Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 29.Mai 2026:
Wie sich ČEZ aufspaltet. Was die Aktionäre vor der größten Veränderung in der Geschichte des Konzerns erwarten können
29.5.2026 Tageszeitung HN Autor: Jan Broz
Die Energieinfrastruktur hat in letzter Zeit relativ häufig den Eigentümer gewechselt. In Tschechien wurden die Gasnetzbetreiber Gas Distribution und GasNet verkauft, davor bereits die Fernleitungen von Net4Gas. Im Strombereich übernimmt die Gruppe Emma Capital von Jiří Šmejc derzeit den rumänischen Netzbetreiber Evryo Group, der früher ČEZ gehörte. Und im Westen kauft wiederum der deutsche Staat Anteile am größten dortigen Übertragungsnetzbetreiber TenneT, um seinen Einfluss auf die strategischen „großen Leitungen“ zu stärken, die sich in Deutschland ungewöhnlicherweise in privater Hand befinden.
All diese Deals könnten jedoch von dem geplanten Angebot eines Minderheitsanteils an den Gesellschaften ČEZ Distribuce und GasNet überschattet werden – als Vorstufe zum Vorhaben der Regierung, die vollständige Kontrolle über die Kraftwerke der Energiegruppe zu übernehmen.
Die Verteilunternehmen von ČEZ sollen zwar gemeinsam mit dem Energievertrieb an 3,2 Millionen Kunden, dem ESCO-Dienstleistungssegment, dem Trading und möglicherweise auch Telekommunikationsaktivitäten verkauft werden, doch niemand zweifelt daran, dass vor allem die 171.000 Kilometer Stromleitungen und 70.000 Kilometer Gasleitungen das eigentliche Interesse der Investoren wecken werden.
Die Details der Transaktion, die das Potenzial hat, zur größten Vermögensumschichtung in Tschechien der kommenden Jahre zu werden, werden die Aktionäre von ČEZ auf der Hauptversammlung am 1. Juni diskutieren. Der Plan ist bislang allerdings nur in groben Zügen bekannt, viele Schlüsselpunkte bleiben unklar. Welche Szenarien sind also möglich, wie viel könnte der Verkauf einbringen und auf welche entscheidenden Punkte sollten sich sowohl die Anteilseigner von ČEZ als auch potenzielle Interessenten an den Verteilnetzen konzentrieren?
Bis zum Frühjahr entsteht „ČEZ 2“
Der erste Teil des Plans zur Aufspaltung und Verstaatlichung von ČEZ, den der Energiekonzern offiziell als „Optimierung“ bezeichnet, ist relativ einfach. Spätestens bis zum Frühjahr des nächsten Jahres sollen die genannten Bereiche von ČEZ in eine neue Tochtergesellschaft ausgegliedert werden. Ein Name wird noch gesucht; vorläufig wird die künftige Firma als „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) bezeichnet, informell auch als „ČEZ 2“.
An ihre Spitze soll der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani treten, der bereits seit dem Jahr 2011 zur Führungsspitze des Energiekonzerns gehört. Früher galt er als Kronprinz, später trat er etwas in den Hintergrund. In jüngster Zeit gilt er jedoch wieder als die Nummer zwei bei ČEZ hinter Generaldirektor Daniel Beneš. Es handelt sich jedenfalls um einen erfahrenen Manager, der trotz kleinerer Kontroversen, die mit einer exponierten Position unvermeidlich verbunden sind, allgemein einen guten Ruf genießt.
Die Unternehmensteile, die unter Cyrani übergehen sollen, trugen im vergangenen Jahr mit fast 40 Prozent zum gesamten operativen EBITDA von 137 Milliarden Kronen bei. ČEZ erwartet jedoch, dass ihr Anteil schrittweise wachsen und bis zum Jahr 2030 rund 60 Prozent des gesamten EBITDA erreichen wird. Im „alten“ ČEZ verbleiben damit die Stromerzeugung aus Kernenergie, Gas, erneuerbaren Energien, auslaufender Kohle sowie der Bergbau der Severočeské doly /Nordböhmische Gruben.
An die Ausgliederung der DSZS soll der zweite und entscheidende Schritt der gesamten Optimierung anschließen, von dessen Erfolg auch die Umsetzung des dritten Schrittes abhängen wird. Dabei geht es um den Verkauf von bis zu 49 Prozent der neu gegründeten Gesellschaft, um Mittel für den Rückkauf des 30-prozentigen Anteils der Minderheitsaktionäre am großen ČEZ zu beschaffen – und damit um die vollständige Übernahme der Kontrolle über die Erzeugungsanlagen durch den Staat.
Wie verkauft wird und an wen, ist bislang nicht klar. „Alles ist möglich, nichts ist entschieden“, erklärte Beneš Ende April, als die Führung von ČEZ den Plan erstmals offiziell öffentlich vorstellte.
Über die Börse oder direkt?
Im Wesentlichen werden zwei Szenarien diskutiert: ein Verkauf über die Börse oder ein Direktverkauf an strategische Investoren beziehungsweise eine Kombination beider Varianten. Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile.
Ein Verkauf über die Prager Börse würde zumindest teilweise den Wegfall des attraktivsten Titels kompensieren, nachdem der „große ČEZ“ nach Abschluss der Verstaatlichung von der Börse verschwinden wird. „Geschichte und Theorie zeigen, dass höhere Erlöse erzielt werden, wenn kleine Anteile an viele Käufer verkauft werden – also über ein IPO. Eine kleine Zahl großer Käufer kann sich dagegen gegenseitig abstimmen oder koordinieren und bietet daher keine hohen Preise“, meint der Analyst Radim Dohnal von Capitalinked.
Dem widerspricht Martin Pacovský, Chef des Investmentfonds Arete Energy Transition und früher selbst hochrangiger Manager bei ČEZ. Wenn große Investoren gegeneinander bieten, entstehe mehr Wettbewerb. „An der Börse wird das Eigentum extrem zersplittert sein“, ergänzt Pacovský.
Am Markt überwiegt die Überzeugung, dass eher ein Direktverkauf an strategische Investoren bevorzugt wird – möglicherweise kombiniert mit einem Börsengang, jedoch nicht ausschließlich als IPO. Außerdem wird davon ausgegangen, dass dies bereits entschieden ist und Gespräche mit potenziellen Käufern laufen.
Wer könnte einsteigen?
Als Käufer kommen vor allem ausländische Investmentgruppen und Pensionsfonds infrage, die auf stabile Erträge aus dem regulierten Verteilgeschäft setzen und bereits Erfahrungen mit ähnlichen Investitionen in der Region gesammelt haben. Genannt werden etwa die australische Investmentgesellschaft Macquarie, Allianz, kanadische Pensionsfonds oder norwegische Staatsfonds.
Theoretisch könnten auch große Energiekonzerne wie EPH von Daniel Křetínský oder Sev.en von Pavel Tykač Interesse zeigen. Gegen ihre Beteiligung spricht jedoch, dass sie sich zuletzt eher auf renditestärkere und risikoreichere Vermögenswerte konzentriert haben. Durch eine Verbindung mit „ČEZ 2“ würde zudem ein äußerst mächtiger Akteur entstehen, der die Energiepolitik des Staates erheblich beeinflussen könnte – was kaum im Interesse der Regierung liegt.
EBITDA-Multiplikator oder RAB?
Entscheidend wird natürlich sein, zu welchem Preis der Anteil an „ČEZ 2“ verkauft werden kann. Die Schätzungen orientieren sich meist an EBITDA-Multiplikatoren. „Der Wert eines Energieverteilunternehmens sollte sich ungefähr beim Zehnfachen des EBITDA bewegen“, schätzt Marek Rehberger von Patria Corporate Finance. Das würde bedeuten, dass der Verkauf von knapp der Hälfte der DSZS zwischen 210 und 290 Milliarden Kronen einbringen könnte.
Allerdings hängt viel davon ab, welcher Anteil der derzeitigen Nettoverschuldung von 206 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft übertragen wird.
Branchenkenner weisen jedoch darauf hin, dass bei der Bewertung von Energieverteilern die regulierte Vermögensbasis (RAB) ein besserer Maßstab als EBITDA sei – also im Wesentlichen der Wert des Unternehmensvermögens. Verteilunternehmen werden Experten zufolge gewöhnlich zum Ein- bis 1,2-Fachen des RAB verkauft.
Die Summe des RAB von ČEZ Distribuce, GasNet und Gas Distribution, die Teil der DSZS werden sollen, liegt bei etwa 250 Milliarden Kronen. Aus dieser Perspektive könnte der Verkauf der Hälfte der Anteile rund 150 Milliarden Kronen einbringen, zuzüglich eines Aufschlags für den Energievertrieb und die ESCO-Dienstleistungen.
Der Faktor Staat
Der endgültige Preis kann allerdings noch von weiteren Faktoren beeinflusst werden. Wie viel Gas- und Stromnetzbetreiber verdienen dürfen, bestimmt der Staat über die Energieregulierungsbehörde ERÚ. Diese legt fest, welche Investitionen in Wartung und Ausbau der Netze anerkannt werden und welcher Gewinn als angemessen gilt.
Netze gelten deshalb als sicheres Geschäft – allerdings mit begrenzter Rendite. Der Staat will weder, dass die strategische Infrastruktur verfällt, noch dass die Energieverbraucher zu hohe Preise zahlen.
Gerade die Frage der künftigen Regulierung könnte Investoren jedoch verunsichern. Die Regierung von Andrej Babiš erklärt offen, dass die Senkung der Energiepreise Priorität habe – insbesondere über den regulierten Preisbestandteil. Für manche Investoren könnte das ein Warnsignal sein.
Gibt es bereits eine Einigung mit den großen Minderheitsaktionären?
Der Erlös aus dem Verkauf von bis zu 49 Prozent der DSZS soll dem Rückkauf des 30-prozentigen Anteils der Minderheitsaktionäre am Mutterkonzern ČEZ dienen. Dieser Anteil hat bei der aktuellen Marktkapitalisierung einen Wert von rund 213 Milliarden Kronen.
Der Staat muss jedoch beim Rückkauf die Schwelle von 90 Prozent der Aktien überschreiten, um die verbleibenden Aktionäre herausdrängen zu können. Problematisch wäre es, wenn ein Aktionär oder eine Gruppe mehr als zehn Prozent der Aktien hielte. In diesem Zusammenhang wird häufig die Rolle des Milliardärs Pavel Tykač und seiner Verbündeten erwähnt.
Nach Ansicht vieler Brancheninsider gibt es jedoch bereits eine vorläufige Einigung mit den wichtigsten Minderheitsaktionären. Der gesamte Prozess steht zudem unter erheblichem Zeitdruck – er muss bis Herbst 2029 abgeschlossen sein, wenn die nächsten Parlamentswahlen stattfinden. Eine künftige Regierung könnte der Idee staatlicher Kraftwerke deutlich weniger wohlgesonnen sein als das derzeitige Kabinett.
Die Möglichkeit, dass das Projekt der Aufspaltung und Verstaatlichung von ČEZ „auf halbem Weg“ stecken bleibt, bleibt daher durchaus realistisch.
/gr/
CEZ-Generaldirektor Beneš holt sich Zustimmung für den Umbau von ČEZ. Die Hauptversammlung 2026 in Fragen und Antworten
29.5.2026 E15 Autor: Jan Vavra
Foto: Generaldirektor von ČEZ, Daniel Beneš, beim Briefing im April zum Tagesordnungspunkt der diesjährigen Hauptversammlung von ČEZ: Optimierung der Eigentümerstruktur und Governance der ČEZ-Gruppe.
• Die Hauptversammlung der Aktionäre von ČEZ rückt näher und wird dieses Jahr außergewöhnlich wichtig.
• Der Vorstand unter Führung von Daniel Beneš will die Zustimmung zu einer Vermögensumstrukturierung des Energiekonzerns erhalten.
• Dies soll der erste Schritt zur erwarteten Verstaatlichung des Produktionsbereichs des Unternehmens sein.
Die Beschlüsse der Hauptversammlung von ČEZ 2026 können erhebliche Auswirkungen auf den Energiemarkt in der Tschechischen Republik haben. Der dominierende heimische Stromerzeuger soll letztlich vollständig unter staatliche Kontrolle gelangen und von der Prager Börse verschwinden. Welcher Weg dorthin führt und was sonst noch auf der Tagesordnung der diesjährigen Aktionärsversammlung steht, fasst das Portal e15 in Form von Fragen und Antworten zusammen.
-Frage: Wann und wo findet die Hauptversammlung von ČEZ 2026 statt?
-In diesem Jahr findet sie ungewöhnlicherweise bereits am 1. Juni statt und nicht wie in den Vorjahren Ende des Monats. Sie beginnt um neun Uhr im Prager Kongresszentrum. Auch das ist eine Änderung gegenüber dem Vorjahr, als die Veranstaltung im Gebäude O2 Universum stattfand.
„Der Grund ist das Angebot verfügbarer Räumlichkeiten in Prag. Im vergangenen Jahr war das Kongresszentrum zum gewünschten Termin nicht verfügbar. In den letzten Jahren hatten wir die Hauptversammlung beispielsweise auch im Kongresszentrum Cubex oder im Top Hotel Praha. Die Kapazität des O2 Universum und des Kongresszentrums unterscheidet sich aber im Wesentlichen nicht“, präzisierte bereits früher der ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž. Die Registrierung der Aktionäre beginnt um 7.30 Uhr am Veranstaltungsort. Die Teilnehmer sollten damit rechnen, dass sich das Programm der Hauptversammlung bis in die Abendstunden hinziehen kann.
-Frage:Warum ist die Hauptversammlung von ČEZ dieses Jahr so wichtig?
-Sie könnte die größte Aktion der tschechischen Energiewirtschaft seit mehreren Jahrzehnten einleiten. Neben der Genehmigung der Dividende und des Jahresabschlusses soll die Hauptversammlung auch über die Zustimmung zum Vorhaben entscheiden, den nicht-produzierenden Teil der ČEZ-Gruppe in eine neue Gesellschaft mit dem Arbeitstitel DSZS auszugliedern. Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Abberufung und Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrates.
Die Anteilseigner von ČEZ haben zudem die Möglichkeit, dem Vorstand Fragen zu stellen, und einer der bedeutendsten Minderheitsaktionäre von ČEZ, Michal Šnobr, hat bereits angekündigt, dass es auf der Hauptversammlung lebhaft zugehen werde. Er will unter anderem danach fragen, auf welcher Grundlage ČEZ-Chef Daniel Beneš die Erlöse aus einem möglichen Verkauf eines 49-prozentigen Anteils an DSZS schätzt.
-Wie hängt die Hauptversammlung von ČEZ 2026 mit der Verstaatlichung zusammen?
Sie soll der erste Schritt des gesamten Prozesses sein. Falls der Vorschlag des Unternehmensvorstands auf der Hauptversammlung grünes Licht erhält, wird die Leitung von ČEZ die Unternehmensstruktur in einen Produktions- und einen Kundenbereich einschließlich Trading-Division und Telekommunikationsdiensten aufteilen. Durch die Übertragung des Kundensegments auf DSZS erhält das Management gleichzeitig die Befugnis, einen Minderheitsanteil an DSZS zu verkaufen. Dadurch würde ČEZ, an dem der tschechische Staat 70 Prozent hält, Geld erhalten, das entsprechend den Regierungsplänen für den Rückkauf der Minderheitsaktionäre von ČEZ verwendet werden soll.
„Das ist eines der Szenarien, wie man die volle Kontrolle über den Produktionsbereich von ČEZ erlangen kann. Das Unternehmen schafft sich damit einen soliden Cashflow, um den Rückkauf realisieren zu können. Anders gesagt: ČEZ würde dabei keine Verluste erleiden, wie es der Fall wäre, wenn der Staat zu hundert Prozent mit voller Ausstattung, also einschließlich der Handels- oder Vertriebsgesellschaften, vorgehen würde. Und die Energiesicherheit wird dadurch nicht gefährdet, weil zum Beispiel ČEZ Distribuce ein weitgehend reguliertes Unternehmen ist, dessen Preise für mehrere Jahre im Voraus klar festgelegt werden“, zitierte das Portal iRozhlas am Dienstag den Industrieminister Karel Havlíček (ANO), der einen solchen Schritt nach eigenen Angaben unterstützt.
-Frage: Wer kandidiert für den Aufsichtsrat von ČEZ?
-Auf dem Programm steht auch eine Erneuerung des Aufsichtsrates. Das Finanzministerium hat die ersten fünf Namen neuer Mitglieder veröffentlicht:
• Radim Fiala, stellvertretender Vorsitzender der Bewegung SPD
• Karel Tyll, Generaldirektor der Haushaltssektion im Finanzministerium
• Petr Bejček, Generaldirektor der Rechtssektion im Finanzministerium
• Vladislav Smrž, stellvertretender Umweltminister
• Josef Kotrba, Geschäftsführer des Verbandes der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik
Das Finanzministerium soll insgesamt acht Mitglieder des Aufsichtsrates nominieren. Die übrigen vier werden von den Beschäftigten von ČEZ gewählt.
-Frage: Wie hoch ist die vorgeschlagene Dividende?
-Der Vorstand von ČEZ plant derzeit die Ausschüttung von 80 Prozent des Nettogewinns, was einer Dividende von 42 Kronen je Aktie entspricht. Das Finanzministerium hat keinen Gegenantrag gestellt, der Aktionär Petr Kalivoda jedoch schon. Er schlägt eine Ausschüttung von 50 Kronen je Aktie vor. Der Vorstand von ČEZ lehnt dies jedoch ab.
-Frage: Wie könnte die Hauptversammlung von ČEZ 2026 den Aktienkurs beeinflussen?
-Ein Teil der Investoren kalkuliert damit, dass ein erfolgreicher Verkauf eines 49-prozentigen Anteils an ČEZ DSZS den aktuellen Aktienkurs um etwa 250 Kronen erhöhen könnte. Und solche Überlegungen berücksichtigen noch nicht einmal eine mögliche Prämie beim Rückkauf der Aktien der Minderheitsaktionäre im Rahmen der Verstaatlichung.
Theoretisch sollte die geplante Aufspaltung der ČEZ-Gruppe allerdings bereits weitgehend im Aktienkurs eingepreist sein. Eine Ablehnung des Plans auf der Hauptversammlung gilt als unwahrscheinlich. Die Absicht zur Umstrukturierung der Gruppe mit anschließendem Rückkauf der ČEZ-Aktien ist bislang jedoch nur in Grundzügen bekannt. Es fehlen Details etwa zur Berücksichtigung der Schulden in der neuen Tochtergesellschaft oder zur Art des Verkaufs des Minderheitsanteils.
„Für große ausländische Investoren ist die Aktie immer noch schwer verständlich. In Tschechien wechselten die Regierungen, und jede ging anders mit dem Ausbau von Dukovany oder der Verstaatlichung von ČEZ um. Institutionelle Investoren wollen auf eine verbindliche Zusage zur Aufspaltung der Gruppe warten, die schwarz auf weiß aus der Hauptversammlung hervorgeht. Sie kaufen lieber teurer, aber in einem sicheren Umfeld oder während eines bereits angelaufenen Prozesses“, schätzte früher bereits der Investor und Berater Aleš Vávra, der in der Vergangenheit den Fonds Metatron Short Equity leitete.
-Frage: Was bedeutet die erwartete Aufteilung von ČEZ für die Endkunden?
-Unter den möglicherweise neu entstehenden nicht-produzierenden Teil von ČEZ würden bis Ende des ersten Quartals 2027 die bisherigen Strom- und Gaskunden der ČEZ-Gruppe übergehen.
„Wir schlagen vor, die Kunden in eine neue Tochtergesellschaft auszugliedern. Der nächste Schritt könnte der Verkauf eines Minderheitsanteils sein, der abhängig von der Marktsituation im kommenden Jahr beginnen würde“, erklärte ČEZ-Chef Daniel Beneš bereits früher zu diesem Thema und betonte, dass sämtliche Kundenverträge weiterhin gültig bleiben.
Die Millionen Kunden würden damit automatisch unter ČEZ DSZS wechseln, und grundsätzlich sollte sich für sie nichts Wesentliches ändern. Mit der möglichen Ausnahme, dass ČEZ sie über die Übertragung und die Änderung des Namens ihres Lieferanten informieren würde.
Quelle: https://www.e15.cz/byznys/benes-si-jde- ... ch-1433159
/gr/
Das Teilen von Strom im Plattenbau wird zum Hit – auch dank Einsparungen bei den Netzentgelten
28.05.2026 Ekonomicky denik
Energie
Foto: Eines der ersten Projekte zum Teilen von Strom in Tschechien wurde von den Unternehmen DZ Dražice und Enado für die Bewohner eines älteren Mehrfamilienhauses in Luby im Bezirk Cheb vorbereitet.
Das Interesse am Teilen von Strom unter den Tschechen wächst weiter. Im April wurden gegenseitig rekordverdächtige 15.880 Megawattstunden weitergeleitet. Wie das Elektroenergetische Datenzentrum (EDC) in seinem Bericht mitteilt, ist insbesondere beim Teilen von Strom innerhalb von Mehrfamilienhäusern ein starkes Wachstum zu beobachten. Hier können Verbraucher nämlich erhebliche finanzielle Einsparungen erzielen.
Laut aktueller Statistik gibt es in der Tschechischen Republik bereits 1057 Mehrfamilienhäuser, in denen die Bewohner den erzeugten Strom gemeinsam nutzen. „Mehrfamilienhäuser teilen in der Regel Strom aus einer Solaranlage auf dem eigenen Dach und sind daher logischerweise von der Zahlung von Netzentgelten befreit. Im Vergleich zu anderen Gruppen, die Strom teilen, können Wohnungseigentümergemeinschaften (SVJ) dadurch bis zu 40 Prozent der gesamten Stromkosten einsparen“, erklärte der Generaldirektor des EDC, Pavel Šunda.
Zahl der Teilnehmer überschritt 40.000
Voraussetzung für den Erfolg ist die richtige Einstellung des sogenannten Allokationsschlüssels, also der Verteilung des gemeinsam genutzten Stroms auf die einzelnen Wohnungen. „Weitere Einsparungen entstehen natürlich dadurch, dass der eigene Strom kostenlos ist und die Menschen ihn nicht von einem Energiehändler kaufen müssen. Die Kombination dieser Effekte macht Mehrfamilienhäuser zu der Gruppe mit der schnellsten Amortisation einer Photovoltaik-Investition“, ergänzt Pavel Šunda.
Ende April registrierte das EDC fast 43.000 Interessenten am Stromteilen. Dazu gehören neben den bereits erwähnten Haushalten in Mehrfamilienhäusern auch sogenannte aktive Kunden (deren Zahl bereits 24.500 erreicht hat) sowie Energiegemeinschaften. Zahlenmäßig überwiegt das „kleine Teilen“, also beispielsweise die Weiterleitung von Strom aus einer Photovoltaikanlage innerhalb eines Mehrgenerationenhauses. Auch das Interesse von Gemeinden und Unternehmen am Teilen von Energie nimmt zu.
Nach und nach wächst auch das Interesse an der Teilnahme an Energiegemeinschaften. Die Energieregulierungsbehörde hat bislang 122 solcher Gemeinschaften registriert. Einige von ihnen haben bereits die Grenze von hundert Teilnehmern überschritten und Produzenten von Solar- oder Wasserkraftstrom sowie Betreiber von Batteriespeichern eingebunden. An manchen Gemeinschaften beteiligen sich auch Betreiber von Biogasanlagen.
Streit über Erleichterungen bei den Netztarifen...
Die Union der Gemeinschaftsenergie (UKEN) weist darauf hin, dass das größte Hindernis für die Entwicklung von Energiegemeinschaften weiterhin das Fehlen einer dynamischen Methode zur Verteilung des gemeinsam genutzten Stroms ist. Aufgrund dieses Mangels gingen diesen Gemeinschaften angeblich bis zu 50 Prozent des erzeugten Stroms verloren. Ebenso sei es in Tschechien bislang nicht gelungen, Ermäßigungen bei den Zahlungen für die Nutzung des Stromnetzes durchzusetzen. Laut UKEN existieren vergleichbare Rabatte in Österreich, Portugal oder Frankreich und tragen dort zu einem schnelleren Wachstum der kommunalen Energieversorgung bei.
Die Einführung einer solchen Ermäßigung stößt in Tschechien allerdings auf Widerstand anderer Marktteilnehmer – insbesondere von Stromlieferanten und Netzbetreibern. Bei einer stärkeren Ausweitung des Stromteilens würden sich die Netzkosten nämlich auf ein kleineres Volumen der „marktüblichen“ Stromlieferungen verteilen. Das Ergebnis wären höhere Strompreise für Unternehmen und Haushalte, die nicht am Stromteilen teilnehmen.
Lex OZE II ebnete den Weg...
Die Möglichkeit des Stromteilens wurde durch eine Novelle des Energiegesetzes geschaffen, die seit August 2024 gilt. Die ersten Marktteilnehmer schlossen sich bereits im September an, als die ersten 150 MWh Strom geteilt wurden. Im Februar des vergangenen Jahres überschritt das Volumen des geteilten Stroms die Marke von 1000 MWh, im August näherte es sich bereits der Grenze von 10.000 MWh. Da sich das Teilen hauptsächlich auf Strom aus Photovoltaik bezieht, hat die weitergeleitete Strommenge einen deutlich saisonalen Charakter.
Die Novelle des Energiegesetzes mit der Bezeichnung Lex OZE II wurde Ende 2023 vom Parlament verabschiedet. Wie damals der Vorsitzende der Kammer für erneuerbare Energien, Štěpán Chalupa, betonte, habe Tschechien in dieser Hinsicht andere Länder der Europäischen Union überholt. Ein derart großzügig gestaltetes Recht auf das Teilen von Strom aus erneuerbaren Quellen – sogar ohne Beteiligung an einer Energiegemeinschaft – wurde in anderen europäischen Ländern bislang nicht eingeführt.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/sdileni-elek ... ava-hitem/
/gr/
Temelín schließt nach drei Jahren die Modernisierung der Generatorkühlung ab
ČTK
28. Mai 2026, oenergetice.cz
Das Kernkraftwerk Temelín hat eine umfassende Modernisierung des Kühlsystems der Generatoren erfolgreich abgeschlossen. Die Investitionsmaßnahme, die im Jahr 2023 begann, erforderte Ausgaben in Höhe von mehreren zehn Millionen Kronen. Die Techniker tauschten die zentralen Wärmetauscher im Untergeschoss der Maschinenhalle aus. Die neue Anlage ermöglicht künftig Wartungsarbeiten bei laufendem Betrieb, wodurch die geplanten Abschaltungen beider Blöcke verkürzt werden können. Dies teilte heute der Sprecher des Kraftwerks, Marek Sviták, den Journalisten mit.
Die Techniker tauschten innerhalb von drei Jahren in jedem Produktionsblock zwei Kühler aus, die die kontinuierliche Kühlung wichtiger Teile des Generators sicherstellen und helfen, die ideale Betriebstemperatur der Anlagen aufrechtzuerhalten. „Die laufende Modernisierung der Schlüsselsysteme ist eine notwendige Voraussetzung für den langfristig sicheren und zuverlässigen Betrieb unserer beiden Kernkraftwerke. Investitionen dieser Art ermöglichen es uns außerdem, die Effizienz der Produktion von sauberem Strom kontinuierlich zu steigern“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Abteilung Kernenergie.
Bislang führten die Energietechniker Inspektionen und Wartungsarbeiten an diesen Kühlern ausschließlich während geplanter Block-Stillstände durch. Dank der Innovation können dieselben Arbeiten nun während der Stromproduktion erfolgen. „Das ermöglicht uns, den Personalbedarf während der Abschaltungen zu verringern und sich letztlich auch positiv auf deren Gesamtdauer auszuwirken“, erklärte der Kraftwerksdirektor Petr Měšťan. Der eigentliche Austausch gehörte zu den anspruchsvollen Aufgaben. Die Kühler mit einem Durchmesser von 1,3 Metern befinden sich in technischen Räumen in fünf Metern Tiefe unter der Erdoberfläche.
Seit Jahresbeginn hat das Kraftwerk Temelín 6,1 Terawattstunden Strom produziert. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kraftwerks. Das sind 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... generatoru
/gr/
Das deutsche Kernkraftwerk Grohnde erhält Genehmigung zur Demontage des Reaktors
Autor: Jiří Salavec
25. Mai 2026, oenergetice.cz
Die Demontage des deutschen Kernkraftwerks Grohnde kann in ihre nächste Phase übergehen. Das Kraftwerk erhielt vom niedersächsischen Ministerium die zweite und letzte Genehmigung für die weitere Demontage, die auch den Rückbau des eigentlichen Kernreaktors umfasst. Der Druckwasserreaktor des Blocks Grohnde mit einer Leistung von 1430 MW produzierte von 1984 bis 2021 Strom. Die Arbeiten zur Demontage begannen die Techniker im Jahr 2024, die voraussichtliche Dauer des gesamten Prozesses beträgt 15 Jahre.
Der Betreiber des deutschen Kernkraftwerks Grohnde, das Unternehmen PreussenElektra, gab bekannt, dass es vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz die zweite und endgültige Genehmigung für die Demontage der Anlage erhalten hat. Das Kraftwerk mit einem Druckwasserreaktor stellte die Stromproduktion im Jahr 2021 ein. Während seiner Betriebszeit erzeugte es knapp 400 TWh elektrische Energie.
„Ich danke allen Beteiligten für ihre hervorragende Arbeit beim Rückbau. Die Stilllegung kerntechnischer Anlagen muss sicher, transparent und unter strenger Aufsicht der Regulierungsbehörden erfolgen. Unser gemeinsames Ziel ist ein schneller, kompetenter und verantwortungsvoller Demontageprozess“, erklärte Umweltminister Christian Meyer.
Die erste Genehmigung für die Demontage des Blocks mit einer installierten Leistung von 1430 MW erhielt PreussenElektra im Dezember 2023, woraufhin die Techniker den Prozess im Januar 2024 begannen. Im April dieses Jahres teilte das Unternehmen mit, dass die Brennelemente aus dem Zwischenlager des Kraftwerks in Behälter für abgebrannten Brennstoff umgeladen wurden. Die nächste Phase des Prozesses ist nun die technisch anspruchsvolle Demontage der inneren Teile des Reaktordruckbehälters. Diese wird bis Mitte 2028 andauern.
„Die Demontage verläuft planmäßig. Mit der zweiten Genehmigung können wir ohne Probleme entsprechend unserem Zeitplan fortfahren“, erklärte Jörg Bornemann, Direktor des Kernkraftwerks Grohnde.
Demontage von acht Kraftwerken bis 2040...
Das Unternehmen PreussenElektra demontiert in Deutschland insgesamt acht seiner Kernkraftwerke (Brokdorf, Grafenrheinfeld, Grohnde, Isar, Stade, Unterweser und Würgassen). Der letzte in Betrieb befindliche Block Isar 2 stellte die Stromproduktion am 15. April 2023 ein. Alle Kernkraftwerksblöcke sollen bis zum Jahr 2040 vollständig zurückgebaut werden.
„Mit der zweiten Genehmigung verfügen wir nun über alle gesetzlichen Voraussetzungen, um die Demontage des Kraftwerks Grohnde planmäßig durchzuführen. Unser Ziel ist es, den Rückbau sicher, effizient und zügig umzusetzen. Wir wollen den Rückbau der Kernkraftwerke bis Mitte der 2030er Jahre abschließen und die Standorte so schnell wie möglich für zukünftige Projekte nutzen“, betonte Guido Knott, Vorstandsvorsitzender von PreussenElektra.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... i-reaktoru
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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 1.Juni 2026:
Widerstand der Gemeinden gegen die Müllverbrennungsanlage bei Temelín wächst
30.05.2026, TageszeitugngMladá fronta DNES Tschechische Presseagentur (ČTK)
Umwelt
Dem Protest gegen die geplante Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice (Budweis) schließen sich weitere Gemeinden an. Derzeit treten bereits 17 Städte und Gemeinden gemeinsam gegen das Bauvorhaben auf.
Die Gemeinde Temelín bereitet außerdem ein Referendum vor, das möglicherweise gleichzeitig mit den kommunalen Wahlen im Herbst stattfinden könnte, teilte gestern der Sprecher des Petitionsausschusses, Pavel Píha, mit.
Nach Angaben des Unternehmens, das die Verbrennungsanlage plant, erfüllt das Projekt sämtliche Anforderungen für eine sichere Entsorgung von Abfällen.
Das gemeinsame Vorgehen gegen die Anlage wird von den Bürgermeistern von Temelín, Hluboká nad Vltavou, Chrášťany und zahlreichen weiteren Gemeinden unterstützt.
/gr/
Doosan Škoda Power überraschte mit einer großzügigen Dividende
01.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 9 Autor:Patrik Salát
Investitionen
Die Dividendensaison an der Prager Börse läuft auf Hochtouren. Im vergangenen Jahr schütteten die an der tschechischen Börse notierten Unternehmen insgesamt nahezu 90 Milliarden Kronen an ihre Investoren aus. Auch in diesem Jahr werden die Aktionäre nicht leer ausgehen. Zu den traditionellen großzügigen Dividendenzahlern wie Komerční banka, Moneta Money Bank, Philip Morris ČR oder ČEZ gesellt sich nun ein weiteres Unternehmen.
Der Vorstand von Doosan Škoda Power, einem der führenden Hersteller von Dampfturbinen, hat vorgeschlagen, den Aktionären eine Dividende von 28 Kronen je Aktie auszuzahlen. Das entspricht etwa dem Dreifachen der Dividende des Vorjahres, als das Unternehmen 9,76 Kronen je Aktie ausschüttete. Der Analyst Peter Palovič von Wood & Company erklärte, die vorgeschlagene Dividende liege um 88 Prozent über seinen ursprünglichen Erwartungen.
„Das Unternehmen hat eine Dividende in Höhe von 893,2 Millionen Kronen vorgeschlagen. Diese setzt sich aus der Ausschüttung von 100 Prozent des eigenständigen Nettogewinns für das Jahr 2025 (487,4 Millionen Kronen) sowie weiteren 405,4 Millionen Kronen aus den Gewinnrücklagen zusammen. Die Dividende fällt deutlich höher aus als im Vorjahr, obwohl der Nettogewinn im Jahre 2025 niedriger war als 2024. Die Hauptversammlung, auf der über den Vorschlag entschieden wird, findet am 25. Juni statt“, erläuterte Palovič gegenüber den Hospodářské noviny.
Anleger, die Anspruch auf die diesjährige Dividende erwerben möchten, müssen die Aktien von Doosan Škoda Power vor dem 3. Juli kaufen. An diesem Tag fällt der sogenannte Ex-Dividenden-Tag (Ex-Date). Ab diesem Datum werden die Aktien ohne Dividendenanspruch gehandelt. Die Auszahlung der Dividende soll bis spätestens 7. August auf den Konten der Aktionäre eingehen.
Bei einem Aktienkurs von rund 440 Kronen an der Prager Börse ergibt sich eine Dividendenrendite von mehr als 6,3 Prozent. Damit zählt Doosan zu den attraktivsten Dividendentiteln auf dem tschechischen Aktienmarkt. Dies haben offenbar auch die Investoren erkannt und begonnen, die Aktie verstärkt zu kaufen. Seit dem 26. Mai, als die Information über die außergewöhnlich hohe Dividende veröffentlicht wurde, ist der Aktienkurs um etwa zehn Prozent gestiegen.
Gleichzeitig nahm das Handelsvolumen deutlich zu. Allein am Dienstag erreichte es 15,6 Millionen Kronen – etwa das Dreifache des gesamten Handelsvolumens der Vorwoche (18.–22. Mai).
Anleger, die einen Einstieg in die Aktie vor allem wegen der Dividende in Erwägung ziehen und auf ähnlich hohe Ausschüttungen in den kommenden Jahren hoffen, sollten jedoch vorsichtig sein. Vor dem Börsengang hatte das Unternehmen angekündigt, mindestens 70 Prozent des Nettogewinns als Dividende auszuschütten. In diesem Jahr sollen jedoch rund 180 Prozent des Nettogewinns ausgezahlt werden. Sollte das Unternehmen künftig zu seiner ursprünglich angekündigten Ausschüttungsquote zurückkehren, könnten die Dividenden in den kommenden Jahren deutlich niedriger ausfallen.
„Es handelt sich um eine einmalige Sonderdividende, und man sollte nicht davon ausgehen, dass ein derart hohes Ausschüttungsniveau auch in den kommenden Jahren beibehalten wird“, warnt Tomáš Maxa.
„Investoren sollten sich nicht allein von einer hohen Dividendenrendite leiten lassen. Entscheidend ist die Steigerung der Profitabilität des Unternehmens, damit die Dividendenpolitik auch langfristig nachhaltig bleibt“, ergänzt er.
Das tschechische Maschinenbauunternehmen, das zum südkoreanischen Konglomerat Doosan Group gehört, erzielte im vergangenen Jahr einen konsolidierten Umsatz von 5,6 Milliarden Kronen. Dies entsprach einem Rückgang von knapp fünf Prozent gegenüber 2024. Als Gründe nannte das Unternehmen Wechselkurseffekte sowie Verzögerungen bei einigen Projekten.
Aktie von Doosan Škoda Power:
Der Aktienkurs des Unternehmens ist innerhalb des letzten Jahres um rund ein Drittel gestiegen. Quelle: Investing.com.
/gr/
Siebzehn Gemeinden kämpfen gegen die Verbrennungsanlage bei Temelín
01.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9
Tschechische Presseagentur (ČTK)
TEMELÍN – Dem Protest gegen die geplante Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis schließen sich weitere Gemeinden an. Inzwischen treten insgesamt 17 Städte und Gemeinden gemeinsam gegen das Bauvorhaben auf.
Gegen das von der Firma Quail geplante Vorhaben wurde eine Petition ins Leben gerufen, die bereits 2.400 Unterschriften gesammelt hat. Die Gemeinde Temelín bereitet zudem ein Referendum vor, das möglicherweise zeitgleich mit den Kommunalwahlen im Herbst stattfinden könnte. Nach Angaben des Unternehmens erfüllt das Projekt sämtliche Anforderungen für eine sichere Entsorgung von Abfällen.
Die Bürgermeister einigten sich auf der Generalversammlung des Gemeindenvereins Moldau / Sdružení měst a obcí Vltava auf ein gemeinsames Vorgehen in der nächsten Phase des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens (UVP).
„Dieser Schritt stellt einen weiteren bedeutenden Fortschritt in der gesamten Sache dar. Der Widerstand gegen die Verbrennungsanlage entwickelt sich zunehmend von einem bürgerlichen und politischen Protest zu einem koordinierten Vorgehen der Kommunalverwaltungen, die auf die nächste Phase des UVP-Verfahrens fachlich und rechtlich vorbereitet sein wollen“, erklärte der Sprecher des Petitionskomitees, Pavel Píha.
Das Projekt wurde im Rahmen des Umweltprüfungsverfahrens der sogenannten Kategorie I zugeordnet und unterliegt damit dem strengsten Prüfungsregime. Der Investor muss daher eine ausführliche Umweltverträglichkeitsstudie (UVP) erstellen und zahlreiche Einwände von Gemeinden, Fachleuten und der Öffentlichkeit berücksichtigen.
Nach Angaben der Kreisverwaltung muss die Dokumentation noch ergänzt werden. Das Unternehmen soll die genaue Zusammensetzung der zu verbrennenden Stoffe angeben, detailliert erläutern, wie mit Abfällen umgegangen wird, die bei höheren Temperaturen verbrannt werden müssen, sowie die Behandlung der beim Betrieb der Anlage entstehenden gefährlichen Abfälle beschreiben.
Die regionale Gesundheitsbehörde fordert darüber hinaus eine Ergänzung der UVP-Unterlagen um eine Bewertung der Lärmbelastung.
Beteiligte Städte und Gemeinden
• Temelín
• Týn nad Vltavou
• Hluboká nad Vltavou
• Všemyslice
• Dříteň
• Horní Kněžeklady
• Hartmanice
• Chrášťany
• Dražíč
• Žimutice
• Dobšice
• Modrá Hůrka
• Čenkov u Bechyně
• Dolní Bukovsko
• Dívčice
• Olešník
• Číčenice.
/gr/
Wichtiger Tag für ČEZ: Aktionäre entscheiden über die Zukunft des Konzerns
Sofie Krýžová
1. Juni 2026
Seznam Zprávy
Auf der heutigen Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ stehen für die Aktionäre vor allem drei Themen im Mittelpunkt: die Höhe der Dividende, die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft sowie die Neubesetzung des Aufsichtsrats. Die Ausgliederung bestimmter Unternehmensteile könnte zudem den Weg für eine vollständige Verstaatlichung ebnen.
Am Montagmorgen beginnt die Hauptversammlung, die über die weitere Ausrichtung der Energiegruppe ČEZ entscheiden wird. Ihr Ausgang könnte die bisherige Struktur eines der wertvollsten Unternehmen Tschechiens grundlegend verändern und Auswirkungen auf den gesamten tschechischen Energiemarkt haben.
Einer der am meisten erwarteten Tagesordnungspunkte im Prager Kongresszentrum ist die Beratung über den Vorschlag, die nicht-produzierenden Geschäftsbereiche des Unternehmens in eine neue Tochtergesellschaft auszugliedern. Die Aufsichtsräte hatten darüber bereits im April entschieden, nun müssen die Aktionäre dem Vorhaben zustimmen.
Dieser Schritt gilt als erster Meilenstein auf dem Weg zu einer möglichen Verstaatlichung von ČEZ, die sich die tschechische Regierung in ihrem Regierungsprogramm zum Ziel gesetzt hat. Der Staat hält derzeit über das Finanzministerium 69,8 Prozent der Aktien.
In die neue Gesellschaft sollen die Vertriebs- und Netzsparten des Konzerns eingebracht werden, ebenso die Handelsaktivitäten und Energiedienstleistungen. Betroffen wären beispielsweise die Unternehmen ČEZ Prodej/Verkauf, ČEZ Distribuce/Vertilung, GasNet, ČEZ ESCO, Telco Pro Services sowie der Energiehandel.
Nach dem Vorschlag soll ČEZ in diesen Gesellschaften die Mehrheit behalten, also mindestens 51 Prozent der Anteile. Die übrigen Anteile würden Investoren angeboten. Nicht in die Tochtergesellschaft eingebracht würden hingegen die Erzeugungsanlagen, also die Stromproduktion. Sollte die Hauptversammlung die Umstrukturierung genehmigen, soll die Tochtergesellschaft bis Ende des ersten Quartals 2027 gegründet werden.
Traditionell wird die Hauptversammlung auch über die Dividende entscheiden. Der Vorstand schlägt eine Ausschüttung von 42 Kronen je Aktie vor. Insgesamt würden damit 23 Milliarden Kronen an die Aktionäre ausgezahlt, was 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des vergangenen Jahres entspricht.
Erwartet werden zudem Veränderungen im Aufsichtsrat von ČEZ. Das Finanzministerium hat unter anderem den stellvertretenden Vorsitzenden der politischen Bewegung SPD, Radim Fiala, den Geschäftsführer des Energieerbands/ Svaz energetiky, Josef Kotrba, den stellvertretenden Umweltminister Vladislav Smrž sowie die Vertreter des Finanzministeriums Karel Tyll und Petr Bejček nominiert.
Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn des Unternehmens lag damit um 1,7 Milliarden Kronen unter dem Vorjahreswert.
Laut dem Ranking „Česká elita“, das von Seznam Zprávy im November 2025 veröffentlicht wurde, ist ČEZ das wertvollste Unternehmen Tschechiens.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... sti-307470
/gr/
Letzter Abschied von ČEZ in seiner heutigen Form? Aktionäre sollen die Aufspaltung des Unternehmens billigen
Autor: Jan Vávra
1. Juni 2026, E15.cz
Am Montag gegen neun Uhr begann die Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ – in diesem Jahr eine besonders wichtige.
Die Aktionäre stimmen unter anderem über einen strategischen Plan zur Abspaltung der nicht-produzierenden Geschäftsbereiche der ČEZ-Gruppe ab.
Einige Minderheitsaktionäre weisen darauf hin, dass die Versammlung im Prager Kongresszentrum möglicherweise die letzte in ihrer bisherigen Form sein könnte.
Erster Schritt zur Verstaatlichung...
Die Maßnahme gilt als erster Schritt auf dem Weg zur erwarteten Verstaatlichung des Energieriesen, an dem der tschechische Staat bereits knapp 70 Prozent hält. Neben der Genehmigung der Dividende und Änderungen im Aufsichtsrat soll die Hauptversammlung 2026 auch über die Ausgliederung der nicht-produzierenden Aktivitäten in ein neues Unternehmen mit dem Arbeitstitel DSZS entscheiden.
Der Erlös aus dem Verkauf eines Minderheitsanteils an dieser Gesellschaft soll anschließend für den Rückkauf von ČEZ-Aktien von privaten Investoren verwendet werden. Dadurch könnte die Produktionssparte des Konzerns schrittweise vollständig in Staatsbesitz übergehen.
Umfrage...
Zu welchem Preis wären Sie bereit, Ihre ČEZ-Aktien im Falle eines staatlichen Übernahmeangebots zu verkaufen?
• Mindestens 1.800 CZK
• Mindestens 1.500 CZK
• Mindestens 1.300 CZK
• Jeder Preis über 1.000 CZK wäre akzeptabel
(1.614 Stimmen)
„Ein möglicher Weg zur vollständigen Kontrolle“...
„Dies ist eines der Szenarien, wie der Staat die vollständige Kontrolle über den Produktionsbereich von ČEZ erlangen könnte. Das Unternehmen würde sich einen soliden Cashflow schaffen, um den Rückkauf finanzieren zu können. Mit anderen Worten: ČEZ würde dadurch weniger belastet, als wenn die gesamte Gruppe einschließlich der Handels- und Vertriebsgesellschaften übernommen würde. Zudem wird dadurch die Energiesicherheit nicht gefährdet, weil beispielsweise ČEZ Distribuce weitgehend ein reguliertes Unternehmen ist, dessen Preise für mehrere Jahre im Voraus festgelegt werden“, zitierte der Sender iRozhlas / Tschechischer Rundfunk vergangene Woche den Industrieminister Karel Havlíček von der Bewegung ANO, der den Plan nach eigenen Angaben unterstützt.
Die letzte Hauptversammlung dieser Art?
Die Hauptversammlung befasst sich außerdem mit einer Statuten - Änderung, die nach Ansicht des bekannten Minderheitsaktionärs Michal Šnobr eine wesentliche Neuerung enthält.
Konkret soll künftig mit einfacher Mehrheit über Aktienrückkäufe auch im sogenannten Per-Rollam-Verfahren, also schriftlich beziehungsweise aus der Ferne, entschieden werden können.
„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die diesjährige Hauptversammlung von ČEZ die letzte sein wird, an der die Aktionäre persönlich teilnehmen können“, schrieb Šnobr im sozialen Netzwerk X.
„Wir werden als Minderheitsaktionäre den Vorstand dazu auffordern, hinsichtlich der geplanten Umstrukturierung und des Rückkaufs eigener Aktien deutlich konkreter zu werden. Dabei handelt es sich um kursrelevante Informationen von grundlegender Bedeutung. Nur maximale Transparenz des Vorstands kann faire Bedingungen für alle Aktionäre gewährleisten“, erklärte Šnobr am Sonntag und kündigte an, auf der Hauptversammlung das Fragerecht der Minderheitsaktionäre aktiv zu nutzen.
Zugleich wies er darauf hin, dass dem Plan zur Aufspaltung und möglichen Verstaatlichung von ČEZ noch wesentliche Details fehlen.
„Entscheidend ist jetzt, den Vorstand zu fragen, wie die Informationen über den gesamten Prozess an die Aktionäre weitergegeben werden sollen, welcher Zeitplan vorgesehen ist, welche Bewertungen erwartet werden und wie der detaillierte Plan aussieht, um das Regierungsziel einer Verstaatlichung von ČEZ umzusetzen“, fasste Šnobr zusammen.
Der Staat fordert keine höhere Dividende...
Den Vorschlag zur Gründung der neuen Tochtergesellschaft stellte die Konzernführung im April vor. Aus der bestehenden Struktur sollen unter anderem Vertrieb und Verteilung von Energie, Handelsaktivitäten sowie Energiedienstleistungen ausgegliedert werden.
Betroffen wären beispielsweise:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce / Verteilung
• GasNet
• ČEZ ESCO
• die Handelsgesellschaften der Gruppe
• Telco Pro Services
Nach dem Vorschlag soll ČEZ an der neuen Tochtergesellschaft 51 Prozent behalten, während die restlichen Anteile Investoren angeboten werden sollen.
Falls die Hauptversammlung zustimmt, will der Vorstand den Prozess umgehend starten. Die neue Gesellschaft soll bis Ende des ersten Quartals 2027 gegründet werden.
Dividende von 42 Kronen je Aktie...
Ein traditioneller Tagesordnungspunkt ist die Entscheidung über die Dividende.
Der Vorstand schlägt für dieses Jahr eine Ausschüttung von 42 Kronen je Aktie vor. Dies entspricht 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des vergangenen Jahres. Bei Zustimmung der Aktionäre würde ČEZ insgesamt 23 Milliarden Kronen ausschütten.
Der Staat als Mehrheitsaktionär hat in diesem Jahr keinen eigenen Dividendenvorschlag eingebracht. Im vergangenen Jahr zahlte ČEZ nach Genehmigung des Vorstandsvorschlags 47 Kronen je Aktie, insgesamt rund 25,2 Milliarden Kronen.
Wer soll in den Aufsichtsrat von ČEZ einziehen?
Das Finanzministerium hat folgende Kandidaten für den Aufsichtsrat nominiert:
• Radim Fiala, der stellvertretende Vorsizende der SPD - Partei
• Karel Tyll, Direktor der Staatshaushaltssparte im Finanministerium
• Petr Bejček, Direktor der Rechtssparte im Finanzministerium
• Vladislav Smrž, Stellvertrter des Umweltministers
• Josef Kotrba, Direktor des Energieverbands der Tschechischen Reublik
Insgesamt wird das Finanzministerium acht Mitglieder des Aufsichtsrats nominieren. Die übrigen vier Mitglieder werden von den Beschäftigten des Konzerns gewählt.
Quelle: https://www.e15.cz/byznys/posledni-sboh ... my-1433224
/gr/
Tschechen lernen in Seoul den Umgang mit Kernbrennstoff für die neuen Blöcke in Dukovany
ČTK
29. Mai 2026 | oEnergetice.cz
Tschechische Fachkräfte lernen derzeit den Umgang mit dem Kernbrennstoff, der für die neuen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany von der südkoreanischen Firma KEPCO Nuclear Fuel geliefert werden soll. An der Schulung in Seoul nehmen insgesamt 24 Personen teil. Darüber informierte heute die Sprecherin der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, Alice Horáková.
Die Lieferung von Brennstoff für mehrere Betriebsjahre ist Bestandteil des Vertrags über den Bau von zwei neuen Reaktorblöcken in Dukovany. Der Brennstoff soll im ersten der neuen Blöcke ab dem Jahr 2036 eingesetzt werden.
„Mit dem erwarteten Ausbau der Kernenergie wird die Nachfrage nach Fachwissen in Europa steigen, auch im Bereich des Kernbrennstoffs. Die Tschechische Republik arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit bedeutenden Brennstoffherstellern zusammen, darunter dem französischen Unternehmen Framatome und dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse, und verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit Brennstoffen für Reaktoren des Typs VVER. Nun wird zusätzlich Know-how über eine weitere moderne Brennstofftechnologie erworben, was die Attraktivität der Dienstleistungen unserer Unternehmen für ausländische Partner erhöhen wird“, erklärte der Generaldirektor von Elektrárna Dukovany II, Petr Závodský.
Nach Seoul reisten zwölf Mitarbeiter von Elektrárna Dukovany II, drei Vertreter von ČEZ, fünf Mitarbeiter von Energoprojekt Praha sowie vier Fachleute des Atomforschungsinstituts Rez / Ústav jaderného výzkumu Řež. Die aktuelle Schulung ist die erste von insgesamt vier geplanten Ausbildungsmaßnahmen. Weitere Trainings sind für die Jahre 2029, 2030 und 2031 vorgesehen.
Neue Reaktortechnologie in Dukovany….
Im Kernkraftwerk Kernkraftwerk Dukovany sind derzeit vier Reaktorblöcke des Typs VVER-440 in Betrieb. Sie wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen.
Im Kernkraftwerk Temelín arbeiten zwei Reaktorblöcke des Typs VVER-1000.
Die neuen Blöcke in Dukovany werden hingegen auf der Reaktortechnologie APR1000 basieren. Ihre Inbetriebnahme ist für die Jahre 2036 und 2037 geplant.
Wechsel der Brennstofflieferanten...
Derzeit wird in Dukovany noch Kernbrennstoff des russischen Herstellers TVEL eingesetzt. Im vergangenen Jahr erhielt das Kraftwerk erstmals Brennstoff von Westinghouse; eine weitere Lieferung ist für dieses Jahr vorgesehen.
Den Auftrag zum Bau der beiden neuen Reaktorblöcke in Dukovany erhielt die südkoreanische Gesellschaft KHNP.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nske-bloky
/gr/
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https://whydonate.com/de/fundraising/un ... schechien-
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Widerstand der Gemeinden gegen die Müllverbrennungsanlage bei Temelín wächst
30.05.2026, TageszeitugngMladá fronta DNES Tschechische Presseagentur (ČTK)
Umwelt
Dem Protest gegen die geplante Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice (Budweis) schließen sich weitere Gemeinden an. Derzeit treten bereits 17 Städte und Gemeinden gemeinsam gegen das Bauvorhaben auf.
Die Gemeinde Temelín bereitet außerdem ein Referendum vor, das möglicherweise gleichzeitig mit den kommunalen Wahlen im Herbst stattfinden könnte, teilte gestern der Sprecher des Petitionsausschusses, Pavel Píha, mit.
Nach Angaben des Unternehmens, das die Verbrennungsanlage plant, erfüllt das Projekt sämtliche Anforderungen für eine sichere Entsorgung von Abfällen.
Das gemeinsame Vorgehen gegen die Anlage wird von den Bürgermeistern von Temelín, Hluboká nad Vltavou, Chrášťany und zahlreichen weiteren Gemeinden unterstützt.
/gr/
Doosan Škoda Power überraschte mit einer großzügigen Dividende
01.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 9 Autor:Patrik Salát
Investitionen
Die Dividendensaison an der Prager Börse läuft auf Hochtouren. Im vergangenen Jahr schütteten die an der tschechischen Börse notierten Unternehmen insgesamt nahezu 90 Milliarden Kronen an ihre Investoren aus. Auch in diesem Jahr werden die Aktionäre nicht leer ausgehen. Zu den traditionellen großzügigen Dividendenzahlern wie Komerční banka, Moneta Money Bank, Philip Morris ČR oder ČEZ gesellt sich nun ein weiteres Unternehmen.
Der Vorstand von Doosan Škoda Power, einem der führenden Hersteller von Dampfturbinen, hat vorgeschlagen, den Aktionären eine Dividende von 28 Kronen je Aktie auszuzahlen. Das entspricht etwa dem Dreifachen der Dividende des Vorjahres, als das Unternehmen 9,76 Kronen je Aktie ausschüttete. Der Analyst Peter Palovič von Wood & Company erklärte, die vorgeschlagene Dividende liege um 88 Prozent über seinen ursprünglichen Erwartungen.
„Das Unternehmen hat eine Dividende in Höhe von 893,2 Millionen Kronen vorgeschlagen. Diese setzt sich aus der Ausschüttung von 100 Prozent des eigenständigen Nettogewinns für das Jahr 2025 (487,4 Millionen Kronen) sowie weiteren 405,4 Millionen Kronen aus den Gewinnrücklagen zusammen. Die Dividende fällt deutlich höher aus als im Vorjahr, obwohl der Nettogewinn im Jahre 2025 niedriger war als 2024. Die Hauptversammlung, auf der über den Vorschlag entschieden wird, findet am 25. Juni statt“, erläuterte Palovič gegenüber den Hospodářské noviny.
Anleger, die Anspruch auf die diesjährige Dividende erwerben möchten, müssen die Aktien von Doosan Škoda Power vor dem 3. Juli kaufen. An diesem Tag fällt der sogenannte Ex-Dividenden-Tag (Ex-Date). Ab diesem Datum werden die Aktien ohne Dividendenanspruch gehandelt. Die Auszahlung der Dividende soll bis spätestens 7. August auf den Konten der Aktionäre eingehen.
Bei einem Aktienkurs von rund 440 Kronen an der Prager Börse ergibt sich eine Dividendenrendite von mehr als 6,3 Prozent. Damit zählt Doosan zu den attraktivsten Dividendentiteln auf dem tschechischen Aktienmarkt. Dies haben offenbar auch die Investoren erkannt und begonnen, die Aktie verstärkt zu kaufen. Seit dem 26. Mai, als die Information über die außergewöhnlich hohe Dividende veröffentlicht wurde, ist der Aktienkurs um etwa zehn Prozent gestiegen.
Gleichzeitig nahm das Handelsvolumen deutlich zu. Allein am Dienstag erreichte es 15,6 Millionen Kronen – etwa das Dreifache des gesamten Handelsvolumens der Vorwoche (18.–22. Mai).
Anleger, die einen Einstieg in die Aktie vor allem wegen der Dividende in Erwägung ziehen und auf ähnlich hohe Ausschüttungen in den kommenden Jahren hoffen, sollten jedoch vorsichtig sein. Vor dem Börsengang hatte das Unternehmen angekündigt, mindestens 70 Prozent des Nettogewinns als Dividende auszuschütten. In diesem Jahr sollen jedoch rund 180 Prozent des Nettogewinns ausgezahlt werden. Sollte das Unternehmen künftig zu seiner ursprünglich angekündigten Ausschüttungsquote zurückkehren, könnten die Dividenden in den kommenden Jahren deutlich niedriger ausfallen.
„Es handelt sich um eine einmalige Sonderdividende, und man sollte nicht davon ausgehen, dass ein derart hohes Ausschüttungsniveau auch in den kommenden Jahren beibehalten wird“, warnt Tomáš Maxa.
„Investoren sollten sich nicht allein von einer hohen Dividendenrendite leiten lassen. Entscheidend ist die Steigerung der Profitabilität des Unternehmens, damit die Dividendenpolitik auch langfristig nachhaltig bleibt“, ergänzt er.
Das tschechische Maschinenbauunternehmen, das zum südkoreanischen Konglomerat Doosan Group gehört, erzielte im vergangenen Jahr einen konsolidierten Umsatz von 5,6 Milliarden Kronen. Dies entsprach einem Rückgang von knapp fünf Prozent gegenüber 2024. Als Gründe nannte das Unternehmen Wechselkurseffekte sowie Verzögerungen bei einigen Projekten.
Aktie von Doosan Škoda Power:
Der Aktienkurs des Unternehmens ist innerhalb des letzten Jahres um rund ein Drittel gestiegen. Quelle: Investing.com.
/gr/
Siebzehn Gemeinden kämpfen gegen die Verbrennungsanlage bei Temelín
01.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9
Tschechische Presseagentur (ČTK)
TEMELÍN – Dem Protest gegen die geplante Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis schließen sich weitere Gemeinden an. Inzwischen treten insgesamt 17 Städte und Gemeinden gemeinsam gegen das Bauvorhaben auf.
Gegen das von der Firma Quail geplante Vorhaben wurde eine Petition ins Leben gerufen, die bereits 2.400 Unterschriften gesammelt hat. Die Gemeinde Temelín bereitet zudem ein Referendum vor, das möglicherweise zeitgleich mit den Kommunalwahlen im Herbst stattfinden könnte. Nach Angaben des Unternehmens erfüllt das Projekt sämtliche Anforderungen für eine sichere Entsorgung von Abfällen.
Die Bürgermeister einigten sich auf der Generalversammlung des Gemeindenvereins Moldau / Sdružení měst a obcí Vltava auf ein gemeinsames Vorgehen in der nächsten Phase des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens (UVP).
„Dieser Schritt stellt einen weiteren bedeutenden Fortschritt in der gesamten Sache dar. Der Widerstand gegen die Verbrennungsanlage entwickelt sich zunehmend von einem bürgerlichen und politischen Protest zu einem koordinierten Vorgehen der Kommunalverwaltungen, die auf die nächste Phase des UVP-Verfahrens fachlich und rechtlich vorbereitet sein wollen“, erklärte der Sprecher des Petitionskomitees, Pavel Píha.
Das Projekt wurde im Rahmen des Umweltprüfungsverfahrens der sogenannten Kategorie I zugeordnet und unterliegt damit dem strengsten Prüfungsregime. Der Investor muss daher eine ausführliche Umweltverträglichkeitsstudie (UVP) erstellen und zahlreiche Einwände von Gemeinden, Fachleuten und der Öffentlichkeit berücksichtigen.
Nach Angaben der Kreisverwaltung muss die Dokumentation noch ergänzt werden. Das Unternehmen soll die genaue Zusammensetzung der zu verbrennenden Stoffe angeben, detailliert erläutern, wie mit Abfällen umgegangen wird, die bei höheren Temperaturen verbrannt werden müssen, sowie die Behandlung der beim Betrieb der Anlage entstehenden gefährlichen Abfälle beschreiben.
Die regionale Gesundheitsbehörde fordert darüber hinaus eine Ergänzung der UVP-Unterlagen um eine Bewertung der Lärmbelastung.
Beteiligte Städte und Gemeinden
• Temelín
• Týn nad Vltavou
• Hluboká nad Vltavou
• Všemyslice
• Dříteň
• Horní Kněžeklady
• Hartmanice
• Chrášťany
• Dražíč
• Žimutice
• Dobšice
• Modrá Hůrka
• Čenkov u Bechyně
• Dolní Bukovsko
• Dívčice
• Olešník
• Číčenice.
/gr/
Wichtiger Tag für ČEZ: Aktionäre entscheiden über die Zukunft des Konzerns
Sofie Krýžová
1. Juni 2026
Seznam Zprávy
Auf der heutigen Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ stehen für die Aktionäre vor allem drei Themen im Mittelpunkt: die Höhe der Dividende, die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft sowie die Neubesetzung des Aufsichtsrats. Die Ausgliederung bestimmter Unternehmensteile könnte zudem den Weg für eine vollständige Verstaatlichung ebnen.
Am Montagmorgen beginnt die Hauptversammlung, die über die weitere Ausrichtung der Energiegruppe ČEZ entscheiden wird. Ihr Ausgang könnte die bisherige Struktur eines der wertvollsten Unternehmen Tschechiens grundlegend verändern und Auswirkungen auf den gesamten tschechischen Energiemarkt haben.
Einer der am meisten erwarteten Tagesordnungspunkte im Prager Kongresszentrum ist die Beratung über den Vorschlag, die nicht-produzierenden Geschäftsbereiche des Unternehmens in eine neue Tochtergesellschaft auszugliedern. Die Aufsichtsräte hatten darüber bereits im April entschieden, nun müssen die Aktionäre dem Vorhaben zustimmen.
Dieser Schritt gilt als erster Meilenstein auf dem Weg zu einer möglichen Verstaatlichung von ČEZ, die sich die tschechische Regierung in ihrem Regierungsprogramm zum Ziel gesetzt hat. Der Staat hält derzeit über das Finanzministerium 69,8 Prozent der Aktien.
In die neue Gesellschaft sollen die Vertriebs- und Netzsparten des Konzerns eingebracht werden, ebenso die Handelsaktivitäten und Energiedienstleistungen. Betroffen wären beispielsweise die Unternehmen ČEZ Prodej/Verkauf, ČEZ Distribuce/Vertilung, GasNet, ČEZ ESCO, Telco Pro Services sowie der Energiehandel.
Nach dem Vorschlag soll ČEZ in diesen Gesellschaften die Mehrheit behalten, also mindestens 51 Prozent der Anteile. Die übrigen Anteile würden Investoren angeboten. Nicht in die Tochtergesellschaft eingebracht würden hingegen die Erzeugungsanlagen, also die Stromproduktion. Sollte die Hauptversammlung die Umstrukturierung genehmigen, soll die Tochtergesellschaft bis Ende des ersten Quartals 2027 gegründet werden.
Traditionell wird die Hauptversammlung auch über die Dividende entscheiden. Der Vorstand schlägt eine Ausschüttung von 42 Kronen je Aktie vor. Insgesamt würden damit 23 Milliarden Kronen an die Aktionäre ausgezahlt, was 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des vergangenen Jahres entspricht.
Erwartet werden zudem Veränderungen im Aufsichtsrat von ČEZ. Das Finanzministerium hat unter anderem den stellvertretenden Vorsitzenden der politischen Bewegung SPD, Radim Fiala, den Geschäftsführer des Energieerbands/ Svaz energetiky, Josef Kotrba, den stellvertretenden Umweltminister Vladislav Smrž sowie die Vertreter des Finanzministeriums Karel Tyll und Petr Bejček nominiert.
Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn des Unternehmens lag damit um 1,7 Milliarden Kronen unter dem Vorjahreswert.
Laut dem Ranking „Česká elita“, das von Seznam Zprávy im November 2025 veröffentlicht wurde, ist ČEZ das wertvollste Unternehmen Tschechiens.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... sti-307470
/gr/
Letzter Abschied von ČEZ in seiner heutigen Form? Aktionäre sollen die Aufspaltung des Unternehmens billigen
Autor: Jan Vávra
1. Juni 2026, E15.cz
Am Montag gegen neun Uhr begann die Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ – in diesem Jahr eine besonders wichtige.
Die Aktionäre stimmen unter anderem über einen strategischen Plan zur Abspaltung der nicht-produzierenden Geschäftsbereiche der ČEZ-Gruppe ab.
Einige Minderheitsaktionäre weisen darauf hin, dass die Versammlung im Prager Kongresszentrum möglicherweise die letzte in ihrer bisherigen Form sein könnte.
Erster Schritt zur Verstaatlichung...
Die Maßnahme gilt als erster Schritt auf dem Weg zur erwarteten Verstaatlichung des Energieriesen, an dem der tschechische Staat bereits knapp 70 Prozent hält. Neben der Genehmigung der Dividende und Änderungen im Aufsichtsrat soll die Hauptversammlung 2026 auch über die Ausgliederung der nicht-produzierenden Aktivitäten in ein neues Unternehmen mit dem Arbeitstitel DSZS entscheiden.
Der Erlös aus dem Verkauf eines Minderheitsanteils an dieser Gesellschaft soll anschließend für den Rückkauf von ČEZ-Aktien von privaten Investoren verwendet werden. Dadurch könnte die Produktionssparte des Konzerns schrittweise vollständig in Staatsbesitz übergehen.
Umfrage...
Zu welchem Preis wären Sie bereit, Ihre ČEZ-Aktien im Falle eines staatlichen Übernahmeangebots zu verkaufen?
• Mindestens 1.800 CZK
• Mindestens 1.500 CZK
• Mindestens 1.300 CZK
• Jeder Preis über 1.000 CZK wäre akzeptabel
(1.614 Stimmen)
„Ein möglicher Weg zur vollständigen Kontrolle“...
„Dies ist eines der Szenarien, wie der Staat die vollständige Kontrolle über den Produktionsbereich von ČEZ erlangen könnte. Das Unternehmen würde sich einen soliden Cashflow schaffen, um den Rückkauf finanzieren zu können. Mit anderen Worten: ČEZ würde dadurch weniger belastet, als wenn die gesamte Gruppe einschließlich der Handels- und Vertriebsgesellschaften übernommen würde. Zudem wird dadurch die Energiesicherheit nicht gefährdet, weil beispielsweise ČEZ Distribuce weitgehend ein reguliertes Unternehmen ist, dessen Preise für mehrere Jahre im Voraus festgelegt werden“, zitierte der Sender iRozhlas / Tschechischer Rundfunk vergangene Woche den Industrieminister Karel Havlíček von der Bewegung ANO, der den Plan nach eigenen Angaben unterstützt.
Die letzte Hauptversammlung dieser Art?
Die Hauptversammlung befasst sich außerdem mit einer Statuten - Änderung, die nach Ansicht des bekannten Minderheitsaktionärs Michal Šnobr eine wesentliche Neuerung enthält.
Konkret soll künftig mit einfacher Mehrheit über Aktienrückkäufe auch im sogenannten Per-Rollam-Verfahren, also schriftlich beziehungsweise aus der Ferne, entschieden werden können.
„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die diesjährige Hauptversammlung von ČEZ die letzte sein wird, an der die Aktionäre persönlich teilnehmen können“, schrieb Šnobr im sozialen Netzwerk X.
„Wir werden als Minderheitsaktionäre den Vorstand dazu auffordern, hinsichtlich der geplanten Umstrukturierung und des Rückkaufs eigener Aktien deutlich konkreter zu werden. Dabei handelt es sich um kursrelevante Informationen von grundlegender Bedeutung. Nur maximale Transparenz des Vorstands kann faire Bedingungen für alle Aktionäre gewährleisten“, erklärte Šnobr am Sonntag und kündigte an, auf der Hauptversammlung das Fragerecht der Minderheitsaktionäre aktiv zu nutzen.
Zugleich wies er darauf hin, dass dem Plan zur Aufspaltung und möglichen Verstaatlichung von ČEZ noch wesentliche Details fehlen.
„Entscheidend ist jetzt, den Vorstand zu fragen, wie die Informationen über den gesamten Prozess an die Aktionäre weitergegeben werden sollen, welcher Zeitplan vorgesehen ist, welche Bewertungen erwartet werden und wie der detaillierte Plan aussieht, um das Regierungsziel einer Verstaatlichung von ČEZ umzusetzen“, fasste Šnobr zusammen.
Der Staat fordert keine höhere Dividende...
Den Vorschlag zur Gründung der neuen Tochtergesellschaft stellte die Konzernführung im April vor. Aus der bestehenden Struktur sollen unter anderem Vertrieb und Verteilung von Energie, Handelsaktivitäten sowie Energiedienstleistungen ausgegliedert werden.
Betroffen wären beispielsweise:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce / Verteilung
• GasNet
• ČEZ ESCO
• die Handelsgesellschaften der Gruppe
• Telco Pro Services
Nach dem Vorschlag soll ČEZ an der neuen Tochtergesellschaft 51 Prozent behalten, während die restlichen Anteile Investoren angeboten werden sollen.
Falls die Hauptversammlung zustimmt, will der Vorstand den Prozess umgehend starten. Die neue Gesellschaft soll bis Ende des ersten Quartals 2027 gegründet werden.
Dividende von 42 Kronen je Aktie...
Ein traditioneller Tagesordnungspunkt ist die Entscheidung über die Dividende.
Der Vorstand schlägt für dieses Jahr eine Ausschüttung von 42 Kronen je Aktie vor. Dies entspricht 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des vergangenen Jahres. Bei Zustimmung der Aktionäre würde ČEZ insgesamt 23 Milliarden Kronen ausschütten.
Der Staat als Mehrheitsaktionär hat in diesem Jahr keinen eigenen Dividendenvorschlag eingebracht. Im vergangenen Jahr zahlte ČEZ nach Genehmigung des Vorstandsvorschlags 47 Kronen je Aktie, insgesamt rund 25,2 Milliarden Kronen.
Wer soll in den Aufsichtsrat von ČEZ einziehen?
Das Finanzministerium hat folgende Kandidaten für den Aufsichtsrat nominiert:
• Radim Fiala, der stellvertretende Vorsizende der SPD - Partei
• Karel Tyll, Direktor der Staatshaushaltssparte im Finanministerium
• Petr Bejček, Direktor der Rechtssparte im Finanzministerium
• Vladislav Smrž, Stellvertrter des Umweltministers
• Josef Kotrba, Direktor des Energieverbands der Tschechischen Reublik
Insgesamt wird das Finanzministerium acht Mitglieder des Aufsichtsrats nominieren. Die übrigen vier Mitglieder werden von den Beschäftigten des Konzerns gewählt.
Quelle: https://www.e15.cz/byznys/posledni-sboh ... my-1433224
/gr/
Tschechen lernen in Seoul den Umgang mit Kernbrennstoff für die neuen Blöcke in Dukovany
ČTK
29. Mai 2026 | oEnergetice.cz
Tschechische Fachkräfte lernen derzeit den Umgang mit dem Kernbrennstoff, der für die neuen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany von der südkoreanischen Firma KEPCO Nuclear Fuel geliefert werden soll. An der Schulung in Seoul nehmen insgesamt 24 Personen teil. Darüber informierte heute die Sprecherin der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, Alice Horáková.
Die Lieferung von Brennstoff für mehrere Betriebsjahre ist Bestandteil des Vertrags über den Bau von zwei neuen Reaktorblöcken in Dukovany. Der Brennstoff soll im ersten der neuen Blöcke ab dem Jahr 2036 eingesetzt werden.
„Mit dem erwarteten Ausbau der Kernenergie wird die Nachfrage nach Fachwissen in Europa steigen, auch im Bereich des Kernbrennstoffs. Die Tschechische Republik arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit bedeutenden Brennstoffherstellern zusammen, darunter dem französischen Unternehmen Framatome und dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse, und verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit Brennstoffen für Reaktoren des Typs VVER. Nun wird zusätzlich Know-how über eine weitere moderne Brennstofftechnologie erworben, was die Attraktivität der Dienstleistungen unserer Unternehmen für ausländische Partner erhöhen wird“, erklärte der Generaldirektor von Elektrárna Dukovany II, Petr Závodský.
Nach Seoul reisten zwölf Mitarbeiter von Elektrárna Dukovany II, drei Vertreter von ČEZ, fünf Mitarbeiter von Energoprojekt Praha sowie vier Fachleute des Atomforschungsinstituts Rez / Ústav jaderného výzkumu Řež. Die aktuelle Schulung ist die erste von insgesamt vier geplanten Ausbildungsmaßnahmen. Weitere Trainings sind für die Jahre 2029, 2030 und 2031 vorgesehen.
Neue Reaktortechnologie in Dukovany….
Im Kernkraftwerk Kernkraftwerk Dukovany sind derzeit vier Reaktorblöcke des Typs VVER-440 in Betrieb. Sie wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen.
Im Kernkraftwerk Temelín arbeiten zwei Reaktorblöcke des Typs VVER-1000.
Die neuen Blöcke in Dukovany werden hingegen auf der Reaktortechnologie APR1000 basieren. Ihre Inbetriebnahme ist für die Jahre 2036 und 2037 geplant.
Wechsel der Brennstofflieferanten...
Derzeit wird in Dukovany noch Kernbrennstoff des russischen Herstellers TVEL eingesetzt. Im vergangenen Jahr erhielt das Kraftwerk erstmals Brennstoff von Westinghouse; eine weitere Lieferung ist für dieses Jahr vorgesehen.
Den Auftrag zum Bau der beiden neuen Reaktorblöcke in Dukovany erhielt die südkoreanische Gesellschaft KHNP.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nske-bloky
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Gabi Reitinger
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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus tschechischen Medien zum Thema Energie vom 2.6.2026:
Inhalt:
Hauptversammlung ebnet ČEZ den Weg zur Aufspaltung und Verstaatlichung.
ČEZ zahlt seinen Aktionären eine Dividende von 42 Kronen je Aktie aus und schüttet insgesamt 23 Milliarden Kronen aus.
ČEZ erhält grünes Licht: Aktionäre billigen Gründung einer neuen Verteilgesellschaft.
Aufspalten, aufkaufen, verstaatlichen? Der staatliche ČEZ-Schnäppchenmarkt wird nicht funktionieren.
Senator Tomáš Třetina: Dukovany liefert Strom für alle. Das darf nicht auf Kosten der Gemeinden rund um das Kraftwerk gehen
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Hauptversammlung ebnet ČEZ den Weg zur Aufspaltung und Verstaatlichung
02.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 3
Autoren: Luděk Vainert, Petr Zenkner
Energiebranche
Der Staat hat sich beim Energiekonzern ČEZ den Weg für eine einfachere Übernahme seines Produktionsbereichs geebnet, zu dem vor allem Kohle- und Kernkraftwerke gehören. Auf der Hauptversammlung am Montag billigten die Aktionäre nach elf Stunden mit einer Mehrheit von 90 Prozent sowohl die Ausgliederung eines erheblichen Teils des Vermögens in einen kundenorientierten Unternehmensteil der Gruppe als auch den anschließenden Verkauf eines Anteils daran. Zudem wurde eine Statuten-Änderung beschlossen, die wichtige Entscheidungen künftig per Briefwahl (per rollam) ermöglichen soll.
Für die Aktionäre könnte die Hauptversammlung im Prager Kongresszentrum damit nahezu die letzte gewesen sein, auf der sie Fragen stellen und direkt mit dem Management kommunizieren konnten. Diese Gelegenheit nutzten sie vor allem, um möglichst viele Informationen über die geplanten Schritte einzufordern.
Die meisten Aktionäre haben sich inzwischen damit abgefunden, dass die Regierung ihre Anteile aufkaufen und das Unternehmen anschließend vollständig von der Prager Börse nehmen wird – auch wenn es vereinzelt Gegenstimmen gab. Für die Minderheitsaktionäre, von denen fast 500 an der Hauptversammlung teilnahmen, sind daher neben einer möglichst hohen Übernahmeprämie vor allem ein schneller Ablauf der gesamten „Operation“ entscheidend. Bereits die frühere Regierung unter Petr Fiala hatte die vollständige Verstaatlichung der Stromerzeugung von ČEZ angekündigt, konkrete Schritte blieben jedoch aus.
Die Aufspaltung kann beginnen….
Der aus Sicht der Zukunft von ČEZ wichtigste Tagesordnungspunkt wurde erst am frühen Abend behandelt. Hinter dem Titel „Optimierung der Eigentümerstruktur und Governance der ČEZ-Gruppe“ verbirgt sich ein seit mehreren Monaten vorbereiteter Plan zur Aufteilung des Konzerns. Dieser wurde unter der neuen Regierung von Premierminister Andrej Babiš deutlich vorangetrieben.
Die neue Gesellschaft, die vom bisherigen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Pavel Cyrani geleitet werden soll, wird in den Unterlagen bislang als „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) bezeichnet. Nach den am Montag veröffentlichten Informationen soll sie spätestens bis Frühjahr 2027 gegründet werden.vDer Staat will 51 Prozent der Anteile behalten, die übrigen 49 Prozent sollen an Investoren verkauft werden. Mit den Erlösen soll der Staat die bisherigen Minderheitsaktionäre von ČEZ auszahlen.
Zur neuen Gesellschaft sollen die Strom- und Gasverteilungsunternehmen ČEZ Distribuce und das ehemalige GasNet (heute Czech Gas Networks) gehören. Dabei handelt es sich um ein stabiles, aber staatlich reguliertes Geschäft, dessen Anteil am Gewinn von ČEZ in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Hinzu kommen der Vertrieb ČEZ Prodej mit fast 2,3 Millionen Kunden sowie das auf erneuerbare Energien und Energieeinsparungen spezialisierte Unternehmen ČEZ ESCO.
Pavel Cyrani erklärte gegenüber den Aktionären, die Ausgliederung von Verteilnetzen, Vertrieb und Teilen der erneuerbaren Energien könne den Wert der ČEZ-Aktien indirekt steigern:
„Wir gehen davon aus, dass sich dies transparent im Wert des gesamten Unternehmens widerspiegeln wird.“
Die Beteiligung an dieser Tochtergesellschaft könne insbesondere für Investoren attraktiv sein, die in regulierte Infrastrukturwerte mit geringerem Risiko investieren möchten. Bei der Erläuterung des Vorhabens verwies Cyrani ausführlich auf das Regierungsprogramm, das eine vollständige staatliche Kontrolle über ČEZ vorsieht.
Der Verkaufserlös könnte Schätzungen zufolge mindestens 200 Milliarden Kronen betragen. Der Preis für die 49 Prozent der Anteile wird auch davon abhängen, welcher Teil der Konzernverschuldung von derzeit 206 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft übertragen wird.
Im Jahr 2025 erzielte die ČEZ-Gruppe einen EBITDA-Betriebsgewinn von 137 Milliarden Kronen. Die auszugliedernden Unternehmen trugen dazu rund 40 Prozent bzw. knapp 53 Milliarden Kronen bei. Den größten Anteil hatten die beiden Netzgesellschaften mit zusammen 40,3 Milliarden Kronen Betriebsgewinn. ČEZ erwartet, dass ihr Anteil am Konzerngewinn bis 2030 auf bis zu 60 Prozent steigen könnte.
Statutenänderung erleichtert Entscheidungen...
Eine weitere beschlossene Statuten-Änderung soll künftig die Durchführung von Briefabstimmungen erleichtern und damit verhindern, dass sich Hauptversammlungen erneut zu 20-stündigen Marathons entwickeln.
Der Anwalt Dušan Sedláček von der Kanzlei Bányaiová Vožehová erklärte gegenüber Hospodářské noviny:
„In den USA ist die Briefwahl (per rollam) üblich, in Tschechien ist sie bei so großen Unternehmen wie ČEZ eher ungewöhnlich. Ich sehe darin vor allem den Versuch, langwierige Obstruktionen zu verhindern.“
Ein ähnliches Verfahren wird in Tschechien bereits von Unternehmen wie Philip Morris ČR oder dem Waffenhersteller Colt CZ Group genutzt.
Für die Statuten-Änderung verfügt der Staat über die notwendige Zweidrittelmehrheit. Für grundlegende Entscheidungen wie eine Unternehmensaufspaltung bleibt jedoch weiterhin eine Dreiviertelmehrheit erforderlich – und zwar bezogen auf sämtliche Aktionäre, nicht nur auf die anwesenden.
Mit seinem Anteil von 69,78 Prozent dürfte der Staat diese Mehrheit erreichen können. Dabei könnte auch die Unterstützung des Kohleunternehmers Pavel Tykač eine Rolle spielen. Über die zypriotische Gesellschaft Belviport Trading Limited hält er inzwischen rund 2,86 Prozent der ČEZ-Aktien. Weitere Anteile befinden sich bei mit ihm verbundenen Investoren wie Tomáš Kaňka und Petr Nešetřil. Auch Investoren aus dem Umfeld der Finanzgruppe J&T Finance Group besitzen etwa ein Prozent der Aktien.
Dennoch erklärte Cyrani, dass voraussichtlich mindestens noch eine abschließende Hauptversammlung mit persönlicher Teilnahme der Aktionäre stattfinden werde.
Dividende von 42 Kronen je Aktie….
Für die Aktionäre war kurzfristig vor allem die Dividendenentscheidung von Bedeutung. Beschlossen wurde der Vorschlag des Managements von 42 Kronen je Aktie vor Steuern.
Insgesamt werden damit 22,6 Milliarden Kronen ausgeschüttet, was 80 Prozent des Nettogewinns entspricht.
Ein Gegenantrag des Aktionärs Petr Kalivoda, die Dividende auf 50 Kronen je Aktie anzuheben, fand keine Mehrheit. Dies hätte Ausschüttungen von 26,9 Milliarden Kronen beziehungsweise fast 96 Prozent des Nettogewinns bedeutet.
Nach Ansicht der Unternehmensführung hätte ein solcher Schritt ein negatives Signal an Ratingagenturen gesendet und die Finanzierungskosten erhöhen können. Diese Begründung wurde vom Minderheitsaktionär Michal Šnobr kritisiert, da es lediglich um rund vier Milliarden Kronen Differenz gehe.
Für den Staat als größten Aktionär bedeutet die Dividende Einnahmen von etwa 16 Milliarden Kronen für den diesjährigen Haushalt. Allerdings hatte der Staat bereits im vergangenen Jahr mehr als 30 Milliarden Kronen aus der sogenannten Übergewinnsteuer von ČEZ erhalten, was bei vielen Aktionären auf Unmut stieß.
Neue Aufsichtsratsmitglieder….
Von besonderem Interesse war auch die Wahl des Aufsichtsrats, der die Interessen der Aktionäre vertritt und den Vorstand unter Leitung von Daniel Beneš kontrolliert.
Neben vier Arbeitnehmervertretern entsendet der Staat acht weitere Mitglieder. Häufig handelt es sich dabei um Personen mit politischem Hintergrund.
Zu den öffentlich bekannten Kandidaten gehörten unter anderem:
• Karel Tyll, Leiter der Sektion Staatshaushalt im Finanzministerium,
• Petr Bejček, Leiter der Rechts- und Vermögenssektion des Finanzministeriums,
• Josef Kotrba, Vorsitzender des Energieverbands der Tschechischen Republik,
• Vladislav Smrž, der auf EU-Ebene über Emissionszertifikate verhandelt,
• sowie Radim Fiala, stellvertretender Vorsitzender der Partei SPD und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Abgeordnetenhauses.
Der potenzielle Kandidat Pavel Janeček, der den Koalitionspartner Motoristen vertreten könnte, erhielt hingegen keinen Sitz.
Die Abstimmung über die Aufsichtsratsmitglieder fand erst nach Redaktionsschluss statt. Angesichts der konsequenten Nutzung seiner Mehrheitsbeteiligung durch den Staat bestand jedoch kaum Zweifel am Ergebnis.
/gr/
ČEZ zahlt seinen Aktionären eine Dividende von 42 Kronen je Aktie aus und schüttet insgesamt 23 Milliarden Kronen aus
ČTK
1.Juni 2026, oenergetice.cz
Der Energiekonzern ČEZ wird seinen Aktionären aus dem bereinigten Gewinn des vergangenen Jahres eine Dividende von 42 Kronen je Aktie auszahlen. Insgesamt werden damit rund 23 Milliarden Kronen an die Aktionäre ausgeschüttet. Der Staat als Mehrheitsaktionär erhält davon etwa 16 Milliarden Kronen.
Dies beschloss die heutige Hauptversammlung des Konzerns und folgte damit dem Vorschlag des Vorstands von ČEZ. Die Dividende entspricht 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des Unternehmens aus dem vergangenen Jahr.
In diesem Jahr billigte die Hauptversammlung den Vorschlag des Vorstands, der am oberen Ende der derzeitigen Dividendenpolitik von ČEZ liegt. Diese sieht eine Ausschüttung von 60 bis 80 Prozent des bereinigten Gewinns vor. Bereits im vergangenen Jahr hatte ČEZ 80 Prozent des bereinigten Gewinns ausgeschüttet.
Im Jahr 2023 hatten die Aktionäre dagegen einen Gegenantrag des Finanzministeriums angenommen, wonach 100 Prozent des bereinigten Gewinns ausgeschüttet wurden. Das Finanzministerium, das den Staat als Aktionär vertritt, reichte in diesem Jahr keinen eigenen Gegenantrag ein. Die Dividende wird wie üblich ab dem 3. August ausgezahlt.
Ein Minderheitsaktionär hatte einen Gegenantrag eingereicht, die Dividende auf 50 Kronen je Aktie zu erhöhen. Der Vorstand lehnte dies ab. Eine solche Ausschüttung würde nach Ansicht des Unternehmens über die geltende Dividendenpolitik hinausgehen und könnte das Rating der Gesellschaft gefährden.
Da die Hauptversammlung den Vorschlag des Vorstands annahm, wurde über den Gegenantrag nicht mehr abgestimmt.
Reaktionen von Analysten
-Der Portfoliomanager Tomáš Pfeiler erklärte gegenüber ČTK:
„Mit einer Dividende von 42 Kronen je Aktie hatte der Markt gerechnet. Daher führte ihre Genehmigung zu keinen Kursbewegungen bei der Aktie. Beim aktuellen Börsenkurs ergibt sich eine Dividendenrendite von etwa 3,3 Prozent, was nicht besonders beeindruckend ist.“
-Der Analyst Tomáš Maxa ergänzte:
„Die Dividende von 42 Kronen je Aktie ist die niedrigste der vergangenen Jahre. Zuletzt lag die Dividende im Jahr 2019 mit 34 Kronen je Aktie niedriger. Seitdem lag sie stets über 45 Kronen.“
Im vergangenen Jahr zahlte ČEZ nach Zustimmung der Hauptversammlung eine Dividende von 47 Kronen je Aktie aus. Insgesamt wurden damals 25,2 Milliarden Kronen ausgeschüttet, wovon der Staat 17,6 Milliarden Kronen erhielt.
Fast eine halbe Billion Kronen an Dividenden seit 2000...
Mit der Zahlung von Dividenden begann ČEZ im Jahr 2000 nach der Fertigstellung des Kernkraftwerks Kernkraftwerk Temelín.
Seitdem hat das Unternehmen insgesamt 499,5 Milliarden Kronen – also nahezu eine halbe Billion Kronen – an seine Aktionäre ausgeschüttet. Davon entfielen 349,7 Milliarden Kronen auf den tschechischen Staat.
Die bislang höchste Dividende zahlte ČEZ im Jahr 2023 mit 145 Kronen je Aktie. Grund dafür war der außergewöhnlich hohe bereinigte Nettogewinn, den das Unternehmen während der Energiekrise des Jahres 2022 erzielte.
Auf Vorschlag des Staates schüttete ČEZ damals den gesamten Gewinn in Höhe von 78 Milliarden Kronen aus.
Quelle: https://oenergetice.cz/akcie/cez-potvrz ... iard-korun
/gr/
ČEZ erhält grünes Licht: Aktionäre billigen Gründung einer neuen Verteilgesellschaft
ČTK
1.Juni 2026, oenergetice.cz
Die Energiegruppe ČEZ kann mit der Ausgliederung ihres nicht-produzierenden Geschäftsbereichs in eine neue Tochtergesellschaft beginnen. Die Aktionäre haben dem auf der Hauptversammlung zugestimmt.
Der Sprecher des Konzerns, Ladislav Kříž, bestätigte gegenüber ČTK, dass die neue Gesellschaft innerhalb weniger Wochen nach der Genehmigung gegründet werden soll. Im ersten Quartal 2027 sollen dann ausgewählte Unternehmen in die neue Struktur eingebracht werden.
Nach Einschätzung von Analysten handelt es sich um einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur geplanten Verstaatlichung des Konzerns.
Deutliche Zustimmung der Aktionäre….
Mehr als 90 Prozent der anwesenden Stimmen unterstützten die Gründung der neuen Gesellschaft.
Der tschechische Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären.
Zu Beginn der Versammlung um 9:00 Uhr im Prager Kongresszentrum waren nach Angaben von Generaldirektor Daniel Beneš insgesamt 480 Aktionäre vertreten. Sie repräsentierten 75,22 Prozent aller Aktien mit einem Gesamtwert von mehr als 40 Milliarden Kronen.
Welche Bereiche ausgegliedert werden
In die neue Gesellschaft sollen aus der bestehenden ČEZ-Struktur folgende Geschäftsbereiche übertragen werden:
• Energievertrieb,
• Strom- und Gasverteilung,
• Energiehandel (Trading),
• Energiedienstleistungen.
Betroffen sind unter anderem:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce / Verteilung
• GasNet,
• ČEZ ESCO,
• sowie weitere Unternehmen aus dem Handelsgeschäft.
Die ČEZ-Gruppe wird 51 Prozent der Anteile an der neuen Tochtergesellschaft behalten. Die verbleibenden 49 Prozent sollen später Investoren angeboten werden.
Ziel: Neue Finanzierungsmöglichkeiten
Nach Ansicht des Vorstands könnte die ausgegliederte Gesellschaft leichter Zugang zu anderen Finanzierungsquellen erhalten.
Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass sie nicht mehr mit Kohle- und Kernkraftwerken verbunden wäre, was bislang einige Investoren abschrecken könne.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erklärte, dies könne die finanzielle Flexibilität der gesamten Gruppe verbessern.
Der spätere Verkauf eines Minderheitsanteils an der neuen Gesellschaft könnte zudem Mittel bereitstellen, um die Minderheitsaktionäre des verbleibenden ČEZ-Konzerns auszukaufen.
Vorläufige Bewertung der eingebrachten Unternehmen...
Vor der Abstimmung erklärte Cyrani, dass die endgültige Bewertung der neuen Tochtergesellschaft noch ausstehe.
Die bilanziellen Werte der wichtigsten einzubringenden Unternehmen betragen derzeit:
Unternehmen Buchwert
ČEZ Distribuce 110 Mrd. Kronen
GasNet 11 Mrd. Kronen
ČEZ Prodej 9 Mrd. Kronen
ČEZ ESCO 15 Mrd. Kronen
Elevion Group 16 Mrd. Kronen
Cyrani betonte jedoch, dass für die Einbringung in die neue Gesellschaft deren Marktwert ermittelt werden müsse. Dieser könne von den Buchwerten abweichen.
Name und Zeitplan noch offen...
Nach Angaben von Cyrani steht der Name des neuen Unternehmens noch nicht fest. Derzeit wird intern die Arbeitsbezeichnung DSZS verwendet.
Auch für einen möglichen Rückkauf eigener Aktien existiert bislang kein konkreter Zeitplan. Darüber müsste eine spätere Hauptversammlung entscheiden.
Verstaatlichung als Regierungsziel...
Die vollständige Verstaatlichung von ČEZ gehört zu den erklärten Zielen der aktuellen Regierung. Sie begründet dieses Vorhaben damit, dem Unternehmen größere Freiheiten für Investitionen zu verschaffen.
Premierminister Andrej Babiš hatte bereits zuvor erklärt, dass die Regierung den Prozess der vollständigen Kontrolle über ČEZ spätestens bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2029 abschließen möchte.
Quelle: https://oenergetice.cz/akcie/cez-spoust ... ti-byznysu
Aufspalten, aufkaufen, verstaatlichen? Der staatliche ČEZ-Schnäppchenmarkt wird nicht funktionieren
Autor: Jiří Nádoba, Kommentator
2. Juni 2026
Seznam Zprávy
Die große Aktion, die in der Aufspaltung von ČEZ und der anschließenden Verstaatlichung der Kraftwerke besteht, beginnt nun offiziell. Obwohl sie wirtschaftlich keinerlei Sinn ergibt.
Die Hauptversammlung von ČEZ ist normalerweise eine Formalität. Der Staat hält rund 70 Prozent der Anteile und setzt deshalb stets durch, was er möchte. In der Regel ist bereits im Voraus bekannt, was beschlossen wird.
Auch dieses Jahr war das so. Mit dem Unterschied, dass es diesmal auf der Hauptversammlung am Montag um weitreichende Entscheidungen ging. Die Führung von ČEZ erhielt offiziell den Auftrag, die Aufspaltung des Unternehmens vorzubereiten und dem Staat den Erwerb von 100 Prozent der Erzeugungssparte zu ermöglichen. Es handelt sich damit um die größte Veränderung seit den 1990er-Jahren, als das größte staatliche Aktienunternehmen des Landes entstand.
Die Befürworter begründen den Schritt mit Energiesicherheit und günstigeren Strompreisen. Doch bei beiden Argumenten gibt es ein grundlegendes Problem.
Die Regierung als treibende Kraft hinter den Veränderungen hat bisher nicht erklärt, wie die geplanten Maßnahmen tatsächlich zu einer sicheren und preiswerten Energieversorgung beitragen sollen. Möglicherweise lässt sich das auch gar nicht überzeugend erklären und es geht lediglich darum, Wahlversprechen einzulösen. Für einen so sensiblen Eingriff in Staatsvermögen im Wert von Hunderten Milliarden Kronen wäre das jedoch ein äußerst schwaches Argument.
Jeder kauft Strom und jeder möchte ihn möglichst günstig haben. Es wäre schön, wenn der „gute Herr Babiš“ oder Havlíček einfach zum Telefon greifen, in Dukovany anrufen und den Strompreis für Bürger und Unternehmen um 20 oder sogar 30 Prozent senken könnten. So einfach funktioniert das jedoch nicht.
Man kann dazu einen Vergleich aus jüngerer Zeit ziehen: Nach dem amerikanischen Angriff auf den Iran wollte die Regierung die Dieselpreise senken. Warum hat sie dann nicht einfach ihre Unternehmen ČEPRO, RoBiN OIL und EuroOil angewiesen, den Kraftstoff billiger zu verkaufen?
Aus mehreren Gründen, die auch auf den Strommarkt zutreffen:
1. Ein Teil des subventionierten Diesels würde sofort ins Ausland verschwinden, wo er zu normalen Preisen verkauft werden könnte.
2. Die Konkurrenz würde die Regierung wegen Marktverzerrung problemlos verklagen.
3. Die staatlichen Unternehmen würden Verluste machen, und die Preisnachlässe müssten letztlich aus einer anderen Tasche finanziert werden.
Dasselbe würde gelten, wenn die Einnahmen von ČEZ künstlich reduziert würden: Die notwendigen Investitionen in die Energieversorgung müssten am Ende über den Staatshaushalt bezahlt werden.
Warum Verstaatlichung keinen billigeren Strom bringt….
Die Verstaatlichung der Kraftwerke wird das Leben nicht günstiger machen, denn:
Strom wird nicht nur von ČEZ erzeugt
Die Preise werden weder vom Energieminister noch vom Premierminister festgelegt, sondern vom europäischen Markt, dessen integraler Bestandteil Tschechien ist.
Dieser Markt funktioniert. Das zeigt sich daran, dass der reine Strompreis dank des Wettbewerbs bereits deutlich gefallen ist und schon im vergangenen Jahr nahezu wieder das Niveau vor der Energiekrise erreicht hatte.
Auch ein vollständig staatlicher Produzent kann Preise nicht beliebig senken
Selbst wenn der Staat 100 Prozent von ČEZ kontrollieren würde, könnte er dem Unternehmen nicht einfach niedrigere Preise vorschreiben – insbesondere nicht bei einem marktbeherrschenden Akteur.
Die Wettbewerber würden sofort klagen. Auf der Website der Wettbewerbsbehörde gibt es sogar konkrete Hinweise dazu: Der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung kann mit Geldbußen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden.
Billiger Strom müsste im Land gehalten werden….
Um günstigere Erzeugung tatsächlich bis zur Stromrechnung der Verbraucher durchzureichen, müsste verhindert werden, dass der billigere Strom exportiert wird.
Dafür müsste man praktisch die Grenzen schließen – was innerhalb der Europäischen Union unmöglich ist und auch keinen Sinn ergeben würde.
Tschechien exportiert seit Langem einen großen Teil seines Stroms und verdient daran. Wenn die Preise in Deutschland oder auf dem Balkan niedriger sind – was zuletzt häufig vorkam –, fließt umgekehrt günstiger Strom nach Tschechien, wovon die Verbraucher profitieren.
Auch technisch ist eine Abschottung unrealistisch...
Es geht nicht nur um Handel, sondern auch um die physische Funktionsweise des Stromnetzes.
Die Stromleitungen sind Teil eines gesamteuropäischen Verbundsystems. Elektrizität fließt in Echtzeit je nach Bedarf in beide Richtungen und in enormen Mengen durch Mitteleuropa.
Dieses System abzukoppeln wäre reine Science-Fiction – gerade auch aus Sicht der Versorgungssicherheit, mit der die Verstaatlichung paradoxerweise begründet wird.
Der „Salami-Prozess“ hat begonnen
Faktisch passiert noch nicht viel, aber der schrittweise Prozess läuft bereits an.
Der erste Schritt – inzwischen offiziell beschlossen – besteht darin, die kundenorientierten Bereiche aus dem Konzern herauszulösen: Verteilnetze und Vertrieb.
Für diesen neuen Unternehmensteil sollen private Investoren gewonnen werden. Sobald genügend Kapital eingesammelt ist, soll der nächste Schritt folgen.
Dieser besteht – wie Premierminister Andrej Babiš am Montag auf einer Regierungspressekonferenz bestätigte – im Aufkauf der Minderheitsaktionäre des verbleibenden großen ČEZ-Konzerns, in dem dann hauptsächlich die Produktionsanlagen, also die Kraftwerke, verbleiben.
Am Ende sollen die Minderheitsaktionäre einen größeren Anteil – es ist von bis zu 49 Prozent die Rede – an dem ausgegliederten Kunden- und Infrastrukturgeschäft halten, statt wie heute 30 Prozent am Gesamtkonzern.
Unter normalen Umständen könnte ein solches Modell funktionieren. In der Wirtschaft kommt es häufig vor, dass der Wert einzelner Unternehmensteile höher ist als der Wert des Gesamtkonzerns. Die deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE haben sich nach einem ähnlichen Prinzip neu strukturiert.
Vom „nationalen Schatz“ zur Staatsverwaltung?
Doch hier geht es nicht um marktwirtschaftliche Überlegungen, sondern um eine politische Entscheidung.
Der wertvollste Teil von ČEZ – die Stromerzeugung, also genau jener Bereich, der vollständig „uns gehören“ soll – würde in einem staatlichen Unternehmen landen und dort zwangsläufig an Effizienz verlieren.
Deswegen eine Warnung:
Aus einem nationalen Schatz könnte eine zweite Tschechische Post werden – oder, schlimmer noch, ein zweiter Prager Verkehrsbetrieb mit neuen „Dozimetr“-Affären.
(Anmerkung: „Dozimetr“ bezeichnet einen bekannten Korruptionsskandal im Umfeld des Prager Verkehrsbetriebs.)
/gr/
Senator Tomáš Třetina: Dukovany liefert Strom für alle. Das darf nicht auf Kosten der Gemeinden rund um das Kraftwerk gehen
01.06.2026, Wochenzeitung Znojemsko Seite 2 Mgr. Tomáš Třetina
KOMMENTAR
Minister Havlíček hat bestätigt, dass die Regierung die garantierte finanzielle Unterstützung in Höhe von 12 Milliarden Kronen für die von der Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany betroffenen Regionen streicht. Anstelle des bereits beschlossenen Finanzierungspakets will der Staat die Mittel nach der sogenannten „Salamitaktik“ aufteilen und die einzelnen Gemeinden dazu zwingen, um jede Krone für Gehwege, Kindergärten oder Kläranlagen separat und aufwendig zu kämpfen.
Der Ausbau des Kernkraftwerks ist das größte strategische Projekt in der neueren Geschichte unseres Landes. Die stabile Stromversorgung aus den neuen Reaktorblöcken wird die gesamte Tschechische Republik benötigen. Die Vorteile kommen also allen zugute, doch die enorme Belastung – in Form von beschädigten Straßen, Umweltfolgen, erhöhten Sicherheitsanforderungen und der Bereitstellung von Wohnraum für zehntausend Bauarbeiter – werden ausschließlich unsere Gemeinden in den Regionen Znaim (Znojmo), Krumau (Moravský Krumlov) und Třebíč tragen.
Der Plan der Regierung, die zugesagten Mittel aufzusplittern, bedeutet in der Praxis Chaos, einen völligen Verlust der Koordination und einen Hohn gegenüber den Menschen, die hier leben. Die Behauptung von Minister Havlíček, die beschlossene milliardenschwere Unterstützung sei lediglich ein „Blankoscheck“ ohne konkrete Grundlagen gewesen, ist eine glatte Unwahrheit. Es liegt ein detaillierter und durchgerechneter Aktionsplan des Ministeriums für regionale Entwicklung vor, der klar festlegt, was unsere Region benötigt, um die Auswirkungen eines derart großen Bauprojekts bewältigen zu können. Zu diesem gemeinsamen Vorhaben sollten auch die Gemeinden und die Region selbst jeweils 1,5 Milliarden Kronen beitragen.
Wir weigern uns, hinzunehmen, dass unsere Region für Prag lediglich als kostenlose Steckdose dient. Wir werden unsere Kräfte mit der Senatorin Hana Žáková bündeln. Gemeinsam werden wir für die Regionen Znaim und Třebíč geschlossen, entschlossen und kompromisslos auftreten. Wir werden nicht zulassen, dass die Regierung unsere Gemeinden im Stich lässt.
-Unsere Forderungen
1. Wir fordern die Regierung der Tschechischen Republik auf, die Zerstückelung der Finanzmittel sofort zu stoppen und die umfassende Unterstützung in Höhe von 15 Milliarden Kronen für die betroffenen Regionen vollständig zu garantieren.
2. Wir verlangen die Einhaltung und Umsetzung des vorbereiteten Aktionsplans des Ministeriums für regionale Entwicklung, der die tatsächlichen Auswirkungen des Kraftwerksausbaus auf Infrastruktur und Sicherheit berücksichtigt.
-Aufruf an Bürgermeister und Bürger
Lassen wir uns nicht spalten und in die Rolle von Bittstellern drängen. Ich rufe alle Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Bürger unserer Region auf: Schließen Sie sich unserem gemeinsamen Vorgehen an und unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift auf der Website tomastretina.cz.
Prag muss unsere gemeinsame und starke Stimme hören, bevor es zu spät ist!
Senator für die Region Znaim (Znojemsko).
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Hauptversammlung ebnet ČEZ den Weg zur Aufspaltung und Verstaatlichung.
ČEZ zahlt seinen Aktionären eine Dividende von 42 Kronen je Aktie aus und schüttet insgesamt 23 Milliarden Kronen aus.
ČEZ erhält grünes Licht: Aktionäre billigen Gründung einer neuen Verteilgesellschaft.
Aufspalten, aufkaufen, verstaatlichen? Der staatliche ČEZ-Schnäppchenmarkt wird nicht funktionieren.
Senator Tomáš Třetina: Dukovany liefert Strom für alle. Das darf nicht auf Kosten der Gemeinden rund um das Kraftwerk gehen
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Hauptversammlung ebnet ČEZ den Weg zur Aufspaltung und Verstaatlichung
02.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 3
Autoren: Luděk Vainert, Petr Zenkner
Energiebranche
Der Staat hat sich beim Energiekonzern ČEZ den Weg für eine einfachere Übernahme seines Produktionsbereichs geebnet, zu dem vor allem Kohle- und Kernkraftwerke gehören. Auf der Hauptversammlung am Montag billigten die Aktionäre nach elf Stunden mit einer Mehrheit von 90 Prozent sowohl die Ausgliederung eines erheblichen Teils des Vermögens in einen kundenorientierten Unternehmensteil der Gruppe als auch den anschließenden Verkauf eines Anteils daran. Zudem wurde eine Statuten-Änderung beschlossen, die wichtige Entscheidungen künftig per Briefwahl (per rollam) ermöglichen soll.
Für die Aktionäre könnte die Hauptversammlung im Prager Kongresszentrum damit nahezu die letzte gewesen sein, auf der sie Fragen stellen und direkt mit dem Management kommunizieren konnten. Diese Gelegenheit nutzten sie vor allem, um möglichst viele Informationen über die geplanten Schritte einzufordern.
Die meisten Aktionäre haben sich inzwischen damit abgefunden, dass die Regierung ihre Anteile aufkaufen und das Unternehmen anschließend vollständig von der Prager Börse nehmen wird – auch wenn es vereinzelt Gegenstimmen gab. Für die Minderheitsaktionäre, von denen fast 500 an der Hauptversammlung teilnahmen, sind daher neben einer möglichst hohen Übernahmeprämie vor allem ein schneller Ablauf der gesamten „Operation“ entscheidend. Bereits die frühere Regierung unter Petr Fiala hatte die vollständige Verstaatlichung der Stromerzeugung von ČEZ angekündigt, konkrete Schritte blieben jedoch aus.
Die Aufspaltung kann beginnen….
Der aus Sicht der Zukunft von ČEZ wichtigste Tagesordnungspunkt wurde erst am frühen Abend behandelt. Hinter dem Titel „Optimierung der Eigentümerstruktur und Governance der ČEZ-Gruppe“ verbirgt sich ein seit mehreren Monaten vorbereiteter Plan zur Aufteilung des Konzerns. Dieser wurde unter der neuen Regierung von Premierminister Andrej Babiš deutlich vorangetrieben.
Die neue Gesellschaft, die vom bisherigen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Pavel Cyrani geleitet werden soll, wird in den Unterlagen bislang als „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) bezeichnet. Nach den am Montag veröffentlichten Informationen soll sie spätestens bis Frühjahr 2027 gegründet werden.vDer Staat will 51 Prozent der Anteile behalten, die übrigen 49 Prozent sollen an Investoren verkauft werden. Mit den Erlösen soll der Staat die bisherigen Minderheitsaktionäre von ČEZ auszahlen.
Zur neuen Gesellschaft sollen die Strom- und Gasverteilungsunternehmen ČEZ Distribuce und das ehemalige GasNet (heute Czech Gas Networks) gehören. Dabei handelt es sich um ein stabiles, aber staatlich reguliertes Geschäft, dessen Anteil am Gewinn von ČEZ in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Hinzu kommen der Vertrieb ČEZ Prodej mit fast 2,3 Millionen Kunden sowie das auf erneuerbare Energien und Energieeinsparungen spezialisierte Unternehmen ČEZ ESCO.
Pavel Cyrani erklärte gegenüber den Aktionären, die Ausgliederung von Verteilnetzen, Vertrieb und Teilen der erneuerbaren Energien könne den Wert der ČEZ-Aktien indirekt steigern:
„Wir gehen davon aus, dass sich dies transparent im Wert des gesamten Unternehmens widerspiegeln wird.“
Die Beteiligung an dieser Tochtergesellschaft könne insbesondere für Investoren attraktiv sein, die in regulierte Infrastrukturwerte mit geringerem Risiko investieren möchten. Bei der Erläuterung des Vorhabens verwies Cyrani ausführlich auf das Regierungsprogramm, das eine vollständige staatliche Kontrolle über ČEZ vorsieht.
Der Verkaufserlös könnte Schätzungen zufolge mindestens 200 Milliarden Kronen betragen. Der Preis für die 49 Prozent der Anteile wird auch davon abhängen, welcher Teil der Konzernverschuldung von derzeit 206 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft übertragen wird.
Im Jahr 2025 erzielte die ČEZ-Gruppe einen EBITDA-Betriebsgewinn von 137 Milliarden Kronen. Die auszugliedernden Unternehmen trugen dazu rund 40 Prozent bzw. knapp 53 Milliarden Kronen bei. Den größten Anteil hatten die beiden Netzgesellschaften mit zusammen 40,3 Milliarden Kronen Betriebsgewinn. ČEZ erwartet, dass ihr Anteil am Konzerngewinn bis 2030 auf bis zu 60 Prozent steigen könnte.
Statutenänderung erleichtert Entscheidungen...
Eine weitere beschlossene Statuten-Änderung soll künftig die Durchführung von Briefabstimmungen erleichtern und damit verhindern, dass sich Hauptversammlungen erneut zu 20-stündigen Marathons entwickeln.
Der Anwalt Dušan Sedláček von der Kanzlei Bányaiová Vožehová erklärte gegenüber Hospodářské noviny:
„In den USA ist die Briefwahl (per rollam) üblich, in Tschechien ist sie bei so großen Unternehmen wie ČEZ eher ungewöhnlich. Ich sehe darin vor allem den Versuch, langwierige Obstruktionen zu verhindern.“
Ein ähnliches Verfahren wird in Tschechien bereits von Unternehmen wie Philip Morris ČR oder dem Waffenhersteller Colt CZ Group genutzt.
Für die Statuten-Änderung verfügt der Staat über die notwendige Zweidrittelmehrheit. Für grundlegende Entscheidungen wie eine Unternehmensaufspaltung bleibt jedoch weiterhin eine Dreiviertelmehrheit erforderlich – und zwar bezogen auf sämtliche Aktionäre, nicht nur auf die anwesenden.
Mit seinem Anteil von 69,78 Prozent dürfte der Staat diese Mehrheit erreichen können. Dabei könnte auch die Unterstützung des Kohleunternehmers Pavel Tykač eine Rolle spielen. Über die zypriotische Gesellschaft Belviport Trading Limited hält er inzwischen rund 2,86 Prozent der ČEZ-Aktien. Weitere Anteile befinden sich bei mit ihm verbundenen Investoren wie Tomáš Kaňka und Petr Nešetřil. Auch Investoren aus dem Umfeld der Finanzgruppe J&T Finance Group besitzen etwa ein Prozent der Aktien.
Dennoch erklärte Cyrani, dass voraussichtlich mindestens noch eine abschließende Hauptversammlung mit persönlicher Teilnahme der Aktionäre stattfinden werde.
Dividende von 42 Kronen je Aktie….
Für die Aktionäre war kurzfristig vor allem die Dividendenentscheidung von Bedeutung. Beschlossen wurde der Vorschlag des Managements von 42 Kronen je Aktie vor Steuern.
Insgesamt werden damit 22,6 Milliarden Kronen ausgeschüttet, was 80 Prozent des Nettogewinns entspricht.
Ein Gegenantrag des Aktionärs Petr Kalivoda, die Dividende auf 50 Kronen je Aktie anzuheben, fand keine Mehrheit. Dies hätte Ausschüttungen von 26,9 Milliarden Kronen beziehungsweise fast 96 Prozent des Nettogewinns bedeutet.
Nach Ansicht der Unternehmensführung hätte ein solcher Schritt ein negatives Signal an Ratingagenturen gesendet und die Finanzierungskosten erhöhen können. Diese Begründung wurde vom Minderheitsaktionär Michal Šnobr kritisiert, da es lediglich um rund vier Milliarden Kronen Differenz gehe.
Für den Staat als größten Aktionär bedeutet die Dividende Einnahmen von etwa 16 Milliarden Kronen für den diesjährigen Haushalt. Allerdings hatte der Staat bereits im vergangenen Jahr mehr als 30 Milliarden Kronen aus der sogenannten Übergewinnsteuer von ČEZ erhalten, was bei vielen Aktionären auf Unmut stieß.
Neue Aufsichtsratsmitglieder….
Von besonderem Interesse war auch die Wahl des Aufsichtsrats, der die Interessen der Aktionäre vertritt und den Vorstand unter Leitung von Daniel Beneš kontrolliert.
Neben vier Arbeitnehmervertretern entsendet der Staat acht weitere Mitglieder. Häufig handelt es sich dabei um Personen mit politischem Hintergrund.
Zu den öffentlich bekannten Kandidaten gehörten unter anderem:
• Karel Tyll, Leiter der Sektion Staatshaushalt im Finanzministerium,
• Petr Bejček, Leiter der Rechts- und Vermögenssektion des Finanzministeriums,
• Josef Kotrba, Vorsitzender des Energieverbands der Tschechischen Republik,
• Vladislav Smrž, der auf EU-Ebene über Emissionszertifikate verhandelt,
• sowie Radim Fiala, stellvertretender Vorsitzender der Partei SPD und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Abgeordnetenhauses.
Der potenzielle Kandidat Pavel Janeček, der den Koalitionspartner Motoristen vertreten könnte, erhielt hingegen keinen Sitz.
Die Abstimmung über die Aufsichtsratsmitglieder fand erst nach Redaktionsschluss statt. Angesichts der konsequenten Nutzung seiner Mehrheitsbeteiligung durch den Staat bestand jedoch kaum Zweifel am Ergebnis.
/gr/
ČEZ zahlt seinen Aktionären eine Dividende von 42 Kronen je Aktie aus und schüttet insgesamt 23 Milliarden Kronen aus
ČTK
1.Juni 2026, oenergetice.cz
Der Energiekonzern ČEZ wird seinen Aktionären aus dem bereinigten Gewinn des vergangenen Jahres eine Dividende von 42 Kronen je Aktie auszahlen. Insgesamt werden damit rund 23 Milliarden Kronen an die Aktionäre ausgeschüttet. Der Staat als Mehrheitsaktionär erhält davon etwa 16 Milliarden Kronen.
Dies beschloss die heutige Hauptversammlung des Konzerns und folgte damit dem Vorschlag des Vorstands von ČEZ. Die Dividende entspricht 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns des Unternehmens aus dem vergangenen Jahr.
In diesem Jahr billigte die Hauptversammlung den Vorschlag des Vorstands, der am oberen Ende der derzeitigen Dividendenpolitik von ČEZ liegt. Diese sieht eine Ausschüttung von 60 bis 80 Prozent des bereinigten Gewinns vor. Bereits im vergangenen Jahr hatte ČEZ 80 Prozent des bereinigten Gewinns ausgeschüttet.
Im Jahr 2023 hatten die Aktionäre dagegen einen Gegenantrag des Finanzministeriums angenommen, wonach 100 Prozent des bereinigten Gewinns ausgeschüttet wurden. Das Finanzministerium, das den Staat als Aktionär vertritt, reichte in diesem Jahr keinen eigenen Gegenantrag ein. Die Dividende wird wie üblich ab dem 3. August ausgezahlt.
Ein Minderheitsaktionär hatte einen Gegenantrag eingereicht, die Dividende auf 50 Kronen je Aktie zu erhöhen. Der Vorstand lehnte dies ab. Eine solche Ausschüttung würde nach Ansicht des Unternehmens über die geltende Dividendenpolitik hinausgehen und könnte das Rating der Gesellschaft gefährden.
Da die Hauptversammlung den Vorschlag des Vorstands annahm, wurde über den Gegenantrag nicht mehr abgestimmt.
Reaktionen von Analysten
-Der Portfoliomanager Tomáš Pfeiler erklärte gegenüber ČTK:
„Mit einer Dividende von 42 Kronen je Aktie hatte der Markt gerechnet. Daher führte ihre Genehmigung zu keinen Kursbewegungen bei der Aktie. Beim aktuellen Börsenkurs ergibt sich eine Dividendenrendite von etwa 3,3 Prozent, was nicht besonders beeindruckend ist.“
-Der Analyst Tomáš Maxa ergänzte:
„Die Dividende von 42 Kronen je Aktie ist die niedrigste der vergangenen Jahre. Zuletzt lag die Dividende im Jahr 2019 mit 34 Kronen je Aktie niedriger. Seitdem lag sie stets über 45 Kronen.“
Im vergangenen Jahr zahlte ČEZ nach Zustimmung der Hauptversammlung eine Dividende von 47 Kronen je Aktie aus. Insgesamt wurden damals 25,2 Milliarden Kronen ausgeschüttet, wovon der Staat 17,6 Milliarden Kronen erhielt.
Fast eine halbe Billion Kronen an Dividenden seit 2000...
Mit der Zahlung von Dividenden begann ČEZ im Jahr 2000 nach der Fertigstellung des Kernkraftwerks Kernkraftwerk Temelín.
Seitdem hat das Unternehmen insgesamt 499,5 Milliarden Kronen – also nahezu eine halbe Billion Kronen – an seine Aktionäre ausgeschüttet. Davon entfielen 349,7 Milliarden Kronen auf den tschechischen Staat.
Die bislang höchste Dividende zahlte ČEZ im Jahr 2023 mit 145 Kronen je Aktie. Grund dafür war der außergewöhnlich hohe bereinigte Nettogewinn, den das Unternehmen während der Energiekrise des Jahres 2022 erzielte.
Auf Vorschlag des Staates schüttete ČEZ damals den gesamten Gewinn in Höhe von 78 Milliarden Kronen aus.
Quelle: https://oenergetice.cz/akcie/cez-potvrz ... iard-korun
/gr/
ČEZ erhält grünes Licht: Aktionäre billigen Gründung einer neuen Verteilgesellschaft
ČTK
1.Juni 2026, oenergetice.cz
Die Energiegruppe ČEZ kann mit der Ausgliederung ihres nicht-produzierenden Geschäftsbereichs in eine neue Tochtergesellschaft beginnen. Die Aktionäre haben dem auf der Hauptversammlung zugestimmt.
Der Sprecher des Konzerns, Ladislav Kříž, bestätigte gegenüber ČTK, dass die neue Gesellschaft innerhalb weniger Wochen nach der Genehmigung gegründet werden soll. Im ersten Quartal 2027 sollen dann ausgewählte Unternehmen in die neue Struktur eingebracht werden.
Nach Einschätzung von Analysten handelt es sich um einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur geplanten Verstaatlichung des Konzerns.
Deutliche Zustimmung der Aktionäre….
Mehr als 90 Prozent der anwesenden Stimmen unterstützten die Gründung der neuen Gesellschaft.
Der tschechische Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären.
Zu Beginn der Versammlung um 9:00 Uhr im Prager Kongresszentrum waren nach Angaben von Generaldirektor Daniel Beneš insgesamt 480 Aktionäre vertreten. Sie repräsentierten 75,22 Prozent aller Aktien mit einem Gesamtwert von mehr als 40 Milliarden Kronen.
Welche Bereiche ausgegliedert werden
In die neue Gesellschaft sollen aus der bestehenden ČEZ-Struktur folgende Geschäftsbereiche übertragen werden:
• Energievertrieb,
• Strom- und Gasverteilung,
• Energiehandel (Trading),
• Energiedienstleistungen.
Betroffen sind unter anderem:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce / Verteilung
• GasNet,
• ČEZ ESCO,
• sowie weitere Unternehmen aus dem Handelsgeschäft.
Die ČEZ-Gruppe wird 51 Prozent der Anteile an der neuen Tochtergesellschaft behalten. Die verbleibenden 49 Prozent sollen später Investoren angeboten werden.
Ziel: Neue Finanzierungsmöglichkeiten
Nach Ansicht des Vorstands könnte die ausgegliederte Gesellschaft leichter Zugang zu anderen Finanzierungsquellen erhalten.
Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass sie nicht mehr mit Kohle- und Kernkraftwerken verbunden wäre, was bislang einige Investoren abschrecken könne.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erklärte, dies könne die finanzielle Flexibilität der gesamten Gruppe verbessern.
Der spätere Verkauf eines Minderheitsanteils an der neuen Gesellschaft könnte zudem Mittel bereitstellen, um die Minderheitsaktionäre des verbleibenden ČEZ-Konzerns auszukaufen.
Vorläufige Bewertung der eingebrachten Unternehmen...
Vor der Abstimmung erklärte Cyrani, dass die endgültige Bewertung der neuen Tochtergesellschaft noch ausstehe.
Die bilanziellen Werte der wichtigsten einzubringenden Unternehmen betragen derzeit:
Unternehmen Buchwert
ČEZ Distribuce 110 Mrd. Kronen
GasNet 11 Mrd. Kronen
ČEZ Prodej 9 Mrd. Kronen
ČEZ ESCO 15 Mrd. Kronen
Elevion Group 16 Mrd. Kronen
Cyrani betonte jedoch, dass für die Einbringung in die neue Gesellschaft deren Marktwert ermittelt werden müsse. Dieser könne von den Buchwerten abweichen.
Name und Zeitplan noch offen...
Nach Angaben von Cyrani steht der Name des neuen Unternehmens noch nicht fest. Derzeit wird intern die Arbeitsbezeichnung DSZS verwendet.
Auch für einen möglichen Rückkauf eigener Aktien existiert bislang kein konkreter Zeitplan. Darüber müsste eine spätere Hauptversammlung entscheiden.
Verstaatlichung als Regierungsziel...
Die vollständige Verstaatlichung von ČEZ gehört zu den erklärten Zielen der aktuellen Regierung. Sie begründet dieses Vorhaben damit, dem Unternehmen größere Freiheiten für Investitionen zu verschaffen.
Premierminister Andrej Babiš hatte bereits zuvor erklärt, dass die Regierung den Prozess der vollständigen Kontrolle über ČEZ spätestens bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2029 abschließen möchte.
Quelle: https://oenergetice.cz/akcie/cez-spoust ... ti-byznysu
Aufspalten, aufkaufen, verstaatlichen? Der staatliche ČEZ-Schnäppchenmarkt wird nicht funktionieren
Autor: Jiří Nádoba, Kommentator
2. Juni 2026
Seznam Zprávy
Die große Aktion, die in der Aufspaltung von ČEZ und der anschließenden Verstaatlichung der Kraftwerke besteht, beginnt nun offiziell. Obwohl sie wirtschaftlich keinerlei Sinn ergibt.
Die Hauptversammlung von ČEZ ist normalerweise eine Formalität. Der Staat hält rund 70 Prozent der Anteile und setzt deshalb stets durch, was er möchte. In der Regel ist bereits im Voraus bekannt, was beschlossen wird.
Auch dieses Jahr war das so. Mit dem Unterschied, dass es diesmal auf der Hauptversammlung am Montag um weitreichende Entscheidungen ging. Die Führung von ČEZ erhielt offiziell den Auftrag, die Aufspaltung des Unternehmens vorzubereiten und dem Staat den Erwerb von 100 Prozent der Erzeugungssparte zu ermöglichen. Es handelt sich damit um die größte Veränderung seit den 1990er-Jahren, als das größte staatliche Aktienunternehmen des Landes entstand.
Die Befürworter begründen den Schritt mit Energiesicherheit und günstigeren Strompreisen. Doch bei beiden Argumenten gibt es ein grundlegendes Problem.
Die Regierung als treibende Kraft hinter den Veränderungen hat bisher nicht erklärt, wie die geplanten Maßnahmen tatsächlich zu einer sicheren und preiswerten Energieversorgung beitragen sollen. Möglicherweise lässt sich das auch gar nicht überzeugend erklären und es geht lediglich darum, Wahlversprechen einzulösen. Für einen so sensiblen Eingriff in Staatsvermögen im Wert von Hunderten Milliarden Kronen wäre das jedoch ein äußerst schwaches Argument.
Jeder kauft Strom und jeder möchte ihn möglichst günstig haben. Es wäre schön, wenn der „gute Herr Babiš“ oder Havlíček einfach zum Telefon greifen, in Dukovany anrufen und den Strompreis für Bürger und Unternehmen um 20 oder sogar 30 Prozent senken könnten. So einfach funktioniert das jedoch nicht.
Man kann dazu einen Vergleich aus jüngerer Zeit ziehen: Nach dem amerikanischen Angriff auf den Iran wollte die Regierung die Dieselpreise senken. Warum hat sie dann nicht einfach ihre Unternehmen ČEPRO, RoBiN OIL und EuroOil angewiesen, den Kraftstoff billiger zu verkaufen?
Aus mehreren Gründen, die auch auf den Strommarkt zutreffen:
1. Ein Teil des subventionierten Diesels würde sofort ins Ausland verschwinden, wo er zu normalen Preisen verkauft werden könnte.
2. Die Konkurrenz würde die Regierung wegen Marktverzerrung problemlos verklagen.
3. Die staatlichen Unternehmen würden Verluste machen, und die Preisnachlässe müssten letztlich aus einer anderen Tasche finanziert werden.
Dasselbe würde gelten, wenn die Einnahmen von ČEZ künstlich reduziert würden: Die notwendigen Investitionen in die Energieversorgung müssten am Ende über den Staatshaushalt bezahlt werden.
Warum Verstaatlichung keinen billigeren Strom bringt….
Die Verstaatlichung der Kraftwerke wird das Leben nicht günstiger machen, denn:
Strom wird nicht nur von ČEZ erzeugt
Die Preise werden weder vom Energieminister noch vom Premierminister festgelegt, sondern vom europäischen Markt, dessen integraler Bestandteil Tschechien ist.
Dieser Markt funktioniert. Das zeigt sich daran, dass der reine Strompreis dank des Wettbewerbs bereits deutlich gefallen ist und schon im vergangenen Jahr nahezu wieder das Niveau vor der Energiekrise erreicht hatte.
Auch ein vollständig staatlicher Produzent kann Preise nicht beliebig senken
Selbst wenn der Staat 100 Prozent von ČEZ kontrollieren würde, könnte er dem Unternehmen nicht einfach niedrigere Preise vorschreiben – insbesondere nicht bei einem marktbeherrschenden Akteur.
Die Wettbewerber würden sofort klagen. Auf der Website der Wettbewerbsbehörde gibt es sogar konkrete Hinweise dazu: Der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung kann mit Geldbußen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden.
Billiger Strom müsste im Land gehalten werden….
Um günstigere Erzeugung tatsächlich bis zur Stromrechnung der Verbraucher durchzureichen, müsste verhindert werden, dass der billigere Strom exportiert wird.
Dafür müsste man praktisch die Grenzen schließen – was innerhalb der Europäischen Union unmöglich ist und auch keinen Sinn ergeben würde.
Tschechien exportiert seit Langem einen großen Teil seines Stroms und verdient daran. Wenn die Preise in Deutschland oder auf dem Balkan niedriger sind – was zuletzt häufig vorkam –, fließt umgekehrt günstiger Strom nach Tschechien, wovon die Verbraucher profitieren.
Auch technisch ist eine Abschottung unrealistisch...
Es geht nicht nur um Handel, sondern auch um die physische Funktionsweise des Stromnetzes.
Die Stromleitungen sind Teil eines gesamteuropäischen Verbundsystems. Elektrizität fließt in Echtzeit je nach Bedarf in beide Richtungen und in enormen Mengen durch Mitteleuropa.
Dieses System abzukoppeln wäre reine Science-Fiction – gerade auch aus Sicht der Versorgungssicherheit, mit der die Verstaatlichung paradoxerweise begründet wird.
Der „Salami-Prozess“ hat begonnen
Faktisch passiert noch nicht viel, aber der schrittweise Prozess läuft bereits an.
Der erste Schritt – inzwischen offiziell beschlossen – besteht darin, die kundenorientierten Bereiche aus dem Konzern herauszulösen: Verteilnetze und Vertrieb.
Für diesen neuen Unternehmensteil sollen private Investoren gewonnen werden. Sobald genügend Kapital eingesammelt ist, soll der nächste Schritt folgen.
Dieser besteht – wie Premierminister Andrej Babiš am Montag auf einer Regierungspressekonferenz bestätigte – im Aufkauf der Minderheitsaktionäre des verbleibenden großen ČEZ-Konzerns, in dem dann hauptsächlich die Produktionsanlagen, also die Kraftwerke, verbleiben.
Am Ende sollen die Minderheitsaktionäre einen größeren Anteil – es ist von bis zu 49 Prozent die Rede – an dem ausgegliederten Kunden- und Infrastrukturgeschäft halten, statt wie heute 30 Prozent am Gesamtkonzern.
Unter normalen Umständen könnte ein solches Modell funktionieren. In der Wirtschaft kommt es häufig vor, dass der Wert einzelner Unternehmensteile höher ist als der Wert des Gesamtkonzerns. Die deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE haben sich nach einem ähnlichen Prinzip neu strukturiert.
Vom „nationalen Schatz“ zur Staatsverwaltung?
Doch hier geht es nicht um marktwirtschaftliche Überlegungen, sondern um eine politische Entscheidung.
Der wertvollste Teil von ČEZ – die Stromerzeugung, also genau jener Bereich, der vollständig „uns gehören“ soll – würde in einem staatlichen Unternehmen landen und dort zwangsläufig an Effizienz verlieren.
Deswegen eine Warnung:
Aus einem nationalen Schatz könnte eine zweite Tschechische Post werden – oder, schlimmer noch, ein zweiter Prager Verkehrsbetrieb mit neuen „Dozimetr“-Affären.
(Anmerkung: „Dozimetr“ bezeichnet einen bekannten Korruptionsskandal im Umfeld des Prager Verkehrsbetriebs.)
/gr/
Senator Tomáš Třetina: Dukovany liefert Strom für alle. Das darf nicht auf Kosten der Gemeinden rund um das Kraftwerk gehen
01.06.2026, Wochenzeitung Znojemsko Seite 2 Mgr. Tomáš Třetina
KOMMENTAR
Minister Havlíček hat bestätigt, dass die Regierung die garantierte finanzielle Unterstützung in Höhe von 12 Milliarden Kronen für die von der Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany betroffenen Regionen streicht. Anstelle des bereits beschlossenen Finanzierungspakets will der Staat die Mittel nach der sogenannten „Salamitaktik“ aufteilen und die einzelnen Gemeinden dazu zwingen, um jede Krone für Gehwege, Kindergärten oder Kläranlagen separat und aufwendig zu kämpfen.
Der Ausbau des Kernkraftwerks ist das größte strategische Projekt in der neueren Geschichte unseres Landes. Die stabile Stromversorgung aus den neuen Reaktorblöcken wird die gesamte Tschechische Republik benötigen. Die Vorteile kommen also allen zugute, doch die enorme Belastung – in Form von beschädigten Straßen, Umweltfolgen, erhöhten Sicherheitsanforderungen und der Bereitstellung von Wohnraum für zehntausend Bauarbeiter – werden ausschließlich unsere Gemeinden in den Regionen Znaim (Znojmo), Krumau (Moravský Krumlov) und Třebíč tragen.
Der Plan der Regierung, die zugesagten Mittel aufzusplittern, bedeutet in der Praxis Chaos, einen völligen Verlust der Koordination und einen Hohn gegenüber den Menschen, die hier leben. Die Behauptung von Minister Havlíček, die beschlossene milliardenschwere Unterstützung sei lediglich ein „Blankoscheck“ ohne konkrete Grundlagen gewesen, ist eine glatte Unwahrheit. Es liegt ein detaillierter und durchgerechneter Aktionsplan des Ministeriums für regionale Entwicklung vor, der klar festlegt, was unsere Region benötigt, um die Auswirkungen eines derart großen Bauprojekts bewältigen zu können. Zu diesem gemeinsamen Vorhaben sollten auch die Gemeinden und die Region selbst jeweils 1,5 Milliarden Kronen beitragen.
Wir weigern uns, hinzunehmen, dass unsere Region für Prag lediglich als kostenlose Steckdose dient. Wir werden unsere Kräfte mit der Senatorin Hana Žáková bündeln. Gemeinsam werden wir für die Regionen Znaim und Třebíč geschlossen, entschlossen und kompromisslos auftreten. Wir werden nicht zulassen, dass die Regierung unsere Gemeinden im Stich lässt.
-Unsere Forderungen
1. Wir fordern die Regierung der Tschechischen Republik auf, die Zerstückelung der Finanzmittel sofort zu stoppen und die umfassende Unterstützung in Höhe von 15 Milliarden Kronen für die betroffenen Regionen vollständig zu garantieren.
2. Wir verlangen die Einhaltung und Umsetzung des vorbereiteten Aktionsplans des Ministeriums für regionale Entwicklung, der die tatsächlichen Auswirkungen des Kraftwerksausbaus auf Infrastruktur und Sicherheit berücksichtigt.
-Aufruf an Bürgermeister und Bürger
Lassen wir uns nicht spalten und in die Rolle von Bittstellern drängen. Ich rufe alle Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Bürger unserer Region auf: Schließen Sie sich unserem gemeinsamen Vorgehen an und unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift auf der Website tomastretina.cz.
Prag muss unsere gemeinsame und starke Stimme hören, bevor es zu spät ist!
Senator für die Region Znaim (Znojemsko).
/gr/
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-
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartieln aus Tschechien zum Thema Energie vom 3.Juni 2026:
Liebe Leute,
ab Donnerstag 4.6. bis Freitag 12.6.2026 bin ich auf Urlaub. In dieser Zeit wird daher kein Medienmonitoring kommen. Die nächsten CZAP-Nachrichten erhalten Sie dann wieder am Montag den 15.Juni.
Liebe Grüße aus Budweis
Gabi Reitinger, OIZP / BIU Budweis
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Inhalt:
SURAO:„Auf diesen Moment haben wir gewartet.“ Bei Temelín haben die ersten Untersuchungen für ein Atommüll-Endlager begonnen.
Verkauf der „Tochter“ von ČEZ wird eine beispiellose Transaktion in Mitteleuropa sein.
Aufspaltung von ČEZ erhält grünes Licht.
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor.
Genehmigt: Kommt der Rückkauf der ČEZ-Aktien mit einer Marktprämie?
Russland wird Kasachstans erstes Kernkraftwerk bauen – Großteil der 16,5 Milliarden Dollar wird durch einen russischen Kredit finanziert
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SURAO:„Auf diesen Moment haben wir gewartet.“ Bei Temelín haben die ersten Untersuchungen für ein Atommüll-Endlager begonnen
Autorin: Lucie Kándlová, ČTK
2. Juni 2026
Am Standort Janoch bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis haben am Dienstag die ersten geologischen Untersuchungen für einen möglichen Bau eines tiefengeologischen Endlagers für hochradioaktive Abfälle begonnen. Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) startete die Arbeiten mit Bohrungen in Tiefen von 30 und 100 Metern, die sich auf die Untersuchung des Grundwassers konzentrieren.
Janoch gehört zu den vier ausgewählten Standorten, von denen einer künftig zur Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe genutzt werden könnte. Die Gemeinden der in Betracht gezogenen Standorte hatten Klagen gegen die Genehmigung der geologischen Untersuchungen eingereicht, die jedoch von den Gerichten abgewiesen wurden.
„Auf diesen Moment haben wir uns alle seit der Gründung der Endlagerverwaltung SURAO im Jahr 1997 gefreut. Zum ersten Mal schauen wir nun mit Bohrungen direkt unter die Erdoberfläche und überprüfen, ob das, was wir anhand der Untersuchungen an der Oberfläche angenommen haben, tatsächlich zutrifft und ob die geologische Struktur wirklich so gut ist, wie wir glauben. Für uns ist das ein absolut entscheidender Schritt“, sagte der Direktor von SÚRAO, Lukáš Vondrovic.
Nach seinen Worten haben weder die Klagen noch die eingelegte Kassationsbeschwerde Einfluss auf den Fortgang der Arbeiten oder auf deren zeitlichen Ablauf.
Die eigentliche Bohrung des 100 Meter tiefen Bohrlochs wird etwa 14 Tage dauern. Anschließend folgen Bohrlochmessungen sowie hydrodynamische Tests. Vierteljährlich werden Wasserproben entnommen, die anschließend von Fachleuten in Laboren untersucht werden.
SURAO arbeitet derzeit mit vier möglichen Standorten für das Endlager. Neben Janoch handelt es sich um die Standorte Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Březový potok im Bezirk Klatovy. An allen vier Standorten sollen Bohrungen durchgeführt werden.
Nach den Plänen der Verwaltung SURAO soll das tiefengeologische Endlager die endgültige Lösung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle darstellen. In einer Tiefe von etwa 500 Metern sollen dort dauerhaft vor allem mehrere Tausend Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken gelagert werden.
Die Gemeinden in den für das Endlager in Betracht gezogenen Regionen waren mit ihren Klagen gegen die Genehmigung der geologischen Untersuchungen erfolglos. Im April wies das Gericht auch die vierte Verwaltungsbeschwerde gegen die Entscheidung des Umweltministeriums zurück; sie betraf den Standort Březový potok im Böhmerwaldvorland. Zuvor hatte das Gericht bereits in den Fällen Hrádek, Horka bei Třebíč und Janoch bei Temelín gleich entschieden.
„Wir sind nicht damit einverstanden, wie das Ministerium unsere Einwände behandelt hat“, kritisiert seit Beginn der gerichtlichen Niederlagen der Bürgermeister von Horažďovice im Bezirk Klatovy, Michael Forman (Občané HD). Er ist zugleich Sprecher der Plattform gegen das Atommüll-Endlager, die Gemeinden aller ausgewählten Standorte vereint.
Quelle:
https://www.novinky.cz/clanek/domaci-v- ... e-40581093
/gr/
Verkauf der „Tochter“ von ČEZ wird eine beispiellose Transaktion in Mitteleuropa sein
03.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Luděk Vainert Seite 15
Energiewirtschaft
Der Energiekonzern ČEZ erfüllt den Auftrag der Regierung von Andrej Babiš, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Hauptteil seiner Erzeugungsanlagen vollständig in Staatseigentum übergeht. Auf der Hauptversammlung am Montag erhielt vor allem der Plan grünes Licht, jene Unternehmensteile abzuspalten, die nicht mit der Stromerzeugung in klassischen Kraftwerken zusammenhängen. Fast die Hälfte davon soll anschließend verkauft werden, damit ČEZ möglichst viele Mittel für den Rückkauf eigener Aktien erhält.
Zudem genehmigten die Aktionäre eine Statutenänderung, die die einzelnen Schritte zur Abfindung der Minderheitsaktionäre beschleunigen wird. Die meisten von ihnen begrüßen den Rückkauf, da sie davon ausgehen, dass sie gegenüber dem aktuellen Börsenkurs eine erhebliche Prämie erhalten werden.
Bereits einen Tag nach der Hauptversammlung erhöhte die bedeutende US-Investmentbank Morgan Stanley ihr Kursziel für die ČEZ-Aktie deutlich. Dies signalisiert, dass selbst bislang sehr vorsichtige ausländische Analysten das Potenzial des tschechischen Energieriesen zunehmend erkennen.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Revolution. Morgan Stanley erhöhte sein Kursziel zwar um 370 Kronen je Aktie – ein außergewöhnlich großer Sprung –, ging dabei jedoch von einem Ausgangswert von 880 Kronen aus. So niedrig notierte die ČEZ-Aktie zuletzt im Herbst 2024, als der langfristige Aufwärtstrend begann, der bis Januar dieses Jahres anhielt. Die US-Bank holte damit lediglich einen Rückstand von anderthalb Jahren auf.
Auch dieser deutliche Anstieg bedeutet keine eindeutige Kaufempfehlung, da das Kursziel weiterhin unter dem aktuellen Aktienkurs liegt. Morgan Stanley schreckt Investoren nun jedoch zumindest nicht mehr ab und empfiehlt nicht länger, den Anteil von ČEZ in ihren Portfolios zu reduzieren.
ČEZ benötigt derzeit ein positives Image, das Investoren anzieht, denn das Unternehmen hat die klare Aufgabe, den Unternehmensteil mit dem Arbeitstitel DSZS möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Nach den bisherigen Plänen sollen mehrere große Investoren wie Pensionsfonds oder Versicherungen angesprochen werden, die sich für ein reguliertes Geschäft mit weitgehend stabilen Erträgen interessieren.
DSZS, in das neben dem lukrativen Netzgeschäft, Vertrieb und dem etwas risikoreicheren, aber meist profitablen Handel (Trading) auch der Gasbereich des Unternehmens sowie die erneuerbaren Energien eingebracht werden sollen, erfüllt genau dieses Profil. Das spricht auch Investoren an, die aus verschiedenen Gründen Kernenergie oder fossile Energieträger meiden und für die der heutige ČEZ daher nicht infrage kommt.
Der Verkauf eines nahezu hälftigen Anteils – die Regierung von Babiš besteht darauf, die Kontrolle zu behalten, die sie über ČEZ ausüben wird – wird eine Großtransaktion darstellen, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht.
Die Bewertung von DSZS ist noch ein Rätsel. Ihr Ergebnis wird nicht nur von den Marktbedingungen, sondern auch von der Aufteilung der bestehenden Schulden von ČEZ abhängen. Sicher ist jedoch, dass es sich um eine deutlich größere Transaktion handeln wird als den Verkauf eines Anteils an der Infrastrukturholding EP Infrastructure (EPIF) an die australische Investmentgruppe Macquarie. Diese zahlte vor zehn Jahren an Daniel Křetínský und Patrik Tkáč 47 Milliarden Kronen.
Der Fall EPIF ist trotz des zeitlichen Abstands sowie der Unterschiede bei Profitabilität und Geschäftsausrichtung lehrreich, weil er zeigt, wie sich Verkaufspläne entwickeln können. Ursprünglich sollte der Anteil an EPIF über die Börse verkauft werden. Die Verhandlungen mit den australischen Investoren verliefen jedoch schneller, sodass die Pläne für einen Börsengang (IPO) aufgegeben wurden.
Die Geschichte kennt jedoch auch gegenteilige Beispiele. Als die Finanzsparte des US-Konzerns General Electric einen Käufer für ihre tschechische Bank GE Money (ursprünglich Agrobanka, heute Moneta) suchte, wandte sie sich zunächst an in der Region tätige Bankengruppen. Diese rissen sich jedoch nicht gerade um die traditionsreiche Bank, die zwar profitabel war, aber kein klar herausragendes Merkmal besaß. Nach Jahren der Verhandlungen erhielt schließlich die Prager Börse ihre Chance, wo GE Money ihren Anteil erfolgreich veräußerte.
Im Fall von DSZS könnte letztlich eine zweigleisige Lösung zum Tragen kommen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erklärte auf der Hauptversammlung, dass der Anteil wahrscheinlich von mehreren Investoren erworben werde.
Gemäß der verabschiedeten Strategie wird der Vorstand von ČEZ unter Berücksichtigung der Marktbedingungen, der Investitionsmöglichkeiten und weiterer relevanter Umstände entscheiden. Der Weg über die Börse bleibt somit offen.
Die Bewertung ist noch ein Rätsel, dessen Ergebnis neben den Marktbedingungen auch von der Aufteilung der bestehenden Schulden von ČEZ beeinflusst wird.
/gr/
Aufspaltung von ČEZ erhält grünes Licht
03.06.2026 Tageszeitung Deník N Autor:Jan Úšela
Wir erklären die Details der aufmerksam verfolgten Umstrukturierung des Energieunternehmens sowie die nächsten Schritte.
Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung von ČEZ die Aufspaltung des teilstaatlichen Energiekonzerns in einen Erzeugungsbereich und ein Unternehmen für Vertrieb und Verteilung genehmigt. Nachfolgend erläutern wir die Einzelheiten dieser bedeutenden Transformation und ihre möglichen Folgen.
Worum geht es derzeit?
Auf der jährlichen Hauptversammlung beschlossen die Aktionäre die bislang größte Veränderung in der Geschichte der teilstaatlichen Energiegruppe. ČEZ wird in zwei Teile aufgespalten:
• Beim Mutterunternehmen verbleibt die Stromerzeugung aus Kern-, Gas-, Kohle- und Wasserkraftwerken.
• Innerhalb weniger Wochen soll eine neue Gesellschaft mit dem Arbeitstitel „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) entstehen.
Unter dem Dach dieser Gesellschaft – inoffiziell auch „ČEZ 2“ genannt – sollen gebündelt werden:
• Strom- und Gasverteilung,
• Energievertrieb,
• Energiehandel (Trading),
• die Sparte ČEZ ESCO, die erneuerbare Energien installiert und deren Betrieb berät.
Der Staat hält derzeit knapp 70 Prozent an ČEZ, die restlichen Aktien befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Dazu zählen unter anderem die Finanzgruppe J&T, der Unternehmer Pavel Tykač, Kunden der PPF Bank sowie die US-Investmentgesellschaft BlackRock.
Die Regierung von Andrej Babiš treibt die Umstrukturierung voran. Das Ziel ist es, langfristig eine vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich von ČEZ zu erlangen, um den Bau neuer Kern- und Gaskraftwerke steuern zu können. Dafür werden Investitionen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Kronen erforderlich sein.
Private Minderheitsaktionäre stehen diesem Vorhaben kritisch gegenüber, da es das Unternehmen finanziell stark belasten dürfte. Darüber hinaus möchte die Regierung über die Kontrolle der Stromerzeugung Einfluss auf niedrige Strompreise nehmen.
-Wie soll die Aufspaltung konkret aussehen?
Nach der Gründung der neuen Tochtergesellschaft sollen bis zu 49 Prozent ihrer Aktien Investoren angeboten werden.
Das genaue Verkaufsmodell steht noch nicht fest. Möglich ist eine Kombination aus:
• einem Börsengang,
• sowie einem direkten Verkauf eines Teils der Anteile an große institutionelle Investoren.
Die Erlöse aus dem Verkauf sollen an die Muttergesellschaft ČEZ fließen. Es wird erwartet, dass der Staat mit diesen Mitteln die Minderheitsaktionäre auskauft, um die vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich zu erhalten.
Nach Angaben des Managements soll die Ausgliederung bis Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres abgeschlossen sein.
-Um welche Summen geht es?
ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš erklärte, dass der Konzern für 49 Prozent der ausgegliederten Vertriebsgesellschaft rund 150 Milliarden Kronen erlösen könnte.
Der Vertreter der Minderheitsaktionäre, Michal Šnobr, hält hingegen mindestens 200 Milliarden Kronen für realistisch.
Entscheidend sind mehrere Faktoren:
-Verschuldung
Je nachdem, welcher Anteil der bestehenden Schulden auf ČEZ 2 übertragen wird, verändert sich deren Bewertung erheblich.
Die Gesamtverschuldung von ČEZ liegt derzeit bei 207 Milliarden Kronen. Nach Einschätzung von Šnobr könnten etwa 70 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft entfallen.
Für Investoren wäre die ausgegliederte Gesellschaft ohne die kapitalintensive Stromerzeugung ein attraktives, renditestarkes Geschäft. Eine höhere Schuldenlast würde ihren Wert jedoch mindern.
-Regulierung
Zur künftigen Gesellschaft ČEZ 2 gehören auch die Strom- und Gasverteilernetze.
Deren Erträge werden maßgeblich durch die Entscheidungen der tschechischen Energieregulierungsbehörde (ERÚ) bestimmt. Über regulierte Netzentgelte legt sie faktisch fest, welche Gewinne Netzbetreiber erzielen können.
Sollte die Behörde die Renditen der Netzbetreiber stark begrenzen, könnte ČEZ 2 für Investoren weniger attraktiv werden und die Bewertung sinken.
Formal ist die Behörde unabhängig. Die Regierung könnte jedoch öffentlichen Druck ausüben oder die Führung der Behörde personell verändern, falls sie niedrigere Energiepreise über eine Senkung der regulierten Preisbestandteile erreichen möchte.
-Reicht das Geld für den Auskauf der Minderheitsaktionäre?
Vizepremierminister Karel Havlíček (ANO) schätzte die Kosten für den vollständigen Auskauf der Minderheitsaktionäre früher auf etwa 250 Milliarden Kronen. Analysten nannten sogar Beträge von bis zu 300 Milliarden Kronen.
Daraus ergibt sich, dass der Erlös aus dem Verkauf von 49 Prozent an ČEZ 2 wahrscheinlich nicht ausreichen wird, um sämtliche Minderheitsaktionäre auszuzahlen.
Allerdings muss der Staat nicht sofort alle verbleibenden Anteile erwerben. Er müsste zunächst lediglich seinen Anteil von derzeit rund 70 Prozent auf über 90 Prozent erhöhen. Danach könnte er die restlichen Aktionäre nach geltendem Recht zwangsweise abfinden.
Laut Michal Šnobr könnten dafür etwa 200 Milliarden Kronen ausreichen. Der verbleibende Finanzierungsbedarf ließe sich aus den laufenden Cashflows von ČEZ decken.
Wahrscheinlich würde dies jedoch mit einer höheren Verschuldung des Unternehmens einhergehen.
-Das große Risiko: eine Sperrminorität:
Ein ernsthaft diskutiertes Szenario besteht darin, dass Pavel Tykač und andere große Minderheitsaktionäre gemeinsam eine Sperrminorität von mehr als zehn Prozent bilden.
Dadurch könnten sie verhindern, dass der Staat die für einen Zwangsauskauf notwendige 90-Prozent-Schwelle erreicht.
In diesem Fall könnten die Minderheitsaktionäre ihre Anteile erst zu deutlich höheren Preisen verkaufen. Der Staat müsste wesentlich mehr bezahlen als derzeit kalkuliert.
Dies könnte:
• die Verschuldung von ČEZ deutlich erhöhen,
• die Finanzierungskosten am Kapitalmarkt steigern,
• die Investitionsmöglichkeiten des Unternehmens einschränken.
Genau diese Investitionsfähigkeit ist jedoch einer der Hauptgründe für die geplante Umstrukturierung.
-Kann eine Verstaatlichung die Strompreise senken?
Nach Ansicht des stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Radim Fiala könnte ein vollständig staatlicher Erzeugungskonzern leichter Einfluss auf die Energiepreise nehmen.
Mit Minderheitsaktionären sei dies schwieriger, da diese gegen entgangene Gewinne klagen könnten.
Der industriepolitische Sprecher der ODS, Pavel Drobil, widerspricht jedoch. Die Preise des nicht regulierten Stromanteils würden weiterhin vom Markt bestimmt. Eine Verstaatlichung allein führe daher nicht automatisch zu günstigeren Strompreisen.
Eine andere Möglichkeit wäre ein Austritt Tschechiens aus der Leipziger Strombörse. Dies würde allerdings auch die Einbindung in den internationalen Stromhandel beeinträchtigen, auf den das Land künftig voraussichtlich angewiesen sein wird.
Eine Senkung der regulierten Preisbestandteile könnte zwar ebenfalls die Strompreise reduzieren, würde jedoch wahrscheinlich die Attraktivität von ČEZ 2 für Investoren mindern.
-Wie reagiert die Opposition?
Die konservative ODS spricht bereits seit Jahren über eine vollständige staatliche Kontrolle von ČEZ. Schon im Jahre 2022 erwähnte der damalige Premierminister Petr Fiala entsprechende Pläne.
Der frühere Industrieminister Lukáš Vlček (STAN) bezeichnete eine Verstaatlichung früher als wirtschaftlich unsinnig. Inzwischen steht er dem Vorhaben vorsichtiger gegenüber, sofern es den Bau neuer großer Energiequellen erleichtert.
Gleichzeitig warnt er vor einer starken Verschuldung des Unternehmens und möglichen Einschränkungen bei den milliardenschweren Investitionen in den Energiesektor.
Was passiert, wenn sich der Prozess verzögert?
Vor den Wahlen im vergangenen Jahr erklärte Karel Havlíček, die Transformation werde ein bis anderthalb Jahre dauern. Später verschob er diesen Zeitplan mehrfach.
Die Regierung von Babiš verspricht nun, die Aufspaltung und die vollständige Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2029 abzuschließen.
Kommt es jedoch zu Gerichtsverfahren oder versucht eine Sperrminorität, den Preis ihrer Aktien in die Höhe zu treiben, könnte sich der Prozess erheblich verzögern.
Sollte die Verstaatlichung bis zum Ende der Legislaturperiode nicht abgeschlossen sein, könnte eine zukünftige Regierung das Projekt stoppen. In diesem Fall bliebe ČEZ vermutlich in zwei Unternehmen aufgeteilt – ohne dass der Staat die vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich erlangt.
/gr/
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor
2.6.2026 Armádní zpravodaj / Militärkorrespondent
Autor: Jindřich Svěcený
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor
Eine per Glasfaser gelenkte Drohne traf am 30. Mai das Turbinengebäude des Kernkraftwerks Saporischschja. Die IAEO bestätigte den Schaden, die Strahlung blieb im Normbereich.
Die Explosion am Maschinenhaus des sechsten Blocks des größten Kernkraftwerks in Europa ereignete sich zu einem Zeitpunkt, an dem sich rund um zwei nukleare Anlagen – die Kraftwerke Saporischschja und Kursk – ein Geflecht aus Kampfhandlungen, diplomatischen Kalkülen und Informationskrieg verdichtet. Russische Staatsmedien sprechen von einer vorbereiteten ukrainischen Landeoperation und dem Plan, einen „totalen Blackout“ beider Kraftwerke herbeizuführen. Eine unabhängige Bestätigung für einen solchen Plan gibt es jedoch nicht. Was existiert, ist ein verifizierbarer Vorfall, dessen technische Folgen und zwei völlig unterschiedliche Narrative darüber, was passiert und warum.
Was genau geschah bei Block Nr. 6...
Nach Angaben des Rosatom-Chefs Alexei Lichatschow traf am 30. Mai eine Glasfaser-Drohne das Maschinenhaus des sechsten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja in Enerhodar. Kiew bestritt den Angriff. Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), die permanent vor Ort sind, bestätigten gegenüber der Agentur AP äußere Schäden am Turbinengebäude und normale Strahlungswerte. Gleichzeitig baten sie um Zugang zum Inneren des Maschinenhauses für eine weitere Untersuchung.
Entscheidendes Detail: Die IAEO bestätigte den Verursacher nicht. Sie bestätigte die physische Tatsache, einen Schaden von außen, und den technischen Zustand, eine Strahlung im Normbereich. Zwischen dieser und der politischen Interpretation, wer warum angegriffen hat, klafft eine Lücke, die beide Seiten auf ihre Weise füllen.
Was bedeutet „Blackout“ bei einem Kraftwerk, das keinen Strom produziert...
Das Kraftwerk Saporischschja befindet sich mit allen sechs Blöcken im Kaltabschaltmodus (Cold Shutdown). Es speist kein einziges Watt in das ukrainische Netz ein. Wenn russische Quellen von einem „totalen Blackout“ sprechen, meinen sie damit keinen Stromausfall für Millionen von Haushalten, auch wenn das in den Schlagzeilen leicht so klingen mag.
In der Fachsprache der nuklearen Sicherheit bedeutet Blackout den Verlust der externen Stromversorgung des Kraftwerks. Und das ist für ein abgeschaltetes Kraftwerk paradoxerweise ernster, als es den Anschein hat:
* Sechs Reaktoren und die Abklingbecken für abgebrannten Brennstoff erfordern eine kontinuierliche Kühlung.
* Bei einem Netzausfall schaltet das Kraftwerk nahtlos auf Notstrom-Dieselgeneratoren mit begrenztem Kraftstoffvorrat um.
* Wiederholte Stromausfälle – und das tschechische Atomsicherheitsamt (SÚJB) dokumentiert, dass diese regelmäßig vorkommen – erhöhen das Risiko eines Versagens der Kühlsysteme.
Es handelt sich also nicht um die Drohung eines landesweiten Blackouts der Ukraine. Es geht um etwas anderes und in gewisser Weise Gefährlicheres: um die schleichende Erosion der Sicherheitsreserven einer nuklearen Anlage mitten in einer Kampfzone. Laut IAEO macht die Kernkraft zwar 55 % der ukrainischen Stromerzeugung aus, diese Produktion wird jedoch von den anderen Kraftwerken erbracht, nicht von Saporischschja.
Woher stammt das Narrativ über die Landeoperation bei zwei Kraftwerken...
Das zweite erwähnte Kraftwerk ist das Kernkraftwerk Kursk in Kurtschatow auf russischem Territorium. Und genau hier muss die Quellenkette sorgfältig geprüft werden.
Die Behauptung über eine vorbereitete ukrainische Landeoperation bei beiden Kraftwerken taucht im öffentlichen Raum über russische Staats- und Besatzungskanäle auf. TASS zitiert angebliche Aussagen von Gefangenen und Vertretern der Besatzungsverwaltung der Region Charkiw. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, bezeichnete die angeblichen Pläne als „nukleare Provokation“ und erinnerte an die Drohung „sofortiger harter Vergeltungsmaßnahmen“. Eine unabhängige Primärquelle, sei es ein westlicher Geheimdienst, ein Dokumenten-Leak oder eine offizielle ukrainische Stellungnahme, konnte zu diesen Behauptungen nicht ausfindig gemacht werden.
Was dagegen nachweisbar ist: ein historischer Präzedenzfall. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, gab im Oktober 2023 in einem Interview mit The New Voice of Ukraine drei gescheiterte amphibische Landeoperationen bei Enerhodar zu. Deren Ziel war es, einen Brückenkopf zu errichten und den Anschluss des Kraftwerks Saporischschja an das russische Netz zu verhindern. Diese Operationen zielten jedoch auf einen einzigen Ort ab, fanden unter anderen Bedingungen statt und Budanow beschrieb sie als abgeschlossen. Zwischen den damaligen Landungen und dem heutigen russischen Narrativ über einen gleichzeitigen Angriff auf zwei Kraftwerke gibt es keine öffentlich belegte Brücke.
Was Kiew sagt und was daraus folgt...
Die öffentliche Linie der Ukraine spricht im Mai 2026 eine andere Sprache. Präsident Selenskyj will laut Reuters Fortschritte bei den Friedensverhandlungen vor dem Winter, wartet auf neue US-Vorschläge für das Gesprächsformat und erklärt, dass sich die strategische Position der Ukraine seit Dezember 2025 verbessert.
Fernangriffe tief im russischen Territorium werden fortgesetzt. Ein öffentlich deklarierter Plan, der direkt auf Kernkraftwerke abzielt, findet sich in diesen Quellen jedoch nicht.
Das bedeutet nicht, dass nichts passiert. Es bedeutet, dass heute zwei parallele Realitäten existieren: eine, in der Kiew den Druck mit konventionellen Mitteln erhöht und nach einem diplomatischen Hebel sucht, und eine andere, in der russische Quellen jeden Vorfall an der nuklearen Infrastruktur als Beweis für eine geplante „nukleare Provokation“ framen. Beide Realitäten nähren sich von realen Ereignissen wie dem Treffer bei Block Nr. 6, interpretieren diese aber in entgegengesetzte Richtungen.
Was das für Tschechien und Europa bedeutet...
Das tschechische Staatliche Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB) überwacht die Situation. Das Monitoring in Europa und in Tschechien zeigt normale Strahlungswerte, und das SÚJB erwartet keine Auswirkungen auf tschechisches Territorium; das Kraftwerk Saporischschja liegt mehr als tausend Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Eine grenzüberschreitende Dimension würde erst ein schwerer nuklearer Unfall annehmen, den die derzeitigen verifizierten Fakten nicht bestätigen.
Die tatsächliche „neue Stufe“ besteht heute also nicht in einem bestätigten Plan für eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken. Sie besteht darin, dass nukleare Anlagen gleichzeitig zu einem militärischen Ziel, einem diplomatischen Argument und einem Werkzeug des Informationskriegs geworden sind – und dass die Grenze zwischen diesen drei Rollen immer dünner wird. Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, brachte es bereits auf dem Weg zum Kernkraftwerk Kursk im August 2024 auf den Punkt: Nukleare Anlagen dürfen nicht gefährdet werden. Seitdem hat sich die Situation nicht verbessert. Sie hat sich verschlimmert.
https://armadnizpravodaj.cz/zpravodajst ... -blackout/
Genehmigt: Kommt der Rückkauf der ČEZ-Aktien mit einer Marktprämie?
03.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Autorin: Dáša Hyklová
ČEZ kann nun mit der Ausgliederung seines Nicht-Erzeugungsgeschäfts in eine neue Tochtergesellschaft beginnen. Das Ziel des neuen Unternehmens ist es, flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten zu schaffen. Die daraus erzielten Mittel könnten später auch für den Rückkauf der Anteile von Minderheitsaktionären verwendet werden.
Die diesjährige Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ fand ungewöhnlicherweise bereits am 1. Juni statt. In den vergangenen Jahren trafen sich die Aktionäre üblicherweise erst Ende des Monats. Zwar begründete die Unternehmensführung den früheren Termin mit einer effizienteren Organisation und Zeitplanung, tatsächlich standen jedoch zahlreiche grundlegende und strategisch wichtige Themen auf der Tagesordnung.
Die Hauptversammlung dauerte schließlich rekordverdächtige 13,5 Stunden und war für die Zukunft von ČEZ von entscheidender Bedeutung.
Zustimmung zur Aufspaltung….
Die Aktionäre genehmigten, dass die ČEZ-Gruppe mit der Ausgliederung des Nicht-Erzeugungsbereichs in eine neue Tochtergesellschaft beginnen kann.
Nach Angaben des Konzernsprechers Ladislav Kříž soll das neue Unternehmen innerhalb weniger Wochen gegründet werden. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sollen dann ausgewählte Gesellschaften in die neue Struktur eingebracht werden.
Analysten sind sich einig, dass dieser Schritt von zentraler Bedeutung für die geplante Verstaatlichung des Unternehmens ist. Der Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz privater Minderheitsaktionäre.
Mit mehr als 90 Prozent der anwesenden Stimmen wurde außerdem die Ausschüttung einer Dividende von insgesamt rund 22,6 Milliarden Kronen beschlossen. Das entspricht 42 Kronen je Aktie. Über einen Gegenantrag für eine Dividende von 50 Kronen je Aktie wurde nicht abgestimmt.
Aussicht auf einen Rückkauf mit Aufschlag….
„Die Hauptversammlung war ein wichtiges Ereignis, auf das die Aktionäre gewartet hatten. Obwohl die Zustimmung zur Aufspaltung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wurde, musste dieser Schritt formell bestätigt werden. Das Risiko eines Scheiterns ist nun verschwunden, und die Aktionäre sehen vor sich einen wahrscheinlichen Rückkauf ihrer Aktien mit einer Marktprämie“, erklärte Jiří Tyleček, Analyst der Investmentplattform XTB, gegenüber MF DNES.
Zwar lasse sich über die konkrete Höhe und den Zeitpunkt eines Rückkaufs weiterhin nur spekulieren, doch die Wahrscheinlichkeit dafür sei gestiegen.
Nach seiner Einschätzung sei eine Prämie von mehreren Dutzend Prozent gegenüber dem Aktienkurs vor Bekanntgabe der Pläne durchaus realistisch. Dies könne zusätzliche Spekulanten anziehen.
„Sollten sich zudem weitere wichtige Fundamentalfaktoren – etwa die Strompreise oder die Preise für Emissionszertifikate – positiv entwickeln, steigt die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Kursanstiegs der ČEZ-Aktie in den kommenden Monaten zusätzlich“, so Tyleček.
Seiner Ansicht nach gab es auf der Hauptversammlung zwar keine großen Überraschungen, doch alles, was beschlossen werden musste, wurde auch beschlossen.
Ohne Kohle- und Kernkraftwerke…..
Nach den Plänen will die ČEZ-Gruppe in der neuen Tochtergesellschaft einen Anteil von 51 Prozent behalten. Die restlichen 49 Prozent sollen Investoren angeboten werden.
In die neue Gesellschaft sollen insbesondere folgende Bereiche ausgelagert werden:
• Energievertrieb,
• Strom- und Gasverteilung,
• Energiehandel (Trading),
• Energiedienstleistungen.
Dazu gehören unter anderem:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce /Verteilung
• GasNet,
• ČEZ ESCO,
• verschiedene Handelsgesellschaften.
Nach Ansicht des Vorstands kann die ausgegliederte Gesellschaft leichter neue Finanzierungsquellen erschließen, da sie nicht mehr mit Kohle- und Kernkraftwerken verbunden sein wird. Gerade diese Aktivitäten schrecken bestimmte Investoren ab.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erwartet deshalb eine höhere finanzielle Flexibilität für die gesamte Gruppe.
Der Verkauf des Minderheitsanteils könnte nach seinen Worten zugleich die Mittel bereitstellen, die für einen späteren Auskauf der Minderheitsaktionäre benötigt werden.
Analysten schätzen, dass der Verkauf rund 200 Milliarden Kronen einbringen könnte – eine Summe, die nach ihrer Auffassung ausreichen sollte.
Verkauf möglicherweise in mehreren Tranchen….
Der endgültige Name des neuen Unternehmens steht noch nicht fest. Derzeit wird die Arbeitsbezeichnung DSZS („Tochtergesellschaft des Kundensegments“) verwendet.
Laut Cyrani könnte der Verkauf der 49 Prozent aufgrund seines Umfangs in mehreren Tranchen erfolgen.
Der Vorstand rechnet derzeit mit einem Umsetzungszeitraum von etwa ein bis zwei Jahren.
Warum will der Staat ČEZ vollständig kontrollieren?
Die vollständige Verstaatlichung von ČEZ – voraussichtlich durch den Erwerb der Anteile privater Aktionäre zum Marktpreis – gehört zu den erklärten Zielen der Regierung.
Der Grund liegt in den rechtlichen Verpflichtungen eines börsennotierten Unternehmens. Solange Minderheitsaktionäre beteiligt sind, muss das Management im Interesse aller Anteilseigner handeln und Gewinne erwirtschaften.
Wenn der Staat als Mehrheitsaktionär das Unternehmen beispielsweise dazu bewegen möchte,
• Strom günstiger an tschechische Verbraucher zu verkaufen oder
• Milliardeninvestitionen in neue Kernkraftwerke vorzunehmen,
könnten private Aktionäre argumentieren, dass ihre Investition dadurch geschädigt wird und rechtliche Schritte einleiten.
Eine vollständige Verstaatlichung würde dem Staat größere Freiheit geben, ČEZ nicht primär als gewinnorientiertes Unternehmen, sondern als Instrument der Energie-, Industrie- und Sicherheitspolitik zu führen.
Geschäftsergebnis von ČEZ….
Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Nettogewinn von 27,4 Milliarden Kronen.
Gegenüber dem Vorjahr sank der Gewinn um 1,7 Milliarden Kronen beziehungsweise 5,8 Prozent.
Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf 137 Milliarden Kronen, was einem Rückgang von rund 400 Millionen Kronen gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Neuer Aufsichtsrat...
Die Aktionäre wählten außerdem fünf neue Mitglieder in den Aufsichtsrat und beriefen vier bisherige Mitglieder ab.
Zu den neuen Mitgliedern gehören unter anderem:
• der SPD-Abgeordnete Radim Fiala,
• Karel Tyll vom Finanzministerium,
• Josef Kotrba vom tschechischen Energieverband,
• Vladislav Smrž vom Umweltministerium,
• Petr Bejček vom Finanzministerium.
•
Kotrba erklärte gegenüber MF DNES, er wolle im Aufsichtsrat sämtliche Kontrollaufgaben gewissenhaft wahrnehmen und betrachte seine Wahl als Anerkennung seiner langjährigen Erfahrung im Energiesektor.
Die Minderheitsaktionäre hatten ihren Vertreter Michal Šnobr für den Aufsichtsrat nominiert. Er wurde jedoch nicht gewählt.
Zu den abberufenen Mitgliedern gehörte unter anderem der Regionalpräsident von Liberec, Martin Půta.
Unterschiedliche Sichtweisen von tschechischen und internationalen Analysten….
Internationale Analysten beurteilen die aktuelle Situation rund um ČEZ deutlich skeptischer.
Unter ihnen herrscht ungewöhnlich große Einigkeit darüber, dass die Aktie derzeit überbewertet sei.
Ihre Modelle basieren vor allem auf:
• harten Finanzkennzahlen,
• den Preisen von Emissionszertifikaten,
• den sinkenden Großhandelspreisen für Strom.
Aus dieser Perspektive erscheint ihnen der aktuelle Börsenkurs zu hoch.
Politische Spekulationen über eine spätere Verstaatlichung fließen dagegen kaum in ihre Bewertungen ein.
Während viele tschechische Investoren die Aktie in Erwartung eines lukrativen staatlichen Rückkaufs halten, berücksichtigen internationale Banken diese mögliche Prämie in ihren offiziellen Analysen nur begrenzt.
Wie sieht ČEZ in einem Jahr aus?
Analyst Jiří Tyleček erwartet, dass der heutige, noch nicht aufgespaltene ČEZ-Konzern in einem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit Geschichte sein wird.
„Das Unternehmen wird aufgeteilt sein, und ich rechne damit, dass die Umgestaltung ihren Höhepunkt erreicht. Alle Parameter des Auskaufs der Minderheitsaktionäre werden bekannt sein und der Prozess kann laufen“, sagte er.
Offen sei allerdings noch, ob die Anteile der neuen Gesellschaft:
• an einen strategischen Investor verkauft werden,
• über einen Börsengang (IPO) platziert werden,
• oder eine Kombination beider Varianten gewählt wird.
Davon werde auch die Dauer des Prozesses abhängen.
Sein Fazit lautet:
„Derzeit sieht es so aus, als könnten alle wesentlichen Schritte rund um die Verstaatlichung von ČEZ und die Gründung der neuen Tochtergesellschaft bereits im kommenden Jahr abgeschlossen werden.“
Kennzahlen
• Die ČEZ-Gruppe will 51 % an der neuen Tochtergesellschaft behalten.
• Die Dividendenzahlung 2026 beträgt insgesamt 22,6 Milliarden Kronen.
• Die Dividende beläuft sich auf 42 Kronen je Aktie.
/gr/
Russland wird Kasachstans erstes Kernkraftwerk bauen – Großteil der 16,5 Milliarden Dollar wird durch einen russischen Kredit finanziert
Autor: Lukáš Lepič
2. Juni 2026, oenergetice.cz
Russland und Kasachstan haben ein zwischenstaatliches Abkommen über den Bau des ersten Kernkraftwerks auf kasachischem Staatsgebiet unterzeichnet. Die Anlage mit zwei Reaktorblöcken des Typs VVER-1200 soll am Balchaschsee entstehen und von der russischen Staatsgesellschaft Rosatom errichtet werden. Der Baubeginn ist für das Jahr 2027 vorgesehen, der erste Block soll Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen.
Ein erheblicher Teil der geschätzten Kosten von rund 16,5 Milliarden US-Dollar (etwa 345 Milliarden Kronen) wird durch einen staatlichen russischen Exportkredit finanziert. Die entsprechenden Dokumente wurden am 28. Mai während des Staatsbesuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Kasachstan unterzeichnet.
Drei Nuklearabkommen gleichzeitig...
Das Abkommen wurde vom Generaldirektor von Rosatom, Alexej Lichatschow, und dem Vorsitzenden der kasachischen Atomenergiebehörde, Almasadam Satkalijew, im Beisein von Präsident Putin und dem kasachischen Staatspräsidenten Kassym-Schomart Tokajew unterzeichnet.
Dabei handelte es sich nicht nur um ein einzelnes Dokument. Parallel wurden drei Vereinbarungen geschlossen:
• ein Abkommen über die Grundprinzipien und Bedingungen der Zusammenarbeit beim Projekt,
• ein Vertrag über die Bereitstellung eines russischen staatlichen Exportkredits zur Finanzierung des Baus,
• ein Aktionsplan für die ressortübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Nuklear- und Strahlensicherheit für die Jahre 2026 bis 2030.
Nach Angaben von Rosatom definiert das zwischenstaatliche Abkommen die wichtigsten Projektparameter: den Bau von zwei Kraftwerksblöcken mit russischen Reaktoren des Typs VVER-1200 und einer Leistung von jeweils rund 1.200 MW.
Die Vereinbarung umfasst auch die Zusammenarbeit während der gesamten Betriebsdauer des Kraftwerks, einschließlich Wartung und Brennstofflieferungen. Damit bindet sich Kasachstan für mehrere Jahrzehnte an russische Nukleartechnologie.
Projektparameter und Zeitplan...
Das Kraftwerk soll in der Ortschaft Ulken am Ufer des Balchaschsee im Bezirk Schambyl im Südosten des Landes entstehen.
Die ersten Vorarbeiten – geologische Untersuchungen und Standortanalysen – begannen bereits im August 2025. Nach Angaben von Rosatom waren bis Mai 2026 mehr als 90 Prozent der geologischen Felduntersuchungen abgeschlossen.
Die Gesamtkosten werden auf rund 16,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut der Nachrichtenagentur Kazinform entfallen etwa 14,4 Milliarden Dollar auf die beiden Reaktorblöcke selbst und weitere rund 2 Milliarden Dollar auf Sicherheits- und Sozialinfrastruktur.
Satkalijew hatte bereits früher erklärt, dass Russland einen Kredit über 85 Prozent der Gesamtkosten bereitstellen werde. Nach der Unterzeichnung wurde dieser Anteil offiziell zwar nicht bestätigt, die kasachische Seite sprach jedoch von „sehr vorteilhaften Bedingungen“.
Der Baubeginn ist für DAS Jahr 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme des ersten Reaktors für das Jahr 2034.
Warum Russland das Projekt finanziert?
Der Schlüssel der Vereinbarung liegt in der Finanzierung.
Mit dem Exportkredit übernimmt Moskau die Finanzierung eines Großteils des eigenen Auftrags – ein Modell, mit dem Rosatom seit Jahren internationale Projekte gewinnt.
Für Russland stellt das Projekt sowohl geopolitisch als auch wirtschaftlich einen bedeutenden Erfolg dar. Trotz westlicher Sanktionen gegen zahlreiche russische Wirtschaftssektoren bleibt der Nuklearexport von Rosatom weitgehend von Beschränkungen ausgenommen. Dadurch konnte der Konzern seine Position als einer der weltweit führenden Anbieter neuer Kernreaktoren behaupten.
Kreditfinanzierung, Brennstofflieferungen und technische Dienstleistungen binden Kasachstan über die gesamte Lebensdauer des Kraftwerks hinweg an Russland.
Rosatom erhielt den Auftrag allerdings nicht automatisch. Im Juni 2025 wurde das Unternehmen zum Leiter eines internationalen Konsortiums für den Bau des ersten kasachischen Kernkraftwerks ernannt. Dabei setzte es sich gegen die chinesische China National Nuclear Corporation (CNNC), die französische Électricité de France (EDF) sowie die südkoreanische Korea Hydro & Nuclear Power durch.
Ein sensibles Thema mit historischem Ballast….
Die Hinwendung zur Kernenergie ist für die kasachische Bevölkerung ein äußerst sensibles Thema.
Während der Sowjetzeit fanden auf kasachischem Territorium Hunderte von Atomwaffentests statt. Allein auf dem Testgelände bei Semipalatinsk Test Site wurden zwischen den Jahren 1949 und 1989 zahlreiche Kernwaffenversuche durchgeführt, die erhebliche gesundheitliche und ökologische Schäden hinterließen.
Zusätzliche Skepsis entstand nach der Tschernobyl-Katastrophe von 1986, an deren Folgenbeseitigung Zehntausende Kasachen beteiligt waren.
Deshalb musste das Vorhaben in einem Referendum bestätigt werden. Die Volksabstimmung fand im Jahre 2024 statt, wobei mehr als 70 Prozent der 7,8 Millionen Abstimmenden dem Projekt zustimmten.
Dabei ist Kasachstan bereits heute der weltweit größte Uranproduzent, besitzt jedoch bislang kein kommerzielles Kernkraftwerk. Das Land betreibt drei Forschungsreaktoren. Zudem war in der Stadt Aqtau am Kaspischen Meer 26 Jahre lang der natriumgekühlte Schnellreaktor BN-350 in Betrieb, der 1999 stillgelegt wurde.
Die Stromversorgung des Landes basiert heute überwiegend auf Kohlekraftwerken, ergänzt durch Wasserkraft und zunehmend erneuerbare Energien. Gleichzeitig kämpft Kasachstan seit Jahren mit einer alternden Energieinfrastruktur und Stromengpässen.
Größere Nuklearstrategie und die Rolle Chinas….
Das Projekt am Balchaschsee ist lediglich der erste Schritt.
Die kasachische Energiestrategie sieht langfristig den Bau von bis zu vier Kernkraftwerken vor. Bis zum Jahr 2035 sollen etwa fünf Prozent der Stromerzeugung aus Kernenergie stammen.
Eine zweite Anlage im selben Bezirk soll nach bisherigen Plänen von der chinesischen Staatsgesellschaft CNNC errichtet werden. Zudem wird bereits über ein drittes Kernkraftwerk diskutiert.
Die Aufteilung der Projekte zwischen Russland und China entspricht der außenpolitischen Strategie Kasachstans, den Einfluss beider Großmächte auszubalancieren.
Dass das russische Abkommen während des Staatsbesuchs Putins unterzeichnet wurde, unterstreicht dessen symbolische Bedeutung. Neben den Nuklearvereinbarungen schlossen beide Staaten nach Medienberichten weitere Abkommen, darunter eine Währungsswap-Vereinbarung zwischen den Zentralbanken sowie eine umfassendere Erklärung zur strategischen Partnerschaft.
https://oenergetice.cz/elektrarny-svet/ ... rusky-uver
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Liebe Leute,
ab Donnerstag 4.6. bis Freitag 12.6.2026 bin ich auf Urlaub. In dieser Zeit wird daher kein Medienmonitoring kommen. Die nächsten CZAP-Nachrichten erhalten Sie dann wieder am Montag den 15.Juni.
Liebe Grüße aus Budweis
Gabi Reitinger, OIZP / BIU Budweis
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Inhalt:
SURAO:„Auf diesen Moment haben wir gewartet.“ Bei Temelín haben die ersten Untersuchungen für ein Atommüll-Endlager begonnen.
Verkauf der „Tochter“ von ČEZ wird eine beispiellose Transaktion in Mitteleuropa sein.
Aufspaltung von ČEZ erhält grünes Licht.
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor.
Genehmigt: Kommt der Rückkauf der ČEZ-Aktien mit einer Marktprämie?
Russland wird Kasachstans erstes Kernkraftwerk bauen – Großteil der 16,5 Milliarden Dollar wird durch einen russischen Kredit finanziert
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SURAO:„Auf diesen Moment haben wir gewartet.“ Bei Temelín haben die ersten Untersuchungen für ein Atommüll-Endlager begonnen
Autorin: Lucie Kándlová, ČTK
2. Juni 2026
Am Standort Janoch bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis haben am Dienstag die ersten geologischen Untersuchungen für einen möglichen Bau eines tiefengeologischen Endlagers für hochradioaktive Abfälle begonnen. Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) startete die Arbeiten mit Bohrungen in Tiefen von 30 und 100 Metern, die sich auf die Untersuchung des Grundwassers konzentrieren.
Janoch gehört zu den vier ausgewählten Standorten, von denen einer künftig zur Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe genutzt werden könnte. Die Gemeinden der in Betracht gezogenen Standorte hatten Klagen gegen die Genehmigung der geologischen Untersuchungen eingereicht, die jedoch von den Gerichten abgewiesen wurden.
„Auf diesen Moment haben wir uns alle seit der Gründung der Endlagerverwaltung SURAO im Jahr 1997 gefreut. Zum ersten Mal schauen wir nun mit Bohrungen direkt unter die Erdoberfläche und überprüfen, ob das, was wir anhand der Untersuchungen an der Oberfläche angenommen haben, tatsächlich zutrifft und ob die geologische Struktur wirklich so gut ist, wie wir glauben. Für uns ist das ein absolut entscheidender Schritt“, sagte der Direktor von SÚRAO, Lukáš Vondrovic.
Nach seinen Worten haben weder die Klagen noch die eingelegte Kassationsbeschwerde Einfluss auf den Fortgang der Arbeiten oder auf deren zeitlichen Ablauf.
Die eigentliche Bohrung des 100 Meter tiefen Bohrlochs wird etwa 14 Tage dauern. Anschließend folgen Bohrlochmessungen sowie hydrodynamische Tests. Vierteljährlich werden Wasserproben entnommen, die anschließend von Fachleuten in Laboren untersucht werden.
SURAO arbeitet derzeit mit vier möglichen Standorten für das Endlager. Neben Janoch handelt es sich um die Standorte Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Březový potok im Bezirk Klatovy. An allen vier Standorten sollen Bohrungen durchgeführt werden.
Nach den Plänen der Verwaltung SURAO soll das tiefengeologische Endlager die endgültige Lösung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle darstellen. In einer Tiefe von etwa 500 Metern sollen dort dauerhaft vor allem mehrere Tausend Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken gelagert werden.
Die Gemeinden in den für das Endlager in Betracht gezogenen Regionen waren mit ihren Klagen gegen die Genehmigung der geologischen Untersuchungen erfolglos. Im April wies das Gericht auch die vierte Verwaltungsbeschwerde gegen die Entscheidung des Umweltministeriums zurück; sie betraf den Standort Březový potok im Böhmerwaldvorland. Zuvor hatte das Gericht bereits in den Fällen Hrádek, Horka bei Třebíč und Janoch bei Temelín gleich entschieden.
„Wir sind nicht damit einverstanden, wie das Ministerium unsere Einwände behandelt hat“, kritisiert seit Beginn der gerichtlichen Niederlagen der Bürgermeister von Horažďovice im Bezirk Klatovy, Michael Forman (Občané HD). Er ist zugleich Sprecher der Plattform gegen das Atommüll-Endlager, die Gemeinden aller ausgewählten Standorte vereint.
Quelle:
https://www.novinky.cz/clanek/domaci-v- ... e-40581093
/gr/
Verkauf der „Tochter“ von ČEZ wird eine beispiellose Transaktion in Mitteleuropa sein
03.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Luděk Vainert Seite 15
Energiewirtschaft
Der Energiekonzern ČEZ erfüllt den Auftrag der Regierung von Andrej Babiš, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Hauptteil seiner Erzeugungsanlagen vollständig in Staatseigentum übergeht. Auf der Hauptversammlung am Montag erhielt vor allem der Plan grünes Licht, jene Unternehmensteile abzuspalten, die nicht mit der Stromerzeugung in klassischen Kraftwerken zusammenhängen. Fast die Hälfte davon soll anschließend verkauft werden, damit ČEZ möglichst viele Mittel für den Rückkauf eigener Aktien erhält.
Zudem genehmigten die Aktionäre eine Statutenänderung, die die einzelnen Schritte zur Abfindung der Minderheitsaktionäre beschleunigen wird. Die meisten von ihnen begrüßen den Rückkauf, da sie davon ausgehen, dass sie gegenüber dem aktuellen Börsenkurs eine erhebliche Prämie erhalten werden.
Bereits einen Tag nach der Hauptversammlung erhöhte die bedeutende US-Investmentbank Morgan Stanley ihr Kursziel für die ČEZ-Aktie deutlich. Dies signalisiert, dass selbst bislang sehr vorsichtige ausländische Analysten das Potenzial des tschechischen Energieriesen zunehmend erkennen.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Revolution. Morgan Stanley erhöhte sein Kursziel zwar um 370 Kronen je Aktie – ein außergewöhnlich großer Sprung –, ging dabei jedoch von einem Ausgangswert von 880 Kronen aus. So niedrig notierte die ČEZ-Aktie zuletzt im Herbst 2024, als der langfristige Aufwärtstrend begann, der bis Januar dieses Jahres anhielt. Die US-Bank holte damit lediglich einen Rückstand von anderthalb Jahren auf.
Auch dieser deutliche Anstieg bedeutet keine eindeutige Kaufempfehlung, da das Kursziel weiterhin unter dem aktuellen Aktienkurs liegt. Morgan Stanley schreckt Investoren nun jedoch zumindest nicht mehr ab und empfiehlt nicht länger, den Anteil von ČEZ in ihren Portfolios zu reduzieren.
ČEZ benötigt derzeit ein positives Image, das Investoren anzieht, denn das Unternehmen hat die klare Aufgabe, den Unternehmensteil mit dem Arbeitstitel DSZS möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Nach den bisherigen Plänen sollen mehrere große Investoren wie Pensionsfonds oder Versicherungen angesprochen werden, die sich für ein reguliertes Geschäft mit weitgehend stabilen Erträgen interessieren.
DSZS, in das neben dem lukrativen Netzgeschäft, Vertrieb und dem etwas risikoreicheren, aber meist profitablen Handel (Trading) auch der Gasbereich des Unternehmens sowie die erneuerbaren Energien eingebracht werden sollen, erfüllt genau dieses Profil. Das spricht auch Investoren an, die aus verschiedenen Gründen Kernenergie oder fossile Energieträger meiden und für die der heutige ČEZ daher nicht infrage kommt.
Der Verkauf eines nahezu hälftigen Anteils – die Regierung von Babiš besteht darauf, die Kontrolle zu behalten, die sie über ČEZ ausüben wird – wird eine Großtransaktion darstellen, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht.
Die Bewertung von DSZS ist noch ein Rätsel. Ihr Ergebnis wird nicht nur von den Marktbedingungen, sondern auch von der Aufteilung der bestehenden Schulden von ČEZ abhängen. Sicher ist jedoch, dass es sich um eine deutlich größere Transaktion handeln wird als den Verkauf eines Anteils an der Infrastrukturholding EP Infrastructure (EPIF) an die australische Investmentgruppe Macquarie. Diese zahlte vor zehn Jahren an Daniel Křetínský und Patrik Tkáč 47 Milliarden Kronen.
Der Fall EPIF ist trotz des zeitlichen Abstands sowie der Unterschiede bei Profitabilität und Geschäftsausrichtung lehrreich, weil er zeigt, wie sich Verkaufspläne entwickeln können. Ursprünglich sollte der Anteil an EPIF über die Börse verkauft werden. Die Verhandlungen mit den australischen Investoren verliefen jedoch schneller, sodass die Pläne für einen Börsengang (IPO) aufgegeben wurden.
Die Geschichte kennt jedoch auch gegenteilige Beispiele. Als die Finanzsparte des US-Konzerns General Electric einen Käufer für ihre tschechische Bank GE Money (ursprünglich Agrobanka, heute Moneta) suchte, wandte sie sich zunächst an in der Region tätige Bankengruppen. Diese rissen sich jedoch nicht gerade um die traditionsreiche Bank, die zwar profitabel war, aber kein klar herausragendes Merkmal besaß. Nach Jahren der Verhandlungen erhielt schließlich die Prager Börse ihre Chance, wo GE Money ihren Anteil erfolgreich veräußerte.
Im Fall von DSZS könnte letztlich eine zweigleisige Lösung zum Tragen kommen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erklärte auf der Hauptversammlung, dass der Anteil wahrscheinlich von mehreren Investoren erworben werde.
Gemäß der verabschiedeten Strategie wird der Vorstand von ČEZ unter Berücksichtigung der Marktbedingungen, der Investitionsmöglichkeiten und weiterer relevanter Umstände entscheiden. Der Weg über die Börse bleibt somit offen.
Die Bewertung ist noch ein Rätsel, dessen Ergebnis neben den Marktbedingungen auch von der Aufteilung der bestehenden Schulden von ČEZ beeinflusst wird.
/gr/
Aufspaltung von ČEZ erhält grünes Licht
03.06.2026 Tageszeitung Deník N Autor:Jan Úšela
Wir erklären die Details der aufmerksam verfolgten Umstrukturierung des Energieunternehmens sowie die nächsten Schritte.
Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung von ČEZ die Aufspaltung des teilstaatlichen Energiekonzerns in einen Erzeugungsbereich und ein Unternehmen für Vertrieb und Verteilung genehmigt. Nachfolgend erläutern wir die Einzelheiten dieser bedeutenden Transformation und ihre möglichen Folgen.
Worum geht es derzeit?
Auf der jährlichen Hauptversammlung beschlossen die Aktionäre die bislang größte Veränderung in der Geschichte der teilstaatlichen Energiegruppe. ČEZ wird in zwei Teile aufgespalten:
• Beim Mutterunternehmen verbleibt die Stromerzeugung aus Kern-, Gas-, Kohle- und Wasserkraftwerken.
• Innerhalb weniger Wochen soll eine neue Gesellschaft mit dem Arbeitstitel „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) entstehen.
Unter dem Dach dieser Gesellschaft – inoffiziell auch „ČEZ 2“ genannt – sollen gebündelt werden:
• Strom- und Gasverteilung,
• Energievertrieb,
• Energiehandel (Trading),
• die Sparte ČEZ ESCO, die erneuerbare Energien installiert und deren Betrieb berät.
Der Staat hält derzeit knapp 70 Prozent an ČEZ, die restlichen Aktien befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Dazu zählen unter anderem die Finanzgruppe J&T, der Unternehmer Pavel Tykač, Kunden der PPF Bank sowie die US-Investmentgesellschaft BlackRock.
Die Regierung von Andrej Babiš treibt die Umstrukturierung voran. Das Ziel ist es, langfristig eine vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich von ČEZ zu erlangen, um den Bau neuer Kern- und Gaskraftwerke steuern zu können. Dafür werden Investitionen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Kronen erforderlich sein.
Private Minderheitsaktionäre stehen diesem Vorhaben kritisch gegenüber, da es das Unternehmen finanziell stark belasten dürfte. Darüber hinaus möchte die Regierung über die Kontrolle der Stromerzeugung Einfluss auf niedrige Strompreise nehmen.
-Wie soll die Aufspaltung konkret aussehen?
Nach der Gründung der neuen Tochtergesellschaft sollen bis zu 49 Prozent ihrer Aktien Investoren angeboten werden.
Das genaue Verkaufsmodell steht noch nicht fest. Möglich ist eine Kombination aus:
• einem Börsengang,
• sowie einem direkten Verkauf eines Teils der Anteile an große institutionelle Investoren.
Die Erlöse aus dem Verkauf sollen an die Muttergesellschaft ČEZ fließen. Es wird erwartet, dass der Staat mit diesen Mitteln die Minderheitsaktionäre auskauft, um die vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich zu erhalten.
Nach Angaben des Managements soll die Ausgliederung bis Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres abgeschlossen sein.
-Um welche Summen geht es?
ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš erklärte, dass der Konzern für 49 Prozent der ausgegliederten Vertriebsgesellschaft rund 150 Milliarden Kronen erlösen könnte.
Der Vertreter der Minderheitsaktionäre, Michal Šnobr, hält hingegen mindestens 200 Milliarden Kronen für realistisch.
Entscheidend sind mehrere Faktoren:
-Verschuldung
Je nachdem, welcher Anteil der bestehenden Schulden auf ČEZ 2 übertragen wird, verändert sich deren Bewertung erheblich.
Die Gesamtverschuldung von ČEZ liegt derzeit bei 207 Milliarden Kronen. Nach Einschätzung von Šnobr könnten etwa 70 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft entfallen.
Für Investoren wäre die ausgegliederte Gesellschaft ohne die kapitalintensive Stromerzeugung ein attraktives, renditestarkes Geschäft. Eine höhere Schuldenlast würde ihren Wert jedoch mindern.
-Regulierung
Zur künftigen Gesellschaft ČEZ 2 gehören auch die Strom- und Gasverteilernetze.
Deren Erträge werden maßgeblich durch die Entscheidungen der tschechischen Energieregulierungsbehörde (ERÚ) bestimmt. Über regulierte Netzentgelte legt sie faktisch fest, welche Gewinne Netzbetreiber erzielen können.
Sollte die Behörde die Renditen der Netzbetreiber stark begrenzen, könnte ČEZ 2 für Investoren weniger attraktiv werden und die Bewertung sinken.
Formal ist die Behörde unabhängig. Die Regierung könnte jedoch öffentlichen Druck ausüben oder die Führung der Behörde personell verändern, falls sie niedrigere Energiepreise über eine Senkung der regulierten Preisbestandteile erreichen möchte.
-Reicht das Geld für den Auskauf der Minderheitsaktionäre?
Vizepremierminister Karel Havlíček (ANO) schätzte die Kosten für den vollständigen Auskauf der Minderheitsaktionäre früher auf etwa 250 Milliarden Kronen. Analysten nannten sogar Beträge von bis zu 300 Milliarden Kronen.
Daraus ergibt sich, dass der Erlös aus dem Verkauf von 49 Prozent an ČEZ 2 wahrscheinlich nicht ausreichen wird, um sämtliche Minderheitsaktionäre auszuzahlen.
Allerdings muss der Staat nicht sofort alle verbleibenden Anteile erwerben. Er müsste zunächst lediglich seinen Anteil von derzeit rund 70 Prozent auf über 90 Prozent erhöhen. Danach könnte er die restlichen Aktionäre nach geltendem Recht zwangsweise abfinden.
Laut Michal Šnobr könnten dafür etwa 200 Milliarden Kronen ausreichen. Der verbleibende Finanzierungsbedarf ließe sich aus den laufenden Cashflows von ČEZ decken.
Wahrscheinlich würde dies jedoch mit einer höheren Verschuldung des Unternehmens einhergehen.
-Das große Risiko: eine Sperrminorität:
Ein ernsthaft diskutiertes Szenario besteht darin, dass Pavel Tykač und andere große Minderheitsaktionäre gemeinsam eine Sperrminorität von mehr als zehn Prozent bilden.
Dadurch könnten sie verhindern, dass der Staat die für einen Zwangsauskauf notwendige 90-Prozent-Schwelle erreicht.
In diesem Fall könnten die Minderheitsaktionäre ihre Anteile erst zu deutlich höheren Preisen verkaufen. Der Staat müsste wesentlich mehr bezahlen als derzeit kalkuliert.
Dies könnte:
• die Verschuldung von ČEZ deutlich erhöhen,
• die Finanzierungskosten am Kapitalmarkt steigern,
• die Investitionsmöglichkeiten des Unternehmens einschränken.
Genau diese Investitionsfähigkeit ist jedoch einer der Hauptgründe für die geplante Umstrukturierung.
-Kann eine Verstaatlichung die Strompreise senken?
Nach Ansicht des stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Radim Fiala könnte ein vollständig staatlicher Erzeugungskonzern leichter Einfluss auf die Energiepreise nehmen.
Mit Minderheitsaktionären sei dies schwieriger, da diese gegen entgangene Gewinne klagen könnten.
Der industriepolitische Sprecher der ODS, Pavel Drobil, widerspricht jedoch. Die Preise des nicht regulierten Stromanteils würden weiterhin vom Markt bestimmt. Eine Verstaatlichung allein führe daher nicht automatisch zu günstigeren Strompreisen.
Eine andere Möglichkeit wäre ein Austritt Tschechiens aus der Leipziger Strombörse. Dies würde allerdings auch die Einbindung in den internationalen Stromhandel beeinträchtigen, auf den das Land künftig voraussichtlich angewiesen sein wird.
Eine Senkung der regulierten Preisbestandteile könnte zwar ebenfalls die Strompreise reduzieren, würde jedoch wahrscheinlich die Attraktivität von ČEZ 2 für Investoren mindern.
-Wie reagiert die Opposition?
Die konservative ODS spricht bereits seit Jahren über eine vollständige staatliche Kontrolle von ČEZ. Schon im Jahre 2022 erwähnte der damalige Premierminister Petr Fiala entsprechende Pläne.
Der frühere Industrieminister Lukáš Vlček (STAN) bezeichnete eine Verstaatlichung früher als wirtschaftlich unsinnig. Inzwischen steht er dem Vorhaben vorsichtiger gegenüber, sofern es den Bau neuer großer Energiequellen erleichtert.
Gleichzeitig warnt er vor einer starken Verschuldung des Unternehmens und möglichen Einschränkungen bei den milliardenschweren Investitionen in den Energiesektor.
Was passiert, wenn sich der Prozess verzögert?
Vor den Wahlen im vergangenen Jahr erklärte Karel Havlíček, die Transformation werde ein bis anderthalb Jahre dauern. Später verschob er diesen Zeitplan mehrfach.
Die Regierung von Babiš verspricht nun, die Aufspaltung und die vollständige Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2029 abzuschließen.
Kommt es jedoch zu Gerichtsverfahren oder versucht eine Sperrminorität, den Preis ihrer Aktien in die Höhe zu treiben, könnte sich der Prozess erheblich verzögern.
Sollte die Verstaatlichung bis zum Ende der Legislaturperiode nicht abgeschlossen sein, könnte eine zukünftige Regierung das Projekt stoppen. In diesem Fall bliebe ČEZ vermutlich in zwei Unternehmen aufgeteilt – ohne dass der Staat die vollständige Kontrolle über den Erzeugungsbereich erlangt.
/gr/
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor
2.6.2026 Armádní zpravodaj / Militärkorrespondent
Autor: Jindřich Svěcený
Kiew ist bereit, den Krieg auf eine neue Stufe zu heben. Es will einen totalen Blackout herbeiführen und bereitet eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken vor
Eine per Glasfaser gelenkte Drohne traf am 30. Mai das Turbinengebäude des Kernkraftwerks Saporischschja. Die IAEO bestätigte den Schaden, die Strahlung blieb im Normbereich.
Die Explosion am Maschinenhaus des sechsten Blocks des größten Kernkraftwerks in Europa ereignete sich zu einem Zeitpunkt, an dem sich rund um zwei nukleare Anlagen – die Kraftwerke Saporischschja und Kursk – ein Geflecht aus Kampfhandlungen, diplomatischen Kalkülen und Informationskrieg verdichtet. Russische Staatsmedien sprechen von einer vorbereiteten ukrainischen Landeoperation und dem Plan, einen „totalen Blackout“ beider Kraftwerke herbeizuführen. Eine unabhängige Bestätigung für einen solchen Plan gibt es jedoch nicht. Was existiert, ist ein verifizierbarer Vorfall, dessen technische Folgen und zwei völlig unterschiedliche Narrative darüber, was passiert und warum.
Was genau geschah bei Block Nr. 6...
Nach Angaben des Rosatom-Chefs Alexei Lichatschow traf am 30. Mai eine Glasfaser-Drohne das Maschinenhaus des sechsten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja in Enerhodar. Kiew bestritt den Angriff. Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), die permanent vor Ort sind, bestätigten gegenüber der Agentur AP äußere Schäden am Turbinengebäude und normale Strahlungswerte. Gleichzeitig baten sie um Zugang zum Inneren des Maschinenhauses für eine weitere Untersuchung.
Entscheidendes Detail: Die IAEO bestätigte den Verursacher nicht. Sie bestätigte die physische Tatsache, einen Schaden von außen, und den technischen Zustand, eine Strahlung im Normbereich. Zwischen dieser und der politischen Interpretation, wer warum angegriffen hat, klafft eine Lücke, die beide Seiten auf ihre Weise füllen.
Was bedeutet „Blackout“ bei einem Kraftwerk, das keinen Strom produziert...
Das Kraftwerk Saporischschja befindet sich mit allen sechs Blöcken im Kaltabschaltmodus (Cold Shutdown). Es speist kein einziges Watt in das ukrainische Netz ein. Wenn russische Quellen von einem „totalen Blackout“ sprechen, meinen sie damit keinen Stromausfall für Millionen von Haushalten, auch wenn das in den Schlagzeilen leicht so klingen mag.
In der Fachsprache der nuklearen Sicherheit bedeutet Blackout den Verlust der externen Stromversorgung des Kraftwerks. Und das ist für ein abgeschaltetes Kraftwerk paradoxerweise ernster, als es den Anschein hat:
* Sechs Reaktoren und die Abklingbecken für abgebrannten Brennstoff erfordern eine kontinuierliche Kühlung.
* Bei einem Netzausfall schaltet das Kraftwerk nahtlos auf Notstrom-Dieselgeneratoren mit begrenztem Kraftstoffvorrat um.
* Wiederholte Stromausfälle – und das tschechische Atomsicherheitsamt (SÚJB) dokumentiert, dass diese regelmäßig vorkommen – erhöhen das Risiko eines Versagens der Kühlsysteme.
Es handelt sich also nicht um die Drohung eines landesweiten Blackouts der Ukraine. Es geht um etwas anderes und in gewisser Weise Gefährlicheres: um die schleichende Erosion der Sicherheitsreserven einer nuklearen Anlage mitten in einer Kampfzone. Laut IAEO macht die Kernkraft zwar 55 % der ukrainischen Stromerzeugung aus, diese Produktion wird jedoch von den anderen Kraftwerken erbracht, nicht von Saporischschja.
Woher stammt das Narrativ über die Landeoperation bei zwei Kraftwerken...
Das zweite erwähnte Kraftwerk ist das Kernkraftwerk Kursk in Kurtschatow auf russischem Territorium. Und genau hier muss die Quellenkette sorgfältig geprüft werden.
Die Behauptung über eine vorbereitete ukrainische Landeoperation bei beiden Kraftwerken taucht im öffentlichen Raum über russische Staats- und Besatzungskanäle auf. TASS zitiert angebliche Aussagen von Gefangenen und Vertretern der Besatzungsverwaltung der Region Charkiw. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, bezeichnete die angeblichen Pläne als „nukleare Provokation“ und erinnerte an die Drohung „sofortiger harter Vergeltungsmaßnahmen“. Eine unabhängige Primärquelle, sei es ein westlicher Geheimdienst, ein Dokumenten-Leak oder eine offizielle ukrainische Stellungnahme, konnte zu diesen Behauptungen nicht ausfindig gemacht werden.
Was dagegen nachweisbar ist: ein historischer Präzedenzfall. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, gab im Oktober 2023 in einem Interview mit The New Voice of Ukraine drei gescheiterte amphibische Landeoperationen bei Enerhodar zu. Deren Ziel war es, einen Brückenkopf zu errichten und den Anschluss des Kraftwerks Saporischschja an das russische Netz zu verhindern. Diese Operationen zielten jedoch auf einen einzigen Ort ab, fanden unter anderen Bedingungen statt und Budanow beschrieb sie als abgeschlossen. Zwischen den damaligen Landungen und dem heutigen russischen Narrativ über einen gleichzeitigen Angriff auf zwei Kraftwerke gibt es keine öffentlich belegte Brücke.
Was Kiew sagt und was daraus folgt...
Die öffentliche Linie der Ukraine spricht im Mai 2026 eine andere Sprache. Präsident Selenskyj will laut Reuters Fortschritte bei den Friedensverhandlungen vor dem Winter, wartet auf neue US-Vorschläge für das Gesprächsformat und erklärt, dass sich die strategische Position der Ukraine seit Dezember 2025 verbessert.
Fernangriffe tief im russischen Territorium werden fortgesetzt. Ein öffentlich deklarierter Plan, der direkt auf Kernkraftwerke abzielt, findet sich in diesen Quellen jedoch nicht.
Das bedeutet nicht, dass nichts passiert. Es bedeutet, dass heute zwei parallele Realitäten existieren: eine, in der Kiew den Druck mit konventionellen Mitteln erhöht und nach einem diplomatischen Hebel sucht, und eine andere, in der russische Quellen jeden Vorfall an der nuklearen Infrastruktur als Beweis für eine geplante „nukleare Provokation“ framen. Beide Realitäten nähren sich von realen Ereignissen wie dem Treffer bei Block Nr. 6, interpretieren diese aber in entgegengesetzte Richtungen.
Was das für Tschechien und Europa bedeutet...
Das tschechische Staatliche Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB) überwacht die Situation. Das Monitoring in Europa und in Tschechien zeigt normale Strahlungswerte, und das SÚJB erwartet keine Auswirkungen auf tschechisches Territorium; das Kraftwerk Saporischschja liegt mehr als tausend Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Eine grenzüberschreitende Dimension würde erst ein schwerer nuklearer Unfall annehmen, den die derzeitigen verifizierten Fakten nicht bestätigen.
Die tatsächliche „neue Stufe“ besteht heute also nicht in einem bestätigten Plan für eine Landeoperation bei zwei Kernkraftwerken. Sie besteht darin, dass nukleare Anlagen gleichzeitig zu einem militärischen Ziel, einem diplomatischen Argument und einem Werkzeug des Informationskriegs geworden sind – und dass die Grenze zwischen diesen drei Rollen immer dünner wird. Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, brachte es bereits auf dem Weg zum Kernkraftwerk Kursk im August 2024 auf den Punkt: Nukleare Anlagen dürfen nicht gefährdet werden. Seitdem hat sich die Situation nicht verbessert. Sie hat sich verschlimmert.
https://armadnizpravodaj.cz/zpravodajst ... -blackout/
Genehmigt: Kommt der Rückkauf der ČEZ-Aktien mit einer Marktprämie?
03.06.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Autorin: Dáša Hyklová
ČEZ kann nun mit der Ausgliederung seines Nicht-Erzeugungsgeschäfts in eine neue Tochtergesellschaft beginnen. Das Ziel des neuen Unternehmens ist es, flexiblere Finanzierungsmöglichkeiten zu schaffen. Die daraus erzielten Mittel könnten später auch für den Rückkauf der Anteile von Minderheitsaktionären verwendet werden.
Die diesjährige Hauptversammlung des Energiekonzerns ČEZ fand ungewöhnlicherweise bereits am 1. Juni statt. In den vergangenen Jahren trafen sich die Aktionäre üblicherweise erst Ende des Monats. Zwar begründete die Unternehmensführung den früheren Termin mit einer effizienteren Organisation und Zeitplanung, tatsächlich standen jedoch zahlreiche grundlegende und strategisch wichtige Themen auf der Tagesordnung.
Die Hauptversammlung dauerte schließlich rekordverdächtige 13,5 Stunden und war für die Zukunft von ČEZ von entscheidender Bedeutung.
Zustimmung zur Aufspaltung….
Die Aktionäre genehmigten, dass die ČEZ-Gruppe mit der Ausgliederung des Nicht-Erzeugungsbereichs in eine neue Tochtergesellschaft beginnen kann.
Nach Angaben des Konzernsprechers Ladislav Kříž soll das neue Unternehmen innerhalb weniger Wochen gegründet werden. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sollen dann ausgewählte Gesellschaften in die neue Struktur eingebracht werden.
Analysten sind sich einig, dass dieser Schritt von zentraler Bedeutung für die geplante Verstaatlichung des Unternehmens ist. Der Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz privater Minderheitsaktionäre.
Mit mehr als 90 Prozent der anwesenden Stimmen wurde außerdem die Ausschüttung einer Dividende von insgesamt rund 22,6 Milliarden Kronen beschlossen. Das entspricht 42 Kronen je Aktie. Über einen Gegenantrag für eine Dividende von 50 Kronen je Aktie wurde nicht abgestimmt.
Aussicht auf einen Rückkauf mit Aufschlag….
„Die Hauptversammlung war ein wichtiges Ereignis, auf das die Aktionäre gewartet hatten. Obwohl die Zustimmung zur Aufspaltung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wurde, musste dieser Schritt formell bestätigt werden. Das Risiko eines Scheiterns ist nun verschwunden, und die Aktionäre sehen vor sich einen wahrscheinlichen Rückkauf ihrer Aktien mit einer Marktprämie“, erklärte Jiří Tyleček, Analyst der Investmentplattform XTB, gegenüber MF DNES.
Zwar lasse sich über die konkrete Höhe und den Zeitpunkt eines Rückkaufs weiterhin nur spekulieren, doch die Wahrscheinlichkeit dafür sei gestiegen.
Nach seiner Einschätzung sei eine Prämie von mehreren Dutzend Prozent gegenüber dem Aktienkurs vor Bekanntgabe der Pläne durchaus realistisch. Dies könne zusätzliche Spekulanten anziehen.
„Sollten sich zudem weitere wichtige Fundamentalfaktoren – etwa die Strompreise oder die Preise für Emissionszertifikate – positiv entwickeln, steigt die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Kursanstiegs der ČEZ-Aktie in den kommenden Monaten zusätzlich“, so Tyleček.
Seiner Ansicht nach gab es auf der Hauptversammlung zwar keine großen Überraschungen, doch alles, was beschlossen werden musste, wurde auch beschlossen.
Ohne Kohle- und Kernkraftwerke…..
Nach den Plänen will die ČEZ-Gruppe in der neuen Tochtergesellschaft einen Anteil von 51 Prozent behalten. Die restlichen 49 Prozent sollen Investoren angeboten werden.
In die neue Gesellschaft sollen insbesondere folgende Bereiche ausgelagert werden:
• Energievertrieb,
• Strom- und Gasverteilung,
• Energiehandel (Trading),
• Energiedienstleistungen.
Dazu gehören unter anderem:
• ČEZ Prodej / Verkauf
• ČEZ Distribuce /Verteilung
• GasNet,
• ČEZ ESCO,
• verschiedene Handelsgesellschaften.
Nach Ansicht des Vorstands kann die ausgegliederte Gesellschaft leichter neue Finanzierungsquellen erschließen, da sie nicht mehr mit Kohle- und Kernkraftwerken verbunden sein wird. Gerade diese Aktivitäten schrecken bestimmte Investoren ab.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani erwartet deshalb eine höhere finanzielle Flexibilität für die gesamte Gruppe.
Der Verkauf des Minderheitsanteils könnte nach seinen Worten zugleich die Mittel bereitstellen, die für einen späteren Auskauf der Minderheitsaktionäre benötigt werden.
Analysten schätzen, dass der Verkauf rund 200 Milliarden Kronen einbringen könnte – eine Summe, die nach ihrer Auffassung ausreichen sollte.
Verkauf möglicherweise in mehreren Tranchen….
Der endgültige Name des neuen Unternehmens steht noch nicht fest. Derzeit wird die Arbeitsbezeichnung DSZS („Tochtergesellschaft des Kundensegments“) verwendet.
Laut Cyrani könnte der Verkauf der 49 Prozent aufgrund seines Umfangs in mehreren Tranchen erfolgen.
Der Vorstand rechnet derzeit mit einem Umsetzungszeitraum von etwa ein bis zwei Jahren.
Warum will der Staat ČEZ vollständig kontrollieren?
Die vollständige Verstaatlichung von ČEZ – voraussichtlich durch den Erwerb der Anteile privater Aktionäre zum Marktpreis – gehört zu den erklärten Zielen der Regierung.
Der Grund liegt in den rechtlichen Verpflichtungen eines börsennotierten Unternehmens. Solange Minderheitsaktionäre beteiligt sind, muss das Management im Interesse aller Anteilseigner handeln und Gewinne erwirtschaften.
Wenn der Staat als Mehrheitsaktionär das Unternehmen beispielsweise dazu bewegen möchte,
• Strom günstiger an tschechische Verbraucher zu verkaufen oder
• Milliardeninvestitionen in neue Kernkraftwerke vorzunehmen,
könnten private Aktionäre argumentieren, dass ihre Investition dadurch geschädigt wird und rechtliche Schritte einleiten.
Eine vollständige Verstaatlichung würde dem Staat größere Freiheit geben, ČEZ nicht primär als gewinnorientiertes Unternehmen, sondern als Instrument der Energie-, Industrie- und Sicherheitspolitik zu führen.
Geschäftsergebnis von ČEZ….
Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Nettogewinn von 27,4 Milliarden Kronen.
Gegenüber dem Vorjahr sank der Gewinn um 1,7 Milliarden Kronen beziehungsweise 5,8 Prozent.
Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf 137 Milliarden Kronen, was einem Rückgang von rund 400 Millionen Kronen gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Neuer Aufsichtsrat...
Die Aktionäre wählten außerdem fünf neue Mitglieder in den Aufsichtsrat und beriefen vier bisherige Mitglieder ab.
Zu den neuen Mitgliedern gehören unter anderem:
• der SPD-Abgeordnete Radim Fiala,
• Karel Tyll vom Finanzministerium,
• Josef Kotrba vom tschechischen Energieverband,
• Vladislav Smrž vom Umweltministerium,
• Petr Bejček vom Finanzministerium.
•
Kotrba erklärte gegenüber MF DNES, er wolle im Aufsichtsrat sämtliche Kontrollaufgaben gewissenhaft wahrnehmen und betrachte seine Wahl als Anerkennung seiner langjährigen Erfahrung im Energiesektor.
Die Minderheitsaktionäre hatten ihren Vertreter Michal Šnobr für den Aufsichtsrat nominiert. Er wurde jedoch nicht gewählt.
Zu den abberufenen Mitgliedern gehörte unter anderem der Regionalpräsident von Liberec, Martin Půta.
Unterschiedliche Sichtweisen von tschechischen und internationalen Analysten….
Internationale Analysten beurteilen die aktuelle Situation rund um ČEZ deutlich skeptischer.
Unter ihnen herrscht ungewöhnlich große Einigkeit darüber, dass die Aktie derzeit überbewertet sei.
Ihre Modelle basieren vor allem auf:
• harten Finanzkennzahlen,
• den Preisen von Emissionszertifikaten,
• den sinkenden Großhandelspreisen für Strom.
Aus dieser Perspektive erscheint ihnen der aktuelle Börsenkurs zu hoch.
Politische Spekulationen über eine spätere Verstaatlichung fließen dagegen kaum in ihre Bewertungen ein.
Während viele tschechische Investoren die Aktie in Erwartung eines lukrativen staatlichen Rückkaufs halten, berücksichtigen internationale Banken diese mögliche Prämie in ihren offiziellen Analysen nur begrenzt.
Wie sieht ČEZ in einem Jahr aus?
Analyst Jiří Tyleček erwartet, dass der heutige, noch nicht aufgespaltene ČEZ-Konzern in einem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit Geschichte sein wird.
„Das Unternehmen wird aufgeteilt sein, und ich rechne damit, dass die Umgestaltung ihren Höhepunkt erreicht. Alle Parameter des Auskaufs der Minderheitsaktionäre werden bekannt sein und der Prozess kann laufen“, sagte er.
Offen sei allerdings noch, ob die Anteile der neuen Gesellschaft:
• an einen strategischen Investor verkauft werden,
• über einen Börsengang (IPO) platziert werden,
• oder eine Kombination beider Varianten gewählt wird.
Davon werde auch die Dauer des Prozesses abhängen.
Sein Fazit lautet:
„Derzeit sieht es so aus, als könnten alle wesentlichen Schritte rund um die Verstaatlichung von ČEZ und die Gründung der neuen Tochtergesellschaft bereits im kommenden Jahr abgeschlossen werden.“
Kennzahlen
• Die ČEZ-Gruppe will 51 % an der neuen Tochtergesellschaft behalten.
• Die Dividendenzahlung 2026 beträgt insgesamt 22,6 Milliarden Kronen.
• Die Dividende beläuft sich auf 42 Kronen je Aktie.
/gr/
Russland wird Kasachstans erstes Kernkraftwerk bauen – Großteil der 16,5 Milliarden Dollar wird durch einen russischen Kredit finanziert
Autor: Lukáš Lepič
2. Juni 2026, oenergetice.cz
Russland und Kasachstan haben ein zwischenstaatliches Abkommen über den Bau des ersten Kernkraftwerks auf kasachischem Staatsgebiet unterzeichnet. Die Anlage mit zwei Reaktorblöcken des Typs VVER-1200 soll am Balchaschsee entstehen und von der russischen Staatsgesellschaft Rosatom errichtet werden. Der Baubeginn ist für das Jahr 2027 vorgesehen, der erste Block soll Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen.
Ein erheblicher Teil der geschätzten Kosten von rund 16,5 Milliarden US-Dollar (etwa 345 Milliarden Kronen) wird durch einen staatlichen russischen Exportkredit finanziert. Die entsprechenden Dokumente wurden am 28. Mai während des Staatsbesuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Kasachstan unterzeichnet.
Drei Nuklearabkommen gleichzeitig...
Das Abkommen wurde vom Generaldirektor von Rosatom, Alexej Lichatschow, und dem Vorsitzenden der kasachischen Atomenergiebehörde, Almasadam Satkalijew, im Beisein von Präsident Putin und dem kasachischen Staatspräsidenten Kassym-Schomart Tokajew unterzeichnet.
Dabei handelte es sich nicht nur um ein einzelnes Dokument. Parallel wurden drei Vereinbarungen geschlossen:
• ein Abkommen über die Grundprinzipien und Bedingungen der Zusammenarbeit beim Projekt,
• ein Vertrag über die Bereitstellung eines russischen staatlichen Exportkredits zur Finanzierung des Baus,
• ein Aktionsplan für die ressortübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Nuklear- und Strahlensicherheit für die Jahre 2026 bis 2030.
Nach Angaben von Rosatom definiert das zwischenstaatliche Abkommen die wichtigsten Projektparameter: den Bau von zwei Kraftwerksblöcken mit russischen Reaktoren des Typs VVER-1200 und einer Leistung von jeweils rund 1.200 MW.
Die Vereinbarung umfasst auch die Zusammenarbeit während der gesamten Betriebsdauer des Kraftwerks, einschließlich Wartung und Brennstofflieferungen. Damit bindet sich Kasachstan für mehrere Jahrzehnte an russische Nukleartechnologie.
Projektparameter und Zeitplan...
Das Kraftwerk soll in der Ortschaft Ulken am Ufer des Balchaschsee im Bezirk Schambyl im Südosten des Landes entstehen.
Die ersten Vorarbeiten – geologische Untersuchungen und Standortanalysen – begannen bereits im August 2025. Nach Angaben von Rosatom waren bis Mai 2026 mehr als 90 Prozent der geologischen Felduntersuchungen abgeschlossen.
Die Gesamtkosten werden auf rund 16,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut der Nachrichtenagentur Kazinform entfallen etwa 14,4 Milliarden Dollar auf die beiden Reaktorblöcke selbst und weitere rund 2 Milliarden Dollar auf Sicherheits- und Sozialinfrastruktur.
Satkalijew hatte bereits früher erklärt, dass Russland einen Kredit über 85 Prozent der Gesamtkosten bereitstellen werde. Nach der Unterzeichnung wurde dieser Anteil offiziell zwar nicht bestätigt, die kasachische Seite sprach jedoch von „sehr vorteilhaften Bedingungen“.
Der Baubeginn ist für DAS Jahr 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme des ersten Reaktors für das Jahr 2034.
Warum Russland das Projekt finanziert?
Der Schlüssel der Vereinbarung liegt in der Finanzierung.
Mit dem Exportkredit übernimmt Moskau die Finanzierung eines Großteils des eigenen Auftrags – ein Modell, mit dem Rosatom seit Jahren internationale Projekte gewinnt.
Für Russland stellt das Projekt sowohl geopolitisch als auch wirtschaftlich einen bedeutenden Erfolg dar. Trotz westlicher Sanktionen gegen zahlreiche russische Wirtschaftssektoren bleibt der Nuklearexport von Rosatom weitgehend von Beschränkungen ausgenommen. Dadurch konnte der Konzern seine Position als einer der weltweit führenden Anbieter neuer Kernreaktoren behaupten.
Kreditfinanzierung, Brennstofflieferungen und technische Dienstleistungen binden Kasachstan über die gesamte Lebensdauer des Kraftwerks hinweg an Russland.
Rosatom erhielt den Auftrag allerdings nicht automatisch. Im Juni 2025 wurde das Unternehmen zum Leiter eines internationalen Konsortiums für den Bau des ersten kasachischen Kernkraftwerks ernannt. Dabei setzte es sich gegen die chinesische China National Nuclear Corporation (CNNC), die französische Électricité de France (EDF) sowie die südkoreanische Korea Hydro & Nuclear Power durch.
Ein sensibles Thema mit historischem Ballast….
Die Hinwendung zur Kernenergie ist für die kasachische Bevölkerung ein äußerst sensibles Thema.
Während der Sowjetzeit fanden auf kasachischem Territorium Hunderte von Atomwaffentests statt. Allein auf dem Testgelände bei Semipalatinsk Test Site wurden zwischen den Jahren 1949 und 1989 zahlreiche Kernwaffenversuche durchgeführt, die erhebliche gesundheitliche und ökologische Schäden hinterließen.
Zusätzliche Skepsis entstand nach der Tschernobyl-Katastrophe von 1986, an deren Folgenbeseitigung Zehntausende Kasachen beteiligt waren.
Deshalb musste das Vorhaben in einem Referendum bestätigt werden. Die Volksabstimmung fand im Jahre 2024 statt, wobei mehr als 70 Prozent der 7,8 Millionen Abstimmenden dem Projekt zustimmten.
Dabei ist Kasachstan bereits heute der weltweit größte Uranproduzent, besitzt jedoch bislang kein kommerzielles Kernkraftwerk. Das Land betreibt drei Forschungsreaktoren. Zudem war in der Stadt Aqtau am Kaspischen Meer 26 Jahre lang der natriumgekühlte Schnellreaktor BN-350 in Betrieb, der 1999 stillgelegt wurde.
Die Stromversorgung des Landes basiert heute überwiegend auf Kohlekraftwerken, ergänzt durch Wasserkraft und zunehmend erneuerbare Energien. Gleichzeitig kämpft Kasachstan seit Jahren mit einer alternden Energieinfrastruktur und Stromengpässen.
Größere Nuklearstrategie und die Rolle Chinas….
Das Projekt am Balchaschsee ist lediglich der erste Schritt.
Die kasachische Energiestrategie sieht langfristig den Bau von bis zu vier Kernkraftwerken vor. Bis zum Jahr 2035 sollen etwa fünf Prozent der Stromerzeugung aus Kernenergie stammen.
Eine zweite Anlage im selben Bezirk soll nach bisherigen Plänen von der chinesischen Staatsgesellschaft CNNC errichtet werden. Zudem wird bereits über ein drittes Kernkraftwerk diskutiert.
Die Aufteilung der Projekte zwischen Russland und China entspricht der außenpolitischen Strategie Kasachstans, den Einfluss beider Großmächte auszubalancieren.
Dass das russische Abkommen während des Staatsbesuchs Putins unterzeichnet wurde, unterstreicht dessen symbolische Bedeutung. Neben den Nuklearvereinbarungen schlossen beide Staaten nach Medienberichten weitere Abkommen, darunter eine Währungsswap-Vereinbarung zwischen den Zentralbanken sowie eine umfassendere Erklärung zur strategischen Partnerschaft.
https://oenergetice.cz/elektrarny-svet/ ... rusky-uver
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799