dieser Zeit wird daher kein Medienmonitoring kommen. Die nächsten CZAP-Nachrichten erhalten Sie dann wieder am Montag den 15.Juni.
Liebe Grüße aus Budweis
Gabi Reitinger, OIZP / BIU Budweis
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Inhalt:
SURAO:„Auf diesen Moment haben wir gewartet.“ Bei Temelín haben die ersten Untersuchungen für ein Atommüll-Endlager begonnen.
Verkauf der „Tochter“ von ČEZ wird eine beispiellose Transaktion in Mitteleuropa sein.
Aufspaltung von ČEZ erhält grünes Licht.
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor.
Genehmigt: Kommt der Rückkauf der ČEZ-Aktien mit einer Marktprämie?
Russland wird Kasachstans erstes Kernkraftwerk bauen – Großteil der 16,5 Milliarden Dollar wird durch einen russischen Kredit finanziert
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SURAO:„Auf diesen Moment haben wir gewartet.“ Bei Temelín haben die ersten Untersuchungen für ein Atommüll-Endlager begonnen
Autorin: Lucie Kándlová, ČTK
2. Juni 2026
Am Standort Janoch bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis haben am Dienstag die ersten geologischen Untersuchungen für einen möglichen Bau eines tiefengeologischen Endlagers für hochradioaktive Abfälle begonnen. Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) startete die Arbeiten mit Bohrungen in Tiefen von 30 und 100 Metern, die sich auf die Untersuchung des Grundwassers konzentrieren.
Janoch gehört zu den vier ausgewählten Standorten, von denen einer künftig zur Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe genutzt werden könnte. Die Gemeinden der in Betracht gezogenen Standorte hatten Klagen gegen die Genehmigung der geologischen Untersuchungen eingereicht, die jedoch von den Gerichten abgewiesen wurden.
„Auf diesen Moment haben wir uns alle seit der Gründung der Endlagerverwaltung SURAO im Jahr 1997 gefreut. Zum ersten Mal schauen wir nun mit Bohrungen direkt unter die Erdoberfläche und überprüfen, ob das, was wir anhand der Untersuchungen an der Oberfläche angenommen haben, tatsächlich zutrifft und ob die geologische Struktur wirklich so gut ist, wie wir glauben. Für uns ist das ein absolut entscheidender Schritt“, sagte der Direktor von SÚRAO, Lukáš Vondrovic.
Nach seinen Worten haben weder die Klagen noch die eingelegte Kassationsbeschwerde Einfluss auf den Fortgang der Arbeiten oder auf deren zeitlichen Ablauf.
Die eigentliche Bohrung des 100 Meter tiefen Bohrlochs wird etwa 14 Tage dauern. Anschließend folgen Bohrlochmessungen sowie hydrodynamische Tests. Vierteljährlich werden Wasserproben entnommen, die anschließend von Fachleuten in Laboren untersucht werden.
SURAO arbeitet derzeit mit vier möglichen Standorten für das Endlager. Neben Janoch handelt es sich um die Standorte Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Březový potok im Bezirk Klatovy. An allen vier Standorten sollen Bohrungen durchgeführt werden.
Nach den Plänen der Verwaltung SURAO soll das tiefengeologische Endlager die endgültige Lösung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle darstellen. In einer Tiefe von etwa 500 Metern sollen dort dauerhaft vor allem mehrere Tausend Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken gelagert werden.
Die Gemeinden in den für das Endlager in Betracht gezogenen Regionen waren mit ihren Klagen gegen die Genehmigung der geologischen Untersuchungen erfolglos. Im April wies das Gericht auch die vierte Verwaltungsbeschwerde gegen die Entscheidung des Umweltministeriums zurück; sie betraf den Standort Březový potok im Böhmerwaldvorland. Zuvor hatte das Gericht bereits in den Fällen Hrádek, Horka bei Třebíč und Janoch bei Temelín gleich entschieden.
„Wir sind nicht damit einverstanden, wie das Ministerium unsere Einwände behandelt hat“, kritisiert seit Beginn der gerichtlichen Niederlagen der Bürgermeister von Horažďovice im Bezirk Klatovy, Michael Forman (Občané HD). Er ist zugleich Sprecher der Plattform gegen das Atommüll-Endlager, die Gemeinden aller ausgewählten Standorte vereint.
Quelle:
https://www.novinky.cz/clanek/domaci-v- ... e-40581093
/gr/
Verkauf der „Tochter“ von ČEZ wird eine beispiellose Transaktion in Mitteleuropa sein
03.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Luděk Vainert Seite 15
Energiewirtschaft
Der Energiekonzern ČEZ erfüllt den Auftrag der Regierung von Andrej Babiš, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Hauptteil seiner Erzeugungsanlagen vollständig in Staatseigentum übergeht. Auf der Hauptversammlung am Montag erhielt vor allem der Plan grünes Licht, jene Unternehmensteile abzuspalten, die nicht mit der Stromerzeugung in klassischen Kraftwerken zusammenhängen. Fast die Hälfte davon soll anschließend verkauft werden, damit ČEZ möglichst viele Mittel für den Rückkauf eigener Aktien erhält.
Zudem genehmigten die Aktionäre eine Statutenänderung, die die einzelnen Schritte zur Abfindung der Minderheitsaktionäre beschleunigen wird. Die meisten von ihnen begrüßen den Rückkauf, da sie davon ausgehen, dass sie gegenüber dem aktuellen Börsenkurs eine erhebliche Prämie erhalten werden.
Bereits einen Tag nach der Hauptversammlung erhöhte die bedeutende US-Investmentbank Morgan Stanley ihr Kursziel für die ČEZ-Aktie deutlich. Dies signalisiert, dass selbst bislang sehr vorsichtige ausländische Analysten das Potenzial des tschechischen Energieriesen zunehmend erkennen.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Revolution. Morgan Stanley erhöhte sein Kursziel zwar um 370 Kronen je Aktie – ein außergewöhnlich großer Sprung –, ging dabei jedoch von einem Ausgangswert von 880 Kronen aus. So niedrig notierte die ČEZ-Aktie zuletzt im Herbst 2024, als der langfristige Aufwärtstrend begann, der bis Januar dieses Jahres anhielt. Die US-Bank holte damit lediglich einen Rückstand von anderthalb Jahren auf.
Auch dieser deutliche Anstieg bedeutet keine eindeutige Kaufempfehlung, da das Kursziel weiterhin unter dem aktuellen Aktienkurs liegt. Morgan Stanley schreckt Investoren nun jedoch zumindest nicht mehr ab und empfiehlt nicht länger, den Anteil von ČEZ in ihren Portfolios zu reduzieren.
ČEZ benötigt derzeit ein positives Image, das Investoren anzieht, denn das Unternehmen hat die klare Aufgabe, den Unternehmensteil mit dem Arbeitstitel DSZS möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Nach den bisherigen Plänen sollen mehrere große Investoren wie Pensionsfonds oder Versicherungen angesprochen werden, die sich für ein reguliertes Geschäft mit weitgehend stabilen Erträgen interessieren.
DSZS, in das neben dem lukrativen Netzgeschäft, Vertrieb und dem etwas risikoreicheren, aber meist profitablen Handel (Trading) auch der Gasbereich des Unternehmens sowie die erneuerbaren Energien eingebracht werden sollen, erfüllt genau dieses Profil. Das spricht auch Investoren an, die aus verschiedenen Gründen Kernenergie oder fossile Energieträger meiden und für die der heutige ČEZ daher nicht infrage kommt.
Der Verkauf eines nahezu hälftigen Anteils – die Regierung von Babiš besteht darauf, die Kontrolle zu behalten, die sie über ČEZ ausüben wird – wird eine Großtransaktion darstellen, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht.
Die Bewertung von DSZS ist noch ein Rätsel. Ihr Ergebnis wird nicht nur von den Marktbedingungen, sondern auch von der Aufteilung der bestehenden Schulden von ČEZ abhängen. Sicher ist jedoch, dass es sich um eine deutlich größere Transaktion handeln wird als den Verkauf eines Anteils an der Infrastrukturholding EP Infrastructure (EPIF) an die australische Investmentgruppe Macquarie. Diese zahlte vor zehn Jahren an Daniel Křetínský und Patrik Tkáč 47 Milliarden Kronen.
Der Fall EPIF ist trotz des zeitlichen Abstands sowie der Unterschiede bei Profitabilität und Geschäftsausrichtung lehrreich, weil er zeigt, wie sich Verkaufspläne entwickeln können. Ursprünglich sollte der Anteil an EPIF über die Börse verkauft werden. Die Verhandlungen mit den australischen Investoren verliefen jedoch schneller, sodass die Pläne für einen Börsengang (IPO) aufgegeben wurden.
Die Geschichte kennt jedoch auch gegenteilige Beispiele. Als die Finanzsparte des US-Konzerns General Electric einen Käufer für ihre tschechische Bank GE Money (ursprünglich Agrobanka, heute Moneta) suchte, wandte sie sich zunächst an in der Region tätige Bankengruppen. Diese rissen sich jedoch nicht gerade um die traditionsreiche Bank, die zwar profitabel war, aber kein klar herausragendes Merkmal besaß. Nach Jahren der Verhandlungen erhielt schließlich die Prager Börse ihre Chance, wo GE Money ihren Anteil erfolgreich veräußerte.
Im Fall von DSZS könnte letztlich eine zweigleisige Lösung zum Tragen kommen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erklärte auf der Hauptversammlung, dass der Anteil wahrscheinlich von mehreren Investoren erworben werde.
Gemäß der verabschiedeten Strategie wird der Vorstand von ČEZ unter Berücksichtigung der Marktbedingungen, der Investitionsmöglichkeiten und weiterer relevanter Umstände entscheiden. Der Weg über die Börse bleibt somit offen.
Die Bewertung ist noch ein Rätsel, dessen Ergebnis neben den Marktbedingungen auch von der Aufteilung der bestehenden Schulden von ČEZ beeinflusst wird.
/gr/
Aufspaltung von ČEZ erhält grünes Licht
03.06.2026 Tageszeitung Deník N Autor:Jan Úšela
Wir erklären die Details der aufmerksam verfolgten Umstrukturierung des Energieunternehmens sowie die nächsten Schritte.
Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung von ČEZ die Aufspaltung des teilstaatlichen Energiekonzerns in einen Erzeugungsbereich und ein Unternehmen für Vertrieb und Verteilung genehmigt. Nachfolgend erläutern wir die Einzelheiten dieser bedeutenden Transformation und ihre möglichen Folgen.
Worum geht es derzeit?
Auf der jährlichen Hauptversammlung beschlossen die Aktionäre die bislang größte Veränderung in der Geschichte der teilstaatlichen Energiegruppe. ČEZ wird in zwei Teile aufgespalten:
• Beim Mutterunternehmen verbleibt die Stromerzeugung aus Kern-, Gas-, Kohle- und Wasserkraftwerken.
• Innerhalb weniger Wochen soll eine neue Gesellschaft mit dem Arbeitstitel „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) entstehen.
Unter dem Dach dieser Gesellschaft – inoffiziell auch „ČEZ 2“ genannt – sollen gebündelt werden:
• Strom- und Gasverteilung,
• Energievertrieb,
• Energiehandel (Trading),
• die Sparte ČEZ ESCO, die erneuerbare Energien installiert und deren Betrieb berät.
Der Staat hält derzeit knapp 70 Prozent an ČEZ, die restlichen Aktien befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Dazu zählen unter anderem die Finanzgruppe J&T, der Unternehmer Pavel Tykač, Kunden der PPF Bank sowie die US-Investmentgesellschaft BlackRock.
Die Regierung von Andrej Babiš treibt die Umstrukturierung voran. Das Ziel ist es, langfristig eine vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich von ČEZ zu erlangen, um den Bau neuer Kern- und Gaskraftwerke steuern zu können. Dafür werden Investitionen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Kronen erforderlich sein.
Private Minderheitsaktionäre stehen diesem Vorhaben kritisch gegenüber, da es das Unternehmen finanziell stark belasten dürfte. Darüber hinaus möchte die Regierung über die Kontrolle der Stromerzeugung Einfluss auf niedrige Strompreise nehmen.
-Wie soll die Aufspaltung konkret aussehen?
Nach der Gründung der neuen Tochtergesellschaft sollen bis zu 49 Prozent ihrer Aktien Investoren angeboten werden.
Das genaue Verkaufsmodell steht noch nicht fest. Möglich ist eine Kombination aus:
• einem Börsengang,
• sowie einem direkten Verkauf eines Teils der Anteile an große institutionelle Investoren.
Die Erlöse aus dem Verkauf sollen an die Muttergesellschaft ČEZ fließen. Es wird erwartet, dass der Staat mit diesen Mitteln die Minderheitsaktionäre auskauft, um die vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich zu erhalten.
Nach Angaben des Managements soll die Ausgliederung bis Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres abgeschlossen sein.
-Um welche Summen geht es?
ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš erklärte, dass der Konzern für 49 Prozent der ausgegliederten Vertriebsgesellschaft rund 150 Milliarden Kronen erlösen könnte.
Der Vertreter der Minderheitsaktionäre, Michal Šnobr, hält hingegen mindestens 200 Milliarden Kronen für realistisch.
Entscheidend sind mehrere Faktoren:
-Verschuldung
Je nachdem, welcher Anteil der bestehenden Schulden auf ČEZ 2 übertragen wird, verändert sich deren Bewertung erheblich.
Die Gesamtverschuldung von ČEZ liegt derzeit bei 207 Milliarden Kronen. Nach Einschätzung von Šnobr könnten etwa 70 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft entfallen.
Für Investoren wäre die ausgegliederte Gesellschaft ohne die kapitalintensive Stromerzeugung ein attraktives, renditestarkes Geschäft. Eine höhere Schuldenlast würde ihren Wert jedoch mindern.
-Regulierung
Zur künftigen Gesellschaft ČEZ 2 gehören auch die Strom- und Gasverteilernetze.
Deren Erträge werden maßgeblich durch die Entscheidungen der tschechischen Energieregulierungsbehörde (ERÚ) bestimmt. Über regulierte Netzentgelte legt sie faktisch fest, welche Gewinne Netzbetreiber erzielen können.
Sollte die Behörde die Renditen der Netzbetreiber stark begrenzen, könnte ČEZ 2 für Investoren weniger attraktiv werden und die Bewertung sinken.
Formal ist die Behörde unabhängig. Die Regierung könnte jedoch öffentlichen Druck ausüben oder die Führung der Behörde personell verändern, falls sie niedrigere Energiepreise über eine Senkung der regulierten Preisbestandteile erreichen möchte.
-Reicht das Geld für den Auskauf der Minderheitsaktionäre?
Vizepremierminister Karel Havlíček (ANO) schätzte die Kosten für den vollständigen Auskauf der Minderheitsaktionäre früher auf etwa 250 Milliarden Kronen. Analysten nannten sogar Beträge von bis zu 300 Milliarden Kronen.
Daraus ergibt sich, dass der Erlös aus dem Verkauf von 49 Prozent an ČEZ 2 wahrscheinlich nicht ausreichen wird, um sämtliche Minderheitsaktionäre auszuzahlen.
Allerdings muss der Staat nicht sofort alle verbleibenden Anteile erwerben. Er müsste zunächst lediglich seinen Anteil von derzeit rund 70 Prozent auf über 90 Prozent erhöhen. Danach könnte er die restlichen Aktionäre nach geltendem Recht zwangsweise abfinden.
Laut Michal Šnobr könnten dafür etwa 200 Milliarden Kronen ausreichen. Der verbleibende Finanzierungsbedarf ließe sich aus den laufenden Cashflows von ČEZ decken.
Wahrscheinlich würde dies jedoch mit einer höheren Verschuldung des Unternehmens einhergehen.
-Das große Risiko: eine Sperrminorität:
Ein ernsthaft diskutiertes Szenario besteht darin, dass Pavel Tykač und andere große Minderheitsaktionäre gemeinsam eine Sperrminorität von mehr als zehn Prozent bilden.
Dadurch könnten sie verhindern, dass der Staat die für einen Zwangsauskauf notwendige 90-Prozent-Schwelle erreicht.
In diesem Fall könnten die Minderheitsaktionäre ihre Anteile erst zu deutlich höheren Preisen verkaufen. Der Staat müsste wesentlich mehr bezahlen als derzeit kalkuliert.
Dies könnte:
• die Verschuldung von ČEZ deutlich erhöhen,
• die Finanzierungskosten am Kapitalmarkt steigern,
• die Investitionsmöglichkeiten des Unternehmens einschränken.
Genau diese Investitionsfähigkeit ist jedoch einer der Hauptgründe für die geplante Umstrukturierung.
-Kann eine Verstaatlichung die Strompreise senken?
Nach Ansicht des stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Radim Fiala könnte ein vollständig staatlicher Erzeugungskonzern leichter Einfluss auf die Energiepreise nehmen.
Mit Minderheitsaktionären sei dies schwieriger, da diese gegen entgangene Gewinne klagen könnten.
Der industriepolitische Sprecher der ODS, Pavel Drobil, widerspricht jedoch. Die Preise des nicht regulierten Stromanteils würden weiterhin vom Markt bestimmt. Eine Verstaatlichung allein führe daher nicht automatisch zu günstigeren Strompreisen.
Eine andere Möglichkeit wäre ein Austritt Tschechiens aus der Leipziger Strombörse. Dies würde allerdings auch die Einbindung in den internationalen Stromhandel beeinträchtigen, auf den das Land künftig voraussichtlich angewiesen sein wird.
Eine Senkung der regulierten Preisbestandteile könnte zwar ebenfalls die Strompreise reduzieren, würde jedoch wahrscheinlich die Attraktivität von ČEZ 2 für Investoren mindern.
-Wie reagiert die Opposition?
Die konservative ODS spricht bereits seit Jahren über eine vollständige staatliche Kontrolle von ČEZ. Schon im Jahre 2022 erwähnte der damalige Premierminister Petr Fiala entsprechende Pläne.
Der frühere Industrieminister Lukáš Vlček (STAN) bezeichnete eine Verstaatlichung früher als wirtschaftlich unsinnig. Inzwischen steht er dem Vorhaben vorsichtiger gegenüber, sofern es den Bau neuer großer Energiequellen erleichtert.
Gleichzeitig warnt er vor einer starken Verschuldung des Unternehmens und möglichen Einschränkungen bei den milliardenschweren Investitionen in den Energiesektor.
Was passiert, wenn sich der Prozess verzögert?
Vor den Wahlen im vergangenen Jahr erklärte Karel Havlíček, die Transformation werde ein bis anderthalb Jahre dauern. Später verschob er diesen Zeitplan mehrfach.
Die Regierung von Babiš verspricht nun, die Aufspaltung und die vollständige Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2029 abzuschließen.
Kommt es jedoch zu Gerichtsverfahren oder versucht eine Sperrminorität, den Preis ihrer Aktien in die Höhe zu treiben, könnte sich der Prozess erheblich verzögern.
Sollte die Verstaatlichung bis zum Ende der Legislaturperiode nicht abgeschlossen sein, könnte eine zukünftige Regierung das Projekt stoppen. In diesem Fall bliebe ČEZ vermutlich in zwei Unternehmen aufgeteilt – ohne dass der Staat die vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich erlangt.
/gr/
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor
2.6.2026 Armádní zpravodaj / Militärkorrespondent
Autor: Jindřich Svěcený
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor
Eine per Glasfaser gelenkte Drohne traf am 30. Mai das Turbinengebäude des Kernkraftwerks Saporischschja. Die IAEO bestätigte den Schaden, die Strahlung blieb im Normbereich.
Die Explosion am Maschinenhaus des sechsten Blocks des größten Kernkraftwerks in Europa ereignete sich zu einem Zeitpunkt, an dem sich rund um zwei nukleare Anlagen – die Kraftwerke Saporischschja und Kursk – ein Geflecht aus Kampfhandlungen, diplomatischen Kalkülen und Informationskrieg verdichtet. Russische Staatsmedien sprechen von einer vorbereiteten ukrainischen Landeoperation und dem Plan, einen „totalen Blackout“ beider Kraftwerke herbeizuführen. Eine unabhängige Bestätigung für einen solchen Plan gibt es jedoch nicht. Was existiert, ist ein verifizierbarer Vorfall, dessen technische Folgen und zwei völlig unterschiedliche Narrative darüber, was passiert und warum.
Was genau geschah bei Block Nr. 6...
Nach Angaben des Rosatom-Chefs Alexei Lichatschow traf am 30. Mai eine Glasfaser-Drohne das Maschinenhaus des sechsten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja in Enerhodar. Kiew bestritt den Angriff. Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), die permanent vor Ort sind, bestätigten gegenüber der Agentur AP äußere Schäden am Turbinengebäude und normale Strahlungswerte. Gleichzeitig baten sie um Zugang zum Inneren des Maschinenhauses für eine weitere Untersuchung.
Entscheidendes Detail: Die IAEO bestätigte den Verursacher nicht. Sie bestätigte die physische Tatsache, einen Schaden von außen, und den technischen Zustand, eine Strahlung im Normbereich. Zwischen dieser und der politischen Interpretation, wer warum angegriffen hat, klafft eine Lücke, die beide Seiten auf ihre Weise füllen.
Was bedeutet „Blackout“ bei einem Kraftwerk, das keinen Strom produziert...
Das Kraftwerk Saporischschja befindet sich mit allen sechs Blöcken im Kaltabschaltmodus (Cold Shutdown). Es speist kein einziges Watt in das ukrainische Netz ein. Wenn russische Quellen von einem „totalen Blackout“ sprechen, meinen sie damit keinen Stromausfall für Millionen von Haushalten, auch wenn das in den Schlagzeilen leicht so klingen mag.
In der Fachsprache der nuklearen Sicherheit bedeutet Blackout den Verlust der externen Stromversorgung des Kraftwerks. Und das ist für ein abgeschaltetes Kraftwerk paradoxerweise ernster, als es den Anschein hat:
* Sechs Reaktoren und die Abklingbecken für abgebrannten Brennstoff erfordern eine kontinuierliche Kühlung.
* Bei einem Netzausfall schaltet das Kraftwerk nahtlos auf Notstrom-Dieselgeneratoren mit begrenztem Kraftstoffvorrat um.
* Wiederholte Stromausfälle – und das tschechische Atomsicherheitsamt (SÚJB) dokumentiert, dass diese regelmäßig vorkommen – erhöhen das Risiko eines Versagens der Kühlsysteme.
Es handelt sich also nicht um die Drohung eines landesweiten Blackouts der Ukraine. Es geht um etwas anderes und in gewisser Weise Gefährlicheres: um die schleichende Erosion der Sicherheitsreserven einer nuklearen Anlage mitten in einer Kampfzone. Laut IAEO macht die Kernkraft zwar 55 % der ukrainischen Stromerzeugung aus, diese Produktion wird jedoch von den anderen Kraftwerken erbracht, nicht von Saporischschja.
Woher stammt das Narrativ über die Landeoperation bei zwei Kraftwerken...
Das zweite erwähnte Kraftwerk ist das Kernkraftwerk Kursk in Kurtschatow auf russischem Territorium. Und genau hier muss die Quellenkette sorgfältig geprüft werden.
Die Behauptung über eine vorbereitete ukrainische Landeoperation bei beiden Kraftwerken taucht im öffentlichen Raum über russische Staats- und Besatzungskanäle auf. TASS zitiert angebliche Aussagen von Gefangenen und Vertretern der Besatzungsverwaltung der Region Charkiw. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, bezeichnete die angeblichen Pläne als „nukleare Provokation“ und erinnerte an die Drohung „sofortiger harter Vergeltungsmaßnahmen“. Eine unabhängige Primärquelle, sei es ein westlicher Geheimdienst, ein Dokumenten-Leak oder eine offizielle ukrainische Stellungnahme, konnte zu diesen Behauptungen nicht ausfindig gemacht werden.
Was dagegen nachweisbar ist: ein historischer Präzedenzfall. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, gab im Oktober 2023 in einem Interview mit The New Voice of Ukraine drei gescheiterte amphibische Landeoperationen bei Enerhodar zu. Deren Ziel war es, einen Brückenkopf zu errichten und den Anschluss des Kraftwerks Saporischschja an das russische Netz zu verhindern. Diese Operationen zielten jedoch auf einen einzigen Ort ab, fanden unter anderen Bedingungen statt und Budanow beschrieb sie als abgeschlossen. Zwischen den damaligen Landungen und dem heutigen russischen Narrativ über einen gleichzeitigen Angriff auf zwei Kraftwerke gibt es keine öffentlich belegte Brücke.
Was Kiew sagt und was daraus folgt...
Die öffentliche Linie der Ukraine spricht im Mai 2026 eine andere Sprache. Präsident Selenskyj will laut Reuters Fortschritte bei den Friedensverhandlungen vor dem Winter, wartet auf neue US-Vorschläge für das Gesprächsformat und erklärt, dass sich die strategische Position der Ukraine seit Dezember 2025 verbessert.
Fernangriffe tief im russischen Territorium werden fortgesetzt. Ein öffentlich deklarierter Plan, der direkt auf Kernkraftwerke abzielt, findet sich in diesen Quellen jedoch nicht.
Das bedeutet nicht, dass nichts passiert. Es bedeutet, dass heute zwei parallele Realitäten existieren: eine, in der Kiew den Druck mit konventionellen Mitteln erhöht und nach einem diplomatischen Hebel sucht, und eine andere, in der russische Quellen jeden Vorfall an der nuklearen Infrastruktur als Beweis für eine geplante „nukleare Provokation“ framen. Beide Realitäten nähren sich von realen Ereignissen wie dem Treffer bei Block Nr. 6, interpretieren diese aber in entgegengesetzte Richtungen.
Was das für Tschechien und Europa bedeutet...
Das tschechische Staatliche Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB) überwacht die Situation. Das Monitoring in Europa und in Tschechien zeigt normale Strahlungswerte, und das SÚJB erwartet keine Auswirkungen auf tschechisches Territorium; das Kraftwerk Saporischschja liegt mehr als tausend Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Eine grenzüberschreitende Dimension würde erst ein schwerer nuklearer Unfall annehmen, den die derzeitigen verifizierten Fakten nicht bestätigen.
Die tatsächliche „neue Stufe“ besteht heute also nicht in einem bestätigten Plan für eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken. Sie besteht darin, dass nukleare Anlagen gleichzeitig zu einem militärischen Ziel, einem diplomatischen Argument und einem Werkzeug des Informationskriegs geworden sind – und dass die Grenze zwischen diesen drei Rollen immer dünner wird. Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, brachte es bereits auf dem Weg zum Kernkraftwerk Kursk im August 2024 auf den Punkt: Nukleare Anlagen dürfen nicht gefährdet werden. Seitdem hat sich die Situation nicht verbessert. Sie hat sich verschlimmert.
https://armadnizpravodaj.cz/zpravodajst ... -blackout/
Genehmigt: Kommt der Rückkauf der ČEZ-Aktien mit einer Marktprämie?
03.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Autorin: Dáša Hyklová
ČEZ kann nun mit der Ausgliederung seines Nicht-Erzeugungsgeschäfts in eine neue Tochtergesellschaft beginnen. Das Ziel des neuen Unternehmens ist es, flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten zu schaffen. Die daraus erzielten Mittel könnten später auch für den Rückkauf der Anteile von Minderheitsaktionären verwendet werden.
Die diesjährige Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ fand ungewöhnlicherweise bereits am 1. Juni statt. In den vergangenen Jahren trafen sich die Aktionäre üblicherweise erst Ende des Monats. Zwar begründete die Unternehmensführung den früheren Termin mit einer effizienteren Organisation und Zeitplanung, tatsächlich standen jedoch zahlreiche grundlegende und strategisch wichtige Themen auf der Tagesordnung.
Die Hauptversammlung dauerte schließlich rekordverdächtige 13,5 Stunden und war für die Zukunft von ČEZ von entscheidender Bedeutung.
Zustimmung zur Aufspaltung….
Die Aktionäre genehmigten, dass die ČEZ-Gruppe mit der Ausgliederung des Nicht-Erzeugungsbereichs in eine neue Tochtergesellschaft beginnen kann.
Nach Angaben des Konzernsprechers Ladislav Kříž soll das neue Unternehmen innerhalb weniger Wochen gegründet werden. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sollen dann ausgewählte Gesellschaften in die neue Struktur eingebracht werden.
Analysten sind sich einig, dass dieser Schritt von zentraler Bedeutung für die geplante Verstaatlichung des Unternehmens ist. Der Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz privater Minderheitsaktionäre.
Mit mehr als 90 Prozent der anwesenden Stimmen wurde außerdem die Ausschüttung einer Dividende von insgesamt rund 22,6 Milliarden Kronen beschlossen. Das entspricht 42 Kronen je Aktie. Über einen Gegenantrag für eine Dividende von 50 Kronen je Aktie wurde nicht abgestimmt.
Aussicht auf einen Rückkauf mit Aufschlag….
„Die Hauptversammlung war ein wichtiges Ereignis, auf das die Aktionäre gewartet hatten. Obwohl die Zustimmung zur Aufspaltung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wurde, musste dieser Schritt formell bestätigt werden. Das Risiko eines Scheiterns ist nun verschwunden, und die Aktionäre sehen vor sich einen wahrscheinlichen Rückkauf ihrer Aktien mit einer Marktprämie“, erklärte Jiří Tyleček, Analyst der Investmentplattform XTB, gegenüber MF DNES.
Zwar lasse sich über die konkrete Höhe und den Zeitpunkt eines Rückkaufs weiterhin nur spekulieren, doch die Wahrscheinlichkeit dafür sei gestiegen.
Nach seiner Einschätzung sei eine Prämie von mehreren Dutzend Prozent gegenüber dem Aktienkurs vor Bekanntgabe der Pläne durchaus realistisch. Dies könne zusätzliche Spekulanten anziehen.
„Sollten sich zudem weitere wichtige Fundamentalfaktoren – etwa die Strompreise oder die Preise für Emissionszertifikate – positiv entwickeln, steigt die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Kursanstiegs der ČEZ-Aktie in den kommenden Monaten zusätzlich“, so Tyleček.
Seiner Ansicht nach gab es auf der Hauptversammlung zwar keine großen Überraschungen, doch alles, was beschlossen werden musste, wurde auch beschlossen.
Ohne Kohle- und Kernkraftwerke…..
Nach den Plänen will die ČEZ-Gruppe in der neuen Tochtergesellschaft einen Anteil von 51 Prozent behalten. Die restlichen 49 Prozent sollen Investoren angeboten werden.
In die neue Gesellschaft sollen insbesondere folgende Bereiche ausgelagert werden:
• Energievertrieb,
• Strom- und Gasverteilung,
• Energiehandel (Trading),
• Energiedienstleistungen.
Dazu gehören unter anderem:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce /Verteilung
• GasNet,
• ČEZ ESCO,
• verschiedene Handelsgesellschaften.
Nach Ansicht des Vorstands kann die ausgegliederte Gesellschaft leichter neue Finanzierungsquellen erschließen, da sie nicht mehr mit Kohle- und Kernkraftwerken verbunden sein wird. Gerade diese Aktivitäten schrecken bestimmte Investoren ab.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erwartet deshalb eine höhere finanzielle Flexibilität für die gesamte Gruppe.
Der Verkauf des Minderheitsanteils könnte nach seinen Worten zugleich die Mittel bereitstellen, die für einen späteren Auskauf der Minderheitsaktionäre benötigt werden.
Analysten schätzen, dass der Verkauf rund 200 Milliarden Kronen einbringen könnte – eine Summe, die nach ihrer Auffassung ausreichen sollte.
Verkauf möglicherweise in mehreren Tranchen….
Der endgültige Name des neuen Unternehmens steht noch nicht fest. Derzeit wird die Arbeitsbezeichnung DSZS („Tochtergesellschaft des Kundensegments“) verwendet.
Laut Cyrani könnte der Verkauf der 49 Prozent aufgrund seines Umfangs in mehreren Tranchen erfolgen.
Der Vorstand rechnet derzeit mit einem Umsetzungszeitraum von etwa ein bis zwei Jahren.
Warum will der Staat ČEZ vollständig kontrollieren?
Die vollständige Verstaatlichung von ČEZ – voraussichtlich durch den Erwerb der Anteile privater Aktionäre zum Marktpreis – gehört zu den erklärten Zielen der Regierung.
Der Grund liegt in den rechtlichen Verpflichtungen eines börsennotierten Unternehmens. Solange Minderheitsaktionäre beteiligt sind, muss das Management im Interesse aller Anteilseigner handeln und Gewinne erwirtschaften.
Wenn der Staat als Mehrheitsaktionär das Unternehmen beispielsweise dazu bewegen möchte,
• Strom günstiger an tschechische Verbraucher zu verkaufen oder
• Milliardeninvestitionen in neue Kernkraftwerke vorzunehmen,
könnten private Aktionäre argumentieren, dass ihre Investition dadurch geschädigt wird und rechtliche Schritte einleiten.
Eine vollständige Verstaatlichung würde dem Staat größere Freiheit geben, ČEZ nicht primär als gewinnorientiertes Unternehmen, sondern als Instrument der Energie-, Industrie- und Sicherheitspolitik zu führen.
Geschäftsergebnis von ČEZ….
Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Nettogewinn von 27,4 Milliarden Kronen.
Gegenüber dem Vorjahr sank der Gewinn um 1,7 Milliarden Kronen beziehungsweise 5,8 Prozent.
Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf 137 Milliarden Kronen, was einem Rückgang von rund 400 Millionen Kronen gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Neuer Aufsichtsrat...
Die Aktionäre wählten außerdem fünf neue Mitglieder in den Aufsichtsrat und beriefen vier bisherige Mitglieder ab.
Zu den neuen Mitgliedern gehören unter anderem:
• der SPD-Abgeordnete Radim Fiala,
• Karel Tyll vom Finanzministerium,
• Josef Kotrba vom tschechischen Energieverband,
• Vladislav Smrž vom Umweltministerium,
• Petr Bejček vom Finanzministerium.
•
Kotrba erklärte gegenüber MF DNES, er wolle im Aufsichtsrat sämtliche Kontrollaufgaben gewissenhaft wahrnehmen und betrachte seine Wahl als Anerkennung seiner langjährigen Erfahrung im Energiesektor.
Die Minderheitsaktionäre hatten ihren Vertreter Michal Šnobr für den Aufsichtsrat nominiert. Er wurde jedoch nicht gewählt.
Zu den abberufenen Mitgliedern gehörte unter anderem der Regionalpräsident von Liberec, Martin Půta.
Unterschiedliche Sichtweisen von tschechischen und internationalen Analysten….
Internationale Analysten beurteilen die aktuelle Situation rund um ČEZ deutlich skeptischer.
Unter ihnen herrscht ungewöhnlich große Einigkeit darüber, dass die Aktie derzeit überbewertet sei.
Ihre Modelle basieren vor allem auf:
• harten Finanzkennzahlen,
• den Preisen von Emissionszertifikaten,
• den sinkenden Großhandelspreisen für Strom.
Aus dieser Perspektive erscheint ihnen der aktuelle Börsenkurs zu hoch.
Politische Spekulationen über eine spätere Verstaatlichung fließen dagegen kaum in ihre Bewertungen ein.
Während viele tschechische Investoren die Aktie in Erwartung eines lukrativen staatlichen Rückkaufs halten, berücksichtigen internationale Banken diese mögliche Prämie in ihren offiziellen Analysen nur begrenzt.
Wie sieht ČEZ in einem Jahr aus?
Analyst Jiří Tyleček erwartet, dass der heutige, noch nicht aufgespaltene ČEZ-Konzern in einem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit Geschichte sein wird.
„Das Unternehmen wird aufgeteilt sein, und ich rechne damit, dass die Umgestaltung ihren Höhepunkt erreicht. Alle Parameter des Auskaufs der Minderheitsaktionäre werden bekannt sein und der Prozess kann laufen“, sagte er.
Offen sei allerdings noch, ob die Anteile der neuen Gesellschaft:
• an einen strategischen Investor verkauft werden,
• über einen Börsengang (IPO) platziert werden,
• oder eine Kombination beider Varianten gewählt wird.
Davon werde auch die Dauer des Prozesses abhängen.
Sein Fazit lautet:
„Derzeit sieht es so aus, als könnten alle wesentlichen Schritte rund um die Verstaatlichung von ČEZ und die Gründung der neuen Tochtergesellschaft bereits im kommenden Jahr abgeschlossen werden.“
Kennzahlen
• Die ČEZ-Gruppe will 51 % an der neuen Tochtergesellschaft behalten.
• Die Dividendenzahlung 2026 beträgt insgesamt 22,6 Milliarden Kronen.
• Die Dividende beläuft sich auf 42 Kronen je Aktie.
/gr/
Russland wird Kasachstans erstes Kernkraftwerk bauen – Großteil der 16,5 Milliarden Dollar wird durch einen russischen Kredit finanziert
Autor: Lukáš Lepič
2. Juni 2026, oenergetice.cz
Russland und Kasachstan haben ein zwischenstaatliches Abkommen über den Bau des ersten Kernkraftwerks auf kasachischem Staatsgebiet unterzeichnet. Die Anlage mit zwei Reaktorblöcken des Typs VVER-1200 soll am Balchaschsee entstehen und von der russischen Staatsgesellschaft Rosatom errichtet werden. Der Baubeginn ist für das Jahr 2027 vorgesehen, der erste Block soll Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen.
Ein erheblicher Teil der geschätzten Kosten von rund 16,5 Milliarden US-Dollar (etwa 345 Milliarden Kronen) wird durch einen staatlichen russischen Exportkredit finanziert. Die entsprechenden Dokumente wurden am 28. Mai während des Staatsbesuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Kasachstan unterzeichnet.
Drei Nuklearabkommen gleichzeitig...
Das Abkommen wurde vom Generaldirektor von Rosatom, Alexej Lichatschow, und dem Vorsitzenden der kasachischen Atomenergiebehörde, Almasadam Satkalijew, im Beisein von Präsident Putin und dem kasachischen Staatspräsidenten Kassym-Schomart Tokajew unterzeichnet.
Dabei handelte es sich nicht nur um ein einzelnes Dokument. Parallel wurden drei Vereinbarungen geschlossen:
• ein Abkommen über die Grundprinzipien und Bedingungen der Zusammenarbeit beim Projekt,
• ein Vertrag über die Bereitstellung eines russischen staatlichen Exportkredits zur Finanzierung des Baus,
• ein Aktionsplan für die ressortübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Nuklear- und Strahlensicherheit für die Jahre 2026 bis 2030.
Nach Angaben von Rosatom definiert das zwischenstaatliche Abkommen die wichtigsten Projektparameter: den Bau von zwei Kraftwerksblöcken mit russischen Reaktoren des Typs VVER-1200 und einer Leistung von jeweils rund 1.200 MW.
Die Vereinbarung umfasst auch die Zusammenarbeit während der gesamten Betriebsdauer des Kraftwerks, einschließlich Wartung und Brennstofflieferungen. Damit bindet sich Kasachstan für mehrere Jahrzehnte an russische Nukleartechnologie.
Projektparameter und Zeitplan...
Das Kraftwerk soll in der Ortschaft Ulken am Ufer des Balchaschsee im Bezirk Schambyl im Südosten des Landes entstehen.
Die ersten Vorarbeiten – geologische Untersuchungen und Standortanalysen – begannen bereits im August 2025. Nach Angaben von Rosatom waren bis Mai 2026 mehr als 90 Prozent der geologischen Felduntersuchungen abgeschlossen.
Die Gesamtkosten werden auf rund 16,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut der Nachrichtenagentur Kazinform entfallen etwa 14,4 Milliarden Dollar auf die beiden Reaktorblöcke selbst und weitere rund 2 Milliarden Dollar auf Sicherheits- und Sozialinfrastruktur.
Satkalijew hatte bereits früher erklärt, dass Russland einen Kredit über 85 Prozent der Gesamtkosten bereitstellen werde. Nach der Unterzeichnung wurde dieser Anteil offiziell zwar nicht bestätigt, die kasachische Seite sprach jedoch von „sehr vorteilhaften Bedingungen“.
Der Baubeginn ist für DAS Jahr 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme des ersten Reaktors für das Jahr 2034.
Warum Russland das Projekt finanziert?
Der Schlüssel der Vereinbarung liegt in der Finanzierung.
Mit dem Exportkredit übernimmt Moskau die Finanzierung eines Großteils des eigenen Auftrags – ein Modell, mit dem Rosatom seit Jahren internationale Projekte gewinnt.
Für Russland stellt das Projekt sowohl geopolitisch als auch wirtschaftlich einen bedeutenden Erfolg dar. Trotz westlicher Sanktionen gegen zahlreiche russische Wirtschaftssektoren bleibt der Nuklearexport von Rosatom weitgehend von Beschränkungen ausgenommen. Dadurch konnte der Konzern seine Position als einer der weltweit führenden Anbieter neuer Kernreaktoren behaupten.
Kreditfinanzierung, Brennstofflieferungen und technische Dienstleistungen binden Kasachstan über die gesamte Lebensdauer des Kraftwerks hinweg an Russland.
Rosatom erhielt den Auftrag allerdings nicht automatisch. Im Juni 2025 wurde das Unternehmen zum Leiter eines internationalen Konsortiums für den Bau des ersten kasachischen Kernkraftwerks ernannt. Dabei setzte es sich gegen die chinesische China National Nuclear Corporation (CNNC), die französische Électricité de France (EDF) sowie die südkoreanische Korea Hydro & Nuclear Power durch.
Ein sensibles Thema mit historischem Ballast….
Die Hinwendung zur Kernenergie ist für die kasachische Bevölkerung ein äußerst sensibles Thema.
Während der Sowjetzeit fanden auf kasachischem Territorium Hunderte von Atomwaffentests statt. Allein auf dem Testgelände bei Semipalatinsk Test Site wurden zwischen den Jahren 1949 und 1989 zahlreiche Kernwaffenversuche durchgeführt, die erhebliche gesundheitliche und ökologische Schäden hinterließen.
Zusätzliche Skepsis entstand nach der Tschernobyl-Katastrophe von 1986, an deren Folgenbeseitigung Zehntausende Kasachen beteiligt waren.
Deshalb musste das Vorhaben in einem Referendum bestätigt werden. Die Volksabstimmung fand im Jahre 2024 statt, wobei mehr als 70 Prozent der 7,8 Millionen Abstimmenden dem Projekt zustimmten.
Dabei ist Kasachstan bereits heute der weltweit größte Uranproduzent, besitzt jedoch bislang kein kommerzielles Kernkraftwerk. Das Land betreibt drei Forschungsreaktoren. Zudem war in der Stadt Aqtau am Kaspischen Meer 26 Jahre lang der natriumgekühlte Schnellreaktor BN-350 in Betrieb, der 1999 stillgelegt wurde.
Die Stromversorgung des Landes basiert heute überwiegend auf Kohlekraftwerken, ergänzt durch Wasserkraft und zunehmend erneuerbare Energien. Gleichzeitig kämpft Kasachstan seit Jahren mit einer alternden Energieinfrastruktur und Stromengpässen.
Größere Nuklearstrategie und die Rolle Chinas….
Das Projekt am Balchaschsee ist lediglich der erste Schritt.
Die kasachische Energiestrategie sieht langfristig den Bau von bis zu vier Kernkraftwerken vor. Bis zum Jahr 2035 sollen etwa fünf Prozent der Stromerzeugung aus Kernenergie stammen.
Eine zweite Anlage im selben Bezirk soll nach bisherigen Plänen von der chinesischen Staatsgesellschaft CNNC errichtet werden. Zudem wird bereits über ein drittes Kernkraftwerk diskutiert.
Die Aufteilung der Projekte zwischen Russland und China entspricht der außenpolitischen Strategie Kasachstans, den Einfluss beider Großmächte auszubalancieren.
Dass das russische Abkommen während des Staatsbesuchs Putins unterzeichnet wurde, unterstreicht dessen symbolische Bedeutung. Neben den Nuklearvereinbarungen schlossen beide Staaten nach Medienberichten weitere Abkommen, darunter eine Währungsswap-Vereinbarung zwischen den Zentralbanken sowie eine umfassendere Erklärung zur strategischen Partnerschaft.
https://oenergetice.cz/elektrarny-svet/ ... rusky-uver
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Liebe Leute,
ab Donnerstag 4.6. bis Freitag 12.6.2026 bin ich auf Urlaub. In dieser Zeit wird daher kein Medienmonitoring kommen. Die nächsten CZAP-Nachrichten erhalten Sie dann wieder am Montag den 15.Juni.
Liebe Grüße aus Budweis
Gabi Reitinger, OIZP / BIU Budweis
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Inhalt:
SURAO:„Auf diesen Moment haben wir gewartet.“ Bei Temelín haben die ersten Untersuchungen für ein Atommüll-Endlager begonnen.
Verkauf der „Tochter“ von ČEZ wird eine beispiellose Transaktion in Mitteleuropa sein.
Aufspaltung von ČEZ erhält grünes Licht.
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor.
Genehmigt: Kommt der Rückkauf der ČEZ-Aktien mit einer Marktprämie?
Russland wird Kasachstans erstes Kernkraftwerk bauen – Großteil der 16,5 Milliarden Dollar wird durch einen russischen Kredit finanziert
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SURAO:„Auf diesen Moment haben wir gewartet.“ Bei Temelín haben die ersten Untersuchungen für ein Atommüll-Endlager begonnen
Autorin: Lucie Kándlová, ČTK
2. Juni 2026
Am Standort Janoch bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis haben am Dienstag die ersten geologischen Untersuchungen für einen möglichen Bau eines tiefengeologischen Endlagers für hochradioaktive Abfälle begonnen. Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) startete die Arbeiten mit Bohrungen in Tiefen von 30 und 100 Metern, die sich auf die Untersuchung des Grundwassers konzentrieren.
Janoch gehört zu den vier ausgewählten Standorten, von denen einer künftig zur Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe genutzt werden könnte. Die Gemeinden der in Betracht gezogenen Standorte hatten Klagen gegen die Genehmigung der geologischen Untersuchungen eingereicht, die jedoch von den Gerichten abgewiesen wurden.
„Auf diesen Moment haben wir uns alle seit der Gründung der Endlagerverwaltung SURAO im Jahr 1997 gefreut. Zum ersten Mal schauen wir nun mit Bohrungen direkt unter die Erdoberfläche und überprüfen, ob das, was wir anhand der Untersuchungen an der Oberfläche angenommen haben, tatsächlich zutrifft und ob die geologische Struktur wirklich so gut ist, wie wir glauben. Für uns ist das ein absolut entscheidender Schritt“, sagte der Direktor von SÚRAO, Lukáš Vondrovic.
Nach seinen Worten haben weder die Klagen noch die eingelegte Kassationsbeschwerde Einfluss auf den Fortgang der Arbeiten oder auf deren zeitlichen Ablauf.
Die eigentliche Bohrung des 100 Meter tiefen Bohrlochs wird etwa 14 Tage dauern. Anschließend folgen Bohrlochmessungen sowie hydrodynamische Tests. Vierteljährlich werden Wasserproben entnommen, die anschließend von Fachleuten in Laboren untersucht werden.
SURAO arbeitet derzeit mit vier möglichen Standorten für das Endlager. Neben Janoch handelt es sich um die Standorte Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Březový potok im Bezirk Klatovy. An allen vier Standorten sollen Bohrungen durchgeführt werden.
Nach den Plänen der Verwaltung SURAO soll das tiefengeologische Endlager die endgültige Lösung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle darstellen. In einer Tiefe von etwa 500 Metern sollen dort dauerhaft vor allem mehrere Tausend Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken gelagert werden.
Die Gemeinden in den für das Endlager in Betracht gezogenen Regionen waren mit ihren Klagen gegen die Genehmigung der geologischen Untersuchungen erfolglos. Im April wies das Gericht auch die vierte Verwaltungsbeschwerde gegen die Entscheidung des Umweltministeriums zurück; sie betraf den Standort Březový potok im Böhmerwaldvorland. Zuvor hatte das Gericht bereits in den Fällen Hrádek, Horka bei Třebíč und Janoch bei Temelín gleich entschieden.
„Wir sind nicht damit einverstanden, wie das Ministerium unsere Einwände behandelt hat“, kritisiert seit Beginn der gerichtlichen Niederlagen der Bürgermeister von Horažďovice im Bezirk Klatovy, Michael Forman (Občané HD). Er ist zugleich Sprecher der Plattform gegen das Atommüll-Endlager, die Gemeinden aller ausgewählten Standorte vereint.
Quelle:
https://www.novinky.cz/clanek/domaci-v- ... e-40581093
/gr/
Verkauf der „Tochter“ von ČEZ wird eine beispiellose Transaktion in Mitteleuropa sein
03.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Luděk Vainert Seite 15
Energiewirtschaft
Der Energiekonzern ČEZ erfüllt den Auftrag der Regierung von Andrej Babiš, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Hauptteil seiner Erzeugungsanlagen vollständig in Staatseigentum übergeht. Auf der Hauptversammlung am Montag erhielt vor allem der Plan grünes Licht, jene Unternehmensteile abzuspalten, die nicht mit der Stromerzeugung in klassischen Kraftwerken zusammenhängen. Fast die Hälfte davon soll anschließend verkauft werden, damit ČEZ möglichst viele Mittel für den Rückkauf eigener Aktien erhält.
Zudem genehmigten die Aktionäre eine Statutenänderung, die die einzelnen Schritte zur Abfindung der Minderheitsaktionäre beschleunigen wird. Die meisten von ihnen begrüßen den Rückkauf, da sie davon ausgehen, dass sie gegenüber dem aktuellen Börsenkurs eine erhebliche Prämie erhalten werden.
Bereits einen Tag nach der Hauptversammlung erhöhte die bedeutende US-Investmentbank Morgan Stanley ihr Kursziel für die ČEZ-Aktie deutlich. Dies signalisiert, dass selbst bislang sehr vorsichtige ausländische Analysten das Potenzial des tschechischen Energieriesen zunehmend erkennen.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Revolution. Morgan Stanley erhöhte sein Kursziel zwar um 370 Kronen je Aktie – ein außergewöhnlich großer Sprung –, ging dabei jedoch von einem Ausgangswert von 880 Kronen aus. So niedrig notierte die ČEZ-Aktie zuletzt im Herbst 2024, als der langfristige Aufwärtstrend begann, der bis Januar dieses Jahres anhielt. Die US-Bank holte damit lediglich einen Rückstand von anderthalb Jahren auf.
Auch dieser deutliche Anstieg bedeutet keine eindeutige Kaufempfehlung, da das Kursziel weiterhin unter dem aktuellen Aktienkurs liegt. Morgan Stanley schreckt Investoren nun jedoch zumindest nicht mehr ab und empfiehlt nicht länger, den Anteil von ČEZ in ihren Portfolios zu reduzieren.
ČEZ benötigt derzeit ein positives Image, das Investoren anzieht, denn das Unternehmen hat die klare Aufgabe, den Unternehmensteil mit dem Arbeitstitel DSZS möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Nach den bisherigen Plänen sollen mehrere große Investoren wie Pensionsfonds oder Versicherungen angesprochen werden, die sich für ein reguliertes Geschäft mit weitgehend stabilen Erträgen interessieren.
DSZS, in das neben dem lukrativen Netzgeschäft, Vertrieb und dem etwas risikoreicheren, aber meist profitablen Handel (Trading) auch der Gasbereich des Unternehmens sowie die erneuerbaren Energien eingebracht werden sollen, erfüllt genau dieses Profil. Das spricht auch Investoren an, die aus verschiedenen Gründen Kernenergie oder fossile Energieträger meiden und für die der heutige ČEZ daher nicht infrage kommt.
Der Verkauf eines nahezu hälftigen Anteils – die Regierung von Babiš besteht darauf, die Kontrolle zu behalten, die sie über ČEZ ausüben wird – wird eine Großtransaktion darstellen, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht.
Die Bewertung von DSZS ist noch ein Rätsel. Ihr Ergebnis wird nicht nur von den Marktbedingungen, sondern auch von der Aufteilung der bestehenden Schulden von ČEZ abhängen. Sicher ist jedoch, dass es sich um eine deutlich größere Transaktion handeln wird als den Verkauf eines Anteils an der Infrastrukturholding EP Infrastructure (EPIF) an die australische Investmentgruppe Macquarie. Diese zahlte vor zehn Jahren an Daniel Křetínský und Patrik Tkáč 47 Milliarden Kronen.
Der Fall EPIF ist trotz des zeitlichen Abstands sowie der Unterschiede bei Profitabilität und Geschäftsausrichtung lehrreich, weil er zeigt, wie sich Verkaufspläne entwickeln können. Ursprünglich sollte der Anteil an EPIF über die Börse verkauft werden. Die Verhandlungen mit den australischen Investoren verliefen jedoch schneller, sodass die Pläne für einen Börsengang (IPO) aufgegeben wurden.
Die Geschichte kennt jedoch auch gegenteilige Beispiele. Als die Finanzsparte des US-Konzerns General Electric einen Käufer für ihre tschechische Bank GE Money (ursprünglich Agrobanka, heute Moneta) suchte, wandte sie sich zunächst an in der Region tätige Bankengruppen. Diese rissen sich jedoch nicht gerade um die traditionsreiche Bank, die zwar profitabel war, aber kein klar herausragendes Merkmal besaß. Nach Jahren der Verhandlungen erhielt schließlich die Prager Börse ihre Chance, wo GE Money ihren Anteil erfolgreich veräußerte.
Im Fall von DSZS könnte letztlich eine zweigleisige Lösung zum Tragen kommen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erklärte auf der Hauptversammlung, dass der Anteil wahrscheinlich von mehreren Investoren erworben werde.
Gemäß der verabschiedeten Strategie wird der Vorstand von ČEZ unter Berücksichtigung der Marktbedingungen, der Investitionsmöglichkeiten und weiterer relevanter Umstände entscheiden. Der Weg über die Börse bleibt somit offen.
Die Bewertung ist noch ein Rätsel, dessen Ergebnis neben den Marktbedingungen auch von der Aufteilung der bestehenden Schulden von ČEZ beeinflusst wird.
/gr/
Aufspaltung von ČEZ erhält grünes Licht
03.06.2026 Tageszeitung Deník N Autor:Jan Úšela
Wir erklären die Details der aufmerksam verfolgten Umstrukturierung des Energieunternehmens sowie die nächsten Schritte.
Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung von ČEZ die Aufspaltung des teilstaatlichen Energiekonzerns in einen Erzeugungsbereich und ein Unternehmen für Vertrieb und Verteilung genehmigt. Nachfolgend erläutern wir die Einzelheiten dieser bedeutenden Transformation und ihre möglichen Folgen.
Worum geht es derzeit?
Auf der jährlichen Hauptversammlung beschlossen die Aktionäre die bislang größte Veränderung in der Geschichte der teilstaatlichen Energiegruppe. ČEZ wird in zwei Teile aufgespalten:
• Beim Mutterunternehmen verbleibt die Stromerzeugung aus Kern-, Gas-, Kohle- und Wasserkraftwerken.
• Innerhalb weniger Wochen soll eine neue Gesellschaft mit dem Arbeitstitel „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) entstehen.
Unter dem Dach dieser Gesellschaft – inoffiziell auch „ČEZ 2“ genannt – sollen gebündelt werden:
• Strom- und Gasverteilung,
• Energievertrieb,
• Energiehandel (Trading),
• die Sparte ČEZ ESCO, die erneuerbare Energien installiert und deren Betrieb berät.
Der Staat hält derzeit knapp 70 Prozent an ČEZ, die restlichen Aktien befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Dazu zählen unter anderem die Finanzgruppe J&T, der Unternehmer Pavel Tykač, Kunden der PPF Bank sowie die US-Investmentgesellschaft BlackRock.
Die Regierung von Andrej Babiš treibt die Umstrukturierung voran. Das Ziel ist es, langfristig eine vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich von ČEZ zu erlangen, um den Bau neuer Kern- und Gaskraftwerke steuern zu können. Dafür werden Investitionen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Kronen erforderlich sein.
Private Minderheitsaktionäre stehen diesem Vorhaben kritisch gegenüber, da es das Unternehmen finanziell stark belasten dürfte. Darüber hinaus möchte die Regierung über die Kontrolle der Stromerzeugung Einfluss auf niedrige Strompreise nehmen.
-Wie soll die Aufspaltung konkret aussehen?
Nach der Gründung der neuen Tochtergesellschaft sollen bis zu 49 Prozent ihrer Aktien Investoren angeboten werden.
Das genaue Verkaufsmodell steht noch nicht fest. Möglich ist eine Kombination aus:
• einem Börsengang,
• sowie einem direkten Verkauf eines Teils der Anteile an große institutionelle Investoren.
Die Erlöse aus dem Verkauf sollen an die Muttergesellschaft ČEZ fließen. Es wird erwartet, dass der Staat mit diesen Mitteln die Minderheitsaktionäre auskauft, um die vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich zu erhalten.
Nach Angaben des Managements soll die Ausgliederung bis Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres abgeschlossen sein.
-Um welche Summen geht es?
ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš erklärte, dass der Konzern für 49 Prozent der ausgegliederten Vertriebsgesellschaft rund 150 Milliarden Kronen erlösen könnte.
Der Vertreter der Minderheitsaktionäre, Michal Šnobr, hält hingegen mindestens 200 Milliarden Kronen für realistisch.
Entscheidend sind mehrere Faktoren:
-Verschuldung
Je nachdem, welcher Anteil der bestehenden Schulden auf ČEZ 2 übertragen wird, verändert sich deren Bewertung erheblich.
Die Gesamtverschuldung von ČEZ liegt derzeit bei 207 Milliarden Kronen. Nach Einschätzung von Šnobr könnten etwa 70 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft entfallen.
Für Investoren wäre die ausgegliederte Gesellschaft ohne die kapitalintensive Stromerzeugung ein attraktives, renditestarkes Geschäft. Eine höhere Schuldenlast würde ihren Wert jedoch mindern.
-Regulierung
Zur künftigen Gesellschaft ČEZ 2 gehören auch die Strom- und Gasverteilernetze.
Deren Erträge werden maßgeblich durch die Entscheidungen der tschechischen Energieregulierungsbehörde (ERÚ) bestimmt. Über regulierte Netzentgelte legt sie faktisch fest, welche Gewinne Netzbetreiber erzielen können.
Sollte die Behörde die Renditen der Netzbetreiber stark begrenzen, könnte ČEZ 2 für Investoren weniger attraktiv werden und die Bewertung sinken.
Formal ist die Behörde unabhängig. Die Regierung könnte jedoch öffentlichen Druck ausüben oder die Führung der Behörde personell verändern, falls sie niedrigere Energiepreise über eine Senkung der regulierten Preisbestandteile erreichen möchte.
-Reicht das Geld für den Auskauf der Minderheitsaktionäre?
Vizepremierminister Karel Havlíček (ANO) schätzte die Kosten für den vollständigen Auskauf der Minderheitsaktionäre früher auf etwa 250 Milliarden Kronen. Analysten nannten sogar Beträge von bis zu 300 Milliarden Kronen.
Daraus ergibt sich, dass der Erlös aus dem Verkauf von 49 Prozent an ČEZ 2 wahrscheinlich nicht ausreichen wird, um sämtliche Minderheitsaktionäre auszuzahlen.
Allerdings muss der Staat nicht sofort alle verbleibenden Anteile erwerben. Er müsste zunächst lediglich seinen Anteil von derzeit rund 70 Prozent auf über 90 Prozent erhöhen. Danach könnte er die restlichen Aktionäre nach geltendem Recht zwangsweise abfinden.
Laut Michal Šnobr könnten dafür etwa 200 Milliarden Kronen ausreichen. Der verbleibende Finanzierungsbedarf ließe sich aus den laufenden Cashflows von ČEZ decken.
Wahrscheinlich würde dies jedoch mit einer höheren Verschuldung des Unternehmens einhergehen.
-Das große Risiko: eine Sperrminorität:
Ein ernsthaft diskutiertes Szenario besteht darin, dass Pavel Tykač und andere große Minderheitsaktionäre gemeinsam eine Sperrminorität von mehr als zehn Prozent bilden.
Dadurch könnten sie verhindern, dass der Staat die für einen Zwangsauskauf notwendige 90-Prozent-Schwelle erreicht.
In diesem Fall könnten die Minderheitsaktionäre ihre Anteile erst zu deutlich höheren Preisen verkaufen. Der Staat müsste wesentlich mehr bezahlen als derzeit kalkuliert.
Dies könnte:
• die Verschuldung von ČEZ deutlich erhöhen,
• die Finanzierungskosten am Kapitalmarkt steigern,
• die Investitionsmöglichkeiten des Unternehmens einschränken.
Genau diese Investitionsfähigkeit ist jedoch einer der Hauptgründe für die geplante Umstrukturierung.
-Kann eine Verstaatlichung die Strompreise senken?
Nach Ansicht des stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Radim Fiala könnte ein vollständig staatlicher Erzeugungskonzern leichter Einfluss auf die Energiepreise nehmen.
Mit Minderheitsaktionären sei dies schwieriger, da diese gegen entgangene Gewinne klagen könnten.
Der industriepolitische Sprecher der ODS, Pavel Drobil, widerspricht jedoch. Die Preise des nicht regulierten Stromanteils würden weiterhin vom Markt bestimmt. Eine Verstaatlichung allein führe daher nicht automatisch zu günstigeren Strompreisen.
Eine andere Möglichkeit wäre ein Austritt Tschechiens aus der Leipziger Strombörse. Dies würde allerdings auch die Einbindung in den internationalen Stromhandel beeinträchtigen, auf den das Land künftig voraussichtlich angewiesen sein wird.
Eine Senkung der regulierten Preisbestandteile könnte zwar ebenfalls die Strompreise reduzieren, würde jedoch wahrscheinlich die Attraktivität von ČEZ 2 für Investoren mindern.
-Wie reagiert die Opposition?
Die konservative ODS spricht bereits seit Jahren über eine vollständige staatliche Kontrolle von ČEZ. Schon im Jahre 2022 erwähnte der damalige Premierminister Petr Fiala entsprechende Pläne.
Der frühere Industrieminister Lukáš Vlček (STAN) bezeichnete eine Verstaatlichung früher als wirtschaftlich unsinnig. Inzwischen steht er dem Vorhaben vorsichtiger gegenüber, sofern es den Bau neuer großer Energiequellen erleichtert.
Gleichzeitig warnt er vor einer starken Verschuldung des Unternehmens und möglichen Einschränkungen bei den milliardenschweren Investitionen in den Energiesektor.
Was passiert, wenn sich der Prozess verzögert?
Vor den Wahlen im vergangenen Jahr erklärte Karel Havlíček, die Transformation werde ein bis anderthalb Jahre dauern. Später verschob er diesen Zeitplan mehrfach.
Die Regierung von Babiš verspricht nun, die Aufspaltung und die vollständige Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2029 abzuschließen.
Kommt es jedoch zu Gerichtsverfahren oder versucht eine Sperrminorität, den Preis ihrer Aktien in die Höhe zu treiben, könnte sich der Prozess erheblich verzögern.
Sollte die Verstaatlichung bis zum Ende der Legislaturperiode nicht abgeschlossen sein, könnte eine zukünftige Regierung das Projekt stoppen. In diesem Fall bliebe ČEZ vermutlich in zwei Unternehmen aufgeteilt – ohne dass der Staat die vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich erlangt.
/gr/
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor
2.6.2026 Armádní zpravodaj / Militärkorrespondent
Autor: Jindřich Svěcený
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor
Eine per Glasfaser gelenkte Drohne traf am 30. Mai das Turbinengebäude des Kernkraftwerks Saporischschja. Die IAEO bestätigte den Schaden, die Strahlung blieb im Normbereich.
Die Explosion am Maschinenhaus des sechsten Blocks des größten Kernkraftwerks in Europa ereignete sich zu einem Zeitpunkt, an dem sich rund um zwei nukleare Anlagen – die Kraftwerke Saporischschja und Kursk – ein Geflecht aus Kampfhandlungen, diplomatischen Kalkülen und Informationskrieg verdichtet. Russische Staatsmedien sprechen von einer vorbereiteten ukrainischen Landeoperation und dem Plan, einen „totalen Blackout“ beider Kraftwerke herbeizuführen. Eine unabhängige Bestätigung für einen solchen Plan gibt es jedoch nicht. Was existiert, ist ein verifizierbarer Vorfall, dessen technische Folgen und zwei völlig unterschiedliche Narrative darüber, was passiert und warum.
Was genau geschah bei Block Nr. 6...
Nach Angaben des Rosatom-Chefs Alexei Lichatschow traf am 30. Mai eine Glasfaser-Drohne das Maschinenhaus des sechsten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja in Enerhodar. Kiew bestritt den Angriff. Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), die permanent vor Ort sind, bestätigten gegenüber der Agentur AP äußere Schäden am Turbinengebäude und normale Strahlungswerte. Gleichzeitig baten sie um Zugang zum Inneren des Maschinenhauses für eine weitere Untersuchung.
Entscheidendes Detail: Die IAEO bestätigte den Verursacher nicht. Sie bestätigte die physische Tatsache, einen Schaden von außen, und den technischen Zustand, eine Strahlung im Normbereich. Zwischen dieser und der politischen Interpretation, wer warum angegriffen hat, klafft eine Lücke, die beide Seiten auf ihre Weise füllen.
Was bedeutet „Blackout“ bei einem Kraftwerk, das keinen Strom produziert...
Das Kraftwerk Saporischschja befindet sich mit allen sechs Blöcken im Kaltabschaltmodus (Cold Shutdown). Es speist kein einziges Watt in das ukrainische Netz ein. Wenn russische Quellen von einem „totalen Blackout“ sprechen, meinen sie damit keinen Stromausfall für Millionen von Haushalten, auch wenn das in den Schlagzeilen leicht so klingen mag.
In der Fachsprache der nuklearen Sicherheit bedeutet Blackout den Verlust der externen Stromversorgung des Kraftwerks. Und das ist für ein abgeschaltetes Kraftwerk paradoxerweise ernster, als es den Anschein hat:
* Sechs Reaktoren und die Abklingbecken für abgebrannten Brennstoff erfordern eine kontinuierliche Kühlung.
* Bei einem Netzausfall schaltet das Kraftwerk nahtlos auf Notstrom-Dieselgeneratoren mit begrenztem Kraftstoffvorrat um.
* Wiederholte Stromausfälle – und das tschechische Atomsicherheitsamt (SÚJB) dokumentiert, dass diese regelmäßig vorkommen – erhöhen das Risiko eines Versagens der Kühlsysteme.
Es handelt sich also nicht um die Drohung eines landesweiten Blackouts der Ukraine. Es geht um etwas anderes und in gewisser Weise Gefährlicheres: um die schleichende Erosion der Sicherheitsreserven einer nuklearen Anlage mitten in einer Kampfzone. Laut IAEO macht die Kernkraft zwar 55 % der ukrainischen Stromerzeugung aus, diese Produktion wird jedoch von den anderen Kraftwerken erbracht, nicht von Saporischschja.
Woher stammt das Narrativ über die Landeoperation bei zwei Kraftwerken...
Das zweite erwähnte Kraftwerk ist das Kernkraftwerk Kursk in Kurtschatow auf russischem Territorium. Und genau hier muss die Quellenkette sorgfältig geprüft werden.
Die Behauptung über eine vorbereitete ukrainische Landeoperation bei beiden Kraftwerken taucht im öffentlichen Raum über russische Staats- und Besatzungskanäle auf. TASS zitiert angebliche Aussagen von Gefangenen und Vertretern der Besatzungsverwaltung der Region Charkiw. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, bezeichnete die angeblichen Pläne als „nukleare Provokation“ und erinnerte an die Drohung „sofortiger harter Vergeltungsmaßnahmen“. Eine unabhängige Primärquelle, sei es ein westlicher Geheimdienst, ein Dokumenten-Leak oder eine offizielle ukrainische Stellungnahme, konnte zu diesen Behauptungen nicht ausfindig gemacht werden.
Was dagegen nachweisbar ist: ein historischer Präzedenzfall. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, gab im Oktober 2023 in einem Interview mit The New Voice of Ukraine drei gescheiterte amphibische Landeoperationen bei Enerhodar zu. Deren Ziel war es, einen Brückenkopf zu errichten und den Anschluss des Kraftwerks Saporischschja an das russische Netz zu verhindern. Diese Operationen zielten jedoch auf einen einzigen Ort ab, fanden unter anderen Bedingungen statt und Budanow beschrieb sie als abgeschlossen. Zwischen den damaligen Landungen und dem heutigen russischen Narrativ über einen gleichzeitigen Angriff auf zwei Kraftwerke gibt es keine öffentlich belegte Brücke.
Was Kiew sagt und was daraus folgt...
Die öffentliche Linie der Ukraine spricht im Mai 2026 eine andere Sprache. Präsident Selenskyj will laut Reuters Fortschritte bei den Friedensverhandlungen vor dem Winter, wartet auf neue US-Vorschläge für das Gesprächsformat und erklärt, dass sich die strategische Position der Ukraine seit Dezember 2025 verbessert.
Fernangriffe tief im russischen Territorium werden fortgesetzt. Ein öffentlich deklarierter Plan, der direkt auf Kernkraftwerke abzielt, findet sich in diesen Quellen jedoch nicht.
Das bedeutet nicht, dass nichts passiert. Es bedeutet, dass heute zwei parallele Realitäten existieren: eine, in der Kiew den Druck mit konventionellen Mitteln erhöht und nach einem diplomatischen Hebel sucht, und eine andere, in der russische Quellen jeden Vorfall an der nuklearen Infrastruktur als Beweis für eine geplante „nukleare Provokation“ framen. Beide Realitäten nähren sich von realen Ereignissen wie dem Treffer bei Block Nr. 6, interpretieren diese aber in entgegengesetzte Richtungen.
Was das für Tschechien und Europa bedeutet...
Das tschechische Staatliche Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB) überwacht die Situation. Das Monitoring in Europa und in Tschechien zeigt normale Strahlungswerte, und das SÚJB erwartet keine Auswirkungen auf tschechisches Territorium; das Kraftwerk Saporischschja liegt mehr als tausend Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Eine grenzüberschreitende Dimension würde erst ein schwerer nuklearer Unfall annehmen, den die derzeitigen verifizierten Fakten nicht bestätigen.
Die tatsächliche „neue Stufe“ besteht heute also nicht in einem bestätigten Plan für eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken. Sie besteht darin, dass nukleare Anlagen gleichzeitig zu einem militärischen Ziel, einem diplomatischen Argument und einem Werkzeug des Informationskriegs geworden sind – und dass die Grenze zwischen diesen drei Rollen immer dünner wird. Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, brachte es bereits auf dem Weg zum Kernkraftwerk Kursk im August 2024 auf den Punkt: Nukleare Anlagen dürfen nicht gefährdet werden. Seitdem hat sich die Situation nicht verbessert. Sie hat sich verschlimmert.
https://armadnizpravodaj.cz/zpravodajst ... -blackout/
Genehmigt: Kommt der Rückkauf der ČEZ-Aktien mit einer Marktprämie?
03.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Autorin: Dáša Hyklová
ČEZ kann nun mit der Ausgliederung seines Nicht-Erzeugungsgeschäfts in eine neue Tochtergesellschaft beginnen. Das Ziel des neuen Unternehmens ist es, flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten zu schaffen. Die daraus erzielten Mittel könnten später auch für den Rückkauf der Anteile von Minderheitsaktionären verwendet werden.
Die diesjährige Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ fand ungewöhnlicherweise bereits am 1. Juni statt. In den vergangenen Jahren trafen sich die Aktionäre üblicherweise erst Ende des Monats. Zwar begründete die Unternehmensführung den früheren Termin mit einer effizienteren Organisation und Zeitplanung, tatsächlich standen jedoch zahlreiche grundlegende und strategisch wichtige Themen auf der Tagesordnung.
Die Hauptversammlung dauerte schließlich rekordverdächtige 13,5 Stunden und war für die Zukunft von ČEZ von entscheidender Bedeutung.
Zustimmung zur Aufspaltung….
Die Aktionäre genehmigten, dass die ČEZ-Gruppe mit der Ausgliederung des Nicht-Erzeugungsbereichs in eine neue Tochtergesellschaft beginnen kann.
Nach Angaben des Konzernsprechers Ladislav Kříž soll das neue Unternehmen innerhalb weniger Wochen gegründet werden. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sollen dann ausgewählte Gesellschaften in die neue Struktur eingebracht werden.
Analysten sind sich einig, dass dieser Schritt von zentraler Bedeutung für die geplante Verstaatlichung des Unternehmens ist. Der Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz privater Minderheitsaktionäre.
Mit mehr als 90 Prozent der anwesenden Stimmen wurde außerdem die Ausschüttung einer Dividende von insgesamt rund 22,6 Milliarden Kronen beschlossen. Das entspricht 42 Kronen je Aktie. Über einen Gegenantrag für eine Dividende von 50 Kronen je Aktie wurde nicht abgestimmt.
Aussicht auf einen Rückkauf mit Aufschlag….
„Die Hauptversammlung war ein wichtiges Ereignis, auf das die Aktionäre gewartet hatten. Obwohl die Zustimmung zur Aufspaltung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wurde, musste dieser Schritt formell bestätigt werden. Das Risiko eines Scheiterns ist nun verschwunden, und die Aktionäre sehen vor sich einen wahrscheinlichen Rückkauf ihrer Aktien mit einer Marktprämie“, erklärte Jiří Tyleček, Analyst der Investmentplattform XTB, gegenüber MF DNES.
Zwar lasse sich über die konkrete Höhe und den Zeitpunkt eines Rückkaufs weiterhin nur spekulieren, doch die Wahrscheinlichkeit dafür sei gestiegen.
Nach seiner Einschätzung sei eine Prämie von mehreren Dutzend Prozent gegenüber dem Aktienkurs vor Bekanntgabe der Pläne durchaus realistisch. Dies könne zusätzliche Spekulanten anziehen.
„Sollten sich zudem weitere wichtige Fundamentalfaktoren – etwa die Strompreise oder die Preise für Emissionszertifikate – positiv entwickeln, steigt die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Kursanstiegs der ČEZ-Aktie in den kommenden Monaten zusätzlich“, so Tyleček.
Seiner Ansicht nach gab es auf der Hauptversammlung zwar keine großen Überraschungen, doch alles, was beschlossen werden musste, wurde auch beschlossen.
Ohne Kohle- und Kernkraftwerke…..
Nach den Plänen will die ČEZ-Gruppe in der neuen Tochtergesellschaft einen Anteil von 51 Prozent behalten. Die restlichen 49 Prozent sollen Investoren angeboten werden.
In die neue Gesellschaft sollen insbesondere folgende Bereiche ausgelagert werden:
• Energievertrieb,
• Strom- und Gasverteilung,
• Energiehandel (Trading),
• Energiedienstleistungen.
Dazu gehören unter anderem:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce /Verteilung
• GasNet,
• ČEZ ESCO,
• verschiedene Handelsgesellschaften.
Nach Ansicht des Vorstands kann die ausgegliederte Gesellschaft leichter neue Finanzierungsquellen erschließen, da sie nicht mehr mit Kohle- und Kernkraftwerken verbunden sein wird. Gerade diese Aktivitäten schrecken bestimmte Investoren ab.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erwartet deshalb eine höhere finanzielle Flexibilität für die gesamte Gruppe.
Der Verkauf des Minderheitsanteils könnte nach seinen Worten zugleich die Mittel bereitstellen, die für einen späteren Auskauf der Minderheitsaktionäre benötigt werden.
Analysten schätzen, dass der Verkauf rund 200 Milliarden Kronen einbringen könnte – eine Summe, die nach ihrer Auffassung ausreichen sollte.
Verkauf möglicherweise in mehreren Tranchen….
Der endgültige Name des neuen Unternehmens steht noch nicht fest. Derzeit wird die Arbeitsbezeichnung DSZS („Tochtergesellschaft des Kundensegments“) verwendet.
Laut Cyrani könnte der Verkauf der 49 Prozent aufgrund seines Umfangs in mehreren Tranchen erfolgen.
Der Vorstand rechnet derzeit mit einem Umsetzungszeitraum von etwa ein bis zwei Jahren.
Warum will der Staat ČEZ vollständig kontrollieren?
Die vollständige Verstaatlichung von ČEZ – voraussichtlich durch den Erwerb der Anteile privater Aktionäre zum Marktpreis – gehört zu den erklärten Zielen der Regierung.
Der Grund liegt in den rechtlichen Verpflichtungen eines börsennotierten Unternehmens. Solange Minderheitsaktionäre beteiligt sind, muss das Management im Interesse aller Anteilseigner handeln und Gewinne erwirtschaften.
Wenn der Staat als Mehrheitsaktionär das Unternehmen beispielsweise dazu bewegen möchte,
• Strom günstiger an tschechische Verbraucher zu verkaufen oder
• Milliardeninvestitionen in neue Kernkraftwerke vorzunehmen,
könnten private Aktionäre argumentieren, dass ihre Investition dadurch geschädigt wird und rechtliche Schritte einleiten.
Eine vollständige Verstaatlichung würde dem Staat größere Freiheit geben, ČEZ nicht primär als gewinnorientiertes Unternehmen, sondern als Instrument der Energie-, Industrie- und Sicherheitspolitik zu führen.
Geschäftsergebnis von ČEZ….
Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Nettogewinn von 27,4 Milliarden Kronen.
Gegenüber dem Vorjahr sank der Gewinn um 1,7 Milliarden Kronen beziehungsweise 5,8 Prozent.
Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf 137 Milliarden Kronen, was einem Rückgang von rund 400 Millionen Kronen gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Neuer Aufsichtsrat...
Die Aktionäre wählten außerdem fünf neue Mitglieder in den Aufsichtsrat und beriefen vier bisherige Mitglieder ab.
Zu den neuen Mitgliedern gehören unter anderem:
• der SPD-Abgeordnete Radim Fiala,
• Karel Tyll vom Finanzministerium,
• Josef Kotrba vom tschechischen Energieverband,
• Vladislav Smrž vom Umweltministerium,
• Petr Bejček vom Finanzministerium.
•
Kotrba erklärte gegenüber MF DNES, er wolle im Aufsichtsrat sämtliche Kontrollaufgaben gewissenhaft wahrnehmen und betrachte seine Wahl als Anerkennung seiner langjährigen Erfahrung im Energiesektor.
Die Minderheitsaktionäre hatten ihren Vertreter Michal Šnobr für den Aufsichtsrat nominiert. Er wurde jedoch nicht gewählt.
Zu den abberufenen Mitgliedern gehörte unter anderem der Regionalpräsident von Liberec, Martin Půta.
Unterschiedliche Sichtweisen von tschechischen und internationalen Analysten….
Internationale Analysten beurteilen die aktuelle Situation rund um ČEZ deutlich skeptischer.
Unter ihnen herrscht ungewöhnlich große Einigkeit darüber, dass die Aktie derzeit überbewertet sei.
Ihre Modelle basieren vor allem auf:
• harten Finanzkennzahlen,
• den Preisen von Emissionszertifikaten,
• den sinkenden Großhandelspreisen für Strom.
Aus dieser Perspektive erscheint ihnen der aktuelle Börsenkurs zu hoch.
Politische Spekulationen über eine spätere Verstaatlichung fließen dagegen kaum in ihre Bewertungen ein.
Während viele tschechische Investoren die Aktie in Erwartung eines lukrativen staatlichen Rückkaufs halten, berücksichtigen internationale Banken diese mögliche Prämie in ihren offiziellen Analysen nur begrenzt.
Wie sieht ČEZ in einem Jahr aus?
Analyst Jiří Tyleček erwartet, dass der heutige, noch nicht aufgespaltene ČEZ-Konzern in einem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit Geschichte sein wird.
„Das Unternehmen wird aufgeteilt sein, und ich rechne damit, dass die Umgestaltung ihren Höhepunkt erreicht. Alle Parameter des Auskaufs der Minderheitsaktionäre werden bekannt sein und der Prozess kann laufen“, sagte er.
Offen sei allerdings noch, ob die Anteile der neuen Gesellschaft:
• an einen strategischen Investor verkauft werden,
• über einen Börsengang (IPO) platziert werden,
• oder eine Kombination beider Varianten gewählt wird.
Davon werde auch die Dauer des Prozesses abhängen.
Sein Fazit lautet:
„Derzeit sieht es so aus, als könnten alle wesentlichen Schritte rund um die Verstaatlichung von ČEZ und die Gründung der neuen Tochtergesellschaft bereits im kommenden Jahr abgeschlossen werden.“
Kennzahlen
• Die ČEZ-Gruppe will 51 % an der neuen Tochtergesellschaft behalten.
• Die Dividendenzahlung 2026 beträgt insgesamt 22,6 Milliarden Kronen.
• Die Dividende beläuft sich auf 42 Kronen je Aktie.
/gr/
Russland wird Kasachstans erstes Kernkraftwerk bauen – Großteil der 16,5 Milliarden Dollar wird durch einen russischen Kredit finanziert
Autor: Lukáš Lepič
2. Juni 2026, oenergetice.cz
Russland und Kasachstan haben ein zwischenstaatliches Abkommen über den Bau des ersten Kernkraftwerks auf kasachischem Staatsgebiet unterzeichnet. Die Anlage mit zwei Reaktorblöcken des Typs VVER-1200 soll am Balchaschsee entstehen und von der russischen Staatsgesellschaft Rosatom errichtet werden. Der Baubeginn ist für das Jahr 2027 vorgesehen, der erste Block soll Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen.
Ein erheblicher Teil der geschätzten Kosten von rund 16,5 Milliarden US-Dollar (etwa 345 Milliarden Kronen) wird durch einen staatlichen russischen Exportkredit finanziert. Die entsprechenden Dokumente wurden am 28. Mai während des Staatsbesuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Kasachstan unterzeichnet.
Drei Nuklearabkommen gleichzeitig...
Das Abkommen wurde vom Generaldirektor von Rosatom, Alexej Lichatschow, und dem Vorsitzenden der kasachischen Atomenergiebehörde, Almasadam Satkalijew, im Beisein von Präsident Putin und dem kasachischen Staatspräsidenten Kassym-Schomart Tokajew unterzeichnet.
Dabei handelte es sich nicht nur um ein einzelnes Dokument. Parallel wurden drei Vereinbarungen geschlossen:
• ein Abkommen über die Grundprinzipien und Bedingungen der Zusammenarbeit beim Projekt,
• ein Vertrag über die Bereitstellung eines russischen staatlichen Exportkredits zur Finanzierung des Baus,
• ein Aktionsplan für die ressortübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Nuklear- und Strahlensicherheit für die Jahre 2026 bis 2030.
Nach Angaben von Rosatom definiert das zwischenstaatliche Abkommen die wichtigsten Projektparameter: den Bau von zwei Kraftwerksblöcken mit russischen Reaktoren des Typs VVER-1200 und einer Leistung von jeweils rund 1.200 MW.
Die Vereinbarung umfasst auch die Zusammenarbeit während der gesamten Betriebsdauer des Kraftwerks, einschließlich Wartung und Brennstofflieferungen. Damit bindet sich Kasachstan für mehrere Jahrzehnte an russische Nukleartechnologie.
Projektparameter und Zeitplan...
Das Kraftwerk soll in der Ortschaft Ulken am Ufer des Balchaschsee im Bezirk Schambyl im Südosten des Landes entstehen.
Die ersten Vorarbeiten – geologische Untersuchungen und Standortanalysen – begannen bereits im August 2025. Nach Angaben von Rosatom waren bis Mai 2026 mehr als 90 Prozent der geologischen Felduntersuchungen abgeschlossen.
Die Gesamtkosten werden auf rund 16,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut der Nachrichtenagentur Kazinform entfallen etwa 14,4 Milliarden Dollar auf die beiden Reaktorblöcke selbst und weitere rund 2 Milliarden Dollar auf Sicherheits- und Sozialinfrastruktur.
Satkalijew hatte bereits früher erklärt, dass Russland einen Kredit über 85 Prozent der Gesamtkosten bereitstellen werde. Nach der Unterzeichnung wurde dieser Anteil offiziell zwar nicht bestätigt, die kasachische Seite sprach jedoch von „sehr vorteilhaften Bedingungen“.
Der Baubeginn ist für DAS Jahr 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme des ersten Reaktors für das Jahr 2034.
Warum Russland das Projekt finanziert?
Der Schlüssel der Vereinbarung liegt in der Finanzierung.
Mit dem Exportkredit übernimmt Moskau die Finanzierung eines Großteils des eigenen Auftrags – ein Modell, mit dem Rosatom seit Jahren internationale Projekte gewinnt.
Für Russland stellt das Projekt sowohl geopolitisch als auch wirtschaftlich einen bedeutenden Erfolg dar. Trotz westlicher Sanktionen gegen zahlreiche russische Wirtschaftssektoren bleibt der Nuklearexport von Rosatom weitgehend von Beschränkungen ausgenommen. Dadurch konnte der Konzern seine Position als einer der weltweit führenden Anbieter neuer Kernreaktoren behaupten.
Kreditfinanzierung, Brennstofflieferungen und technische Dienstleistungen binden Kasachstan über die gesamte Lebensdauer des Kraftwerks hinweg an Russland.
Rosatom erhielt den Auftrag allerdings nicht automatisch. Im Juni 2025 wurde das Unternehmen zum Leiter eines internationalen Konsortiums für den Bau des ersten kasachischen Kernkraftwerks ernannt. Dabei setzte es sich gegen die chinesische China National Nuclear Corporation (CNNC), die französische Électricité de France (EDF) sowie die südkoreanische Korea Hydro & Nuclear Power durch.
Ein sensibles Thema mit historischem Ballast….
Die Hinwendung zur Kernenergie ist für die kasachische Bevölkerung ein äußerst sensibles Thema.
Während der Sowjetzeit fanden auf kasachischem Territorium Hunderte von Atomwaffentests statt. Allein auf dem Testgelände bei Semipalatinsk Test Site wurden zwischen den Jahren 1949 und 1989 zahlreiche Kernwaffenversuche durchgeführt, die erhebliche gesundheitliche und ökologische Schäden hinterließen.
Zusätzliche Skepsis entstand nach der Tschernobyl-Katastrophe von 1986, an deren Folgenbeseitigung Zehntausende Kasachen beteiligt waren.
Deshalb musste das Vorhaben in einem Referendum bestätigt werden. Die Volksabstimmung fand im Jahre 2024 statt, wobei mehr als 70 Prozent der 7,8 Millionen Abstimmenden dem Projekt zustimmten.
Dabei ist Kasachstan bereits heute der weltweit größte Uranproduzent, besitzt jedoch bislang kein kommerzielles Kernkraftwerk. Das Land betreibt drei Forschungsreaktoren. Zudem war in der Stadt Aqtau am Kaspischen Meer 26 Jahre lang der natriumgekühlte Schnellreaktor BN-350 in Betrieb, der 1999 stillgelegt wurde.
Die Stromversorgung des Landes basiert heute überwiegend auf Kohlekraftwerken, ergänzt durch Wasserkraft und zunehmend erneuerbare Energien. Gleichzeitig kämpft Kasachstan seit Jahren mit einer alternden Energieinfrastruktur und Stromengpässen.
Größere Nuklearstrategie und die Rolle Chinas….
Das Projekt am Balchaschsee ist lediglich der erste Schritt.
Die kasachische Energiestrategie sieht langfristig den Bau von bis zu vier Kernkraftwerken vor. Bis zum Jahr 2035 sollen etwa fünf Prozent der Stromerzeugung aus Kernenergie stammen.
Eine zweite Anlage im selben Bezirk soll nach bisherigen Plänen von der chinesischen Staatsgesellschaft CNNC errichtet werden. Zudem wird bereits über ein drittes Kernkraftwerk diskutiert.
Die Aufteilung der Projekte zwischen Russland und China entspricht der außenpolitischen Strategie Kasachstans, den Einfluss beider Großmächte auszubalancieren.
Dass das russische Abkommen während des Staatsbesuchs Putins unterzeichnet wurde, unterstreicht dessen symbolische Bedeutung. Neben den Nuklearvereinbarungen schlossen beide Staaten nach Medienberichten weitere Abkommen, darunter eine Währungsswap-Vereinbarung zwischen den Zentralbanken sowie eine umfassendere Erklärung zur strategischen Partnerschaft.
https://oenergetice.cz/elektrarny-svet/ ... rusky-uver
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
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Gabi Reitinger
- Beiträge: 626
- Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34
Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln vom 15.6.2026:
Inhalt:
„Der Staat ignoriert uns bereits 15 Jahre.“ Gemeinden aus dem Böhmerwaldvorland legen Beschwerde gegen Erkundungsarbeiten für den Bau eines Atommüll-Endlagers ein.
Regierung wird bald die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerksblöcke in Temelín bekannt geben.
Tschechische Reaktoren laufen weiterhin mit russischem Brennstoff. „Wir warten auf die Genehmigung der Aufsichtsbehörde“, verteidigt sich ČEZ.
Havlíček setzt auf Kanada: Neues Abkommen soll Uran und energiepolitisches Know-how sichern.
Hunderte Milliarden für Dukovany außerhalb des Staatshaushalts. Schillerová nutzt einen kommunalen Trick.
Für Dukovany müssen Generatoren transportiert werden, die so schwer sind wie ein Airbus. Ampeln müssen weichen.
Wird die Europäische Kommission das „koreanischen“ Kernkraftwerk Dukovany genehmigen? Laut Havlíček sieht es gut aus.
Geologische Untersuchungen am Standort der künftigen Dukovany-Blöcke abgeschlossen
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„Der Staat ignoriert uns bereits 15 Jahre.“ Gemeinden aus dem Böhmerwaldvorland legen Beschwerde gegen Erkundungsarbeiten für den Bau eines Atommüll-Endlagers ein
5.6.2026 irozhlas.cz (Tschechischer Rundfunk)
Horažďovice (Bezirk Klatovy)
Gemeinden aus dem Böhmerwaldvorland haben wegen geplanter Bohrungen im Zusammenhang mit dem Bau eines Endlagers für radioaktive Abfälle eine Kassationsbeschwerde beim Obersten Verwaltungsgericht eingereicht. Die Region Böhmerwaldvorland ist eine von vier Standorten, die für den Bau eines tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle in Betracht gezogen werden. Ende April scheiterten die Gemeinden vor dem Stadtgericht in Prag mit ihrer Verwaltungsklage gegen eine Entscheidung des Umweltministeriums, das trotz des Widerstands aller betroffenen Gemeinden geologische Erkundungsarbeiten in ihrer Region genehmigt hatte.
Nach Angaben des Direktors der Verwaltung für radioaktive Abfälle, Lukáš Vondrovic, haben weder die Kassationsbeschwerden noch die Klagen aufschiebende Wirkung oder sonstigen Einfluss auf den Fortgang der Erkundungsarbeiten. Die Behörde kann daher mit tiefengeologischen Bohrungen bis in eine Tiefe von 1.200 Metern beginnen und wählt derzeit die Auftragnehmer für diese Arbeiten aus.
In dieser Woche hat die Behörde in der Lokalität Janoch bei Temelín die ersten geologischen Bohrungen bis zu einer Tiefe von 100 Metern begonnen, die auf die Untersuchung der Wasserverhältnisse ausgerichtet sind. Weitere mögliche Standorte für das Endlager sind Horka und Hrádek in der Region Vysočina. An allen Standorten sollen Bohrungen durchgeführt werden.
„Es war notwendig, die Beschwerde einzureichen. Wir müssen weiter kämpfen und darauf aufmerksam machen, dass die Gemeinden keinerlei Rechte haben, sowie darauf, wie der Staat bei der Auswahl und Umsetzung eines derart großen Bauvorhabens vorgeht“, sagte der Bürgermeister von Horažďovice, Michael Forman (Bürger HD), am Freitag.
Die Gemeinden der Lokalität Březový potok im Böhmerwaldvorland organisieren seit 23 Jahren Proteste und fordern eine Beteiligung an der Entscheidung über den endgültigen Standort. Darüber hinaus haben sie Stellungnahmen zur Aktualisierung des zehn Jahre alten Konzepts für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Kernbrennstoffen für den Zeitraum bis 2035 mit einem Ausblick über das Jahr 2050 hinaus eingereicht. „Es gibt viele Einwände, und sie sind ziemlich grundlegend“, fasste Forman zusammen.
„Bis der Staat aufwacht“
Wie bei der Standortauswahl wollen sich die Gemeinden auch an der Ausarbeitung des Konzepts beteiligen. „Wir haben vereinbart, dass die Stellungnahmen sowohl von der landesweiten Plattform gegen das Atommüll- Endlager als auch von den Gemeinden und einzelnen Bürgern eingereicht werden, die dies tatsächlich getan haben“, erklärte Forman.
Seiner Ansicht nach muss das Umweltministerium die Einwände prüfen; anschließend wird die Regierung über das Konzept entscheiden. Bis zum Jahr 2030 soll sie unter den vier Standorten in Tschechien einen endgültigen und einen Ersatzstandort für den Bau des Endlagers auswählen.
„Angesichts der Tatsache, dass uns der Staat die ganzen 15 Jahre ignoriert, bezweifle ich, dass dies zu grundlegenden Veränderungen führen wird. Aber wir werden sehen. Und wir haben weitere Mittel, die wir einsetzen werden – solange es möglich ist, bis der Staat endlich aufwacht. Ohne eine ordnungsgemäße Kommunikation mit den Gemeinden und ohne angemessene Entschädigungen wird es für ihn nicht einfach werden“, sagte er.
Forman erklärte, dass sich der Staat immer wieder darauf berufe, dass es in Finnland bereits ein Endlager gebe und dort keine Probleme bestünden. „Dort gibt es jedoch erhebliche Ausgleichszahlungen, und mit den Gemeinden wurde von Anfang an offen verhandelt. Hier dagegen wird ständig verschleiert. Und die Entschädigungen sind lächerlich. Die Gemeinden sagen: Ihr belastet uns auf diese Weise und gebt uns drei Millionen Kronen. Allein diesen Betrag geben wir in diesem Jahr für nichtpädagogisches Personal aus, dessen Finanzierung der Staat auf die Gemeinden übertragen hat“, fügte er hinzu.
Verkürzter Zeitplan
Im Hinblick auf den Konzeptentwurf fordern die Gemeinden aus dem Böhmerwaldvorland eine weitere Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einen Vergleich der Vor- und Nachteile alternativer Lösungen für den Umgang mit radioaktiven Abfällen – zusätzlich zum Bau eines Endlagers bis zum Jahr 2050.
Sie schlagen vor, Möglichkeiten wie eine langfristige Zwischenlagerung, ein gemeinsames internationales Endlager im Ausland, die Nutzung wiederaufbereiteter abgebrannter Brennelemente in Reaktoren und die Endlagerung nur der verbleibenden Rückstände zu prüfen. Ihrer Ansicht nach könnten künftig weitere moderne Lösungen für die Nutzung dieser Materialien entwickelt werden.
Die Gemeinden fordern zudem, dass der Staat die Auswirkungen eines erheblichen Anstiegs des radioaktiven Abfallaufkommens bewertet. Dieser könnte sich aus der geplanten Laufzeitverlängerung der Reaktoren in Dukovany und Temelín sowie aus dem Bau von bis zu vier neuen Großreaktoren und sechs kleinen modularen Reaktoren ergeben.
Außerdem verlangen sie eine detaillierte Bewertung der Auswirkungen der geologischen Erkundungsarbeiten auf die Umwelt und das Leben der Menschen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass der geplante Zeitrahmen für die Vorbereitung des Projekts halbiert werden soll.
Das bisher gültige Konzept sah die Inbetriebnahme des Endlagers bis 2065 vor; der neue Entwurf verkürzt diesen Zeitraum um 15 Jahre, erklärten die Gemeinden. Hintergrund ist die vorübergehende Einstufung der Kernenergie durch die Europäische Union als sogenannte grüne Investition.
Nach Angaben des Bürgermeisters von Chanovice, Petr Čotek (Vereinigung für die Zukunft), weisen die Gemeinden auf die deutlich höheren Kosten für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen hin, die sich aus der Aktualisierung des Konzepts ergeben.
Im bislang gültigen Konzept wurden diese Kosten auf 225 Milliarden Kronen geschätzt, davon entfielen 112 Milliarden auf das Atommüll- Endlager. Im neuen Konzept belaufen sich die Kosten auf 559 Milliarden Kronen, davon 273 Milliarden für das Endlager – berechnet zu Preisen des Jahres 2024.
„Die Beiträge der Reaktorbetreiber zum Kernenergiefonds wurden lediglich von 55 auf 88 Kronen pro Megawattstunde erhöht. Der Fonds könnte defizitär werden – es gäbe dann kein Geld für Entschädigungen der Gemeinden, es würden billigere und weniger sichere Lösungen gesucht, und der Druck auf eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt würde steigen“, fügte er hinzu.
Quelle:
https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/st ... 051723_jho
Regierung wird bald die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerksblöcke in Temelín bekannt geben
Autor: Ondřej Horecký
12. Juni 2026 epochtimes.cz
Die Regierung wird in den kommenden Tagen ihre Absicht bekannt geben, die Laufzeit der bestehenden Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Temelín zu verlängern. Den gleichen Schritt hat sie bereits vor zwei Monaten für das Kernkraftwerk Dukovany auf Grundlage einer Analyse des Energieunternehmens ČEZ beschlossen.
„Innerhalb weniger Tage werden wir dasselbe auch für Temelín bekannt geben“, erklärte der tschechische Industrieminister Karel Havlíček (ANO) am 11. Juni auf der Nuklearkonferenz NERS 2026. So wie die Laufzeit von Dukovany um 20 Jahre verlängert wurde, soll auch Temelín insgesamt 80 Jahre seit seiner Inbetriebnahme in Betrieb bleiben.
Havlíček hatte bereits vor zwei Monaten gemeinsam mit Vertretern von ČEZ bekannt gegeben, dass die durchgeführten Analysen des Unternehmens eine Verlängerung der Laufzeit der vier Reaktoren in Dukovany bis in die Jahre 2065 bis 2067 ermöglichen.
Die Modernisierung des Kraftwerks wird nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden von ČEZ, Daniel Beneš, Investitionen in Milliardenhöhe erfordern. Vor einer Laufzeitverlängerung muss das Unternehmen sämtliche Sicherheitsanforderungen des Staatsamts für nukleare Sicherheit (SUJB) erfüllen.
Dieselbe Analyse wie für Dukovany führt ČEZ auch für Temelín mit seinen beiden Reaktorblöcken durch. Eine Verlängerung ihrer Laufzeit würde bedeuten, dass sie bis in die frühen 2080er-Jahre (2080–2083) in Betrieb bleiben würden.
Nach Ansicht Havlíčeks ist die Laufzeitverlängerung auch für den Staat eine hervorragende Nachricht. Nach dem geplanten Rückkauf der Minderheitsanteile an ČEZ soll der Staat zum alleinigen Eigentümer der Kraftwerke werden, während das Unternehmen selbst die Bereiche Stromhandel und -verteilung behalten soll.
„Der Staat wird in relativ kurzer Zeit die vollständige Kontrolle über die Stromerzeugung von ČEZ erhalten – einschließlich der Kernenergieanlagen. Das betrifft nicht nur die bestehenden, bereits abgeschriebenen und in ihrer Laufzeit verlängerten Anlagen, sondern auch die neuen“, sagte der Minister.
Sein Ministerium werde Ende dieses Jahres einen Bericht über den energetischen Zustand des Landes vorlegen, um einen Überblick über den Bedarf an Energiequellen für die kommenden 15 bis 20 Jahre zu erhalten, kündigte er an.
„Daraus wird sich der Bedarf an sogenannten steuerbaren Energiequellen für die nächste Generation in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren ergeben – und damit auch der Bedarf an Kernenergie. Auf dieser Grundlage können wir Verhandlungen mit Investoren aufnehmen, in unserem Fall logischerweise mit ČEZ, das Szenarien für das weitere Nuklearprogramm vorbereiten muss“, erklärte der Politiker.
Neben den bereits geplanten zwei neuen Reaktorblöcken in Dukovany erwägt die Regierung auch zwei weitere Blöcke in Temelín. Die Entscheidung darüber soll jedoch erst Mitte 2028 fallen, präzisierte Havlíček. Bis dahin solle der Staat die Bedingungen kennen, zu denen das südkoreanische Unternehmen KHNP Reaktoren in Temelín errichten würde.
Neben klassischen Kernkraftwerksblöcken plant ČEZ in Tschechien auch den Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR), die in Temelín, Dětmarovice, Tušimice und möglicherweise an weiteren Standorten entstehen sollen.
Das Unternehmen hat innerhalb des Konzerns bereits ein Team von rund hundert Fachleuten zusammengestellt, die intensiv an der Entwicklung modularer Reaktoren arbeiten, erklärte Ivo Kouklík von ČEZ, der für die SMR-Projekte verantwortlich ist, auf der Konferenz NERS 2026.
Quelle: https://www.epochtimes.cz/2026/06/12/vl ... -temeline/
/gr/
Tschechische Reaktoren laufen weiterhin mit russischem Brennstoff. „Wir warten auf die Genehmigung der Aufsichtsbehörde“, verteidigt sich ČEZ
9. Juni 2026 Ekonomicky denik
Autor: David Tramba
Der Ersatz, den viele Politiker und Energieexperten gefordert haben, ist noch immer nicht vollständig umgesetzt. Die tschechischen Kernkraftwerke erzeugen daher weiterhin Strom aus russischem Brennstoff. Auch in den Daten des Tschechischen Statistikamtes (ČSÚ) tauchen ausschließlich Importe von Brennelementen aus Russland auf. Wann wird es also endlich zum Ersatz der Lieferungen des toxischen Partners durch Brennstoff aus verbündeten Ländern kommen?
Laut den Statistiken des Tschechischen Statistikamts ČSÚ wird nach Tschechien weiterhin ausschließlich Brennstoff aus Russland importiert, obwohl das Liefervolumen seit dem Jahr 2024 deutlich zurückgegangen ist. Die bislang letzte Lieferung aus dem russischen Werk Tvel traf im März dieses Jahres ein. Das ČSÚ gibt ein Gewicht von 20 Tonnen und einen Warenwert von 1,13 Milliarden Kronen an. Dagegen fehlen Brennelemente aus dem schwedischen Werk des US-Konzerns Westinghouse in der Statistik offenbar völlig.
Warten auf die Genehmigung….
Auf Anfrage der Zeitung Ekonomický deník erklärte ČEZ, dass die Lieferungen des russischen Brennstoffs des Unternehmens Tvel für das Kernkraftwerk Temelín bereits vollständig beendet seien. Die letzte Lieferung erfolgte Ende 2024.
„Die Lieferungen für Temelín erfolgen nun ausschließlich durch Westinghouse und das französische Unternehmen Framatome. Der Brennstoff befindet sich derzeit noch auf Lager, und es werden die bisherigen Bestände genutzt. Die ersten Brennelemente von Westinghouse wollen wir voraussichtlich im Herbst dieses Jahres in den Reaktor einsetzen“, erläutert der ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž.
Das Problem besteht darin, dass der Einsatz von Brennelementen eines anderen Herstellers zunächst vom Staatsamt für nukleare Sicherheit (SÚJB) genehmigt werden muss. Das Genehmigungsverfahren bei SÚJB begann jedoch erst Mitte April dieses Jahres.
„Gemäß dem Atomgesetz entscheidet SÚJB über einen Genehmigungsantrag innerhalb von 90 Tagen nach Einleitung des Verfahrens“, erklärte Lenka Babická aus der Strategieabteilung der Nuklearaufsichtsbehörde.
Eine Entscheidung könnte somit bis Mitte Juli fallen.
Wenn es keine Alternative gibt….
Komplizierter ist die Situation im Kernkraftwerk Dukovany. Dort rechnet ČEZ weiterhin mit dem Bezug russischen Brennstoffs bis zum Jahr 2028. Westliche Wettbewerber müssen zunächst Brennstoff für russische Reaktoren des Typs WWER-440 entwickeln und dessen Produktion anlaufen lassen.
Auch hier plant ČEZ künftig mit Brennstofflieferungen von Westinghouse und Framatome.
„Im Fall von Westinghouse ist das Entwicklungsprogramm noch nicht abgeschlossen, sodass das eigentliche Genehmigungsverfahren bei SÚJB noch nicht begonnen hat. Der Vertrag mit Framatome ist ebenfalls noch nicht unterzeichnet, die Verhandlungen dauern an“, ergänzte Ladislav Kříž.
Vollständig wird dieser Ersatz jedoch nicht sein. Framatome wird in den kommenden Jahren Kernbrennstoff für Reaktoren des Typs WWER in Lizenz des russischen Unternehmens Tvel herstellen. Die Lizenzproduktion soll im deutschen Lingen auf Grundlage eines im März 2021 zwischen Framatome und Tvel unterzeichneten Vertrags erfolgen.
Framatome hat zudem mit der Entwicklung eines eigenen Brennstofftyps für WWER-1000-Reaktoren begonnen, den das Unternehmen später Interessenten anbieten will.
Die letzten Reste russischer Exporte nach Tschechien…..
Kernbrennstoff gehört zu den letzten bedeutenderen Exportgütern Russlands nach Tschechien. Sein Umfang ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.
Im Zeitraum von Januar bis April dieses Jahres wurden Waren im Wert von 6,3 Milliarden Kronen aus Russland nach Tschechien eingeführt. Das entspricht einem Rückgang von 50,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Zwei zuvor besonders wichtige Posten – Erdöl und Erdgas – sind inzwischen vollständig aus den Statistiken verschwunden. Hier konnten bereits Ersatzlieferanten gefunden werden.
Den größten Anteil an den russischen Exporten nach Tschechien haben in den vergangenen Monaten Halbfabrikate aus Eisen und Stahl. Von Januar bis April wurden sie im Wert von 3,32 Milliarden Kronen importiert.
Auch hier zeichnet sich eine Alternative ab. Diese Stahlhalbzeuge werden vom Ostrauer Stahlunternehmen Vítkovice Steel importiert. Ende des Jahres 2024 wurde das Unternehmen vom indischen Konzern Jindal Steel übernommen. Dieser plant, die Ostrauer Stahlwerke künftig mit Halbfabrikaten aus seinem Werk im Oman zu versorgen.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/ceske-reakto ... ke-palivo/
/gr/
Havlíček setzt auf Kanada: Neues Abkommen soll Uran und energiepolitisches Know-how sichern
12. Juni 2026 Ekonomicky denik
Foto: Ministerium für Industrie und Handel (MPO) - Der erste stellvertretende Ministerpräsident und Industrieminister Karel Havlíček sowie der Premierminister der Provinz Saskatchewan, Scott Moe, nach der Unterzeichnung des Memorandums.
Kernenergie, strategische Rohstoffe und kleine modulare Reaktoren – das sind die Grundpfeiler einer neuen Partnerschaft, die die Tschechische Republik mit der kanadischen Provinz Saskatchewan besiegelt hat. Das in Prag unterzeichnete Memorandum soll tschechischen Unternehmen den Zugang zu den größten Uranvorkommen der Welt sowie zu modernsten Energietechnologien eröffnen.
Die tschechischen Exporte nach Kanada erleben derzeit einen beispiellosen Aufschwung. Im vergangenen Jahr stiegen sie um rekordverdächtige 36 Prozent und erreichten ein Volumen von 566 Millionen US-Dollar. Unter Berücksichtigung von Reexporten über Drittländer überschritt das Handelsvolumen bereits die Marke von einer Milliarde US-Dollar.
An diesen Trend knüpft die heutige Unterzeichnung des Memorandums im Ministerium für Industrie und Handel (MPO) an, das vom ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten und Industrieminister Karel Havlíček sowie vom Premierminister Saskatchewans, Scott Moe, unterzeichnet wurde.
Vom Uran zu modularen Reaktoren….
Saskatchewan ist für Tschechien kein zufällig gewählter Partner. Die Provinz gehört weltweit zu den führenden Förderregionen für hochwertiges Uran und verfügt über die größten Vorkommen dieses strategisch wichtigen Rohstoffs. Im Zusammenhang mit den tschechischen Bemühungen um eine stärkere Energieunabhängigkeit und den Ausbau des Kernenergieprogramms handelt es sich um einen zentralen Verbündeten.
„Saskatchewan teilt mit der Tschechischen Republik viele Prioritäten, insbesondere das Streben nach Energiesicherheit“, erklärte Premierminister Scott Moe nach der Unterzeichnung.
Die Zusammenarbeit soll sich jedoch nicht nur auf Brennstofflieferungen beschränken. Ein zentraler Bestandteil der Partnerschaft ist die Entwicklung und der Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) und Mikroreaktoren, die beide Seiten als Zukunftstechnologien einer emissionsfreien Energieversorgung betrachten.
Die Partnerschaft sieht den Austausch von Fachwissen, gemeinsame wissenschaftliche Forschung sowie die Förderung gemeinsamer Projekte tschechischer und kanadischer Ingenieure vor.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/havlicek-saz ... -know-how/
Hunderte Milliarden für Dukovany außerhalb des Staatshaushalts. Schillerová nutzt einen kommunalen Trick
15. Juni 2026 Tageszeitung Hospodářské noviny,
Autor: Martin Ťopek
Nach Ansicht von Experten wird der Plan von Finanzministerin Alena Schillerová, dem Kernkraftwerk Hunderte Milliarden Kronen zu leihen, ohne dass dies Auswirkungen auf den Staatshaushalt hat, die Bewertung und den Vergleich der Haushaltspolitik verschiedener Regierungen erschweren.
Der Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany, für den die Regierung Darlehen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Kronen bereitstellen will, könnte in den kommenden Jahren überhaupt nicht im Staatshaushalt erscheinen. Der Plan von Finanzministerin Alena Schillerová (ANO) würde es ermöglichen, Geld für den Bau bereitzustellen, ohne dass sich dies im aktuellen Defizit der öffentlichen Haushalte niederschlägt. Nach Angaben des Finanzministeriums würde dies dennoch vollständig im Einklang mit den europäischen Regeln geschehen. Einen ähnlichen Weg nutzen Gemeinden bereits heute für ihre Investitionen.
Laut der Ministerin wäre es jedoch das erste Mal, dass auch der Staat diese Art der Finanzierung anwendet. „Die Ausgliederung des Darlehens aus dem Staatshaushalt steht vollständig im Einklang mit den europäischen Rechnungslegungsvorschriften“, erklärte Schillerová gegenüber der Zeitung Hospodářské noviny (HN). Die Änderung ist Teil einer Reform der Haushaltsregeln, die derzeit auf die Zustimmung des Senats wartet.
Der Bau von zwei neuen Reaktorblöcken im Kernkraftwerk Dukovany wird rund 400 Milliarden Kronen zu Preisen des Jahres 2024 kosten. Finanziert werden soll das Projekt durch ein verzinsliches Staatsdarlehen an die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU 2). Der Staat wird seinem Unternehmen die Mittel schrittweise über die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre entsprechend dem Baufortschritt zur Verfügung stellen. Anschließend wird das Unternehmen das Darlehen zurückzahlen – einschließlich der Zinsen, die der Staat für die Kreditaufnahme entrichtet hat, zuzüglich eines Prozentpunkts.
Die gesamte Finanzierung soll über ein außerbudgetäres Konto bei der Tschechischen Nationalbank abgewickelt werden, das vom Ministerium für Industrie und Handel verwaltet wird. Der Grund dafür ist, dass ein solches Darlehen im Jahr der Gewährung die Ausgaben und in den Jahren der Rückzahlung die Einnahmen erheblich verzerren würde. Es handelt sich schließlich nicht um Mittel, die dem Haushalt dauerhaft verloren gehen, und dies würde die Sicht auf die öffentlichen Finanzen verfälschen.
„Stellen Sie sich vor, was für ein Chaos es im Haushalt anrichten würde, wenn alles direkt über den Haushalt laufen würde. Ein Darlehen, dann kommen Zinsen hinzu, später wird es zurückgezahlt und so weiter“, erklärte Schillerová im Gespräch mit HN.
Wie viel Geld der Staat auf diesem Weg an EDU 2 überweisen wird, ist bislang noch unklar.
„Im nächsten Jahr wird der Betrag von Experten vorgeschlagen und von der Regierung genehmigt. Im Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren sprechen wir über Dutzende und Hunderte Milliarden Kronen“, sagte Schillerová im Interview mit der Zeitung HN.
Im kommenden Jahr plant das Ministerium zudem, die noch ausstehenden 3,7 Milliarden Kronen für den Erwerb von 80 Prozent der Anteile an EDU II zu begleichen, die dem Energiekonzern ČEZ noch geschuldet werden. Diese Mittel werden allerdings weiterhin als Haushaltsausgaben verbucht.
Der Industrie- und Handelsminister sowie Vizepremierminister Karel Havlíček bestätigte gegenüber der Tageszeitung HN, dass sein Ministerium mit der Überweisung der Mittel von seinem Konto bei der Tschechischen Nationalbank rechne.
„Es besteht Einigkeit darüber, dass EDU 2 alle erforderlichen Mittel erhalten wird. Der Lenkungsausschuss für Dukovany hat dies bereits erörtert“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Vizevorsitzende der Bewegung ANO.
Auch Schillerovás Vorgänger Zbyněk Stanjura in der Regierung von Petr Fiala (beide ODS) hatte darüber nachgedacht, wie das Darlehen für Dukovany aus dem Staatshaushalt ausgegliedert werden könnte. Ähnlich wie bei den Verteidigungsausgaben verhandelte er im Rahmen der europäischen Vorschriften eine sogenannte Ausweichklausel. Diese erhöht zwar das Defizit des Staatshaushalts, wird jedoch nicht in die Haushaltsregeln einbezogen, die die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen überwachen.
Schillerová geht jedoch noch einen Schritt weiter und will das gesamte Darlehen vollständig aus dem Haushalt herausnehmen. Das Ministerium verweist dabei auf das aktuelle Investitionsmodell von Gemeinden und Regionen.
„Diese führen bereits heute standardmäßig Transaktionen zur Anlage freier Finanzmittel – etwa den Kauf von Wertpapieren oder Gold – vollständig außerhalb ihrer Haushaltsausgaben durch“, ergänzte der Sprecher des Finanzministeriums, Stefan Fous.
Der Versuch, Beträge in Höhe von mehreren hundert Milliarden Kronen außerhalb des offiziellen Haushaltsdefizits auszuweisen, könnte Experten zufolge jedoch Kontroversen auslösen.
Nach Ansicht des Ökonomen der Tschechischen Sparkasse /Česká spořitelna und Vorsitzenden des Ausschusses für Haushaltsprognosen, Michal Skořepa, könnte dies bei Ratingagenturen einen doppelten Effekt haben. „Einerseits werden sie begrüßen, dass Tschechien versucht, seine zukünftige Energiebilanz zu sichern und dass es sich nicht um eine Verschwendung von Geld handelt“, sagte Skořepa. Andererseits könnten die Agenturen, die Transparenz bei Finanztransaktionen stets bevorzugen, Einwände gegen die „Ästhetik“ des gesamten Vorgehens haben.
„Sie sehen es nicht gern, wenn versucht wird, etwas zu verstecken. Das ist für sie immer ein Signal, dass etwas im Gange ist – und das werden sie uns wahrscheinlich vorwerfen“, sagte der Ökonom.
Der Vorsitzende des Nationalen Haushaltsrats, Mojmír Hampl, bezeichnete es als „problematischer“, dass nun auch der Staat dieselbe Methode wie Städte und Gemeinden anwenden werde.
Er erinnerte daran, dass der Haushaltsrat bei der Bewertung der Defizite einzelner Regierungen – eine seiner Kernaufgaben – künftig Unvergleichbares vergleichen müsse, da in einem Haushalt nicht mehr alle Ausgaben enthalten seien. „Das trübt den Blick auf die öffentlichen Finanzen etwas und erschwert insbesondere den Vergleich im Zeitverlauf“, sagte Hampl.
Gleichzeitig wies er darauf hin, dass das neue System auch einen Vorteil habe.
„Wenn die Mittel in einem bestimmten Jahr nicht ausgegeben werden, können sie nicht für andere Zwecke verwendet werden, beispielsweise für Rentenzahlungen“, erklärte er.
Nach den geplanten Änderungen der fiskalischen Regeln sollen künftig auch weitere Ausweichklauseln – etwa staatliche Infrastrukturinvestitionen – nicht in die Bewertung der Haushaltsverantwortung einfließen. Dazu zählen vor allem Autobahnen, zahlreiche Straßen erster Klasse, Eisenbahnstrecken sowie Energieinfrastrukturprojekte.
Aus dem Interview:
-HN: Sie haben außerdem angekündigt, dass das Darlehen für Elektrárna Dukovany II (EDU II) vollständig aus dem Staatshaushalt ausgegliedert werden soll. Ursprünglich sollte es lediglich nicht in die Regeln der Haushaltsverantwortung einfließen, die die Defizitgrenzen überwachen. Wie wird dieser Mechanismus funktionieren?
-Schillerová: Ja, es wird vollständig außerhalb des Haushalts geführt werden. Nach der europäischen Methodik ESA 2010 – also jener Methodik, nach der wir Defizite gegenüber der Europäischen Union und in den Publikationen des Finanzministeriums ausweisen – gelten Darlehen überhaupt nicht als Ausgaben und beeinflussen somit den Finanzierungssaldo in keiner Weise. Es handelt sich um keine Ausnahme, sondern um eine Standardregel.
Wir leihen dem Unternehmen schlicht das Geld für den Bau von Dukovany, und es wird es uns zurückzahlen. Es handelt sich um ein Projekt, wie es die Tschechische Republik noch nie umgesetzt hat. Für uns ist das eine völlig neue Situation.
Und stellen Sie sich vor, wir würden dies klassisch über den Haushalt abwickeln – welche enormen Verzerrungen das verursachen und wie es Jahr für Jahr die Haushaltslage verfälschen würde.
Wir werden ein außerbudgetäres Konto bei der Tschechischen Nationalbank unter dem Dach des Ministeriums für Industrie und Handel einrichten. Von dort werden die Mittel ausgezahlt und dorthin später auch zurückgeführt. Die ESA-Methodik erlaubt es uns, dies aus dem Haushalt herauszunehmen.
/gr/
Für Dukovany müssen Generatoren transportiert werden, die so schwer sind wie ein Airbus. Ampeln müssen weichen
Autorin: Sofie Krýžová
8. Juni 2026, Seznam Zpravy
Neue Umgehungsstraßen, der Abbau von Ampeln oder die Verlegung von Mautportalen: Die Zulieferer für Dukovany werden den Transport riesiger, viele Tonnen schwerer Komponenten bewältigen müssen. Genutzt werden vor allem Wasser- und Straßenwege. Ohne Genehmigungen wird sich jedoch nichts bewegen.
Ein Schwertransport, so lang wie ein Schwimmbecken, der Technologien befördert, die so schwer sind wie eine Raumstation oder der größte Airbus der Welt – das soll in wenigen Jahren Realität auf den Straßen in Richtung Dukovany werden. Für den Zeitraum von 2030 bis 2032 ist der Transport von Großkomponenten zum neuen Kernkraftwerk geplant.
Tschechische Unternehmen wollen zahlreiche Schlüsseltechnologien für Dukovany liefern, darunter Turbinen, Dampferzeuger, Reaktordruckbehälter und Dampfkondensatoren. Diese Bauteile wiegen mehrere hundert Tonnen und erreichen Längen von mehreren Dutzend Metern.
Die größten Komponenten werden die Dampferzeuger und der Reaktordruckbehälter sein.
„Man kann sagen, dass dies die größten Komponenten sein werden, die jemals auf dem Gebiet der Tschechischen Republik transportiert wurden. Sie sind noch massiver als jene der bestehenden Kernkraftwerke“, erklärt Petr Svoboda, Leiter der Abteilung externe Projektvorbereitung bei Elektrárna Dukovany II (EDU II).
Während der Reaktordruckbehälter im bestehenden Kernkraftwerk Dukovany 215 Tonnen wiegt, wird jener im neuen Kraftwerk 352 Tonnen auf die Waage bringen. Dies ist jedoch nur das Gewicht der eigentlichen Technologie, die zusätzlich verpackt werden muss. Auf der Straße wird daher ein Fahrzeug mit einer Gesamtlast von 430 Tonnen unterwegs sein – das entspricht ungefähr dem Gewicht der Internationalen Raumstation.
Noch schwerer werden die Dampferzeuger sein. Die sechs Dampferzeuger der heutigen Anlage wiegen jeweils 169 Tonnen. In der neuen Dukovany - Anlage wird es nur zwei geben, dafür mit einem Gewicht von jeweils 510 Tonnen. Zusammen mit dem Transportfahrzeug wird die Gesamtlast 563 Tonnen betragen – das entspricht dem maximalen Startgewicht des größten serienmäßig produzierten Passagierflugzeugs der Welt, des Airbus A380-800.
Es handelt sich also um deutlich größere Technologien als jene, die derzeit in tschechischen Kernkraftwerken eingesetzt werden. „Schon deshalb kann man nicht einfach sagen, dass dieselben Transportwege wie beim Bau von Dukovany oder Temelín genutzt werden können“, betont Svoboda.
Wie sich die Straßen nach Dukovany verändern werden….
Der Straßentransportzug wird länger als ein olympisches Schwimmbecken sein und etwa 53 Meter messen. Zudem muss er innerhalb einer Höhe und Breite von jeweils neun Metern bleiben. Allein die Hauptturbine des Unternehmens Doosan Škoda Power wird mehrere Dutzend Meter lang sein.
„Von Pilsen aus kann die Turbine nach Lovosice transportiert und von dort auf der Elbe nach Chvaletice verschifft werden. Anschließend wird sie auf derselben Route wie die übrigen Komponenten nach Dukovany gebracht. Einige Teile können jedoch auch direkt auf der Straße transportiert werden“, erläutert Svoboda.
Beim Bau der beiden bestehenden Kernkraftwerke wurden Komponenten auch per Bahn transportiert. Das ist heute jedoch nicht mehr möglich, da die Bahnstrecken modernisiert, elektrifiziert und die Bahnsteige barrierefrei ausgebaut wurden, wodurch sich das Lichtraumprofil verringert hat. Die Strecken müssten daher umgebaut werden.
„Derzeit gibt es beispielsweise keinen Eisenbahnwaggon mit einer ausreichend hohen Tragfähigkeit für den Transport der Dampferzeuger“, sagt Svoboda.
Die Schlüsseltechnologien für Kernkraftwerke erfüllen die Kriterien für Schwer- und Großraumtransporte, die normalerweise nicht auf öffentlichen Straßen befördert werden dürfen, da sie die Grenzwerte der Verordnung des Verkehrsministeriums überschreiten. Für ihren Transport sind Sondergenehmigungen erforderlich.
Nach Angaben von Elektrárna Dukovany II stellt der Transport der meisten Komponenten über das bestehende Straßennetz jedoch kein Problem dar. Im Zusammenhang mit dem Projekt müssen allerdings zahlreiche begleitende Baumaßnahmen umgesetzt werden, darunter auch Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur.
„Da wir bereits in der Vergangenheit Komponenten für das bestehende Kernkraftwerk Dukovany geliefert und transportiert haben – etwa Reaktordruckbehälter und weitere Bauteile –, werden wir die rund 300 Kilometer von Pilsen nach Dukovany auch diesmal bewältigen, sofern wir als Lieferant ausgewählt werden. Neue, eigens gebaute Straßen würden den Transport jedoch deutlich vereinfachen und beschleunigen“, sagt Karel Samec, Sprecher von Škoda JS.
Das Verkehrsministerium begann bereits mit der Anpassung der Straßen, bevor der Gewinner der Ausschreibung für das Kernkraftwerk feststand. Einige Bauprojekte sind bereits abgeschlossen oder befinden sich in der Umsetzung.
„Nach der Verladung verlassen die Anlagen unsere Produktionshalle in Pilsen auf speziellen Schwertransportfahrzeugen. Diese Transporte erfolgen auf vorher festgelegten und vorbereiteten Routen. Wenn es notwendig oder sinnvoll ist, werden auch andere Verkehrsträger wie Wasser- oder Schienenverkehr kombiniert“, erklärt Samec.
Einige Unternehmen haben jedoch einen großen Vorteil, da sie sich in unmittelbarer Nähe der tschechischen Kernkraftwerke befinden. Das Unternehmen MICo produziert in Hrotovice, nur neun Kilometer von Dukovany entfernt, und in Kramolín, von wo aus wahrscheinlich die größten Komponenten transportiert werden – lediglich sechs Kilometer entfernt.
„Dank der kurzen Transportwege und des Fehlens wesentlicher Verkehrsbeschränkungen stellt das Straßennetz für uns keinen limitierenden Faktor dar. Für den Transport von Großkomponenten nutzt MICo spezialisierte Logistikunternehmen und geeignete Transporttechnik. Die Anforderungen an eine sichere Handhabung und Beförderung werden bereits in der Planungs- und Produktionsphase berücksichtigt“, erklärt Miloslav Provod, Leiter der Abteilung Energiemaschinenbau der Unternehmensgruppe CE Industries, zu der MICo gehört.
Einige Technologien können erst vor Ort montiert werden. MICo will insbesondere Oberflächen-Dampfkondensatoren liefern, von denen jeder Reaktorblock drei erhalten soll.
„Jeder dieser Kondensatoren wird nach der Endmontage ein Gewicht von etwa 500 bis 600 Tonnen haben. Für den Transport werden sie in Modulen gefertigt, die MICo mit einem Gewicht von bis zu 150 Tonnen und einer Länge von bis zu 30 Metern herstellen kann. Diese Module werden erst auf der Baustelle zusammengesetzt“, erklärt Provod.
Umgehungsstraßen werden gebaut, Ampeln abgebaut….
Einige Komponenten sollen über Chvaletice nach Dukovany transportiert werden. Entlang dieser Route müssen zahlreiche Brücken instand gesetzt oder erneuert sowie sieben Umgehungsstraßen gebaut werden – unter anderem bei Vinařice–Bernardov, Jihlava, Brtnice, Okříšky, Zašovice und Třebíč.
„Die meisten dieser Projekte sind bereits genehmigt, viele abgeschlossen und einige befinden sich derzeit im Bau. Diese Maßnahmen sind Teil der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur und werden später der breiten Öffentlichkeit zugutekommen“, erläutert Svoboda.
Für den Transport sind die jeweiligen Lieferanten verantwortlich. Die Spediteure müssen zahlreiche operative Maßnahmen ergreifen, darunter die Sicherung von Unterführungen unter Stromleitungen und Oberleitungen, das Rangieren der Schwertransporte sowie den vorübergehenden Abbau von Verkehrszeichen, Ampeln oder Straßenbeleuchtung und die Verlegung von Mautportalen.
„Oft werden wir gefragt, warum wir nicht möglichst lange Strecken über Autobahnen zurücklegen. Paradoxerweise sind Autobahnen für die größten und schwersten Komponenten jedoch ungeeignet, weil es dort viele problematische Stellen gibt: Überführungen, Unterführungen, lange Brücken, Mautportale und Ähnliches“, erklärt Svoboda.
Elektrárna Dukovany II (EDU II) hat mehrere Studien zum Thema Transport erstellen lassen. Als geeignetste Lösung erwies sich eine Kombination aus Wasser- und Straßentransport, die sowohl wirtschaftlich als auch zeitlich die beste Option darstellt.
Die Komponenten könnten vom Hamburger Hafen über die Elbe transportiert werden. Anschließend würden sie über Straßen erster und zweiter Klasse von Kutná Hora über Havlíčkův Brod, Jihlava und Třebíč bis zur Baustelle in Dukovany gelangen.
„Die Tschechische Republik ist ein Binnenland mit Flusssystemen, deren Wasserstände im Jahresverlauf weder ausgeglichen noch ausreichend hoch für einen ganzjährigen Schiffsverkehr sind. Der Standort Dukovany liegt in der Nähe des hügeligen Hochlands Vysočina, und das umliegende Straßen- und Schienennetz ist trotz seiner hohen Dichte in vielerlei Hinsicht ungeeignet. Die Planung der Transportwege ist daher eine komplexe Gleichung mit vielen Unbekannten und zahlreichen Einschränkungen“, erklärt ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž.
Die Fähigkeit, Großkomponenten zur Baustelle zu transportieren, gehört jedoch zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Kernkraftwerksstandorts. Weitere Faktoren sind eine geologisch geeignete Lage und ausreichend Wasser für die Kühlung.
Elektrárna Dukovany II hat auch unkonventionelle Transportmöglichkeiten wie Luftschiffe oder Großraumflugzeuge geprüft. Diese Verkehrsmittel erfüllen jedoch nicht die Anforderungen für den Transport von Schwer- und Großraumkomponenten.
Deshalb könnten die Menschen in Tschechien nach der Jahrhundertwende auf Flüssen und Straßen Schiffe oder Schwertransporte mit Turbinen oder Reaktordruckbehältern begegnen.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... ryc-307943
/gr/
Wird die Europäische Kommission das „koreanischen“ Kernkraftwerk Dukovany genehmigen? Laut Havlíček sieht es gut aus
6. Juni 2026 Tageszeitung Ekonomicky denik
Autor: David Tramba
Die Europäische Kommission hat beschlossen, die Vorprüfung des Auftrags für den Bau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany im Rahmen der Verordnung über ausländische Subventionen, die den EU-Binnenmarkt verzerren, abzuschließen. Dies teilte Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) im sozialen Netzwerk X mit und bezeichnete die Entscheidung als gute Nachricht.
Dem gingen schwierige Verhandlungen unter Beteiligung aller betroffenen Parteien, einschließlich Vertretern der tschechischen Regierung, voraus. Die Prüfung betraf mögliche versteckte Subventionen Südkoreas zugunsten des Unternehmens KHNP, das die Ausschreibung für den Bau der neuen Reaktorblöcke gewonnen hatte.
„Dies ist eine gute Nachricht für dieses Projekt, für die Entwicklung der Kernenergiebranche und für die künftige Sicherung der Energieversorgung in der Tschechischen Republik und in der Europäischen Union“, schrieb Havlíček.
EDF akzeptiert die Niederlage nicht…..
Die Überprüfung wurde auf Initiative des französischen Unternehmens EDF eingeleitet, das sich ebenfalls um den „Milliarden-Auftrag des Jahrhunderts“ beworben hatte. In der Ausschreibung unterlag EDF jedoch deutlich dem südkoreanischen Unternehmen KHNP, das günstigere Preise, bessere Garantien und attraktivere Zahlungsbedingungen angeboten hatte.
EDF warf dem Konkurrenten daraufhin vor, ein derart attraktives Angebot nur dank versteckter staatlicher Unterstützung unterbreitet zu haben.
Das französische Unternehmen reichte eine Beschwerde wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Verordnung über ausländische Subventionen ein, die seit Mitte des Jahres 2023 in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gilt. Dieses Regelwerk ermöglicht es der Kommission, Marktverzerrungen durch unfaire Praktiken ausländischer Unternehmen zu bekämpfen, die von staatlichen Subventionen oder anderen verdeckten Vorteilen profitieren.
Die Regelung, die ursprünglich vor allem gegen chinesische und russische Unternehmen gerichtet war, wurde in diesem Fall gegen den südkoreanischen Anbieter angewendet.
Genehmigung der staatlichen Unterstützung? Vielleicht bis Jahresende…..
Unabhängig von diesem Verfahren läuft derzeit ein weiteres Genehmigungsverfahren zur staatlichen Unterstützung für die neuen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany.
Das Ministerium für Industrie und Handel reichte den formellen Antrag auf beihilferechtliche Genehmigung im vergangenen Oktober ein. Die Tschechische Republik hatte bereits zuvor die Zustimmung der Europäischen Kommission zu staatlichen Beihilfen für Dukovany erhalten – allerdings nur für einen neuen Reaktorblock. „Wir erwarten die endgültige Zustimmung der Kommission bis Ende 2026“, erklärte der damalige Industrieminister Lukáš Vlček (STAN) im Oktober.
Im Dezember kündigte die Europäische Kommission die Einleitung eines förmlichen Prüfverfahrens an. Ziel ist es zu bewerten, ob die geplante tschechische staatliche Unterstützung für den Bau und Betrieb von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken mit den EU-Beihilfevorschriften vereinbar ist.
Dabei handelt es sich um ein Standardverfahren für Projekte dieser Größenordnung und Bedeutung. Das Verfahren soll etwa ein Jahr dauern, sodass das Ergebnis zum Jahreswechsel 2026/2027 vorliegen könnte.
Ohne staatliche Unterstützung geht es nicht….
Die beiden neuen Reaktorblöcke in Dukovany, die in den Jahren 2036 und 2037 in Betrieb gehen sollen, werden die Erzeugung von emissionsarmem Strom erhöhen.
Geplant sind zwei südkoreanische Reaktorblöcke des Typs APR1000 mit einer Gesamtleistung von mehr als 2.000 Megawatt.
Investor des Projekts ist die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), die zu 80 Prozent dem Staat gehört, während ČEZ die verbleibenden 20 Prozent hält.
Die Tschechische Republik plant, den Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke durch drei Maßnahmen zu unterstützen.
Die erste Maßnahme ist ein staatliches Darlehen in Höhe von 23 bis 30 Milliarden Euro zu vergleichsweise günstigen Zinssätzen. Während der ersten 40 Betriebsjahre wird der Staat die neuen Reaktoren zudem durch einen Stromabnahmevertrag mit festgelegtem Mindest- und Höchstpreis fördern – einen sogenannten Differenzvertrag (Contract for Difference, CfD).
Die dritte Form der Unterstützung besteht aus staatlichen Garantien für den Fall, dass sich die EU-Politik künftig zulasten der Kernenergie ändern sollte.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/schvali-evro ... -havlicek/
/gr/
Geologische Untersuchungen am Standort der künftigen Dukovany-Blöcke abgeschlossen
Autor: Tomáš Novák Zeitung Hrot
12.6.2026 CTK
Die geologischen Untersuchungen am Standort der künftigen Reaktorblöcke in Dukovany sind abgeschlossen. Daten aus mehr als 300 Bohrungen und Hunderten von Laboruntersuchungen werden dem südkoreanischen Unternehmen KHNP bei der Planung des Kraftwerks und der Vorbereitung der Genehmigungsverfahren dienen.
Das Unternehmen ČEZ Energetické produkty hat dem südkoreanischen Konzern KHNP den Abschlussbericht zu den geologischen Untersuchungen übergeben. Seit August des vergangenen Jahres wurden diese im Gebiet durchgeführt, auf dem zwei neue Reaktorblöcke in Dukovany entstehen sollen.
Insgesamt wurden 306 Bohrungen durchgeführt. Fachleute untersuchten anschließend in Laboren fast 500 entnommene Boden- und Gesteinsproben. Die Daten aus dem Bericht werden zur Erstellung eines dreidimensionalen Modells des Standorts verwendet, das den Planern als Grundlage dienen soll. Die Ergebnisse werden zudem Teil der Unterlagen für die Genehmigungsverfahren sein. Dies teilte die Sprecherin der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), Alice Horáková, heute der Nachrichtenagentur ČTK mit.
Laut der Sprecherin belief sich der Auftragswert der geotechnischen Untersuchungen auf mehrere hundert Millionen Kronen. Das Ziel war es, das Gebiet detailliert zu kartieren, damit die Planer von KHNP die Anordnung des Kraftwerksgeländes sowie der einzelnen Gebäude und technischen Anlagen des künftigen Kernkraftwerks präzise entwerfen können.
Aus geologischer Sicht war der Standort bereits beim Bau der vier bestehenden Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany untersucht worden, die zwischen 1985 und 1987 in Betrieb gingen. Weitere geologische Untersuchungen wurden in den Jahren 2018 und 2021 durchgeführt.
Die aktuellen Untersuchungen bestätigten und präzisierten die Daten aus den früheren Projekten. So ergab beispielsweise die Laboranalyse, dass sich seismische Wellen im Gestein langsamer ausbreiten als ursprünglich angenommen. Der Standort sei damit noch sicherer als erwartet, erklärte EDU II.
„Einer der ersten Aufträge, die direkt mit dem künftigen Bau zusammenhängen, konnte erfolgreich gemäß Zeitplan und in der geforderten Qualität abgeschlossen werden. Die Planer von KHNP verfügen nun über sämtliche gemessenen und ausgewerteten Standortparameter, die sie für den Beginn ihrer Berechnungen benötigen“, erklärte der Generaldirektor von EDU II, Petr Závodský.
Der Abschlussbericht enthält eine geologische, geophysikalische, geodätische und geotechnische Auswertung sämtlicher Daten, Unterlagen, Messungen und Analysen, die im Rahmen der Untersuchungen und Labortests gewonnen wurden. Einschließlich der Anhänge umfasst der Bericht rund 6.000 Seiten.
Er enthält unter anderem detaillierte Beschreibungen der Bohrungen, Zeichnungen, Tabellen, Protokolle, Laboranalysen der Proben sowie Dokumentationen der Arbeitsabläufe und Auswertungen der erhobenen Daten.
„Vom Umfang her handelte es sich um einen der größten Aufträge, an denen wir je beteiligt waren. Besonders war das Projekt auch aufgrund der geografischen Entfernung des Auftraggebers und der Tatsache, dass die gesamte Kommunikation auf Englisch erfolgte“, erklärte Pavel Donát von ČEZ Energetické produkty.
Die gewonnenen Daten wird das Unternehmen zur Erstellung eines 3D-Modells des Standorts nutzen, das die Konstruktionsentwürfe mit den tatsächlichen geologischen Gegebenheiten verknüpfen soll. „Dieses Modell werden wir bis Ende dieses Jahres fertigstellen“, sagte Donát.
Die Untersuchungen erstreckten sich über ein Gebiet von rund 200 Hektar. Neben den Bohrungen mit einer Gesamtlänge von etwa 13 Kilometern wurden 352 Penetrationssondierungen mit einer Gesamtlänge von mehr als einem halben Kilometer durchgeführt.
Die entnommenen Proben wurden in Laboren in Prag, Brünn, Sokolov und Italien untersucht. Insgesamt wurden rund 830 Tests durchgeführt.
Die Ergebnisse der Untersuchungen dienen der Bewertung der geologischen Verhältnisse am Standort, einschließlich der Stabilität, Tragfähigkeit und maximalen Belastbarkeit des Untergrunds.
Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/cez-dokonc ... arny-HPwcx
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Tel: 603 805 799
Inhalt:
„Der Staat ignoriert uns bereits 15 Jahre.“ Gemeinden aus dem Böhmerwaldvorland legen Beschwerde gegen Erkundungsarbeiten für den Bau eines Atommüll-Endlagers ein.
Regierung wird bald die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerksblöcke in Temelín bekannt geben.
Tschechische Reaktoren laufen weiterhin mit russischem Brennstoff. „Wir warten auf die Genehmigung der Aufsichtsbehörde“, verteidigt sich ČEZ.
Havlíček setzt auf Kanada: Neues Abkommen soll Uran und energiepolitisches Know-how sichern.
Hunderte Milliarden für Dukovany außerhalb des Staatshaushalts. Schillerová nutzt einen kommunalen Trick.
Für Dukovany müssen Generatoren transportiert werden, die so schwer sind wie ein Airbus. Ampeln müssen weichen.
Wird die Europäische Kommission das „koreanischen“ Kernkraftwerk Dukovany genehmigen? Laut Havlíček sieht es gut aus.
Geologische Untersuchungen am Standort der künftigen Dukovany-Blöcke abgeschlossen
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„Der Staat ignoriert uns bereits 15 Jahre.“ Gemeinden aus dem Böhmerwaldvorland legen Beschwerde gegen Erkundungsarbeiten für den Bau eines Atommüll-Endlagers ein
5.6.2026 irozhlas.cz (Tschechischer Rundfunk)
Horažďovice (Bezirk Klatovy)
Gemeinden aus dem Böhmerwaldvorland haben wegen geplanter Bohrungen im Zusammenhang mit dem Bau eines Endlagers für radioaktive Abfälle eine Kassationsbeschwerde beim Obersten Verwaltungsgericht eingereicht. Die Region Böhmerwaldvorland ist eine von vier Standorten, die für den Bau eines tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle in Betracht gezogen werden. Ende April scheiterten die Gemeinden vor dem Stadtgericht in Prag mit ihrer Verwaltungsklage gegen eine Entscheidung des Umweltministeriums, das trotz des Widerstands aller betroffenen Gemeinden geologische Erkundungsarbeiten in ihrer Region genehmigt hatte.
Nach Angaben des Direktors der Verwaltung für radioaktive Abfälle, Lukáš Vondrovic, haben weder die Kassationsbeschwerden noch die Klagen aufschiebende Wirkung oder sonstigen Einfluss auf den Fortgang der Erkundungsarbeiten. Die Behörde kann daher mit tiefengeologischen Bohrungen bis in eine Tiefe von 1.200 Metern beginnen und wählt derzeit die Auftragnehmer für diese Arbeiten aus.
In dieser Woche hat die Behörde in der Lokalität Janoch bei Temelín die ersten geologischen Bohrungen bis zu einer Tiefe von 100 Metern begonnen, die auf die Untersuchung der Wasserverhältnisse ausgerichtet sind. Weitere mögliche Standorte für das Endlager sind Horka und Hrádek in der Region Vysočina. An allen Standorten sollen Bohrungen durchgeführt werden.
„Es war notwendig, die Beschwerde einzureichen. Wir müssen weiter kämpfen und darauf aufmerksam machen, dass die Gemeinden keinerlei Rechte haben, sowie darauf, wie der Staat bei der Auswahl und Umsetzung eines derart großen Bauvorhabens vorgeht“, sagte der Bürgermeister von Horažďovice, Michael Forman (Bürger HD), am Freitag.
Die Gemeinden der Lokalität Březový potok im Böhmerwaldvorland organisieren seit 23 Jahren Proteste und fordern eine Beteiligung an der Entscheidung über den endgültigen Standort. Darüber hinaus haben sie Stellungnahmen zur Aktualisierung des zehn Jahre alten Konzepts für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Kernbrennstoffen für den Zeitraum bis 2035 mit einem Ausblick über das Jahr 2050 hinaus eingereicht. „Es gibt viele Einwände, und sie sind ziemlich grundlegend“, fasste Forman zusammen.
„Bis der Staat aufwacht“
Wie bei der Standortauswahl wollen sich die Gemeinden auch an der Ausarbeitung des Konzepts beteiligen. „Wir haben vereinbart, dass die Stellungnahmen sowohl von der landesweiten Plattform gegen das Atommüll- Endlager als auch von den Gemeinden und einzelnen Bürgern eingereicht werden, die dies tatsächlich getan haben“, erklärte Forman.
Seiner Ansicht nach muss das Umweltministerium die Einwände prüfen; anschließend wird die Regierung über das Konzept entscheiden. Bis zum Jahr 2030 soll sie unter den vier Standorten in Tschechien einen endgültigen und einen Ersatzstandort für den Bau des Endlagers auswählen.
„Angesichts der Tatsache, dass uns der Staat die ganzen 15 Jahre ignoriert, bezweifle ich, dass dies zu grundlegenden Veränderungen führen wird. Aber wir werden sehen. Und wir haben weitere Mittel, die wir einsetzen werden – solange es möglich ist, bis der Staat endlich aufwacht. Ohne eine ordnungsgemäße Kommunikation mit den Gemeinden und ohne angemessene Entschädigungen wird es für ihn nicht einfach werden“, sagte er.
Forman erklärte, dass sich der Staat immer wieder darauf berufe, dass es in Finnland bereits ein Endlager gebe und dort keine Probleme bestünden. „Dort gibt es jedoch erhebliche Ausgleichszahlungen, und mit den Gemeinden wurde von Anfang an offen verhandelt. Hier dagegen wird ständig verschleiert. Und die Entschädigungen sind lächerlich. Die Gemeinden sagen: Ihr belastet uns auf diese Weise und gebt uns drei Millionen Kronen. Allein diesen Betrag geben wir in diesem Jahr für nichtpädagogisches Personal aus, dessen Finanzierung der Staat auf die Gemeinden übertragen hat“, fügte er hinzu.
Verkürzter Zeitplan
Im Hinblick auf den Konzeptentwurf fordern die Gemeinden aus dem Böhmerwaldvorland eine weitere Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einen Vergleich der Vor- und Nachteile alternativer Lösungen für den Umgang mit radioaktiven Abfällen – zusätzlich zum Bau eines Endlagers bis zum Jahr 2050.
Sie schlagen vor, Möglichkeiten wie eine langfristige Zwischenlagerung, ein gemeinsames internationales Endlager im Ausland, die Nutzung wiederaufbereiteter abgebrannter Brennelemente in Reaktoren und die Endlagerung nur der verbleibenden Rückstände zu prüfen. Ihrer Ansicht nach könnten künftig weitere moderne Lösungen für die Nutzung dieser Materialien entwickelt werden.
Die Gemeinden fordern zudem, dass der Staat die Auswirkungen eines erheblichen Anstiegs des radioaktiven Abfallaufkommens bewertet. Dieser könnte sich aus der geplanten Laufzeitverlängerung der Reaktoren in Dukovany und Temelín sowie aus dem Bau von bis zu vier neuen Großreaktoren und sechs kleinen modularen Reaktoren ergeben.
Außerdem verlangen sie eine detaillierte Bewertung der Auswirkungen der geologischen Erkundungsarbeiten auf die Umwelt und das Leben der Menschen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass der geplante Zeitrahmen für die Vorbereitung des Projekts halbiert werden soll.
Das bisher gültige Konzept sah die Inbetriebnahme des Endlagers bis 2065 vor; der neue Entwurf verkürzt diesen Zeitraum um 15 Jahre, erklärten die Gemeinden. Hintergrund ist die vorübergehende Einstufung der Kernenergie durch die Europäische Union als sogenannte grüne Investition.
Nach Angaben des Bürgermeisters von Chanovice, Petr Čotek (Vereinigung für die Zukunft), weisen die Gemeinden auf die deutlich höheren Kosten für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen hin, die sich aus der Aktualisierung des Konzepts ergeben.
Im bislang gültigen Konzept wurden diese Kosten auf 225 Milliarden Kronen geschätzt, davon entfielen 112 Milliarden auf das Atommüll- Endlager. Im neuen Konzept belaufen sich die Kosten auf 559 Milliarden Kronen, davon 273 Milliarden für das Endlager – berechnet zu Preisen des Jahres 2024.
„Die Beiträge der Reaktorbetreiber zum Kernenergiefonds wurden lediglich von 55 auf 88 Kronen pro Megawattstunde erhöht. Der Fonds könnte defizitär werden – es gäbe dann kein Geld für Entschädigungen der Gemeinden, es würden billigere und weniger sichere Lösungen gesucht, und der Druck auf eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt würde steigen“, fügte er hinzu.
Quelle:
https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/st ... 051723_jho
Regierung wird bald die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerksblöcke in Temelín bekannt geben
Autor: Ondřej Horecký
12. Juni 2026 epochtimes.cz
Die Regierung wird in den kommenden Tagen ihre Absicht bekannt geben, die Laufzeit der bestehenden Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Temelín zu verlängern. Den gleichen Schritt hat sie bereits vor zwei Monaten für das Kernkraftwerk Dukovany auf Grundlage einer Analyse des Energieunternehmens ČEZ beschlossen.
„Innerhalb weniger Tage werden wir dasselbe auch für Temelín bekannt geben“, erklärte der tschechische Industrieminister Karel Havlíček (ANO) am 11. Juni auf der Nuklearkonferenz NERS 2026. So wie die Laufzeit von Dukovany um 20 Jahre verlängert wurde, soll auch Temelín insgesamt 80 Jahre seit seiner Inbetriebnahme in Betrieb bleiben.
Havlíček hatte bereits vor zwei Monaten gemeinsam mit Vertretern von ČEZ bekannt gegeben, dass die durchgeführten Analysen des Unternehmens eine Verlängerung der Laufzeit der vier Reaktoren in Dukovany bis in die Jahre 2065 bis 2067 ermöglichen.
Die Modernisierung des Kraftwerks wird nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden von ČEZ, Daniel Beneš, Investitionen in Milliardenhöhe erfordern. Vor einer Laufzeitverlängerung muss das Unternehmen sämtliche Sicherheitsanforderungen des Staatsamts für nukleare Sicherheit (SUJB) erfüllen.
Dieselbe Analyse wie für Dukovany führt ČEZ auch für Temelín mit seinen beiden Reaktorblöcken durch. Eine Verlängerung ihrer Laufzeit würde bedeuten, dass sie bis in die frühen 2080er-Jahre (2080–2083) in Betrieb bleiben würden.
Nach Ansicht Havlíčeks ist die Laufzeitverlängerung auch für den Staat eine hervorragende Nachricht. Nach dem geplanten Rückkauf der Minderheitsanteile an ČEZ soll der Staat zum alleinigen Eigentümer der Kraftwerke werden, während das Unternehmen selbst die Bereiche Stromhandel und -verteilung behalten soll.
„Der Staat wird in relativ kurzer Zeit die vollständige Kontrolle über die Stromerzeugung von ČEZ erhalten – einschließlich der Kernenergieanlagen. Das betrifft nicht nur die bestehenden, bereits abgeschriebenen und in ihrer Laufzeit verlängerten Anlagen, sondern auch die neuen“, sagte der Minister.
Sein Ministerium werde Ende dieses Jahres einen Bericht über den energetischen Zustand des Landes vorlegen, um einen Überblick über den Bedarf an Energiequellen für die kommenden 15 bis 20 Jahre zu erhalten, kündigte er an.
„Daraus wird sich der Bedarf an sogenannten steuerbaren Energiequellen für die nächste Generation in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren ergeben – und damit auch der Bedarf an Kernenergie. Auf dieser Grundlage können wir Verhandlungen mit Investoren aufnehmen, in unserem Fall logischerweise mit ČEZ, das Szenarien für das weitere Nuklearprogramm vorbereiten muss“, erklärte der Politiker.
Neben den bereits geplanten zwei neuen Reaktorblöcken in Dukovany erwägt die Regierung auch zwei weitere Blöcke in Temelín. Die Entscheidung darüber soll jedoch erst Mitte 2028 fallen, präzisierte Havlíček. Bis dahin solle der Staat die Bedingungen kennen, zu denen das südkoreanische Unternehmen KHNP Reaktoren in Temelín errichten würde.
Neben klassischen Kernkraftwerksblöcken plant ČEZ in Tschechien auch den Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR), die in Temelín, Dětmarovice, Tušimice und möglicherweise an weiteren Standorten entstehen sollen.
Das Unternehmen hat innerhalb des Konzerns bereits ein Team von rund hundert Fachleuten zusammengestellt, die intensiv an der Entwicklung modularer Reaktoren arbeiten, erklärte Ivo Kouklík von ČEZ, der für die SMR-Projekte verantwortlich ist, auf der Konferenz NERS 2026.
Quelle: https://www.epochtimes.cz/2026/06/12/vl ... -temeline/
/gr/
Tschechische Reaktoren laufen weiterhin mit russischem Brennstoff. „Wir warten auf die Genehmigung der Aufsichtsbehörde“, verteidigt sich ČEZ
9. Juni 2026 Ekonomicky denik
Autor: David Tramba
Der Ersatz, den viele Politiker und Energieexperten gefordert haben, ist noch immer nicht vollständig umgesetzt. Die tschechischen Kernkraftwerke erzeugen daher weiterhin Strom aus russischem Brennstoff. Auch in den Daten des Tschechischen Statistikamtes (ČSÚ) tauchen ausschließlich Importe von Brennelementen aus Russland auf. Wann wird es also endlich zum Ersatz der Lieferungen des toxischen Partners durch Brennstoff aus verbündeten Ländern kommen?
Laut den Statistiken des Tschechischen Statistikamts ČSÚ wird nach Tschechien weiterhin ausschließlich Brennstoff aus Russland importiert, obwohl das Liefervolumen seit dem Jahr 2024 deutlich zurückgegangen ist. Die bislang letzte Lieferung aus dem russischen Werk Tvel traf im März dieses Jahres ein. Das ČSÚ gibt ein Gewicht von 20 Tonnen und einen Warenwert von 1,13 Milliarden Kronen an. Dagegen fehlen Brennelemente aus dem schwedischen Werk des US-Konzerns Westinghouse in der Statistik offenbar völlig.
Warten auf die Genehmigung….
Auf Anfrage der Zeitung Ekonomický deník erklärte ČEZ, dass die Lieferungen des russischen Brennstoffs des Unternehmens Tvel für das Kernkraftwerk Temelín bereits vollständig beendet seien. Die letzte Lieferung erfolgte Ende 2024.
„Die Lieferungen für Temelín erfolgen nun ausschließlich durch Westinghouse und das französische Unternehmen Framatome. Der Brennstoff befindet sich derzeit noch auf Lager, und es werden die bisherigen Bestände genutzt. Die ersten Brennelemente von Westinghouse wollen wir voraussichtlich im Herbst dieses Jahres in den Reaktor einsetzen“, erläutert der ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž.
Das Problem besteht darin, dass der Einsatz von Brennelementen eines anderen Herstellers zunächst vom Staatsamt für nukleare Sicherheit (SÚJB) genehmigt werden muss. Das Genehmigungsverfahren bei SÚJB begann jedoch erst Mitte April dieses Jahres.
„Gemäß dem Atomgesetz entscheidet SÚJB über einen Genehmigungsantrag innerhalb von 90 Tagen nach Einleitung des Verfahrens“, erklärte Lenka Babická aus der Strategieabteilung der Nuklearaufsichtsbehörde.
Eine Entscheidung könnte somit bis Mitte Juli fallen.
Wenn es keine Alternative gibt….
Komplizierter ist die Situation im Kernkraftwerk Dukovany. Dort rechnet ČEZ weiterhin mit dem Bezug russischen Brennstoffs bis zum Jahr 2028. Westliche Wettbewerber müssen zunächst Brennstoff für russische Reaktoren des Typs WWER-440 entwickeln und dessen Produktion anlaufen lassen.
Auch hier plant ČEZ künftig mit Brennstofflieferungen von Westinghouse und Framatome.
„Im Fall von Westinghouse ist das Entwicklungsprogramm noch nicht abgeschlossen, sodass das eigentliche Genehmigungsverfahren bei SÚJB noch nicht begonnen hat. Der Vertrag mit Framatome ist ebenfalls noch nicht unterzeichnet, die Verhandlungen dauern an“, ergänzte Ladislav Kříž.
Vollständig wird dieser Ersatz jedoch nicht sein. Framatome wird in den kommenden Jahren Kernbrennstoff für Reaktoren des Typs WWER in Lizenz des russischen Unternehmens Tvel herstellen. Die Lizenzproduktion soll im deutschen Lingen auf Grundlage eines im März 2021 zwischen Framatome und Tvel unterzeichneten Vertrags erfolgen.
Framatome hat zudem mit der Entwicklung eines eigenen Brennstofftyps für WWER-1000-Reaktoren begonnen, den das Unternehmen später Interessenten anbieten will.
Die letzten Reste russischer Exporte nach Tschechien…..
Kernbrennstoff gehört zu den letzten bedeutenderen Exportgütern Russlands nach Tschechien. Sein Umfang ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.
Im Zeitraum von Januar bis April dieses Jahres wurden Waren im Wert von 6,3 Milliarden Kronen aus Russland nach Tschechien eingeführt. Das entspricht einem Rückgang von 50,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Zwei zuvor besonders wichtige Posten – Erdöl und Erdgas – sind inzwischen vollständig aus den Statistiken verschwunden. Hier konnten bereits Ersatzlieferanten gefunden werden.
Den größten Anteil an den russischen Exporten nach Tschechien haben in den vergangenen Monaten Halbfabrikate aus Eisen und Stahl. Von Januar bis April wurden sie im Wert von 3,32 Milliarden Kronen importiert.
Auch hier zeichnet sich eine Alternative ab. Diese Stahlhalbzeuge werden vom Ostrauer Stahlunternehmen Vítkovice Steel importiert. Ende des Jahres 2024 wurde das Unternehmen vom indischen Konzern Jindal Steel übernommen. Dieser plant, die Ostrauer Stahlwerke künftig mit Halbfabrikaten aus seinem Werk im Oman zu versorgen.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/ceske-reakto ... ke-palivo/
/gr/
Havlíček setzt auf Kanada: Neues Abkommen soll Uran und energiepolitisches Know-how sichern
12. Juni 2026 Ekonomicky denik
Foto: Ministerium für Industrie und Handel (MPO) - Der erste stellvertretende Ministerpräsident und Industrieminister Karel Havlíček sowie der Premierminister der Provinz Saskatchewan, Scott Moe, nach der Unterzeichnung des Memorandums.
Kernenergie, strategische Rohstoffe und kleine modulare Reaktoren – das sind die Grundpfeiler einer neuen Partnerschaft, die die Tschechische Republik mit der kanadischen Provinz Saskatchewan besiegelt hat. Das in Prag unterzeichnete Memorandum soll tschechischen Unternehmen den Zugang zu den größten Uranvorkommen der Welt sowie zu modernsten Energietechnologien eröffnen.
Die tschechischen Exporte nach Kanada erleben derzeit einen beispiellosen Aufschwung. Im vergangenen Jahr stiegen sie um rekordverdächtige 36 Prozent und erreichten ein Volumen von 566 Millionen US-Dollar. Unter Berücksichtigung von Reexporten über Drittländer überschritt das Handelsvolumen bereits die Marke von einer Milliarde US-Dollar.
An diesen Trend knüpft die heutige Unterzeichnung des Memorandums im Ministerium für Industrie und Handel (MPO) an, das vom ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten und Industrieminister Karel Havlíček sowie vom Premierminister Saskatchewans, Scott Moe, unterzeichnet wurde.
Vom Uran zu modularen Reaktoren….
Saskatchewan ist für Tschechien kein zufällig gewählter Partner. Die Provinz gehört weltweit zu den führenden Förderregionen für hochwertiges Uran und verfügt über die größten Vorkommen dieses strategisch wichtigen Rohstoffs. Im Zusammenhang mit den tschechischen Bemühungen um eine stärkere Energieunabhängigkeit und den Ausbau des Kernenergieprogramms handelt es sich um einen zentralen Verbündeten.
„Saskatchewan teilt mit der Tschechischen Republik viele Prioritäten, insbesondere das Streben nach Energiesicherheit“, erklärte Premierminister Scott Moe nach der Unterzeichnung.
Die Zusammenarbeit soll sich jedoch nicht nur auf Brennstofflieferungen beschränken. Ein zentraler Bestandteil der Partnerschaft ist die Entwicklung und der Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) und Mikroreaktoren, die beide Seiten als Zukunftstechnologien einer emissionsfreien Energieversorgung betrachten.
Die Partnerschaft sieht den Austausch von Fachwissen, gemeinsame wissenschaftliche Forschung sowie die Förderung gemeinsamer Projekte tschechischer und kanadischer Ingenieure vor.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/havlicek-saz ... -know-how/
Hunderte Milliarden für Dukovany außerhalb des Staatshaushalts. Schillerová nutzt einen kommunalen Trick
15. Juni 2026 Tageszeitung Hospodářské noviny,
Autor: Martin Ťopek
Nach Ansicht von Experten wird der Plan von Finanzministerin Alena Schillerová, dem Kernkraftwerk Hunderte Milliarden Kronen zu leihen, ohne dass dies Auswirkungen auf den Staatshaushalt hat, die Bewertung und den Vergleich der Haushaltspolitik verschiedener Regierungen erschweren.
Der Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany, für den die Regierung Darlehen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Kronen bereitstellen will, könnte in den kommenden Jahren überhaupt nicht im Staatshaushalt erscheinen. Der Plan von Finanzministerin Alena Schillerová (ANO) würde es ermöglichen, Geld für den Bau bereitzustellen, ohne dass sich dies im aktuellen Defizit der öffentlichen Haushalte niederschlägt. Nach Angaben des Finanzministeriums würde dies dennoch vollständig im Einklang mit den europäischen Regeln geschehen. Einen ähnlichen Weg nutzen Gemeinden bereits heute für ihre Investitionen.
Laut der Ministerin wäre es jedoch das erste Mal, dass auch der Staat diese Art der Finanzierung anwendet. „Die Ausgliederung des Darlehens aus dem Staatshaushalt steht vollständig im Einklang mit den europäischen Rechnungslegungsvorschriften“, erklärte Schillerová gegenüber der Zeitung Hospodářské noviny (HN). Die Änderung ist Teil einer Reform der Haushaltsregeln, die derzeit auf die Zustimmung des Senats wartet.
Der Bau von zwei neuen Reaktorblöcken im Kernkraftwerk Dukovany wird rund 400 Milliarden Kronen zu Preisen des Jahres 2024 kosten. Finanziert werden soll das Projekt durch ein verzinsliches Staatsdarlehen an die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU 2). Der Staat wird seinem Unternehmen die Mittel schrittweise über die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre entsprechend dem Baufortschritt zur Verfügung stellen. Anschließend wird das Unternehmen das Darlehen zurückzahlen – einschließlich der Zinsen, die der Staat für die Kreditaufnahme entrichtet hat, zuzüglich eines Prozentpunkts.
Die gesamte Finanzierung soll über ein außerbudgetäres Konto bei der Tschechischen Nationalbank abgewickelt werden, das vom Ministerium für Industrie und Handel verwaltet wird. Der Grund dafür ist, dass ein solches Darlehen im Jahr der Gewährung die Ausgaben und in den Jahren der Rückzahlung die Einnahmen erheblich verzerren würde. Es handelt sich schließlich nicht um Mittel, die dem Haushalt dauerhaft verloren gehen, und dies würde die Sicht auf die öffentlichen Finanzen verfälschen.
„Stellen Sie sich vor, was für ein Chaos es im Haushalt anrichten würde, wenn alles direkt über den Haushalt laufen würde. Ein Darlehen, dann kommen Zinsen hinzu, später wird es zurückgezahlt und so weiter“, erklärte Schillerová im Gespräch mit HN.
Wie viel Geld der Staat auf diesem Weg an EDU 2 überweisen wird, ist bislang noch unklar.
„Im nächsten Jahr wird der Betrag von Experten vorgeschlagen und von der Regierung genehmigt. Im Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren sprechen wir über Dutzende und Hunderte Milliarden Kronen“, sagte Schillerová im Interview mit der Zeitung HN.
Im kommenden Jahr plant das Ministerium zudem, die noch ausstehenden 3,7 Milliarden Kronen für den Erwerb von 80 Prozent der Anteile an EDU II zu begleichen, die dem Energiekonzern ČEZ noch geschuldet werden. Diese Mittel werden allerdings weiterhin als Haushaltsausgaben verbucht.
Der Industrie- und Handelsminister sowie Vizepremierminister Karel Havlíček bestätigte gegenüber der Tageszeitung HN, dass sein Ministerium mit der Überweisung der Mittel von seinem Konto bei der Tschechischen Nationalbank rechne.
„Es besteht Einigkeit darüber, dass EDU 2 alle erforderlichen Mittel erhalten wird. Der Lenkungsausschuss für Dukovany hat dies bereits erörtert“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Vizevorsitzende der Bewegung ANO.
Auch Schillerovás Vorgänger Zbyněk Stanjura in der Regierung von Petr Fiala (beide ODS) hatte darüber nachgedacht, wie das Darlehen für Dukovany aus dem Staatshaushalt ausgegliedert werden könnte. Ähnlich wie bei den Verteidigungsausgaben verhandelte er im Rahmen der europäischen Vorschriften eine sogenannte Ausweichklausel. Diese erhöht zwar das Defizit des Staatshaushalts, wird jedoch nicht in die Haushaltsregeln einbezogen, die die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen überwachen.
Schillerová geht jedoch noch einen Schritt weiter und will das gesamte Darlehen vollständig aus dem Haushalt herausnehmen. Das Ministerium verweist dabei auf das aktuelle Investitionsmodell von Gemeinden und Regionen.
„Diese führen bereits heute standardmäßig Transaktionen zur Anlage freier Finanzmittel – etwa den Kauf von Wertpapieren oder Gold – vollständig außerhalb ihrer Haushaltsausgaben durch“, ergänzte der Sprecher des Finanzministeriums, Stefan Fous.
Der Versuch, Beträge in Höhe von mehreren hundert Milliarden Kronen außerhalb des offiziellen Haushaltsdefizits auszuweisen, könnte Experten zufolge jedoch Kontroversen auslösen.
Nach Ansicht des Ökonomen der Tschechischen Sparkasse /Česká spořitelna und Vorsitzenden des Ausschusses für Haushaltsprognosen, Michal Skořepa, könnte dies bei Ratingagenturen einen doppelten Effekt haben. „Einerseits werden sie begrüßen, dass Tschechien versucht, seine zukünftige Energiebilanz zu sichern und dass es sich nicht um eine Verschwendung von Geld handelt“, sagte Skořepa. Andererseits könnten die Agenturen, die Transparenz bei Finanztransaktionen stets bevorzugen, Einwände gegen die „Ästhetik“ des gesamten Vorgehens haben.
„Sie sehen es nicht gern, wenn versucht wird, etwas zu verstecken. Das ist für sie immer ein Signal, dass etwas im Gange ist – und das werden sie uns wahrscheinlich vorwerfen“, sagte der Ökonom.
Der Vorsitzende des Nationalen Haushaltsrats, Mojmír Hampl, bezeichnete es als „problematischer“, dass nun auch der Staat dieselbe Methode wie Städte und Gemeinden anwenden werde.
Er erinnerte daran, dass der Haushaltsrat bei der Bewertung der Defizite einzelner Regierungen – eine seiner Kernaufgaben – künftig Unvergleichbares vergleichen müsse, da in einem Haushalt nicht mehr alle Ausgaben enthalten seien. „Das trübt den Blick auf die öffentlichen Finanzen etwas und erschwert insbesondere den Vergleich im Zeitverlauf“, sagte Hampl.
Gleichzeitig wies er darauf hin, dass das neue System auch einen Vorteil habe.
„Wenn die Mittel in einem bestimmten Jahr nicht ausgegeben werden, können sie nicht für andere Zwecke verwendet werden, beispielsweise für Rentenzahlungen“, erklärte er.
Nach den geplanten Änderungen der fiskalischen Regeln sollen künftig auch weitere Ausweichklauseln – etwa staatliche Infrastrukturinvestitionen – nicht in die Bewertung der Haushaltsverantwortung einfließen. Dazu zählen vor allem Autobahnen, zahlreiche Straßen erster Klasse, Eisenbahnstrecken sowie Energieinfrastrukturprojekte.
Aus dem Interview:
-HN: Sie haben außerdem angekündigt, dass das Darlehen für Elektrárna Dukovany II (EDU II) vollständig aus dem Staatshaushalt ausgegliedert werden soll. Ursprünglich sollte es lediglich nicht in die Regeln der Haushaltsverantwortung einfließen, die die Defizitgrenzen überwachen. Wie wird dieser Mechanismus funktionieren?
-Schillerová: Ja, es wird vollständig außerhalb des Haushalts geführt werden. Nach der europäischen Methodik ESA 2010 – also jener Methodik, nach der wir Defizite gegenüber der Europäischen Union und in den Publikationen des Finanzministeriums ausweisen – gelten Darlehen überhaupt nicht als Ausgaben und beeinflussen somit den Finanzierungssaldo in keiner Weise. Es handelt sich um keine Ausnahme, sondern um eine Standardregel.
Wir leihen dem Unternehmen schlicht das Geld für den Bau von Dukovany, und es wird es uns zurückzahlen. Es handelt sich um ein Projekt, wie es die Tschechische Republik noch nie umgesetzt hat. Für uns ist das eine völlig neue Situation.
Und stellen Sie sich vor, wir würden dies klassisch über den Haushalt abwickeln – welche enormen Verzerrungen das verursachen und wie es Jahr für Jahr die Haushaltslage verfälschen würde.
Wir werden ein außerbudgetäres Konto bei der Tschechischen Nationalbank unter dem Dach des Ministeriums für Industrie und Handel einrichten. Von dort werden die Mittel ausgezahlt und dorthin später auch zurückgeführt. Die ESA-Methodik erlaubt es uns, dies aus dem Haushalt herauszunehmen.
/gr/
Für Dukovany müssen Generatoren transportiert werden, die so schwer sind wie ein Airbus. Ampeln müssen weichen
Autorin: Sofie Krýžová
8. Juni 2026, Seznam Zpravy
Neue Umgehungsstraßen, der Abbau von Ampeln oder die Verlegung von Mautportalen: Die Zulieferer für Dukovany werden den Transport riesiger, viele Tonnen schwerer Komponenten bewältigen müssen. Genutzt werden vor allem Wasser- und Straßenwege. Ohne Genehmigungen wird sich jedoch nichts bewegen.
Ein Schwertransport, so lang wie ein Schwimmbecken, der Technologien befördert, die so schwer sind wie eine Raumstation oder der größte Airbus der Welt – das soll in wenigen Jahren Realität auf den Straßen in Richtung Dukovany werden. Für den Zeitraum von 2030 bis 2032 ist der Transport von Großkomponenten zum neuen Kernkraftwerk geplant.
Tschechische Unternehmen wollen zahlreiche Schlüsseltechnologien für Dukovany liefern, darunter Turbinen, Dampferzeuger, Reaktordruckbehälter und Dampfkondensatoren. Diese Bauteile wiegen mehrere hundert Tonnen und erreichen Längen von mehreren Dutzend Metern.
Die größten Komponenten werden die Dampferzeuger und der Reaktordruckbehälter sein.
„Man kann sagen, dass dies die größten Komponenten sein werden, die jemals auf dem Gebiet der Tschechischen Republik transportiert wurden. Sie sind noch massiver als jene der bestehenden Kernkraftwerke“, erklärt Petr Svoboda, Leiter der Abteilung externe Projektvorbereitung bei Elektrárna Dukovany II (EDU II).
Während der Reaktordruckbehälter im bestehenden Kernkraftwerk Dukovany 215 Tonnen wiegt, wird jener im neuen Kraftwerk 352 Tonnen auf die Waage bringen. Dies ist jedoch nur das Gewicht der eigentlichen Technologie, die zusätzlich verpackt werden muss. Auf der Straße wird daher ein Fahrzeug mit einer Gesamtlast von 430 Tonnen unterwegs sein – das entspricht ungefähr dem Gewicht der Internationalen Raumstation.
Noch schwerer werden die Dampferzeuger sein. Die sechs Dampferzeuger der heutigen Anlage wiegen jeweils 169 Tonnen. In der neuen Dukovany - Anlage wird es nur zwei geben, dafür mit einem Gewicht von jeweils 510 Tonnen. Zusammen mit dem Transportfahrzeug wird die Gesamtlast 563 Tonnen betragen – das entspricht dem maximalen Startgewicht des größten serienmäßig produzierten Passagierflugzeugs der Welt, des Airbus A380-800.
Es handelt sich also um deutlich größere Technologien als jene, die derzeit in tschechischen Kernkraftwerken eingesetzt werden. „Schon deshalb kann man nicht einfach sagen, dass dieselben Transportwege wie beim Bau von Dukovany oder Temelín genutzt werden können“, betont Svoboda.
Wie sich die Straßen nach Dukovany verändern werden….
Der Straßentransportzug wird länger als ein olympisches Schwimmbecken sein und etwa 53 Meter messen. Zudem muss er innerhalb einer Höhe und Breite von jeweils neun Metern bleiben. Allein die Hauptturbine des Unternehmens Doosan Škoda Power wird mehrere Dutzend Meter lang sein.
„Von Pilsen aus kann die Turbine nach Lovosice transportiert und von dort auf der Elbe nach Chvaletice verschifft werden. Anschließend wird sie auf derselben Route wie die übrigen Komponenten nach Dukovany gebracht. Einige Teile können jedoch auch direkt auf der Straße transportiert werden“, erläutert Svoboda.
Beim Bau der beiden bestehenden Kernkraftwerke wurden Komponenten auch per Bahn transportiert. Das ist heute jedoch nicht mehr möglich, da die Bahnstrecken modernisiert, elektrifiziert und die Bahnsteige barrierefrei ausgebaut wurden, wodurch sich das Lichtraumprofil verringert hat. Die Strecken müssten daher umgebaut werden.
„Derzeit gibt es beispielsweise keinen Eisenbahnwaggon mit einer ausreichend hohen Tragfähigkeit für den Transport der Dampferzeuger“, sagt Svoboda.
Die Schlüsseltechnologien für Kernkraftwerke erfüllen die Kriterien für Schwer- und Großraumtransporte, die normalerweise nicht auf öffentlichen Straßen befördert werden dürfen, da sie die Grenzwerte der Verordnung des Verkehrsministeriums überschreiten. Für ihren Transport sind Sondergenehmigungen erforderlich.
Nach Angaben von Elektrárna Dukovany II stellt der Transport der meisten Komponenten über das bestehende Straßennetz jedoch kein Problem dar. Im Zusammenhang mit dem Projekt müssen allerdings zahlreiche begleitende Baumaßnahmen umgesetzt werden, darunter auch Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur.
„Da wir bereits in der Vergangenheit Komponenten für das bestehende Kernkraftwerk Dukovany geliefert und transportiert haben – etwa Reaktordruckbehälter und weitere Bauteile –, werden wir die rund 300 Kilometer von Pilsen nach Dukovany auch diesmal bewältigen, sofern wir als Lieferant ausgewählt werden. Neue, eigens gebaute Straßen würden den Transport jedoch deutlich vereinfachen und beschleunigen“, sagt Karel Samec, Sprecher von Škoda JS.
Das Verkehrsministerium begann bereits mit der Anpassung der Straßen, bevor der Gewinner der Ausschreibung für das Kernkraftwerk feststand. Einige Bauprojekte sind bereits abgeschlossen oder befinden sich in der Umsetzung.
„Nach der Verladung verlassen die Anlagen unsere Produktionshalle in Pilsen auf speziellen Schwertransportfahrzeugen. Diese Transporte erfolgen auf vorher festgelegten und vorbereiteten Routen. Wenn es notwendig oder sinnvoll ist, werden auch andere Verkehrsträger wie Wasser- oder Schienenverkehr kombiniert“, erklärt Samec.
Einige Unternehmen haben jedoch einen großen Vorteil, da sie sich in unmittelbarer Nähe der tschechischen Kernkraftwerke befinden. Das Unternehmen MICo produziert in Hrotovice, nur neun Kilometer von Dukovany entfernt, und in Kramolín, von wo aus wahrscheinlich die größten Komponenten transportiert werden – lediglich sechs Kilometer entfernt.
„Dank der kurzen Transportwege und des Fehlens wesentlicher Verkehrsbeschränkungen stellt das Straßennetz für uns keinen limitierenden Faktor dar. Für den Transport von Großkomponenten nutzt MICo spezialisierte Logistikunternehmen und geeignete Transporttechnik. Die Anforderungen an eine sichere Handhabung und Beförderung werden bereits in der Planungs- und Produktionsphase berücksichtigt“, erklärt Miloslav Provod, Leiter der Abteilung Energiemaschinenbau der Unternehmensgruppe CE Industries, zu der MICo gehört.
Einige Technologien können erst vor Ort montiert werden. MICo will insbesondere Oberflächen-Dampfkondensatoren liefern, von denen jeder Reaktorblock drei erhalten soll.
„Jeder dieser Kondensatoren wird nach der Endmontage ein Gewicht von etwa 500 bis 600 Tonnen haben. Für den Transport werden sie in Modulen gefertigt, die MICo mit einem Gewicht von bis zu 150 Tonnen und einer Länge von bis zu 30 Metern herstellen kann. Diese Module werden erst auf der Baustelle zusammengesetzt“, erklärt Provod.
Umgehungsstraßen werden gebaut, Ampeln abgebaut….
Einige Komponenten sollen über Chvaletice nach Dukovany transportiert werden. Entlang dieser Route müssen zahlreiche Brücken instand gesetzt oder erneuert sowie sieben Umgehungsstraßen gebaut werden – unter anderem bei Vinařice–Bernardov, Jihlava, Brtnice, Okříšky, Zašovice und Třebíč.
„Die meisten dieser Projekte sind bereits genehmigt, viele abgeschlossen und einige befinden sich derzeit im Bau. Diese Maßnahmen sind Teil der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur und werden später der breiten Öffentlichkeit zugutekommen“, erläutert Svoboda.
Für den Transport sind die jeweiligen Lieferanten verantwortlich. Die Spediteure müssen zahlreiche operative Maßnahmen ergreifen, darunter die Sicherung von Unterführungen unter Stromleitungen und Oberleitungen, das Rangieren der Schwertransporte sowie den vorübergehenden Abbau von Verkehrszeichen, Ampeln oder Straßenbeleuchtung und die Verlegung von Mautportalen.
„Oft werden wir gefragt, warum wir nicht möglichst lange Strecken über Autobahnen zurücklegen. Paradoxerweise sind Autobahnen für die größten und schwersten Komponenten jedoch ungeeignet, weil es dort viele problematische Stellen gibt: Überführungen, Unterführungen, lange Brücken, Mautportale und Ähnliches“, erklärt Svoboda.
Elektrárna Dukovany II (EDU II) hat mehrere Studien zum Thema Transport erstellen lassen. Als geeignetste Lösung erwies sich eine Kombination aus Wasser- und Straßentransport, die sowohl wirtschaftlich als auch zeitlich die beste Option darstellt.
Die Komponenten könnten vom Hamburger Hafen über die Elbe transportiert werden. Anschließend würden sie über Straßen erster und zweiter Klasse von Kutná Hora über Havlíčkův Brod, Jihlava und Třebíč bis zur Baustelle in Dukovany gelangen.
„Die Tschechische Republik ist ein Binnenland mit Flusssystemen, deren Wasserstände im Jahresverlauf weder ausgeglichen noch ausreichend hoch für einen ganzjährigen Schiffsverkehr sind. Der Standort Dukovany liegt in der Nähe des hügeligen Hochlands Vysočina, und das umliegende Straßen- und Schienennetz ist trotz seiner hohen Dichte in vielerlei Hinsicht ungeeignet. Die Planung der Transportwege ist daher eine komplexe Gleichung mit vielen Unbekannten und zahlreichen Einschränkungen“, erklärt ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž.
Die Fähigkeit, Großkomponenten zur Baustelle zu transportieren, gehört jedoch zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Kernkraftwerksstandorts. Weitere Faktoren sind eine geologisch geeignete Lage und ausreichend Wasser für die Kühlung.
Elektrárna Dukovany II hat auch unkonventionelle Transportmöglichkeiten wie Luftschiffe oder Großraumflugzeuge geprüft. Diese Verkehrsmittel erfüllen jedoch nicht die Anforderungen für den Transport von Schwer- und Großraumkomponenten.
Deshalb könnten die Menschen in Tschechien nach der Jahrhundertwende auf Flüssen und Straßen Schiffe oder Schwertransporte mit Turbinen oder Reaktordruckbehältern begegnen.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... ryc-307943
/gr/
Wird die Europäische Kommission das „koreanischen“ Kernkraftwerk Dukovany genehmigen? Laut Havlíček sieht es gut aus
6. Juni 2026 Tageszeitung Ekonomicky denik
Autor: David Tramba
Die Europäische Kommission hat beschlossen, die Vorprüfung des Auftrags für den Bau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany im Rahmen der Verordnung über ausländische Subventionen, die den EU-Binnenmarkt verzerren, abzuschließen. Dies teilte Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) im sozialen Netzwerk X mit und bezeichnete die Entscheidung als gute Nachricht.
Dem gingen schwierige Verhandlungen unter Beteiligung aller betroffenen Parteien, einschließlich Vertretern der tschechischen Regierung, voraus. Die Prüfung betraf mögliche versteckte Subventionen Südkoreas zugunsten des Unternehmens KHNP, das die Ausschreibung für den Bau der neuen Reaktorblöcke gewonnen hatte.
„Dies ist eine gute Nachricht für dieses Projekt, für die Entwicklung der Kernenergiebranche und für die künftige Sicherung der Energieversorgung in der Tschechischen Republik und in der Europäischen Union“, schrieb Havlíček.
EDF akzeptiert die Niederlage nicht…..
Die Überprüfung wurde auf Initiative des französischen Unternehmens EDF eingeleitet, das sich ebenfalls um den „Milliarden-Auftrag des Jahrhunderts“ beworben hatte. In der Ausschreibung unterlag EDF jedoch deutlich dem südkoreanischen Unternehmen KHNP, das günstigere Preise, bessere Garantien und attraktivere Zahlungsbedingungen angeboten hatte.
EDF warf dem Konkurrenten daraufhin vor, ein derart attraktives Angebot nur dank versteckter staatlicher Unterstützung unterbreitet zu haben.
Das französische Unternehmen reichte eine Beschwerde wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Verordnung über ausländische Subventionen ein, die seit Mitte des Jahres 2023 in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gilt. Dieses Regelwerk ermöglicht es der Kommission, Marktverzerrungen durch unfaire Praktiken ausländischer Unternehmen zu bekämpfen, die von staatlichen Subventionen oder anderen verdeckten Vorteilen profitieren.
Die Regelung, die ursprünglich vor allem gegen chinesische und russische Unternehmen gerichtet war, wurde in diesem Fall gegen den südkoreanischen Anbieter angewendet.
Genehmigung der staatlichen Unterstützung? Vielleicht bis Jahresende…..
Unabhängig von diesem Verfahren läuft derzeit ein weiteres Genehmigungsverfahren zur staatlichen Unterstützung für die neuen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany.
Das Ministerium für Industrie und Handel reichte den formellen Antrag auf beihilferechtliche Genehmigung im vergangenen Oktober ein. Die Tschechische Republik hatte bereits zuvor die Zustimmung der Europäischen Kommission zu staatlichen Beihilfen für Dukovany erhalten – allerdings nur für einen neuen Reaktorblock. „Wir erwarten die endgültige Zustimmung der Kommission bis Ende 2026“, erklärte der damalige Industrieminister Lukáš Vlček (STAN) im Oktober.
Im Dezember kündigte die Europäische Kommission die Einleitung eines förmlichen Prüfverfahrens an. Ziel ist es zu bewerten, ob die geplante tschechische staatliche Unterstützung für den Bau und Betrieb von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken mit den EU-Beihilfevorschriften vereinbar ist.
Dabei handelt es sich um ein Standardverfahren für Projekte dieser Größenordnung und Bedeutung. Das Verfahren soll etwa ein Jahr dauern, sodass das Ergebnis zum Jahreswechsel 2026/2027 vorliegen könnte.
Ohne staatliche Unterstützung geht es nicht….
Die beiden neuen Reaktorblöcke in Dukovany, die in den Jahren 2036 und 2037 in Betrieb gehen sollen, werden die Erzeugung von emissionsarmem Strom erhöhen.
Geplant sind zwei südkoreanische Reaktorblöcke des Typs APR1000 mit einer Gesamtleistung von mehr als 2.000 Megawatt.
Investor des Projekts ist die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), die zu 80 Prozent dem Staat gehört, während ČEZ die verbleibenden 20 Prozent hält.
Die Tschechische Republik plant, den Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke durch drei Maßnahmen zu unterstützen.
Die erste Maßnahme ist ein staatliches Darlehen in Höhe von 23 bis 30 Milliarden Euro zu vergleichsweise günstigen Zinssätzen. Während der ersten 40 Betriebsjahre wird der Staat die neuen Reaktoren zudem durch einen Stromabnahmevertrag mit festgelegtem Mindest- und Höchstpreis fördern – einen sogenannten Differenzvertrag (Contract for Difference, CfD).
Die dritte Form der Unterstützung besteht aus staatlichen Garantien für den Fall, dass sich die EU-Politik künftig zulasten der Kernenergie ändern sollte.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/schvali-evro ... -havlicek/
/gr/
Geologische Untersuchungen am Standort der künftigen Dukovany-Blöcke abgeschlossen
Autor: Tomáš Novák Zeitung Hrot
12.6.2026 CTK
Die geologischen Untersuchungen am Standort der künftigen Reaktorblöcke in Dukovany sind abgeschlossen. Daten aus mehr als 300 Bohrungen und Hunderten von Laboruntersuchungen werden dem südkoreanischen Unternehmen KHNP bei der Planung des Kraftwerks und der Vorbereitung der Genehmigungsverfahren dienen.
Das Unternehmen ČEZ Energetické produkty hat dem südkoreanischen Konzern KHNP den Abschlussbericht zu den geologischen Untersuchungen übergeben. Seit August des vergangenen Jahres wurden diese im Gebiet durchgeführt, auf dem zwei neue Reaktorblöcke in Dukovany entstehen sollen.
Insgesamt wurden 306 Bohrungen durchgeführt. Fachleute untersuchten anschließend in Laboren fast 500 entnommene Boden- und Gesteinsproben. Die Daten aus dem Bericht werden zur Erstellung eines dreidimensionalen Modells des Standorts verwendet, das den Planern als Grundlage dienen soll. Die Ergebnisse werden zudem Teil der Unterlagen für die Genehmigungsverfahren sein. Dies teilte die Sprecherin der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), Alice Horáková, heute der Nachrichtenagentur ČTK mit.
Laut der Sprecherin belief sich der Auftragswert der geotechnischen Untersuchungen auf mehrere hundert Millionen Kronen. Das Ziel war es, das Gebiet detailliert zu kartieren, damit die Planer von KHNP die Anordnung des Kraftwerksgeländes sowie der einzelnen Gebäude und technischen Anlagen des künftigen Kernkraftwerks präzise entwerfen können.
Aus geologischer Sicht war der Standort bereits beim Bau der vier bestehenden Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany untersucht worden, die zwischen 1985 und 1987 in Betrieb gingen. Weitere geologische Untersuchungen wurden in den Jahren 2018 und 2021 durchgeführt.
Die aktuellen Untersuchungen bestätigten und präzisierten die Daten aus den früheren Projekten. So ergab beispielsweise die Laboranalyse, dass sich seismische Wellen im Gestein langsamer ausbreiten als ursprünglich angenommen. Der Standort sei damit noch sicherer als erwartet, erklärte EDU II.
„Einer der ersten Aufträge, die direkt mit dem künftigen Bau zusammenhängen, konnte erfolgreich gemäß Zeitplan und in der geforderten Qualität abgeschlossen werden. Die Planer von KHNP verfügen nun über sämtliche gemessenen und ausgewerteten Standortparameter, die sie für den Beginn ihrer Berechnungen benötigen“, erklärte der Generaldirektor von EDU II, Petr Závodský.
Der Abschlussbericht enthält eine geologische, geophysikalische, geodätische und geotechnische Auswertung sämtlicher Daten, Unterlagen, Messungen und Analysen, die im Rahmen der Untersuchungen und Labortests gewonnen wurden. Einschließlich der Anhänge umfasst der Bericht rund 6.000 Seiten.
Er enthält unter anderem detaillierte Beschreibungen der Bohrungen, Zeichnungen, Tabellen, Protokolle, Laboranalysen der Proben sowie Dokumentationen der Arbeitsabläufe und Auswertungen der erhobenen Daten.
„Vom Umfang her handelte es sich um einen der größten Aufträge, an denen wir je beteiligt waren. Besonders war das Projekt auch aufgrund der geografischen Entfernung des Auftraggebers und der Tatsache, dass die gesamte Kommunikation auf Englisch erfolgte“, erklärte Pavel Donát von ČEZ Energetické produkty.
Die gewonnenen Daten wird das Unternehmen zur Erstellung eines 3D-Modells des Standorts nutzen, das die Konstruktionsentwürfe mit den tatsächlichen geologischen Gegebenheiten verknüpfen soll. „Dieses Modell werden wir bis Ende dieses Jahres fertigstellen“, sagte Donát.
Die Untersuchungen erstreckten sich über ein Gebiet von rund 200 Hektar. Neben den Bohrungen mit einer Gesamtlänge von etwa 13 Kilometern wurden 352 Penetrationssondierungen mit einer Gesamtlänge von mehr als einem halben Kilometer durchgeführt.
Die entnommenen Proben wurden in Laboren in Prag, Brünn, Sokolov und Italien untersucht. Insgesamt wurden rund 830 Tests durchgeführt.
Die Ergebnisse der Untersuchungen dienen der Bewertung der geologischen Verhältnisse am Standort, einschließlich der Stabilität, Tragfähigkeit und maximalen Belastbarkeit des Untergrunds.
Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/cez-dokonc ... arny-HPwcx
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln vom 16.6.2026 aus dem Energiebereich:
Inhalt:
Was werden die neuen Blöcke in Dukovany tatsächlich kosten? Neue Zahlen aus Brüssel skizzieren auch das schlimmste Szenario.
Anteil tschechischer Unternehmen an Dukovany liegt bei 20 Prozent, sagt Havlíček.
Temelín, Dětmarovice, Tušimice: Tschechien plant drei kleine Atomreaktoren.
Möglicherweise werden in Tschechien zwei Endlager für Atommüll benötigt, befürchten Gemeinden. Der Bau gerät unterdessen in Verzug.
Im Kernkraftwerk Akkuyu wurde das Einbringen von Brennelementattrappen in den Reaktor abgeschlossen
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Was werden die neuen Blöcke in Dukovany tatsächlich kosten? Neue Zahlen aus Brüssel skizzieren auch das schlimmste Szenario
16.06.2026, Tageszeitung Hospodářské noviny
Autor: Jan Brož
Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany wurde in der öffentlichen Debatte bislang vor allem die Summe von 407 Milliarden Kronen genannt. Dabei handelt es sich um die sogenannten „Overnight Costs“, also um die Kosten, die entstünden, wenn das Kraftwerk buchstäblich über Nacht gebaut würde. Finanzierungskosten sind darin nicht enthalten. Zudem basiert die Berechnung auf Preisniveau des Jahres 2024; auch die Inflation wird sich auf die Endsumme auswirken. Die tatsächlichen Gesamtkosten der neuen Blöcke werden daher deutlich höher ausfallen.
Eine andere offizielle Zahl lag bislang nicht vor, sodass man sich lediglich auf Schätzungen stützen konnte. Ein genaueres Bild der realen Kosten vermitteln nun jedoch neu veröffentlichte Dokumente der Europäischen Kommission.
Brüssel veröffentlichte diese Unterlagen im Zusammenhang mit dem laufenden Notifizierungsverfahren, also dem Genehmigungsprozess für das Finanzierungsmodell des Projekts. Darauf wies zuerst das Fachportal oEnergetice.cz hin.
Der tschechische Staat wird der Investorengesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II) ein zinsgünstiges Darlehen gewähren. Da das Kraftwerk jedoch auf dem gemeinsamen europäischen Markt tätig sein wird, muss die Europäische Kommission prüfen, ob diese sogenannte rückzahlbare Finanzhilfe für Dukovany nicht eine unzulässige staatliche Beihilfe darstellt.
Ähnlich bewertete die Kommission in der Vergangenheit bereits die Finanzierung des ungarischen Kernkraftwerks Paks II sowie des britischen Projekts Hinkley Point C, als das Vereinigte Königreich noch Mitglied der Europäischen Union war.
Obwohl das Dokument erst jetzt veröffentlicht wurde, trägt es das Datum vom Dezember des vergangenen Jahres, als das Notifizierungsverfahren begann, und basiert auf den von Tschechien an Brüssel übermittelten Unterlagen.
Die Overnight Costs des Kraftwerks werden darin mit 20 bis 25 Milliarden Euro angegeben, also mit 483 bis 604 Milliarden Kronen. In dieser Summe sind jedoch auch die Kosten für den Brennstoff sowie investorenseitige Ausgaben wie die Vorbereitung des Baugeländes, Genehmigungen und Lizenzierungen enthalten.
Die Zahlung an das südkoreanische Unternehmen KHNP für den eigentlichen Bau wird auf maximal 483 Milliarden Kronen geschätzt. Dies entspricht in etwa dem Betrag des Vertrags, den der Staat mit dem Unternehmen geschlossen hat.
Unklar bleibt jedoch, wie verbindlich dieser Vertragspreis tatsächlich ist. Sowohl im Vertrag als auch im Dokument der Kommission wurden entsprechende Informationen geschwärzt.
Eine bessere Orientierung bietet daher die Schätzung, wie viel Geld der Staat erwartet, dass EDU II letztlich für den Bau aufnehmen wird. Diese Summe soll zwischen 23 und 30 Milliarden Euro liegen, also zwischen 556 und 725 Milliarden Kronen zum aktuellen Wechselkurs.
„Wenn die Inflation beispielsweise 2,5 Prozent beträgt und die Bauzeit 13 Jahre dauert, dann ergibt sich ein Preis von etwa 23 Milliarden Euro. Bis zu 30 Milliarden bleibt also noch ein gewisser Puffer“, erläutert Jan Krčál vom Thinktank Fakta o klimatu / Klimafakten. Krčál ist Mitautor einer Analyse, die sich bereits in der Vergangenheit mit den tatsächlichen Kosten der neuen Blöcke beschäftigt hat.
Schwarzes Szenario: 900 Milliarden Kronen...
Der Bericht der Europäischen Kommission erwähnt jedoch auch das „schlimmstmögliche Szenario“ mit erheblichen Bauverzögerungen und Kostenüberschreitungen.
In diesem Fall würden die Overnight Costs um maximal 53 Prozent steigen, und die Gesamtkosten lägen zwischen 30 und 37,5 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um nominale Werte, die die Inflation bereits berücksichtigen.
Die beiden neuen Blöcke könnten in diesem Fall bis zu 906 Milliarden Kronen kosten.
Die entscheidende Frage ist natürlich, wie wahrscheinlich ein solches Worst-Case-Szenario ist.
Jahrelange Verzögerungen beim Bau neuer Reaktoren sind keine Seltenheit. Die ungarische Regierung unterzeichnete den Vertrag mit dem russischen Unternehmen Rosatom für den Bau des Kernkraftwerks Paks bereits im Jahr 2014. Nach den ursprünglichen Plänen hätte die Anlage etwa zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt werden sollen. Tatsächlich wurde in diesem Jahr jedoch erst der erste Beton gegossen, der offiziell als Baubeginn gilt. Auch die Inbetriebnahme des britischen Kernkraftwerks Hinkley Point C wird derzeit erst für das Jahr 2030 erwartet – 13 Jahre nach Beginn der Bauarbeiten.
Tschechien und EDU II gehen hingegen davon aus, dass die beiden neuen Blöcke in Dukovany innerhalb von sieben Jahren errichtet werden können.
„Ich denke, wir haben alles getan, um einen hochwertigen Vertrag mit KHNP abzuschließen, der Vertragsstrafen, Garantien und weitere Sicherungsmechanismen enthält, damit wir nicht in die Situation geraten wie Projekte in Frankreich, Großbritannien oder Finnland, die erhebliche Verzögerungen aufweisen“, erklärt der ehemalige Industrieminister Lukáš Vlček (STAN), unter dessen Amtszeit das Notifizierungsverfahren eingeleitet wurde.
Auch die Kernkraftwerksprojekte in Finnland und Frankreich wurden mit erheblichen Verzögerungen fertiggestellt.
Krčál hält einen Kostenanstieg auf 37,5 Milliarden Euro ebenfalls für ein extremes Szenario, das nur bei erheblichen Bauverzögerungen und einer über viele Jahre deutlich über dem Inflationsziel der Tschechischen Nationalbank liegenden Inflation eintreten würde.
„Ich finde es etwas paradox, wie die Regierung gegenüber der heimischen Öffentlichkeit kommuniziert, dass das Budget nicht überschritten wird, alles rechtzeitig fertiggestellt wird und im Falle von Problemen die koreanische Seite die Kosten trägt. Gegenüber der Kommission räumt sie jedoch ein, dass diese Annahmen scheitern könnten. Andererseits müssen in einem Notifizierungsverfahren vorsorglich auch die pessimistischsten Szenarien dargestellt werden. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Staat sie für realistisch hält“, meint Krčál.
Garantierter Abnahmepreis für Strom...
Neben dem zinsgünstigen Darlehen – das stets einen Prozentpunkt über dem Zinssatz liegt, zu dem sich der Staat selbst verschuldet, und innerhalb von 30 Jahren nach Fertigstellung des Kraftwerks zurückgezahlt werden soll – umfasst die staatliche Unterstützung für die Kernenergie zwei weitere Elemente. Der Staat soll für einen Zeitraum von 40 Jahren die Abnahme des erzeugten Stroms zu einem festgelegten Preis garantieren, damit sich die Investition amortisiert.
Das Modell basiert auf einem sogenannten zweiseitigen „Contract for Difference“ (CfD). Liegt der Marktpreis für Strom unter dem festgelegten Ausübungspreis („Strike Price“), gleicht der Staat die Differenz aus. Liegt er darüber, erhält der Staat die Differenz.
Der Strike Price soll jährlich neu festgelegt werden. Laut dem Dokument der Europäischen Kommission wird er zwischen 85 und 105 Euro pro Megawattstunde zu Preisen des Jahres 2024 liegen.
Derzeit wird Strom mit Lieferung im kommenden Jahr zu einem Preis von etwa 102 Euro pro Megawattstunde gehandelt, für spätere Jahre sinken die Preise jedoch. Mindestens 70 Prozent des Stroms aus den neuen Blöcken sollen über die regulären Märkte verkauft werden; ein Teil könnte jedoch auch über spezielle Auktionen vermarktet werden.
Entscheidend ist, dass das System die Betreiber des Kraftwerks nicht dazu motivieren soll, den Markt zu verzerren, indem sie in Zeiten extrem niedriger oder negativer Strompreise aufgrund von Überproduktion noch mehr Strom erzeugen. Das CfD-Modell basiert daher auf der verfügbaren Leistung und nicht auf der tatsächlich produzierten Strommenge.
Darüber hinaus verspricht der Staat dem Investor Schutz vor unvorhersehbaren Ereignissen wie Kriegen oder Naturkatastrophen, aber auch vor politischen Veränderungen, die der Kernenergie künftig weniger wohlgesonnen sein könnten.
Jan Brož – jan.broz@hn.cz
/gr/
Anteil tschechischer Unternehmen an Dukovany liegt bei 20 Prozent, sagt Havlíček
ČTK | 11. Juni 2026, ceskenoviny.cz
Beim Bau der beiden neuen Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany, dessen Bauauftrag an das südkoreanische Unternehmen KHNP vergeben wurde, liegt der Anteil tschechischer Zulieferer derzeit bei rund 20 Prozent. Dies erklärte der tschechische Industrieminister Karel Havlíček (ANO) heute gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.
Gemeinsam mit Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) besuchte er das Unternehmen Škoda JS in Pilsen, einen führenden europäischen Hersteller und Lieferanten von Anlagen für die Kernenergie.
Das Ministerium für Industrie und Handel (MPO) will gemeinsam mit Branchenverbänden den größtmöglichen Anteil an Unteraufträgen für tschechische Unternehmen aushandeln. Der erste neue Reaktorblock in Dukovany soll im Jahr 2036 fertiggestellt werden, der zweite ein Jahr später. Das Auftragsvolumen beträgt mehr als 400 Milliarden Kronen.
Nach Angaben von Havlíčeks Vorgänger Lukáš Vlček (STAN) hätten die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Verträge einen Anteil tschechischer Lieferanten von etwa 30 Prozent garantiert. Die derzeitige Regierung hat diese Zahl jedoch wiederholt infrage gestellt.
Havlíček erklärte beispielsweise im Februar, dass sich die tschechische Industrie insgesamt mit 60 Prozent am Projekt beteiligen sollte. Heute betonte er jedoch, dass es nicht entscheidend sei, ob der Anteil tschechischer Zulieferungen letztlich 50 oder 60 Prozent betrage.
„Für uns ist wichtig, um welches Produkt es sich handelt. Wenn es sich lediglich um einen weiterverkauften Auftrag mit geringer Marge handelt, interessiert uns das weniger. Wenn es sich jedoch um ein Produkt handelt, das in Tschechien hergestellt – idealerweise auch entwickelt – wird, einen Mehrwert schafft und Arbeitsplätze sichert, dann ist das genau das, was wir brauchen“, sagte er.
„Derzeit haben wir etwa 20 Prozent der tschechischen Lieferungen unter Kontrolle. Dazu gehört Doosan Škoda Power – das Pilsener Unternehmen, das zur südkoreanischen Doosan-Gruppe gehört und die Turbine sowie den Maschinenraum liefern wird. Weitere Verträge befinden sich in Vorbereitung“, erklärte Havlíček.
Nach seinen Worten sind neben den Industrie- und Energieverbänden sowie der Wirtschaftskammer auch der Verband der Bauunternehmer der Tschechischen Republik und die Nuklearallianz – eine Plattform von Dutzenden tschechischer Unternehmen – wichtige Partner des Industrieministeriums und der Regierung im Dukovany-Projekt.
„Sie erhalten von uns laufend Informationen, aber wir bewerten ihre Aktivitäten nicht“, sagte der Minister.
Er fügte hinzu, dass kein Zusammenschluss tschechischer Unternehmen einen Liefervertrag mit KHNP unterzeichnen könne.
„Wir überwachen heute jeden einzelnen Auftrag. Dafür verfügen wir über ein transparentes System. Alles muss elektronisch abgewickelt werden, und wir müssen garantieren, dass sämtliche Informationen gleichzeitig allen potenziellen Interessenten zugänglich gemacht werden“, sagte Havlíček.
Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden von Škoda JS, Karel Bednář, treffen sich potenzielle tschechische Zulieferer für Dukovany regelmäßig und versuchen, eine gemeinsame Position zur Unterstützung tschechischer Lieferungen aufzubauen.
„Natürlich muss am Ende jedes Unternehmen seinen Vertrag selbst aushandeln. Kein Bündnis wird die Verträge unterzeichnen – vielmehr wird jeder konkrete Lieferant einen Vertrag über ein konkretes Produkt abschließen“, erklärte Bednář.
/gr/
Temelín, Dětmarovice, Tušimice: Tschechien plant drei kleine Atomreaktoren
ČTK 11. Juni 2026, oenergetice.cz
In Tschechien werden derzeit der Bau von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR) vorbereitet. Vorgesehen sind die Standorte Temelín, Dětmarovice und Tušimice. Das Ziel Tschechiens sei es, ein Teil der Lieferkette zu werden. Es handele sich daher nicht nur um ein tschechisches, sondern um ein gesamteuropäisches Projekt, erklärte Industrieminister Karel Havlíček (ANO) heute gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.
Gemeinsam mit Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) besuchte er das Unternehmen Škoda JS in Pilsen, einen führenden europäischen Hersteller und Lieferanten von Ausrüstungen für die Kernenergie.
Das zur ČEZ-Gruppe gehörende Unternehmen Škoda JS wurde im Mai vom britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR als einer von zwei Lieferanten für Schlüsselkomponenten kleiner modularer Reaktoren ausgewählt – darunter Reaktordruckbehälter, interne Einbauten und weitere Komponenten des Primärkreislaufs.
Rolls-Royce SMR, an dem ČEZ seit dem vergangenen Jahr mit 20 Prozent beteiligt ist, wird die ersten drei kleinen Reaktoren in Wales errichten. In Tschechien plant ČEZ gemeinsam mit Rolls-Royce SMR, bis zum Jahr 2050 modulare Reaktoren mit einer Gesamtleistung von drei Gigawatt zu bauen.
„Derzeit gibt es bei uns drei Standorte – Temelín, Dětmarovice und Tušimice – und es werden gegebenenfalls noch weitere mögliche Standorte geprüft. Aber auch das ist bereits eine beachtliche Zahl. Ganz zu schweigen davon, dass es unser Ziel ist, Teil der Lieferkette zu werden. Das bedeutet, dass es sich für uns nicht nur um ein tschechisches, sondern mindestens um ein gesamteuropäisches Projekt handelt“, erklärte der Minister.
Für Tschechien sei es wichtig, dass beispielsweise Produkte von Škoda JS die Chance hätten, bei jeder Lieferung kleiner modularer Reaktoren weltweit einen Anteil von etwa zehn Prozent auszumachen.
Havlíček erklärte, alles deute darauf hin, dass Rolls-Royce SMR Mitte der 2030er Jahre den ersten Reaktor im Vereinigten Königreich in Betrieb nehmen werde.
„Spätestens ein Jahr später wird auch in Tschechien ein Reaktor folgen. Wir gehen davon aus, dass der Bau Anfang der 2030er Jahre beginnen könnte“, fügte er hinzu.
Nach seinen Angaben wird die Errichtung eines kleinen modularen Reaktors etwas schneller verlaufen als die eines großen Reaktors. Der gesamte Zyklus – Vorbereitung, Genehmigungsverfahren und Bau – dauere bei einem großen Reaktor 15 bis 16 Jahre.
„Bei einem kleinen Reaktor sprechen wir von etwa zehn Jahren. Wenn wir bereits heute beginnen und im nächsten Jahr die abschließende Vorbereitungsphase endgültig abschließen, dann ist das Zieljahr 2036 tatsächlich realistisch“, sagte er.
Für den Standort Temelín habe ČEZ nach Angaben des Ministers bereits mit der Ausarbeitung des SMR-Designs begonnen.
„Als Nächstes dürfte wahrscheinlich der Standort Dětmarovice folgen, möglicherweise in einem sehr ähnlichen Zeitrahmen. Dabei handelt es sich bereits um Ausgaben, die ČEZ selbst trägt. Das Unternehmen arbeitet also bereits daran und investiert schon jetzt erhebliche Mittel“, erklärte der Minister.
Die Leistung eines einzelnen SMR-Blocks soll zwischen 400 und 500 Megawatt liegen.
„Vereinfacht gesagt können wir feststellen, dass die Leistung eines SMR in etwa der Leistung eines derzeitigen Blocks des Kernkraftwerks Dukovany entspricht“, ergänzte Havlíček.
Der Generaldirektor von Škoda JS, Karel Bednář, erklärte gegenüber ČTK, dass das Unternehmen daran arbeite, seine Position in der Lieferkette von Rolls-Royce SMR auszubauen.
„Wir haben bereits Verträge für die Vorbereitung der Produktion von Hauptkomponenten mit langen Vorlaufzeiten unterzeichnet, etwa für Reaktordruckbehälter und interne Einbauten. Heute haben wir dem Ministerpräsidenten und dem Minister gezeigt, wie die Vorbereitungen voranschreiten und wie weit wir bereits sind. Zudem konnten wir zeigen, dass Škoda weiterhin über die Kapazitäten und das Personal verfügt, um diese Komponenten herzustellen“, sagte er.
Die Zusammenarbeit mit Rolls-Royce begann laut Bednář vor fast drei Jahren.
„Wir haben bereits einen großen Teil der Arbeit erledigt. Und inzwischen haben wir tatsächlich Verträge für diese Vorbereitungsphase abgeschlossen“, erklärte er.
Die Verträge über die Lieferung konkreter Komponenten werden an den Beginn der Bauarbeiten geknüpft sein.
„Derzeit sind sowohl für das Projekt in Wales als auch für das Projekt in Temelín lediglich Vorbereitungsarbeiten, die Standortvorbereitung und die Erstellung der Unterlagen für die Baugenehmigung vertraglich geregelt. Die Lieferkette für den eigentlichen Bau wurde bislang noch nicht vertraglich festgelegt“, erklärte der Generaldirektor von Škoda JS.
Bednář bestätigte, dass Škoda JS gemeinsam mit Rolls-Royce die Lieferungen für alle drei SMR-Projekte in Tschechien sicherstellen werde.
„Die Partnerschaft ist tatsächlich auf die globale Lieferkette ausgerichtet. Rolls-Royce spricht derzeit von mindestens 60 Reaktorblöcken als Perspektive für das gesamte Projekt“, fügte er hinzu.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... erne-bloky
/gr/
Möglicherweise werden in Tschechien zwei Endlager für Atommüll benötigt, befürchten Gemeinden. Der Bau gerät unterdessen in Verzug
Autorin: Irena Buřívalová
4. Juni 2026 Ekonews.cz
Tschechien setzt auf Kernenergie. Was mit dem radioaktiven Abfall geschehen soll, ist jedoch weiterhin ungeklärt. Aufgrund der verlängerten Laufzeit des Kernkraftwerks Dukovany wird voraussichtlich deutlich mehr Atommüll anfallen als ursprünglich geplant. Immer häufiger wird daher die Frage gestellt, ob einer der vier derzeitigen Endlagerstandorte überhaupt ausreichen wird.
Die Frage, wo abgebrannte Brennelemente gelagert werden sollen, beschäftigt Tschechien bereits seit mehreren Jahren. Die Zahl der potenziellen Standorte wurde schrittweise reduziert, bis nur noch vier unfreiwillige Finalisten übrig blieben: Březový potok in der Region Pilsen, Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Janoch in Südböhmen.
Ursprünglich wollte der Staat den endgültigen Standort und einen Ersatzstandort im Jahr 2025 auswählen. Inzwischen erscheint jedoch eher das Jahr 2030 realistisch.
In dieser Woche begannen die ersten geologischen Untersuchungen in Janoch bei Temelín. Die Bohrungen in Tiefen von 30 und 100 Metern konzentrieren sich auf hydrogeologische Untersuchungen.
Nach den Vorgaben der EU-Taxonomie für die nachhaltige Finanzierung der Kernenergie soll das Endlager bis 2050 betriebsbereit sein. Dies berücksichtigt auch die „Konzeption für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen in der Tschechischen Republik“, die derzeit einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) unterzogen wird.
Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) betrachtet die Fristen 2030 und 2050 als verbindlich.
„Derzeit laufen an allen Standorten bereits hydrogeologische Überwachungen, detaillierte geologische Kartierungen, geophysikalische Arbeiten werden vorbereitet, und die umfassende Auswertung vorhandener geologischer Daten wird fortgesetzt“, erklärte die Sprecherin von SÚRAO, Martina Bílá.
Die teilstaatliche Energiegruppe ČEZ kündigte im April dieses Jahres an, die Laufzeit des Kernkraftwerks Dukovany auf 80 Jahre zu verlängern. Gleichzeitig plant das Unternehmen, künftig kleine modulare Reaktoren zu errichten, sobald die Technologie verfügbar ist. Dadurch wird voraussichtlich deutlich mehr radioaktiver Abfall anfallen als bislang angenommen.
Das Projekt eines dauerhaften Endlagers für radioaktive Abfälle soll aus dem sogenannten Nuklearfonds finanziert werden, in den die Erzeuger radioaktiver Abfälle in Tschechien einzahlen.
„Es gibt zwei wesentliche Veränderungen. Die Konzeption enthält einen neuen Zeitplan, der die Frist zwischen der Standortauswahl und dem Baubeginn halbiert“, sagt der Energieexperte Edvard Sequens von der Umweltorganisation Calla – Vereinigung zum Schutz der Natur.
„Der zweite Punkt betrifft die Kapazität. Da Dukovany nun 80 Jahre lang betrieben werden soll, steigt die erwartete Abfallmenge und damit auch der Flächenbedarf des Endlagers. Die Frage ist, ob an allen Standorten ausreichende Reserven vorhanden sind. Wahrscheinlich werden wir auf zwei Endlager zusteuern“, befürchtet Sequens.
Dass sich SÚRAO mit dieser Möglichkeit bereits beschäftigt hat, geht aus einem zwei Jahre alten Dokument zum Status des Tiefenlagers hervor. Darin heißt es, dass eine nachträgliche Anpassung des Endlagers an größere Abfallmengen äußerst schwierig wäre.
„Falls es zwischen 2025 und 2050 zu einer erheblichen Erhöhung der vorgesehenen Mengen an abgebrannten Brennelementen und radioaktiven Abfällen kommt, wird es notwendig sein, die Vorbereitungen für ein weiteres Tiefenlager zu beginnen und einen neuen Standort für ein zweites Tiefenlager festzulegen“, heißt es in dem Dokument von SÚRAO, das Ekonews vorliegt.
Die Autoren begründen damit, warum der Staat den Ersatzstandort möglichst lange in Reserve halten sollte.
„Ihre Information über zwei Endlager können wir in keiner Weise bestätigen; uns ist nichts Derartiges bekannt“, erklärte Martina Bílá von SÚRAO auf direkte Nachfrage von Ekonews.
Nach Angaben von David Hluštík aus der Pressestelle des Ministeriums für Industrie und Handel sieht der aktuelle Plan weiterhin nur ein einziges Tiefenlager vor, dessen Kapazität schrittweise an den künftigen Bedarf angepasst werden soll.
„Der zweite Standort wird lediglich als Reserveoption bis zur endgültigen Entscheidung geführt“, so Hluštík.
Die bisherigen Entwicklungen bereiten den Gemeinden Sorgen, die sich in der Plattform gegen das Endlager zusammengeschlossen haben, der auch die Organisation Calla angehört. Die Plattform vertritt derzeit die Interessen von 58 Mitgliedern, darunter etwa 40 Städte und Gemeinden sowie 18 Bürgerinitiativen.
Ihr Ziel ist es, einen grundlegenden Wandel in der staatlichen Strategie im Umgang mit radioaktiven Abfällen zu erreichen, der sich nicht ausschließlich auf ein Tiefenlager beschränkt.
„Denkbar sind eine langfristige Zwischenlagerung bis zur Entwicklung einer akzeptablen Lösung (Konzept der weitergegebenen Verantwortung), die Errichtung eines gemeinsamen internationalen Endlagers im Ausland oder die Nutzung wiederaufbereiteter Brennelemente in schnellen Reaktoren, wobei nur die verbleibenden Reststoffe eingelagert würden“, heißt es auf der Website der Plattform.
„Das Problem ist, dass wir uns seit den 1990er Jahren auf einen einzigen Ansatz festgelegt haben. Sobald der Abfall einmal eingelagert ist, wird ihn niemand mehr herausholen“, ist Sequens überzeugt.
Die Plattform fordert zudem, dass die Entscheidung über einen möglichen Endlagerstandort von der vorherigen Zustimmung der betroffenen Gemeinden abhängig gemacht wird.
Die Gemeinden kritisieren seit Jahren die unzureichende Kommunikation sowohl seitens des Industrieministeriums als auch von SÚRAO. Zudem befürchten sie, dass aufgrund der neuen Zeitpläne wichtige Verfahrensschritte überhastet oder unzureichend durchgeführt werden könnten.
Ein Beispiel dafür sind die geologischen Erkundungsbohrungen, die bereits hätten stattfinden sollen. SÚRAO musste Anfang des Jahres die Ausschreibung für die Bohrarbeiten aufheben, weil das einzige eingegangene Angebot zu teuer war. Daraufhin entschied sich die Behörde, die Aufträge in kleinere Lose aufzuteilen.
Geplant sind insgesamt sieben Bohrungen pro Standort: eine bis in 1.200 Meter Tiefe, zwei bis 600 Meter und vier bis etwa 300 Meter. Derzeit beginnt SÚRAO mit der Auswahl von Auftragnehmern für die Bohrungen bis 600 Meter Tiefe.
„Alles verschiebt sich zeitlich weiter nach hinten. Auch wenn die Aufträge nun aufgeteilt wurden, wird es nicht günstiger. Die Kosten summieren sich, und vor allem wird sich der Zeitrahmen weiter verlängern, wenn für jede einzelne Bohrung ein eigenes Vergabeverfahren durchgeführt werden muss“, meint Sequens.
Er bezweifelt zudem, dass die Entscheidung über den endgültigen Standort auf Grundlage einer umfassenden Auswertung aller Daten getroffen wird.
„Wir befürchten, dass Entscheidungen auf Basis unvollständiger Daten getroffen werden“, sagt er.
Martina Bílá räumt ein, dass sich die Vorbereitung der tiefen geologischen Bohrungen gegenüber den ursprünglichen Planungen verzögert hat.
„Dies ist vor allem auf Genehmigungsverfahren und anschließend auf die sehr hohen Angebotspreise im Rahmen der öffentlichen Ausschreibungen zurückzuführen. Das bedeutet jedoch nicht, dass das gesamte Programm gestoppt wurde oder die Arbeiten derzeit stillstehen“, erklärt Bílá.
SÚRAO halte weiterhin an allen geplanten Bohrungen fest, werde diese jedoch schrittweise umsetzen.
Sie betont, dass die Standortauswahl nicht ausschließlich auf einem einzigen Untersuchungsverfahren oder allein auf Bohrungen basiert. Vielmehr handle es sich um eine Kombination aus langfristigen Sicherheitsbewertungen, geologischen, hydrogeologischen und geomechanischen Daten, Modellierungsergebnissen sowie einem Vergleich der Standorte anhand einer vordefinierten Methodik.
„Bohrungen sind ein sehr wichtiger Bestandteil des Programms, aber nicht die einzige Informationsquelle“, versichert Bílá.
Matěj Machek, Wissenschaftler am Geophysikalischen Institut der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und Mitglied des unabhängigen Expertenbeirats von SÚRAO, betont, dass die Arbeit der Endlagerverwaltung (SURAO) so transparent wie möglich gestaltet werden müsse – auch im Hinblick auf die geologischen Untersuchungen.
„In der Geologie gibt es viele Unsicherheiten, das lässt sich nicht vermeiden. Dies sollte transparent kommuniziert werden – Unsicherheiten wird es immer geben. Dennoch muss man sich den Untergrund genau ansehen. Das Gestein muss so ausgewählt werden, dass es selbst im schlimmsten Fall einem Versagen des Endlagerbehälters standhält“, warnt Machek.
Das Endlager betrachtet er jedoch als eine Art Kapitulation. Wie andere Kritiker bemängelt er, dass alternative Lösungen nicht ernsthaft geprüft werden.
„Ich hätte erwartet, dass die Konzeption auch eine Analyse und Bewertung anderer Ansätze enthält. So handelt es sich letztlich um eine politische Entscheidung. Seitens SÚRAO nehme ich kein großes Selbstbewusstsein gegenüber der politischen Führung wahr“, sagt er.
Die Gemeinden haben sich wegen der genehmigten geologischen Bohrungen bereits an die Gerichte gewandt. Nachdem ihre Klagen gegen das Umweltministerium, das die Arbeiten genehmigt hatte, abgewiesen wurden, legen sie nun Beschwerde beim Obersten Verwaltungsgericht ein.
„Der Staat entscheidet seit vielen Jahren über die Zukunft unserer Gemeinden, ohne uns einzubeziehen. Frühere Regierungen hatten die Möglichkeit, diese Ungerechtigkeit zu korrigieren. Doch anstatt die Rechte der Gemeinden zu stärken, haben sie nicht einmal grundlegende gesetzliche Garantien geschaffen, geschweige denn einen echten Dialog ermöglicht. Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SURAO) beginnt mit geologischen Arbeiten, obwohl die Gemeinden keine reale Möglichkeit haben, Wasserressourcen, Landschaft und Eigentumsrechte ihrer Bürger zu schützen“, erklärte die Plattform in einer Pressemitteilung im April dieses Jahres.
Ursprünglich hatten die Gemeinden ihre Hoffnungen auf ein Endlagergesetz gesetzt, das ihnen bestimmte Mitspracherechte einräumen sollte. Mit dem Ergebnis sind sie jedoch unzufrieden, da die endgültige Entscheidung weiterhin bei der Regierung liegt.
„Jahrelang wurde an diesem Gesetz gearbeitet. Trotz aller Vorschläge und Versprechen handelt es sich letztlich nur um kosmetische Änderungen“, sagt Sequens.„Ein Minister gleicht dem anderen – niemand will darüber sprechen. Sie schieben das Thema buchstäblich von sich weg“, fügt er hinzu.
Nach bisherigen Berechnungen von SÚRAO soll der Bau des Tiefenlagers einschließlich seines hundertjährigen Betriebs rund 130 Milliarden Kronen kosten. Wahrscheinlich wird es jedoch deutlich teurer.
Experten der Fakultät für Elektrotechnik der Technischen Universität Prag schätzten auf Grundlage von Daten aus dem Jahr 2017 die Kosten für ein Tiefenlager unter heutigen Bedingungen auf nahezu 100 Milliarden Kronen und auf 152 Milliarden Kronen, falls neue Kernkraftwerke gebaut werden.
Die höhere Summe berücksichtigt zwei zusätzliche Reaktorblöcke.
Die Plattform gegen das Atommüllendlager, die sich auf die aktualisierte Regierungskonzeption stützt und sowohl die neuen Reaktorblöcke als auch den beschleunigten Zeitplan berücksichtigt, schätzt die Kosten auf 270 Milliarden Kronen.
Zum 31. Dezember des vergangenen Jahres befanden sich 46,34 Milliarden Kronen auf dem Nuklearfonds. Aus diesem Fonds werden nicht nur die Vorbereitungen für das Endlager finanziert, sondern auch der Betrieb bestehender oberirdischer Lagerstätten sowie Ausgleichszahlungen an betroffene Gemeinden.
Nach dem Atomgesetz zahlte ČEZ als Betreiber der Kernkraftwerke ursprünglich 55 Kronen pro erzeugter Megawattstunde Kernenergie in den Fonds ein. Seit Januar dieses Jahres wurde dieser Beitrag auf 88 Kronen pro Megawattstunde erhöht.
„Sollte ein Mangel an Finanzmitteln drohen, kann der Staat die Beiträge der Abfallerzeuger zum Nuklearfonds anpassen. Für den Bau der grundlegenden Infrastruktur des Tiefenlagers wurden bereits heute erhebliche Mittel angespart, und das Guthaben des Fonds wächst weiter“, erklärt David Hluštík vom Industrieministerium.
Gemeinden, auf deren Gebiet ein geschütztes Areal für ein Endlager ausgewiesen wird, erhalten eine einmalige Zahlung von 60 Millionen Kronen. Die jährlichen Ausgleichszahlungen beginnen bei 850.000 Kronen und erhöhen sich entsprechend der Größe des jeweiligen Erkundungs- oder Schutzgebiets.
Dadurch erhalten auch Gemeinden finanzielle Mittel, in denen letztlich kein Endlager gebaut wird.
Für die Betriebsphase des Endlagers am ausgewählten Standort sind jährliche Zahlungen von rund sechs Millionen Kronen sowie zusätzliche Vergütungen je nach Menge des eingelagerten Brennstoffs vorgesehen.
Die Sorgen der Bürgermeister werden dadurch jedoch nicht gemindert. Sie befürchten einen starken Bevölkerungszuwachs, Probleme bei der Wasserversorgung, unzureichende Kapazitäten in Schulen sowie einen Anstieg der Kriminalität, wenn zahlreiche Arbeitskräfte in die Region ziehen.
„Es ist gut, dass die Gemeinden weiterhin versuchen, geschlossen aufzutreten. Das ist wichtig, weil SÚRAO versucht, lokale Arbeitsgruppen einzurichten und die gemeinsame Position der Gemeinden zu schwächen“, sagt Machek.
Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Journalismfund Europe.
Quelle: https://www.ekonews.cz/uloziste-jaderne ... -zpozdeni/
/gr/
Im Kernkraftwerk Akkuyu wurde das Einbringen von Brennelementattrappen in den Reaktor abgeschlossen
Autor: Jiří Puchnar
16. Juni 2026, oenergetice.cz
Im ersten Block des Kernkraftwerks Akkuyu in der türkischen Provinz Mersin wurden alle 163 Brennelementattrappen in den Reaktorkern eingesetzt. Dieser Schritt zählt zu den wichtigen Meilensteinen bei der Inbetriebnahme des Blocks und dient dazu, die Einsatzbereitschaft der Technik und des Personals vor den weiteren Vorinbetriebnahmetests zu überprüfen.
Nach Angaben von Rosatom verfügen die Brennelementattrappen über dieselbe Konstruktion, dasselbe Gewicht und dieselben Abmessungen wie echte Brennelemente, enthalten jedoch kein nukleares Material. Ihr Einbringen ermöglicht daher eine sichere Überprüfung der Brennstoffhandhabung, der Funktionsfähigkeit der Beladungsanlage sowie der Koordination des Personals unter Bedingungen, die dem späteren Betrieb nahekommen.
Der Generaldirektor von Akkuyu Nuclear, Sergej Butckich, bezeichnete den Abschluss dieser Arbeiten als eine „Generalprobe“ vor dem Einbringen des tatsächlichen Kernbrennstoffs. Anschließend sollen Arbeiten am oberen Teil des Reaktors sowie Kalt- und Heißtests der Reaktoranlage folgen.
Das erste Kernkraftwerk der Türkei...
Akkuyu ist das erste Kernkraftwerk, das in der Türkei errichtet wird. Das Projekt umfasst vier Druckwasserreaktoren des Typs VVER-1200 der Generation III+ des russischen Anbieters Rosatom. Nach seiner Fertigstellung soll das Kraftwerk über eine installierte elektrische Gesamtleistung von 4,8 Gigawatt verfügen und nach den Projektangaben rund zehn Prozent des türkischen Stromverbrauchs decken.
Das Projekt wird nach dem Build-Own-Operate-Modell umgesetzt. Rosatom errichtet das Kraftwerk also nicht nur, sondern wird es über die Projektgesellschaft Akkuyu Nuclear auch besitzen und betreiben. Grundlage des Projekts ist ein russisch-türkisches Regierungsabkommen aus dem Jahr 2010.
Inbetriebnahme des ersten Blocks acht Jahre nach Baubeginn….
Der Bau des ersten Blocks begann im Jahr 2018, die Arbeiten am vierten Block wurden im Juli 2022 aufgenommen. Damit befinden sich nun offiziell alle vier Blöcke im Bau.
Das Projekt hat sich jedoch gegenüber den ursprünglichen Planungen verzögert. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass der erste Block bis Ende 2026 mit der Stromerzeugung beginnt.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters stellte Russland Ende des Jahres 2025 neue Finanzmittel in Höhe von neun Milliarden US-Dollar für das Projekt Akkuyu bereit. Reuters berichtete zudem, dass das Kraftwerk auf Grundlage des Abkommens von 2010 errichtet wird, das den Gesamtwert des Projekts auf rund 20 Milliarden US-Dollar schätzte.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... o-reaktoru
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Was werden die neuen Blöcke in Dukovany tatsächlich kosten? Neue Zahlen aus Brüssel skizzieren auch das schlimmste Szenario.
Anteil tschechischer Unternehmen an Dukovany liegt bei 20 Prozent, sagt Havlíček.
Temelín, Dětmarovice, Tušimice: Tschechien plant drei kleine Atomreaktoren.
Möglicherweise werden in Tschechien zwei Endlager für Atommüll benötigt, befürchten Gemeinden. Der Bau gerät unterdessen in Verzug.
Im Kernkraftwerk Akkuyu wurde das Einbringen von Brennelementattrappen in den Reaktor abgeschlossen
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Was werden die neuen Blöcke in Dukovany tatsächlich kosten? Neue Zahlen aus Brüssel skizzieren auch das schlimmste Szenario
16.06.2026, Tageszeitung Hospodářské noviny
Autor: Jan Brož
Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany wurde in der öffentlichen Debatte bislang vor allem die Summe von 407 Milliarden Kronen genannt. Dabei handelt es sich um die sogenannten „Overnight Costs“, also um die Kosten, die entstünden, wenn das Kraftwerk buchstäblich über Nacht gebaut würde. Finanzierungskosten sind darin nicht enthalten. Zudem basiert die Berechnung auf Preisniveau des Jahres 2024; auch die Inflation wird sich auf die Endsumme auswirken. Die tatsächlichen Gesamtkosten der neuen Blöcke werden daher deutlich höher ausfallen.
Eine andere offizielle Zahl lag bislang nicht vor, sodass man sich lediglich auf Schätzungen stützen konnte. Ein genaueres Bild der realen Kosten vermitteln nun jedoch neu veröffentlichte Dokumente der Europäischen Kommission.
Brüssel veröffentlichte diese Unterlagen im Zusammenhang mit dem laufenden Notifizierungsverfahren, also dem Genehmigungsprozess für das Finanzierungsmodell des Projekts. Darauf wies zuerst das Fachportal oEnergetice.cz hin.
Der tschechische Staat wird der Investorengesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II) ein zinsgünstiges Darlehen gewähren. Da das Kraftwerk jedoch auf dem gemeinsamen europäischen Markt tätig sein wird, muss die Europäische Kommission prüfen, ob diese sogenannte rückzahlbare Finanzhilfe für Dukovany nicht eine unzulässige staatliche Beihilfe darstellt.
Ähnlich bewertete die Kommission in der Vergangenheit bereits die Finanzierung des ungarischen Kernkraftwerks Paks II sowie des britischen Projekts Hinkley Point C, als das Vereinigte Königreich noch Mitglied der Europäischen Union war.
Obwohl das Dokument erst jetzt veröffentlicht wurde, trägt es das Datum vom Dezember des vergangenen Jahres, als das Notifizierungsverfahren begann, und basiert auf den von Tschechien an Brüssel übermittelten Unterlagen.
Die Overnight Costs des Kraftwerks werden darin mit 20 bis 25 Milliarden Euro angegeben, also mit 483 bis 604 Milliarden Kronen. In dieser Summe sind jedoch auch die Kosten für den Brennstoff sowie investorenseitige Ausgaben wie die Vorbereitung des Baugeländes, Genehmigungen und Lizenzierungen enthalten.
Die Zahlung an das südkoreanische Unternehmen KHNP für den eigentlichen Bau wird auf maximal 483 Milliarden Kronen geschätzt. Dies entspricht in etwa dem Betrag des Vertrags, den der Staat mit dem Unternehmen geschlossen hat.
Unklar bleibt jedoch, wie verbindlich dieser Vertragspreis tatsächlich ist. Sowohl im Vertrag als auch im Dokument der Kommission wurden entsprechende Informationen geschwärzt.
Eine bessere Orientierung bietet daher die Schätzung, wie viel Geld der Staat erwartet, dass EDU II letztlich für den Bau aufnehmen wird. Diese Summe soll zwischen 23 und 30 Milliarden Euro liegen, also zwischen 556 und 725 Milliarden Kronen zum aktuellen Wechselkurs.
„Wenn die Inflation beispielsweise 2,5 Prozent beträgt und die Bauzeit 13 Jahre dauert, dann ergibt sich ein Preis von etwa 23 Milliarden Euro. Bis zu 30 Milliarden bleibt also noch ein gewisser Puffer“, erläutert Jan Krčál vom Thinktank Fakta o klimatu / Klimafakten. Krčál ist Mitautor einer Analyse, die sich bereits in der Vergangenheit mit den tatsächlichen Kosten der neuen Blöcke beschäftigt hat.
Schwarzes Szenario: 900 Milliarden Kronen...
Der Bericht der Europäischen Kommission erwähnt jedoch auch das „schlimmstmögliche Szenario“ mit erheblichen Bauverzögerungen und Kostenüberschreitungen.
In diesem Fall würden die Overnight Costs um maximal 53 Prozent steigen, und die Gesamtkosten lägen zwischen 30 und 37,5 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um nominale Werte, die die Inflation bereits berücksichtigen.
Die beiden neuen Blöcke könnten in diesem Fall bis zu 906 Milliarden Kronen kosten.
Die entscheidende Frage ist natürlich, wie wahrscheinlich ein solches Worst-Case-Szenario ist.
Jahrelange Verzögerungen beim Bau neuer Reaktoren sind keine Seltenheit. Die ungarische Regierung unterzeichnete den Vertrag mit dem russischen Unternehmen Rosatom für den Bau des Kernkraftwerks Paks bereits im Jahr 2014. Nach den ursprünglichen Plänen hätte die Anlage etwa zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt werden sollen. Tatsächlich wurde in diesem Jahr jedoch erst der erste Beton gegossen, der offiziell als Baubeginn gilt. Auch die Inbetriebnahme des britischen Kernkraftwerks Hinkley Point C wird derzeit erst für das Jahr 2030 erwartet – 13 Jahre nach Beginn der Bauarbeiten.
Tschechien und EDU II gehen hingegen davon aus, dass die beiden neuen Blöcke in Dukovany innerhalb von sieben Jahren errichtet werden können.
„Ich denke, wir haben alles getan, um einen hochwertigen Vertrag mit KHNP abzuschließen, der Vertragsstrafen, Garantien und weitere Sicherungsmechanismen enthält, damit wir nicht in die Situation geraten wie Projekte in Frankreich, Großbritannien oder Finnland, die erhebliche Verzögerungen aufweisen“, erklärt der ehemalige Industrieminister Lukáš Vlček (STAN), unter dessen Amtszeit das Notifizierungsverfahren eingeleitet wurde.
Auch die Kernkraftwerksprojekte in Finnland und Frankreich wurden mit erheblichen Verzögerungen fertiggestellt.
Krčál hält einen Kostenanstieg auf 37,5 Milliarden Euro ebenfalls für ein extremes Szenario, das nur bei erheblichen Bauverzögerungen und einer über viele Jahre deutlich über dem Inflationsziel der Tschechischen Nationalbank liegenden Inflation eintreten würde.
„Ich finde es etwas paradox, wie die Regierung gegenüber der heimischen Öffentlichkeit kommuniziert, dass das Budget nicht überschritten wird, alles rechtzeitig fertiggestellt wird und im Falle von Problemen die koreanische Seite die Kosten trägt. Gegenüber der Kommission räumt sie jedoch ein, dass diese Annahmen scheitern könnten. Andererseits müssen in einem Notifizierungsverfahren vorsorglich auch die pessimistischsten Szenarien dargestellt werden. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Staat sie für realistisch hält“, meint Krčál.
Garantierter Abnahmepreis für Strom...
Neben dem zinsgünstigen Darlehen – das stets einen Prozentpunkt über dem Zinssatz liegt, zu dem sich der Staat selbst verschuldet, und innerhalb von 30 Jahren nach Fertigstellung des Kraftwerks zurückgezahlt werden soll – umfasst die staatliche Unterstützung für die Kernenergie zwei weitere Elemente. Der Staat soll für einen Zeitraum von 40 Jahren die Abnahme des erzeugten Stroms zu einem festgelegten Preis garantieren, damit sich die Investition amortisiert.
Das Modell basiert auf einem sogenannten zweiseitigen „Contract for Difference“ (CfD). Liegt der Marktpreis für Strom unter dem festgelegten Ausübungspreis („Strike Price“), gleicht der Staat die Differenz aus. Liegt er darüber, erhält der Staat die Differenz.
Der Strike Price soll jährlich neu festgelegt werden. Laut dem Dokument der Europäischen Kommission wird er zwischen 85 und 105 Euro pro Megawattstunde zu Preisen des Jahres 2024 liegen.
Derzeit wird Strom mit Lieferung im kommenden Jahr zu einem Preis von etwa 102 Euro pro Megawattstunde gehandelt, für spätere Jahre sinken die Preise jedoch. Mindestens 70 Prozent des Stroms aus den neuen Blöcken sollen über die regulären Märkte verkauft werden; ein Teil könnte jedoch auch über spezielle Auktionen vermarktet werden.
Entscheidend ist, dass das System die Betreiber des Kraftwerks nicht dazu motivieren soll, den Markt zu verzerren, indem sie in Zeiten extrem niedriger oder negativer Strompreise aufgrund von Überproduktion noch mehr Strom erzeugen. Das CfD-Modell basiert daher auf der verfügbaren Leistung und nicht auf der tatsächlich produzierten Strommenge.
Darüber hinaus verspricht der Staat dem Investor Schutz vor unvorhersehbaren Ereignissen wie Kriegen oder Naturkatastrophen, aber auch vor politischen Veränderungen, die der Kernenergie künftig weniger wohlgesonnen sein könnten.
Jan Brož – jan.broz@hn.cz
/gr/
Anteil tschechischer Unternehmen an Dukovany liegt bei 20 Prozent, sagt Havlíček
ČTK | 11. Juni 2026, ceskenoviny.cz
Beim Bau der beiden neuen Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany, dessen Bauauftrag an das südkoreanische Unternehmen KHNP vergeben wurde, liegt der Anteil tschechischer Zulieferer derzeit bei rund 20 Prozent. Dies erklärte der tschechische Industrieminister Karel Havlíček (ANO) heute gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.
Gemeinsam mit Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) besuchte er das Unternehmen Škoda JS in Pilsen, einen führenden europäischen Hersteller und Lieferanten von Anlagen für die Kernenergie.
Das Ministerium für Industrie und Handel (MPO) will gemeinsam mit Branchenverbänden den größtmöglichen Anteil an Unteraufträgen für tschechische Unternehmen aushandeln. Der erste neue Reaktorblock in Dukovany soll im Jahr 2036 fertiggestellt werden, der zweite ein Jahr später. Das Auftragsvolumen beträgt mehr als 400 Milliarden Kronen.
Nach Angaben von Havlíčeks Vorgänger Lukáš Vlček (STAN) hätten die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Verträge einen Anteil tschechischer Lieferanten von etwa 30 Prozent garantiert. Die derzeitige Regierung hat diese Zahl jedoch wiederholt infrage gestellt.
Havlíček erklärte beispielsweise im Februar, dass sich die tschechische Industrie insgesamt mit 60 Prozent am Projekt beteiligen sollte. Heute betonte er jedoch, dass es nicht entscheidend sei, ob der Anteil tschechischer Zulieferungen letztlich 50 oder 60 Prozent betrage.
„Für uns ist wichtig, um welches Produkt es sich handelt. Wenn es sich lediglich um einen weiterverkauften Auftrag mit geringer Marge handelt, interessiert uns das weniger. Wenn es sich jedoch um ein Produkt handelt, das in Tschechien hergestellt – idealerweise auch entwickelt – wird, einen Mehrwert schafft und Arbeitsplätze sichert, dann ist das genau das, was wir brauchen“, sagte er.
„Derzeit haben wir etwa 20 Prozent der tschechischen Lieferungen unter Kontrolle. Dazu gehört Doosan Škoda Power – das Pilsener Unternehmen, das zur südkoreanischen Doosan-Gruppe gehört und die Turbine sowie den Maschinenraum liefern wird. Weitere Verträge befinden sich in Vorbereitung“, erklärte Havlíček.
Nach seinen Worten sind neben den Industrie- und Energieverbänden sowie der Wirtschaftskammer auch der Verband der Bauunternehmer der Tschechischen Republik und die Nuklearallianz – eine Plattform von Dutzenden tschechischer Unternehmen – wichtige Partner des Industrieministeriums und der Regierung im Dukovany-Projekt.
„Sie erhalten von uns laufend Informationen, aber wir bewerten ihre Aktivitäten nicht“, sagte der Minister.
Er fügte hinzu, dass kein Zusammenschluss tschechischer Unternehmen einen Liefervertrag mit KHNP unterzeichnen könne.
„Wir überwachen heute jeden einzelnen Auftrag. Dafür verfügen wir über ein transparentes System. Alles muss elektronisch abgewickelt werden, und wir müssen garantieren, dass sämtliche Informationen gleichzeitig allen potenziellen Interessenten zugänglich gemacht werden“, sagte Havlíček.
Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden von Škoda JS, Karel Bednář, treffen sich potenzielle tschechische Zulieferer für Dukovany regelmäßig und versuchen, eine gemeinsame Position zur Unterstützung tschechischer Lieferungen aufzubauen.
„Natürlich muss am Ende jedes Unternehmen seinen Vertrag selbst aushandeln. Kein Bündnis wird die Verträge unterzeichnen – vielmehr wird jeder konkrete Lieferant einen Vertrag über ein konkretes Produkt abschließen“, erklärte Bednář.
/gr/
Temelín, Dětmarovice, Tušimice: Tschechien plant drei kleine Atomreaktoren
ČTK 11. Juni 2026, oenergetice.cz
In Tschechien werden derzeit der Bau von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR) vorbereitet. Vorgesehen sind die Standorte Temelín, Dětmarovice und Tušimice. Das Ziel Tschechiens sei es, ein Teil der Lieferkette zu werden. Es handele sich daher nicht nur um ein tschechisches, sondern um ein gesamteuropäisches Projekt, erklärte Industrieminister Karel Havlíček (ANO) heute gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.
Gemeinsam mit Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) besuchte er das Unternehmen Škoda JS in Pilsen, einen führenden europäischen Hersteller und Lieferanten von Ausrüstungen für die Kernenergie.
Das zur ČEZ-Gruppe gehörende Unternehmen Škoda JS wurde im Mai vom britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR als einer von zwei Lieferanten für Schlüsselkomponenten kleiner modularer Reaktoren ausgewählt – darunter Reaktordruckbehälter, interne Einbauten und weitere Komponenten des Primärkreislaufs.
Rolls-Royce SMR, an dem ČEZ seit dem vergangenen Jahr mit 20 Prozent beteiligt ist, wird die ersten drei kleinen Reaktoren in Wales errichten. In Tschechien plant ČEZ gemeinsam mit Rolls-Royce SMR, bis zum Jahr 2050 modulare Reaktoren mit einer Gesamtleistung von drei Gigawatt zu bauen.
„Derzeit gibt es bei uns drei Standorte – Temelín, Dětmarovice und Tušimice – und es werden gegebenenfalls noch weitere mögliche Standorte geprüft. Aber auch das ist bereits eine beachtliche Zahl. Ganz zu schweigen davon, dass es unser Ziel ist, Teil der Lieferkette zu werden. Das bedeutet, dass es sich für uns nicht nur um ein tschechisches, sondern mindestens um ein gesamteuropäisches Projekt handelt“, erklärte der Minister.
Für Tschechien sei es wichtig, dass beispielsweise Produkte von Škoda JS die Chance hätten, bei jeder Lieferung kleiner modularer Reaktoren weltweit einen Anteil von etwa zehn Prozent auszumachen.
Havlíček erklärte, alles deute darauf hin, dass Rolls-Royce SMR Mitte der 2030er Jahre den ersten Reaktor im Vereinigten Königreich in Betrieb nehmen werde.
„Spätestens ein Jahr später wird auch in Tschechien ein Reaktor folgen. Wir gehen davon aus, dass der Bau Anfang der 2030er Jahre beginnen könnte“, fügte er hinzu.
Nach seinen Angaben wird die Errichtung eines kleinen modularen Reaktors etwas schneller verlaufen als die eines großen Reaktors. Der gesamte Zyklus – Vorbereitung, Genehmigungsverfahren und Bau – dauere bei einem großen Reaktor 15 bis 16 Jahre.
„Bei einem kleinen Reaktor sprechen wir von etwa zehn Jahren. Wenn wir bereits heute beginnen und im nächsten Jahr die abschließende Vorbereitungsphase endgültig abschließen, dann ist das Zieljahr 2036 tatsächlich realistisch“, sagte er.
Für den Standort Temelín habe ČEZ nach Angaben des Ministers bereits mit der Ausarbeitung des SMR-Designs begonnen.
„Als Nächstes dürfte wahrscheinlich der Standort Dětmarovice folgen, möglicherweise in einem sehr ähnlichen Zeitrahmen. Dabei handelt es sich bereits um Ausgaben, die ČEZ selbst trägt. Das Unternehmen arbeitet also bereits daran und investiert schon jetzt erhebliche Mittel“, erklärte der Minister.
Die Leistung eines einzelnen SMR-Blocks soll zwischen 400 und 500 Megawatt liegen.
„Vereinfacht gesagt können wir feststellen, dass die Leistung eines SMR in etwa der Leistung eines derzeitigen Blocks des Kernkraftwerks Dukovany entspricht“, ergänzte Havlíček.
Der Generaldirektor von Škoda JS, Karel Bednář, erklärte gegenüber ČTK, dass das Unternehmen daran arbeite, seine Position in der Lieferkette von Rolls-Royce SMR auszubauen.
„Wir haben bereits Verträge für die Vorbereitung der Produktion von Hauptkomponenten mit langen Vorlaufzeiten unterzeichnet, etwa für Reaktordruckbehälter und interne Einbauten. Heute haben wir dem Ministerpräsidenten und dem Minister gezeigt, wie die Vorbereitungen voranschreiten und wie weit wir bereits sind. Zudem konnten wir zeigen, dass Škoda weiterhin über die Kapazitäten und das Personal verfügt, um diese Komponenten herzustellen“, sagte er.
Die Zusammenarbeit mit Rolls-Royce begann laut Bednář vor fast drei Jahren.
„Wir haben bereits einen großen Teil der Arbeit erledigt. Und inzwischen haben wir tatsächlich Verträge für diese Vorbereitungsphase abgeschlossen“, erklärte er.
Die Verträge über die Lieferung konkreter Komponenten werden an den Beginn der Bauarbeiten geknüpft sein.
„Derzeit sind sowohl für das Projekt in Wales als auch für das Projekt in Temelín lediglich Vorbereitungsarbeiten, die Standortvorbereitung und die Erstellung der Unterlagen für die Baugenehmigung vertraglich geregelt. Die Lieferkette für den eigentlichen Bau wurde bislang noch nicht vertraglich festgelegt“, erklärte der Generaldirektor von Škoda JS.
Bednář bestätigte, dass Škoda JS gemeinsam mit Rolls-Royce die Lieferungen für alle drei SMR-Projekte in Tschechien sicherstellen werde.
„Die Partnerschaft ist tatsächlich auf die globale Lieferkette ausgerichtet. Rolls-Royce spricht derzeit von mindestens 60 Reaktorblöcken als Perspektive für das gesamte Projekt“, fügte er hinzu.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... erne-bloky
/gr/
Möglicherweise werden in Tschechien zwei Endlager für Atommüll benötigt, befürchten Gemeinden. Der Bau gerät unterdessen in Verzug
Autorin: Irena Buřívalová
4. Juni 2026 Ekonews.cz
Tschechien setzt auf Kernenergie. Was mit dem radioaktiven Abfall geschehen soll, ist jedoch weiterhin ungeklärt. Aufgrund der verlängerten Laufzeit des Kernkraftwerks Dukovany wird voraussichtlich deutlich mehr Atommüll anfallen als ursprünglich geplant. Immer häufiger wird daher die Frage gestellt, ob einer der vier derzeitigen Endlagerstandorte überhaupt ausreichen wird.
Die Frage, wo abgebrannte Brennelemente gelagert werden sollen, beschäftigt Tschechien bereits seit mehreren Jahren. Die Zahl der potenziellen Standorte wurde schrittweise reduziert, bis nur noch vier unfreiwillige Finalisten übrig blieben: Březový potok in der Region Pilsen, Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Janoch in Südböhmen.
Ursprünglich wollte der Staat den endgültigen Standort und einen Ersatzstandort im Jahr 2025 auswählen. Inzwischen erscheint jedoch eher das Jahr 2030 realistisch.
In dieser Woche begannen die ersten geologischen Untersuchungen in Janoch bei Temelín. Die Bohrungen in Tiefen von 30 und 100 Metern konzentrieren sich auf hydrogeologische Untersuchungen.
Nach den Vorgaben der EU-Taxonomie für die nachhaltige Finanzierung der Kernenergie soll das Endlager bis 2050 betriebsbereit sein. Dies berücksichtigt auch die „Konzeption für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen in der Tschechischen Republik“, die derzeit einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) unterzogen wird.
Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) betrachtet die Fristen 2030 und 2050 als verbindlich.
„Derzeit laufen an allen Standorten bereits hydrogeologische Überwachungen, detaillierte geologische Kartierungen, geophysikalische Arbeiten werden vorbereitet, und die umfassende Auswertung vorhandener geologischer Daten wird fortgesetzt“, erklärte die Sprecherin von SÚRAO, Martina Bílá.
Die teilstaatliche Energiegruppe ČEZ kündigte im April dieses Jahres an, die Laufzeit des Kernkraftwerks Dukovany auf 80 Jahre zu verlängern. Gleichzeitig plant das Unternehmen, künftig kleine modulare Reaktoren zu errichten, sobald die Technologie verfügbar ist. Dadurch wird voraussichtlich deutlich mehr radioaktiver Abfall anfallen als bislang angenommen.
Das Projekt eines dauerhaften Endlagers für radioaktive Abfälle soll aus dem sogenannten Nuklearfonds finanziert werden, in den die Erzeuger radioaktiver Abfälle in Tschechien einzahlen.
„Es gibt zwei wesentliche Veränderungen. Die Konzeption enthält einen neuen Zeitplan, der die Frist zwischen der Standortauswahl und dem Baubeginn halbiert“, sagt der Energieexperte Edvard Sequens von der Umweltorganisation Calla – Vereinigung zum Schutz der Natur.
„Der zweite Punkt betrifft die Kapazität. Da Dukovany nun 80 Jahre lang betrieben werden soll, steigt die erwartete Abfallmenge und damit auch der Flächenbedarf des Endlagers. Die Frage ist, ob an allen Standorten ausreichende Reserven vorhanden sind. Wahrscheinlich werden wir auf zwei Endlager zusteuern“, befürchtet Sequens.
Dass sich SÚRAO mit dieser Möglichkeit bereits beschäftigt hat, geht aus einem zwei Jahre alten Dokument zum Status des Tiefenlagers hervor. Darin heißt es, dass eine nachträgliche Anpassung des Endlagers an größere Abfallmengen äußerst schwierig wäre.
„Falls es zwischen 2025 und 2050 zu einer erheblichen Erhöhung der vorgesehenen Mengen an abgebrannten Brennelementen und radioaktiven Abfällen kommt, wird es notwendig sein, die Vorbereitungen für ein weiteres Tiefenlager zu beginnen und einen neuen Standort für ein zweites Tiefenlager festzulegen“, heißt es in dem Dokument von SÚRAO, das Ekonews vorliegt.
Die Autoren begründen damit, warum der Staat den Ersatzstandort möglichst lange in Reserve halten sollte.
„Ihre Information über zwei Endlager können wir in keiner Weise bestätigen; uns ist nichts Derartiges bekannt“, erklärte Martina Bílá von SÚRAO auf direkte Nachfrage von Ekonews.
Nach Angaben von David Hluštík aus der Pressestelle des Ministeriums für Industrie und Handel sieht der aktuelle Plan weiterhin nur ein einziges Tiefenlager vor, dessen Kapazität schrittweise an den künftigen Bedarf angepasst werden soll.
„Der zweite Standort wird lediglich als Reserveoption bis zur endgültigen Entscheidung geführt“, so Hluštík.
Die bisherigen Entwicklungen bereiten den Gemeinden Sorgen, die sich in der Plattform gegen das Endlager zusammengeschlossen haben, der auch die Organisation Calla angehört. Die Plattform vertritt derzeit die Interessen von 58 Mitgliedern, darunter etwa 40 Städte und Gemeinden sowie 18 Bürgerinitiativen.
Ihr Ziel ist es, einen grundlegenden Wandel in der staatlichen Strategie im Umgang mit radioaktiven Abfällen zu erreichen, der sich nicht ausschließlich auf ein Tiefenlager beschränkt.
„Denkbar sind eine langfristige Zwischenlagerung bis zur Entwicklung einer akzeptablen Lösung (Konzept der weitergegebenen Verantwortung), die Errichtung eines gemeinsamen internationalen Endlagers im Ausland oder die Nutzung wiederaufbereiteter Brennelemente in schnellen Reaktoren, wobei nur die verbleibenden Reststoffe eingelagert würden“, heißt es auf der Website der Plattform.
„Das Problem ist, dass wir uns seit den 1990er Jahren auf einen einzigen Ansatz festgelegt haben. Sobald der Abfall einmal eingelagert ist, wird ihn niemand mehr herausholen“, ist Sequens überzeugt.
Die Plattform fordert zudem, dass die Entscheidung über einen möglichen Endlagerstandort von der vorherigen Zustimmung der betroffenen Gemeinden abhängig gemacht wird.
Die Gemeinden kritisieren seit Jahren die unzureichende Kommunikation sowohl seitens des Industrieministeriums als auch von SÚRAO. Zudem befürchten sie, dass aufgrund der neuen Zeitpläne wichtige Verfahrensschritte überhastet oder unzureichend durchgeführt werden könnten.
Ein Beispiel dafür sind die geologischen Erkundungsbohrungen, die bereits hätten stattfinden sollen. SÚRAO musste Anfang des Jahres die Ausschreibung für die Bohrarbeiten aufheben, weil das einzige eingegangene Angebot zu teuer war. Daraufhin entschied sich die Behörde, die Aufträge in kleinere Lose aufzuteilen.
Geplant sind insgesamt sieben Bohrungen pro Standort: eine bis in 1.200 Meter Tiefe, zwei bis 600 Meter und vier bis etwa 300 Meter. Derzeit beginnt SÚRAO mit der Auswahl von Auftragnehmern für die Bohrungen bis 600 Meter Tiefe.
„Alles verschiebt sich zeitlich weiter nach hinten. Auch wenn die Aufträge nun aufgeteilt wurden, wird es nicht günstiger. Die Kosten summieren sich, und vor allem wird sich der Zeitrahmen weiter verlängern, wenn für jede einzelne Bohrung ein eigenes Vergabeverfahren durchgeführt werden muss“, meint Sequens.
Er bezweifelt zudem, dass die Entscheidung über den endgültigen Standort auf Grundlage einer umfassenden Auswertung aller Daten getroffen wird.
„Wir befürchten, dass Entscheidungen auf Basis unvollständiger Daten getroffen werden“, sagt er.
Martina Bílá räumt ein, dass sich die Vorbereitung der tiefen geologischen Bohrungen gegenüber den ursprünglichen Planungen verzögert hat.
„Dies ist vor allem auf Genehmigungsverfahren und anschließend auf die sehr hohen Angebotspreise im Rahmen der öffentlichen Ausschreibungen zurückzuführen. Das bedeutet jedoch nicht, dass das gesamte Programm gestoppt wurde oder die Arbeiten derzeit stillstehen“, erklärt Bílá.
SÚRAO halte weiterhin an allen geplanten Bohrungen fest, werde diese jedoch schrittweise umsetzen.
Sie betont, dass die Standortauswahl nicht ausschließlich auf einem einzigen Untersuchungsverfahren oder allein auf Bohrungen basiert. Vielmehr handle es sich um eine Kombination aus langfristigen Sicherheitsbewertungen, geologischen, hydrogeologischen und geomechanischen Daten, Modellierungsergebnissen sowie einem Vergleich der Standorte anhand einer vordefinierten Methodik.
„Bohrungen sind ein sehr wichtiger Bestandteil des Programms, aber nicht die einzige Informationsquelle“, versichert Bílá.
Matěj Machek, Wissenschaftler am Geophysikalischen Institut der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und Mitglied des unabhängigen Expertenbeirats von SÚRAO, betont, dass die Arbeit der Endlagerverwaltung (SURAO) so transparent wie möglich gestaltet werden müsse – auch im Hinblick auf die geologischen Untersuchungen.
„In der Geologie gibt es viele Unsicherheiten, das lässt sich nicht vermeiden. Dies sollte transparent kommuniziert werden – Unsicherheiten wird es immer geben. Dennoch muss man sich den Untergrund genau ansehen. Das Gestein muss so ausgewählt werden, dass es selbst im schlimmsten Fall einem Versagen des Endlagerbehälters standhält“, warnt Machek.
Das Endlager betrachtet er jedoch als eine Art Kapitulation. Wie andere Kritiker bemängelt er, dass alternative Lösungen nicht ernsthaft geprüft werden.
„Ich hätte erwartet, dass die Konzeption auch eine Analyse und Bewertung anderer Ansätze enthält. So handelt es sich letztlich um eine politische Entscheidung. Seitens SÚRAO nehme ich kein großes Selbstbewusstsein gegenüber der politischen Führung wahr“, sagt er.
Die Gemeinden haben sich wegen der genehmigten geologischen Bohrungen bereits an die Gerichte gewandt. Nachdem ihre Klagen gegen das Umweltministerium, das die Arbeiten genehmigt hatte, abgewiesen wurden, legen sie nun Beschwerde beim Obersten Verwaltungsgericht ein.
„Der Staat entscheidet seit vielen Jahren über die Zukunft unserer Gemeinden, ohne uns einzubeziehen. Frühere Regierungen hatten die Möglichkeit, diese Ungerechtigkeit zu korrigieren. Doch anstatt die Rechte der Gemeinden zu stärken, haben sie nicht einmal grundlegende gesetzliche Garantien geschaffen, geschweige denn einen echten Dialog ermöglicht. Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SURAO) beginnt mit geologischen Arbeiten, obwohl die Gemeinden keine reale Möglichkeit haben, Wasserressourcen, Landschaft und Eigentumsrechte ihrer Bürger zu schützen“, erklärte die Plattform in einer Pressemitteilung im April dieses Jahres.
Ursprünglich hatten die Gemeinden ihre Hoffnungen auf ein Endlagergesetz gesetzt, das ihnen bestimmte Mitspracherechte einräumen sollte. Mit dem Ergebnis sind sie jedoch unzufrieden, da die endgültige Entscheidung weiterhin bei der Regierung liegt.
„Jahrelang wurde an diesem Gesetz gearbeitet. Trotz aller Vorschläge und Versprechen handelt es sich letztlich nur um kosmetische Änderungen“, sagt Sequens.„Ein Minister gleicht dem anderen – niemand will darüber sprechen. Sie schieben das Thema buchstäblich von sich weg“, fügt er hinzu.
Nach bisherigen Berechnungen von SÚRAO soll der Bau des Tiefenlagers einschließlich seines hundertjährigen Betriebs rund 130 Milliarden Kronen kosten. Wahrscheinlich wird es jedoch deutlich teurer.
Experten der Fakultät für Elektrotechnik der Technischen Universität Prag schätzten auf Grundlage von Daten aus dem Jahr 2017 die Kosten für ein Tiefenlager unter heutigen Bedingungen auf nahezu 100 Milliarden Kronen und auf 152 Milliarden Kronen, falls neue Kernkraftwerke gebaut werden.
Die höhere Summe berücksichtigt zwei zusätzliche Reaktorblöcke.
Die Plattform gegen das Atommüllendlager, die sich auf die aktualisierte Regierungskonzeption stützt und sowohl die neuen Reaktorblöcke als auch den beschleunigten Zeitplan berücksichtigt, schätzt die Kosten auf 270 Milliarden Kronen.
Zum 31. Dezember des vergangenen Jahres befanden sich 46,34 Milliarden Kronen auf dem Nuklearfonds. Aus diesem Fonds werden nicht nur die Vorbereitungen für das Endlager finanziert, sondern auch der Betrieb bestehender oberirdischer Lagerstätten sowie Ausgleichszahlungen an betroffene Gemeinden.
Nach dem Atomgesetz zahlte ČEZ als Betreiber der Kernkraftwerke ursprünglich 55 Kronen pro erzeugter Megawattstunde Kernenergie in den Fonds ein. Seit Januar dieses Jahres wurde dieser Beitrag auf 88 Kronen pro Megawattstunde erhöht.
„Sollte ein Mangel an Finanzmitteln drohen, kann der Staat die Beiträge der Abfallerzeuger zum Nuklearfonds anpassen. Für den Bau der grundlegenden Infrastruktur des Tiefenlagers wurden bereits heute erhebliche Mittel angespart, und das Guthaben des Fonds wächst weiter“, erklärt David Hluštík vom Industrieministerium.
Gemeinden, auf deren Gebiet ein geschütztes Areal für ein Endlager ausgewiesen wird, erhalten eine einmalige Zahlung von 60 Millionen Kronen. Die jährlichen Ausgleichszahlungen beginnen bei 850.000 Kronen und erhöhen sich entsprechend der Größe des jeweiligen Erkundungs- oder Schutzgebiets.
Dadurch erhalten auch Gemeinden finanzielle Mittel, in denen letztlich kein Endlager gebaut wird.
Für die Betriebsphase des Endlagers am ausgewählten Standort sind jährliche Zahlungen von rund sechs Millionen Kronen sowie zusätzliche Vergütungen je nach Menge des eingelagerten Brennstoffs vorgesehen.
Die Sorgen der Bürgermeister werden dadurch jedoch nicht gemindert. Sie befürchten einen starken Bevölkerungszuwachs, Probleme bei der Wasserversorgung, unzureichende Kapazitäten in Schulen sowie einen Anstieg der Kriminalität, wenn zahlreiche Arbeitskräfte in die Region ziehen.
„Es ist gut, dass die Gemeinden weiterhin versuchen, geschlossen aufzutreten. Das ist wichtig, weil SÚRAO versucht, lokale Arbeitsgruppen einzurichten und die gemeinsame Position der Gemeinden zu schwächen“, sagt Machek.
Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Journalismfund Europe.
Quelle: https://www.ekonews.cz/uloziste-jaderne ... -zpozdeni/
/gr/
Im Kernkraftwerk Akkuyu wurde das Einbringen von Brennelementattrappen in den Reaktor abgeschlossen
Autor: Jiří Puchnar
16. Juni 2026, oenergetice.cz
Im ersten Block des Kernkraftwerks Akkuyu in der türkischen Provinz Mersin wurden alle 163 Brennelementattrappen in den Reaktorkern eingesetzt. Dieser Schritt zählt zu den wichtigen Meilensteinen bei der Inbetriebnahme des Blocks und dient dazu, die Einsatzbereitschaft der Technik und des Personals vor den weiteren Vorinbetriebnahmetests zu überprüfen.
Nach Angaben von Rosatom verfügen die Brennelementattrappen über dieselbe Konstruktion, dasselbe Gewicht und dieselben Abmessungen wie echte Brennelemente, enthalten jedoch kein nukleares Material. Ihr Einbringen ermöglicht daher eine sichere Überprüfung der Brennstoffhandhabung, der Funktionsfähigkeit der Beladungsanlage sowie der Koordination des Personals unter Bedingungen, die dem späteren Betrieb nahekommen.
Der Generaldirektor von Akkuyu Nuclear, Sergej Butckich, bezeichnete den Abschluss dieser Arbeiten als eine „Generalprobe“ vor dem Einbringen des tatsächlichen Kernbrennstoffs. Anschließend sollen Arbeiten am oberen Teil des Reaktors sowie Kalt- und Heißtests der Reaktoranlage folgen.
Das erste Kernkraftwerk der Türkei...
Akkuyu ist das erste Kernkraftwerk, das in der Türkei errichtet wird. Das Projekt umfasst vier Druckwasserreaktoren des Typs VVER-1200 der Generation III+ des russischen Anbieters Rosatom. Nach seiner Fertigstellung soll das Kraftwerk über eine installierte elektrische Gesamtleistung von 4,8 Gigawatt verfügen und nach den Projektangaben rund zehn Prozent des türkischen Stromverbrauchs decken.
Das Projekt wird nach dem Build-Own-Operate-Modell umgesetzt. Rosatom errichtet das Kraftwerk also nicht nur, sondern wird es über die Projektgesellschaft Akkuyu Nuclear auch besitzen und betreiben. Grundlage des Projekts ist ein russisch-türkisches Regierungsabkommen aus dem Jahr 2010.
Inbetriebnahme des ersten Blocks acht Jahre nach Baubeginn….
Der Bau des ersten Blocks begann im Jahr 2018, die Arbeiten am vierten Block wurden im Juli 2022 aufgenommen. Damit befinden sich nun offiziell alle vier Blöcke im Bau.
Das Projekt hat sich jedoch gegenüber den ursprünglichen Planungen verzögert. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass der erste Block bis Ende 2026 mit der Stromerzeugung beginnt.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters stellte Russland Ende des Jahres 2025 neue Finanzmittel in Höhe von neun Milliarden US-Dollar für das Projekt Akkuyu bereit. Reuters berichtete zudem, dass das Kraftwerk auf Grundlage des Abkommens von 2010 errichtet wird, das den Gesamtwert des Projekts auf rund 20 Milliarden US-Dollar schätzte.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... o-reaktoru
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
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Tel: 603 805 799
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevaten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 17.6.2026:
Blitzschnell genehmigtes Konzept für radioaktive Abfälle. Es ist merkwürdig, reagieren die Endlager-Gegner
16.6.2026 Ekonomický deník
Autor: David Tramba
Das aktualisierte staatliche Konzept für die Entsorgung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Kernbrennstoffe ist in Ordnung. Eine weitere Bewertung des Konzepts im Hinblick auf die Umweltauswirkungen – die sogenannte SUP (Strategische Umweltprüfung) – ist nicht erforderlich. Eine solche Entscheidung der Beamten des Umweltministeriums gefällt den Umweltorganisationen nicht, die auf die grundlegende Bedeutung des Konzepts hinweisen.
Eine detailliertere Prüfung des Dokuments forderten Dutzende von Bürgern sowie Gemeinden, in deren Nähe das tiefengeologische Endlager für radioaktive Abfälle eines Tages entstehen könnte. Das Umweltministerium fegte jedoch alle Einwände mit der Begründung vom Tisch, es handle sich „nur um eine Aktualisierung des Konzepts“. Die Zustimmung zur Platzierung des Endlagers an einem bestimmten Standort wird das Ministerium erst später im Rahmen des UVP-Verfahrens (Umweltverträglichkeitsprüfung) behandeln.
Eine Änderung, die die Spielregeln ändert
Die schnelle Genehmigung des Konzepts ohne eine detailliertere Prüfung wird von der Plattform gegen das Atommüllendlager kritisiert. Diese behauptet, dass ein solches Vorgehen im Widerspruch zur europäischen Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung sowie zur Aarhus-Konvention steht.
„Wir werden daher die Einreichung einer Beschwerde wegen Verletzung der Richtlinie und der Konvention prüfen. Das Ministerium hat mit seinem Vorgehen die Forderungen und Einwände von 26 Gemeinden, 12 Vereinen und 55 Bürgern abgelehnt, die sich im Rahmen des SUP-Feststellungsverfahrens zur Bewertung geäußert haben“, sagte Michael Forman, Sprecher der Plattform gegen das Atommüllendlager und Bürgermeister von Horažďovice.
Die Plattform weist darauf hin, dass das ältere Konzept mit der Inbetriebnahme des Atommüll-Endlagers bis zum Jahr 2065 rechnete. Die neue Version spricht bereits von einer Inbetriebnahme des Endlagers im Jahr 2050. Der Entwurf des Konzepts erhöhte zudem im Vergleich zur bestehenden Version die Menge des produzierten hochradioaktiven abgebrannten Kernbrennstoffs von 9.000 Tonnen auf 14.500 Tonnen. Dies hängt mit den nuklearen Ambitionen der Regierung und der ČEZ-Gruppe zusammen, die den Bau von vier großen und sechs mittleren Kernkraftwerksblöcken bis zum Jahr 2050 vorsehen.
Vier Standorte zur Auswahl
Die Aktualisierung des Konzepts für die Entsorgung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Kernbrennstoffe wurde vom Ministerium für Industrie und Handel vor mehr als einem Jahr ausgearbeitet. Hier wird von der Auswahl des Standorts für die Platzierung des Endlagers bis zum Jahr 2030 gesprochen. Die gesamten 2030er Jahre werden für die Erlangung der erforderlichen Genehmigungen und die detaillierte Erkundung des ausgewählten Gebiets aufgewendet. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Endlager zwischen den Jahren 2040 und 2050 entstehen.
Die Regierung wählte Ende 2020 auf Empfehlung der Behörde für die Entsorgung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) vier Standorte aus, an denen das Endlager entstehen könnte. Es handelt sich um Březový potok in der Region Horažďovice, Horka zwischen Velké Meziříčí und Třebíč, Hrádek in der Region Jihlava und Janoch beim Kraftwerk Temelín. Derzeit finden dort Erkundungsbohrungen statt, um deren Eignung für die Platzierung des Endlagers zu prüfen.
Nach Schätzungen der Autoren des Konzepts wird die Vorbereitung des Baus des Tiefenendlagers etwa 23 Milliarden Kronen und der Bau selbst 33 Milliarden Kronen kosten. Der Betrieb des Tiefenendlagers nach 2050 beläuft sich auf etwa 1,7 Milliarden Kronen pro Jahr (in Preisen von 2024). Teurer wird auch die Stilllegung der derzeitigen Kernkraftwerke – im Fall von vier Blöcken des Kraftwerks Dukovany nennt das Konzept eine Schätzung von 46,7 Milliarden Kronen, im Fall von zwei Blöcken in Temelín handelt es sich um 36,8 Milliarden Kronen.
Finnland ist voraus...
Aufgrund des öffentlichen Widerstands und der finanziellen Kosten zieht sich der Bau von tiefengeologischen Endlagern für radioaktive Abfälle auch in anderen Ländern hin. Am weitesten ist Finnland, wo das Endlager Onkalo baulich fertiggestellt ist. Mit seiner Inbetriebnahme wird nur noch auf die Genehmigung der Nuklearaufsichtsbehörde STUK gewartet. Der Endlagerbetreiber Posiva spricht von einer sicheren Lagerung des Abfalls für einen Zeitraum von mindestens 100.000 Jahren.
Im Falle einer Betriebsgenehmigung wird Onkalo das erste lizenzierte Endlager für die dauerhafte Lagerung von Abfällen aus Kernkraftwerken sein. Es befindet sich im Südwesten Finnlands in einer Tiefe von 430 Metern unter der Erde. Es handelte sich um ein zeit- und finanzaufwendiges Projekt. Der Bau des Endlagers begann im Jahr 2004 und kostete rund eine Milliarde Euro.
/gr/
Neue Blöcke in Dukovany gewinnen an Fahrt – Koreaner wählen Lieferanten für Kühltürme aus
17. Juni 2026, ČTK, oenergetice.cz
Das Unternehmen KHNP wird in Kürze eine Ausschreibung für die Lieferung von Kühltürmen für die beiden neuen Reaktorblöcke in Dukovany veröffentlichen. Im Herbst soll die Ausbildung der künftigen Kraftwerksoperatoren beginnen. Noch in diesem Jahr sollen die Vorgaben für die archäologischen Untersuchungen des Standorts fertiggestellt werden, die den Bauarbeiten vorausgehen. Zudem wird das neue Verwaltungsgebäude der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), der Investorin des neuen Kernkraftwerksprojekts, fertiggestellt.
Ein Jahr nach der Unterzeichnung des Vertrags mit dem südkoreanischen Unternehmen KHNP, das die neuen Blöcke errichten wird, verlaufen die Vorbereitungen planmäßig. Dies teilte die Sprecherin von EDU II, Alice Horáková, der Nachrichtenagentur ČTK mit.
Die derzeitige Vorbereitungsphase des Projekts umfasst vor allem die Erstellung der Planungs- und Genehmigungsunterlagen, die Einholung sämtlicher erforderlicher Genehmigungen sowie die Sicherstellung der notwendigen Infrastruktur für den Baubeginn. Dieser ist für das Jahr 2029 vorgesehen.
„In den vergangenen zwölf Monaten haben wir unter anderem die vollständigen geotechnischen Untersuchungen am Standort abgeschlossen und die erste Phase der Projektdokumentation erarbeitet. Die fachliche Ausbildung des Personals hat begonnen, und wir arbeiten intensiv an den Genehmigungs- und Zulassungsunterlagen“, erklärte der Generaldirektor von EDU II, Petr Závodský.
Die erste Stufe der Projektdokumentation, das sogenannte Konzeptprojekt, wurde von KHNP im April dieses Jahres übergeben. Es beschreibt die Gesamtlösung des Kraftwerks.
Die Mitglieder des Team Korea haben in Abstimmung mit den Gemeinden damit begonnen, die Möglichkeiten für Unterbringungskapazitäten in der Region zu prüfen. Während der intensivsten Bauphase werden sich auf der Baustelle der beiden Reaktorblöcke etwa 10.000 Beschäftigte aufhalten, teilte EDU II mit.
Zudem laufen die Vorbereitungen für die Verkehrsinfrastruktur weiter, insbesondere entlang der Route für den Transport übergroßer und schwerer Komponenten.
Auch die zweite Hälfte dieses Jahres werde mehrere wichtige Meilensteine mit sich bringen, erklärte das Unternehmen. An dem Auftrag für die Kühltürme könnten sich tschechische Unternehmen in erheblichem Umfang beteiligen. Es handelt sich um eine Technologie, die Nass- und Trockenkühlung kombiniert, um den Wasserverbrauch für die Kühlung des Kraftwerks auf ein Minimum zu reduzieren, erläuterte die Sprecherin.
Bis Ende des Jahres sollen zudem die ersten Ausschreibungen für Unteraufträge von KHNP im Bereich Hilfsmaterialien und Ausrüstung veröffentlicht werden.
Einige tschechische Unternehmen haben bereits Aufträge erhalten, erinnerte EDU II. Die Firma ČEZ Energetické projekty führte die geotechnischen Untersuchungen durch, das Unternehmen Doosan Škoda Power aus Pilsen erhielt den Auftrag zur Lieferung und Herstellung der Turbogeneratoren. Energoprojekt Praha wird Fachberatungsleistungen für die Genehmigung und Sicherheitsanalysen erbringen und sich an der Erstellung der Projektdokumentation beteiligen.
KHNP hat zudem ein Registrierungssystem für potenzielle Lieferanten sowie ein Partnerschaftsprogramm für tschechische und koreanische Zulieferer gestartet.
Im Herbst soll die Ausbildung der künftigen Kraftwerksoperatoren beginnen, die mehrere Jahre dauern wird.
Dank des neuen Verwaltungsgebäudes am Standort des Kernkraftwerks Dukovany wird EDU II künftig über eine eigene Infrastruktur für das Projektmanagement verfügen. Eine der sechs Etagen ist für Mitarbeiter von KHNP vorgesehen.
Ende Mai beschäftigte EDU II insgesamt 267 Mitarbeiter.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... atele-vezi
/gr/
Rolls-Royce SMR erfolgreich in Schweden: Bau von drei modularen Reaktoren
17.06.2026, Tageszeitung Hospodářské noviny
Autor: Petr Zenkner
Das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR, an dem die Energiegruppe ČEZ beteiligt ist, hat eine weitere Ausschreibung für Kernenergieprojekte in Europa gewonnen. Für den Bau von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR) wurde das Unternehmen von der Firma Videberg Kraft ausgewählt. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft des staatlichen Energiekonzerns Vattenfall, der in Schweden fünf große Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 5.500 MW betreibt und den Bau weiterer Anlagen plant.
Die drei Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 470 MW sollen auf der Halbinsel Värö an der schwedischen Westküste errichtet werden, wo Vattenfall bereits das Kernkraftwerk Ringhals betreibt. Rolls-Royce SMR setzte sich in dem seit dem Jahr 2022 laufenden Ausschreibungsverfahren gegen den amerikanisch-japanischen Konkurrenten GE Vernova Hitachi durch. Dieser hatte angeboten, die benötigte Kapazität mit fünf BWRX-300-Modulreaktoren mit einer Leistung von jeweils 300 MW bereitzustellen.
In Schweden handelt es sich um den ersten Neubau eines Kernkraftwerks seit mehr als 40 Jahren. Die neuen Reaktoren sollen etwa sechs Prozent des jährlichen Stromverbrauchs des Landes decken.
Die Entscheidung für eine Renaissance der Kernenergie fiel in Schweden im Oktober 2022. Ein Jahr später stellte die schwedische Regierung einen Plan vor, der bis zum Jahr 2045 den Bau neuer Kernkraftwerke – sowohl großer als auch kleiner Reaktoren – vorsieht. Im vergangenen Jahr verabschiedete das schwedische Parlament zudem ein Gesetz, das Unternehmen mit Kernenergieprojekten die Beantragung staatlicher Unterstützung ermöglicht.
Für die Briten ist der Erfolg eine Bestätigung ihrer starken Position in Europa. Neben den drei Reaktoren für Videberg Kraft hat Rolls-Royce SMR bereits den Bau von drei Blöcken im Vereinigten Königreich sowie mindestens eines Reaktors in Tschechien sicher. Dieser soll in Temelín errichtet werden. Das britische Unternehmen bemüht sich außerdem um Aufträge in den Niederlanden. Den Baubeginn des ersten Reaktors in Wales plant Rolls-Royce für das Jahr 2030.
Der Erfolg in Schweden ist besonders bemerkenswert, da es sich um die erste klassische Ausschreibung handelte, bei der mehrere SMR-Designs gegeneinander antraten. Rolls-Royce setzte sich dabei gegen seinen wichtigsten Konkurrenten GE Vernova Hitachi durch.
„Nach einem strengen Auswahlverfahren, das im Jahre 2022 begann und sowohl große als auch kleine modulare Reaktoren berücksichtigte, freuen wir uns, dass uns Videberg Kraft als Partner ausgewählt hat. Dies ist eine starke Bestätigung unseres Ansatzes, eine standardisierte SMR-Flotte zu liefern“, sagte Chris Cholerton, Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce SMR.
Bei den beiden vorherigen Ausschreibungen hatte Rolls-Royce gewisse Vorteile. Für die britische Regierung ist der Bau eines Reaktors in Wales eine Möglichkeit, einen Industriezweig zu fördern, in dem das Vereinigte Königreich großes Zukunftspotenzial sieht. Auftraggeber ist Great British Energy – Nuclear, eine Tochtergesellschaft einer staatlichen Agentur. Darüber hinaus hat der auf die Förderung sauberer Technologien und die industrielle Transformation ausgerichtete National Wealth Fund Rolls-Royce SMR Fördermittel in Höhe von 599 Millionen Pfund (rund 17 Milliarden Kronen) zugesagt.
In Tschechien ist ČEZ mit einem Anteil von 20 Prozent einer der wichtigen Aktionäre von Rolls-Royce SMR. Das zu ČEZ gehörende Unternehmen Škoda Jaderné strojírenství wird zudem ein zentraler Zulieferer für Komponenten der Reaktordruckbehälter und weiterer Anlagen sein.
Der Konkurrent GE Vernova Hitachi ist bislang der einzige westliche Hersteller (außerhalb Chinas und Russlands), der kleine modulare Reaktoren bereits baut. Konkret werden im kanadischen Darlington schrittweise vier BWRX-300-Reaktoren in Betrieb genommen. In Europa steht GE Vernova Hitachi einem Auftrag in Polen derzeit am nächsten.
Nach Schätzungen von Rolls-Royce belaufen sich die Kosten für einen Reaktor bei Serienfertigung auf rund 2,5 Milliarden Pfund (etwa 70 Milliarden Kronen). Zum Vergleich: Das südkoreanische Unternehmen KHNP, das in Dukovany zwei Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 1.063 MW errichten wird, soll jeden Block für rund 200 Milliarden Kronen bauen.
Für SMR-Projekte ist es entscheidend, dass die Reaktoren in größerer Stückzahl – sogenannten Flotten – gebaut werden. Erst dann kommt ihr Vorteil zum Tragen, nämlich die schnellere Errichtung. Laut einer Analyse der Citi beträgt die erwartete Marge von Rolls-Royce SMR bei einem Preis von 2,5 Milliarden Pfund rund 250 Millionen Pfund pro modularem Reaktor. Vorstandschef Chris Cholerton schätzt, dass weltweit bis zum Jahr 2050 etwa 400 kleine modulare Reaktoren gebaut werden.
/gr/
Zukunft der Wärmeversorgung für Brünn: Botschafter des Fernwärmeprojekts tagten in Brünn
17.06.2026 – Brünner Metropolitan
Brünn setzt die Vorbereitungen für eines der größten Energieprojekte in Tschechien fort. Die Brünner Stadtwerke (Teplárny Brno) präsentierten bei einem Treffen der Botschafter des Fernwärmeprojekts aus Dukovany den aktuellen Stand des Vorhabens, das künftig bis zu die Hälfte der Stadt mit Wärme aus dem Kernkraftwerk Dukovany versorgen soll. Gleichzeitig kündigten sie die Erweiterung des Botschafterteams um weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an.
Das Treffen der Projektbotschafter fand in Brünn unter Beteiligung von Vertretern der Region, Experten aus den Bereichen Energie, Sicherheit und europäische Gesetzgebung statt. Im Mittelpunkt standen der aktuelle Vorbereitungsstand des Projekts und seine Bedeutung für die künftige Energiestabilität Brünns und der gesamten Region.
Nach seiner Fertigstellung könnte die Wärme aus Dukovany von mehr als 110.000 Brünner Haushalten und Unternehmen genutzt werden. Das Projekt soll die Abhängigkeit Brünns von Erdgas deutlich verringern und für Jahrzehnte stabile sowie preislich planbare Wärmelieferungen sicherstellen.
„Das Projekt nimmt immer konkretere Formen an. Wir setzen die Vorbereitungen so fort, dass die Fernwärmeleitung im vorgesehenen Zeitrahmen realisiert werden kann“, erklärte der Generaldirektor der Brünner Stadtwerke /Teplárny Brno, Petr Fajmon.
Die Stadtwerke arbeiten weiterhin an der Projektdokumentation für die Trasse zwischen Dukovany und Brünn. Auf dem Stadtgebiet werden derzeit die anschließenden Planungsarbeiten und technischen Untersuchungen für den künftigen Verlauf der Fernwärmeleitung vorbereitet.
Neu erweitert wurde auch das Team der Projektbotschafter. Hinzugekommen sind die Europaabgeordneten Ondřej Knotek und Tomáš Kubín, der Abgeordnete Filip Turek sowie Kamil Števanka vom Ministerium für Industrie und Handel.
Die Botschafter sollen die fachliche Debatte über die Zukunft moderner Energietechnologien und die Bedeutung des Projekts für Tschechien und die Region fördern.
„Brünn reiht sich in die Gruppe der Städte ein, die Kernenergie für eine saubere und stabile Wärmeversorgung nutzen. Das Fernwärmeprojekt zeigt, dass moderne Energiewirtschaft sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann“, sagte der Europaabgeordnete Tomáš Kubín.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website www.horkovod.cz.
/gr/
Nach Ansicht des Regionalrats muss sich das Krankenhaus Třebíč erholen
17.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES / Region Vysocina (ČTK)
TŘEBÍČ – Die Regionalabgeordneten im Kreis Vysocina haben in dieser Woche ein Darlehen in Höhe von 120 Millionen Kronen für das Krankenhaus Třebíč genehmigt.
„Die Rückzahlung soll erst im Jahr 2033 erfolgen – auch im Hinblick auf den geplanten Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany“, erklärte der für das Gesundheitswesen zuständige Regionalrat Jiří Běhounek während der Sitzung.
Das Krankenhaus leidet aufgrund einer geringen Leistungsfähigkeit unter Geldmangel und muss deshalb 80 Millionen Kronen an die Allgemeine Krankenversicherung (Všeobecná zdravotní pojišťovna) zurückzahlen, die es zuvor als Vorauszahlungen erhalten hatte.
Mit der wirtschaftlichen Situation des Krankenhauses zeigte sich Běhounek unzufrieden. „Das Krankenhaus muss sich erholen, damit es überhaupt wieder eine ausreichende Leistungsfähigkeit erreicht“, sagte er.
Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Einrichtung für die Region mit dem Kernkraftwerk Dukovany, das um zwei neue Reaktorblöcke erweitert werden soll.
Der Regionalrat hob positiv hervor, dass es dem Krankenhaus inzwischen gelingt, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Nach einem halben Jahr konnte auch die Stelle des Chefarztes der Inneren Abteilung besetzt werden. Zudem steigen die Zahlen chirurgischer und orthopädischer Eingriffe.
„Ich glaube, dass sich das Krankenhaus Třebíč allmählich stabilisieren wird. Die Finanzströme müssen jedoch auf diese Weise unterstützt werden“, sagte Běhounek vor der Abstimmung über das Darlehen.
Die Höhe des Darlehens sei seiner Ansicht nach ausreichend, obwohl das Krankenhaus 166,5 Millionen Kronen beantragt hatte.
„Wir empfehlen, dieses Darlehen bis zum 31. Dezember 2033 zu gewähren, damit während der Umsetzung des Bauprojekts in Dukovany Klarheit darüber besteht, wie die finanzielle Situation des Krankenhauses aussieht und ob es in der Lage ist, die Mittel zurückzuzahlen“, erläuterte Běhounek.
/gr/
Die Mährisch – Schlesische Region macht Druck auf die Regierung: Sie will einen Reaktor
Ohne eine nukleare Energiequelle wird es künftig schwierig sein, die Energiesicherheit der Region zu gewährleisten.
17.6.2026 MF DNES Seite 16
Autor: Darek Stalmach
OSTRAVA – Die Mährisch-Schlesische Region will das Versprechen, zu den ersten Regionen Tschechiens zu gehören, in denen ein kleiner modularer Kernreaktor (SMR) entsteht, nicht in Vergessenheit geraten lassen.
Nach den jüngsten Äußerungen des Industrieministers Karel Havlíček, wonach die Region bei der Vorbereitung solcher Anlagen „an erster Stelle“ stehen solle, haben die Regionalabgeordneten deutlich gemacht, dass sie weiterhin an einer Einstufung als Prioritätsstandort interessiert sind.
Sie verabschiedeten eine Erklärung zur Unterstützung des Baus kleiner modularer Reaktoren auf dem Gebiet der Region.
Nach ihrer Ansicht ist Kernenergie die geeignetste Lösung, um die Energiesicherheit nach dem Ausstieg aus der Kohle zu gewährleisten. „Die Region braucht als Industriestandort kleine modulare Reaktoren. Wir wollen die Industrie hier erhalten und gleichzeitig die Wärmeversorgung der an die Fernwärme angeschlossenen Haushalte sichern“, sagte der Kreishauptmann Josef Bělica.
An die Bedeutung eines solchen Vorhabens erinnerte die Abgeordneten auch Stanislav Mišák, Direktor des Zentrums für Energie- und Umwelttechnologien (CEET) an der Technischen Universität Ostrava (VŠB-TUO). Das CEET befasst sich unter anderem mit der Forschung im Bereich einer kohlenstoffarmen und nachhaltigen Energieversorgung.
„Bereits jetzt, also in den Jahren 2026 und 2027, fehlen uns 600 Megawatt Leistung, die wir für die Region zukaufen müssen. Das entspricht der Leistung von drei Blöcken des Kraftwerks Dětmarovice“, erläuterte Mišák die aktuelle Energiesituation in der Region.
Seiner Einschätzung nach wird sich das Energiedefizit in den kommenden Jahren weiter verschärfen.
Eine weitere wichtige Rolle spiele die Wärmeversorgung. Eine Kernenergieanlage müsste nicht nur Strom erzeugen, sondern könnte auch die zentrale Fernwärmeversorgung unterstützen.
„Die Nutzung der Abwärme aus der Kernenergie ist absolut entscheidend. Andernfalls sind wir im Rahmen der zentralen Wärmeversorgung nicht in der Lage, die Versorgung mit Wärmeenergie sicherzustellen – insbesondere während der winterlichen Spitzenlastzeiten“, ergänzte der CEET-Direktor.
Als mögliche Standorte für die Reaktoren kommen beispielsweise das Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Dětmarovice, Ostrava-Kunčice oder Blahutovice im Bezirk Nový Jičín infrage, wo bereits vor vielen Jahren ein Standort für ein Kernkraftwerk ausgewiesen wurde.
Nach früheren Angaben könnte in Dětmarovice der Bau eines kleinen modularen Reaktors im Jahr 2035 beginnen. Die vollständige Inbetriebnahme wird für etwa 2045 erwartet.
Gerade Dětmarovice wurde in der Debatte der Regionalabgeordneten am häufigsten genannt. Der Abgeordnete Vladimír Návrat wies jedoch darauf hin, dass die geplante Anlage leistungsmäßig kaum noch einer ursprünglich vorgesehenen kleinen Technologie entspreche.
„470 Megawatt sind kein kleiner Reaktor. Das entspricht im Grunde einem Reaktorblock in Dukovany, wie er ursprünglich gebaut wurde“, sagte er.
Gleichzeitig hält er Dětmarovice insbesondere wegen der Fernwärmeversorgung für einen logischen Standort. Schon heute werden von dort Bohumín und Orlová mit Wärme versorgt.
In der Debatte wurden jedoch auch Zweifel geäußert. Der Abgeordnete Libor Witassek betonte, dass kleine modulare Reaktoren keine Lösung seien, die die Energiebilanz der Region in den kommenden Jahren verbessern könne.
„Die Region sollte vor allem darauf drängen, dass bereits bestehende Technologien rasch fertiggestellt werden und wir das Defizit mithilfe von Gas- und anderen Projekten ausgleichen. Diese Visionen sind zwar schön, werden die Energieversorgung aber in einem absehbaren Zeitraum nicht retten“, erklärte Witassek.
Auch Josef Babka unterstützte die Erklärung, wies jedoch auf die wirtschaftliche Dimension des Projekts hin. „Das ist keineswegs ein kleines Bauvorhaben – wir sprechen von 470 Megawatt“, sagte Babka über den geplanten Reaktortyp.
„Ich wundere mich, dass jemand gleichzeitig Temelín und Dětmarovice bauen möchte. Meiner Meinung nach ist das wirtschaftlich nicht tragbar“, fügte er hinzu.
Die Region bemüht sich bereits seit Langem um eine Kernenergieanlage. Schon im Jahre 2021 unterzeichnete sie mit dem Energieunternehmen ČEZ eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Vorbereitung des Baus kleiner Kernreaktoren. Ein Jahr später folgte ein Memorandum mit der Technischen Universität Ostrava (VŠB-TUO), Veolia Energie ČR und dem Unternehmen Witkowitz Atomica.
„Bereits jetzt, also in den Jahren 2026 und 2027, fehlen uns 600 Megawatt Leistung.“ Stanislav Mišák, VŠB-TUO
9 Jahre würden im günstigsten Fall noch bis zum Baubeginn des Reaktors im Jahr 2035 vergehen.
475 Megawatt könnte die Leistung des für die Region geplanten modularen Reaktors betragen.
/gr/
KHNP-Newsletter – Ausgabe 6/2026
Was gibt es Neues?
• Dutzende Unternehmen möchten sich am tschechisch-koreanischen Partnerschaftsprogramm beteiligen.
• Neue Reaktoren stehen im Einklang mit den Zielen von Euratom.
• Tschechische Experten wurden in Korea geschult.
• Tschechisch-koreanische Tage finden in Třebíč und erstmals auch in Týn nad Vltavou statt.
• Ein Jahr nach Vertragsunterzeichnung: Konzeptprojekt, Standortuntersuchungen und Programm für tschechische Unternehmen.
• Die Europäische Kommission wird kein FSR-Verfahren eröffnen.
Großes Interesse am Partnerschaftsprogramm in Tschechien und Korea
Innerhalb von knapp zwei Monaten haben sich bereits 27 Unternehmen aus beiden Ländern für das tschechisch-koreanische Partnerschaftsprogramm von KHNP angemeldet. Ihr Tätigkeitsbereich reicht von Steuerungs- und Kontrollsystemen (I&C) bis hin zur Lieferung von Baumaschinen.
Nach der Auswertung der Bewerbungen werden wir für die registrierten Unternehmen geeignete koreanische Partner für eine Zusammenarbeit suchen. Das Programm eröffnet insbesondere jenen Firmen neue Möglichkeiten, für die eine eigenständige Teilnahme an Ausschreibungen schwierig sein könnte. Gemeinschaftsunternehmen, Unteraufträge und weitere Formen der Zusammenarbeit mit koreanischen Partnern ermöglichen eine breitere und effizientere Beteiligung am Projekt und potenziell auch an globalen Lieferketten.
Alle erforderlichen Informationen, einschließlich einer ausführlichen Anleitung zur Teilnahme am Programm, stehen auf der tschechischen Website von KHNP zur Verfügung.
https://khnpceskolinks.seurl.cz/t/3/bAM ... AAAC/ebcb9
Projekt der neuen Blöcke in Dukovany erhält wichtiges europäisches „Gütesiegel“
Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass die Investition in den Bau von zwei neuen Kernreaktoren am Standort Dukovany mit den Zielen des Euratom-Vertrags vereinbar ist. Diese Entscheidung ist für weitere Verfahren, wie beispielsweise die Erteilung der Baugenehmigung, von großer Bedeutung.
Gemäß dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) müssen die Mitgliedstaaten Investitionsprojekte im Bereich der Kernenergie vorab bei der Europäischen Kommission anmelden. Dies gilt auch für den Bau neuer Anlagen. Die Kommission prüft anschließend, ob das Projekt mit dem langfristigen Energiebedarf der EU vereinbar ist, ob es sich in die europäische Struktur der Energieerzeugung einfügt und ob die Anforderungen an den Gesundheits- und Bevölkerungsschutz erfüllt werden.
Die positive Stellungnahme der Europäischen Kommission zum Bau neuer Kernkraftwerksblöcke des Typs APR1000 in Dukovany stellt einen wichtigen Meilenstein dar. Obwohl sie rechtlich nicht bindend ist und die Investition weder genehmigt noch untersagt, besitzt sie erhebliches politisches Gewicht. Sie dient häufig als Grundlage für weitere Verfahren auf EU-Ebene oder in den Mitgliedstaaten, beispielsweise für Baugenehmigungen oder Notifizierungsverfahren.
KEPCO Nuclear Fuel startet Schulungen zum Kernbrennstoff für die neuen Blöcke in Dukovany
An der ersten von insgesamt vier geplanten Schulungen zum Brennstoff für die APR1000-Reaktoren, die in den neuen Blöcken in Dukovany eingesetzt werden sollen, nahmen in Seoul 19 Mitarbeiter der Unternehmen Elektrárna Dukovany II, ČEZ, Energoprojekt Praha und ÚJV Řež teil.
Teil der Vereinbarung über den Bau der beiden neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany ist auch ein Vertrag über die Lieferung von Kernbrennstoff für mehrere Betriebsjahre. Die Brennelemente für die APR1000-Reaktoren wird das südkoreanische Unternehmen KEPCO Nuclear Fuel liefern. Tschechische Fachleute machen sich daher bereits seit diesem Jahr mit der neuen Technologie vertraut.
Der Brennstoff für den APR1000 unterscheidet sich auf den ersten Blick von jenem, der derzeit in den tschechischen Kernkraftwerken vom Typ VVER verwendet wird. Während die bisherigen Brennelemente eine sechseckige Grundfläche besitzen, werden die neuen Brennelemente für den APR1000 quadratisch sein. Auf der Ebene der Brennstäbe handelt es sich jedoch um ein technologisch vergleichbares und hochentwickeltes Produkt.
Freiwillige aus Korea zu Gast in Třebíč und Týn nad Vltavou
Die traditionellen tschechisch-koreanischen Tage finden in diesem Jahr in Třebíč und erstmals auch in Týn nad Vltavou statt. Die Einwohner können sich auf ein abwechslungsreiches Programm einschließlich eines Fußballturniers freuen.
Eine Gruppe von mehr als 50 Mitarbeitern von KHNP, Universitätsstudenten, Mitgliedern einer Fußballmannschaft aus der koreanischen Stadt Gyeongju sowie weiteren Freiwilligen unter der Leitung des Vizepräsidenten für gemeinsame Entwicklung und Zusammenarbeit, Chun-jung Park, wird die Tschechische Republik besuchen.
Die Reise beginnt am 16. Juni in Týn nad Vltavou. In den darauffolgenden drei Tagen werden die Gäste den Einwohnern die koreanische Kultur, die Kampfkunst Taekwondo, traditionelle Volksmusik sowie das immer beliebter werdende Phänomen K-Pop näherbringen.
Ein ähnliches, jedoch etwas umfangreicheres Programm präsentieren die koreanischen Besucher am 20. und 21. Juni in Třebíč. Dort wird zusätzlich ein Fußballturnier stattfinden. Für die Öffentlichkeit werden fünf thematische Workshops zur koreanischen Kultur angeboten: K-Pop, Taekwondo, traditionelle koreanische Musikinstrumente, die koreanische Schrift und die koreanische Gastronomie. In beiden Städten wird Vizepräsident Park Vertretern kommunaler Organisationen Spendenschecks überreichen.
Die Veranstaltung findet seit 2017 bereits zum achten Mal statt; zweimal musste sie aufgrund der COVID-19-Pandemie ausfallen.
Ein Jahr nach Vertragsunterzeichnung: Bauvorbereitung und Einbindung tschechischer Unternehmen laufen auf Hochtouren
Die Erstellung des Konzeptprojekts, die Durchführung geologischer Untersuchungen und die schrittweise Einbindung tschechischer Unternehmen gehören zu den wichtigsten Erfolgen des ersten Jahres nach der Unterzeichnung des Vertrags über den Bau des neuen Kernkraftwerks in Dukovany.
Untersuchungen in Rekordzeit
Während KHNP bereits vor Vertragsabschluss Gespräche mit tschechischen Unternehmen aufgenommen hatte, war der Beginn der geotechnischen Untersuchungen am Standort der künftigen Blöcke in Dukovany – nur zwei Monate nach Vertragsunterzeichnung – das erste bedeutende Ereignis vor Ort. Die Arbeiten dauerten acht Monate. Die Gesamtlänge der Bohrungen betrug rund 13 Kilometer. In der intensivsten Phase waren mehr als 50 Personen und zehn Bohranlagen im Einsatz. Alle Arbeiten wurden in Rekordzeit abgeschlossen.
Derzeit werden ausgewählte Proben in Laboren untersucht und der Abschlussbericht vorbereitet.
Chancen für tschechische Unternehmen..
Von Beginn an standen wir nicht nur mit dem Projekteigentümer und den staatlichen Behörden, sondern auch mit der tschechischen Wirtschaft in regelmäßigem Austausch. Es fanden mehrere Lieferantentage und große Konsultationstreffen statt.
In Prag wurde bereits vor der Vertragsunterzeichnung ein Lokalisierungszentrum eröffnet. Bis heute haben rund 80 tschechische Unternehmen Interesse an der Lieferung von Hilfsausrüstung und Materialien bekundet und durchlaufen derzeit den Registrierungsprozess für KHNP-Lieferanten.
Die Partner des Team Korea werden weitere Ausschreibungen in unterschiedlichen Bereichen veröffentlichen und so tschechischen Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten für eine umfassendere Beteiligung am Projekt eröffnen.
Über das tschechisch-koreanische Partnerschaftsprogramm konnten Sie bereits zu Beginn unseres Newsletters lesen.
Tausende Seiten des Konzeptprojekts
Im April wurde das Konzeptprojekt EDU II eingereicht. Es definiert die spezifischen Anforderungen an das Kraftwerk und seine einzelnen Systeme und beschreibt, wie diese in die Standardlösung der APR1000-Blöcke integriert werden.
Das Projekt umfasst mehrere tausend Seiten, da alle Inhalte nicht nur an die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Tschechischen Republik, sondern auch an die Besonderheiten des Standorts und die im Vertrag festgelegten Anforderungen des Investors angepasst werden mussten.
Wir haben mehrere Zehntausend Anforderungen berücksichtigt und alle Unterlagen fristgerecht eingereicht.
Dies ist nur eine kleine Auswahl der Aktivitäten, die wir im vergangenen Jahr umgesetzt haben. Das Projekt verläuft planmäßig und schafft weitere Möglichkeiten für die Entwicklung der tschechisch-koreanischen Zusammenarbeit.
Wir danken allen Partnern für ihre bisherige Unterstützung und freuen uns auf die gemeinsamen Ergebnisse in der kommenden Zeit.
KHNP hat die Ausschreibung fair gewonnen
Das erste Jubiläum des Abschlusses des anspruchsvollen Ausschreibungsverfahrens wurde symbolisch von der Nachricht begleitet, dass die Europäische Kommission beschlossen hat, ihre Vorprüfung gemäß der Verordnung über ausländische Subventionen, die den Binnenmarkt verzerren (EU FSR), im Zusammenhang mit dem Bau neuer Blöcke in Dukovany abzuschließen.
Eine eingehende Untersuchung wird daher nicht eingeleitet.
Die Kommission hatte geprüft, ob die Regierung Südkoreas KHNP durch verdeckte Subventionen in die Lage versetzt hatte, ein besonders günstiges Angebot abzugeben.
Die Europäische Kommission ist nun zu dem Schluss gekommen, dass kein Anlass für die Einleitung einer vertieften Untersuchung besteht.
Quelle: KHNP Prague Office, Zweigstelle
Hvězdova 1716/2b, 140 00 Praha, Nusle
+420 222 753 180
LSC.dukovany@khnp.co.kr
www.khnpcesko.cz <https://khnpceskolinks.seurl.cz/t/3/bAE ... AABw/cfd8a>
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Blitzschnell genehmigtes Konzept für radioaktive Abfälle. Es ist merkwürdig, reagieren die Endlager-Gegner
16.6.2026 Ekonomický deník
Autor: David Tramba
Das aktualisierte staatliche Konzept für die Entsorgung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Kernbrennstoffe ist in Ordnung. Eine weitere Bewertung des Konzepts im Hinblick auf die Umweltauswirkungen – die sogenannte SUP (Strategische Umweltprüfung) – ist nicht erforderlich. Eine solche Entscheidung der Beamten des Umweltministeriums gefällt den Umweltorganisationen nicht, die auf die grundlegende Bedeutung des Konzepts hinweisen.
Eine detailliertere Prüfung des Dokuments forderten Dutzende von Bürgern sowie Gemeinden, in deren Nähe das tiefengeologische Endlager für radioaktive Abfälle eines Tages entstehen könnte. Das Umweltministerium fegte jedoch alle Einwände mit der Begründung vom Tisch, es handle sich „nur um eine Aktualisierung des Konzepts“. Die Zustimmung zur Platzierung des Endlagers an einem bestimmten Standort wird das Ministerium erst später im Rahmen des UVP-Verfahrens (Umweltverträglichkeitsprüfung) behandeln.
Eine Änderung, die die Spielregeln ändert
Die schnelle Genehmigung des Konzepts ohne eine detailliertere Prüfung wird von der Plattform gegen das Atommüllendlager kritisiert. Diese behauptet, dass ein solches Vorgehen im Widerspruch zur europäischen Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung sowie zur Aarhus-Konvention steht.
„Wir werden daher die Einreichung einer Beschwerde wegen Verletzung der Richtlinie und der Konvention prüfen. Das Ministerium hat mit seinem Vorgehen die Forderungen und Einwände von 26 Gemeinden, 12 Vereinen und 55 Bürgern abgelehnt, die sich im Rahmen des SUP-Feststellungsverfahrens zur Bewertung geäußert haben“, sagte Michael Forman, Sprecher der Plattform gegen das Atommüllendlager und Bürgermeister von Horažďovice.
Die Plattform weist darauf hin, dass das ältere Konzept mit der Inbetriebnahme des Atommüll-Endlagers bis zum Jahr 2065 rechnete. Die neue Version spricht bereits von einer Inbetriebnahme des Endlagers im Jahr 2050. Der Entwurf des Konzepts erhöhte zudem im Vergleich zur bestehenden Version die Menge des produzierten hochradioaktiven abgebrannten Kernbrennstoffs von 9.000 Tonnen auf 14.500 Tonnen. Dies hängt mit den nuklearen Ambitionen der Regierung und der ČEZ-Gruppe zusammen, die den Bau von vier großen und sechs mittleren Kernkraftwerksblöcken bis zum Jahr 2050 vorsehen.
Vier Standorte zur Auswahl
Die Aktualisierung des Konzepts für die Entsorgung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Kernbrennstoffe wurde vom Ministerium für Industrie und Handel vor mehr als einem Jahr ausgearbeitet. Hier wird von der Auswahl des Standorts für die Platzierung des Endlagers bis zum Jahr 2030 gesprochen. Die gesamten 2030er Jahre werden für die Erlangung der erforderlichen Genehmigungen und die detaillierte Erkundung des ausgewählten Gebiets aufgewendet. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Endlager zwischen den Jahren 2040 und 2050 entstehen.
Die Regierung wählte Ende 2020 auf Empfehlung der Behörde für die Entsorgung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) vier Standorte aus, an denen das Endlager entstehen könnte. Es handelt sich um Březový potok in der Region Horažďovice, Horka zwischen Velké Meziříčí und Třebíč, Hrádek in der Region Jihlava und Janoch beim Kraftwerk Temelín. Derzeit finden dort Erkundungsbohrungen statt, um deren Eignung für die Platzierung des Endlagers zu prüfen.
Nach Schätzungen der Autoren des Konzepts wird die Vorbereitung des Baus des Tiefenendlagers etwa 23 Milliarden Kronen und der Bau selbst 33 Milliarden Kronen kosten. Der Betrieb des Tiefenendlagers nach 2050 beläuft sich auf etwa 1,7 Milliarden Kronen pro Jahr (in Preisen von 2024). Teurer wird auch die Stilllegung der derzeitigen Kernkraftwerke – im Fall von vier Blöcken des Kraftwerks Dukovany nennt das Konzept eine Schätzung von 46,7 Milliarden Kronen, im Fall von zwei Blöcken in Temelín handelt es sich um 36,8 Milliarden Kronen.
Finnland ist voraus...
Aufgrund des öffentlichen Widerstands und der finanziellen Kosten zieht sich der Bau von tiefengeologischen Endlagern für radioaktive Abfälle auch in anderen Ländern hin. Am weitesten ist Finnland, wo das Endlager Onkalo baulich fertiggestellt ist. Mit seiner Inbetriebnahme wird nur noch auf die Genehmigung der Nuklearaufsichtsbehörde STUK gewartet. Der Endlagerbetreiber Posiva spricht von einer sicheren Lagerung des Abfalls für einen Zeitraum von mindestens 100.000 Jahren.
Im Falle einer Betriebsgenehmigung wird Onkalo das erste lizenzierte Endlager für die dauerhafte Lagerung von Abfällen aus Kernkraftwerken sein. Es befindet sich im Südwesten Finnlands in einer Tiefe von 430 Metern unter der Erde. Es handelte sich um ein zeit- und finanzaufwendiges Projekt. Der Bau des Endlagers begann im Jahr 2004 und kostete rund eine Milliarde Euro.
/gr/
Neue Blöcke in Dukovany gewinnen an Fahrt – Koreaner wählen Lieferanten für Kühltürme aus
17. Juni 2026, ČTK, oenergetice.cz
Das Unternehmen KHNP wird in Kürze eine Ausschreibung für die Lieferung von Kühltürmen für die beiden neuen Reaktorblöcke in Dukovany veröffentlichen. Im Herbst soll die Ausbildung der künftigen Kraftwerksoperatoren beginnen. Noch in diesem Jahr sollen die Vorgaben für die archäologischen Untersuchungen des Standorts fertiggestellt werden, die den Bauarbeiten vorausgehen. Zudem wird das neue Verwaltungsgebäude der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), der Investorin des neuen Kernkraftwerksprojekts, fertiggestellt.
Ein Jahr nach der Unterzeichnung des Vertrags mit dem südkoreanischen Unternehmen KHNP, das die neuen Blöcke errichten wird, verlaufen die Vorbereitungen planmäßig. Dies teilte die Sprecherin von EDU II, Alice Horáková, der Nachrichtenagentur ČTK mit.
Die derzeitige Vorbereitungsphase des Projekts umfasst vor allem die Erstellung der Planungs- und Genehmigungsunterlagen, die Einholung sämtlicher erforderlicher Genehmigungen sowie die Sicherstellung der notwendigen Infrastruktur für den Baubeginn. Dieser ist für das Jahr 2029 vorgesehen.
„In den vergangenen zwölf Monaten haben wir unter anderem die vollständigen geotechnischen Untersuchungen am Standort abgeschlossen und die erste Phase der Projektdokumentation erarbeitet. Die fachliche Ausbildung des Personals hat begonnen, und wir arbeiten intensiv an den Genehmigungs- und Zulassungsunterlagen“, erklärte der Generaldirektor von EDU II, Petr Závodský.
Die erste Stufe der Projektdokumentation, das sogenannte Konzeptprojekt, wurde von KHNP im April dieses Jahres übergeben. Es beschreibt die Gesamtlösung des Kraftwerks.
Die Mitglieder des Team Korea haben in Abstimmung mit den Gemeinden damit begonnen, die Möglichkeiten für Unterbringungskapazitäten in der Region zu prüfen. Während der intensivsten Bauphase werden sich auf der Baustelle der beiden Reaktorblöcke etwa 10.000 Beschäftigte aufhalten, teilte EDU II mit.
Zudem laufen die Vorbereitungen für die Verkehrsinfrastruktur weiter, insbesondere entlang der Route für den Transport übergroßer und schwerer Komponenten.
Auch die zweite Hälfte dieses Jahres werde mehrere wichtige Meilensteine mit sich bringen, erklärte das Unternehmen. An dem Auftrag für die Kühltürme könnten sich tschechische Unternehmen in erheblichem Umfang beteiligen. Es handelt sich um eine Technologie, die Nass- und Trockenkühlung kombiniert, um den Wasserverbrauch für die Kühlung des Kraftwerks auf ein Minimum zu reduzieren, erläuterte die Sprecherin.
Bis Ende des Jahres sollen zudem die ersten Ausschreibungen für Unteraufträge von KHNP im Bereich Hilfsmaterialien und Ausrüstung veröffentlicht werden.
Einige tschechische Unternehmen haben bereits Aufträge erhalten, erinnerte EDU II. Die Firma ČEZ Energetické projekty führte die geotechnischen Untersuchungen durch, das Unternehmen Doosan Škoda Power aus Pilsen erhielt den Auftrag zur Lieferung und Herstellung der Turbogeneratoren. Energoprojekt Praha wird Fachberatungsleistungen für die Genehmigung und Sicherheitsanalysen erbringen und sich an der Erstellung der Projektdokumentation beteiligen.
KHNP hat zudem ein Registrierungssystem für potenzielle Lieferanten sowie ein Partnerschaftsprogramm für tschechische und koreanische Zulieferer gestartet.
Im Herbst soll die Ausbildung der künftigen Kraftwerksoperatoren beginnen, die mehrere Jahre dauern wird.
Dank des neuen Verwaltungsgebäudes am Standort des Kernkraftwerks Dukovany wird EDU II künftig über eine eigene Infrastruktur für das Projektmanagement verfügen. Eine der sechs Etagen ist für Mitarbeiter von KHNP vorgesehen.
Ende Mai beschäftigte EDU II insgesamt 267 Mitarbeiter.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... atele-vezi
/gr/
Rolls-Royce SMR erfolgreich in Schweden: Bau von drei modularen Reaktoren
17.06.2026, Tageszeitung Hospodářské noviny
Autor: Petr Zenkner
Das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR, an dem die Energiegruppe ČEZ beteiligt ist, hat eine weitere Ausschreibung für Kernenergieprojekte in Europa gewonnen. Für den Bau von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR) wurde das Unternehmen von der Firma Videberg Kraft ausgewählt. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft des staatlichen Energiekonzerns Vattenfall, der in Schweden fünf große Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 5.500 MW betreibt und den Bau weiterer Anlagen plant.
Die drei Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 470 MW sollen auf der Halbinsel Värö an der schwedischen Westküste errichtet werden, wo Vattenfall bereits das Kernkraftwerk Ringhals betreibt. Rolls-Royce SMR setzte sich in dem seit dem Jahr 2022 laufenden Ausschreibungsverfahren gegen den amerikanisch-japanischen Konkurrenten GE Vernova Hitachi durch. Dieser hatte angeboten, die benötigte Kapazität mit fünf BWRX-300-Modulreaktoren mit einer Leistung von jeweils 300 MW bereitzustellen.
In Schweden handelt es sich um den ersten Neubau eines Kernkraftwerks seit mehr als 40 Jahren. Die neuen Reaktoren sollen etwa sechs Prozent des jährlichen Stromverbrauchs des Landes decken.
Die Entscheidung für eine Renaissance der Kernenergie fiel in Schweden im Oktober 2022. Ein Jahr später stellte die schwedische Regierung einen Plan vor, der bis zum Jahr 2045 den Bau neuer Kernkraftwerke – sowohl großer als auch kleiner Reaktoren – vorsieht. Im vergangenen Jahr verabschiedete das schwedische Parlament zudem ein Gesetz, das Unternehmen mit Kernenergieprojekten die Beantragung staatlicher Unterstützung ermöglicht.
Für die Briten ist der Erfolg eine Bestätigung ihrer starken Position in Europa. Neben den drei Reaktoren für Videberg Kraft hat Rolls-Royce SMR bereits den Bau von drei Blöcken im Vereinigten Königreich sowie mindestens eines Reaktors in Tschechien sicher. Dieser soll in Temelín errichtet werden. Das britische Unternehmen bemüht sich außerdem um Aufträge in den Niederlanden. Den Baubeginn des ersten Reaktors in Wales plant Rolls-Royce für das Jahr 2030.
Der Erfolg in Schweden ist besonders bemerkenswert, da es sich um die erste klassische Ausschreibung handelte, bei der mehrere SMR-Designs gegeneinander antraten. Rolls-Royce setzte sich dabei gegen seinen wichtigsten Konkurrenten GE Vernova Hitachi durch.
„Nach einem strengen Auswahlverfahren, das im Jahre 2022 begann und sowohl große als auch kleine modulare Reaktoren berücksichtigte, freuen wir uns, dass uns Videberg Kraft als Partner ausgewählt hat. Dies ist eine starke Bestätigung unseres Ansatzes, eine standardisierte SMR-Flotte zu liefern“, sagte Chris Cholerton, Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce SMR.
Bei den beiden vorherigen Ausschreibungen hatte Rolls-Royce gewisse Vorteile. Für die britische Regierung ist der Bau eines Reaktors in Wales eine Möglichkeit, einen Industriezweig zu fördern, in dem das Vereinigte Königreich großes Zukunftspotenzial sieht. Auftraggeber ist Great British Energy – Nuclear, eine Tochtergesellschaft einer staatlichen Agentur. Darüber hinaus hat der auf die Förderung sauberer Technologien und die industrielle Transformation ausgerichtete National Wealth Fund Rolls-Royce SMR Fördermittel in Höhe von 599 Millionen Pfund (rund 17 Milliarden Kronen) zugesagt.
In Tschechien ist ČEZ mit einem Anteil von 20 Prozent einer der wichtigen Aktionäre von Rolls-Royce SMR. Das zu ČEZ gehörende Unternehmen Škoda Jaderné strojírenství wird zudem ein zentraler Zulieferer für Komponenten der Reaktordruckbehälter und weiterer Anlagen sein.
Der Konkurrent GE Vernova Hitachi ist bislang der einzige westliche Hersteller (außerhalb Chinas und Russlands), der kleine modulare Reaktoren bereits baut. Konkret werden im kanadischen Darlington schrittweise vier BWRX-300-Reaktoren in Betrieb genommen. In Europa steht GE Vernova Hitachi einem Auftrag in Polen derzeit am nächsten.
Nach Schätzungen von Rolls-Royce belaufen sich die Kosten für einen Reaktor bei Serienfertigung auf rund 2,5 Milliarden Pfund (etwa 70 Milliarden Kronen). Zum Vergleich: Das südkoreanische Unternehmen KHNP, das in Dukovany zwei Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 1.063 MW errichten wird, soll jeden Block für rund 200 Milliarden Kronen bauen.
Für SMR-Projekte ist es entscheidend, dass die Reaktoren in größerer Stückzahl – sogenannten Flotten – gebaut werden. Erst dann kommt ihr Vorteil zum Tragen, nämlich die schnellere Errichtung. Laut einer Analyse der Citi beträgt die erwartete Marge von Rolls-Royce SMR bei einem Preis von 2,5 Milliarden Pfund rund 250 Millionen Pfund pro modularem Reaktor. Vorstandschef Chris Cholerton schätzt, dass weltweit bis zum Jahr 2050 etwa 400 kleine modulare Reaktoren gebaut werden.
/gr/
Zukunft der Wärmeversorgung für Brünn: Botschafter des Fernwärmeprojekts tagten in Brünn
17.06.2026 – Brünner Metropolitan
Brünn setzt die Vorbereitungen für eines der größten Energieprojekte in Tschechien fort. Die Brünner Stadtwerke (Teplárny Brno) präsentierten bei einem Treffen der Botschafter des Fernwärmeprojekts aus Dukovany den aktuellen Stand des Vorhabens, das künftig bis zu die Hälfte der Stadt mit Wärme aus dem Kernkraftwerk Dukovany versorgen soll. Gleichzeitig kündigten sie die Erweiterung des Botschafterteams um weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an.
Das Treffen der Projektbotschafter fand in Brünn unter Beteiligung von Vertretern der Region, Experten aus den Bereichen Energie, Sicherheit und europäische Gesetzgebung statt. Im Mittelpunkt standen der aktuelle Vorbereitungsstand des Projekts und seine Bedeutung für die künftige Energiestabilität Brünns und der gesamten Region.
Nach seiner Fertigstellung könnte die Wärme aus Dukovany von mehr als 110.000 Brünner Haushalten und Unternehmen genutzt werden. Das Projekt soll die Abhängigkeit Brünns von Erdgas deutlich verringern und für Jahrzehnte stabile sowie preislich planbare Wärmelieferungen sicherstellen.
„Das Projekt nimmt immer konkretere Formen an. Wir setzen die Vorbereitungen so fort, dass die Fernwärmeleitung im vorgesehenen Zeitrahmen realisiert werden kann“, erklärte der Generaldirektor der Brünner Stadtwerke /Teplárny Brno, Petr Fajmon.
Die Stadtwerke arbeiten weiterhin an der Projektdokumentation für die Trasse zwischen Dukovany und Brünn. Auf dem Stadtgebiet werden derzeit die anschließenden Planungsarbeiten und technischen Untersuchungen für den künftigen Verlauf der Fernwärmeleitung vorbereitet.
Neu erweitert wurde auch das Team der Projektbotschafter. Hinzugekommen sind die Europaabgeordneten Ondřej Knotek und Tomáš Kubín, der Abgeordnete Filip Turek sowie Kamil Števanka vom Ministerium für Industrie und Handel.
Die Botschafter sollen die fachliche Debatte über die Zukunft moderner Energietechnologien und die Bedeutung des Projekts für Tschechien und die Region fördern.
„Brünn reiht sich in die Gruppe der Städte ein, die Kernenergie für eine saubere und stabile Wärmeversorgung nutzen. Das Fernwärmeprojekt zeigt, dass moderne Energiewirtschaft sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann“, sagte der Europaabgeordnete Tomáš Kubín.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website www.horkovod.cz.
/gr/
Nach Ansicht des Regionalrats muss sich das Krankenhaus Třebíč erholen
17.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES / Region Vysocina (ČTK)
TŘEBÍČ – Die Regionalabgeordneten im Kreis Vysocina haben in dieser Woche ein Darlehen in Höhe von 120 Millionen Kronen für das Krankenhaus Třebíč genehmigt.
„Die Rückzahlung soll erst im Jahr 2033 erfolgen – auch im Hinblick auf den geplanten Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany“, erklärte der für das Gesundheitswesen zuständige Regionalrat Jiří Běhounek während der Sitzung.
Das Krankenhaus leidet aufgrund einer geringen Leistungsfähigkeit unter Geldmangel und muss deshalb 80 Millionen Kronen an die Allgemeine Krankenversicherung (Všeobecná zdravotní pojišťovna) zurückzahlen, die es zuvor als Vorauszahlungen erhalten hatte.
Mit der wirtschaftlichen Situation des Krankenhauses zeigte sich Běhounek unzufrieden. „Das Krankenhaus muss sich erholen, damit es überhaupt wieder eine ausreichende Leistungsfähigkeit erreicht“, sagte er.
Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Einrichtung für die Region mit dem Kernkraftwerk Dukovany, das um zwei neue Reaktorblöcke erweitert werden soll.
Der Regionalrat hob positiv hervor, dass es dem Krankenhaus inzwischen gelingt, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Nach einem halben Jahr konnte auch die Stelle des Chefarztes der Inneren Abteilung besetzt werden. Zudem steigen die Zahlen chirurgischer und orthopädischer Eingriffe.
„Ich glaube, dass sich das Krankenhaus Třebíč allmählich stabilisieren wird. Die Finanzströme müssen jedoch auf diese Weise unterstützt werden“, sagte Běhounek vor der Abstimmung über das Darlehen.
Die Höhe des Darlehens sei seiner Ansicht nach ausreichend, obwohl das Krankenhaus 166,5 Millionen Kronen beantragt hatte.
„Wir empfehlen, dieses Darlehen bis zum 31. Dezember 2033 zu gewähren, damit während der Umsetzung des Bauprojekts in Dukovany Klarheit darüber besteht, wie die finanzielle Situation des Krankenhauses aussieht und ob es in der Lage ist, die Mittel zurückzuzahlen“, erläuterte Běhounek.
/gr/
Die Mährisch – Schlesische Region macht Druck auf die Regierung: Sie will einen Reaktor
Ohne eine nukleare Energiequelle wird es künftig schwierig sein, die Energiesicherheit der Region zu gewährleisten.
17.6.2026 MF DNES Seite 16
Autor: Darek Stalmach
OSTRAVA – Die Mährisch-Schlesische Region will das Versprechen, zu den ersten Regionen Tschechiens zu gehören, in denen ein kleiner modularer Kernreaktor (SMR) entsteht, nicht in Vergessenheit geraten lassen.
Nach den jüngsten Äußerungen des Industrieministers Karel Havlíček, wonach die Region bei der Vorbereitung solcher Anlagen „an erster Stelle“ stehen solle, haben die Regionalabgeordneten deutlich gemacht, dass sie weiterhin an einer Einstufung als Prioritätsstandort interessiert sind.
Sie verabschiedeten eine Erklärung zur Unterstützung des Baus kleiner modularer Reaktoren auf dem Gebiet der Region.
Nach ihrer Ansicht ist Kernenergie die geeignetste Lösung, um die Energiesicherheit nach dem Ausstieg aus der Kohle zu gewährleisten. „Die Region braucht als Industriestandort kleine modulare Reaktoren. Wir wollen die Industrie hier erhalten und gleichzeitig die Wärmeversorgung der an die Fernwärme angeschlossenen Haushalte sichern“, sagte der Kreishauptmann Josef Bělica.
An die Bedeutung eines solchen Vorhabens erinnerte die Abgeordneten auch Stanislav Mišák, Direktor des Zentrums für Energie- und Umwelttechnologien (CEET) an der Technischen Universität Ostrava (VŠB-TUO). Das CEET befasst sich unter anderem mit der Forschung im Bereich einer kohlenstoffarmen und nachhaltigen Energieversorgung.
„Bereits jetzt, also in den Jahren 2026 und 2027, fehlen uns 600 Megawatt Leistung, die wir für die Region zukaufen müssen. Das entspricht der Leistung von drei Blöcken des Kraftwerks Dětmarovice“, erläuterte Mišák die aktuelle Energiesituation in der Region.
Seiner Einschätzung nach wird sich das Energiedefizit in den kommenden Jahren weiter verschärfen.
Eine weitere wichtige Rolle spiele die Wärmeversorgung. Eine Kernenergieanlage müsste nicht nur Strom erzeugen, sondern könnte auch die zentrale Fernwärmeversorgung unterstützen.
„Die Nutzung der Abwärme aus der Kernenergie ist absolut entscheidend. Andernfalls sind wir im Rahmen der zentralen Wärmeversorgung nicht in der Lage, die Versorgung mit Wärmeenergie sicherzustellen – insbesondere während der winterlichen Spitzenlastzeiten“, ergänzte der CEET-Direktor.
Als mögliche Standorte für die Reaktoren kommen beispielsweise das Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Dětmarovice, Ostrava-Kunčice oder Blahutovice im Bezirk Nový Jičín infrage, wo bereits vor vielen Jahren ein Standort für ein Kernkraftwerk ausgewiesen wurde.
Nach früheren Angaben könnte in Dětmarovice der Bau eines kleinen modularen Reaktors im Jahr 2035 beginnen. Die vollständige Inbetriebnahme wird für etwa 2045 erwartet.
Gerade Dětmarovice wurde in der Debatte der Regionalabgeordneten am häufigsten genannt. Der Abgeordnete Vladimír Návrat wies jedoch darauf hin, dass die geplante Anlage leistungsmäßig kaum noch einer ursprünglich vorgesehenen kleinen Technologie entspreche.
„470 Megawatt sind kein kleiner Reaktor. Das entspricht im Grunde einem Reaktorblock in Dukovany, wie er ursprünglich gebaut wurde“, sagte er.
Gleichzeitig hält er Dětmarovice insbesondere wegen der Fernwärmeversorgung für einen logischen Standort. Schon heute werden von dort Bohumín und Orlová mit Wärme versorgt.
In der Debatte wurden jedoch auch Zweifel geäußert. Der Abgeordnete Libor Witassek betonte, dass kleine modulare Reaktoren keine Lösung seien, die die Energiebilanz der Region in den kommenden Jahren verbessern könne.
„Die Region sollte vor allem darauf drängen, dass bereits bestehende Technologien rasch fertiggestellt werden und wir das Defizit mithilfe von Gas- und anderen Projekten ausgleichen. Diese Visionen sind zwar schön, werden die Energieversorgung aber in einem absehbaren Zeitraum nicht retten“, erklärte Witassek.
Auch Josef Babka unterstützte die Erklärung, wies jedoch auf die wirtschaftliche Dimension des Projekts hin. „Das ist keineswegs ein kleines Bauvorhaben – wir sprechen von 470 Megawatt“, sagte Babka über den geplanten Reaktortyp.
„Ich wundere mich, dass jemand gleichzeitig Temelín und Dětmarovice bauen möchte. Meiner Meinung nach ist das wirtschaftlich nicht tragbar“, fügte er hinzu.
Die Region bemüht sich bereits seit Langem um eine Kernenergieanlage. Schon im Jahre 2021 unterzeichnete sie mit dem Energieunternehmen ČEZ eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Vorbereitung des Baus kleiner Kernreaktoren. Ein Jahr später folgte ein Memorandum mit der Technischen Universität Ostrava (VŠB-TUO), Veolia Energie ČR und dem Unternehmen Witkowitz Atomica.
„Bereits jetzt, also in den Jahren 2026 und 2027, fehlen uns 600 Megawatt Leistung.“ Stanislav Mišák, VŠB-TUO
9 Jahre würden im günstigsten Fall noch bis zum Baubeginn des Reaktors im Jahr 2035 vergehen.
475 Megawatt könnte die Leistung des für die Region geplanten modularen Reaktors betragen.
/gr/
KHNP-Newsletter – Ausgabe 6/2026
Was gibt es Neues?
• Dutzende Unternehmen möchten sich am tschechisch-koreanischen Partnerschaftsprogramm beteiligen.
• Neue Reaktoren stehen im Einklang mit den Zielen von Euratom.
• Tschechische Experten wurden in Korea geschult.
• Tschechisch-koreanische Tage finden in Třebíč und erstmals auch in Týn nad Vltavou statt.
• Ein Jahr nach Vertragsunterzeichnung: Konzeptprojekt, Standortuntersuchungen und Programm für tschechische Unternehmen.
• Die Europäische Kommission wird kein FSR-Verfahren eröffnen.
Großes Interesse am Partnerschaftsprogramm in Tschechien und Korea
Innerhalb von knapp zwei Monaten haben sich bereits 27 Unternehmen aus beiden Ländern für das tschechisch-koreanische Partnerschaftsprogramm von KHNP angemeldet. Ihr Tätigkeitsbereich reicht von Steuerungs- und Kontrollsystemen (I&C) bis hin zur Lieferung von Baumaschinen.
Nach der Auswertung der Bewerbungen werden wir für die registrierten Unternehmen geeignete koreanische Partner für eine Zusammenarbeit suchen. Das Programm eröffnet insbesondere jenen Firmen neue Möglichkeiten, für die eine eigenständige Teilnahme an Ausschreibungen schwierig sein könnte. Gemeinschaftsunternehmen, Unteraufträge und weitere Formen der Zusammenarbeit mit koreanischen Partnern ermöglichen eine breitere und effizientere Beteiligung am Projekt und potenziell auch an globalen Lieferketten.
Alle erforderlichen Informationen, einschließlich einer ausführlichen Anleitung zur Teilnahme am Programm, stehen auf der tschechischen Website von KHNP zur Verfügung.
https://khnpceskolinks.seurl.cz/t/3/bAM ... AAAC/ebcb9
Projekt der neuen Blöcke in Dukovany erhält wichtiges europäisches „Gütesiegel“
Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass die Investition in den Bau von zwei neuen Kernreaktoren am Standort Dukovany mit den Zielen des Euratom-Vertrags vereinbar ist. Diese Entscheidung ist für weitere Verfahren, wie beispielsweise die Erteilung der Baugenehmigung, von großer Bedeutung.
Gemäß dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) müssen die Mitgliedstaaten Investitionsprojekte im Bereich der Kernenergie vorab bei der Europäischen Kommission anmelden. Dies gilt auch für den Bau neuer Anlagen. Die Kommission prüft anschließend, ob das Projekt mit dem langfristigen Energiebedarf der EU vereinbar ist, ob es sich in die europäische Struktur der Energieerzeugung einfügt und ob die Anforderungen an den Gesundheits- und Bevölkerungsschutz erfüllt werden.
Die positive Stellungnahme der Europäischen Kommission zum Bau neuer Kernkraftwerksblöcke des Typs APR1000 in Dukovany stellt einen wichtigen Meilenstein dar. Obwohl sie rechtlich nicht bindend ist und die Investition weder genehmigt noch untersagt, besitzt sie erhebliches politisches Gewicht. Sie dient häufig als Grundlage für weitere Verfahren auf EU-Ebene oder in den Mitgliedstaaten, beispielsweise für Baugenehmigungen oder Notifizierungsverfahren.
KEPCO Nuclear Fuel startet Schulungen zum Kernbrennstoff für die neuen Blöcke in Dukovany
An der ersten von insgesamt vier geplanten Schulungen zum Brennstoff für die APR1000-Reaktoren, die in den neuen Blöcken in Dukovany eingesetzt werden sollen, nahmen in Seoul 19 Mitarbeiter der Unternehmen Elektrárna Dukovany II, ČEZ, Energoprojekt Praha und ÚJV Řež teil.
Teil der Vereinbarung über den Bau der beiden neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany ist auch ein Vertrag über die Lieferung von Kernbrennstoff für mehrere Betriebsjahre. Die Brennelemente für die APR1000-Reaktoren wird das südkoreanische Unternehmen KEPCO Nuclear Fuel liefern. Tschechische Fachleute machen sich daher bereits seit diesem Jahr mit der neuen Technologie vertraut.
Der Brennstoff für den APR1000 unterscheidet sich auf den ersten Blick von jenem, der derzeit in den tschechischen Kernkraftwerken vom Typ VVER verwendet wird. Während die bisherigen Brennelemente eine sechseckige Grundfläche besitzen, werden die neuen Brennelemente für den APR1000 quadratisch sein. Auf der Ebene der Brennstäbe handelt es sich jedoch um ein technologisch vergleichbares und hochentwickeltes Produkt.
Freiwillige aus Korea zu Gast in Třebíč und Týn nad Vltavou
Die traditionellen tschechisch-koreanischen Tage finden in diesem Jahr in Třebíč und erstmals auch in Týn nad Vltavou statt. Die Einwohner können sich auf ein abwechslungsreiches Programm einschließlich eines Fußballturniers freuen.
Eine Gruppe von mehr als 50 Mitarbeitern von KHNP, Universitätsstudenten, Mitgliedern einer Fußballmannschaft aus der koreanischen Stadt Gyeongju sowie weiteren Freiwilligen unter der Leitung des Vizepräsidenten für gemeinsame Entwicklung und Zusammenarbeit, Chun-jung Park, wird die Tschechische Republik besuchen.
Die Reise beginnt am 16. Juni in Týn nad Vltavou. In den darauffolgenden drei Tagen werden die Gäste den Einwohnern die koreanische Kultur, die Kampfkunst Taekwondo, traditionelle Volksmusik sowie das immer beliebter werdende Phänomen K-Pop näherbringen.
Ein ähnliches, jedoch etwas umfangreicheres Programm präsentieren die koreanischen Besucher am 20. und 21. Juni in Třebíč. Dort wird zusätzlich ein Fußballturnier stattfinden. Für die Öffentlichkeit werden fünf thematische Workshops zur koreanischen Kultur angeboten: K-Pop, Taekwondo, traditionelle koreanische Musikinstrumente, die koreanische Schrift und die koreanische Gastronomie. In beiden Städten wird Vizepräsident Park Vertretern kommunaler Organisationen Spendenschecks überreichen.
Die Veranstaltung findet seit 2017 bereits zum achten Mal statt; zweimal musste sie aufgrund der COVID-19-Pandemie ausfallen.
Ein Jahr nach Vertragsunterzeichnung: Bauvorbereitung und Einbindung tschechischer Unternehmen laufen auf Hochtouren
Die Erstellung des Konzeptprojekts, die Durchführung geologischer Untersuchungen und die schrittweise Einbindung tschechischer Unternehmen gehören zu den wichtigsten Erfolgen des ersten Jahres nach der Unterzeichnung des Vertrags über den Bau des neuen Kernkraftwerks in Dukovany.
Untersuchungen in Rekordzeit
Während KHNP bereits vor Vertragsabschluss Gespräche mit tschechischen Unternehmen aufgenommen hatte, war der Beginn der geotechnischen Untersuchungen am Standort der künftigen Blöcke in Dukovany – nur zwei Monate nach Vertragsunterzeichnung – das erste bedeutende Ereignis vor Ort. Die Arbeiten dauerten acht Monate. Die Gesamtlänge der Bohrungen betrug rund 13 Kilometer. In der intensivsten Phase waren mehr als 50 Personen und zehn Bohranlagen im Einsatz. Alle Arbeiten wurden in Rekordzeit abgeschlossen.
Derzeit werden ausgewählte Proben in Laboren untersucht und der Abschlussbericht vorbereitet.
Chancen für tschechische Unternehmen..
Von Beginn an standen wir nicht nur mit dem Projekteigentümer und den staatlichen Behörden, sondern auch mit der tschechischen Wirtschaft in regelmäßigem Austausch. Es fanden mehrere Lieferantentage und große Konsultationstreffen statt.
In Prag wurde bereits vor der Vertragsunterzeichnung ein Lokalisierungszentrum eröffnet. Bis heute haben rund 80 tschechische Unternehmen Interesse an der Lieferung von Hilfsausrüstung und Materialien bekundet und durchlaufen derzeit den Registrierungsprozess für KHNP-Lieferanten.
Die Partner des Team Korea werden weitere Ausschreibungen in unterschiedlichen Bereichen veröffentlichen und so tschechischen Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten für eine umfassendere Beteiligung am Projekt eröffnen.
Über das tschechisch-koreanische Partnerschaftsprogramm konnten Sie bereits zu Beginn unseres Newsletters lesen.
Tausende Seiten des Konzeptprojekts
Im April wurde das Konzeptprojekt EDU II eingereicht. Es definiert die spezifischen Anforderungen an das Kraftwerk und seine einzelnen Systeme und beschreibt, wie diese in die Standardlösung der APR1000-Blöcke integriert werden.
Das Projekt umfasst mehrere tausend Seiten, da alle Inhalte nicht nur an die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Tschechischen Republik, sondern auch an die Besonderheiten des Standorts und die im Vertrag festgelegten Anforderungen des Investors angepasst werden mussten.
Wir haben mehrere Zehntausend Anforderungen berücksichtigt und alle Unterlagen fristgerecht eingereicht.
Dies ist nur eine kleine Auswahl der Aktivitäten, die wir im vergangenen Jahr umgesetzt haben. Das Projekt verläuft planmäßig und schafft weitere Möglichkeiten für die Entwicklung der tschechisch-koreanischen Zusammenarbeit.
Wir danken allen Partnern für ihre bisherige Unterstützung und freuen uns auf die gemeinsamen Ergebnisse in der kommenden Zeit.
KHNP hat die Ausschreibung fair gewonnen
Das erste Jubiläum des Abschlusses des anspruchsvollen Ausschreibungsverfahrens wurde symbolisch von der Nachricht begleitet, dass die Europäische Kommission beschlossen hat, ihre Vorprüfung gemäß der Verordnung über ausländische Subventionen, die den Binnenmarkt verzerren (EU FSR), im Zusammenhang mit dem Bau neuer Blöcke in Dukovany abzuschließen.
Eine eingehende Untersuchung wird daher nicht eingeleitet.
Die Kommission hatte geprüft, ob die Regierung Südkoreas KHNP durch verdeckte Subventionen in die Lage versetzt hatte, ein besonders günstiges Angebot abzugeben.
Die Europäische Kommission ist nun zu dem Schluss gekommen, dass kein Anlass für die Einleitung einer vertieften Untersuchung besteht.
Quelle: KHNP Prague Office, Zweigstelle
Hvězdova 1716/2b, 140 00 Praha, Nusle
+420 222 753 180
LSC.dukovany@khnp.co.kr
www.khnpcesko.cz <https://khnpceskolinks.seurl.cz/t/3/bAE ... AABw/cfd8a>
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Atomkraft vom 18.6.2026:
Inhalt:
Das Kabinett sollte nach Ansicht des Senats die Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit dem Ausbau von Dukovany einhalten.
Das Verfassungsgericht befasst sich mit den Auswirkungen des Kernkraftwerksblocks in Dukovany
Verein Kinder der Erde / Děti Země kritisiert den Ausschluss von der Entscheidungsfindung über Eingriffe in das Landschaftsbild.
Auf ihrem Boden soll ein Kraftwerk stehen. Wir wollen uns einigen, sagt der Chef von Dukovany Zavodsky.
Nach dreißig Jahren Vorbereitung begannen die ersten Bohrungen für das Atommüll-Endlager. Die Gemeinden wehren sich weiter.
Das Ministerium überraschte die Gemeinden. Das Endlager soll 15 Jahre früher entstehen.
Schweden wählt Rolls-Royce SMR für neue Reaktoren nahe dem Kernkraftwerk Ringhals.
Präsident in der Region Vysocina - Dukovany und Drohnen auf Programm.
Presseaussendung des Unternehmens Elektrárny Dukovany II (EDU II):
Ein Jahr nach der Unterzeichnung des Vertrags für die neuen Blöcke in Dukovany: Die Bauvorbereitungen laufen auf Hochtouren und planmäßig
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Das Kabinett sollte nach Ansicht des Senats die Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit dem Ausbau von Dukovany einhalten
17. Juni 2026 Radiosender Cesky radio
Die Regierung von Andrej Babiš (ANO) sollte nach Auffassung des Senats die staatlichen Ausgleichszahlungen in Höhe von 12 Milliarden Kronen für die Regionen Südmähren und Vysočina sowie die betroffenen Gemeinden im Zusammenhang mit dem Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany einhalten. Dies sieht der Aktionsplan Dukovany vor, der von der früheren Regierung unter Petr Fiala (ODS) verabschiedet wurde. Der Senat forderte die Regierung heute dazu auf, da sie die ursprüngliche Entscheidung aufheben möchte. Der Vizepremierminister Karel Havlíček (ANO) bestätigte dies gegenüber den Senatoren. Seiner Ansicht nach sollten jedoch nur tatsächlich entstandene Kosten erstattet werden.
Der Senat verwies auf die Sorgen der Gemeinden, dass die unterschiedlichen Positionen der Regierungen zu einer Kürzung oder Verschiebung der zugesagten Entschädigungen führen könnten. Dies würde bereits vorbereitete Projekte gefährden und das Vertrauen in die Verpflichtungen des Staates untergraben. „Man kann nicht sagen: Das haben die vor uns beschlossen, also halten wir uns nicht daran und kümmern uns nicht darum“, erklärte der Vorsitzende der ODS- und TOP-09-Senatoren, Zdeněk Nytra. Nach Ansicht weiterer Vertreter der Fraktion ist das Vorgehen der Regierung nicht akzeptabel.
Zwei neue Blöcke in Dukovany werden vom südkoreanischen Unternehmen KHNP vorbereitet. Die Kosten für ihren Bau belaufen sich zu Preisen des vergangenen Jahres auf 407 Milliarden Kronen. Der erste der neuen Reaktoren in Dukovany soll im Jahr 2036 fertiggestellt werden. Derzeit werden vor Ort die geologischen Untersuchungen des Standorts fortgesetzt. Der Bau des ersten Blocks soll im Jahre 2029 beginnen.
Quelle: https://cesky.radio.cz/kabinet-mel-podl ... an-8889767
/gr/
Das Verfassungsgericht befasst sich mit den Auswirkungen des Kernkraftwerksblocks in Dukovany
Verein Kinder der Erde / Děti Země kritisiert den Ausschluss von der Entscheidungsfindung über Eingriffe in das Landschaftsbild
18.6.2026 Ekolist.cz
Seit dem 1. Juni 2026 befasst sich das Verfassungsgericht mit einer Verfassungsbeschwerde von Děti Země / Kindern der Erde gegen Urteile des Obersten Verwaltungsgerichts vom März 2026 und des Stadtgerichts Prag vom Dezember 2025, die die Standortgenehmigung für den neuen Kernkraftwerksblock in Dukovany bestätigt haben. Nach Auffassung der Organisation hat das Ministerium für Industrie und Handel den Standort genehmigt, ohne konkrete Anforderungen zur Minderung der Auswirkungen des gewaltigen Kühlturms auf das Landschaftsbild festzulegen.
Diese Maßnahmen sollen nämlich erst nach Abschluss sämtlicher Verfahren beschlossen werden – frühestens drei Jahre vor der Errichtung des Blocks und nur im Einvernehmen zwischen Elektrárna Dukovany II und den Gemeinden. Nach Ansicht von Kindern der Erde / Děti Země haben die Behörden und Gerichte damit ihr Recht verletzt, an der Festlegung dieser Maßnahmen mitzuwirken.
„In der verbindlichen Stellungnahme der Kreisbehörde in Jihlava wird ausgeführt, dass der riesige Kühlturm des Kernkraftwerksblocks in Dukovany mit einer Höhe zwischen 160 und 180 Metern in einem Umkreis von bis zu zwanzig Kilometern mittlere bis starke nachteilige Auswirkungen auf das Landschaftsbild haben wird. Daher soll sich Elektrárna Dukovany II drei Jahre vor der Errichtung des Kühlturms mit den Gemeinden darüber verständigen, an welchen Orten Schutzpflanzungen vorgenommen werden, in welchem Umfang und mit welchen Baumarten. Umweltverbände wurden somit rechtswidrig von diesem Prozess ausgeschlossen“, erläutert der Vorsitzende von Kindern der Erde / Děti Země, Miroslav Patrik, den Kern der Verfassungsbeschwerde.
Verein Kinder der Erde /Děti Země forderte daher in ihrem Einspruch gegen die Standortgenehmigung des Kernkraftwerksblocks, in ihrer Klage und in ihrer Revision, dass die Auflage zur konkreten Regelung der Auswirkungen des Kühlturms auf das Landschaftsbild dahingehend geändert wird, dass die Standorte für Schutzpflanzungen, deren Umfang und Arten sowie die Art und Weise ihrer Pflanzung und Pflege bereits vor Abschluss des Raumordnungsverfahrens unter Beteiligung der Umweltverbände festgelegt werden – und nicht erst hinter ihrem Rücken unmittelbar vor Beginn der Bauarbeiten am Kühlturm.
Das Stadtgericht lehnte den Antrag von Kindern der Erde/ Děti Země auf Änderung der Auflage ab, da die konkreten Bedingungen zur Minderung der Auswirkungen des Bauwerks auf das Landschaftsbild erst im Baugenehmigungsverfahren festgelegt würden. Ebenso entschied das Oberste Verwaltungsgericht, das jedoch die Auffassung vertritt, dass das Abstimmungsverfahren vor der Errichtung des Kühlturms unter Beteiligung der Umweltverbände gemäß dem Naturschutz- und Landschaftspflegegesetz stattfinden werde.
„In der Verfassungsbeschwerde machen wir jedoch geltend, dass die Anforderungen zum Schutz des Landschaftsbildes im Raumordnungs- und im Baugenehmigungsverfahren unterschiedlichen Charakter haben und daher nicht vermischt werden dürfen. Nach Abschluss aller nachgelagerten Verfahren unter Beteiligung der Umweltverbände wird es kein weiteres Verfahren nach dem Naturschutz- und Landschaftspflegegesetz mehr geben. Verein Kinder der Erde / Děti Země wurde somit rechtswidrig von der Diskussion über den Umfang der Schutzpflanzungen rund um Dukovany ausgeschlossen, wodurch ihre Rechte verletzt wurden“, erklärt Patrik.
Der neue Kernkraftwerksblock mit einer Leistung von bis zu 1.200 Megawatt soll mindestens 204 Milliarden Kronen kosten und vom südkoreanischen Unternehmen KHNP in den Jahren 2029 bis 2036 errichtet werden. Sollte das Projekt umgesetzt werden, könnten sich die Kosten nach Einschätzung von Kindern der Erde / Děti Země auf 320 bis 408 Milliarden Kronen erhöhen. Zudem könnte der Baubeginn verschoben werden und die Bauzeit statt acht Jahren bis zu vierzehn Jahre betragen.
/gr/
Auf ihrem Boden soll ein Kraftwerk stehen. Wir wollen uns einigen, sagt der Chef von Dukovany Zavodsky
Autorin: Sofie Krýžová
17. 6. 2026, Seznam Zprávy
Die Rieseninvestition in die neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany soll sich nach 30 Jahren amortisieren. Bislang wird darauf gewartet, dass der Staat die Finanzierung übernehmen kann. Die Inanspruchnahme des günstigen Kredits wird sich laut dem Chef von EDU II jedoch möglicherweise nicht im Strompreis widerspiegeln.
Die Vorbereitung der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany geht weiter. Die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, die für das Projekt verantwortlich ist, stößt jedoch nahtlos auf eine Reihe von Hindernissen. Noch vor der Unterzeichnung des eigentlichen Vertrags mit der südkoreanischen Firma KHNP focht die französische EDF den Verlauf der Ausschreibung vor tschechischen Gerichten an. Nun sind ihre Streitigkeiten jedoch beigelegt. „Ich bin froh, dass diese Situation wieder in eine normale geschäftliche Zusammenarbeit übergeht, denn der nukleare Teich ist relativ klein, wir kennen uns alle und es ist ideal, wenn wir alle zusammenarbeiten“, sagt Petr Závodský, Generaldirektor von Elektrárna Dukovany II, im Interview für SZ Byznys.
Gerade verschiedene Gerichtsprozesse und das Anfechten des Projekts bei Behörden könnten den Zeitplan des Projekts am meisten gefährden. Nun stößt Dukovany II jedoch auf Probleme mit Grundstückseigentümern. Diese hatten nämlich in der Vergangenheit Land an dem Ort aufgekauft, an dem die zwei neuen Blöcke entstehen sollen. Der Investor will sich lieber mit ihnen einigen als prozessieren. „Laut Gesetz müssen wir mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns vorgehen und können daher nicht zu einem Preis aufkaufen, der höher wäre, als uns das Gutachten empfiehlt“, sagt Závodský.
EDU II beziehungsweise der Energiekonzern ČEZ wartet immer noch darauf, dass der Staat für seinen 80-prozentigen Anteil an der Gesellschaft bezahlt. Ursprünglich hätte dies bereits im Mai dieses Jahres geschehen sollen, die Parteien haben sich jedoch auf einen etwa einjährigen Zahlungsaufschub geeinigt. In diesem Jahr erhält EDU II vom Staat also keinen einzigen Cent, und das Projekt, das 407 Milliarden Kronen kosten soll, wird vorerst über einen kommerziellen Kredit eines Konsortiums aus fünf Banken finanziert – Komerční banka, Raiffeisenbank, UniCredit Bank, Česká spořitelna und ČSOB. Laut Závodský je der Kredit jedoch günstig und die Zinsen sind niedriger als beispielsweise bei Hypotheken.
+ Es ist etwa ein Jahr seit der Vertragsunterzeichnung mit KHNP für den Bau der neuen Blöcke in Dukovany vergangen. Wie weit sind Sie in dieser Zeit vorangekommen?
Wir sind sehr weit vorangekommen, was die Genehmigungsverfahren beziehungsweise die Ausarbeitung der Dokumentation für die Genehmigungsverfahren betrifft. Wir haben das Konzeptdesign für das gesamte Kraftwerk einschließlich der Baustelleneinrichtung ausgearbeitet und einen rechtskräftigen Raumordnungsbeschluss. Auch die Rechtsstreitigkeiten bezüglich der Anfechtung des Raumordnungsbeschlusses sowohl beim Stadtgericht in Prag als auch beim Obersten Verwaltungsgericht und teilweise auch beim Verfassungsgericht sind beendet, welches letzte Woche die Beschwerde der Gesellschaft ESHG abgewiesen hat (diese besitzt Grundstücke im Kataster der geplanten Erweiterung von Dukovany, Anm. d. Red.).
Zudem stehen wir kurz vor der Fertigstellung des ersten Verwaltungsgebäudes in Dukovany, und die geologische Erkundung einschließlich der Labortests wurde abgeschlossen.
+ Sind Sie nun laut Zeitplan dort, wo Sie sein sollten?
Alles läuft nach Zeitplan, wir haben aktuell keine Verzögerung. Wir hoffen, dass uns das während der gesamten Projektdauer erhalten bleibt, wir werden das Maximum dafür tun. Dieser Zeitplan ist sehr ambitioniert. Aber so muss es sein, denn sonst würden wir uns nirgendwohin bewegen.
+ Welchen Teil befürchten Sie am meisten, weil dort entweder eine Verzögerung oder eine fundamentale Verteuerung entstehen könnte?
Es ist ein großes Infrastrukturprojekt, es kann mehrere Bereiche geben. Für mich ist das größte Risiko immer das, das wir nicht beeinflussen können. Also Prozesse, die außerhalb von uns ablaufen, sei es in der Europäischen Kommission oder in Verwaltungsverfahren. Damit meine ich jetzt nicht, dass die Behörden ihre Pflichten nicht erfüllen, aber es besteht das Risiko von Anfechtungen, auch von zweckgerichteten Anfechtungen durch die Öffentlichkeit. Da wird es immer darauf ankommen, wie schnell das Gericht entscheidet.
Das größte Risiko für das Projekt ist, dass wir auf irgendeine Gerichtsentscheidung oder eventuell auf irgendeine Berufung warten werden.
+ Aktuell kämpfen Sie immer noch mit ähnlichen Fällen wie mit der erwähnten Firma ESHG, die einst Grundstücke aufkaufte, auf denen das neue Kraftwerk entstehen soll. Was forderte diese Gesellschaft von Ihnen?
Wir haben bereits vor einigen Jahren mit dem Aufkauf der benötigten Grundstücke begonnen, aber zu dieser Zeit wurde erst ein Block vorbereitet. Sie ahnten natürlich, dass es auch weitere Blöcke geben würde, also kauften sie die Grundstücke unter dem zukünftigen sechsten Block. Wir haben sie am Anfang für etwa 123 CZK pro Quadratmeter aufgekauft. Es war landwirtschaftliche Nutzfläche in einem Gebiet mit einer Bausperre, und für diesen Betrag haben wir sie laut Gutachten aufgekauft. So haben uns die Gemeinden und viele lokale Eigentümer die Grundstücke verkauft.
+ Können Sie die Grundstücke beispielsweise nach dem Liniengesetz enteignen, da es sich um ein strategisches Bauwerk handelt?
Die Zeit rückt näher, in der wir uns entweder mit diesen Eigentümern einigen oder den Prozess der Enteignung durchlaufen. Wir haben ihnen laut dem neuen Gutachten einen höheren Preis angeboten, wir haben ihnen auch einen Bonus zum Preis angeboten, wenn sie uns die Grundstücke verkaufen, damit wir nicht in das Enteignungsverfahren gehen müssen. Wir wollen uns einfach lieber einigen als prozessieren.
Einige Eigentümer wollen uns die Grundstücke zum neuen Preis verkaufen, manche reagieren gar nicht. Die Gesellschaft ESHG hat uns nie einen konkreten Preis für die Flächen für die Baustelleneinrichtung genannt, zu dem sie bereit wäre, sie uns zu verkaufen. Sie wollen viel Geld, ungefähr so, wie sie andere Grundstücke verkauften, als sie diese in Aero Vodochody oder in der Industriezone in Karviná aufgekauft hatten, wo man sie laut Gesetz nicht enteignen kann.
Wir müssen jedoch mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns vorgehen, kurz gesagt, wir können nicht zu einem Preis aufkaufen, der höher wäre, als uns das Gutachten empfiehlt, auch im Hinblick darauf, für wie viel wir die Grundstücke von den umliegenden Gemeinden aufgekauft haben.
+ Wie gelingt Ihnen bislang die Verhandlung mit den anderen Grundstückseigentümern?
Im Laufe des letzten Monats haben sich zwei Eigentümer bei uns gemeldet und sind bereit, uns die Grundstücke mit dem Bonus zu verkaufen. Aber von allen haben wir keine so positive Reaktion. Wo es uns nicht gelingt, werden wir in das Enteignungsverfahren gehen müssen und es dem Gericht überlassen, den Grundstückspreis zu bestimmen, den wir dann gemäß seiner Entscheidung bezahlen.
+ Die Europäische Kommission hat entschieden, dass sie keine vertiefte Prüfung bezüglich einer eventuellen unzulässigen staatlichen Beihilfe für KHNP einleiten wird. Was bedeutet das für Sie?
Ich bin froh, dass wir diesen Punkt abschließen können. Es hat ein Jahr gedauert und uns einige Kapazitäten geraubt. Wir haben eine Reihe von Antworten für die Europäische Kommission ausgearbeitet, ebenso wie KHNP, aber auch einige koreanische Firmen. Von Anfang an haben wir jedoch geglaubt, dass eine vertiefte Prüfung nicht eingeleitet wird.
+ Die Kommission erwog die Prüfung auf Anregung des Konkurrenzunternehmens EDF (das sich ebenfalls um die Ausschreibung bewarb, aber eben gegen KHNP verlor), das noch letztes Jahr die Ausschreibung vor den hiesigen Gerichten anfocht. Wie sind Ihre Beziehungen zu ihr jetzt?
Im Moment liegt bei den tschechischen Gerichten kein Einwand vor. Ich denke, dass wir mit EDF in der Kernenergie generell korrekte Beziehungen haben. Für ČEZ ist EDF beziehungsweise deren Tochtergesellschaft Framatome einer der Partner bei den bestehenden Kernkraftwerken. Ich bin froh, dass diese Situation wieder in eine normale geschäftliche Zusammenarbeit übergeht, denn dieser nukleare Teich ist relativ klein, wir kennen uns alle und es ist ideal, wenn wir alle zusammenarbeiten.
+ Letztes Jahr sagten Sie, dass Sie, falls finanzielle Schäden aufgrund der Verzögerung der Vertragsunterzeichnung mit KHNP entstehen, diesen Schaden von EDF einfordern würden. Sind welche entstanden und haben Sie das gelöst?
Theoretisch haben wir einen Monat verloren, wir haben uns damit befasst, wie sich das auf den Zeitplan auswirkt, letztendlich haben wir uns jedoch auch im Interesse einer Beruhigung der Situation entschieden, nicht klageweise vorzugehen. Es wäre zeitlich und finanziell aufwendig gewesen und hätte vielleicht nicht den gewünschten Effekt gehabt.
+ Der Staat hätte Ihnen beziehungsweise der Gesellschaft ČEZ im Laufe dieses Mais für die Mehrheit an EDU II bezahlen sollen, aber Sie haben sich auf einen Zahlungsaufschub geeinigt. Bis wann sollte der Staat also bezahlen?
Es handelt sich um eine Vereinbarung zwischen den Aktionären, also dem Finanzministerium und der Gesellschaft ČEZ. Es kam dort zu einer Verschiebung um etwa ein Jahr.
+ Nun nehmen Sie also einen Kredit von Banken in Anspruch. Sind Sie mit dem Staat so verblieben, dass er Ihnen die Summe rückwirkend bezahlt?
Natürlich benötigen wir, dass die Notifizierung in der Europäischen Kommission erteilt wird, denn erst auf deren Grundlage kann uns der Staat die rückzahlbare Finanzhilfe für die zwei Blöcke gewähren. In dem Moment, in dem die Notifizierung vorliegt und wir die Vereinbarung über die rückzahlbare Finanzhilfe schließen, wird der kommerzielle Kredit das Erste sein, was wir daraus zurückzahlen.
+ Ihr kommerzieller Kredit ist günstiger als herkömmliche Kredite. Welchen Zinssatz haben Sie also?
Es ist dort ein wirklich niedriger Zins, wenn ich eine solche Hypothek hätte, wäre ich zufrieden. Natürlich ist es nicht für null, wie wir es aus der rückzahlbaren Finanzhilfe hätten, aber dort würde sich wiederum der Staat Geld leihen. Vielleicht nicht bei einer Bank, sondern über Anleihen. Die Auswirkung auf den Gesamtpreis ist daher minimal.
+ Wie lange können Sie diesen Kredit in Anspruch nehmen?
Wir haben mit der Inanspruchnahme um die Jahreswende vom letzten auf dieses Jahr begonnen. Es ist die Frage, wie viel wir davon ausschöpfen werden. Wenn die Notifizierung an der Wende vom ersten zum zweiten Quartal des nächsten Jahres vorliegt, werden wir nicht die gesamten 600 Millionen Euro ausschöpfen, sondern etwa 10 Milliarden Kronen.
+ Welche Auswirkungen wird das auf die Strompreise aus den neuen Blöcken haben?
Das wird sich im Cent-Bereich pro Megawattstunde bewegen, oder es wird sich möglicherweise überhaupt nicht auswirken. Es kann eine Menge anderer Dinge geben, die sich im Preis mehr widerspiegeln würden.
+ Zum Beispiel welche?
Etwa wenn die Materialpreise beispielsweise aufgrund der Krise im Nahen Osten rasant steigen. Wir können uns auch freuen, wenn der Krieg in der Ukraine endet, aber in diesem Moment wird eine enorme Menge an Baumaterialien für ihren Wiederaufbau benötigt, und deren Preise werden dadurch steigen.
+ Wie ist eine eventuelle Erhöhung des Auftragspreises im Vertrag geregelt? Welche Kosten gehen zulasten des Staates und welche zulasten von KHNP?
Wir haben genehmigte Eskalationsfaktoren für verschiedene Lieferungen. Zum Beispiel die Arbeitskosten in der Tschechischen Republik, die Arbeitskosten in der Eurozone, die Preise einiger Materialien. Es gibt dort einen Zeitplan, wann die verschiedenen Teile geliefert werden.
Wir haben Schätzungen, in welchen Grenzen sich die Eskalationsfaktoren bewegen können, und am Ende bezahlen wir KHNP natürlich genau danach, wie sie sein werden. Wir gehen nach dem Index vor, den das Tschechische Statistische Amt herausgibt, und weder wir noch KHNP können in irgendeiner Weise damit manipulieren.
Kein Lieferant kann Ihnen einen Festpreis für das Jahr 2036 geben. Wenn eine Lieferung laut Zeitplan beispielsweise um das Jahr 2030 herum ansteht, kann sie entweder durch die Arbeitskosten oder durch die Preise von Industrieerzeugnissen eskalieren.
+ Auf welche Bereiche würde sich die Strafe für KHNP beziehen?
Es gibt dort standardmäßige Konventionalstrafen dafür, wenn etwas nicht rechtzeitig geliefert wird. Auch die fortlaufenden Meilensteine, die wir jetzt erfüllen, sind mit Strafen belegt. Wenn irgendwelche Mehrkosten von ihrer Seite entstehen, dann gehen diese zu ihren Lasten.
+ Können die Material- und Arbeitskosten den aktuellen Preis noch weiter erhöhen?
Es wird eine Auswirkung haben. Als Temelín gebaut wurde, lag die Schätzung des ursprünglichen Preises bei ca. 35 Milliarden Kronen, der Bau begann im Jahr 1987 und am Ende waren es 98,6 Milliarden. Aber das war natürlich dadurch gegeben, dass beispielsweise die Arbeitskosten und der Durchschnittslohn erheblich gestiegen sind. Diese Kosten entstehen standardmäßig bei solchen Projekten. Bei den ursprünglichen Blöcken von Temelín hatte auch die Änderung einiger Technologien und Ansätze nach dem Jahr 1990 einen erheblichen Einfluss auf die Kostensteigerung.
Auf der anderen Seite wird der Strompreis aus den neuen Blöcken bei 90 oder leicht über 90 Euro pro Megawattstunde liegen. Für das nächste Jahr hat man Strom mit einem Preis von rund 100 Euro und mehr. Der Preis kann natürlich aus irgendwelchen Gründen sinken, aber wenn er fehlen wird, wird der Preis um die Inflation oder einen anderen Index steigen.
+ Das Thema Kernenergie behandeln Sie auch auf politischer Ebene. Wie nehmen Sie die aktuelle Debatte um die neuen Blöcke in Dukovany nach dem Regierungswechsel wahr?
Es ist eines der wenigen Themen, bei dem sich die politische Vertretung einig ist. Heute sind, abgesehen von den Grünen, wohl alle für die Kernkraft. Jemand wird es wohl mehr unterstützen, jemand vielleicht weniger, aber der Konsens, dass wir ohne neue Kernkraftwerke wirtschaftlich leiden und nicht dekarbonisieren können, zieht sich durch das gesamte Spektrum.
+ Wie sehen die Politiker die finanzielle Ebene? Kernkraft zu bauen ist teuer, und der Staat wird dafür bezahlen.
Kernkraft ist von den Investitionen her teuer, aber wenn man Temelín und Dukovany nimmt, dann ist das heute das Huhn, das goldene Eier legt, weil sie im Grunde schon abbezahlt sind, keine Emissionszertifikate für die Stromproduktion benötigen und zudem stabil produzieren.
+ Wann sollte sich die Investition in die neuen Blöcke amortisieren?
Ich würde eher sagen, dass wir den Kredit abbezahlen. Was nach 30 Jahren bei einem Strompreis von 90 Euro der Fall sein sollte. Anschließend wird der Strompreis aus diesen Kernkraftwerksblöcken etwa halb so hoch sein. Bei einer Laufzeit von 80 Jahren und der Abbezahlung des Kredits nach 30 Jahren werden die neuen Blöcke weitere 50 Jahre lang Geld verdienen.
/gr/
Nach dreißig Jahren Vorbereitung begannen die ersten Bohrungen für das Atommüll-Endlager. Die Gemeinden wehren sich weiter
Obnovitelne.cz
Autorin: Kristýna Walterová
16. 6. 2026
Das Projekt eines tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle tritt in eine neue Phase ein, und Tschechien nähert sich der Entscheidung, wo der abgebrannte Brennstoff aus Dukovany und Temelín verbleiben wird.
Nach fast dreißig Jahren Vorbereitung geht das Projekt eines geologischen Tiefenlagers für radioaktive Abfälle in eine neue Phase über. Am Standort Janoch nahe Temelín haben die ersten Monitoring-Bohrungen begonnen, um die Eigenschaften der Gesteinsumgebung unter einem der vier Kandidatenstandorte zu überprüfen. Die tschechische Behörde- Verwaltung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) bezeichnet den Beginn der Bohrungen als einen wichtigen Meilenstein. Die Gegner des Endlagers setzen dagegen ihre Proteste fort und kritisieren den Staat für die unzureichende Einbindung der Gemeinden in den Entscheidungsprozess.
Aktuell hat der Staat vier Standorte in die engere Auswahl gezogen und soll diese bald auf zwei reduzieren. In Betracht kommen Březový potok in der Region Klatovy, Hrádek bei Jihlava, Horka in der Region Třebíč und Janoch in der Umgebung von Temelín. Die ersten hydrogeologischen Bohrungen haben eben in Janoch begonnen. Eine Bohrung wird 30 Meter tief sein, die zweite 100 Meter.
Experten werden das Grundwasser, seine chemische Zusammensetzung sowie die Reaktionen der Gesteinsumgebung überwachen.
Dies ist der nächste Schritt in einem Prozess, der bis zum Jahr 2030 zur Auswahl des endgültigen Standorts und um 2050 zur Inbetriebnahme des Endlagers führen soll.
„Auf diesen Moment haben wir uns alle seit Beginn des Bestehens der Endlagerbehörde im Jahr 1997 gefreut. Und es ist das erste Mal, dass wir durch Bohrungen direkt unter die Oberfläche blicken, um zu überprüfen, was wir von der Oberfläche aus dachten – ob die geologische Struktur so gut ist, wie wir glauben. Das ist für uns ein absolut grundlegender Schritt“, erklärte der SÚRAO-Direktor Lukáš Vondrovic. Es sollen umfangreiche geophysikalische Messungen und Tiefbohrungen mit einer Länge von 300 bis 1200 Metern folgen.
Die Gemeinden wehren sich....
Der typische NIMBY-Effekt (also: not in my backyard / überall, nur nicht in meinem Hinterhof) wird seit Beginn der Idee eines Tiefenlagers praktisch von der gesamten Tschechischen Republik vertreten. Der Widerstand der betroffenen Gemeinden, in denen über die Endlager nachgedacht wird, lässt nicht nach. Alle vier Standorte sprechen sich langfristig gegen das geplante Endlager sowie gegen die Erkundungen selbst aus.
Die Gemeinden reichten Klagen gegen die Entscheidungen des Umweltministeriums ein, welche die geologische Erkundung genehmigt hatten. Das Stadtgericht wies jedoch alle Klagen nach und nach ab, zuletzt in diesem Frühjahr. Die Projektgegner kritisieren vor allem, dass der Staat ohne die Zustimmung der lokalen Selbstverwaltungen vorgeht.
„Wie rechtliche Analysen gezeigt haben, wird bei der Genehmigung von Erkundungen und dem Bau des Endlagers immer der Wille des Staates bevorzugt. Gemeinden oder Vereine als Vertreter der betroffenen Öffentlichkeit haben nur sehr begrenzte Möglichkeiten, ihre berechtigten Interessen zu verteidigen“, stellt die Plattform gegen das Atommüll-Endlager fest.
Es steht in einem interessanten Widerspruch, dass sich Experten und Politiker zwar über die Notwendigkeit eines modernen Energiemixes aus Wind-, Sonnen-, Wasser- und Kernenergie einig sind. Gegen Windkraftanlagen treten jedoch viele populistische politische Persönlichkeiten auf, während sie über die Endlager schweigen. Beispielsweise schlägt der Regierungsbeauftragte für Klimapolitik und den Green Deal, Filip Turek (Motoristen), vor, die Kompetenzen der Gemeinden bei der Genehmigung von Windparks zu stärken. Ähnliche Kompetenzen haben die Gemeinden im Falle des geologischen Tiefenlagers für radioaktive Abfälle jedoch nicht, obwohl sie diese langfristig anstreben.
In der Region Klatovy fand beispielsweise im Januar dieses Jahres erneut der traditionelle Protestmarsch gegen das Endlager statt. Den Organisatoren zufolge finden solche Aktionen bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten statt, und das Interesse der lokalen Einwohner nimmt nicht ab.
Warum Tschechien ein Endlager braucht...
Die Tschechische Republik produziert jährlich etwa 100 Tonnen abgebrannten Kernbrennstoff. Dieser wird heute in Zwischenlagern auf den Geländen der Kraftwerke Dukovany und Temelín gelagert. Daneben entstehen jährlich auch rund 450 Tonnen schwach- und mittelradioaktive Abfälle, die in den bestehenden Endlagern deponiert werden.
Im Fall von hochradioaktiven Abfällen und abgebranntem Brennstoff gibt es jedoch noch keine endgültige Lösung. Man muss sich jedoch keine riesigen Container voller nuklearer Rückstände vorstellen. Schon die Tatsache, dass nach mehr als 60 Betriebsjahren (bei Zusammenrechnung von Temelín und Dukovany) die Lager eben jener Kernkraftwerke ausreichen – und das selbst mit der Aussicht auf die Inbetriebnahme eines funktionierenden Endlagers erst im Jahr 2050 –, sagt viel darüber aus, wie viel Abfall es gibt oder vielmehr nicht gibt.
Nach Angaben der OECD-Kernenergie-Agentur stellen geologische Tiefenlager die sicherste bekannte Methode zur dauerhaften Lagerung dieser Materialien dar. Den gleichen Weg schlagen auch andere Staaten ein, die Kernenergie nutzen, wie etwa Finnland, Schweden, Frankreich oder Deutschland.
Zudem drücken europäische Vorschriften auf den Zeitplan des Projekts. Die Bedingung für die Einstufung der Kernenergie als nachhaltige Investition ist die Existenz eines konkreten Plans für den Bau eines Tiefenlagers. Nach dem aktuellen Entwurf des Konzepts für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen sollen die Kosten für den Bau und Betrieb des Tiefenlagers etwa 273 Milliarden Kronen zu Preisen des Jahres 2024 erreichen. Das gesamte Programm für den Umgang mit radioaktiven Abfällen bis zum Jahr 2200 wird auf 559 Milliarden Kronen geschätzt.
Experimentelles Endlager im Goldstollen...
Und während sich die Gemeinden mit den Experten streiten und Politiker das heiße Thema meiden wie der Teufel das Weihwasser, erforschen Wissenschaftler der Tschechischen Technischen Universität (ČVUT) im ehemaligen Stollen Josef unweit der Slapy-Talsperre derweil, wie das Endlager aussehen wird, aus welchen Materialien es bestehen wird und wie es gegen geologische Einflüsse des umgebenden Gesteins gesichert wird. Und das unabhängig davon, ob das Endlager letztendlich in der Region Vysočina, bei Temelín oder in der Region Klatovy entstehen wird.
Hinter dem Eingangsportal des unterirdischen Labors der ČVUT erstrecken sich mehrere Kilometer an Gängen, die ursprünglich für die Erkundung von Gold vorgetrieben wurden. Heute finden hier auch Experimente statt, die auf die zukünftige Lagerung von abgebranntem Kernbrennstoff ausgerichtet sind.
„Das ist eigentlich unser Hauptaugenmerk, nämlich die Forschung im Zusammenhang mit der Vorbereitung eines geologischen Tiefenlagers für hochradioaktive Abfälle“, sagt Laborleiter Radek Vašíček.
Ihm zufolge wird das zukünftige Endlager nicht nur aus einem System unterirdischer Tunnel bestehen, sondern es wird auch mit Tiefbohrungen sowie technologischen und materiellen Herausforderungen verbunden sein. Deshalb untersuchen Forscher im Stollen heute das Verhalten von Beton, Bentonit und den umliegenden Gesteinen in einer Umgebung mit Grundwasser und erhöhten Temperaturen.
Sie müssen die Reaktion der einzelnen Materialien untereinander testen und ihr Verhalten nicht für zehn Jahre, sondern gleich für Hunderte bis Tausende von Jahren vorhersagen. „Abgebrannter Kernbrennstoff wird zudem über lange Zeit eine bedeutende Wärmequelle sein“, fügt Vašíček hinzu. Daher wird das gesamte System mit strengen Temperaturlimits konzipiert; derzeit ist diese Grenze auf 95 Grad Celsius festgelegt.
Im Stollen Josef werden daher langfristige Experimente aufgebaut, welche die Bedingungen des zukünftigen Endlagers simulieren. Eines davon lief zehn Jahre lang. Die Ergebnisse solcher Experimente sollen dazu beitragen, ein Endlager zu entwerfen, das über einen Zeitraum sicher funktioniert, der deutlich länger ist als die Geschichte der modernen Zivilisation.
Welche der vier Regionen die Regierung letztendlich auch auswählen mag – genau die Daten aus solchen Forschungseinrichtungen werden eine der Schlüsselgrundlagen für die Entscheidung sein, wie das tschechische Tiefenlager aussehen wird und wie sicher es radioaktiven Abfall von der Umwelt isolieren kann.
https://www.obnovitelne.cz/clanek/4715/ ... -dal-brani
/gr/
Das Ministerium überraschte die Gemeinden. Das Endlager soll 15 Jahre früher entstehen
16. Juni 2026, Plzeňská drbna, Richard Beneš
Die Entscheidung des Umweltministeriums hat scharfe Kritik von Dutzenden von Gemeinden und Städten hervorgerufen, die in der Plattform gegen das Atommüll-Endlager zusammengeschlossen sind. Das bisher gültige Konzept sah die Inbetriebnahme des Endlagers bis zum Jahr 2065 vor. Der neue Entwurf verkürzt diese Frist jedoch erheblich.
Die Auswahl des endgültigen Standorts soll bis 2030 und die Inbetriebnahme des Endlagers bis 2050 erfolgen.
Das Umweltministerium hat beschlossen, dass der Entwurf des „Konzepts für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen in der Tschechischen Republik“ nicht weiter nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung bewertet wird. Da die Umsetzung des Konzepts erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und das Leben der Menschen haben kann, bewertet die Plattform gegen das Endlager diesen Schritt des Ministeriums als zweckgerichtet und im Widerspruch zur europäischen Richtlinie sowie zur Aarhus-Konvention.
„Wir erwägen daher eine Beschwerde wegen Verletzung der Richtlinie und der Konvention. Das Ministerium hat mit seinem Vorgehen die Forderungen und Einwände von 26 Gemeinden, 12 Vereinen und 55 Bürgern abgelehnt, die sich im April im Rahmen des sogenannten SEA-Feststellungsverfahrens (Strategische Umweltprüfung) auf Aufforderung der Behörde zur Bewertung geäußert haben“, sagt Michael Forman, der aktuelle Sprecher der Plattform gegen das Endlager und Bürgermeister der Stadt Horažďovice, die sich unweit des potenziellen Standorts Březový potok befindet.
Die Mitglieder der Plattform weisen darauf hin, dass dem Ministerium zufolge das Konzept keine nennenswerten Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit haben soll. „In Wirklichkeit schwächt die deutliche Beschleunigung des geplanten Zeitplans für die Vorbereitung des Endlagers auf die Hälfte die Möglichkeit ab, das geologische Umfeld, das die entscheidende Sicherheitsbarriere bildet, ausreichend zu erforschen und zu bewerten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit und Schwere potenzieller Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Einwohner der betroffenen Gemeinden“, so Forman.
Wird Tschechien am Ende zwei Endlager haben?
Die erhebliche Erhöhung der Menge an hochradioaktivem Abfall infolge des Atomprogramms der tschechischen Regierung erhöht laut der Plattform gleichzeitig das Risiko, dass in Tschechien letztendlich bis zu zwei Endlager mit allen entsprechenden Auswirkungen entstehen müssen. Der Entwurf des Konzepts erhöht die Menge des hochradioaktiven abgebrannten Kernbrennstoffs gegenüber dem bestehenden Konzept um die Hälfte von neuntausend Tonnen auf 14,5 Tausend Tonnen. Der angekündigte längere Betrieb des Kernkraftwerks Dukovany auf insgesamt 80 Jahre bedeutet jedoch eine noch größere Menge an hoch- und schwachradioaktiven Abfällen.
Staatliche Behörden hatten es bereits früher abgelehnt, die Entstehung der sogenannten Backup-Variante des Endlagers aus den Plänen zu streichen, mit der Begründung, dass zwei Endlager entstehen könnten.
Das Ministerium stellt zu dem Konzept fest, dass das Dokument keinen klar abgegrenzten analytischen, strategischen und umsetzungsorientierten Teil aufweist
.„Der überwiegende Teil des Textes der einzelnen Kapitel hat beschreibenden Charakter. Auch das sehen wir kritisch, da die Antragsteller die Vorteile und Auswirkungen anderer Varianten, die zur Lösung des Problems der abgebrannten Brennelemente in Betracht gezogen werden könnten, nicht bewerten, außer dem Bau eines Endlagers. Dies hätte eine vollständige Bewertung korrigieren sollen“, stellte Forman fest.
„Wir sind zutiefst besorgt über die Art und Weise, wie der Staat bei der Lösung der Problematik des Umgangs mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen fortfährt. Als inakzeptabel erachten wir die Entscheidung, dass die Aktualisierung des Konzepts für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen nicht im SUP-Prozess bewertet wird, obwohl es zu einer Änderung des Staatlichen Energiekonzepts hinsichtlich des Ausbaus der Kernenergie und einer Erhöhung der erwarteten Menge an abgebrannten Brennelementen kam. Diese Änderungen werden zusammen mit der erheblichen Verzögerung bei den Erkundungsarbeiten zweifellos den Zeitplan für die Standortauswahl und den Bau des Endlagers beeinflussen“, fügte Michael Forman hinzu.
Die Plattform erwägt, eine Besxheerde an die Europäische Kommission zu richten, um die Vereinbarkeit des genannten Vorgehens mit der europäischen Gesetzgebung zu prüfen.
Die Plattform gegen das Endlager, die 58 Mitglieder (40 Gemeinden und Städte sowie 18 Vereine) zusammenschließt, bemüht sich um eine Änderung des staatlichen Ansatzes beim Umgang mit abgebrannten Brennelementen und anderen radioaktiven Abfällen, der sich nicht nur auf ein Endlager beschränken sollte. Gleichzeitig setzt sie sich dafür ein, dass die Entscheidung über die Standortauswahl für eine eventuelle Lagerung an die vorherige Zustimmung der betroffenen Gemeinden gekoppelt wird.
Quelle: https://plzenska.drbna.cz/zpravy/21217- ... ource=copy
/gr/
Schweden wählt Rolls-Royce SMR für neue Reaktoren nahe dem Kernkraftwerk Ringhals
17.6.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiří Puchnar
Die schwedischen Vorbereitungen für neue Kernenergiequellen treten in eine weitere Phase ein. Die Projektgesellschaft Videberg Kraft hat die britische Technologie Rolls-Royce SMR für den geplanten Bau von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR) auf der Halbinsel Värö in der Nähe des Kernkraftwerks Ringhals ausgewählt. Damit reiht sich Schweden neben Tschechien und das Vereinigte Königreich ein, die ebenfalls auf diese Technologie setzen.
Jeder der geplanten Reaktoren vom Typ Rolls-Royce SMR soll eine elektrische Leistung von 470 MW haben. Die drei Blöcke sollen am Standort eine Gesamtleistung von rund 1,5 GW erreichen und jährlich etwa 12 TWh Strom erzeugen. Der erste Block soll nach Angaben von Videberg Kraft frühestens Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen.
Die Auswahl der Technologie stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Vorbereitung des Projekts dar, das zum ersten neuen Kernkraftwerk in Schweden seit mehr als vier Jahrzehnten werden könnte. Bis zum Baubeginn sind jedoch noch mehrere entscheidende Schritte erforderlich – insbesondere die detaillierte technische Planung, das Genehmigungsverfahren sowie die Aushandlung der Bedingungen für die staatliche Förderung. Erst danach kann die endgültige Investitionsentscheidung getroffen werden.
Rolls-Royce setzte sich gegen Dutzende bewertete Lösungen durch….
Der Auswahl des Lieferanten ging ein dreijähriger Prozess voraus, in dessen Verlauf Videberg Kraft mehr als 70 mögliche Lösungen prüfte. In die Endrunde gelangten zwei SMR-Technologien – Rolls-Royce SMR und der BWRX-300 von GE Vernova Hitachi. Nach Angaben des Unternehmens gaben letztlich die Aussichten auf eine erfolgreiche Projektumsetzung, das industrielle Baukonzept und die Möglichkeit der Einbindung in das breitere europäische Programm von Rolls-Royce SMR den Ausschlag zugunsten der britischen Lösung.
Eine wichtige Rolle spielte auch der höhere Grad an Vorfertigung, der den Umfang der Arbeiten direkt auf der Baustelle verringern und das Risiko von Verzögerungen reduzieren soll. Rolls-Royce SMR ist ein Druckwasserreaktor – eine Technologie, die auch im bestehenden Kernkraftwerk Ringhals eingesetzt wird.
Schweden ist nach der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich das dritte europäische Land, das die Technologie Rolls-Royce SMR für ein konkretes Kernenergieprojekt ausgewählt hat.
Der Staat soll im Projekt eine bedeutende Rolle spielen...
Videberg Kraft ist ein Gemeinschaftsprojekt des Energieunternehmens Vattenfall und des Industriekonsortiums Industrikraft. In diese Eigentümerstruktur soll künftig auch der schwedische Staat eintreten, der nach dem Vorschlag der Regierung eine Mehrheitsbeteiligung an der Projektgesellschaft erhalten soll. Der Staat soll 60 Prozent der Stimmrechte und Anteile halten, während Vattenfall und Industrikraft Minderheitsaktionäre bleiben.
Das Projekt am Standort Ringhals ist zugleich der erste Antrag im Rahmen des neuen schwedischen Systems staatlicher Unterstützung für den Bau von Kernenergieanlagen. Dieses sieht unter anderem staatliche Darlehen und Differenzverträge vor, die das Investitionsrisiko neuer Reaktoren verringern sollen.
Schweden plant einen umfassenderen Ausbau der Kernenergie...
Die Technologiewahl für das Projekt von Videberg Kraft steht im Zusammenhang mit einem umfassenderen Wandel der schwedischen Energiepolitik. Die Regierung plant, bis zum Jahr 2035 die Voraussetzungen für neue Kernenergiequellen mit einer Leistung zu schaffen, die mindestens zwei großen Reaktoren entspricht. Bis zum Jahr 2045 soll ein deutlich umfangreicherer Ausbau folgen, der sowohl große Reaktorblöcke als auch kleine modulare Reaktoren umfassen kann.
Das Projekt am Kernkraftwerk Ringhals ist dabei nicht das einzige geplante Kernenergievorhaben in Schweden. Auch das Unternehmen Blykalla hat staatliche Unterstützung beantragt. Es plant am Standort Norrsundet einen Park mit sechs bleigekühlten Reaktoren des Typs SEALER.
Einen weiteren Antrag stellte das Unternehmen Studsvik, dessen Vorhaben bis zu 1.400 MW neuer installierter Leistung auf Basis kleiner modularer Reaktoren im Süden des Landes vorsieht.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... e-ringhals
/gr/
Programm des Präsidenten: Dukovany und Drohnen
18.06.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES, Autorin: Jana Nedělková
Rubrik: Vysočina – Seite 10
Petr Pavel diskutierte mit Bürgermeistern über die Vorbereitungen für den Ausbau des Kernkraftwerks
MORAVSKÉ BUDĚJOVICE – Im Rahmen des zweiten Tages seines Besuchs in der Region Vysočina sagte Präsident Petr Pavel gestern Unterstützung bei der Bewältigung der zusätzlichen Belastungen zu, die mit dem geplanten Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany verbunden sind. Mit Vertretern der Gemeinden und der Region sprach er außerdem über die lokale Entwicklung der Windenergie. Auf dem Testgelände in Moravské Budějovice probierte er die Steuerung einer Drohne aus.
Den offiziellen Teil seines gestrigen Programms in der Region Vysočina eröffnete der Präsident mit einem Mittagessen mit den Bürgermeistern der Gemeinden der Region. Hauptthema des Treffens, zu dem die Medien keinen Zugang hatten, war der geplante Ausbau des Kernkraftwerks.
Bei der anschließenden Pressekonferenz im Schloss Valeč in Anwesenheit des Regionshauptmanns Martin Kukla (ANO) betonte das Staatsoberhaupt, dass die Vorbereitungen für den Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke nicht mit der eigentlichen Errichtung enden dürften.
„Wir haben darüber gesprochen, was nach der Fertigstellung folgt, wenn der Betrieb der Reaktoren zahlreiche Mitarbeiter und Arbeitskräfte erfordern wird, die in der Region leben und Dienstleistungen in Anspruch nehmen werden“, erklärte der Präsident.
Die Bürgermeister hätten berechtigte Sorgen, dass die erhöhte Belastung der Infrastruktur, der Unterbringungskapazitäten, des Gesundheitswesens und der Sicherheit nicht allein von den Gemeinden getragen werden dürfe. Der Präsident sagte deshalb Unterstützung zu, die nicht nur finanzielle, sondern auch administrative und gesetzgeberische Hilfe umfasse, damit die Auswirkungen des Projekts die Region nicht übermäßig belasten.
Die Bürgermeister zeigten sich nämlich beunruhigt über die jüngsten Äußerungen des Industrieministers Karel Havlíček (ANO), der den bereits von der vorherigen Regierung verabschiedeten staatlichen Unterstützungsplan für die Region in Höhe von 12 Milliarden Kronen infrage gestellt hatte.
„Ich verstehe, dass die Regionen Forderungen stellen, aber wir können ihnen keinen Blankoscheck ausstellen. Ich weiß überhaupt nicht, wie man auf die Summe von 12 Milliarden gekommen ist. Warum nicht fünfzehn? Warum nicht neun? So können wir nicht vorgehen. Diese Summe ist überhaupt nicht fundiert berechnet“, erklärte der Minister.
Der Bürgermeister von Náměšť nad Oslavou, Jan Kotačka (SNK ED), sprach sogar von einem Vertrauensbruch, falls der Staat die zugesagten Mittel nicht in die Region fließen lasse.
„Es steht in den Sternen, ob die Region insgesamt in der Lage sein wird, den Neubau zu bewältigen“, bemerkte er. Für Gemeinden mit begrenzten Haushaltsmitteln seien die geplanten Investitionen in neue Infrastruktur für Tausende von Menschen, die am Bau und später am Betrieb beteiligt sein werden, nicht finanzierbar.
„Ich verstehe die Sorgen der Bürgermeister, dass die Gemeinden einer unverhältnismäßigen Belastung ausgesetzt werden könnten. Deshalb ist es notwendig, dass die steigenden Anforderungen an die Kommunalverwaltungen angemessen kompensiert werden – nicht nur finanziell, sondern auch durch die erforderliche administrative und gesetzgeberische Unterstützung“, sagte der Präsident und verwies auf den Aktionsplan, der in Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, der Region und den zuständigen Ministerien erarbeitet wird.
„Dieses Dokument definiert konkrete Maßnahmen, die dem Baubeginn vorausgehen müssen – von den notwendigen Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur für den Transport von Schwer- und Großlasten bis hin zur Sicherstellung von Unterbringungsmöglichkeiten für die Bauarbeiter und das spätere Betriebspersonal. Der Plan befasst sich außerdem umfassend mit den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Dienstleistungen und Sicherheitsvorsorge“, führte Pavel weiter aus.
Im Zusammenhang mit Dukovany betonte Regionshauptmann Kukla, dass die Region noch immer auf die endgültige Festlegung der Standorte für Unterbringungskapazitäten durch den koreanischen Lieferanten warte. Die Region sei jedoch auf die zusätzlichen Belastungen vorbereitet.
„Die Bürgermeister beschäftigen sich schon sehr lange mit diesem Thema, unser Gebiet ist vorbereitet. Jetzt werden wir an die Regierung und die koreanische Seite appellieren, damit die Frage der Kompensationen gelöst wird“, schloss der Regionshauptmann.
/gr/
Presseaussendung des Unternehmens Elektrárny Dukovany II (EDU II):
Ein Jahr nach der Unterzeichnung des Vertrags für die neuen Blöcke in Dukovany: Die Bauvorbereitungen laufen auf Hochtouren und planmäßig
In den zwölf Monaten seit der Unterzeichnung des Vertrags über die größte Investition in der Geschichte der Tschechischen Republik konnten unter anderem umfangreiche geotechnische Untersuchungen am Standort durchgeführt, die erste Phase der Projektdokumentation vorbereitet, ein Registrierungsprogramm für tschechische Zulieferer gestartet, die ersten Verträge mit tschechischen Unternehmen unterzeichnet sowie die fachliche Ausbildung des Personals des Investors und der staatlichen Aufsichtsbehörde begonnen werden. Die Vorbereitungsphase des Projekts verläuft somit planmäßig.
Seit der Unterzeichnung des Vertrags zwischen der staatlichen Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II) und dem südkoreanischen Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) über den Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken am Standort Dukovany ist ein Jahr vergangen. Das Projekt befindet sich derzeit in der ersten, etwa vierjährigen Vorbereitungsphase. Diese konzentriert sich vor allem auf die Erstellung der Projekt- und Genehmigungsdokumentation, die Einholung aller erforderlichen Genehmigungen sowie die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur für den Baubeginn. Dieser ist für das Jahr 2029 vorgesehen.
„In den vergangenen zwölf Monaten ist es uns unter anderem gelungen, die vollständigen geotechnischen Untersuchungen am Standort durchzuführen und die erste Phase der Projektdokumentation zu erstellen. Die fachliche Ausbildung des Personals hat begonnen, und wir arbeiten intensiv an den Genehmigungs- und Zulassungsunterlagen. Allen Kolleginnen und Kollegen sowie unseren tschechischen und koreanischen Partnern gilt großer Dank dafür, wie reibungslos die Zusammenarbeit etabliert werden konnte. Ich bin überzeugt, dass wir auch künftig ebenso effizient vorgehen werden“, erklärte der Generaldirektor von EDU II, Petr Závodský.
**Was seit der Vertragsunterzeichnung erreicht wurde:
**Vollständige geotechnische Untersuchungen am Standort:**
Die Bohrarbeiten vor Ort wurden innerhalb von nur acht Monaten abgeschlossen. Die Geologen führten Hunderte von Erkundungsbohrungen mit einer Gesamtlänge von über 13 Kilometern durch. Die anschließenden Laboruntersuchungen ausgewählter Proben lieferten die Daten, die für eine sichere Planung der Gründungsverfahren der einzelnen Bauwerke erforderlich sind. Der Abschlussbericht mit Laborprotokollen und detaillierten geologischen Beschreibungen umfasste einschließlich aller Anhänge mehr als 6.000 Seiten. Auf Grundlage der erhobenen Daten wird ein detailliertes 3D-Modell des Standorts erstellt. Den Auftrag, der sowohl hinsichtlich des Datenumfangs als auch der Geschwindigkeit der Durchführung außergewöhnlich war, realisierte das tschechische Unternehmen ČEZ Energetické produkty.
**Konzeptprojekt:**
Im Einklang mit dem Zeitplan übergab KHNP im April dieses Jahres die erste Stufe der Projektdokumentation, das sogenannte Konzeptprojekt. Dieses beschreibt die Gesamtlösung des Kraftwerks einschließlich aller Änderungen gegenüber dem Standardprojekt APR1000, die sich aus der Notwendigkeit ergeben, die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Tschechischen Republik, die standortspezifischen Gegebenheiten sowie die vertraglich festgelegten Anforderungen des Investors zu berücksichtigen. Das Projekt befindet sich derzeit in der Kommentierungsphase und dient anschließend als Grundlage für die Ausarbeitung der nächsten, detaillierteren Dokumentationsstufe.
**Lieferkette:**
Im Rahmen der Lokalisierungsstrategie wurden die ersten Verträge mit tschechischen Unternehmen abgeschlossen. Die Gesellschaft ČEZ Energetické projekty führte die geotechnischen Untersuchungen am Standort durch. Das Unternehmen Doosan Škoda Power aus Pilsen erhielt den Auftrag zur Lieferung und Herstellung der Turbogeneratoren. Das Ingenieurunternehmen Energoprojekt Praha wird fachliche Beratungsleistungen in den Bereichen Genehmigungsverfahren und Sicherheitsanalysen erbringen und sich zudem an der Erstellung der Projektdokumentation beteiligen. KHNP hat ein Registrierungssystem für potenzielle Zulieferer sowie ein Partnerschaftsprogramm für tschechische und koreanische Unternehmen gestartet, dessen Ziel die Stärkung ihrer Zusammenarbeit und ihre Einbindung in die Projektumsetzung ist. Zudem fanden mehrere Arbeitstreffen statt, die sich speziell mit den Möglichkeiten für tschechische Zulieferer befassten.
**Schulungen und fachliche Ausbildung:**
Die Technologie APR1000 ist für die Tschechische Republik neu. Im Rahmen der Vorbereitungen auf das künftige Genehmigungsverfahren für die neuen Blöcke 5 und 6 fand daher ein mehrtägiges Seminar für Fachleute des Staatlichen Amts für nukleare Sicherheit (SÚJB) und des Staatlichen Instituts für Strahlenschutz (SÚRO) statt. Im Mittelpunkt standen Informationen zum Sicherheitskonzept, zu Sicherheitsanalysen, Sicherheitssystemen sowie zu weiteren wichtigen Aspekten des Anlagenentwurfs. In diesem Jahr wurde außerdem die erste von insgesamt vier geplanten Schulungen für Fachkräfte im Bereich Kernbrennstoffe durchgeführt. Neben Mitarbeitenden von EDU II nahmen auch Vertreter des Instituts ÚJV Řež sowie der Unternehmen Energoprojekt Praha und ČEZ teil.
**Infrastruktur für die Baustelle:**
Während der arbeitsintensivsten Bauphase werden sich auf der Baustelle der beiden neuen Blöcke rund 10.000 Beschäftigte gleichzeitig aufhalten. Daher wurde bereits in diesem Jahr eine erste Bestandsaufnahme der vorhandenen Unterkunftskapazitäten in der Region durchgeführt, die als Grundlage für die Suche nach geeigneten Unterbringungslösungen dienen wird. Die Mitglieder des Korea-Teams koordinieren die Planung der Unterkünfte eng mit den Gemeinden. Gleichzeitig schreitet die Vorbereitung der wichtigen Verkehrsinfrastruktur voran, insbesondere im Hinblick auf den Transport übergroßer und schwerer Komponenten. Zu den jüngsten Maßnahmen zählen beispielsweise der Baubeginn der Ortsumgehungen von Zašovice und Slavětice sowie der Erlass des Raumordnungsbeschlusses für die Umgehungsstraße der Stadt Velké Meziříčí. Diese Maßnahmen werden sowohl zu einer reibungsloseren Projektlogistik als auch zu einer Verbesserung des Verkehrs in der Region beitragen.
**Was bis Ende dieses Jahres noch ansteht**
Auch die zweite Hälfte dieses Jahres wird mehrere wichtige Meilensteine mit sich bringen. In naher Zukunft wird die Ausschreibung für die Lieferung der Kühltürme veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine einzigartige Technologie, die Nass- und Trockenkühlung kombiniert, um den Wasserverbrauch für die Kühlung des Kraftwerks auf ein Minimum zu reduzieren. Tschechische Unternehmen könnten sich in erheblichem Umfang an diesem Auftrag beteiligen. Bis zum Jahresende sollen zudem die ersten Ausschreibungen für Unterlieferungen an KHNP im Bereich Hilfsmaterialien und Ausrüstung veröffentlicht werden.
Darüber hinaus laufen die Vorbereitungen für die archäologische Untersuchung des Standorts, die einen notwendigen Schritt vor dem eigentlichen Baubeginn darstellt. Die Ausschreibungsunterlagen sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.
Fortgesetzt wird auch die systematische Vorbereitung der personellen Ressourcen: Im Herbst soll die Ausbildung der künftigen Kraftwerksoperatoren beginnen, die zu den Schlüsselpositionen des Projekts gehören. Da ihre Ausbildung mehrere Jahre dauert, muss sie rechtzeitig begonnen werden.
Noch in diesem Jahr wird außerdem das Verwaltungsgebäude von EDU II fertiggestellt, das die notwendige Infrastruktur für die Projektsteuerung direkt am Standort bereitstellen wird. Eine der sechs Etagen wird den Mitarbeitenden von KHNP zur Verfügung stehen.
Alice Horáková, Pressesprecherin EDU II
E-Mail: alice.horakova@njzedu.cz
Tel.: +420 211 042 460 , www.njzedu.cz
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Das Kabinett sollte nach Ansicht des Senats die Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit dem Ausbau von Dukovany einhalten.
Das Verfassungsgericht befasst sich mit den Auswirkungen des Kernkraftwerksblocks in Dukovany
Verein Kinder der Erde / Děti Země kritisiert den Ausschluss von der Entscheidungsfindung über Eingriffe in das Landschaftsbild.
Auf ihrem Boden soll ein Kraftwerk stehen. Wir wollen uns einigen, sagt der Chef von Dukovany Zavodsky.
Nach dreißig Jahren Vorbereitung begannen die ersten Bohrungen für das Atommüll-Endlager. Die Gemeinden wehren sich weiter.
Das Ministerium überraschte die Gemeinden. Das Endlager soll 15 Jahre früher entstehen.
Schweden wählt Rolls-Royce SMR für neue Reaktoren nahe dem Kernkraftwerk Ringhals.
Präsident in der Region Vysocina - Dukovany und Drohnen auf Programm.
Presseaussendung des Unternehmens Elektrárny Dukovany II (EDU II):
Ein Jahr nach der Unterzeichnung des Vertrags für die neuen Blöcke in Dukovany: Die Bauvorbereitungen laufen auf Hochtouren und planmäßig
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Das Kabinett sollte nach Ansicht des Senats die Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit dem Ausbau von Dukovany einhalten
17. Juni 2026 Radiosender Cesky radio
Die Regierung von Andrej Babiš (ANO) sollte nach Auffassung des Senats die staatlichen Ausgleichszahlungen in Höhe von 12 Milliarden Kronen für die Regionen Südmähren und Vysočina sowie die betroffenen Gemeinden im Zusammenhang mit dem Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany einhalten. Dies sieht der Aktionsplan Dukovany vor, der von der früheren Regierung unter Petr Fiala (ODS) verabschiedet wurde. Der Senat forderte die Regierung heute dazu auf, da sie die ursprüngliche Entscheidung aufheben möchte. Der Vizepremierminister Karel Havlíček (ANO) bestätigte dies gegenüber den Senatoren. Seiner Ansicht nach sollten jedoch nur tatsächlich entstandene Kosten erstattet werden.
Der Senat verwies auf die Sorgen der Gemeinden, dass die unterschiedlichen Positionen der Regierungen zu einer Kürzung oder Verschiebung der zugesagten Entschädigungen führen könnten. Dies würde bereits vorbereitete Projekte gefährden und das Vertrauen in die Verpflichtungen des Staates untergraben. „Man kann nicht sagen: Das haben die vor uns beschlossen, also halten wir uns nicht daran und kümmern uns nicht darum“, erklärte der Vorsitzende der ODS- und TOP-09-Senatoren, Zdeněk Nytra. Nach Ansicht weiterer Vertreter der Fraktion ist das Vorgehen der Regierung nicht akzeptabel.
Zwei neue Blöcke in Dukovany werden vom südkoreanischen Unternehmen KHNP vorbereitet. Die Kosten für ihren Bau belaufen sich zu Preisen des vergangenen Jahres auf 407 Milliarden Kronen. Der erste der neuen Reaktoren in Dukovany soll im Jahr 2036 fertiggestellt werden. Derzeit werden vor Ort die geologischen Untersuchungen des Standorts fortgesetzt. Der Bau des ersten Blocks soll im Jahre 2029 beginnen.
Quelle: https://cesky.radio.cz/kabinet-mel-podl ... an-8889767
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Das Verfassungsgericht befasst sich mit den Auswirkungen des Kernkraftwerksblocks in Dukovany
Verein Kinder der Erde / Děti Země kritisiert den Ausschluss von der Entscheidungsfindung über Eingriffe in das Landschaftsbild
18.6.2026 Ekolist.cz
Seit dem 1. Juni 2026 befasst sich das Verfassungsgericht mit einer Verfassungsbeschwerde von Děti Země / Kindern der Erde gegen Urteile des Obersten Verwaltungsgerichts vom März 2026 und des Stadtgerichts Prag vom Dezember 2025, die die Standortgenehmigung für den neuen Kernkraftwerksblock in Dukovany bestätigt haben. Nach Auffassung der Organisation hat das Ministerium für Industrie und Handel den Standort genehmigt, ohne konkrete Anforderungen zur Minderung der Auswirkungen des gewaltigen Kühlturms auf das Landschaftsbild festzulegen.
Diese Maßnahmen sollen nämlich erst nach Abschluss sämtlicher Verfahren beschlossen werden – frühestens drei Jahre vor der Errichtung des Blocks und nur im Einvernehmen zwischen Elektrárna Dukovany II und den Gemeinden. Nach Ansicht von Kindern der Erde / Děti Země haben die Behörden und Gerichte damit ihr Recht verletzt, an der Festlegung dieser Maßnahmen mitzuwirken.
„In der verbindlichen Stellungnahme der Kreisbehörde in Jihlava wird ausgeführt, dass der riesige Kühlturm des Kernkraftwerksblocks in Dukovany mit einer Höhe zwischen 160 und 180 Metern in einem Umkreis von bis zu zwanzig Kilometern mittlere bis starke nachteilige Auswirkungen auf das Landschaftsbild haben wird. Daher soll sich Elektrárna Dukovany II drei Jahre vor der Errichtung des Kühlturms mit den Gemeinden darüber verständigen, an welchen Orten Schutzpflanzungen vorgenommen werden, in welchem Umfang und mit welchen Baumarten. Umweltverbände wurden somit rechtswidrig von diesem Prozess ausgeschlossen“, erläutert der Vorsitzende von Kindern der Erde / Děti Země, Miroslav Patrik, den Kern der Verfassungsbeschwerde.
Verein Kinder der Erde /Děti Země forderte daher in ihrem Einspruch gegen die Standortgenehmigung des Kernkraftwerksblocks, in ihrer Klage und in ihrer Revision, dass die Auflage zur konkreten Regelung der Auswirkungen des Kühlturms auf das Landschaftsbild dahingehend geändert wird, dass die Standorte für Schutzpflanzungen, deren Umfang und Arten sowie die Art und Weise ihrer Pflanzung und Pflege bereits vor Abschluss des Raumordnungsverfahrens unter Beteiligung der Umweltverbände festgelegt werden – und nicht erst hinter ihrem Rücken unmittelbar vor Beginn der Bauarbeiten am Kühlturm.
Das Stadtgericht lehnte den Antrag von Kindern der Erde/ Děti Země auf Änderung der Auflage ab, da die konkreten Bedingungen zur Minderung der Auswirkungen des Bauwerks auf das Landschaftsbild erst im Baugenehmigungsverfahren festgelegt würden. Ebenso entschied das Oberste Verwaltungsgericht, das jedoch die Auffassung vertritt, dass das Abstimmungsverfahren vor der Errichtung des Kühlturms unter Beteiligung der Umweltverbände gemäß dem Naturschutz- und Landschaftspflegegesetz stattfinden werde.
„In der Verfassungsbeschwerde machen wir jedoch geltend, dass die Anforderungen zum Schutz des Landschaftsbildes im Raumordnungs- und im Baugenehmigungsverfahren unterschiedlichen Charakter haben und daher nicht vermischt werden dürfen. Nach Abschluss aller nachgelagerten Verfahren unter Beteiligung der Umweltverbände wird es kein weiteres Verfahren nach dem Naturschutz- und Landschaftspflegegesetz mehr geben. Verein Kinder der Erde / Děti Země wurde somit rechtswidrig von der Diskussion über den Umfang der Schutzpflanzungen rund um Dukovany ausgeschlossen, wodurch ihre Rechte verletzt wurden“, erklärt Patrik.
Der neue Kernkraftwerksblock mit einer Leistung von bis zu 1.200 Megawatt soll mindestens 204 Milliarden Kronen kosten und vom südkoreanischen Unternehmen KHNP in den Jahren 2029 bis 2036 errichtet werden. Sollte das Projekt umgesetzt werden, könnten sich die Kosten nach Einschätzung von Kindern der Erde / Děti Země auf 320 bis 408 Milliarden Kronen erhöhen. Zudem könnte der Baubeginn verschoben werden und die Bauzeit statt acht Jahren bis zu vierzehn Jahre betragen.
/gr/
Auf ihrem Boden soll ein Kraftwerk stehen. Wir wollen uns einigen, sagt der Chef von Dukovany Zavodsky
Autorin: Sofie Krýžová
17. 6. 2026, Seznam Zprávy
Die Rieseninvestition in die neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany soll sich nach 30 Jahren amortisieren. Bislang wird darauf gewartet, dass der Staat die Finanzierung übernehmen kann. Die Inanspruchnahme des günstigen Kredits wird sich laut dem Chef von EDU II jedoch möglicherweise nicht im Strompreis widerspiegeln.
Die Vorbereitung der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany geht weiter. Die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, die für das Projekt verantwortlich ist, stößt jedoch nahtlos auf eine Reihe von Hindernissen. Noch vor der Unterzeichnung des eigentlichen Vertrags mit der südkoreanischen Firma KHNP focht die französische EDF den Verlauf der Ausschreibung vor tschechischen Gerichten an. Nun sind ihre Streitigkeiten jedoch beigelegt. „Ich bin froh, dass diese Situation wieder in eine normale geschäftliche Zusammenarbeit übergeht, denn der nukleare Teich ist relativ klein, wir kennen uns alle und es ist ideal, wenn wir alle zusammenarbeiten“, sagt Petr Závodský, Generaldirektor von Elektrárna Dukovany II, im Interview für SZ Byznys.
Gerade verschiedene Gerichtsprozesse und das Anfechten des Projekts bei Behörden könnten den Zeitplan des Projekts am meisten gefährden. Nun stößt Dukovany II jedoch auf Probleme mit Grundstückseigentümern. Diese hatten nämlich in der Vergangenheit Land an dem Ort aufgekauft, an dem die zwei neuen Blöcke entstehen sollen. Der Investor will sich lieber mit ihnen einigen als prozessieren. „Laut Gesetz müssen wir mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns vorgehen und können daher nicht zu einem Preis aufkaufen, der höher wäre, als uns das Gutachten empfiehlt“, sagt Závodský.
EDU II beziehungsweise der Energiekonzern ČEZ wartet immer noch darauf, dass der Staat für seinen 80-prozentigen Anteil an der Gesellschaft bezahlt. Ursprünglich hätte dies bereits im Mai dieses Jahres geschehen sollen, die Parteien haben sich jedoch auf einen etwa einjährigen Zahlungsaufschub geeinigt. In diesem Jahr erhält EDU II vom Staat also keinen einzigen Cent, und das Projekt, das 407 Milliarden Kronen kosten soll, wird vorerst über einen kommerziellen Kredit eines Konsortiums aus fünf Banken finanziert – Komerční banka, Raiffeisenbank, UniCredit Bank, Česká spořitelna und ČSOB. Laut Závodský je der Kredit jedoch günstig und die Zinsen sind niedriger als beispielsweise bei Hypotheken.
+ Es ist etwa ein Jahr seit der Vertragsunterzeichnung mit KHNP für den Bau der neuen Blöcke in Dukovany vergangen. Wie weit sind Sie in dieser Zeit vorangekommen?
Wir sind sehr weit vorangekommen, was die Genehmigungsverfahren beziehungsweise die Ausarbeitung der Dokumentation für die Genehmigungsverfahren betrifft. Wir haben das Konzeptdesign für das gesamte Kraftwerk einschließlich der Baustelleneinrichtung ausgearbeitet und einen rechtskräftigen Raumordnungsbeschluss. Auch die Rechtsstreitigkeiten bezüglich der Anfechtung des Raumordnungsbeschlusses sowohl beim Stadtgericht in Prag als auch beim Obersten Verwaltungsgericht und teilweise auch beim Verfassungsgericht sind beendet, welches letzte Woche die Beschwerde der Gesellschaft ESHG abgewiesen hat (diese besitzt Grundstücke im Kataster der geplanten Erweiterung von Dukovany, Anm. d. Red.).
Zudem stehen wir kurz vor der Fertigstellung des ersten Verwaltungsgebäudes in Dukovany, und die geologische Erkundung einschließlich der Labortests wurde abgeschlossen.
+ Sind Sie nun laut Zeitplan dort, wo Sie sein sollten?
Alles läuft nach Zeitplan, wir haben aktuell keine Verzögerung. Wir hoffen, dass uns das während der gesamten Projektdauer erhalten bleibt, wir werden das Maximum dafür tun. Dieser Zeitplan ist sehr ambitioniert. Aber so muss es sein, denn sonst würden wir uns nirgendwohin bewegen.
+ Welchen Teil befürchten Sie am meisten, weil dort entweder eine Verzögerung oder eine fundamentale Verteuerung entstehen könnte?
Es ist ein großes Infrastrukturprojekt, es kann mehrere Bereiche geben. Für mich ist das größte Risiko immer das, das wir nicht beeinflussen können. Also Prozesse, die außerhalb von uns ablaufen, sei es in der Europäischen Kommission oder in Verwaltungsverfahren. Damit meine ich jetzt nicht, dass die Behörden ihre Pflichten nicht erfüllen, aber es besteht das Risiko von Anfechtungen, auch von zweckgerichteten Anfechtungen durch die Öffentlichkeit. Da wird es immer darauf ankommen, wie schnell das Gericht entscheidet.
Das größte Risiko für das Projekt ist, dass wir auf irgendeine Gerichtsentscheidung oder eventuell auf irgendeine Berufung warten werden.
+ Aktuell kämpfen Sie immer noch mit ähnlichen Fällen wie mit der erwähnten Firma ESHG, die einst Grundstücke aufkaufte, auf denen das neue Kraftwerk entstehen soll. Was forderte diese Gesellschaft von Ihnen?
Wir haben bereits vor einigen Jahren mit dem Aufkauf der benötigten Grundstücke begonnen, aber zu dieser Zeit wurde erst ein Block vorbereitet. Sie ahnten natürlich, dass es auch weitere Blöcke geben würde, also kauften sie die Grundstücke unter dem zukünftigen sechsten Block. Wir haben sie am Anfang für etwa 123 CZK pro Quadratmeter aufgekauft. Es war landwirtschaftliche Nutzfläche in einem Gebiet mit einer Bausperre, und für diesen Betrag haben wir sie laut Gutachten aufgekauft. So haben uns die Gemeinden und viele lokale Eigentümer die Grundstücke verkauft.
+ Können Sie die Grundstücke beispielsweise nach dem Liniengesetz enteignen, da es sich um ein strategisches Bauwerk handelt?
Die Zeit rückt näher, in der wir uns entweder mit diesen Eigentümern einigen oder den Prozess der Enteignung durchlaufen. Wir haben ihnen laut dem neuen Gutachten einen höheren Preis angeboten, wir haben ihnen auch einen Bonus zum Preis angeboten, wenn sie uns die Grundstücke verkaufen, damit wir nicht in das Enteignungsverfahren gehen müssen. Wir wollen uns einfach lieber einigen als prozessieren.
Einige Eigentümer wollen uns die Grundstücke zum neuen Preis verkaufen, manche reagieren gar nicht. Die Gesellschaft ESHG hat uns nie einen konkreten Preis für die Flächen für die Baustelleneinrichtung genannt, zu dem sie bereit wäre, sie uns zu verkaufen. Sie wollen viel Geld, ungefähr so, wie sie andere Grundstücke verkauften, als sie diese in Aero Vodochody oder in der Industriezone in Karviná aufgekauft hatten, wo man sie laut Gesetz nicht enteignen kann.
Wir müssen jedoch mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns vorgehen, kurz gesagt, wir können nicht zu einem Preis aufkaufen, der höher wäre, als uns das Gutachten empfiehlt, auch im Hinblick darauf, für wie viel wir die Grundstücke von den umliegenden Gemeinden aufgekauft haben.
+ Wie gelingt Ihnen bislang die Verhandlung mit den anderen Grundstückseigentümern?
Im Laufe des letzten Monats haben sich zwei Eigentümer bei uns gemeldet und sind bereit, uns die Grundstücke mit dem Bonus zu verkaufen. Aber von allen haben wir keine so positive Reaktion. Wo es uns nicht gelingt, werden wir in das Enteignungsverfahren gehen müssen und es dem Gericht überlassen, den Grundstückspreis zu bestimmen, den wir dann gemäß seiner Entscheidung bezahlen.
+ Die Europäische Kommission hat entschieden, dass sie keine vertiefte Prüfung bezüglich einer eventuellen unzulässigen staatlichen Beihilfe für KHNP einleiten wird. Was bedeutet das für Sie?
Ich bin froh, dass wir diesen Punkt abschließen können. Es hat ein Jahr gedauert und uns einige Kapazitäten geraubt. Wir haben eine Reihe von Antworten für die Europäische Kommission ausgearbeitet, ebenso wie KHNP, aber auch einige koreanische Firmen. Von Anfang an haben wir jedoch geglaubt, dass eine vertiefte Prüfung nicht eingeleitet wird.
+ Die Kommission erwog die Prüfung auf Anregung des Konkurrenzunternehmens EDF (das sich ebenfalls um die Ausschreibung bewarb, aber eben gegen KHNP verlor), das noch letztes Jahr die Ausschreibung vor den hiesigen Gerichten anfocht. Wie sind Ihre Beziehungen zu ihr jetzt?
Im Moment liegt bei den tschechischen Gerichten kein Einwand vor. Ich denke, dass wir mit EDF in der Kernenergie generell korrekte Beziehungen haben. Für ČEZ ist EDF beziehungsweise deren Tochtergesellschaft Framatome einer der Partner bei den bestehenden Kernkraftwerken. Ich bin froh, dass diese Situation wieder in eine normale geschäftliche Zusammenarbeit übergeht, denn dieser nukleare Teich ist relativ klein, wir kennen uns alle und es ist ideal, wenn wir alle zusammenarbeiten.
+ Letztes Jahr sagten Sie, dass Sie, falls finanzielle Schäden aufgrund der Verzögerung der Vertragsunterzeichnung mit KHNP entstehen, diesen Schaden von EDF einfordern würden. Sind welche entstanden und haben Sie das gelöst?
Theoretisch haben wir einen Monat verloren, wir haben uns damit befasst, wie sich das auf den Zeitplan auswirkt, letztendlich haben wir uns jedoch auch im Interesse einer Beruhigung der Situation entschieden, nicht klageweise vorzugehen. Es wäre zeitlich und finanziell aufwendig gewesen und hätte vielleicht nicht den gewünschten Effekt gehabt.
+ Der Staat hätte Ihnen beziehungsweise der Gesellschaft ČEZ im Laufe dieses Mais für die Mehrheit an EDU II bezahlen sollen, aber Sie haben sich auf einen Zahlungsaufschub geeinigt. Bis wann sollte der Staat also bezahlen?
Es handelt sich um eine Vereinbarung zwischen den Aktionären, also dem Finanzministerium und der Gesellschaft ČEZ. Es kam dort zu einer Verschiebung um etwa ein Jahr.
+ Nun nehmen Sie also einen Kredit von Banken in Anspruch. Sind Sie mit dem Staat so verblieben, dass er Ihnen die Summe rückwirkend bezahlt?
Natürlich benötigen wir, dass die Notifizierung in der Europäischen Kommission erteilt wird, denn erst auf deren Grundlage kann uns der Staat die rückzahlbare Finanzhilfe für die zwei Blöcke gewähren. In dem Moment, in dem die Notifizierung vorliegt und wir die Vereinbarung über die rückzahlbare Finanzhilfe schließen, wird der kommerzielle Kredit das Erste sein, was wir daraus zurückzahlen.
+ Ihr kommerzieller Kredit ist günstiger als herkömmliche Kredite. Welchen Zinssatz haben Sie also?
Es ist dort ein wirklich niedriger Zins, wenn ich eine solche Hypothek hätte, wäre ich zufrieden. Natürlich ist es nicht für null, wie wir es aus der rückzahlbaren Finanzhilfe hätten, aber dort würde sich wiederum der Staat Geld leihen. Vielleicht nicht bei einer Bank, sondern über Anleihen. Die Auswirkung auf den Gesamtpreis ist daher minimal.
+ Wie lange können Sie diesen Kredit in Anspruch nehmen?
Wir haben mit der Inanspruchnahme um die Jahreswende vom letzten auf dieses Jahr begonnen. Es ist die Frage, wie viel wir davon ausschöpfen werden. Wenn die Notifizierung an der Wende vom ersten zum zweiten Quartal des nächsten Jahres vorliegt, werden wir nicht die gesamten 600 Millionen Euro ausschöpfen, sondern etwa 10 Milliarden Kronen.
+ Welche Auswirkungen wird das auf die Strompreise aus den neuen Blöcken haben?
Das wird sich im Cent-Bereich pro Megawattstunde bewegen, oder es wird sich möglicherweise überhaupt nicht auswirken. Es kann eine Menge anderer Dinge geben, die sich im Preis mehr widerspiegeln würden.
+ Zum Beispiel welche?
Etwa wenn die Materialpreise beispielsweise aufgrund der Krise im Nahen Osten rasant steigen. Wir können uns auch freuen, wenn der Krieg in der Ukraine endet, aber in diesem Moment wird eine enorme Menge an Baumaterialien für ihren Wiederaufbau benötigt, und deren Preise werden dadurch steigen.
+ Wie ist eine eventuelle Erhöhung des Auftragspreises im Vertrag geregelt? Welche Kosten gehen zulasten des Staates und welche zulasten von KHNP?
Wir haben genehmigte Eskalationsfaktoren für verschiedene Lieferungen. Zum Beispiel die Arbeitskosten in der Tschechischen Republik, die Arbeitskosten in der Eurozone, die Preise einiger Materialien. Es gibt dort einen Zeitplan, wann die verschiedenen Teile geliefert werden.
Wir haben Schätzungen, in welchen Grenzen sich die Eskalationsfaktoren bewegen können, und am Ende bezahlen wir KHNP natürlich genau danach, wie sie sein werden. Wir gehen nach dem Index vor, den das Tschechische Statistische Amt herausgibt, und weder wir noch KHNP können in irgendeiner Weise damit manipulieren.
Kein Lieferant kann Ihnen einen Festpreis für das Jahr 2036 geben. Wenn eine Lieferung laut Zeitplan beispielsweise um das Jahr 2030 herum ansteht, kann sie entweder durch die Arbeitskosten oder durch die Preise von Industrieerzeugnissen eskalieren.
+ Auf welche Bereiche würde sich die Strafe für KHNP beziehen?
Es gibt dort standardmäßige Konventionalstrafen dafür, wenn etwas nicht rechtzeitig geliefert wird. Auch die fortlaufenden Meilensteine, die wir jetzt erfüllen, sind mit Strafen belegt. Wenn irgendwelche Mehrkosten von ihrer Seite entstehen, dann gehen diese zu ihren Lasten.
+ Können die Material- und Arbeitskosten den aktuellen Preis noch weiter erhöhen?
Es wird eine Auswirkung haben. Als Temelín gebaut wurde, lag die Schätzung des ursprünglichen Preises bei ca. 35 Milliarden Kronen, der Bau begann im Jahr 1987 und am Ende waren es 98,6 Milliarden. Aber das war natürlich dadurch gegeben, dass beispielsweise die Arbeitskosten und der Durchschnittslohn erheblich gestiegen sind. Diese Kosten entstehen standardmäßig bei solchen Projekten. Bei den ursprünglichen Blöcken von Temelín hatte auch die Änderung einiger Technologien und Ansätze nach dem Jahr 1990 einen erheblichen Einfluss auf die Kostensteigerung.
Auf der anderen Seite wird der Strompreis aus den neuen Blöcken bei 90 oder leicht über 90 Euro pro Megawattstunde liegen. Für das nächste Jahr hat man Strom mit einem Preis von rund 100 Euro und mehr. Der Preis kann natürlich aus irgendwelchen Gründen sinken, aber wenn er fehlen wird, wird der Preis um die Inflation oder einen anderen Index steigen.
+ Das Thema Kernenergie behandeln Sie auch auf politischer Ebene. Wie nehmen Sie die aktuelle Debatte um die neuen Blöcke in Dukovany nach dem Regierungswechsel wahr?
Es ist eines der wenigen Themen, bei dem sich die politische Vertretung einig ist. Heute sind, abgesehen von den Grünen, wohl alle für die Kernkraft. Jemand wird es wohl mehr unterstützen, jemand vielleicht weniger, aber der Konsens, dass wir ohne neue Kernkraftwerke wirtschaftlich leiden und nicht dekarbonisieren können, zieht sich durch das gesamte Spektrum.
+ Wie sehen die Politiker die finanzielle Ebene? Kernkraft zu bauen ist teuer, und der Staat wird dafür bezahlen.
Kernkraft ist von den Investitionen her teuer, aber wenn man Temelín und Dukovany nimmt, dann ist das heute das Huhn, das goldene Eier legt, weil sie im Grunde schon abbezahlt sind, keine Emissionszertifikate für die Stromproduktion benötigen und zudem stabil produzieren.
+ Wann sollte sich die Investition in die neuen Blöcke amortisieren?
Ich würde eher sagen, dass wir den Kredit abbezahlen. Was nach 30 Jahren bei einem Strompreis von 90 Euro der Fall sein sollte. Anschließend wird der Strompreis aus diesen Kernkraftwerksblöcken etwa halb so hoch sein. Bei einer Laufzeit von 80 Jahren und der Abbezahlung des Kredits nach 30 Jahren werden die neuen Blöcke weitere 50 Jahre lang Geld verdienen.
/gr/
Nach dreißig Jahren Vorbereitung begannen die ersten Bohrungen für das Atommüll-Endlager. Die Gemeinden wehren sich weiter
Obnovitelne.cz
Autorin: Kristýna Walterová
16. 6. 2026
Das Projekt eines tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle tritt in eine neue Phase ein, und Tschechien nähert sich der Entscheidung, wo der abgebrannte Brennstoff aus Dukovany und Temelín verbleiben wird.
Nach fast dreißig Jahren Vorbereitung geht das Projekt eines geologischen Tiefenlagers für radioaktive Abfälle in eine neue Phase über. Am Standort Janoch nahe Temelín haben die ersten Monitoring-Bohrungen begonnen, um die Eigenschaften der Gesteinsumgebung unter einem der vier Kandidatenstandorte zu überprüfen. Die tschechische Behörde- Verwaltung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) bezeichnet den Beginn der Bohrungen als einen wichtigen Meilenstein. Die Gegner des Endlagers setzen dagegen ihre Proteste fort und kritisieren den Staat für die unzureichende Einbindung der Gemeinden in den Entscheidungsprozess.
Aktuell hat der Staat vier Standorte in die engere Auswahl gezogen und soll diese bald auf zwei reduzieren. In Betracht kommen Březový potok in der Region Klatovy, Hrádek bei Jihlava, Horka in der Region Třebíč und Janoch in der Umgebung von Temelín. Die ersten hydrogeologischen Bohrungen haben eben in Janoch begonnen. Eine Bohrung wird 30 Meter tief sein, die zweite 100 Meter.
Experten werden das Grundwasser, seine chemische Zusammensetzung sowie die Reaktionen der Gesteinsumgebung überwachen.
Dies ist der nächste Schritt in einem Prozess, der bis zum Jahr 2030 zur Auswahl des endgültigen Standorts und um 2050 zur Inbetriebnahme des Endlagers führen soll.
„Auf diesen Moment haben wir uns alle seit Beginn des Bestehens der Endlagerbehörde im Jahr 1997 gefreut. Und es ist das erste Mal, dass wir durch Bohrungen direkt unter die Oberfläche blicken, um zu überprüfen, was wir von der Oberfläche aus dachten – ob die geologische Struktur so gut ist, wie wir glauben. Das ist für uns ein absolut grundlegender Schritt“, erklärte der SÚRAO-Direktor Lukáš Vondrovic. Es sollen umfangreiche geophysikalische Messungen und Tiefbohrungen mit einer Länge von 300 bis 1200 Metern folgen.
Die Gemeinden wehren sich....
Der typische NIMBY-Effekt (also: not in my backyard / überall, nur nicht in meinem Hinterhof) wird seit Beginn der Idee eines Tiefenlagers praktisch von der gesamten Tschechischen Republik vertreten. Der Widerstand der betroffenen Gemeinden, in denen über die Endlager nachgedacht wird, lässt nicht nach. Alle vier Standorte sprechen sich langfristig gegen das geplante Endlager sowie gegen die Erkundungen selbst aus.
Die Gemeinden reichten Klagen gegen die Entscheidungen des Umweltministeriums ein, welche die geologische Erkundung genehmigt hatten. Das Stadtgericht wies jedoch alle Klagen nach und nach ab, zuletzt in diesem Frühjahr. Die Projektgegner kritisieren vor allem, dass der Staat ohne die Zustimmung der lokalen Selbstverwaltungen vorgeht.
„Wie rechtliche Analysen gezeigt haben, wird bei der Genehmigung von Erkundungen und dem Bau des Endlagers immer der Wille des Staates bevorzugt. Gemeinden oder Vereine als Vertreter der betroffenen Öffentlichkeit haben nur sehr begrenzte Möglichkeiten, ihre berechtigten Interessen zu verteidigen“, stellt die Plattform gegen das Atommüll-Endlager fest.
Es steht in einem interessanten Widerspruch, dass sich Experten und Politiker zwar über die Notwendigkeit eines modernen Energiemixes aus Wind-, Sonnen-, Wasser- und Kernenergie einig sind. Gegen Windkraftanlagen treten jedoch viele populistische politische Persönlichkeiten auf, während sie über die Endlager schweigen. Beispielsweise schlägt der Regierungsbeauftragte für Klimapolitik und den Green Deal, Filip Turek (Motoristen), vor, die Kompetenzen der Gemeinden bei der Genehmigung von Windparks zu stärken. Ähnliche Kompetenzen haben die Gemeinden im Falle des geologischen Tiefenlagers für radioaktive Abfälle jedoch nicht, obwohl sie diese langfristig anstreben.
In der Region Klatovy fand beispielsweise im Januar dieses Jahres erneut der traditionelle Protestmarsch gegen das Endlager statt. Den Organisatoren zufolge finden solche Aktionen bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten statt, und das Interesse der lokalen Einwohner nimmt nicht ab.
Warum Tschechien ein Endlager braucht...
Die Tschechische Republik produziert jährlich etwa 100 Tonnen abgebrannten Kernbrennstoff. Dieser wird heute in Zwischenlagern auf den Geländen der Kraftwerke Dukovany und Temelín gelagert. Daneben entstehen jährlich auch rund 450 Tonnen schwach- und mittelradioaktive Abfälle, die in den bestehenden Endlagern deponiert werden.
Im Fall von hochradioaktiven Abfällen und abgebranntem Brennstoff gibt es jedoch noch keine endgültige Lösung. Man muss sich jedoch keine riesigen Container voller nuklearer Rückstände vorstellen. Schon die Tatsache, dass nach mehr als 60 Betriebsjahren (bei Zusammenrechnung von Temelín und Dukovany) die Lager eben jener Kernkraftwerke ausreichen – und das selbst mit der Aussicht auf die Inbetriebnahme eines funktionierenden Endlagers erst im Jahr 2050 –, sagt viel darüber aus, wie viel Abfall es gibt oder vielmehr nicht gibt.
Nach Angaben der OECD-Kernenergie-Agentur stellen geologische Tiefenlager die sicherste bekannte Methode zur dauerhaften Lagerung dieser Materialien dar. Den gleichen Weg schlagen auch andere Staaten ein, die Kernenergie nutzen, wie etwa Finnland, Schweden, Frankreich oder Deutschland.
Zudem drücken europäische Vorschriften auf den Zeitplan des Projekts. Die Bedingung für die Einstufung der Kernenergie als nachhaltige Investition ist die Existenz eines konkreten Plans für den Bau eines Tiefenlagers. Nach dem aktuellen Entwurf des Konzepts für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen sollen die Kosten für den Bau und Betrieb des Tiefenlagers etwa 273 Milliarden Kronen zu Preisen des Jahres 2024 erreichen. Das gesamte Programm für den Umgang mit radioaktiven Abfällen bis zum Jahr 2200 wird auf 559 Milliarden Kronen geschätzt.
Experimentelles Endlager im Goldstollen...
Und während sich die Gemeinden mit den Experten streiten und Politiker das heiße Thema meiden wie der Teufel das Weihwasser, erforschen Wissenschaftler der Tschechischen Technischen Universität (ČVUT) im ehemaligen Stollen Josef unweit der Slapy-Talsperre derweil, wie das Endlager aussehen wird, aus welchen Materialien es bestehen wird und wie es gegen geologische Einflüsse des umgebenden Gesteins gesichert wird. Und das unabhängig davon, ob das Endlager letztendlich in der Region Vysočina, bei Temelín oder in der Region Klatovy entstehen wird.
Hinter dem Eingangsportal des unterirdischen Labors der ČVUT erstrecken sich mehrere Kilometer an Gängen, die ursprünglich für die Erkundung von Gold vorgetrieben wurden. Heute finden hier auch Experimente statt, die auf die zukünftige Lagerung von abgebranntem Kernbrennstoff ausgerichtet sind.
„Das ist eigentlich unser Hauptaugenmerk, nämlich die Forschung im Zusammenhang mit der Vorbereitung eines geologischen Tiefenlagers für hochradioaktive Abfälle“, sagt Laborleiter Radek Vašíček.
Ihm zufolge wird das zukünftige Endlager nicht nur aus einem System unterirdischer Tunnel bestehen, sondern es wird auch mit Tiefbohrungen sowie technologischen und materiellen Herausforderungen verbunden sein. Deshalb untersuchen Forscher im Stollen heute das Verhalten von Beton, Bentonit und den umliegenden Gesteinen in einer Umgebung mit Grundwasser und erhöhten Temperaturen.
Sie müssen die Reaktion der einzelnen Materialien untereinander testen und ihr Verhalten nicht für zehn Jahre, sondern gleich für Hunderte bis Tausende von Jahren vorhersagen. „Abgebrannter Kernbrennstoff wird zudem über lange Zeit eine bedeutende Wärmequelle sein“, fügt Vašíček hinzu. Daher wird das gesamte System mit strengen Temperaturlimits konzipiert; derzeit ist diese Grenze auf 95 Grad Celsius festgelegt.
Im Stollen Josef werden daher langfristige Experimente aufgebaut, welche die Bedingungen des zukünftigen Endlagers simulieren. Eines davon lief zehn Jahre lang. Die Ergebnisse solcher Experimente sollen dazu beitragen, ein Endlager zu entwerfen, das über einen Zeitraum sicher funktioniert, der deutlich länger ist als die Geschichte der modernen Zivilisation.
Welche der vier Regionen die Regierung letztendlich auch auswählen mag – genau die Daten aus solchen Forschungseinrichtungen werden eine der Schlüsselgrundlagen für die Entscheidung sein, wie das tschechische Tiefenlager aussehen wird und wie sicher es radioaktiven Abfall von der Umwelt isolieren kann.
https://www.obnovitelne.cz/clanek/4715/ ... -dal-brani
/gr/
Das Ministerium überraschte die Gemeinden. Das Endlager soll 15 Jahre früher entstehen
16. Juni 2026, Plzeňská drbna, Richard Beneš
Die Entscheidung des Umweltministeriums hat scharfe Kritik von Dutzenden von Gemeinden und Städten hervorgerufen, die in der Plattform gegen das Atommüll-Endlager zusammengeschlossen sind. Das bisher gültige Konzept sah die Inbetriebnahme des Endlagers bis zum Jahr 2065 vor. Der neue Entwurf verkürzt diese Frist jedoch erheblich.
Die Auswahl des endgültigen Standorts soll bis 2030 und die Inbetriebnahme des Endlagers bis 2050 erfolgen.
Das Umweltministerium hat beschlossen, dass der Entwurf des „Konzepts für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen in der Tschechischen Republik“ nicht weiter nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung bewertet wird. Da die Umsetzung des Konzepts erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und das Leben der Menschen haben kann, bewertet die Plattform gegen das Endlager diesen Schritt des Ministeriums als zweckgerichtet und im Widerspruch zur europäischen Richtlinie sowie zur Aarhus-Konvention.
„Wir erwägen daher eine Beschwerde wegen Verletzung der Richtlinie und der Konvention. Das Ministerium hat mit seinem Vorgehen die Forderungen und Einwände von 26 Gemeinden, 12 Vereinen und 55 Bürgern abgelehnt, die sich im April im Rahmen des sogenannten SEA-Feststellungsverfahrens (Strategische Umweltprüfung) auf Aufforderung der Behörde zur Bewertung geäußert haben“, sagt Michael Forman, der aktuelle Sprecher der Plattform gegen das Endlager und Bürgermeister der Stadt Horažďovice, die sich unweit des potenziellen Standorts Březový potok befindet.
Die Mitglieder der Plattform weisen darauf hin, dass dem Ministerium zufolge das Konzept keine nennenswerten Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit haben soll. „In Wirklichkeit schwächt die deutliche Beschleunigung des geplanten Zeitplans für die Vorbereitung des Endlagers auf die Hälfte die Möglichkeit ab, das geologische Umfeld, das die entscheidende Sicherheitsbarriere bildet, ausreichend zu erforschen und zu bewerten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit und Schwere potenzieller Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Einwohner der betroffenen Gemeinden“, so Forman.
Wird Tschechien am Ende zwei Endlager haben?
Die erhebliche Erhöhung der Menge an hochradioaktivem Abfall infolge des Atomprogramms der tschechischen Regierung erhöht laut der Plattform gleichzeitig das Risiko, dass in Tschechien letztendlich bis zu zwei Endlager mit allen entsprechenden Auswirkungen entstehen müssen. Der Entwurf des Konzepts erhöht die Menge des hochradioaktiven abgebrannten Kernbrennstoffs gegenüber dem bestehenden Konzept um die Hälfte von neuntausend Tonnen auf 14,5 Tausend Tonnen. Der angekündigte längere Betrieb des Kernkraftwerks Dukovany auf insgesamt 80 Jahre bedeutet jedoch eine noch größere Menge an hoch- und schwachradioaktiven Abfällen.
Staatliche Behörden hatten es bereits früher abgelehnt, die Entstehung der sogenannten Backup-Variante des Endlagers aus den Plänen zu streichen, mit der Begründung, dass zwei Endlager entstehen könnten.
Das Ministerium stellt zu dem Konzept fest, dass das Dokument keinen klar abgegrenzten analytischen, strategischen und umsetzungsorientierten Teil aufweist
.„Der überwiegende Teil des Textes der einzelnen Kapitel hat beschreibenden Charakter. Auch das sehen wir kritisch, da die Antragsteller die Vorteile und Auswirkungen anderer Varianten, die zur Lösung des Problems der abgebrannten Brennelemente in Betracht gezogen werden könnten, nicht bewerten, außer dem Bau eines Endlagers. Dies hätte eine vollständige Bewertung korrigieren sollen“, stellte Forman fest.
„Wir sind zutiefst besorgt über die Art und Weise, wie der Staat bei der Lösung der Problematik des Umgangs mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen fortfährt. Als inakzeptabel erachten wir die Entscheidung, dass die Aktualisierung des Konzepts für den Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen nicht im SUP-Prozess bewertet wird, obwohl es zu einer Änderung des Staatlichen Energiekonzepts hinsichtlich des Ausbaus der Kernenergie und einer Erhöhung der erwarteten Menge an abgebrannten Brennelementen kam. Diese Änderungen werden zusammen mit der erheblichen Verzögerung bei den Erkundungsarbeiten zweifellos den Zeitplan für die Standortauswahl und den Bau des Endlagers beeinflussen“, fügte Michael Forman hinzu.
Die Plattform erwägt, eine Besxheerde an die Europäische Kommission zu richten, um die Vereinbarkeit des genannten Vorgehens mit der europäischen Gesetzgebung zu prüfen.
Die Plattform gegen das Endlager, die 58 Mitglieder (40 Gemeinden und Städte sowie 18 Vereine) zusammenschließt, bemüht sich um eine Änderung des staatlichen Ansatzes beim Umgang mit abgebrannten Brennelementen und anderen radioaktiven Abfällen, der sich nicht nur auf ein Endlager beschränken sollte. Gleichzeitig setzt sie sich dafür ein, dass die Entscheidung über die Standortauswahl für eine eventuelle Lagerung an die vorherige Zustimmung der betroffenen Gemeinden gekoppelt wird.
Quelle: https://plzenska.drbna.cz/zpravy/21217- ... ource=copy
/gr/
Schweden wählt Rolls-Royce SMR für neue Reaktoren nahe dem Kernkraftwerk Ringhals
17.6.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiří Puchnar
Die schwedischen Vorbereitungen für neue Kernenergiequellen treten in eine weitere Phase ein. Die Projektgesellschaft Videberg Kraft hat die britische Technologie Rolls-Royce SMR für den geplanten Bau von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR) auf der Halbinsel Värö in der Nähe des Kernkraftwerks Ringhals ausgewählt. Damit reiht sich Schweden neben Tschechien und das Vereinigte Königreich ein, die ebenfalls auf diese Technologie setzen.
Jeder der geplanten Reaktoren vom Typ Rolls-Royce SMR soll eine elektrische Leistung von 470 MW haben. Die drei Blöcke sollen am Standort eine Gesamtleistung von rund 1,5 GW erreichen und jährlich etwa 12 TWh Strom erzeugen. Der erste Block soll nach Angaben von Videberg Kraft frühestens Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen.
Die Auswahl der Technologie stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Vorbereitung des Projekts dar, das zum ersten neuen Kernkraftwerk in Schweden seit mehr als vier Jahrzehnten werden könnte. Bis zum Baubeginn sind jedoch noch mehrere entscheidende Schritte erforderlich – insbesondere die detaillierte technische Planung, das Genehmigungsverfahren sowie die Aushandlung der Bedingungen für die staatliche Förderung. Erst danach kann die endgültige Investitionsentscheidung getroffen werden.
Rolls-Royce setzte sich gegen Dutzende bewertete Lösungen durch….
Der Auswahl des Lieferanten ging ein dreijähriger Prozess voraus, in dessen Verlauf Videberg Kraft mehr als 70 mögliche Lösungen prüfte. In die Endrunde gelangten zwei SMR-Technologien – Rolls-Royce SMR und der BWRX-300 von GE Vernova Hitachi. Nach Angaben des Unternehmens gaben letztlich die Aussichten auf eine erfolgreiche Projektumsetzung, das industrielle Baukonzept und die Möglichkeit der Einbindung in das breitere europäische Programm von Rolls-Royce SMR den Ausschlag zugunsten der britischen Lösung.
Eine wichtige Rolle spielte auch der höhere Grad an Vorfertigung, der den Umfang der Arbeiten direkt auf der Baustelle verringern und das Risiko von Verzögerungen reduzieren soll. Rolls-Royce SMR ist ein Druckwasserreaktor – eine Technologie, die auch im bestehenden Kernkraftwerk Ringhals eingesetzt wird.
Schweden ist nach der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich das dritte europäische Land, das die Technologie Rolls-Royce SMR für ein konkretes Kernenergieprojekt ausgewählt hat.
Der Staat soll im Projekt eine bedeutende Rolle spielen...
Videberg Kraft ist ein Gemeinschaftsprojekt des Energieunternehmens Vattenfall und des Industriekonsortiums Industrikraft. In diese Eigentümerstruktur soll künftig auch der schwedische Staat eintreten, der nach dem Vorschlag der Regierung eine Mehrheitsbeteiligung an der Projektgesellschaft erhalten soll. Der Staat soll 60 Prozent der Stimmrechte und Anteile halten, während Vattenfall und Industrikraft Minderheitsaktionäre bleiben.
Das Projekt am Standort Ringhals ist zugleich der erste Antrag im Rahmen des neuen schwedischen Systems staatlicher Unterstützung für den Bau von Kernenergieanlagen. Dieses sieht unter anderem staatliche Darlehen und Differenzverträge vor, die das Investitionsrisiko neuer Reaktoren verringern sollen.
Schweden plant einen umfassenderen Ausbau der Kernenergie...
Die Technologiewahl für das Projekt von Videberg Kraft steht im Zusammenhang mit einem umfassenderen Wandel der schwedischen Energiepolitik. Die Regierung plant, bis zum Jahr 2035 die Voraussetzungen für neue Kernenergiequellen mit einer Leistung zu schaffen, die mindestens zwei großen Reaktoren entspricht. Bis zum Jahr 2045 soll ein deutlich umfangreicherer Ausbau folgen, der sowohl große Reaktorblöcke als auch kleine modulare Reaktoren umfassen kann.
Das Projekt am Kernkraftwerk Ringhals ist dabei nicht das einzige geplante Kernenergievorhaben in Schweden. Auch das Unternehmen Blykalla hat staatliche Unterstützung beantragt. Es plant am Standort Norrsundet einen Park mit sechs bleigekühlten Reaktoren des Typs SEALER.
Einen weiteren Antrag stellte das Unternehmen Studsvik, dessen Vorhaben bis zu 1.400 MW neuer installierter Leistung auf Basis kleiner modularer Reaktoren im Süden des Landes vorsieht.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... e-ringhals
/gr/
Programm des Präsidenten: Dukovany und Drohnen
18.06.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES, Autorin: Jana Nedělková
Rubrik: Vysočina – Seite 10
Petr Pavel diskutierte mit Bürgermeistern über die Vorbereitungen für den Ausbau des Kernkraftwerks
MORAVSKÉ BUDĚJOVICE – Im Rahmen des zweiten Tages seines Besuchs in der Region Vysočina sagte Präsident Petr Pavel gestern Unterstützung bei der Bewältigung der zusätzlichen Belastungen zu, die mit dem geplanten Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany verbunden sind. Mit Vertretern der Gemeinden und der Region sprach er außerdem über die lokale Entwicklung der Windenergie. Auf dem Testgelände in Moravské Budějovice probierte er die Steuerung einer Drohne aus.
Den offiziellen Teil seines gestrigen Programms in der Region Vysočina eröffnete der Präsident mit einem Mittagessen mit den Bürgermeistern der Gemeinden der Region. Hauptthema des Treffens, zu dem die Medien keinen Zugang hatten, war der geplante Ausbau des Kernkraftwerks.
Bei der anschließenden Pressekonferenz im Schloss Valeč in Anwesenheit des Regionshauptmanns Martin Kukla (ANO) betonte das Staatsoberhaupt, dass die Vorbereitungen für den Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke nicht mit der eigentlichen Errichtung enden dürften.
„Wir haben darüber gesprochen, was nach der Fertigstellung folgt, wenn der Betrieb der Reaktoren zahlreiche Mitarbeiter und Arbeitskräfte erfordern wird, die in der Region leben und Dienstleistungen in Anspruch nehmen werden“, erklärte der Präsident.
Die Bürgermeister hätten berechtigte Sorgen, dass die erhöhte Belastung der Infrastruktur, der Unterbringungskapazitäten, des Gesundheitswesens und der Sicherheit nicht allein von den Gemeinden getragen werden dürfe. Der Präsident sagte deshalb Unterstützung zu, die nicht nur finanzielle, sondern auch administrative und gesetzgeberische Hilfe umfasse, damit die Auswirkungen des Projekts die Region nicht übermäßig belasten.
Die Bürgermeister zeigten sich nämlich beunruhigt über die jüngsten Äußerungen des Industrieministers Karel Havlíček (ANO), der den bereits von der vorherigen Regierung verabschiedeten staatlichen Unterstützungsplan für die Region in Höhe von 12 Milliarden Kronen infrage gestellt hatte.
„Ich verstehe, dass die Regionen Forderungen stellen, aber wir können ihnen keinen Blankoscheck ausstellen. Ich weiß überhaupt nicht, wie man auf die Summe von 12 Milliarden gekommen ist. Warum nicht fünfzehn? Warum nicht neun? So können wir nicht vorgehen. Diese Summe ist überhaupt nicht fundiert berechnet“, erklärte der Minister.
Der Bürgermeister von Náměšť nad Oslavou, Jan Kotačka (SNK ED), sprach sogar von einem Vertrauensbruch, falls der Staat die zugesagten Mittel nicht in die Region fließen lasse.
„Es steht in den Sternen, ob die Region insgesamt in der Lage sein wird, den Neubau zu bewältigen“, bemerkte er. Für Gemeinden mit begrenzten Haushaltsmitteln seien die geplanten Investitionen in neue Infrastruktur für Tausende von Menschen, die am Bau und später am Betrieb beteiligt sein werden, nicht finanzierbar.
„Ich verstehe die Sorgen der Bürgermeister, dass die Gemeinden einer unverhältnismäßigen Belastung ausgesetzt werden könnten. Deshalb ist es notwendig, dass die steigenden Anforderungen an die Kommunalverwaltungen angemessen kompensiert werden – nicht nur finanziell, sondern auch durch die erforderliche administrative und gesetzgeberische Unterstützung“, sagte der Präsident und verwies auf den Aktionsplan, der in Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, der Region und den zuständigen Ministerien erarbeitet wird.
„Dieses Dokument definiert konkrete Maßnahmen, die dem Baubeginn vorausgehen müssen – von den notwendigen Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur für den Transport von Schwer- und Großlasten bis hin zur Sicherstellung von Unterbringungsmöglichkeiten für die Bauarbeiter und das spätere Betriebspersonal. Der Plan befasst sich außerdem umfassend mit den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Dienstleistungen und Sicherheitsvorsorge“, führte Pavel weiter aus.
Im Zusammenhang mit Dukovany betonte Regionshauptmann Kukla, dass die Region noch immer auf die endgültige Festlegung der Standorte für Unterbringungskapazitäten durch den koreanischen Lieferanten warte. Die Region sei jedoch auf die zusätzlichen Belastungen vorbereitet.
„Die Bürgermeister beschäftigen sich schon sehr lange mit diesem Thema, unser Gebiet ist vorbereitet. Jetzt werden wir an die Regierung und die koreanische Seite appellieren, damit die Frage der Kompensationen gelöst wird“, schloss der Regionshauptmann.
/gr/
Presseaussendung des Unternehmens Elektrárny Dukovany II (EDU II):
Ein Jahr nach der Unterzeichnung des Vertrags für die neuen Blöcke in Dukovany: Die Bauvorbereitungen laufen auf Hochtouren und planmäßig
In den zwölf Monaten seit der Unterzeichnung des Vertrags über die größte Investition in der Geschichte der Tschechischen Republik konnten unter anderem umfangreiche geotechnische Untersuchungen am Standort durchgeführt, die erste Phase der Projektdokumentation vorbereitet, ein Registrierungsprogramm für tschechische Zulieferer gestartet, die ersten Verträge mit tschechischen Unternehmen unterzeichnet sowie die fachliche Ausbildung des Personals des Investors und der staatlichen Aufsichtsbehörde begonnen werden. Die Vorbereitungsphase des Projekts verläuft somit planmäßig.
Seit der Unterzeichnung des Vertrags zwischen der staatlichen Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II) und dem südkoreanischen Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) über den Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken am Standort Dukovany ist ein Jahr vergangen. Das Projekt befindet sich derzeit in der ersten, etwa vierjährigen Vorbereitungsphase. Diese konzentriert sich vor allem auf die Erstellung der Projekt- und Genehmigungsdokumentation, die Einholung aller erforderlichen Genehmigungen sowie die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur für den Baubeginn. Dieser ist für das Jahr 2029 vorgesehen.
„In den vergangenen zwölf Monaten ist es uns unter anderem gelungen, die vollständigen geotechnischen Untersuchungen am Standort durchzuführen und die erste Phase der Projektdokumentation zu erstellen. Die fachliche Ausbildung des Personals hat begonnen, und wir arbeiten intensiv an den Genehmigungs- und Zulassungsunterlagen. Allen Kolleginnen und Kollegen sowie unseren tschechischen und koreanischen Partnern gilt großer Dank dafür, wie reibungslos die Zusammenarbeit etabliert werden konnte. Ich bin überzeugt, dass wir auch künftig ebenso effizient vorgehen werden“, erklärte der Generaldirektor von EDU II, Petr Závodský.
**Was seit der Vertragsunterzeichnung erreicht wurde:
**Vollständige geotechnische Untersuchungen am Standort:**
Die Bohrarbeiten vor Ort wurden innerhalb von nur acht Monaten abgeschlossen. Die Geologen führten Hunderte von Erkundungsbohrungen mit einer Gesamtlänge von über 13 Kilometern durch. Die anschließenden Laboruntersuchungen ausgewählter Proben lieferten die Daten, die für eine sichere Planung der Gründungsverfahren der einzelnen Bauwerke erforderlich sind. Der Abschlussbericht mit Laborprotokollen und detaillierten geologischen Beschreibungen umfasste einschließlich aller Anhänge mehr als 6.000 Seiten. Auf Grundlage der erhobenen Daten wird ein detailliertes 3D-Modell des Standorts erstellt. Den Auftrag, der sowohl hinsichtlich des Datenumfangs als auch der Geschwindigkeit der Durchführung außergewöhnlich war, realisierte das tschechische Unternehmen ČEZ Energetické produkty.
**Konzeptprojekt:**
Im Einklang mit dem Zeitplan übergab KHNP im April dieses Jahres die erste Stufe der Projektdokumentation, das sogenannte Konzeptprojekt. Dieses beschreibt die Gesamtlösung des Kraftwerks einschließlich aller Änderungen gegenüber dem Standardprojekt APR1000, die sich aus der Notwendigkeit ergeben, die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Tschechischen Republik, die standortspezifischen Gegebenheiten sowie die vertraglich festgelegten Anforderungen des Investors zu berücksichtigen. Das Projekt befindet sich derzeit in der Kommentierungsphase und dient anschließend als Grundlage für die Ausarbeitung der nächsten, detaillierteren Dokumentationsstufe.
**Lieferkette:**
Im Rahmen der Lokalisierungsstrategie wurden die ersten Verträge mit tschechischen Unternehmen abgeschlossen. Die Gesellschaft ČEZ Energetické projekty führte die geotechnischen Untersuchungen am Standort durch. Das Unternehmen Doosan Škoda Power aus Pilsen erhielt den Auftrag zur Lieferung und Herstellung der Turbogeneratoren. Das Ingenieurunternehmen Energoprojekt Praha wird fachliche Beratungsleistungen in den Bereichen Genehmigungsverfahren und Sicherheitsanalysen erbringen und sich zudem an der Erstellung der Projektdokumentation beteiligen. KHNP hat ein Registrierungssystem für potenzielle Zulieferer sowie ein Partnerschaftsprogramm für tschechische und koreanische Unternehmen gestartet, dessen Ziel die Stärkung ihrer Zusammenarbeit und ihre Einbindung in die Projektumsetzung ist. Zudem fanden mehrere Arbeitstreffen statt, die sich speziell mit den Möglichkeiten für tschechische Zulieferer befassten.
**Schulungen und fachliche Ausbildung:**
Die Technologie APR1000 ist für die Tschechische Republik neu. Im Rahmen der Vorbereitungen auf das künftige Genehmigungsverfahren für die neuen Blöcke 5 und 6 fand daher ein mehrtägiges Seminar für Fachleute des Staatlichen Amts für nukleare Sicherheit (SÚJB) und des Staatlichen Instituts für Strahlenschutz (SÚRO) statt. Im Mittelpunkt standen Informationen zum Sicherheitskonzept, zu Sicherheitsanalysen, Sicherheitssystemen sowie zu weiteren wichtigen Aspekten des Anlagenentwurfs. In diesem Jahr wurde außerdem die erste von insgesamt vier geplanten Schulungen für Fachkräfte im Bereich Kernbrennstoffe durchgeführt. Neben Mitarbeitenden von EDU II nahmen auch Vertreter des Instituts ÚJV Řež sowie der Unternehmen Energoprojekt Praha und ČEZ teil.
**Infrastruktur für die Baustelle:**
Während der arbeitsintensivsten Bauphase werden sich auf der Baustelle der beiden neuen Blöcke rund 10.000 Beschäftigte gleichzeitig aufhalten. Daher wurde bereits in diesem Jahr eine erste Bestandsaufnahme der vorhandenen Unterkunftskapazitäten in der Region durchgeführt, die als Grundlage für die Suche nach geeigneten Unterbringungslösungen dienen wird. Die Mitglieder des Korea-Teams koordinieren die Planung der Unterkünfte eng mit den Gemeinden. Gleichzeitig schreitet die Vorbereitung der wichtigen Verkehrsinfrastruktur voran, insbesondere im Hinblick auf den Transport übergroßer und schwerer Komponenten. Zu den jüngsten Maßnahmen zählen beispielsweise der Baubeginn der Ortsumgehungen von Zašovice und Slavětice sowie der Erlass des Raumordnungsbeschlusses für die Umgehungsstraße der Stadt Velké Meziříčí. Diese Maßnahmen werden sowohl zu einer reibungsloseren Projektlogistik als auch zu einer Verbesserung des Verkehrs in der Region beitragen.
**Was bis Ende dieses Jahres noch ansteht**
Auch die zweite Hälfte dieses Jahres wird mehrere wichtige Meilensteine mit sich bringen. In naher Zukunft wird die Ausschreibung für die Lieferung der Kühltürme veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine einzigartige Technologie, die Nass- und Trockenkühlung kombiniert, um den Wasserverbrauch für die Kühlung des Kraftwerks auf ein Minimum zu reduzieren. Tschechische Unternehmen könnten sich in erheblichem Umfang an diesem Auftrag beteiligen. Bis zum Jahresende sollen zudem die ersten Ausschreibungen für Unterlieferungen an KHNP im Bereich Hilfsmaterialien und Ausrüstung veröffentlicht werden.
Darüber hinaus laufen die Vorbereitungen für die archäologische Untersuchung des Standorts, die einen notwendigen Schritt vor dem eigentlichen Baubeginn darstellt. Die Ausschreibungsunterlagen sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.
Fortgesetzt wird auch die systematische Vorbereitung der personellen Ressourcen: Im Herbst soll die Ausbildung der künftigen Kraftwerksoperatoren beginnen, die zu den Schlüsselpositionen des Projekts gehören. Da ihre Ausbildung mehrere Jahre dauert, muss sie rechtzeitig begonnen werden.
Noch in diesem Jahr wird außerdem das Verwaltungsgebäude von EDU II fertiggestellt, das die notwendige Infrastruktur für die Projektsteuerung direkt am Standort bereitstellen wird. Eine der sechs Etagen wird den Mitarbeitenden von KHNP zur Verfügung stehen.
Alice Horáková, Pressesprecherin EDU II
E-Mail: alice.horakova@njzedu.cz
Tel.: +420 211 042 460 , www.njzedu.cz
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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