Auswahl von reevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 7.August 2026:
Inhalt:
Tropische Sommertemperaturen und Hitzewelle beeinträchtigten den Betrieb des Kernkraftwerks Temelín nicht.
Prosperitätsindex: Region Vysočina unter den Top Drei.
Region Vysočina sucht Partner für Innovationen und technologische Entwicklung.
Dukovany hilft den Wanderfalken bereits im sechsten Jahr.
Heißer Sommer, ausgetrocknete Flüsse und teures Gas. Drei Faktoren treiben den Strompreis nach oben
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Tropische Sommertemperaturen und Hitzewelle beeinträchtigten den Betrieb des Kernkraftwerks Temelín nicht
7.8.2026 Prvni zpravy
Trotz tropischer Temperaturen erzielte Temelín die zweithöchste Monatsproduktion des laufenden Jahres.
Die tropischen Sommertemperaturen und die Hitzewelle haben den Betrieb des Kernkraftwerks Temelín nicht beeinträchtigt. Das südböhmische Kernkraftwerk speiste im Juli 1.603.637 MWh Strom in das Übertragungsnetz ein und erzielte damit sein zweitbestes Monatsergebnis des laufenden Jahres. Die erzeugte Strommenge entspricht dem Verbrauch aller tschechischen Haushalte für mehr als einen Monat. Dank des Kühlturmsystems hatte das heiße und trockene Wetter keinerlei Auswirkungen auf den Betrieb von Temelín.
Eine höhere Stromproduktion erreichten die beiden Blöcke von Temelín in diesem Jahr lediglich im Mai, als sie 1.617.093 MWh Strom ins Netz einspeisten. Das Juli-Ergebnis (1.603.637 MWh) kam diesem Wert jedoch nahezu gleich. Die Stromproduktion von Temelín im siebten Monat des Jahres würde ausreichen, um den Stromverbrauch der gesamten südböhmischen Region für ein halbes Jahr oder den gesamten Strombedarf aller tschechischen Haushalte für rund 35 Tage zu decken.
Kühltürme als Vorteil während der Hitzewelle...
Das erfolgreiche Juli-Ergebnis fällt in eine Zeit, in der das heiße Sommerwetter den Betrieb von Kernkraftwerken im Ausland erschwert. Ausländische Kraftwerksbetreiber mussten aufgrund niedriger Wasserstände und hoher Flusstemperaturen ihre Leistung drosseln oder sogar einzelne Blöcke abschalten. Unter den tschechischen Bedingungen bewährt sich die gewählte Kühltechnologie derzeit in vollem Umfang.
„Im Gegensatz zu Kraftwerken mit Durchlaufkühlung, die unmittelbar vom aktuellen Wasserstand abhängig sind, nutzt Temelín ebenso wie Dukovany einen geschlossenen Kühlkreislauf mit Kühltürmen. Das Wasser der Moldau dient lediglich zum Nachspeisen des Kühlkreislaufs, nicht zur direkten Kühlung. Deshalb schränkt uns das heiße Wetter in keiner Weise ein“, erläutert Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der Abteilung Kernenergie. Die Kühltürme kühlen das Wasser im Kreislauf auch an den heißesten Sommertagen effizient ab. Dadurch arbeitet das Kraftwerk selbst bei tropischen Temperaturen stabil und ohne Leistungseinschränkungen.
Temelín hält die Wasserentnahme unter dem langjährigen Durchschnitt...
Das Kernkraftwerk Temelín konzentriert sich zudem seit Langem auf die Optimierung der Wassernutzung und hält seine Wasserentnahme unter dem langjährigen Durchschnitt. Im vergangenen Jahr benötigte das Kraftwerk zur Erzeugung einer Megawattstunde (MWh) Strom 2,476 m³ Wasser. Das entspricht gegenüber dem langjährigen Durchschnitt im Volllastbetrieb einer Verringerung um rund zwei Prozent. Weitere Einsparungen bei der Rohwasserentnahme soll eine geplante Investition bringen.
„Wir erwarten nach Abschluss der umfassenden Modernisierung der Kühlwasseraufbereitungsanlage im Jahr 2027 eine weitere Einsparung im Bereich einiger Prozent“, ergänzt Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.
Doppelt genutztes Wasser erzeugt zusätzliche saubere Energie...
Nach der Nutzung leitet Temelín einen Teil des gereinigten Wassers über das kleine Wasserkraftwerk Kořensko II zurück in die Moldau. Durch dieses Kraftwerk fließen jährlich rund 11 Millionen Kubikmeter Wasser. Dank des Höhenunterschieds von mehr als 130 Metern zwischen dem Kernkraftwerk und dem Flussbett speiste die Anlage im vergangenen Jahr 2,47 GWh sauberen, emissionsfreien Strom ins Netz ein.
Dies teilte Marek Sviták, Pressesprecher des Kernkraftwerks Temelín der ČEZ a. s., dem Portal Jihočeskénovinky.cz mit.
Quelle: https://www.prvnizpravy.cz/zpravy/regio ... neomezily/
/gr/
Prosperitätsindex: Region Vysočina unter den Top Drei
06.08.2026, Monatszeitung PRO města a obce Autorin: Hana Kejhová
Der Regionale Prosperitätsindex 2026 zählt die Region Vysočina zu den drei erfolgreichsten Regionen der Tschechischen Republik. Ausschlaggebend für dieses Ergebnis sind langfristige Investitionen in Bildung, Wirtschaft und hochwertige öffentliche Dienstleistungen.
In diesem Jahr belegte Vysočina den dritten Platz unter den tschechischen Regionen im Regionalen Prosperitätsindex und war zugleich die einzige Region, die in gleich zwei Bewertungssäulen den ersten Platz erreichte – in den Bereichen Wirtschaft und Bildung. Das Ergebnis bestätigt, dass langfristiger Wohlstand nicht zufällig entsteht. Er ist das Resultat einer durchdachten Strategie, die die Entwicklung des Bildungswesens, die Förderung der Wirtschaft, gut zugängliche öffentliche Dienstleistungen sowie die Vorbereitung der Region auf künftige Herausforderungen miteinander verbindet.
Doch was bedeutet es eigentlich, dass eine Region prosperiert? Hohe Löhne oder eine starke Industrie allein reichen dafür nicht aus. Genau deshalb wurde der Regionale Prosperitätsindex ins Leben gerufen, der jährlich vom Analyseprojekt Evropa v datech / Europa in Daten erstellt wird. Bewertet werden 206 Gemeinden mit erweitertem Zuständigkeitsbereich sowie alle 14 Regionen anhand von 49 Indikatoren, die sieben Themenbereichen zugeordnet sind – von Wirtschaft und Bildung über Gesundheitsversorgung bis hin zu Umwelt und Freizeitmöglichkeiten. Es handelt sich also nicht um ein Ranking der reichsten Regionen, sondern um eine umfassende Bewertung der Lebensqualität und der Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung.
Region Vysočina hat in diesem Jahr bestätigt, dass sie zu diesen erfolgreichen Regionen gehört. Zum dritten Platz in der Gesamtwertung kommen erste Plätze in den Bereichen Wirtschaft und Bildung hinzu. Gerade diese Kombination ist besonders bemerkenswert. Sie zeigt, dass langfristiger Wohlstand nicht ausschließlich von großen Metropolen oder einer außergewöhnlich starken industriellen Basis abhängt. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit einer Region, systematisch in ihre Menschen zu investieren.
Die Zukunft wird heute vorbereitet….
Eines der bedeutendsten Themen der kommenden Jahre wird der Bau neuer Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Dukovany sein. Während sich ein Großteil der öffentlichen Debatte auf den eigentlichen Bau konzentriert, beschäftigt sich die Region Vysočina mit der Frage, wer das Kernkraftwerk planen, errichten und später betreiben wird.
Deshalb bereitet die Region eine umfassende Modernisierung der Technischen Mittelschule in Třebíč vor. Die Investition von mehr als 170 Millionen Kronen umfasst neue Unterrichtsräume für den Fachbereich Energietechnik, moderne Labore, eine Bibliothek sowie eine zeitgemäße Infrastruktur der Schule. Gleichzeitig entsteht ein neues Ausbildungszentrum für Schweißtechnik, das sowohl mit Anlagen für die Ausbildung in konventionellen als auch in fortgeschrittenen Schweißverfahren sowie mit einem Labor für die zerstörungsfreie Prüfung von Schweißnähten ausgestattet sein wird.
Das Zentrum wird jedoch nicht ausschließlich Schülerinnen und Schülern dienen. Geplant sind außerdem Umschulungsprogramme für Erwachsene sowie ein System von Mikrozertifikaten, das eine schnelle Reaktion auf Veränderungen des Arbeitsmarktes ermöglicht.
Wie der Hauptmann der Region Vysočina, Martin Kukla, betont, geht es dabei nicht nur um die Modernisierung einer einzelnen Schule. „Beide Projekte reagieren auf den wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Zusammenhang mit dem Bau neuer Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Dukovany sowie auf die langfristigen Anforderungen der Industrieunternehmen in der Region.“
Gerade dieses Beispiel verdeutlicht, warum Vysočina im Bereich Bildung so erfolgreich abgeschnitten hat. Die Ergebnisse des Prosperitätsindex sind keine Belohnung für einmalige Investitionen. Sie spiegeln vielmehr die langfristige Fähigkeit wider, das Bildungswesen mit den zukünftigen Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft zu verknüpfen.
/gr/
Region Vysočina sucht Partner für Innovationen und technologische Entwicklung
06.08.2026, Monatszeitung PRO města a obce
Das tschechisch-belgische Wirtschaftsforum bestätigte die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit für Unternehmen, Forschung und die Energiewende.
Die Region Vysočina beteiligte sich am tschechisch-belgischen Wirtschaftsforum in Brüssel, das Unternehmen, Forschungseinrichtungen und europäische Institutionen zusammenbrachte. Die Diskussionen konzentrierten sich auf Bereiche mit hohem Entwicklungspotenzial – von der Kernenergie über künstliche Intelligenz bis hin zur Cybersicherheit.
Energiewende...
In den Eröffnungsbeiträgen wurde hervorgehoben, dass die Entwicklung der Kernenergie und der Verteidigungsindustrie eine bedeutende Chance für tschechische Unternehmen darstellt. Betont wurde außerdem die wachsende Bedeutung von Innovationen, modernen Technologien und Cybersicherheit, die nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Stärkung der Sicherheit unverzichtbar sind.
„Die Angebote der präsentierten Unternehmen werden im Rahmen der Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bau des Kernkraftwerks Dukovany weitergegeben. Das entspricht genau den Zielen der regionalen RIS3-Strategie, die sich auf Innovationen, Wissenstransfer und die Vernetzung von Unternehmen mit ausländischen Partnern konzentriert. Diese Aktivitäten werden wir auch künftig unterstützen“, erklärte der stellvertretende Kreishauptmann der Region Vysočina für Regionalentwicklung, Jiří Pokorný.
Zum Programm gehörte außerdem eine Podiumsdiskussion über Innovationen, Technologien und die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Die Europaabgeordnete Jana Nagyová erklärte dabei, Europa leide nicht an einem Mangel an Innovationen, sondern vor allem an deren unzureichender Umsetzung in die Praxis sowie an einer ungenügenden Entwicklung der angewandten Forschung. Sie zeigte sich überzeugt, dass der geplante Europäische Fonds für Wettbewerbsfähigkeit die Situation verbessern könne.
Perspektiven der Kernenergie...
Die Fachleute waren sich einig, dass zu den vielversprechendsten Bereichen der tschechisch-belgischen Zusammenarbeit die Kernenergie, künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Medizintechnik (MedTech), saubere Technologien (CleanTech) sowie Dual-Use-Projekte gehören.
Mehrfach wurde zudem die Notwendigkeit betont, die europäischen Lieferketten zu stärken und die Rückverlagerung der Produktion nach Europa zu fördern.
Das tschechisch-belgische Wirtschaftsforum wurde von der Ständigen Vertretung der Tschechischen Republik bei der Europäischen Union in Brüssel veranstaltet. Die Veranstaltung bestätigte die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit als Instrument zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen, zur Förderung von Innovationen und zur Entstehung neuer Geschäftspartnerschaften in einer Zeit technologischer und geopolitischer Veränderungen.
Iveta Fryšová, Leiterin der Abteilung für Regionalentwicklung des Regionalamtes der Region Vysočina
/gr/
Dukovany hilft den Wanderfalken bereits im sechsten Jahr
07.08.2026, Wochenmagazin Speciál DNES Rubrik: Inland ~ Seite: 8
Die Falkenfamilie in Dukovany ist größer geworden. Auf dem Gelände des Kraftwerks sind in diesem Jahr vier junge Wanderfalken erfolgreich geschlüpft und aufgewachsen. Ihr Zuhause befindet sich in 120 Metern Höhe.
Es kann überraschen, dass die Falken ausgerechnet auf dem Gelände des Kernkraftwerks einen idealen Lebensraum gefunden haben. Ein künstlicher Nistkasten, der in mehr als 120 Metern Höhe am Abluftkamin angebracht ist, bietet genau das, was diese Greifvögel benötigen: Ruhe, Sicherheit und einen guten Überblick über die umliegende Landschaft.
Hohe Felswände und schwer zugängliche Orte sind der natürliche Lebensraum des Wanderfalken. Die hohen Bauwerke von Kraftwerken können daher seinen ursprünglichen Lebensraum sehr gut ersetzen. Die Jungvögel schlüpfen hier Ende April beziehungsweise Anfang Mai und unternehmen nach etwa zwei Monaten ihre ersten Flugversuche.
Die erste erfolgreiche Brut von Wanderfalken in Dukovany wurde von Fachleuten im Jahr 2020 registriert. Seitdem kehrt das Falkenpaar regelmäßig zum Kamin zurück, und mit den vier diesjährigen Jungvögeln ist die Zahl der „Dukovany-Falken“ bereits auf achtzehn gestiegen.
Jeder neue Jungvogel leistet einen wichtigen Beitrag zur Erholung der Population einer Art, die im vergangenen Jahrhundert aus der tschechischen Natur nahezu verschwunden war. Dank der Zusammenarbeit von Energiefachleuten und Ornithologen kehrt der Wanderfalke jedoch nach und nach in unsere Landschaft zurück.
ENERGIEWIRTSCHAFT HILFT DER NATUR
Das Projekt zum Schutz des Wanderfalken ist eines der Beispiele dafür, wie sich moderne Energiewirtschaft mit dem Schutz der Umwelt verbinden lässt. „Das Projekt zeigt, dass sich der Betrieb strategischer Energieinfrastruktur erfolgreich mit dem aktiven Schutz bedrohter Arten und einem langfristig nachhaltigen Umgang mit der umgebenden Landschaft vereinbaren lässt“, sagt Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.
Dukovany ist dabei längst nicht der einzige Standort, an dem Wanderfalken unter dem Schutz der ČEZ-Gruppe nisten. Ornithologen beobachten Falkenpaare auch in Temelín, Ledvice, Dětmarovice, Počerady, Tušimice und an weiteren Energiestandorten in der gesamten Tschechischen Republik.
MEHR ALS 200 JUNGE WANDERFALKEN
Die Geschichte begann bereits im Jahr 2011 mit der Installation des ersten Falkennistkastens auf dem Kühlturm des Kraftwerks Tušimice. Aus dem ursprünglichen Experiment ist inzwischen ein umfangreiches Projekt geworden, das konkrete Ergebnisse vorweisen kann. Auf den Energieanlagen der ČEZ-Gruppe wurden seitdem bereits mindestens 206 junge Wanderfalken erfolgreich aufgezogen. Die vier diesjährigen Jungvögel aus Dukovany beweisen zudem, dass auch an einem Ort, an dem Energie für Millionen von Haushalten erzeugt wird, erfolgreich eine neue Generation einer der schnellsten und beeindruckendsten Greifvogelarten der Welt heranwachsen kann.
VON DUKOVANY HINAUS IN DIE WELT
Wohin die ersten Flüge der diesjährigen Wanderfalken aus Dukovany führen werden, weiß heute noch niemand. Noch vor wenigen Wochen waren sie auf die Fürsorge ihrer Eltern angewiesen, nun beginnt für sie eine abenteuerliche Reise in die Welt. Einige werden möglicherweise in der Region Vysočina bleiben, andere Hunderte von Kilometern weit ziehen und in einigen Jahren vielleicht selbst Familien auf Schornsteinen, Felsen oder Hochhäusern in der gesamten Tschechischen Republik und in Mitteleuropa gründen. Dank ihrer Beringung werden Ornithologen ihren weiteren Lebensweg verfolgen können.
/gr/
Heißer Sommer, ausgetrocknete Flüsse und teures Gas. Drei Faktoren treiben den Strompreis nach oben
07.08.2026 Ekonomicky denik
Autor: David Tramba
Der heiße Sommer mit Höchsttemperaturen von bis zu 40 Grad Celsius setzt der Energiewirtschaft erheblich zu. Man denke nur an den eingeschränkten Betrieb von Wasserkraftwerken, die wegen der Trockenheit abgeschalteten Kernkraftwerksblöcke im Ausland oder den höheren Stromverbrauch für die Kühlung von Gebäuden. All dies schlägt sich zwangsläufig in höheren Strompreisen nieder – und der Unterschied zum Vorjahr ist tatsächlich beträchtlich.
So lag beispielsweise am Donnerstag, dem 7. August vergangenen Jahres, der Strompreis auf dem Day-Ahead-Markt des tschechischen Strommarktbetreibers OTE am Nachmittag zeitweise bei nahezu null. Am teuersten war Strom gegen 21 Uhr, als der Preis auf 146 Euro pro Megawattstunde stieg.
Ein Jahr später – am Donnerstag, dem 6. August – schwankte der Preis bereits zwischen 83,50 Euro pro MWh um die Mittagszeit und 257,50 Euro während der Abendspitze. Im Tagesdurchschnitt war Strom fast 100 Euro pro Megawattstunde teurer, und dies gilt auch für die übrigen Werktage der vergangenen Woche.
Teurere Energie als im Vorjahr...
Der Anstieg der Strompreise auf dem kurzfristigen beziehungsweise Spotmarkt ist in Tschechien ebenso wie in anderen Teilen Europas bereits seit längerer Zeit zu beobachten. Laut einer Analyse des Unternehmens Amper Meteo stieg der Medianpreis von 88,4 Euro/MWh im zweiten Quartal des vergangenen Jahres auf 111,4 Euro/MWh im zweiten Quartal dieses Jahres. Damals lagen die Ursachen des Preisanstiegs jedoch anders. Ausschlaggebend war vor allem der Anstieg des Erdgaspreises infolge des militärischen Konflikts im Persischen Golf. Die extrem hohen Temperaturen erreichten Mitteleuropa erst Ende Juni.
Die derzeitige Hitzewelle geht zudem mit Trockenheit einher, die den Betrieb zahlreicher Kernkraftwerke beeinträchtigt, die für ihre Kühlung auf Flusswasser angewiesen sind.
„Kernkraftwerke mit Durchlaufkühlung, die sowohl von einer ausreichenden Wassermenge als auch von der Temperatur der Flüsse abhängig sind, stoßen in diesem Jahr buchstäblich an ihre Grenzen. Das zeigt sich beispielsweise in Ungarn und Rumänien bei den Kraftwerken an der Donau. Kohlekraftwerke, die früher ebenfalls mit diesem Problem zu kämpfen hatten, spielen in der europäischen Energieversorgung heute jedoch keine so bedeutende Rolle mehr“, erklärt Jan Palaščák, Gründer der Unternehmensgruppe Amper.
Zum Glück verfügen wir über Kühltürme...
Tschechien hat in dieser Hinsicht Glück, denn die Kernkraftwerksblöcke werden mithilfe von Kühltürmen gekühlt. „Bereits bei der Planung der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín entschieden sich die Projektanten für Kühltürme anstelle einer Durchlaufkühlung. Das bedeutete zwar höhere Investitionskosten, machte die Kraftwerke aber zugleich deutlich weniger abhängig vom aktuellen Wasserstand und Durchfluss der Flüsse. Deshalb hat die gegenwärtige Trockenheit nur minimale Auswirkungen auf den Betrieb der tschechischen Kernkraftwerke“, teilte das Ingenieur- und Forschungszentrum ÚJV Řež mit.
Die Lehre aus der aktuellen Entwicklung liegt daher auf der Hand: Investoren neuer Kernkraftwerksblöcke können sich künftig nicht mehr mit der billigsten Technologie der Flusswasserkühlung zufriedengeben. Neben Kühltürmen wächst auch das Interesse an einer „trockenen“ Kühlung mit Luft oder an der Kombination mehrerer Kühltechnologien.
„Die neu geplanten Kernkraftwerksblöcke mit Hybridkühlung werden einen um mehrere zehn Prozent geringeren Wasserverbrauch haben als die bestehenden Anlagen“, erinnert Michal Macenauer, Strategiedirektor des Beratungsunternehmens EGU. Eine Hybridkühlung ist beispielsweise auch für die neuen Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany vorgesehen.
Relativ widerstandsfähig gegenüber Hitze sind Photovoltaikanlagen, doch auch bei ihnen kommt es zu einem gewissen Leistungsrückgang. „Durch die hohen Temperaturen sinkt ihr Wirkungsgrad um 10 bis 15 Prozent im Vergleich zu kühlen, sonnigen Tagen. Der Grund dafür sind die physikalischen Eigenschaften der Halbleiter, aus denen die Solarzellen bestehen“, ergänzt Jan Palaščák.
Der Winter ist für die Energiewirtschaft die größere Herausforderung...
Nach Einschätzung von Michal Macenauer ist der direkte Einfluss eines heißen Sommers auf die tschechische Energiewirtschaft vergleichsweise gering. Die Preise werden vor allem durch die Entwicklungen im Ausland nach oben getrieben – insbesondere durch den eingeschränkten Betrieb zahlreicher Kernkraftwerksblöcke in Ungarn, Frankreich und weiteren Ländern. In West- und Südeuropa spielt zudem der höhere Stromverbrauch infolge der verstärkten Nutzung von Klimaanlagen eine wichtige Rolle.
„Der Einfluss extremer Hitze auf die Energiewirtschaft wird in Tschechien generell überschätzt und ist stets nur von kurzer Dauer“, sagte Macenauer. Nach wie vor gilt: Den Strombedarf an den kältesten Wintertagen zu decken, ist deutlich anspruchsvoller als an Sommertagen mit 40 Grad im Schatten.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/tri-vlivy-ta ... ny-nahoru/
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 10.August 2026:
Inhalt:
OIZP / BIU: Europäische Flüsse trocknen aus und das Wasser erwärmt sich: Die Klimakrise offenbart eine fundamentale Schwachstelle der Kernenergie.
Lída Rakušanová: Die Achillesferse der Kernenergie.
Das erste geologische Tiefenlager der Welt: Finnische Atomaufsicht empfiehlt Betriebslizenz für Onkalo.
Nach der Modernisierung wird der Betrieb von Kořensko umweltfreundlicher.
China treibt die weltweite Kernenergie voran. In zehn Jahren hat das Land mehr Leistung hinzugefügt als der gesamte Rest der Welt.
Erneuerbare Energien decken bereits mehr als ein Viertel des Energieverbrauchs in der EU, bei Strom ist ihr Anteil auf 50 % gestiegen
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OIZP / BIU: Europäische Flüsse trocknen aus und das Wasser erwärmt sich: Die Klimakrise offenbart eine fundamentale Schwachstelle der Kernenergie
7.8.2026 Ekolist.cz
Die Bürgerinitiative für Umweltschutz (OIŽP) warnt vor der zunehmenden Verwundbarkeit von Kernkraftwerken infolge extremer Dürre und Rekordtemperaturen, die in diesen Wochen die Länder West- und Osteuropas heimsuchen. Der kritische Wassermangel und die starke Erwärmung der Fließgewässer zwingen die Betreiber von Atomkraftwerken auf dem gesamten Kontinent dazu, die Leistung zu drosseln oder Reaktoren komplett abzuschalten. Der Mythos vom Atomstrom als problemloser und stabiler Energiequelle für den Klimawandel ist endgültig vorbei.
Die Pegel der großen europäischen Flüsse sind auf historische Tiefstände gesunken. Gleichzeitig überschreitet die Wassertemperatur in vielen Flüssen die Grenzwerte, die für die Kühlung und das Überleben der Flussökosysteme sicher sind.
Europa ohne Wasser: Krisenzustand an der Donau...
Die Pegel der großen europäischen Flüsse sind auf historische Tiefstände gesunken. Gleichzeitig überschreitet die Wassertemperatur in vielen Flüssen die Grenzwerte, die für die Kühlung und das Überleben der Flussökosysteme sicher sind. Am dramatischsten ist die Situation in Südosteuropa, wo der Zusammenbruch der Kühlung von Kernkraftwerken ganze Staaten lähmt.
* Ungarn am Rande des Zusammenbruchs: Das einzige ungarische Kernkraftwerk Paks, das normalerweise die Hälfte des Stromverbrauchs des Landes deckt, musste wegen des kritisch niedrigen Pegels der Donau drei von vier Turbinen abschalten. Das Kraftwerk läuft derzeit mit 10 % seiner Kapazität, und das Land trennen nur wenige Zentimeter Wasserstand von einer kompletten Abschaltung. Die Regierung musste die Abschaltung der Beleuchtung der Budapester Sehenswürdigkeiten anordnen, und die Industriegiganten des Landes schränken den Betrieb ihrer Werke ein, um den Stromverbrauch zu senken.
* Die rumänische Armee im Einsatz: Das staatliche Unternehmen Nuclearelectrica musste einen Block komplett abschalten und die Leistung des zweiten Blocks seines einzigen Kernkraftwerks Cernavoda drosseln. Die Situation ist so verzweifelt, dass die rumänische Marine eine Felsformation im Bett der Donau sprengen musste und provisorische Dämme baut, um die Wasserreste zu den Kühleinlassrohren des Kraftwerks zu leiten. Die dortigen Automobilhersteller Dacia und Ford haben die Produktion komplett eingestellt.
* Westeuropa: Auch Frankreich und die Schweiz schalten Reaktoren ab oder drosseln deren Leistung, da diese von der Durchlaufkühlung aus Flüssen abhängig sind. Zu warmes Wasser, das aus den Kraftwerken zurückgeleitet wird, würde eine ökologische Katastrophe für das ohnehin dezimierte Leben im Wasser bedeuten.
Die tschechische Realität: Kühltürme verzögern das Problem der Kühlung von Atomkraftwerken nur..m
Der OIŽP ist bewusst, dass die Kernkraftwerke in der Tschechischen Republik (Temelín und Dukovany) ein anderes technologisches Konzept nutzen. Sie verlassen sich nicht auf ein direktes Durchlaufsystem, sondern nutzen einen geschlossenen Kreislauf mit Kühltürmen und entnehmen Wasser aus großen Stauseen (an den Flüssen Moldau und Jihlava). Doch auch dieses System ist nicht immun gegen die Realität einer austrocknenden Landschaft. Offizielle Betriebsdaten von ČEZ zeigen einen alarmierenden Bedarf an Wasserressourcen:
* Massive Verdunstung in die Atmosphäre: Kühltürme funktionieren nach dem Prinzip der Wasserverdunstung. Der durchschnittliche Verdunstungswert aus den Kühltürmen des KKW Temelín beträgt 1,65 m³ Wasser pro Sekunde (also 1650 Liter in jeder Sekunde). Aus der tschechischen Landschaft verschwinden so täglich fast 150 Millionen Liter Wasser unwiederbringlich direkt in die Luft.
* Unnachhaltige Effizienz: Für die Produktion einer einzigen Megawattstunde (MWh) Strom verbraucht Temelín im Durchschnitt 2,47 m³ Rohwasser.
* Erschöpfung lokaler Flüsse: Das KKW Dukovany entnimmt dem Fluss Jihlava und dem Dalešice-Stausee jährlich rund 55 Millionen m³ Rohwasser. Weniger als die Hälfte davon fließt in den Fluss zurück. Dies bedeutet einen dauerhaften Verlust für das ohnehin von der Dürre geplagte hydrologische System Südmährens.
* Verwundbarkeit der Stauseen: Wenn die Dürre im derzeitigen Tempo anhält, werden die Pegel der Speicherseen auf ein kritisches Niveau sinken. Priorität müsste dann das Trinkwasser für die Bevölkerung und die Erhaltung des biologischen Minimums in den Flüssen erhalten, nicht die Kühlung von Reaktoren.
„Die aktuelle Situation in Europa zeigt, dass die Kernenergie keine Lösung für die Klimakrise ist, da sie selbst deren Auswirkungen zum Opfer fällt“, sagt Pavel Vlček, Vorsitzender und Sprecher der Vereinigung OIŽP.
„Auch wenn wir in der Tschechischen Republik ein robusteres Kühlsystem über Türme und Talsperren haben, können wir nicht so tun, als ob uns dieses Problem nichts anginge. Das Wasser in der Landschaft geht zur Neige. Riesige Wassermengen für die Kühlung von Atomblöcken zu verbrauchen in einer Zeit, in der Landwirte, Städte und Gemeinden um jeden Tropfen kämpfen, ist langfristig nicht tragbar. Wir müssen unsere Energiewirtschaft dringend in Richtung erneuerbarer Energien transformieren, die für ihren Betrieb kein Wasser benötigen, wie Solar- und Windenergie“, fügen Pavel Vlček und Gabriela Reitingerová, Vertreter der Vereinigung OIŽP, hinzu.
Der Verein OIŽP / BIU fordert daher die Regierung der Tschechischen Republik und das Ministerium für Industrie und Handel auf, bei der Planung des zukünftigen Energiemixes und bei der Prüfung des Baus neuer Atomblöcke die aktuellen hydrologischen Risiken ernst zu nehmen. Das Ignorieren der klimatischen Realität kann uns in Zukunft nicht nur Milliarden Kronen kosten, sondern auch zum Zusammenbruch des Energienetzes führen – genau zu der Zeit, in der wir den Strom am dringendsten benötigen werden.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/tis ... energetiky
/gr/
Lída Rakušanová: Die Achillesferse der Kernenergie
7.8.2026
Český rozhlas (Tschechischer Rundfunk)
Die Experten von ČEZ haben recht, wenn sie angesichts der extrem niedrigen Wasserstände in den europäischen Flüssen, wegen derer viele Länder ihre Atomkraftwerke abschalten müssen, betonen, dass Tschechien beruhigt sein kann: Sowohl Dukovany als auch Temelín sind nicht nur von den Flussströmen abhängig, sondern verfügen neben den Kühltürmen auch über Wasservorräte in Stauseen.
Hinzufügen sollten sie jedoch, dass dies nur unter der Bedingung gilt, dass die Trockenheit nicht lange anhält. Bei einer mehrjährigen Periode ohne Niederschläge – was angesichts des offensichtlichen Klimawandels nicht ausgeschlossen ist – können die Wasservorräte auch in unseren Kernkraftwerken bedrohlich schrumpfen.
Die Lösung ist eine weltweite Abkehr von den monumentalen „Atomkathedralen“ aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts hin zu SMR, kleinen modularen Reaktoren, denen zweifellos die Zukunft gehört.
Unter anderem auch deshalb, weil sie nicht nur mit Wasser gekühlt werden müssen. Fortgeschrittene Technologien bewegen sich in Richtung Gaskühlung, konkret etwa mit Helium, oder Kühlung mit flüssigem Natrium.
Zudem zielt die Entwicklung der SMR darauf ab, einen Teil des Atommülls als Brennstoff zu nutzen. Kleine modulare Reaktoren können sogar unter der Erde platziert werden, sei es aus Sicherheitsgründen oder aus Gründen des Landschaftsschutzes.
Vor allem aber sind sich die Experten einig, dass sich selbst im Falle einer Katastrophe kein Tschernobyl oder Fukushima wiederholen würde: Die radioaktive Kontamination wäre im Fall kleiner modularer Reaktoren nahezu gleich null.
Und auch die Einwände, dass ihre Herstellung viel Geld kosten wird, gelten nicht. Sobald sie sich weltweit durchsetzen, wird es wie bei der Photovoltaik oder den Windrädern sein: Die Kosten werden sinken. Besonders weil SMR in Fabriken hergestellt und vor Ort die einzelnen Teile nur noch zusammengesetzt werden sollen.
Der Reaktor im Keim...
Bislang ist das alles noch Zukunftsmusik. Dank ČEZ beteiligt sich aber auch die Tschechische Republik an deren Umsetzung.
Wir kaufen kleine modulare Reaktoren, die es noch gar nicht gibt. Das wird uns teuer zu stehen kommen, warnt Experte Sequens
Die strategische Partnerschaft mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR hat ČEZ bereits im Jahr 2024 geschlossen und anschließend auch einen Fünftelanteil daran erworben. Dadurch ist das Unternehmen direkt an der Entwicklung der Technologie beteiligt. Man könnte sagen, dass Tschechien damit in Europa zu den Pionieren bei der Einführung kleiner modularer Reaktoren gehört.
Abgesehen davon, dass ein kleiner modularer Reaktor in der Ausführung von Rolls-Royce in Wirklichkeit einem klassischen Kernkraftwerk vom Typ Dukovany/Temelín viel näher stehen wird als einigen der „revolutionären“ SMR, von denen hier die Rede war.
Zur Kühlung wird er ähnlich wie Dukovany und Temelín Wasser benötigen. Er wird nicht unter der Erde liegen, er wird keinen radioaktiven Abfall verbrennen und er wird auch nicht besonders klein sein: Seine Leistung wird in etwa der eines Blocks in Dukovany entsprechen.
Von herkömmlichen Kernkraftwerken wird er sich vor allem dadurch unterscheiden, dass er nicht vor Ort gebaut, sondern in Teilen in Fabriken gefertigt wird. Das Ziel ist ein standardisiertes Produkt, das den Bau beschleunigt und de facto verbilligt.
Tschechien wird den Vorteil haben, dass die hiesigen Energiewirtschaftler Reaktoren dieses Typs im Prinzip kennen. Und die Fans kleiner modularer Reaktoren müssen hoffen, dass das, was aus der Werkstatt von Rolls-Royce und ČEZ hervorgeht, zumindest ein solcher kleiner modularer Reaktor im Keim sein wird.
Die Autorin ist Kommentatorin des Tschechischen Rundfunks.
Autorin: Lída Rakušanová
Quelle:
https://plus.rozhlas.cz/lida-rakusanova ... ky-9635052
/gr/
Das erste geologische Tiefenlager der Welt: Finnische Atomaufsicht empfiehlt Betriebslizenz für Onkalo
Eduard Majling
9. August 2026. Oenerretice.cz
Die finnische Atomsicherheitsbehörde (STUK) hat einen wichtigen Schritt zur Lösung der langfristigen Lagerung von abgebranntem Kernbrennstoff gemaxht. In ihrer Bewertung empfahl sie dem dortigen Ministerium, die Betriebslizenz für das geologische Tiefenlager Onkalo am Standort Eurajoki beim Kraftwerk Olkiluoto sowie für die damit verbundene Einkapslungsanlage zu erteilen. Die finnische Regulierungsbehörde kam zu dem Schluss, dass das vom Unternehmen Posiva entwickelte Konzept alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt und sowohl für die Umwelt als auch für die Bevölkerung absolut sicher ist.
Das letzte Wort über die Erteilung der Betriebslizenz, die bis Ende 2070 gültig sein soll, liegt bei der finnischen Regierung. Das Unternehmen Posiva, ein Gemeinschaftsunternehmen der Energiekonzerne TVO und Fortum, ebnet sich mit diesem Schritt den Weg für den Beginn des kommerziellen Betriebs des weltweit ersten dauerhaften Endlagers für Atommüll.
Robuste Behälter in 450 Metern Tiefe...
Das Projekt Onkalo basiert auf dem schwedisch-finnischen Endlagerkonzept namens KBS-3V. Der abgebrannte Brennstoff aus den Reaktoren der Kraftwerke Olkiluoto und Loviisa wird zunächst in einer oberirdischen Einkapslungsanlage luftdicht in Stahl-Kupfer-Behälter eingeschlossen. Diese robusten Container werden anschließend über einen unterirdischen Zugangstunnel in eine Tiefe von rund 430 bis 450 Metern im Felsgestein transportiert.
Unter der Erde werden die Behälter in vertikalen Lagerbohrlöchern platziert, die in den einzelnen Seitentunnels ausgehoben wurden. Die Sicherheit der Lagerung wird durch eine mehrstufige Barriere gewährleistet. Diese besteht aus einem inneren Stahlbehälter für mechanische Festigkeit, einem äußeren Kupfermantel zum Schutz vor Korrosion und einer Verfüllung aus Bentonit-Ton. Letzterer umgibt die Behälter und quillt bei Kontakt mit Feuchtigkeit auf, wodurch der Abfall vom umgebenden Gestein isoliert und das Eindringen von Grundwasser verhindert wird.
„Mit dem Beginn der Betriebsphase werden wir erste Erfahrungen darüber sammeln, wie Pläne, methodische Tests und Systeme des weltweit ersten geologischen Endlagers für abgebrannten Kernbrennstoff in der Praxis funktionieren. Diese Erfahrungen müssen genutzt werden, um Erkenntnisse zu gewinnen und den Betrieb sowie die Sicherheit bei Bedarf weiter zu verbessern“, sagte Antti Tynkkynen, Projektleiter der Behörde STUK für das Projekt der Regulierungsaufsicht über das Unternehmen Posiva, laut der Website World Nuclear News.
Den Projektparametern zufolge wird Posiva während des geplanten 100-jährigen Betriebs unter Tage mehr als 100 Lagertunnel mit einer Gesamtlänge von rund 35 Kilometern ausheben. Nach Ausschöpfung der Kapazitäten werden die Tunnel versiegelt und mit einem Betonstopfen verschlossen.
Ein langer Weg von der Erkundung bis zur Endphase...
Die abschließende Empfehlung der Aufsichtsbehörde STUK folgt auf Jahrzehnte von Forschungs- und Bauarbeiten. Die Vorbereitung des Standorts bei Olkiluoto begann bereits im Jahr 2004 mit dem Vortrieb von Erkundungstunnels. Der Bau des eigentlichen unterirdischen Komplexes wurde von der finnischen Regierung im Jahr 2015 genehmigt, wobei Posiva im Jahr 2021 mit dem Vortrieb der ersten Lagertunnel begann. Im Dezember 2021 reichte der Betreiber dann den offiziellen Antrag auf eine Betriebslizenz ein.
Teil der Vorbereitung waren auch umfangreiche Tests im realen Maßstab. Während des Probebetriebs ohne radioaktives Material musste der Betreiber die gesamte Logistikkette überprüfen – von der Kapselung über das robotergestützte Handling im Untergrund bis hin zur Platzierung der Behälter und der Verfüllung der Tunnel mit Bentonit.
Die Entscheidung Finnlands stellt einen Meilenstein dar, nicht nur für die Energiewirtschaft in Skandinavien, sondern für den gesamten Nuklearsektor. Das Land beweist damit in der Praxis, dass die endgültige und sichere Lagerung hochradioaktiver Abfälle technisch und gesetzlich machbar ist.
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... pro-onkalo
/gr/
Nach der Modernisierung wird der Betrieb von Kořensko umweltfreundlicher
08.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES (ČTK) Rubrik: Südböhmen ~ Seite: 9
VŠEMYSLICE - Das Kleinwasserkraftwerk Kořensko bei Všemyslice im Bezirk České Budějovice / Budweis erhält dank einer Modernisierung für mehr als 100 Millionen Kronen neue Technologien. Die Anlage ist seit 34 Jahren in Betrieb, gehört zur Moldau-Kaskade und hat eine Gesamtleistung von 3,8 Megawatt. Bei beiden Maschinensätzen des Kraftwerks tauschen die Techniker schrittweise die Turbinen, Generatoren, Schaltanlagen zur Leistungsabführung und das Leitsystem vollständig aus.
„Der Betrieb wird umweltfreundlicher, vor allem aber effizienter, weil die Maschinensätze künftig auch halb so große Durchflussmengen wie heute energetisch nutzen können“, erklärte Róbert Heczko, Direktor der Wasserkraftwerke von ČEZ.
Das Unternehmen rechnet damit, den ersten Maschinensatz im September wieder vollständig in Betrieb zu nehmen und anschließend mit der Modernisierung des zweiten zu beginnen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen sein.
Das Wasserkraftwerk Kořensko liegt beim Kernkraftwerk Temelín und nutzt den natürlichen Durchfluss der Moldau unterhalb des Zusammenflusses mit der Lainsitz. Die größte Modernisierung seit 34 Jahren Betrieb begann im vergangenen Frühjahr mit der Demontage des ersten Maschinensatzes. Im Laufe des Augusts werden die Techniker wegen der Installation eines gemeinsamen Leitsystems und der Modernisierung der Schaltanlage auch den zweiten Maschinensatz des Kraftwerks außer Betrieb nehmen, der während der bisherigen Reparaturarbeiten noch Strom erzeugt hat.
Mit seiner Modernisierung wird begonnen, sobald der erste Maschinensatz nach den Reparaturen und Tests wieder in Betrieb genommen worden ist. ČEZ hat bereits zuvor die Kraftwerke Lipno I, Slapy, Kamýk und Vrané an der Moldau-Kaskade modernisiert. „Durch die Modernisierungen erhöhen wir die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Effizienz ihres Betriebs. In den vergangenen Jahren haben wir mehr als 1,5 Milliarden Kronen in ihre Erneuerung investiert und damit mehr als die Hälfte der Maschinensätze der Moldau-Kraftwerke modernisiert“, sagte Pavel Šleška, Direktor der Abteilung konventionelle Energie bei ČEZ.
Nach Abschluss der Arbeiten an den kleineren Kraftwerken Kořensko und Lipno II wird das Unternehmen die Erneuerung von Hněvkovice abschließen und außerdem die großen Kraftwerke Štěchovice und Orlík modernisieren.
/gr/
China treibt die weltweite Kernenergie voran. In zehn Jahren hat das Land mehr Leistung hinzugefügt als der gesamte Rest der Welt
Autor:Tomáš Tománek
10.8.2026, Hrot24
China hat seine Stromerzeugung aus Kernenergie innerhalb von zehn Jahren um fast 314 TWh gesteigert. Die gesamte Welt legte dagegen nur um etwa 270 TWh zu. Ohne das Wachstum Chinas wäre die Erzeugung aus der Kernkraft zurückgegangen.
Die Kernenergie erzeugte im vergangenen Jahr eine Rekordmenge an Strom. Weltweit wurden 2.845 TWh erzeugt, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinter dem neuen Höchststand steht jedoch keine breit angelegte globale Rückkehr zur Kernenergie. Praktisch das gesamte Wachstum des vergangenen Jahrzehnts wurde von China getragen.
Chinas Kernkraftwerke erzeugten im Jahre 2025 rund 485 TWh, während es im Jahre 2015 nur 171 TWh waren. China hat seine Erzeugung damit innerhalb von zehn Jahren um fast 314 TWh gesteigert.
Die weltweite Erzeugung nahm dagegen nur um etwa 270 TWh zu. Ohne China hätte die Welt im vergangenen Jahr also rund 44 TWh weniger Atomstrom erzeugt als vor zehn Jahren.
USA führen weiterhin, China holt schnell auf….
Die Vereinigten Staaten bleiben der weltweit größte Produzent von Atomstrom. Im vergangenen Jahr erzeugten ihre Reaktoren 826 TWh, also rund 29 Prozent der weltweiten Produktion. China lag mit 485 TWh auf Platz zwei, Frankreich mit 390 TWh auf Platz drei.
Der Abstand zwischen den USA und China wird jedoch rasch kleiner. Die amerikanische Erzeugung hat sich im vergangenen Jahrzehnt kaum verändert – im Jahre 2015 lag sie bei 839 TWh. China dagegen hat seine Produktion nahezu verdreifacht und wuchs mit einer durchschnittlichen Rate von rund 11 Prozent.
Wenn dieser Trend anhält, könnte China die USA bei der Erzeugung von Atomstrom in etwa fünf Jahren überholen, schreibt die Website Oilprice.com.
Eine deutliche Verschiebung zeigt sich auch im regionalen Vergleich. Die Erzeugung in der asiatisch-pazifischen Region hat sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt, von rund 420 auf 845 TWh. Dagegen sank die europäische Erzeugung von 968 auf 759 TWh, also um fast 22 Prozent.
Rekord nach 19 Jahren….
Der derzeitige Rekord ist dabei nicht das Ergebnis eines schnellen globalen Booms. Im Jahr 2006 erzeugte die Welt 2.803 TWh Atomstrom. Der Rekord des vergangenen Jahres liegt damit nach 19 Jahren nur etwa 1,5 Prozent höher.
Einige Länder steigerten ihre Erzeugung im vergangenen Jahr. Frankreich legte um fast 10 TWh zu, Japan um mehr als 9 TWh. Die japanische Produktion erholt sich allmählich von der Abschaltung der Reaktoren nach der Katastrophe von Fukushima, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Katastrophe.
Das Gesamtbild bleibt jedoch uneinheitlich. In den OECD-Ländern sank die nukleare Stromerzeugung im vergangenen Jahrzehnt um rund 96 TWh, während sie außerhalb der OECD um etwa 366 TWh zunahm. Das Wachstum verlagert sich somit zunehmend nach Asien und in andere schnell wachsende Volkswirtschaften.
Noch interessanter ist der Blick auf die Kernenergie innerhalb des gesamten globalen Energiesystems. Kernkraftwerke lieferten im vergangenen Jahr 31 Exajoule Energie, mehr als im Jahr zuvor. Der weltweite Gesamtenergieverbrauch wuchs jedoch schneller.
Der Anteil der Kernenergie am globalen Energieangebot sank daher leicht von 5,19 auf 5,17 Prozent. Die Kernenergie erzeugte somit zwar eine Rekordmenge an Energie, ihre Bedeutung im gesamten Energiemix nahm jedoch praktisch nicht zu. Die Wärme aus Dukovany könnte die Energieversorgung Brünns für Jahrzehnte verändern, sagt der Chef der Heizkraftwerke
Die größte Veränderung der vergangenen Jahre ist daher nicht eine weltweite Renaissance der Kernenergie, sondern die Verlagerung des Wachstumsschwerpunkts in Richtung China. Die USA halten weiterhin den ersten Platz, und Europa kämpft mit einem Rückgang der Erzeugung, während Peking schnell neue Reaktoren baut.
Das Wachstum Chinas ist so stark, dass die globale Kernenergie heute ohne China kleiner wäre als vor zehn Jahren. Der Rekord von 2025 zeigt daher vor allem eines: Die Zukunft der weltweiten Kernenergie wird in zunehmendem Maße davon abhängen, wie schnell gerade China neue Reaktoren bauen wird.
Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/cina-tahne ... tiku-H5Qed
Erneuerbare Energien decken bereits mehr als ein Viertel des Energieverbrauchs in der EU, bei Strom ist ihr Anteil auf 50 % gestiegen
Autor: Jan Budín
7. August 2026, oenergetice.cz
Der Anteil erneuerbarer Energiequellen (EE) am Bruttoendenergieverbrauch in der Europäischen Union ist zwischen den Jahren 2024 und 2025 um einen Prozentpunkt (Prozentpunkt) auf 26,2 % gestiegen. Seit dem Jahr 2004, als dieser Indikator erstmals erfasst wurde, hat sich der Anteil damit nahezu verdreifacht. Um das Ziel für das Jahr 2030 von 42,5 % zu erreichen, wäre in den kommenden Jahren allerdings ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 3,3 Prozentpunkten erforderlich. Dies geht aus den vom EU-Statistikamt Eurostat veröffentlichten Daten hervor.
Zu den Ländern mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch gehören traditionell die nordischen Staaten. An der Spitze steht Schweden, das im vergangenen Jahr vor allem dank der Nutzung fester Biomasse, Wasserkraft und Windkraft einen Anteil von mehr als 65 % erreichte. Einen Anteil von mehr als 50 % verzeichnete auch Finnland, während Dänemark mit 48,2 % knapp unter dieser Marke blieb.
Die niedrigsten Anteile wiesen dagegen Belgien (14,9 %), die Slowakei (16,3 %) und Irland (17,2 %) auf. Tschechien gehörte traditionell zu den Ländern mit einem niedrigen Anteil und verzeichnete sogar einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, von 19,2 % auf 19,1 %.
Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien ….
Der Sektor, in dem es am besten gelingt, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, ist die Stromwirtschaft. Nach den veröffentlichten Daten erreichte der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch im vergangenen Jahr 49,9 % und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozentpunkte.Zum Vergleich: 2004 lag dieser Anteil bei knapp 16 %.
Zu den Ländern mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch gehörten im vergangenen Jahr Österreich (90,8 %), Schweden (89,2 %), Dänemark (77,7 %) und Portugal (65,6 %). Die niedrigsten Anteile verzeichneten dagegen Malta (11,2 %), Tschechien (19,2 %) und Luxemburg (23,3 %).
Die Entwicklung der erneuerbaren Energien im ebenfalls betrachteten Sektor Wärme und Kälte verläuft laut Eurostat deutlich langsamer. Zwischen den Jahren 2004 und 2025 stieg der Anteil von 11,7 % auf 27,4 %. Zwischen den Jahren 2024 und 2025 kam es dann zu einem Anstieg um 0,7 Prozentpunkte, was leicht unter dem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 0,75 Prozentpunkten liegt, das für den Zeitraum von 2004 bis 2025 verzeichnet wurde.
Quelle: https://oenergetice.cz/obnovitelne-zdro ... odil-na-50
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
OIZP / BIU: Europäische Flüsse trocknen aus und das Wasser erwärmt sich: Die Klimakrise offenbart eine fundamentale Schwachstelle der Kernenergie.
Lída Rakušanová: Die Achillesferse der Kernenergie.
Das erste geologische Tiefenlager der Welt: Finnische Atomaufsicht empfiehlt Betriebslizenz für Onkalo.
Nach der Modernisierung wird der Betrieb von Kořensko umweltfreundlicher.
China treibt die weltweite Kernenergie voran. In zehn Jahren hat das Land mehr Leistung hinzugefügt als der gesamte Rest der Welt.
Erneuerbare Energien decken bereits mehr als ein Viertel des Energieverbrauchs in der EU, bei Strom ist ihr Anteil auf 50 % gestiegen
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OIZP / BIU: Europäische Flüsse trocknen aus und das Wasser erwärmt sich: Die Klimakrise offenbart eine fundamentale Schwachstelle der Kernenergie
7.8.2026 Ekolist.cz
Die Bürgerinitiative für Umweltschutz (OIŽP) warnt vor der zunehmenden Verwundbarkeit von Kernkraftwerken infolge extremer Dürre und Rekordtemperaturen, die in diesen Wochen die Länder West- und Osteuropas heimsuchen. Der kritische Wassermangel und die starke Erwärmung der Fließgewässer zwingen die Betreiber von Atomkraftwerken auf dem gesamten Kontinent dazu, die Leistung zu drosseln oder Reaktoren komplett abzuschalten. Der Mythos vom Atomstrom als problemloser und stabiler Energiequelle für den Klimawandel ist endgültig vorbei.
Die Pegel der großen europäischen Flüsse sind auf historische Tiefstände gesunken. Gleichzeitig überschreitet die Wassertemperatur in vielen Flüssen die Grenzwerte, die für die Kühlung und das Überleben der Flussökosysteme sicher sind.
Europa ohne Wasser: Krisenzustand an der Donau...
Die Pegel der großen europäischen Flüsse sind auf historische Tiefstände gesunken. Gleichzeitig überschreitet die Wassertemperatur in vielen Flüssen die Grenzwerte, die für die Kühlung und das Überleben der Flussökosysteme sicher sind. Am dramatischsten ist die Situation in Südosteuropa, wo der Zusammenbruch der Kühlung von Kernkraftwerken ganze Staaten lähmt.
* Ungarn am Rande des Zusammenbruchs: Das einzige ungarische Kernkraftwerk Paks, das normalerweise die Hälfte des Stromverbrauchs des Landes deckt, musste wegen des kritisch niedrigen Pegels der Donau drei von vier Turbinen abschalten. Das Kraftwerk läuft derzeit mit 10 % seiner Kapazität, und das Land trennen nur wenige Zentimeter Wasserstand von einer kompletten Abschaltung. Die Regierung musste die Abschaltung der Beleuchtung der Budapester Sehenswürdigkeiten anordnen, und die Industriegiganten des Landes schränken den Betrieb ihrer Werke ein, um den Stromverbrauch zu senken.
* Die rumänische Armee im Einsatz: Das staatliche Unternehmen Nuclearelectrica musste einen Block komplett abschalten und die Leistung des zweiten Blocks seines einzigen Kernkraftwerks Cernavoda drosseln. Die Situation ist so verzweifelt, dass die rumänische Marine eine Felsformation im Bett der Donau sprengen musste und provisorische Dämme baut, um die Wasserreste zu den Kühleinlassrohren des Kraftwerks zu leiten. Die dortigen Automobilhersteller Dacia und Ford haben die Produktion komplett eingestellt.
* Westeuropa: Auch Frankreich und die Schweiz schalten Reaktoren ab oder drosseln deren Leistung, da diese von der Durchlaufkühlung aus Flüssen abhängig sind. Zu warmes Wasser, das aus den Kraftwerken zurückgeleitet wird, würde eine ökologische Katastrophe für das ohnehin dezimierte Leben im Wasser bedeuten.
Die tschechische Realität: Kühltürme verzögern das Problem der Kühlung von Atomkraftwerken nur..m
Der OIŽP ist bewusst, dass die Kernkraftwerke in der Tschechischen Republik (Temelín und Dukovany) ein anderes technologisches Konzept nutzen. Sie verlassen sich nicht auf ein direktes Durchlaufsystem, sondern nutzen einen geschlossenen Kreislauf mit Kühltürmen und entnehmen Wasser aus großen Stauseen (an den Flüssen Moldau und Jihlava). Doch auch dieses System ist nicht immun gegen die Realität einer austrocknenden Landschaft. Offizielle Betriebsdaten von ČEZ zeigen einen alarmierenden Bedarf an Wasserressourcen:
* Massive Verdunstung in die Atmosphäre: Kühltürme funktionieren nach dem Prinzip der Wasserverdunstung. Der durchschnittliche Verdunstungswert aus den Kühltürmen des KKW Temelín beträgt 1,65 m³ Wasser pro Sekunde (also 1650 Liter in jeder Sekunde). Aus der tschechischen Landschaft verschwinden so täglich fast 150 Millionen Liter Wasser unwiederbringlich direkt in die Luft.
* Unnachhaltige Effizienz: Für die Produktion einer einzigen Megawattstunde (MWh) Strom verbraucht Temelín im Durchschnitt 2,47 m³ Rohwasser.
* Erschöpfung lokaler Flüsse: Das KKW Dukovany entnimmt dem Fluss Jihlava und dem Dalešice-Stausee jährlich rund 55 Millionen m³ Rohwasser. Weniger als die Hälfte davon fließt in den Fluss zurück. Dies bedeutet einen dauerhaften Verlust für das ohnehin von der Dürre geplagte hydrologische System Südmährens.
* Verwundbarkeit der Stauseen: Wenn die Dürre im derzeitigen Tempo anhält, werden die Pegel der Speicherseen auf ein kritisches Niveau sinken. Priorität müsste dann das Trinkwasser für die Bevölkerung und die Erhaltung des biologischen Minimums in den Flüssen erhalten, nicht die Kühlung von Reaktoren.
„Die aktuelle Situation in Europa zeigt, dass die Kernenergie keine Lösung für die Klimakrise ist, da sie selbst deren Auswirkungen zum Opfer fällt“, sagt Pavel Vlček, Vorsitzender und Sprecher der Vereinigung OIŽP.
„Auch wenn wir in der Tschechischen Republik ein robusteres Kühlsystem über Türme und Talsperren haben, können wir nicht so tun, als ob uns dieses Problem nichts anginge. Das Wasser in der Landschaft geht zur Neige. Riesige Wassermengen für die Kühlung von Atomblöcken zu verbrauchen in einer Zeit, in der Landwirte, Städte und Gemeinden um jeden Tropfen kämpfen, ist langfristig nicht tragbar. Wir müssen unsere Energiewirtschaft dringend in Richtung erneuerbarer Energien transformieren, die für ihren Betrieb kein Wasser benötigen, wie Solar- und Windenergie“, fügen Pavel Vlček und Gabriela Reitingerová, Vertreter der Vereinigung OIŽP, hinzu.
Der Verein OIŽP / BIU fordert daher die Regierung der Tschechischen Republik und das Ministerium für Industrie und Handel auf, bei der Planung des zukünftigen Energiemixes und bei der Prüfung des Baus neuer Atomblöcke die aktuellen hydrologischen Risiken ernst zu nehmen. Das Ignorieren der klimatischen Realität kann uns in Zukunft nicht nur Milliarden Kronen kosten, sondern auch zum Zusammenbruch des Energienetzes führen – genau zu der Zeit, in der wir den Strom am dringendsten benötigen werden.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/tis ... energetiky
/gr/
Lída Rakušanová: Die Achillesferse der Kernenergie
7.8.2026
Český rozhlas (Tschechischer Rundfunk)
Die Experten von ČEZ haben recht, wenn sie angesichts der extrem niedrigen Wasserstände in den europäischen Flüssen, wegen derer viele Länder ihre Atomkraftwerke abschalten müssen, betonen, dass Tschechien beruhigt sein kann: Sowohl Dukovany als auch Temelín sind nicht nur von den Flussströmen abhängig, sondern verfügen neben den Kühltürmen auch über Wasservorräte in Stauseen.
Hinzufügen sollten sie jedoch, dass dies nur unter der Bedingung gilt, dass die Trockenheit nicht lange anhält. Bei einer mehrjährigen Periode ohne Niederschläge – was angesichts des offensichtlichen Klimawandels nicht ausgeschlossen ist – können die Wasservorräte auch in unseren Kernkraftwerken bedrohlich schrumpfen.
Die Lösung ist eine weltweite Abkehr von den monumentalen „Atomkathedralen“ aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts hin zu SMR, kleinen modularen Reaktoren, denen zweifellos die Zukunft gehört.
Unter anderem auch deshalb, weil sie nicht nur mit Wasser gekühlt werden müssen. Fortgeschrittene Technologien bewegen sich in Richtung Gaskühlung, konkret etwa mit Helium, oder Kühlung mit flüssigem Natrium.
Zudem zielt die Entwicklung der SMR darauf ab, einen Teil des Atommülls als Brennstoff zu nutzen. Kleine modulare Reaktoren können sogar unter der Erde platziert werden, sei es aus Sicherheitsgründen oder aus Gründen des Landschaftsschutzes.
Vor allem aber sind sich die Experten einig, dass sich selbst im Falle einer Katastrophe kein Tschernobyl oder Fukushima wiederholen würde: Die radioaktive Kontamination wäre im Fall kleiner modularer Reaktoren nahezu gleich null.
Und auch die Einwände, dass ihre Herstellung viel Geld kosten wird, gelten nicht. Sobald sie sich weltweit durchsetzen, wird es wie bei der Photovoltaik oder den Windrädern sein: Die Kosten werden sinken. Besonders weil SMR in Fabriken hergestellt und vor Ort die einzelnen Teile nur noch zusammengesetzt werden sollen.
Der Reaktor im Keim...
Bislang ist das alles noch Zukunftsmusik. Dank ČEZ beteiligt sich aber auch die Tschechische Republik an deren Umsetzung.
Wir kaufen kleine modulare Reaktoren, die es noch gar nicht gibt. Das wird uns teuer zu stehen kommen, warnt Experte Sequens
Die strategische Partnerschaft mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR hat ČEZ bereits im Jahr 2024 geschlossen und anschließend auch einen Fünftelanteil daran erworben. Dadurch ist das Unternehmen direkt an der Entwicklung der Technologie beteiligt. Man könnte sagen, dass Tschechien damit in Europa zu den Pionieren bei der Einführung kleiner modularer Reaktoren gehört.
Abgesehen davon, dass ein kleiner modularer Reaktor in der Ausführung von Rolls-Royce in Wirklichkeit einem klassischen Kernkraftwerk vom Typ Dukovany/Temelín viel näher stehen wird als einigen der „revolutionären“ SMR, von denen hier die Rede war.
Zur Kühlung wird er ähnlich wie Dukovany und Temelín Wasser benötigen. Er wird nicht unter der Erde liegen, er wird keinen radioaktiven Abfall verbrennen und er wird auch nicht besonders klein sein: Seine Leistung wird in etwa der eines Blocks in Dukovany entsprechen.
Von herkömmlichen Kernkraftwerken wird er sich vor allem dadurch unterscheiden, dass er nicht vor Ort gebaut, sondern in Teilen in Fabriken gefertigt wird. Das Ziel ist ein standardisiertes Produkt, das den Bau beschleunigt und de facto verbilligt.
Tschechien wird den Vorteil haben, dass die hiesigen Energiewirtschaftler Reaktoren dieses Typs im Prinzip kennen. Und die Fans kleiner modularer Reaktoren müssen hoffen, dass das, was aus der Werkstatt von Rolls-Royce und ČEZ hervorgeht, zumindest ein solcher kleiner modularer Reaktor im Keim sein wird.
Die Autorin ist Kommentatorin des Tschechischen Rundfunks.
Autorin: Lída Rakušanová
Quelle:
https://plus.rozhlas.cz/lida-rakusanova ... ky-9635052
/gr/
Das erste geologische Tiefenlager der Welt: Finnische Atomaufsicht empfiehlt Betriebslizenz für Onkalo
Eduard Majling
9. August 2026. Oenerretice.cz
Die finnische Atomsicherheitsbehörde (STUK) hat einen wichtigen Schritt zur Lösung der langfristigen Lagerung von abgebranntem Kernbrennstoff gemaxht. In ihrer Bewertung empfahl sie dem dortigen Ministerium, die Betriebslizenz für das geologische Tiefenlager Onkalo am Standort Eurajoki beim Kraftwerk Olkiluoto sowie für die damit verbundene Einkapslungsanlage zu erteilen. Die finnische Regulierungsbehörde kam zu dem Schluss, dass das vom Unternehmen Posiva entwickelte Konzept alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt und sowohl für die Umwelt als auch für die Bevölkerung absolut sicher ist.
Das letzte Wort über die Erteilung der Betriebslizenz, die bis Ende 2070 gültig sein soll, liegt bei der finnischen Regierung. Das Unternehmen Posiva, ein Gemeinschaftsunternehmen der Energiekonzerne TVO und Fortum, ebnet sich mit diesem Schritt den Weg für den Beginn des kommerziellen Betriebs des weltweit ersten dauerhaften Endlagers für Atommüll.
Robuste Behälter in 450 Metern Tiefe...
Das Projekt Onkalo basiert auf dem schwedisch-finnischen Endlagerkonzept namens KBS-3V. Der abgebrannte Brennstoff aus den Reaktoren der Kraftwerke Olkiluoto und Loviisa wird zunächst in einer oberirdischen Einkapslungsanlage luftdicht in Stahl-Kupfer-Behälter eingeschlossen. Diese robusten Container werden anschließend über einen unterirdischen Zugangstunnel in eine Tiefe von rund 430 bis 450 Metern im Felsgestein transportiert.
Unter der Erde werden die Behälter in vertikalen Lagerbohrlöchern platziert, die in den einzelnen Seitentunnels ausgehoben wurden. Die Sicherheit der Lagerung wird durch eine mehrstufige Barriere gewährleistet. Diese besteht aus einem inneren Stahlbehälter für mechanische Festigkeit, einem äußeren Kupfermantel zum Schutz vor Korrosion und einer Verfüllung aus Bentonit-Ton. Letzterer umgibt die Behälter und quillt bei Kontakt mit Feuchtigkeit auf, wodurch der Abfall vom umgebenden Gestein isoliert und das Eindringen von Grundwasser verhindert wird.
„Mit dem Beginn der Betriebsphase werden wir erste Erfahrungen darüber sammeln, wie Pläne, methodische Tests und Systeme des weltweit ersten geologischen Endlagers für abgebrannten Kernbrennstoff in der Praxis funktionieren. Diese Erfahrungen müssen genutzt werden, um Erkenntnisse zu gewinnen und den Betrieb sowie die Sicherheit bei Bedarf weiter zu verbessern“, sagte Antti Tynkkynen, Projektleiter der Behörde STUK für das Projekt der Regulierungsaufsicht über das Unternehmen Posiva, laut der Website World Nuclear News.
Den Projektparametern zufolge wird Posiva während des geplanten 100-jährigen Betriebs unter Tage mehr als 100 Lagertunnel mit einer Gesamtlänge von rund 35 Kilometern ausheben. Nach Ausschöpfung der Kapazitäten werden die Tunnel versiegelt und mit einem Betonstopfen verschlossen.
Ein langer Weg von der Erkundung bis zur Endphase...
Die abschließende Empfehlung der Aufsichtsbehörde STUK folgt auf Jahrzehnte von Forschungs- und Bauarbeiten. Die Vorbereitung des Standorts bei Olkiluoto begann bereits im Jahr 2004 mit dem Vortrieb von Erkundungstunnels. Der Bau des eigentlichen unterirdischen Komplexes wurde von der finnischen Regierung im Jahr 2015 genehmigt, wobei Posiva im Jahr 2021 mit dem Vortrieb der ersten Lagertunnel begann. Im Dezember 2021 reichte der Betreiber dann den offiziellen Antrag auf eine Betriebslizenz ein.
Teil der Vorbereitung waren auch umfangreiche Tests im realen Maßstab. Während des Probebetriebs ohne radioaktives Material musste der Betreiber die gesamte Logistikkette überprüfen – von der Kapselung über das robotergestützte Handling im Untergrund bis hin zur Platzierung der Behälter und der Verfüllung der Tunnel mit Bentonit.
Die Entscheidung Finnlands stellt einen Meilenstein dar, nicht nur für die Energiewirtschaft in Skandinavien, sondern für den gesamten Nuklearsektor. Das Land beweist damit in der Praxis, dass die endgültige und sichere Lagerung hochradioaktiver Abfälle technisch und gesetzlich machbar ist.
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... pro-onkalo
/gr/
Nach der Modernisierung wird der Betrieb von Kořensko umweltfreundlicher
08.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES (ČTK) Rubrik: Südböhmen ~ Seite: 9
VŠEMYSLICE - Das Kleinwasserkraftwerk Kořensko bei Všemyslice im Bezirk České Budějovice / Budweis erhält dank einer Modernisierung für mehr als 100 Millionen Kronen neue Technologien. Die Anlage ist seit 34 Jahren in Betrieb, gehört zur Moldau-Kaskade und hat eine Gesamtleistung von 3,8 Megawatt. Bei beiden Maschinensätzen des Kraftwerks tauschen die Techniker schrittweise die Turbinen, Generatoren, Schaltanlagen zur Leistungsabführung und das Leitsystem vollständig aus.
„Der Betrieb wird umweltfreundlicher, vor allem aber effizienter, weil die Maschinensätze künftig auch halb so große Durchflussmengen wie heute energetisch nutzen können“, erklärte Róbert Heczko, Direktor der Wasserkraftwerke von ČEZ.
Das Unternehmen rechnet damit, den ersten Maschinensatz im September wieder vollständig in Betrieb zu nehmen und anschließend mit der Modernisierung des zweiten zu beginnen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen sein.
Das Wasserkraftwerk Kořensko liegt beim Kernkraftwerk Temelín und nutzt den natürlichen Durchfluss der Moldau unterhalb des Zusammenflusses mit der Lainsitz. Die größte Modernisierung seit 34 Jahren Betrieb begann im vergangenen Frühjahr mit der Demontage des ersten Maschinensatzes. Im Laufe des Augusts werden die Techniker wegen der Installation eines gemeinsamen Leitsystems und der Modernisierung der Schaltanlage auch den zweiten Maschinensatz des Kraftwerks außer Betrieb nehmen, der während der bisherigen Reparaturarbeiten noch Strom erzeugt hat.
Mit seiner Modernisierung wird begonnen, sobald der erste Maschinensatz nach den Reparaturen und Tests wieder in Betrieb genommen worden ist. ČEZ hat bereits zuvor die Kraftwerke Lipno I, Slapy, Kamýk und Vrané an der Moldau-Kaskade modernisiert. „Durch die Modernisierungen erhöhen wir die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Effizienz ihres Betriebs. In den vergangenen Jahren haben wir mehr als 1,5 Milliarden Kronen in ihre Erneuerung investiert und damit mehr als die Hälfte der Maschinensätze der Moldau-Kraftwerke modernisiert“, sagte Pavel Šleška, Direktor der Abteilung konventionelle Energie bei ČEZ.
Nach Abschluss der Arbeiten an den kleineren Kraftwerken Kořensko und Lipno II wird das Unternehmen die Erneuerung von Hněvkovice abschließen und außerdem die großen Kraftwerke Štěchovice und Orlík modernisieren.
/gr/
China treibt die weltweite Kernenergie voran. In zehn Jahren hat das Land mehr Leistung hinzugefügt als der gesamte Rest der Welt
Autor:Tomáš Tománek
10.8.2026, Hrot24
China hat seine Stromerzeugung aus Kernenergie innerhalb von zehn Jahren um fast 314 TWh gesteigert. Die gesamte Welt legte dagegen nur um etwa 270 TWh zu. Ohne das Wachstum Chinas wäre die Erzeugung aus der Kernkraft zurückgegangen.
Die Kernenergie erzeugte im vergangenen Jahr eine Rekordmenge an Strom. Weltweit wurden 2.845 TWh erzeugt, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinter dem neuen Höchststand steht jedoch keine breit angelegte globale Rückkehr zur Kernenergie. Praktisch das gesamte Wachstum des vergangenen Jahrzehnts wurde von China getragen.
Chinas Kernkraftwerke erzeugten im Jahre 2025 rund 485 TWh, während es im Jahre 2015 nur 171 TWh waren. China hat seine Erzeugung damit innerhalb von zehn Jahren um fast 314 TWh gesteigert.
Die weltweite Erzeugung nahm dagegen nur um etwa 270 TWh zu. Ohne China hätte die Welt im vergangenen Jahr also rund 44 TWh weniger Atomstrom erzeugt als vor zehn Jahren.
USA führen weiterhin, China holt schnell auf….
Die Vereinigten Staaten bleiben der weltweit größte Produzent von Atomstrom. Im vergangenen Jahr erzeugten ihre Reaktoren 826 TWh, also rund 29 Prozent der weltweiten Produktion. China lag mit 485 TWh auf Platz zwei, Frankreich mit 390 TWh auf Platz drei.
Der Abstand zwischen den USA und China wird jedoch rasch kleiner. Die amerikanische Erzeugung hat sich im vergangenen Jahrzehnt kaum verändert – im Jahre 2015 lag sie bei 839 TWh. China dagegen hat seine Produktion nahezu verdreifacht und wuchs mit einer durchschnittlichen Rate von rund 11 Prozent.
Wenn dieser Trend anhält, könnte China die USA bei der Erzeugung von Atomstrom in etwa fünf Jahren überholen, schreibt die Website Oilprice.com.
Eine deutliche Verschiebung zeigt sich auch im regionalen Vergleich. Die Erzeugung in der asiatisch-pazifischen Region hat sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt, von rund 420 auf 845 TWh. Dagegen sank die europäische Erzeugung von 968 auf 759 TWh, also um fast 22 Prozent.
Rekord nach 19 Jahren….
Der derzeitige Rekord ist dabei nicht das Ergebnis eines schnellen globalen Booms. Im Jahr 2006 erzeugte die Welt 2.803 TWh Atomstrom. Der Rekord des vergangenen Jahres liegt damit nach 19 Jahren nur etwa 1,5 Prozent höher.
Einige Länder steigerten ihre Erzeugung im vergangenen Jahr. Frankreich legte um fast 10 TWh zu, Japan um mehr als 9 TWh. Die japanische Produktion erholt sich allmählich von der Abschaltung der Reaktoren nach der Katastrophe von Fukushima, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Katastrophe.
Das Gesamtbild bleibt jedoch uneinheitlich. In den OECD-Ländern sank die nukleare Stromerzeugung im vergangenen Jahrzehnt um rund 96 TWh, während sie außerhalb der OECD um etwa 366 TWh zunahm. Das Wachstum verlagert sich somit zunehmend nach Asien und in andere schnell wachsende Volkswirtschaften.
Noch interessanter ist der Blick auf die Kernenergie innerhalb des gesamten globalen Energiesystems. Kernkraftwerke lieferten im vergangenen Jahr 31 Exajoule Energie, mehr als im Jahr zuvor. Der weltweite Gesamtenergieverbrauch wuchs jedoch schneller.
Der Anteil der Kernenergie am globalen Energieangebot sank daher leicht von 5,19 auf 5,17 Prozent. Die Kernenergie erzeugte somit zwar eine Rekordmenge an Energie, ihre Bedeutung im gesamten Energiemix nahm jedoch praktisch nicht zu. Die Wärme aus Dukovany könnte die Energieversorgung Brünns für Jahrzehnte verändern, sagt der Chef der Heizkraftwerke
Die größte Veränderung der vergangenen Jahre ist daher nicht eine weltweite Renaissance der Kernenergie, sondern die Verlagerung des Wachstumsschwerpunkts in Richtung China. Die USA halten weiterhin den ersten Platz, und Europa kämpft mit einem Rückgang der Erzeugung, während Peking schnell neue Reaktoren baut.
Das Wachstum Chinas ist so stark, dass die globale Kernenergie heute ohne China kleiner wäre als vor zehn Jahren. Der Rekord von 2025 zeigt daher vor allem eines: Die Zukunft der weltweiten Kernenergie wird in zunehmendem Maße davon abhängen, wie schnell gerade China neue Reaktoren bauen wird.
Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/cina-tahne ... tiku-H5Qed
Erneuerbare Energien decken bereits mehr als ein Viertel des Energieverbrauchs in der EU, bei Strom ist ihr Anteil auf 50 % gestiegen
Autor: Jan Budín
7. August 2026, oenergetice.cz
Der Anteil erneuerbarer Energiequellen (EE) am Bruttoendenergieverbrauch in der Europäischen Union ist zwischen den Jahren 2024 und 2025 um einen Prozentpunkt (Prozentpunkt) auf 26,2 % gestiegen. Seit dem Jahr 2004, als dieser Indikator erstmals erfasst wurde, hat sich der Anteil damit nahezu verdreifacht. Um das Ziel für das Jahr 2030 von 42,5 % zu erreichen, wäre in den kommenden Jahren allerdings ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 3,3 Prozentpunkten erforderlich. Dies geht aus den vom EU-Statistikamt Eurostat veröffentlichten Daten hervor.
Zu den Ländern mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch gehören traditionell die nordischen Staaten. An der Spitze steht Schweden, das im vergangenen Jahr vor allem dank der Nutzung fester Biomasse, Wasserkraft und Windkraft einen Anteil von mehr als 65 % erreichte. Einen Anteil von mehr als 50 % verzeichnete auch Finnland, während Dänemark mit 48,2 % knapp unter dieser Marke blieb.
Die niedrigsten Anteile wiesen dagegen Belgien (14,9 %), die Slowakei (16,3 %) und Irland (17,2 %) auf. Tschechien gehörte traditionell zu den Ländern mit einem niedrigen Anteil und verzeichnete sogar einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, von 19,2 % auf 19,1 %.
Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien ….
Der Sektor, in dem es am besten gelingt, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, ist die Stromwirtschaft. Nach den veröffentlichten Daten erreichte der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch im vergangenen Jahr 49,9 % und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozentpunkte.Zum Vergleich: 2004 lag dieser Anteil bei knapp 16 %.
Zu den Ländern mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch gehörten im vergangenen Jahr Österreich (90,8 %), Schweden (89,2 %), Dänemark (77,7 %) und Portugal (65,6 %). Die niedrigsten Anteile verzeichneten dagegen Malta (11,2 %), Tschechien (19,2 %) und Luxemburg (23,3 %).
Die Entwicklung der erneuerbaren Energien im ebenfalls betrachteten Sektor Wärme und Kälte verläuft laut Eurostat deutlich langsamer. Zwischen den Jahren 2004 und 2025 stieg der Anteil von 11,7 % auf 27,4 %. Zwischen den Jahren 2024 und 2025 kam es dann zu einem Anstieg um 0,7 Prozentpunkte, was leicht unter dem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 0,75 Prozentpunkten liegt, das für den Zeitraum von 2004 bis 2025 verzeichnet wurde.
Quelle: https://oenergetice.cz/obnovitelne-zdro ... odil-na-50
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 11.August 2026:
Inhalt:
„Tschechien kann zu den europäischen Vorreitern bei kleinen modularen Reaktoren gehören“:
Interview mit Silvana Jirotková, Leiterin der Abteilung für die Entwicklung von SMR bei ČEZ.
Neues Batteriespeicherwerk hilft, das Stromnetz zu stabilisieren.
Zahl der Elektroautos steigt, Ladenetz wächst schnell.
ČEZ meldet höheren Gewinn und besseren Ausblick: Für dieses Jahr werden bis zu 35 Milliarden Kronen erwartet.
Ende der Windfall Tax half der Energiefirma ČEZ zu höheren Gewinnen. Nettogewinn übersteigt 18 Milliarden Kronen.
Chinesischer Kernkraftwerksblock Tianwan 8 mit russischem VVER-Reaktor hat Kaltfunktionstests abgeschlossen
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„Tschechien kann zu den europäischen Vorreitern bei kleinen modularen Reaktoren gehören“
11.08.2026 Monatsmagazin Energetika Autorin: Kateřina Táborská
Interview mit: Silvana Jirotková, Leiterin der Abteilung für die Entwicklung von SMR bei ČEZ
In Großbritannien, Tschechien und Schweden sollen die ersten kleinen modularen Kernreaktoren Europas entstehen. Die bislang nur virtuell existierenden Energiequellen der Zukunft rücken in den vergangenen Monaten schnell näher an konkrete Projekte heran. Durch die Beteiligung der ČEZ-Gruppe an dem Unternehmen Rolls-Royce SMR eröffnet sich die Möglichkeit, dass wir als Tschechen bei diesen Technologien in ganz Europa zu den Vorreitern gehören. Wie weit sind die Vorbereitungen für das Projekt in Tschechien und in anderen Ländern? Wo werden neue Fabriken für die Module der Kraftwerke entstehen? Und wie groß sind kleine modulare Reaktoren tatsächlich? Das Magazin ENERGETIKA sprach mit Silvana Jirotková, Leiterin der Abteilung für die Entwicklung von SMR bei ČEZ, a. s.
-Frage: Im April hat ČEZ mit Rolls-Royce SMR einen Vertrag über „Vorbereitungsarbeiten“ unterzeichnet. Was umfasst dieser?
-Man muss sagen, dass die Vorbereitungsarbeiten nicht nur am Standort Temelín, sondern auch an den beiden anderen Standorten in Tušimice und Dětmarovice bereits laufen. Der Vertrag über die sogenannten Early Works wurde konkret für den Standort Temelín unterzeichnet. Das Ergebnis der 60 Monate, für die dieser Vertrag abgeschlossen wurde, sollte ein Dokumentationspaket sein, das alle erforderlichen Genehmigungen umfasst, sowohl aus dem Baurechtsverfahren als auch aus dem Genehmigungsverfahren nach dem Atomgesetz. Das Projekt sollte damit erfolgreich in die Phase vor der eigentlichen Entscheidung über den Bau geführt werden.
-Frage: Wie Sie bereits erwähnt haben, laufen in Temelín bereits die Vorbereitungsarbeiten, einschließlich verschiedener Untersuchungen. Warum sind diese überhaupt notwendig, wenn es sich um einen Kernenergie-Standort handelt, der in der Vergangenheit bereits gründlich untersucht wurde?
-Der Standort hat natürlich seine nukleare Geschichte, was ein großer Vorteil ist und den gesamten Prozess beschleunigt. Deshalb haben wir ihn auch als ersten Standort ausgewählt. Wir verfügen tatsächlich über sehr viele Daten. Die langfristig durchgeführten Strahlungs- und seismischen Überwachungen können genutzt werden. Wir müssen uns jedoch genau den Ort ansehen, an dem gebaut werden soll, und ihn aus geotechnischer, geologischer und hydrogeologischer Sicht buchstäblich mit Bohrungen durchziehen. Wir sind bereits jetzt sicher, dass es machbar sein wird, aber vor Baubeginn müssen wir das Gebiet sehr spezifisch untersuchen.
-Frage: In Temelín ist auch der Bau großer Reaktoren vorgesehen. Vermutlich ist es nicht möglich, gleichzeitig einen großen und einen kleinen Reaktor zu bauen. Werden Sie also um den Zeitplan konkurrieren? Und wer wird eigentlich zuerst fertig sein?
-Wir sind davon überzeugt, dass das SMR-Projekt in Temelín zuerst kommen wird. Die großen Blöcke, sofern der Staat die Option für ihren Bau nutzt, werden entsprechend ihrem eigenen Zeitplan folgen. Dieser wird sehr stark vom Zeitplan der Blöcke in Dukovany abhängen. Wir wollen den großen Blöcken in Temelín zuvorkommen, sodass sich die Bauphasen im Idealfall nicht überschneiden. Falls es doch zu einer Überschneidung kommt, sollte sie nur in Phasen stattfinden, in denen am SMR bereits nicht mehr gebaut wird und an den großen Blöcken noch nicht. Am schwierigsten wäre die Situation, wenn wir zum Zeitpunkt des Betongießens gleichzeitig tätig wären. Das wollen wir vermeiden, aber auch das könnten wir gegebenenfalls bewältigen. Wenn sich das SMR beim möglichen Bau der großen Blöcke in Temelín bereits in der Inbetriebnahmephase befindet, die ebenfalls mehrere Monate dauert, hätte dies keine so großen Auswirkungen auf den Betrieb in der Umgebung. Gleichzeitig werden in diesen Phasen auch nicht dieselben technischen und personellen Kapazitäten beansprucht.
-Frage: Auch wenn Tschechien im europäischen Vergleich noch gut dasteht: Können derart ambitionierte Projekte nicht durch die Deindustrialisierung Europas gefährdet werden – sowohl hinsichtlich der Produktionskapazitäten als auch der verfügbaren Arbeitskräfte? Hinzu kommt, dass in vielen Ländern ein Boom der Kernenergie stattfindet und den Druck weiter erhöht …
-Auf ausreichende personelle Kapazitäten konzentriert sich ČEZ schon seit Langem, denn auch der Generationenwechsel in den bestehenden Kernkraftwerken ist notwendig. Wir organisieren verschiedene Sommeruniversitäten, arbeiten mit Schulen zusammen – von Hochschulen über weiterführende Fachmittel-Schulen bis hin zu Grundschulen – und versuchen, Kinder zu motivieren, nicht nur Kernenergietechnik, sondern Technik allgemein zu studieren. Wir sind es gewohnt, dass wir uns darum selbst bemühen müssen. Gleichzeitig räume ich ein, dass einer der Gründe, warum wir bei SMR zu den Ersten gehören wollten, darin bestand, gezielt möglichst früh die Aufmerksamkeit von Fachkräften und Lieferantenkapazitäten in ganz Europa auf uns zu lenken. Wenn uns beispielsweise die polnischen Kollegen zuvorgekommen wären, hätten sie die Tendenz gehabt, Fachkräfte und Kapazitäten von uns abzuziehen. Jetzt ist es umgekehrt.
-Frage: Wie weit sind die Vorbereitungen an den beiden anderen geplanten Standorten in Tušimice und Dětmarovice?
-In Dětmarovice läuft eine langfristige grundlegende Überwachung, da das Gebiet laut Gesetz fünf Jahre lang beobachtet werden muss, sowohl hinsichtlich der Strahlung als auch der Wasserströmung. Gleichzeitig wurden bereits einige geologische Untersuchungen durchgeführt. In Tušimice haben wir bereits fünf Etappen geologischer Untersuchungen hinter uns. Dort achten wir vor allem auf die Seismotektonik und die geologischen Strukturen. Und zwar nicht nur an den Stellen, an denen wir bauen werden, sondern in einem größeren Umfeld, um aktive Störungen auszuschließen. Sicherheit steht immer an erster Stelle.
-Frage: Beide Standorte haben zahlreiche Vorteile, etwa ihre energiebezogene Vergangenheit sowie die vorhandene Anbindung an Netze und Wasser. Beide Gebiete sind jedoch auch durch einen jahrzehntelangen Bergbau geprägt. Ist das kein Risikofaktor?
-Wir können natürlich nur auf einem Gebiet bauen, das nicht unterminiert ist, was an keinem der beiden Standorte der Fall ist. Das betrifft vor allem Dětmarovice, wo unter Tage Kohle abgebaut wurde. Experten werden untersuchen, ob die historische Bergbautätigkeit in der Umgebung irgendwelche Auswirkungen hat. Auch deshalb wollen wir uns in der Region Mährisch-Schlesien weitere Standorte ansehen, die infrage kommen könnten. Gerade in dieser Region macht SMR sehr viel Sinn – nicht nur wegen der bereits vorhandenen Infrastruktur, sondern auch wegen der industriellen Tätigkeit und damit des Stromverbrauchs.
-Frage: Erwägen Sie den Bau von SMR auch an weiteren Standorten in Tschechien?
-Derzeit nicht.
-Frage: Die Kernenergie genießt in Tschechien große Unterstützung in der Bevölkerung, sodass sie vermutlich nicht vom NIMBY-Effekt betroffen sein wird wie andere Energieprojekte … Was sagen dazu aber die Nachbarn in Österreich oder Polen?
-Was die Kernenergie betrifft, haben wir Tschechen laut Umfragen sogar die positivste Einstellung in Europa und liegen damit noch vor Frankreich. Darüber freuen wir uns, und es hilft den Projekten. Ich denke, dass dies das Ergebnis des erfolgreichen Betriebs der bestehenden Kraftwerke in den vergangenen Jahrzehnten ist. Die tschechische Gesellschaft sieht, dass es sich um einen sicheren Betrieb und eine stabile Quelle für Strom und Wärme handelt und dass es den Regionen in der Nähe der Kraftwerke gut geht.
Dětmarovice liegen sehr nahe an der polnischen Grenze – 800 Meter entfernt. Die Polen selbst haben ehrgeizige Pläne für die Kernenergie, aber man muss mit den Nachbarn sehr intensiv kommunizieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Polen, Slowaken, Österreicher oder Deutsche sind, auch wenn sie nicht direkt an der Projektgrenze leben. Sie müssen genau wissen, was geplant ist.
-Frage: Wird Tschechien das zweite Land sein, in dem ein SMR errichtet wird, oder gibt es in Europa weitere Projekte, die schneller sein könnten?
-Der Plan und die Vereinbarung mit Rolls-Royce SMR sehen vor, dass wir mit unserem Temelín-Projekt dem ersten Projekt in Großbritannien folgen werden, das auf der Insel Anglesey im Norden von Wales gebaut werden soll. Auch die Briten haben für den Bau eines SMR einen traditionellen Kernenergie-Standort ausgewählt, an dem früher bereits ein Kernkraftwerk betrieben wurde. Man muss allerdings sagen, dass es aus Sicht der Kernenergie eine schnelle Abfolge von Projekten sein wird. Es ist nicht so, dass wir warten, bis der erste Block in Großbritannien fertiggestellt ist. Das britische Projekt wird uns jedoch dabei helfen, den Weg zu ebnen und Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen.
-Frage: Rolls-Royce SMR hat kürzlich in Schweden einen Vertrag über drei Reaktoren unterzeichnet. Ändert das etwas?
-Das ist eindeutig ein Pluspunkt, denn damit handelt es sich um das dritte europäische Land, das sich für dieses Design entschieden hat. Das ist ein starkes Argument dafür, dass wir als ČEZ die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit sowohl mit der britischen als auch mit der schwedischen Seite. Die Synergien werden erheblich sein.
-Frage: Der britische Lieferant hat kürzlich bekannt gegeben, dass er weltweit bis zu 60 Blöcke bauen möchte …
-Die Ambitionen sind groß. Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Energiequellen ersetzt werden müssen, darunter auch Kernkraftwerke, die in den 1970er- und 1980er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut wurden, wird deutlich, dass es um Dutzende bis niedrige Hunderte Gigawatt gehen wird. Natürlich werden nicht alle durch Kernenergie ersetzt und auch nicht alle durch kleine oder mittelgroße Reaktoren. Dennoch wird es notwendig sein, zahlreiche neue Energiequellen zu errichten. Die Ambitionen liegen tatsächlich bei mehreren Dutzend Anlagen in Europa, aber es gibt auch weitere Pläne weltweit.
-Frage: Warum verwenden wir bei diesen Technologien eigentlich noch das Wort „klein“, wenn sie inzwischen überhaupt nicht mehr klein sind und das Genehmigungsverfahren keineswegs einfacher ist?
-In ihren Plänen spricht die Tschechische Republik von kleinen und mittelgroßen Reaktoren. Sagen wir es so: Unserer ist tatsächlich nicht „small“. Eine elektrische Leistung von 470 MW ist keine geringe Leistung. Entscheidend ist vielmehr das Wort „modular“. Die Modularität soll den Vorteil und die Wettbewerbsfähigkeit dieses Designs ausmachen. Sie soll ermöglichen, den Bau schneller als bei konventionellen Blöcken durchzuführen und ihn dadurch günstiger zu machen. Die Module werden unter kontrollierten Fabrikbedingungen vorgefertigt, mit der erforderlichen Qualitätssicherung und Prüfung. In Käfigmodulen werden sie zum Standort transportiert und dort nur noch zusammengesetzt – und zwar sogar in einer überdachten Umgebung in einer provisorischen Halle, sodass auch dort unabhängig vom Wetter schnelle Bauarbeiten möglich sind.
Wir haben die Ingenieure von Rolls-Royce gefragt, warum sie gerade eine Größe von 470 MW gewählt haben. Sie erklärten uns, dass sie den Auftrag erhalten hatten, ein Design zu entwickeln, das einerseits noch eine ausreichend große Leistung besitzt und andererseits so klein ist, dass es auf der Straße transportiert werden kann. Das Ergebnis waren 470 MW.
-Frage: Sie haben erwähnt, dass die einzelnen Module separat in Fabriken hergestellt werden sollen. Werden dafür völlig neue Werke entstehen oder handelt es sich um Produktionshallen bei bestehenden Herstellern?
-Es wird eine Kombination aus beidem sein. Natürlich werden sowohl bestehende als auch neue Kapazitäten der Lieferanten genutzt werden, was Investitionen voraussetzt. Das ist auch eine hervorragende Gelegenheit für tschechische Zulieferunternehmen, in ihre Produktionsstätten zu investieren. Wir gehen aber auch davon aus, dass für einige Komponenten völlig neue Fabriken gebaut werden.
Es wird mehr als tausend Module geben, aus denen das gesamte Kraftwerk besteht. Einige davon werden einfacher sein und keine technologischen Komponenten enthalten. Bei der Herstellung der Module mit kritischen Komponenten wird Rolls-Royce SMR als Hauptaufsicht seine Kontrolle behalten wollen. Für diese Komponenten werden daher wahrscheinlich neue Fabriken entstehen.
-Frage: Haben Sie bereits Vorstellungen davon, wo diese entstehen könnten?
-Wir hoffen, dass sich zumindest die zweite in Tschechien befinden wird, während die erste in Großbritannien entstehen sollte. Aber auch beispielsweise Škoda JS wird seine Kapazitäten erweitern.
-Frage: Wird der Bau von SMR tatsächlich günstiger sein?
-Langfristig ja. Sie werden sehr wettbewerbsfähig sein, aber der Effekt, der durch die Verkürzung der Bauzeit entsteht, wird erst ab der dritten oder einer späteren Einheit zum Tragen kommen. Beim ersten Block wird das sicherlich nicht der Fall sein. Bei unseren Projekten glauben wir jedoch bereits daran, dass sich die Lernkurve bemerkbar machen wird.
-Frage: Ist bereits eine Diskussion über die Finanzierung der tschechischen SMR eröffnet worden?
-Ich würde es eher als erste Sondierung bezeichnen. Die ČEZ-Gruppe wird darüber mit dem Staat verhandeln, der sich bisher durch die Regierung positiv zu SMR geäußert hat. Konkrete Gespräche stehen allerdings noch bevor. Wir gehen davon aus, dass das Finanzierungsmodell ähnlich wie bei den Blöcken in Dukovany aussehen wird, also ein Darlehen oder eine staatliche Garantie für ein Darlehen sowie Verträge über die künftige Abnahme des erzeugten Stroms.
Bei weiteren Projekten werden wir wahrscheinlich auch eine Finanzierung aus privaten Quellen anstreben, da diese am Finanzmarkt ebenfalls als aussichtsreiche langfristige Investition betrachtet werden dürften.
-Frage: Viel wird über die Beteiligung der tschechischen Industrie am Ausbau von Dukovany gesprochen, aber auch bei SMR wird sie sicherlich entscheidend sein. Der Verband der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik (SECR) hat kürzlich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer (HKCR) ein Seminar über die Möglichkeiten einer Beteiligung tschechischer Unternehmen an dem Projekt veranstaltet. Wie beurteilen Sie deren Chancen?
-Es war sogar bereits die dritte vergleichbare Veranstaltung, diesmal erstmals in Zusammenarbeit mit SEČR und der HKČR. Ziel ist es, den tschechischen Zulieferunternehmen diese Möglichkeit aufzuzeigen, und die Informationen werden von Treffen zu Treffen konkreter.
Der Aufbau einer Lieferkette ist eine Arbeit für zwei bis drei Jahre. Was wir jetzt versuchen, ist, tschechischen Unternehmen die Türen zu Rolls-Royce SMR zu öffnen und ihnen möglichst viele Informationen zu vermitteln. Natürlich können und wollen wir keine Unternehmen bevorzugen oder ihnen den Weg ebnen. Deshalb appellieren wir an sie, die Vorbereitung nicht zu unterschätzen, denn niemand wird ihnen den Weg ebnen.
Wir müssen aber auch zugeben, dass einer der Gründe, warum Rolls-Royce SMR gerade mit ČEZ eine Partnerschaft eingehen wollte, darin liegt, dass es in Tschechien eine starke Lieferkette gibt.
-Frage: Rolls-Royce SMR hat bereits bekannt gegeben, dass Škoda JS zu den bevorzugten Unternehmen gehört. Škoda JS gehört zur ČEZ-Gruppe, die Sie erwähnt haben …
-Škoda JS ist sehr gut aufgestellt und wurde als einer von zwei Lieferanten für Schlüsselkomponenten der nuklearen Insel ausgewählt. Es gibt jedoch noch mehrere weitere tschechische Unternehmen, die im Rennen sind.
Rolls-Royce SMR baut seine Lieferkette so auf, dass es für einzelne Bereiche – etwa die Turbineninsel oder die nukleare Insel, Logistik und Modularisierung – jeweils seine wichtigsten Partner hat. Diese Tier-1-Partner wiederum haben eine ganze Reihe weiterer Lieferanten, mit denen sie Verträge abschließen.
Auch mit diesen Tier-1-Partnern führen wir als ČEZ-Gruppe Gespräche und versuchen, sie mit tschechischen Unternehmen zusammenzubringen.
-Frage: Sie verfolgen sicherlich die weltweite Entwicklung der Technologien für modulare Reaktoren. Wird das SMR in Nordwales das erste echte SMR der Welt sein? Wird uns Kanada zuvorkommen?
-Darauf würde ich nicht wetten. Das Projekt in der kanadischen Provinz Ontario ist derzeit weiter fortgeschritten; dort laufen bereits vorbereitende Bauarbeiten. Dort arbeitet man mit einem Design von GE Vernova, das auch bei uns zu den Kandidaten gehörte, letztlich aber nicht ausgewählt wurde. Wir werden sehen, wie es dort vorangeht.
Es gibt Projekte in Russland und China, die jedoch auf anderen Designs basieren. Diese Gebiete beobachten wir daher nicht so intensiv, auch weil wir dazu keine entsprechenden Möglichkeiten haben.
Gespräch mit: Ing. Silvana Jirotková
Sie studierte an der Fakultät für Wirtschaft und Unternehmertum der Schlesischen Universität in Opava. Ab 2002 arbeitete sie bei CzechInvest, ab dem Jahr 2018 war sie dessen Generaldirektorin. Anschließend war sie im tschechischen Ministerium für Industrie und Handel als stellvertretende Ministerin tätig, mit Zuständigkeit für Wirtschaftsstrategie, die Entwicklung des unternehmerischen Umfelds, Qualität und Verbraucherschutz. Seit dem Jahr 2022 leitet sie bei ČEZ, a. s., die Abteilung für die Entwicklung von SMR.
/gr/
Neues Batteriespeicherwerk hilft, das Stromnetz zu stabilisieren
11.08.2026 TageszeitungMladá fronta DNES Seite 10 Autor: Darek Štalmach
OSTRAVA – Der Eingang zum neuen Batteriespeicher der Gesellschaft TGA Central erinnert an eine Festungsmauer aus riesigen Legosteinen. Das Unternehmen aus der Krnover TGA Holding hat ihn im Ostravaer Stadtteil Kunčice errichtet. Der Speicher mit einer Leistung von 12,5 Megawatt und einer Kapazität von 33 Megawattstunden besteht aus elf Containern, die jeweils eine Leistung von rund 1,2 Megawatt und eine Kapazität von etwa 3 Megawattstunden haben. Die Batterien werden flüssigkeitsgekühlt und verfügen über ein automatisches Löschsystem.
Die neue Anlage in Kunčice soll vor allem dazu dienen, die Stabilität des Stromnetzes aufrechtzuerhalten und Unterschiede zwischen Stromerzeugung und -verbrauch auszugleichen.
„Vereinfacht gesagt speichern wir Energie, wenn im Netz ein Überschuss vorhanden ist, also wenn die Erzeugung höher ist als der Verbrauch. Beispielsweise in den Abendstunden speisen wir sie dagegen wieder ins Netz ein, wenn die Erzeugung niedriger ist als der Verbrauch“, erklärte Robin Peška, Geschäftsführer von TGA Central. Die Batterien könnten zudem für Regelenergie- und Systemdienstleistungen eingesetzt werden.
In Ostrava handelt es sich nicht um den ersten großen Batteriespeicher. Seit dem Jahr 2024 betreibt ČEZ in Vítkovice einen Speicher mit einer Leistung von 10 Megawatt und einer Kapazität von knapp 10 Megawattstunden. Die Anlage in Kunčice hat damit etwa die dreifache Kapazität. Zu den weiteren großen Projekten in Tschechien gehört beispielsweise eine Hybridanlage in Vraňany bei Mělník, deren Batteriespeicher eine Leistung von 20 Megawatt und eine Kapazität von 22 Megawattstunden hat.
„Ostrava liegt unserem Holding besonders am Herzen, denn hier haben wir angefangen“, sagte der Eigentümer der TGA Holding, Georgios Tavandzis. „Die Investitionen in den gesamten Batteriespeicher beliefen sich auf 600 Millionen Kronen.“ Das Unternehmen betreibt bereits einen Speicher in Krnov. Mit der Fertigstellung der Anlage in Kunčice hat es seinen ursprünglichen Plan abgeschlossen.
Weitere große Batteriespeicher sind in Vorbereitung. Mitarbeiter von ČEZ hatten bereits zuvor ein ähnliches Projekt auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks in Dětmarovice angekündigt. Auch TGA will seine Kapazitäten ausbauen. „Derzeit erwägen wir, diese Batterie um weitere 2,5 Megawatt zu erweitern“, ergänzte Robin Peška.
Das Unternehmen sucht gleichzeitig nach weiteren Möglichkeiten. Nach Angaben seiner Vertreter werden diese jedoch durch die verfügbare Anschlussleistung und Kapazität des Verteilnetzes begrenzt.
„Es ist ein Geschäft wie jedes andere. Die Frage ist, ob jemand dieses Risiko weiterhin eingehen wird, denn das Netz füllt sich schnell, und je mehr solcher Anlagen es gibt, desto stärker werden die Preise sinken“, schloss Georgios Tavandzis.
33 Megawattstunden beträgt die Kapazität des neuen Batteriespeichers in Ostrava.
/gr/
Zahl der Elektroautos steigt, Ladenetz wächst schnell
11.08.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 12 (mah)
TSCHECHIEN – Das öffentliche Ladenetz für Elektrofahrzeuge in Tschechien wächst weiter. Im ersten Halbjahr dieses Jahres kamen rund 500 neue Ladestationen hinzu, sodass ihre Gesamtzahl 3668 erreichte. Gleichzeitig stieg die Menge des entnommenen Stroms deutlich an. Dies geht aus Angaben des Ministeriums für Industrie und Handel, von Energieunternehmen und des Verkehrsforschungszentrums (CDV) hervor.
Derzeit sind insgesamt 6404 Ladepunkte in Betrieb, davon 2750 Schnellladepunkte mit einer Leistung von mehr als 22 Kilowatt. Experten zufolge ist das derzeitige Netz auch auf einen deutlichen Anstieg der Zahl von Elektrofahrzeugen ausreichend vorbereitet.
„Nach den neuesten Daten ist das tschechische Netz auf etwa dreieinhalbmal so viele Fahrzeuge vorbereitet, wie heute in unserem Land unterwegs sind. Die meisten Länder der Europäischen Union liegen in diesem Vergleich hinter uns“, sagte Lukáš Kadula, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Verkehrsforschungszentrums.
Das öffentliche Ladenetz wird weiter ausgebaut. ČEZ hat in diesem Jahr seine tausendste Ladestation eröffnet und will bis Ende des Jahres 1200 Stationen betreiben. Auch Pražská energetika erweitert ihr Ladenetz. Das PRE-POINT-Netz umfasst inzwischen 928 Stationen.
Auch die beim Laden entnommene Strommenge steigt – im PRE-POINT-Netz um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bei ČEZ um 29 Prozent.
Auch Unternehmen laden ihre Fahrzeuge häufiger. Nach Angaben des Unternehmens Axigon, das Firmen Ladekarten für das Laden von Elektrofahrzeugen anbietet, führten seine Kunden im ersten Halbjahr rund 40.000 Ladevorgänge durch und entnahmen dabei fast eine Gigawattstunde Strom. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht dies einem Anstieg um etwa ein Drittel.
„Immer mehr Unternehmen und Gewerbetreibende setzen auf Elektromobilität und suchen nach einer einfachen Lösung, die das Laden über verschiedene Netze hinweg ermöglicht“, sagte Damir Duraković, Generaldirektor von Axigon.
Nach Angaben des Verkehrsforschungszentrums machten batterieelektrische Fahrzeuge im ersten Halbjahr 6,8 Prozent aller neu zugelassenen Pkw aus. Von den rund 8500 neu zugelassenen Elektroautos entfiel der größte Anteil auf die Marke Škoda. Fast vier Fünftel der neuen Elektroautos wurden dabei von Unternehmen oder anderen Organisationen zugelassen.
Experten erwarten, dass mit der steigenden Zahl von Elektrofahrzeugen auch die Auslastung der öffentlichen Ladestationen schrittweise zunehmen wird. Heute ist ihre Kapazität ihnen zufolge noch größer, als es die derzeitige Zahl der Fahrzeuge erfordert.
/gr/
ČEZ meldet höheren Gewinn und besseren Ausblick: Für dieses Jahr werden bis zu 35 Milliarden Kronen erwartet
ČTK
11. August 2026, oenergetice.cz
Der Energiekonzern ČEZ hat im ersten Halbjahr dieses Jahres 18,1 Milliarden Kronen verdient. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg damit im Jahresvergleich um zehn Prozent. Dazu trug vor allem das Ende der Erhebung der sogenannten Windfall Tax auf unerwartete Gewinne bei. Im Vergleich zum Vorjahr gingen dagegen das operative Ergebnis und die Umsatzerlöse des Unternehmens zurück. Dies geht aus den heute von ČEZ veröffentlichten Zahlen hervor. Das Management des Unternehmens erhöhte zugleich den Ausblick für das Gesamtjahr. Beim Nettogewinn rechnet es nun mit 31 bis 35 Milliarden Kronen für das Gesamtjahr.
Im Vergleich zum Vorjahr gingen die operativen Umsatzerlöse von ČEZ um fünf Prozent auf 159,7 Milliarden Kronen zurück. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) sank ebenfalls um ein Fünftel auf 59 Milliarden Kronen. Ursache war nach Angaben des Unternehmens vor allem der Rückgang der erzielten Preise für den erzeugten Strom. Der bereinigte Nettogewinn, der für den Vorschlag zur Dividendenausschüttung relevant ist, stieg im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 17,8 Milliarden Kronen.
Als Reaktion auf die Geschäftsentwicklung erhöhte ČEZ seine Prognose für die Jahresziele 2026. Beim operativen Ergebnis rechnet das Unternehmen nun mit 109 bis 114 Milliarden Kronen, beim bereinigten Nettogewinn mit 31 bis 35 Milliarden Kronen. Hauptgründe für die Anhebung der Prognose sind nach Angaben des Unternehmens die verbesserte Geschäftsentwicklung im Bereich Verteilung, die höhere Stromerzeugung der Kernkraftwerke sowie gestiegene erzielte Strompreise infolge der Krise am Persischen Golf, die zu einem Anstieg der Marktpreise für Energie-Rohstoffe geführt hat.
„Die Anhebung der EBITDA-Jahresprognose ist das Ergebnis des stabilen und sicheren Betriebs unserer Erzeugungsanlagen, der Verkürzung der Stillstandszeiten in den Kernkraftwerken und der verbesserten Aussichten für das Segment Verteilung. Die Stabilität und Zuverlässigkeit unserer Erzeugungsanlagen und Verteilnetze wollen wir auch in Zukunft aufrechterhalten. Dem entspricht auch der Anstieg der Investitionen“, sagte Daniel Beneš, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der ČEZ-Gruppe.
Die Investitionen der Gruppe beliefen sich nach seinen Angaben im ersten Halbjahr auf 30,2 Milliarden Kronen und lagen damit 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Unternehmen investierte das Geld vor allem in emissionsfreie Energiequellen, die Modernisierung und Verstärkung der Verteilnetze sowie in die Vorbereitung strategischer Energieprojekte.
Die Stromerzeugung von ČEZ stieg im Jahresvergleich um ein Prozent auf 26,1 Terawattstunden (TWh). Dies war vor allem auf das starke zweite Quartal zurückzuführen, in dem die Stromproduktion in konventionellen Kraftwerken aufgrund der Situation an den Märkten zunahm. Die Stromverteilung im Verteilgebiet von ČEZ Distribuce stieg im Jahresvergleich um drei Prozent auf 17,8 TWh, kalender- und temperaturbereinigt um 1,3 Prozent. Die Gasverteilung im Gebiet der zur Gruppe gehörenden Gesellschaft GasNet nahm im Jahresvergleich um acht Prozent auf 36,8 TWh zu. Drei Prozentpunkte davon waren auf das kältere Wetter zurückzuführen, die verbleibenden fünf Prozent auf die Übernahme des Verteilnetzunternehmens Gas Distribution.
Die ČEZ-Gruppe gehört zu den größten Energieunternehmen in Tschechien. Ihr Mehrheitsaktionär ist der Staat, der über das Finanzministerium rund 70 Prozent der Aktien hält. Die Regierung aus ANO, SPD und Motoristen hat in den vergangenen Wochen einen Plan zur vollständigen Kontrolle über das Unternehmen angekündigt. Sie will dies noch in der laufenden Wahlperiode umsetzen. ČEZ hat in den vergangenen Wochen eine neue Tochtergesellschaft, ČEZ Energy, gegründet, in die der nicht zur Stromerzeugung gehörende Teil des Unternehmens eingebracht werden soll. Nach Einschätzung von Analysten handelt es sich dabei um einen ersten Schritt zur Verstaatlichung des Unternehmens.
Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... iard-korun
/gr/
Ende der Windfall Tax half der Energiefirma ČEZ zu höheren Gewinnen. Nettogewinn übersteigt 18 Milliarden Kronen
11.8.2026 Seznam Zpravy
Autor: Sofie Krýžová
Das Ende der Windfall Tax hat dem Energiekonzern ČEZ zu einem höheren Gewinn verholfen. Im ersten Halbjahr stieg er um zehn Prozent. Der Konzern erhöhte auch seine Gewinnprognose.
Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) des Energiekonzerns ČEZ erreichte im ersten Halbjahr dieses Jahres 59 Milliarden Kronen. Im Jahresvergleich ging es vor allem aufgrund niedrigerer Preise für den erzeugten Strom um ein Fünftel zurück, während der Nettogewinn im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 18,1 Milliarden Kronen stieg. Seit diesem Jahr zahlen Energieunternehmen nämlich keine Steuer mehr auf unerwartete Gewinne, die sogenannte Windfall Tax. Der bereinigte Nettogewinn, der für den Dividendenvorschlag relevant ist, erreichte 17,8 Milliarden Kronen und lag damit sieben Prozent über dem Vorjahreswert.
Die ČEZ-Gruppe erhöhte zudem ihre Gewinnprognose für das gesamte Jahr 2026.Beim EBITDA erwartet sie 109 bis 114 Milliarden Kronen, beim bereinigten Nettogewinn rechnet sie mit 31 bis 35 Milliarden Kronen. Dies geht aus den Ergebnissen des Konzerns für das erste Halbjahr hervor.
Die wichtigsten Gründe für die Verbesserung der Prognose sind die bessere Geschäftsentwicklung im Bereich der Verteilung, die höhere Stromerzeugung der Kernkraftwerke sowie steigende Energiepreise infolge der Krise am Persischen Golf, die zu einem Anstieg der Marktpreise für Strom und Gas geführt hat.
„Die Anhebung der EBITDA-Jahresprognose auf 109 bis 114 Milliarden Kronen ist das Ergebnis des stabilen und sicheren Betriebs unserer Erzeugungsanlagen, der Verkürzung der Stillstandszeiten in den Kernkraftwerken und der verbesserten Aussichten für das Segment Verteilung“, sagte Daniel Beneš, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der ČEZ-Gruppe.
Die operativen Umsatzerlöse der ČEZ-Gruppe beliefen sich auf 159,7 Milliarden Kronen und lagen damit fünf Prozent unter dem Vorjahreswert.
Die Stromerzeugung stieg im Jahresvergleich um ein Prozent auf 26,1 TWh, vor allem dank des starken zweiten Quartals, in dem die Stromproduktion in konventionellen, also auch in Kohlekraftwerken, aufgrund der Marktsituation zunahm. Die Stromerzeugung in den Kernkraftwerken ging dagegen weniger stark als erwartet zurück, weil die geplanten Stillstände verkürzt werden konnten.
„Wir wollen die Stabilität und Zuverlässigkeit unserer Erzeugungsanlagen und Verteilnetze auch in Zukunft aufrechterhalten. Dem entspricht auch der Anstieg der Investitionen. Insgesamt beliefen sich die Investitionen auf 30 Milliarden Kronen, was einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht“, sagte Beneš.
Die Investitionsmittel flossen vor allem in emissionsfreie Energiequellen, die Modernisierung und Verstärkung der Verteilnetze sowie die Vorbereitung strategischer Energieprojekte. Beispielsweise wird der Bau der ZEVO Mělník – einer Anlage zur thermischen Abfallbehandlung – fortgesetzt. ČEZ gehört laut dem Ranking Česká elita zu den wertvollsten Unternehmen des Landes.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... rdy-312841
/gr/
Chinesischer Kernkraftwerksblock Tianwan 8 mit russischem VVER-Reaktor hat Kaltfunktionstests abgeschlossen
Autor: Jiří Salavec
10. August 2026 oenergetice.cz
Der neue chinesische Reaktorblock im Kernkraftwerk Tianwan hat erfolgreich die Kaltfunktionstests absolviert. Damit ist er von der Bauphase in die Phase der Inbetriebnahme übergegangen. China errichtet gemeinsam mit Russland auf Grundlage eines Vertrags aus dem Jahr 2018 zwei Blöcke des Typs VVER-1200 in dem Kraftwerk. Nach der Inbetriebnahme des achten Blocks wird die installierte Leistung des Kraftwerks auf 8,4 GW steigen und Tianwan damit zum größten Kernkraftwerk der Welt machen.
Das chinesische Energieunternehmen CNNC (China National Nuclear Corporation) hat einen wichtigen Meilenstein beim Bau des Kernkraftwerksblocks Tianwan 8 bekannt gegeben. Der neue Block des Typs VVER-1200 mit einer installierten Leistung von 1200 MW hat erfolgreich die Kaltfunktionstests absolviert.
„Damit ist der vollständige Übergang des achten Blocks des Kernkraftwerks Tianwan von der Bauphase in die Phase der Inbetriebnahme abgeschlossen. Gleichzeitig haben wir eine solide Grundlage für die anschließenden Heißfunktionstests und die Beladung mit Brennelementen geschaffen“, teilte CNNC in einer Pressemitteilung mit.
Der Hauptzweck der Kaltfunktionstests besteht darin, die Dichtheit des Primärkreislaufs und weiterer Komponenten – darunter Druckbehälter, Rohrleitungen und Ventile der nuklearen sowie der konventionellen Insel – zu überprüfen und die Hauptkühlmittelleitungen zu reinigen. Vor der Beladung mit Kernbrennstoff stehen für den Block noch die Heißfunktionstests an.
Mit dem Bau des achten Blocks des Kernkraftwerks Tianwan begannen die Techniker offiziell im Februar 2022. Nach den derzeitigen Plänen soll der neue Block im kommenden Jahr den kommerziellen Betrieb aufnehmen.
Chinesisch-russische Zusammenarbeit im Nuklearbereich….
Das russische Unternehmen Rosatom hat im Kernkraftwerk Tianwan bereits vier Kernkraftwerksblöcke des Typs VVER-1000 in Betrieb genommen. Die ersten beiden erzeugen seit dem Jahr 2007 Strom, das zweite Paar seit dem Jahr 2018. Im Jahr 2018 vereinbarte China zudem die Lieferung der Blöcke 7 und 8.
Die Blöcke Tianwan 5 und 6 sind mit chinesischen Reaktoren des Typs ACPR-1000 ausgestattet, die in den Jahren 2020 bzw. 2021 in Betrieb genommen wurden. Sobald die Techniker die letzten beiden Blöcke in Betrieb genommen haben, wird das Kernkraftwerk Tianwan mit einer installierten Leistung von rund 8,4 GW zum größten Kernkraftwerk der Welt.
„Die Blöcke 1 bis 6 des Kernkraftwerks Tianwan gewährleisten seit Langem einen sicheren, stabilen und effizienten Betrieb. Die kumulierte sichere Stromerzeugung hat bereits 500 TWh überschritten. Viele ihrer Betriebs- und Sicherheitskennzahlen gehören weltweit zur Spitze vergleichbarer Blöcke“, ergänzt CNNC.
Das Kernkraftwerk Tianwan wird von der Jiangsu Nuclear Power Corporation betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen von CNNC (50 Prozent), China Power Investment Corporation (30 Prozent) und Jiangsu Guoxin Group (20 Prozent).
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ne-zkousky
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
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Tel: 603 805 799
Inhalt:
„Tschechien kann zu den europäischen Vorreitern bei kleinen modularen Reaktoren gehören“:
Interview mit Silvana Jirotková, Leiterin der Abteilung für die Entwicklung von SMR bei ČEZ.
Neues Batteriespeicherwerk hilft, das Stromnetz zu stabilisieren.
Zahl der Elektroautos steigt, Ladenetz wächst schnell.
ČEZ meldet höheren Gewinn und besseren Ausblick: Für dieses Jahr werden bis zu 35 Milliarden Kronen erwartet.
Ende der Windfall Tax half der Energiefirma ČEZ zu höheren Gewinnen. Nettogewinn übersteigt 18 Milliarden Kronen.
Chinesischer Kernkraftwerksblock Tianwan 8 mit russischem VVER-Reaktor hat Kaltfunktionstests abgeschlossen
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„Tschechien kann zu den europäischen Vorreitern bei kleinen modularen Reaktoren gehören“
11.08.2026 Monatsmagazin Energetika Autorin: Kateřina Táborská
Interview mit: Silvana Jirotková, Leiterin der Abteilung für die Entwicklung von SMR bei ČEZ
In Großbritannien, Tschechien und Schweden sollen die ersten kleinen modularen Kernreaktoren Europas entstehen. Die bislang nur virtuell existierenden Energiequellen der Zukunft rücken in den vergangenen Monaten schnell näher an konkrete Projekte heran. Durch die Beteiligung der ČEZ-Gruppe an dem Unternehmen Rolls-Royce SMR eröffnet sich die Möglichkeit, dass wir als Tschechen bei diesen Technologien in ganz Europa zu den Vorreitern gehören. Wie weit sind die Vorbereitungen für das Projekt in Tschechien und in anderen Ländern? Wo werden neue Fabriken für die Module der Kraftwerke entstehen? Und wie groß sind kleine modulare Reaktoren tatsächlich? Das Magazin ENERGETIKA sprach mit Silvana Jirotková, Leiterin der Abteilung für die Entwicklung von SMR bei ČEZ, a. s.
-Frage: Im April hat ČEZ mit Rolls-Royce SMR einen Vertrag über „Vorbereitungsarbeiten“ unterzeichnet. Was umfasst dieser?
-Man muss sagen, dass die Vorbereitungsarbeiten nicht nur am Standort Temelín, sondern auch an den beiden anderen Standorten in Tušimice und Dětmarovice bereits laufen. Der Vertrag über die sogenannten Early Works wurde konkret für den Standort Temelín unterzeichnet. Das Ergebnis der 60 Monate, für die dieser Vertrag abgeschlossen wurde, sollte ein Dokumentationspaket sein, das alle erforderlichen Genehmigungen umfasst, sowohl aus dem Baurechtsverfahren als auch aus dem Genehmigungsverfahren nach dem Atomgesetz. Das Projekt sollte damit erfolgreich in die Phase vor der eigentlichen Entscheidung über den Bau geführt werden.
-Frage: Wie Sie bereits erwähnt haben, laufen in Temelín bereits die Vorbereitungsarbeiten, einschließlich verschiedener Untersuchungen. Warum sind diese überhaupt notwendig, wenn es sich um einen Kernenergie-Standort handelt, der in der Vergangenheit bereits gründlich untersucht wurde?
-Der Standort hat natürlich seine nukleare Geschichte, was ein großer Vorteil ist und den gesamten Prozess beschleunigt. Deshalb haben wir ihn auch als ersten Standort ausgewählt. Wir verfügen tatsächlich über sehr viele Daten. Die langfristig durchgeführten Strahlungs- und seismischen Überwachungen können genutzt werden. Wir müssen uns jedoch genau den Ort ansehen, an dem gebaut werden soll, und ihn aus geotechnischer, geologischer und hydrogeologischer Sicht buchstäblich mit Bohrungen durchziehen. Wir sind bereits jetzt sicher, dass es machbar sein wird, aber vor Baubeginn müssen wir das Gebiet sehr spezifisch untersuchen.
-Frage: In Temelín ist auch der Bau großer Reaktoren vorgesehen. Vermutlich ist es nicht möglich, gleichzeitig einen großen und einen kleinen Reaktor zu bauen. Werden Sie also um den Zeitplan konkurrieren? Und wer wird eigentlich zuerst fertig sein?
-Wir sind davon überzeugt, dass das SMR-Projekt in Temelín zuerst kommen wird. Die großen Blöcke, sofern der Staat die Option für ihren Bau nutzt, werden entsprechend ihrem eigenen Zeitplan folgen. Dieser wird sehr stark vom Zeitplan der Blöcke in Dukovany abhängen. Wir wollen den großen Blöcken in Temelín zuvorkommen, sodass sich die Bauphasen im Idealfall nicht überschneiden. Falls es doch zu einer Überschneidung kommt, sollte sie nur in Phasen stattfinden, in denen am SMR bereits nicht mehr gebaut wird und an den großen Blöcken noch nicht. Am schwierigsten wäre die Situation, wenn wir zum Zeitpunkt des Betongießens gleichzeitig tätig wären. Das wollen wir vermeiden, aber auch das könnten wir gegebenenfalls bewältigen. Wenn sich das SMR beim möglichen Bau der großen Blöcke in Temelín bereits in der Inbetriebnahmephase befindet, die ebenfalls mehrere Monate dauert, hätte dies keine so großen Auswirkungen auf den Betrieb in der Umgebung. Gleichzeitig werden in diesen Phasen auch nicht dieselben technischen und personellen Kapazitäten beansprucht.
-Frage: Auch wenn Tschechien im europäischen Vergleich noch gut dasteht: Können derart ambitionierte Projekte nicht durch die Deindustrialisierung Europas gefährdet werden – sowohl hinsichtlich der Produktionskapazitäten als auch der verfügbaren Arbeitskräfte? Hinzu kommt, dass in vielen Ländern ein Boom der Kernenergie stattfindet und den Druck weiter erhöht …
-Auf ausreichende personelle Kapazitäten konzentriert sich ČEZ schon seit Langem, denn auch der Generationenwechsel in den bestehenden Kernkraftwerken ist notwendig. Wir organisieren verschiedene Sommeruniversitäten, arbeiten mit Schulen zusammen – von Hochschulen über weiterführende Fachmittel-Schulen bis hin zu Grundschulen – und versuchen, Kinder zu motivieren, nicht nur Kernenergietechnik, sondern Technik allgemein zu studieren. Wir sind es gewohnt, dass wir uns darum selbst bemühen müssen. Gleichzeitig räume ich ein, dass einer der Gründe, warum wir bei SMR zu den Ersten gehören wollten, darin bestand, gezielt möglichst früh die Aufmerksamkeit von Fachkräften und Lieferantenkapazitäten in ganz Europa auf uns zu lenken. Wenn uns beispielsweise die polnischen Kollegen zuvorgekommen wären, hätten sie die Tendenz gehabt, Fachkräfte und Kapazitäten von uns abzuziehen. Jetzt ist es umgekehrt.
-Frage: Wie weit sind die Vorbereitungen an den beiden anderen geplanten Standorten in Tušimice und Dětmarovice?
-In Dětmarovice läuft eine langfristige grundlegende Überwachung, da das Gebiet laut Gesetz fünf Jahre lang beobachtet werden muss, sowohl hinsichtlich der Strahlung als auch der Wasserströmung. Gleichzeitig wurden bereits einige geologische Untersuchungen durchgeführt. In Tušimice haben wir bereits fünf Etappen geologischer Untersuchungen hinter uns. Dort achten wir vor allem auf die Seismotektonik und die geologischen Strukturen. Und zwar nicht nur an den Stellen, an denen wir bauen werden, sondern in einem größeren Umfeld, um aktive Störungen auszuschließen. Sicherheit steht immer an erster Stelle.
-Frage: Beide Standorte haben zahlreiche Vorteile, etwa ihre energiebezogene Vergangenheit sowie die vorhandene Anbindung an Netze und Wasser. Beide Gebiete sind jedoch auch durch einen jahrzehntelangen Bergbau geprägt. Ist das kein Risikofaktor?
-Wir können natürlich nur auf einem Gebiet bauen, das nicht unterminiert ist, was an keinem der beiden Standorte der Fall ist. Das betrifft vor allem Dětmarovice, wo unter Tage Kohle abgebaut wurde. Experten werden untersuchen, ob die historische Bergbautätigkeit in der Umgebung irgendwelche Auswirkungen hat. Auch deshalb wollen wir uns in der Region Mährisch-Schlesien weitere Standorte ansehen, die infrage kommen könnten. Gerade in dieser Region macht SMR sehr viel Sinn – nicht nur wegen der bereits vorhandenen Infrastruktur, sondern auch wegen der industriellen Tätigkeit und damit des Stromverbrauchs.
-Frage: Erwägen Sie den Bau von SMR auch an weiteren Standorten in Tschechien?
-Derzeit nicht.
-Frage: Die Kernenergie genießt in Tschechien große Unterstützung in der Bevölkerung, sodass sie vermutlich nicht vom NIMBY-Effekt betroffen sein wird wie andere Energieprojekte … Was sagen dazu aber die Nachbarn in Österreich oder Polen?
-Was die Kernenergie betrifft, haben wir Tschechen laut Umfragen sogar die positivste Einstellung in Europa und liegen damit noch vor Frankreich. Darüber freuen wir uns, und es hilft den Projekten. Ich denke, dass dies das Ergebnis des erfolgreichen Betriebs der bestehenden Kraftwerke in den vergangenen Jahrzehnten ist. Die tschechische Gesellschaft sieht, dass es sich um einen sicheren Betrieb und eine stabile Quelle für Strom und Wärme handelt und dass es den Regionen in der Nähe der Kraftwerke gut geht.
Dětmarovice liegen sehr nahe an der polnischen Grenze – 800 Meter entfernt. Die Polen selbst haben ehrgeizige Pläne für die Kernenergie, aber man muss mit den Nachbarn sehr intensiv kommunizieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Polen, Slowaken, Österreicher oder Deutsche sind, auch wenn sie nicht direkt an der Projektgrenze leben. Sie müssen genau wissen, was geplant ist.
-Frage: Wird Tschechien das zweite Land sein, in dem ein SMR errichtet wird, oder gibt es in Europa weitere Projekte, die schneller sein könnten?
-Der Plan und die Vereinbarung mit Rolls-Royce SMR sehen vor, dass wir mit unserem Temelín-Projekt dem ersten Projekt in Großbritannien folgen werden, das auf der Insel Anglesey im Norden von Wales gebaut werden soll. Auch die Briten haben für den Bau eines SMR einen traditionellen Kernenergie-Standort ausgewählt, an dem früher bereits ein Kernkraftwerk betrieben wurde. Man muss allerdings sagen, dass es aus Sicht der Kernenergie eine schnelle Abfolge von Projekten sein wird. Es ist nicht so, dass wir warten, bis der erste Block in Großbritannien fertiggestellt ist. Das britische Projekt wird uns jedoch dabei helfen, den Weg zu ebnen und Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen.
-Frage: Rolls-Royce SMR hat kürzlich in Schweden einen Vertrag über drei Reaktoren unterzeichnet. Ändert das etwas?
-Das ist eindeutig ein Pluspunkt, denn damit handelt es sich um das dritte europäische Land, das sich für dieses Design entschieden hat. Das ist ein starkes Argument dafür, dass wir als ČEZ die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit sowohl mit der britischen als auch mit der schwedischen Seite. Die Synergien werden erheblich sein.
-Frage: Der britische Lieferant hat kürzlich bekannt gegeben, dass er weltweit bis zu 60 Blöcke bauen möchte …
-Die Ambitionen sind groß. Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Energiequellen ersetzt werden müssen, darunter auch Kernkraftwerke, die in den 1970er- und 1980er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut wurden, wird deutlich, dass es um Dutzende bis niedrige Hunderte Gigawatt gehen wird. Natürlich werden nicht alle durch Kernenergie ersetzt und auch nicht alle durch kleine oder mittelgroße Reaktoren. Dennoch wird es notwendig sein, zahlreiche neue Energiequellen zu errichten. Die Ambitionen liegen tatsächlich bei mehreren Dutzend Anlagen in Europa, aber es gibt auch weitere Pläne weltweit.
-Frage: Warum verwenden wir bei diesen Technologien eigentlich noch das Wort „klein“, wenn sie inzwischen überhaupt nicht mehr klein sind und das Genehmigungsverfahren keineswegs einfacher ist?
-In ihren Plänen spricht die Tschechische Republik von kleinen und mittelgroßen Reaktoren. Sagen wir es so: Unserer ist tatsächlich nicht „small“. Eine elektrische Leistung von 470 MW ist keine geringe Leistung. Entscheidend ist vielmehr das Wort „modular“. Die Modularität soll den Vorteil und die Wettbewerbsfähigkeit dieses Designs ausmachen. Sie soll ermöglichen, den Bau schneller als bei konventionellen Blöcken durchzuführen und ihn dadurch günstiger zu machen. Die Module werden unter kontrollierten Fabrikbedingungen vorgefertigt, mit der erforderlichen Qualitätssicherung und Prüfung. In Käfigmodulen werden sie zum Standort transportiert und dort nur noch zusammengesetzt – und zwar sogar in einer überdachten Umgebung in einer provisorischen Halle, sodass auch dort unabhängig vom Wetter schnelle Bauarbeiten möglich sind.
Wir haben die Ingenieure von Rolls-Royce gefragt, warum sie gerade eine Größe von 470 MW gewählt haben. Sie erklärten uns, dass sie den Auftrag erhalten hatten, ein Design zu entwickeln, das einerseits noch eine ausreichend große Leistung besitzt und andererseits so klein ist, dass es auf der Straße transportiert werden kann. Das Ergebnis waren 470 MW.
-Frage: Sie haben erwähnt, dass die einzelnen Module separat in Fabriken hergestellt werden sollen. Werden dafür völlig neue Werke entstehen oder handelt es sich um Produktionshallen bei bestehenden Herstellern?
-Es wird eine Kombination aus beidem sein. Natürlich werden sowohl bestehende als auch neue Kapazitäten der Lieferanten genutzt werden, was Investitionen voraussetzt. Das ist auch eine hervorragende Gelegenheit für tschechische Zulieferunternehmen, in ihre Produktionsstätten zu investieren. Wir gehen aber auch davon aus, dass für einige Komponenten völlig neue Fabriken gebaut werden.
Es wird mehr als tausend Module geben, aus denen das gesamte Kraftwerk besteht. Einige davon werden einfacher sein und keine technologischen Komponenten enthalten. Bei der Herstellung der Module mit kritischen Komponenten wird Rolls-Royce SMR als Hauptaufsicht seine Kontrolle behalten wollen. Für diese Komponenten werden daher wahrscheinlich neue Fabriken entstehen.
-Frage: Haben Sie bereits Vorstellungen davon, wo diese entstehen könnten?
-Wir hoffen, dass sich zumindest die zweite in Tschechien befinden wird, während die erste in Großbritannien entstehen sollte. Aber auch beispielsweise Škoda JS wird seine Kapazitäten erweitern.
-Frage: Wird der Bau von SMR tatsächlich günstiger sein?
-Langfristig ja. Sie werden sehr wettbewerbsfähig sein, aber der Effekt, der durch die Verkürzung der Bauzeit entsteht, wird erst ab der dritten oder einer späteren Einheit zum Tragen kommen. Beim ersten Block wird das sicherlich nicht der Fall sein. Bei unseren Projekten glauben wir jedoch bereits daran, dass sich die Lernkurve bemerkbar machen wird.
-Frage: Ist bereits eine Diskussion über die Finanzierung der tschechischen SMR eröffnet worden?
-Ich würde es eher als erste Sondierung bezeichnen. Die ČEZ-Gruppe wird darüber mit dem Staat verhandeln, der sich bisher durch die Regierung positiv zu SMR geäußert hat. Konkrete Gespräche stehen allerdings noch bevor. Wir gehen davon aus, dass das Finanzierungsmodell ähnlich wie bei den Blöcken in Dukovany aussehen wird, also ein Darlehen oder eine staatliche Garantie für ein Darlehen sowie Verträge über die künftige Abnahme des erzeugten Stroms.
Bei weiteren Projekten werden wir wahrscheinlich auch eine Finanzierung aus privaten Quellen anstreben, da diese am Finanzmarkt ebenfalls als aussichtsreiche langfristige Investition betrachtet werden dürften.
-Frage: Viel wird über die Beteiligung der tschechischen Industrie am Ausbau von Dukovany gesprochen, aber auch bei SMR wird sie sicherlich entscheidend sein. Der Verband der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik (SECR) hat kürzlich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer (HKCR) ein Seminar über die Möglichkeiten einer Beteiligung tschechischer Unternehmen an dem Projekt veranstaltet. Wie beurteilen Sie deren Chancen?
-Es war sogar bereits die dritte vergleichbare Veranstaltung, diesmal erstmals in Zusammenarbeit mit SEČR und der HKČR. Ziel ist es, den tschechischen Zulieferunternehmen diese Möglichkeit aufzuzeigen, und die Informationen werden von Treffen zu Treffen konkreter.
Der Aufbau einer Lieferkette ist eine Arbeit für zwei bis drei Jahre. Was wir jetzt versuchen, ist, tschechischen Unternehmen die Türen zu Rolls-Royce SMR zu öffnen und ihnen möglichst viele Informationen zu vermitteln. Natürlich können und wollen wir keine Unternehmen bevorzugen oder ihnen den Weg ebnen. Deshalb appellieren wir an sie, die Vorbereitung nicht zu unterschätzen, denn niemand wird ihnen den Weg ebnen.
Wir müssen aber auch zugeben, dass einer der Gründe, warum Rolls-Royce SMR gerade mit ČEZ eine Partnerschaft eingehen wollte, darin liegt, dass es in Tschechien eine starke Lieferkette gibt.
-Frage: Rolls-Royce SMR hat bereits bekannt gegeben, dass Škoda JS zu den bevorzugten Unternehmen gehört. Škoda JS gehört zur ČEZ-Gruppe, die Sie erwähnt haben …
-Škoda JS ist sehr gut aufgestellt und wurde als einer von zwei Lieferanten für Schlüsselkomponenten der nuklearen Insel ausgewählt. Es gibt jedoch noch mehrere weitere tschechische Unternehmen, die im Rennen sind.
Rolls-Royce SMR baut seine Lieferkette so auf, dass es für einzelne Bereiche – etwa die Turbineninsel oder die nukleare Insel, Logistik und Modularisierung – jeweils seine wichtigsten Partner hat. Diese Tier-1-Partner wiederum haben eine ganze Reihe weiterer Lieferanten, mit denen sie Verträge abschließen.
Auch mit diesen Tier-1-Partnern führen wir als ČEZ-Gruppe Gespräche und versuchen, sie mit tschechischen Unternehmen zusammenzubringen.
-Frage: Sie verfolgen sicherlich die weltweite Entwicklung der Technologien für modulare Reaktoren. Wird das SMR in Nordwales das erste echte SMR der Welt sein? Wird uns Kanada zuvorkommen?
-Darauf würde ich nicht wetten. Das Projekt in der kanadischen Provinz Ontario ist derzeit weiter fortgeschritten; dort laufen bereits vorbereitende Bauarbeiten. Dort arbeitet man mit einem Design von GE Vernova, das auch bei uns zu den Kandidaten gehörte, letztlich aber nicht ausgewählt wurde. Wir werden sehen, wie es dort vorangeht.
Es gibt Projekte in Russland und China, die jedoch auf anderen Designs basieren. Diese Gebiete beobachten wir daher nicht so intensiv, auch weil wir dazu keine entsprechenden Möglichkeiten haben.
Gespräch mit: Ing. Silvana Jirotková
Sie studierte an der Fakultät für Wirtschaft und Unternehmertum der Schlesischen Universität in Opava. Ab 2002 arbeitete sie bei CzechInvest, ab dem Jahr 2018 war sie dessen Generaldirektorin. Anschließend war sie im tschechischen Ministerium für Industrie und Handel als stellvertretende Ministerin tätig, mit Zuständigkeit für Wirtschaftsstrategie, die Entwicklung des unternehmerischen Umfelds, Qualität und Verbraucherschutz. Seit dem Jahr 2022 leitet sie bei ČEZ, a. s., die Abteilung für die Entwicklung von SMR.
/gr/
Neues Batteriespeicherwerk hilft, das Stromnetz zu stabilisieren
11.08.2026 TageszeitungMladá fronta DNES Seite 10 Autor: Darek Štalmach
OSTRAVA – Der Eingang zum neuen Batteriespeicher der Gesellschaft TGA Central erinnert an eine Festungsmauer aus riesigen Legosteinen. Das Unternehmen aus der Krnover TGA Holding hat ihn im Ostravaer Stadtteil Kunčice errichtet. Der Speicher mit einer Leistung von 12,5 Megawatt und einer Kapazität von 33 Megawattstunden besteht aus elf Containern, die jeweils eine Leistung von rund 1,2 Megawatt und eine Kapazität von etwa 3 Megawattstunden haben. Die Batterien werden flüssigkeitsgekühlt und verfügen über ein automatisches Löschsystem.
Die neue Anlage in Kunčice soll vor allem dazu dienen, die Stabilität des Stromnetzes aufrechtzuerhalten und Unterschiede zwischen Stromerzeugung und -verbrauch auszugleichen.
„Vereinfacht gesagt speichern wir Energie, wenn im Netz ein Überschuss vorhanden ist, also wenn die Erzeugung höher ist als der Verbrauch. Beispielsweise in den Abendstunden speisen wir sie dagegen wieder ins Netz ein, wenn die Erzeugung niedriger ist als der Verbrauch“, erklärte Robin Peška, Geschäftsführer von TGA Central. Die Batterien könnten zudem für Regelenergie- und Systemdienstleistungen eingesetzt werden.
In Ostrava handelt es sich nicht um den ersten großen Batteriespeicher. Seit dem Jahr 2024 betreibt ČEZ in Vítkovice einen Speicher mit einer Leistung von 10 Megawatt und einer Kapazität von knapp 10 Megawattstunden. Die Anlage in Kunčice hat damit etwa die dreifache Kapazität. Zu den weiteren großen Projekten in Tschechien gehört beispielsweise eine Hybridanlage in Vraňany bei Mělník, deren Batteriespeicher eine Leistung von 20 Megawatt und eine Kapazität von 22 Megawattstunden hat.
„Ostrava liegt unserem Holding besonders am Herzen, denn hier haben wir angefangen“, sagte der Eigentümer der TGA Holding, Georgios Tavandzis. „Die Investitionen in den gesamten Batteriespeicher beliefen sich auf 600 Millionen Kronen.“ Das Unternehmen betreibt bereits einen Speicher in Krnov. Mit der Fertigstellung der Anlage in Kunčice hat es seinen ursprünglichen Plan abgeschlossen.
Weitere große Batteriespeicher sind in Vorbereitung. Mitarbeiter von ČEZ hatten bereits zuvor ein ähnliches Projekt auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks in Dětmarovice angekündigt. Auch TGA will seine Kapazitäten ausbauen. „Derzeit erwägen wir, diese Batterie um weitere 2,5 Megawatt zu erweitern“, ergänzte Robin Peška.
Das Unternehmen sucht gleichzeitig nach weiteren Möglichkeiten. Nach Angaben seiner Vertreter werden diese jedoch durch die verfügbare Anschlussleistung und Kapazität des Verteilnetzes begrenzt.
„Es ist ein Geschäft wie jedes andere. Die Frage ist, ob jemand dieses Risiko weiterhin eingehen wird, denn das Netz füllt sich schnell, und je mehr solcher Anlagen es gibt, desto stärker werden die Preise sinken“, schloss Georgios Tavandzis.
33 Megawattstunden beträgt die Kapazität des neuen Batteriespeichers in Ostrava.
/gr/
Zahl der Elektroautos steigt, Ladenetz wächst schnell
11.08.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 12 (mah)
TSCHECHIEN – Das öffentliche Ladenetz für Elektrofahrzeuge in Tschechien wächst weiter. Im ersten Halbjahr dieses Jahres kamen rund 500 neue Ladestationen hinzu, sodass ihre Gesamtzahl 3668 erreichte. Gleichzeitig stieg die Menge des entnommenen Stroms deutlich an. Dies geht aus Angaben des Ministeriums für Industrie und Handel, von Energieunternehmen und des Verkehrsforschungszentrums (CDV) hervor.
Derzeit sind insgesamt 6404 Ladepunkte in Betrieb, davon 2750 Schnellladepunkte mit einer Leistung von mehr als 22 Kilowatt. Experten zufolge ist das derzeitige Netz auch auf einen deutlichen Anstieg der Zahl von Elektrofahrzeugen ausreichend vorbereitet.
„Nach den neuesten Daten ist das tschechische Netz auf etwa dreieinhalbmal so viele Fahrzeuge vorbereitet, wie heute in unserem Land unterwegs sind. Die meisten Länder der Europäischen Union liegen in diesem Vergleich hinter uns“, sagte Lukáš Kadula, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Verkehrsforschungszentrums.
Das öffentliche Ladenetz wird weiter ausgebaut. ČEZ hat in diesem Jahr seine tausendste Ladestation eröffnet und will bis Ende des Jahres 1200 Stationen betreiben. Auch Pražská energetika erweitert ihr Ladenetz. Das PRE-POINT-Netz umfasst inzwischen 928 Stationen.
Auch die beim Laden entnommene Strommenge steigt – im PRE-POINT-Netz um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bei ČEZ um 29 Prozent.
Auch Unternehmen laden ihre Fahrzeuge häufiger. Nach Angaben des Unternehmens Axigon, das Firmen Ladekarten für das Laden von Elektrofahrzeugen anbietet, führten seine Kunden im ersten Halbjahr rund 40.000 Ladevorgänge durch und entnahmen dabei fast eine Gigawattstunde Strom. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht dies einem Anstieg um etwa ein Drittel.
„Immer mehr Unternehmen und Gewerbetreibende setzen auf Elektromobilität und suchen nach einer einfachen Lösung, die das Laden über verschiedene Netze hinweg ermöglicht“, sagte Damir Duraković, Generaldirektor von Axigon.
Nach Angaben des Verkehrsforschungszentrums machten batterieelektrische Fahrzeuge im ersten Halbjahr 6,8 Prozent aller neu zugelassenen Pkw aus. Von den rund 8500 neu zugelassenen Elektroautos entfiel der größte Anteil auf die Marke Škoda. Fast vier Fünftel der neuen Elektroautos wurden dabei von Unternehmen oder anderen Organisationen zugelassen.
Experten erwarten, dass mit der steigenden Zahl von Elektrofahrzeugen auch die Auslastung der öffentlichen Ladestationen schrittweise zunehmen wird. Heute ist ihre Kapazität ihnen zufolge noch größer, als es die derzeitige Zahl der Fahrzeuge erfordert.
/gr/
ČEZ meldet höheren Gewinn und besseren Ausblick: Für dieses Jahr werden bis zu 35 Milliarden Kronen erwartet
ČTK
11. August 2026, oenergetice.cz
Der Energiekonzern ČEZ hat im ersten Halbjahr dieses Jahres 18,1 Milliarden Kronen verdient. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg damit im Jahresvergleich um zehn Prozent. Dazu trug vor allem das Ende der Erhebung der sogenannten Windfall Tax auf unerwartete Gewinne bei. Im Vergleich zum Vorjahr gingen dagegen das operative Ergebnis und die Umsatzerlöse des Unternehmens zurück. Dies geht aus den heute von ČEZ veröffentlichten Zahlen hervor. Das Management des Unternehmens erhöhte zugleich den Ausblick für das Gesamtjahr. Beim Nettogewinn rechnet es nun mit 31 bis 35 Milliarden Kronen für das Gesamtjahr.
Im Vergleich zum Vorjahr gingen die operativen Umsatzerlöse von ČEZ um fünf Prozent auf 159,7 Milliarden Kronen zurück. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) sank ebenfalls um ein Fünftel auf 59 Milliarden Kronen. Ursache war nach Angaben des Unternehmens vor allem der Rückgang der erzielten Preise für den erzeugten Strom. Der bereinigte Nettogewinn, der für den Vorschlag zur Dividendenausschüttung relevant ist, stieg im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 17,8 Milliarden Kronen.
Als Reaktion auf die Geschäftsentwicklung erhöhte ČEZ seine Prognose für die Jahresziele 2026. Beim operativen Ergebnis rechnet das Unternehmen nun mit 109 bis 114 Milliarden Kronen, beim bereinigten Nettogewinn mit 31 bis 35 Milliarden Kronen. Hauptgründe für die Anhebung der Prognose sind nach Angaben des Unternehmens die verbesserte Geschäftsentwicklung im Bereich Verteilung, die höhere Stromerzeugung der Kernkraftwerke sowie gestiegene erzielte Strompreise infolge der Krise am Persischen Golf, die zu einem Anstieg der Marktpreise für Energie-Rohstoffe geführt hat.
„Die Anhebung der EBITDA-Jahresprognose ist das Ergebnis des stabilen und sicheren Betriebs unserer Erzeugungsanlagen, der Verkürzung der Stillstandszeiten in den Kernkraftwerken und der verbesserten Aussichten für das Segment Verteilung. Die Stabilität und Zuverlässigkeit unserer Erzeugungsanlagen und Verteilnetze wollen wir auch in Zukunft aufrechterhalten. Dem entspricht auch der Anstieg der Investitionen“, sagte Daniel Beneš, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der ČEZ-Gruppe.
Die Investitionen der Gruppe beliefen sich nach seinen Angaben im ersten Halbjahr auf 30,2 Milliarden Kronen und lagen damit 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Unternehmen investierte das Geld vor allem in emissionsfreie Energiequellen, die Modernisierung und Verstärkung der Verteilnetze sowie in die Vorbereitung strategischer Energieprojekte.
Die Stromerzeugung von ČEZ stieg im Jahresvergleich um ein Prozent auf 26,1 Terawattstunden (TWh). Dies war vor allem auf das starke zweite Quartal zurückzuführen, in dem die Stromproduktion in konventionellen Kraftwerken aufgrund der Situation an den Märkten zunahm. Die Stromverteilung im Verteilgebiet von ČEZ Distribuce stieg im Jahresvergleich um drei Prozent auf 17,8 TWh, kalender- und temperaturbereinigt um 1,3 Prozent. Die Gasverteilung im Gebiet der zur Gruppe gehörenden Gesellschaft GasNet nahm im Jahresvergleich um acht Prozent auf 36,8 TWh zu. Drei Prozentpunkte davon waren auf das kältere Wetter zurückzuführen, die verbleibenden fünf Prozent auf die Übernahme des Verteilnetzunternehmens Gas Distribution.
Die ČEZ-Gruppe gehört zu den größten Energieunternehmen in Tschechien. Ihr Mehrheitsaktionär ist der Staat, der über das Finanzministerium rund 70 Prozent der Aktien hält. Die Regierung aus ANO, SPD und Motoristen hat in den vergangenen Wochen einen Plan zur vollständigen Kontrolle über das Unternehmen angekündigt. Sie will dies noch in der laufenden Wahlperiode umsetzen. ČEZ hat in den vergangenen Wochen eine neue Tochtergesellschaft, ČEZ Energy, gegründet, in die der nicht zur Stromerzeugung gehörende Teil des Unternehmens eingebracht werden soll. Nach Einschätzung von Analysten handelt es sich dabei um einen ersten Schritt zur Verstaatlichung des Unternehmens.
Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... iard-korun
/gr/
Ende der Windfall Tax half der Energiefirma ČEZ zu höheren Gewinnen. Nettogewinn übersteigt 18 Milliarden Kronen
11.8.2026 Seznam Zpravy
Autor: Sofie Krýžová
Das Ende der Windfall Tax hat dem Energiekonzern ČEZ zu einem höheren Gewinn verholfen. Im ersten Halbjahr stieg er um zehn Prozent. Der Konzern erhöhte auch seine Gewinnprognose.
Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) des Energiekonzerns ČEZ erreichte im ersten Halbjahr dieses Jahres 59 Milliarden Kronen. Im Jahresvergleich ging es vor allem aufgrund niedrigerer Preise für den erzeugten Strom um ein Fünftel zurück, während der Nettogewinn im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 18,1 Milliarden Kronen stieg. Seit diesem Jahr zahlen Energieunternehmen nämlich keine Steuer mehr auf unerwartete Gewinne, die sogenannte Windfall Tax. Der bereinigte Nettogewinn, der für den Dividendenvorschlag relevant ist, erreichte 17,8 Milliarden Kronen und lag damit sieben Prozent über dem Vorjahreswert.
Die ČEZ-Gruppe erhöhte zudem ihre Gewinnprognose für das gesamte Jahr 2026.Beim EBITDA erwartet sie 109 bis 114 Milliarden Kronen, beim bereinigten Nettogewinn rechnet sie mit 31 bis 35 Milliarden Kronen. Dies geht aus den Ergebnissen des Konzerns für das erste Halbjahr hervor.
Die wichtigsten Gründe für die Verbesserung der Prognose sind die bessere Geschäftsentwicklung im Bereich der Verteilung, die höhere Stromerzeugung der Kernkraftwerke sowie steigende Energiepreise infolge der Krise am Persischen Golf, die zu einem Anstieg der Marktpreise für Strom und Gas geführt hat.
„Die Anhebung der EBITDA-Jahresprognose auf 109 bis 114 Milliarden Kronen ist das Ergebnis des stabilen und sicheren Betriebs unserer Erzeugungsanlagen, der Verkürzung der Stillstandszeiten in den Kernkraftwerken und der verbesserten Aussichten für das Segment Verteilung“, sagte Daniel Beneš, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der ČEZ-Gruppe.
Die operativen Umsatzerlöse der ČEZ-Gruppe beliefen sich auf 159,7 Milliarden Kronen und lagen damit fünf Prozent unter dem Vorjahreswert.
Die Stromerzeugung stieg im Jahresvergleich um ein Prozent auf 26,1 TWh, vor allem dank des starken zweiten Quartals, in dem die Stromproduktion in konventionellen, also auch in Kohlekraftwerken, aufgrund der Marktsituation zunahm. Die Stromerzeugung in den Kernkraftwerken ging dagegen weniger stark als erwartet zurück, weil die geplanten Stillstände verkürzt werden konnten.
„Wir wollen die Stabilität und Zuverlässigkeit unserer Erzeugungsanlagen und Verteilnetze auch in Zukunft aufrechterhalten. Dem entspricht auch der Anstieg der Investitionen. Insgesamt beliefen sich die Investitionen auf 30 Milliarden Kronen, was einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht“, sagte Beneš.
Die Investitionsmittel flossen vor allem in emissionsfreie Energiequellen, die Modernisierung und Verstärkung der Verteilnetze sowie die Vorbereitung strategischer Energieprojekte. Beispielsweise wird der Bau der ZEVO Mělník – einer Anlage zur thermischen Abfallbehandlung – fortgesetzt. ČEZ gehört laut dem Ranking Česká elita zu den wertvollsten Unternehmen des Landes.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... rdy-312841
/gr/
Chinesischer Kernkraftwerksblock Tianwan 8 mit russischem VVER-Reaktor hat Kaltfunktionstests abgeschlossen
Autor: Jiří Salavec
10. August 2026 oenergetice.cz
Der neue chinesische Reaktorblock im Kernkraftwerk Tianwan hat erfolgreich die Kaltfunktionstests absolviert. Damit ist er von der Bauphase in die Phase der Inbetriebnahme übergegangen. China errichtet gemeinsam mit Russland auf Grundlage eines Vertrags aus dem Jahr 2018 zwei Blöcke des Typs VVER-1200 in dem Kraftwerk. Nach der Inbetriebnahme des achten Blocks wird die installierte Leistung des Kraftwerks auf 8,4 GW steigen und Tianwan damit zum größten Kernkraftwerk der Welt machen.
Das chinesische Energieunternehmen CNNC (China National Nuclear Corporation) hat einen wichtigen Meilenstein beim Bau des Kernkraftwerksblocks Tianwan 8 bekannt gegeben. Der neue Block des Typs VVER-1200 mit einer installierten Leistung von 1200 MW hat erfolgreich die Kaltfunktionstests absolviert.
„Damit ist der vollständige Übergang des achten Blocks des Kernkraftwerks Tianwan von der Bauphase in die Phase der Inbetriebnahme abgeschlossen. Gleichzeitig haben wir eine solide Grundlage für die anschließenden Heißfunktionstests und die Beladung mit Brennelementen geschaffen“, teilte CNNC in einer Pressemitteilung mit.
Der Hauptzweck der Kaltfunktionstests besteht darin, die Dichtheit des Primärkreislaufs und weiterer Komponenten – darunter Druckbehälter, Rohrleitungen und Ventile der nuklearen sowie der konventionellen Insel – zu überprüfen und die Hauptkühlmittelleitungen zu reinigen. Vor der Beladung mit Kernbrennstoff stehen für den Block noch die Heißfunktionstests an.
Mit dem Bau des achten Blocks des Kernkraftwerks Tianwan begannen die Techniker offiziell im Februar 2022. Nach den derzeitigen Plänen soll der neue Block im kommenden Jahr den kommerziellen Betrieb aufnehmen.
Chinesisch-russische Zusammenarbeit im Nuklearbereich….
Das russische Unternehmen Rosatom hat im Kernkraftwerk Tianwan bereits vier Kernkraftwerksblöcke des Typs VVER-1000 in Betrieb genommen. Die ersten beiden erzeugen seit dem Jahr 2007 Strom, das zweite Paar seit dem Jahr 2018. Im Jahr 2018 vereinbarte China zudem die Lieferung der Blöcke 7 und 8.
Die Blöcke Tianwan 5 und 6 sind mit chinesischen Reaktoren des Typs ACPR-1000 ausgestattet, die in den Jahren 2020 bzw. 2021 in Betrieb genommen wurden. Sobald die Techniker die letzten beiden Blöcke in Betrieb genommen haben, wird das Kernkraftwerk Tianwan mit einer installierten Leistung von rund 8,4 GW zum größten Kernkraftwerk der Welt.
„Die Blöcke 1 bis 6 des Kernkraftwerks Tianwan gewährleisten seit Langem einen sicheren, stabilen und effizienten Betrieb. Die kumulierte sichere Stromerzeugung hat bereits 500 TWh überschritten. Viele ihrer Betriebs- und Sicherheitskennzahlen gehören weltweit zur Spitze vergleichbarer Blöcke“, ergänzt CNNC.
Das Kernkraftwerk Tianwan wird von der Jiangsu Nuclear Power Corporation betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen von CNNC (50 Prozent), China Power Investment Corporation (30 Prozent) und Jiangsu Guoxin Group (20 Prozent).
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ne-zkousky
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
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Gabi Reitinger
- Beiträge: 664
- Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34
Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 12.August 2026:
Inhalt:
Das Industrieministerium will bei Dukovany das Licht „ausschalten“. Wichtige Verträge sollen künftig nicht mehr im Vertragsregister zugänglich sein.
Nuklearwissenschaftler Radek Škoda: Das Kernkraftwerk Paks benötigt zum Kühlen zwei Moldaus. In Tschechien ist die Situation gut.
Quallenansturm schränkt Betrieb des größten Atomkraftwerks Westeuropas ein: EDF musste drei Reaktoren abschalten.
Finanzvorstand von ČEZ: Bewertung der Unternehmen, die an die Börse gebracht werden könnten, hat bereits begonnen
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Das Industrieministerium will bei Dukovany das Licht „ausschalten“. Wichtige Verträge sollen künftig nicht mehr im Vertragsregister zugänglich sein
Autor:Martin Voříšek
12. August 2026, oenergetice.cz
Das Ministerium für Industrie und Handel (MPO) schlägt eine umfassendere Änderung des sogenannten Niedrig-Kohlenstoff-Gesetzes vor, die vor allem die Regeln für die Förderung neuer Kernkraftwerke technisch vereinheitlichen soll. Für die Öffentlichkeit ist jedoch eine Einschränkung der Transparenz die auffälligste Änderung: Ausgewählte wichtige Verträge über den Bau von Kernkraftwerksblöcken, darunter auch der Differenzvertrag zur Förderung neuer Energiequellen, müssten künftig nicht mehr im Vertragsregister veröffentlicht werden. Einige bereits veröffentlichte Dokumente könnten zudem wieder unzugänglich gemacht werden.
Das Ministerium für Industrie und Handel hat in dieser Woche den Entwurf einer Novelle des sogenannten Niedrig-Kohlenstoff-Gesetzes, also des Gesetzes Nr. 367/2021 Slg. über Maßnahmen für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Energiewirtschaft, sowie entsprechende Änderungen des Energiegesetzes und des Gesetzes über das Vertragsregister veröffentlicht. Formal geht es vor allem um die Anpassung des Fördermechanismus, der Verfahren zum Abschluss von Verträgen und die Abrechnung von Ausgleichszahlungen für neue Kernkraftwerke.
Als grundlegendes Fördermodell soll die Novelle einen Vertrag über ein Ausgleichsregime einführen, also eine Art zweiseitigen Differenzvertrag (Contract for Difference, CfD). Ein Stromabnahmevertrag soll als Alternative bestehen bleiben, sofern die Regierung dies durch einen Beschluss festlegt. Das Ministerium begründet den Vorschlag damit, dass die derzeitige Entscheidungspraxis der Europäischen Kommission die Nutzung eines Ausgleichsregimes bevorzugt.
Der Entwurf sieht außerdem ausdrücklich vor, dass kein Rechtsanspruch auf den Abschluss eines Fördervertrags oder auf eine Förderung in einer bestimmten Höhe besteht. Stromabnahmeverträge und Verträge über ein Ausgleichsregime sollen künftig als öffentlich-rechtliche Verträge gelten und nicht mehr als privatrechtliche Verträge, wie es die derzeitige Regelung vorsieht.
Bevor die Novelle in Kraft treten kann, muss sie das Stellungnahmeverfahren und den Gesetzgebungsprozess durchlaufen und in der Gesetzessammlung veröffentlicht werden. Der endgültige Wortlaut kann sich daher noch ändern.
Wichtige Verträge zur Ausschreibung für das Kernkraftprojekt sollen aus dem Register verschwinden
Eine wesentlich größere praktische Bedeutung könnte die Änderung des Gesetzes über das Vertragsregister haben. Die neue Ausnahme von der Pflicht zur Veröffentlichung im Vertragsregister soll Verträge über die Nutzung der Kernenergie, Kernbrennstoffe, abgebrannte Brennelemente, Kernmaterial und radioaktive Abfälle umfassen. Gleiches soll für Lieferungen, Dienstleistungen, Bauarbeiten und Rechte gelten, die direkt oder indirekt mit diesen Bereichen zusammenhängen.
Die Öffentlichkeit würde damit künftig keine Einzelheiten dieser Verträge mehr erfahren. Ausdrücklich genannt wird der Vertrag über ein Ausgleichsregime, also der Vertrag, auf dessen Grundlage dem Betreiber neuer Kernkraftwerke eine Förderung ausgezahlt wird oder der Kraftwerksbetreiber an den Staat zahlen muss, wenn der Strompreis am Day-Ahead-Markt über dem im Vertrag festgelegten Preis (Strike Price) liegt.
Gerade diese Dokumente werden das finanzielle Verhältnis zwischen Staat und Investor, die grundlegenden Parameter der Förderung sowie die Bedingungen zum Schutz der Sicherheitsinteressen des Staates festlegen.
Der Entwurf ermöglicht zudem, bereits im Vertragsregister veröffentlichte Verträge unzugänglich zu machen, wenn sie künftig unter eine der Ausnahmen fallen. Eine Übergangsbestimmung besagt gleichzeitig, dass eine frühere Nichtveröffentlichung oder fehlerhafte Veröffentlichung dieser Verträge nicht dazu führen soll, dass sie unwirksam oder nichtig werden.
Ministerium befürchtet Unwirksamkeit von Verträgen bei fehlerhafter Veröffentlichung
Das Ministerium argumentiert mit der geschäftlichen Sensibilität von Nuklearverträgen und dem Risiko, dass eine fehlerhafte Veröffentlichung eines Teils der umfangreichen Vertragsdokumentation deren Wirksamkeit gefährden könnte. In der Begründung werden ausdrücklich Projekte für neue Kernkraftwerke, die Modernisierung kerntechnischer Anlagen sowie der Einkauf von Brennstoff als Bereiche genannt, in denen die Rechtssicherheit der Vertragsparteien Vorrang vor der Transparenz haben soll.
Das Ziel der Novelle ist auch die Behebung gesetzgeberischer Mängel, die bei der vorherigen Änderung des Gesetzes entstanden sind. In der Begründung heißt es, dass die zentrale Novelle aus dem Jahr 2023, mit der der Vertrag über ein Ausgleichsregime eingeführt wurde, auf Grundlage eines von Abgeordneten eingebrachten Änderungsantrags verabschiedet worden sei und die daraus hervorgegangene Regelung nicht in jeder Hinsicht vollständig gewesen sei.
Der Fall zeigt damit zugleich eine grundsätzliche Schwäche der tschechischen (Energie-)Gesetzgebung. Grundlegende Novellen entstehen häufig erst während der Beratung im Abgeordnetenhaus, ohne das vollständige reguläre Gesetzgebungsverfahren zu durchlaufen, und erfordern anschließend schnelle technische Korrekturen.
Quelle: https://oenergetice.cz/energeticka-legi ... stru-smluv
/gr/
Nuklearwissenschaftler Radek Škoda: Das Kernkraftwerk Paks benötigt zum Kühlen zwei Moldaus. In Tschechien ist die Situation gut
12.8.2026
irozhlas.cz / Tschechischer Rundfunk
„Wir erwärmen das Wasser in den Flüssen nicht – schon allein deshalb, weil wir in Tschechien keine so großen Flüsse haben, um auf diese Weise kühlen zu können. Bei uns erfolgt die Kühlung in einem geschlossenen Kreislauf“, erklärt der Nuklearwissenschaftler Radek Škoda, der an der Tschechischen Technischen Universität in Prag, der Technischen Universität Liberec und der Westböhmischen Universität in Pilsen tätig ist, gegenüber dem Tschechischen Rundfunk Dvojka. Wird Ungarn gezwungen sein, Energie einzusparen? Und warum gibt es in Tschechien einen Mangel an Nuklearwissenschaftlern?
Wir befinden uns mitten in der fünften Hitzewelle, begleitet von anhaltender Trockenheit. Das ausgetrocknete Tschechien wird auch durch Satellitenaufnahmen bestätigt. Die bisherigen Temperaturrekorde und die geringen Niederschläge hatten in Teilen Europas negative Auswirkungen auf die Stromerzeugung aus Kernenergie. Besonders betroffen sind Ungarn und Rumänien, aber auch Frankreich.
Gast im Studio: Nuklearwissenschaftler Radek Škoda.
„Es ist wenig bekannt, aber zwei Drittel der Wärme, die Kernkraftwerke erzeugen, müssen irgendwohin abgeführt werden. Wenn man also in Temelín zweimal 1.000 Megawatt elektrische Leistung hat, bedeutet das, dass man 4.000 Megawatt thermische Leistung irgendwohin abführen muss. Die Frage ist also, wohin man diese Wärme abführt“, erklärt der Nuklearwissenschaftler Radek Škoda.
Dafür gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. „Wenn Sie ein Kraftwerk am Meer haben, erwärmen Sie einfach das Meerwasser. Wenn Sie ein Kraftwerk an einem großen Fluss haben, können Sie Wasser aus dem Fluss entnehmen, erwärmen und wieder zurückleiten. Oder Sie können einen geschlossenen Kreislauf haben, bei dem Kühltürme die Wärme an die Atmosphäre abgeben“, beschreibt er die Möglichkeiten.
„Es entsteht sehr viel Wärme, deshalb benötigt man relativ viel Wasser, wenn man es lediglich im Durchlauf erwärmt. Das Kernkraftwerk Paks benötigt beispielsweise bei voller Leistung in der Größenordnung von 100 Kubikmetern pro Sekunde. Die Moldau wird jetzt in Prag etwa 50 Kubikmeter pro Sekunde führen, man braucht also zwei Moldaus“, vergleicht der Wissenschaftler.
Für die Kühlung von Kraftwerken mit Flusswasser gibt es Grenzwerte. Wenn zu wenig Wasser vorhanden ist, kann eine Situation eintreten, in der diese Grenzwerte nicht eingehalten werden können. Das Kraftwerk muss dann abgeschaltet werden.
Kühlung im geschlossenen Kreislauf….
In dieser Hinsicht ist die Situation in Tschechien gut. „Wir erwärmen das Wasser im Fluss nicht – schon allein deshalb, weil wir in Tschechien keine so großen Flüsse haben, um auf diese Weise kühlen zu können. Bei uns erfolgt die Kühlung in einem geschlossenen Kreislauf, bei dem wir Wasser in Kühltürmen verdunsten lassen. Dort ist der Wasserverbrauch um Größenordnungen geringer“, stellt Radek Škoda fest.
Die Ungarn und Rumänen, die aufgrund der Trockenheit mit Problemen zu kämpfen haben, verwenden vor allem deshalb keine Kühltürme, weil deren Bau teuer ist. „Wenn man sich vor Augen führt, wie hoch ein Kühlturm ist, dann handelt es sich tatsächlich um ein riesiges Bauwerk, das viel Geld kostet. Auch der Betrieb ist aufwendiger, als wenn man das Wasser direkt im Fluss erwärmt.“
Das ideale Modell stellen laut dem Wissenschaftler Kernkraftwerke in Küstenstaaten dar. Sie entnehmen das Wasser direkt aus dem Meer. „Man erkennt sie ganz einfach daran, dass man dort keine Kühltürme sieht. Sie stehen an der Küste – dazu gehören beispielsweise alle koreanischen Kernkraftwerke und die meisten französischen.“
Eine zunehmend beliebte Möglichkeit ist laut dem Wissenschaftler die Nutzung der erzeugten Wärme für die Fernwärmeversorgung. Ein aktuelles Beispiel ist der Anschluss des Heizkraftwerks in Budweis /České Budějovice an das Kernkraftwerk Temelín. „Im Winter entnehmen sie in der Größenordnung von 100 Megawatt für die Beheizung der Stadt Budweis / České Budějovice. Die Leistung des Kraftwerks ist allerdings so groß, dass man die gesamte Wärme nicht für Heizzwecke nutzen kann.“
In Ungarn drohte die Abschaltung des gesamten Kernkraftwerks Paks, das nahezu die Hälfte des dort erzeugten Stroms produziert. Der Grund dafür war der rekordniedrige Wasserstand der Donau. Die Situation hat sich inzwischen verbessert, und der Wasserstand des Flusses ist nach Angaben vom 10. August um 19 Zentimeter gestiegen. Nach Einschätzung von Radek Škoda dürfte damit die Wiederinbetriebnahme des zweiten Kraftwerksblocks möglich sein.
Der Wissenschaftler ergänzt, dass das Problem nicht durch einen Wassermangel entstanden sei. „Die Donau führt derzeit etwa 700 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Ein Block benötigt etwa 25 Kubikmeter.“
„Das Problem besteht darin, dass der Wasserstand niedrig ist. Wenn der Wasserstand niedrig ist, geraten die Ansaugöffnungen für die Pumpen des dritten Kreislaufs in eine so niedrige Position, dass entweder Kavitation droht – ein Phänomen, bei dem das Pumpenrad zu vibrieren beginnt – oder dass Luft angesaugt werden könnte. Aus technischen Gründen wird das Kraftwerk deshalb abgeschaltet“, erklärt er.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-svet/jad ... 12205_elev
ČEZ steigert Nettogewinn im Jahresvergleich um zehn Prozent
12.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Tschechische Presseagentur (ČTK) · Rubrik: Wirtschaft · Seite: 13 ·
Energiewirtschaft:
Der Energiekonzern ČEZ erwirtschaftete in der ersten Hälfte dieses Jahres einen Gewinn von 18,1 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg damit im Jahresvergleich um zehn Prozent. Dazu trug insbesondere das Ende der Erhebung der sogenannten Übergewinnsteuer (Windfall Tax) bei.
Im Vergleich zum Vorjahr gingen dagegen das Betriebsergebnis und die Umsatzerlöse des Unternehmens zurück. Gleichzeitig erhöhte die Unternehmensleitung ihre Prognose für das Gesamtjahr. Beim Nettogewinn rechnet sie nun mit 31 bis 35 Milliarden Kronen.
Die Stromerzeugung von ČEZ stieg im Jahresvergleich um ein Prozent auf 26,1 Terawattstunden (TWh). Mehrheitsaktionär des Unternehmens ist der Staat, der rund 70 Prozent der Aktien hält. Die Regierung aus ANO, SPD und den Motoristen hatte in den vergangenen Wochen einen Plan zur vollständigen Kontrolle des Unternehmens angekündigt.
/gr/
Quallenansturm schränkt Betrieb des größten Atomkraftwerks Westeuropas ein: EDF musste drei Reaktoren abschalten
11. August 2026
Echo24.cz
Erzwungener Stillstand des Kernkraftwerksblöcke...
Der Ansturm von Quallen hat den Betrieb des größten Kernkraftwerks in Westeuropa beeinträchtigt. EDF musste drei Reaktoren abschalten. Drei Blöcke des Atomkraftwerks Gravelines mussten außer Betrieb genommen werden.
Ein massives Vorkommen von Quallen in den Meerwasser-Pumpstationen hat das französische Energieunternehmen EDF dazu gezwungen, drei Reaktoren des Atomkraftwerks Gravelines in Nordfrankreich abzuschalten. Ein weiterer Reaktor musste seine Leistung um die Hälfte reduzieren. Darüber berichtete die Tageszeitung Le Figaro.
Wegen der Quallen wurden am Montag die Reaktoren Nummer zwei, drei und vier heruntergefahren, während die Leistung des ersten Blocks auf 50 Prozent gedrosselt wurde. Nach Angaben von EDF hat die Situation keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage oder der Mitarbeiter.
Gravelines liegt an der Nordseeküste und ist das größte Kernkraftwerk Westeuropas. Mit dem gleichen Problem hatte es genau vor einem Jahr zu tun. Damals schalteten sich vier seiner Reaktoren aufgrund einer Quallenplage automatisch ab. Die schrittweise Wiederinbetriebnahme dauerte, und der letzte der Reaktoren konnte erst nach etwa zehn Tagen wieder an das französische Stromnetz angeschlossen werden.
Das Auftreten von Quallen an der Küste Nordfrankreichs ist ein regelmäßiges saisonales Phänomen. Laut einem Experten, den die Agentur AFP letztes Jahr befragte, tauchen Berichte über große Quallenschwärme in dieser Region während der Sommermonate jedoch immer häufiger auf. Zu ihrem wachsenden Vorkommen in den Weltmeeren tragen mehrere Faktoren bei, unter anderem die steigenden Ozeantemperaturen.
Quelle: https://www.echo24.cz/a/Hb7yV/zpravy-sv ... i-reaktory
/gr/
Finanzvorstand von ČEZ: Bewertung der Unternehmen, die an die Börse gebracht werden könnten, hat bereits begonnen
Autorin: Sofie Krýžová
11.8.2026 Seznam Zpravy
ČEZ arbeitet bereits an der Bewertung von Unternehmen, die in die neue Tochtergesellschaft ČEZ Energy ausgegliedert werden könnten und von denen später ein kleinerer Anteil verkauft werden soll. Dies ist der Beginn der Verstaatlichung der Stromerzeugung von ČEZ. Nach Angaben des Finanzvorstands erhält der Konzern jedoch keine politischen Vorgaben
.
Die Strom- und Gasverteilung sowie die Unternehmen ČEZ Prodej, ČEZ ESCO und Elevion sollen die Grundlage der neuen Gesellschaft ČEZ Energy bilden sollen. Derzeit ist die Tochtergesellschaft des ČEZ-Konzerns lediglich eine leere Hülle. Noch in diesem Jahr oder im ersten Quartal des kommenden Jahres will der Energiekonzern mehrere Unternehmen in sie einbringen, von denen später ein kleinerer Anteil der Öffentlichkeit oder Infrastrukturfonds angeboten werden soll. Nach Einschätzung von Analysten ist dies der erste Schritt zur Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs von ČEZ.
Die Bewertung der Unternehmen, die Teil von ČEZ Energy werden könnten, hat bereits begonnen. „Die Bewertung wird von KPMG vorgenommen, das Gutachten für die Zwecke der Einbringung erstellen soll. Dies sollte hauptsächlich im Herbst und spätestens bis zum Ende des ersten Quartals kommenden Jahres erfolgen“, sagt der Finanzvorstand von ČEZ, Martin Novák, im Gespräch mit Seznam Zprávy.
ČEZ prüft derzeit zwei Szenarien für den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung – über die Börse oder an Fonds. Nach Angaben Nováks sind beide Varianten derzeit gleichwertig, letztlich soll die wirtschaftlich günstigere gewählt werden. Dennoch tendiert der Konzern stärker zu einer der beiden Möglichkeiten. „Unsere Präferenz wäre natürlich eher ein Verkauf über die Börse“, sagte Novák. Sollte sich ČEZ letztlich für einen Börsengang (IPO) entscheiden, könnte die neue Gesellschaft frühestens im Jahre 2027 an der Prager Börse notiert werden.
ČEZ veröffentlichte am Dienstag seine Geschäftsergebnisse für das erste Halbjahr. Trotz eines Rückgangs des Betriebsergebnisses und der Umsatzerlöse im Jahresvergleich erhöhte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Nettogewinn des Energiekonzerns stieg dagegen um zehn Prozent, vor allem aufgrund des Auslaufens der Besteuerung von Übergewinnen, der sogenannten Windfall Tax, die für das Unternehmen seit dem Jahr 2023 galt.
-Frage: Im ersten Halbjahr sind Ihr Betriebsergebnis und Ihre Umsatzerlöse im Jahresvergleich gesunken. Was waren die Gründe dafür?
-Novak: Im vergangenen Jahr hatten wir im ersten Halbjahr ein Betriebsergebnis von 74 Milliarden Kronen. Vergleicht man dies mit dem gleichen Zeitraum dieses Jahres, in dem unser Betriebsergebnis bei 59 Milliarden Kronen lag, entspricht das einem Rückgang um etwa 15 Milliarden Kronen beziehungsweise 20 Prozent.
Der überwiegende Teil des Rückgangs – rund zwölf Milliarden Kronen – hängt mit dem Rückgang der erzielten Preise für den von uns erzeugten Strom zwischen den Jahren 2025 und 2026 zusammen. Außerdem war unser Ergebnis aus dem Stromhandel um 2,7 Milliarden Kronen schlechter. Etwas geholfen hat uns die gestiegene Kohleförderung. Sowohl bei der Stromverteilung als auch bei der Gasverteilung haben wir sehr gute Ergebnisse erzielt. Rückgänge gab es auch im Vertriebssegment, da mit sinkenden Strompreisen auch die Margen zurückgehen.
-Frage: Ihr Nettogewinn ist dagegen im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 18,1 Milliarden Kronen gestiegen.
-Novak: Das wäre unter normalen Umständen nicht passiert. Im Jahr 2025 unterlag unser Konzern noch der Übergewinnsteuer. Das ist im Jahre 2026 nicht mehr der Fall. Der Unterschied, der uns vom negativen in den positiven Bereich bringt, ist daher vor allem auf die deutlich niedrigere Einkommensteuer zurückzuführen.
-Frage: Die Strompreise waren im Jahresvergleich niedriger, aber die Marktpreise sind aufgrund der Krise am Persischen Golf gestiegen. Wie beurteilen Sie die zukünftige Entwicklung der Strom- und Gaspreise?
-Novak: In diesem Jahr kam es zu einem unerwarteten Anstieg der Strompreise. Wir haben dies nicht nur für den noch nicht verkauften Teil unseres Stroms genutzt, sondern auch dafür, die Produktion über den ursprünglichen Plan hinaus zu erhöhen. Im Jahresvergleich wird unsere Kohleverstromung um etwa neun Prozent steigen.
Der Markt geht allerdings davon aus, dass die Preise für das kommende Jahr noch über 100 Euro pro Megawattstunde liegen werden. Für das darauffolgende Jahr wird bereits unter 90 Euro gehandelt und für das Jahr 2029 unter 80 Euro. Damit kehrt der Preis auf das ursprüngliche Niveau zurück.
Der Preis für Emissionszertifikate stagniert dagegen über 80 Euro. Damit wird insbesondere der Betrieb von Kohlekraftwerken gegen Ende des Jahrzehnts erneut unattraktiv. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten sind und werden die Preise sicherlich höher sein, als man vor Beginn dieses Konflikts erwartet hätte. Die Märkte gehen jedoch davon aus, dass der Konflikt relativ schnell enden wird.
-Frage: Trotz des Rückgangs von Betriebsergebnis und Umsatzerlösen haben Sie Ihre Jahresprognose von 30 bis 34 Milliarden Kronen auf 31 bis 35 Milliarden Kronen erhöht. Was hat Sie dazu bewogen?
-Novak: Der wichtigste Faktor sind natürlich die höheren Preise für den noch nicht verkauften Teil des Stroms sowie unsere Fähigkeit, mehr Strom zu erzeugen als ursprünglich geplant. Derzeit erwarten wir einen durchschnittlichen Strompreis von 106 bis 110 Euro pro Megawattstunde und eine Gesamtstromproduktion von etwa 45 bis 47 Terawattstunden. Außerdem erwarten wir bessere Ergebnisse bei der Strom- und Gasverteilung. Und es gelingt uns, die geplanten Abschaltungen der Kernkraftwerke zu verkürzen.
-Im Juli haben Sie das neue Unternehmen ČEZ Energy gegründet, in das Sie das Kundengeschäft, die Verteilung und weitere Unternehmen des ČEZ-Konzerns ausgliedern wollen. Der Erzeugungsbereich soll dagegen langfristig vollständig in staatliche Hand übergehen. Wie weit ist die Bewertung der Unternehmen, die Sie in die neue Tochtergesellschaft ausgliedern wollen?
-Novak: Wir wissen, welche Unternehmen auf jeden Fall dazugehören werden. Die Grundlage bilden natürlich die Strom- und Gasverteilung, ČEZ Prodej, ČEZ ESCO und voraussichtlich auch Elevion. Daneben gibt es kleinere Unternehmen, über deren Einbeziehung noch diskutiert wird.
Wir bereiten die Unterlagen für die Bewertung vor, die bereits begonnen hat. Die Bewertung wird von KPMG vorgenommen, das Gutachten für die Zwecke der Einbringung erstellen soll. Dies sollte hauptsächlich im Herbst und spätestens bis zum Ende des ersten Quartals kommenden Jahres erfolgen. Die Gespräche über die Vorbereitung des Verkaufs laufen bereits, aber solange das Unternehmen noch nicht fertig aufgebaut ist, gibt es auch nichts zu verkaufen.
-Frage:Bei welchen Unternehmen sind Sie sich noch nicht sicher, ob Sie sie in ČEZ Energy aufnehmen werden?
-Novak: Wir führen verschiedene Analysen durch. Es geht um mehrere kleinere Unternehmen. Wir sprechen über ČEZ Telco, den Stromhandel und weitere Bereiche.
-Frage: Warum ist es sinnvoll, das Unternehmen gerade in die Bereiche Erzeugung sowie Kundengeschäft und Verteilung aufzuteilen?
-Novak: Bei regulierten Vermögenswerten hat der Staat andere Möglichkeiten der Kontrolle. Die Energieregulierungsbehörde beeinflusst deren Verhalten am Markt. Der Markt im Bereich Vertrieb und ESCO-Dienstleistungen – ČEZ ESCO richtet sich an staatliche Stellen, Kommunen und den Unternehmenssektor, Industrieunternehmen und große Firmen – ist äußerst wettbewerbsintensiv, sodass die Aufteilung auch dort sinnvoll ist.
Was die Erzeugung betrifft, kann es von Vorteil sein, sie aus einer langfristigen und strategischen Perspektive zu betrachten und nicht aus dem Blickwinkel eines normalen Investitionshorizonts.
Das Hauptziel ist jedenfalls natürlich, dass der Wert der beiden Teile des ČEZ-Konzerns zusammen höher sein sollte als die derzeitige Bewertung von ČEZ. Deshalb machen wir das Ganze überhaupt.
-Frage: ČEZ will eine Minderheitsbeteiligung an ČEZ Energy verkaufen. Haben Sie bereits konkrete Szenarien, wie der Verkauf aussehen könnte?
-Novak: Es gibt zwei grundlegende Szenarien. Eines ist der Verkauf über die Börse, also ein sogenannter IPO, das andere der Verkauf an Infrastrukturfonds, die in ähnliche Vermögenswerte investieren. Wir werden auf jeden Fall beide Varianten prüfen. Wir werden uns letztlich für diejenige entscheiden, die vorteilhafter ist. Beide haben derzeit das gleiche Gewicht.
Unsere Präferenz wäre natürlich eher ein Verkauf über die Börse. Wir müssen jedoch abwarten, welche Angebote zu dem Zeitpunkt vorliegen werden, an dem wir die Entscheidung treffen. So weit sind wir aber noch nicht.
-Frage: Sprechen Sie darüber bereits mit der Prager Börse?
-Novak: Noch nicht. Die Börsennotierung ist ein formaler Prozess. Es handelt sich um keine komplizierte Operation. Die Prager Börse ist sicherlich ein Markt, den wir auch auf Empfehlung der Investmentbanken für geeignet halten würden.
-Frage: Die ČEZ-Aktien werden auch an der Börse in Warschau gehandelt. Ziehen Sie eine Notierung an einer anderen Börse als in Prag in Betracht?
-Novak. Das ist derzeit noch zu früh. Wenn Börse, dann möchten wir zunächst die Prager Börse. Die Aktien können natürlich auch anderswo gehandelt werden – mit oder ohne unsere Unterstützung.
-Frage: Industrieminister Karel Havlíček (ANO) hatte zuvor erklärt, er würde einen Verkauf der Beteiligung an der ČEZ-Tochtergesellschaft über einen IPO bevorzugen. Erhalten Sie politische Vorgaben dieser Art?
-Novak: Wir erhalten definitiv keine politischen Vorgaben. Das ist eine fachliche Angelegenheit. Entscheidend wird, wie gesagt, die Maximierung des Wertes für die bestehenden Aktionäre sein. Das ist das Wichtigste. Die Börse ist sicherlich schon deshalb unsere Präferenz, weil sie breiten Bevölkerungsschichten ermöglichen würde, an unserem Kapitalmarkt zu investieren.
-Frage_ Gilt weiterhin, dass Sie im Jahre 2027 mit dem Rückkauf von Anteilen der Minderheitsaktionäre beginnen könnten?
-Novak: Derzeit haben wir noch kein Mandat für einen Verkauf. Damit es dazu kommen kann, müssen wir zunächst ein entsprechendes Mandat erhalten.
-Frage: Das heißt, dies muss von der Hauptversammlung genehmigt werden, die im kommenden Jahr stattfindet?
-Novak: Genau.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... alo-312894
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Das Industrieministerium will bei Dukovany das Licht „ausschalten“. Wichtige Verträge sollen künftig nicht mehr im Vertragsregister zugänglich sein.
Nuklearwissenschaftler Radek Škoda: Das Kernkraftwerk Paks benötigt zum Kühlen zwei Moldaus. In Tschechien ist die Situation gut.
Quallenansturm schränkt Betrieb des größten Atomkraftwerks Westeuropas ein: EDF musste drei Reaktoren abschalten.
Finanzvorstand von ČEZ: Bewertung der Unternehmen, die an die Börse gebracht werden könnten, hat bereits begonnen
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Das Industrieministerium will bei Dukovany das Licht „ausschalten“. Wichtige Verträge sollen künftig nicht mehr im Vertragsregister zugänglich sein
Autor:Martin Voříšek
12. August 2026, oenergetice.cz
Das Ministerium für Industrie und Handel (MPO) schlägt eine umfassendere Änderung des sogenannten Niedrig-Kohlenstoff-Gesetzes vor, die vor allem die Regeln für die Förderung neuer Kernkraftwerke technisch vereinheitlichen soll. Für die Öffentlichkeit ist jedoch eine Einschränkung der Transparenz die auffälligste Änderung: Ausgewählte wichtige Verträge über den Bau von Kernkraftwerksblöcken, darunter auch der Differenzvertrag zur Förderung neuer Energiequellen, müssten künftig nicht mehr im Vertragsregister veröffentlicht werden. Einige bereits veröffentlichte Dokumente könnten zudem wieder unzugänglich gemacht werden.
Das Ministerium für Industrie und Handel hat in dieser Woche den Entwurf einer Novelle des sogenannten Niedrig-Kohlenstoff-Gesetzes, also des Gesetzes Nr. 367/2021 Slg. über Maßnahmen für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Energiewirtschaft, sowie entsprechende Änderungen des Energiegesetzes und des Gesetzes über das Vertragsregister veröffentlicht. Formal geht es vor allem um die Anpassung des Fördermechanismus, der Verfahren zum Abschluss von Verträgen und die Abrechnung von Ausgleichszahlungen für neue Kernkraftwerke.
Als grundlegendes Fördermodell soll die Novelle einen Vertrag über ein Ausgleichsregime einführen, also eine Art zweiseitigen Differenzvertrag (Contract for Difference, CfD). Ein Stromabnahmevertrag soll als Alternative bestehen bleiben, sofern die Regierung dies durch einen Beschluss festlegt. Das Ministerium begründet den Vorschlag damit, dass die derzeitige Entscheidungspraxis der Europäischen Kommission die Nutzung eines Ausgleichsregimes bevorzugt.
Der Entwurf sieht außerdem ausdrücklich vor, dass kein Rechtsanspruch auf den Abschluss eines Fördervertrags oder auf eine Förderung in einer bestimmten Höhe besteht. Stromabnahmeverträge und Verträge über ein Ausgleichsregime sollen künftig als öffentlich-rechtliche Verträge gelten und nicht mehr als privatrechtliche Verträge, wie es die derzeitige Regelung vorsieht.
Bevor die Novelle in Kraft treten kann, muss sie das Stellungnahmeverfahren und den Gesetzgebungsprozess durchlaufen und in der Gesetzessammlung veröffentlicht werden. Der endgültige Wortlaut kann sich daher noch ändern.
Wichtige Verträge zur Ausschreibung für das Kernkraftprojekt sollen aus dem Register verschwinden
Eine wesentlich größere praktische Bedeutung könnte die Änderung des Gesetzes über das Vertragsregister haben. Die neue Ausnahme von der Pflicht zur Veröffentlichung im Vertragsregister soll Verträge über die Nutzung der Kernenergie, Kernbrennstoffe, abgebrannte Brennelemente, Kernmaterial und radioaktive Abfälle umfassen. Gleiches soll für Lieferungen, Dienstleistungen, Bauarbeiten und Rechte gelten, die direkt oder indirekt mit diesen Bereichen zusammenhängen.
Die Öffentlichkeit würde damit künftig keine Einzelheiten dieser Verträge mehr erfahren. Ausdrücklich genannt wird der Vertrag über ein Ausgleichsregime, also der Vertrag, auf dessen Grundlage dem Betreiber neuer Kernkraftwerke eine Förderung ausgezahlt wird oder der Kraftwerksbetreiber an den Staat zahlen muss, wenn der Strompreis am Day-Ahead-Markt über dem im Vertrag festgelegten Preis (Strike Price) liegt.
Gerade diese Dokumente werden das finanzielle Verhältnis zwischen Staat und Investor, die grundlegenden Parameter der Förderung sowie die Bedingungen zum Schutz der Sicherheitsinteressen des Staates festlegen.
Der Entwurf ermöglicht zudem, bereits im Vertragsregister veröffentlichte Verträge unzugänglich zu machen, wenn sie künftig unter eine der Ausnahmen fallen. Eine Übergangsbestimmung besagt gleichzeitig, dass eine frühere Nichtveröffentlichung oder fehlerhafte Veröffentlichung dieser Verträge nicht dazu führen soll, dass sie unwirksam oder nichtig werden.
Ministerium befürchtet Unwirksamkeit von Verträgen bei fehlerhafter Veröffentlichung
Das Ministerium argumentiert mit der geschäftlichen Sensibilität von Nuklearverträgen und dem Risiko, dass eine fehlerhafte Veröffentlichung eines Teils der umfangreichen Vertragsdokumentation deren Wirksamkeit gefährden könnte. In der Begründung werden ausdrücklich Projekte für neue Kernkraftwerke, die Modernisierung kerntechnischer Anlagen sowie der Einkauf von Brennstoff als Bereiche genannt, in denen die Rechtssicherheit der Vertragsparteien Vorrang vor der Transparenz haben soll.
Das Ziel der Novelle ist auch die Behebung gesetzgeberischer Mängel, die bei der vorherigen Änderung des Gesetzes entstanden sind. In der Begründung heißt es, dass die zentrale Novelle aus dem Jahr 2023, mit der der Vertrag über ein Ausgleichsregime eingeführt wurde, auf Grundlage eines von Abgeordneten eingebrachten Änderungsantrags verabschiedet worden sei und die daraus hervorgegangene Regelung nicht in jeder Hinsicht vollständig gewesen sei.
Der Fall zeigt damit zugleich eine grundsätzliche Schwäche der tschechischen (Energie-)Gesetzgebung. Grundlegende Novellen entstehen häufig erst während der Beratung im Abgeordnetenhaus, ohne das vollständige reguläre Gesetzgebungsverfahren zu durchlaufen, und erfordern anschließend schnelle technische Korrekturen.
Quelle: https://oenergetice.cz/energeticka-legi ... stru-smluv
/gr/
Nuklearwissenschaftler Radek Škoda: Das Kernkraftwerk Paks benötigt zum Kühlen zwei Moldaus. In Tschechien ist die Situation gut
12.8.2026
irozhlas.cz / Tschechischer Rundfunk
„Wir erwärmen das Wasser in den Flüssen nicht – schon allein deshalb, weil wir in Tschechien keine so großen Flüsse haben, um auf diese Weise kühlen zu können. Bei uns erfolgt die Kühlung in einem geschlossenen Kreislauf“, erklärt der Nuklearwissenschaftler Radek Škoda, der an der Tschechischen Technischen Universität in Prag, der Technischen Universität Liberec und der Westböhmischen Universität in Pilsen tätig ist, gegenüber dem Tschechischen Rundfunk Dvojka. Wird Ungarn gezwungen sein, Energie einzusparen? Und warum gibt es in Tschechien einen Mangel an Nuklearwissenschaftlern?
Wir befinden uns mitten in der fünften Hitzewelle, begleitet von anhaltender Trockenheit. Das ausgetrocknete Tschechien wird auch durch Satellitenaufnahmen bestätigt. Die bisherigen Temperaturrekorde und die geringen Niederschläge hatten in Teilen Europas negative Auswirkungen auf die Stromerzeugung aus Kernenergie. Besonders betroffen sind Ungarn und Rumänien, aber auch Frankreich.
Gast im Studio: Nuklearwissenschaftler Radek Škoda.
„Es ist wenig bekannt, aber zwei Drittel der Wärme, die Kernkraftwerke erzeugen, müssen irgendwohin abgeführt werden. Wenn man also in Temelín zweimal 1.000 Megawatt elektrische Leistung hat, bedeutet das, dass man 4.000 Megawatt thermische Leistung irgendwohin abführen muss. Die Frage ist also, wohin man diese Wärme abführt“, erklärt der Nuklearwissenschaftler Radek Škoda.
Dafür gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. „Wenn Sie ein Kraftwerk am Meer haben, erwärmen Sie einfach das Meerwasser. Wenn Sie ein Kraftwerk an einem großen Fluss haben, können Sie Wasser aus dem Fluss entnehmen, erwärmen und wieder zurückleiten. Oder Sie können einen geschlossenen Kreislauf haben, bei dem Kühltürme die Wärme an die Atmosphäre abgeben“, beschreibt er die Möglichkeiten.
„Es entsteht sehr viel Wärme, deshalb benötigt man relativ viel Wasser, wenn man es lediglich im Durchlauf erwärmt. Das Kernkraftwerk Paks benötigt beispielsweise bei voller Leistung in der Größenordnung von 100 Kubikmetern pro Sekunde. Die Moldau wird jetzt in Prag etwa 50 Kubikmeter pro Sekunde führen, man braucht also zwei Moldaus“, vergleicht der Wissenschaftler.
Für die Kühlung von Kraftwerken mit Flusswasser gibt es Grenzwerte. Wenn zu wenig Wasser vorhanden ist, kann eine Situation eintreten, in der diese Grenzwerte nicht eingehalten werden können. Das Kraftwerk muss dann abgeschaltet werden.
Kühlung im geschlossenen Kreislauf….
In dieser Hinsicht ist die Situation in Tschechien gut. „Wir erwärmen das Wasser im Fluss nicht – schon allein deshalb, weil wir in Tschechien keine so großen Flüsse haben, um auf diese Weise kühlen zu können. Bei uns erfolgt die Kühlung in einem geschlossenen Kreislauf, bei dem wir Wasser in Kühltürmen verdunsten lassen. Dort ist der Wasserverbrauch um Größenordnungen geringer“, stellt Radek Škoda fest.
Die Ungarn und Rumänen, die aufgrund der Trockenheit mit Problemen zu kämpfen haben, verwenden vor allem deshalb keine Kühltürme, weil deren Bau teuer ist. „Wenn man sich vor Augen führt, wie hoch ein Kühlturm ist, dann handelt es sich tatsächlich um ein riesiges Bauwerk, das viel Geld kostet. Auch der Betrieb ist aufwendiger, als wenn man das Wasser direkt im Fluss erwärmt.“
Das ideale Modell stellen laut dem Wissenschaftler Kernkraftwerke in Küstenstaaten dar. Sie entnehmen das Wasser direkt aus dem Meer. „Man erkennt sie ganz einfach daran, dass man dort keine Kühltürme sieht. Sie stehen an der Küste – dazu gehören beispielsweise alle koreanischen Kernkraftwerke und die meisten französischen.“
Eine zunehmend beliebte Möglichkeit ist laut dem Wissenschaftler die Nutzung der erzeugten Wärme für die Fernwärmeversorgung. Ein aktuelles Beispiel ist der Anschluss des Heizkraftwerks in Budweis /České Budějovice an das Kernkraftwerk Temelín. „Im Winter entnehmen sie in der Größenordnung von 100 Megawatt für die Beheizung der Stadt Budweis / České Budějovice. Die Leistung des Kraftwerks ist allerdings so groß, dass man die gesamte Wärme nicht für Heizzwecke nutzen kann.“
In Ungarn drohte die Abschaltung des gesamten Kernkraftwerks Paks, das nahezu die Hälfte des dort erzeugten Stroms produziert. Der Grund dafür war der rekordniedrige Wasserstand der Donau. Die Situation hat sich inzwischen verbessert, und der Wasserstand des Flusses ist nach Angaben vom 10. August um 19 Zentimeter gestiegen. Nach Einschätzung von Radek Škoda dürfte damit die Wiederinbetriebnahme des zweiten Kraftwerksblocks möglich sein.
Der Wissenschaftler ergänzt, dass das Problem nicht durch einen Wassermangel entstanden sei. „Die Donau führt derzeit etwa 700 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Ein Block benötigt etwa 25 Kubikmeter.“
„Das Problem besteht darin, dass der Wasserstand niedrig ist. Wenn der Wasserstand niedrig ist, geraten die Ansaugöffnungen für die Pumpen des dritten Kreislaufs in eine so niedrige Position, dass entweder Kavitation droht – ein Phänomen, bei dem das Pumpenrad zu vibrieren beginnt – oder dass Luft angesaugt werden könnte. Aus technischen Gründen wird das Kraftwerk deshalb abgeschaltet“, erklärt er.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-svet/jad ... 12205_elev
ČEZ steigert Nettogewinn im Jahresvergleich um zehn Prozent
12.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Tschechische Presseagentur (ČTK) · Rubrik: Wirtschaft · Seite: 13 ·
Energiewirtschaft:
Der Energiekonzern ČEZ erwirtschaftete in der ersten Hälfte dieses Jahres einen Gewinn von 18,1 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn des Unternehmens stieg damit im Jahresvergleich um zehn Prozent. Dazu trug insbesondere das Ende der Erhebung der sogenannten Übergewinnsteuer (Windfall Tax) bei.
Im Vergleich zum Vorjahr gingen dagegen das Betriebsergebnis und die Umsatzerlöse des Unternehmens zurück. Gleichzeitig erhöhte die Unternehmensleitung ihre Prognose für das Gesamtjahr. Beim Nettogewinn rechnet sie nun mit 31 bis 35 Milliarden Kronen.
Die Stromerzeugung von ČEZ stieg im Jahresvergleich um ein Prozent auf 26,1 Terawattstunden (TWh). Mehrheitsaktionär des Unternehmens ist der Staat, der rund 70 Prozent der Aktien hält. Die Regierung aus ANO, SPD und den Motoristen hatte in den vergangenen Wochen einen Plan zur vollständigen Kontrolle des Unternehmens angekündigt.
/gr/
Quallenansturm schränkt Betrieb des größten Atomkraftwerks Westeuropas ein: EDF musste drei Reaktoren abschalten
11. August 2026
Echo24.cz
Erzwungener Stillstand des Kernkraftwerksblöcke...
Der Ansturm von Quallen hat den Betrieb des größten Kernkraftwerks in Westeuropa beeinträchtigt. EDF musste drei Reaktoren abschalten. Drei Blöcke des Atomkraftwerks Gravelines mussten außer Betrieb genommen werden.
Ein massives Vorkommen von Quallen in den Meerwasser-Pumpstationen hat das französische Energieunternehmen EDF dazu gezwungen, drei Reaktoren des Atomkraftwerks Gravelines in Nordfrankreich abzuschalten. Ein weiterer Reaktor musste seine Leistung um die Hälfte reduzieren. Darüber berichtete die Tageszeitung Le Figaro.
Wegen der Quallen wurden am Montag die Reaktoren Nummer zwei, drei und vier heruntergefahren, während die Leistung des ersten Blocks auf 50 Prozent gedrosselt wurde. Nach Angaben von EDF hat die Situation keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage oder der Mitarbeiter.
Gravelines liegt an der Nordseeküste und ist das größte Kernkraftwerk Westeuropas. Mit dem gleichen Problem hatte es genau vor einem Jahr zu tun. Damals schalteten sich vier seiner Reaktoren aufgrund einer Quallenplage automatisch ab. Die schrittweise Wiederinbetriebnahme dauerte, und der letzte der Reaktoren konnte erst nach etwa zehn Tagen wieder an das französische Stromnetz angeschlossen werden.
Das Auftreten von Quallen an der Küste Nordfrankreichs ist ein regelmäßiges saisonales Phänomen. Laut einem Experten, den die Agentur AFP letztes Jahr befragte, tauchen Berichte über große Quallenschwärme in dieser Region während der Sommermonate jedoch immer häufiger auf. Zu ihrem wachsenden Vorkommen in den Weltmeeren tragen mehrere Faktoren bei, unter anderem die steigenden Ozeantemperaturen.
Quelle: https://www.echo24.cz/a/Hb7yV/zpravy-sv ... i-reaktory
/gr/
Finanzvorstand von ČEZ: Bewertung der Unternehmen, die an die Börse gebracht werden könnten, hat bereits begonnen
Autorin: Sofie Krýžová
11.8.2026 Seznam Zpravy
ČEZ arbeitet bereits an der Bewertung von Unternehmen, die in die neue Tochtergesellschaft ČEZ Energy ausgegliedert werden könnten und von denen später ein kleinerer Anteil verkauft werden soll. Dies ist der Beginn der Verstaatlichung der Stromerzeugung von ČEZ. Nach Angaben des Finanzvorstands erhält der Konzern jedoch keine politischen Vorgaben
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Die Strom- und Gasverteilung sowie die Unternehmen ČEZ Prodej, ČEZ ESCO und Elevion sollen die Grundlage der neuen Gesellschaft ČEZ Energy bilden sollen. Derzeit ist die Tochtergesellschaft des ČEZ-Konzerns lediglich eine leere Hülle. Noch in diesem Jahr oder im ersten Quartal des kommenden Jahres will der Energiekonzern mehrere Unternehmen in sie einbringen, von denen später ein kleinerer Anteil der Öffentlichkeit oder Infrastrukturfonds angeboten werden soll. Nach Einschätzung von Analysten ist dies der erste Schritt zur Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs von ČEZ.
Die Bewertung der Unternehmen, die Teil von ČEZ Energy werden könnten, hat bereits begonnen. „Die Bewertung wird von KPMG vorgenommen, das Gutachten für die Zwecke der Einbringung erstellen soll. Dies sollte hauptsächlich im Herbst und spätestens bis zum Ende des ersten Quartals kommenden Jahres erfolgen“, sagt der Finanzvorstand von ČEZ, Martin Novák, im Gespräch mit Seznam Zprávy.
ČEZ prüft derzeit zwei Szenarien für den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung – über die Börse oder an Fonds. Nach Angaben Nováks sind beide Varianten derzeit gleichwertig, letztlich soll die wirtschaftlich günstigere gewählt werden. Dennoch tendiert der Konzern stärker zu einer der beiden Möglichkeiten. „Unsere Präferenz wäre natürlich eher ein Verkauf über die Börse“, sagte Novák. Sollte sich ČEZ letztlich für einen Börsengang (IPO) entscheiden, könnte die neue Gesellschaft frühestens im Jahre 2027 an der Prager Börse notiert werden.
ČEZ veröffentlichte am Dienstag seine Geschäftsergebnisse für das erste Halbjahr. Trotz eines Rückgangs des Betriebsergebnisses und der Umsatzerlöse im Jahresvergleich erhöhte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Nettogewinn des Energiekonzerns stieg dagegen um zehn Prozent, vor allem aufgrund des Auslaufens der Besteuerung von Übergewinnen, der sogenannten Windfall Tax, die für das Unternehmen seit dem Jahr 2023 galt.
-Frage: Im ersten Halbjahr sind Ihr Betriebsergebnis und Ihre Umsatzerlöse im Jahresvergleich gesunken. Was waren die Gründe dafür?
-Novak: Im vergangenen Jahr hatten wir im ersten Halbjahr ein Betriebsergebnis von 74 Milliarden Kronen. Vergleicht man dies mit dem gleichen Zeitraum dieses Jahres, in dem unser Betriebsergebnis bei 59 Milliarden Kronen lag, entspricht das einem Rückgang um etwa 15 Milliarden Kronen beziehungsweise 20 Prozent.
Der überwiegende Teil des Rückgangs – rund zwölf Milliarden Kronen – hängt mit dem Rückgang der erzielten Preise für den von uns erzeugten Strom zwischen den Jahren 2025 und 2026 zusammen. Außerdem war unser Ergebnis aus dem Stromhandel um 2,7 Milliarden Kronen schlechter. Etwas geholfen hat uns die gestiegene Kohleförderung. Sowohl bei der Stromverteilung als auch bei der Gasverteilung haben wir sehr gute Ergebnisse erzielt. Rückgänge gab es auch im Vertriebssegment, da mit sinkenden Strompreisen auch die Margen zurückgehen.
-Frage: Ihr Nettogewinn ist dagegen im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 18,1 Milliarden Kronen gestiegen.
-Novak: Das wäre unter normalen Umständen nicht passiert. Im Jahr 2025 unterlag unser Konzern noch der Übergewinnsteuer. Das ist im Jahre 2026 nicht mehr der Fall. Der Unterschied, der uns vom negativen in den positiven Bereich bringt, ist daher vor allem auf die deutlich niedrigere Einkommensteuer zurückzuführen.
-Frage: Die Strompreise waren im Jahresvergleich niedriger, aber die Marktpreise sind aufgrund der Krise am Persischen Golf gestiegen. Wie beurteilen Sie die zukünftige Entwicklung der Strom- und Gaspreise?
-Novak: In diesem Jahr kam es zu einem unerwarteten Anstieg der Strompreise. Wir haben dies nicht nur für den noch nicht verkauften Teil unseres Stroms genutzt, sondern auch dafür, die Produktion über den ursprünglichen Plan hinaus zu erhöhen. Im Jahresvergleich wird unsere Kohleverstromung um etwa neun Prozent steigen.
Der Markt geht allerdings davon aus, dass die Preise für das kommende Jahr noch über 100 Euro pro Megawattstunde liegen werden. Für das darauffolgende Jahr wird bereits unter 90 Euro gehandelt und für das Jahr 2029 unter 80 Euro. Damit kehrt der Preis auf das ursprüngliche Niveau zurück.
Der Preis für Emissionszertifikate stagniert dagegen über 80 Euro. Damit wird insbesondere der Betrieb von Kohlekraftwerken gegen Ende des Jahrzehnts erneut unattraktiv. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten sind und werden die Preise sicherlich höher sein, als man vor Beginn dieses Konflikts erwartet hätte. Die Märkte gehen jedoch davon aus, dass der Konflikt relativ schnell enden wird.
-Frage: Trotz des Rückgangs von Betriebsergebnis und Umsatzerlösen haben Sie Ihre Jahresprognose von 30 bis 34 Milliarden Kronen auf 31 bis 35 Milliarden Kronen erhöht. Was hat Sie dazu bewogen?
-Novak: Der wichtigste Faktor sind natürlich die höheren Preise für den noch nicht verkauften Teil des Stroms sowie unsere Fähigkeit, mehr Strom zu erzeugen als ursprünglich geplant. Derzeit erwarten wir einen durchschnittlichen Strompreis von 106 bis 110 Euro pro Megawattstunde und eine Gesamtstromproduktion von etwa 45 bis 47 Terawattstunden. Außerdem erwarten wir bessere Ergebnisse bei der Strom- und Gasverteilung. Und es gelingt uns, die geplanten Abschaltungen der Kernkraftwerke zu verkürzen.
-Im Juli haben Sie das neue Unternehmen ČEZ Energy gegründet, in das Sie das Kundengeschäft, die Verteilung und weitere Unternehmen des ČEZ-Konzerns ausgliedern wollen. Der Erzeugungsbereich soll dagegen langfristig vollständig in staatliche Hand übergehen. Wie weit ist die Bewertung der Unternehmen, die Sie in die neue Tochtergesellschaft ausgliedern wollen?
-Novak: Wir wissen, welche Unternehmen auf jeden Fall dazugehören werden. Die Grundlage bilden natürlich die Strom- und Gasverteilung, ČEZ Prodej, ČEZ ESCO und voraussichtlich auch Elevion. Daneben gibt es kleinere Unternehmen, über deren Einbeziehung noch diskutiert wird.
Wir bereiten die Unterlagen für die Bewertung vor, die bereits begonnen hat. Die Bewertung wird von KPMG vorgenommen, das Gutachten für die Zwecke der Einbringung erstellen soll. Dies sollte hauptsächlich im Herbst und spätestens bis zum Ende des ersten Quartals kommenden Jahres erfolgen. Die Gespräche über die Vorbereitung des Verkaufs laufen bereits, aber solange das Unternehmen noch nicht fertig aufgebaut ist, gibt es auch nichts zu verkaufen.
-Frage:Bei welchen Unternehmen sind Sie sich noch nicht sicher, ob Sie sie in ČEZ Energy aufnehmen werden?
-Novak: Wir führen verschiedene Analysen durch. Es geht um mehrere kleinere Unternehmen. Wir sprechen über ČEZ Telco, den Stromhandel und weitere Bereiche.
-Frage: Warum ist es sinnvoll, das Unternehmen gerade in die Bereiche Erzeugung sowie Kundengeschäft und Verteilung aufzuteilen?
-Novak: Bei regulierten Vermögenswerten hat der Staat andere Möglichkeiten der Kontrolle. Die Energieregulierungsbehörde beeinflusst deren Verhalten am Markt. Der Markt im Bereich Vertrieb und ESCO-Dienstleistungen – ČEZ ESCO richtet sich an staatliche Stellen, Kommunen und den Unternehmenssektor, Industrieunternehmen und große Firmen – ist äußerst wettbewerbsintensiv, sodass die Aufteilung auch dort sinnvoll ist.
Was die Erzeugung betrifft, kann es von Vorteil sein, sie aus einer langfristigen und strategischen Perspektive zu betrachten und nicht aus dem Blickwinkel eines normalen Investitionshorizonts.
Das Hauptziel ist jedenfalls natürlich, dass der Wert der beiden Teile des ČEZ-Konzerns zusammen höher sein sollte als die derzeitige Bewertung von ČEZ. Deshalb machen wir das Ganze überhaupt.
-Frage: ČEZ will eine Minderheitsbeteiligung an ČEZ Energy verkaufen. Haben Sie bereits konkrete Szenarien, wie der Verkauf aussehen könnte?
-Novak: Es gibt zwei grundlegende Szenarien. Eines ist der Verkauf über die Börse, also ein sogenannter IPO, das andere der Verkauf an Infrastrukturfonds, die in ähnliche Vermögenswerte investieren. Wir werden auf jeden Fall beide Varianten prüfen. Wir werden uns letztlich für diejenige entscheiden, die vorteilhafter ist. Beide haben derzeit das gleiche Gewicht.
Unsere Präferenz wäre natürlich eher ein Verkauf über die Börse. Wir müssen jedoch abwarten, welche Angebote zu dem Zeitpunkt vorliegen werden, an dem wir die Entscheidung treffen. So weit sind wir aber noch nicht.
-Frage: Sprechen Sie darüber bereits mit der Prager Börse?
-Novak: Noch nicht. Die Börsennotierung ist ein formaler Prozess. Es handelt sich um keine komplizierte Operation. Die Prager Börse ist sicherlich ein Markt, den wir auch auf Empfehlung der Investmentbanken für geeignet halten würden.
-Frage: Die ČEZ-Aktien werden auch an der Börse in Warschau gehandelt. Ziehen Sie eine Notierung an einer anderen Börse als in Prag in Betracht?
-Novak. Das ist derzeit noch zu früh. Wenn Börse, dann möchten wir zunächst die Prager Börse. Die Aktien können natürlich auch anderswo gehandelt werden – mit oder ohne unsere Unterstützung.
-Frage: Industrieminister Karel Havlíček (ANO) hatte zuvor erklärt, er würde einen Verkauf der Beteiligung an der ČEZ-Tochtergesellschaft über einen IPO bevorzugen. Erhalten Sie politische Vorgaben dieser Art?
-Novak: Wir erhalten definitiv keine politischen Vorgaben. Das ist eine fachliche Angelegenheit. Entscheidend wird, wie gesagt, die Maximierung des Wertes für die bestehenden Aktionäre sein. Das ist das Wichtigste. Die Börse ist sicherlich schon deshalb unsere Präferenz, weil sie breiten Bevölkerungsschichten ermöglichen würde, an unserem Kapitalmarkt zu investieren.
-Frage_ Gilt weiterhin, dass Sie im Jahre 2027 mit dem Rückkauf von Anteilen der Minderheitsaktionäre beginnen könnten?
-Novak: Derzeit haben wir noch kein Mandat für einen Verkauf. Damit es dazu kommen kann, müssen wir zunächst ein entsprechendes Mandat erhalten.
-Frage: Das heißt, dies muss von der Hauptversammlung genehmigt werden, die im kommenden Jahr stattfindet?
-Novak: Genau.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... alo-312894
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 13.8.2026:
Inhalt:
Kleine Wasserkraftwerke sitzen auf dem Trockenen.
OIŽP: Die Regierung will Dukovany mit dem Geld der Bürger bauen, will aber die Verträge vor den Bürgern geheim halten.
Temelin: Eine Woche voller Abenteuer, Bewegung und neuer Erlebnisse.
Sommerkino unter den Kühltürmen des Atomkraftwerkes Dukovany.
Gespräch mit der Operatorin des Sekundärkreislaufs des Kernkraftwerks Temelin
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Kleine Wasserkraftwerke sitzen auf dem Trockenen
13.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Titelseite
Atorin: Dáša Hyklová
Während die Dürre in Tschechien die Stromerzeugung kleiner Wasserkraftwerke einschränkt, laufen die Kernkraftwerke ohne Probleme.
Die tropische Hitze lässt die Pegelstände der tschechischen Flüsse sinken. Die Trockenheit und die geringeren Wassermengen in den Flussbetten wirken sich auch auf den Betrieb von Laufwasserkraftwerken aus. Kleine Wasserkraftwerke (MVE) sind Anlagen mit einer Leistung von bis zu 10 Megawatt. Selbst an traditionell wasserreicheren Flüssen wie der Elbe oberhalb von Hradec Králové erzeugen zahlreiche von ihnen derzeit keinen Strom mehr. „Am Fluss Vlašimská Blanice ist die Situation geradezu katastrophal. In mehr als 30 Jahren Betrieb habe ich nichts Vergleichbares erlebt. Im vergangenen Jahr mussten wir die Stromerzeugung bereits im Juni einstellen, in diesem Jahr mussten wir das Kraftwerk sogar schon im Mai abschalten. Nach Angaben älterer Anwohner nähert sich das Ausmaß der Dürre dem Jahr 1947“, sagt sein Betreiber Miroslav Tůma. Nach Schätzungen des Verbandes der kleinen Wasserkraftwerke stehen wegen der niedrigen Flusspegel bereits etwa 90 Prozent der Anlagen still.
„In Betrieb bleiben vor allem Kraftwerke unterhalb großer Stauseen, wo der Abfluss noch reguliert werden kann. An den meisten Flüssen gibt es schlicht nicht mehr genug Wasser, um Strom zu erzeugen“, erklärt Vladimír Zachoval, Vorsitzender des Verbandes der kleinen Wasserkraftwerke. Die Behörden legen Mindestwasserabflüsse fest; wird dieser Wert unterschritten, müssen die Kraftwerke abgeschaltet werden.
/gr/
Kleine Waserkraftwerke stehen wegen des Wassermangels still
13.8.2026 MF DNES Dasa Hyklova
Fortsetzung von Seite 1
Die zunehmende hydrologische Dürre stellt für kleine Wasserkraftwerke (MVE) in Tschechien ein erhebliches betriebliches und wirtschaftliches Problem dar. An vielen Stellen sind die Abflüsse der Flüsse bereits unter die sogenannte technische Mindestmenge gesunken – also die minimale Wassermenge, die benötigt wird, um die Turbine anzutreiben. In solchen Fällen müssen die Betreiber die Kraftwerke vollständig abschalten. Nach Angaben des Verbandes der kleinen Wasserkraftwerke ist bereits die überwältigende Mehrheit außer Betrieb. Das tschechische Wasserhaushaltsgesetz schreibt nämlich einen Mindestwasserabfluss vor, also eine Wassermenge, die im Flussbett verbleiben muss, um das Leben im Gewässer zu erhalten. Die Betreiber kleiner Wasserkraftwerke dürfen für ihre Turbinen kein Wasser auf Kosten dieses biologischen Mindestabflusses entnehmen. Gleichzeitig müssen sie weiterhin Mieten, Wartungskosten und Kredittilgungen bezahlen, obwohl das Kraftwerk wochen- oder monatelang nicht eine einzige Kilowattstunde erzeugt.
Auch sie spielen eine Rolle im Energiemix...
In Tschechien sind mehr als 1.400 kleine Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 340 Megawatt in Betrieb. Sie tragen etwa zur Hälfte der Stromerzeugung aus Wasserkraft bei, den Rest erzeugen die „großen“ Wasserkraftwerke. Kleine Wasserkraftwerke erzeugen jährlich mehr als 1,1 Milliarden Kilowattstunden, was nahezu dem gesamten jährlichen Stromverbrauch der Region Karlovy Vary entspricht, teilt die Kammer für erneuerbare Energien mit. Štěpán Chalupa, Vorsitzender der Kammer für erneuerbare Energien, betont, dass auch sie eine unverzichtbare Rolle im Energiemix spielen. „Die einzelnen erneuerbaren Energiequellen ergänzen sich im Laufe des Jahres auf natürliche Weise. Während Photovoltaikanlagen von Frühjahr bis Herbst am meisten Strom erzeugen, wenn die Sonneneinstrahlung am höchsten ist, erreichen kleine Wasserkraftwerke ihre höchste Produktion von Herbst bis Frühjahr, wenn die Flussabflüsse am größten sind“, erklärt er.
Die kleinen Wasserkraftwerke des Unternehmens ČEZ erzeugen derzeit nur 40 bis 50 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Die Anlagen, die noch in Betrieb sind, arbeiten mit reduzierter Leistung, mindestens jedoch mit einem Maschinensatz.
„Die großen Wasserkraftwerke mit einer installierten Leistung von mehr als 10 Megawatt, die meist an größeren Stauseen liegen und nur während der Spitzenlastzeiten Strom erzeugen, erreichen derzeit noch 60 bis 70 Prozent des langjährigen Durchschnitts“, bestätigt Martin Schreier, Sprecher der Kommunikationsabteilung der ČEZ-Gruppe. Für jedes Kraftwerk gilt dabei, dass sein Betrieb vollständig der Betriebsordnung des jeweiligen Wasserbauwerks unterliegt; im Falle der Moldau gilt zusätzlich die umfassende Betriebsordnung der Moldau-Kaskade.
Modernisierung zahlt sich aus….
Zu den kleinen Wasserkraftwerken, deren Betrieb ČEZ in diesem Jahr wegen Wassermangels vorübergehend einstellen musste, gehören derzeit in Westböhmen das Wasserkraftwerk Černé jezero an der Úhlava und das Kraftwerk Bukovec an der Berounka. In Ost- und Nordostböhmen stehen derzeit das Kraftwerk Pardubice an der Elbe und das Kraftwerk Spálov an der Jizera still. In Mittelmähren wurde das kleine Wasserkraftwerk Spytihněv abgeschaltet, das auf ausreichende Wassermengen in der March angewiesen ist. „Die Auswirkungen dieser Abschaltungen auf die Stromerzeugung sind unbedeutend, weil es sich um kleinere Kraftwerke handelt, deren Leistung jeweils im einstelligen Megawattbereich liegt. Bezogen auf die gesamte Leistung der Wasserkraftwerke von ČEZ beträgt die abgeschaltete Kapazität 0,3 Prozent“, erklärt Schreier. Nach Angaben des Sprechers bestätigt die aktuelle Situation jedoch auch den Sinn der Investitionen des Unternehmens in die Modernisierung aller Arten von Wasserkraftwerken im ganzen Land. Dank der Modernisierungen können sie nämlich die gleiche Strommenge mit einer geringeren Menge des immer knapper werdenden Wassers erzeugen.
In den vergangenen Jahren hat ČEZ rund 40 Maschinensätze an mehr als 20 großen, kleinen und Pumpspeicherkraftwerken für Kosten von fünf Milliarden Kronen modernisiert, unter anderem in Lipno, Dlouhé stráně, Slapy, Kamýk, Mohelno und Dalešice. Vier Maschinensätze des größten tschechischen Wasserkraftwerks Orlík warten noch auf ihre Modernisierung. Der Austausch soll in den kommenden sieben Jahren erfolgen. Dabei werden zwei neue Hydrogeneratoren künftig im reversiblen Pumpspeicherbetrieb arbeiten können.
Nach Angaben von ČEZ läuft derzeit das Repowering beider Maschinensätze des kleinen Wasserkraftwerks Kořensko an der mittleren Moldau. „Bei der Modernisierung im Wert von mehr als 100 Millionen Kronen tauschen wir die Turbinen aus und installieren neue Generatoren und Steuerungssysteme. Der Betrieb des Kraftwerks wird umweltfreundlicher, vor allem aber effizienter, weil die Maschinensätze in der Lage sein werden, auch bei halb so großen Durchflussmengen wie heute noch Energie zu erzeugen“, sagt Róbert Heczko, Direktor der Wasserkraftwerke von ČEZ. Die Inbetriebnahme des ersten Maschinensatzes im Volllastbetrieb ist bereits für September vorgesehen. „Unmittelbar danach beginnen wir mit der Modernisierung des Maschinensatzes TG2. Das Kraftwerk Kořensko wird im kommenden Frühjahr vollständig fertiggestellt sein“, bestätigt der Direktor.
Kernkraftwerke laufen ohne Einschränkungen….
Die heißen Temperaturen und niedrigen Pegelstände der Flüsse beeinflussen den Betrieb der tschechischen Kernkraftwerke nicht und ihre Leistung nur minimal. Die lang anhaltenden Hitze- und Dürrewellen in Europa haben allerdings Auswirkungen auf den Betrieb zahlreicher Kernkraftwerke im Binnenland. Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) verfügen etwa 74 Prozent dieser Anlagen über eine Durchlaufkühlung. Davon nutzen 45 Prozent Meerwasser, 15 Prozent Wasser aus Seen und 14 Prozent Flusswasser. Mit Umlaufsystemen und Kühltürmen sind 26 Prozent der Kernkraftwerke ausgestattet.
Die tschechischen Kernkraftwerke nutzen Kühltürme und damit geschlossene oder teilweise geschlossene Kühlsysteme. „Die Kühlsysteme von Temelín und Dukovany sind mit ausreichenden Reserven ausgelegt und verfügen über die notwendigen Wasservorräte für einen sicheren Betrieb. Anders als einige ausländische Kraftwerke sind sie nicht unmittelbar vom aktuellen Flussabfluss oder der Wassertemperatur des Flusses abhängig. Sie mussten in der Vergangenheit ihren Betrieb wegen Hitze, Trockenheit, Wassertemperatur oder niedriger Abflüsse nie einschränken, und auch für die Zukunft rechnen wir nicht mit einer solchen Situation“, bestätigte Ladislav Kříž, Sprecher des Unternehmens ČEZ, gegenüber der Zeitung MF DNES.
Aufgrund des unterschiedlichen – geschlossenen – Kühlsystems der Kondensatoren sind der Mindestabfluss oder die aktuelle Temperatur des Flusses weder für Temelín noch für Dukovany entscheidend. „Konkret entnehmen die Anlagen bei Volllastbetrieb – wobei in den Sommermonaten normalerweise die Revision eines der Blöcke stattfindet – aus den Stauseen etwa 1,1 bis 2,3 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Nur ein Teil des Wassers verdunstet, ein Teil wird wieder in die Fließgewässer zurückgeführt. Das sind Größenordnungen, die deutlich unter den Entnahmen von Wärmekraftwerken mit Durchlaufkühlung liegen“, beschreibt Kříž die Situation. Wie er hinzufügt, musste die Stromerzeugung der Kernkraftwerke auch während der bislang heißesten und trockensten Perioden aus diesem Grund nicht eingeschränkt werden. „Und wir rechnen auch künftig nicht damit. Natürlich nehmen wir die zunehmenden Risiken heißer und trockener Sommer wahr. Deshalb reduzieren wir langfristig den Wasserverbrauch und führen neue Technologien ein, mit denen das Wasser möglichst effizient genutzt werden kann“, sagt Kříž.
Allerdings beeinflussen hohe Temperaturen die Leistung der Kernkraftwerke auch in Tschechien, wenn auch nur geringfügig. Das ist ausschließlich auf physikalische Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen. Wärmeres Kühlwasser nimmt Wärme schlechter auf, der Dampf kondensiert schlechter, der Druck im Kondensator steigt und damit sinkt auch der Wirkungsgrad der Turbine geringfügig. „Es handelt sich um eine Veränderung des Kondensationswirkungsgrades, nicht um eine Einschränkung des Betriebs oder der Leistung des Reaktors. Je kälter das Wasser ist, also im Winter, desto höher ist die Leistung des Kraftwerks; bei Hitze ist sie geringfügig niedriger. Die Unterschiede sind jedoch klein und liegen im Bereich weniger Megawatt“, erklärt der Sprecher.
In Temelín kann der Unterschied zwischen Winterbetrieb und heißem Sommerbetrieb etwa 30 bis 35 MWe pro Block betragen (ein Block hat eine Leistung von 1.125 MW). In Dukovany ist der Einfluss des Wetters noch geringer. Eine Änderung der Kühlwassertemperatur um 1 °C entspricht etwa 1 MW pro Block (rund 0,2 Prozent der Leistung). Der Unterschied beträgt somit typischerweise nur 5 bis 10 MW, wobei ein Block in Dukovany eine Leistung von 510 MW hat.
Probleme wegen des Donaupegels….
Am stärksten von der diesjährigen Hitze betroffen waren Kernkraftwerke in Frankreich. Während der ersten Hitzewelle musste das Unternehmen EDF Ende Juni und Anfang Juli das Kraftwerk Golfech 2 für elf Tage, den dritten Block des Kraftwerks Bugey für neun Tage und das 120 Kilometer südöstlich von Paris gelegene Kraftwerk Nogent 1 für fünf Tage abschalten. Dadurch waren vorübergehend rund 5,5 Gigawatt elektrische Leistung (GWe) nicht verfügbar, also 8,7 Prozent der installierten Kernkraftwerkskapazität Frankreichs, berichtet die World Nuclear Association. Golfech 2 wurde im Juli ein zweites Mal für 18 Tage und auch im August abgeschaltet – aufgrund von Umweltauflagen für den Fluss Garonne. Nach den Vorschriften darf dessen Temperatur unterhalb des Kraftwerks 28 Grad nicht überschreiten, um eine Gefährdung der Fische und des Ökosystems des Flusses zu vermeiden. Der zweite Block – Golfech 1 – war zu diesem Zeitpunkt wegen planmäßiger Wartungsarbeiten und eines Brennelementwechsels außer Betrieb. Der Betrieb der Kraftwerke Bugey und Tricastin musste wegen der hohen Temperaturen und des niedrigen Abflusses der Rhône eingeschränkt werden. Im Kernkraftwerk Blayais wurde die Leistung als Reaktion auf die hohen Temperaturen und die begrenzten Kühlkapazitäten der Gironde-Mündung reduziert.
Bei den Einschränkungen des Betriebs von Kernkraftwerken an der Donau war nicht die Wassertemperatur, sondern die begrenzte Wassermenge im Fluss das Problem. Rumänien erwägt derzeit, möglicherweise bereits am Donnerstag wegen des niedrigen Donaupegels den zweiten und letzten noch betriebenen Reaktor des Kernkraftwerks Cernavodă abzuschalten. Bereits Anfang August hatte das Land den Energienotstand ausgerufen und Großverbraucher zu einer freiwilligen Reduzierung ihres Verbrauchs aufgefordert.
Ähnliche Probleme gibt es auch im benachbarten Ungarn, dessen Ministerpräsident Péter Magyar Anfang August eine vollständige Abschaltung des Kernkraftwerks Paks angekündigt hatte. Die Anlage, die einzige ihrer Art im Land und unter normalen Bedingungen für rund die Hälfte des Stromverbrauchs verantwortlich, begann bereits Ende Juli, ihre Leistung zu reduzieren. Im Kernkraftwerk Paks ist derzeit nur noch ein Turbogenerator mit einer Leistung von 240 MWe in Betrieb – das entspricht etwa einem Zehntel der üblichen Leistung.
Autorin: Dasa Hyklova, Redakteurin der Zeitung MF DNES
/gr/
OIŽP: Die Regierung will Dukovany mit dem Geld der Bürger bauen, will aber die Verträge vor den Bürgern geheim halten
13.8.2026 Ekolist.cz
Die Bürgerinitiative Umweltschutz (OIŽP/BIU) kritisiert scharf den Vorschlag des Ministeriums für Industrie und Handel, der die öffentliche Kontrolle über Schlüsselverträge im Zusammenhang mit dem Bau neuer Kernkraftwerksblöcke in Dukovany einschränken soll. Aus dem Vertragsregister sollen unter anderem Dokumente verschwinden, die das finanzielle Verhältnis zwischen dem Staat und dem Investor regeln. Die Öffentlichkeit könnte somit genau die Informationen verlieren, die für die Bewertung der tatsächlichen Kosten des Nuklearprojekts am wichtigsten sind.
„Der Steuerzahler soll zahlen, hat aber kein Recht zu erfahren, wie viel es ihn kosten wird“, sagen die Vertreter der Vereinigung OIŽP.
Dem Vorschlag des Ministeriums zufolge soll sich die Ausnahme von der Pflicht zur Veröffentlichung im Vertragsregister auf einen breiten Kreis von Verträgen im Bereich der Kernenergie erstrecken, einschließlich Lieferungen, Dienstleistungen, Bauarbeiten und Rechten, die direkt oder indirekt mit diesen Bereichen zusammenhängen. Dabei wird ausdrücklich auch damit gerechnet, den Vertrag über die Ausgleichsregelung (Differenzvertrag) nicht zu veröffentlichen, der das finanzielle Verhältnis zwischen dem Staat und dem Betreiber der neuen Kernkraftwerke grundlegend bestimmen soll. Der Vorschlag ermöglicht es zudem, den Zugang zu bestimmten Verträgen zu sperren, die bereits im Vertragsregister veröffentlicht wurden. (1)
Wie viel wird Dukovany tatsächlich kosten?
Gerade bei einer so gewaltigen Investition hält die BIU/OIŽP die Einschränkung der Transparenz für inakzeptabel. Der Bau der neuen Blöcke in Dukovany ist kein privates Projekt einiger weniger Investoren. Der Staat schafft dafür einen Unterstützungsmechanismus, und die finanziellen Risiken des Projekts werden somit letztendlich auch die Bürger der Tschechischen Republik tragen.
„Die Öffentlichkeit hat das Recht, nicht nur den Preis zu kennen, den die Regierung bei der Unterzeichnung des Kontrakts präsentiert, sondern vor allem alle Bedingungen, unter denen der Staat eventuelle Zusatzkosten, Preisrisiken oder Kompensationen übernimmt. Wenn wir genau diese Verträge vor der Öffentlichkeit verstecken, ist eine seriöse Kontrolle darüber, wie viel der Atombau die tschechischen Bürger tatsächlich kosten wird, unmöglich“, warnt Pavel Vlček, Vorsitzender der Vereinigung OIŽP/BIU.
Der Differenzvertrag ist dabei keine technische Formalität. Je nach seiner Ausgestaltung kann der Staat dem Betreiber Unterstützung zahlen, wenn der Marktpreis für Strom niedriger ist als der vereinbarte Preis, während im umgekehrten Fall der Betreiber wiederum an den Staat zahlen kann. Die Bedingungen eines solchen Mechanismus werden daher langfristig die künftigen öffentlichen Finanzen fundamental beeinflussen.
Die OIŽP/BIU weist das Argument zurück, dass die geschäftliche Sensibilität von Nuklearverträgen deren Geheimhaltung automatisch rechtfertige: „Wir verstehen, dass einige Teile von Verträgen sensible Geschäfts- oder Sicherheitsinformationen enthalten können. Das ist aber kein Grund, ganze Schlüsselverträge und ihre finanziellen Bedingungen vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Es ist möglich, wirklich sensible Informationen zu schützen und gleichzeitig das zu veröffentlichen, was die Bürger wissen müssen, da Hunderte von Milliarden Kronen aus öffentlichen Mitteln gezahlt werden. Anstatt dass dieser Vorschlag der Regierung transparenter ist, schafft er im Gegenteil neue Möglichkeiten, Informationen vor der Öffentlichkeit zu verbergen“, erklären Pavel Vlček und Gabriela Reitingerová, Vertreter der Vereinigung OIŽP/BIU.
Die Öffentlichkeit ist kein Staatsfeind...
Das Argument, dass die Veröffentlichung umfangreicher Vertragsunterlagen bei fehlerhafter Publikation die Wirksamkeit der Verträge gefährden könne, löst laut OIŽP/BIU nicht die prinzipielle Frage: Warum soll es der Öffentlichkeit unmöglich gemacht werden, Verträge zu kontrollieren, die die öffentlichen Finanzen über Jahrzehnte hinweg belasten können?
„Die Öffentlichkeit ist weder ein Feind des Staates noch ein Sicherheitsrisiko. Sie finanziert das gesamte Projekt über Steuern und den Staatshaushalt und wird auch weiterhin die wirtschaftlichen Folgen tragen. Die Regierung kann von den Bürgern kein Vertrauen verlangen und ihnen gleichzeitig grundlegende Informationen darüber vorenthalten, was sie für ihr Geld anschafft, unter welchen Bedingungen und mit welchen Risiken dies verbunden sein wird“, fügt die Vereinigung OIŽP hinzu.
Nach Ansicht der Vereinigung BIU /OIŽP entsteht ein gefährliches Paradoxon: Je größere finanzielle Verpflichtungen der Staat eingeht, desto weniger Informationen sollen für die Öffentlichkeit zugänglich sein. „Wenn die Regierung glaubt, dass das Projekt Dukovany für die Tschechische Republik vorteilhaft ist, sollte sie keine Angst vor Transparenz haben. Im Gegenteil, sie sollte der Öffentlichkeit alle wesentlichen wirtschaftlichen Parameter vorlegen und deren unabhängige Kontrolle ermöglichen. Wenn man jedoch beginnt, die Schlüsselverträge zu verstecken, weckt dies Zweifel darüber, was genau vor der Öffentlichkeit verheimlicht werden soll.“
Die BIU /OIŽP fordert daher die Regierung und das Ministerium für Industrie und Handel auf, von den Plänen zur Ausweitung der Ausnahmen von der Veröffentlichungspflicht Abstand zu nehmen und die maximal mögliche Transparenz aller Verträge und Finanzmechanismen im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany zu gewährleisten.
Die Bürger der Tschechischen Republik haben das Recht zu wissen, wie viel sie Dukovany kosten wird. Wenn sie für das Projekt bezahlen sollen, haben sie auch das Recht, dessen tatsächlichen Preis zu kennen.
Quelle: Ekolist.cz
/gr/
Temelin: Eine Woche voller Abenteuer, Bewegung und neuer Erlebnisse.
12.8.2026 Südböhmisches Fernsehen / Jihoceska televize 13.00 Uhr-Nachrichten
-Moderator:
Das Unternehmen ČEZ hat bereits zum zwölften Mal für die Kinder seiner Mitarbeiter im Kernkraftwerk Temelín ein Ferien-Tagescamp organisiert. Die Veranstaltung bietet den Jungen und Mädchen ein abwechslungsreiches Programm und erleichtert den Eltern die Betreuung während der Ferien.
Für das abwechslungsreiche Programm des Tagescamps in Temelín sorgt ein bewährter Verein. In dreiwöchigen Durchgängen, von denen jeder sein eigenes originelles Thema hat, nehmen rund 100 Kinder an dem Camp im Kraftwerk teil.
-Organisator:
Wir denken uns verschiedene Spiele aus, damit wir das jeweilige Thema einbauen können. Wir haben verschiedene Quizspiele, damit sich die Kinder unterhalten und gleichzeitig etwas Neues lernen. Zuvor hatten wir das Thema Ritter und Prinzessinnen. Jetzt geht es um das Weltall. Das nächste Thema ist eine AR-Woche, darauf freuen wir uns schon sehr, denn auch dafür haben wir wieder viele Kinder.
-Moderator:
Ausgangspunkt des gesamten Camps ist das Schulungszentrum. Für die Kinder werden verschiedene Aktivitäten vorbereitet, zum Beispiel Sport oder ein Besuch im Schwimmbad. Im Rahmen des Kraftwerks können sie auch Bereiche besuchen, in denen künftige Kraftwerksoperatoren ausgebildet werden.
-Organisator:
Wir haben auf jeden Fall verschiedene Ausflüge gemacht, vor allem nach Hluboká. Außerdem haben wir über das Weltall gesprochen und hatten auch Fragen zum Thema Weltraum, sodass wir einiges gelernt haben.
-Redakteur:
Und wie gefällt es dir hier im Simulator? Was sagst du dazu?
Teilnehmer des Sommer-Camps:
Es ist echt cool, dass jemand so etwas bedienen kann. Vor diesen Männern und Frauen habe ich großen Respekt. Es ist toll, wir machen hier viele verschiedene Sachen. Wenn das Wetter schön ist, sind wir vor allem draußen und unternehmen verschiedene Ausflüge. Und wir lernen hier auch etwas.
-Organisator:
Wir haben die Ferien-Tagescamps vor Jahren eingeführt, weil wir unseren Mitarbeitern bei der Betreuung ihrer Kinder helfen wollten. Gerade im Sommer fanden nämlich die Revisionen /Blockabstellungen statt, was für das Kraftwerk die anspruchsvollste Zeit ist. Diese Tradition hat sich erhalten, und die Tagescamps finden jedes Jahr in drei Durchgängen statt. Es geht dabei nicht in erster Linie um Energie, sondern vor allem darum, dass die Kinder Spaß haben. Dementsprechend ist auch das Programm gestaltet: Es gibt zahlreiche Ausflüge, Wettbewerbe und Quizspiele. Kurz gesagt, die Kinder können sich austoben und spielen und im Rahmen der Möglichkeiten auch bestimmte Bereiche des Kraftwerks besuchen.
-Moderator:
Das Ferien-Tagescamp richtet sich an Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis 15 Jahren. Jede Woche kommt eine neue Gruppe von etwa 30 Kindern nach Temelín. Daniel Frcal, Südböhmisches Fernsehen.
/gr/
Sommerkino unter den Kühltürmen des Atomkraftwerkes Dukovany
12.08.2026 Tschechischer Rundfunk Brünn / ČRo Brno 10.30 – Vormittagssendung
-Moderator:
Zum Sommer gehört untrennbar das Sommerkino. Ein solches wird an den verbleibenden Ferienwochenenden auch direkt unter den Kühltürmen des Kernkraftwerks Dukovany geöffnet, und zwar bereits am kommenden Freitagabend. Am Telefon begrüße ich jetzt den Pressesprecher des Kraftwerks, Radek Doležal. Guten Morgen.
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Guten Morgen Ihnen und den Hörerinnen und Hörern.
-Moderator:
Wie entstand die Idee, ein Autokino direkt bei den Kühltürmen des Kernkraftwerks Dukovany zu veranstalten? Und zum wievielten Mal findet es in diesem Jahr statt?
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Der diesjährige Jahrgang ist bereits der zehnte, also ein Jubiläum. Vor zehn Jahren ging es den Energieexperten des Kraftwerks darum, sich stärker für die Menschen zu öffnen, damit sie positive Erlebnisse mit dem Ort in der Umgebung des Kraftwerks verbinden. Und ich denke, das ist mit dieser Veranstaltung mehr als gelungen.
-Moderator:
Wie sieht so ein Autokino eigentlich aus? Wie funktioniert es? Und was sollten Besucher wissen, bevor sie zu Ihnen kommen?
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Während es mittlerweile fast überall Sommerkino-Veranstaltungen gibt, ist unseres in Tschechien einzigartig. Es funktioniert so, wie es die meisten Hörer aus amerikanischen Filmen kennen: Die Besucher kommen mit dem Auto, stellen in ihrem Autoradio die entsprechende Frequenz ein und verfolgen den Film. Der Vorteil ist, dass wir bei jedem Wetter vorführen können – auch Regen macht uns nichts aus.
-Moderator:
Und wie groß ist die Kapazität? Wie viele Autos passen eigentlich in Ihr Autokino?
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Da wir am Kraftwerk einen relativ großen Parkplatz haben – hier arbeiten normalerweise 1.700 Beschäftigte beziehungsweise einschließlich der Zulieferer rund 3.000 Menschen –, ist die Kapazität praktisch unbegrenzt. Die Leute müssen also definitiv keine Angst haben, keinen Parkplatz zu bekommen. Das Kino zieht jedes Jahr Tausende Menschen an. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt fast 3.000. Die Hörerinnen und Hörer können also auf jeden Fall kommen.
-Moderator:
Darf ich noch fragen: Wenn jemand kein Auto hat oder nicht mit dem Auto kommen kann, kann er trotzdem teilnehmen? Oder ist die Veranstaltung ausschließlich für Menschen mit Auto gedacht?
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Natürlich kann man auch ohne Auto kommen. Wir haben Stühle direkt vor der Leinwand. Auch Besucher, die mit dem Auto kommen, aber lieber daneben sitzen möchten, können ihren eigenen Stuhl mitbringen und sich neben das Auto setzen und den Film anschauen. Außerdem bieten wir verschiedene Snacks und Getränke an, sodass das Kinoerlebnis wirklich rundum gelungen sein wird.
-Moderator:
Ja. Und nun kommen wir noch dazu, wann und was Sie in diesem Jahr zeigen werden. Sie haben bereits erwähnt, dass das Interesse groß ist. Laden wir die Hörerinnen und Hörer doch zu den konkreten Filmen ein.
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Sehr gerne. Wir zeigen an den kommenden drei Augustwochenenden Filme, wie Sie bereits erwähnt haben, jeweils am Freitag und Samstag ab 20:30 Uhr. Für Sportfans beginnen wir jetzt am Freitag mit dem Film „Kouzel“ und „Derby“. Anschließend kommen aber auch Kinder oder beispielsweise Fans des Regisseurs Jan Svěrák auf ihre Kosten. Wir zeigen seinen neuesten Film „Pet svestek“.
-Moderator:
Ich wiederhole noch einmal: Das Sommer-Autokino am Kernkraftwerk Dukovany zeigt an den verbleibenden Ferienwochenenden jeweils freitags und samstags Filme. Beginn ist immer um 20:30 Uhr. Vielen Dank und auf Wiederhören.
/gr/
Gespräch mit der Operatorin des Sekundärkreislaufs des Kernkraftwerks Temelin
12.8.2026 Tschechischer Rudfunk Budweis 11.30 – Vormittagssendung
Matěj Vodička, Redakteur
Nach dem Lied hören Sie Český rozhlas České Budějovice, genauer gesagt die Vormittagssendung „Südböhmen“ dieses Senders. Bei uns im Studio ist weiterhin die Diplomingenieurin Adéla Chalupová, die als Operatorin des Sekundärkreislaufs des Kernkraftwerks Temelin arbeitet. Wie wir erfahren haben, gehört sie sogar zur sogenannten grünen Schicht. Noch einmal zu dem Trainingsarbeitsplatz: Ist es schon einmal vorgekommen, dass jemand die Ausbildung dort nicht geschafft hat und deshalb – ich möchte nicht sagen, ausgeschlossen – aber vielleicht für eine gewisse Zeit von dieser Arbeit beziehungsweise von der Ausübung dieser Funktion abgezogen werden musste?
-Adela Chalupova:
Das kann passieren, wenn jemand gerade anfängt. Ich habe das schon ein paar Mal erlebt: Nach der zweijährigen Ausbildung, in der man im Wesentlichen die Theorie lernt, alle Vorschriften kennt und weiß, wie man vorgehen muss, lässt sich das Gelernte am Simulator manchmal nicht mit der Praxis verbinden. Deshalb kommt es am Anfang gelegentlich vor, dass jemand die Ausbildung am Simulator nicht erfolgreich absolviert. Dann wird ihm eine andere Tätigkeit angeboten. Ich muss allerdings sagen, dass das Unternehmen seine Mitarbeiter hier sehr schätzt, denn sie wissen bereits sehr viel über das Kraftwerk, können dieses Wissen aber vielleicht nicht auf die Leitwarte des Blocks übertragen.
Wie gesagt, unsere Ausbildung endet mit zahlreichen Prüfungen. Eine davon ist eben auch die Prüfung am Simulator: Man kommt zur Prüfung, bekommt eine Aufgabe gestellt und dabei zeigt sich, ob jemand für diese Tätigkeit geeignet ist oder nicht. Während der späteren Arbeit gehen wir regelmäßig zum Simulator. Etwa alle zwei bis drei Monate haben wir mehrere Schichten am Simulator. Das sind dann eher Auffrischungstrainings, und inzwischen weiß man natürlich, was man tut. Es kommt also nicht vor, dass jemand plötzlich nicht mehr weiß, was er machen soll. Das ist wirklich eher am Anfang der Ausbildung ein Thema; später wissen die Leute, was sie tun.
Matej Vodicka, Redakteur:
Da gilt also das Klischee: „Schwer auf dem Übungsplatz, leicht auf dem Schlachtfeld.“ Ich vermute, dass das in Ihrem Fall gleich doppelt zutrifft.
-Adela Chalupova:
Das stimmt. Es ist wirklich schwer auf dem Übungsplatz. Und ich muss sagen, dass sich die Aufgaben ständig weiterentwickeln. So wie sich die Welt verändert, kommen auch häufig neue Szenarien hinzu. Wir lösen beispielsweise eine technische Störung und haben vor Kurzem zusätzlich zu einer solchen technischen Störung auch einen Cyberangriff simuliert. In unseren Simulator werden also inzwischen auch Dinge eingebaut, die früher vielleicht keine Bedrohung dargestellt hätten, heute aber durchaus möglich sind.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Das ist interessant – was Sie alles abdecken müssen. Es ist geradezu unglaublich, was ein Mensch beziehungsweise der menschliche Kopf alles beherrschen muss, bevor er sich an den Sekundär-, Primär- oder einen anderen Kreislauf in einem Kernkraftwerk wie Temelín setzen kann. Bemerkenswert beziehungsweise bewundernswert ist auch, dass du neben deiner Arbeit als Operatorin eines Kernkraftwerks eine umfangreiche, oft geradezu pädagogische und vor allem populärwissenschaftliche Tätigkeit in den sozialen Medien ausübst. Was hat dich dazu bewogen?
-Adela Chalupova:
Vor allem meine Freunde. Sie haben mich häufig gefragt: „Du sitzt doch im Kernkraftwerk – was machst du dort eigentlich? Isst du wie Homer Simpson Donuts? Hast du die Füße auf dem Tisch?“ Ich musste also ständig erklären, warum ich keine Donuts esse, nicht herumliege und die Füße auf dem Tisch habe. Und ich fand die sozialen Medien eigentlich eine sehr gute Möglichkeit. Wenn die Leute ständig zwischen Videos mit Kätzchen hin- und herscrollen, wäre es doch schön, wenn sie dabei auf etwas stoßen, das ihnen vielleicht etwas beibringt oder sie überrascht. Deshalb habe ich angefangen, in den sozialen Medien aus meinem Alltag und über meine Arbeit zu berichten. Ich finde meine Arbeit sehr interessant, und bis heute überrascht mich, wie viele Menschen sich dafür interessieren und wie fundiert die Fragen sind, die ich bekomme. Ich halte die Tschechen wirklich für das intelligenteste Volk überhaupt. Auch Menschen, die sich nicht mit Energie beschäftigen, stellen häufig sehr gute Fragen.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Eine kleine Zwischenfrage: Darf man im Kontrollraum essen?
-Adela Chalupova:
Ja, man darf essen, aber wir dürfen nicht weggehen, um das Essen zu holen. Wir dürfen während der Schicht die Blockwarte nicht verlassen. Wir müssen ständig als Operatorin des Sekundärkreislaufs, Operator des Primärkreislaufs, Leiter der Blockwarte und Leiter des Reaktorblocks anwesend sein. Das ist die Besatzung der Blockwarte, und wir können sie nicht verlassen. Deshalb wird uns das Mittagessen direkt an den Arbeitsplatz gebracht.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Zurück zum Influencer-Dasein beziehungsweise zu deiner Aktivität in den sozialen Medien: Gibt es weltweit viele solcher Atomkraft-Influencer? Ich persönlich kenne, muss ich ehrlich sagen, außer dir niemanden.
-Adela Chalupova:
Doch, solche Leute gibt es durchaus. In Amerika ist beispielsweise Isodop sehr bekannt. Paradoxerweise ist sie keine Nuklearingenieurin, sondern ein ehemaliges Model, das sich für Kernenergie begeistert hat. Sie beschäftigte sich mit Dekarbonisierung und stellte fest, dass erneuerbare Energien allein nicht ausreichen, um unseren Strombedarf zu decken. Sie kam deshalb selbst zu dem Schluss, dass Kernenergie ein Weg zur Dekarbonisierung sein kann, und setzt sich heute stark für deren Popularisierung ein. Sie hat sogar ein Buch geschrieben. Und in Spanien gibt es einen Mann, einen ehemaligen Nuklearoperator, der heute ebenfalls über Kernenergie informiert und Bücher darüber schreibt.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Kann man diese Persönlichkeiten also als Vorbilder für dich bezeichnen?
-Adela Chalupova:
Ich würde sie eher als Kollegen bezeichnen.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Als Kollegen, gut. Ich wollte eben deshalb fragen, ob du im Hinblick auf deine Aktivitäten in den sozialen Medien ein persönliches Vorbild hast.
-Adela Chalupova:
Um ehrlich zu sein, bin ich auf solche Leute erst später gestoßen, nachdem ich selbst damit angefangen hatte. Aber natürlich gibt es auch in Tschechien viele Influencer, die interessante Themen und Technologien vorstellen. Zum Beispiel Honza Lukačevič mit seinen Beiträgen über Raumfahrttechnologien. Es gibt also sicherlich viele.
-Matěj Vodička, Redakteur
Wo du gerade die Dekarbonisierung erwähnt hast, stellt sich die Frage: Wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft der Kernenergie in Tschechien aus? Westlich von uns, zum Beispiel in Deutschland, hat man im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung stark auf erneuerbare Energiequellen gesetzt. Jetzt zeigt sich möglicherweise, dass das nicht unbedingt der beste Weg war – zumindest kommt es mir so vor, wenn man die Entwicklung aus der Ferne betrachtet. Bei uns in Tschechien habe ich dagegen den Eindruck, dass auch die Mehrheit der Bevölkerung, wenn man die soziologischen Untersuchungen betrachtet, für die Kernenergie ist. Sie wird von der Gesellschaft allgemein offenbar nicht als besonders riskante Energiequelle angesehen.
-Adela Chalupova:
Vor Kurzem wurde in Europa eine europaweite Umfrage zur Einstellung der Menschen zur Kernenergie durchgeführt, und die Tschechen sind Rekordhalter. Bei uns liegt die Zustimmung bei 72 Prozent. Die Tschechen sind also echte Kernenergiefans.
Es ist sehr wichtig, sich anzuschauen, welche Möglichkeiten ein bestimmtes Land hat. Wir sind kein Küstenland und auch kein skandinavisches Land mit zahlreichen Flüssen. Der Bau weiterer Wasserkraftwerke ist bei uns daher kaum möglich, und auch der Bau von Windkraftanlagen ist sehr kompliziert. Wir werden also beispielsweise auf Photovoltaik angewiesen sein. Hier besteht allerdings das Paradoxon darin, dass wir im Winter den höchsten Stromverbrauch haben, wenn die Tage am kürzesten sind und wir am meisten heizen wollen. Der Verbrauch ist also tatsächlich im Januar und Februar am höchsten, während die Photovoltaik dann nicht genug Strom liefern kann.
Deshalb brauchen wir eine Energiequelle, die rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, Strom erzeugen und gleichzeitig die Qualität unseres Stromnetzes und die Frequenz von 50 Hertz gewährleisten kann. Das kann entweder Kohle, Kernenergie oder beispielsweise Gas sein. Auf Kohle haben wir uns jedoch verpflichtet, bis zum Jahr 2033 zu verzichten. Unsere Zukunft wird daher wahrscheinlich in der Kernenergie liegen. Das hoffe ich jedenfalls.
-Matěj Vodička, Redakteur:
Du hast dich vor einiger Zeit auch stark für den Bau der neuen Blöcke in Dukovany engagiert, obwohl es zunächst genau andersherum war. Ursprünglich sollte Temelín Priorität haben beziehungsweise der Ausbau der Blöcke in Temelín wurde priorisiert. Jetzt geht es also um Dukovany. Denkst du, dass auch Temelín künftig um neue Blöcke erweitert wird?
-Adela Chalupova:
Es stimmt, dass ursprünglich um das Jahr 2010 der Ausbau von Temelín geplant war. Letztlich blieb es bei zwei Blöcken, und derzeit laufen die Vorbereitungen für den Bau von zwei neuen Blöcken in Dukovany.
Zu sagen, dass ich daran beteiligt bin, wäre allerdings zu viel. Ich lerne Koreanisch und habe mir Kernkraftwerke in Korea angesehen. Aber für die Kernenergie in Tschechien ist das sicherlich ein sehr wichtiger Schritt, denn unsere alten Dukovany-Blöcke werden immer älter. Derzeit ist ihr Betrieb für 80 Jahre genehmigt, danach müssen sie jedoch ersetzt werden. Die neuen Blöcke in Dukovany werden also die bestehenden ersetzen. Ob anschließend weitere gebaut werden, ist eine politische Entscheidung der Regierung.
Auf jeden Fall wird bereits jetzt davon ausgegangen, dass der Bau rund 5.000 Fachkräfte erfordern wird und anschließend etwa 1.500 Mitarbeiter für den Betrieb des Kernkraftwerks benötigt werden. Ich denke deshalb, dass dies für die Kernenergie, die Industrie in Tschechien und für Studenten technischer Hochschulen eine riesige Chance darstellt.
-Matěj Vodička, Redakteur:
Noch einmal zurück zu Temelín, denn hier in Südböhmen wird in den vergangenen Jahren viel über modulare Reaktoren gesprochen. Ich wage zu behaupten, dass Südböhmen gewissermaßen auch ein staatlicher Botschafter für diesen Bereich ist, denn bei Temelín soll der erste kleine modulare Kernreaktor Tschechiens entstehen. Sind modulare Reaktoren deiner Meinung nach die Zukunft?
-Adela Chalupova:
Ich bin ein großer Fan kleiner modularer Reaktoren. Ihr Vorteil besteht darin, dass große Blöcke immer individuell geplant und gebaut werden, während kleine modulare Reaktoren in Fabriken wie Legosteine oder nach dem Prinzip der Automobilproduktion bei Ford hergestellt werden könnten. Die einzelnen Module würden in der Fabrik produziert, anschließend zur Baustelle transportiert und dort zu einem kleinen modularen Reaktor zusammengesetzt.
Das sollte zunächst die Logistik und später auch die Finanzierung vereinfachen. Und da wir uns verpflichtet haben, Kohlekraftwerke stillzulegen, bietet sich eine hervorragende Möglichkeit, die alten Kohleblöcke durch einen kleinen modularen Reaktor zu ersetzen. Dieser hätte ungefähr die gleiche Leistung – etwa 300 bis 400 MW. Das Stromnetz ist dafür also bereits ausgelegt.
Mit der Zeit bietet sich dadurch sicherlich die Chance, bestehende Kohlekraftwerke zu ersetzen. Wie bereits erwähnt, soll der erste modulare Reaktor bei Temelín entstehen. ČEZ hat erst kürzlich auch eine Vereinbarung mit dem Ministerium für Industrie und Handel unterzeichnet, wonach wir einen kleinen modularen Reaktor bauen wollen. Wir werden ihn gemeinsam mit Rolls-Royce errichten. Deshalb reisen auch zahlreiche Nuklearingenieure nach Großbritannien, wo sie an diesem Projekt arbeiten. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.
-Matěj Vodička, Redakteur:
Dann werden wir sehen und die Entwicklung aufmerksam verfolgen. Die Nuklearingenieurin Adéla Chalupová war heute Vormittagsgast beim Český rozhlas České Budějovice. Adélo, noch einmal vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir viel Erfolg – nicht nur im Kraftwerk.
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Kleine Wasserkraftwerke sitzen auf dem Trockenen.
OIŽP: Die Regierung will Dukovany mit dem Geld der Bürger bauen, will aber die Verträge vor den Bürgern geheim halten.
Temelin: Eine Woche voller Abenteuer, Bewegung und neuer Erlebnisse.
Sommerkino unter den Kühltürmen des Atomkraftwerkes Dukovany.
Gespräch mit der Operatorin des Sekundärkreislaufs des Kernkraftwerks Temelin
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Kleine Wasserkraftwerke sitzen auf dem Trockenen
13.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Titelseite
Atorin: Dáša Hyklová
Während die Dürre in Tschechien die Stromerzeugung kleiner Wasserkraftwerke einschränkt, laufen die Kernkraftwerke ohne Probleme.
Die tropische Hitze lässt die Pegelstände der tschechischen Flüsse sinken. Die Trockenheit und die geringeren Wassermengen in den Flussbetten wirken sich auch auf den Betrieb von Laufwasserkraftwerken aus. Kleine Wasserkraftwerke (MVE) sind Anlagen mit einer Leistung von bis zu 10 Megawatt. Selbst an traditionell wasserreicheren Flüssen wie der Elbe oberhalb von Hradec Králové erzeugen zahlreiche von ihnen derzeit keinen Strom mehr. „Am Fluss Vlašimská Blanice ist die Situation geradezu katastrophal. In mehr als 30 Jahren Betrieb habe ich nichts Vergleichbares erlebt. Im vergangenen Jahr mussten wir die Stromerzeugung bereits im Juni einstellen, in diesem Jahr mussten wir das Kraftwerk sogar schon im Mai abschalten. Nach Angaben älterer Anwohner nähert sich das Ausmaß der Dürre dem Jahr 1947“, sagt sein Betreiber Miroslav Tůma. Nach Schätzungen des Verbandes der kleinen Wasserkraftwerke stehen wegen der niedrigen Flusspegel bereits etwa 90 Prozent der Anlagen still.
„In Betrieb bleiben vor allem Kraftwerke unterhalb großer Stauseen, wo der Abfluss noch reguliert werden kann. An den meisten Flüssen gibt es schlicht nicht mehr genug Wasser, um Strom zu erzeugen“, erklärt Vladimír Zachoval, Vorsitzender des Verbandes der kleinen Wasserkraftwerke. Die Behörden legen Mindestwasserabflüsse fest; wird dieser Wert unterschritten, müssen die Kraftwerke abgeschaltet werden.
/gr/
Kleine Waserkraftwerke stehen wegen des Wassermangels still
13.8.2026 MF DNES Dasa Hyklova
Fortsetzung von Seite 1
Die zunehmende hydrologische Dürre stellt für kleine Wasserkraftwerke (MVE) in Tschechien ein erhebliches betriebliches und wirtschaftliches Problem dar. An vielen Stellen sind die Abflüsse der Flüsse bereits unter die sogenannte technische Mindestmenge gesunken – also die minimale Wassermenge, die benötigt wird, um die Turbine anzutreiben. In solchen Fällen müssen die Betreiber die Kraftwerke vollständig abschalten. Nach Angaben des Verbandes der kleinen Wasserkraftwerke ist bereits die überwältigende Mehrheit außer Betrieb. Das tschechische Wasserhaushaltsgesetz schreibt nämlich einen Mindestwasserabfluss vor, also eine Wassermenge, die im Flussbett verbleiben muss, um das Leben im Gewässer zu erhalten. Die Betreiber kleiner Wasserkraftwerke dürfen für ihre Turbinen kein Wasser auf Kosten dieses biologischen Mindestabflusses entnehmen. Gleichzeitig müssen sie weiterhin Mieten, Wartungskosten und Kredittilgungen bezahlen, obwohl das Kraftwerk wochen- oder monatelang nicht eine einzige Kilowattstunde erzeugt.
Auch sie spielen eine Rolle im Energiemix...
In Tschechien sind mehr als 1.400 kleine Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 340 Megawatt in Betrieb. Sie tragen etwa zur Hälfte der Stromerzeugung aus Wasserkraft bei, den Rest erzeugen die „großen“ Wasserkraftwerke. Kleine Wasserkraftwerke erzeugen jährlich mehr als 1,1 Milliarden Kilowattstunden, was nahezu dem gesamten jährlichen Stromverbrauch der Region Karlovy Vary entspricht, teilt die Kammer für erneuerbare Energien mit. Štěpán Chalupa, Vorsitzender der Kammer für erneuerbare Energien, betont, dass auch sie eine unverzichtbare Rolle im Energiemix spielen. „Die einzelnen erneuerbaren Energiequellen ergänzen sich im Laufe des Jahres auf natürliche Weise. Während Photovoltaikanlagen von Frühjahr bis Herbst am meisten Strom erzeugen, wenn die Sonneneinstrahlung am höchsten ist, erreichen kleine Wasserkraftwerke ihre höchste Produktion von Herbst bis Frühjahr, wenn die Flussabflüsse am größten sind“, erklärt er.
Die kleinen Wasserkraftwerke des Unternehmens ČEZ erzeugen derzeit nur 40 bis 50 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Die Anlagen, die noch in Betrieb sind, arbeiten mit reduzierter Leistung, mindestens jedoch mit einem Maschinensatz.
„Die großen Wasserkraftwerke mit einer installierten Leistung von mehr als 10 Megawatt, die meist an größeren Stauseen liegen und nur während der Spitzenlastzeiten Strom erzeugen, erreichen derzeit noch 60 bis 70 Prozent des langjährigen Durchschnitts“, bestätigt Martin Schreier, Sprecher der Kommunikationsabteilung der ČEZ-Gruppe. Für jedes Kraftwerk gilt dabei, dass sein Betrieb vollständig der Betriebsordnung des jeweiligen Wasserbauwerks unterliegt; im Falle der Moldau gilt zusätzlich die umfassende Betriebsordnung der Moldau-Kaskade.
Modernisierung zahlt sich aus….
Zu den kleinen Wasserkraftwerken, deren Betrieb ČEZ in diesem Jahr wegen Wassermangels vorübergehend einstellen musste, gehören derzeit in Westböhmen das Wasserkraftwerk Černé jezero an der Úhlava und das Kraftwerk Bukovec an der Berounka. In Ost- und Nordostböhmen stehen derzeit das Kraftwerk Pardubice an der Elbe und das Kraftwerk Spálov an der Jizera still. In Mittelmähren wurde das kleine Wasserkraftwerk Spytihněv abgeschaltet, das auf ausreichende Wassermengen in der March angewiesen ist. „Die Auswirkungen dieser Abschaltungen auf die Stromerzeugung sind unbedeutend, weil es sich um kleinere Kraftwerke handelt, deren Leistung jeweils im einstelligen Megawattbereich liegt. Bezogen auf die gesamte Leistung der Wasserkraftwerke von ČEZ beträgt die abgeschaltete Kapazität 0,3 Prozent“, erklärt Schreier. Nach Angaben des Sprechers bestätigt die aktuelle Situation jedoch auch den Sinn der Investitionen des Unternehmens in die Modernisierung aller Arten von Wasserkraftwerken im ganzen Land. Dank der Modernisierungen können sie nämlich die gleiche Strommenge mit einer geringeren Menge des immer knapper werdenden Wassers erzeugen.
In den vergangenen Jahren hat ČEZ rund 40 Maschinensätze an mehr als 20 großen, kleinen und Pumpspeicherkraftwerken für Kosten von fünf Milliarden Kronen modernisiert, unter anderem in Lipno, Dlouhé stráně, Slapy, Kamýk, Mohelno und Dalešice. Vier Maschinensätze des größten tschechischen Wasserkraftwerks Orlík warten noch auf ihre Modernisierung. Der Austausch soll in den kommenden sieben Jahren erfolgen. Dabei werden zwei neue Hydrogeneratoren künftig im reversiblen Pumpspeicherbetrieb arbeiten können.
Nach Angaben von ČEZ läuft derzeit das Repowering beider Maschinensätze des kleinen Wasserkraftwerks Kořensko an der mittleren Moldau. „Bei der Modernisierung im Wert von mehr als 100 Millionen Kronen tauschen wir die Turbinen aus und installieren neue Generatoren und Steuerungssysteme. Der Betrieb des Kraftwerks wird umweltfreundlicher, vor allem aber effizienter, weil die Maschinensätze in der Lage sein werden, auch bei halb so großen Durchflussmengen wie heute noch Energie zu erzeugen“, sagt Róbert Heczko, Direktor der Wasserkraftwerke von ČEZ. Die Inbetriebnahme des ersten Maschinensatzes im Volllastbetrieb ist bereits für September vorgesehen. „Unmittelbar danach beginnen wir mit der Modernisierung des Maschinensatzes TG2. Das Kraftwerk Kořensko wird im kommenden Frühjahr vollständig fertiggestellt sein“, bestätigt der Direktor.
Kernkraftwerke laufen ohne Einschränkungen….
Die heißen Temperaturen und niedrigen Pegelstände der Flüsse beeinflussen den Betrieb der tschechischen Kernkraftwerke nicht und ihre Leistung nur minimal. Die lang anhaltenden Hitze- und Dürrewellen in Europa haben allerdings Auswirkungen auf den Betrieb zahlreicher Kernkraftwerke im Binnenland. Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) verfügen etwa 74 Prozent dieser Anlagen über eine Durchlaufkühlung. Davon nutzen 45 Prozent Meerwasser, 15 Prozent Wasser aus Seen und 14 Prozent Flusswasser. Mit Umlaufsystemen und Kühltürmen sind 26 Prozent der Kernkraftwerke ausgestattet.
Die tschechischen Kernkraftwerke nutzen Kühltürme und damit geschlossene oder teilweise geschlossene Kühlsysteme. „Die Kühlsysteme von Temelín und Dukovany sind mit ausreichenden Reserven ausgelegt und verfügen über die notwendigen Wasservorräte für einen sicheren Betrieb. Anders als einige ausländische Kraftwerke sind sie nicht unmittelbar vom aktuellen Flussabfluss oder der Wassertemperatur des Flusses abhängig. Sie mussten in der Vergangenheit ihren Betrieb wegen Hitze, Trockenheit, Wassertemperatur oder niedriger Abflüsse nie einschränken, und auch für die Zukunft rechnen wir nicht mit einer solchen Situation“, bestätigte Ladislav Kříž, Sprecher des Unternehmens ČEZ, gegenüber der Zeitung MF DNES.
Aufgrund des unterschiedlichen – geschlossenen – Kühlsystems der Kondensatoren sind der Mindestabfluss oder die aktuelle Temperatur des Flusses weder für Temelín noch für Dukovany entscheidend. „Konkret entnehmen die Anlagen bei Volllastbetrieb – wobei in den Sommermonaten normalerweise die Revision eines der Blöcke stattfindet – aus den Stauseen etwa 1,1 bis 2,3 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Nur ein Teil des Wassers verdunstet, ein Teil wird wieder in die Fließgewässer zurückgeführt. Das sind Größenordnungen, die deutlich unter den Entnahmen von Wärmekraftwerken mit Durchlaufkühlung liegen“, beschreibt Kříž die Situation. Wie er hinzufügt, musste die Stromerzeugung der Kernkraftwerke auch während der bislang heißesten und trockensten Perioden aus diesem Grund nicht eingeschränkt werden. „Und wir rechnen auch künftig nicht damit. Natürlich nehmen wir die zunehmenden Risiken heißer und trockener Sommer wahr. Deshalb reduzieren wir langfristig den Wasserverbrauch und führen neue Technologien ein, mit denen das Wasser möglichst effizient genutzt werden kann“, sagt Kříž.
Allerdings beeinflussen hohe Temperaturen die Leistung der Kernkraftwerke auch in Tschechien, wenn auch nur geringfügig. Das ist ausschließlich auf physikalische Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen. Wärmeres Kühlwasser nimmt Wärme schlechter auf, der Dampf kondensiert schlechter, der Druck im Kondensator steigt und damit sinkt auch der Wirkungsgrad der Turbine geringfügig. „Es handelt sich um eine Veränderung des Kondensationswirkungsgrades, nicht um eine Einschränkung des Betriebs oder der Leistung des Reaktors. Je kälter das Wasser ist, also im Winter, desto höher ist die Leistung des Kraftwerks; bei Hitze ist sie geringfügig niedriger. Die Unterschiede sind jedoch klein und liegen im Bereich weniger Megawatt“, erklärt der Sprecher.
In Temelín kann der Unterschied zwischen Winterbetrieb und heißem Sommerbetrieb etwa 30 bis 35 MWe pro Block betragen (ein Block hat eine Leistung von 1.125 MW). In Dukovany ist der Einfluss des Wetters noch geringer. Eine Änderung der Kühlwassertemperatur um 1 °C entspricht etwa 1 MW pro Block (rund 0,2 Prozent der Leistung). Der Unterschied beträgt somit typischerweise nur 5 bis 10 MW, wobei ein Block in Dukovany eine Leistung von 510 MW hat.
Probleme wegen des Donaupegels….
Am stärksten von der diesjährigen Hitze betroffen waren Kernkraftwerke in Frankreich. Während der ersten Hitzewelle musste das Unternehmen EDF Ende Juni und Anfang Juli das Kraftwerk Golfech 2 für elf Tage, den dritten Block des Kraftwerks Bugey für neun Tage und das 120 Kilometer südöstlich von Paris gelegene Kraftwerk Nogent 1 für fünf Tage abschalten. Dadurch waren vorübergehend rund 5,5 Gigawatt elektrische Leistung (GWe) nicht verfügbar, also 8,7 Prozent der installierten Kernkraftwerkskapazität Frankreichs, berichtet die World Nuclear Association. Golfech 2 wurde im Juli ein zweites Mal für 18 Tage und auch im August abgeschaltet – aufgrund von Umweltauflagen für den Fluss Garonne. Nach den Vorschriften darf dessen Temperatur unterhalb des Kraftwerks 28 Grad nicht überschreiten, um eine Gefährdung der Fische und des Ökosystems des Flusses zu vermeiden. Der zweite Block – Golfech 1 – war zu diesem Zeitpunkt wegen planmäßiger Wartungsarbeiten und eines Brennelementwechsels außer Betrieb. Der Betrieb der Kraftwerke Bugey und Tricastin musste wegen der hohen Temperaturen und des niedrigen Abflusses der Rhône eingeschränkt werden. Im Kernkraftwerk Blayais wurde die Leistung als Reaktion auf die hohen Temperaturen und die begrenzten Kühlkapazitäten der Gironde-Mündung reduziert.
Bei den Einschränkungen des Betriebs von Kernkraftwerken an der Donau war nicht die Wassertemperatur, sondern die begrenzte Wassermenge im Fluss das Problem. Rumänien erwägt derzeit, möglicherweise bereits am Donnerstag wegen des niedrigen Donaupegels den zweiten und letzten noch betriebenen Reaktor des Kernkraftwerks Cernavodă abzuschalten. Bereits Anfang August hatte das Land den Energienotstand ausgerufen und Großverbraucher zu einer freiwilligen Reduzierung ihres Verbrauchs aufgefordert.
Ähnliche Probleme gibt es auch im benachbarten Ungarn, dessen Ministerpräsident Péter Magyar Anfang August eine vollständige Abschaltung des Kernkraftwerks Paks angekündigt hatte. Die Anlage, die einzige ihrer Art im Land und unter normalen Bedingungen für rund die Hälfte des Stromverbrauchs verantwortlich, begann bereits Ende Juli, ihre Leistung zu reduzieren. Im Kernkraftwerk Paks ist derzeit nur noch ein Turbogenerator mit einer Leistung von 240 MWe in Betrieb – das entspricht etwa einem Zehntel der üblichen Leistung.
Autorin: Dasa Hyklova, Redakteurin der Zeitung MF DNES
/gr/
OIŽP: Die Regierung will Dukovany mit dem Geld der Bürger bauen, will aber die Verträge vor den Bürgern geheim halten
13.8.2026 Ekolist.cz
Die Bürgerinitiative Umweltschutz (OIŽP/BIU) kritisiert scharf den Vorschlag des Ministeriums für Industrie und Handel, der die öffentliche Kontrolle über Schlüsselverträge im Zusammenhang mit dem Bau neuer Kernkraftwerksblöcke in Dukovany einschränken soll. Aus dem Vertragsregister sollen unter anderem Dokumente verschwinden, die das finanzielle Verhältnis zwischen dem Staat und dem Investor regeln. Die Öffentlichkeit könnte somit genau die Informationen verlieren, die für die Bewertung der tatsächlichen Kosten des Nuklearprojekts am wichtigsten sind.
„Der Steuerzahler soll zahlen, hat aber kein Recht zu erfahren, wie viel es ihn kosten wird“, sagen die Vertreter der Vereinigung OIŽP.
Dem Vorschlag des Ministeriums zufolge soll sich die Ausnahme von der Pflicht zur Veröffentlichung im Vertragsregister auf einen breiten Kreis von Verträgen im Bereich der Kernenergie erstrecken, einschließlich Lieferungen, Dienstleistungen, Bauarbeiten und Rechten, die direkt oder indirekt mit diesen Bereichen zusammenhängen. Dabei wird ausdrücklich auch damit gerechnet, den Vertrag über die Ausgleichsregelung (Differenzvertrag) nicht zu veröffentlichen, der das finanzielle Verhältnis zwischen dem Staat und dem Betreiber der neuen Kernkraftwerke grundlegend bestimmen soll. Der Vorschlag ermöglicht es zudem, den Zugang zu bestimmten Verträgen zu sperren, die bereits im Vertragsregister veröffentlicht wurden. (1)
Wie viel wird Dukovany tatsächlich kosten?
Gerade bei einer so gewaltigen Investition hält die BIU/OIŽP die Einschränkung der Transparenz für inakzeptabel. Der Bau der neuen Blöcke in Dukovany ist kein privates Projekt einiger weniger Investoren. Der Staat schafft dafür einen Unterstützungsmechanismus, und die finanziellen Risiken des Projekts werden somit letztendlich auch die Bürger der Tschechischen Republik tragen.
„Die Öffentlichkeit hat das Recht, nicht nur den Preis zu kennen, den die Regierung bei der Unterzeichnung des Kontrakts präsentiert, sondern vor allem alle Bedingungen, unter denen der Staat eventuelle Zusatzkosten, Preisrisiken oder Kompensationen übernimmt. Wenn wir genau diese Verträge vor der Öffentlichkeit verstecken, ist eine seriöse Kontrolle darüber, wie viel der Atombau die tschechischen Bürger tatsächlich kosten wird, unmöglich“, warnt Pavel Vlček, Vorsitzender der Vereinigung OIŽP/BIU.
Der Differenzvertrag ist dabei keine technische Formalität. Je nach seiner Ausgestaltung kann der Staat dem Betreiber Unterstützung zahlen, wenn der Marktpreis für Strom niedriger ist als der vereinbarte Preis, während im umgekehrten Fall der Betreiber wiederum an den Staat zahlen kann. Die Bedingungen eines solchen Mechanismus werden daher langfristig die künftigen öffentlichen Finanzen fundamental beeinflussen.
Die OIŽP/BIU weist das Argument zurück, dass die geschäftliche Sensibilität von Nuklearverträgen deren Geheimhaltung automatisch rechtfertige: „Wir verstehen, dass einige Teile von Verträgen sensible Geschäfts- oder Sicherheitsinformationen enthalten können. Das ist aber kein Grund, ganze Schlüsselverträge und ihre finanziellen Bedingungen vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Es ist möglich, wirklich sensible Informationen zu schützen und gleichzeitig das zu veröffentlichen, was die Bürger wissen müssen, da Hunderte von Milliarden Kronen aus öffentlichen Mitteln gezahlt werden. Anstatt dass dieser Vorschlag der Regierung transparenter ist, schafft er im Gegenteil neue Möglichkeiten, Informationen vor der Öffentlichkeit zu verbergen“, erklären Pavel Vlček und Gabriela Reitingerová, Vertreter der Vereinigung OIŽP/BIU.
Die Öffentlichkeit ist kein Staatsfeind...
Das Argument, dass die Veröffentlichung umfangreicher Vertragsunterlagen bei fehlerhafter Publikation die Wirksamkeit der Verträge gefährden könne, löst laut OIŽP/BIU nicht die prinzipielle Frage: Warum soll es der Öffentlichkeit unmöglich gemacht werden, Verträge zu kontrollieren, die die öffentlichen Finanzen über Jahrzehnte hinweg belasten können?
„Die Öffentlichkeit ist weder ein Feind des Staates noch ein Sicherheitsrisiko. Sie finanziert das gesamte Projekt über Steuern und den Staatshaushalt und wird auch weiterhin die wirtschaftlichen Folgen tragen. Die Regierung kann von den Bürgern kein Vertrauen verlangen und ihnen gleichzeitig grundlegende Informationen darüber vorenthalten, was sie für ihr Geld anschafft, unter welchen Bedingungen und mit welchen Risiken dies verbunden sein wird“, fügt die Vereinigung OIŽP hinzu.
Nach Ansicht der Vereinigung BIU /OIŽP entsteht ein gefährliches Paradoxon: Je größere finanzielle Verpflichtungen der Staat eingeht, desto weniger Informationen sollen für die Öffentlichkeit zugänglich sein. „Wenn die Regierung glaubt, dass das Projekt Dukovany für die Tschechische Republik vorteilhaft ist, sollte sie keine Angst vor Transparenz haben. Im Gegenteil, sie sollte der Öffentlichkeit alle wesentlichen wirtschaftlichen Parameter vorlegen und deren unabhängige Kontrolle ermöglichen. Wenn man jedoch beginnt, die Schlüsselverträge zu verstecken, weckt dies Zweifel darüber, was genau vor der Öffentlichkeit verheimlicht werden soll.“
Die BIU /OIŽP fordert daher die Regierung und das Ministerium für Industrie und Handel auf, von den Plänen zur Ausweitung der Ausnahmen von der Veröffentlichungspflicht Abstand zu nehmen und die maximal mögliche Transparenz aller Verträge und Finanzmechanismen im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany zu gewährleisten.
Die Bürger der Tschechischen Republik haben das Recht zu wissen, wie viel sie Dukovany kosten wird. Wenn sie für das Projekt bezahlen sollen, haben sie auch das Recht, dessen tatsächlichen Preis zu kennen.
Quelle: Ekolist.cz
/gr/
Temelin: Eine Woche voller Abenteuer, Bewegung und neuer Erlebnisse.
12.8.2026 Südböhmisches Fernsehen / Jihoceska televize 13.00 Uhr-Nachrichten
-Moderator:
Das Unternehmen ČEZ hat bereits zum zwölften Mal für die Kinder seiner Mitarbeiter im Kernkraftwerk Temelín ein Ferien-Tagescamp organisiert. Die Veranstaltung bietet den Jungen und Mädchen ein abwechslungsreiches Programm und erleichtert den Eltern die Betreuung während der Ferien.
Für das abwechslungsreiche Programm des Tagescamps in Temelín sorgt ein bewährter Verein. In dreiwöchigen Durchgängen, von denen jeder sein eigenes originelles Thema hat, nehmen rund 100 Kinder an dem Camp im Kraftwerk teil.
-Organisator:
Wir denken uns verschiedene Spiele aus, damit wir das jeweilige Thema einbauen können. Wir haben verschiedene Quizspiele, damit sich die Kinder unterhalten und gleichzeitig etwas Neues lernen. Zuvor hatten wir das Thema Ritter und Prinzessinnen. Jetzt geht es um das Weltall. Das nächste Thema ist eine AR-Woche, darauf freuen wir uns schon sehr, denn auch dafür haben wir wieder viele Kinder.
-Moderator:
Ausgangspunkt des gesamten Camps ist das Schulungszentrum. Für die Kinder werden verschiedene Aktivitäten vorbereitet, zum Beispiel Sport oder ein Besuch im Schwimmbad. Im Rahmen des Kraftwerks können sie auch Bereiche besuchen, in denen künftige Kraftwerksoperatoren ausgebildet werden.
-Organisator:
Wir haben auf jeden Fall verschiedene Ausflüge gemacht, vor allem nach Hluboká. Außerdem haben wir über das Weltall gesprochen und hatten auch Fragen zum Thema Weltraum, sodass wir einiges gelernt haben.
-Redakteur:
Und wie gefällt es dir hier im Simulator? Was sagst du dazu?
Teilnehmer des Sommer-Camps:
Es ist echt cool, dass jemand so etwas bedienen kann. Vor diesen Männern und Frauen habe ich großen Respekt. Es ist toll, wir machen hier viele verschiedene Sachen. Wenn das Wetter schön ist, sind wir vor allem draußen und unternehmen verschiedene Ausflüge. Und wir lernen hier auch etwas.
-Organisator:
Wir haben die Ferien-Tagescamps vor Jahren eingeführt, weil wir unseren Mitarbeitern bei der Betreuung ihrer Kinder helfen wollten. Gerade im Sommer fanden nämlich die Revisionen /Blockabstellungen statt, was für das Kraftwerk die anspruchsvollste Zeit ist. Diese Tradition hat sich erhalten, und die Tagescamps finden jedes Jahr in drei Durchgängen statt. Es geht dabei nicht in erster Linie um Energie, sondern vor allem darum, dass die Kinder Spaß haben. Dementsprechend ist auch das Programm gestaltet: Es gibt zahlreiche Ausflüge, Wettbewerbe und Quizspiele. Kurz gesagt, die Kinder können sich austoben und spielen und im Rahmen der Möglichkeiten auch bestimmte Bereiche des Kraftwerks besuchen.
-Moderator:
Das Ferien-Tagescamp richtet sich an Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis 15 Jahren. Jede Woche kommt eine neue Gruppe von etwa 30 Kindern nach Temelín. Daniel Frcal, Südböhmisches Fernsehen.
/gr/
Sommerkino unter den Kühltürmen des Atomkraftwerkes Dukovany
12.08.2026 Tschechischer Rundfunk Brünn / ČRo Brno 10.30 – Vormittagssendung
-Moderator:
Zum Sommer gehört untrennbar das Sommerkino. Ein solches wird an den verbleibenden Ferienwochenenden auch direkt unter den Kühltürmen des Kernkraftwerks Dukovany geöffnet, und zwar bereits am kommenden Freitagabend. Am Telefon begrüße ich jetzt den Pressesprecher des Kraftwerks, Radek Doležal. Guten Morgen.
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Guten Morgen Ihnen und den Hörerinnen und Hörern.
-Moderator:
Wie entstand die Idee, ein Autokino direkt bei den Kühltürmen des Kernkraftwerks Dukovany zu veranstalten? Und zum wievielten Mal findet es in diesem Jahr statt?
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Der diesjährige Jahrgang ist bereits der zehnte, also ein Jubiläum. Vor zehn Jahren ging es den Energieexperten des Kraftwerks darum, sich stärker für die Menschen zu öffnen, damit sie positive Erlebnisse mit dem Ort in der Umgebung des Kraftwerks verbinden. Und ich denke, das ist mit dieser Veranstaltung mehr als gelungen.
-Moderator:
Wie sieht so ein Autokino eigentlich aus? Wie funktioniert es? Und was sollten Besucher wissen, bevor sie zu Ihnen kommen?
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Während es mittlerweile fast überall Sommerkino-Veranstaltungen gibt, ist unseres in Tschechien einzigartig. Es funktioniert so, wie es die meisten Hörer aus amerikanischen Filmen kennen: Die Besucher kommen mit dem Auto, stellen in ihrem Autoradio die entsprechende Frequenz ein und verfolgen den Film. Der Vorteil ist, dass wir bei jedem Wetter vorführen können – auch Regen macht uns nichts aus.
-Moderator:
Und wie groß ist die Kapazität? Wie viele Autos passen eigentlich in Ihr Autokino?
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Da wir am Kraftwerk einen relativ großen Parkplatz haben – hier arbeiten normalerweise 1.700 Beschäftigte beziehungsweise einschließlich der Zulieferer rund 3.000 Menschen –, ist die Kapazität praktisch unbegrenzt. Die Leute müssen also definitiv keine Angst haben, keinen Parkplatz zu bekommen. Das Kino zieht jedes Jahr Tausende Menschen an. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt fast 3.000. Die Hörerinnen und Hörer können also auf jeden Fall kommen.
-Moderator:
Darf ich noch fragen: Wenn jemand kein Auto hat oder nicht mit dem Auto kommen kann, kann er trotzdem teilnehmen? Oder ist die Veranstaltung ausschließlich für Menschen mit Auto gedacht?
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Natürlich kann man auch ohne Auto kommen. Wir haben Stühle direkt vor der Leinwand. Auch Besucher, die mit dem Auto kommen, aber lieber daneben sitzen möchten, können ihren eigenen Stuhl mitbringen und sich neben das Auto setzen und den Film anschauen. Außerdem bieten wir verschiedene Snacks und Getränke an, sodass das Kinoerlebnis wirklich rundum gelungen sein wird.
-Moderator:
Ja. Und nun kommen wir noch dazu, wann und was Sie in diesem Jahr zeigen werden. Sie haben bereits erwähnt, dass das Interesse groß ist. Laden wir die Hörerinnen und Hörer doch zu den konkreten Filmen ein.
-Radek Dolezal, Sprecher des AKW Dukovany:
Sehr gerne. Wir zeigen an den kommenden drei Augustwochenenden Filme, wie Sie bereits erwähnt haben, jeweils am Freitag und Samstag ab 20:30 Uhr. Für Sportfans beginnen wir jetzt am Freitag mit dem Film „Kouzel“ und „Derby“. Anschließend kommen aber auch Kinder oder beispielsweise Fans des Regisseurs Jan Svěrák auf ihre Kosten. Wir zeigen seinen neuesten Film „Pet svestek“.
-Moderator:
Ich wiederhole noch einmal: Das Sommer-Autokino am Kernkraftwerk Dukovany zeigt an den verbleibenden Ferienwochenenden jeweils freitags und samstags Filme. Beginn ist immer um 20:30 Uhr. Vielen Dank und auf Wiederhören.
/gr/
Gespräch mit der Operatorin des Sekundärkreislaufs des Kernkraftwerks Temelin
12.8.2026 Tschechischer Rudfunk Budweis 11.30 – Vormittagssendung
Matěj Vodička, Redakteur
Nach dem Lied hören Sie Český rozhlas České Budějovice, genauer gesagt die Vormittagssendung „Südböhmen“ dieses Senders. Bei uns im Studio ist weiterhin die Diplomingenieurin Adéla Chalupová, die als Operatorin des Sekundärkreislaufs des Kernkraftwerks Temelin arbeitet. Wie wir erfahren haben, gehört sie sogar zur sogenannten grünen Schicht. Noch einmal zu dem Trainingsarbeitsplatz: Ist es schon einmal vorgekommen, dass jemand die Ausbildung dort nicht geschafft hat und deshalb – ich möchte nicht sagen, ausgeschlossen – aber vielleicht für eine gewisse Zeit von dieser Arbeit beziehungsweise von der Ausübung dieser Funktion abgezogen werden musste?
-Adela Chalupova:
Das kann passieren, wenn jemand gerade anfängt. Ich habe das schon ein paar Mal erlebt: Nach der zweijährigen Ausbildung, in der man im Wesentlichen die Theorie lernt, alle Vorschriften kennt und weiß, wie man vorgehen muss, lässt sich das Gelernte am Simulator manchmal nicht mit der Praxis verbinden. Deshalb kommt es am Anfang gelegentlich vor, dass jemand die Ausbildung am Simulator nicht erfolgreich absolviert. Dann wird ihm eine andere Tätigkeit angeboten. Ich muss allerdings sagen, dass das Unternehmen seine Mitarbeiter hier sehr schätzt, denn sie wissen bereits sehr viel über das Kraftwerk, können dieses Wissen aber vielleicht nicht auf die Leitwarte des Blocks übertragen.
Wie gesagt, unsere Ausbildung endet mit zahlreichen Prüfungen. Eine davon ist eben auch die Prüfung am Simulator: Man kommt zur Prüfung, bekommt eine Aufgabe gestellt und dabei zeigt sich, ob jemand für diese Tätigkeit geeignet ist oder nicht. Während der späteren Arbeit gehen wir regelmäßig zum Simulator. Etwa alle zwei bis drei Monate haben wir mehrere Schichten am Simulator. Das sind dann eher Auffrischungstrainings, und inzwischen weiß man natürlich, was man tut. Es kommt also nicht vor, dass jemand plötzlich nicht mehr weiß, was er machen soll. Das ist wirklich eher am Anfang der Ausbildung ein Thema; später wissen die Leute, was sie tun.
Matej Vodicka, Redakteur:
Da gilt also das Klischee: „Schwer auf dem Übungsplatz, leicht auf dem Schlachtfeld.“ Ich vermute, dass das in Ihrem Fall gleich doppelt zutrifft.
-Adela Chalupova:
Das stimmt. Es ist wirklich schwer auf dem Übungsplatz. Und ich muss sagen, dass sich die Aufgaben ständig weiterentwickeln. So wie sich die Welt verändert, kommen auch häufig neue Szenarien hinzu. Wir lösen beispielsweise eine technische Störung und haben vor Kurzem zusätzlich zu einer solchen technischen Störung auch einen Cyberangriff simuliert. In unseren Simulator werden also inzwischen auch Dinge eingebaut, die früher vielleicht keine Bedrohung dargestellt hätten, heute aber durchaus möglich sind.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Das ist interessant – was Sie alles abdecken müssen. Es ist geradezu unglaublich, was ein Mensch beziehungsweise der menschliche Kopf alles beherrschen muss, bevor er sich an den Sekundär-, Primär- oder einen anderen Kreislauf in einem Kernkraftwerk wie Temelín setzen kann. Bemerkenswert beziehungsweise bewundernswert ist auch, dass du neben deiner Arbeit als Operatorin eines Kernkraftwerks eine umfangreiche, oft geradezu pädagogische und vor allem populärwissenschaftliche Tätigkeit in den sozialen Medien ausübst. Was hat dich dazu bewogen?
-Adela Chalupova:
Vor allem meine Freunde. Sie haben mich häufig gefragt: „Du sitzt doch im Kernkraftwerk – was machst du dort eigentlich? Isst du wie Homer Simpson Donuts? Hast du die Füße auf dem Tisch?“ Ich musste also ständig erklären, warum ich keine Donuts esse, nicht herumliege und die Füße auf dem Tisch habe. Und ich fand die sozialen Medien eigentlich eine sehr gute Möglichkeit. Wenn die Leute ständig zwischen Videos mit Kätzchen hin- und herscrollen, wäre es doch schön, wenn sie dabei auf etwas stoßen, das ihnen vielleicht etwas beibringt oder sie überrascht. Deshalb habe ich angefangen, in den sozialen Medien aus meinem Alltag und über meine Arbeit zu berichten. Ich finde meine Arbeit sehr interessant, und bis heute überrascht mich, wie viele Menschen sich dafür interessieren und wie fundiert die Fragen sind, die ich bekomme. Ich halte die Tschechen wirklich für das intelligenteste Volk überhaupt. Auch Menschen, die sich nicht mit Energie beschäftigen, stellen häufig sehr gute Fragen.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Eine kleine Zwischenfrage: Darf man im Kontrollraum essen?
-Adela Chalupova:
Ja, man darf essen, aber wir dürfen nicht weggehen, um das Essen zu holen. Wir dürfen während der Schicht die Blockwarte nicht verlassen. Wir müssen ständig als Operatorin des Sekundärkreislaufs, Operator des Primärkreislaufs, Leiter der Blockwarte und Leiter des Reaktorblocks anwesend sein. Das ist die Besatzung der Blockwarte, und wir können sie nicht verlassen. Deshalb wird uns das Mittagessen direkt an den Arbeitsplatz gebracht.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Zurück zum Influencer-Dasein beziehungsweise zu deiner Aktivität in den sozialen Medien: Gibt es weltweit viele solcher Atomkraft-Influencer? Ich persönlich kenne, muss ich ehrlich sagen, außer dir niemanden.
-Adela Chalupova:
Doch, solche Leute gibt es durchaus. In Amerika ist beispielsweise Isodop sehr bekannt. Paradoxerweise ist sie keine Nuklearingenieurin, sondern ein ehemaliges Model, das sich für Kernenergie begeistert hat. Sie beschäftigte sich mit Dekarbonisierung und stellte fest, dass erneuerbare Energien allein nicht ausreichen, um unseren Strombedarf zu decken. Sie kam deshalb selbst zu dem Schluss, dass Kernenergie ein Weg zur Dekarbonisierung sein kann, und setzt sich heute stark für deren Popularisierung ein. Sie hat sogar ein Buch geschrieben. Und in Spanien gibt es einen Mann, einen ehemaligen Nuklearoperator, der heute ebenfalls über Kernenergie informiert und Bücher darüber schreibt.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Kann man diese Persönlichkeiten also als Vorbilder für dich bezeichnen?
-Adela Chalupova:
Ich würde sie eher als Kollegen bezeichnen.
-Matej Vodicka, Redakteur:
Als Kollegen, gut. Ich wollte eben deshalb fragen, ob du im Hinblick auf deine Aktivitäten in den sozialen Medien ein persönliches Vorbild hast.
-Adela Chalupova:
Um ehrlich zu sein, bin ich auf solche Leute erst später gestoßen, nachdem ich selbst damit angefangen hatte. Aber natürlich gibt es auch in Tschechien viele Influencer, die interessante Themen und Technologien vorstellen. Zum Beispiel Honza Lukačevič mit seinen Beiträgen über Raumfahrttechnologien. Es gibt also sicherlich viele.
-Matěj Vodička, Redakteur
Wo du gerade die Dekarbonisierung erwähnt hast, stellt sich die Frage: Wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft der Kernenergie in Tschechien aus? Westlich von uns, zum Beispiel in Deutschland, hat man im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung stark auf erneuerbare Energiequellen gesetzt. Jetzt zeigt sich möglicherweise, dass das nicht unbedingt der beste Weg war – zumindest kommt es mir so vor, wenn man die Entwicklung aus der Ferne betrachtet. Bei uns in Tschechien habe ich dagegen den Eindruck, dass auch die Mehrheit der Bevölkerung, wenn man die soziologischen Untersuchungen betrachtet, für die Kernenergie ist. Sie wird von der Gesellschaft allgemein offenbar nicht als besonders riskante Energiequelle angesehen.
-Adela Chalupova:
Vor Kurzem wurde in Europa eine europaweite Umfrage zur Einstellung der Menschen zur Kernenergie durchgeführt, und die Tschechen sind Rekordhalter. Bei uns liegt die Zustimmung bei 72 Prozent. Die Tschechen sind also echte Kernenergiefans.
Es ist sehr wichtig, sich anzuschauen, welche Möglichkeiten ein bestimmtes Land hat. Wir sind kein Küstenland und auch kein skandinavisches Land mit zahlreichen Flüssen. Der Bau weiterer Wasserkraftwerke ist bei uns daher kaum möglich, und auch der Bau von Windkraftanlagen ist sehr kompliziert. Wir werden also beispielsweise auf Photovoltaik angewiesen sein. Hier besteht allerdings das Paradoxon darin, dass wir im Winter den höchsten Stromverbrauch haben, wenn die Tage am kürzesten sind und wir am meisten heizen wollen. Der Verbrauch ist also tatsächlich im Januar und Februar am höchsten, während die Photovoltaik dann nicht genug Strom liefern kann.
Deshalb brauchen wir eine Energiequelle, die rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, Strom erzeugen und gleichzeitig die Qualität unseres Stromnetzes und die Frequenz von 50 Hertz gewährleisten kann. Das kann entweder Kohle, Kernenergie oder beispielsweise Gas sein. Auf Kohle haben wir uns jedoch verpflichtet, bis zum Jahr 2033 zu verzichten. Unsere Zukunft wird daher wahrscheinlich in der Kernenergie liegen. Das hoffe ich jedenfalls.
-Matěj Vodička, Redakteur:
Du hast dich vor einiger Zeit auch stark für den Bau der neuen Blöcke in Dukovany engagiert, obwohl es zunächst genau andersherum war. Ursprünglich sollte Temelín Priorität haben beziehungsweise der Ausbau der Blöcke in Temelín wurde priorisiert. Jetzt geht es also um Dukovany. Denkst du, dass auch Temelín künftig um neue Blöcke erweitert wird?
-Adela Chalupova:
Es stimmt, dass ursprünglich um das Jahr 2010 der Ausbau von Temelín geplant war. Letztlich blieb es bei zwei Blöcken, und derzeit laufen die Vorbereitungen für den Bau von zwei neuen Blöcken in Dukovany.
Zu sagen, dass ich daran beteiligt bin, wäre allerdings zu viel. Ich lerne Koreanisch und habe mir Kernkraftwerke in Korea angesehen. Aber für die Kernenergie in Tschechien ist das sicherlich ein sehr wichtiger Schritt, denn unsere alten Dukovany-Blöcke werden immer älter. Derzeit ist ihr Betrieb für 80 Jahre genehmigt, danach müssen sie jedoch ersetzt werden. Die neuen Blöcke in Dukovany werden also die bestehenden ersetzen. Ob anschließend weitere gebaut werden, ist eine politische Entscheidung der Regierung.
Auf jeden Fall wird bereits jetzt davon ausgegangen, dass der Bau rund 5.000 Fachkräfte erfordern wird und anschließend etwa 1.500 Mitarbeiter für den Betrieb des Kernkraftwerks benötigt werden. Ich denke deshalb, dass dies für die Kernenergie, die Industrie in Tschechien und für Studenten technischer Hochschulen eine riesige Chance darstellt.
-Matěj Vodička, Redakteur:
Noch einmal zurück zu Temelín, denn hier in Südböhmen wird in den vergangenen Jahren viel über modulare Reaktoren gesprochen. Ich wage zu behaupten, dass Südböhmen gewissermaßen auch ein staatlicher Botschafter für diesen Bereich ist, denn bei Temelín soll der erste kleine modulare Kernreaktor Tschechiens entstehen. Sind modulare Reaktoren deiner Meinung nach die Zukunft?
-Adela Chalupova:
Ich bin ein großer Fan kleiner modularer Reaktoren. Ihr Vorteil besteht darin, dass große Blöcke immer individuell geplant und gebaut werden, während kleine modulare Reaktoren in Fabriken wie Legosteine oder nach dem Prinzip der Automobilproduktion bei Ford hergestellt werden könnten. Die einzelnen Module würden in der Fabrik produziert, anschließend zur Baustelle transportiert und dort zu einem kleinen modularen Reaktor zusammengesetzt.
Das sollte zunächst die Logistik und später auch die Finanzierung vereinfachen. Und da wir uns verpflichtet haben, Kohlekraftwerke stillzulegen, bietet sich eine hervorragende Möglichkeit, die alten Kohleblöcke durch einen kleinen modularen Reaktor zu ersetzen. Dieser hätte ungefähr die gleiche Leistung – etwa 300 bis 400 MW. Das Stromnetz ist dafür also bereits ausgelegt.
Mit der Zeit bietet sich dadurch sicherlich die Chance, bestehende Kohlekraftwerke zu ersetzen. Wie bereits erwähnt, soll der erste modulare Reaktor bei Temelín entstehen. ČEZ hat erst kürzlich auch eine Vereinbarung mit dem Ministerium für Industrie und Handel unterzeichnet, wonach wir einen kleinen modularen Reaktor bauen wollen. Wir werden ihn gemeinsam mit Rolls-Royce errichten. Deshalb reisen auch zahlreiche Nuklearingenieure nach Großbritannien, wo sie an diesem Projekt arbeiten. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.
-Matěj Vodička, Redakteur:
Dann werden wir sehen und die Entwicklung aufmerksam verfolgen. Die Nuklearingenieurin Adéla Chalupová war heute Vormittagsgast beim Český rozhlas České Budějovice. Adélo, noch einmal vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir viel Erfolg – nicht nur im Kraftwerk.
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
-
Gabi Reitinger
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- Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34
Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Inhalt:
AKW Dukovany erlebt eines ihrer arbeitsreichsten Jahre. Tausende Menschen arbeiten an den Revisionen.
Rolls-Royce SMR bietet tschechischen Unternehmen die Möglichkeit, von Anfang an dabei zu sein.
Nach Dukovany strebt nun auch Temelín einen 80-jährigen Betrieb an.
Oranges Jahr 2026 in Týn nad Vltavou: Die Stadt erwacht dank der Unterstützung der ČEZ-Gruppe erneut zum Leben.
Die Pilsner ŠKODA JS wird Partner von Rolls-Royce.
Rumänien: Das Kernkraftwerk Cernavoda muss wegen Wassermangels abgeschaltet werden.
Dürre schränkt Betrieb von Wasserkraftwerken erheblich ein
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AKW Dukovany erlebt eines ihrer arbeitsreichsten Jahre. Tausende Menschen arbeiten an den Revisionen
13.8.2026 cez.cz
Im Kernkraftwerk Dukovany herrscht in diesen Wochen deutlich mehr Betrieb als im vergangenen Jahr. Aufgrund des zeitlichen Zusammentreffens der geplanten Abschaltungen des dritten und vierten Reaktorblocks sind rund 3.000 Menschen an den Arbeiten beteiligt. Neben den Beschäftigten des Energiekonzerns ČEZ übernehmen dabei vor allem Mitarbeiter von Zulieferunternehmen einen Großteil der Tätigkeiten. Sie sind an Kontrollen, Wartungsarbeiten und der Modernisierung der Anlagen beteiligt.
An den geplanten Arbeiten sind Dutzende Unternehmen beteiligt. Die Zulieferer bilden das Rückgrat der Revisionsteams und übernehmen spezialisierte Tätigkeiten, die ein hohes Maß an Fachkompetenz und langjährige Erfahrung in der Kernenergiewirtschaft erfordern. Die am stärksten gesicherten Bereiche des Kraftwerks betreten derzeit täglich rund 600 Menschen – doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.
„Der diesjährige Umfang der Arbeiten gehört zu den anspruchsvollsten der vergangenen Jahre. Auf uns warten Tausende Arbeitsaufträge, von der routinemäßigen Wartung und Kontrolle bis hin zur Modernisierung der Anlagen. Gerade während der Revisionen /Blockabschaltungen können bestimmte Arbeiten durchgeführt werden, die während des normalen Betriebs der Reaktorblöcke nicht möglich sind“, betont Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Abteilung Kernenergie.
Ein Vorteil der tschechischen Kernenergiewirtschaft ist die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Kernkraftwerken und ihren langjährigen Zulieferern. Das zur ČEZ-Gruppe gehörende Unternehmen ČEZ Energoservis übernimmt die Wartung der Anlagen sowohl in Dukovany als auch im Kernkraftwerk Temelín.
„Wir profitieren in erheblichem Maße davon, dass wir einen wirklich großen Teil der Wartung aller sechs tschechischen Reaktorblöcke übernehmen. Wenn es erforderlich ist, können wir erfahrene Fachleute schnell von Temelín nach Dukovany versetzen und so das Team während der Revision verstärken“, sagt František Krček, Generaldirektor von ČEZ Energoservis.
Während der geplanten Abschaltung des dritten Blocks führen die Fachleute 50 Investitionsmaßnahmen durch, davon zehn neue. Sie konzentrieren sich vor allem auf eine weitere Steigerung der Zuverlässigkeit der Anlagen und die Unterstützung eines sicheren langfristigen Betriebs des Kraftwerks.
Während der gemeinsamen Abschaltung des dritten und vierten Blocks werden zudem fünf weitere Investitionsmaßnahmen umgesetzt. Den größten Teil der Arbeiten machen die regelmäßige Wartung, vorgeschriebene Kontrollen und der Service an technischen Anlagen aus. Zusammengenommen umfassen die beiden Revisionen mehr als 20.000 Arbeitsaufträge.
Die Kernkraftwerke der ČEZ-Gruppe sind in den vergangenen Jahren schrittweise auf längere Brennstoffzyklen umgestellt worden. In Dukovany ist seit dem Jahr 2024 ein 16-monatiger Brennstoffzyklus Standard. Dabei dauert der Betrieb der Blöcke zwischen den Abschaltungen 14 Monate, gefolgt von einer mehr als einmonatigen Revision. Die Umstellung auf einen längeren, konkret 18-monatigen Brennstoffzyklus wird in diesem Jahr auch in Temelín abgeschlossen.
In Temelín bedeutet dies 16 Monate Betrieb und etwa zwei Monate Revision. Der zweite Block des Kernkraftwerks Temelín arbeitet bereits in diesem Regime, der erste Block wird im Herbst dieses Jahres in die letzte Phase der Umstellung auf den längeren Brennstoffzyklus eintreten. Ziel dieser Veränderungen ist es, die gesamte Stromerzeugung zu steigern, den Kernbrennstoff effizienter zu nutzen und die Belastung der Anlagentechnik durch stabilere Betriebsparameter zu verringern.
Autor: Radek Doležal, Sprecher von ČEZ, Kernkraftwerk Dukovany
/gr/
Rolls-Royce SMR bietet tschechischen Unternehmen die Möglichkeit, von Anfang an dabei zu sein
14.08.2026 Monatsmagazin Czech Industry Seite: 18
Mehr als 60 tschechische Unternehmen nahmen an einem Fachtreffen zum Projekt der kleinen modularen Reaktoren (SMR) teil, das von der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik und dem Verband Energie der Tschechischen Republik veranstaltet wurde.
Die Veranstaltung konzentrierte sich auf die Möglichkeiten der Einbindung der tschechischen Industrie in die Lieferkette der Rolls-Royce-SMR-Technologie sowie auf das geplante Projekt am Standort Temelín.
Für das ÚJV Řež nahmen der Generaldirektor Martin Ruščák und Jan Klouzal, Direktor der Abteilung Nukleare Sicherheit und Zuverlässigkeit, an der Veranstaltung teil. Ihre Teilnahme bestätigt die aktive Rolle des ÚJV Řež in der Diskussion über die Zukunft kleiner modularer Reaktoren und über die Chancen, die diese Technologie für die tschechische Nuklearindustrie bietet.
Martin Ruščák erläuterte in seiner Präsentation, wie das ÚJV Řež seine langjährigen Erfahrungen für das Rolls-Royce-SMR-Projekt nutzen kann. Er beschrieb die bisherige Beteiligung des Instituts an der Unterstützung von Studien und Entscheidungsanalysen, an kleineren Projekten im Bereich der Materialprüfung, an der Zusammenarbeit bei der Standort- und Projektlokalisierung sowie an der Analyse des regulatorischen Umfelds. Er erwähnte außerdem Konsultationen mit den technischen Teams von Rolls-Royce SMR, deren Ziel es ist, das Fachwissen und die Infrastruktur der ÚJV-Gruppe bestmöglich zu nutzen, und knüpfte daran die Abgabe eines Angebots im Rahmen der Ausschreibung für einen Engineering Delivery Partner an.
Er betonte, dass genau definierte technische Erwartungen ebenso präzise und konkrete Antworten erfordern. Ein erfolgreicher Lieferant könne seiner Ansicht nach nicht lediglich als Bewerber auftreten, sondern müsse als echter Partner die Ziele des Projekts unterstützen. Entscheidend seien nachweisbare Fähigkeiten und Kapazitäten, eine entsprechende Vorbereitung im ESG-Bereich, eine glaubwürdige Gewährleistung der Informationssicherheit und vor allem ein kompromissloser Fokus auf die nukleare Sicherheit.
Bei dem Treffen wurden konkrete Anforderungen an künftige Lieferanten, der Zeitplan für den Aufbau der Lieferkette sowie die Bereiche vorgestellt, in denen tschechische Unternehmen ihr Know-how anbieten können. Die tschechische Industrie verfügt dank langjähriger Erfahrungen in der Kernenergie, im Maschinenbau und bei der Herstellung spezialisierter Komponenten über einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.
„Kleine modulare Reaktoren werden zunehmend Realität, und die Tschechische Republik hat dank der Zusammenarbeit mit Rolls-Royce SMR die Möglichkeit, zu den Ländern zu gehören, die von Anfang an bei ihrer Entwicklung dabei sind. Unsere Priorität ist es, dass tschechische Unternehmen zu einem festen Bestandteil der globalen Lieferkette dieser Technologie werden und die Chancen nutzen können, die ihre Entwicklung in Europa und weltweit mit sich bringen wird“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček.
„Die tschechische Industrie steht heute vor einer Chance, wie sie sich nicht jedes Jahr bietet. Das Projekt der kleinen modularen Reaktoren kann tschechischen Unternehmen den Weg zu bedeutenden Aufträgen in der Tschechischen Republik und im Ausland eröffnen. Gerade deshalb wollen wir, dass sie so früh wie möglich Informationen über die geplanten Ausschreibungen und Anforderungen an die Lieferanten erhalten und sich rechtzeitig darauf vorbereiten können“, sagte die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik Zuzana Krejčiříková bei dem Treffen.
Die Teilnahme der Leitung des ÚJV Řež an dieser Veranstaltung unterstreicht dessen Bereitschaft, Teil der entscheidenden Gespräche über die Entwicklung von SMR in der Tschechischen Republik und im Ausland zu sein und die Position des tschechischen Nuklear-Know-hows bei internationalen Projekten weiter zu stärken.
/gr/
Nach Dukovany strebt nun auch Temelín einen 80-jährigen Betrieb an
14.08.2026 Monatszeitung Czech Industry Seite 30
ČEZ hat einen Prozess eingeleitet, der den langfristigen Betrieb des Kernkraftwerks Temelín ermöglichen soll. Dies ist ein Schritt, der die Energiesicherheit der Tschechischen Republik deutlich stärkt und die langfristige Strategie von ČEZ als stabiler und zuverlässiger Lieferant emissionsarmer Elektrizität auch in Zeiten dynamischer Veränderungen auf dem Energiemarkt bestätigt. Die gleiche Bewertung hat das Kernkraftwerk Dukovany bereits durchlaufen.
„Der Plan, Dukovany und Temelín 80 Jahre lang zu betreiben, basiert auf sorgfältigen wirtschaftlichen und technischen Analysen, an denen wir mehrere Jahre gearbeitet haben. Er bedeutet auch umfangreiche Investitionen und Modernisierungsprogramme. Wir gehen damit in die gleiche Richtung wie andere moderne Betreiber von Kernkraftwerken weltweit. Selbstverständlich werden wir während der gesamten Zeit sowohl den technischen Zustand der Kraftwerke als auch die sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Bedingungen für einen langfristigen Betrieb regelmäßig bewerten“, erklärt Generaldirektor Daniel Beneš.
ČEZ bewertet den künftigen Betrieb seiner Kernkraftwerke regelmäßig mithilfe eines sogenannten technisch-wirtschaftlichen Modells. Dieses untersucht insbesondere den technischen Zustand wichtiger Komponenten sowie die erwartete Entwicklung der Strompreise und weiterer Kostenfaktoren. Auch auf Grundlage dieser Analysen ergibt sich eine klare Perspektive für einen langfristigen Betrieb beider tschechischer Kernkraftwerke.
Investitionen, die die tschechische Industrie technologisch an der Spitze halten….
Die tschechischen Kernkraftwerke investieren jährlich mehrere Milliarden Kronen in die Modernisierung und die Stärkung der Sicherheit. Diese Projekte schaffen Tausende Arbeitsplätze und bringen tschechischen Unternehmen – vom Maschinenbau bis hin zum hochspezialisierten Nuklearingenieurwesen – langfristige Aufträge und Exportpotenzial.
ČEZ steht damit nicht nur für eine stabile Stromerzeugung, sondern unterstützt auch in erheblichem Maße das technologische Niveau der tschechischen Industrie. Dank des Betriebs der Kernkraftwerke verfügt die Tschechische Republik über ein einzigartiges Know-how, über das in Europa nur eine begrenzte Zahl von Ländern verfügt.
„An erster Stelle steht immer die Sicherheit, die eine entscheidende Voraussetzung für den langfristigen Betrieb darstellt. Wir müssen uns stets über den Zustand der wichtigsten Anlagen sicher sein. Dies weisen wir unter anderem durch regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen nach, denen unsere Kraftwerke alle zehn Jahre unterzogen werden. Es handelt sich um einen komplexen und anspruchsvollen Prozess, der sich sowohl auf den technischen Zustand und die Modernisierung als auch auf die Übereinstimmung mit internationalen Standards und gesetzlichen Vorschriften konzentriert“, ergänzt Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Direktor der Abteilung Kernenergie.
Modernisierung wird fortgesetzt….
Die einzelnen Blöcke in Temelín wurden in den Jahren 2000 und 2002 in Betrieb genommen. Durch umfangreiche Modernisierungen konnte ČEZ die elektrische Leistung beider Blöcke während des Betriebs von ursprünglich 1.962 MW auf insgesamt 2.172 MW erhöhen.
Einen ähnlichen Prozess durchlief auch das Kernkraftwerk Dukovany, dessen Gesamtleistung von ursprünglich 1.760 MW auf derzeit 2.048 MW gesteigert wurde.
/gr/
Oranges Jahr 2026 in Týn nad Vltavou: Die Stadt erwacht dank der Unterstützung der ČEZ-Gruppe erneut zum Leben
14.08.2026 Ratshauszeitung von Tyn nad Vltavou / Radniční noviny Týna nad Vltavou
Autorin: Mgr. Nikola Seifertová
Auch im Jahr 2026 wird in Týn nad Vltavou das erfolgreiche Projekt Oranges Jahr fortgesetzt, das Einwohnern und Besuchern ein vielfältiges Angebot an Kultur-, Gesellschafts-, Sport- und Familienveranstaltungen bietet. Dank der langfristigen Unterstützung durch die ČEZ-Gruppe kann die Stadt Tyn ad Vltavou auch in diesem Jahr gemeinsam mit örtlichen Vereinen und Verbänden ein Programm vorbereiten, das Menschen über Generationen hinweg zusammenbringt und zu einem vielfältigen gesellschaftlichen Leben beiträgt.
Seit Beginn des Jahres hat im Rahmen des Orangen Jahres bereits eine Reihe beliebter Veranstaltungen stattgefunden. Dazu gehörten traditionelle Bälle, Kinderkarnevals, der Wandermarsch Vorařská 50 sowie die Vltavotýnské slavnosti, die erneut Tausende Besucher anzogen. Zum Programm gehörten außerdem Sportveranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen und zahlreiche weitere Events, die von der Stadt sowie örtlichen Vereinen und Organisationen veranstaltet wurden.
Das Orange Jahr ist jedoch noch lange nicht vorbei. Bis zum Jahresende steht noch eine Reihe von Kultur-, Gesellschafts- und Sportveranstaltungen auf dem Programm, die weitere Gelegenheiten zu Begegnungen, Unterhaltung und gemeinsamer Freizeitgestaltung bieten. Das Projekt erfüllt damit weiterhin sein Hauptziel – das aktive Gemeinschaftsleben zu fördern und dazu beizutragen, dass Týn nad Vltavou das ganze Jahr über eine lebendige Stadt bleibt.
Die Unterstützung durch die ČEZ-Gruppe ist für Týn nad Vltavou seit vielen Jahren eine wichtige Partnerschaft. Dank dieser Unterstützung kann die Stadt jedes Jahr ein hochwertiges Programm vorbereiten, das kulturelle Traditionen weiterentwickelt, das Gemeinschaftsleben fördert und Einwohnern wie Besuchern zahlreiche Möglichkeiten für gemeinsame Begegnungen bietet.
Die Stadt Týn nad Vltavou weiß diese Zusammenarbeit sehr zu schätzen und dankt der ČEZ-Gruppe für ihre langjährige Unterstützung, dank derer das Orange Jahr auch weiterhin Energie, Kultur und unvergessliche Erlebnisse in unsere Stadt bringen kann.
Mgr. Nikola Seifertová, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, Tyn nad Vltavou
/gr/
Die Pilsner ŠKODA JS wird Partner von Rolls-Royce
14.08.2026 Magazin Speciál DNES
Autoren: Jitka Kubíková Šrámková
Der traditionelle Zulieferer für die Kernenergiebranche setzt seine Expansion auf den westlichen Märkten fort. Neben der Unterstützung beim Betrieb ukrainischer Kernkraftwerke hat das Unternehmen eine wichtige Partnerschaft mit Rolls-Royce geschlossen und verhandelt über eine Zusammenarbeit bei den neuen Reaktorblöcken in Dukovany.
ŠKODA JS, ein Mitglied der ČEZ-Gruppe und einer der führenden europäischen Hersteller von Ausrüstungen für die Kernenergiebranche, erzielte im Jahre 2025 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Kronen, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf den langen Anlauf der Aufträge und deren Abrechnung zurückzuführen. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Steuern (EBITDA) belief sich nach der tschechischen Rechnungslegungsmethode CAS auf 115 Millionen Kronen gegenüber 361 Millionen Kronen im Vorjahr. Das Ergebnis wurde maßgeblich durch die Auflösung von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Forderungen aus der Ukraine beeinflusst.
Im vergangenen Jahr wurden die Geschäftsergebnisse auch durch Investitionen in die Zukunft des Unternehmens beeinflusst, darunter die Anschaffung neuer Maschinen. Zum Rückgang des Geschäftsergebnisses trugen außerdem die gestiegenen finanziellen Aufwendungen für Mieten, einschließlich neuer Produktionsflächen, bei. Dazu gehört beispielsweise das Brownfield-Gelände einer ehemaligen Härterei.
„Für uns ist wichtig, dass wir Verträge im Gesamtwert von 3,5 Milliarden Kronen unterzeichnet haben – rund 150 Millionen Kronen mehr als geplant. Wir können das vergangene Jahr daher als ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr von ŠKODA JS bewerten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor Karel Bednář.
Mehr als ein Drittel ihrer Produktion ex
portierte ŠKODA JS im vergangenen Jahr vor allem in die Slowakei, in die Ukraine, nach Armenien, Ungarn, Großbritannien und Polen. In der Slowakei stellt das Unternehmen gemeinsam mit weiteren tschechischen Firmen weiterhin den vierten Block des Kernkraftwerks Mochovce fertig. Ersatzteillieferungen in die Ukraine halfen erneut dabei, die dortigen Kernkraftwerke in Betrieb zu halten und damit zur Stabilität des ukrainischen Stromnetzes beizutragen, das durch die russische Aggression beeinträchtigt wird.
In diesem Jahr war ŠKODA JS, die in Plzeň über zwei Produktionsstandorte – die Reaktorhalle und das Werk Bolevec – verfügt, mit der Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR besonders erfolgreich. Das Unternehmen wurde zu einem strategischen Lieferanten wichtiger Komponenten der Kerninsel kleiner modularer Reaktoren (SMR) – nicht nur in der Tschechischen Republik, sondern auch in anderen Ländern.
ŠKODA JS verhandelt weiterhin mit dem bevorzugten Bieter für den Bau eines neuen Kernkraftwerksblocks beziehungsweise mehrerer Blöcke im Kernkraftwerk Dukovany, dem südkoreanischen Unternehmen KHNP. Für das Kernkraftwerk Temelín lieferte das Unternehmen den ersten Behälter einer neuen Generation für abgebrannte Brennelemente.
Als Erfolg wertet das Unternehmen auch, dass es bislang das einzige mitteleuropäische Unternehmen ist, das die renommierte ASME-Zertifizierung, Section III, für kerntechnische Anlagen erhalten hat. Sie gilt als eines der anspruchsvollsten Qualitätssiegel in der Nuklearindustrie.
Dass die Produkte mit dem ASME-Stempel gekennzeichnet werden dürfen, unterscheidet ŠKODA JS qualitativ von zahlreichen anderen Herstellern in der Nuklearbranche.
/gr/
Rumänien: Das Kernkraftwerk Cernavoda muss wegen Wassermangels abgeschaltet werden
14.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES
Česká tisková kancelář (ČTK)
In Rumänien wurde nun auch der zweite Reaktor des Kernkraftwerks Cernavodă abgeschaltet. Dies teilte laut der Nachrichtenagentur AFP der Betreiber, das staatliche Unternehmen Nuclearelectrica, mit. Grund ist der niedrige Wasserstand der Donau infolge der anhaltenden Dürre.
Der erste der beiden in Betrieb befindlichen Reaktoren des Kraftwerks, das rund ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs deckt, war bereits am 28. Juli abgeschaltet worden.
/gr/
Dürre schränkt Betrieb von Wasserkraftwerken erheblich ein
14.08.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 12
Česká tisková kancelář (ČTK)
Kurzmeldung
Prag – Die diesjährige Dürre hat den Betrieb der Wasserkraftwerke in Tschechien erheblich eingeschränkt. Besonders betroffen sind kleine Wasserkraftwerke. Von den mehr als 1.400 Anlagen ist nach Schätzungen von Branchenvertretern derzeit bei bis zu 90 Prozent die Stromproduktion eingestellt.
Dies geht aus Informationen der Kammer für Erneuerbare Energien (Komora OZE) und des Unternehmens ČEZ hervor.
Wasserkraftwerke hatten in den vergangenen Jahren einen Anteil von rund vier Prozent an der gesamten Stromerzeugung in Tschechien. Nach Einschätzung von Experten wird die derzeitige Einschränkung daher die Stromversorgung nicht gefährden.
Die großen Wasserkraftwerke sind der Kammer zufolge bislang alle in Betrieb, allerdings musste ein Teil von ihnen die Leistung reduzieren.
Im ersten Halbjahr sank die Stromproduktion der tschechischen Wasserkraftwerke gegenüber dem Vorjahr um rund 17 Prozent. Im zweiten Halbjahr dürfte der Rückgang voraussichtlich noch stärker ausfallen.
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
AKW Dukovany erlebt eines ihrer arbeitsreichsten Jahre. Tausende Menschen arbeiten an den Revisionen.
Rolls-Royce SMR bietet tschechischen Unternehmen die Möglichkeit, von Anfang an dabei zu sein.
Nach Dukovany strebt nun auch Temelín einen 80-jährigen Betrieb an.
Oranges Jahr 2026 in Týn nad Vltavou: Die Stadt erwacht dank der Unterstützung der ČEZ-Gruppe erneut zum Leben.
Die Pilsner ŠKODA JS wird Partner von Rolls-Royce.
Rumänien: Das Kernkraftwerk Cernavoda muss wegen Wassermangels abgeschaltet werden.
Dürre schränkt Betrieb von Wasserkraftwerken erheblich ein
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AKW Dukovany erlebt eines ihrer arbeitsreichsten Jahre. Tausende Menschen arbeiten an den Revisionen
13.8.2026 cez.cz
Im Kernkraftwerk Dukovany herrscht in diesen Wochen deutlich mehr Betrieb als im vergangenen Jahr. Aufgrund des zeitlichen Zusammentreffens der geplanten Abschaltungen des dritten und vierten Reaktorblocks sind rund 3.000 Menschen an den Arbeiten beteiligt. Neben den Beschäftigten des Energiekonzerns ČEZ übernehmen dabei vor allem Mitarbeiter von Zulieferunternehmen einen Großteil der Tätigkeiten. Sie sind an Kontrollen, Wartungsarbeiten und der Modernisierung der Anlagen beteiligt.
An den geplanten Arbeiten sind Dutzende Unternehmen beteiligt. Die Zulieferer bilden das Rückgrat der Revisionsteams und übernehmen spezialisierte Tätigkeiten, die ein hohes Maß an Fachkompetenz und langjährige Erfahrung in der Kernenergiewirtschaft erfordern. Die am stärksten gesicherten Bereiche des Kraftwerks betreten derzeit täglich rund 600 Menschen – doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.
„Der diesjährige Umfang der Arbeiten gehört zu den anspruchsvollsten der vergangenen Jahre. Auf uns warten Tausende Arbeitsaufträge, von der routinemäßigen Wartung und Kontrolle bis hin zur Modernisierung der Anlagen. Gerade während der Revisionen /Blockabschaltungen können bestimmte Arbeiten durchgeführt werden, die während des normalen Betriebs der Reaktorblöcke nicht möglich sind“, betont Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Abteilung Kernenergie.
Ein Vorteil der tschechischen Kernenergiewirtschaft ist die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Kernkraftwerken und ihren langjährigen Zulieferern. Das zur ČEZ-Gruppe gehörende Unternehmen ČEZ Energoservis übernimmt die Wartung der Anlagen sowohl in Dukovany als auch im Kernkraftwerk Temelín.
„Wir profitieren in erheblichem Maße davon, dass wir einen wirklich großen Teil der Wartung aller sechs tschechischen Reaktorblöcke übernehmen. Wenn es erforderlich ist, können wir erfahrene Fachleute schnell von Temelín nach Dukovany versetzen und so das Team während der Revision verstärken“, sagt František Krček, Generaldirektor von ČEZ Energoservis.
Während der geplanten Abschaltung des dritten Blocks führen die Fachleute 50 Investitionsmaßnahmen durch, davon zehn neue. Sie konzentrieren sich vor allem auf eine weitere Steigerung der Zuverlässigkeit der Anlagen und die Unterstützung eines sicheren langfristigen Betriebs des Kraftwerks.
Während der gemeinsamen Abschaltung des dritten und vierten Blocks werden zudem fünf weitere Investitionsmaßnahmen umgesetzt. Den größten Teil der Arbeiten machen die regelmäßige Wartung, vorgeschriebene Kontrollen und der Service an technischen Anlagen aus. Zusammengenommen umfassen die beiden Revisionen mehr als 20.000 Arbeitsaufträge.
Die Kernkraftwerke der ČEZ-Gruppe sind in den vergangenen Jahren schrittweise auf längere Brennstoffzyklen umgestellt worden. In Dukovany ist seit dem Jahr 2024 ein 16-monatiger Brennstoffzyklus Standard. Dabei dauert der Betrieb der Blöcke zwischen den Abschaltungen 14 Monate, gefolgt von einer mehr als einmonatigen Revision. Die Umstellung auf einen längeren, konkret 18-monatigen Brennstoffzyklus wird in diesem Jahr auch in Temelín abgeschlossen.
In Temelín bedeutet dies 16 Monate Betrieb und etwa zwei Monate Revision. Der zweite Block des Kernkraftwerks Temelín arbeitet bereits in diesem Regime, der erste Block wird im Herbst dieses Jahres in die letzte Phase der Umstellung auf den längeren Brennstoffzyklus eintreten. Ziel dieser Veränderungen ist es, die gesamte Stromerzeugung zu steigern, den Kernbrennstoff effizienter zu nutzen und die Belastung der Anlagentechnik durch stabilere Betriebsparameter zu verringern.
Autor: Radek Doležal, Sprecher von ČEZ, Kernkraftwerk Dukovany
/gr/
Rolls-Royce SMR bietet tschechischen Unternehmen die Möglichkeit, von Anfang an dabei zu sein
14.08.2026 Monatsmagazin Czech Industry Seite: 18
Mehr als 60 tschechische Unternehmen nahmen an einem Fachtreffen zum Projekt der kleinen modularen Reaktoren (SMR) teil, das von der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik und dem Verband Energie der Tschechischen Republik veranstaltet wurde.
Die Veranstaltung konzentrierte sich auf die Möglichkeiten der Einbindung der tschechischen Industrie in die Lieferkette der Rolls-Royce-SMR-Technologie sowie auf das geplante Projekt am Standort Temelín.
Für das ÚJV Řež nahmen der Generaldirektor Martin Ruščák und Jan Klouzal, Direktor der Abteilung Nukleare Sicherheit und Zuverlässigkeit, an der Veranstaltung teil. Ihre Teilnahme bestätigt die aktive Rolle des ÚJV Řež in der Diskussion über die Zukunft kleiner modularer Reaktoren und über die Chancen, die diese Technologie für die tschechische Nuklearindustrie bietet.
Martin Ruščák erläuterte in seiner Präsentation, wie das ÚJV Řež seine langjährigen Erfahrungen für das Rolls-Royce-SMR-Projekt nutzen kann. Er beschrieb die bisherige Beteiligung des Instituts an der Unterstützung von Studien und Entscheidungsanalysen, an kleineren Projekten im Bereich der Materialprüfung, an der Zusammenarbeit bei der Standort- und Projektlokalisierung sowie an der Analyse des regulatorischen Umfelds. Er erwähnte außerdem Konsultationen mit den technischen Teams von Rolls-Royce SMR, deren Ziel es ist, das Fachwissen und die Infrastruktur der ÚJV-Gruppe bestmöglich zu nutzen, und knüpfte daran die Abgabe eines Angebots im Rahmen der Ausschreibung für einen Engineering Delivery Partner an.
Er betonte, dass genau definierte technische Erwartungen ebenso präzise und konkrete Antworten erfordern. Ein erfolgreicher Lieferant könne seiner Ansicht nach nicht lediglich als Bewerber auftreten, sondern müsse als echter Partner die Ziele des Projekts unterstützen. Entscheidend seien nachweisbare Fähigkeiten und Kapazitäten, eine entsprechende Vorbereitung im ESG-Bereich, eine glaubwürdige Gewährleistung der Informationssicherheit und vor allem ein kompromissloser Fokus auf die nukleare Sicherheit.
Bei dem Treffen wurden konkrete Anforderungen an künftige Lieferanten, der Zeitplan für den Aufbau der Lieferkette sowie die Bereiche vorgestellt, in denen tschechische Unternehmen ihr Know-how anbieten können. Die tschechische Industrie verfügt dank langjähriger Erfahrungen in der Kernenergie, im Maschinenbau und bei der Herstellung spezialisierter Komponenten über einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.
„Kleine modulare Reaktoren werden zunehmend Realität, und die Tschechische Republik hat dank der Zusammenarbeit mit Rolls-Royce SMR die Möglichkeit, zu den Ländern zu gehören, die von Anfang an bei ihrer Entwicklung dabei sind. Unsere Priorität ist es, dass tschechische Unternehmen zu einem festen Bestandteil der globalen Lieferkette dieser Technologie werden und die Chancen nutzen können, die ihre Entwicklung in Europa und weltweit mit sich bringen wird“, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček.
„Die tschechische Industrie steht heute vor einer Chance, wie sie sich nicht jedes Jahr bietet. Das Projekt der kleinen modularen Reaktoren kann tschechischen Unternehmen den Weg zu bedeutenden Aufträgen in der Tschechischen Republik und im Ausland eröffnen. Gerade deshalb wollen wir, dass sie so früh wie möglich Informationen über die geplanten Ausschreibungen und Anforderungen an die Lieferanten erhalten und sich rechtzeitig darauf vorbereiten können“, sagte die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik Zuzana Krejčiříková bei dem Treffen.
Die Teilnahme der Leitung des ÚJV Řež an dieser Veranstaltung unterstreicht dessen Bereitschaft, Teil der entscheidenden Gespräche über die Entwicklung von SMR in der Tschechischen Republik und im Ausland zu sein und die Position des tschechischen Nuklear-Know-hows bei internationalen Projekten weiter zu stärken.
/gr/
Nach Dukovany strebt nun auch Temelín einen 80-jährigen Betrieb an
14.08.2026 Monatszeitung Czech Industry Seite 30
ČEZ hat einen Prozess eingeleitet, der den langfristigen Betrieb des Kernkraftwerks Temelín ermöglichen soll. Dies ist ein Schritt, der die Energiesicherheit der Tschechischen Republik deutlich stärkt und die langfristige Strategie von ČEZ als stabiler und zuverlässiger Lieferant emissionsarmer Elektrizität auch in Zeiten dynamischer Veränderungen auf dem Energiemarkt bestätigt. Die gleiche Bewertung hat das Kernkraftwerk Dukovany bereits durchlaufen.
„Der Plan, Dukovany und Temelín 80 Jahre lang zu betreiben, basiert auf sorgfältigen wirtschaftlichen und technischen Analysen, an denen wir mehrere Jahre gearbeitet haben. Er bedeutet auch umfangreiche Investitionen und Modernisierungsprogramme. Wir gehen damit in die gleiche Richtung wie andere moderne Betreiber von Kernkraftwerken weltweit. Selbstverständlich werden wir während der gesamten Zeit sowohl den technischen Zustand der Kraftwerke als auch die sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Bedingungen für einen langfristigen Betrieb regelmäßig bewerten“, erklärt Generaldirektor Daniel Beneš.
ČEZ bewertet den künftigen Betrieb seiner Kernkraftwerke regelmäßig mithilfe eines sogenannten technisch-wirtschaftlichen Modells. Dieses untersucht insbesondere den technischen Zustand wichtiger Komponenten sowie die erwartete Entwicklung der Strompreise und weiterer Kostenfaktoren. Auch auf Grundlage dieser Analysen ergibt sich eine klare Perspektive für einen langfristigen Betrieb beider tschechischer Kernkraftwerke.
Investitionen, die die tschechische Industrie technologisch an der Spitze halten….
Die tschechischen Kernkraftwerke investieren jährlich mehrere Milliarden Kronen in die Modernisierung und die Stärkung der Sicherheit. Diese Projekte schaffen Tausende Arbeitsplätze und bringen tschechischen Unternehmen – vom Maschinenbau bis hin zum hochspezialisierten Nuklearingenieurwesen – langfristige Aufträge und Exportpotenzial.
ČEZ steht damit nicht nur für eine stabile Stromerzeugung, sondern unterstützt auch in erheblichem Maße das technologische Niveau der tschechischen Industrie. Dank des Betriebs der Kernkraftwerke verfügt die Tschechische Republik über ein einzigartiges Know-how, über das in Europa nur eine begrenzte Zahl von Ländern verfügt.
„An erster Stelle steht immer die Sicherheit, die eine entscheidende Voraussetzung für den langfristigen Betrieb darstellt. Wir müssen uns stets über den Zustand der wichtigsten Anlagen sicher sein. Dies weisen wir unter anderem durch regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen nach, denen unsere Kraftwerke alle zehn Jahre unterzogen werden. Es handelt sich um einen komplexen und anspruchsvollen Prozess, der sich sowohl auf den technischen Zustand und die Modernisierung als auch auf die Übereinstimmung mit internationalen Standards und gesetzlichen Vorschriften konzentriert“, ergänzt Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Direktor der Abteilung Kernenergie.
Modernisierung wird fortgesetzt….
Die einzelnen Blöcke in Temelín wurden in den Jahren 2000 und 2002 in Betrieb genommen. Durch umfangreiche Modernisierungen konnte ČEZ die elektrische Leistung beider Blöcke während des Betriebs von ursprünglich 1.962 MW auf insgesamt 2.172 MW erhöhen.
Einen ähnlichen Prozess durchlief auch das Kernkraftwerk Dukovany, dessen Gesamtleistung von ursprünglich 1.760 MW auf derzeit 2.048 MW gesteigert wurde.
/gr/
Oranges Jahr 2026 in Týn nad Vltavou: Die Stadt erwacht dank der Unterstützung der ČEZ-Gruppe erneut zum Leben
14.08.2026 Ratshauszeitung von Tyn nad Vltavou / Radniční noviny Týna nad Vltavou
Autorin: Mgr. Nikola Seifertová
Auch im Jahr 2026 wird in Týn nad Vltavou das erfolgreiche Projekt Oranges Jahr fortgesetzt, das Einwohnern und Besuchern ein vielfältiges Angebot an Kultur-, Gesellschafts-, Sport- und Familienveranstaltungen bietet. Dank der langfristigen Unterstützung durch die ČEZ-Gruppe kann die Stadt Tyn ad Vltavou auch in diesem Jahr gemeinsam mit örtlichen Vereinen und Verbänden ein Programm vorbereiten, das Menschen über Generationen hinweg zusammenbringt und zu einem vielfältigen gesellschaftlichen Leben beiträgt.
Seit Beginn des Jahres hat im Rahmen des Orangen Jahres bereits eine Reihe beliebter Veranstaltungen stattgefunden. Dazu gehörten traditionelle Bälle, Kinderkarnevals, der Wandermarsch Vorařská 50 sowie die Vltavotýnské slavnosti, die erneut Tausende Besucher anzogen. Zum Programm gehörten außerdem Sportveranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen und zahlreiche weitere Events, die von der Stadt sowie örtlichen Vereinen und Organisationen veranstaltet wurden.
Das Orange Jahr ist jedoch noch lange nicht vorbei. Bis zum Jahresende steht noch eine Reihe von Kultur-, Gesellschafts- und Sportveranstaltungen auf dem Programm, die weitere Gelegenheiten zu Begegnungen, Unterhaltung und gemeinsamer Freizeitgestaltung bieten. Das Projekt erfüllt damit weiterhin sein Hauptziel – das aktive Gemeinschaftsleben zu fördern und dazu beizutragen, dass Týn nad Vltavou das ganze Jahr über eine lebendige Stadt bleibt.
Die Unterstützung durch die ČEZ-Gruppe ist für Týn nad Vltavou seit vielen Jahren eine wichtige Partnerschaft. Dank dieser Unterstützung kann die Stadt jedes Jahr ein hochwertiges Programm vorbereiten, das kulturelle Traditionen weiterentwickelt, das Gemeinschaftsleben fördert und Einwohnern wie Besuchern zahlreiche Möglichkeiten für gemeinsame Begegnungen bietet.
Die Stadt Týn nad Vltavou weiß diese Zusammenarbeit sehr zu schätzen und dankt der ČEZ-Gruppe für ihre langjährige Unterstützung, dank derer das Orange Jahr auch weiterhin Energie, Kultur und unvergessliche Erlebnisse in unsere Stadt bringen kann.
Mgr. Nikola Seifertová, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, Tyn nad Vltavou
/gr/
Die Pilsner ŠKODA JS wird Partner von Rolls-Royce
14.08.2026 Magazin Speciál DNES
Autoren: Jitka Kubíková Šrámková
Der traditionelle Zulieferer für die Kernenergiebranche setzt seine Expansion auf den westlichen Märkten fort. Neben der Unterstützung beim Betrieb ukrainischer Kernkraftwerke hat das Unternehmen eine wichtige Partnerschaft mit Rolls-Royce geschlossen und verhandelt über eine Zusammenarbeit bei den neuen Reaktorblöcken in Dukovany.
ŠKODA JS, ein Mitglied der ČEZ-Gruppe und einer der führenden europäischen Hersteller von Ausrüstungen für die Kernenergiebranche, erzielte im Jahre 2025 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Kronen, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf den langen Anlauf der Aufträge und deren Abrechnung zurückzuführen. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Steuern (EBITDA) belief sich nach der tschechischen Rechnungslegungsmethode CAS auf 115 Millionen Kronen gegenüber 361 Millionen Kronen im Vorjahr. Das Ergebnis wurde maßgeblich durch die Auflösung von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Forderungen aus der Ukraine beeinflusst.
Im vergangenen Jahr wurden die Geschäftsergebnisse auch durch Investitionen in die Zukunft des Unternehmens beeinflusst, darunter die Anschaffung neuer Maschinen. Zum Rückgang des Geschäftsergebnisses trugen außerdem die gestiegenen finanziellen Aufwendungen für Mieten, einschließlich neuer Produktionsflächen, bei. Dazu gehört beispielsweise das Brownfield-Gelände einer ehemaligen Härterei.
„Für uns ist wichtig, dass wir Verträge im Gesamtwert von 3,5 Milliarden Kronen unterzeichnet haben – rund 150 Millionen Kronen mehr als geplant. Wir können das vergangene Jahr daher als ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr von ŠKODA JS bewerten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor Karel Bednář.
Mehr als ein Drittel ihrer Produktion ex
portierte ŠKODA JS im vergangenen Jahr vor allem in die Slowakei, in die Ukraine, nach Armenien, Ungarn, Großbritannien und Polen. In der Slowakei stellt das Unternehmen gemeinsam mit weiteren tschechischen Firmen weiterhin den vierten Block des Kernkraftwerks Mochovce fertig. Ersatzteillieferungen in die Ukraine halfen erneut dabei, die dortigen Kernkraftwerke in Betrieb zu halten und damit zur Stabilität des ukrainischen Stromnetzes beizutragen, das durch die russische Aggression beeinträchtigt wird.
In diesem Jahr war ŠKODA JS, die in Plzeň über zwei Produktionsstandorte – die Reaktorhalle und das Werk Bolevec – verfügt, mit der Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR besonders erfolgreich. Das Unternehmen wurde zu einem strategischen Lieferanten wichtiger Komponenten der Kerninsel kleiner modularer Reaktoren (SMR) – nicht nur in der Tschechischen Republik, sondern auch in anderen Ländern.
ŠKODA JS verhandelt weiterhin mit dem bevorzugten Bieter für den Bau eines neuen Kernkraftwerksblocks beziehungsweise mehrerer Blöcke im Kernkraftwerk Dukovany, dem südkoreanischen Unternehmen KHNP. Für das Kernkraftwerk Temelín lieferte das Unternehmen den ersten Behälter einer neuen Generation für abgebrannte Brennelemente.
Als Erfolg wertet das Unternehmen auch, dass es bislang das einzige mitteleuropäische Unternehmen ist, das die renommierte ASME-Zertifizierung, Section III, für kerntechnische Anlagen erhalten hat. Sie gilt als eines der anspruchsvollsten Qualitätssiegel in der Nuklearindustrie.
Dass die Produkte mit dem ASME-Stempel gekennzeichnet werden dürfen, unterscheidet ŠKODA JS qualitativ von zahlreichen anderen Herstellern in der Nuklearbranche.
/gr/
Rumänien: Das Kernkraftwerk Cernavoda muss wegen Wassermangels abgeschaltet werden
14.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES
Česká tisková kancelář (ČTK)
In Rumänien wurde nun auch der zweite Reaktor des Kernkraftwerks Cernavodă abgeschaltet. Dies teilte laut der Nachrichtenagentur AFP der Betreiber, das staatliche Unternehmen Nuclearelectrica, mit. Grund ist der niedrige Wasserstand der Donau infolge der anhaltenden Dürre.
Der erste der beiden in Betrieb befindlichen Reaktoren des Kraftwerks, das rund ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs deckt, war bereits am 28. Juli abgeschaltet worden.
/gr/
Dürre schränkt Betrieb von Wasserkraftwerken erheblich ein
14.08.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 12
Česká tisková kancelář (ČTK)
Kurzmeldung
Prag – Die diesjährige Dürre hat den Betrieb der Wasserkraftwerke in Tschechien erheblich eingeschränkt. Besonders betroffen sind kleine Wasserkraftwerke. Von den mehr als 1.400 Anlagen ist nach Schätzungen von Branchenvertretern derzeit bei bis zu 90 Prozent die Stromproduktion eingestellt.
Dies geht aus Informationen der Kammer für Erneuerbare Energien (Komora OZE) und des Unternehmens ČEZ hervor.
Wasserkraftwerke hatten in den vergangenen Jahren einen Anteil von rund vier Prozent an der gesamten Stromerzeugung in Tschechien. Nach Einschätzung von Experten wird die derzeitige Einschränkung daher die Stromversorgung nicht gefährden.
Die großen Wasserkraftwerke sind der Kammer zufolge bislang alle in Betrieb, allerdings musste ein Teil von ihnen die Leistung reduzieren.
Im ersten Halbjahr sank die Stromproduktion der tschechischen Wasserkraftwerke gegenüber dem Vorjahr um rund 17 Prozent. Im zweiten Halbjahr dürfte der Rückgang voraussichtlich noch stärker ausfallen.
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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