Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 23.Juni 2026:
Inhalt:
iDNES Lounge: Atomkraft, Atommüll-Endlager, China und der Euro. Havlíček im Gespräch mit Unternehmern.
Wie unterscheidet sich die staatliche Förderung für Dukovany und sechs EPR2? Die Kommission hat Details zum Plan Frankreichs veröffentlicht.
Rolls-Royce SMR gewinnt Ausschreibung auch in Schweden.
Fürchten ausländische Fonds die Verstaatlichung von ČEZ? Globaler Vermögensverwalter trennte sich in großem Stil von Aktien des tschechischen Energiekonzerns.
Wegen Dukovany wird die Hochschule einige Studiengänge anpassen.
Die Schweiz hebt das Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke auf
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iDNES Lounge: Atomkraft, Atommüll-Endlager, China und der Euro. Havlíček im Gespräch mit Unternehmern
iDNES.cz, Autor: Jan Jakovljevič
22. März 2026
Die Veranstaltungsreihe iDNES Lounge Premium brachte diesmal den Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček, mit Vertretern der Industrie und Unternehmern in Südböhmen zusammen. Im Clarion Congress Hotel in České Budějovice diskutierten sie über Kernenergie, ein Endlager für radioaktive Abfälle, den Arbeitsmarkt sowie die Einführung des Euro.
Die Tschechische Republik wird im Bereich der Kernenergie zu einem Vorbild für ganz Europa, und es ist gut, dass wir nicht nachgegeben haben. Diese Aussage machte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) beim iDNES Lounge Premium-Treffen am Freitag im Clarion Congress Hotel in České Budějovice. Vor sieben Jahren habe man ihm in der Europäischen Union gesagt, die Kernenergie sei eine Technologie der Vergangenheit; inzwischen habe sich die Haltung grundlegend geändert. Die Bedeutung der Kernenergie werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen.
„Wir bereiten zwei neue Blöcke in Dukovany vor. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, ist es realistisch, dass 2029 mit den Bauarbeiten begonnen wird“, erklärte er. Eine wichtige Nachricht für die Energiesicherheit sei auch die Verlängerung der Laufzeit der Reaktorblöcke in Dukovany bis in die 2060er Jahre, was Investitionen von rund einer Milliarde Kronen pro Jahr erfordere.
Dasselbe soll in den kommenden Wochen auch für Temelín verkündet werden. Das Kernkraftwerk wird damit 20 Jahre länger betrieben als ursprünglich vorgesehen. Havlíček erwähnte zudem die Pläne zum Bau von zwei weiteren Blöcken in Temelín. Auch die Vorbereitung eines kleinen modularen Reaktors (SMR) schreitet voran. Der erste könnte direkt neben dem Kernkraftwerk Temelín entstehen; weitere Standorte sind Dětmarovice und Tušimice, außerdem werden noch drei weitere Orte geprüft.
Laut dem stellvertretenden Ministerpräsidenten muss ČEZ nun eine Studie über den zukünftigen Energiemix und weitere Kernenergiequellen ausarbeiten. Diese soll die Verteilung von SMR-Anlagen im ganzen Land sowie gegebenenfalls zwei weitere Blöcke in Temelín untersuchen. Anschließend wird die Studie aus verschiedenen Blickwinkeln bewertet. „Die endgültige Entscheidung möchten wir irgendwann im Jahr 2028 treffen. Dann werden wir darlegen, wann und wie in Temelín große beziehungsweise kleine Reaktorblöcke gebaut werden“, sagte er.
Er erinnerte auch an die zwanzigprozentige Beteiligung von ČEZ an Rolls-Royce SMR. Dieses Unternehmen gehört zu den zwei weltweit führenden Herstellern modularer Reaktoren. Dadurch werde Tschechien zu einem starken Akteur im Energiesektor, und alle Projekte würden sowohl mit tschechischer Investorenbeteiligung als auch mit tschechischen Zulieferern umgesetzt. In diesem Zusammenhang verwies Havlíček auch auf die Entscheidung Schwedens, wo eben dieses Unternehmen künftig bauen wird.
Auswahl aus vier Standorten für das Endlager
Ein sensibles Thema in Südböhmen ist die mögliche Errichtung eines Endlagers für radioaktive Abfälle in der Region Janoch bei Temelín. Mit dem Bau müsse Ende der 2030er Jahre begonnen werden, damit die Anlage im darauffolgenden Jahrzehnt fertiggestellt werden könne. „Im Jahr 2030 oder 2031 wird entschieden, welcher der vier Standorte ausgewählt wird“, erklärte er.
Er sprach auch den Widerstand verschiedener Bürgerinitiativen an, die seiner Meinung nach teilweise nahezu fanatisch die Interessen ihrer Regionen verteidigten und entweder keine objektiven Informationen hören wollten oder bewusst keine objektiven Informationen verbreiteten. „Das Endlager ist so gut konzipiert, dass keine Gefahr besteht. Die Region wird erhebliche finanzielle Mittel erhalten, und es entstehen dabei neue Arbeitsplätze. Ich erkenne an, dass die Bauarbeiten sieben oder acht Jahre dauern und dass dies kompensiert sowie mit den Betroffenen abgestimmt werden muss. Aber man sollte ihnen keine Angst mit dem Grundwasser machen“, erklärte er.
Quelle: https://www.idnes.cz/ceske-budejovice/z ... zpravy_khr
/gr/
Wie unterscheidet sich die staatliche Förderung für Dukovany und sechs EPR2? Die Kommission hat Details zum Plan Frankreichs veröffentlicht
Martin Voříšek
22. Juni 2026, oenergetice.cz
Frankreich hat bei der Europäischen Kommission die Unterstützung für den Bau von sechs neuen EPR2-Kernreaktoren notifiziert. Die Struktur der Unterstützung ähnelt in vielen Elementen dem tschechischen Modell für die neuen Blöcke in Dukovany: ein zinsgünstiges Darlehen, ein 40-jähriger Differenzvertrag und Schutz vor ausgewählten Risiken. Die Unterschiede liegen vor allem darin, wie risikoreich die Investition für den Investor ist. In dieser Hinsicht scheint das französische Modell für den Investor risikoreicher zu sein. Wie im Fall der tschechischen Notifizierung handelt es sich um einen ersten Schritt im Rahmen des gesamten Verfahrens, und das Förderschema wird weiter verhandelt.
Die Europäische Kommission hat Ende März eine formelle Untersuchung des französischen Unterstützungsmodells für den Bau von sechs neuen Kernkraftwerksblöcken eingeleitet. Es handelt sich um EPR2-Reaktoren, die von der EDF an den Standorten Penly, Gravelines und Bugey gebaut werden sollen. Die installierte Gesamtleistung des Projekts soll fast 10 GW erreichen, und die ersten Blöcke sollen bereits ab dem Jahr 2038 in Betrieb genommen werden.
Die französische Unterstützung kommt kurz nach dem Beginn eines ähnlichen Verfahrens bei der tschechischen Unterstützung für zwei neue Blöcke in Dukovany. Die Kommission prüft somit in der Praxis zwei große europäische Nuklearmodelle fast zeitgleich. In beiden Fällen erkennt sie an, dass der Bau neuer Kernkraftwerke ohne öffentliche Unterstützung wahrscheinlich nicht stattfinden wird. Gleichzeitig prüft sie jedoch, ob die vorgeschlagenen Mechanismen nicht zu großzügig sind und ob sie nicht einen übermäßigen Teil der Risiken auf den Staat verlagern.
Die gleichzeitige Bewertung beider Modelle kann für Tschechien sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil sein. Auf der einen Seite geht das Land gemeinsam mit Frankreich vor, einem starken Befürworter der Kernenergie, was das Argument stärken kann, dass neue Kernkraftwerke eine langfristige und berechenbare öffentliche Unterstützung benötigen.
Auf der anderen Seite muss die Kommission gemäß den Regeln für staatliche Beihilfen das staatliche Eingreifen auf das notwendige Minimum beschränken, mit dem das Ziel der Unterstützung (in diesem Fall der Bau von Kernkraftwerken) noch erreicht wird. Wenn Frankreich daher ein Modell akzeptiert, bei dem die Firma EDF einen größeren Teil der Investitions- und Baurisiken trägt, wird es für Tschechien schwieriger sein, deutlich großzügigere Bedingungen für den Investor zu verteidigen. Das französische Verfahren könnte so nicht nur zu einer politischen Stütze, sondern auch zu einem Maßstab werden, an dem die Kommission das tschechische Modell messen wird.
Das französische Paket:
Darlehen, CfD und Risikoteilung. Und auch Inspiration mit der tschechischen Unterstützung
Das französische Modell basiert wie das tschechische Unterstützungsmodell auf drei Säulen. Die erste ist ein zinsgünstiges Darlehen, das 60 % der geschätzten Baukosten des Projekts abdecken soll. Nach aktuellen Schätzungen handelt es sich um 44 Milliarden Euro in Preisen des Jahres 2020. Während der Bauphase soll das Darlehen zinslos sein, nach der Inbetriebnahme der einzelnen Reaktoren soll es einen festen Zinssatz von 3 % pro Jahr tragen. Die Tilgung des Kapitals beginnt nach einem vierjährigen Aufschub und wird 35 Jahre dauern.
Das zweite Instrument ist ein zweiseitiger Differenzvertrag (Contract for Difference – CfD) mit einer Laufzeit von 40 Jahren für jeden Reaktor. Ähnlich wie im tschechischen Fall soll es sich um einen sogenannten „capability-based CfD“ handeln, also um eine Unterstützung, die an die Referenz-Produktionskapazität und nicht direkt an die tatsächliche Erzeugung gekoppelt ist. Frankreich gibt einen unverbindlichen Zielpreis von 90 bis 120 EUR/MWh in Preisen des Jahres 2024 an. Nach Abzug des erwarteten Wertes der Flexibilität, der Kapazitätserträge und der Herkunftsnachweise ergibt sich ein unverbindlicher Strike-Price von 85 bis 115 EUR/MWh.
Der dritte Teil ist ein Mechanismus zur Risikoteilung. Dieser soll die Auswirkungen ausgewählter Ereignisse kompensieren, die außerhalb der Kontrolle von EDF liegen, wie etwa Gesetzesänderungen, bestimmte Sicherheitsanforderungen, Verzögerungen beim Netzanschluss, der Entzug von Genehmigungen, Naturkatastrophen oder geopolitische Eingriffe. Die Kompensation kann zwei Varianten haben – Anpassungen des Ausübungspreises im Differenzvertrag oder direkte Zahlungen des Staates.
Der Schlüsselunterschied:
Welches Risiko trägt der Investor
Der größte Unterschied zum tschechischen Modell liegt in der Aufteilung der Baurisiken. Im französischen Fall soll EDF 40 % der Baukosten in Form eines Gesellschafterdarlehens finanzieren. Gleichzeitig soll das Unternehmen den ersten Teil möglicher Kostenüberschreitungen bis zu 15 Milliarden Euro tragen. Weitere 15 Milliarden Euro sollen zu 90 % vom Staat und zu 10 % von EDF finanziert werden. Über der Grenze von 30 Milliarden Euro sind die Regeln bislang noch nicht festgelegt.
Das tschechische Modell ist daher aus Sicht des Investors deutlich vorteilhafter. Das staatliche Darlehen für Dukovany soll praktisch die gesamte Baufinanzierung sowie eventuelle Kostenüberschreitungen abdecken, und zwar bis zu einer Obergrenze von 30 bis 37,5 Milliarden Euro. EDU II hat gleichzeitig keine Verpflichtung, weiteres Kapital nachzuschießen. Die tschechische Notifizierung selbst beschreibt das Risikoprofil des Projekts als nahe an einer regulierten Infrastruktur, wie beispielsweise einem Übertragungsnetzbetreiber. Genau gegen diesen Ansatz hatte die Kommission gewisse Vorbehalte.
Die Kommission befasst sich auch mit dem Markt und der Stellung dominanter Akteure
In beiden Verfahren wiederholt sich die Frage, ob die Unterstützung die dominante Stellung etablierter Akteure stärken wird. In Frankreich ist die Situation offensichtlich: EDF erzeugt rund 77 % des Stroms in Frankreich und besitzt die gesamte heimische Nuklearflotte. Die Kommission prüft daher, ob das neue Projekt die Marktmacht von EDF weiter stärken wird, insbesondere wenn ein Teil des Stroms nicht über organisierte Märkte verkauft wird.
Ursula von der Leyen, Europäische Union. Quelle: Europäische Kommission
Im tschechischen Fall ist die Konstruktion komplexer. Direkter Empfänger der Unterstützung ist EDU II, an dem der Staat einen Anteil von 80 % und ČEZ von 20 % hält. Die Kommission schließt jedoch nicht aus, dass EDU II und ČEZ aus Sicht der staatlichen Beihilfen eine einzige Wirtschaftseinheit bilden, unter anderem aufgrund von kapitalmäßigen, funktionellen und technischen Verflechtungen. Auch hier fordert sie daher klarere Regeln für den Stromhandel und Schutz davor, dass die Unterstützung nicht über vorteilhafte Verträge an ausgewählte Abnehmer abfließt.
Sowohl die tschechische als auch die französische Notifizierung zeigen, dass die Kommission die Unterstützung neuer Kernkraftwerke nicht ablehnt. Für sie sind jedoch die konkreten Details der Unterstützung von wesentlicher Bedeutung. Die gute Nachricht ist, dass die Kommission wiederholt anerkennt, dass die Kombination aus hohen Investitionskosten, langer Bauzeit und unsicheren Markterträgen ein Problem für Nuklearprojekte darstellt. Und eine mögliche Lösung ist die öffentliche Unterstützung.
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nu-francie
/gr/
Rolls-Royce SMR gewinnt Ausschreibung auch in Schweden
23.06.2026 Technische Wochenzeitung / Technicky tydenik
Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hat sich nach vier Jahren Auswahlverfahren für einen Lieferanten der ersten neuen Kernkraftwerksblöcke des Landes seit mehr als 40 Jahren entschieden. Aus ursprünglich 75 geprüften Varianten ging das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR als Sieger hervor und setzte sich gegen das Angebot des US-Unternehmens GE Vernova durch. Damit soll in Schweden derselbe Reaktortyp gebaut werden, der künftig auch in Tschechien gute Chancen auf eine Umsetzung hat.
Drei modulare Reaktoren des britischen Unternehmens mit einer Gesamtleistung von rund 1.500 MW sollen auf der Halbinsel Värö neben dem bestehenden Kernkraftwerk Ringhals im Südwesten Schwedens entstehen. Investor ist die Projektgesellschaft Videberg Kraft, an der der Staat die Mehrheitsbeteiligung übernehmen möchte. Die Inbetriebnahme des ersten Blocks wird frühestens in der ersten Hälfte der 2030er Jahre erwartet.
Der zentrale Grund für diese Entscheidung liegt in den wirtschaftlichen Erwartungen. Ein modularer Reaktor wird zu großen Teilen fabrikmäßig in einzelnen Modulen gefertigt, die vor Ort lediglich zusammengesetzt werden – ähnlich wie ein Serienprodukt montiert wird. Rolls-Royce strebt für seinen 470-MW-Reaktor Kosten von unter zwei Milliarden Pfund sowie eine Bauzeit von vier Jahren an.
Große Kernkraftwerksblöcke haben dagegen häufig mit dem Gegenteil zu kämpfen: sehr langen Bauzeiten und Kosten, die die ursprünglichen Budgets deutlich überschreiten. Sollte die Serienfertigung dieses Problem tatsächlich lösen, wäre Strom aus solchen Reaktoren wesentlich günstiger und vor allem besser kalkulierbar. Genau darin liegt der Kern des Konzepts.
Bislang konnte die Wirtschaftlichkeit der Serienfertigung jedoch noch nirgendwo praktisch nachgewiesen werden. Rolls-Royce war zwar sowohl in Großbritannien als auch in Schweden erfolgreich und gilt zudem als möglicher Lieferant für die geplanten tschechischen Reaktoren. Allerdings steht bisher noch keiner der Reaktoren des Unternehmens, und kein einziger speist derzeit Strom ins Netz ein.
Das britische Projekt am Standort Wylfa in Wales, das am weitesten fortgeschritten ist, verfügt bislang lediglich über einen Vertrag für vorbereitende Arbeiten auf dem Baugelände. Gleichzeitig befindet sich das Kraftwerksdesign noch im Genehmigungsverfahren. Nach den derzeitigen Plänen sollen die ersten Betonarbeiten frühestens im Jahre 2027 beginnen; die endgültige Investitionsentscheidung wird für etwa 2029 erwartet.
Die erhofften Kostenvorteile der Serienproduktion setzen voraus, dass zahlreiche identische Einheiten gebaut werden. Dies wird jedoch erst dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn die ersten Reaktoren nachweisen, dass sie termingerecht und zu den angekündigten Kosten errichtet werden können.
Die schwedische Entscheidung steht in direktem Zusammenhang mit tschechischen Interessen. Das Energieunternehmen ČEZ hält einen Anteil von 20,25 Prozent an Rolls-Royce SMR, für den es 7,2 Milliarden Kronen bezahlt hat. Zudem ist vorgesehen, die tschechische Industrie in die Lieferkette einzubinden.
Ein erstes konkretes Ergebnis wurde Ende Mai sichtbar, als Rolls-Royce das Unternehmen Škoda JS aus Pilsen als Lieferanten für Reaktordruckbehälter und weitere Komponenten auswählte. Allerdings gilt auch hier eine Einschränkung: Es sollen zwei Lieferanten zugelassen werden, zwischen denen das britische Unternehmen später wählen kann. Der zweite Kandidat ist das südkoreanische Unternehmen Doosan Enerbility.
Der tschechische Zeitplan bleibt jedoch unsicher und verschiebt sich eher nach hinten. Der geplante Reaktor in Temelín soll erst nach Fertigstellung des ersten Blocks in Wylfa folgen. Nach Angaben des ČEZ-Vorstandsmitglieds Tomáš Pleskač wird seine Inbetriebnahme erst in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre erwartet. Noch im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen von den Jahren 2034 oder 2035 gesprochen. Auch das Vorhaben, bis zu drei Reaktoren in Tušimice im Bezirk Chomutov zu errichten, dürfte sich voraussichtlich verzögern.
/gr/
Fürchten ausländische Fonds die Verstaatlichung von ČEZ? Globaler Vermögensverwalter trennte sich in großem Stil von Aktien des tschechischen Energiekonzerns
23.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Patrik Salát
Die Aktien des teilstaatlichen Energieunternehmens ČEZ zählen seit Jahren zu den meistgehandelten Titeln an der Prager Börse. In der vergangenen Woche erreichten die Handelsvolumina jedoch den höchsten Stand seit August des Vorjahres. Aufgrund umfangreicher Verkäufe verlor die Aktie bis Donnerstag rund 7,8 Prozent ihres Wertes. Erst am Freitag kam es zu einer Gegenbewegung, als der Kurs um 3,3 Prozent zulegte. Verantwortlich für die turbulente Handelswoche war vor allem ein ausländischer Investor, der sich in großem Umfang von ČEZ-Aktien trennte.
Innerhalb von fünf Handelstagen wurden an der Prager Börse Wertpapiere des Energiekonzerns im Gesamtwert von mehr als 5,7 Milliarden Kronen gehandelt – mehr als im gesamten Monat Mai. Dabei wechselten rund 3,5 Prozent der frei handelbaren Aktien den Besitzer. Das größte Handelsvolumen wurde bereits am Montag verzeichnet, als 1,45 Millionen Aktien im Wert von 1,74 Milliarden Kronen umgesetzt wurden. Auch der Freitag war ein außergewöhnlich starker Handelstag: Es wurden 1,27 Millionen Aktien im Wert von 1,49 Milliarden Kronen gehandelt.
Der Fio-Bank-Broker Pavel Hadroušek wies im sozialen Netzwerk X darauf hin, dass die ungewöhnlich hohen Umsätze vor allem auf Verkäufe des globalen Investmenthauses VanEck zurückzuführen seien. Das Unternehmen veräußerte 3,1 Millionen Aktien, die bislang vom Fonds VanEck Uranium & Nuclear ETF gehalten wurden. Hintergrund ist eine Anpassung der Struktur des zugrunde liegenden Indexes MVIS Global Uranium & Nuclear Energy (MVNLR), in dem ČEZ bislang enthalten war. Seit dem 22. Juni gilt die vierteljährliche Überprüfung des Indexes. Dessen Anbieter MarketVector bestätigte gegenüber HN, dass die Herausnahme von ČEZ-Aktien keinerlei Zusammenhang mit der geplanten Restrukturierung des Unternehmens habe.
MarketVector erklärte, dass nur Unternehmen in den Index aufgenommen werden können, die mehr als 40 Prozent ihrer Einnahmen aus Kernenergie oder Uranförderung erzielen. „Auf Grundlage des jüngsten Geschäftsberichts von ČEZ konnten wir nicht nachweisen, dass mehr als 40 Prozent der Einnahmen aus diesem Segment stammen. Daher wurde das Unternehmen im Rahmen der Überprüfung für das zweite Quartal 2026 aus dem Index entfernt.“
Nach Ansicht von Tom Kadeřábek, Leiter des Produktbereichs bei Swiss Life Select, könnten jedoch einige ausländische Investoren ČEZ aufgrund der geplanten Verstaatlichung als risikoreiche Anlage betrachten.
Eine bedeutende Beteiligung hält weiterhin der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock. Das Unternehmen besitzt rund 4,3 Millionen Aktien, was einem Anteil von etwa 0,8 Prozent entspricht. Bei BlackRock kam es in der vergangenen Woche offenbar zu keiner größeren Reduzierung der Position. Laut dem Nachrichtenportal Seznam Zprávy hatte sich das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr von einem Teil seiner Beteiligung getrennt.
„Derzeit sehen wir keine Hinweise darauf, dass es in der vergangenen Woche zu einem massiven Rückzug ausländischer Investoren aus ČEZ gekommen ist. Die Handelsentwicklung entspricht eher technischen Verkäufen im Zusammenhang mit Anpassungen der Portfolios von ETF-Fonds“, sagt Kadeřábek.
Seit dem 1. Juni, als die wichtige Hauptversammlung stattfand, haben die ČEZ-Aktien rund fünf Prozent ihres Wertes verloren. Die Aktionäre genehmigten dort eine Dividende von 42 Kronen je Aktie sowie insbesondere den Plan, die nicht-produzierenden Geschäftsbereiche in eine neue Tochtergesellschaft (DSZS) auszugliedern.
Die Aufspaltung von ČEZ soll den ersten Schritt darstellen, der es der Regierung von Andrej Babiš (ANO) ermöglichen könnte, den produzierenden Teil des Unternehmens zu verstaatlichen. Zu diesem Bereich gehören vor allem die Kohle- und Kernkraftwerke in Temelín und Dukovany.
In die neue Gesellschaft sollen dagegen die Bereiche Energievertrieb, Netzbetrieb, Handel und Energiedienstleistungen eingebracht werden. ČEZ möchte an dieser Tochtergesellschaft einen Anteil von 51 Prozent behalten und die restlichen Anteile Investoren anbieten. Die daraus erzielten Mittel sollen eine mögliche Abfindung der Minderheitsaktionäre erleichtern.
Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) hatte die Kosten eines solchen Aufkaufs in der Vergangenheit auf rund 250 Milliarden Kronen geschätzt. Der Staat hält derzeit etwa 70 Prozent der ČEZ-Aktien. Um die verbleibenden Minderheitsaktionäre herauszukaufen (Squeeze-out), müsste er seinen Anteil auf mindestens 90 Prozent erhöhen.
Einige Investoren erwarten, dass der Aktienkurs im Zuge der Restrukturierung noch deutlich steigen könnte, da die Aufspaltung verborgene Unternehmenswerte freisetzen könnte. Dies hatten gegenüber Hospodářské noviny unter anderem der Portfoliomanager Michal Semotan von der J&T-Investmentgesellschaft sowie der Investor Jaroslav Šura erklärt, der selbst ČEZ-Aktien hält.
Viele Analysten, die das Unternehmen beobachten, sehen den fairen Wert der Aktie jedoch unter dem aktuellen Marktpreis. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 979 Kronen. Von insgesamt 17 Analysten empfehlen zwölf den Verkauf der Aktie.
Der Analyst Jiří Tyleček von XTB erklärte dies damit, dass die geplante Restrukturierung von ČEZ mit den üblichen Bewertungsmodellen nur schwer einzuschätzen sei.
Spekulationen auf eine Verstaatlichung gehen naturgemäß mit politischen Risiken einher. Nach Ansicht von Kadeřábek müssen Investoren diese Risiken sorgfältig abwägen.
„Es handelt sich um eine Spekulation auf eine politische Entscheidung, bei der weder sicher ist, ob sie überhaupt getroffen wird, noch wann dies geschehen könnte oder zu welchem Preis der Staat die Aktien gegebenenfalls erwerben würde“, ergänzt Kadeřábek.
Entwicklung der ČEZ-Aktie im Jahr 2026
Der Börsenwert von ČEZ an der Prager Börse ist seit Jahresbeginn um rund sieben Prozent gesunken.
Quelle: Investing.com
patrik.salat@hn.cz
/gr/
Wegen Dukovany wird die Hochschule einige Studiengänge anpassen
22.6.2026 MF DNES Region Vysocina - CTK
Die Polytechnische Hochschule Jihlava (VŠPJ) wird die Inhalte einiger Studiengänge anpassen. Das Ziel ist es, dass die Absolventinnen und Absolventen später beim Bau und Betrieb der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany Beschäftigung finden können.
Einen neuen Studiengang wird die Hochschule dafür jedoch nicht akkreditieren, wie Rektor Zdeněk Horák erklärte. Die einzige Hochschule der Region Vysočina führt hierzu Gespräche mit der Gesellschaft EDU II, die für den Bau der neuen Reaktorblöcke verantwortlich ist.
„Die Gespräche betreffen die Sicherstellung einer ausreichenden Zahl qualifizierter Fachkräfte – sowohl für den eigentlichen Bau und den anschließenden Betrieb des Kraftwerks als auch für unterstützende Berufe, die für die Umsetzung dieses umfangreichen Projekts erforderlich sein werden“, sagte Horák.
Die Hochschule wird daher die Inhalte ihrer technischen Bachelor- und Masterstudiengänge entsprechend anpassen.
/gr/
Die Schweiz hebt das Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke auf
David Vobořil
23. Juni 2026, oenergetice.cz
Das Schweizer Parlament hat die Aufhebung des seit dem Jahr 2017 geltenden Verbots zum Bau neuer Kernkraftwerke beschlossen. Damit reagiert das Land auf den erwarteten Anstieg des Stromverbrauchs und auf Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit, insbesondere während der Wintermonate. Über den tatsächlichen Bau neuer Reaktoren wurde jedoch bislang noch nicht entschieden.
Das Schweizer Parlament verabschiedete am Freitag die Aufhebung des neun Jahre alten Verbots für den Bau neuer Kernkraftwerke. Mit diesem Schritt möchte sich das Land die Möglichkeit offenhalten, ausreichend CO₂-freien Strom für die steigende Nachfrage bereitzustellen und die Abhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland zu verringern.
Das Verbot neuer Kernkraftwerke wurde in der Schweiz im Jahr 2017 nach einem Referendum über eine neue Energiestrategie eingeführt, die als Reaktion auf den Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima entstanden war. Die bestehenden Reaktoren durften weiterhin betrieben werden, ihre spätere Stilllegung sollte jedoch nicht durch den Bau neuer Anlagen ersetzt werden.
Nach Angaben der Schweizer Regierung könnte der inländische Stromverbrauch von derzeit rund 60 TWh pro Jahr bis 2050 auf 70 bis 80 TWh ansteigen. Hauptgründe hierfür sind die Elektrifizierung des Verkehrs, der Wärmeversorgung und der Industrie sowie das anhaltende Bevölkerungswachstum.
„Wir können nicht auf Kernenergie verzichten. Angesichts des künftigen Strombedarfs ist die Antwort eindeutig: nein“, erklärte Energieminister Albert Rösti in einem Interview mit der Zeitung NZZ.
Die Schweiz betreibt derzeit vier Kernreaktoren mit einer installierten Gesamtleistung von rund 3 GW. Dazu gehören die zwei Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Beznau sowie jeweils ein Reaktor in den Kernkraftwerken Gösgen und Leibstadt. Die Kernenergie deckt etwa ein Drittel der Stromerzeugung des Landes.
Traditionell ist die Schweiz stark von Wasserkraft abhängig, die rund 60 Prozent der Stromproduktion ausmacht. In den Wintermonaten sinkt ihr Anteil am Strommix jedoch auf etwa 40 Prozent.
Nach Angaben des Schweizer Parlaments spielte bei der Meinungsänderung der Abgeordneten insbesondere eine Fachanalyse des Energieministeriums eine entscheidende Rolle. Diese wies auf Risiken für die künftige Versorgungssicherheit hin. Eine detaillierte Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Aufhebung des Verbots will die Regierung in den kommenden Monaten veröffentlichen.
Die Aufhebung des Verbots bedeutet jedoch nicht automatisch den Bau neuer Kernkraftwerke. Mögliche Projekte müssen das reguläre Genehmigungs- und Bewilligungsverfahren durchlaufen. Zudem kann ein weiteres Referendum nicht ausgeschlossen werden.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... jadernych-
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
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Unsere Forderungen
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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
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Gabi Reitinger
- Beiträge: 636
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 24.Juni 2026:
Inhalt:
Beneš: Wir haben die Tochtergesellschaft ČEZ Energy gegründet. Ein erster Schritt für die spätere Verstaatlichung der gesamten Firma ČEZ.
Tochtergesellschaft ČEZ Energy wird von Cyrani geleitet. „Wir optimieren die Eigentümerstruktur“, sagt der Sprecher.
Konferenz Dukovany II.
Auftrag für Škoda JS.
US-Kernkraftwerk Hatch erhält grünes Licht für 80 Jahre Betrieb
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Beneš: Wir haben die Tochtergesellschaft ČEZ Energy gegründet. Ein erster Schritt für die spätere Verstaatlichung der gesamten Firma ČEZ
23. Juni 2026
Tschechischer Rudnfunk / iROZHLAS.cz
Möglicherweise wird ein Minderheitsanteil der Aktien von ČEZ Energy bereits nächstes Jahr an der Börse notiert. Die Entscheidung hängt allein vom maximalen Preis ab, politische Anweisungen erhalten wir nicht, sagt Daniel Beneš, Generaldirektor von ČEZ, im Interview für „Peníze a vliv“ (Geld und Einfluss) des Tschechischen Rundfunks Plus. In die Firma ČEZ Energy soll das Kundengeschäft mitsamt Vermögen und Dienstleistungen verlagert werden, also die Verteilungsnetze und der Vertrieb. Der Erlös aus dem Verkauf von ČEZ Energy sollte laut Beneš ausreichen, um die 30 Prozent der privaten Aktionäre des gesamten Unternehmens auszuzahlen, wie es die Regierung fordert.
Der ČEZ-Chef Daniel Beneš schloss im Interview zudem nicht aus, dass der Rückkauf der Minderheitsaktionäre bereits im Jahre 2027 beginnen könnte, wahrscheinlicher sei jedoch ein späterer Zeitpunkt.
Der Erlös aus dem Verkauf des Minderheitsanteils sollte ausreichen, um die Aktionäre der gesamten ČEZ auszuzahlen, sagt deren Chef Daniel Beneš.
Das Ziel der gesamten Transaktion ist es, dass sämtliche Kraftwerke von ČEZ – einschließlich neuer Projekte oder auslaufender Kohleminen – zu 100 Prozent im Staatsbesitz bleiben. An ČEZ Energy wird der Staat dann eine Mehrheit von 51 Prozent halten. Derzeit besitzt der Staat 70 Prozent der Aktien von ČEZ
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-Haben Sie diese neue Tochtergesellschaft bereits gegründet?
Sie entsteht heute (am Dienstag). Eigentlich sind Sie die Ersten, denen wir das erzählen. Sie wird ČEZ Energy heißen.
-Nun werden Sie, basierend auf Ihren früheren Informationen, das Vermögen bewerten, das Sie in die neue Tochtergesellschaft verlagern. Können Sie also noch in diesem Jahr mit dem Verkauf des Minderheitsanteils beginnen?
Wir haben einen Plan, der in seinem Basisszenario vorsieht, dass wir irgendwann Ende des Jahres bereit sein könnten, die gesamte Operation zu starten, da wir dann bereits die Bewertung vorliegen haben. Wir werden mit den Beratern abgestimmt haben, welchen Weg wir einschlagen. Und das wird, sagen wir, irgendwann Ende des Jahres, spätestens im ersten Quartal des nächsten Jahres sein.
-Der Börsengang? Welches ist der wahrscheinlichste Weg? Welchen Pfad werden Sie wählen?
Ich kann nicht sagen, welcher der wahrscheinlichste ist. Es gibt zwei Basisszenarien. Im Moment haben wir nur eine einzige Gewissheit: Wir werden so agieren, dass wir das Maximum für ČEZ, a. s., herausholen. Wenn wir zu der Überzeugung gelangen, dass dieses Maximum ein IPO, also die Notierung eines neuen Titels an der Börse, sein wird, dann werden wir diesen Weg gehen. Wenn wir zu der Überzeugung gelangen, dass es am besten ist, dies globalen Infrastruktur-Akteuren anzubieten, werden wir diesen Weg wählen.
-Zuvor hatten Sie noch die Variante erwähnt, dass Sie bestehenden ČEZ-Aktionären einen Aktientausch anbieten könnten. Ist das auch im Spiel?
Das ist keine dritte Variante. Um tauschen zu können, benötigt man ein IPO. Es ist ein möglicher Folgeschritt: Falls wir den Weg des IPOs wählen und der Titel ČEZ Energy bereits an der Börse ist, könnten wir den bestehenden ČEZ-Aktionären zu einem bestimmten Kurs einen freiwilligen Aktientausch anbieten.
-Können Sie ausschließen, dass es hier eine politische Entscheidung geben wird, damit Sie beispielsweise den Kapitalmarkt durch ein IPO an der Prager Börse unterstützen? Da ja die gesamte ČEZ später, nach der Verstaatlichung, vermutlich von der Börse verschwinden wird. Dass es also einfach nicht nur um den Maximalbetrag gehen wird?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich eine politische Vorgabe dieser Art erhalten würde.
-Ich kann mir das vorstellen. Wenn Sie eine solche Vorgabe bekämen, würden Sie dann Nein sagen?
Sie sprechen von einer Anweisung. Unsere Kommunikation mit der politischen Vertretung hat nicht die Form von Anweisungen. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass wir eine Anweisung bekommen würden. In jedem Fall werden wir die beste Variante für unsere Aktionäre wählen. Und ich glaube, dass die Tschechische Republik, der Staat, die Politiker – wenn wir es ihnen wie allen anderen präsentieren – verstehen werden, welche Variante die beste ist.
Natürlich kann es daneben Nebenaspekte geben, die für den Kapitalmarkt sprechen. Aber das kann kein Leitfaden dafür sein, ob wir nach links oder nach rechts gehen, und so wird es nicht entschieden.
-Die Minderheitsaktionäre des Unternehmens ČEZ sowie der Staat heißen die Gründung der Tochterfirma und deren teilweisen Verkauf gut, es gibt jedoch auch Gegenstimmen. Der Piraten-Abgeordnete Ivan Bartoš schrieb beispielsweise auf dem Netzwerk X, der Staat behalte die Produktion, sprich den Schrott, und verkaufe den Anteil am profitablen Teil. Das ergebe keinen Sinn. Und solche Meinungen habe ich vermehrt wahrgenommen, nicht nur von Oppositionspolitikern. Ergibt dieser Schritt einen anderen Sinn, als dass Sie als ČEZ Geld für den späteren Rückkauf der Minderheitsaktionäre benötigen, den die Regierung von Ihnen verlangt, oder vielleicht sogar einige große Gruppen unter den Minderheitsaktionären selbst?
Das ist eine sehr lange Frage. Ich versuche, der Reihe nach auf alles zu antworten. Das Erste betrifft Ivan Bartoš. Ich weise zurück, dass es sich um Schrott handelt, denn es ist die Produktion. Zu sagen, der Produktionsteil sei Schrott, ist so, als würde man sagen, Temelín sei Schrott oder Dukovany sei Schrott. Das ist eine politische Verkürzung, eine politische Parole. Und ich möchte die politische Parole der Piraten nicht bewerten. Das gehört in eine andere Debatte, und ich denke, das steht mir nicht zu.
Mit anderen Worten: Ich sage, dass der Produktionsteil ein Bereich ist, in dem sich eine ganze Reihe von ultramodernen Anlagen befindet. Wenn es so wäre, dass wir im staatlichen Teil nur drei Kohlekraftwerke beließen und beispielsweise die Kernkraftwerke in einen anderen Teil auslagerten, dann würde ich das verstehen. Aber das sagt jemand, der nicht weiß, was wir dort hineinstecken werden, und dem es auch ein bisschen egal ist – weil eine politische Parole nicht mit der Realität übereinstimmen muss, Hauptsache, sie funktioniert.
Tschechen versus Aktionäre
-Und welcher Teil ist profitabler?
Vor allem die Kernkraftwerke. Aber ich komme nun dazu, warum das Sinn ergibt. Der Hauptgrund ist, dass der Staat sagt, er möchte im Produktionsteil 100 Prozent halten. Das hängt mit dem Bau neuer Stromerzeugungsanlagen und den Entscheidungen über die Stilllegung alter Anlagen zusammen.
In dem Moment, in dem man dort keine Minderheitsaktionäre hat, kann man Entscheidungen treffen, langfristige Pläne aufstellen und Ziele verfolgen, die sie als Investoren, die jedes Jahr eine möglichst hohe Dividende wollen, nicht interessieren. Diese Interessen gehen auseinander. Aus diesem Grund sagt der Staat logischerweise – und das hat auch die aktuelle Regierung in ihrer Programmerklärung stehen –, dass er diesen Motivationskonflikt eigentlich nicht fortsetzen möchte.
Es ergibt daher Sinn, den Produktionsteil zu 100 Prozent in staatlicher Hand zu haben. Denn dann lassen sich Entscheidungen darüber, ob man ein Kohlekraftwerk später abschaltet oder wie viele Kernkraftblöcke man baut, einfach leichter treffen.
/Gekürzt/
Quelle: https://www.irozhlas.cz/ekonomika/benes ... 230600_jaf
Tochtergesellschaft ČEZ Energy wird von Cyrani geleitet. „Wir optimieren die Eigentümerstruktur“, sagt der Sprecher
24. Juni 2026 | iROZHLAS.cz /Tschechischer Rundfunk
Zum Generaldirektor der Tochtergesellschaft ČEZ Energy, die vom Energiekonzern ČEZ gegründet wurde, wurde Pavel Cyrani ernannt. Cyrani ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie Direktor der Handels- und Strategiedivision von ČEZ. Den Vorsitz des Vorstands übernimmt Daniel Beneš, Generaldirektor von ČEZ. Weitere Vorstandsmitglieder sind Martin Novák und Ondřej Landa. Das Unternehmen informierte darüber am Mittwoch in einer Pressemitteilung.
Der neue Generaldirektor von ČEZ Energy, Pavel Cyrani (Archivfoto).
ČEZ plant, den Verkauf und die Verteilung von Energie, den Energiehandel sowie Energiedienstleistungen in die Tochtergesellschaft auszugliedern. Nach Ansicht von Analysten stellt die Ausgliederung des nicht-produzierenden Unternehmensteils in eine neue Gesellschaft einen wesentlichen Schritt für die geplante Verstaatlichung des Konzerns dar.
„Gleichzeitig laufen weitere Prozesse im Zusammenhang mit der genehmigten Optimierung der Eigentümerstruktur und der Unternehmensführung“, erklärte ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž. Dabei gehe es um die Vorbereitung der Bewertung einzelner Tochtergesellschaften sowie um Unterlagen für Gespräche mit Ratingagenturen zur Bonitätsbewertung von ČEZ Energy und ČEZ.
Die Verstaatlichung des Unternehmens gehört zu den erklärten Zielen der derzeitigen Regierung. Sie begründet dies mit der Notwendigkeit, dem Unternehmen größere Freiheiten für Investitionen zu verschaffen. Die Unternehmensführung von ČEZ schlug im April die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft vor, in die unter anderem die Unternehmen ČEZ Prodej/ Verkauf, ČEZ Distribuce/ Verteilung, GasNet, ČEZ ESCO, Handelsgesellschaften sowie das Telekommunikationsunternehmen Telco Pro Services eingebracht werden sollen.
Die Gesellschaft wird in der neuen Tochterfirma mindestens 51 Prozent der Anteile behalten; der verbleibende Anteil soll Investoren angeboten werden. Der Vorschlag wurde im Juni von der Hauptversammlung des Unternehmens genehmigt.
Nach Einschätzung einiger Analysten könnte der Wert des Anteils, den ČEZ Investoren anbieten möchte, bei etwa 150 Milliarden Kronen oder sogar darüber liegen. Dies könnte dem Unternehmen den späteren Erwerb der Anteile der bestehenden Minderheitsaktionäre an der Muttergesellschaft erleichtern.
Der tschechische Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, der Rest befindet sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn sank gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Milliarden Kronen. Auch das operative Ergebnis und die Umsatzerlöse des Unternehmens gingen im Jahresvergleich zurück.
Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) kündigte in den vergangenen Monaten an, dass die Regierung den Prozess der vollständigen Übernahme von ČEZ spätestens bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2029 abschließen wolle. Die Opposition warnte vor Risiken für Investitionen und Minderheitsaktionäre und forderte nach der Ankündigung von ČEZ im April bezüglich der Ausgliederung der neuen Tochtergesellschaft einen klaren Plan der Regierung.
Quelle:
https://www.irozhlas.cz/ekonomika/dceri ... 240803_epo
/gr/
Konferenz Dukovany II
24.06.2026 Monatszeitung Zrcadlo / Südmährische Region (JMK)
Seite: 1
Wie kann eine Region auf eine der größten Investitionen in der jüngeren Geschichte der Tschechischen Republik vorbereitet werden? Genau dieser Frage widmete sich die Konferenz „Dukovany II: Chancen der Kernspaltung“, die im Rahmen der Messe URBIS – The Smart Cities Meetup in Brünn stattfand.
Im Programm traten Vertreter des Ministeriums für Industrie und Handel, der Gesellschaft EDU II, des koreanischen Lieferanten KHNP, der Südmährischen Region, der Region Vysočina, von Teplárny Brno/ Stadtwerke Brünn, von Städten und Gemeinden sowie weiterer Institutionen und Organisationen auf. Die Diskussionen befassten sich unter anderem mit der Einbindung tschechischer Unternehmen in den Bau, der regionalen Entwicklung, der Vorbereitung öffentlicher Dienstleistungen sowie den Erfahrungen von Regionen mit großen Investitionsprojekten.
Für die Südmährische Region nahm der stellvertretende Kreishauptmann Marek Sovka an der Konferenz teil, der mit der Koordinierung der Vorbereitungen für den Bau von EDU II betraut ist. Gemeinsam mit Vertretern der Region Vysočina stellte er die bisherige Arbeit der Regionen und Gemeinden bei der Vorbereitung des Gebiets auf die erwarteten Auswirkungen des Bauvorhabens vor.
„Der Bau einer neuen Kernenergieanlage ist nicht nur ein Energieprojekt. Gleichzeitig bringt er Anforderungen in den Bereichen Verkehr, Wohnungsbau, Bildung, Gesundheitswesen, Sicherheit und weitere öffentliche Dienstleistungen mit sich. Deshalb haben wir gemeinsam mit den Gemeinden, der Region Vysočina und weiteren Partnern einen Aktionsplan ausgearbeitet, der die konkreten Bedürfnisse des Gebiets erfasst und dabei hilft, Prioritäten für die kommende Zeit festzulegen. Wichtig ist, dass die Vorbereitungen fortgesetzt werden und die Unterstützung dorthin gelenkt wird, wo die Auswirkungen des Projekts tatsächlich entstehen werden“, erklärte der stellvertretende Kreishauptmann der Südmährischen Region, Marek Sovka.
Einen wesentlichen Teil der Diskussion widmeten die Teilnehmer der Vorbereitung des Gebiets und der Koordinierung der einzelnen Schritte zwischen Staat, Regionen, Gemeinden und weiteren Partnern. Dabei ging es um den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Sicherstellung von Wohnraum, die Kapazitäten öffentlicher Dienstleistungen sowie auch um die Integration ausländischer Arbeitskräfte, die an der Umsetzung des Projekts beteiligt sein werden.
„Oft wird über den Betrag von 15 Milliarden Kronen diskutiert, der mit der Vorbereitung des Gebiets auf den Bau der neuen Kernenergieanlage in Verbindung gebracht wird. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es dabei nicht nur um die Bedürfnisse der Gemeinden und Regionen geht. Ein erheblicher Teil dieser Mittel hängt auch mit der Sicherstellung staatlicher Kapazitäten und öffentlicher Dienstleistungen zusammen, beispielsweise der Feuerwehr, der Polizei, des Gesundheitswesens, der Arbeitsämter und weiterer Institutionen, die den erhöhten Anforderungen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Projekts gerecht werden müssen“, sagte Marek Sovka.
Seiner Ansicht nach stellen die Aktionspläne eine fachliche Grundlage dar, die von den konkreten Bedürfnissen des Gebiets ausgeht und berücksichtigt, dass die Unterstützung an die tatsächlichen Auswirkungen des Baus in den einzelnen Standorten gekoppelt sein wird.
„Unser Ziel wird es sein, an die bisherige Arbeit anzuknüpfen und der neuen Regierung die konkreten Bedürfnisse des Gebiets vorzustellen, die wir gemeinsam mit den Gemeinden identifiziert haben. Wir sind zuversichtlich, dass ein Konsens gefunden werden kann“, ergänzte Sovka.
/gr/
Auftrag für Škoda JS
24.06.2026, Monatszeitung Zrcadlo Seite 2 Autorin: Eva Fruhwirtová
Ende Mai wurde eine weitere Etappe der Vorbereitungen für den Bau des ersten kleinen modularen Reaktors (SMR), der vom Konsortium Rolls-Royce SMR entwickelt wird, abgeschlossen. Ein Vertrag über die Herstellung und Lieferung des Reaktorteils wurde mit den Unternehmen Škoda JS und Doosan Enerbility unterzeichnet. Damit erhalten beide Unternehmen einen Schlüsselauftrag für die nukleare Insel des Rolls-Royce-SMR-Projekts.
Es handelt sich um einen Block mit einer Leistung von rund 500 MWe und einem Druckwasserreaktor nach dem Konzept von Rolls-Royce SMR.
Rolls-Royce SMR hat Škoda JS und Doosan Enerbility für Vorfertigungsarbeiten an Schlüsselkomponenten seines Programms für kleine modulare Reaktoren ausgewählt, einschließlich des Reaktordruckbehälters.
Erinnern wir uns an die siebzigjährige Geschichte des Kernenergiesektors von Škoda JS beziehungsweise Škoda Plzeň: Die erste Nuklearlieferung war die Konstruktion, Fertigung und Montage des Reaktors für das erste tschechoslowakische Kernkraftwerk A1 in Jaslovské Bohunice. Dieser Kernkraftwerksblock wurde Anfang der 1970er Jahre in Betrieb genommen.
Nach der Umstellung der Kernenergiepolitik und dem Übergang zu Druckwasserreaktoren des Typs WWER folgte eine Reihe von Kernkraftwerksblöcken, die mit in den Škoda-Werken gefertigten Reaktoren ausgestattet wurden. Den Anfang machten zwei WWER-440/V-230-Blöcke für das Kraftwerk V1 in Jaslovské Bohunice, gefolgt von der Herstellung und Lieferung von zwei Blöcken der moderneren Bauart WWER-440/V-213.
Danach ging es Schlag auf Schlag weiter: vier Blöcke in Dukovany, vier Blöcke im ungarischen Paks, die Lieferung von vier Reaktoren für das slowakische Kernkraftwerk Mochovce, womit die Serie der WWER-440-Reaktoren abgeschlossen wurde. Anschließend wurde die Produktion auf WWER-1000-Blöcke für Temelín und das geplante Kernkraftwerk Belene in Bulgarien umgestellt.
Alle diese Reaktoren tragen das Markenzeichen des geflügelten Pfeils oder den familiären Spitznamen „der Indianer“, wie das Škoda-Logo oft genannt wird.
Im Zusammenhang mit der Herstellung von Kernreaktoren ist auch die Produktion von Transport- und Lagerbehältern für abgebrannte Brennelemente zu erwähnen – sowohl für das Zwischenlager des litauischen Kernkraftwerks Ignalina als auch für die Lager für abgebrannte Brennelemente der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín.
Das nukleare Know-how in Pilsen wird somit durch die bereits erwähnte siebzigjährige Tradition der Herstellung und Lieferung von Kernreaktoren eindrucksvoll belegt.
Wünschen wir den Škoda-Mitarbeitern viel Erfolg, damit die Zusammenarbeit mit den Briten bei der Lieferung von SMR-Anlagen ebenso erfolgreich wird wie die früheren Lieferungen für WWER-Projekte.
/gr/
US-Kernkraftwerk Hatch erhält grünes Licht für 80 Jahre Betrieb
Jiří Salavec
22. Juni 2026, oenergetice.cz
Das Kernkraftwerk Edwin I. Hatch im US-Bundesstaat Georgia hat von der Aufsichtsbehörde eine Betriebsgenehmigung für weitere 20 Jahre erhalten. Die beiden Reaktorblöcke, die in den Jahren 1975 und 1979 in Betrieb genommen wurden, dürfen damit bis in die zweite Hälfte der 2050er Jahre Strom erzeugen. Die Gesamtleistung des Kernkraftwerks mit seinen Siedewasserreaktoren beträgt knapp 1,8 GW. Die amerikanische Atomaufsichtsbehörde hat bereits rund zwanzig Reaktorblöcken einen Betrieb über 80 Jahre genehmigt.
Das amerikanische Energieunternehmen Georgia Power gab bekannt, dass es von der US-amerikanischen Nuklearaufsichtsbehörde (Nuclear Regulatory Commission – NRC) eine Verlängerung der Betriebslizenz für das Kernkraftwerk Edwin I. Hatch erhalten hat. Das aus zwei Siedewasserreaktoren bestehende Kraftwerk, dessen Blöcke in den 1970er Jahren in Betrieb genommen wurden, verfügt über eine installierte Leistung von 1.759 MW. Durch die um 20 Jahre verlängerte Betriebsgenehmigung darf Block 1 nun bis 2054 und Block 2 bis 2058 Strom erzeugen.
„Unsere Kernkraftwerke liefern rund um die Uhr zuverlässige Energie zu stabilen und vorhersehbaren Kosten. Ich bin stolz auf die Arbeit, die täglich im Kernkraftwerk Hatch geleistet wird, auf das Engagement der Teams vor Ort und darauf, dass alle unsere Kunden von der Zuverlässigkeit und Effizienz dieser Anlage profitieren. Die aktuelle Lizenzverlängerung ist eine hervorragende Nachricht, da unser Bundesstaat kontinuierlich wächst und die Stromnachfrage ständig steigt“, sagte Kim Greene, Vorstandsvorsitzende, Präsidentin und Generaldirektorin von Georgia Power.
Die ursprünglich vorgesehene Lebensdauer der Reaktorblöcke betrug 40 Jahre. Bereits im Jahr 2002 erhielt das Kraftwerk jedoch eine erste Verlängerung der Betriebsgenehmigung um weitere 20 Jahre. Im Anschluss daran wurden zahlreiche Investitionen vorgenommen, darunter der Austausch der Kühltürme von Block 2 sowie die Erneuerung wichtiger Komponenten wie Transformatoren, Pumpen und Speisewasservorwärmer.
Eigentümer des nach dem ehemaligen Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden von Georgia Power benannten Kraftwerks sind Georgia Power (50,1 %), Oglethorpe Power Corporation (30 %), Municipal Electric Authority of Georgia (17,7 %) sowie die Dalton Water & Light Sinking Fund Commission (2,2 %).
Fokus auf Kernenergie...
Die Miteigentümer des Kernkraftwerks Hatch betreiben im Bundesstaat Georgia auch das Kernkraftwerk Vogtle mit vier Reaktorblöcken. Dort befinden sich die beiden neuesten Kernkraftwerksblöcke der USA, die im Jahre 2023 beziehungsweise 2024 in Betrieb genommen wurden. Zusammen erzeugen die beiden Kernkraftwerke nahezu ein Drittel der gesamten Stromproduktion von Georgia Power. Das Unternehmen weist zudem darauf hin, dass sich die Einwohnerzahl des Bundesstaates Georgia seit der Inbetriebnahme von Hatch 1 mehr als verdoppelt hat.
Die amerikanische Aufsichtsbehörde genehmigte die Verlängerung der Betriebslizenz für das Kernkraftwerk Hatch innerhalb von weniger als zwölf Monaten nach Antragstellung. Obwohl dies der offiziellen Bearbeitungsfrist entspricht, handelt es sich erst um das zweite Kernkraftwerk, dessen Antrag in dieser Geschwindigkeit genehmigt wurde. Eine Genehmigung für einen 80-jährigen Betrieb haben in den USA inzwischen jedoch bereits rund zwanzig Reaktorblöcke erhalten; weitere Anträge befinden sich noch in Prüfung oder sind geplant.
„Die NRC beweist weiterhin, dass sie zeitnahe Entscheidungen treffen und gleichzeitig eine strenge Sicherheitsaufsicht gewährleisten kann. Die Fähigkeit unserer Mitarbeiter, sich auf die entscheidenden Faktoren für die langfristige Leistungsfähigkeit eines Kernkraftwerks zu konzentrieren, hat es uns ermöglicht, weitere 1,8 Gigawatt Leistung für die nächsten 20 Jahre effizient im Stromnetz zu sichern“, erklärte NRC-Direktorin Anna Bradford.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... mu-provozu
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Beneš: Wir haben die Tochtergesellschaft ČEZ Energy gegründet. Ein erster Schritt für die spätere Verstaatlichung der gesamten Firma ČEZ.
Tochtergesellschaft ČEZ Energy wird von Cyrani geleitet. „Wir optimieren die Eigentümerstruktur“, sagt der Sprecher.
Konferenz Dukovany II.
Auftrag für Škoda JS.
US-Kernkraftwerk Hatch erhält grünes Licht für 80 Jahre Betrieb
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Beneš: Wir haben die Tochtergesellschaft ČEZ Energy gegründet. Ein erster Schritt für die spätere Verstaatlichung der gesamten Firma ČEZ
23. Juni 2026
Tschechischer Rudnfunk / iROZHLAS.cz
Möglicherweise wird ein Minderheitsanteil der Aktien von ČEZ Energy bereits nächstes Jahr an der Börse notiert. Die Entscheidung hängt allein vom maximalen Preis ab, politische Anweisungen erhalten wir nicht, sagt Daniel Beneš, Generaldirektor von ČEZ, im Interview für „Peníze a vliv“ (Geld und Einfluss) des Tschechischen Rundfunks Plus. In die Firma ČEZ Energy soll das Kundengeschäft mitsamt Vermögen und Dienstleistungen verlagert werden, also die Verteilungsnetze und der Vertrieb. Der Erlös aus dem Verkauf von ČEZ Energy sollte laut Beneš ausreichen, um die 30 Prozent der privaten Aktionäre des gesamten Unternehmens auszuzahlen, wie es die Regierung fordert.
Der ČEZ-Chef Daniel Beneš schloss im Interview zudem nicht aus, dass der Rückkauf der Minderheitsaktionäre bereits im Jahre 2027 beginnen könnte, wahrscheinlicher sei jedoch ein späterer Zeitpunkt.
Der Erlös aus dem Verkauf des Minderheitsanteils sollte ausreichen, um die Aktionäre der gesamten ČEZ auszuzahlen, sagt deren Chef Daniel Beneš.
Das Ziel der gesamten Transaktion ist es, dass sämtliche Kraftwerke von ČEZ – einschließlich neuer Projekte oder auslaufender Kohleminen – zu 100 Prozent im Staatsbesitz bleiben. An ČEZ Energy wird der Staat dann eine Mehrheit von 51 Prozent halten. Derzeit besitzt der Staat 70 Prozent der Aktien von ČEZ
.
-Haben Sie diese neue Tochtergesellschaft bereits gegründet?
Sie entsteht heute (am Dienstag). Eigentlich sind Sie die Ersten, denen wir das erzählen. Sie wird ČEZ Energy heißen.
-Nun werden Sie, basierend auf Ihren früheren Informationen, das Vermögen bewerten, das Sie in die neue Tochtergesellschaft verlagern. Können Sie also noch in diesem Jahr mit dem Verkauf des Minderheitsanteils beginnen?
Wir haben einen Plan, der in seinem Basisszenario vorsieht, dass wir irgendwann Ende des Jahres bereit sein könnten, die gesamte Operation zu starten, da wir dann bereits die Bewertung vorliegen haben. Wir werden mit den Beratern abgestimmt haben, welchen Weg wir einschlagen. Und das wird, sagen wir, irgendwann Ende des Jahres, spätestens im ersten Quartal des nächsten Jahres sein.
-Der Börsengang? Welches ist der wahrscheinlichste Weg? Welchen Pfad werden Sie wählen?
Ich kann nicht sagen, welcher der wahrscheinlichste ist. Es gibt zwei Basisszenarien. Im Moment haben wir nur eine einzige Gewissheit: Wir werden so agieren, dass wir das Maximum für ČEZ, a. s., herausholen. Wenn wir zu der Überzeugung gelangen, dass dieses Maximum ein IPO, also die Notierung eines neuen Titels an der Börse, sein wird, dann werden wir diesen Weg gehen. Wenn wir zu der Überzeugung gelangen, dass es am besten ist, dies globalen Infrastruktur-Akteuren anzubieten, werden wir diesen Weg wählen.
-Zuvor hatten Sie noch die Variante erwähnt, dass Sie bestehenden ČEZ-Aktionären einen Aktientausch anbieten könnten. Ist das auch im Spiel?
Das ist keine dritte Variante. Um tauschen zu können, benötigt man ein IPO. Es ist ein möglicher Folgeschritt: Falls wir den Weg des IPOs wählen und der Titel ČEZ Energy bereits an der Börse ist, könnten wir den bestehenden ČEZ-Aktionären zu einem bestimmten Kurs einen freiwilligen Aktientausch anbieten.
-Können Sie ausschließen, dass es hier eine politische Entscheidung geben wird, damit Sie beispielsweise den Kapitalmarkt durch ein IPO an der Prager Börse unterstützen? Da ja die gesamte ČEZ später, nach der Verstaatlichung, vermutlich von der Börse verschwinden wird. Dass es also einfach nicht nur um den Maximalbetrag gehen wird?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich eine politische Vorgabe dieser Art erhalten würde.
-Ich kann mir das vorstellen. Wenn Sie eine solche Vorgabe bekämen, würden Sie dann Nein sagen?
Sie sprechen von einer Anweisung. Unsere Kommunikation mit der politischen Vertretung hat nicht die Form von Anweisungen. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass wir eine Anweisung bekommen würden. In jedem Fall werden wir die beste Variante für unsere Aktionäre wählen. Und ich glaube, dass die Tschechische Republik, der Staat, die Politiker – wenn wir es ihnen wie allen anderen präsentieren – verstehen werden, welche Variante die beste ist.
Natürlich kann es daneben Nebenaspekte geben, die für den Kapitalmarkt sprechen. Aber das kann kein Leitfaden dafür sein, ob wir nach links oder nach rechts gehen, und so wird es nicht entschieden.
-Die Minderheitsaktionäre des Unternehmens ČEZ sowie der Staat heißen die Gründung der Tochterfirma und deren teilweisen Verkauf gut, es gibt jedoch auch Gegenstimmen. Der Piraten-Abgeordnete Ivan Bartoš schrieb beispielsweise auf dem Netzwerk X, der Staat behalte die Produktion, sprich den Schrott, und verkaufe den Anteil am profitablen Teil. Das ergebe keinen Sinn. Und solche Meinungen habe ich vermehrt wahrgenommen, nicht nur von Oppositionspolitikern. Ergibt dieser Schritt einen anderen Sinn, als dass Sie als ČEZ Geld für den späteren Rückkauf der Minderheitsaktionäre benötigen, den die Regierung von Ihnen verlangt, oder vielleicht sogar einige große Gruppen unter den Minderheitsaktionären selbst?
Das ist eine sehr lange Frage. Ich versuche, der Reihe nach auf alles zu antworten. Das Erste betrifft Ivan Bartoš. Ich weise zurück, dass es sich um Schrott handelt, denn es ist die Produktion. Zu sagen, der Produktionsteil sei Schrott, ist so, als würde man sagen, Temelín sei Schrott oder Dukovany sei Schrott. Das ist eine politische Verkürzung, eine politische Parole. Und ich möchte die politische Parole der Piraten nicht bewerten. Das gehört in eine andere Debatte, und ich denke, das steht mir nicht zu.
Mit anderen Worten: Ich sage, dass der Produktionsteil ein Bereich ist, in dem sich eine ganze Reihe von ultramodernen Anlagen befindet. Wenn es so wäre, dass wir im staatlichen Teil nur drei Kohlekraftwerke beließen und beispielsweise die Kernkraftwerke in einen anderen Teil auslagerten, dann würde ich das verstehen. Aber das sagt jemand, der nicht weiß, was wir dort hineinstecken werden, und dem es auch ein bisschen egal ist – weil eine politische Parole nicht mit der Realität übereinstimmen muss, Hauptsache, sie funktioniert.
Tschechen versus Aktionäre
-Und welcher Teil ist profitabler?
Vor allem die Kernkraftwerke. Aber ich komme nun dazu, warum das Sinn ergibt. Der Hauptgrund ist, dass der Staat sagt, er möchte im Produktionsteil 100 Prozent halten. Das hängt mit dem Bau neuer Stromerzeugungsanlagen und den Entscheidungen über die Stilllegung alter Anlagen zusammen.
In dem Moment, in dem man dort keine Minderheitsaktionäre hat, kann man Entscheidungen treffen, langfristige Pläne aufstellen und Ziele verfolgen, die sie als Investoren, die jedes Jahr eine möglichst hohe Dividende wollen, nicht interessieren. Diese Interessen gehen auseinander. Aus diesem Grund sagt der Staat logischerweise – und das hat auch die aktuelle Regierung in ihrer Programmerklärung stehen –, dass er diesen Motivationskonflikt eigentlich nicht fortsetzen möchte.
Es ergibt daher Sinn, den Produktionsteil zu 100 Prozent in staatlicher Hand zu haben. Denn dann lassen sich Entscheidungen darüber, ob man ein Kohlekraftwerk später abschaltet oder wie viele Kernkraftblöcke man baut, einfach leichter treffen.
/Gekürzt/
Quelle: https://www.irozhlas.cz/ekonomika/benes ... 230600_jaf
Tochtergesellschaft ČEZ Energy wird von Cyrani geleitet. „Wir optimieren die Eigentümerstruktur“, sagt der Sprecher
24. Juni 2026 | iROZHLAS.cz /Tschechischer Rundfunk
Zum Generaldirektor der Tochtergesellschaft ČEZ Energy, die vom Energiekonzern ČEZ gegründet wurde, wurde Pavel Cyrani ernannt. Cyrani ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie Direktor der Handels- und Strategiedivision von ČEZ. Den Vorsitz des Vorstands übernimmt Daniel Beneš, Generaldirektor von ČEZ. Weitere Vorstandsmitglieder sind Martin Novák und Ondřej Landa. Das Unternehmen informierte darüber am Mittwoch in einer Pressemitteilung.
Der neue Generaldirektor von ČEZ Energy, Pavel Cyrani (Archivfoto).
ČEZ plant, den Verkauf und die Verteilung von Energie, den Energiehandel sowie Energiedienstleistungen in die Tochtergesellschaft auszugliedern. Nach Ansicht von Analysten stellt die Ausgliederung des nicht-produzierenden Unternehmensteils in eine neue Gesellschaft einen wesentlichen Schritt für die geplante Verstaatlichung des Konzerns dar.
„Gleichzeitig laufen weitere Prozesse im Zusammenhang mit der genehmigten Optimierung der Eigentümerstruktur und der Unternehmensführung“, erklärte ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž. Dabei gehe es um die Vorbereitung der Bewertung einzelner Tochtergesellschaften sowie um Unterlagen für Gespräche mit Ratingagenturen zur Bonitätsbewertung von ČEZ Energy und ČEZ.
Die Verstaatlichung des Unternehmens gehört zu den erklärten Zielen der derzeitigen Regierung. Sie begründet dies mit der Notwendigkeit, dem Unternehmen größere Freiheiten für Investitionen zu verschaffen. Die Unternehmensführung von ČEZ schlug im April die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft vor, in die unter anderem die Unternehmen ČEZ Prodej/ Verkauf, ČEZ Distribuce/ Verteilung, GasNet, ČEZ ESCO, Handelsgesellschaften sowie das Telekommunikationsunternehmen Telco Pro Services eingebracht werden sollen.
Die Gesellschaft wird in der neuen Tochterfirma mindestens 51 Prozent der Anteile behalten; der verbleibende Anteil soll Investoren angeboten werden. Der Vorschlag wurde im Juni von der Hauptversammlung des Unternehmens genehmigt.
Nach Einschätzung einiger Analysten könnte der Wert des Anteils, den ČEZ Investoren anbieten möchte, bei etwa 150 Milliarden Kronen oder sogar darüber liegen. Dies könnte dem Unternehmen den späteren Erwerb der Anteile der bestehenden Minderheitsaktionäre an der Muttergesellschaft erleichtern.
Der tschechische Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, der Rest befindet sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn sank gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Milliarden Kronen. Auch das operative Ergebnis und die Umsatzerlöse des Unternehmens gingen im Jahresvergleich zurück.
Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) kündigte in den vergangenen Monaten an, dass die Regierung den Prozess der vollständigen Übernahme von ČEZ spätestens bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2029 abschließen wolle. Die Opposition warnte vor Risiken für Investitionen und Minderheitsaktionäre und forderte nach der Ankündigung von ČEZ im April bezüglich der Ausgliederung der neuen Tochtergesellschaft einen klaren Plan der Regierung.
Quelle:
https://www.irozhlas.cz/ekonomika/dceri ... 240803_epo
/gr/
Konferenz Dukovany II
24.06.2026 Monatszeitung Zrcadlo / Südmährische Region (JMK)
Seite: 1
Wie kann eine Region auf eine der größten Investitionen in der jüngeren Geschichte der Tschechischen Republik vorbereitet werden? Genau dieser Frage widmete sich die Konferenz „Dukovany II: Chancen der Kernspaltung“, die im Rahmen der Messe URBIS – The Smart Cities Meetup in Brünn stattfand.
Im Programm traten Vertreter des Ministeriums für Industrie und Handel, der Gesellschaft EDU II, des koreanischen Lieferanten KHNP, der Südmährischen Region, der Region Vysočina, von Teplárny Brno/ Stadtwerke Brünn, von Städten und Gemeinden sowie weiterer Institutionen und Organisationen auf. Die Diskussionen befassten sich unter anderem mit der Einbindung tschechischer Unternehmen in den Bau, der regionalen Entwicklung, der Vorbereitung öffentlicher Dienstleistungen sowie den Erfahrungen von Regionen mit großen Investitionsprojekten.
Für die Südmährische Region nahm der stellvertretende Kreishauptmann Marek Sovka an der Konferenz teil, der mit der Koordinierung der Vorbereitungen für den Bau von EDU II betraut ist. Gemeinsam mit Vertretern der Region Vysočina stellte er die bisherige Arbeit der Regionen und Gemeinden bei der Vorbereitung des Gebiets auf die erwarteten Auswirkungen des Bauvorhabens vor.
„Der Bau einer neuen Kernenergieanlage ist nicht nur ein Energieprojekt. Gleichzeitig bringt er Anforderungen in den Bereichen Verkehr, Wohnungsbau, Bildung, Gesundheitswesen, Sicherheit und weitere öffentliche Dienstleistungen mit sich. Deshalb haben wir gemeinsam mit den Gemeinden, der Region Vysočina und weiteren Partnern einen Aktionsplan ausgearbeitet, der die konkreten Bedürfnisse des Gebiets erfasst und dabei hilft, Prioritäten für die kommende Zeit festzulegen. Wichtig ist, dass die Vorbereitungen fortgesetzt werden und die Unterstützung dorthin gelenkt wird, wo die Auswirkungen des Projekts tatsächlich entstehen werden“, erklärte der stellvertretende Kreishauptmann der Südmährischen Region, Marek Sovka.
Einen wesentlichen Teil der Diskussion widmeten die Teilnehmer der Vorbereitung des Gebiets und der Koordinierung der einzelnen Schritte zwischen Staat, Regionen, Gemeinden und weiteren Partnern. Dabei ging es um den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Sicherstellung von Wohnraum, die Kapazitäten öffentlicher Dienstleistungen sowie auch um die Integration ausländischer Arbeitskräfte, die an der Umsetzung des Projekts beteiligt sein werden.
„Oft wird über den Betrag von 15 Milliarden Kronen diskutiert, der mit der Vorbereitung des Gebiets auf den Bau der neuen Kernenergieanlage in Verbindung gebracht wird. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es dabei nicht nur um die Bedürfnisse der Gemeinden und Regionen geht. Ein erheblicher Teil dieser Mittel hängt auch mit der Sicherstellung staatlicher Kapazitäten und öffentlicher Dienstleistungen zusammen, beispielsweise der Feuerwehr, der Polizei, des Gesundheitswesens, der Arbeitsämter und weiterer Institutionen, die den erhöhten Anforderungen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Projekts gerecht werden müssen“, sagte Marek Sovka.
Seiner Ansicht nach stellen die Aktionspläne eine fachliche Grundlage dar, die von den konkreten Bedürfnissen des Gebiets ausgeht und berücksichtigt, dass die Unterstützung an die tatsächlichen Auswirkungen des Baus in den einzelnen Standorten gekoppelt sein wird.
„Unser Ziel wird es sein, an die bisherige Arbeit anzuknüpfen und der neuen Regierung die konkreten Bedürfnisse des Gebiets vorzustellen, die wir gemeinsam mit den Gemeinden identifiziert haben. Wir sind zuversichtlich, dass ein Konsens gefunden werden kann“, ergänzte Sovka.
/gr/
Auftrag für Škoda JS
24.06.2026, Monatszeitung Zrcadlo Seite 2 Autorin: Eva Fruhwirtová
Ende Mai wurde eine weitere Etappe der Vorbereitungen für den Bau des ersten kleinen modularen Reaktors (SMR), der vom Konsortium Rolls-Royce SMR entwickelt wird, abgeschlossen. Ein Vertrag über die Herstellung und Lieferung des Reaktorteils wurde mit den Unternehmen Škoda JS und Doosan Enerbility unterzeichnet. Damit erhalten beide Unternehmen einen Schlüsselauftrag für die nukleare Insel des Rolls-Royce-SMR-Projekts.
Es handelt sich um einen Block mit einer Leistung von rund 500 MWe und einem Druckwasserreaktor nach dem Konzept von Rolls-Royce SMR.
Rolls-Royce SMR hat Škoda JS und Doosan Enerbility für Vorfertigungsarbeiten an Schlüsselkomponenten seines Programms für kleine modulare Reaktoren ausgewählt, einschließlich des Reaktordruckbehälters.
Erinnern wir uns an die siebzigjährige Geschichte des Kernenergiesektors von Škoda JS beziehungsweise Škoda Plzeň: Die erste Nuklearlieferung war die Konstruktion, Fertigung und Montage des Reaktors für das erste tschechoslowakische Kernkraftwerk A1 in Jaslovské Bohunice. Dieser Kernkraftwerksblock wurde Anfang der 1970er Jahre in Betrieb genommen.
Nach der Umstellung der Kernenergiepolitik und dem Übergang zu Druckwasserreaktoren des Typs WWER folgte eine Reihe von Kernkraftwerksblöcken, die mit in den Škoda-Werken gefertigten Reaktoren ausgestattet wurden. Den Anfang machten zwei WWER-440/V-230-Blöcke für das Kraftwerk V1 in Jaslovské Bohunice, gefolgt von der Herstellung und Lieferung von zwei Blöcken der moderneren Bauart WWER-440/V-213.
Danach ging es Schlag auf Schlag weiter: vier Blöcke in Dukovany, vier Blöcke im ungarischen Paks, die Lieferung von vier Reaktoren für das slowakische Kernkraftwerk Mochovce, womit die Serie der WWER-440-Reaktoren abgeschlossen wurde. Anschließend wurde die Produktion auf WWER-1000-Blöcke für Temelín und das geplante Kernkraftwerk Belene in Bulgarien umgestellt.
Alle diese Reaktoren tragen das Markenzeichen des geflügelten Pfeils oder den familiären Spitznamen „der Indianer“, wie das Škoda-Logo oft genannt wird.
Im Zusammenhang mit der Herstellung von Kernreaktoren ist auch die Produktion von Transport- und Lagerbehältern für abgebrannte Brennelemente zu erwähnen – sowohl für das Zwischenlager des litauischen Kernkraftwerks Ignalina als auch für die Lager für abgebrannte Brennelemente der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín.
Das nukleare Know-how in Pilsen wird somit durch die bereits erwähnte siebzigjährige Tradition der Herstellung und Lieferung von Kernreaktoren eindrucksvoll belegt.
Wünschen wir den Škoda-Mitarbeitern viel Erfolg, damit die Zusammenarbeit mit den Briten bei der Lieferung von SMR-Anlagen ebenso erfolgreich wird wie die früheren Lieferungen für WWER-Projekte.
/gr/
US-Kernkraftwerk Hatch erhält grünes Licht für 80 Jahre Betrieb
Jiří Salavec
22. Juni 2026, oenergetice.cz
Das Kernkraftwerk Edwin I. Hatch im US-Bundesstaat Georgia hat von der Aufsichtsbehörde eine Betriebsgenehmigung für weitere 20 Jahre erhalten. Die beiden Reaktorblöcke, die in den Jahren 1975 und 1979 in Betrieb genommen wurden, dürfen damit bis in die zweite Hälfte der 2050er Jahre Strom erzeugen. Die Gesamtleistung des Kernkraftwerks mit seinen Siedewasserreaktoren beträgt knapp 1,8 GW. Die amerikanische Atomaufsichtsbehörde hat bereits rund zwanzig Reaktorblöcken einen Betrieb über 80 Jahre genehmigt.
Das amerikanische Energieunternehmen Georgia Power gab bekannt, dass es von der US-amerikanischen Nuklearaufsichtsbehörde (Nuclear Regulatory Commission – NRC) eine Verlängerung der Betriebslizenz für das Kernkraftwerk Edwin I. Hatch erhalten hat. Das aus zwei Siedewasserreaktoren bestehende Kraftwerk, dessen Blöcke in den 1970er Jahren in Betrieb genommen wurden, verfügt über eine installierte Leistung von 1.759 MW. Durch die um 20 Jahre verlängerte Betriebsgenehmigung darf Block 1 nun bis 2054 und Block 2 bis 2058 Strom erzeugen.
„Unsere Kernkraftwerke liefern rund um die Uhr zuverlässige Energie zu stabilen und vorhersehbaren Kosten. Ich bin stolz auf die Arbeit, die täglich im Kernkraftwerk Hatch geleistet wird, auf das Engagement der Teams vor Ort und darauf, dass alle unsere Kunden von der Zuverlässigkeit und Effizienz dieser Anlage profitieren. Die aktuelle Lizenzverlängerung ist eine hervorragende Nachricht, da unser Bundesstaat kontinuierlich wächst und die Stromnachfrage ständig steigt“, sagte Kim Greene, Vorstandsvorsitzende, Präsidentin und Generaldirektorin von Georgia Power.
Die ursprünglich vorgesehene Lebensdauer der Reaktorblöcke betrug 40 Jahre. Bereits im Jahr 2002 erhielt das Kraftwerk jedoch eine erste Verlängerung der Betriebsgenehmigung um weitere 20 Jahre. Im Anschluss daran wurden zahlreiche Investitionen vorgenommen, darunter der Austausch der Kühltürme von Block 2 sowie die Erneuerung wichtiger Komponenten wie Transformatoren, Pumpen und Speisewasservorwärmer.
Eigentümer des nach dem ehemaligen Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden von Georgia Power benannten Kraftwerks sind Georgia Power (50,1 %), Oglethorpe Power Corporation (30 %), Municipal Electric Authority of Georgia (17,7 %) sowie die Dalton Water & Light Sinking Fund Commission (2,2 %).
Fokus auf Kernenergie...
Die Miteigentümer des Kernkraftwerks Hatch betreiben im Bundesstaat Georgia auch das Kernkraftwerk Vogtle mit vier Reaktorblöcken. Dort befinden sich die beiden neuesten Kernkraftwerksblöcke der USA, die im Jahre 2023 beziehungsweise 2024 in Betrieb genommen wurden. Zusammen erzeugen die beiden Kernkraftwerke nahezu ein Drittel der gesamten Stromproduktion von Georgia Power. Das Unternehmen weist zudem darauf hin, dass sich die Einwohnerzahl des Bundesstaates Georgia seit der Inbetriebnahme von Hatch 1 mehr als verdoppelt hat.
Die amerikanische Aufsichtsbehörde genehmigte die Verlängerung der Betriebslizenz für das Kernkraftwerk Hatch innerhalb von weniger als zwölf Monaten nach Antragstellung. Obwohl dies der offiziellen Bearbeitungsfrist entspricht, handelt es sich erst um das zweite Kernkraftwerk, dessen Antrag in dieser Geschwindigkeit genehmigt wurde. Eine Genehmigung für einen 80-jährigen Betrieb haben in den USA inzwischen jedoch bereits rund zwanzig Reaktorblöcke erhalten; weitere Anträge befinden sich noch in Prüfung oder sind geplant.
„Die NRC beweist weiterhin, dass sie zeitnahe Entscheidungen treffen und gleichzeitig eine strenge Sicherheitsaufsicht gewährleisten kann. Die Fähigkeit unserer Mitarbeiter, sich auf die entscheidenden Faktoren für die langfristige Leistungsfähigkeit eines Kernkraftwerks zu konzentrieren, hat es uns ermöglicht, weitere 1,8 Gigawatt Leistung für die nächsten 20 Jahre effizient im Stromnetz zu sichern“, erklärte NRC-Direktorin Anna Bradford.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... mu-provozu
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartiken aus Tschechien vom 26.6.2026 zum Thema Kernkraft:
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Předmět: CZAP - Energie - Monitoring der tschechischen Presse vom 26.6.2026
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Odesílatel CZAP Datum Dnes 10:25
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Inhalt:
Glücksspiel mit unserer Zukunft? Das Umweltministerium ignoriert offenbar die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben.
Havlíček: Im Sommer wird der Vertrag über einen kleinen modularen Reaktor in Dětmarovice geschlossen.
OIŽP – Bürgerinitiative zum Schutz der Umwelt: Der Staat spielt mit unserer Zukunft: Warum ignoriert das Umweltministerium die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben?
Das werden wir alle bezahlen. Profitieren werden nur Minderheitsaktionäre wie Tykač, sagt Rusnok zu den Plänen einer Verstaatlichung von ČEZ.
Woher sollen wir das Wasser nehmen und wo werden diese Menschen wohnen? Die Gemeinde fordert Antworten zum Atommüll-Endlager.
Temelín modernisiert wichtiges Sicherheitssystem: Im Untergrund werden 350 Meter Rohrleitungen ausgetauscht.
Modulare Reaktoren als Chance.
Was wollen wir eigentlich von ČEZ? Ökonomen lobbyieren gegen die geplante Verstaatlichung.
Tschechien auf dem Weg zu den SMR-Spitzenreitern: Havlíček spricht von einer großen Chance für die Industrie.
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Glücksspiel mit unserer Zukunft? Das Umweltministerium ignoriert offenbar die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben
Autor: Radek Štěpán
24.06.2026 Svetcestovatele.cz
Die Arbeit des Umweltministeriums ist tatsächlich bemerkenswert. Mit Experten wie Igor Červený und Filip Turek überrascht einen inzwischen kaum noch etwas. Zuletzt hat das Ministerium beschlossen, die aktualisierte Konzeption für den Umgang mit radioaktiven Abfällen nicht im vollständigen SUP - Verfahren (Strategische Umweltprüfung) zu bewerten. Dabei geht es im Wesentlichen um die Beurteilung der Auswirkungen von Atommüll auf die Umwelt.
Der Verein OIŽP / BIU (Bürgerinitiative zum Schutz der Umwelt) betrachtet dies als einen skandalösen Akt der Verantwortungsvermeidung und als Versagen der staatlichen Verwaltung. Wie können staatliche Entscheidungsträger ein Dokument einfach durchwinken, das sich mit dem Schicksal des gefährlichsten Abfalls für Hunderttausende von Jahren befasst?
Deutlich verkürzte Zeit für die Erkundung potenzieller Standorte...
Vergleicht man die neue Konzeption mit der bisherigen, fällt auf, dass die Zeit für die Untersuchung potenzieller Standorte erheblich verkürzt wurde. Nach dem neuen Plan soll das geologische Tiefenlager bereits im Jahr 2050 in Betrieb gehen – also rund 20 Jahre früher als bislang vorgesehen. Dadurch bleibt zwangsläufig weniger Zeit für gründliche geologische Untersuchungen.
Die Risiken einer Beeinträchtigung der Stabilität des Gesteinsmassivs sind erheblich, denn dieses bildet die wichtigste Sicherheitsbarriere gegen radioaktive Strahlung.
Deutliche Erhöhung der Abfallmenge....
Da ein massiver Ausbau der Kernenergie geplant ist, wird zwangsläufig auch die Menge abgebrannter Brennelemente steigen. In der neuen Konzeption ist vorgesehen, die Lagerkapazität für hochradioaktiven abgebrannten Kernbrennstoff von ursprünglich 9.000 Tonnen auf 14.500 Tonnen zu erhöhen.
Da außerdem geplant ist, die Kernkraftwerke Dukovany und Temelín bis zu einem Alter von 80 Jahren zu betreiben, werden höchstwahrscheinlich zwei große Endlager für gefährliche Abfälle erforderlich sein.
Das Umweltministerium verstößt offenbar gegen seine eigenen Regeln...
Bereits im Jahre 2017 wurde eindeutig festgelegt, dass jede Änderung eine Strategische Umweltprüfung (SUP) erforderlich macht. Im Jahr 2020 nahm die Regierung zudem den neuen Standort Janoch in die Planung auf. Das Umweltministerium ignoriert jedoch dieses damalige Versprechen.
Nach Ansicht von Gabriela Reitingerová, Vertreterin des Vereins OIŽP, hat das Ministerium damit die berechtigten Einwände Dutzender Gemeinden, Vereine und Bürger einfach unter den Teppich gekehrt.
Das Umweltministerium als Genehmigungsautomat für die energiepolitischen Pläne der Regierung
Leider scheint genau das der Fall zu sein. In diesem Fall ist die Institution offenbar nicht bereit, Natur und Gesundheit der Menschen zu schützen, und verzichtet damit auf ihre eigentliche Aufgabe.
https://www.svetcestovatele.cz/hazard-s ... se-zivoty/
/gr/
Havlíček: Im Sommer wird der Vertrag über einen kleinen modularen Reaktor in Dětmarovice geschlossen
Autor: Martin Procházka
25.6.2026, Novinky.cz
Ein kleiner nuklearer Reaktor in Tschechien wird nicht nur in Temelín, sondern auch in Dětmarovice vorbereitet. Der Vertrag wird laut dem Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), im Sommer unterzeichnet. Mehr als sechzig tschechische Unternehmen haben Interesse bekundet, sich an der Entwicklung und dem Bau modularer Reaktoren zu beteiligen.
„Bisher ist eine Vereinbarung über den Bau vorbereitet und das Design im Gebiet Temelín wird bereits ausgearbeitet. Parallel dazu beginnen die Vorbereitungen für Nordmähren. Wo der erste Reaktor letztendlich stehen wird, entscheidet die Regierung in den nächsten zwei Jahren", sagte der Minister bereits früher gegenüber Novinky.
Der nächste Reaktor soll anschließend in Tušimice vorbereitet werden, darüber hinaus sind laut Havlíček weitere Standorte geplant.
Tschechische Unternehmen könnten sich laut Havlíček und Vertretern der Wirtschaftskammer in den kommenden Jahren am Bau von Dutzenden kleiner modularer Reaktoren in ganz Europa beteiligen. Die ersten Ausschreibungen haben bereits begonnen.
Wichtig ist laut seinen Worten, dass das Land auf kleine modulare Reaktoren setzt.
„Wir haben das Produkt dafür, ČEZ besitzt zwanzig Prozent an der Firma Rolls-Royce SMR. Wir sind technologisch und legislativ bereit und gehören heute zu den führenden Ländern in Europa. Ich muss sagen, dass die Tschechische Republik beginnt, nuklearen Respekt zu erzeugen", sagte Havlíček bereits früher gegenüber Novinky.
Tschechien wird ihm zufolge zu einem der Marktführer im Bereich der Kernenergie in ganz Europa.
„Darüber freue ich mich riesig. Denn als ich im Jahre 2019 in die Europäische Union kam und unser neues Atomprogramm vorstellte, haben mich alle ausgelacht. Sie behaupteten, dass es so etwas hier nie geben wird – einschließlich verschiedener Schwarzseher aus der Tschechischen
https://www.novinky.cz/clanek/ekonomika ... h-40585057
/gr/
OIŽP – Bürgerinitiative zum Schutz der Umwelt: Der Staat spielt mit unserer Zukunft: Warum ignoriert das Umweltministerium die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben?
17.6.2026 Ekolist.cz
Autorin: Gabriela Reitingerová
Der Staat spielt mit unserer Zukunft: Warum ignoriert das Umweltministerium die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben?
Die Entscheidung des Umweltministeriums (MŽP), die aktualisierte Konzeption für den Umgang mit radioaktiven Abfällen keiner vollständigen Strategischen Umweltprüfung (SUP) zu unterziehen, betrachtet der Verein OIŽP / BIU als skandalösen Ausdruck von Verantwortungsvermeidung und als Versagen der staatlichen Verwaltung.
Wie ist es möglich, dass Beamte bei einem derart zentralen Dokument, das unmittelbar über den Umgang mit dem gefährlichsten Abfall für Hunderttausende von Jahren entscheidet, mit einem Federstrich erklären, dieses werde „keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit haben"?
Dieses Vorgehen des Ministeriums wirft erhebliche Zweifel auf und weist aus mehreren wesentlichen Gründen Merkmale eines zweckgerichteten Vorgehens auf:
Im Vergleich zur bisherigen Konzeption wurde die Zeit für die Untersuchung der Standorte drastisch verkürzt: Der neue Plan sieht die Inbetriebnahme eines geologischen Tiefenlagers bereits im Jahr 2050 vor – also volle 20 Jahre früher als ursprünglich geplant. Die Halbierung der Vorbereitungszeit bedeutet deutlich weniger Zeit für umfassende geologische Untersuchungen. Der Staat nimmt damit bewusst das Risiko in Kauf, Gefahren zu übersehen, die mit einer Beeinträchtigung der Stabilität des Gesteinsmassivs verbunden sind, das als wichtigste Sicherheitsbarriere gegen radioaktive Strahlung dienen soll.
Die Menge des radioaktiven Abfalls wird gegenüber den ursprünglichen Planungen erheblich steigen: Aufgrund der Regierungspläne zum massiven Ausbau der Kernenergie soll das geplante Volumen hochradioaktiver abgebrannter Brennelemente von ursprünglich 9.000 Tonnen auf 14.500 Tonnen erhöht werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, das Kernkraftwerk Dukovany 80 Jahre lang zu betreiben; für Temelín bestehen vergleichbare Pläne. Der Staat räumt sogar offen ein, dass deshalb möglicherweise zwei geologische Tiefenlager in Tschechien errichtet werden müssen. Dennoch behauptet das Ministerium, es habe sich nichts Wesentliches geändert.
Das Umweltministerium verstößt gegen seine eigenen Regeln: Bereits im Jahr 2017 legte das Ministerium verbindlich fest, dass jede wesentliche Änderung – etwa die Aufnahme eines neuen potenziellen Standorts – eine neue Strategische Umweltprüfung (SUP) erforderlich macht. Zwar nahm die Regierung im Jahr 2020 den neuen Standort Janoch in die Planungen auf, doch das Ministerium ignoriert nun seine damalige Zusage.
„Mit diesem Schritt hat das Ministerium die berechtigten Einwände Dutzender Gemeinden, Bürgerinitiativen und Bürger einfach unter den Teppich gekehrt. Anstatt einen offenen Dialog und Transparenz zu gewährleisten – wie sie in den EU-Mitgliedstaaten üblich sind und von der europäischen Gesetzgebung verlangt werden –, hat unser Staat die Öffentlichkeit von der Entscheidung über ein Projekt ausgeschlossen, das das Leben vieler weiterer Generationen in unserem Land beeinflussen wird", erklärt Gabriela Reitingerová, Vertreterin des Vereins OIŽP.
„Wenn das Umweltministerium seine wichtigste Aufgabe – nämlich den Schutz der Natur und der Gesundheit der Menschen – aufgibt und sich lediglich zu einer Genehmigungsinstanz für die energiepolitischen Pläne der Regierung entwickelt, verliert es jegliche Glaubwürdigkeit", ergänzt Reitingerová.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/tis ... ase-zivoty
Das werden wir alle bezahlen. Profitieren werden nur Minderheitsaktionäre wie Tykač, sagt Rusnok zu den Plänen einer Verstaatlichung von ČEZ
Autor: Jan Úšela
25.6.2026 Quelle: Deník N
Die ehemaligen Gouverneure der Zentralbank Jiří Rusnok und Zdeněk Tůma sowie Energieexperten wie der frühere ČEZ-Vorstandsvorsitzende Jaroslav Míl haben Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) einen offenen Brief geschickt, in dem sie vor dem geplanten Vorhaben warnen, den Erzeugungsbereich des teilstaatlichen Energiekonzerns ČEZ vollständig zu verstaatlichen. Die Transaktion im Umfang von mehreren hundert Milliarden Kronen sei ihrer Ansicht nach unnötig und werde weder die Strompreise noch die Energiesicherheit beeinflussen. Was sagt einer der Unterzeichner des Briefes, Jiří Rusnok, dazu?
### Warum haben Sie sich dem Brief angeschlossen?
Weil ich in dieser Maßnahme keinerlei öffentliches Interesse erkennen kann. Wenn es ursprünglich ein nachvollziehbares Argument gegeben hat, nämlich dass der Staat die Risiken im Zusammenhang mit dem Bau eines oder mehrerer Kernkraftwerke übernehmen müsse, dann hätte ich das verstehen können. Das galt jedoch nur so lange, bis die Situation dadurch gelöst wurde, dass der Staat die Gesellschaft kontrolliert, die das Kraftwerk baut, nämlich EDU II (Elektrárna Dukovany II, Anm. d. Red.).
Heute baut nicht mehr ČEZ das Kernkraftwerk, sondern der Staat über seine Gesellschaft EDU II. Zwar hält ČEZ dort noch einen Minderheitsanteil (derzeit 20 Prozent, Anm. d. Red.), doch diesen Anteil kann der Staat übernehmen und damit 100 Prozent der Gesellschaft besitzen.
Ich wiederhole es noch einmal: Unter den heutigen Umständen gibt es keinen Grund, die Minderheitsaktionäre herauszukaufen. Der einzige Grund, den ich mir vorstellen kann, ist, dass die Minderheitsaktionäre für ihre Aktien eine Sonderprämie erhalten und mit einem Gewinn aussteigen. Dem Staat blieben dann sämtliche Kosten des Erzeugungsbereichs, während die sicheren Gewinne, die heute vor allem im Verteilgeschäft erzielt werden, künftig zur Hälfte den privaten Aktionären von ČEZ Energy zufließen würden, wie der abgespaltene Unternehmensteil heißen soll.
Niemand kann mir plausibel erklären, warum ein Staat, der die Interessen der Steuerzahler und Verbraucher vertreten soll, eine solche Transaktion durchführen sollte.
### Eine der Prioritäten der Regierung Andrej Babiš sind günstige Energiepreise. Was sagen Sie zu dem Argument, dass der Erzeugungsbereich von ČEZ, der künftig vollständig in staatlicher Hand wäre, die Strompreise niedrig halten könnte?
Das hat mit der Realität nichts zu tun. Der Erzeugungsbereich muss sich marktkonform verhalten; er kann sich nicht vollständig vom Markt abkoppeln. Ich verstehe nicht, wie der Erzeugungsbereich niedrige Preise garantieren soll.
An wen verkauft der Erzeugungsbereich von ČEZ Strom? An die Stromvertriebe. Der größte Vertrieb wird ČEZ Energy sein, daneben weitere Unternehmen, die in Tschechien Strom vertreiben. Die Vertriebsgesellschaften bestimmen den Preis für den Endkunden, unabhängig davon, ob es sich um Haushalts- oder Großkunden handelt. Deshalb verstehe ich nicht, wie niedrige Preise über den Erzeugungsbereich sichergestellt werden sollen.
### Im Brief argumentieren Sie außerdem, dass bei einer Auszahlung der heutigen Minderheitsaktionäre, die Sie ablehnen, Geld für notwendige Investitionen im Energiesektor fehlen würde, insbesondere für den Bau neuer Kernkraftwerke oder Gaskraftwerke. Die Regierung behauptet jedoch, dass alles durch diese Transaktion finanziert werde und keine weiteren Mittel von ČEZ benötigt würden.
Sehen Sie, wenn ČEZ die dreißig Prozent der Minderheitsaktionäre auszahlen müsste und dies hypothetisch beispielsweise 250 Milliarden Kronen kosten würde, dann muss dieses Geld irgendwoher kommen. Ja, vielleicht dadurch, dass die Hälfte der Verteilgesellschaften verkauft wird. Aber warum sollte man das tun? Welchen Nutzen hätte ČEZ davon?
Diese 250 Milliarden Kronen könnte ČEZ behalten und in notwendige Investitionen stecken, die ohnehin anstehen. Oder das Unternehmen könnte damit seine Verschuldung reduzieren. Ich verstehe nicht, warum dieses Geld an Minderheitsaktionäre gehen soll, die ihre Investition aufwerten möchten und langfristig genau auf diese Weise kalkuliert haben.
Die fundamentale Bewertung, wie sie im Energiesektor üblich ist, zeigt meiner Meinung nach heute, dass die ČEZ-Aktie überbewertet ist. Das liegt daran, dass tschechische Investoren – zu einem erheblichen Teil tschechische Family Offices – auf eine außerordentliche Prämie im Falle eines Aufkaufs spekulieren.
### Meinen Sie damit beispielsweise Pavel Tykač, der als bedeutender Minderheitsaktionär bekannt ist?
Zum Beispiel. Aber er ist sicherlich nicht der Einzige.
### Im Brief an den Ministerpräsidenten stellen Sie die Entscheidung der Regierung, das Unternehmen aufzuteilen, nicht grundsätzlich infrage. Warum?
Dafür gibt es durchaus rationale Gründe.
### Ist die Aufspaltung nicht dennoch überflüssig, wenn Ihrer Ansicht nach die Minderheitsaktionäre gar nicht herausgekauft werden sollten?
Man könnte wahrscheinlich auch ohne sie leben, aber es gibt Gründe, die nachvollziehbar sind. Manche Investoren oder Banken wollen beispielsweise nicht in Unternehmen investieren, die Kernenergie- oder fossile Geschäftsbereiche enthalten. Die Vertriebsgesellschaft wird solche Bereiche nicht besitzen und könnte daher für diese Investoren attraktiver sein.
Gleichzeitig könnte man den Kapitalmarkt um ein neues Unternehmen bereichern, was ebenfalls positiv wäre, sofern es tschechischen Investoren zugänglich wäre. Im Brief erwähnen wir beispielsweise Pensionsfonds. Das sind sinnvolle Überlegungen, gegen die man sich nicht stellen muss.
Was für uns keinen Sinn ergibt, ist die Notwendigkeit, 49 Prozent des Verteilgeschäfts zu verkaufen und gleichzeitig den Erzeugungsbereich zu verstaatlichen. Das löst meines Erachtens kein einziges Problem.
### Sie schlagen vor, die genannten 49 Prozent der Aktien des abgespaltenen ČEZ-Unternehmens an der Börse anzubieten, vorzugsweise tschechischen Pensionsfonds. Im Brief schreiben Sie, diese Fonds verfügten über genügend Kapital und die Bürger könnten über sie eine attraktive Rendite erzielen. Könnte das nicht gegen kartellrechtliche Vorschriften verstoßen? Ich kann mir vorstellen, dass unzufriedene Minderheitsaktionäre dagegen klagen würden.
Da haben Sie recht. Das müsste im Detail geklärt werden. Ich bin kein Jurist, der auf Fusionen und Übernahmen spezialisiert ist, deshalb kann ich Ihnen darauf keine genaue Antwort geben. Es wird gewisse Risiken geben, aber ich gehe davon aus, dass sie sich in geeigneter Weise absichern lassen.
Allein die Tatsache, dass die Privatisierung über die Prager Börse erfolgen würde, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktien eher von tschechischen Investoren gekauft werden, als wenn sie an einer ausländischen Börse angeboten würden.
### Welche Reaktion erwarten Sie von der Regierung und vom Ministerpräsidenten auf Ihren Brief? Wird es Ihrer Meinung nach überhaupt eine Reaktion geben?
Offen gesagt weiß ich es nicht. Aufgrund meiner Erfahrungen mit dieser Regierung würde ich erwarten, dass man sinngemäß antwortet, irgendwelche alten gescheiterten Herren hätten sich da nicht einzumischen.
### Dennoch war es Ihnen wichtig, den Brief zu unterzeichnen?
Auf jeden Fall. Hätte ich geschwiegen, würde ich es bereuen. Es geht um einen gewaltigen Vermögenstransfer, der meiner Meinung nach weder den tschechischen Steuerzahlern noch den Energieverbrauchern zugutekommen wird.
### Was droht Ihrer Meinung nach im schlimmsten Fall, wenn man dem derzeitigen Plan folgt?
Vor allem droht, dass ein großer Teil des Unternehmenswertes an Minderheitsaktionäre abfließt, die dazu nichts beigetragen haben – außer dass sie das nötige Kapital besaßen und rechtzeitig in diese Spekulation eingestiegen sind. Natürlich haben sie gewisse Risiken getragen. Uns als Eigentümern von ČEZ, also den Bürgern dieses Landes, bleibt dann jedoch ein Unternehmen, dem 200 oder 250 Milliarden Kronen fehlen.
Dieses Geld wird ČEZ künftig mühsam durch seine Geschäftstätigkeit verdienen müssen. Und von wem wird es das verdienen? Von den Verbrauchern seines Produkts, also elektrischer Energie. Das bedeutet: von den Bürgern der Tschechischen Republik.
Von billiger Energie können wir uns verabschieden. Meiner Ansicht nach wird Strom sogar eher teurer werden, als er ohne diese Transaktion wäre. Irgendjemand wird nämlich die gewaltigen Investitionen finanzieren müssen, die auf den Energiesektor zukommen: neue Erzeugungsanlagen, den Kohleausstieg, den Bau von Gaskraftwerken, gegebenenfalls neuer Kernkraftwerke und vor allem den Ausbau der Netze.
Die Investitionen in die Netzinfrastruktur werden außerordentlich teuer sein, weil die Netze massiv verstärkt und auch ihre Steuerung grundlegend verändert werden müssen. Das ist etwas völlig anderes als das, woran wir in den vergangenen hundert Jahren gewöhnt waren.
All das wird enorme Summen kosten, und ČEZ wird sie aufbringen müssen. Das bedeutet letztlich, dass wir als Verbraucher diese Kosten tragen werden. Gleichzeitig zahlen wir den Minderheitsaktionären noch eine großzügige Sonderdividende für etwas, das sie nicht selbst geschaffen haben.
Meiner Meinung nach völlig unnötig.
......
Wortlaut des offenen Briefes
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
die Hauptversammlung von ČEZ hat am 1. Juni 2026 den Weg für eine Aufspaltung des Unternehmens in einen staatlichen „Erzeugungsbereich" und eine für Außenstehende nur unklar beschriebene „Tochtergesellschaft ČEZ" eröffnet, die verkauft werden soll. Klar wurde jedoch gesagt, dass in diese Tochtergesellschaft der Strom- und Gashandel sowie die Strom- und Gasverteilungsaktivitäten eingebracht werden, die sich derzeit im Eigentum von ČEZ befinden. Gerade der mögliche Verkauf der Verteilnetze und seine Folgen haben uns dazu bewogen, diesen Brief zu verfassen.
Wir sind uns bewusst, dass die Regierung in ihrer Regierungserklärung eine hundertprozentige Kontrolle über die Stromerzeugung innerhalb der ČEZ-Gruppe angekündigt hat und dies zugleich die erwarteten massiven Investitionen in den Bau neuer Energieerzeugungsanlagen (Gas-, Kernkraftwerke usw.) sowie in die Energieinfrastruktur erleichtern soll. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass eine siebzigprozentige Kontrolle über die Stromerzeugung völlig ausreichend ist und dass der Aufkauf der verbleibenden dreißig Prozent von den Minderheitsaktionären dem Staat diese Investitionspläne vielmehr erschweren würde. Im Wesentlichen sehen wir drei mögliche Szenarien.
Erstens: „Do not fix what's not broken"
Mit anderen Worten: Die bisherige Kontrolle des Staates über ČEZ – sowohl im Bereich der Stromerzeugung als auch der Verteilung – ist ausreichend, und eine Erhöhung des Staatsanteils wird weder Auswirkungen auf den Strompreis noch auf die Energiesicherheit haben.
Die Leistungsfähigkeit von ČEZ und die von dem Unternehmen ausgeschütteten Dividenden stellen im Gegenteil ausreichende Mittel für die Finanzierung neuer Kernkraftwerksblöcke und die Transformation des Energiesystems bereit.
Nicht zuletzt sehen wir einen Vorteil der gegenwärtigen Corporate-Governance-Struktur darin, dass die staatliche Kontrolle ausreichend ist, während gleichzeitig der frei handelbare Aktienanteil zur Transparenz bei der Führung eines so großen Unternehmens beiträgt. Erfahrungen mit rein staatlichen Unternehmen gibt es genügend – und sie sind überwiegend nicht positiv.
Zweitens
Im Einklang mit dem Beschluss der Hauptversammlung von ČEZ werden Handel sowie Strom- und Gasverteilung abgespalten. Den Erlös verwendet ČEZ für den Aufkauf der Minderheitsaktionäre, wahrscheinlich verbunden mit einer attraktiven Prämie gegenüber dem aktuellen Aktienkurs.
Der Aktienkurs von ČEZ befindet sich bereits heute auf einem sehr hohen Niveau, insbesondere im Vergleich zu vergleichbaren europäischen Energieunternehmen. Dies ist vor allem das Ergebnis von Spekulationen einiger weniger tschechischer Family Offices im Zusammenhang mit der Erwartung eines solchen Aufkaufs.
Wie bereits erwähnt, würden dadurch unnötigerweise erhebliche finanzielle Mittel ausgegeben, die stattdessen für Investitionen in das von ČEZ beschlossene Kernenergieprogramm, in den Ausstieg aus der Kohleverstromung, in den Bau von Gaskraftwerken, in die Modernisierung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen oder in die Stärkung der Energieinfrastruktur verwendet werden könnten (in einem Umfang von rund 2,1 Billionen CZK zu heutigen Preisen). Dadurch ließe sich zugleich der Druck auf den Staatshaushalt und die Steuerzahler verringern.
Drittens
Im Einklang mit der Regierungserklärung und dem Beschluss der Hauptversammlung werden Handel und Verteilung abgespalten.
Der Beschluss der Hauptversammlung legt jedoch ausdrücklich nicht fest, wie der Minderheitsanteil an der neu entstehenden Gesellschaft (49 Prozent) platziert werden soll. Wir halten es für wünschenswert, dass eine klare Zusage erfolgt, diesen Anteil am Kapitalmarkt zu platzieren.
Dies wäre nicht nur zur Förderung der Liquidität des tschechischen Kapitalmarktes sinnvoll, sondern auch im Hinblick auf den bereits erwähnten Aspekt einer transparenten Corporate Governance, den die Börsennotierung mit sich bringt.
Darüber hinaus würde dies hervorragend zur geplanten Reform der dritten Säule des Rentensystems passen. Die neue Gesellschaft wäre zweifellos eine attraktive Investition für reformierte Pensionsfonds, da der Staat über die Energieregulierungsbehörde ERÚ Investoren in Verteilnetze derzeit praktisch eine risikofreie Kapitalrendite von bis zu 8,3 Prozent pro Jahr garantiert.
Wir müssen uns bewusst machen, dass die tschechischen Bürger bereits heute mehr als 300 Milliarden CZK in den Teilnehmerfonds angespart haben. Aufgrund des Mangels an Investitionsmöglichkeiten im Inland investieren diese Fonds jedoch zunehmend im Ausland und finanzieren damit unsere Wettbewerber.
Die Transaktion könnte so gestaltet werden, dass tschechische Bürger und Pensionsfonds beim Erwerb der Aktien des Verteilunternehmens bevorzugten Zugang erhalten.
Das Unternehmen würde somit zwar über den Kapitalmarkt verkauft, letztlich aber mittelbar an tschechische Bürger. Der Erlös aus dem Verkauf dieser 49 Prozent der neu gegründeten Gesellschaft könnte dann für die genannten kostspieligen Investitionen im Energiesektor verwendet werden und nicht für die aus unserer Sicht unnötige Ausgabe, die mit dem Aufkauf der bestehenden Minderheitsaktionäre von ČEZ verbunden wäre.
Wir sind überzeugt, dass die zweite Variante für die Bürger, die Steuerzahler und allgemein für die Stromverbraucher der Tschechischen Republik nachteilig wäre und wahrscheinlich ausschließlich den Minderheitsaktionären von ČEZ zugutekäme.
Sollte die Regierung nicht den Mut aufbringen, das gesamte Projekt angesichts der zahlreichen ungeklärten Fragen einzustellen, halten wir die unter Punkt drei beschriebene Lösung für eine praktikable Alternative.
Herr Ministerpräsident, sollten Sie Interesse haben, sind wir gerne bereit, Ihnen unseren Vorschlag einschließlich weiterer unterstützender Argumente in einem persönlichen Gespräch näher zu erläutern.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Mojmír Hampl,, Jaroslav Míl, Jiří Rusnok, Radim Dohnal, František Hrdlička, Michal Kurka, Jana Matesová, Jaromír Novák, Jiří Šťastný, Zdeněk Tůma
Quelle: https://denikn.cz/2105741/zaplatime-to- ... ent=175028
/gr/
Woher sollen wir das Wasser nehmen und wo werden diese Menschen wohnen? Die Gemeinde fordert Antworten zum Atommüll-Endlager
Irena Buřívalová
24. Juni 2026 Ekonews
Dolní Cerekev in der Region Vysočina gehört zu den vier Standorten, an denen künftig ein tiefengeologisches Endlager für hochradioaktive Abfälle entstehen könnte. Wie auch an den drei anderen verbleibenden Standorten regt sich in dem Standort namens Hrádek Widerstand in der Bevölkerung. Die Einwohner bestehen darauf, dass der Staat nicht transparent kommuniziert und nicht ernsthaft um die Zustimmung der Betroffenen bemüht ist.
An einem Vormittag Ende April wirkt Dolní Cerekev ruhig und gepflegt. Die Häuser sind renoviert, neben der Kirche steht ein Eisstand. Unter der Oberfläche jedoch herrscht Unruhe. Unweit der Gemeinde mit rund 1.200 Einwohnern könnte der Staat künftig radioaktive Abfälle aus tschechischen Kernkraftwerken unterirdisch lagern. Einige Bewohner haben deshalb einen großen Teil ihres Lebens dem Bürgerengagement gewidmet, um das Projekt zu verhindern.
Der Standort Hrádek, zu dem Dolní Cerekev gehört, zählt zu den vier Finalisten für den Bau eines tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle, das Tschechien bis zum Jahr 2050 errichten soll. Das sogenannte „Interessengebiet" erstreckt sich auch auf die Katastergebiete der Gemeinden Cejle, Hojkov und Nový Rychnov. Direkt hinter Dolní Cerekev könnte auf einer Fläche von etwa zwanzig Hektar eine oberirdische Anlage entstehen, in der die radioaktiven Abfälle für die Einlagerung vorbereitet und anschließend über ein Tunnelsystem unter Tage transportiert würden.
Nach Angaben von Ludmila Fučíková, Gründerin des Vereins *2. Alternativa*, Gemeinderätin und ehemalige Krankenschwester, tauchte die Gemeinde bereits im Jahre 1994 auf der Liste der in Betracht gezogenen Standorte auf. Im Büro des Bürgermeisters Zdeněk Dvořák zeigt Fučíková noch heute eine vergilbte Einladung zu einer Gemeinderatssitzung, auf der damals mit dem Energieunternehmen ČEZ über ein „zentrales Zwischenlager" diskutiert werden sollte. Die Zahl der potenziellen Standorte wurde im Laufe der Jahre schrittweise reduziert – von 64 auf 30 und so weiter. Zu Weihnachten 2020 erfuhren die Einwohner von Dolní Cerekev, dass ihr Standort zu den letzten vier Kandidaten gehört.
„Wir sind ausgebrannt"
Zwischen dem Bürgermeister und der Gemeinderätin liegen mehrere Generationen. Als Fučíková den Widerstand gegen das Endlager begann, war Dvořák noch ein kleines Kind. Heute sind sie sich in den entscheidenden Fragen rund um das Endlager einig. Ihre Zusammenarbeit verdeutlicht, wie sehr dieses Thema die Zeitspanne eines einzelnen Menschenlebens überschreitet. Schließlich dauert der Rückgang der Radioaktivität abgebrannter Brennelemente schätzungsweise mehr als 100.000 Jahre.
Fučíková hat inzwischen etwa sechzehn Industrieminister und fünf Direktoren der Behörde für die Endlagerung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) erlebt – jener Institution, die für das Projekt verantwortlich ist. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich bei ihr viel Bitterkeit angesammelt über die Art und Weise, wie der Staat mit den betroffenen Gemeinden umgeht – oder ihrer Ansicht nach eben nicht umgeht.
„Nach all den Jahren sind wir ausgebrannt. Die Minister haben immer dasselbe gesagt. Zu einem habe ich gesagt: Argumentieren Sie bloß nicht damit, dass wir alle Strom brauchen – sonst könnte ich Ihnen etwas antun", sagt Fučíková mit einem Augenzwinkern. Belustigt erinnert sie sich daran, wie ihr Verein, von dessen zwei Mitgliederinnen inzwischen verstorben sind, von einem Minister als „militante Gruppe mit anti-nuklearer Ausrichtung" bezeichnet wurde.
Von Anfang an lehnt sie die Vorstellung ab, abgebrannte Brennelemente dauerhaft unter der Erde zu lagern. Sie befürwortet eine zeitlich begrenzte Lagerung, damit das Material aufgrund künftiger technologischer Fortschritte eines Tages wieder genutzt werden kann. Eine weitere Alternative sieht sie im Konzept der sogenannten „übertragenen Verantwortung über Generationen hinweg". In dieser Frage stimmt sie mit der Plattform gegen das Endlager überein, die Dutzende Städte und Gemeinden vertritt.
Energie | Abfälle
Nach Angaben von SÚRAO schließt das derzeitige Programm zukünftige technologische Entwicklungen oder eine weitere Nutzung des Materials nicht aus. „Derzeit existiert jedoch keine Technologie, die die Notwendigkeit eines tiefengeologischen Endlagers vollständig beseitigen würde. Selbst bei der Wiederaufbereitung von Brennstoffen oder dem Einsatz fortschrittlicher Reaktoren entstehen hochradioaktive Abfälle, die sicher isoliert werden müssen", erklärte Sprecherin Martina Bílá.
Die heutigen Zwischenlager an den Kernkraftwerken betrachtet SÚRAO als eine vorübergehende Lösung für einige Jahrzehnte. „Sie erfordern aktive Überwachung, Wartung und institutionelle Kontrolle. Das tiefengeologische Endlager wird dagegen als passiv sicheres System konzipiert, das auf einer Kombination natürlicher und technischer Barrieren beruht und auch über sehr lange Zeiträume sicher bleibt", so Bílá.
Der Staat hat die Sorgen nicht zerstreut...
Seit vielen Jahren beschäftigen die Einwohner von Dolní Cerekev zahlreiche Sorgen, die der Staat bislang nicht ausräumen konnte. Die größte betrifft das Wasser und die Wasserversorgung. Der tägliche Wasserverbrauch der Gemeinde mit mehr als tausend Einwohnern liegt bei etwa 100 Kubikmetern. Genau diese Menge würde aber auch die geplante oberirdische Anlage benötigen.
Dabei sind die Wasserquellen weit entfernt. „Wir liegen auf der europäischen Wasserscheide. Zu uns fließt nichts hinein – im Gegenteil. Wir sammeln Wasser aus neun Brunnen, verfügen über eine 7,5 Kilometer lange Versorgungsleitung und zusätzlich über drei Brunnen eines landwirtschaftlichen Betriebs", schildert Bürgermeister Dvořák die Situation.
„Außerdem frage ich die andere Seite immer, ob es wirklich klug ist, unter dem ‚Dach Europas' das Gefährlichste zu lagern, was der Mensch hervorgebracht hat, wenn 94 Prozent des nuklearen Materials gar nicht verbrannt werden", sagt Dvořák. Auch er ist der Ansicht, dass man sich durch eine endgültige Einlagerung nicht die Möglichkeit verbauen sollte, den Abfall künftig noch als Brennstoff zu nutzen.
Endlager vielleicht sogar doppelt – Gemeinden besorgt über Verzögerungen
Ein weiteres Problem, auf das die Gemeinden derzeit aufmerksam machen, ist die beschleunigte Auswahl des endgültigen Standorts. Ursprünglich war vorgesehen, bis zum Jahr 2025 einen Haupt- und einen Ersatzstandort festzulegen und das Endlager bis 2065 zu errichten. Nun wurde das Ziel offiziell auf das Jahr 2050 vorgezogen, während die Standortentscheidung bereits 2030 fallen soll.
Die Einwohner befürchten daher, dass die ausgewählten Gebiete nicht so gründlich untersucht werden, wie es notwendig wäre. Nach Angaben des Bürgermeisters basiert bereits die Reduzierung von neun auf vier Standorte entgegen den ursprünglichen Plänen nicht auf geologischen Untersuchungen. „Und die Untersuchungen werden weiter eingeschränkt. Heute sind pro Standort nur noch sechs bis acht Bohrungen vorgesehen. In unserem Fall geht es um ein Gebiet von 60 Quadratkilometern", kritisiert er.
Fragen ohne Antworten
„Der Tschechische Geologische Dienst hat erklärt, dass er für Bohrungen und deren Auswertung sechs Jahre benötigt. SÚRAO hat ihm drei Jahre gegeben. Jetzt wurde die Ausschreibung aufgehoben (weil sie zu teuer war, Anm. d. Red.), und dieses Jahr wird überhaupt nicht gebohrt. Die erste Bohrung soll erst im Jahre 2027 erfolgen, und 2030 soll bereits entschieden werden? Das geht meiner Meinung nach nicht auf", kritisiert Dvořák, der gemeinsam mit anderen Gemeindevertretern auch im beratenden Expertengremium von SÚRAO sitzt.
Martina Bílá von SÚRAO erklärt, sie habe Verständnis dafür, dass Änderungen im Zeitplan Fragen aufwerfen. Aus technischer und regulatorischer Sicht gebe es jedoch klar definierte Anforderungen, die nicht umgangen werden könnten. „Die Standortwahl und die anschließenden Genehmigungsverfahren setzen konkrete geologische, hydrogeologische, geomechanische und sicherheitsrelevante Daten voraus. Ohne deren Auswertung kann das Projekt unabhängig vom Zeitplan nicht in die nächste Phase übergehen", erklärte sie.
In Dolní Cerekev besteht zudem die Sorge, dass bei einer Auswahl des Standorts Hrádek Hunderte von Bau- und Facharbeitern in die Region kommen würden. Der Bürgermeister sucht nach Antworten darauf, wie ein solcher Bevölkerungszuwachs finanziert werden könnte. Er befürchtet außerdem einen Anstieg der Kriminalität.
Nach geltendem Recht würde Dolní Cerekev für das Endlager eine einmalige Zahlung von 60 Millionen Kronen erhalten. Hinzu kämen jährliche Zahlungen von zwei bis drei Millionen Kronen. Bereits in den vergangenen zwei Jahren erhielt die Gemeinde aufgrund der laufenden Untersuchungen jeweils 3,5 Millionen Kronen. Nach Ansicht der Einwohner reichen diese Mittel jedoch nicht aus, um die Folgen eines Bevölkerungswachstums zu finanzieren.
„Seit dreißig Jahren stellen wir dieselben Fragen und erhalten keine Antworten. Ich frage zum Beispiel: Wo werden diese Menschen schlafen? Werden sie hier wohnen oder pendeln? Wo gehen ihre Kinder zur Schule? Wohin fließt das Wasser, das sie nach dem Toilettengang wegspülen?", zählt der Bürgermeister auf. Als Gegenbeispiel nennt er die Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany, auf die sich die gesamte Region Třebíč seiner Ansicht nach sorgfältig vorbereitet.
„Sie können sich jederzeit an uns wenden"
Damit die Einwände der Gemeinden ernst genommen werden, mussten sich nach Angaben von Dvořák acht betroffene Gemeinden zusammenschließen und gemeinsam einen Anwalt beauftragen. „Damit man unsere Einwände nicht einfach mit der Begründung vom Tisch wischen kann, sie erfüllten nicht die formalen Anforderungen. Das ist in der Vergangenheit bereits passiert", sagt er.
Gemeinsam mit Fučíková verweist er auf Frankreich, wo die Interessen der Gemeinden deutlich stärker berücksichtigt würden. „Mancherorts haben die Gemeinden sogar ein Vetorecht. Bei uns entscheidet allein die Regierung", beklagt sich Fučíková.
Für den Bürgermeister ist entscheidend, dass der Auswahlprozess für den endgültigen Standort alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt und auf klaren Daten beruht. Andernfalls bleibe nur der weitere Widerstand.
„Wenn wir von einer Seite keine vollständigen Informationen erhalten, dann ist die einfachste Antwort: Danke, ich möchte das nicht. Ich möchte unseren Kindern und den kommenden Generationen in die Augen sehen können. Denn sie werden dieses Endlager fertigstellen. Genauso wie wir diese Büchse der Pandora geerbt haben, als unsere Väter und Großväter beschlossen, die Kernenergie zu nutzen", fasst Dvořák seine Haltung zusammen.
SÚRAO weist die Kritik zurück. Sprecherin Martina Bílá verweist auf zahlreiche Kommunikationsmaßnahmen – von der Veröffentlichung technischer Berichte auf der Website über Informationsveranstaltungen, sogenannte Wahrnehmungskarten und die Kommunikation erster Ergebnisse des Hydromonitorings bis hin zu sozialen Netzwerken. Wichtig sei auch die Möglichkeit zur Teilnahme an lokalen Arbeitsgruppen.
„Wenn den Gemeinden irgendwelche Unterlagen fehlen, können sie sich jederzeit an uns wenden. Wir halten lediglich Informationen zurück, die Dritte betreffen", erklärt Bílá.
Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Journalismfund Europe.
Quelle: https://www.ekonews.cz/odkud-vezmeme-vo ... -ulozisti/
/gr/
Temelín modernisiert wichtiges Sicherheitssystem: Im Untergrund werden 350 Meter Rohrleitungen ausgetauscht
ČTK
24. Juni 2026, oenergetice.cz
Das Kernkraftwerk Temelín setzt seine Modernisierung fort und tauscht Sicherheitsrohrleitungen aus. Spezialisten können diesen Austausch nur wenige Wochen im Jahr durchführen, und die Arbeiten sind bis zum Jahr 2030 geplant. Derzeit ist etwa ein Drittel abgeschlossen. Um das System für die nächsten Jahrzehnte zu sichern, ersetzen Techniker das ursprüngliche Material aus Kohlenstoffstahl durch hochwertigen Edelstahl. Die Rohrleitungen verbinden die Schlüsselobjekte des Kraftwerks, wie Kraftwerkssprecher Marek Sviták heute Journalisten informierte.
Die Sicherheitsrohrleitungen bilden eine wichtige Verbindung zwischen den Hauptproduktionsblöcken, den Kühlwasserbecken und den Dieselgeneratoren. Ihre Aufgabe ist es, im Falle von außergewöhnlichen Betriebszuständen eine zuverlässige Wärmeabfuhr aus dem Reaktor zu gewährleisten. „Insgesamt müssen wir rund 350 Meter Rohrleitungen austauschen. Ein Teil der Arbeiten findet zudem nur während der Block-Stillstandszeiten statt, was hohe Anforderungen an die Vorbereitung und Koordination stellt", sagte Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.
Die Techniker führen den Austausch in unterirdischen Gängen durch, was hohe Anforderungen an Logistik und Sicherheit stellt. Ein siebenköpfiges Team von Mitarbeitern des Unternehmens ČEZ Energoservis muss Rohrleitungsteile mit einem Gewicht von 100 bis 300 Kilogramm in diese Bereiche transportieren. Für den Transport nutzen sie eine Kombination aus Kettenzügen und speziell errichteten Gerüsten. „Die Mitarbeiter sind mit Geräten zur ständigen Überwachung des Sauerstoffgehalts ausgestattet. Nach dem Herausschneiden der alten Rohre folgen die präzise Installation und das Verschweißen der neuen Edelstahlteile, was unter diesen Bedingungen eine hohe handwerkliche Professionalität erfordert", sagte Miroslav, Projektmanager von ČEZ.
Aktuell haben die Energietechniker etwa ein Drittel der Gesamtstrecke fertiggestellt. Jedes Jahr gelingt es, einige Dutzend Meter auszutauschen. „Die schrittweise Modernisierung dieses Systems ist Teil eines breiten Investitionsprogramms in die Sicherheit und den langfristigen Betrieb der Temelín-Blöcke", sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Division Kernenergie.
Seit Jahresbeginn hat das Kraftwerk Temelín 7,5 Terawattstunden Strom produziert. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung dieses Kraftwerks. Das sind 700 Millionen CZK mehr als im Vorjahr.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ru-potrubi
/gr/
Modulare Reaktoren als Chance
26.06.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Tschechische Presseagentur (ČTK)
Kernenergie
An der Entwicklung und dem Bau modularer Reaktoren (SMR – Small Modular Reactors) könnten sich Dutzende bis Hunderte tschechischer Unternehmen beteiligen. Bislang haben mehr als 60 inländische Firmen ihr Interesse bekundet, darunter Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Engineering und Planung.
Dies erklärten Industrieminister Karel Havlíček (ANO) sowie Vertreter der Wirtschaftskammer auf einer Pressekonferenz.
Der erste modulare Reaktor in der Tschechischen Republik wird derzeit am Standort Temelín vorbereitet.
/gr/
Was wollen wir eigentlich von ČEZ? Ökonomen lobbyieren gegen die geplante Verstaatlichung
26.6.2026 Info.cz
Autorin: Lenka Zlámalová
Der Streit über die Verstaatlichung von ČEZ dreht sich in Wirklichkeit nicht um günstigeren Strom, sondern darum, zu welchem Preis sich der Staat die Kontrolle über die Stromerzeugung und den Bau neuer Kernkraftwerke erkaufen wird. Kritiker warnen, dass am Ende die Steuerzahler die Rechnung bezahlen, während die Minderheitsaktionäre profitieren.
Bei jeder Entscheidung sollte man sich fragen, was man sich von ihr verspricht. Was das eigentliche Ziel ist. Und welche Interessen bei ihrer Durchsetzung aufeinandertreffen.
Vor nicht einmal einem Monat hat die Hauptversammlung des noch teilweise staatlichen Energieunternehmens ČEZ das Szenario für die größte staatliche Unternehmenstransaktion seit Jahrzehnten beschlossen: die Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs des Konzerns, insbesondere der Kernkraftwerke. Vorausgehen soll eine teilweise Privatisierung aller Geschäftsbereiche, die nicht unmittelbar mit der Stromerzeugung zusammenhängen – vor allem Vertrieb und Verteilnetz.
In diesem Bereich soll der Staat 49 Prozent verkaufen und mit dem Erlös die Minderheitsaktionäre von ČEZ auszahlen, sodass das Unternehmen vollständig in Staatsbesitz übergeht. Beim derzeitigen Aktienkurs und der erwarteten Übernahmeprämie würde dies mehr als 300 Milliarden Kronen kosten.
Die Hauptmotivation der gesamten Operation besteht darin, dem Staat die vollständige Kontrolle über die Stromerzeugung zu verschaffen, weil neue Erzeugungskapazitäten – insbesondere Kernkraftwerke – gebaut werden müssen. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen des europäischen Energiemarktes lassen sich solche Projekte jedoch wirtschaftlich nicht rentabel realisieren. Deshalb investieren private Kapitalgeber in Europa ohne staatliche Subventionen oder Garantien nicht in neue Kernkraftwerke. In Projekte, die langfristig Verluste erwarten lassen, können sie nicht einsteigen. Das ist der eigentliche und einzige Grund für die Verstaatlichung der Stromerzeugung.
Nicht die Behauptung von Premierminister Andrej Babiš, staatliches Eigentum an der Stromproduktion werde niedrigere Strompreise garantieren. Das ist auf dem europäischen Markt schlicht nicht möglich.
Wer profitiert davon?
Gegen die geplante Verstaatlichung hat sich nun eine Gruppe von Ökonomen und Energieexperten mit einem offenen Brief an den Premierminister gewandt. Zu den bekanntesten Unterzeichnern gehören der ehemalige Gouverneur und der ehemalige Vizegouverneur der Tschechischen Nationalbank, Zdeněk Tůma und Mojmír Hampl. Mitunterzeichnet haben außerdem der frühere Zentralbankgouverneur und ehemalige Premierminister Jiří Rusnok sowie die frühere Vertreterin Tschechiens bei der Weltbank, Jana Matesová.
Zdeněk Tůma ist heute unter anderem wirtschaftspolitischer Berater von Präsident Petr Pavel. Mojmír Hampl steht an der Spitze des Nationalen Haushaltsrates. Während der Regierung von Petr Fiala brachte gerade er während der Energiekrise die Idee einer Übergewinnsteuer für Energieunternehmen ins Spiel, weshalb er bis heute von den Minderheitsaktionären von ČEZ kritisiert wird.
Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie hatten Tůma und Hampl mit einem offenen Brief gegen die Lockdowns Stellung bezogen. Damals kritisierten sie die Schließung von Schulen und Geschäften sowie die Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch die Regierung Andrej Babiš scharf und lösten eine breite öffentliche Debatte aus.
Nun wenden sie sich gegen die Verstaatlichung. Sie argumentieren, dass von der gesamten Transaktion in erster Linie die Minderheitsaktionäre profitieren würden, während der Staat – also die Steuerzahler – die Kosten trage. Außerdem würde ihrer Ansicht nach auch die Prager Börse geschwächt, da die ČEZ-Aktie dort den attraktivsten Börsenwert darstellt.
Sie schlagen vor, dass der Staat die Aktien der Vertriebs- und Handelsgesellschaft – falls er diesen Geschäftsbereich tatsächlich verkaufen will – vorrangig tschechischen Bürgern und Pensionsfonds über die Prager Börse anbieten sollte.
Zugleich warnen sie, dass ein teilweise staatliches Unternehmen mit privaten Anteilseignern grundsätzlich über eine bessere Corporate Governance verfüge als ein vollständig staatliches Unternehmen, zu dem der Erzeugungsbereich von ČEZ werden soll.
Warum private Investoren keine neuen Kernkraftwerke bauen
Diese Argumente sind berechtigt und verdienen eine ernsthafte Diskussion. Sie gehen jedoch am Kern der Sache vorbei – nämlich daran, dass neue Erzeugungskapazitäten ohne staatliche Unterstützung nicht gebaut werden können. Private Aktionäre eines teilverstaatlichten Unternehmens werden sich durch risikoreiche Projekte wie neue Kernkraftwerke zwangsläufig benachteiligt fühlen.
Alle neuen Kernkraftwerke in Europa entstehen mit staatlicher Unterstützung. Entweder werden sie direkt von staatlichen Unternehmen gebaut – wie in Frankreich –, oder der Staat garantiert einen festen Abnahmepreis für den erzeugten Strom, damit sich die Investition lohnt, wie beim britischen Kernkraftwerk Hinkley Point C.
Unter den heutigen regulatorischen Bedingungen des europäischen Strommarktes werden deshalb letztlich überall in Europa die Steuerzahler für Projekte wie neue Kernkraftwerksblöcke aufkommen. Diskutieren lässt sich lediglich über die Form dieser Unterstützung. Das ist die Realität eines europäischen Energiemarktes mit massiv subventionierter Solar- und Windenergie sowie der Verpflichtung, Strom aus diesen Quellen vorrangig abzunehmen.
Man könnte einwenden, dass der neue Reaktorblock, den das südkoreanische Unternehmen KHNP in Dukovany errichten soll, bereits in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert wurde, an der der Staat 80 Prozent und ČEZ 20 Prozent hält. Die bestehenden Reaktorblöcke erwirtschaften hingegen weiterhin sehr solide Gewinne.
Warum nicht Vertrieb und Verteilnetz vollständig an die Börse bringen?
Hier kommen wir jedoch zur bereits erwähnten Corporate Governance. Die Vorstellung, dass sich die bestehenden Reaktorblöcke in einem teilverstaatlichten Unternehmen befinden, während ein neuer, staatlich geförderter Block faktisch einem Staatsunternehmen gehört, dürfte sich in der Praxis nur schwer umsetzen lassen. Zahlreiche Dienstleistungen sowie ein Großteil des Personals werden naturgemäß gemeinsam genutzt. Es ist deutlich einfacher und transparenter, wenn sich alles innerhalb eines Unternehmens befindet.
Mojmír Hampl, Zdeněk Tůma und ihre Mitstreiter legen den Schwerpunkt auf andere Aspekte als auf den eigentlichen Kern der Verstaatlichung von ČEZ: die Fähigkeit, endlich neue Energiequellen zu errichten, die das Land dringend benötigt.
Den Kapitalmarkt über ČEZ stärken zu wollen, ist vielmehr eine ernüchternde Erinnerung daran, wie schwach der tschechische Kapitalmarkt ist, wenn für ihn ein teilweise staatlicher Energiekonzern von so zentraler Bedeutung bleibt.
Eine andere Frage ist allerdings, warum nicht statt 49 Prozent gleich 100 Prozent des Vertriebs- und Verteilgeschäfts von ČEZ über die Börse verkauft werden. Das würde dem tschechischen Kapitalmarkt deutlich mehr nutzen als die derzeit frei handelbaren rund 30 Prozent der Aktien des teilverstaatlichten Konzerns.
Quelle: https://www.info.cz/zpravodajstvi-a-kom ... ve-kritika
/gr/
Tschechien auf dem Weg zu den SMR-Spitzenreitern: Havlíček spricht von einer großen Chance für die Industrie
ČTK
25. Juni 2026, oenergetice.cz
Dutzende bis Hunderte tschechischer Unternehmen könnten sich an der Entwicklung und dem Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR – Small Modular Reactors) beteiligen. Dadurch hätten sie die Möglichkeit, an Dutzenden von Projekten in ganz Europa mitzuwirken. Bislang haben bereits mehr als 60 tschechische Unternehmen ihr Interesse bekundet, unter anderem aus den Bereichen Maschinenbau, Engineering und Anlagenplanung. Dies erklärten heute Industrieminister Karel Havlíček (ANO) sowie Vertreter der Wirtschaftskammer auf einer Pressekonferenz. Der erste Reaktor in der Tschechischen Republik wird derzeit in Temelín vorbereitet; im Sommer soll nach Angaben Havlíčeks ein Vertrag über den Start eines weiteren Projekts in Dětmarovice unterzeichnet werden.
In Tschechien plant das Energieunternehmen ČEZ gemeinsam mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR, an dem ČEZ rund 20 Prozent der Anteile hält, den Bau von kleinen modularen Reaktoren mit einer Gesamtkapazität von bis zu drei Gigawatt. Der erste tschechische SMR soll nach Angaben von ČEZ in der ersten Hälfte der 2030er Jahre auf dem Gelände des Kernkraftwerks Temelín entstehen. Der erste Reaktor, den beide Unternehmen gemeinsam realisieren werden, soll allerdings am Standort Wylfa in Großbritannien gebaut werden.
Nach Ansicht Havlíčeks könnte sich Tschechien dank der Zusammenarbeit zwischen ČEZ und Rolls-Royce SMR zu einem der führenden Länder im Bereich der modularen Reaktoren entwickeln.
„Unsere Priorität ist es, dass tschechische Unternehmen zu einem festen Bestandteil der globalen Lieferkette dieser Technologie werden und die Chancen nutzen können, die ihre Entwicklung in Europa und weltweit mit sich bringt", sagte er.
Nach Angaben von ČEZ haben die Vorbereitungen für den ersten Reaktor in Temelín bereits begonnen. Das nächste Projekt soll in Dětmarovice im Kreis Karviná realisiert werden, anschließend ist ein weiterer Standort in Tušimice vorgesehen. Darüber hinaus sind laut Havlíček weitere Standorte geplant.
Rolls-Royce SMR und ČEZ stellten heute gemeinsam mit der Wirtschaftskammer interessierten Unternehmen den Zeitplan des Gesamtprojekts sowie die Bedingungen einer möglichen Zusammenarbeit vor. An der Veranstaltung nahmen mehr als 60 Unternehmen teil.
„Wir möchten, dass die Unternehmen möglichst frühzeitig Informationen über die geplanten Ausschreibungen und die Anforderungen an die Lieferanten erhalten, damit sie sich rechtzeitig darauf vorbereiten können", erklärte die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, Zuzana Krejčiříková.
Nach Auffassung des Geschäftsführers des Verbandes der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik, Josef Kotrba, verfügt die tschechische Industrie bei diesem Projekt über einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil.
„Für tschechische Unternehmen, die auf jahrzehntelange Erfahrung in der Kernenergie, im Maschinenbau sowie in der Herstellung komplexer technischer Anlagen und hochspezialisierter Komponenten zurückblicken können, stellt dies eine bedeutende Chance dar. Es ist erfreulich, dass wir nun in eine Phase eintreten, in der wir aus geschäftlicher Sicht über konkrete Bedingungen und Produkte sprechen, die für die Umsetzung der SMR-Projekte benötigt werden", sagte Kotrba.
Über die Vorbereitungen für den Bau eines modularen Reaktors in Tschechien wird Staatspräsident Petr Pavel am Montag mit dem Vorstandsvorsitzenden von ČEZ, Daniel Beneš, sprechen. Weitere Themen ihres Treffens sind der Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany sowie die geplanten Änderungen der Eigentümerstruktur von ČEZ.
Kleine modulare Reaktoren können serienmäßig in Fabriken gefertigt und anschließend als einzelne Module an einem Standort schrittweise zu größeren Anlagen zusammengefügt werden. Nach Einschätzung von Experten für Kernenergie unterscheiden sie sich von großen Kernkraftwerksblöcken vor allem durch ihre geringere Leistung sowie durch eine schnellere und einfachere Bauweise. Der spätere Betrieb dürfte hingegen weitgehend mit dem konventioneller Kernkraftwerke vergleichbar sein.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ro-prumysl
/gr/
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Předmět: CZAP - Energie - Monitoring der tschechischen Presse vom 26.6.2026
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Inhalt:
Glücksspiel mit unserer Zukunft? Das Umweltministerium ignoriert offenbar die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben.
Havlíček: Im Sommer wird der Vertrag über einen kleinen modularen Reaktor in Dětmarovice geschlossen.
OIŽP – Bürgerinitiative zum Schutz der Umwelt: Der Staat spielt mit unserer Zukunft: Warum ignoriert das Umweltministerium die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben?
Das werden wir alle bezahlen. Profitieren werden nur Minderheitsaktionäre wie Tykač, sagt Rusnok zu den Plänen einer Verstaatlichung von ČEZ.
Woher sollen wir das Wasser nehmen und wo werden diese Menschen wohnen? Die Gemeinde fordert Antworten zum Atommüll-Endlager.
Temelín modernisiert wichtiges Sicherheitssystem: Im Untergrund werden 350 Meter Rohrleitungen ausgetauscht.
Modulare Reaktoren als Chance.
Was wollen wir eigentlich von ČEZ? Ökonomen lobbyieren gegen die geplante Verstaatlichung.
Tschechien auf dem Weg zu den SMR-Spitzenreitern: Havlíček spricht von einer großen Chance für die Industrie.
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Glücksspiel mit unserer Zukunft? Das Umweltministerium ignoriert offenbar die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben
Autor: Radek Štěpán
24.06.2026 Svetcestovatele.cz
Die Arbeit des Umweltministeriums ist tatsächlich bemerkenswert. Mit Experten wie Igor Červený und Filip Turek überrascht einen inzwischen kaum noch etwas. Zuletzt hat das Ministerium beschlossen, die aktualisierte Konzeption für den Umgang mit radioaktiven Abfällen nicht im vollständigen SUP - Verfahren (Strategische Umweltprüfung) zu bewerten. Dabei geht es im Wesentlichen um die Beurteilung der Auswirkungen von Atommüll auf die Umwelt.
Der Verein OIŽP / BIU (Bürgerinitiative zum Schutz der Umwelt) betrachtet dies als einen skandalösen Akt der Verantwortungsvermeidung und als Versagen der staatlichen Verwaltung. Wie können staatliche Entscheidungsträger ein Dokument einfach durchwinken, das sich mit dem Schicksal des gefährlichsten Abfalls für Hunderttausende von Jahren befasst?
Deutlich verkürzte Zeit für die Erkundung potenzieller Standorte...
Vergleicht man die neue Konzeption mit der bisherigen, fällt auf, dass die Zeit für die Untersuchung potenzieller Standorte erheblich verkürzt wurde. Nach dem neuen Plan soll das geologische Tiefenlager bereits im Jahr 2050 in Betrieb gehen – also rund 20 Jahre früher als bislang vorgesehen. Dadurch bleibt zwangsläufig weniger Zeit für gründliche geologische Untersuchungen.
Die Risiken einer Beeinträchtigung der Stabilität des Gesteinsmassivs sind erheblich, denn dieses bildet die wichtigste Sicherheitsbarriere gegen radioaktive Strahlung.
Deutliche Erhöhung der Abfallmenge....
Da ein massiver Ausbau der Kernenergie geplant ist, wird zwangsläufig auch die Menge abgebrannter Brennelemente steigen. In der neuen Konzeption ist vorgesehen, die Lagerkapazität für hochradioaktiven abgebrannten Kernbrennstoff von ursprünglich 9.000 Tonnen auf 14.500 Tonnen zu erhöhen.
Da außerdem geplant ist, die Kernkraftwerke Dukovany und Temelín bis zu einem Alter von 80 Jahren zu betreiben, werden höchstwahrscheinlich zwei große Endlager für gefährliche Abfälle erforderlich sein.
Das Umweltministerium verstößt offenbar gegen seine eigenen Regeln...
Bereits im Jahre 2017 wurde eindeutig festgelegt, dass jede Änderung eine Strategische Umweltprüfung (SUP) erforderlich macht. Im Jahr 2020 nahm die Regierung zudem den neuen Standort Janoch in die Planung auf. Das Umweltministerium ignoriert jedoch dieses damalige Versprechen.
Nach Ansicht von Gabriela Reitingerová, Vertreterin des Vereins OIŽP, hat das Ministerium damit die berechtigten Einwände Dutzender Gemeinden, Vereine und Bürger einfach unter den Teppich gekehrt.
Das Umweltministerium als Genehmigungsautomat für die energiepolitischen Pläne der Regierung
Leider scheint genau das der Fall zu sein. In diesem Fall ist die Institution offenbar nicht bereit, Natur und Gesundheit der Menschen zu schützen, und verzichtet damit auf ihre eigentliche Aufgabe.
https://www.svetcestovatele.cz/hazard-s ... se-zivoty/
/gr/
Havlíček: Im Sommer wird der Vertrag über einen kleinen modularen Reaktor in Dětmarovice geschlossen
Autor: Martin Procházka
25.6.2026, Novinky.cz
Ein kleiner nuklearer Reaktor in Tschechien wird nicht nur in Temelín, sondern auch in Dětmarovice vorbereitet. Der Vertrag wird laut dem Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), im Sommer unterzeichnet. Mehr als sechzig tschechische Unternehmen haben Interesse bekundet, sich an der Entwicklung und dem Bau modularer Reaktoren zu beteiligen.
„Bisher ist eine Vereinbarung über den Bau vorbereitet und das Design im Gebiet Temelín wird bereits ausgearbeitet. Parallel dazu beginnen die Vorbereitungen für Nordmähren. Wo der erste Reaktor letztendlich stehen wird, entscheidet die Regierung in den nächsten zwei Jahren", sagte der Minister bereits früher gegenüber Novinky.
Der nächste Reaktor soll anschließend in Tušimice vorbereitet werden, darüber hinaus sind laut Havlíček weitere Standorte geplant.
Tschechische Unternehmen könnten sich laut Havlíček und Vertretern der Wirtschaftskammer in den kommenden Jahren am Bau von Dutzenden kleiner modularer Reaktoren in ganz Europa beteiligen. Die ersten Ausschreibungen haben bereits begonnen.
Wichtig ist laut seinen Worten, dass das Land auf kleine modulare Reaktoren setzt.
„Wir haben das Produkt dafür, ČEZ besitzt zwanzig Prozent an der Firma Rolls-Royce SMR. Wir sind technologisch und legislativ bereit und gehören heute zu den führenden Ländern in Europa. Ich muss sagen, dass die Tschechische Republik beginnt, nuklearen Respekt zu erzeugen", sagte Havlíček bereits früher gegenüber Novinky.
Tschechien wird ihm zufolge zu einem der Marktführer im Bereich der Kernenergie in ganz Europa.
„Darüber freue ich mich riesig. Denn als ich im Jahre 2019 in die Europäische Union kam und unser neues Atomprogramm vorstellte, haben mich alle ausgelacht. Sie behaupteten, dass es so etwas hier nie geben wird – einschließlich verschiedener Schwarzseher aus der Tschechischen
https://www.novinky.cz/clanek/ekonomika ... h-40585057
/gr/
OIŽP – Bürgerinitiative zum Schutz der Umwelt: Der Staat spielt mit unserer Zukunft: Warum ignoriert das Umweltministerium die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben?
17.6.2026 Ekolist.cz
Autorin: Gabriela Reitingerová
Der Staat spielt mit unserer Zukunft: Warum ignoriert das Umweltministerium die Auswirkungen von Atommüll auf unser Leben?
Die Entscheidung des Umweltministeriums (MŽP), die aktualisierte Konzeption für den Umgang mit radioaktiven Abfällen keiner vollständigen Strategischen Umweltprüfung (SUP) zu unterziehen, betrachtet der Verein OIŽP / BIU als skandalösen Ausdruck von Verantwortungsvermeidung und als Versagen der staatlichen Verwaltung.
Wie ist es möglich, dass Beamte bei einem derart zentralen Dokument, das unmittelbar über den Umgang mit dem gefährlichsten Abfall für Hunderttausende von Jahren entscheidet, mit einem Federstrich erklären, dieses werde „keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit haben"?
Dieses Vorgehen des Ministeriums wirft erhebliche Zweifel auf und weist aus mehreren wesentlichen Gründen Merkmale eines zweckgerichteten Vorgehens auf:
Im Vergleich zur bisherigen Konzeption wurde die Zeit für die Untersuchung der Standorte drastisch verkürzt: Der neue Plan sieht die Inbetriebnahme eines geologischen Tiefenlagers bereits im Jahr 2050 vor – also volle 20 Jahre früher als ursprünglich geplant. Die Halbierung der Vorbereitungszeit bedeutet deutlich weniger Zeit für umfassende geologische Untersuchungen. Der Staat nimmt damit bewusst das Risiko in Kauf, Gefahren zu übersehen, die mit einer Beeinträchtigung der Stabilität des Gesteinsmassivs verbunden sind, das als wichtigste Sicherheitsbarriere gegen radioaktive Strahlung dienen soll.
Die Menge des radioaktiven Abfalls wird gegenüber den ursprünglichen Planungen erheblich steigen: Aufgrund der Regierungspläne zum massiven Ausbau der Kernenergie soll das geplante Volumen hochradioaktiver abgebrannter Brennelemente von ursprünglich 9.000 Tonnen auf 14.500 Tonnen erhöht werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, das Kernkraftwerk Dukovany 80 Jahre lang zu betreiben; für Temelín bestehen vergleichbare Pläne. Der Staat räumt sogar offen ein, dass deshalb möglicherweise zwei geologische Tiefenlager in Tschechien errichtet werden müssen. Dennoch behauptet das Ministerium, es habe sich nichts Wesentliches geändert.
Das Umweltministerium verstößt gegen seine eigenen Regeln: Bereits im Jahr 2017 legte das Ministerium verbindlich fest, dass jede wesentliche Änderung – etwa die Aufnahme eines neuen potenziellen Standorts – eine neue Strategische Umweltprüfung (SUP) erforderlich macht. Zwar nahm die Regierung im Jahr 2020 den neuen Standort Janoch in die Planungen auf, doch das Ministerium ignoriert nun seine damalige Zusage.
„Mit diesem Schritt hat das Ministerium die berechtigten Einwände Dutzender Gemeinden, Bürgerinitiativen und Bürger einfach unter den Teppich gekehrt. Anstatt einen offenen Dialog und Transparenz zu gewährleisten – wie sie in den EU-Mitgliedstaaten üblich sind und von der europäischen Gesetzgebung verlangt werden –, hat unser Staat die Öffentlichkeit von der Entscheidung über ein Projekt ausgeschlossen, das das Leben vieler weiterer Generationen in unserem Land beeinflussen wird", erklärt Gabriela Reitingerová, Vertreterin des Vereins OIŽP.
„Wenn das Umweltministerium seine wichtigste Aufgabe – nämlich den Schutz der Natur und der Gesundheit der Menschen – aufgibt und sich lediglich zu einer Genehmigungsinstanz für die energiepolitischen Pläne der Regierung entwickelt, verliert es jegliche Glaubwürdigkeit", ergänzt Reitingerová.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/tis ... ase-zivoty
Das werden wir alle bezahlen. Profitieren werden nur Minderheitsaktionäre wie Tykač, sagt Rusnok zu den Plänen einer Verstaatlichung von ČEZ
Autor: Jan Úšela
25.6.2026 Quelle: Deník N
Die ehemaligen Gouverneure der Zentralbank Jiří Rusnok und Zdeněk Tůma sowie Energieexperten wie der frühere ČEZ-Vorstandsvorsitzende Jaroslav Míl haben Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) einen offenen Brief geschickt, in dem sie vor dem geplanten Vorhaben warnen, den Erzeugungsbereich des teilstaatlichen Energiekonzerns ČEZ vollständig zu verstaatlichen. Die Transaktion im Umfang von mehreren hundert Milliarden Kronen sei ihrer Ansicht nach unnötig und werde weder die Strompreise noch die Energiesicherheit beeinflussen. Was sagt einer der Unterzeichner des Briefes, Jiří Rusnok, dazu?
### Warum haben Sie sich dem Brief angeschlossen?
Weil ich in dieser Maßnahme keinerlei öffentliches Interesse erkennen kann. Wenn es ursprünglich ein nachvollziehbares Argument gegeben hat, nämlich dass der Staat die Risiken im Zusammenhang mit dem Bau eines oder mehrerer Kernkraftwerke übernehmen müsse, dann hätte ich das verstehen können. Das galt jedoch nur so lange, bis die Situation dadurch gelöst wurde, dass der Staat die Gesellschaft kontrolliert, die das Kraftwerk baut, nämlich EDU II (Elektrárna Dukovany II, Anm. d. Red.).
Heute baut nicht mehr ČEZ das Kernkraftwerk, sondern der Staat über seine Gesellschaft EDU II. Zwar hält ČEZ dort noch einen Minderheitsanteil (derzeit 20 Prozent, Anm. d. Red.), doch diesen Anteil kann der Staat übernehmen und damit 100 Prozent der Gesellschaft besitzen.
Ich wiederhole es noch einmal: Unter den heutigen Umständen gibt es keinen Grund, die Minderheitsaktionäre herauszukaufen. Der einzige Grund, den ich mir vorstellen kann, ist, dass die Minderheitsaktionäre für ihre Aktien eine Sonderprämie erhalten und mit einem Gewinn aussteigen. Dem Staat blieben dann sämtliche Kosten des Erzeugungsbereichs, während die sicheren Gewinne, die heute vor allem im Verteilgeschäft erzielt werden, künftig zur Hälfte den privaten Aktionären von ČEZ Energy zufließen würden, wie der abgespaltene Unternehmensteil heißen soll.
Niemand kann mir plausibel erklären, warum ein Staat, der die Interessen der Steuerzahler und Verbraucher vertreten soll, eine solche Transaktion durchführen sollte.
### Eine der Prioritäten der Regierung Andrej Babiš sind günstige Energiepreise. Was sagen Sie zu dem Argument, dass der Erzeugungsbereich von ČEZ, der künftig vollständig in staatlicher Hand wäre, die Strompreise niedrig halten könnte?
Das hat mit der Realität nichts zu tun. Der Erzeugungsbereich muss sich marktkonform verhalten; er kann sich nicht vollständig vom Markt abkoppeln. Ich verstehe nicht, wie der Erzeugungsbereich niedrige Preise garantieren soll.
An wen verkauft der Erzeugungsbereich von ČEZ Strom? An die Stromvertriebe. Der größte Vertrieb wird ČEZ Energy sein, daneben weitere Unternehmen, die in Tschechien Strom vertreiben. Die Vertriebsgesellschaften bestimmen den Preis für den Endkunden, unabhängig davon, ob es sich um Haushalts- oder Großkunden handelt. Deshalb verstehe ich nicht, wie niedrige Preise über den Erzeugungsbereich sichergestellt werden sollen.
### Im Brief argumentieren Sie außerdem, dass bei einer Auszahlung der heutigen Minderheitsaktionäre, die Sie ablehnen, Geld für notwendige Investitionen im Energiesektor fehlen würde, insbesondere für den Bau neuer Kernkraftwerke oder Gaskraftwerke. Die Regierung behauptet jedoch, dass alles durch diese Transaktion finanziert werde und keine weiteren Mittel von ČEZ benötigt würden.
Sehen Sie, wenn ČEZ die dreißig Prozent der Minderheitsaktionäre auszahlen müsste und dies hypothetisch beispielsweise 250 Milliarden Kronen kosten würde, dann muss dieses Geld irgendwoher kommen. Ja, vielleicht dadurch, dass die Hälfte der Verteilgesellschaften verkauft wird. Aber warum sollte man das tun? Welchen Nutzen hätte ČEZ davon?
Diese 250 Milliarden Kronen könnte ČEZ behalten und in notwendige Investitionen stecken, die ohnehin anstehen. Oder das Unternehmen könnte damit seine Verschuldung reduzieren. Ich verstehe nicht, warum dieses Geld an Minderheitsaktionäre gehen soll, die ihre Investition aufwerten möchten und langfristig genau auf diese Weise kalkuliert haben.
Die fundamentale Bewertung, wie sie im Energiesektor üblich ist, zeigt meiner Meinung nach heute, dass die ČEZ-Aktie überbewertet ist. Das liegt daran, dass tschechische Investoren – zu einem erheblichen Teil tschechische Family Offices – auf eine außerordentliche Prämie im Falle eines Aufkaufs spekulieren.
### Meinen Sie damit beispielsweise Pavel Tykač, der als bedeutender Minderheitsaktionär bekannt ist?
Zum Beispiel. Aber er ist sicherlich nicht der Einzige.
### Im Brief an den Ministerpräsidenten stellen Sie die Entscheidung der Regierung, das Unternehmen aufzuteilen, nicht grundsätzlich infrage. Warum?
Dafür gibt es durchaus rationale Gründe.
### Ist die Aufspaltung nicht dennoch überflüssig, wenn Ihrer Ansicht nach die Minderheitsaktionäre gar nicht herausgekauft werden sollten?
Man könnte wahrscheinlich auch ohne sie leben, aber es gibt Gründe, die nachvollziehbar sind. Manche Investoren oder Banken wollen beispielsweise nicht in Unternehmen investieren, die Kernenergie- oder fossile Geschäftsbereiche enthalten. Die Vertriebsgesellschaft wird solche Bereiche nicht besitzen und könnte daher für diese Investoren attraktiver sein.
Gleichzeitig könnte man den Kapitalmarkt um ein neues Unternehmen bereichern, was ebenfalls positiv wäre, sofern es tschechischen Investoren zugänglich wäre. Im Brief erwähnen wir beispielsweise Pensionsfonds. Das sind sinnvolle Überlegungen, gegen die man sich nicht stellen muss.
Was für uns keinen Sinn ergibt, ist die Notwendigkeit, 49 Prozent des Verteilgeschäfts zu verkaufen und gleichzeitig den Erzeugungsbereich zu verstaatlichen. Das löst meines Erachtens kein einziges Problem.
### Sie schlagen vor, die genannten 49 Prozent der Aktien des abgespaltenen ČEZ-Unternehmens an der Börse anzubieten, vorzugsweise tschechischen Pensionsfonds. Im Brief schreiben Sie, diese Fonds verfügten über genügend Kapital und die Bürger könnten über sie eine attraktive Rendite erzielen. Könnte das nicht gegen kartellrechtliche Vorschriften verstoßen? Ich kann mir vorstellen, dass unzufriedene Minderheitsaktionäre dagegen klagen würden.
Da haben Sie recht. Das müsste im Detail geklärt werden. Ich bin kein Jurist, der auf Fusionen und Übernahmen spezialisiert ist, deshalb kann ich Ihnen darauf keine genaue Antwort geben. Es wird gewisse Risiken geben, aber ich gehe davon aus, dass sie sich in geeigneter Weise absichern lassen.
Allein die Tatsache, dass die Privatisierung über die Prager Börse erfolgen würde, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktien eher von tschechischen Investoren gekauft werden, als wenn sie an einer ausländischen Börse angeboten würden.
### Welche Reaktion erwarten Sie von der Regierung und vom Ministerpräsidenten auf Ihren Brief? Wird es Ihrer Meinung nach überhaupt eine Reaktion geben?
Offen gesagt weiß ich es nicht. Aufgrund meiner Erfahrungen mit dieser Regierung würde ich erwarten, dass man sinngemäß antwortet, irgendwelche alten gescheiterten Herren hätten sich da nicht einzumischen.
### Dennoch war es Ihnen wichtig, den Brief zu unterzeichnen?
Auf jeden Fall. Hätte ich geschwiegen, würde ich es bereuen. Es geht um einen gewaltigen Vermögenstransfer, der meiner Meinung nach weder den tschechischen Steuerzahlern noch den Energieverbrauchern zugutekommen wird.
### Was droht Ihrer Meinung nach im schlimmsten Fall, wenn man dem derzeitigen Plan folgt?
Vor allem droht, dass ein großer Teil des Unternehmenswertes an Minderheitsaktionäre abfließt, die dazu nichts beigetragen haben – außer dass sie das nötige Kapital besaßen und rechtzeitig in diese Spekulation eingestiegen sind. Natürlich haben sie gewisse Risiken getragen. Uns als Eigentümern von ČEZ, also den Bürgern dieses Landes, bleibt dann jedoch ein Unternehmen, dem 200 oder 250 Milliarden Kronen fehlen.
Dieses Geld wird ČEZ künftig mühsam durch seine Geschäftstätigkeit verdienen müssen. Und von wem wird es das verdienen? Von den Verbrauchern seines Produkts, also elektrischer Energie. Das bedeutet: von den Bürgern der Tschechischen Republik.
Von billiger Energie können wir uns verabschieden. Meiner Ansicht nach wird Strom sogar eher teurer werden, als er ohne diese Transaktion wäre. Irgendjemand wird nämlich die gewaltigen Investitionen finanzieren müssen, die auf den Energiesektor zukommen: neue Erzeugungsanlagen, den Kohleausstieg, den Bau von Gaskraftwerken, gegebenenfalls neuer Kernkraftwerke und vor allem den Ausbau der Netze.
Die Investitionen in die Netzinfrastruktur werden außerordentlich teuer sein, weil die Netze massiv verstärkt und auch ihre Steuerung grundlegend verändert werden müssen. Das ist etwas völlig anderes als das, woran wir in den vergangenen hundert Jahren gewöhnt waren.
All das wird enorme Summen kosten, und ČEZ wird sie aufbringen müssen. Das bedeutet letztlich, dass wir als Verbraucher diese Kosten tragen werden. Gleichzeitig zahlen wir den Minderheitsaktionären noch eine großzügige Sonderdividende für etwas, das sie nicht selbst geschaffen haben.
Meiner Meinung nach völlig unnötig.
......
Wortlaut des offenen Briefes
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
die Hauptversammlung von ČEZ hat am 1. Juni 2026 den Weg für eine Aufspaltung des Unternehmens in einen staatlichen „Erzeugungsbereich" und eine für Außenstehende nur unklar beschriebene „Tochtergesellschaft ČEZ" eröffnet, die verkauft werden soll. Klar wurde jedoch gesagt, dass in diese Tochtergesellschaft der Strom- und Gashandel sowie die Strom- und Gasverteilungsaktivitäten eingebracht werden, die sich derzeit im Eigentum von ČEZ befinden. Gerade der mögliche Verkauf der Verteilnetze und seine Folgen haben uns dazu bewogen, diesen Brief zu verfassen.
Wir sind uns bewusst, dass die Regierung in ihrer Regierungserklärung eine hundertprozentige Kontrolle über die Stromerzeugung innerhalb der ČEZ-Gruppe angekündigt hat und dies zugleich die erwarteten massiven Investitionen in den Bau neuer Energieerzeugungsanlagen (Gas-, Kernkraftwerke usw.) sowie in die Energieinfrastruktur erleichtern soll. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass eine siebzigprozentige Kontrolle über die Stromerzeugung völlig ausreichend ist und dass der Aufkauf der verbleibenden dreißig Prozent von den Minderheitsaktionären dem Staat diese Investitionspläne vielmehr erschweren würde. Im Wesentlichen sehen wir drei mögliche Szenarien.
Erstens: „Do not fix what's not broken"
Mit anderen Worten: Die bisherige Kontrolle des Staates über ČEZ – sowohl im Bereich der Stromerzeugung als auch der Verteilung – ist ausreichend, und eine Erhöhung des Staatsanteils wird weder Auswirkungen auf den Strompreis noch auf die Energiesicherheit haben.
Die Leistungsfähigkeit von ČEZ und die von dem Unternehmen ausgeschütteten Dividenden stellen im Gegenteil ausreichende Mittel für die Finanzierung neuer Kernkraftwerksblöcke und die Transformation des Energiesystems bereit.
Nicht zuletzt sehen wir einen Vorteil der gegenwärtigen Corporate-Governance-Struktur darin, dass die staatliche Kontrolle ausreichend ist, während gleichzeitig der frei handelbare Aktienanteil zur Transparenz bei der Führung eines so großen Unternehmens beiträgt. Erfahrungen mit rein staatlichen Unternehmen gibt es genügend – und sie sind überwiegend nicht positiv.
Zweitens
Im Einklang mit dem Beschluss der Hauptversammlung von ČEZ werden Handel sowie Strom- und Gasverteilung abgespalten. Den Erlös verwendet ČEZ für den Aufkauf der Minderheitsaktionäre, wahrscheinlich verbunden mit einer attraktiven Prämie gegenüber dem aktuellen Aktienkurs.
Der Aktienkurs von ČEZ befindet sich bereits heute auf einem sehr hohen Niveau, insbesondere im Vergleich zu vergleichbaren europäischen Energieunternehmen. Dies ist vor allem das Ergebnis von Spekulationen einiger weniger tschechischer Family Offices im Zusammenhang mit der Erwartung eines solchen Aufkaufs.
Wie bereits erwähnt, würden dadurch unnötigerweise erhebliche finanzielle Mittel ausgegeben, die stattdessen für Investitionen in das von ČEZ beschlossene Kernenergieprogramm, in den Ausstieg aus der Kohleverstromung, in den Bau von Gaskraftwerken, in die Modernisierung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen oder in die Stärkung der Energieinfrastruktur verwendet werden könnten (in einem Umfang von rund 2,1 Billionen CZK zu heutigen Preisen). Dadurch ließe sich zugleich der Druck auf den Staatshaushalt und die Steuerzahler verringern.
Drittens
Im Einklang mit der Regierungserklärung und dem Beschluss der Hauptversammlung werden Handel und Verteilung abgespalten.
Der Beschluss der Hauptversammlung legt jedoch ausdrücklich nicht fest, wie der Minderheitsanteil an der neu entstehenden Gesellschaft (49 Prozent) platziert werden soll. Wir halten es für wünschenswert, dass eine klare Zusage erfolgt, diesen Anteil am Kapitalmarkt zu platzieren.
Dies wäre nicht nur zur Förderung der Liquidität des tschechischen Kapitalmarktes sinnvoll, sondern auch im Hinblick auf den bereits erwähnten Aspekt einer transparenten Corporate Governance, den die Börsennotierung mit sich bringt.
Darüber hinaus würde dies hervorragend zur geplanten Reform der dritten Säule des Rentensystems passen. Die neue Gesellschaft wäre zweifellos eine attraktive Investition für reformierte Pensionsfonds, da der Staat über die Energieregulierungsbehörde ERÚ Investoren in Verteilnetze derzeit praktisch eine risikofreie Kapitalrendite von bis zu 8,3 Prozent pro Jahr garantiert.
Wir müssen uns bewusst machen, dass die tschechischen Bürger bereits heute mehr als 300 Milliarden CZK in den Teilnehmerfonds angespart haben. Aufgrund des Mangels an Investitionsmöglichkeiten im Inland investieren diese Fonds jedoch zunehmend im Ausland und finanzieren damit unsere Wettbewerber.
Die Transaktion könnte so gestaltet werden, dass tschechische Bürger und Pensionsfonds beim Erwerb der Aktien des Verteilunternehmens bevorzugten Zugang erhalten.
Das Unternehmen würde somit zwar über den Kapitalmarkt verkauft, letztlich aber mittelbar an tschechische Bürger. Der Erlös aus dem Verkauf dieser 49 Prozent der neu gegründeten Gesellschaft könnte dann für die genannten kostspieligen Investitionen im Energiesektor verwendet werden und nicht für die aus unserer Sicht unnötige Ausgabe, die mit dem Aufkauf der bestehenden Minderheitsaktionäre von ČEZ verbunden wäre.
Wir sind überzeugt, dass die zweite Variante für die Bürger, die Steuerzahler und allgemein für die Stromverbraucher der Tschechischen Republik nachteilig wäre und wahrscheinlich ausschließlich den Minderheitsaktionären von ČEZ zugutekäme.
Sollte die Regierung nicht den Mut aufbringen, das gesamte Projekt angesichts der zahlreichen ungeklärten Fragen einzustellen, halten wir die unter Punkt drei beschriebene Lösung für eine praktikable Alternative.
Herr Ministerpräsident, sollten Sie Interesse haben, sind wir gerne bereit, Ihnen unseren Vorschlag einschließlich weiterer unterstützender Argumente in einem persönlichen Gespräch näher zu erläutern.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Mojmír Hampl,, Jaroslav Míl, Jiří Rusnok, Radim Dohnal, František Hrdlička, Michal Kurka, Jana Matesová, Jaromír Novák, Jiří Šťastný, Zdeněk Tůma
Quelle: https://denikn.cz/2105741/zaplatime-to- ... ent=175028
/gr/
Woher sollen wir das Wasser nehmen und wo werden diese Menschen wohnen? Die Gemeinde fordert Antworten zum Atommüll-Endlager
Irena Buřívalová
24. Juni 2026 Ekonews
Dolní Cerekev in der Region Vysočina gehört zu den vier Standorten, an denen künftig ein tiefengeologisches Endlager für hochradioaktive Abfälle entstehen könnte. Wie auch an den drei anderen verbleibenden Standorten regt sich in dem Standort namens Hrádek Widerstand in der Bevölkerung. Die Einwohner bestehen darauf, dass der Staat nicht transparent kommuniziert und nicht ernsthaft um die Zustimmung der Betroffenen bemüht ist.
An einem Vormittag Ende April wirkt Dolní Cerekev ruhig und gepflegt. Die Häuser sind renoviert, neben der Kirche steht ein Eisstand. Unter der Oberfläche jedoch herrscht Unruhe. Unweit der Gemeinde mit rund 1.200 Einwohnern könnte der Staat künftig radioaktive Abfälle aus tschechischen Kernkraftwerken unterirdisch lagern. Einige Bewohner haben deshalb einen großen Teil ihres Lebens dem Bürgerengagement gewidmet, um das Projekt zu verhindern.
Der Standort Hrádek, zu dem Dolní Cerekev gehört, zählt zu den vier Finalisten für den Bau eines tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle, das Tschechien bis zum Jahr 2050 errichten soll. Das sogenannte „Interessengebiet" erstreckt sich auch auf die Katastergebiete der Gemeinden Cejle, Hojkov und Nový Rychnov. Direkt hinter Dolní Cerekev könnte auf einer Fläche von etwa zwanzig Hektar eine oberirdische Anlage entstehen, in der die radioaktiven Abfälle für die Einlagerung vorbereitet und anschließend über ein Tunnelsystem unter Tage transportiert würden.
Nach Angaben von Ludmila Fučíková, Gründerin des Vereins *2. Alternativa*, Gemeinderätin und ehemalige Krankenschwester, tauchte die Gemeinde bereits im Jahre 1994 auf der Liste der in Betracht gezogenen Standorte auf. Im Büro des Bürgermeisters Zdeněk Dvořák zeigt Fučíková noch heute eine vergilbte Einladung zu einer Gemeinderatssitzung, auf der damals mit dem Energieunternehmen ČEZ über ein „zentrales Zwischenlager" diskutiert werden sollte. Die Zahl der potenziellen Standorte wurde im Laufe der Jahre schrittweise reduziert – von 64 auf 30 und so weiter. Zu Weihnachten 2020 erfuhren die Einwohner von Dolní Cerekev, dass ihr Standort zu den letzten vier Kandidaten gehört.
„Wir sind ausgebrannt"
Zwischen dem Bürgermeister und der Gemeinderätin liegen mehrere Generationen. Als Fučíková den Widerstand gegen das Endlager begann, war Dvořák noch ein kleines Kind. Heute sind sie sich in den entscheidenden Fragen rund um das Endlager einig. Ihre Zusammenarbeit verdeutlicht, wie sehr dieses Thema die Zeitspanne eines einzelnen Menschenlebens überschreitet. Schließlich dauert der Rückgang der Radioaktivität abgebrannter Brennelemente schätzungsweise mehr als 100.000 Jahre.
Fučíková hat inzwischen etwa sechzehn Industrieminister und fünf Direktoren der Behörde für die Endlagerung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) erlebt – jener Institution, die für das Projekt verantwortlich ist. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich bei ihr viel Bitterkeit angesammelt über die Art und Weise, wie der Staat mit den betroffenen Gemeinden umgeht – oder ihrer Ansicht nach eben nicht umgeht.
„Nach all den Jahren sind wir ausgebrannt. Die Minister haben immer dasselbe gesagt. Zu einem habe ich gesagt: Argumentieren Sie bloß nicht damit, dass wir alle Strom brauchen – sonst könnte ich Ihnen etwas antun", sagt Fučíková mit einem Augenzwinkern. Belustigt erinnert sie sich daran, wie ihr Verein, von dessen zwei Mitgliederinnen inzwischen verstorben sind, von einem Minister als „militante Gruppe mit anti-nuklearer Ausrichtung" bezeichnet wurde.
Von Anfang an lehnt sie die Vorstellung ab, abgebrannte Brennelemente dauerhaft unter der Erde zu lagern. Sie befürwortet eine zeitlich begrenzte Lagerung, damit das Material aufgrund künftiger technologischer Fortschritte eines Tages wieder genutzt werden kann. Eine weitere Alternative sieht sie im Konzept der sogenannten „übertragenen Verantwortung über Generationen hinweg". In dieser Frage stimmt sie mit der Plattform gegen das Endlager überein, die Dutzende Städte und Gemeinden vertritt.
Energie | Abfälle
Nach Angaben von SÚRAO schließt das derzeitige Programm zukünftige technologische Entwicklungen oder eine weitere Nutzung des Materials nicht aus. „Derzeit existiert jedoch keine Technologie, die die Notwendigkeit eines tiefengeologischen Endlagers vollständig beseitigen würde. Selbst bei der Wiederaufbereitung von Brennstoffen oder dem Einsatz fortschrittlicher Reaktoren entstehen hochradioaktive Abfälle, die sicher isoliert werden müssen", erklärte Sprecherin Martina Bílá.
Die heutigen Zwischenlager an den Kernkraftwerken betrachtet SÚRAO als eine vorübergehende Lösung für einige Jahrzehnte. „Sie erfordern aktive Überwachung, Wartung und institutionelle Kontrolle. Das tiefengeologische Endlager wird dagegen als passiv sicheres System konzipiert, das auf einer Kombination natürlicher und technischer Barrieren beruht und auch über sehr lange Zeiträume sicher bleibt", so Bílá.
Der Staat hat die Sorgen nicht zerstreut...
Seit vielen Jahren beschäftigen die Einwohner von Dolní Cerekev zahlreiche Sorgen, die der Staat bislang nicht ausräumen konnte. Die größte betrifft das Wasser und die Wasserversorgung. Der tägliche Wasserverbrauch der Gemeinde mit mehr als tausend Einwohnern liegt bei etwa 100 Kubikmetern. Genau diese Menge würde aber auch die geplante oberirdische Anlage benötigen.
Dabei sind die Wasserquellen weit entfernt. „Wir liegen auf der europäischen Wasserscheide. Zu uns fließt nichts hinein – im Gegenteil. Wir sammeln Wasser aus neun Brunnen, verfügen über eine 7,5 Kilometer lange Versorgungsleitung und zusätzlich über drei Brunnen eines landwirtschaftlichen Betriebs", schildert Bürgermeister Dvořák die Situation.
„Außerdem frage ich die andere Seite immer, ob es wirklich klug ist, unter dem ‚Dach Europas' das Gefährlichste zu lagern, was der Mensch hervorgebracht hat, wenn 94 Prozent des nuklearen Materials gar nicht verbrannt werden", sagt Dvořák. Auch er ist der Ansicht, dass man sich durch eine endgültige Einlagerung nicht die Möglichkeit verbauen sollte, den Abfall künftig noch als Brennstoff zu nutzen.
Endlager vielleicht sogar doppelt – Gemeinden besorgt über Verzögerungen
Ein weiteres Problem, auf das die Gemeinden derzeit aufmerksam machen, ist die beschleunigte Auswahl des endgültigen Standorts. Ursprünglich war vorgesehen, bis zum Jahr 2025 einen Haupt- und einen Ersatzstandort festzulegen und das Endlager bis 2065 zu errichten. Nun wurde das Ziel offiziell auf das Jahr 2050 vorgezogen, während die Standortentscheidung bereits 2030 fallen soll.
Die Einwohner befürchten daher, dass die ausgewählten Gebiete nicht so gründlich untersucht werden, wie es notwendig wäre. Nach Angaben des Bürgermeisters basiert bereits die Reduzierung von neun auf vier Standorte entgegen den ursprünglichen Plänen nicht auf geologischen Untersuchungen. „Und die Untersuchungen werden weiter eingeschränkt. Heute sind pro Standort nur noch sechs bis acht Bohrungen vorgesehen. In unserem Fall geht es um ein Gebiet von 60 Quadratkilometern", kritisiert er.
Fragen ohne Antworten
„Der Tschechische Geologische Dienst hat erklärt, dass er für Bohrungen und deren Auswertung sechs Jahre benötigt. SÚRAO hat ihm drei Jahre gegeben. Jetzt wurde die Ausschreibung aufgehoben (weil sie zu teuer war, Anm. d. Red.), und dieses Jahr wird überhaupt nicht gebohrt. Die erste Bohrung soll erst im Jahre 2027 erfolgen, und 2030 soll bereits entschieden werden? Das geht meiner Meinung nach nicht auf", kritisiert Dvořák, der gemeinsam mit anderen Gemeindevertretern auch im beratenden Expertengremium von SÚRAO sitzt.
Martina Bílá von SÚRAO erklärt, sie habe Verständnis dafür, dass Änderungen im Zeitplan Fragen aufwerfen. Aus technischer und regulatorischer Sicht gebe es jedoch klar definierte Anforderungen, die nicht umgangen werden könnten. „Die Standortwahl und die anschließenden Genehmigungsverfahren setzen konkrete geologische, hydrogeologische, geomechanische und sicherheitsrelevante Daten voraus. Ohne deren Auswertung kann das Projekt unabhängig vom Zeitplan nicht in die nächste Phase übergehen", erklärte sie.
In Dolní Cerekev besteht zudem die Sorge, dass bei einer Auswahl des Standorts Hrádek Hunderte von Bau- und Facharbeitern in die Region kommen würden. Der Bürgermeister sucht nach Antworten darauf, wie ein solcher Bevölkerungszuwachs finanziert werden könnte. Er befürchtet außerdem einen Anstieg der Kriminalität.
Nach geltendem Recht würde Dolní Cerekev für das Endlager eine einmalige Zahlung von 60 Millionen Kronen erhalten. Hinzu kämen jährliche Zahlungen von zwei bis drei Millionen Kronen. Bereits in den vergangenen zwei Jahren erhielt die Gemeinde aufgrund der laufenden Untersuchungen jeweils 3,5 Millionen Kronen. Nach Ansicht der Einwohner reichen diese Mittel jedoch nicht aus, um die Folgen eines Bevölkerungswachstums zu finanzieren.
„Seit dreißig Jahren stellen wir dieselben Fragen und erhalten keine Antworten. Ich frage zum Beispiel: Wo werden diese Menschen schlafen? Werden sie hier wohnen oder pendeln? Wo gehen ihre Kinder zur Schule? Wohin fließt das Wasser, das sie nach dem Toilettengang wegspülen?", zählt der Bürgermeister auf. Als Gegenbeispiel nennt er die Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany, auf die sich die gesamte Region Třebíč seiner Ansicht nach sorgfältig vorbereitet.
„Sie können sich jederzeit an uns wenden"
Damit die Einwände der Gemeinden ernst genommen werden, mussten sich nach Angaben von Dvořák acht betroffene Gemeinden zusammenschließen und gemeinsam einen Anwalt beauftragen. „Damit man unsere Einwände nicht einfach mit der Begründung vom Tisch wischen kann, sie erfüllten nicht die formalen Anforderungen. Das ist in der Vergangenheit bereits passiert", sagt er.
Gemeinsam mit Fučíková verweist er auf Frankreich, wo die Interessen der Gemeinden deutlich stärker berücksichtigt würden. „Mancherorts haben die Gemeinden sogar ein Vetorecht. Bei uns entscheidet allein die Regierung", beklagt sich Fučíková.
Für den Bürgermeister ist entscheidend, dass der Auswahlprozess für den endgültigen Standort alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt und auf klaren Daten beruht. Andernfalls bleibe nur der weitere Widerstand.
„Wenn wir von einer Seite keine vollständigen Informationen erhalten, dann ist die einfachste Antwort: Danke, ich möchte das nicht. Ich möchte unseren Kindern und den kommenden Generationen in die Augen sehen können. Denn sie werden dieses Endlager fertigstellen. Genauso wie wir diese Büchse der Pandora geerbt haben, als unsere Väter und Großväter beschlossen, die Kernenergie zu nutzen", fasst Dvořák seine Haltung zusammen.
SÚRAO weist die Kritik zurück. Sprecherin Martina Bílá verweist auf zahlreiche Kommunikationsmaßnahmen – von der Veröffentlichung technischer Berichte auf der Website über Informationsveranstaltungen, sogenannte Wahrnehmungskarten und die Kommunikation erster Ergebnisse des Hydromonitorings bis hin zu sozialen Netzwerken. Wichtig sei auch die Möglichkeit zur Teilnahme an lokalen Arbeitsgruppen.
„Wenn den Gemeinden irgendwelche Unterlagen fehlen, können sie sich jederzeit an uns wenden. Wir halten lediglich Informationen zurück, die Dritte betreffen", erklärt Bílá.
Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Journalismfund Europe.
Quelle: https://www.ekonews.cz/odkud-vezmeme-vo ... -ulozisti/
/gr/
Temelín modernisiert wichtiges Sicherheitssystem: Im Untergrund werden 350 Meter Rohrleitungen ausgetauscht
ČTK
24. Juni 2026, oenergetice.cz
Das Kernkraftwerk Temelín setzt seine Modernisierung fort und tauscht Sicherheitsrohrleitungen aus. Spezialisten können diesen Austausch nur wenige Wochen im Jahr durchführen, und die Arbeiten sind bis zum Jahr 2030 geplant. Derzeit ist etwa ein Drittel abgeschlossen. Um das System für die nächsten Jahrzehnte zu sichern, ersetzen Techniker das ursprüngliche Material aus Kohlenstoffstahl durch hochwertigen Edelstahl. Die Rohrleitungen verbinden die Schlüsselobjekte des Kraftwerks, wie Kraftwerkssprecher Marek Sviták heute Journalisten informierte.
Die Sicherheitsrohrleitungen bilden eine wichtige Verbindung zwischen den Hauptproduktionsblöcken, den Kühlwasserbecken und den Dieselgeneratoren. Ihre Aufgabe ist es, im Falle von außergewöhnlichen Betriebszuständen eine zuverlässige Wärmeabfuhr aus dem Reaktor zu gewährleisten. „Insgesamt müssen wir rund 350 Meter Rohrleitungen austauschen. Ein Teil der Arbeiten findet zudem nur während der Block-Stillstandszeiten statt, was hohe Anforderungen an die Vorbereitung und Koordination stellt", sagte Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.
Die Techniker führen den Austausch in unterirdischen Gängen durch, was hohe Anforderungen an Logistik und Sicherheit stellt. Ein siebenköpfiges Team von Mitarbeitern des Unternehmens ČEZ Energoservis muss Rohrleitungsteile mit einem Gewicht von 100 bis 300 Kilogramm in diese Bereiche transportieren. Für den Transport nutzen sie eine Kombination aus Kettenzügen und speziell errichteten Gerüsten. „Die Mitarbeiter sind mit Geräten zur ständigen Überwachung des Sauerstoffgehalts ausgestattet. Nach dem Herausschneiden der alten Rohre folgen die präzise Installation und das Verschweißen der neuen Edelstahlteile, was unter diesen Bedingungen eine hohe handwerkliche Professionalität erfordert", sagte Miroslav, Projektmanager von ČEZ.
Aktuell haben die Energietechniker etwa ein Drittel der Gesamtstrecke fertiggestellt. Jedes Jahr gelingt es, einige Dutzend Meter auszutauschen. „Die schrittweise Modernisierung dieses Systems ist Teil eines breiten Investitionsprogramms in die Sicherheit und den langfristigen Betrieb der Temelín-Blöcke", sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Division Kernenergie.
Seit Jahresbeginn hat das Kraftwerk Temelín 7,5 Terawattstunden Strom produziert. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung dieses Kraftwerks. Das sind 700 Millionen CZK mehr als im Vorjahr.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ru-potrubi
/gr/
Modulare Reaktoren als Chance
26.06.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Tschechische Presseagentur (ČTK)
Kernenergie
An der Entwicklung und dem Bau modularer Reaktoren (SMR – Small Modular Reactors) könnten sich Dutzende bis Hunderte tschechischer Unternehmen beteiligen. Bislang haben mehr als 60 inländische Firmen ihr Interesse bekundet, darunter Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Engineering und Planung.
Dies erklärten Industrieminister Karel Havlíček (ANO) sowie Vertreter der Wirtschaftskammer auf einer Pressekonferenz.
Der erste modulare Reaktor in der Tschechischen Republik wird derzeit am Standort Temelín vorbereitet.
/gr/
Was wollen wir eigentlich von ČEZ? Ökonomen lobbyieren gegen die geplante Verstaatlichung
26.6.2026 Info.cz
Autorin: Lenka Zlámalová
Der Streit über die Verstaatlichung von ČEZ dreht sich in Wirklichkeit nicht um günstigeren Strom, sondern darum, zu welchem Preis sich der Staat die Kontrolle über die Stromerzeugung und den Bau neuer Kernkraftwerke erkaufen wird. Kritiker warnen, dass am Ende die Steuerzahler die Rechnung bezahlen, während die Minderheitsaktionäre profitieren.
Bei jeder Entscheidung sollte man sich fragen, was man sich von ihr verspricht. Was das eigentliche Ziel ist. Und welche Interessen bei ihrer Durchsetzung aufeinandertreffen.
Vor nicht einmal einem Monat hat die Hauptversammlung des noch teilweise staatlichen Energieunternehmens ČEZ das Szenario für die größte staatliche Unternehmenstransaktion seit Jahrzehnten beschlossen: die Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs des Konzerns, insbesondere der Kernkraftwerke. Vorausgehen soll eine teilweise Privatisierung aller Geschäftsbereiche, die nicht unmittelbar mit der Stromerzeugung zusammenhängen – vor allem Vertrieb und Verteilnetz.
In diesem Bereich soll der Staat 49 Prozent verkaufen und mit dem Erlös die Minderheitsaktionäre von ČEZ auszahlen, sodass das Unternehmen vollständig in Staatsbesitz übergeht. Beim derzeitigen Aktienkurs und der erwarteten Übernahmeprämie würde dies mehr als 300 Milliarden Kronen kosten.
Die Hauptmotivation der gesamten Operation besteht darin, dem Staat die vollständige Kontrolle über die Stromerzeugung zu verschaffen, weil neue Erzeugungskapazitäten – insbesondere Kernkraftwerke – gebaut werden müssen. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen des europäischen Energiemarktes lassen sich solche Projekte jedoch wirtschaftlich nicht rentabel realisieren. Deshalb investieren private Kapitalgeber in Europa ohne staatliche Subventionen oder Garantien nicht in neue Kernkraftwerke. In Projekte, die langfristig Verluste erwarten lassen, können sie nicht einsteigen. Das ist der eigentliche und einzige Grund für die Verstaatlichung der Stromerzeugung.
Nicht die Behauptung von Premierminister Andrej Babiš, staatliches Eigentum an der Stromproduktion werde niedrigere Strompreise garantieren. Das ist auf dem europäischen Markt schlicht nicht möglich.
Wer profitiert davon?
Gegen die geplante Verstaatlichung hat sich nun eine Gruppe von Ökonomen und Energieexperten mit einem offenen Brief an den Premierminister gewandt. Zu den bekanntesten Unterzeichnern gehören der ehemalige Gouverneur und der ehemalige Vizegouverneur der Tschechischen Nationalbank, Zdeněk Tůma und Mojmír Hampl. Mitunterzeichnet haben außerdem der frühere Zentralbankgouverneur und ehemalige Premierminister Jiří Rusnok sowie die frühere Vertreterin Tschechiens bei der Weltbank, Jana Matesová.
Zdeněk Tůma ist heute unter anderem wirtschaftspolitischer Berater von Präsident Petr Pavel. Mojmír Hampl steht an der Spitze des Nationalen Haushaltsrates. Während der Regierung von Petr Fiala brachte gerade er während der Energiekrise die Idee einer Übergewinnsteuer für Energieunternehmen ins Spiel, weshalb er bis heute von den Minderheitsaktionären von ČEZ kritisiert wird.
Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie hatten Tůma und Hampl mit einem offenen Brief gegen die Lockdowns Stellung bezogen. Damals kritisierten sie die Schließung von Schulen und Geschäften sowie die Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch die Regierung Andrej Babiš scharf und lösten eine breite öffentliche Debatte aus.
Nun wenden sie sich gegen die Verstaatlichung. Sie argumentieren, dass von der gesamten Transaktion in erster Linie die Minderheitsaktionäre profitieren würden, während der Staat – also die Steuerzahler – die Kosten trage. Außerdem würde ihrer Ansicht nach auch die Prager Börse geschwächt, da die ČEZ-Aktie dort den attraktivsten Börsenwert darstellt.
Sie schlagen vor, dass der Staat die Aktien der Vertriebs- und Handelsgesellschaft – falls er diesen Geschäftsbereich tatsächlich verkaufen will – vorrangig tschechischen Bürgern und Pensionsfonds über die Prager Börse anbieten sollte.
Zugleich warnen sie, dass ein teilweise staatliches Unternehmen mit privaten Anteilseignern grundsätzlich über eine bessere Corporate Governance verfüge als ein vollständig staatliches Unternehmen, zu dem der Erzeugungsbereich von ČEZ werden soll.
Warum private Investoren keine neuen Kernkraftwerke bauen
Diese Argumente sind berechtigt und verdienen eine ernsthafte Diskussion. Sie gehen jedoch am Kern der Sache vorbei – nämlich daran, dass neue Erzeugungskapazitäten ohne staatliche Unterstützung nicht gebaut werden können. Private Aktionäre eines teilverstaatlichten Unternehmens werden sich durch risikoreiche Projekte wie neue Kernkraftwerke zwangsläufig benachteiligt fühlen.
Alle neuen Kernkraftwerke in Europa entstehen mit staatlicher Unterstützung. Entweder werden sie direkt von staatlichen Unternehmen gebaut – wie in Frankreich –, oder der Staat garantiert einen festen Abnahmepreis für den erzeugten Strom, damit sich die Investition lohnt, wie beim britischen Kernkraftwerk Hinkley Point C.
Unter den heutigen regulatorischen Bedingungen des europäischen Strommarktes werden deshalb letztlich überall in Europa die Steuerzahler für Projekte wie neue Kernkraftwerksblöcke aufkommen. Diskutieren lässt sich lediglich über die Form dieser Unterstützung. Das ist die Realität eines europäischen Energiemarktes mit massiv subventionierter Solar- und Windenergie sowie der Verpflichtung, Strom aus diesen Quellen vorrangig abzunehmen.
Man könnte einwenden, dass der neue Reaktorblock, den das südkoreanische Unternehmen KHNP in Dukovany errichten soll, bereits in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert wurde, an der der Staat 80 Prozent und ČEZ 20 Prozent hält. Die bestehenden Reaktorblöcke erwirtschaften hingegen weiterhin sehr solide Gewinne.
Warum nicht Vertrieb und Verteilnetz vollständig an die Börse bringen?
Hier kommen wir jedoch zur bereits erwähnten Corporate Governance. Die Vorstellung, dass sich die bestehenden Reaktorblöcke in einem teilverstaatlichten Unternehmen befinden, während ein neuer, staatlich geförderter Block faktisch einem Staatsunternehmen gehört, dürfte sich in der Praxis nur schwer umsetzen lassen. Zahlreiche Dienstleistungen sowie ein Großteil des Personals werden naturgemäß gemeinsam genutzt. Es ist deutlich einfacher und transparenter, wenn sich alles innerhalb eines Unternehmens befindet.
Mojmír Hampl, Zdeněk Tůma und ihre Mitstreiter legen den Schwerpunkt auf andere Aspekte als auf den eigentlichen Kern der Verstaatlichung von ČEZ: die Fähigkeit, endlich neue Energiequellen zu errichten, die das Land dringend benötigt.
Den Kapitalmarkt über ČEZ stärken zu wollen, ist vielmehr eine ernüchternde Erinnerung daran, wie schwach der tschechische Kapitalmarkt ist, wenn für ihn ein teilweise staatlicher Energiekonzern von so zentraler Bedeutung bleibt.
Eine andere Frage ist allerdings, warum nicht statt 49 Prozent gleich 100 Prozent des Vertriebs- und Verteilgeschäfts von ČEZ über die Börse verkauft werden. Das würde dem tschechischen Kapitalmarkt deutlich mehr nutzen als die derzeit frei handelbaren rund 30 Prozent der Aktien des teilverstaatlichten Konzerns.
Quelle: https://www.info.cz/zpravodajstvi-a-kom ... ve-kritika
/gr/
Tschechien auf dem Weg zu den SMR-Spitzenreitern: Havlíček spricht von einer großen Chance für die Industrie
ČTK
25. Juni 2026, oenergetice.cz
Dutzende bis Hunderte tschechischer Unternehmen könnten sich an der Entwicklung und dem Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR – Small Modular Reactors) beteiligen. Dadurch hätten sie die Möglichkeit, an Dutzenden von Projekten in ganz Europa mitzuwirken. Bislang haben bereits mehr als 60 tschechische Unternehmen ihr Interesse bekundet, unter anderem aus den Bereichen Maschinenbau, Engineering und Anlagenplanung. Dies erklärten heute Industrieminister Karel Havlíček (ANO) sowie Vertreter der Wirtschaftskammer auf einer Pressekonferenz. Der erste Reaktor in der Tschechischen Republik wird derzeit in Temelín vorbereitet; im Sommer soll nach Angaben Havlíčeks ein Vertrag über den Start eines weiteren Projekts in Dětmarovice unterzeichnet werden.
In Tschechien plant das Energieunternehmen ČEZ gemeinsam mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR, an dem ČEZ rund 20 Prozent der Anteile hält, den Bau von kleinen modularen Reaktoren mit einer Gesamtkapazität von bis zu drei Gigawatt. Der erste tschechische SMR soll nach Angaben von ČEZ in der ersten Hälfte der 2030er Jahre auf dem Gelände des Kernkraftwerks Temelín entstehen. Der erste Reaktor, den beide Unternehmen gemeinsam realisieren werden, soll allerdings am Standort Wylfa in Großbritannien gebaut werden.
Nach Ansicht Havlíčeks könnte sich Tschechien dank der Zusammenarbeit zwischen ČEZ und Rolls-Royce SMR zu einem der führenden Länder im Bereich der modularen Reaktoren entwickeln.
„Unsere Priorität ist es, dass tschechische Unternehmen zu einem festen Bestandteil der globalen Lieferkette dieser Technologie werden und die Chancen nutzen können, die ihre Entwicklung in Europa und weltweit mit sich bringt", sagte er.
Nach Angaben von ČEZ haben die Vorbereitungen für den ersten Reaktor in Temelín bereits begonnen. Das nächste Projekt soll in Dětmarovice im Kreis Karviná realisiert werden, anschließend ist ein weiterer Standort in Tušimice vorgesehen. Darüber hinaus sind laut Havlíček weitere Standorte geplant.
Rolls-Royce SMR und ČEZ stellten heute gemeinsam mit der Wirtschaftskammer interessierten Unternehmen den Zeitplan des Gesamtprojekts sowie die Bedingungen einer möglichen Zusammenarbeit vor. An der Veranstaltung nahmen mehr als 60 Unternehmen teil.
„Wir möchten, dass die Unternehmen möglichst frühzeitig Informationen über die geplanten Ausschreibungen und die Anforderungen an die Lieferanten erhalten, damit sie sich rechtzeitig darauf vorbereiten können", erklärte die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, Zuzana Krejčiříková.
Nach Auffassung des Geschäftsführers des Verbandes der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik, Josef Kotrba, verfügt die tschechische Industrie bei diesem Projekt über einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil.
„Für tschechische Unternehmen, die auf jahrzehntelange Erfahrung in der Kernenergie, im Maschinenbau sowie in der Herstellung komplexer technischer Anlagen und hochspezialisierter Komponenten zurückblicken können, stellt dies eine bedeutende Chance dar. Es ist erfreulich, dass wir nun in eine Phase eintreten, in der wir aus geschäftlicher Sicht über konkrete Bedingungen und Produkte sprechen, die für die Umsetzung der SMR-Projekte benötigt werden", sagte Kotrba.
Über die Vorbereitungen für den Bau eines modularen Reaktors in Tschechien wird Staatspräsident Petr Pavel am Montag mit dem Vorstandsvorsitzenden von ČEZ, Daniel Beneš, sprechen. Weitere Themen ihres Treffens sind der Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany sowie die geplanten Änderungen der Eigentümerstruktur von ČEZ.
Kleine modulare Reaktoren können serienmäßig in Fabriken gefertigt und anschließend als einzelne Module an einem Standort schrittweise zu größeren Anlagen zusammengefügt werden. Nach Einschätzung von Experten für Kernenergie unterscheiden sie sich von großen Kernkraftwerksblöcken vor allem durch ihre geringere Leistung sowie durch eine schnellere und einfachere Bauweise. Der spätere Betrieb dürfte hingegen weitgehend mit dem konventioneller Kernkraftwerke vergleichbar sein.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ro-prumysl
/gr/
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 29.Juni 2026:
Inhalt:
Škoda JS investiert. Sie will auf der Welle der kleinen modularen Reaktoren mitreiten.
Das Krankenhaus Třebíč erhält ein Darlehen des Kreises Vysocina in Höhe von 120 Millionen Kronen.
ČEZ startet drei Ferien-Exkursionsprogramme. Besucher können Lipno, die Umgebung von Hněvkovice und virtuell auch Temelín besichtigen.
Fernwärmeleitung aus dem AKW Dukovany beschleunigt Veränderungen in Brünn: Fernwärmeversorger trennt Wärmeverteilung vom Produktionsgeschäft.
Großbritannien garantiert Darlehen über 210 Millionen Pfund für Lieferungen von angereichertem Uran an die Ukraine
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Škoda JS investiert. Sie will auf der Welle der kleinen modularen Reaktoren mitreiten
Autor: Tomáš Málek
28.6.2026 iDNES.cz
Nukleare Renaissance, Reindustrialisierung Europas. Solche Aussagen hört man von Politikern auf dem gesamten alten Kontinent. In den Produktionshallen der Firma Škoda JS, die auf Kerntechnik spezialisiert ist, muss man sich mit so etwas nicht befassen. Das Unternehmen hat die Produktion auch nach dem Jahr 1989 aufrechterhalten und liefert in ganz Europa aus.
„Hier könnte man ein U-Boot bauen!“, denkt man, wenn man zum ersten Mal die Hauptproduktionshalle von Škoda JS betritt. Ein riesiger Hangar, an dessen Ende zwei Elektroöfen stehen. Die Einheimischen behaupten mit leichter Übertreibung, dass nur einer in Betrieb sein darf, da in Pilsen sonst die Lichter ausgehen würden. Auf Werkzeugmaschinen von der Größe eines kleinen Einfamilienhauses wird hier millimetergenau spezieller Nuklearstahl bearbeitet. Nebenan stehen Schweißvorrichtungen. In der Haupthalle werden Behälter für abgebrannte Kernbrennstoffe montiert, die für die Zwischenlager von Kraftwerken bestimmt sind.
„Der Behälter wird geschweißt. Das Ausgangsmaterial ist ein mehr als vierzig Zentimeter dicker, spezieller Kohlenstoffstahl. Wenn wir den Behälter fertigstellen, sollte man mit bloßem Auge nicht erkennen können, wo die Schweißnaht verläuft“, beschreibt Karel Stejskal, Produktionsleiter der Division Kerntechnische Anlagen bei Škoda JS.
Im Nebenraum wird derweil unter dem Bodenniveau das Fundament betoniert. Und zwar gleich für zwei neue, hochentwickelte Werkzeugmaschinen im Wert von Hunderten Millionen Kronen. Das Unternehmen hat zudem die Nachbarhalle einer insolventen Gießerei hinzugekauft. Auf den ersten Blick hat man hier keine Angst vor Auftragsmangel. Eigentlich muss man das wohl auch nicht. Maschinenbaubetriebe, die Kernkraftwerke beliefern können, gibt es in Europa nur noch eine Handvoll.
In den Wäldern
Die nukleare Schwerindustrie kam Ende der 1970er Jahre in die Tschechoslowakei. Damals entstand im Pilsener Škoda-Werk die Reaktorhalle. Der Pilsener Hersteller erhielt die Projektdokumentation für die sowjetischen Reaktoren vom Typ VVER 1000 (Temelín) und VVER 440 (Dukovany oder das slowakische Mochovce) mit der Option, diese nicht nur zu bauen, sondern auch technologisch und konstruktiv weiterzuentwickeln. Mochovce erwies sich als entscheidend für die Zukunft des Pilsener Unternehmens.
Der zweite Teil der Produktion von Škoda JS befindet sich auf einem Gelände, auf dem die Pilsener Rüstungsfabrik während des Ersten Weltkriegs Munition in Massen produzierte. Dieser Ort liegt für ein Industrieareal etwas ungewöhnlich mitten im Wald, weit weg vom Stadtzentrum. Damals war es der größte Betrieb seiner Art im gesamten Österreichisch-Ungarischen Kaiserreich. In einer der Hallen liegt ein Produkt, das ein wenig an ein riesiges, metallfarbenes Thermometer erinnert: der Steuerstabantrieb.
Die tragische Explosion in Bolevec inspirierte Čapek zu seinem Werk Krakatit
Einfach ausgedrückt: In der Stille des sorgfältig aufgeräumten Betriebs liegt das Objekt, mit dem die Spaltreaktion im Reaktordruckbehälter gesteuert wird. Jeder Reaktor vom Typ VVER-440 verfügt über 37 Steuer- und Regelbaugruppen. Dafür, dass sie sich in der Spaltzone genau so bewegen, wie es die Operateure wünschen, sorgen ihre Antriebe, die auf dem Reaktordeckel platziert sind. Die Basis jedes der 37 Antriebe bilden ein Elektromotor und ein Getriebe. Im Falle von Problemen oder bei einem Stromausfall ist das gesamte System so konstruiert, dass die Steuerstäbe durch ihr eigenes Gewicht in die Spaltzone einfahren und die Spaltreaktion stoppen können.
„Dieser Antrieb ist das Ergebnis unserer eigenen Entwicklung. Da sie die Spaltzone des Reaktors steuern, sind dies Schlüsselkomponenten eines jeden Kraftwerks. Es ist uns gelungen, ihre Lebensdauer von sieben auf dreißig Jahre zu verlängern“, fügt Tomáš Zýka hinzu, Betriebsleiter des Standorts Bolevec der Division Kerntechnische Anlagen bei Škoda JS. Jeder Steuerantrieb kostet dabei Millionen Kronen.
Die Getriebegehäuse für die Antriebe werden auf Maschinen bearbeitet, die auf fünf Achsen operieren können. Die zu bearbeitenden Stahlstücke wiegen Dutzende Kilogramm, dennoch handelt es sich um eine uhrmacherisch präzise Fertigung. „Wir arbeiten mit einer Genauigkeit von Hundertstel Millimetern“, präzisiert Zýka.
Die „Ära der nuklearen Dunkelheit“
Wenn man in der Pilsener Firma eines nicht ausstehen kann, dann ist es die Wortverbindung „Ära der nuklearen Dunkelheit“. Die Reaktorhalle ist so konzipiert, dass in ihr drei Reaktorsätze gleichzeitig entstehen konnten. Seit dem Bau des Werks haben 21 komplette Kernreaktoren des Typs VVER-440 und drei Reaktoren des Typs VVER-1000 die Tore verlassen. Das Unternehmen war ein Schlüsselzulieferer beim Bau der Kraftwerke in Dukovany und Temelín sowie der slowakischen Werke in Jaslovské Bohunice und Mochovce. Die sozialistischen Planer erwarteten, dass Pilsen insgesamt sechzig komplette Reaktoren produzieren würde.
Ohne Kernenergie geht es in Tschechien nicht, sagt der Chef von Škoda JS
Doch in den 1990er Jahren geschah in der heimischen Nuklearindustrie etwas, das an die Situation von Schiffsbauern erinnerte, die sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs auf Kriegsschiffe spezialisiert hatten. Es wurde nicht mehr gebaut.
Das Pilsener Werk orientierte sich auf die Entwicklung und Herstellung von Behältern für den Transport und die Lagerung von abgebranntem Kernbrennstoff um. In einer der Hallen in Bolevec ist bis heute ein gelb lackiertes Modell im Maßstab 1:3 zu sehen, das Falltests unterzogen wurde. Škoda begann, dieses in den Westen zu liefern, arbeitete an der Entwicklung von Produkten wie Antrieben, und seine Mitarbeiter wurden mit der Wartung von Kernkraftwerken in Tschechien betraut. Der teilstaatliche Energiekonzern ČEZ konnte damals unter Mitwirkung der tschechischen Nuklearindustrie durch Modifikationen an den bestehenden sechs Blöcken die Leistung der Kernkraftwerke um 500 Megawatt steigern. Das ist so, als hätte man in Dukovany einen weiteren Block gebaut.
Kleine modulare Reaktoren
Tschechien spielt auf dem Feld der Nuklearindustrie mit zwei Karten. Heimische Unternehmen werden sich gemäß dem Vertrag mit der südkoreanischen KHNP am Ausbau von Dukovany beteiligen, wo ein neuer Block entstehen wird. Gleichzeitig wird auf einem Feld gegenüber dem heutigen Kernkraftwerk Temelín der Bau des ersten tschechischen kleinen modularen Reaktors vorbereitet.
Giganten setzen auf kleine Kerne. ČEZ baut modulare Reaktoren
ČEZ, seit 2022 Eigentümer der Gesellschaft Škoda JS, hat eine Minderheitsbeteiligung am britischen Hersteller Rolls-Royce SMR erworben. Das britische Unternehmen bindet die Tschechen bereits in seine Lieferkette ein, mit dem Ziel, dass in Pilsen Schlüsselteile der nuklearen Anlage entstehen sollen.
„Die Vereinbarung betrifft konkret die Reaktordruckbehälter, deren Innenteile, den Reaktordeckel, Druckhalter und andere schwere Komponenten“, sagte der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor von Škoda JS a.s., Karel Bednář. Die Pilsener Gesellschaft hat ihm zufolge bereits ein großes Investitionsprogramm sowie Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten für alle genannten Anlagen gestartet. Die Produktion ist in der Folge sowohl in Bolevec als auch in der eigenen Reaktorhalle sowie im benachbarten Gebäude der ehemaligen Härterei vorgesehen, in dessen Brachfläche das Unternehmen im vergangenen Jahr investiert hat.
„Es handelt sich um einen absolut fundamentalen Wandel. Das bedeutet, dass sich unser Unternehmen im weltweiten Wettbewerb als rein tschechischer Hersteller in die globale Lieferkette eines rasant wachsenden Sektors der Kernenergie integriert hat und eine wesentliche Rolle bei SMR-Projekten nicht nur in der Tschechischen Republik spielen wird“, fügte Bednář hinzu. Seines Erachtens ist dies für das Team der Pilsener Nuklearingenieure eine hochangesehene Angelegenheit.
Das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR wird die ersten drei kleinen modularen Reaktoren am Standort Wylfa auf der Insel Anglesey in Nordwales bauen. Danach soll der Reaktor in Temelín an der Reihe sein.
Amerikanisches Zertifikat
Škoda JS hat als erstes Produktionsunternehmen aus Zentral- und Osteuropa die amerikanischen Nuklearindustrie-Zertifikate der ASME (American Society of Mechanical Engineers) erhalten. Innerhalb von zwei Jahren, einschließlich der Vorbereitungszeit, absolvierte das Unternehmen ein Audit, das ihm eine einfachere Einbindung in internationale Lieferketten ermöglichen wird – einschließlich der Lieferungen für einen weiteren Block des Kernkraftwerks Dukovany und kleine modulare SMR-Reaktoren.
„Wir haben das ASME-Audit erfolgreich abgeschlossen, als bislang einziges zentral- und osteuropäisches Produktionsunternehmen, das Inhaber dieser Zertifikate für die Kernenergie ist“, teilte das Unternehmen mit. Dies ermöglicht es, Anlagen für die Primärkreisläufe von Kernkraftwerken an Endlieferanten zu liefern, die ASME fordern.
„Es wird uns die Einbindung in die Lieferketten für kerntechnische Anlagen weltweit erleichtern. Dies betrifft auch unsere potenziellen Lieferungen für den neuen Nuklearblock in Dukovany für die koreanische Gesellschaft KHNP oder für kleine modulare Reaktoren, bei denen wir mit Rolls-Royce kooperieren“, sagte der Generaldirektor od Škoda JS, Karel Bednář.
Quelle: Zdroj: https://www.idnes.cz/ekonomika/domaci/j ... ntent=main
/gr/
Das Krankenhaus Třebíč erhält ein Darlehen des Kreises Vysocina in Höhe von 120 Millionen Kronen
29.06.2026 Nas region / Unsere Region Südböhmen-Vysocina Seite 2
Die Kreisräte haben ein Darlehen in Höhe von 120 Millionen Kronen für das Krankenhaus Třebíč beschlossen. Es soll erst im Jahr 2033 zurückgezahlt werden. Ein Grund dafür ist auch der geplante Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany im Bezirk Třebíč, erklärte der für das Gesundheitswesen zuständige Kreisrat Jiří Běhounek während der Sitzung.
Das Krankenhaus leidet unter finanziellen Engpässen aufgrund einer zu geringen Leistungsfähigkeit. Infolgedessen muss es der Allgemeinen Krankenversicherung (Všeobecná zdravotní pojišťovna – VZP) 80 Millionen Kronen an erhaltenen Vorauszahlungen zurückerstatten.
Mit der wirtschaftlichen Lage des Krankenhauses zeigte sich Běhounek unzufrieden. „Das Krankenhaus muss sich erholen, damit es überhaupt wieder eine ausreichende Leistungsfähigkeit erreicht“, sagte er.
Die medizinische Einrichtung sei jedoch für die Region mit dem Kernkraftwerk, das um zwei neue Reaktorblöcke erweitert werden soll, unverzichtbar. Der Kreisrat hob hervor, dass es dem Krankenhaus inzwischen gelinge, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Nach einem halben Jahr konnte auch die Stelle des Chefarztes der Inneren Medizin wieder besetzt werden. Zudem steigen die Zahlen chirurgischer und orthopädischer Eingriffe.
„Ich bin überzeugt, dass sich das Krankenhaus Třebíč schrittweise stabilisieren wird. Die Finanzströme müssen jedoch auf diese Weise unterstützt werden“, erklärte Běhounek vor der Abstimmung über das Darlehen.
Nach seinen Worten ist die Höhe des Darlehens ausreichend, obwohl das Krankenhaus ursprünglich 166,5 Millionen Kronen beantragt hatte. „Wir empfehlen, dieses Darlehen bis zum 31. Dezember 2033 zu gewähren, damit während der Umsetzung des Baus in Dukovany Klarheit darüber besteht, wie die Situation des Krankenhauses aussieht und ob es in der Lage sein wird, das Darlehen zurückzuzahlen“, erläuterte Běhounek.
Für das Darlehen stimmten 41 der 42 anwesenden Kreisabgeordneten.
Neben dem Krankenhaus Třebíč erhalten auch weitere vom Kreis gegründete Krankenhäuser sowie der Rettungsdienst zusätzliche Mittel aus dem diesjährigen Kreishaushalt für ihren Betrieb. Insgesamt verteilt der Kreis 132 Millionen Kronen.
Die Kreisräte beschlossen dies nach einer kurzen Debatte, in der der Oppositionsabgeordnete Pavel Nevrkla an die Notwendigkeit eines einheitlichen Konzepts für das Gesundheitswesen des Kreises appellierte. Seiner Ansicht nach konkurrieren die Einrichtungen derzeit unnötig miteinander, etwa indem sie sich mit Einstellungsprämien gegenseitig Fachkräfte abwerben.
/gr/
ČEZ startet drei Ferien-Exkursionsprogramme. Besucher können Lipno, die Umgebung von Hněvkovice und virtuell auch Temelín besichtigen
29.06.2026 Tageszeitung Ceskobudejovicky denik Südböhmen – Seite 3
Der Energieversorger ČEZ hat für die Sommerferien gleich drei Exkursionsprogramme für die Öffentlichkeit vorbereitet. Diese führen Besucher entweder in das normalerweise nicht zugängliche Wasserkraftwerk Lipno, auf eine exklusive Rundfahrt rund um Temelín und Hněvkovice oder – virtuell – direkt in das Innere des Kernkraftwerks Temelín. Sämtliche Führungen sind kostenlos, die Teilnehmerzahl ist jedoch begrenzt. Interessierte können sich ab heute über die Plattform Mimořádné prohlídky / Svět Energie anmelden.
In diesem Jahr haben die Energieexperten das Ferienprogramm in drei thematische Bereiche gegliedert, die Kernenergie und Wasserkraft miteinander verbinden. Die Programme finden den gesamten Juli über von Montag bis Sonntag statt.
„Die Führungen im Wasserkraftwerk Lipno stoßen jedes Jahr auf großes Interesse. Neu hinzu kommen in diesem Jahr Besichtigungen der Umgebung des Kernkraftwerks Temelín mit Stopps am Wasserkraftwerk Hněvkovice sowie an der Pumpstation Hněvkovice, die das Kernkraftwerk mit Wasser versorgt. Das dritte Angebot unseres Sommerprogramms ist eine virtuelle Besichtigung von Temelín. Damit können Besucher an jedem Wochentag eines der Programme auswählen“, erklärte Vít Pavlík, Leiter der Abteilung Betrieb und Entwicklung der ČEZ-Informationszentren.
Temelín und Hněvkovice: Die Geschichte des Wassers für das südböhmische Kernkraftwerk...
Das zweieinhalbstündige Programm veranschaulicht den Zusammenhang zwischen Kernenergie und Wasser. Die Besucher erhalten die seltene Gelegenheit, die Umgebung des Kernkraftwerks Temelín kennenzulernen, das Wasserkraftwerk Hněvkovice sowie die Pumpstation Hněvkovice zu besuchen, die die für den sicheren Betrieb des Kraftwerks notwendige Wasserversorgung gewährleistet.
Die kommentierte Busrundfahrt vermittelt zudem Informationen über die Funktionsweise des Kernkraftwerks Temelín und seine Sicherheitssysteme.
-Termine:
• Jeden Dienstag und Donnerstag im Juli (2. bis 23. Juli)
• jeweils um 9:00, 12:30 und 15:00 Uhr
-Kapazität:
• 40 Teilnehmer pro Termin
• Treffpunkt: Informationszentrum Temelín (Parkmöglichkeiten gegenüber auf dem TARC-Parkplatz)
Temelín entdecken: Vortrag mit Virtual Reality
Wie sieht eines der modernsten Kernkraftwerke Europas von innen aus? Ein interaktiver, 80-minütiger Vortrag mit Virtual-Reality-Technologie führt die Teilnehmer an Orte, die bei einer klassischen Besichtigung nicht zugänglich sind. Die Veranstaltung findet nicht im Informationszentrum, sondern direkt im Verwaltungsgebäude des Kernkraftwerks statt.
-Termine:
• Jeden Montag, Mittwoch und Freitag im Juli (1. bis 24. Juli)
• täglich fünf Termine zwischen 9:00 und 15:30 Uhr
-Kapazität:
• 30 Teilnehmer pro Termin
-Treffpunkt:
• Vor dem Verwaltungsgebäude des Kernkraftwerks Temelín
Lipno exklusiv: 160 Meter unter dem Wasserspiegel der Moldau….
Ein außergewöhnliches Erlebnis bietet das Wasserkraftwerk Lipno I. Ein spezieller Aufzug bringt die Besucher in die große Maschinenhalle, die in einer Kaverne 160 Meter unter der Erdoberfläche errichtet wurde. Zu sehen sind unter anderem ein Generator mit einem 240 Tonnen schweren Rotor sowie der Blick in den 3,6 Kilometer langen Auslauftunnel.
-Termine:
• Alle Juli-Wochenenden (Samstag und Sonntag)
• stündlich von 9:00 bis 16:00 Uhr
-Kapazität und Teilnahmebedingungen:
• maximal sechs Personen pro Gruppe
• Zutritt nur für Personen ab 15 Jahren mit gültigem Personalausweis oder Reisepass
• Die Besichtigung ist körperlich anspruchsvoll (Treppen) und erfordert festes, geschlossenes Schuhwerk.
• Sie ist nicht für Personen mit Höhenangst oder Klaustrophobie geeignet.
Wichtiger Hinweis für Besucher
Für alle Führungen gilt, dass die Teilnehmer 10 bis 15 Minuten vor Beginn am Treffpunkt erscheinen müssen. Aufgrund der großen Nachfrage und der begrenzten Teilnehmerzahlen empfiehlt ČEZ eine frühzeitige Reservierung. Die Anmeldung zu den einzelnen Terminen erfolgt über die Website www.svetenergie.cz/exkluzivniprohlidky.
/gr/
Fernwärmeleitung aus dem AKW Dukovany beschleunigt Veränderungen in Brünn: Fernwärmeversorger trennt Wärmeverteilung vom Produktionsgeschäft
24. Juni 2026 oenergetice.cz
Die Stadtwerke Brünn / Teplárny Brno (TB) werden im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Fernwärmeleitung vom Kernkraftwerk Dukovany nach Brünn die Wärmeverteilung vom Erzeugungsgeschäft trennen und in die eigenständige Gesellschaft Stadtwerke Brünn Verteilung / Teplárny Brno Distribuce ausgliedern. Das Unternehmen wurde bereits im Mai dieses Jahres gegründet; die Umstrukturierung soll bis Oktober abgeschlossen sein. Die Ausgliederung war eine der Voraussetzungen für die Gewährung eines staatlichen Zuschusses des Umweltministeriums für das Fernwärmeprojekt. Dies erklärten heute Vertreter der Fernwärmegesellschaft sowie der neuen Tochtergesellschaft gegenüber Journalisten.
Der Bau der Fernwärmeleitung sowie die Anpassung des Brünner Wärmenetzes werden rund 18 Milliarden Kronen kosten. Der staatliche Zuschuss soll 10,6 Milliarden Kronen betragen.
Die Gesellschaft Teplárny Brno Distribuce wird künftig nicht nur den Betrieb und die Weiterentwicklung des Fernwärmenetzes sicherstellen, sondern auch den Bau der Fernwärmeleitung koordinieren. Außerdem wird sie Empfänger der vom Umweltministerium zugesagten Förderung sein.
„Die Gründung eines eigenständigen Unternehmens, das von der Wärmeerzeugung und dem Wärmeverkauf getrennt ist und sich ausschließlich mit der Verteilung beschäftigt, ist eine der Voraussetzungen für die Gewährung der Förderung durch das Umweltministerium“, erklärte Přemysl Měchura, Finanzdirektor der Stadtwerke Brünn / Teplárny Brno.
Die Gesellschaft wurde im April dieses Jahres gegründet und am 1. Mai in das Handelsregister eingetragen. Ihre eigenständige Geschäftstätigkeit beginnt im Oktober. Auf sie gehen sämtliche Vermögenswerte über, die mit der Wärmeverteilung zusammenhängen – insbesondere das Dampf- und Heißwassernetz sowie die Übergabestationen.
„Für unsere Kunden ändert sich nichts. Die Umstrukturierung betrifft in erster Linie die interne Organisation des Unternehmens und die Trennung der einzelnen Geschäftsbereiche“, sagte der künftige Geschäftsführer von Stadtwerken Brünn Verteilung / Teplárny Brno Distribuce, Martin Šroubek.
Neben der Wärmeverteilung planen die Stadtwerke Brünn /Teplárny Brno im kommenden Jahr auch die Bereiche Wärmeverkauf und Wärmeerzeugung in zwei eigenständige Gesellschaften auszugliedern. Diese sollen ab Oktober 2027 ihre Tätigkeit aufnehmen.
Die Fernwärmeleitung gehört zu den bedeutendsten strategischen Infrastrukturprojekten der Stadt Brünn und der gesamten Region. Das Ziel ist es, die bei der Stromerzeugung im Kernkraftwerk Dukovany entstehende Abwärme zu nutzen und in das Brünner Fernwärmenetz einzuspeisen.
Die Leitung wird 42 Kilometer vom Kernkraftwerk Dukovany bis nach Brünn verlaufen. Innerhalb des Brünner Stadtgebiets werden weitere 53 Kilometer Leitungsnetz errichtet beziehungsweise angepasst.
Für das Projekt ist eine Förderung in Höhe von 10,6 Milliarden Kronen aus den Erlösen des Emissionshandels gesichert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 18 Milliarden Kronen. Zusätzlich wird ČEZ etwa drei Milliarden Kronen investieren, um die technischen Voraussetzungen für die Wärmeauskopplung im Kernkraftwerk Dukovany zu schaffen.
Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... buci-tepla
/gr/
Großbritannien garantiert Darlehen über 210 Millionen Pfund für Lieferungen von angereichertem Uran an die Ukraine
Autor: Jiří Puchnar
28. Juni 2026, oenergetice.cz
Die britische Regierung wird weitere Lieferungen von angereichertem Uran für die ukrainischen Kernkraftwerke unterstützen. Die Kreditgarantie soll den Betrieb der Anlagen angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur sichern und zugleich die britische Nuklearindustrie stärken.
Die britische Exportkreditagentur UK Export Finance (UKEF) übernimmt eine Garantie für ein Darlehen in Höhe von 210 Millionen Pfund (rund 5,9 Milliarden Tschechische Kronen). Mit dieser Finanzierung kann das Unternehmen Urenco in den kommenden zwei Jahren angereichertes Uran an den ukrainischen Kernkraftwerksbetreiber Energoatom liefern.
Die Unterstützung erfolgt nicht in Form eines direkten Zuschusses. Vielmehr garantiert UKEF den Kredit, mit dem Energoatom den Erwerb des angereicherten Urans finanziert. Die britische Regierung veröffentlichte weder die Namen der beteiligten Banken noch weitere Einzelheiten des Kreditvertrags.
Energoatom erzeugt mehr als die Hälfte des Stroms in der Ukraine. Der stabile Betrieb der Kernkraftwerke ist insbesondere deshalb von entscheidender Bedeutung, weil russische Angriffe wiederholt Kraftwerke, das Stromübertragungsnetz und weitere Teile der Energieinfrastruktur beschädigen.
Garantie knüpft an frühere Finanzierung an...
Die neue Vereinbarung baut auf einer bereits bestehenden zweijährigen Finanzierung für Lieferungen von angereichertem Uran auf. Im Jahr 2024 erhielt Energoatom einen Kredit über rund 181 Millionen Euro von Deutsche Bank und Barclays, der ebenfalls durch die britische Exportkreditagentur abgesichert wurde. Nach Angaben von World Nuclear News hat das ukrainische Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber Urenco in den Jahren 2024 und 2025 fristgerecht erfüllt.
Mit dem neuen Abkommen steigt die gesamte britische Unterstützung zur Stärkung der Energiesicherheit der Ukraine auf mehr als 490 Millionen Pfund. Dieser Betrag umfasst auch weitere Maßnahmen und beschränkt sich nicht ausschließlich auf Lieferungen von Materialien für die Herstellung von Kernbrennstoff.
Urenco arbeitet bereits seit dem Jahr 2009 mit Energoatom zusammen. Im November 2023 schlossen beide Unternehmen einen langfristigen Vertrag über die Lieferung von angereichertem Uran bis zum Jahr 2035, mit einer Verlängerungsoption bis zum Jahr 2043. Die neue Finanzierung dient somit der Umsetzung eines bereits bestehenden langfristigen Liefervertrags.
Auftrag stärkt den britischen Urenco-Betrieb….
Mehr als ein Drittel des gelieferten Materials soll im Urenco-Werk im Nordwesten Englands verarbeitet werden. Das Unternehmen beschäftigt im Vereinigten Königreich rund 650 Mitarbeiter. Nach Angaben der britischen Regierung sichert seine Tätigkeit darüber hinaus etwa 4.500 weitere Arbeitsplätze in der vorgelagerten Lieferkette.
Urenco betreibt Urananreicherungsanlagen im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, Deutschland und den Vereinigten Staaten. Dienstleistungen zur Urananreicherung stellen einen zentralen Bestandteil des nuklearen Brennstoffkreislaufs dar. Ihre Verfügbarkeit ist von großer Bedeutung, um die Abhängigkeit europäischer Kraftwerksbetreiber von russischen Lieferanten zu verringern.
Angereichertes Uran ist noch kein fertiger Kernbrennstoff….
Urenco liefert an Energoatom keine fertigen Brennelemente, sondern angereichertes Uran, das als Ausgangsmaterial für deren Herstellung dient. Natürliches Uran enthält etwa 0,7 Prozent des spaltbaren Isotops Uran-235. Für den Einsatz in herkömmlichen Leichtwasserreaktoren wird dieser Anteil durch Anreicherung in der Regel auf etwa 3 bis 5 Prozent erhöht.
Die ukrainische Lieferkette verteilt sich auf mehrere westliche Unternehmen. Das kanadische Unternehmen Cameco liefert im Zeitraum von 2024 bis 2035 Natururanhexafluorid einschließlich der erforderlichen Konversionsdienstleistungen für neun Reaktoren in den Kernkraftwerken Riwne, Chmelnyzkyj und Südukraine. Die anschließende Urananreicherung übernimmt Urenco.
Aus dem angereicherten Uran stellt Westinghouse in seinem Werk im schwedischen Västerås die fertigen Brennelemente her. Das Unternehmen beliefert Energoatom sowohl mit Brennstoff für Reaktoren des Typs WWER-1000 als auch für die kleineren WWER-440-Blöcke. Die erste Brennstoffladung für einen ukrainischen WWER-440-Reaktor lieferte Westinghouse im Jahr 2023 an das Kernkraftwerk Riwne.
Umstellung der Brennstoffversorgung
Die Ukraine begann bereits vor der russischen Invasion im Jahr 2022 mit der Diversifizierung ihrer Lieferanten für Kernbrennstoff. Die Zusammenarbeit mit Westinghouse ermöglichte zunächst die Einführung alternativer Brennelemente in WWER-1000-Reaktoren und später auch in WWER-440-Anlagen.
Die Lieferungen von Natururan durch Cameco, die Anreicherungsdienstleistungen von Urenco sowie die Herstellung der Brennelemente durch Westinghouse bilden gemeinsam eine Lieferkette, die unabhängig von russischen Unternehmen ist. Die neue britische Kreditgarantie soll dazu beitragen, dieses System in den kommenden zwei Jahren aufrechtzuerhalten, während die ukrainischen Kernkraftwerke weiterhin einen wesentlichen Teil der Stromversorgung des Landes sicherstellen.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... u-ukrajine
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Škoda JS investiert. Sie will auf der Welle der kleinen modularen Reaktoren mitreiten.
Das Krankenhaus Třebíč erhält ein Darlehen des Kreises Vysocina in Höhe von 120 Millionen Kronen.
ČEZ startet drei Ferien-Exkursionsprogramme. Besucher können Lipno, die Umgebung von Hněvkovice und virtuell auch Temelín besichtigen.
Fernwärmeleitung aus dem AKW Dukovany beschleunigt Veränderungen in Brünn: Fernwärmeversorger trennt Wärmeverteilung vom Produktionsgeschäft.
Großbritannien garantiert Darlehen über 210 Millionen Pfund für Lieferungen von angereichertem Uran an die Ukraine
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Škoda JS investiert. Sie will auf der Welle der kleinen modularen Reaktoren mitreiten
Autor: Tomáš Málek
28.6.2026 iDNES.cz
Nukleare Renaissance, Reindustrialisierung Europas. Solche Aussagen hört man von Politikern auf dem gesamten alten Kontinent. In den Produktionshallen der Firma Škoda JS, die auf Kerntechnik spezialisiert ist, muss man sich mit so etwas nicht befassen. Das Unternehmen hat die Produktion auch nach dem Jahr 1989 aufrechterhalten und liefert in ganz Europa aus.
„Hier könnte man ein U-Boot bauen!“, denkt man, wenn man zum ersten Mal die Hauptproduktionshalle von Škoda JS betritt. Ein riesiger Hangar, an dessen Ende zwei Elektroöfen stehen. Die Einheimischen behaupten mit leichter Übertreibung, dass nur einer in Betrieb sein darf, da in Pilsen sonst die Lichter ausgehen würden. Auf Werkzeugmaschinen von der Größe eines kleinen Einfamilienhauses wird hier millimetergenau spezieller Nuklearstahl bearbeitet. Nebenan stehen Schweißvorrichtungen. In der Haupthalle werden Behälter für abgebrannte Kernbrennstoffe montiert, die für die Zwischenlager von Kraftwerken bestimmt sind.
„Der Behälter wird geschweißt. Das Ausgangsmaterial ist ein mehr als vierzig Zentimeter dicker, spezieller Kohlenstoffstahl. Wenn wir den Behälter fertigstellen, sollte man mit bloßem Auge nicht erkennen können, wo die Schweißnaht verläuft“, beschreibt Karel Stejskal, Produktionsleiter der Division Kerntechnische Anlagen bei Škoda JS.
Im Nebenraum wird derweil unter dem Bodenniveau das Fundament betoniert. Und zwar gleich für zwei neue, hochentwickelte Werkzeugmaschinen im Wert von Hunderten Millionen Kronen. Das Unternehmen hat zudem die Nachbarhalle einer insolventen Gießerei hinzugekauft. Auf den ersten Blick hat man hier keine Angst vor Auftragsmangel. Eigentlich muss man das wohl auch nicht. Maschinenbaubetriebe, die Kernkraftwerke beliefern können, gibt es in Europa nur noch eine Handvoll.
In den Wäldern
Die nukleare Schwerindustrie kam Ende der 1970er Jahre in die Tschechoslowakei. Damals entstand im Pilsener Škoda-Werk die Reaktorhalle. Der Pilsener Hersteller erhielt die Projektdokumentation für die sowjetischen Reaktoren vom Typ VVER 1000 (Temelín) und VVER 440 (Dukovany oder das slowakische Mochovce) mit der Option, diese nicht nur zu bauen, sondern auch technologisch und konstruktiv weiterzuentwickeln. Mochovce erwies sich als entscheidend für die Zukunft des Pilsener Unternehmens.
Der zweite Teil der Produktion von Škoda JS befindet sich auf einem Gelände, auf dem die Pilsener Rüstungsfabrik während des Ersten Weltkriegs Munition in Massen produzierte. Dieser Ort liegt für ein Industrieareal etwas ungewöhnlich mitten im Wald, weit weg vom Stadtzentrum. Damals war es der größte Betrieb seiner Art im gesamten Österreichisch-Ungarischen Kaiserreich. In einer der Hallen liegt ein Produkt, das ein wenig an ein riesiges, metallfarbenes Thermometer erinnert: der Steuerstabantrieb.
Die tragische Explosion in Bolevec inspirierte Čapek zu seinem Werk Krakatit
Einfach ausgedrückt: In der Stille des sorgfältig aufgeräumten Betriebs liegt das Objekt, mit dem die Spaltreaktion im Reaktordruckbehälter gesteuert wird. Jeder Reaktor vom Typ VVER-440 verfügt über 37 Steuer- und Regelbaugruppen. Dafür, dass sie sich in der Spaltzone genau so bewegen, wie es die Operateure wünschen, sorgen ihre Antriebe, die auf dem Reaktordeckel platziert sind. Die Basis jedes der 37 Antriebe bilden ein Elektromotor und ein Getriebe. Im Falle von Problemen oder bei einem Stromausfall ist das gesamte System so konstruiert, dass die Steuerstäbe durch ihr eigenes Gewicht in die Spaltzone einfahren und die Spaltreaktion stoppen können.
„Dieser Antrieb ist das Ergebnis unserer eigenen Entwicklung. Da sie die Spaltzone des Reaktors steuern, sind dies Schlüsselkomponenten eines jeden Kraftwerks. Es ist uns gelungen, ihre Lebensdauer von sieben auf dreißig Jahre zu verlängern“, fügt Tomáš Zýka hinzu, Betriebsleiter des Standorts Bolevec der Division Kerntechnische Anlagen bei Škoda JS. Jeder Steuerantrieb kostet dabei Millionen Kronen.
Die Getriebegehäuse für die Antriebe werden auf Maschinen bearbeitet, die auf fünf Achsen operieren können. Die zu bearbeitenden Stahlstücke wiegen Dutzende Kilogramm, dennoch handelt es sich um eine uhrmacherisch präzise Fertigung. „Wir arbeiten mit einer Genauigkeit von Hundertstel Millimetern“, präzisiert Zýka.
Die „Ära der nuklearen Dunkelheit“
Wenn man in der Pilsener Firma eines nicht ausstehen kann, dann ist es die Wortverbindung „Ära der nuklearen Dunkelheit“. Die Reaktorhalle ist so konzipiert, dass in ihr drei Reaktorsätze gleichzeitig entstehen konnten. Seit dem Bau des Werks haben 21 komplette Kernreaktoren des Typs VVER-440 und drei Reaktoren des Typs VVER-1000 die Tore verlassen. Das Unternehmen war ein Schlüsselzulieferer beim Bau der Kraftwerke in Dukovany und Temelín sowie der slowakischen Werke in Jaslovské Bohunice und Mochovce. Die sozialistischen Planer erwarteten, dass Pilsen insgesamt sechzig komplette Reaktoren produzieren würde.
Ohne Kernenergie geht es in Tschechien nicht, sagt der Chef von Škoda JS
Doch in den 1990er Jahren geschah in der heimischen Nuklearindustrie etwas, das an die Situation von Schiffsbauern erinnerte, die sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs auf Kriegsschiffe spezialisiert hatten. Es wurde nicht mehr gebaut.
Das Pilsener Werk orientierte sich auf die Entwicklung und Herstellung von Behältern für den Transport und die Lagerung von abgebranntem Kernbrennstoff um. In einer der Hallen in Bolevec ist bis heute ein gelb lackiertes Modell im Maßstab 1:3 zu sehen, das Falltests unterzogen wurde. Škoda begann, dieses in den Westen zu liefern, arbeitete an der Entwicklung von Produkten wie Antrieben, und seine Mitarbeiter wurden mit der Wartung von Kernkraftwerken in Tschechien betraut. Der teilstaatliche Energiekonzern ČEZ konnte damals unter Mitwirkung der tschechischen Nuklearindustrie durch Modifikationen an den bestehenden sechs Blöcken die Leistung der Kernkraftwerke um 500 Megawatt steigern. Das ist so, als hätte man in Dukovany einen weiteren Block gebaut.
Kleine modulare Reaktoren
Tschechien spielt auf dem Feld der Nuklearindustrie mit zwei Karten. Heimische Unternehmen werden sich gemäß dem Vertrag mit der südkoreanischen KHNP am Ausbau von Dukovany beteiligen, wo ein neuer Block entstehen wird. Gleichzeitig wird auf einem Feld gegenüber dem heutigen Kernkraftwerk Temelín der Bau des ersten tschechischen kleinen modularen Reaktors vorbereitet.
Giganten setzen auf kleine Kerne. ČEZ baut modulare Reaktoren
ČEZ, seit 2022 Eigentümer der Gesellschaft Škoda JS, hat eine Minderheitsbeteiligung am britischen Hersteller Rolls-Royce SMR erworben. Das britische Unternehmen bindet die Tschechen bereits in seine Lieferkette ein, mit dem Ziel, dass in Pilsen Schlüsselteile der nuklearen Anlage entstehen sollen.
„Die Vereinbarung betrifft konkret die Reaktordruckbehälter, deren Innenteile, den Reaktordeckel, Druckhalter und andere schwere Komponenten“, sagte der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor von Škoda JS a.s., Karel Bednář. Die Pilsener Gesellschaft hat ihm zufolge bereits ein großes Investitionsprogramm sowie Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten für alle genannten Anlagen gestartet. Die Produktion ist in der Folge sowohl in Bolevec als auch in der eigenen Reaktorhalle sowie im benachbarten Gebäude der ehemaligen Härterei vorgesehen, in dessen Brachfläche das Unternehmen im vergangenen Jahr investiert hat.
„Es handelt sich um einen absolut fundamentalen Wandel. Das bedeutet, dass sich unser Unternehmen im weltweiten Wettbewerb als rein tschechischer Hersteller in die globale Lieferkette eines rasant wachsenden Sektors der Kernenergie integriert hat und eine wesentliche Rolle bei SMR-Projekten nicht nur in der Tschechischen Republik spielen wird“, fügte Bednář hinzu. Seines Erachtens ist dies für das Team der Pilsener Nuklearingenieure eine hochangesehene Angelegenheit.
Das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR wird die ersten drei kleinen modularen Reaktoren am Standort Wylfa auf der Insel Anglesey in Nordwales bauen. Danach soll der Reaktor in Temelín an der Reihe sein.
Amerikanisches Zertifikat
Škoda JS hat als erstes Produktionsunternehmen aus Zentral- und Osteuropa die amerikanischen Nuklearindustrie-Zertifikate der ASME (American Society of Mechanical Engineers) erhalten. Innerhalb von zwei Jahren, einschließlich der Vorbereitungszeit, absolvierte das Unternehmen ein Audit, das ihm eine einfachere Einbindung in internationale Lieferketten ermöglichen wird – einschließlich der Lieferungen für einen weiteren Block des Kernkraftwerks Dukovany und kleine modulare SMR-Reaktoren.
„Wir haben das ASME-Audit erfolgreich abgeschlossen, als bislang einziges zentral- und osteuropäisches Produktionsunternehmen, das Inhaber dieser Zertifikate für die Kernenergie ist“, teilte das Unternehmen mit. Dies ermöglicht es, Anlagen für die Primärkreisläufe von Kernkraftwerken an Endlieferanten zu liefern, die ASME fordern.
„Es wird uns die Einbindung in die Lieferketten für kerntechnische Anlagen weltweit erleichtern. Dies betrifft auch unsere potenziellen Lieferungen für den neuen Nuklearblock in Dukovany für die koreanische Gesellschaft KHNP oder für kleine modulare Reaktoren, bei denen wir mit Rolls-Royce kooperieren“, sagte der Generaldirektor od Škoda JS, Karel Bednář.
Quelle: Zdroj: https://www.idnes.cz/ekonomika/domaci/j ... ntent=main
/gr/
Das Krankenhaus Třebíč erhält ein Darlehen des Kreises Vysocina in Höhe von 120 Millionen Kronen
29.06.2026 Nas region / Unsere Region Südböhmen-Vysocina Seite 2
Die Kreisräte haben ein Darlehen in Höhe von 120 Millionen Kronen für das Krankenhaus Třebíč beschlossen. Es soll erst im Jahr 2033 zurückgezahlt werden. Ein Grund dafür ist auch der geplante Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany im Bezirk Třebíč, erklärte der für das Gesundheitswesen zuständige Kreisrat Jiří Běhounek während der Sitzung.
Das Krankenhaus leidet unter finanziellen Engpässen aufgrund einer zu geringen Leistungsfähigkeit. Infolgedessen muss es der Allgemeinen Krankenversicherung (Všeobecná zdravotní pojišťovna – VZP) 80 Millionen Kronen an erhaltenen Vorauszahlungen zurückerstatten.
Mit der wirtschaftlichen Lage des Krankenhauses zeigte sich Běhounek unzufrieden. „Das Krankenhaus muss sich erholen, damit es überhaupt wieder eine ausreichende Leistungsfähigkeit erreicht“, sagte er.
Die medizinische Einrichtung sei jedoch für die Region mit dem Kernkraftwerk, das um zwei neue Reaktorblöcke erweitert werden soll, unverzichtbar. Der Kreisrat hob hervor, dass es dem Krankenhaus inzwischen gelinge, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Nach einem halben Jahr konnte auch die Stelle des Chefarztes der Inneren Medizin wieder besetzt werden. Zudem steigen die Zahlen chirurgischer und orthopädischer Eingriffe.
„Ich bin überzeugt, dass sich das Krankenhaus Třebíč schrittweise stabilisieren wird. Die Finanzströme müssen jedoch auf diese Weise unterstützt werden“, erklärte Běhounek vor der Abstimmung über das Darlehen.
Nach seinen Worten ist die Höhe des Darlehens ausreichend, obwohl das Krankenhaus ursprünglich 166,5 Millionen Kronen beantragt hatte. „Wir empfehlen, dieses Darlehen bis zum 31. Dezember 2033 zu gewähren, damit während der Umsetzung des Baus in Dukovany Klarheit darüber besteht, wie die Situation des Krankenhauses aussieht und ob es in der Lage sein wird, das Darlehen zurückzuzahlen“, erläuterte Běhounek.
Für das Darlehen stimmten 41 der 42 anwesenden Kreisabgeordneten.
Neben dem Krankenhaus Třebíč erhalten auch weitere vom Kreis gegründete Krankenhäuser sowie der Rettungsdienst zusätzliche Mittel aus dem diesjährigen Kreishaushalt für ihren Betrieb. Insgesamt verteilt der Kreis 132 Millionen Kronen.
Die Kreisräte beschlossen dies nach einer kurzen Debatte, in der der Oppositionsabgeordnete Pavel Nevrkla an die Notwendigkeit eines einheitlichen Konzepts für das Gesundheitswesen des Kreises appellierte. Seiner Ansicht nach konkurrieren die Einrichtungen derzeit unnötig miteinander, etwa indem sie sich mit Einstellungsprämien gegenseitig Fachkräfte abwerben.
/gr/
ČEZ startet drei Ferien-Exkursionsprogramme. Besucher können Lipno, die Umgebung von Hněvkovice und virtuell auch Temelín besichtigen
29.06.2026 Tageszeitung Ceskobudejovicky denik Südböhmen – Seite 3
Der Energieversorger ČEZ hat für die Sommerferien gleich drei Exkursionsprogramme für die Öffentlichkeit vorbereitet. Diese führen Besucher entweder in das normalerweise nicht zugängliche Wasserkraftwerk Lipno, auf eine exklusive Rundfahrt rund um Temelín und Hněvkovice oder – virtuell – direkt in das Innere des Kernkraftwerks Temelín. Sämtliche Führungen sind kostenlos, die Teilnehmerzahl ist jedoch begrenzt. Interessierte können sich ab heute über die Plattform Mimořádné prohlídky / Svět Energie anmelden.
In diesem Jahr haben die Energieexperten das Ferienprogramm in drei thematische Bereiche gegliedert, die Kernenergie und Wasserkraft miteinander verbinden. Die Programme finden den gesamten Juli über von Montag bis Sonntag statt.
„Die Führungen im Wasserkraftwerk Lipno stoßen jedes Jahr auf großes Interesse. Neu hinzu kommen in diesem Jahr Besichtigungen der Umgebung des Kernkraftwerks Temelín mit Stopps am Wasserkraftwerk Hněvkovice sowie an der Pumpstation Hněvkovice, die das Kernkraftwerk mit Wasser versorgt. Das dritte Angebot unseres Sommerprogramms ist eine virtuelle Besichtigung von Temelín. Damit können Besucher an jedem Wochentag eines der Programme auswählen“, erklärte Vít Pavlík, Leiter der Abteilung Betrieb und Entwicklung der ČEZ-Informationszentren.
Temelín und Hněvkovice: Die Geschichte des Wassers für das südböhmische Kernkraftwerk...
Das zweieinhalbstündige Programm veranschaulicht den Zusammenhang zwischen Kernenergie und Wasser. Die Besucher erhalten die seltene Gelegenheit, die Umgebung des Kernkraftwerks Temelín kennenzulernen, das Wasserkraftwerk Hněvkovice sowie die Pumpstation Hněvkovice zu besuchen, die die für den sicheren Betrieb des Kraftwerks notwendige Wasserversorgung gewährleistet.
Die kommentierte Busrundfahrt vermittelt zudem Informationen über die Funktionsweise des Kernkraftwerks Temelín und seine Sicherheitssysteme.
-Termine:
• Jeden Dienstag und Donnerstag im Juli (2. bis 23. Juli)
• jeweils um 9:00, 12:30 und 15:00 Uhr
-Kapazität:
• 40 Teilnehmer pro Termin
• Treffpunkt: Informationszentrum Temelín (Parkmöglichkeiten gegenüber auf dem TARC-Parkplatz)
Temelín entdecken: Vortrag mit Virtual Reality
Wie sieht eines der modernsten Kernkraftwerke Europas von innen aus? Ein interaktiver, 80-minütiger Vortrag mit Virtual-Reality-Technologie führt die Teilnehmer an Orte, die bei einer klassischen Besichtigung nicht zugänglich sind. Die Veranstaltung findet nicht im Informationszentrum, sondern direkt im Verwaltungsgebäude des Kernkraftwerks statt.
-Termine:
• Jeden Montag, Mittwoch und Freitag im Juli (1. bis 24. Juli)
• täglich fünf Termine zwischen 9:00 und 15:30 Uhr
-Kapazität:
• 30 Teilnehmer pro Termin
-Treffpunkt:
• Vor dem Verwaltungsgebäude des Kernkraftwerks Temelín
Lipno exklusiv: 160 Meter unter dem Wasserspiegel der Moldau….
Ein außergewöhnliches Erlebnis bietet das Wasserkraftwerk Lipno I. Ein spezieller Aufzug bringt die Besucher in die große Maschinenhalle, die in einer Kaverne 160 Meter unter der Erdoberfläche errichtet wurde. Zu sehen sind unter anderem ein Generator mit einem 240 Tonnen schweren Rotor sowie der Blick in den 3,6 Kilometer langen Auslauftunnel.
-Termine:
• Alle Juli-Wochenenden (Samstag und Sonntag)
• stündlich von 9:00 bis 16:00 Uhr
-Kapazität und Teilnahmebedingungen:
• maximal sechs Personen pro Gruppe
• Zutritt nur für Personen ab 15 Jahren mit gültigem Personalausweis oder Reisepass
• Die Besichtigung ist körperlich anspruchsvoll (Treppen) und erfordert festes, geschlossenes Schuhwerk.
• Sie ist nicht für Personen mit Höhenangst oder Klaustrophobie geeignet.
Wichtiger Hinweis für Besucher
Für alle Führungen gilt, dass die Teilnehmer 10 bis 15 Minuten vor Beginn am Treffpunkt erscheinen müssen. Aufgrund der großen Nachfrage und der begrenzten Teilnehmerzahlen empfiehlt ČEZ eine frühzeitige Reservierung. Die Anmeldung zu den einzelnen Terminen erfolgt über die Website www.svetenergie.cz/exkluzivniprohlidky.
/gr/
Fernwärmeleitung aus dem AKW Dukovany beschleunigt Veränderungen in Brünn: Fernwärmeversorger trennt Wärmeverteilung vom Produktionsgeschäft
24. Juni 2026 oenergetice.cz
Die Stadtwerke Brünn / Teplárny Brno (TB) werden im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Fernwärmeleitung vom Kernkraftwerk Dukovany nach Brünn die Wärmeverteilung vom Erzeugungsgeschäft trennen und in die eigenständige Gesellschaft Stadtwerke Brünn Verteilung / Teplárny Brno Distribuce ausgliedern. Das Unternehmen wurde bereits im Mai dieses Jahres gegründet; die Umstrukturierung soll bis Oktober abgeschlossen sein. Die Ausgliederung war eine der Voraussetzungen für die Gewährung eines staatlichen Zuschusses des Umweltministeriums für das Fernwärmeprojekt. Dies erklärten heute Vertreter der Fernwärmegesellschaft sowie der neuen Tochtergesellschaft gegenüber Journalisten.
Der Bau der Fernwärmeleitung sowie die Anpassung des Brünner Wärmenetzes werden rund 18 Milliarden Kronen kosten. Der staatliche Zuschuss soll 10,6 Milliarden Kronen betragen.
Die Gesellschaft Teplárny Brno Distribuce wird künftig nicht nur den Betrieb und die Weiterentwicklung des Fernwärmenetzes sicherstellen, sondern auch den Bau der Fernwärmeleitung koordinieren. Außerdem wird sie Empfänger der vom Umweltministerium zugesagten Förderung sein.
„Die Gründung eines eigenständigen Unternehmens, das von der Wärmeerzeugung und dem Wärmeverkauf getrennt ist und sich ausschließlich mit der Verteilung beschäftigt, ist eine der Voraussetzungen für die Gewährung der Förderung durch das Umweltministerium“, erklärte Přemysl Měchura, Finanzdirektor der Stadtwerke Brünn / Teplárny Brno.
Die Gesellschaft wurde im April dieses Jahres gegründet und am 1. Mai in das Handelsregister eingetragen. Ihre eigenständige Geschäftstätigkeit beginnt im Oktober. Auf sie gehen sämtliche Vermögenswerte über, die mit der Wärmeverteilung zusammenhängen – insbesondere das Dampf- und Heißwassernetz sowie die Übergabestationen.
„Für unsere Kunden ändert sich nichts. Die Umstrukturierung betrifft in erster Linie die interne Organisation des Unternehmens und die Trennung der einzelnen Geschäftsbereiche“, sagte der künftige Geschäftsführer von Stadtwerken Brünn Verteilung / Teplárny Brno Distribuce, Martin Šroubek.
Neben der Wärmeverteilung planen die Stadtwerke Brünn /Teplárny Brno im kommenden Jahr auch die Bereiche Wärmeverkauf und Wärmeerzeugung in zwei eigenständige Gesellschaften auszugliedern. Diese sollen ab Oktober 2027 ihre Tätigkeit aufnehmen.
Die Fernwärmeleitung gehört zu den bedeutendsten strategischen Infrastrukturprojekten der Stadt Brünn und der gesamten Region. Das Ziel ist es, die bei der Stromerzeugung im Kernkraftwerk Dukovany entstehende Abwärme zu nutzen und in das Brünner Fernwärmenetz einzuspeisen.
Die Leitung wird 42 Kilometer vom Kernkraftwerk Dukovany bis nach Brünn verlaufen. Innerhalb des Brünner Stadtgebiets werden weitere 53 Kilometer Leitungsnetz errichtet beziehungsweise angepasst.
Für das Projekt ist eine Förderung in Höhe von 10,6 Milliarden Kronen aus den Erlösen des Emissionshandels gesichert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 18 Milliarden Kronen. Zusätzlich wird ČEZ etwa drei Milliarden Kronen investieren, um die technischen Voraussetzungen für die Wärmeauskopplung im Kernkraftwerk Dukovany zu schaffen.
Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... buci-tepla
/gr/
Großbritannien garantiert Darlehen über 210 Millionen Pfund für Lieferungen von angereichertem Uran an die Ukraine
Autor: Jiří Puchnar
28. Juni 2026, oenergetice.cz
Die britische Regierung wird weitere Lieferungen von angereichertem Uran für die ukrainischen Kernkraftwerke unterstützen. Die Kreditgarantie soll den Betrieb der Anlagen angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur sichern und zugleich die britische Nuklearindustrie stärken.
Die britische Exportkreditagentur UK Export Finance (UKEF) übernimmt eine Garantie für ein Darlehen in Höhe von 210 Millionen Pfund (rund 5,9 Milliarden Tschechische Kronen). Mit dieser Finanzierung kann das Unternehmen Urenco in den kommenden zwei Jahren angereichertes Uran an den ukrainischen Kernkraftwerksbetreiber Energoatom liefern.
Die Unterstützung erfolgt nicht in Form eines direkten Zuschusses. Vielmehr garantiert UKEF den Kredit, mit dem Energoatom den Erwerb des angereicherten Urans finanziert. Die britische Regierung veröffentlichte weder die Namen der beteiligten Banken noch weitere Einzelheiten des Kreditvertrags.
Energoatom erzeugt mehr als die Hälfte des Stroms in der Ukraine. Der stabile Betrieb der Kernkraftwerke ist insbesondere deshalb von entscheidender Bedeutung, weil russische Angriffe wiederholt Kraftwerke, das Stromübertragungsnetz und weitere Teile der Energieinfrastruktur beschädigen.
Garantie knüpft an frühere Finanzierung an...
Die neue Vereinbarung baut auf einer bereits bestehenden zweijährigen Finanzierung für Lieferungen von angereichertem Uran auf. Im Jahr 2024 erhielt Energoatom einen Kredit über rund 181 Millionen Euro von Deutsche Bank und Barclays, der ebenfalls durch die britische Exportkreditagentur abgesichert wurde. Nach Angaben von World Nuclear News hat das ukrainische Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber Urenco in den Jahren 2024 und 2025 fristgerecht erfüllt.
Mit dem neuen Abkommen steigt die gesamte britische Unterstützung zur Stärkung der Energiesicherheit der Ukraine auf mehr als 490 Millionen Pfund. Dieser Betrag umfasst auch weitere Maßnahmen und beschränkt sich nicht ausschließlich auf Lieferungen von Materialien für die Herstellung von Kernbrennstoff.
Urenco arbeitet bereits seit dem Jahr 2009 mit Energoatom zusammen. Im November 2023 schlossen beide Unternehmen einen langfristigen Vertrag über die Lieferung von angereichertem Uran bis zum Jahr 2035, mit einer Verlängerungsoption bis zum Jahr 2043. Die neue Finanzierung dient somit der Umsetzung eines bereits bestehenden langfristigen Liefervertrags.
Auftrag stärkt den britischen Urenco-Betrieb….
Mehr als ein Drittel des gelieferten Materials soll im Urenco-Werk im Nordwesten Englands verarbeitet werden. Das Unternehmen beschäftigt im Vereinigten Königreich rund 650 Mitarbeiter. Nach Angaben der britischen Regierung sichert seine Tätigkeit darüber hinaus etwa 4.500 weitere Arbeitsplätze in der vorgelagerten Lieferkette.
Urenco betreibt Urananreicherungsanlagen im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, Deutschland und den Vereinigten Staaten. Dienstleistungen zur Urananreicherung stellen einen zentralen Bestandteil des nuklearen Brennstoffkreislaufs dar. Ihre Verfügbarkeit ist von großer Bedeutung, um die Abhängigkeit europäischer Kraftwerksbetreiber von russischen Lieferanten zu verringern.
Angereichertes Uran ist noch kein fertiger Kernbrennstoff….
Urenco liefert an Energoatom keine fertigen Brennelemente, sondern angereichertes Uran, das als Ausgangsmaterial für deren Herstellung dient. Natürliches Uran enthält etwa 0,7 Prozent des spaltbaren Isotops Uran-235. Für den Einsatz in herkömmlichen Leichtwasserreaktoren wird dieser Anteil durch Anreicherung in der Regel auf etwa 3 bis 5 Prozent erhöht.
Die ukrainische Lieferkette verteilt sich auf mehrere westliche Unternehmen. Das kanadische Unternehmen Cameco liefert im Zeitraum von 2024 bis 2035 Natururanhexafluorid einschließlich der erforderlichen Konversionsdienstleistungen für neun Reaktoren in den Kernkraftwerken Riwne, Chmelnyzkyj und Südukraine. Die anschließende Urananreicherung übernimmt Urenco.
Aus dem angereicherten Uran stellt Westinghouse in seinem Werk im schwedischen Västerås die fertigen Brennelemente her. Das Unternehmen beliefert Energoatom sowohl mit Brennstoff für Reaktoren des Typs WWER-1000 als auch für die kleineren WWER-440-Blöcke. Die erste Brennstoffladung für einen ukrainischen WWER-440-Reaktor lieferte Westinghouse im Jahr 2023 an das Kernkraftwerk Riwne.
Umstellung der Brennstoffversorgung
Die Ukraine begann bereits vor der russischen Invasion im Jahr 2022 mit der Diversifizierung ihrer Lieferanten für Kernbrennstoff. Die Zusammenarbeit mit Westinghouse ermöglichte zunächst die Einführung alternativer Brennelemente in WWER-1000-Reaktoren und später auch in WWER-440-Anlagen.
Die Lieferungen von Natururan durch Cameco, die Anreicherungsdienstleistungen von Urenco sowie die Herstellung der Brennelemente durch Westinghouse bilden gemeinsam eine Lieferkette, die unabhängig von russischen Unternehmen ist. Die neue britische Kreditgarantie soll dazu beitragen, dieses System in den kommenden zwei Jahren aufrechtzuerhalten, während die ukrainischen Kernkraftwerke weiterhin einen wesentlichen Teil der Stromversorgung des Landes sicherstellen.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... u-ukrajine
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Atomkraft vom 30.Juni 2026:
Inhalt:
Dolní Cerekev, eines von vier möglichen Standorten für ein Endlager für radioaktive Abfälle, hat viele Bedenken.
Mochovce 4 ist der Inbetriebnahme einen Schritt näher: Die Slowakei beginnt mit der Beladung des Reaktors mit Kernbrennstoff.
Solaranlagen auf Uranerz -Absetzbecken? Die Region bereitet eine weitere Debatte vor.
Nach fast 40 Jahren steht der Bau von Mochovce vor dem Abschluss. Dank des Kraftwerks wird die Slowakei zur „Atomgroßmacht“, sagt die Regierung.
Besuchen Sie im Sommer die südböhmischen Kraftwerke.
...
Dolní Cerekev, eines von vier möglichen Standorten für ein Endlager für radioaktive Abfälle, hat viele Bedenken
EkoNews.cz
30. Juni 2026, oenergetice.cz
Dolní Cerekev in der Region Vysočina gehört zu den vier Standorten, an denen künftig ein tiefengeologisches Endlager für hochradioaktive Abfälle entstehen könnte. Wie an den übrigen drei Standorten stößt das Vorhaben auch im Gebiet Hrádek auf Widerstand der Bevölkerung. Die Gemeinden bestehen darauf, dass der Staat nicht transparent kommuniziert und nicht ernsthaft versucht, die Zustimmung der Einwohner zu gewinnen.
An einem Vormittag Ende April wirkt Dolní Cerekev ruhig und gepflegt. Die Häuser sind renoviert, neben der Kirche steht ein Eisstand. Unter der Oberfläche jedoch herrscht Unruhe. Unweit der rund 1.200 Einwohner zählenden Gemeinde könnte der Staat künftig radioaktive Abfälle aus tschechischen Kernkraftwerken tief unter der Erde lagern. Einige Bewohner haben deshalb ihr Leben dem bürgerschaftlichen Engagement gewidmet, um das Projekt zu verhindern.
Der Standort Hrádek, zu dem Dolní Cerekev gehört, zählt zu den vier Finalisten für den Standort eines tiefengeologischen Endlagers, das Tschechien bis zum Jahr 2050 errichten will. Das sogenannte „Interessengebiet“ umfasst auch Teile der Gemeinden Cejle, Hojkov und Nový Rychnov. Direkt hinter Dolní Cerekev könnte auf einer Fläche von rund 20 Hektar eine oberirdische Anlage entstehen, in der die radioaktiven Abfälle für die Einlagerung vorbereitet würden. Anschließend sollen sie über ein Tunnelsystem in das unterirdische Endlager transportiert werden.
Seit mehr als 30 Jahren auf der Liste...
Nach Angaben von Ludmila Fučíková, Gründerin des Vereins 2. Alternativa, Gemeinderätin und ehemalige Krankenschwester, erschien die Gemeinde bereits im Jahre 1994 erstmals auf der Liste möglicher Standorte. Im Büro des Bürgermeisters Zdeněk Dvořák zeigt sie noch eine vergilbte Einladung zu einer Gemeinderatssitzung, auf der damals mit dem Energieunternehmen ČEZ über ein „zentrales Zwischenlager“ beraten werden sollte.
Die Zahl der möglichen Standorte wurde im Laufe der Jahre schrittweise reduziert – zunächst von 64 auf 30 und später weiter. Zu Weihnachten 2020 erfuhren die Einwohner von Dolní Cerekev schließlich, dass ihr Standort zu den letzten vier Kandidaten gehört.
„Wir sind ausgebrannt“...
Zwischen Bürgermeister und Gemeinderätin liegen mehrere Generationen. Als Fučíková den Widerstand gegen das Endlager begann, war Dvořák noch ein Kleinkind. Heute vertreten beide in den entscheidenden Fragen dieselbe Position. Ihr gemeinsames Engagement zeigt, dass das Thema weit über die Lebensspanne eines einzelnen Menschen hinausreicht. Schließlich dauert es schätzungsweise mehr als 100.000 Jahre, bis die Radioaktivität abgebrannter Brennelemente ausreichend abgeklungen ist.
Fučíková hat nach eigenen Angaben etwa 16 Industrieminister und fünf Direktoren der staatlichen Behörde für Endlagerung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) erlebt. In mehr als drei Jahrzehnten habe sich viel Verbitterung angesammelt – vor allem wegen der Art und Weise, wie der Staat mit den betroffenen Gemeinden umgehe.
„Nach all den Jahren sind wir einfach ausgebrannt. Die Minister haben immer dasselbe erzählt. Einem habe ich gesagt: Argumentieren Sie bloß nicht wieder damit, dass wir alle Strom haben wollen – sonst könnte ich Ihnen etwas antun“, sagt Fučíková mit einem Anflug von Humor. Schmunzelnd erinnert sie sich daran, dass ihr Verein, dessen zwei Mitglieder inzwischen verstorben sind, von einem Minister einmal als „militante Anti-Atom-Gruppe“ bezeichnet wurde.
Von Anfang an lehnt sie die dauerhafte unterirdische Lagerung abgebrannter Brennelemente ab. Sie befürwortet eine Zwischenlagerung, damit die Materialien mit fortschreitender Technologie eines Tages möglicherweise erneut genutzt werden können. Als Alternative nennt sie außerdem das Konzept der sogenannten „übertragenen Verantwortung“. Diese Position wird auch von der Plattform gegen das Endlager vertreten, die Dutzende Städte und Gemeinden repräsentiert.
SÚRAO: Ein Endlager bleibt notwendig...
Nach Angaben der SÚRAO schließt das derzeitige Programm zukünftige technologische Entwicklungen oder eine spätere Nutzung des Materials nicht aus.
„Derzeit gibt es jedoch keine Technologie, die ein tiefengeologisches Endlager vollständig überflüssig machen würde. Selbst bei der Wiederaufarbeitung von Brennstoffen oder dem Einsatz fortschrittlicher Reaktoren entstehen hochradioaktive Abfälle, die sicher isoliert werden müssen“, erklärte Sprecherin Martina Bílá.
Die heutigen Zwischenlager an den Kernkraftwerken seien lediglich eine Übergangslösung für einige Jahrzehnte. Sie erforderten eine ständige Überwachung, Wartung und institutionelle Kontrolle. Ein tiefengeologisches Endlager dagegen sei als passiv sicheres System konzipiert, das auf einer Kombination natürlicher und technischer Barrieren beruhe und auch über sehr lange Zeiträume sicher bleibe.
Die größte Sorge gilt dem Wasser….
Seit Jahren treiben die Einwohner zahlreiche Fragen um, die der Staat aus ihrer Sicht bisher nicht zufriedenstellend beantwortet hat. An erster Stelle steht die Sorge um die Wasserversorgung.
Die Gemeinde mit etwas mehr als tausend Einwohnern verbraucht täglich rund 100 Kubikmeter Wasser. Dieselbe Menge würde jedoch auch die geplante oberirdische Endlageranlage benötigen.
„Wir liegen auf der europäischen Wasserscheide. Zu uns fließt kein Wasser – im Gegenteil, es fließt von hier weg. Wir versorgen uns aus neun Brunnen, verfügen über eine 7,5 Kilometer lange Wasserleitung und zusätzlich über drei Brunnen eines landwirtschaftlichen Betriebs“, beschreibt Bürgermeister Dvořák die Situation.
Außerdem frage er die Vertreter des Staates regelmäßig, ob es wirklich sinnvoll sei, „auf dem Dach Europas das Gefährlichste zu lagern, was der Mensch je hervorgebracht hat“, zumal 94 Prozent des Kernmaterials gar nicht vollständig abgebrannt seien.
Auch Dvořák hält es für falsch, durch eine endgültige unterirdische Einlagerung die Möglichkeit einer späteren Nutzung als Brennstoff dauerhaft auszuschließen.
Zweifel am beschleunigten Zeitplan….
Ein weiterer Kritikpunkt ist der beschleunigte Zeitplan für die Standortauswahl.
Früher war vorgesehen, bis 2025 einen endgültigen sowie einen Ersatzstandort auszuwählen und das Endlager bis 2065 zu errichten. Inzwischen soll die Anlage bereits 2050 fertig sein, die Standortentscheidung soll bereits 2030 fallen.
Die Einwohner befürchten deshalb, dass die verbliebenen Standorte nicht mehr ausreichend gründlich untersucht werden. Nach Ansicht des Bürgermeisters beruhte bereits die Reduzierung von neun auf vier Standorte entgegen den ursprünglichen Plänen nicht auf umfassenden geologischen Untersuchungen.
„Und die Untersuchungen werden weiter reduziert. Heute sind pro Standort nur noch sechs bis acht Bohrungen vorgesehen. Unser Gebiet umfasst aber 60 Quadratkilometer“, kritisiert Dvořák.
Viele offene Fragen...
„Der Tschechische Geologische Dienst sagte, für Bohrungen und Auswertung brauche man sechs Jahre. SÚRAO gab ihm nur drei. Jetzt wurde die Ausschreibung wegen zu hoher Kosten aufgehoben, und dieses Jahr wird gar nicht gebohrt. Die erste Bohrung soll im Jahre 2027 stattfinden – und im Jahre 2030 soll der Standort bereits feststehen? Das geht für mich nicht auf“, sagt Dvořák.
Die SÚRAO-Sprecherin Martina Bílá räumt ein, dass Änderungen des Zeitplans Fragen aufwerfen könnten. Aus technischer und regulatorischer Sicht gebe es jedoch klar definierte Anforderungen, die nicht umgangen werden könnten.
Für die Standortentscheidung seien detaillierte geologische, hydrogeologische, geomechanische und sicherheitstechnische Daten erforderlich. Ohne deren Bewertung könne das Projekt unabhängig vom Zeitplan nicht in die nächste Phase übergehen.
Wer soll all die Menschen unterbringen?
In Dolní Cerekev besteht außerdem die Sorge, dass bei einer Auswahl des Standorts Hrádek Hunderte Bauarbeiter in die Region kommen würden. Er befürchtet außerdem einen Anstieg der Kriminalität.
Nach geltendem Recht würde Dolní Cerekev für das Endlager eine einmalige Zahlung von 60 Millionen Kronen erhalten. Hinzu kämen jährliche Ausgleichszahlungen von zwei bis drei Millionen Kronen. Bereits in den vergangenen zwei Jahren erhielt die Gemeinde wegen der Erkundungsarbeiten jeweils rund 3,5 Millionen Kronen. Nach Auffassung der Gemeinde reichen diese Mittel jedoch bei Weitem nicht aus, um die Folgen eines möglichen Bevölkerungszuwachses zu bewältigen.
„Seit 30 Jahren stellen wir dieselben Fragen“
„Seit dreißig Jahren stellen wir dieselben Fragen und bekommen keine Antworten“, sagt Dvořák.
„Ich frage zum Beispiel: Wo werden diese Menschen schlafen? Werden sie hier wohnen oder pendeln? Wo gehen ihre Kinder zur Schule? Wohin fließt das Wasser, das sie verbrauchen?“
Als Gegenbeispiel nennt er den Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany, auf den sich nach seiner Ansicht die gesamte Region Třebíč systematisch vorbereite.
Gemeinden kämpfen gemeinsam….
Damit ihre Einwände überhaupt ernst genommen werden, mussten sich acht betroffene Gemeinden zusammenschließen und gemeinsam einen Rechtsanwalt beauftragen. „Nur so konnten wir verhindern, dass unsere Stellungnahmen mit dem Hinweis auf formale Mängel einfach vom Tisch gewischt werden. Das ist früher schon passiert“, berichtet Dvořák.
Gemeinsam mit Fučíková verweist er auf Frankreich, wo den Interessen der betroffenen Gemeinden deutlich mehr Gewicht beigemessen werde. „Mancherorts haben Gemeinden sogar ein Vetorecht. Bei uns entscheidet allein die Regierung“, kritisiert Fučíková.
Für Bürgermeister Dvořák ist entscheidend, dass die Auswahl des endgültigen Standorts auf vollständigen Daten und einem ordnungsgemäßen Verfahren basiert.
„Solange wir von einer Seite nicht alle Informationen erhalten, ist die einfachste Antwort: Nein, danke – ich will das nicht. Ich möchte meinen Kindern und den kommenden Generationen später in die Augen sehen können. Denn sie werden dieses Endlager fertigstellen – so wie wir heute die Büchse der Pandora geerbt haben, die unsere Väter und Großväter mit der Entscheidung für die Kernenergie geöffnet haben.“
Übernommen vom Internetportal EkoNews.cz, einem Nachrichtenportal zu Wirtschaft und Nachhaltigkeit.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ulozisti-2
/gr/
Mochovce 4 ist der Inbetriebnahme einen Schritt näher: Die Slowakei beginnt mit der Beladung des Reaktors mit Kernbrennstoff
ČTK
Kalná nad Hronom (Slowakei), 29. Juni 2026, oenergetice.cz
Der größte Stromerzeuger der Slowakei, Slovenské elektrárne (SE), hat mit der Beladung des fertiggestellten vierten Blocks des Kernkraftwerks Mochovce mit Kernbrennstoff begonnen. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Mehrheitseigentümer der SE ist die Energetický a průmyslový holding (EPH) des tschechischen Unternehmers Daniel Křetínský.
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bekräftigte bei dieser Gelegenheit erneut seine Auffassung, der Staat solle die Möglichkeit nutzen, seine Beteiligung an den Slovenské elektrárne zu erhöhen und künftig die Mehrheit an dem Unternehmen zu halten.
Die Beladung des Reaktors folgt auf die Entscheidung der slowakischen Atomaufsichtsbehörde (ÚJD) vom Mai, die den Betrieb des vierten Blocks genehmigt hatte. Gegen diese Entscheidung wurden keine Einwände erhoben.
Der vierte Block des Kernkraftwerks Mochovce verfügt über eine installierte Leistung von 471 Megawatt (MW) und wird künftig rund 13 Prozent des slowakischen Stromverbrauchs decken.
„Es handelt sich um eines der größten Infrastrukturprojekte Europas und um die größte private Investition in der Geschichte der Slowakei. Die Slowakei wird zu einer Atomgroßmacht“, sagte SE-Generaldirektor Branislav Strýček auf einer Pressekonferenz.
Nach seinen Angaben werden künftig bis zu 77 Prozent des Stromverbrauchs der Slowakei durch Kernenergie gedeckt.
Strýček geht davon aus, dass der neue Reaktorblock Ende des Sommers an das Stromnetz angeschlossen wird und noch im Laufe dieses Jahres seine volle Leistung erreichen könnte.
Die Vorsitzende der Atomaufsichtsbehörde, Marta Žiaková, erklärte, dass die Inbetriebnahme des vierten Blocks bislang reibungsloser verlaufe als beim dritten Block des Kernkraftwerks im Süden der Slowakei. Der dritte Block war im Jahre 2023 an das Stromnetz angeschlossen worden. Nach der Brennstoffbeladung beginnen nun die vorgeschriebenen Tests.
Ministerpräsident Fico sprach sich erneut dafür aus, dass der Staat die Option auf den Erwerb weiterer 17 Prozent der Anteile an den Slovenské elektrárne ausübt. Dadurch würde sich der staatliche Anteil von derzeit 34 auf 51 Prozent erhöhen und der Staat die Mehrheit am Unternehmen übernehmen.
Einzelheiten nannte Fico nicht. Nach seinen Angaben kann der Staat diese Option ein halbes Jahr nach der Netzanbindung des vierten Blocks wahrnehmen.
Bereits heute stammt der größte Teil der slowakischen Stromerzeugung aus Kernenergie. Die ersten beiden Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Mochovce sind seit Ende der 1990er Jahre in Betrieb. Mit dem Bau des dritten und vierten Blocks wurde bereits im Jahre 1987 begonnen. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurden die Arbeiten in den 1990er Jahren eingestellt und erst 2008 während der ersten Regierung Fico wieder aufgenommen.
Neben Mochovce betreiben die Slovenské elektrárne (SE) auch das Kernkraftwerk Jaslovské Bohunice.
Die Fertigstellung des dritten und vierten Blocks verzögerte sich gegenüber den ursprünglichen Planungen erheblich. Gleichzeitig stiegen die Projektkosten auf 6,7 Milliarden Euro (mehr als 157 Milliarden tschechische Kronen).
An der Fertigstellung des vierten Blocks war auch das Pilsener Unternehmen Škoda JS beteiligt, einer der führenden europäischen Hersteller und Lieferanten von Anlagen für die Kernenergie.
Bereits die Inbetriebnahme des dritten Blocks trug wesentlich dazu bei, dass die Slowakei bei der Stromerzeugung energieautark wurde. Gleichzeitig verbesserte sich die wirtschaftliche Lage der Slovenské elektrárne deutlich: Im vergangenen Jahr erhöhte das Unternehmen seinen konsolidierten Nettogewinn um 21,8 Prozent auf den Rekordwert von 968 Millionen Euro (23,5 Milliarden tschechische Kronen).
Die derzeitige slowakische Regierung bereitet außerdem den Bau eines neuen staatlichen Kernkraftwerks mit einer Leistung von rund 1.200 MW vor. Als Partner für dieses Projekt ist das US-Unternehmen Westinghouse vorgesehen.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... azi-palivo
/gr/
Solaranlagen auf Uranerz -Absetzbecken? Die Region bereitet eine weitere Debatte vor
30.06.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES
Autor: Antonín Pelíšek
ČEZ gibt Pläne für den Bau einer Photovoltaikanlage auf ehemaligen Uranerz-Absetzbecken auf.
MYDLOVARY – Die Möglichkeit, auf den ehemaligen Absetzbecken nach der Uranaufbereitung bei Mydlovary einen großflächigen Solarpark zu errichten, wird erneut im Rahmen einer öffentlichen Anhörung diskutiert. Die Debatte findet im Kreisamt Budweis statt und ist Teil der Aktualisierung der Grundsätze der regionalen Raumplanung (ZÚR). Das Vorhaben stößt insbesondere bei den betroffenen Gemeinden im Raum Budweis auf großes Interesse.
Die Gemeinden Dívčice, Olešník und Mydlovary lehnen die geplante Solaranlage auf einer Fläche von mehr als 100 Hektar von Beginn an ab. Sie befürchten, dass die Verankerung der Solarmodule auf der Oberfläche der rekultivierten Absetzbecken deren Deckschicht beschädigen und dadurch Schadstoffe in die Luft freisetzen könnte. In den Becken lagern Millionen Tonnen ursprünglicher und später eingebrachter Abfälle. Früher dienten sie der chemischen Aufbereitung von Uranerz. Hauptinteressent für den Bau war der Energiekonzern ČEZ.
„Jahrelang mussten wir die Auffüllung der Absetzbecken ertragen, jetzt haben wir Angst, dass sie erneut geöffnet werden. Vor Kurzem haben wir ein Schreiben von ČEZ erhalten, wonach das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen von dem Vorhaben Abstand nimmt. Die Region unterstützt das Projekt jedoch weiterhin. Wir werden uns dagegen wehren“, erklärte der Bürgermeister von Dívčice, Miroslav Stulík.
Bei der letzten öffentlichen Anhörung zur Aktualisierung der Raumplanungsgrundsätze versuchte der Kreishauptmann Martin Kuba die Anwesenden davon zu überzeugen, dass die Aufnahme des Solarparks in den Regionalplan Vorteile habe. Nur so hätten die Gemeinden größeren Einfluss auf das Projekt. Sollte der Staat das Gebiet stattdessen als sogenannte Beschleunigungszone ausweisen, würden die Kommunen diesen Einfluss verlieren. Wie die Zeitung MF DNES erfuhr, gehört das Gebiet nach Angaben des Ministeriums für regionale Entwicklung jedoch nicht zu den vorgeschlagenen Beschleunigungszonen.
In Südböhmen betreffen diese Zonen überwiegend Standorte für künftige Windkraftanlagen. Zu den vorgeschlagenen Gebieten zählen auch Orte, an denen die Bevölkerung Windkraft bereits abgelehnt hat – etwa bei Hořice na Šumavě, Rožmberk nad Vltavou und Malšín im Bezirk Český Krumlov /Krummau. Ursprünglich hatten ausländische Unternehmen Interesse am Bau der Windparks. Umfragen zufolge würden die Einwohner jedoch eher tschechische Investoren wie ČEZ akzeptieren.
Die Region hatte die erneute öffentliche Anhörung zur Aktualisierung der Raumplanungsgrundsätze zunächst für den 17. Juli angekündigt, den Termin jedoch wieder abgesagt. Nach Angaben von Věra Třísková, Leiterin der Abteilung Raumplanung im Budweiser Kreisamt, soll die Anhörung erst nach den Sommerferien stattfinden.
Die Zonen betreffen 35 Gemeinden...
Die vorgeschlagenen Beschleunigungszonen in Südböhmen, in denen der Staat den Ausbau erneuerbarer Energien fördern will, sind überwiegend für Windkraftanlagen vorgesehen. Sie betreffen insgesamt 35 Gemeinden. Gleichzeitig setzt der landesweite Raumordnungsplan diesen Zonen klare Grenzen. Die Vorhaben dürfen nicht im Widerspruch zum Naturschutz stehen oder Gebiete beeinträchtigen, die etwa für den Kurbetrieb vorgesehen sind, ebenso wenig die nationale Sicherheit.
Ein Beispiel ist der Bezirk Český Krumlov / Krummau: Zwar herrschen im gesamten Militärgebiet Boletice ausgezeichnete Windverhältnisse, doch dort ist eine Nutzung aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen. Betroffen sind jedoch auch Gemeinden am Rand des Truppenübungsplatzes, etwa Hořice na Šumavě.
Nach Angaben von Martina Kabelková vom Institut für Raumentwicklung in Brünn bestehen weitere Einschränkungen, etwa durch den Denkmalschutz sowie mögliche Auswirkungen über Staatsgrenzen hinweg oder auf bestehende Wohnbebauung.
Derzeit sind in Tschechien insgesamt 94 Beschleunigungszonen vorgeschlagen, davon 80 für künftige Windkraftanlagen. Im Juli sollen die zuständigen Regionen die Vorschläge bewerten, im August will die Regierung darüber entscheiden. Zum Entwurf haben Zehntausende Gemeinden, Verbände und Privatpersonen Stellung genommen.
„Die Südböhmische Region wird im Rahmen der 12. Aktualisierung der Grundsätze der regionalen Raumplanung keine im landesweiten Raumordnungsplan ausgewiesenen Beschleunigungszonen ergänzen“, erklärte die Sprecherin des Budweiser Kreisamts, Hana Dědičová.
Auswahl der vorgeschlagenen Beschleunigungszonen in der Region
• Strakonice: Litochovice, Bušanovice
• Bezirk Český Krumlov: Hořice na Šumavě, Bohdalovice, Rožmberk nad Vltavou
• Tábor: Obrataň, Černovice
• Bezirk Jindřichův Hradec: Lodhéřov, Dačicko
/gr/
Nach fast 40 Jahren steht der Bau von Mochovce vor dem Abschluss. Dank des Kraftwerks wird die Slowakei zur „Atomgroßmacht“, sagt die Regierung
30.6.2026 Tschechischer Rundfunk
Mit dem Beladen des vierten Reaktorblocks des slowakischen Kernkraftwerks Mochovce mit Kernbrennstoff hat am Montag einer der letzten Schritte vor der Inbetriebnahme des Reaktors begonnen. Damit geht ein Projekt zu Ende, dessen Geschichte fast vier Jahrzehnte umfasst und das sich zur teuersten Energieinvestition in der neueren Geschichte der Slowakei entwickelt hat. Nach Ansicht der slowakischen Regierung und der Kraftwerksleitung wird die Slowakei damit weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Kernenergie an der Stromerzeugung gehören.
Fertigstellung nach fast 40 Jahren….
„Heute hat die Slowakei allen Grund, außerordentlich stolz zu sein“, erklärte Ministerpräsident Robert Fico (Smer) zum Beginn der Brennstoffbeladung. Er erinnerte daran, dass die Entscheidung zur Fertigstellung des dritten und vierten Blocks während seiner ersten Regierungszeit im Jahr 2008 gefallen sei.
„Ich erinnere mich an die entscheidenden Tage und Wochen des Jahres 2008, als wir während unserer ersten Amtszeit die damaligen italienischen Anteilseigner der Slovenské elektrárne (SE) davon überzeugten, den dritten und vierten Block fertigzustellen. Auf diese Entscheidung bin ich sehr stolz“, sagte Fico.
Mit dem Bau der beiden Reaktorblöcke wurde bereits 1987 begonnen. Nach dem Zerfall der Tschechoslowakei wurden die Arbeiten in den 1990er Jahren wegen Finanzierungsproblemen eingestellt und erst 2008 wieder aufgenommen. Die Gesamtkosten des Projekts stiegen schließlich auf 6,7 Milliarden Euro.
Nach Angaben des Generaldirektors der Slovenské elektrárne (SE), Branislav Strýček, handelt es sich dennoch um einen außergewöhnlichen Erfolg – nicht nur für die Slowakei, sondern für ganz Europa.
„In den vergangenen 20 Jahren sind in Europa lediglich vier neue Kernkraftwerksblöcke in Betrieb gegangen – zwei davon in der Slowakei“, sagte Strýček. Dies beweise, dass „auch eine kleine Nation, ein kleines Land, große Dinge leisten kann“.
Die Beladung mit Kernbrennstoff gehört zu den letzten und zugleich sensibelsten Phasen vor der Inbetriebnahme eines Kernreaktors. Sie bedeutet jedoch nicht, dass das Kraftwerk sofort Strom produziert.
„Heute wird der Brennstoff geladen, anschließend folgen die ersten Tests. Nach diesen Tests wird die erste kontrollierte Kettenreaktion stattfinden, danach beginnt schrittweise die Stromerzeugung“, erläuterte Fico.
Nach Angaben der Kraftwerksleitung soll der vierte Block Ende des Sommers an das Stromnetz angeschlossen werden und zunächst rund 20 Prozent seiner Leistung erreichen. Die volle Leistung wird zum Jahreswechsel 2026/2027 erwartet.
Mehr Energieunabhängigkeit….
Nach Einschätzung von Experten verändert die Fertigstellung des vierten Blocks die Energieversorgung der Slowakei grundlegend. Bereits mit der Inbetriebnahme des dritten Blocks im Jahr 2023 wurde das Land zum Nettoexporteur von Strom.
„Die Slowakei ist heute energieautark, weil sie mehr Strom erzeugt als verbraucht. Diese positive Bilanz wurde durch den Start des dritten Mochovce-Blocks in Verbindung mit einem deutlichen Rückgang des heimischen Stromverbrauchs möglich“, erklärte der Energieanalyst Radovan Potočár.
Der vierte Block werde diese Position weiter stärken. „Die Slowakei wird damit zu einem bedeutenden regionalen Exporteur elektrischer Energie.“
Nach seinen Worten kommt der neue Reaktor zu einem Zeitpunkt, an dem zahlreiche Länder Mittel- und Südosteuropas – etwa das benachbarte Ungarn oder Staaten auf dem Balkan – nicht über ausreichende eigene Stromerzeugungskapazitäten verfügen.
„Es gibt also einen Markt, auf dem der im vierten Block von Mochovce erzeugte Strom problemlos abgesetzt werden kann“, so Potočár.
Deutliche tschechische Beteiligung...
Das Projekt trägt auch eine starke tschechische Handschrift. Mehrheitseigentümer der Slovenské elektrárne ist die EPH-Gruppe des tschechischen Unternehmers Daniel Křetínský. An der Fertigstellung des vierten Blocks war außerdem das Pilsener Unternehmen Škoda JS, ein Anbieter von Kerntechnik, beteiligt.
Nach Ansicht Potočárs hat sich die Investition trotz jahrelanger Verzögerungen und erheblicher Kostensteigerungen letztlich als strategisch sinnvoll erwiesen. Gerade die Energieunabhängigkeit bezeichnete auch Ministerpräsident Fico als einen der wichtigsten Gründe dafür, dass die Fertigstellung von Mochovce die richtige Entscheidung gewesen sei.
„Es geht nicht nur um Waffen. Es geht nicht nur um Flugabwehr- oder Raketenabwehrsysteme. Entscheidend ist auch, ob ein Land genügend elektrische Energie hat oder nicht. Ohne Strom kann man nichts produzieren“, sagte Fico.
„Eine Atomgroßmacht“...
Noch weiter ging Kraftwerkschef Branislav Strýček.
„Die Slowakei wird zu einer Atomgroßmacht“, erklärte er. Nach der Inbetriebnahme des vierten Blocks würden 77 Prozent des in der Slowakei erzeugten Stroms aus Kernenergie stammen.
Nach Ansicht des Energieanalysten Potočár handelt es sich dabei nicht nur um politische Rhetorik „Schon heute stammen rund zwei Drittel des Stroms aus Kernenergie. Mit der Fertigstellung des vierten Blocks wird dieser Anteil weiter steigen, und die Slowakei wird – gemeinsam mit Frankreich – weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Kernenergieanteil an der Stromerzeugung gehören.“
Angesichts ihrer Größe nehme die Slowakei damit in Europa eine außergewöhnliche Stellung ein.„Frankreich verfügt zwar über deutlich mehr Reaktorblöcke, ist aber auch um ein Vielfaches größer“, sagte er.
Weitere Atompläne….
Mit der Fertigstellung von Mochovce enden die nuklearen Ambitionen der Slowakei nicht. Ministerpräsident Fico bestätigte auf der Pressekonferenz am Montag, dass die Regierung die Vorbereitungen für ein weiteres Kernkraftwerk in Jaslovské Bohunice mit einer geplanten Leistung von rund 1.200 Megawatt fortsetzt.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-svet/po- ... 292031_epo
/gr/
Besuchen Sie im Sommer die südböhmischen Kraftwerke
30.6.2026 Tageszeitung MF DNES Südböhmen – Seite 9
Kommen Sie im Juli zu den Veranstaltungen in den Kraftwerken der ČEZ-Gruppe.
Temelín und Hněvkovice: Die Geschichte der Stromerzeugung...
Unternehmen Sie eine Rundfahrt mit dem Bus und einem fachkundigen Begleiter und entdecken Sie das Energiezentrum Südböhmens aus einer neuen Perspektive…
Temelín entdecken...
Erleben Sie einen interaktiven Vortrag, der Sie in die Welt der Stromerzeugung einführt – einschließlich einer virtuellen Realität.
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/gr/
Inhalt:
Dolní Cerekev, eines von vier möglichen Standorten für ein Endlager für radioaktive Abfälle, hat viele Bedenken.
Mochovce 4 ist der Inbetriebnahme einen Schritt näher: Die Slowakei beginnt mit der Beladung des Reaktors mit Kernbrennstoff.
Solaranlagen auf Uranerz -Absetzbecken? Die Region bereitet eine weitere Debatte vor.
Nach fast 40 Jahren steht der Bau von Mochovce vor dem Abschluss. Dank des Kraftwerks wird die Slowakei zur „Atomgroßmacht“, sagt die Regierung.
Besuchen Sie im Sommer die südböhmischen Kraftwerke.
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Dolní Cerekev, eines von vier möglichen Standorten für ein Endlager für radioaktive Abfälle, hat viele Bedenken
EkoNews.cz
30. Juni 2026, oenergetice.cz
Dolní Cerekev in der Region Vysočina gehört zu den vier Standorten, an denen künftig ein tiefengeologisches Endlager für hochradioaktive Abfälle entstehen könnte. Wie an den übrigen drei Standorten stößt das Vorhaben auch im Gebiet Hrádek auf Widerstand der Bevölkerung. Die Gemeinden bestehen darauf, dass der Staat nicht transparent kommuniziert und nicht ernsthaft versucht, die Zustimmung der Einwohner zu gewinnen.
An einem Vormittag Ende April wirkt Dolní Cerekev ruhig und gepflegt. Die Häuser sind renoviert, neben der Kirche steht ein Eisstand. Unter der Oberfläche jedoch herrscht Unruhe. Unweit der rund 1.200 Einwohner zählenden Gemeinde könnte der Staat künftig radioaktive Abfälle aus tschechischen Kernkraftwerken tief unter der Erde lagern. Einige Bewohner haben deshalb ihr Leben dem bürgerschaftlichen Engagement gewidmet, um das Projekt zu verhindern.
Der Standort Hrádek, zu dem Dolní Cerekev gehört, zählt zu den vier Finalisten für den Standort eines tiefengeologischen Endlagers, das Tschechien bis zum Jahr 2050 errichten will. Das sogenannte „Interessengebiet“ umfasst auch Teile der Gemeinden Cejle, Hojkov und Nový Rychnov. Direkt hinter Dolní Cerekev könnte auf einer Fläche von rund 20 Hektar eine oberirdische Anlage entstehen, in der die radioaktiven Abfälle für die Einlagerung vorbereitet würden. Anschließend sollen sie über ein Tunnelsystem in das unterirdische Endlager transportiert werden.
Seit mehr als 30 Jahren auf der Liste...
Nach Angaben von Ludmila Fučíková, Gründerin des Vereins 2. Alternativa, Gemeinderätin und ehemalige Krankenschwester, erschien die Gemeinde bereits im Jahre 1994 erstmals auf der Liste möglicher Standorte. Im Büro des Bürgermeisters Zdeněk Dvořák zeigt sie noch eine vergilbte Einladung zu einer Gemeinderatssitzung, auf der damals mit dem Energieunternehmen ČEZ über ein „zentrales Zwischenlager“ beraten werden sollte.
Die Zahl der möglichen Standorte wurde im Laufe der Jahre schrittweise reduziert – zunächst von 64 auf 30 und später weiter. Zu Weihnachten 2020 erfuhren die Einwohner von Dolní Cerekev schließlich, dass ihr Standort zu den letzten vier Kandidaten gehört.
„Wir sind ausgebrannt“...
Zwischen Bürgermeister und Gemeinderätin liegen mehrere Generationen. Als Fučíková den Widerstand gegen das Endlager begann, war Dvořák noch ein Kleinkind. Heute vertreten beide in den entscheidenden Fragen dieselbe Position. Ihr gemeinsames Engagement zeigt, dass das Thema weit über die Lebensspanne eines einzelnen Menschen hinausreicht. Schließlich dauert es schätzungsweise mehr als 100.000 Jahre, bis die Radioaktivität abgebrannter Brennelemente ausreichend abgeklungen ist.
Fučíková hat nach eigenen Angaben etwa 16 Industrieminister und fünf Direktoren der staatlichen Behörde für Endlagerung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) erlebt. In mehr als drei Jahrzehnten habe sich viel Verbitterung angesammelt – vor allem wegen der Art und Weise, wie der Staat mit den betroffenen Gemeinden umgehe.
„Nach all den Jahren sind wir einfach ausgebrannt. Die Minister haben immer dasselbe erzählt. Einem habe ich gesagt: Argumentieren Sie bloß nicht wieder damit, dass wir alle Strom haben wollen – sonst könnte ich Ihnen etwas antun“, sagt Fučíková mit einem Anflug von Humor. Schmunzelnd erinnert sie sich daran, dass ihr Verein, dessen zwei Mitglieder inzwischen verstorben sind, von einem Minister einmal als „militante Anti-Atom-Gruppe“ bezeichnet wurde.
Von Anfang an lehnt sie die dauerhafte unterirdische Lagerung abgebrannter Brennelemente ab. Sie befürwortet eine Zwischenlagerung, damit die Materialien mit fortschreitender Technologie eines Tages möglicherweise erneut genutzt werden können. Als Alternative nennt sie außerdem das Konzept der sogenannten „übertragenen Verantwortung“. Diese Position wird auch von der Plattform gegen das Endlager vertreten, die Dutzende Städte und Gemeinden repräsentiert.
SÚRAO: Ein Endlager bleibt notwendig...
Nach Angaben der SÚRAO schließt das derzeitige Programm zukünftige technologische Entwicklungen oder eine spätere Nutzung des Materials nicht aus.
„Derzeit gibt es jedoch keine Technologie, die ein tiefengeologisches Endlager vollständig überflüssig machen würde. Selbst bei der Wiederaufarbeitung von Brennstoffen oder dem Einsatz fortschrittlicher Reaktoren entstehen hochradioaktive Abfälle, die sicher isoliert werden müssen“, erklärte Sprecherin Martina Bílá.
Die heutigen Zwischenlager an den Kernkraftwerken seien lediglich eine Übergangslösung für einige Jahrzehnte. Sie erforderten eine ständige Überwachung, Wartung und institutionelle Kontrolle. Ein tiefengeologisches Endlager dagegen sei als passiv sicheres System konzipiert, das auf einer Kombination natürlicher und technischer Barrieren beruhe und auch über sehr lange Zeiträume sicher bleibe.
Die größte Sorge gilt dem Wasser….
Seit Jahren treiben die Einwohner zahlreiche Fragen um, die der Staat aus ihrer Sicht bisher nicht zufriedenstellend beantwortet hat. An erster Stelle steht die Sorge um die Wasserversorgung.
Die Gemeinde mit etwas mehr als tausend Einwohnern verbraucht täglich rund 100 Kubikmeter Wasser. Dieselbe Menge würde jedoch auch die geplante oberirdische Endlageranlage benötigen.
„Wir liegen auf der europäischen Wasserscheide. Zu uns fließt kein Wasser – im Gegenteil, es fließt von hier weg. Wir versorgen uns aus neun Brunnen, verfügen über eine 7,5 Kilometer lange Wasserleitung und zusätzlich über drei Brunnen eines landwirtschaftlichen Betriebs“, beschreibt Bürgermeister Dvořák die Situation.
Außerdem frage er die Vertreter des Staates regelmäßig, ob es wirklich sinnvoll sei, „auf dem Dach Europas das Gefährlichste zu lagern, was der Mensch je hervorgebracht hat“, zumal 94 Prozent des Kernmaterials gar nicht vollständig abgebrannt seien.
Auch Dvořák hält es für falsch, durch eine endgültige unterirdische Einlagerung die Möglichkeit einer späteren Nutzung als Brennstoff dauerhaft auszuschließen.
Zweifel am beschleunigten Zeitplan….
Ein weiterer Kritikpunkt ist der beschleunigte Zeitplan für die Standortauswahl.
Früher war vorgesehen, bis 2025 einen endgültigen sowie einen Ersatzstandort auszuwählen und das Endlager bis 2065 zu errichten. Inzwischen soll die Anlage bereits 2050 fertig sein, die Standortentscheidung soll bereits 2030 fallen.
Die Einwohner befürchten deshalb, dass die verbliebenen Standorte nicht mehr ausreichend gründlich untersucht werden. Nach Ansicht des Bürgermeisters beruhte bereits die Reduzierung von neun auf vier Standorte entgegen den ursprünglichen Plänen nicht auf umfassenden geologischen Untersuchungen.
„Und die Untersuchungen werden weiter reduziert. Heute sind pro Standort nur noch sechs bis acht Bohrungen vorgesehen. Unser Gebiet umfasst aber 60 Quadratkilometer“, kritisiert Dvořák.
Viele offene Fragen...
„Der Tschechische Geologische Dienst sagte, für Bohrungen und Auswertung brauche man sechs Jahre. SÚRAO gab ihm nur drei. Jetzt wurde die Ausschreibung wegen zu hoher Kosten aufgehoben, und dieses Jahr wird gar nicht gebohrt. Die erste Bohrung soll im Jahre 2027 stattfinden – und im Jahre 2030 soll der Standort bereits feststehen? Das geht für mich nicht auf“, sagt Dvořák.
Die SÚRAO-Sprecherin Martina Bílá räumt ein, dass Änderungen des Zeitplans Fragen aufwerfen könnten. Aus technischer und regulatorischer Sicht gebe es jedoch klar definierte Anforderungen, die nicht umgangen werden könnten.
Für die Standortentscheidung seien detaillierte geologische, hydrogeologische, geomechanische und sicherheitstechnische Daten erforderlich. Ohne deren Bewertung könne das Projekt unabhängig vom Zeitplan nicht in die nächste Phase übergehen.
Wer soll all die Menschen unterbringen?
In Dolní Cerekev besteht außerdem die Sorge, dass bei einer Auswahl des Standorts Hrádek Hunderte Bauarbeiter in die Region kommen würden. Er befürchtet außerdem einen Anstieg der Kriminalität.
Nach geltendem Recht würde Dolní Cerekev für das Endlager eine einmalige Zahlung von 60 Millionen Kronen erhalten. Hinzu kämen jährliche Ausgleichszahlungen von zwei bis drei Millionen Kronen. Bereits in den vergangenen zwei Jahren erhielt die Gemeinde wegen der Erkundungsarbeiten jeweils rund 3,5 Millionen Kronen. Nach Auffassung der Gemeinde reichen diese Mittel jedoch bei Weitem nicht aus, um die Folgen eines möglichen Bevölkerungszuwachses zu bewältigen.
„Seit 30 Jahren stellen wir dieselben Fragen“
„Seit dreißig Jahren stellen wir dieselben Fragen und bekommen keine Antworten“, sagt Dvořák.
„Ich frage zum Beispiel: Wo werden diese Menschen schlafen? Werden sie hier wohnen oder pendeln? Wo gehen ihre Kinder zur Schule? Wohin fließt das Wasser, das sie verbrauchen?“
Als Gegenbeispiel nennt er den Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany, auf den sich nach seiner Ansicht die gesamte Region Třebíč systematisch vorbereite.
Gemeinden kämpfen gemeinsam….
Damit ihre Einwände überhaupt ernst genommen werden, mussten sich acht betroffene Gemeinden zusammenschließen und gemeinsam einen Rechtsanwalt beauftragen. „Nur so konnten wir verhindern, dass unsere Stellungnahmen mit dem Hinweis auf formale Mängel einfach vom Tisch gewischt werden. Das ist früher schon passiert“, berichtet Dvořák.
Gemeinsam mit Fučíková verweist er auf Frankreich, wo den Interessen der betroffenen Gemeinden deutlich mehr Gewicht beigemessen werde. „Mancherorts haben Gemeinden sogar ein Vetorecht. Bei uns entscheidet allein die Regierung“, kritisiert Fučíková.
Für Bürgermeister Dvořák ist entscheidend, dass die Auswahl des endgültigen Standorts auf vollständigen Daten und einem ordnungsgemäßen Verfahren basiert.
„Solange wir von einer Seite nicht alle Informationen erhalten, ist die einfachste Antwort: Nein, danke – ich will das nicht. Ich möchte meinen Kindern und den kommenden Generationen später in die Augen sehen können. Denn sie werden dieses Endlager fertigstellen – so wie wir heute die Büchse der Pandora geerbt haben, die unsere Väter und Großväter mit der Entscheidung für die Kernenergie geöffnet haben.“
Übernommen vom Internetportal EkoNews.cz, einem Nachrichtenportal zu Wirtschaft und Nachhaltigkeit.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ulozisti-2
/gr/
Mochovce 4 ist der Inbetriebnahme einen Schritt näher: Die Slowakei beginnt mit der Beladung des Reaktors mit Kernbrennstoff
ČTK
Kalná nad Hronom (Slowakei), 29. Juni 2026, oenergetice.cz
Der größte Stromerzeuger der Slowakei, Slovenské elektrárne (SE), hat mit der Beladung des fertiggestellten vierten Blocks des Kernkraftwerks Mochovce mit Kernbrennstoff begonnen. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Mehrheitseigentümer der SE ist die Energetický a průmyslový holding (EPH) des tschechischen Unternehmers Daniel Křetínský.
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bekräftigte bei dieser Gelegenheit erneut seine Auffassung, der Staat solle die Möglichkeit nutzen, seine Beteiligung an den Slovenské elektrárne zu erhöhen und künftig die Mehrheit an dem Unternehmen zu halten.
Die Beladung des Reaktors folgt auf die Entscheidung der slowakischen Atomaufsichtsbehörde (ÚJD) vom Mai, die den Betrieb des vierten Blocks genehmigt hatte. Gegen diese Entscheidung wurden keine Einwände erhoben.
Der vierte Block des Kernkraftwerks Mochovce verfügt über eine installierte Leistung von 471 Megawatt (MW) und wird künftig rund 13 Prozent des slowakischen Stromverbrauchs decken.
„Es handelt sich um eines der größten Infrastrukturprojekte Europas und um die größte private Investition in der Geschichte der Slowakei. Die Slowakei wird zu einer Atomgroßmacht“, sagte SE-Generaldirektor Branislav Strýček auf einer Pressekonferenz.
Nach seinen Angaben werden künftig bis zu 77 Prozent des Stromverbrauchs der Slowakei durch Kernenergie gedeckt.
Strýček geht davon aus, dass der neue Reaktorblock Ende des Sommers an das Stromnetz angeschlossen wird und noch im Laufe dieses Jahres seine volle Leistung erreichen könnte.
Die Vorsitzende der Atomaufsichtsbehörde, Marta Žiaková, erklärte, dass die Inbetriebnahme des vierten Blocks bislang reibungsloser verlaufe als beim dritten Block des Kernkraftwerks im Süden der Slowakei. Der dritte Block war im Jahre 2023 an das Stromnetz angeschlossen worden. Nach der Brennstoffbeladung beginnen nun die vorgeschriebenen Tests.
Ministerpräsident Fico sprach sich erneut dafür aus, dass der Staat die Option auf den Erwerb weiterer 17 Prozent der Anteile an den Slovenské elektrárne ausübt. Dadurch würde sich der staatliche Anteil von derzeit 34 auf 51 Prozent erhöhen und der Staat die Mehrheit am Unternehmen übernehmen.
Einzelheiten nannte Fico nicht. Nach seinen Angaben kann der Staat diese Option ein halbes Jahr nach der Netzanbindung des vierten Blocks wahrnehmen.
Bereits heute stammt der größte Teil der slowakischen Stromerzeugung aus Kernenergie. Die ersten beiden Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Mochovce sind seit Ende der 1990er Jahre in Betrieb. Mit dem Bau des dritten und vierten Blocks wurde bereits im Jahre 1987 begonnen. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurden die Arbeiten in den 1990er Jahren eingestellt und erst 2008 während der ersten Regierung Fico wieder aufgenommen.
Neben Mochovce betreiben die Slovenské elektrárne (SE) auch das Kernkraftwerk Jaslovské Bohunice.
Die Fertigstellung des dritten und vierten Blocks verzögerte sich gegenüber den ursprünglichen Planungen erheblich. Gleichzeitig stiegen die Projektkosten auf 6,7 Milliarden Euro (mehr als 157 Milliarden tschechische Kronen).
An der Fertigstellung des vierten Blocks war auch das Pilsener Unternehmen Škoda JS beteiligt, einer der führenden europäischen Hersteller und Lieferanten von Anlagen für die Kernenergie.
Bereits die Inbetriebnahme des dritten Blocks trug wesentlich dazu bei, dass die Slowakei bei der Stromerzeugung energieautark wurde. Gleichzeitig verbesserte sich die wirtschaftliche Lage der Slovenské elektrárne deutlich: Im vergangenen Jahr erhöhte das Unternehmen seinen konsolidierten Nettogewinn um 21,8 Prozent auf den Rekordwert von 968 Millionen Euro (23,5 Milliarden tschechische Kronen).
Die derzeitige slowakische Regierung bereitet außerdem den Bau eines neuen staatlichen Kernkraftwerks mit einer Leistung von rund 1.200 MW vor. Als Partner für dieses Projekt ist das US-Unternehmen Westinghouse vorgesehen.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... azi-palivo
/gr/
Solaranlagen auf Uranerz -Absetzbecken? Die Region bereitet eine weitere Debatte vor
30.06.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES
Autor: Antonín Pelíšek
ČEZ gibt Pläne für den Bau einer Photovoltaikanlage auf ehemaligen Uranerz-Absetzbecken auf.
MYDLOVARY – Die Möglichkeit, auf den ehemaligen Absetzbecken nach der Uranaufbereitung bei Mydlovary einen großflächigen Solarpark zu errichten, wird erneut im Rahmen einer öffentlichen Anhörung diskutiert. Die Debatte findet im Kreisamt Budweis statt und ist Teil der Aktualisierung der Grundsätze der regionalen Raumplanung (ZÚR). Das Vorhaben stößt insbesondere bei den betroffenen Gemeinden im Raum Budweis auf großes Interesse.
Die Gemeinden Dívčice, Olešník und Mydlovary lehnen die geplante Solaranlage auf einer Fläche von mehr als 100 Hektar von Beginn an ab. Sie befürchten, dass die Verankerung der Solarmodule auf der Oberfläche der rekultivierten Absetzbecken deren Deckschicht beschädigen und dadurch Schadstoffe in die Luft freisetzen könnte. In den Becken lagern Millionen Tonnen ursprünglicher und später eingebrachter Abfälle. Früher dienten sie der chemischen Aufbereitung von Uranerz. Hauptinteressent für den Bau war der Energiekonzern ČEZ.
„Jahrelang mussten wir die Auffüllung der Absetzbecken ertragen, jetzt haben wir Angst, dass sie erneut geöffnet werden. Vor Kurzem haben wir ein Schreiben von ČEZ erhalten, wonach das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen von dem Vorhaben Abstand nimmt. Die Region unterstützt das Projekt jedoch weiterhin. Wir werden uns dagegen wehren“, erklärte der Bürgermeister von Dívčice, Miroslav Stulík.
Bei der letzten öffentlichen Anhörung zur Aktualisierung der Raumplanungsgrundsätze versuchte der Kreishauptmann Martin Kuba die Anwesenden davon zu überzeugen, dass die Aufnahme des Solarparks in den Regionalplan Vorteile habe. Nur so hätten die Gemeinden größeren Einfluss auf das Projekt. Sollte der Staat das Gebiet stattdessen als sogenannte Beschleunigungszone ausweisen, würden die Kommunen diesen Einfluss verlieren. Wie die Zeitung MF DNES erfuhr, gehört das Gebiet nach Angaben des Ministeriums für regionale Entwicklung jedoch nicht zu den vorgeschlagenen Beschleunigungszonen.
In Südböhmen betreffen diese Zonen überwiegend Standorte für künftige Windkraftanlagen. Zu den vorgeschlagenen Gebieten zählen auch Orte, an denen die Bevölkerung Windkraft bereits abgelehnt hat – etwa bei Hořice na Šumavě, Rožmberk nad Vltavou und Malšín im Bezirk Český Krumlov /Krummau. Ursprünglich hatten ausländische Unternehmen Interesse am Bau der Windparks. Umfragen zufolge würden die Einwohner jedoch eher tschechische Investoren wie ČEZ akzeptieren.
Die Region hatte die erneute öffentliche Anhörung zur Aktualisierung der Raumplanungsgrundsätze zunächst für den 17. Juli angekündigt, den Termin jedoch wieder abgesagt. Nach Angaben von Věra Třísková, Leiterin der Abteilung Raumplanung im Budweiser Kreisamt, soll die Anhörung erst nach den Sommerferien stattfinden.
Die Zonen betreffen 35 Gemeinden...
Die vorgeschlagenen Beschleunigungszonen in Südböhmen, in denen der Staat den Ausbau erneuerbarer Energien fördern will, sind überwiegend für Windkraftanlagen vorgesehen. Sie betreffen insgesamt 35 Gemeinden. Gleichzeitig setzt der landesweite Raumordnungsplan diesen Zonen klare Grenzen. Die Vorhaben dürfen nicht im Widerspruch zum Naturschutz stehen oder Gebiete beeinträchtigen, die etwa für den Kurbetrieb vorgesehen sind, ebenso wenig die nationale Sicherheit.
Ein Beispiel ist der Bezirk Český Krumlov / Krummau: Zwar herrschen im gesamten Militärgebiet Boletice ausgezeichnete Windverhältnisse, doch dort ist eine Nutzung aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen. Betroffen sind jedoch auch Gemeinden am Rand des Truppenübungsplatzes, etwa Hořice na Šumavě.
Nach Angaben von Martina Kabelková vom Institut für Raumentwicklung in Brünn bestehen weitere Einschränkungen, etwa durch den Denkmalschutz sowie mögliche Auswirkungen über Staatsgrenzen hinweg oder auf bestehende Wohnbebauung.
Derzeit sind in Tschechien insgesamt 94 Beschleunigungszonen vorgeschlagen, davon 80 für künftige Windkraftanlagen. Im Juli sollen die zuständigen Regionen die Vorschläge bewerten, im August will die Regierung darüber entscheiden. Zum Entwurf haben Zehntausende Gemeinden, Verbände und Privatpersonen Stellung genommen.
„Die Südböhmische Region wird im Rahmen der 12. Aktualisierung der Grundsätze der regionalen Raumplanung keine im landesweiten Raumordnungsplan ausgewiesenen Beschleunigungszonen ergänzen“, erklärte die Sprecherin des Budweiser Kreisamts, Hana Dědičová.
Auswahl der vorgeschlagenen Beschleunigungszonen in der Region
• Strakonice: Litochovice, Bušanovice
• Bezirk Český Krumlov: Hořice na Šumavě, Bohdalovice, Rožmberk nad Vltavou
• Tábor: Obrataň, Černovice
• Bezirk Jindřichův Hradec: Lodhéřov, Dačicko
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Nach fast 40 Jahren steht der Bau von Mochovce vor dem Abschluss. Dank des Kraftwerks wird die Slowakei zur „Atomgroßmacht“, sagt die Regierung
30.6.2026 Tschechischer Rundfunk
Mit dem Beladen des vierten Reaktorblocks des slowakischen Kernkraftwerks Mochovce mit Kernbrennstoff hat am Montag einer der letzten Schritte vor der Inbetriebnahme des Reaktors begonnen. Damit geht ein Projekt zu Ende, dessen Geschichte fast vier Jahrzehnte umfasst und das sich zur teuersten Energieinvestition in der neueren Geschichte der Slowakei entwickelt hat. Nach Ansicht der slowakischen Regierung und der Kraftwerksleitung wird die Slowakei damit weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Kernenergie an der Stromerzeugung gehören.
Fertigstellung nach fast 40 Jahren….
„Heute hat die Slowakei allen Grund, außerordentlich stolz zu sein“, erklärte Ministerpräsident Robert Fico (Smer) zum Beginn der Brennstoffbeladung. Er erinnerte daran, dass die Entscheidung zur Fertigstellung des dritten und vierten Blocks während seiner ersten Regierungszeit im Jahr 2008 gefallen sei.
„Ich erinnere mich an die entscheidenden Tage und Wochen des Jahres 2008, als wir während unserer ersten Amtszeit die damaligen italienischen Anteilseigner der Slovenské elektrárne (SE) davon überzeugten, den dritten und vierten Block fertigzustellen. Auf diese Entscheidung bin ich sehr stolz“, sagte Fico.
Mit dem Bau der beiden Reaktorblöcke wurde bereits 1987 begonnen. Nach dem Zerfall der Tschechoslowakei wurden die Arbeiten in den 1990er Jahren wegen Finanzierungsproblemen eingestellt und erst 2008 wieder aufgenommen. Die Gesamtkosten des Projekts stiegen schließlich auf 6,7 Milliarden Euro.
Nach Angaben des Generaldirektors der Slovenské elektrárne (SE), Branislav Strýček, handelt es sich dennoch um einen außergewöhnlichen Erfolg – nicht nur für die Slowakei, sondern für ganz Europa.
„In den vergangenen 20 Jahren sind in Europa lediglich vier neue Kernkraftwerksblöcke in Betrieb gegangen – zwei davon in der Slowakei“, sagte Strýček. Dies beweise, dass „auch eine kleine Nation, ein kleines Land, große Dinge leisten kann“.
Die Beladung mit Kernbrennstoff gehört zu den letzten und zugleich sensibelsten Phasen vor der Inbetriebnahme eines Kernreaktors. Sie bedeutet jedoch nicht, dass das Kraftwerk sofort Strom produziert.
„Heute wird der Brennstoff geladen, anschließend folgen die ersten Tests. Nach diesen Tests wird die erste kontrollierte Kettenreaktion stattfinden, danach beginnt schrittweise die Stromerzeugung“, erläuterte Fico.
Nach Angaben der Kraftwerksleitung soll der vierte Block Ende des Sommers an das Stromnetz angeschlossen werden und zunächst rund 20 Prozent seiner Leistung erreichen. Die volle Leistung wird zum Jahreswechsel 2026/2027 erwartet.
Mehr Energieunabhängigkeit….
Nach Einschätzung von Experten verändert die Fertigstellung des vierten Blocks die Energieversorgung der Slowakei grundlegend. Bereits mit der Inbetriebnahme des dritten Blocks im Jahr 2023 wurde das Land zum Nettoexporteur von Strom.
„Die Slowakei ist heute energieautark, weil sie mehr Strom erzeugt als verbraucht. Diese positive Bilanz wurde durch den Start des dritten Mochovce-Blocks in Verbindung mit einem deutlichen Rückgang des heimischen Stromverbrauchs möglich“, erklärte der Energieanalyst Radovan Potočár.
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Nach seinen Worten kommt der neue Reaktor zu einem Zeitpunkt, an dem zahlreiche Länder Mittel- und Südosteuropas – etwa das benachbarte Ungarn oder Staaten auf dem Balkan – nicht über ausreichende eigene Stromerzeugungskapazitäten verfügen.
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Deutliche tschechische Beteiligung...
Das Projekt trägt auch eine starke tschechische Handschrift. Mehrheitseigentümer der Slovenské elektrárne ist die EPH-Gruppe des tschechischen Unternehmers Daniel Křetínský. An der Fertigstellung des vierten Blocks war außerdem das Pilsener Unternehmen Škoda JS, ein Anbieter von Kerntechnik, beteiligt.
Nach Ansicht Potočárs hat sich die Investition trotz jahrelanger Verzögerungen und erheblicher Kostensteigerungen letztlich als strategisch sinnvoll erwiesen. Gerade die Energieunabhängigkeit bezeichnete auch Ministerpräsident Fico als einen der wichtigsten Gründe dafür, dass die Fertigstellung von Mochovce die richtige Entscheidung gewesen sei.
„Es geht nicht nur um Waffen. Es geht nicht nur um Flugabwehr- oder Raketenabwehrsysteme. Entscheidend ist auch, ob ein Land genügend elektrische Energie hat oder nicht. Ohne Strom kann man nichts produzieren“, sagte Fico.
„Eine Atomgroßmacht“...
Noch weiter ging Kraftwerkschef Branislav Strýček.
„Die Slowakei wird zu einer Atomgroßmacht“, erklärte er. Nach der Inbetriebnahme des vierten Blocks würden 77 Prozent des in der Slowakei erzeugten Stroms aus Kernenergie stammen.
Nach Ansicht des Energieanalysten Potočár handelt es sich dabei nicht nur um politische Rhetorik „Schon heute stammen rund zwei Drittel des Stroms aus Kernenergie. Mit der Fertigstellung des vierten Blocks wird dieser Anteil weiter steigen, und die Slowakei wird – gemeinsam mit Frankreich – weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Kernenergieanteil an der Stromerzeugung gehören.“
Angesichts ihrer Größe nehme die Slowakei damit in Europa eine außergewöhnliche Stellung ein.„Frankreich verfügt zwar über deutlich mehr Reaktorblöcke, ist aber auch um ein Vielfaches größer“, sagte er.
Weitere Atompläne….
Mit der Fertigstellung von Mochovce enden die nuklearen Ambitionen der Slowakei nicht. Ministerpräsident Fico bestätigte auf der Pressekonferenz am Montag, dass die Regierung die Vorbereitungen für ein weiteres Kernkraftwerk in Jaslovské Bohunice mit einer geplanten Leistung von rund 1.200 Megawatt fortsetzt.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-svet/po- ... 292031_epo
/gr/
Besuchen Sie im Sommer die südböhmischen Kraftwerke
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Temelín und Hněvkovice: Die Geschichte der Stromerzeugung...
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Gabi Reitinger
- Beiträge: 636
- Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34
Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 1.Juli 2026:
Inhalt:
Pavel sprach mit ČEZ-Chef Beneš über die Entwicklungen im Energiesektor – auch eine Aufspaltung von ČEZ war das Thema.
Vierter Block des Kernkraftwerks Dukovany nach zweimonatiger Betriebspause wieder mit voller Leistung.
Generaldirektor von ČEZ Distribuce: Der Netzausbau wird durch blockierte Kapazitäten und veraltete Tarifstrukturen gebremst.
Die Inbetriebnahme eines Großreaktors legt Japans kritisches Problem mit Atommüll offen.
Bürgermeister und Einwohner der Region Jihlava protestierten erneut gegen ein Atommüll-Endlager.
Im Kernkraftwerk Temelin werden Rohrleitungen ausgetauscht
.........
Pavel sprach mit ČEZ-Chef Beneš über die Entwicklungen im Energiesektor – auch eine Aufspaltung von ČEZ war das Thema
ČTK
1. Juli 2026 Autor: Michal Turek, Seznam Zprávy
Bild: Daniel Beneš, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender von ČEZ.
Nach dem Gespräch erklärte Daniel Beneš gegenüber Journalisten, dass er mit dem Präsidenten nicht nur über Veränderungen der Eigentümerstruktur von ČEZ gesprochen habe, sondern allgemein über aktuelle Themen im tschechischen Energiesektor. Nach den Worten von Beneš verlief die „Diskussion ohne jegliche Kontroversen“.
Über die aktuelle Entwicklung im tschechischen Energiesektor sprach der tschechische Präsident Petr Pavel am Dienstagnachmittag mit dem Generaldirektor des Energieunternehmens ČEZ, Daniel Beneš. Themen des Gesprächs waren unter anderem der Ausbau der Kernenergie in Tschechien, das staatliche Energiekonzept sowie Veränderungen in der Eigentümerstruktur des Unternehmens. Dies teilte Beneš nach dem Treffen den Journalisten mit. Nähere Einzelheiten wollte er nicht nennen, betonte jedoch, dass das Gespräch ohne Kontroversen verlaufen sei.
Präsident Pavel trifft Beneš etwa einmal im Jahr, um sich gemeinsam über die Entwicklungen im Energiesektor auszutauschen. Das Treffen am Dienstag dauerte rund eine Stunde und fünfzehn Minuten.
„Wir haben ausführlich über die Kernenergie, erneuerbare Energiequellen, das staatliche Energiekonzept und generell über alles gesprochen, was derzeit im tschechischen Energiesektor aktuell ist“, sagte Beneš. Er bestätigte, dass auch die geplanten Veränderungen der Eigentümerstruktur von ČEZ zu den Gesprächsthemen gehörten. Zu den Einzelheiten des Treffens oder zur möglichen Haltung des Präsidenten wollte er sich jedoch nicht äußern. „Die Diskussion verlief ohne jegliche Kontroversen“, fügte Beneš hinzu.
Die ČEZ-Gruppe hat vor Kurzem eine neue Tochtergesellschaft mit dem Namen ČEZ Energy gegründet. In den kommenden Monaten sollen der Energievertrieb, die Energiedistribution, der Energiehandel sowie Energiedienstleistungen in diese Gesellschaft ausgegliedert werden. Nach Einschätzung von Analysten stellt die Ausgliederung der nichtproduzierenden Unternehmensbereiche in eine neue Gesellschaft einen wesentlichen Schritt im Hinblick auf die geplante Verstaatlichung des Unternehmens dar. ČEZ plant, die Ausgliederung bis Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres abzuschließen. Anschließend will die Konzernleitung für die neue Gesellschaft Investoren suchen.
Der Staat hält derzeit rund 70 Prozent der Aktien von ČEZ, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn des Unternehmens sank im Jahresvergleich um 1,7 Milliarden Kronen. Auch das Betriebsergebnis sowie die Umsatzerlöse gingen gegenüber dem Vorjahr zurück.
Die vollständige Verstaatlichung des Unternehmens gehört zu den erklärten Zielen der derzeitigen Regierung. Sie begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, dem Unternehmen größere Handlungsspielräume für Investitionen zu verschaffen. Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) hatte in den vergangenen Monaten angekündigt, dass das Kabinett den Prozess der vollständigen Übernahme von ČEZ spätestens bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2029 abschließen wolle.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... cez-309750
/gr/
Vierter Block des Kernkraftwerks Dukovany nach zweimonatiger Betriebspause wieder mit voller Leistung
ČTK
30. Juni 2026 | oenergetice
Der vierte Block des Kernkraftwerks Dukovany ist nach einer planmäßigen Blockabschaltung und Revision wieder mit voller Leistung in Betrieb. Der Reaktor war seit dem 17. April abgeschaltet und speist seit Freitag vergangener Woche wieder Strom in das Netz ein. Die Gesamtleistung der beiden Turbosätze des vierten Blocks beträgt derzeit 499 Megawatt (MW), teilte die Sprecherin des Unternehmens ČEZ, Jana Štefánková, heute der Nachrichtenagentur ČTK mit.
Derzeit sind alle vier Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany in Betrieb. Auch während der aktuellen Hitzewelle arbeiten sie stabil, erklärte die Sprecherin. In der zweiten Julihälfte soll planmäßig Block 3 für Revisionsarbeiten abgeschaltet werden.
„Das Hochfahren eines Kernkraftwerksblocks nach einer Revision bis zur vollen Leistung dauert üblicherweise mehrere Tage. Auf den verschiedenen Leistungsstufen überprüfen wir jeweils die Betriebsparameter und führen die erforderlichen Tests sowie Kontrollen durch“, erklärte der Kraftwerksdirektor Roman Havlín.
Auch im Kernkraftwerk Temelín findet derzeit keine Revision statt. Nach Angaben des Energieunternehmens ist der Betrieb der Kernkraftwerke auch an heißen Tagen stabil. Die hohen Temperaturen beeinträchtigen die Sicherheit nicht; sie können lediglich den Wirkungsgrad der Stromerzeugung im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks geringfügig – im niedrigen einstelligen Prozentbereich – reduzieren, erläuterte Štefánková. Wärmeres Kühlwasser kann den Dampf hinter der Turbine weniger effizient kondensieren, wodurch die Leistung leicht sinkt. Dank der Kühltürme seien die Kraftwerke jedoch langfristig auf solche Bedingungen vorbereitet, sodass der Betrieb zuverlässig und ohne Leistungseinschränkungen fortgesetzt werden könne, teilte ČEZ mit.
Geplante Revision mit umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen...
Die planmäßigen Abschaltungen der Blöcke in Dukovany dienen dem Austausch eines Teils des Kernbrennstoffs sowie der Modernisierung und Wartung der Anlagen. Während der Revision des vierten Blocks erledigten die Mitarbeiter mehr als 21.000 Arbeitsaufträge und führten 60 bedeutende technische Maßnahmen durch.
„Es handelte sich um eine Revision mit einem überdurchschnittlich hohen Umfang an Inspektionen und Investitionsmaßnahmen“, erklärte Havlín bereits am vergangenen Freitag.
Die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany erzeugten im vergangenen Jahr zusammen 32,066 Terawattstunden (TWh) Strom, davon entfielen 14,68 TWh auf Dukovany. Seit Jahresbeginn hat das Kernkraftwerk Dukovany bereits 7,3 TWh Strom in das Netz eingespeist.
Die vier Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Nach den aktuellen Planungen von ČEZ sollen sie bis zu 80 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme betrieben werden können, also voraussichtlich bis in die Jahre 2065 bis 2067. Zwei weitere Reaktorblöcke am Standort Dukovany werden vom südkoreanischen Unternehmen KHNP errichtet.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nem-vykonu
/gr/
Generaldirektor von ČEZ Distribuce: Der Netzausbau wird durch blockierte Kapazitäten und veraltete Tarifstrukturen gebremst
Marek Kršák
30. Juni 2026, oenergetice.cz
Das tschechische Stromverteilnetz befindet sich in der tiefgreifendsten Umgestaltung der vergangenen Jahrzehnte. Der rasche Ausbau erneuerbarer Energien, von Wärmepumpen, Energiespeichern und neuen Industrieprojekten stellt immer höhere Anforderungen an die Stromnetze. Vertreter des Netzbetreibers ČEZ Distribuce wiesen auf einer Pressekonferenz im Umspannwerk Milín darauf hin, dass neben umfangreichen Investitionen vor allem eine effizientere Nutzung der bestehenden Netzkapazitäten sowie die vom tschechischen Energieregulierungsamt (ERÚ) vorbereitete Reform des Tarifsystems für die weitere Entwicklung entscheidend sein werden.
Das Verteilnetz von ČEZ Distribuce umfasst heute 284 Umspannwerke, nahezu 48.600 Transformatorstationen und 171.000 Kilometer Leitungen. Über das Netz werden rund 3,8 Millionen Entnahmestellen versorgt. In den vergangenen zehn Jahren kamen mehr als 8.290 Kilometer neue Leitungen hinzu, was einem Zuwachs von etwa fünf Prozent entspricht. Die Zahl der Transformatorstationen stieg im gleichen Zeitraum um mehr als 3.260, während die Zahl der Entnahmestellen um rund 209.000 zunahm.
Auch die Struktur des Stromverbrauchs verändert sich deutlich. Zwischen den Jahren 2020 und 2025 stieg die Zahl der Entnahmestellen mit Wärmepumpen um 170 Prozent – von 180.000 auf etwa 340.000. Gleichzeitig wächst das Interesse an Batteriespeichern rasant. Die Verteilnetzbetreiber verzeichnen derzeit rund 8.000 Anträge auf den Anschluss von Speichersystemen mit einer Gesamtspeicherkapazität von 387 GWh und einer reservierten Anschlussleistung von 187 GW.
Blockierte Netzkapazitäten als zentrales Problem...
Nach Ansicht der Vertreter des Netzbetreibers entwickelt sich gerade die reservierte Netzkapazität zu einem der größten Probleme des heutigen Energiesystems. Viele Investoren sichern sich Anschlusskapazitäten im Netz, nutzen diese anschließend jedoch nicht. Dennoch bleiben diese Kapazitäten bis zu fünf Jahre lang blockiert. Dadurch entsteht die paradoxe Situation, dass das Netz auf dem Papier vollständig ausgelastet erscheint, obwohl tatsächlich noch freie Anschlussmöglichkeiten vorhanden wären.
Nach den Worten von Martin Zemlík, Generaldirektor von ČEZ Distribuce, sind auf den Spannungsebenen Höchstspannung (400/220 kV) und Hochspannung (110 kV) häufig noch physisch freie Kapazitäten vorhanden. Aufgrund der bereits vergebenen Reservierungen können diese jedoch neuen Projekten nicht zur Verfügung gestellt werden. Die Folgen spüren nicht nur neue Stromerzeuger, sondern auch Industrieunternehmen und andere Großverbraucher, die ihre Anschlussleistung erhöhen möchten. Ungenutzte Reservierungen bremsen somit sowohl den Ausbau der Stromerzeugung als auch die steigende Stromnachfrage und verlängern die Anschlussverfahren für neue Kunden.
Nach Auffassung von ČEZ Distribuce besteht die Lösung daher nicht allein im weiteren Ausbau von Leitungen und Umspannwerken. Ebenso wichtig sei es, die sogenannte „Papierkapazität“ freizugeben – also Netzkapazitäten, die zwar reserviert, tatsächlich aber nicht genutzt werden. Eine entscheidende Rolle soll dabei die geplante Reform der Tarifstruktur durch das Energieregulierungsamt ERÚ spielen.
Reform der Tarifstruktur….
Das derzeitige Tarifsystem ist nahezu zwanzig Jahre alt und stammt aus einer Zeit, in der die Energiewirtschaft völlig anders funktionierte. Es berücksichtigt weder die dezentrale Stromerzeugung noch Batteriespeicher oder die zunehmende Elektrifizierung von Haushalten und Industrie. Derzeit bezahlen die Kunden ihre reservierte Anschlussleistung überwiegend über feste monatliche Entgelte. Das bestehende System bietet jedoch kaum Anreize, nur die tatsächlich benötigte Leistung zu reservieren.
Die geplante Reform der Tarifstruktur soll deshalb Anreize schaffen, überhöhte Leistungsreservierungen zu reduzieren. Frei werdende Kapazitäten könnten anschließend neuen Interessenten zur Verfügung gestellt werden, ohne dass sofort umfangreiche Investitionen in den Netzausbau erforderlich wären. Nach Einschätzung von ČEZ Distribuce gehört die Anpassung der Regeln für die Reservierung von Netzkapazitäten zu den wichtigsten Reformen, die das tschechische Verteilnetz in den kommenden Jahren benötigt.
Investitionen in das Verteilnetz….
Die Bedeutung des Problems zeigt sich auch anhand der Photovoltaik. Im Verteilnetz von ČEZ sind bereits Solaranlagen mit einer installierten Leistung von rund 3 GW angeschlossen. Gleichzeitig bestehen Netzanschlussverträge für Projekte mit einer Gesamtleistung von etwa 18 GW. Nach Einschätzung von Fachleuten entwickelt sich Netzkapazität in manchen Fällen inzwischen zu einem eigenständigen Investitionsgut, bei dem bereits die bloße Reservierung eines Netzanschlusses einen wirtschaftlichen Wert besitzt – unabhängig davon, ob das Projekt jemals realisiert wird.
Parallel dazu werden Rekordinvestitionen in den Netzausbau fortgesetzt. ČEZ Distribuce investiert jährlich rund 19 Milliarden Kronen. Ein immer größerer Anteil dieser Summe entfällt jedoch auf sogenannte anlassbezogene Investitionen, die durch den Anschluss neuer Kunden und neuer Erzeugungsanlagen erforderlich werden. Während diese früher jährlich zwei bis drei Milliarden Kronen ausmachten, liegen sie heute bereits zwischen sechs und acht Milliarden Kronen. Gleichzeitig verringern steigende Kosten, ein wachsender Verwaltungsaufwand und die Inflation die finanziellen Mittel, die für die strategische Weiterentwicklung des gesamten Netzes zur Verfügung stehen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Modernisierung ist außerdem die Digitalisierung. Im Netz wurden bereits rund 430.000 intelligente Stromzähler installiert. Weitere Fortschritte werden durch Förderprogramme wie SmartME, den Nationalen Aufbauplan, das Projekt SELENA sowie das Programm ELEGRID zur Modernisierung und Verstärkung der Verteilnetze unterstützt.
Umspannwerk Milín als Beispiel für den Infrastrukturausbau...
Ein Beispiel für den langfristigen Ausbau der Infrastruktur ist das Umspannwerk Milín. Die Anlage in der Region Příbram und Dobříš wurde zu einem neuen unbemannten Gemeinschaftsknotenpunkt der Unternehmen ČEPS und ČEZ ausgebaut. Im Rahmen des Ausbaus des Übertragungs- und Verteilnetzes wurden zudem 156 Kilometer 110-kV-Leitungen verstärkt. Der Standort wird künftig auch eine wichtige Rolle bei der Anbindung neuer Energiequellen spielen, darunter der geplanten Projekte im Raum Mělník und Orlík. Der Bau vergleichbarer Umspannwerke erfordert Investitionen von rund 600 Millionen Kronen.
Der weitere Ausbau der tschechischen Energiewirtschaft wird daher nicht allein von milliardenschweren Investitionen in neue Leitungen und Umspannwerke abhängen. Ebenso entscheidend wird sein, die bereits heute vorhandenen Netzkapazitäten effizienter zu nutzen. Gerade die Begrenzung langfristig ungenutzter Kapazitätsreservierungen sowie die Modernisierung des Tarifsystems könnten zusätzlichen Spielraum für neue Stromerzeuger, Industrieunternehmen und Verbraucher schaffen und den Wandel der tschechischen Energiewirtschaft deutlich beschleunigen.
Quelle: https://oenergetice.cz/prenos-elektriny ... -struktury
/gr/
Die Inbetriebnahme eines Großreaktors legt Japans kritisches Problem mit Atommüll offen
11. Juni 2026 Burzovni svet
Japan hat den Reaktor 6 des Kernkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa, der größten Kernkraftwerksanlage der Welt, wieder in Betrieb genommen. Mit diesem Schritt soll der hohe Strombedarf gedeckt werden. Gleichzeitig rückt jedoch erneut das drängende Problem eines fehlenden Endlagers für abgebrannte Kernbrennstoffe in den Fokus. Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 wurden in Japan lediglich 15 der ursprünglich 54 Kernreaktoren wieder in Betrieb genommen.
Die Abklingbecken der japanischen Kernkraftwerke füllen sich zunehmend. Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie lagerten im Dezember 2025 in den insgesamt 17 Kernkraftwerken des Landes mehr als 17.000 Tonnen abgebrannter Brennelemente. Damit sind nahezu 80 Prozent der vorhandenen Lagerkapazitäten ausgeschöpft. Der Betreiber der Anlage, die Tokyo Electric Power Company Holdings (TEPCO), kämpft mit akutem Platzmangel und begegnet dem Problem vorübergehend durch die Umlagerung abgebrannter Brennelemente zwischen einzelnen Reaktoren.
Die japanische Regierung prüft derzeit den Bau eines geologischen Tiefenlagers auf der abgelegenen, unbewohnten Insel Minamitorishima, die rund 2.000 Kilometer südlich von Tokio liegt. Dieses Vorhaben stößt jedoch auf scharfe Kritik von Kommunalvertretern und Umweltexperten. Sie verweisen auf geologische Risiken sowie auf die Nähe zu geschützten Naturgebieten und Naturdenkmälern.
Quelle: https://burzovnisvet.cz/2026/06/spusten ... m-odpadem/
/gr/
Bürgermeister und Einwohner der Region Jihlava protestierten erneut gegen ein Atommüll-Endlager
29. Juni 2026 Newsletter SMSKA
Autorin: Marcela Syrová, Regionalmanagerin des SMS ČR für die Region Vysočina
Im Gebiet Hrádek in der Region Jihlava fand am Sonntag, dem 19. April, erneut der jährliche „Tag gegen das Endlager“ statt. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem symbolischen Motto „Quellen öffnen statt bohren“. Einwohner, örtliche Vereine sowie die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden brachten erneut ihren langjährigen Widerstand gegen die Pläne zum möglichen Bau eines geologischen Tiefenlagers für radioaktive Abfälle in dieser Region zum Ausdruck. Gleichzeitig sollte die Veranstaltung auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, die Landschaft sowie die Wasserressourcen der Region Vysočina zu schützen.
Sorge über geologische Erkundungsarbeiten….
Zum Programm gehörte auch die symbolische „Vertreibung des Bohrers durch Waldfeen“. Mit dieser Aktion wollten die Veranstalter auf die anhaltenden Sorgen der Gemeinden hinsichtlich geologischer Erkundungsbohrungen und weiterer Eingriffe in die Landschaft aufmerksam machen. Neben dem kulturellen und gemeinschaftlichen Charakter der Veranstaltung sprachen Vertreter der Kommunen auch rechtliche Fragen an. Sie kritisierten insbesondere die ihrer Ansicht nach unzureichende Beteiligung der Gemeinden an Entscheidungen über strategische staatliche Infrastrukturprojekte.
Das Gebiet Hrádek an der Grenze zwischen den Regionen Jihlava und Pelhřimov gehört zu den vier verbliebenen Standorten in der Tschechischen Republik, die von der Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) als mögliche Standorte für ein dauerhaftes unterirdisches Endlager für abgebrannte Kernbrennstoffe ausgewählt wurden. Neben Hrádek gehören dazu auch die Standorte Janoch bei Temelín, Horka in der Region Třebíč sowie Březový potok in der Region Klatovy.
Entscheidungen ohne Zustimmung der Gemeinden….
Die Vertreter der Gemeinden in der Lokalität Hrádek betonen seit Langem, dass derart bedeutende Projekte nicht ohne Einigung mit der örtlichen Bevölkerung und ohne Rücksicht auf den Charakter der ländlichen Kulturlandschaft umgesetzt werden dürfen. Den endgültigen Standort für das geologische Tiefenlager, das in der Tschechischen Republik bis zum Jahr 2050 errichtet werden soll, will die Regierung bis Ende des Jahres 2030 festlegen.
/gr/
Im Kernkraftwerk Temelin werden Rohrleitungen ausgetauscht
1.7.2026 Tageszeitung MF DNES CTK Südböhmen – Seite 9
Temelín. Das Kernkraftwerk Temelín setzt die Modernisierung seiner Anlagen fort und tauscht sicherheitsrelevante Rohrleitungen aus. Die Spezialisten können diese Arbeiten nur während weniger Wochen im Jahr durchführen; das Projekt ist bis zum Jahr 2030 geplant.
Der Austausch erfolgt in unterirdischen Versorgungstunneln, was hohe Anforderungen an Logistik und Arbeitssicherheit stellt. Derzeit ist etwa ein Drittel der Arbeiten abgeschlossen.
Um die Betriebssicherheit des Systems für die kommenden Jahrzehnte zu gewährleisten, ersetzen die Fachkräfte die ursprünglichen Rohrleitungen aus Kohlenstoffstahl durch hochwertigen Edelstahl.
Die sicherheitsrelevanten Rohrleitungen bilden eine wichtige Verbindung zwischen den Hauptkraftwerksblöcken, den Becken für das technische Kühlwasser und den Dieselgeneratoren. Ihre Aufgabe besteht darin, im Fall außergewöhnlicher Betriebszustände eine zuverlässige Abfuhr der Nachwärme aus dem Reaktor sicherzustellen.
/gr/
Möchten Sie uns finanziell unterstützen?
Ihre Spende ist hier möglich: https://whydonate.com/de/fundraising/un ... schechien-
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Inhalt:
Pavel sprach mit ČEZ-Chef Beneš über die Entwicklungen im Energiesektor – auch eine Aufspaltung von ČEZ war das Thema.
Vierter Block des Kernkraftwerks Dukovany nach zweimonatiger Betriebspause wieder mit voller Leistung.
Generaldirektor von ČEZ Distribuce: Der Netzausbau wird durch blockierte Kapazitäten und veraltete Tarifstrukturen gebremst.
Die Inbetriebnahme eines Großreaktors legt Japans kritisches Problem mit Atommüll offen.
Bürgermeister und Einwohner der Region Jihlava protestierten erneut gegen ein Atommüll-Endlager.
Im Kernkraftwerk Temelin werden Rohrleitungen ausgetauscht
.........
Pavel sprach mit ČEZ-Chef Beneš über die Entwicklungen im Energiesektor – auch eine Aufspaltung von ČEZ war das Thema
ČTK
1. Juli 2026 Autor: Michal Turek, Seznam Zprávy
Bild: Daniel Beneš, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender von ČEZ.
Nach dem Gespräch erklärte Daniel Beneš gegenüber Journalisten, dass er mit dem Präsidenten nicht nur über Veränderungen der Eigentümerstruktur von ČEZ gesprochen habe, sondern allgemein über aktuelle Themen im tschechischen Energiesektor. Nach den Worten von Beneš verlief die „Diskussion ohne jegliche Kontroversen“.
Über die aktuelle Entwicklung im tschechischen Energiesektor sprach der tschechische Präsident Petr Pavel am Dienstagnachmittag mit dem Generaldirektor des Energieunternehmens ČEZ, Daniel Beneš. Themen des Gesprächs waren unter anderem der Ausbau der Kernenergie in Tschechien, das staatliche Energiekonzept sowie Veränderungen in der Eigentümerstruktur des Unternehmens. Dies teilte Beneš nach dem Treffen den Journalisten mit. Nähere Einzelheiten wollte er nicht nennen, betonte jedoch, dass das Gespräch ohne Kontroversen verlaufen sei.
Präsident Pavel trifft Beneš etwa einmal im Jahr, um sich gemeinsam über die Entwicklungen im Energiesektor auszutauschen. Das Treffen am Dienstag dauerte rund eine Stunde und fünfzehn Minuten.
„Wir haben ausführlich über die Kernenergie, erneuerbare Energiequellen, das staatliche Energiekonzept und generell über alles gesprochen, was derzeit im tschechischen Energiesektor aktuell ist“, sagte Beneš. Er bestätigte, dass auch die geplanten Veränderungen der Eigentümerstruktur von ČEZ zu den Gesprächsthemen gehörten. Zu den Einzelheiten des Treffens oder zur möglichen Haltung des Präsidenten wollte er sich jedoch nicht äußern. „Die Diskussion verlief ohne jegliche Kontroversen“, fügte Beneš hinzu.
Die ČEZ-Gruppe hat vor Kurzem eine neue Tochtergesellschaft mit dem Namen ČEZ Energy gegründet. In den kommenden Monaten sollen der Energievertrieb, die Energiedistribution, der Energiehandel sowie Energiedienstleistungen in diese Gesellschaft ausgegliedert werden. Nach Einschätzung von Analysten stellt die Ausgliederung der nichtproduzierenden Unternehmensbereiche in eine neue Gesellschaft einen wesentlichen Schritt im Hinblick auf die geplante Verstaatlichung des Unternehmens dar. ČEZ plant, die Ausgliederung bis Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres abzuschließen. Anschließend will die Konzernleitung für die neue Gesellschaft Investoren suchen.
Der Staat hält derzeit rund 70 Prozent der Aktien von ČEZ, die übrigen Anteile befinden sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn des Unternehmens sank im Jahresvergleich um 1,7 Milliarden Kronen. Auch das Betriebsergebnis sowie die Umsatzerlöse gingen gegenüber dem Vorjahr zurück.
Die vollständige Verstaatlichung des Unternehmens gehört zu den erklärten Zielen der derzeitigen Regierung. Sie begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, dem Unternehmen größere Handlungsspielräume für Investitionen zu verschaffen. Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) hatte in den vergangenen Monaten angekündigt, dass das Kabinett den Prozess der vollständigen Übernahme von ČEZ spätestens bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2029 abschließen wolle.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... cez-309750
/gr/
Vierter Block des Kernkraftwerks Dukovany nach zweimonatiger Betriebspause wieder mit voller Leistung
ČTK
30. Juni 2026 | oenergetice
Der vierte Block des Kernkraftwerks Dukovany ist nach einer planmäßigen Blockabschaltung und Revision wieder mit voller Leistung in Betrieb. Der Reaktor war seit dem 17. April abgeschaltet und speist seit Freitag vergangener Woche wieder Strom in das Netz ein. Die Gesamtleistung der beiden Turbosätze des vierten Blocks beträgt derzeit 499 Megawatt (MW), teilte die Sprecherin des Unternehmens ČEZ, Jana Štefánková, heute der Nachrichtenagentur ČTK mit.
Derzeit sind alle vier Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany in Betrieb. Auch während der aktuellen Hitzewelle arbeiten sie stabil, erklärte die Sprecherin. In der zweiten Julihälfte soll planmäßig Block 3 für Revisionsarbeiten abgeschaltet werden.
„Das Hochfahren eines Kernkraftwerksblocks nach einer Revision bis zur vollen Leistung dauert üblicherweise mehrere Tage. Auf den verschiedenen Leistungsstufen überprüfen wir jeweils die Betriebsparameter und führen die erforderlichen Tests sowie Kontrollen durch“, erklärte der Kraftwerksdirektor Roman Havlín.
Auch im Kernkraftwerk Temelín findet derzeit keine Revision statt. Nach Angaben des Energieunternehmens ist der Betrieb der Kernkraftwerke auch an heißen Tagen stabil. Die hohen Temperaturen beeinträchtigen die Sicherheit nicht; sie können lediglich den Wirkungsgrad der Stromerzeugung im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks geringfügig – im niedrigen einstelligen Prozentbereich – reduzieren, erläuterte Štefánková. Wärmeres Kühlwasser kann den Dampf hinter der Turbine weniger effizient kondensieren, wodurch die Leistung leicht sinkt. Dank der Kühltürme seien die Kraftwerke jedoch langfristig auf solche Bedingungen vorbereitet, sodass der Betrieb zuverlässig und ohne Leistungseinschränkungen fortgesetzt werden könne, teilte ČEZ mit.
Geplante Revision mit umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen...
Die planmäßigen Abschaltungen der Blöcke in Dukovany dienen dem Austausch eines Teils des Kernbrennstoffs sowie der Modernisierung und Wartung der Anlagen. Während der Revision des vierten Blocks erledigten die Mitarbeiter mehr als 21.000 Arbeitsaufträge und führten 60 bedeutende technische Maßnahmen durch.
„Es handelte sich um eine Revision mit einem überdurchschnittlich hohen Umfang an Inspektionen und Investitionsmaßnahmen“, erklärte Havlín bereits am vergangenen Freitag.
Die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany erzeugten im vergangenen Jahr zusammen 32,066 Terawattstunden (TWh) Strom, davon entfielen 14,68 TWh auf Dukovany. Seit Jahresbeginn hat das Kernkraftwerk Dukovany bereits 7,3 TWh Strom in das Netz eingespeist.
Die vier Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Nach den aktuellen Planungen von ČEZ sollen sie bis zu 80 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme betrieben werden können, also voraussichtlich bis in die Jahre 2065 bis 2067. Zwei weitere Reaktorblöcke am Standort Dukovany werden vom südkoreanischen Unternehmen KHNP errichtet.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nem-vykonu
/gr/
Generaldirektor von ČEZ Distribuce: Der Netzausbau wird durch blockierte Kapazitäten und veraltete Tarifstrukturen gebremst
Marek Kršák
30. Juni 2026, oenergetice.cz
Das tschechische Stromverteilnetz befindet sich in der tiefgreifendsten Umgestaltung der vergangenen Jahrzehnte. Der rasche Ausbau erneuerbarer Energien, von Wärmepumpen, Energiespeichern und neuen Industrieprojekten stellt immer höhere Anforderungen an die Stromnetze. Vertreter des Netzbetreibers ČEZ Distribuce wiesen auf einer Pressekonferenz im Umspannwerk Milín darauf hin, dass neben umfangreichen Investitionen vor allem eine effizientere Nutzung der bestehenden Netzkapazitäten sowie die vom tschechischen Energieregulierungsamt (ERÚ) vorbereitete Reform des Tarifsystems für die weitere Entwicklung entscheidend sein werden.
Das Verteilnetz von ČEZ Distribuce umfasst heute 284 Umspannwerke, nahezu 48.600 Transformatorstationen und 171.000 Kilometer Leitungen. Über das Netz werden rund 3,8 Millionen Entnahmestellen versorgt. In den vergangenen zehn Jahren kamen mehr als 8.290 Kilometer neue Leitungen hinzu, was einem Zuwachs von etwa fünf Prozent entspricht. Die Zahl der Transformatorstationen stieg im gleichen Zeitraum um mehr als 3.260, während die Zahl der Entnahmestellen um rund 209.000 zunahm.
Auch die Struktur des Stromverbrauchs verändert sich deutlich. Zwischen den Jahren 2020 und 2025 stieg die Zahl der Entnahmestellen mit Wärmepumpen um 170 Prozent – von 180.000 auf etwa 340.000. Gleichzeitig wächst das Interesse an Batteriespeichern rasant. Die Verteilnetzbetreiber verzeichnen derzeit rund 8.000 Anträge auf den Anschluss von Speichersystemen mit einer Gesamtspeicherkapazität von 387 GWh und einer reservierten Anschlussleistung von 187 GW.
Blockierte Netzkapazitäten als zentrales Problem...
Nach Ansicht der Vertreter des Netzbetreibers entwickelt sich gerade die reservierte Netzkapazität zu einem der größten Probleme des heutigen Energiesystems. Viele Investoren sichern sich Anschlusskapazitäten im Netz, nutzen diese anschließend jedoch nicht. Dennoch bleiben diese Kapazitäten bis zu fünf Jahre lang blockiert. Dadurch entsteht die paradoxe Situation, dass das Netz auf dem Papier vollständig ausgelastet erscheint, obwohl tatsächlich noch freie Anschlussmöglichkeiten vorhanden wären.
Nach den Worten von Martin Zemlík, Generaldirektor von ČEZ Distribuce, sind auf den Spannungsebenen Höchstspannung (400/220 kV) und Hochspannung (110 kV) häufig noch physisch freie Kapazitäten vorhanden. Aufgrund der bereits vergebenen Reservierungen können diese jedoch neuen Projekten nicht zur Verfügung gestellt werden. Die Folgen spüren nicht nur neue Stromerzeuger, sondern auch Industrieunternehmen und andere Großverbraucher, die ihre Anschlussleistung erhöhen möchten. Ungenutzte Reservierungen bremsen somit sowohl den Ausbau der Stromerzeugung als auch die steigende Stromnachfrage und verlängern die Anschlussverfahren für neue Kunden.
Nach Auffassung von ČEZ Distribuce besteht die Lösung daher nicht allein im weiteren Ausbau von Leitungen und Umspannwerken. Ebenso wichtig sei es, die sogenannte „Papierkapazität“ freizugeben – also Netzkapazitäten, die zwar reserviert, tatsächlich aber nicht genutzt werden. Eine entscheidende Rolle soll dabei die geplante Reform der Tarifstruktur durch das Energieregulierungsamt ERÚ spielen.
Reform der Tarifstruktur….
Das derzeitige Tarifsystem ist nahezu zwanzig Jahre alt und stammt aus einer Zeit, in der die Energiewirtschaft völlig anders funktionierte. Es berücksichtigt weder die dezentrale Stromerzeugung noch Batteriespeicher oder die zunehmende Elektrifizierung von Haushalten und Industrie. Derzeit bezahlen die Kunden ihre reservierte Anschlussleistung überwiegend über feste monatliche Entgelte. Das bestehende System bietet jedoch kaum Anreize, nur die tatsächlich benötigte Leistung zu reservieren.
Die geplante Reform der Tarifstruktur soll deshalb Anreize schaffen, überhöhte Leistungsreservierungen zu reduzieren. Frei werdende Kapazitäten könnten anschließend neuen Interessenten zur Verfügung gestellt werden, ohne dass sofort umfangreiche Investitionen in den Netzausbau erforderlich wären. Nach Einschätzung von ČEZ Distribuce gehört die Anpassung der Regeln für die Reservierung von Netzkapazitäten zu den wichtigsten Reformen, die das tschechische Verteilnetz in den kommenden Jahren benötigt.
Investitionen in das Verteilnetz….
Die Bedeutung des Problems zeigt sich auch anhand der Photovoltaik. Im Verteilnetz von ČEZ sind bereits Solaranlagen mit einer installierten Leistung von rund 3 GW angeschlossen. Gleichzeitig bestehen Netzanschlussverträge für Projekte mit einer Gesamtleistung von etwa 18 GW. Nach Einschätzung von Fachleuten entwickelt sich Netzkapazität in manchen Fällen inzwischen zu einem eigenständigen Investitionsgut, bei dem bereits die bloße Reservierung eines Netzanschlusses einen wirtschaftlichen Wert besitzt – unabhängig davon, ob das Projekt jemals realisiert wird.
Parallel dazu werden Rekordinvestitionen in den Netzausbau fortgesetzt. ČEZ Distribuce investiert jährlich rund 19 Milliarden Kronen. Ein immer größerer Anteil dieser Summe entfällt jedoch auf sogenannte anlassbezogene Investitionen, die durch den Anschluss neuer Kunden und neuer Erzeugungsanlagen erforderlich werden. Während diese früher jährlich zwei bis drei Milliarden Kronen ausmachten, liegen sie heute bereits zwischen sechs und acht Milliarden Kronen. Gleichzeitig verringern steigende Kosten, ein wachsender Verwaltungsaufwand und die Inflation die finanziellen Mittel, die für die strategische Weiterentwicklung des gesamten Netzes zur Verfügung stehen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Modernisierung ist außerdem die Digitalisierung. Im Netz wurden bereits rund 430.000 intelligente Stromzähler installiert. Weitere Fortschritte werden durch Förderprogramme wie SmartME, den Nationalen Aufbauplan, das Projekt SELENA sowie das Programm ELEGRID zur Modernisierung und Verstärkung der Verteilnetze unterstützt.
Umspannwerk Milín als Beispiel für den Infrastrukturausbau...
Ein Beispiel für den langfristigen Ausbau der Infrastruktur ist das Umspannwerk Milín. Die Anlage in der Region Příbram und Dobříš wurde zu einem neuen unbemannten Gemeinschaftsknotenpunkt der Unternehmen ČEPS und ČEZ ausgebaut. Im Rahmen des Ausbaus des Übertragungs- und Verteilnetzes wurden zudem 156 Kilometer 110-kV-Leitungen verstärkt. Der Standort wird künftig auch eine wichtige Rolle bei der Anbindung neuer Energiequellen spielen, darunter der geplanten Projekte im Raum Mělník und Orlík. Der Bau vergleichbarer Umspannwerke erfordert Investitionen von rund 600 Millionen Kronen.
Der weitere Ausbau der tschechischen Energiewirtschaft wird daher nicht allein von milliardenschweren Investitionen in neue Leitungen und Umspannwerke abhängen. Ebenso entscheidend wird sein, die bereits heute vorhandenen Netzkapazitäten effizienter zu nutzen. Gerade die Begrenzung langfristig ungenutzter Kapazitätsreservierungen sowie die Modernisierung des Tarifsystems könnten zusätzlichen Spielraum für neue Stromerzeuger, Industrieunternehmen und Verbraucher schaffen und den Wandel der tschechischen Energiewirtschaft deutlich beschleunigen.
Quelle: https://oenergetice.cz/prenos-elektriny ... -struktury
/gr/
Die Inbetriebnahme eines Großreaktors legt Japans kritisches Problem mit Atommüll offen
11. Juni 2026 Burzovni svet
Japan hat den Reaktor 6 des Kernkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa, der größten Kernkraftwerksanlage der Welt, wieder in Betrieb genommen. Mit diesem Schritt soll der hohe Strombedarf gedeckt werden. Gleichzeitig rückt jedoch erneut das drängende Problem eines fehlenden Endlagers für abgebrannte Kernbrennstoffe in den Fokus. Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 wurden in Japan lediglich 15 der ursprünglich 54 Kernreaktoren wieder in Betrieb genommen.
Die Abklingbecken der japanischen Kernkraftwerke füllen sich zunehmend. Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie lagerten im Dezember 2025 in den insgesamt 17 Kernkraftwerken des Landes mehr als 17.000 Tonnen abgebrannter Brennelemente. Damit sind nahezu 80 Prozent der vorhandenen Lagerkapazitäten ausgeschöpft. Der Betreiber der Anlage, die Tokyo Electric Power Company Holdings (TEPCO), kämpft mit akutem Platzmangel und begegnet dem Problem vorübergehend durch die Umlagerung abgebrannter Brennelemente zwischen einzelnen Reaktoren.
Die japanische Regierung prüft derzeit den Bau eines geologischen Tiefenlagers auf der abgelegenen, unbewohnten Insel Minamitorishima, die rund 2.000 Kilometer südlich von Tokio liegt. Dieses Vorhaben stößt jedoch auf scharfe Kritik von Kommunalvertretern und Umweltexperten. Sie verweisen auf geologische Risiken sowie auf die Nähe zu geschützten Naturgebieten und Naturdenkmälern.
Quelle: https://burzovnisvet.cz/2026/06/spusten ... m-odpadem/
/gr/
Bürgermeister und Einwohner der Region Jihlava protestierten erneut gegen ein Atommüll-Endlager
29. Juni 2026 Newsletter SMSKA
Autorin: Marcela Syrová, Regionalmanagerin des SMS ČR für die Region Vysočina
Im Gebiet Hrádek in der Region Jihlava fand am Sonntag, dem 19. April, erneut der jährliche „Tag gegen das Endlager“ statt. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem symbolischen Motto „Quellen öffnen statt bohren“. Einwohner, örtliche Vereine sowie die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden brachten erneut ihren langjährigen Widerstand gegen die Pläne zum möglichen Bau eines geologischen Tiefenlagers für radioaktive Abfälle in dieser Region zum Ausdruck. Gleichzeitig sollte die Veranstaltung auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, die Landschaft sowie die Wasserressourcen der Region Vysočina zu schützen.
Sorge über geologische Erkundungsarbeiten….
Zum Programm gehörte auch die symbolische „Vertreibung des Bohrers durch Waldfeen“. Mit dieser Aktion wollten die Veranstalter auf die anhaltenden Sorgen der Gemeinden hinsichtlich geologischer Erkundungsbohrungen und weiterer Eingriffe in die Landschaft aufmerksam machen. Neben dem kulturellen und gemeinschaftlichen Charakter der Veranstaltung sprachen Vertreter der Kommunen auch rechtliche Fragen an. Sie kritisierten insbesondere die ihrer Ansicht nach unzureichende Beteiligung der Gemeinden an Entscheidungen über strategische staatliche Infrastrukturprojekte.
Das Gebiet Hrádek an der Grenze zwischen den Regionen Jihlava und Pelhřimov gehört zu den vier verbliebenen Standorten in der Tschechischen Republik, die von der Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) als mögliche Standorte für ein dauerhaftes unterirdisches Endlager für abgebrannte Kernbrennstoffe ausgewählt wurden. Neben Hrádek gehören dazu auch die Standorte Janoch bei Temelín, Horka in der Region Třebíč sowie Březový potok in der Region Klatovy.
Entscheidungen ohne Zustimmung der Gemeinden….
Die Vertreter der Gemeinden in der Lokalität Hrádek betonen seit Langem, dass derart bedeutende Projekte nicht ohne Einigung mit der örtlichen Bevölkerung und ohne Rücksicht auf den Charakter der ländlichen Kulturlandschaft umgesetzt werden dürfen. Den endgültigen Standort für das geologische Tiefenlager, das in der Tschechischen Republik bis zum Jahr 2050 errichtet werden soll, will die Regierung bis Ende des Jahres 2030 festlegen.
/gr/
Im Kernkraftwerk Temelin werden Rohrleitungen ausgetauscht
1.7.2026 Tageszeitung MF DNES CTK Südböhmen – Seite 9
Temelín. Das Kernkraftwerk Temelín setzt die Modernisierung seiner Anlagen fort und tauscht sicherheitsrelevante Rohrleitungen aus. Die Spezialisten können diese Arbeiten nur während weniger Wochen im Jahr durchführen; das Projekt ist bis zum Jahr 2030 geplant.
Der Austausch erfolgt in unterirdischen Versorgungstunneln, was hohe Anforderungen an Logistik und Arbeitssicherheit stellt. Derzeit ist etwa ein Drittel der Arbeiten abgeschlossen.
Um die Betriebssicherheit des Systems für die kommenden Jahrzehnte zu gewährleisten, ersetzen die Fachkräfte die ursprünglichen Rohrleitungen aus Kohlenstoffstahl durch hochwertigen Edelstahl.
Die sicherheitsrelevanten Rohrleitungen bilden eine wichtige Verbindung zwischen den Hauptkraftwerksblöcken, den Becken für das technische Kühlwasser und den Dieselgeneratoren. Ihre Aufgabe besteht darin, im Fall außergewöhnlicher Betriebszustände eine zuverlässige Abfuhr der Nachwärme aus dem Reaktor sicherzustellen.
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zur Kernkraft vom 2.Juli 2026:
Inhalt:
Rochade an der Spitze staatlicher Unternehmen: Okamuras Vertrauter Fiala wird Vorsitzender des ČEZ-Aufsichtsrats.
Wird Fiala im ČEZ-Aufsichtsrat das Parteiziel „Strom verbilligen“ durchsetzen?Flughafen in Prag wird künftig von einer Spezialeinheit der Fremdenpolizei geschützt.
Neuer Studiengang „Technologie der Kernenergie“ für künftige AKW-Mitarbeiter.
Debatte über die geplante Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs von ČEZ.
„Brutstätte“ für Kernenergie-Experten: Universität Ostrava eröffnet neuen Studiengang wegen Ausbau der Kernenergie in Dukovany.
Hitzewelle schränkt Kernenergieproduktion ein – EDF nimmt weitere Reaktorblöcke vom Netz
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Rochade an der Spitze staatlicher Unternehmen: Okamuras Vertrauter Fiala wird Vorsitzender des ČEZ-Aufsichtsrats
30.6.2026 Tageszeitung Blesk CTK
Bild: Tomio Okamura mit Radim Fiala (beide SPD) im Abgeordnetenhaus
Am Dienstag kam es zu zwei personellen Veränderungen in staatlichen Unternehmen. Neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats des Energiekonzerns ČEZ ist der stellvertretende Vorsitzende der Koalitionspartei SPD, Radim Fiala. Die Aktionäre hatten ihn bereits Anfang Juni in den Aufsichtsrat gewählt. Gleichzeitig übernimmt ab dem 1. Juli Ondřej Havlík, der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende, die Leitung des Sprengstoffherstellers Explosia mit Sitz in Pardubice, dessen Verkauf der Staat derzeit prüft.
Fiala ersetzt als Vorsitzender des CEZ-Aufsichtsrats Radim Jirout, der auf der Hauptversammlung im Juni von den Aktionären abberufen wurde.
Der Aufsichtsrat von ČEZ wählte heute außerdem zwei stellvertretende Vorsitzende. Neu in dieser Funktion ist Petr Bejček. Der zweite stellvertretende Vorsitzende bleibt Vladimír Hronek, der im Aufsichtsrat die Arbeitnehmer vertritt.
Der Aufsichtsrat von ČEZ besteht insgesamt aus neun Mitgliedern. Neben Fiala gehören ihm Karel Tyll, Vladislav Smrž, Petr Bejček und Josef Kotrba an. Die Arbeitnehmer werden im Aufsichtsrat außerdem durch Veronika Hoppová, Miroslav Čásek, Vladimír Hronek und Radek Kleibl vertreten.
Mehrheitseigentümer von ČEZ ist der tschechische Staat über das Finanzministerium, das 70 Prozent der Aktien hält. Die Regierung bereitet jedoch die vollständige Übernahme des Unternehmens vor. Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 1,7 Milliarden Kronen. Auch das operative Ergebnis sowie die Umsatzerlöse des Unternehmens gingen gegenüber dem Vorjahr zurück.
/Übersetzung des Artikelteils zu CEZ/
Quelle: https://www.blesk.cz/clanek/zpravy-poli ... losie.html
Wird Fiala im ČEZ-Aufsichtsrat das Parteiziel „Strom verbilligen“ durchsetzen?
2. Juli 2026 Tageszeitung Hospodarske noviny (HN) Seite 14
Autor: Ludek Vainert
Energiewirtschaft
Den Vorsitz des Aufsichtsrats von ČEZ hatten in der Vergangenheit bereits Personen inne, die dem Ministerpräsidenten nahestanden, Vertreter der Industrielobby oder bewährte Parteifunktionäre. Über mehr als zwei Jahre hinweg herrschte sogar die bizarre Situation, dass ausgerechnet der frühere Vorstandsvorsitzende des Unternehmens den Vorsitz des Kontrollgremiums übernahm. Er hatte seine Spitzenposition unter Druck verlassen und war an dem Tag zurückgetreten, an dem seine Verbindungen zu einem Lieferanten bekannt wurden, der von ČEZ Aufträge in Milliardenhöhe erhalten hatte. Zeitweise wurde der Aufsichtsrat aber auch von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer oder einem angesehenen Wissenschaftler mit Erfahrung in der Leitung großer Institutionen geführt.
Der am Dienstag gewählte Vorsitzende des ČEZ-Aufsichtsrats, Radim Fiala, dessen Ernennung auf die Kräfteverhältnisse innerhalb der Regierungskoalition zurückgeht, ist jedoch die bislang mit Abstand politisch profilierteste und zugleich polarisierendste Persönlichkeit in diesem Amt. Die Regierung entsandte den stellvertretenden Vorsitzenden der Koalitionspartei SPD zu ČEZ, obwohl er seit Jahren eine Maßnahme fordert, die der Energiekonzern gar nicht umsetzen kann.
Dass ausgerechnet Radim Fiala den Staat bei ČEZ vertreten würde, wurde offenbar im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen ANO, SPD und den Motoristen vereinbart. Die SPD erklärte sich bereit, Minister in die Regierung zu entsenden, die bislang keine Verbindung zur Partei hatten. Im Gegenzug erhielt Parteichef Tomio Okamura den prestigeträchtigen Posten des Präsidenten des Abgeordnetenhauses. Radim Fiala, langjähriger Stellvertreter Okamuras und sein Weggefährte seit dem Zerfall des ersten gemeinsamen politischen Projekts Úsvit, wurde Vorsitzender des einflussreichen Haushaltsausschusses. Auf der Hauptversammlung von ČEZ im Juni wurde er zudem in den Aufsichtsrat des Unternehmens gewählt – selbstverständlich mit den Stimmen, über die das Finanzministerium verfügt. Dieses entsandte außerdem Vertreter der ebenfalls von ANO geführten Ministerien sowie den Vorsitzenden des neu gegründeten Energieverbands in das Gremium.
Drei Sitze im laut Satzung zwölfköpfigen Aufsichtsrat sind zwar weiterhin unbesetzt – einer davon könnte noch an die bislang übergangenen Motoristen gehen. Doch bereits die derzeitige Zusammensetzung reichte aus, um Fialas Wahl sicherzustellen. Die übrigen vier Sitze werden traditionell von Arbeitnehmervertretern besetzt.
Von allen bisherigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats unterscheidet sich Fiala dadurch, dass er sein Amt als Politiker antritt, der offen erklärt, einen der wichtigsten Grundpfeiler des Geschäftsmodells von ČEZ grundsätzlich abzulehnen: den Verkauf eines Teils des erzeugten Stroms zu Preisen, die an der Energiebörse in Leipzig gebildet werden. Als sich die Energiekrise im Jahr 2022 zuspitzte, begann Radim Fiala immer wieder zu fordern, ČEZ solle diese Börse verlassen, den produzierten Strom in erster Linie an tschechische Haushalte und Unternehmen liefern und lediglich Überschüsse exportieren.
Nebensächlichkeiten wie die Tatsache, dass ČEZ in Leipzig nur einen kleineren Teil seiner Stromproduktion verkauft und dass selbst nach einem möglichen Ausstieg weiterhin der Markt – repräsentiert durch die Börse – den Preis bestimmen würde, ließ er ebenso unerwähnt wie die praktischen Folgen eines solchen Schrittes. Für den Oppositionspolitiker war vor allem die Wirkung auf die Wähler entscheidend, die hohe Strompreise mit der Börse und Spekulationen verbanden – Preise, die sich unmittelbar auf ihren Stromrechnungen bemerkbar machten.
Als Vorsitzender des Aufsichtsrats kann Fiala an diesem Geschäftsmodell jedoch nichts ändern. Ebenso wenig wird er das von seiner Partei kritisierte System des Emissionshandels auch nur im Geringsten beeinflussen können. Die Vorstellung, er könne in seiner neuen Funktion zu niedrigeren Strompreisen beitragen – wie es die SPD verspricht –, ist daher eine Illusion. Aufmerksame Wähler werden dies schon bald erkennen.
Allerdings möchte Fiala Zugang zu sämtlichen bedeutenden Verträgen des Unternehmens haben; die Satzung legt genau fest, ab welchem Schwellenwert diese dem Aufsichtsrat vorgelegt werden müssen. Mit der entsprechenden Unterstützung seiner Kollegen könnte er beispielsweise den Verkauf wichtiger Erzeugungsanlagen blockieren – wie dies vor neun Jahren bereits beim Kraftwerk Počerady geschah – oder große Transaktionen einschließlich der geplanten vollständigen Verstaatlichung prüfen und genehmigen. Außerdem kann er vom Management beliebige Analysen anfordern. Und selbstverständlich wird er gemeinsam mit den übrigen Aufsichtsratsmitgliedern neue Vorstandsmitglieder auswählen. Formal liegt diese Entscheidung zwar beim Aufsichtsrat – tatsächlich wird jedoch andernorts entschieden, wer ČEZ künftig führen wird.
Radim Fiala ist ein Politiker, der den Verkauf eines Teils der erzeugten Elektrizität zu Preisen, die an der Energiebörse bestimmt werden, grundsätzlich ablehnt.
/gr/
Flughafen in Prag wird künftig von einer Spezialeinheit der Fremdenpolizei geschützt
2.7.2026 MF DNES CTK Seite 12
Ruzyně
Seit gestern ist auf dem Prager Flughafen eine Spezialeinheit der Fremdenpolizei im Einsatz. Sie übernimmt den Schutz des internationalen Václav-Havel-Flughafens Prag und soll bei Bedarf auch die Spezialeinheit für schnelle Eingreifmaßnahmen (Útvar rychlého nasazení) bei der Bewältigung terroristischer Bedrohungen unterstützen, etwa im Fall einer Flugzeugentführung oder anderer außergewöhnlicher Ereignisse auf dem Flughafengelände und in dessen Umgebung. Dies teilte der Sprecher der Fremdenpolizei, Josef Urban, auf der Internetseite der Behörde mit.
Die neue Einheit ist die dritte Spezialeinheit der Polizei. Die beiden anderen sind für den Schutz der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany zuständig.
Am Flughafen werden rund um die Uhr mehrere Dutzend Polizeibeamte im Einsatz sein, die über eine ausgezeichnete taktische, körperliche und psychische Ausbildung verfügen müssen. Die Einheit wird sich zudem der präventiven Streifentätigkeit widmen.
/gr/
Neuer Studiengang „Technologie der Kernenergie“ für künftige AKW-Mitarbeiter
1.7.2026 Fernsehen CT24 Nachrichten – 14.00 Uhr
-Ondřej Topinka, Moderator des Tschechischen Fernsehens (ČT):
Die Technische Universität Ostrava – VŠB eröffnet einen neuen Studiengang „Technologien der Kernenergie“. Damit reagiert sie auf die steigende Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich. Die Absolventinnen und Absolventen werden unter anderem im Betrieb von Kernkraftwerken oder in der Forschung tätig sein. Darüber hinaus werden sie auch beim geplanten Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany um zwei neue Reaktorblöcke zum Einsatz kommen.
-Kateřina Geryková, Reporterin des Tschechischen Fernsehens (ČT):
Ab dem kommenden akademischen Jahr wird der neue Studiengang für 30 Studierende geöffnet. Warum die Technische Universität Ostrava diesen Studiengang einführt, erklärt sein wissenschaftlicher Leiter Ivo Hlavatý vom Lehrstuhl für Fertigungstechnologie der Fakultät für Maschinenbau.
Herr Hlavatý, ähnliche Studiengänge werden bereits an Hochschulen in Prag, Brünn und an der Westböhmischen Universität angeboten. Wodurch wird sich Ihr Studiengang unterscheiden?
-Ivo Hlavatý:
Der Studiengang wurde exakt nach den Anforderungen der Praxis konzipiert – also nach den Bedürfnissen der Kernkraftwerke, der Unternehmen, die Komponenten für Kernkraftwerke herstellen, sowie der Aufsichtsbehörden, insbesondere der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB. Das Neue an unserem Studiengang besteht darin, dass wir Fertigungstechnologien und Energietechnik miteinander verbinden und das Ganze unter den übergeordneten Aspekt der nuklearen Sicherheit und der kerntechnischen Vorschriften stellen. Genau darin liegt seine Besonderheit.
-Kateřina Geryková:
Sie reagieren also auf die Nachfrage des Arbeitsmarktes. Kann man sagen, dass ein solches Studium in Tschechien bislang gefehlt hat?
-Ivo Hlavatý:
Wie Sie bereits gesagt haben, gibt es ähnliche Studiengänge an anderen Universitäten. Unser Angebot unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten. Entscheidend ist vor allem, dass der Bau von zwei neuen Reaktorblöcken im Kernkraftwerk Dukovany sowie die Einführung kleiner modularer Reaktoren geplant sind. Dafür werden wir qualifizierte Fachkräfte benötigen. Das ist zwar ein langfristiges Projekt, aber wir möchten bereits jetzt mit der Ausbildung beginnen.
-Kateřina Geryková:
Was werden die Studierenden konkret lernen?
-Ivo Hlavatý:
Sie werden sich intensiv mit den eingesetzten Technologien befassen, denn Kernkraftwerke arbeiten mit hochentwickelten technischen Verfahren. Außerdem erwerben sie Kenntnisse der Energietechnik, da bei der Herstellung von Komponenten ein fundiertes Verständnis energietechnischer Anlagen erforderlich ist. Über allem stehen die Kerntechnik selbst sowie die Themen Sicherheit, Zuverlässigkeit und die heute angestrebte Lebensdauer von mehr als 60 Jahren.
-Kateřina Geryková:
Der Unterricht im Hörsaal ist das eine, die praktische Arbeit in Laboren das andere. Was wird dieser praktische Teil umfassen?
-Ivo Hlavatý:
Der Studiengang ist bewusst so aufgebaut, dass Laborarbeit einen wesentlichen Bestandteil bildet. Dort beschäftigen sich die Studierenden mit Aufgaben, die sich im klassischen Unterricht nicht vermitteln lassen. Hinzu kommen Exkursionen, Besuche von Kernkraftwerken sowie von Unternehmen, die Komponenten für die Kernenergie herstellen.
-Kateřina Geryková:
Werden auch Fachleute aus der Praxis bei Ihnen unterrichten?
-Ivo Hlavatý:
Ja, genau darauf basiert das gesamte Studienkonzept. Die technische Entwicklung in Kernkraftwerken – insbesondere aus Gründen der Sicherheit – schreitet kontinuierlich voran. Deshalb müssen die Studierenden stets mit den neuesten Entwicklungen vertraut gemacht werden. Das kommt ihnen unmittelbar zugute.
-Kateřina Geryková:
Derzeit stammen in Tschechien rund 40 Prozent der Stromerzeugung aus Kernenergie, die von den Kraftwerken Temelín und Dukovany produziert wird. Wie wird sich dieser Anteil künftig verändern und welchen Einfluss wird das auf die Nachfrage nach Fachkräften haben?
-Ivo Hlavatý:
Heute liegt der Anteil bei etwa 40 Prozent. Gleichzeitig wissen wir, dass Kohlekraftwerke nach und nach stillgelegt werden. Diese Kapazitäten müssen ersetzt werden. Für die Tschechische Republik und ganz Mitteleuropa ist es wichtig, dass die Kernenergie schrittweise die alten Kohlekraftwerke ersetzt und ihren Anteil an der Stromerzeugung weiter erhöht. Deshalb habe ich keinerlei Zweifel daran, dass das Interesse an diesem Studiengang groß sein wird. Man kann sogar sagen, dass unsere Absolventinnen und Absolventen auch langfristig sehr gute Berufsperspektiven haben werden.
-Kateřina Geryková:
Weitere Informationen gibt nun der Prodekan der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Ostrava, Vojtěch Graf. Der Studiengang „Technologien der Kernenergie“ kann im Rahmen eines anschließenden Masterstudiums absolviert werden. Welche Voraussetzungen müssen Bewerberinnen und Bewerber erfüllen?
-Vojtěch Graf:
Derzeit gibt es keine besonderen Zulassungsvoraussetzungen. Von Vorteil ist selbstverständlich eine technische Vorbildung. Wir gehen davon aus, dass sich vor allem Absolventinnen und Absolventen unserer Bachelorstudiengänge Maschinenbau sowie Energietechnik und Umwelt für dieses Masterprogramm bewerben werden.
-Kateřina Geryková:
Das Bewerbungsverfahren wurde heute eröffnet. Mit welchem Interesse rechnen Sie? Die Kapazität beträgt 30 Studienplätze.
-Vojtěch Graf:
Genau, zunächst stehen 30 Plätze zur Verfügung. Perspektivisch rechnen wir jedoch mit einer Erweiterung dieser Kapazität. Bereits jetzt erhalten wir zahlreiche Rückmeldungen von Bachelorstudierenden, die sich für diesen Studiengang interessieren. Außerdem haben uns auch derzeitige Masterstudierende signalisiert, dass sie gern erneut ein Masterstudium aufnehmen würden, um dieses moderne Studienprogramm mit seinem großen Zukunftspotenzial zu absolvieren.
/gr/
Debatte über die geplante Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs von ČEZ
1.7.2026 Tschechischer Rundfunk Plus 22.30 Uhr – Nachtsendung
Der Energiekonzern ČEZ hat eine neue Tochtergesellschaft gegründet, in die Vertrieb, Handel und Verteilnetze ausgelagert werden sollen. Damit wird der Weg frei, den Bereich der Stromerzeugung vollständig in Staatseigentum zu überführen. Über dieses Vorhaben diskutierten der neue Vorsitzende des ČEZ-Aufsichtsrats Radim Fiala (SPD) und der frühere Ministerpräsident sowie ehemalige Notenbankchef Jiří Rusnok im Tschechischen Rundfunk Plus.
Radim Fiala: Mehr Staat für mehr Sicherheit und einfachere Investitionen
Fiala verteidigte die Pläne der Regierung mit drei zentralen Argumenten. Erstens sei die Energieversorgung ein strategischer Bereich, der niemals hätte teilprivatisiert werden dürfen. Der Staat müsse die Stromerzeugung vollständig kontrollieren und dürfe sich nicht ständig an den Interessen der Minderheitsaktionäre orientieren, die vor allem auf Dividenden aus seien, während der Staat Versorgungssicherheit und langfristig bezahlbare Energie gewährleisten müsse.
Zweitens erleichtere eine vollständige staatliche Kontrolle die Finanzierung der geplanten Kernenergieprojekte – neben den neuen Blöcken in Dukovany auch weiterer Reaktoren in Temelín sowie kleiner modularer Reaktoren. Ohne Minderheitsaktionäre könnten Investitionsentscheidungen schneller und organisatorisch einfacher getroffen werden.
Als drittes Argument nannte Fiala die nationale Sicherheit. Gerade die nukleare Stromerzeugung müsse vollständig unter staatlicher Kontrolle stehen. Als Beispiel verwies er auf Frankreich, das den Energiekonzern EDF ebenfalls vollständig verstaatlicht habe, nachdem es während der Energiekrise zu Konflikten mit Minderheitsaktionären gekommen sei.
Finanziert werden soll die Transaktion durch den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung (51 Prozent) an der neuen Gesellschaft mit Vertrieb, Handel und Netzen. Der Staat wolle sich dabei die Kontrolle über diese Sparte sichern und den höchstmöglichen Verkaufserlös erzielen.
Jiří Rusnok: Keine wirtschaftliche Rechtfertigung
Rusnok hält die geplante Verstaatlichung dagegen für wirtschaftlich unbegründet. Der ursprüngliche Zweck – die Finanzierung des Kernkraftwerks Dukovany – sei längst durch eine staatlich dominierte Projektgesellschaft gelöst worden. Für die vollständige Übernahme des Erzeugungsbereichs gebe es daher keinen sachlichen Grund.
Nach seiner Einschätzung wird die Maßnahme weder den Strompreis senken noch den Ausbau der Kernenergie erleichtern. Auch mit der heutigen Eigentümerstruktur könne der Staat Kernkraftwerke finanzieren, wie Beispiele aus Schweden, Polen oder Rumänien zeigten.
Besonders kritisch sieht Rusnok den geplanten Verkauf des profitablen Vertriebs- und Netzgeschäfts. Gerade dort würden künftig stabile Gewinne erzielt, während die Stromerzeugung – insbesondere mit neuen Kernkraftwerken – wegen der enormen Investitionskosten deutlich risikoreicher werde. Würden rund 250 Milliarden Kronen für den Rückkauf der Minderheitsaktionäre verwendet, fehlten diese Mittel anschließend für Investitionen.
Zudem sei die Stromverteilung selbst ein strategischer Bereich. Das Netz stelle ein natürliches Monopol dar und bilde gemeinsam mit der Erzeugung die wirtschaftliche Stärke von ČEZ. Die Aufspaltung des Konzerns würde diese Vorteile zerstören. Rusnok befürchtet außerdem, dass ein Verkauf an ausländische Investoren den tschechischen Kapitalmarkt schwächen und langfristig dem Land schaden würde.
Beide Gesprächspartner waren sich lediglich darin einig, dass die Kernenergie künftig eine Schlüsselrolle im tschechischen Energiesystem spielen wird. Uneinigkeit besteht jedoch darüber, ob dafür eine vollständige Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs von ČEZ erforderlich ist.
/gr/
„Brutstätte“ für Kernenergie-Experten: Universität Ostrava eröffnet neuen Studiengang wegen Ausbau der Kernenergie in Dukovany
1.7.2026 irozhlas.cz / Tschechischer Rundfunk
Für den Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany und den Bau kleiner modularer Reaktoren werden Hunderte Maschinenbauingenieure mit spezieller Qualifikation gesucht. Sie müssen komplexe Bauteile fertigen, schweißen und zugleich über fundierte Kenntnisse der Kerntechnik verfügen. Auf die stark steigende Nachfrage nach solchen Fachkräften reagieren inzwischen auch die Universitäten. Die Technische Universität Ostrava (VŠB-TUO) hat deshalb einen neuen Studiengang eingerichtet, der Maschinenbau und Energietechnik miteinander verbindet.
In einem Schweißlabor am Stadtrand von Ostrava kommt derzeit ein sechsachsiger Roboter für automatisiertes industrielles Schweißen zum Einsatz. Mithilfe moderner Fertigungstechnologien, darunter auch 3D-Druck, können dort nahezu beliebige Bauteile hergestellt werden – etwa komplexe Komponenten für Rohrleitungssysteme in Kraftwerken.
Daneben wird im Labor auch manuell geschweißt. Sämtliche Schweißparameter werden dabei überwacht und dokumentiert, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
In demselben Gebäude werden künftig die ersten Studierenden ausgebildet, die sowohl moderne Fertigungstechnologien als auch kerntechnische Sicherheitsanforderungen beherrschen. Sie sollen zudem mit allen Vorschriften vertraut sein, die beim Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany gelten.
„Eine Besonderheit der neuen Reaktorblöcke besteht darin, dass sie nach amerikanischen Normen und Vorschriften errichtet werden. Diese werden bislang weder an weiterführenden Schulen noch an Hochschulen in Europa vermittelt“, erklärt Ivo Hlavatý, wissenschaftlicher Leiter des neuen Studiengangs.
Er betont, dass die Absolventinnen und Absolventen besonders vielseitige Berufsmöglichkeiten haben werden: Sie könnten sowohl in der Fertigung kerntechnischer Komponenten als auch direkt im Energiesektor tätig werden. „Diese Verbindung von Fertigungstechnologie und Energietechnik ist bislang einzigartig – weder in Tschechien noch in der Slowakei gibt es ein vergleichbares Studienangebot“, so Hlavatý.
Der Bedarf an entsprechend qualifizierten Fachkräften ist bereits heute hoch und wird in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Für den Ausbau der Kernenergie werden mehrere Generationen von Spezialisten benötigt – insgesamt Hunderte bis Tausende Ingenieurinnen und Ingenieure.
„Wir freuen uns, dass in Ostrava ein solches Kompetenzzentrum entsteht, das die zukünftigen Fachkräfte für die Kerntechnik ausbilden wird“, sagt Linda Navrátilová vom Energiekonzern ČEZ.
Für den neu eingerichteten anschließenden Masterstudiengang läuft bereits das Bewerbungsverfahren. Nach Einschätzung des Prodekans der Fakultät für Maschinenbau, Vojtěch Graf, wird die Nachfrage groß sein.
„Der Arbeitsmarkt benötigt diese Fachkräfte eindeutig. Derzeit bieten wir 30 Studienplätze an. Je nach Entwicklung werden wir innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre prüfen, ob wir die Kapazität erhöhen“, erklärt Graf.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/hn ... 020733_dns
/gr/
Hitzewelle schränkt Kernenergieproduktion ein – EDF nimmt weitere Reaktorblöcke vom Netz
Autor: Jiří Puchnar
2. Juli 2026, oenergetice.cz
Die außergewöhnliche Hitzewelle in Frankreich beeinträchtigt derzeit auch den Betrieb der französischen Kernkraftwerke. Der Energieversorger EDF hat wegen der hohen Temperaturen der Flussgewässer mehrere Reaktorblöcke vorübergehend abgeschaltet und die Leistung weiterer Anlagen reduziert, um die Umweltauflagen für die Einleitung erwärmten Kühlwassers in Flüsse einzuhalten.
Am Donnerstag, dem 25. Juni, waren der Reaktorblock Bugey 3 an der Rhône sowie Nogent-sur-Seine 1 an der Seine betroffen. In beiden Fällen erfolgten die Maßnahmen auf Grundlage der Vorschriften, die bei hohen Wassertemperaturen die Wasserentnahme und die Rückleitung des Kühlwassers regeln.
Bereits zuvor in derselben Woche war aus demselben Grund auch Golfech 2 an der Garonne abgeschaltet worden. Der erste Block des Kraftwerks befand sich gleichzeitig planmäßig wegen Wartungsarbeiten und Brennelementwechsel außer Betrieb.
Keine Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit...
Die Abschaltungen und Leistungsreduzierungen stehen nicht im Zusammenhang mit der nuklearen Sicherheit, sondern dienen dem Schutz der Gewässerökologie. Kernkraftwerke nutzen Flusswasser zur Kühlung des Sekundärkreislaufs und leiten das erwärmte Wasser anschließend wieder in den Fluss zurück. Während Hitzeperioden und bei niedrigen Wasserständen wird es jedoch schwieriger, die zulässigen Grenzwerte für die Temperatur des Mischwassers oder für die maximal zulässige Erwärmung des Flusses einzuhalten.
Nach Angaben der französischen Atomaufsichtsbehörde ASNR muss EDF die Leistung der Reaktoren reduzieren oder Blöcke vorübergehend abschalten, sobald eine Überschreitung dieser Grenzwerte droht. Die Vorschriften schreiben außerdem eine kontinuierliche Überwachung der physikalisch-chemischen und biologischen Parameter der Gewässer vor.
Unterschiedliche Grenzwerte je nach Standort
Für das Kernkraftwerk Golfech gilt zwischen Juni und September eine maximale Temperatur der Garonne von 28 °C nach der Vermischung mit dem Kühlwasser; die Erwärmung des Flusses darf höchstens 1,25 °C betragen. EDF teilte mit, dass Golfech 2 am 22. Juni um 23:45 Uhr vorsorglich abgeschaltet wurde, da erwartet wurde, dass die Flusstemperatur den Grenzwert von 28 °C erreichen würde.
Für Nogent-sur-Seine darf die Temperatur der Seine unter Normalbedingungen flussabwärts des Kraftwerks ebenfalls 28 °C nicht überschreiten. Der Temperaturunterschied zwischen dem Wasser oberhalb und unterhalb der Anlage darf höchstens 3 °C betragen. Auf Wunsch des Übertragungsnetzbetreibers RTE blieb jedoch der Reaktor Nogent-sur-Seine 2 mit reduzierter Leistung in Betrieb, um zur Stabilität des französischen Stromnetzes beizutragen.
Der Reaktor Bugey 3 an der Rhône wurde am 25. Juni abgeschaltet. EDF erklärte anschließend, dass die Blöcke Bugey 4 und 5 auf Anforderung von RTE mit verringerter Leistung weiterbetrieben werden. Für außergewöhnliche Klimabedingungen gilt dort eine maximale durchschnittliche Wassertemperatur der Rhône von 27 °C sowie eine zulässige Erwärmung um höchstens 1 °C.
Stromversorgung weiterhin gesichert...
Der französische Übertragungsnetzbetreiber RTE erklärte, dass trotz der Hitzewelle keine besonderen Maßnahmen zur Sicherung der Stromversorgung erforderlich seien. Die verfügbaren Erzeugungskapazitäten reichten aus, um den französischen Strombedarf auch bei der zeitweisen Abschaltung einzelner Kraftwerksblöcke zu decken.
Gleichzeitig führt die Hitze zu einem steigenden Stromverbrauch durch den verstärkten Einsatz von Klimaanlagen. Nach Schätzungen von RTE erhöht jedes zusätzliche Grad Celsius die Stromnachfrage – je nach Tageszeit – um etwa 0,7 bis 1 Gigawatt. Dieser Effekt sei allerdings rund dreimal geringer als der zusätzliche Strombedarf, der im Winter durch einen Temperaturrückgang um ein Grad Celsius entsteht.
Klimawandel rückt betriebliche Grenzen stärker in den Fokus….
Der französische Wetterdienst Météo-France stufte die Hitzewelle Ende Juni als außergewöhnlich ein. Die Tage 24. und 25. Juni waren nach dem nationalen Temperaturindex mit einer durchschnittlichen 24-Stunden-Temperatur von 30 °C die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947.
Die aktuelle Hitzewelle verdeutlicht erneut, dass nicht die Reaktorsicherheit, sondern die ökologischen Anforderungen an die Flüsse zunehmend den Betrieb französischer Kernkraftwerke beeinflussen.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... alsi-bloky
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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Tel: 603 805 799
Inhalt:
Rochade an der Spitze staatlicher Unternehmen: Okamuras Vertrauter Fiala wird Vorsitzender des ČEZ-Aufsichtsrats.
Wird Fiala im ČEZ-Aufsichtsrat das Parteiziel „Strom verbilligen“ durchsetzen?Flughafen in Prag wird künftig von einer Spezialeinheit der Fremdenpolizei geschützt.
Neuer Studiengang „Technologie der Kernenergie“ für künftige AKW-Mitarbeiter.
Debatte über die geplante Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs von ČEZ.
„Brutstätte“ für Kernenergie-Experten: Universität Ostrava eröffnet neuen Studiengang wegen Ausbau der Kernenergie in Dukovany.
Hitzewelle schränkt Kernenergieproduktion ein – EDF nimmt weitere Reaktorblöcke vom Netz
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Rochade an der Spitze staatlicher Unternehmen: Okamuras Vertrauter Fiala wird Vorsitzender des ČEZ-Aufsichtsrats
30.6.2026 Tageszeitung Blesk CTK
Bild: Tomio Okamura mit Radim Fiala (beide SPD) im Abgeordnetenhaus
Am Dienstag kam es zu zwei personellen Veränderungen in staatlichen Unternehmen. Neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats des Energiekonzerns ČEZ ist der stellvertretende Vorsitzende der Koalitionspartei SPD, Radim Fiala. Die Aktionäre hatten ihn bereits Anfang Juni in den Aufsichtsrat gewählt. Gleichzeitig übernimmt ab dem 1. Juli Ondřej Havlík, der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende, die Leitung des Sprengstoffherstellers Explosia mit Sitz in Pardubice, dessen Verkauf der Staat derzeit prüft.
Fiala ersetzt als Vorsitzender des CEZ-Aufsichtsrats Radim Jirout, der auf der Hauptversammlung im Juni von den Aktionären abberufen wurde.
Der Aufsichtsrat von ČEZ wählte heute außerdem zwei stellvertretende Vorsitzende. Neu in dieser Funktion ist Petr Bejček. Der zweite stellvertretende Vorsitzende bleibt Vladimír Hronek, der im Aufsichtsrat die Arbeitnehmer vertritt.
Der Aufsichtsrat von ČEZ besteht insgesamt aus neun Mitgliedern. Neben Fiala gehören ihm Karel Tyll, Vladislav Smrž, Petr Bejček und Josef Kotrba an. Die Arbeitnehmer werden im Aufsichtsrat außerdem durch Veronika Hoppová, Miroslav Čásek, Vladimír Hronek und Radek Kleibl vertreten.
Mehrheitseigentümer von ČEZ ist der tschechische Staat über das Finanzministerium, das 70 Prozent der Aktien hält. Die Regierung bereitet jedoch die vollständige Übernahme des Unternehmens vor. Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 1,7 Milliarden Kronen. Auch das operative Ergebnis sowie die Umsatzerlöse des Unternehmens gingen gegenüber dem Vorjahr zurück.
/Übersetzung des Artikelteils zu CEZ/
Quelle: https://www.blesk.cz/clanek/zpravy-poli ... losie.html
Wird Fiala im ČEZ-Aufsichtsrat das Parteiziel „Strom verbilligen“ durchsetzen?
2. Juli 2026 Tageszeitung Hospodarske noviny (HN) Seite 14
Autor: Ludek Vainert
Energiewirtschaft
Den Vorsitz des Aufsichtsrats von ČEZ hatten in der Vergangenheit bereits Personen inne, die dem Ministerpräsidenten nahestanden, Vertreter der Industrielobby oder bewährte Parteifunktionäre. Über mehr als zwei Jahre hinweg herrschte sogar die bizarre Situation, dass ausgerechnet der frühere Vorstandsvorsitzende des Unternehmens den Vorsitz des Kontrollgremiums übernahm. Er hatte seine Spitzenposition unter Druck verlassen und war an dem Tag zurückgetreten, an dem seine Verbindungen zu einem Lieferanten bekannt wurden, der von ČEZ Aufträge in Milliardenhöhe erhalten hatte. Zeitweise wurde der Aufsichtsrat aber auch von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer oder einem angesehenen Wissenschaftler mit Erfahrung in der Leitung großer Institutionen geführt.
Der am Dienstag gewählte Vorsitzende des ČEZ-Aufsichtsrats, Radim Fiala, dessen Ernennung auf die Kräfteverhältnisse innerhalb der Regierungskoalition zurückgeht, ist jedoch die bislang mit Abstand politisch profilierteste und zugleich polarisierendste Persönlichkeit in diesem Amt. Die Regierung entsandte den stellvertretenden Vorsitzenden der Koalitionspartei SPD zu ČEZ, obwohl er seit Jahren eine Maßnahme fordert, die der Energiekonzern gar nicht umsetzen kann.
Dass ausgerechnet Radim Fiala den Staat bei ČEZ vertreten würde, wurde offenbar im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen ANO, SPD und den Motoristen vereinbart. Die SPD erklärte sich bereit, Minister in die Regierung zu entsenden, die bislang keine Verbindung zur Partei hatten. Im Gegenzug erhielt Parteichef Tomio Okamura den prestigeträchtigen Posten des Präsidenten des Abgeordnetenhauses. Radim Fiala, langjähriger Stellvertreter Okamuras und sein Weggefährte seit dem Zerfall des ersten gemeinsamen politischen Projekts Úsvit, wurde Vorsitzender des einflussreichen Haushaltsausschusses. Auf der Hauptversammlung von ČEZ im Juni wurde er zudem in den Aufsichtsrat des Unternehmens gewählt – selbstverständlich mit den Stimmen, über die das Finanzministerium verfügt. Dieses entsandte außerdem Vertreter der ebenfalls von ANO geführten Ministerien sowie den Vorsitzenden des neu gegründeten Energieverbands in das Gremium.
Drei Sitze im laut Satzung zwölfköpfigen Aufsichtsrat sind zwar weiterhin unbesetzt – einer davon könnte noch an die bislang übergangenen Motoristen gehen. Doch bereits die derzeitige Zusammensetzung reichte aus, um Fialas Wahl sicherzustellen. Die übrigen vier Sitze werden traditionell von Arbeitnehmervertretern besetzt.
Von allen bisherigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats unterscheidet sich Fiala dadurch, dass er sein Amt als Politiker antritt, der offen erklärt, einen der wichtigsten Grundpfeiler des Geschäftsmodells von ČEZ grundsätzlich abzulehnen: den Verkauf eines Teils des erzeugten Stroms zu Preisen, die an der Energiebörse in Leipzig gebildet werden. Als sich die Energiekrise im Jahr 2022 zuspitzte, begann Radim Fiala immer wieder zu fordern, ČEZ solle diese Börse verlassen, den produzierten Strom in erster Linie an tschechische Haushalte und Unternehmen liefern und lediglich Überschüsse exportieren.
Nebensächlichkeiten wie die Tatsache, dass ČEZ in Leipzig nur einen kleineren Teil seiner Stromproduktion verkauft und dass selbst nach einem möglichen Ausstieg weiterhin der Markt – repräsentiert durch die Börse – den Preis bestimmen würde, ließ er ebenso unerwähnt wie die praktischen Folgen eines solchen Schrittes. Für den Oppositionspolitiker war vor allem die Wirkung auf die Wähler entscheidend, die hohe Strompreise mit der Börse und Spekulationen verbanden – Preise, die sich unmittelbar auf ihren Stromrechnungen bemerkbar machten.
Als Vorsitzender des Aufsichtsrats kann Fiala an diesem Geschäftsmodell jedoch nichts ändern. Ebenso wenig wird er das von seiner Partei kritisierte System des Emissionshandels auch nur im Geringsten beeinflussen können. Die Vorstellung, er könne in seiner neuen Funktion zu niedrigeren Strompreisen beitragen – wie es die SPD verspricht –, ist daher eine Illusion. Aufmerksame Wähler werden dies schon bald erkennen.
Allerdings möchte Fiala Zugang zu sämtlichen bedeutenden Verträgen des Unternehmens haben; die Satzung legt genau fest, ab welchem Schwellenwert diese dem Aufsichtsrat vorgelegt werden müssen. Mit der entsprechenden Unterstützung seiner Kollegen könnte er beispielsweise den Verkauf wichtiger Erzeugungsanlagen blockieren – wie dies vor neun Jahren bereits beim Kraftwerk Počerady geschah – oder große Transaktionen einschließlich der geplanten vollständigen Verstaatlichung prüfen und genehmigen. Außerdem kann er vom Management beliebige Analysen anfordern. Und selbstverständlich wird er gemeinsam mit den übrigen Aufsichtsratsmitgliedern neue Vorstandsmitglieder auswählen. Formal liegt diese Entscheidung zwar beim Aufsichtsrat – tatsächlich wird jedoch andernorts entschieden, wer ČEZ künftig führen wird.
Radim Fiala ist ein Politiker, der den Verkauf eines Teils der erzeugten Elektrizität zu Preisen, die an der Energiebörse bestimmt werden, grundsätzlich ablehnt.
/gr/
Flughafen in Prag wird künftig von einer Spezialeinheit der Fremdenpolizei geschützt
2.7.2026 MF DNES CTK Seite 12
Ruzyně
Seit gestern ist auf dem Prager Flughafen eine Spezialeinheit der Fremdenpolizei im Einsatz. Sie übernimmt den Schutz des internationalen Václav-Havel-Flughafens Prag und soll bei Bedarf auch die Spezialeinheit für schnelle Eingreifmaßnahmen (Útvar rychlého nasazení) bei der Bewältigung terroristischer Bedrohungen unterstützen, etwa im Fall einer Flugzeugentführung oder anderer außergewöhnlicher Ereignisse auf dem Flughafengelände und in dessen Umgebung. Dies teilte der Sprecher der Fremdenpolizei, Josef Urban, auf der Internetseite der Behörde mit.
Die neue Einheit ist die dritte Spezialeinheit der Polizei. Die beiden anderen sind für den Schutz der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany zuständig.
Am Flughafen werden rund um die Uhr mehrere Dutzend Polizeibeamte im Einsatz sein, die über eine ausgezeichnete taktische, körperliche und psychische Ausbildung verfügen müssen. Die Einheit wird sich zudem der präventiven Streifentätigkeit widmen.
/gr/
Neuer Studiengang „Technologie der Kernenergie“ für künftige AKW-Mitarbeiter
1.7.2026 Fernsehen CT24 Nachrichten – 14.00 Uhr
-Ondřej Topinka, Moderator des Tschechischen Fernsehens (ČT):
Die Technische Universität Ostrava – VŠB eröffnet einen neuen Studiengang „Technologien der Kernenergie“. Damit reagiert sie auf die steigende Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich. Die Absolventinnen und Absolventen werden unter anderem im Betrieb von Kernkraftwerken oder in der Forschung tätig sein. Darüber hinaus werden sie auch beim geplanten Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany um zwei neue Reaktorblöcke zum Einsatz kommen.
-Kateřina Geryková, Reporterin des Tschechischen Fernsehens (ČT):
Ab dem kommenden akademischen Jahr wird der neue Studiengang für 30 Studierende geöffnet. Warum die Technische Universität Ostrava diesen Studiengang einführt, erklärt sein wissenschaftlicher Leiter Ivo Hlavatý vom Lehrstuhl für Fertigungstechnologie der Fakultät für Maschinenbau.
Herr Hlavatý, ähnliche Studiengänge werden bereits an Hochschulen in Prag, Brünn und an der Westböhmischen Universität angeboten. Wodurch wird sich Ihr Studiengang unterscheiden?
-Ivo Hlavatý:
Der Studiengang wurde exakt nach den Anforderungen der Praxis konzipiert – also nach den Bedürfnissen der Kernkraftwerke, der Unternehmen, die Komponenten für Kernkraftwerke herstellen, sowie der Aufsichtsbehörden, insbesondere der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB. Das Neue an unserem Studiengang besteht darin, dass wir Fertigungstechnologien und Energietechnik miteinander verbinden und das Ganze unter den übergeordneten Aspekt der nuklearen Sicherheit und der kerntechnischen Vorschriften stellen. Genau darin liegt seine Besonderheit.
-Kateřina Geryková:
Sie reagieren also auf die Nachfrage des Arbeitsmarktes. Kann man sagen, dass ein solches Studium in Tschechien bislang gefehlt hat?
-Ivo Hlavatý:
Wie Sie bereits gesagt haben, gibt es ähnliche Studiengänge an anderen Universitäten. Unser Angebot unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten. Entscheidend ist vor allem, dass der Bau von zwei neuen Reaktorblöcken im Kernkraftwerk Dukovany sowie die Einführung kleiner modularer Reaktoren geplant sind. Dafür werden wir qualifizierte Fachkräfte benötigen. Das ist zwar ein langfristiges Projekt, aber wir möchten bereits jetzt mit der Ausbildung beginnen.
-Kateřina Geryková:
Was werden die Studierenden konkret lernen?
-Ivo Hlavatý:
Sie werden sich intensiv mit den eingesetzten Technologien befassen, denn Kernkraftwerke arbeiten mit hochentwickelten technischen Verfahren. Außerdem erwerben sie Kenntnisse der Energietechnik, da bei der Herstellung von Komponenten ein fundiertes Verständnis energietechnischer Anlagen erforderlich ist. Über allem stehen die Kerntechnik selbst sowie die Themen Sicherheit, Zuverlässigkeit und die heute angestrebte Lebensdauer von mehr als 60 Jahren.
-Kateřina Geryková:
Der Unterricht im Hörsaal ist das eine, die praktische Arbeit in Laboren das andere. Was wird dieser praktische Teil umfassen?
-Ivo Hlavatý:
Der Studiengang ist bewusst so aufgebaut, dass Laborarbeit einen wesentlichen Bestandteil bildet. Dort beschäftigen sich die Studierenden mit Aufgaben, die sich im klassischen Unterricht nicht vermitteln lassen. Hinzu kommen Exkursionen, Besuche von Kernkraftwerken sowie von Unternehmen, die Komponenten für die Kernenergie herstellen.
-Kateřina Geryková:
Werden auch Fachleute aus der Praxis bei Ihnen unterrichten?
-Ivo Hlavatý:
Ja, genau darauf basiert das gesamte Studienkonzept. Die technische Entwicklung in Kernkraftwerken – insbesondere aus Gründen der Sicherheit – schreitet kontinuierlich voran. Deshalb müssen die Studierenden stets mit den neuesten Entwicklungen vertraut gemacht werden. Das kommt ihnen unmittelbar zugute.
-Kateřina Geryková:
Derzeit stammen in Tschechien rund 40 Prozent der Stromerzeugung aus Kernenergie, die von den Kraftwerken Temelín und Dukovany produziert wird. Wie wird sich dieser Anteil künftig verändern und welchen Einfluss wird das auf die Nachfrage nach Fachkräften haben?
-Ivo Hlavatý:
Heute liegt der Anteil bei etwa 40 Prozent. Gleichzeitig wissen wir, dass Kohlekraftwerke nach und nach stillgelegt werden. Diese Kapazitäten müssen ersetzt werden. Für die Tschechische Republik und ganz Mitteleuropa ist es wichtig, dass die Kernenergie schrittweise die alten Kohlekraftwerke ersetzt und ihren Anteil an der Stromerzeugung weiter erhöht. Deshalb habe ich keinerlei Zweifel daran, dass das Interesse an diesem Studiengang groß sein wird. Man kann sogar sagen, dass unsere Absolventinnen und Absolventen auch langfristig sehr gute Berufsperspektiven haben werden.
-Kateřina Geryková:
Weitere Informationen gibt nun der Prodekan der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Ostrava, Vojtěch Graf. Der Studiengang „Technologien der Kernenergie“ kann im Rahmen eines anschließenden Masterstudiums absolviert werden. Welche Voraussetzungen müssen Bewerberinnen und Bewerber erfüllen?
-Vojtěch Graf:
Derzeit gibt es keine besonderen Zulassungsvoraussetzungen. Von Vorteil ist selbstverständlich eine technische Vorbildung. Wir gehen davon aus, dass sich vor allem Absolventinnen und Absolventen unserer Bachelorstudiengänge Maschinenbau sowie Energietechnik und Umwelt für dieses Masterprogramm bewerben werden.
-Kateřina Geryková:
Das Bewerbungsverfahren wurde heute eröffnet. Mit welchem Interesse rechnen Sie? Die Kapazität beträgt 30 Studienplätze.
-Vojtěch Graf:
Genau, zunächst stehen 30 Plätze zur Verfügung. Perspektivisch rechnen wir jedoch mit einer Erweiterung dieser Kapazität. Bereits jetzt erhalten wir zahlreiche Rückmeldungen von Bachelorstudierenden, die sich für diesen Studiengang interessieren. Außerdem haben uns auch derzeitige Masterstudierende signalisiert, dass sie gern erneut ein Masterstudium aufnehmen würden, um dieses moderne Studienprogramm mit seinem großen Zukunftspotenzial zu absolvieren.
/gr/
Debatte über die geplante Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs von ČEZ
1.7.2026 Tschechischer Rundfunk Plus 22.30 Uhr – Nachtsendung
Der Energiekonzern ČEZ hat eine neue Tochtergesellschaft gegründet, in die Vertrieb, Handel und Verteilnetze ausgelagert werden sollen. Damit wird der Weg frei, den Bereich der Stromerzeugung vollständig in Staatseigentum zu überführen. Über dieses Vorhaben diskutierten der neue Vorsitzende des ČEZ-Aufsichtsrats Radim Fiala (SPD) und der frühere Ministerpräsident sowie ehemalige Notenbankchef Jiří Rusnok im Tschechischen Rundfunk Plus.
Radim Fiala: Mehr Staat für mehr Sicherheit und einfachere Investitionen
Fiala verteidigte die Pläne der Regierung mit drei zentralen Argumenten. Erstens sei die Energieversorgung ein strategischer Bereich, der niemals hätte teilprivatisiert werden dürfen. Der Staat müsse die Stromerzeugung vollständig kontrollieren und dürfe sich nicht ständig an den Interessen der Minderheitsaktionäre orientieren, die vor allem auf Dividenden aus seien, während der Staat Versorgungssicherheit und langfristig bezahlbare Energie gewährleisten müsse.
Zweitens erleichtere eine vollständige staatliche Kontrolle die Finanzierung der geplanten Kernenergieprojekte – neben den neuen Blöcken in Dukovany auch weiterer Reaktoren in Temelín sowie kleiner modularer Reaktoren. Ohne Minderheitsaktionäre könnten Investitionsentscheidungen schneller und organisatorisch einfacher getroffen werden.
Als drittes Argument nannte Fiala die nationale Sicherheit. Gerade die nukleare Stromerzeugung müsse vollständig unter staatlicher Kontrolle stehen. Als Beispiel verwies er auf Frankreich, das den Energiekonzern EDF ebenfalls vollständig verstaatlicht habe, nachdem es während der Energiekrise zu Konflikten mit Minderheitsaktionären gekommen sei.
Finanziert werden soll die Transaktion durch den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung (51 Prozent) an der neuen Gesellschaft mit Vertrieb, Handel und Netzen. Der Staat wolle sich dabei die Kontrolle über diese Sparte sichern und den höchstmöglichen Verkaufserlös erzielen.
Jiří Rusnok: Keine wirtschaftliche Rechtfertigung
Rusnok hält die geplante Verstaatlichung dagegen für wirtschaftlich unbegründet. Der ursprüngliche Zweck – die Finanzierung des Kernkraftwerks Dukovany – sei längst durch eine staatlich dominierte Projektgesellschaft gelöst worden. Für die vollständige Übernahme des Erzeugungsbereichs gebe es daher keinen sachlichen Grund.
Nach seiner Einschätzung wird die Maßnahme weder den Strompreis senken noch den Ausbau der Kernenergie erleichtern. Auch mit der heutigen Eigentümerstruktur könne der Staat Kernkraftwerke finanzieren, wie Beispiele aus Schweden, Polen oder Rumänien zeigten.
Besonders kritisch sieht Rusnok den geplanten Verkauf des profitablen Vertriebs- und Netzgeschäfts. Gerade dort würden künftig stabile Gewinne erzielt, während die Stromerzeugung – insbesondere mit neuen Kernkraftwerken – wegen der enormen Investitionskosten deutlich risikoreicher werde. Würden rund 250 Milliarden Kronen für den Rückkauf der Minderheitsaktionäre verwendet, fehlten diese Mittel anschließend für Investitionen.
Zudem sei die Stromverteilung selbst ein strategischer Bereich. Das Netz stelle ein natürliches Monopol dar und bilde gemeinsam mit der Erzeugung die wirtschaftliche Stärke von ČEZ. Die Aufspaltung des Konzerns würde diese Vorteile zerstören. Rusnok befürchtet außerdem, dass ein Verkauf an ausländische Investoren den tschechischen Kapitalmarkt schwächen und langfristig dem Land schaden würde.
Beide Gesprächspartner waren sich lediglich darin einig, dass die Kernenergie künftig eine Schlüsselrolle im tschechischen Energiesystem spielen wird. Uneinigkeit besteht jedoch darüber, ob dafür eine vollständige Verstaatlichung des Erzeugungsbereichs von ČEZ erforderlich ist.
/gr/
„Brutstätte“ für Kernenergie-Experten: Universität Ostrava eröffnet neuen Studiengang wegen Ausbau der Kernenergie in Dukovany
1.7.2026 irozhlas.cz / Tschechischer Rundfunk
Für den Bau der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany und den Bau kleiner modularer Reaktoren werden Hunderte Maschinenbauingenieure mit spezieller Qualifikation gesucht. Sie müssen komplexe Bauteile fertigen, schweißen und zugleich über fundierte Kenntnisse der Kerntechnik verfügen. Auf die stark steigende Nachfrage nach solchen Fachkräften reagieren inzwischen auch die Universitäten. Die Technische Universität Ostrava (VŠB-TUO) hat deshalb einen neuen Studiengang eingerichtet, der Maschinenbau und Energietechnik miteinander verbindet.
In einem Schweißlabor am Stadtrand von Ostrava kommt derzeit ein sechsachsiger Roboter für automatisiertes industrielles Schweißen zum Einsatz. Mithilfe moderner Fertigungstechnologien, darunter auch 3D-Druck, können dort nahezu beliebige Bauteile hergestellt werden – etwa komplexe Komponenten für Rohrleitungssysteme in Kraftwerken.
Daneben wird im Labor auch manuell geschweißt. Sämtliche Schweißparameter werden dabei überwacht und dokumentiert, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
In demselben Gebäude werden künftig die ersten Studierenden ausgebildet, die sowohl moderne Fertigungstechnologien als auch kerntechnische Sicherheitsanforderungen beherrschen. Sie sollen zudem mit allen Vorschriften vertraut sein, die beim Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany gelten.
„Eine Besonderheit der neuen Reaktorblöcke besteht darin, dass sie nach amerikanischen Normen und Vorschriften errichtet werden. Diese werden bislang weder an weiterführenden Schulen noch an Hochschulen in Europa vermittelt“, erklärt Ivo Hlavatý, wissenschaftlicher Leiter des neuen Studiengangs.
Er betont, dass die Absolventinnen und Absolventen besonders vielseitige Berufsmöglichkeiten haben werden: Sie könnten sowohl in der Fertigung kerntechnischer Komponenten als auch direkt im Energiesektor tätig werden. „Diese Verbindung von Fertigungstechnologie und Energietechnik ist bislang einzigartig – weder in Tschechien noch in der Slowakei gibt es ein vergleichbares Studienangebot“, so Hlavatý.
Der Bedarf an entsprechend qualifizierten Fachkräften ist bereits heute hoch und wird in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Für den Ausbau der Kernenergie werden mehrere Generationen von Spezialisten benötigt – insgesamt Hunderte bis Tausende Ingenieurinnen und Ingenieure.
„Wir freuen uns, dass in Ostrava ein solches Kompetenzzentrum entsteht, das die zukünftigen Fachkräfte für die Kerntechnik ausbilden wird“, sagt Linda Navrátilová vom Energiekonzern ČEZ.
Für den neu eingerichteten anschließenden Masterstudiengang läuft bereits das Bewerbungsverfahren. Nach Einschätzung des Prodekans der Fakultät für Maschinenbau, Vojtěch Graf, wird die Nachfrage groß sein.
„Der Arbeitsmarkt benötigt diese Fachkräfte eindeutig. Derzeit bieten wir 30 Studienplätze an. Je nach Entwicklung werden wir innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre prüfen, ob wir die Kapazität erhöhen“, erklärt Graf.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/hn ... 020733_dns
/gr/
Hitzewelle schränkt Kernenergieproduktion ein – EDF nimmt weitere Reaktorblöcke vom Netz
Autor: Jiří Puchnar
2. Juli 2026, oenergetice.cz
Die außergewöhnliche Hitzewelle in Frankreich beeinträchtigt derzeit auch den Betrieb der französischen Kernkraftwerke. Der Energieversorger EDF hat wegen der hohen Temperaturen der Flussgewässer mehrere Reaktorblöcke vorübergehend abgeschaltet und die Leistung weiterer Anlagen reduziert, um die Umweltauflagen für die Einleitung erwärmten Kühlwassers in Flüsse einzuhalten.
Am Donnerstag, dem 25. Juni, waren der Reaktorblock Bugey 3 an der Rhône sowie Nogent-sur-Seine 1 an der Seine betroffen. In beiden Fällen erfolgten die Maßnahmen auf Grundlage der Vorschriften, die bei hohen Wassertemperaturen die Wasserentnahme und die Rückleitung des Kühlwassers regeln.
Bereits zuvor in derselben Woche war aus demselben Grund auch Golfech 2 an der Garonne abgeschaltet worden. Der erste Block des Kraftwerks befand sich gleichzeitig planmäßig wegen Wartungsarbeiten und Brennelementwechsel außer Betrieb.
Keine Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit...
Die Abschaltungen und Leistungsreduzierungen stehen nicht im Zusammenhang mit der nuklearen Sicherheit, sondern dienen dem Schutz der Gewässerökologie. Kernkraftwerke nutzen Flusswasser zur Kühlung des Sekundärkreislaufs und leiten das erwärmte Wasser anschließend wieder in den Fluss zurück. Während Hitzeperioden und bei niedrigen Wasserständen wird es jedoch schwieriger, die zulässigen Grenzwerte für die Temperatur des Mischwassers oder für die maximal zulässige Erwärmung des Flusses einzuhalten.
Nach Angaben der französischen Atomaufsichtsbehörde ASNR muss EDF die Leistung der Reaktoren reduzieren oder Blöcke vorübergehend abschalten, sobald eine Überschreitung dieser Grenzwerte droht. Die Vorschriften schreiben außerdem eine kontinuierliche Überwachung der physikalisch-chemischen und biologischen Parameter der Gewässer vor.
Unterschiedliche Grenzwerte je nach Standort
Für das Kernkraftwerk Golfech gilt zwischen Juni und September eine maximale Temperatur der Garonne von 28 °C nach der Vermischung mit dem Kühlwasser; die Erwärmung des Flusses darf höchstens 1,25 °C betragen. EDF teilte mit, dass Golfech 2 am 22. Juni um 23:45 Uhr vorsorglich abgeschaltet wurde, da erwartet wurde, dass die Flusstemperatur den Grenzwert von 28 °C erreichen würde.
Für Nogent-sur-Seine darf die Temperatur der Seine unter Normalbedingungen flussabwärts des Kraftwerks ebenfalls 28 °C nicht überschreiten. Der Temperaturunterschied zwischen dem Wasser oberhalb und unterhalb der Anlage darf höchstens 3 °C betragen. Auf Wunsch des Übertragungsnetzbetreibers RTE blieb jedoch der Reaktor Nogent-sur-Seine 2 mit reduzierter Leistung in Betrieb, um zur Stabilität des französischen Stromnetzes beizutragen.
Der Reaktor Bugey 3 an der Rhône wurde am 25. Juni abgeschaltet. EDF erklärte anschließend, dass die Blöcke Bugey 4 und 5 auf Anforderung von RTE mit verringerter Leistung weiterbetrieben werden. Für außergewöhnliche Klimabedingungen gilt dort eine maximale durchschnittliche Wassertemperatur der Rhône von 27 °C sowie eine zulässige Erwärmung um höchstens 1 °C.
Stromversorgung weiterhin gesichert...
Der französische Übertragungsnetzbetreiber RTE erklärte, dass trotz der Hitzewelle keine besonderen Maßnahmen zur Sicherung der Stromversorgung erforderlich seien. Die verfügbaren Erzeugungskapazitäten reichten aus, um den französischen Strombedarf auch bei der zeitweisen Abschaltung einzelner Kraftwerksblöcke zu decken.
Gleichzeitig führt die Hitze zu einem steigenden Stromverbrauch durch den verstärkten Einsatz von Klimaanlagen. Nach Schätzungen von RTE erhöht jedes zusätzliche Grad Celsius die Stromnachfrage – je nach Tageszeit – um etwa 0,7 bis 1 Gigawatt. Dieser Effekt sei allerdings rund dreimal geringer als der zusätzliche Strombedarf, der im Winter durch einen Temperaturrückgang um ein Grad Celsius entsteht.
Klimawandel rückt betriebliche Grenzen stärker in den Fokus….
Der französische Wetterdienst Météo-France stufte die Hitzewelle Ende Juni als außergewöhnlich ein. Die Tage 24. und 25. Juni waren nach dem nationalen Temperaturindex mit einer durchschnittlichen 24-Stunden-Temperatur von 30 °C die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947.
Die aktuelle Hitzewelle verdeutlicht erneut, dass nicht die Reaktorsicherheit, sondern die ökologischen Anforderungen an die Flüsse zunehmend den Betrieb französischer Kernkraftwerke beeinflussen.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... alsi-bloky
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
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Gabi Reitinger
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- Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34
Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Ausgewählte Zeitungsartikel aus Tschechien zum Thema Energie vom 3.7.2026:
Inhalt:
ČEZ Energoservis verstärkt das Team für die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany.
Für Temelín können wir ein besseres Angebot als die Konkurrenz vorlegen, ist der KHNP-Manager Joonkyo Suh überzeugt.
Überteuert und verspätet: Nach jahrelangen Verzögerungen nehmen die Slowaken den neuen Reaktor Mochovce 4 in Betrieb.
Stromerzeugung in Tschechien stieg im Juni wegen höherer Preise um mehr als 25 %.
Türkei stellt ihren ersten Kernkraftwerksblock in Akkuyu fertig und beginnt mit den Tests
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ČEZ Energoservis verstärkt das Team für die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany
1.7.2026
cez.cz
Die Gesellschaft ČEZ Energoservis verbindet sich zum 1. Juli mit dem Teil des Unternehmens Škoda JS, der auf den Service der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany ausgerichtet ist. Zu ČEZ Energoservis wechseln somit Experten, die in diesen Kraftwerken langfristig tätig sind, insgesamt handelt es sich um etwa 260 Mitarbeiter.
Dieser Schritt wird einen effizienteren Service und die Wartung von technologischen Schlüsselanlagen unterstützen sowie die Betriebsstabilität beider Kernkraftwerke stärken. ČEZ Energoservis wird gleichzeitig die bisherigen Erfahrungen und Kenntnisse der hinzukommenden Spezialisten nutzen. Insgesamt hat Škoda JS über tausend Mitarbeiter, der verbleibende Teil des Unternehmens setzt seine Tätigkeit unverändert fort.
„Ich bin fest davon überzeugt, dass der Wechsel von 260 Spitzenexperten aus der Gesellschaft Škoda JS nicht nur die Kompetenzen von ČEZ Energoservis stärken, sondern vor allem zur Steigerung der Effizienz unserer Tätigkeiten in den Kernkraftwerken Dukovany und Temelín beitragen wird. Durch diesen Zusammenschluss wird ČEZ Energoservis zum exklusiven Lieferanten von Servicetätigkeiten für den maschinellen Teil aller sechs tschechischen Kernkraftwerksblöcke“, sagt der Generaldirektor der Gesellschaft ČEZ Energoservis František Krček.
ČEZ Energoservis ist eine Tochtergesellschaft von ČEZ, a. s., die im Jahr 1994 mit dem Ziel gegründet wurde, die Wartung der Hauptkomponenten des Kernkraftwerks Dukovany sicherzustellen. Heute kümmert sie sich um den Service und die Verwaltung technischer Komponenten sowie technologischer Anlagen beider tschechischer Kernkraftwerke und realisiert technisch-ingenieurmäßige Investitionsprojekte.
Škoda JS erinnert im Jahr 2026 an das 70-jährige Jubiläum seit ihrer Gründung. In den vergangenen Jahrzehnten beteiligte sie sich am Bau von Kernkraftwerken nicht nur in der Tschechischen Republik und der Slowakei, sondern auch in Ungarn oder Deutschland. Derzeit arbeiten die Mitarbeiter des Unternehmens an zwei Produktionsstandorten in Pilsen beispielsweise an Aufträgen für neu gebaute britische Kernkraftwerke oder an neuen Antrieben für den VVER-440-Reaktor für das KKW Dukovany. Die Firma bereitet bereits auch die Erweiterung ihrer Kapazitäten für die Produktion und Lieferungen für kleine modulare Reaktoren vor.
https://www.cez.cz/nextcez/cs/pro-media ... iku-235943
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Für Temelín können wir ein besseres Angebot als die Konkurrenz vorlegen, ist der KHNP-Manager Joonkyo Suh überzeugt
Sofie Krýžová
2.7.2026 Seznam Zpravy
Der Bau von zwei Reaktorblöcken in Dukovany ist dem südkoreanischen Unternehmen KHNP bereits sicher. Die Option im Vertrag garantiert dem Unternehmen jedoch nicht automatisch den Bau weiterer zwei Reaktoren im Kernkraftwerk Temelín. Die Koreaner sind dennoch überzeugt, dass sie ein attraktiveres Angebot als ihre Wettbewerber vorlegen können.
KHNP arbeitet inzwischen seit mehr als einem Jahr nach der Vertragsunterzeichnung über den Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken in Dukovany im Wert von mehr als 400 Milliarden Tschechischen Kronen an den Vorbereitungen und baut die Zusammenarbeit mit tschechischen Unternehmen aus, die sich an dem Projekt beteiligen könnten. Natürlich interessieren sich auch ausländische Unternehmen für Lieferaufträge, darunter der amerikanische Konzern Westinghouse, der sich zuvor ebenfalls um den Auftrag für Dukovany beworben hatte.
Gleichzeitig treibt KHNP auch den Ausbau der Kernenergie in Südkorea voran. Dort wird derzeit ein neuer Reaktorblock errichtet, zwei weitere befinden sich in Vorbereitung, und bis zum Jahr 2035 soll der erste kleine modulare Reaktor (SMR) des Unternehmens fertiggestellt werden.
Der für das Projekt in Dukovany verantwortliche KHNP-Manager Joonkyo Suh erklärt im Gespräch mit Seznam Zprávy Byznys, dass alles nach Plan verlaufe.
„Auf Grundlage unserer Erfahrungen mit dem erfolgreichen und termingerechten Bau von Kernkraftwerken in Korea und im Ausland sind wir überzeugt, dass auch die neuen Blöcke in Dukovany rechtzeitig und innerhalb des Budgets fertiggestellt werden.“
Interessenten für den Ausbau von Temelín müssen auf Wunsch der aktuellen Regierung Angebote einreichen; die Entscheidung des Staates soll im kommenden Jahr fallen. Zwar besitzt KHNP eine vertragliche Option für den Bau der beiden weiteren Blöcke, doch der Investor ist nicht verpflichtet, diese Option zu nutzen.
„KHNP hat großes Interesse daran, sich am Bau der Blöcke 3 und 4 in Temelín zu beteiligen“, sagt Suh.
-„Die Welt erlebt eine neue Renaissance der Kernenergie“
Einige Unternehmen aus der Energiebranche sprechen von einer neuen Renaissance der Kernenergie. Sowohl in Europa als auch weltweit werden neue Projekte vorbereitet. Teilen Sie diese Einschätzung?
-Ja, dem stimme ich zu.
Derzeit entwickeln sich Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Robotik und viele weitere Technologien rasant. Sie benötigen eine stabile Stromversorgung mit sehr hoher Leistung. Die Kernenergie ist in der Lage, diese Energie sicher, zuverlässig und langfristig bereitzustellen.
-An welchen neuen Projekten arbeitet KHNP derzeit? Wie wird sich KHNP am Bau neuer Kernkraftwerke beteiligen? Bewerben Sie sich derzeit um weitere Projekte?
-Zurzeit bemühen wir uns um die Beteiligung an verschiedenen Geschäftsbereichen. Dazu gehören sowohl große Kernkraftwerksblöcke als auch kleine modulare Reaktoren (SMR) sowie Projekte zur Laufzeitverlängerung bestehender Kernkraftwerke.
Es laufen zahlreiche Gespräche, und wir erwarten, dass sich künftig auch für tschechische Unternehmen neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ergeben werden.
-Gibt es ein konkretes Projekt oder ein bestimmtes Land, in dem KHNP einen Auftrag gewinnen möchte?
-Unsere höchste Priorität ist derzeit der erfolgreiche Verlauf des Projekts in Dukovany.
Darauf konzentrieren wir momentan sämtliche Kapazitäten. Gleichzeitig hoffen wir, dass wir uns auch am Bau des dritten und vierten Blocks in Temelín beteiligen können, falls sich die tschechische Regierung künftig für dieses Projekt entscheidet. Damit könnten wir einen weiteren Beitrag zur Energiesicherheit der Tschechischen Republik leisten.
Neuer Reaktor in Korea und SMR bis 2035…..
-KHNP hat in diesem Monat mit dem Bau des vierten Reaktorblocks des Kernkraftwerks Shin Hanul begonnen. Außerdem plant die koreanische Regierung, kleine modulare Reaktoren in den Energiemix aufzunehmen.
-KHNP ist in Korea Investor aller Projekte im Bereich der Kernenergie.
Beim Bau des vierten Blocks in Shin Hanul sind wir gleichzeitig Eigentümer der Anlage und überwachen den gesamten Bauablauf, damit alle Arbeiten termingerecht abgeschlossen werden.
Im vergangenen Monat konnten die ersten großen Betonarbeiten exakt nach Zeitplan beginnen.
Außerdem haben wir bereits den Standort für zwei weitere große Reaktoren sowie für einen kleinen modularen Reaktor ausgewählt, um die Energiesicherheit Südkoreas langfristig zu stärken.
-Wann soll der erste kleine modulare Reaktor gebaut werden?
-Er wird in Gijang errichtet – einem Standort, an dem bereits ein großes Kernkraftwerk betrieben wird. Dort wurde ein geeigneter Platz für den kleinen modularen Reaktor ausgewählt.
Die Fertigstellung ist für das Jahr 2035 vorgesehen.
-Das könnte sogar früher sein als der erste SMR in Tschechien. Glauben Sie, dass Sie diesen Termin einhalten können?
-Natürlich handelt es sich um den ersten Reaktor dieser Art, sodass es immer Unwägbarkeiten gibt, die sich heute noch nicht vollständig abschätzen lassen. Aber es liegt in der Natur der Koreaner, gesetzte Ziele einzuhalten. In Korea ist es völlig selbstverständlich, dass ein festgelegter Plan auch umgesetzt wird.
Temelín als logische Fortsetzung nach Dukovany….
-KHNP besitzt im Vertrag mit Dukovany II eine Option für den Bau von zwei neuen Blöcken in Temelín. Wie bereiten Sie sich darauf vor?
-KHNP möchte sich am Bau der Blöcke 3 und 4 in Temelín beteiligen.
Wir sind überzeugt, dass der Einsatz desselben Teams nach Abschluss des Projekts in Dukovany erhebliche Vorteile bringen würde.
Unsere erfahrenen Mitarbeiter, Spezialisten für Genehmigungsverfahren sowie bereits bereitgestellte Baukapazitäten könnten ohne Unterbrechung weiter eingesetzt werden. Davon würden sowohl die Tschechische Republik als auch KHNP profitieren.
Darüber hinaus würde die Umsetzung beider Projekte durch denselben Generalunternehmer deutliche Skaleneffekte ermöglichen.
Dazu gehören:
• geringere Kosten,
• weniger Risiken,
• kürzere Bauzeiten,
• effizienteres Projektmanagement.
Momentan konzentrieren wir uns selbstverständlich vollständig auf Dukovany.
Sobald die tschechische Regierung ihre Entscheidung zu Temelín trifft, werden wir auch diesem Projekt die notwendige Aufmerksamkeit widmen.
„Ein fairer Wettbewerb ist das Beste für den Markt“…..
-Beim Bau von Temelín werden Sie voraussichtlich mit weiteren Unternehmen konkurrieren müssen, da die neue Regierung auch Angebote anderer Anbieter sehen möchte. Haben Sie erwartet, dass Ihnen der Auftrag aufgrund der vertraglichen Option sicher ist? Hat Sie die Forderung der Regierung überrascht?
-Ich denke, dass es für ein gesundes Marktumfeld nichts Besseres gibt als einen fairen Wettbewerb.
KHNP wurde für das Projekt in Dukovany aufgrund eines wettbewerbsfähigen Angebots als Auftragnehmer ausgewählt. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir auch im Fall von Temelín gemeinsam mit dem Investor eine Vereinbarung erzielen können, die für die tschechische Seite günstiger ist als die Angebote unserer Wettbewerber.
„Anstatt uns auf eine einzelne Projektphase zu konzentrieren, in der Verzögerungen am wahrscheinlichsten wären, setzen wir auf ein proaktives Management möglicher Risiken.“
Joonkyo Suh, KHNP
-Wie verlaufen die Arbeiten in Dukovany? Befinden Sie sich derzeit dort, wo Sie laut Zeitplan sein sollten?
-Im April dieses Jahres haben wir planmäßig die erste Phase der Projektdokumentation eingereicht – das sogenannte Konzeptprojekt. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches Dokumentationspaket mit rund 1.300 Dokumenten und mehreren zehntausend Seiten.
In dieser Dokumentation werden die konkreten Anforderungen an das Kraftwerk und seine einzelnen Systeme definiert. Außerdem wird detailliert beschrieben, wie diese Anforderungen in das Standarddesign des Reaktors APR1000 integriert werden.
Dies ist der erste Schritt im Planungsprozess. Darauf folgen weitere, detailliertere Projektierungsphasen. Nach der Genehmigung des Konzeptprojekts beginnen die Arbeiten am sogenannten Vorprojekt, das die technischen Lösungen der einzelnen Systeme weiter präzisiert. Nach dem Zeitplan soll diese Phase im kommenden Jahr abgeschlossen werden.
Bereits im August vergangenen Jahres haben wir außerdem mit den detaillierten geologischen Untersuchungen am Standort Dukovany begonnen. Planmäßig konnten wir rund 300 Bohrungen mit einer Gesamtlänge von etwa 13 Kilometern erfolgreich abschließen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Genehmigungsunterlagen.
-Was hat Sie in Tschechien am meisten überrascht? Was funktioniert beispielsweise in Korea völlig anders als hier?
-Jedes Land besitzt seine eigenen kulturellen und rechtlichen Besonderheiten. Daran sind wir gewöhnt und wissen sehr gut, wie wir uns an unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen müssen. Das gehört zu unserer Arbeit.
Wenn ich beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate mit der Tschechischen Republik vergleiche, dann handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Situationen. In den Emiraten gab es zuvor überhaupt keine Kernenergie. Erst durch den Bau des ersten Kernkraftwerks wurde sie dort eingeführt.
In Tschechien dagegen gibt es eine jahrzehntelange Tradition beim Bau und Betrieb von Kernkraftwerken. Dadurch verfügt das Land über hervorragend qualifizierte Fachkräfte mit umfangreicher Erfahrung. Als Projektpartner versuchen wir, uns diesem hohen Niveau anzupassen.
-Ist der Bau eines Kernkraftwerks in Tschechien für Sie einfacher oder schwieriger als in den Emiraten?
-Beides hat seine Vor- und Nachteile.
In den Emiraten wurden sämtliche Vorschriften erst neu geschaffen – und wir waren daran beteiligt.
In Tschechien hingegen mussten wir uns an bereits bestehende gesetzliche Regelungen anpassen.
Jedes Land bringt daher seine eigenen Herausforderungen mit sich.
-Haben Sie die Genehmigungsverfahren in Tschechien überrascht, die oft länger dauern als in anderen Ländern?
-Was die Genehmigungsverfahren betrifft, wussten wir bereits im Voraus, wie sie ablaufen. Wir setzen alles daran, sämtliche Fristen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.
-Wo sehen Sie das größte Risiko für Verzögerungen?
-Große Kernenergieprojekte sind äußerst komplex.
Jede Phase – von der Genehmigung über die Planung bis hin zur Vergabe von Aufträgen und schließlich der Bauausführung – erfordert eine enge Zusammenarbeit zahlreicher Organisationen.
Anstatt eine einzelne Phase als besonders kritisch zu betrachten, konzentrieren wir uns darauf, potenzielle Risiken während des gesamten Projektverlaufs frühzeitig zu erkennen und aktiv zu steuern.
Derzeit verläuft das Projekt reibungslos und im Einklang mit dem vereinbarten Zeitplan.
Wir arbeiten eng mit EDU II, der tschechischen und der koreanischen Regierung sowie unseren Partnern aus dem Team Korea zusammen, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen, bevor sie den Gesamtzeitplan beeinträchtigen können.
Auf Grundlage unserer Erfahrungen beim erfolgreichen und termingerechten Bau von Kernkraftwerken in Korea und anderen Ländern sind wir überzeugt, dass auch die neuen Blöcke in Dukovany fristgerecht und innerhalb des vorgesehenen Budgets fertiggestellt werden.
Entscheidung der Europäischen Kommission….
Die Europäische Kommission hat kürzlich entschieden, keine vertiefte Untersuchung wegen möglicher unzulässiger staatlicher Beihilfen der koreanischen Regierung für KHNP einzuleiten. Was bedeutet diese Entscheidung für Sie?
-Wir betrachten dies als eine sehr positive Entscheidung und als ein gutes Signal für den reibungslosen Verlauf des Projekts.
Mögliche Schadenersatzforderungen gegen EDF...
-Im vergangenen Jahr erklärte KHNP, mögliche finanzielle Schäden aufgrund der verzögerten Vertragsunterzeichnung zwischen KHNP und Dukovany II von EDF einfordern zu wollen. Sind solche Schäden entstanden und werden Sie dagegen vorgehen?
-Derzeit konzentriert sich KHNP vollständig auf die erfolgreiche Umsetzung des Projekts in Dukovany. Über weitere Schritte im Zusammenhang mit EDF ist bislang keine Entscheidung getroffen worden.
Ausschreibung für Kühltürme...
-KHNP will in Kürze die Ausschreibung für den Bau der Kühltürme des Kernkraftwerks Dukovany veröffentlichen. Wann wird das geschehen?
-Die Ausschreibung wird in naher Zukunft eröffnet.
-Haben tschechische Unternehmen gute Chancen? Sie hatten erklärt, dass sich tschechische Unternehmen an dieser Ausschreibung beteiligen könnten und gute Chancen hätten, da tschechische Kernkraftwerke mit Kühltürmen arbeiten, während in Korea Meerwasser zur Kühlung genutzt wird. Gehen Sie weiterhin davon aus, dass tschechische Unternehmen den Zuschlag erhalten könnten?
-Wir erwarten auf jeden Fall eine Beteiligung tschechischer Unternehmen – sowohl an dieser Ausschreibung als auch an weiteren Vergabeverfahren, die unsere Partner aus dem Team Korea schrittweise veröffentlichen werden.
Da tschechische Unternehmen über umfangreiche Erfahrungen verfügen und sehr leistungsfähig sind, gehen wir davon aus, dass sich die Zusammenarbeit zwischen tschechischen und koreanischen Firmen im Rahmen dieses Projekts weiter vertiefen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt können und möchten wir jedoch keine Aussagen über mögliche Bewerber oder gar den späteren Gewinner der Ausschreibung treffen.
-Welche weiteren Ausschreibungen folgen?
-Weitere Ausschreibungen werden sich beispielsweise auf Hilfsmaterialien sowie die Ausstattung des Maschinenhauses beziehen. Sie werden jeweils entsprechend dem Projektzeitplan veröffentlicht.
Generalunternehmer für die Bauarbeiten noch nicht bestimmt….
-KHNP soll innerhalb des „Team Korea“ das Unternehmen auswählen, das die Bauarbeiten in Dukovany koordinieren wird. Es wurde darüber gesprochen, dass dies Daewoo sein könnte. Wann wird diese Entscheidung fallen?
-Wir arbeiten intensiv daran, dieses Auswahlverfahren abzuschließen.
-Welche Aufgabe wird dieses Unternehmen übernehmen? Welche Rolle wird dieses Bauunternehmen im Gesamtprojekt spielen, und was bedeutet das für mögliche Subunternehmer aus Tschechien oder dem Ausland?
-Das Bauunternehmen wird für die ordnungsgemäße Durchführung sämtlicher Bauarbeiten verantwortlich sein. Der bauliche Teil gehört zu den wichtigsten Bestandteilen des gesamten Projekts. Das ausgewählte Unternehmen wird sämtliche Bauaktivitäten koordinieren und verantworten.
Gerade deshalb nimmt das Auswahlverfahren einige Zeit in Anspruch. Sobald die Entscheidung gefallen ist, werden die tschechischen Unternehmen eng mit diesem Generalbauunternehmen zusammenarbeiten, das die Gesamtverantwortung für die Bauausführung trägt.
Zusammenarbeit mit tschechischen Unternehmen...
-Wie viele Unternehmen haben sich bisher für Ihr tschechisch-koreanisches Programm gemeldet, um sich am Bau in Dukovany zu beteiligen?
-Bislang haben wir 15 Verträge mit tschechischen Unternehmen abgeschlossen.
Dazu gehören unter anderem:
• Doosan Škoda Power – Lieferung der Dampfturbine,
• Energoprojekt Praha – Erstellung der Konzeptdokumentation sowie Beratung bei Genehmigungsverfahren,
• ČEZ Energetické produkty – Durchführung der geologischen Untersuchungen.
In der zweiten Hälfte dieses Jahres wollen wir die Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern weiter ausbauen.
Geplant sind unter anderem Verträge über:
• Hilfsmaterialien,
• Ausstattung des Maschinenhauses,
• hybride Kühltürme,
• Ingenieur- und Planungsleistungen.
Großes Interesse tschechischer Firmen...
Besonders groß ist das Interesse tschechischer Unternehmen an der Lieferung von Nebenanlagen.Die entsprechenden Ausschreibungen sollen ab November dieses Jahres veröffentlicht werden.
Bislang haben rund 90 tschechische Unternehmen ihr Interesse bekundet. Etwa 50 von ihnen befinden sich derzeit im Registrierungsverfahren als Lieferanten von KHNP.
Auch die Partnerunternehmen des Team Korea werden künftig weitere Ausschreibungen in unterschiedlichen Bereichen veröffentlichen.Wir erwarten daher, dass sich die Beteiligungsmöglichkeiten für tschechische Unternehmen noch deutlich erweitern werden.
Haben sich auch ausländische Unternehmen beworben?
Ja.Dabei handelt es sich sowohl um koreanische Unternehmen als auch um weitere europäische Firmen – darunter selbstverständlich auch tschechische Unternehmen.
-Welche Rolle spielt Westinghouse?
Wie wird sich das amerikanische Unternehmen Westinghouse am Projekt in Dukovany beteiligen?
-Westinghouse wird als Zulieferer des Team Korea mitwirken.
Das Unternehmen wird insbesondere Komponenten und technische Ausrüstung liefern, beispielsweise die Bedien- und Leittechnik (Control Interface).
-Stehen weitere Vertragsabschlüsse bevor?
Zeichnet sich in nächster Zeit der Abschluss weiterer Verträge mit tschechischen oder ausländischen Unternehmen ab?
-In den kommenden Wochen wird voraussichtlich kein weiterer Vertrag unterzeichnet.
Allerdings laufen derzeit mehrere Verfahren, die genau auf dieses Ziel hinarbeiten.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... hnp-309901
Überteuert und verspätet: Nach jahrelangen Verzögerungen nehmen die Slowaken den neuen Reaktor Mochovce 4 in Betrieb
3. Juli 2026
Ekonomický deník
Die Mitarbeiter des slowakischen Kernkraftwerks Mochovce haben mit dem Beladen des Reaktors des vierten Blocks mit Kernbrennstoff begonnen. Den ersten Strom könnte der Reaktor bereits Ende August produzieren.
Es ist eine Geschichte, in der jeder seine eigene Perspektive findet. Befürworter der Kernenergie werden vermutlich hervorheben, dass es sich um ein Gemeinschaftswerk tschechischer und slowakischer Unternehmen handelt. Skeptiker hingegen werden auf die massiven Kostensteigerungen und die erheblichen Verzögerungen des gesamten Projekts hinweisen.
Der Bau der vier Reaktorblöcke im südslowakischen Mochovce begann bereits in den 1980er-Jahren, also noch während der sozialistischen Ära. Technologisch basieren sie auf den inzwischen recht veralteten sowjetischen Reaktoren des Typs WWER-440 (VVER-440) – demselben Reaktortyp, der seit rund 40 Jahren auch im tschechischen Kernkraftwerk Dukovany in Betrieb ist.
Der komplizierte Bauverlauf der Blöcke in Mochovce könnte zugleich eine Warnung für weitere geplante Kernenergieprojekte in Tschechien und der Slowakei sein.
Schlüsselrolle von Škoda JS...
Einen wesentlichen Anteil am Bau hatte das tschechische Unternehmen Škoda JS, das zur ČEZ-Gruppe gehört. Das Unternehmen fungierte als Generalunternehmer für den Primärkreislauf und fertigte unter anderem die Reaktordruckbehälter sowie weitere zentrale Komponenten des Reaktors.
Zu den weiteren tschechischen Unternehmen, die sich am Bau der slowakischen Reaktorblöcke beteiligten, gehören:Doosan Škoda Power, Sigma DIZ, Vítkovice, Chemcomex, ZAT.
Einen Teil der Finanzierung stellte zudem die Tschechische Exportbank bereit.
„Mit Mochovce haben wir bewiesen, dass wir nicht nur die wichtigsten Nukleartechnologien – vom Reaktordruckbehälter bis zu den Kühlsystemen – herstellen können. Wir sind auch in der Lage, komplexe Lieferketten zu steuern, Anlagen zu errichten und einen außerordentlich komplexen technologischen Gesamtkomplex erfolgreich in Betrieb zu nehmen. Das beherrschen weltweit nur sehr wenige Unternehmen der Kernenergiebranche“, erklärte Karel Bednář, Vorstandsvorsitzender von Škoda JS.
Brennstoffbeladung eröffnet den Weg zur Inbetriebnahme
Mit dem Einbringen des Kernbrennstoffs beginnt die letzte Etappe bis zur Inbetriebnahme des Reaktors.
Allerdings sind noch mehrere Monate intensiver Vorbereitungen und Tests erforderlich.
„Nach Plan werden die Inbetriebnahmetests im günstigsten Fall vier Monate dauern. Den Abschluss bildet der sogenannte 144-Stunden-Dauerbetrieb unter Volllast als Nachweis des ordnungsgemäßen Betriebs“, erklärt Václav Mages von der slowakischen Niederlassung von Škoda JS.
Slowakei wird europäischer Spitzenreiter bei Kernenergie...
Eigentümer und Investor der Reaktorblöcke in Mochovce sind die Slovenské elektrárne (Slowakische Elektrizitätswerke), die zu 66 Prozent der tschechischen Holding EPH und zu 34 Prozent dem slowakischen Staat gehören.
Auch dank dieser Investition wird die Slowakei künftig mehr als 75 Prozent ihres Stroms aus Kernenergie erzeugen – der höchste Anteil in Europa.
Bereits heute zählt die Stromerzeugung des Landes zu den klimafreundlichsten Europas. Nach der Stilllegung der verbliebenen Kohlekraftwerke wird die Stromproduktion nahezu emissionsfrei sein.
Der vierte Reaktorblock mit einer installierten Leistung von 471 Megawatt wird rund 13 Prozent des slowakischen Stromverbrauchs decken. Er folgt auf den dritten Block von Mochovce, der seit September 2023 mit voller Leistung arbeitet.
Das Ausbauprojekt der Blöcke 3 und 4 wurde 2008 gestartet und zählt zu den größten privaten Investitionen in der Geschichte der Slowakei.
Die Gesamtkosten beliefen sich schließlich auf 6,7 Milliarden Euro (etwa 162 Milliarden Tschechische Kronen).
Das schwierige Erbe der italienischen Eigentümer….
Die Bauarbeiten an den Blöcken 3 und 4 wurden im November 2008 wieder aufgenommen.
Nach den ursprünglichen Plänen der Slovenské elektrárne (SE) sollte das Projekt innerhalb von sechs Jahren abgeschlossen sein.
Die Kosten wurden damals auf 2,8 Milliarden Euro geschätzt.
Warum dauerte die Fertigstellung letztlich ganze 18 Jahre?
Quellen, mit denen der Ekonomický deník in der Vergangenheit gesprochen hat, sehen die Hauptursache im damaligen Mehrheitseigentümer der Slovenské elektrárne.
Der italienische Energiekonzern Enel, der 2006 die Mehrheit übernommen hatte, setzte auf der Baustelle eine große Zahl italienischer Zulieferer durch. Diese waren für den nichtnuklearen Teil des Projekts verantwortlich, verfügten jedoch kaum über Erfahrungen beim Bau von Kernkraftwerken.
Branchenkenner berichten unter anderem von ungeeigneten Kabeltypen, unpassenden Armaturen sowie erheblichen Kommunikationsproblemen zwischen den multinational zusammengesetzten Arbeitsteams.
Streit zwischen Staat und Enel….
Auch zwischen den beiden Eigentümern der Slovenské elektrárne verschlechterte sich das Verhältnis. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen der slowakischen Regierung und Enel darüber, wer die ständig steigenden Baukosten tragen sollte.
Enel entschied sich schließlich zum Rückzug. Im Dezember 2015 verkaufte das Unternehmen die Hälfte seiner Beteiligung an die Energetický a průmyslový holding (EPH).
Im Mai vergangenen Jahres wurde auch der verbleibende Anteil vollständig an EPH übertragen.
Fico will die Kontrolle über die Energieversorgung
Doch auch die heutige Eigentümerstruktur der Slovenské elektrárne (SE) muss nicht endgültig sein.
Nach der Inbetriebnahme des vierten Blocks beginnt eine sechsmonatige Frist, innerhalb derer die slowakische Regierung eine vertragliche Option ausüben kann. Dadurch könnte der staatliche Anteil von derzeit 34 Prozent auf 51 Prozent steigen. Ministerpräsident Robert Fico (Smer) hat mehrfach erklärt, dass der Staat diese Möglichkeit nutzen sollte.
Ebenso plant die Regierung Fico, den Energiekonzern ČEZ aus dem gemeinsamen Projekt zum Bau eines neuen Kernkraftwerksblocks in Jaslovské Bohunice in der Region Trnava herauszukaufen, an dem ČEZ derzeit 49 Prozent hält.
Beide geplanten staatlichen Beteiligungserwerbe, deren Umfang sich auf mindestens mehrere hundert Millionen Euro belaufen dürfte, könnten jedoch an der angespannten Finanzlage der Slowakei scheitern. Das Land kämpft derzeit mit hohen Haushaltsdefiziten und einer stetig steigenden Staatsverschuldung.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/slovaci-spus ... ochovce-4/
/gr/
Stromerzeugung in Tschechien stieg im Juni wegen höherer Preise um mehr als 25 %
Autor: Jan Budín
3. Juli 2026, oenergetice.cz
Die Stromerzeugung in der Tschechischen Republik ist im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als 1 Terawattstunde (TWh) auf 5,66 TWh gestiegen. Verantwortlich dafür waren vor allem Braunkohle- und Kernkraftwerke, während Solaranlagen nur geringfügig mehr Strom als im Vorjahr produzierten. Der Stromverbrauch nahm trotz der heißen Tage am Monatsende nur leicht zu. Der wichtigste Impuls für die höhere Erzeugung kam daher vom Spotmarkt und der angespannten Lage auf den regionalen Strommärkten.
Nach den auf Energostat veröffentlichten Daten erreichte die Stromproduktion in Tschechien im Juni 5,66 TWh. Im Vergleich zum Juni 2025 mit 4,51 TWh entspricht dies einem Anstieg um 1,15 TWh, also um mehr als ein Viertel. Dieser deutliche Zuwachs ist jedoch nicht auf erneuerbare Energien zurückzuführen, sondern vor allem auf den verstärkten Einsatz konventioneller Kraftwerke.
Braunkohle und Kernenergie treiben das Wachstum...
Den größten Beitrag leisteten die Braunkohlekraftwerke, die 1,44 TWh Strom ins Netz einspeisten. Das sind rund 660 Gigawattstunden (GWh) mehr als im Vorjahresmonat.
Auch die Kernkraftwerke steigerten ihre Produktion deutlich: Sie erhöhten ihre Erzeugung von 2,12 TWh auf 2,52 TWh, was einem Zuwachs von knapp 400 GWh entspricht.
Diese beiden Erzeugungsarten erklären damit den überwiegenden Teil des gesamten Anstiegs der Stromproduktion.
Auch Gaskraftwerke erhöhten ihre Stromerzeugung von 240 GWh auf 301 GWh. Ihr Beitrag blieb jedoch deutlich geringer als jener von Kohle- und Kernkraftwerken.
Dagegen produzierten Wasserkraftwerke weniger Strom als im Vorjahr. Ihre Erzeugung sank von 121 GWh auf knapp 100 GWh.
Auch die Stromproduktion aus Biomasse ging zurück – von 241 GWh auf 210 GWh.
Solarenergie bleibt auf hohem Niveau...
Solaranlagen speisten im Juni 677 GWh Strom ins Netz ein.
Zum Vergleich: Im Juni des Vorjahres waren es 655 GWh. Der Anstieg fiel somit nur gering aus.
Nach dem historischen Rekord im Mai mit 701 GWh blieb die Solarenergie zwar ein wichtiger Bestandteil des tschechischen Strommixes, war jedoch nicht der Haupttreiber des Produktionsanstiegs im Juni.
Der Stromverbrauch stieg nur leicht
Der Stromverbrauch in Tschechien belief sich im Juni auf 4,84 TWh.
Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg er lediglich um etwa 120 GWh.
Obwohl während der heißen Tage deutlich mehr Strom nachgefragt wurde als zu den kühleren Monatsphasen, fiel der Gesamtanstieg auf Monatssicht relativ gering aus.
Dies entspricht auch den Daten des Unternehmens Amper Meteo. Demnach nahm der Strombezug aus dem Netz während der Hitzewelle zwar deutlich zu, gleichzeitig wurde jedoch ein Teil des zusätzlichen Kühlbedarfs durch selbst erzeugten Solarstrom aus Photovoltaikanlagen gedeckt.
Regionale Marktbedingungen: Wenig Wind und Einschränkungen bei der Kernenergie….
Die Hauptursache der hohen Spotmarktpreise lag somit nicht im gestiegenen Stromverbrauch, sondern in den regionalen Marktbedingungen. In Deutschland war die Stromproduktion aus Windkraftanlagen im Juni wiederholt ungewöhnlich niedrig.
Sobald die Solarstromproduktion in den Abendstunden rasch zurückging, musste die Nachfrage durch teurere, flexibel regelbare Kraftwerke gedeckt werden.
Rekordpreise auf den Strommärkten….
Das deutlichste Preissignal zeigte sich in der vergangenen Woche am Mittwochabend.
Nach Daten der Strombörse EPEX Spot wurde Strom auf dem Intraday-Markt in Deutschland zeitweise für bis zu 868 Euro pro Megawattstunde (€/MWh) gehandelt.
In Frankreich stiegen die Preise auf über 414 €/MWh.
In Großbritannien wurden Abendkontrakte für bis zu 426 Pfund pro MWh gehandelt.
Auch in der Tschechischen Republik erreichten die Spotmarktpreise Rekordwerte und näherten sich der Marke von 700 €/MWh.
Hitze beeinträchtigte auch Kernkraftwerke….
Die Situation wurde zusätzlich durch die eingeschränkte Verfügbarkeit konventioneller Kraftwerke in Europa verschärft.
In Frankreich mussten mehrere Kernkraftwerksblöcke ihre Leistung reduzieren, weil die hohen Temperaturen der Flüsse die Kühlung der Reaktoren erschwerten.
Von ähnlichen Einschränkungen war auch das schweizerische Kernkraftwerk Beznau betroffen.
Auch in Großbritannien war die Lage angespannt: Der Netzbetreiber warnte während der Hitzewelle vor einer geringeren verfügbaren Leistungsreserve.
Sommerliche Preisspitzen werden zu einem europäischen Thema….
Die Entwicklung im Juni zeigt, dass sommerliche Preisspitzen auf den europäischen Strommärkten künftig an Bedeutung gewinnen könnten.
Dabei geht es nicht allein um den höheren Strombedarf für Klimaanlagen.
Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie Wetterbedingungen, Verfügbarkeit von Kraftwerken, grenzüberschreitender Stromhandel, begrenzte Flexibilität der Stromnetze.
Signal für den geplanten Kohleausstieg in Tschechien….
Für die Tschechische Republik ist die Entwicklung im Juni insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten Ausstiegs aus der Kohleverstromung von Bedeutung.
Gerade die Braunkohlekraftwerke reagierten im Juni stark auf die Marktsituation und halfen, die Stromproduktion in einer Phase angespannter regionaler Märkte deutlich zu erhöhen.
Mit ihrem schrittweisen Rückzug muss diese Funktion künftig von einer Kombination aus neuen Gaskraftwerken, Energiespeichern,Lastmanagement und grenzüberschreitendem Stromhandel
übernommen werden.
Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung...
Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Batteriespeichern.
Die großen Preisunterschiede zwischen den niedrigen Strompreisen zur Mittagszeit – bei hoher Solarstromproduktion – und den hohen Preisen in den Abendstunden schaffen neue Möglichkeiten für Preisarbitrage, aber auch für die Bereitstellung von Systemdienstleistungen.
Sollte die installierte Leistung der Photovoltaikanlagen weiter zunehmen, wird es ohne einen deutlich schnelleren Ausbau flexibler Speicherkapazitäten künftig sowohl mehr Stunden mit sehr niedrigen Strompreisen als auch häufiger Phasen mit extrem hohen Preisen nach Sonnenuntergang geben.
Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... ice-nez-25
/gr/
Türkei stellt ihren ersten Kernkraftwerksblock in Akkuyu fertig und beginnt mit den Tests
Autor: Jiří Salavec
1. Juli 2026 – oenergetice.
Der erste Block des ersten türkischen Kernkraftwerks hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Nach acht Jahren Bauzeit haben die Techniker die Bauarbeiten abgeschlossen und mit den sogenannten Kaltfunktionstests begonnen.
Vor der ersten Inbetriebnahme muss der Reaktor des Typs WWER-1200 (VVER-1200) mit einer installierten Leistung von 1.200 Megawatt (MW) noch Heißtests sowie die Beladung mit Kernbrennstoff durchlaufen.
Das Kernkraftwerk Akkuyu, das aus vier Reaktorblöcken bestehen wird, wird vom russischen Staatskonzern Rosatom errichtet. Darüber hinaus plant die Türkei den Bau weiterer Kernkraftwerke gemeinsam mit chinesischen und südkoreanischen Partnern.
Kaltfunktionstests haben begonnen...
Der russische Energiekonzern Rosatom teilte mit, dass der Bau des ersten Kernkraftwerksblocks in der Türkei abgeschlossen sei.
Der erste Block des Kernkraftwerks Akkuyu vom Typ WWER-1200 mit einer installierten Leistung von 1.200 MW wird nun eine Reihe von Tests durchlaufen, bevor der Reaktor mit Kernbrennstoff beladen wird.
Zunächst haben die Techniker die kalten hydraulischen Tests begonnen. Das Ziel dieser Prüfungen ist es, die Dichtheit und Festigkeit der Reaktorkomponenten zu überprüfen.
„Wir feiern den Abschluss der Bauarbeiten. Die kalten hydraulischen Tests des Reaktors haben begonnen und werden mehrere Wochen dauern. Bis zum Beginn der Inbetriebnahme verbleiben nur noch wenige Wochen. Auf Grundlage der Ergebnisse aller abgeschlossenen Tests werden wir Inspektionen durchführen und gegebenenfalls Anpassungen für die abschließende Projektphase vornehmen.“
Alexej Lichatschow, Generaldirektor von Rosatom
Während der Kalttests werden außerdem der Primär- und der Sekundärkreislauf gespült. Die Experten überprüfen dabei die Eigenschaften der Systeme und deren Übereinstimmung mit den vorgesehenen Auslegungswerten. Vor der offiziellen Inbetriebnahme, die Rosatom noch für dieses Jahr plant, muss der Reaktor zudem die Heißfunktionstests erfolgreich absolvieren.
In drei Jahren soll Kernenergie zehn Prozent des Stroms liefern….
Russland begann im Jahr 2018 mit dem Bau des ersten türkischen Kernkraftwerks auf Grundlage eines zwischenstaatlichen Abkommens aus dem Jahr 2010.
Rosatom übernimmt dabei sowohl den Bau als auch den späteren Betrieb der Anlage nach dem sogenannten BOO-Modell (Build – Own – Operate), also „bauen – besitzen – betreiben“.
Mit dem Bau der weiteren drei Reaktorblöcke wurde in den Jahren 2020, 2021 und 2022 begonnen.
Nach der vollständigen Fertigstellung wird das Kernkraftwerk Akkuyu über eine installierte Gesamtleistung von 4,8 Gigawatt (GW) verfügen und rund zehn Prozent der türkischen Stromerzeugung abdecken.
Die Aufnahme des kommerziellen Betriebs des vierten Blocks plant Rosatom für das Jahr 2028.
„Am ersten Block sind derzeit 1.930 Beschäftigte tätig, von denen mehr als 40 Prozent türkische Staatsbürger sind. Wir sind stolz darauf, dass es sich dabei um Absolventen unserer Universitäten handelt, die nun ihre Ausbildung und praktische Erfahrung an russischen Simulatoren und in russischen Kernkraftwerken vertiefen.“
Alexej Lichatschow
Türkei plant weitere Kernkraftwerke...
Die Türkei möchte nicht, dass Akkuyu ihr einziges Kernkraftwerk bleibt. Deshalb plant die Regierung den Bau von zwei weiteren Kernkraftwerken in Zusammenarbeit mit China und Südkorea.
Das langfristige Regierungsziel sieht vor, die installierte Kernkraftwerksleistung des Landes bis zum Jahr 2050 auf insgesamt 20 Gigawatt auszubauen.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -testovani
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
ČEZ Energoservis verstärkt das Team für die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany.
Für Temelín können wir ein besseres Angebot als die Konkurrenz vorlegen, ist der KHNP-Manager Joonkyo Suh überzeugt.
Überteuert und verspätet: Nach jahrelangen Verzögerungen nehmen die Slowaken den neuen Reaktor Mochovce 4 in Betrieb.
Stromerzeugung in Tschechien stieg im Juni wegen höherer Preise um mehr als 25 %.
Türkei stellt ihren ersten Kernkraftwerksblock in Akkuyu fertig und beginnt mit den Tests
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ČEZ Energoservis verstärkt das Team für die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany
1.7.2026
cez.cz
Die Gesellschaft ČEZ Energoservis verbindet sich zum 1. Juli mit dem Teil des Unternehmens Škoda JS, der auf den Service der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany ausgerichtet ist. Zu ČEZ Energoservis wechseln somit Experten, die in diesen Kraftwerken langfristig tätig sind, insgesamt handelt es sich um etwa 260 Mitarbeiter.
Dieser Schritt wird einen effizienteren Service und die Wartung von technologischen Schlüsselanlagen unterstützen sowie die Betriebsstabilität beider Kernkraftwerke stärken. ČEZ Energoservis wird gleichzeitig die bisherigen Erfahrungen und Kenntnisse der hinzukommenden Spezialisten nutzen. Insgesamt hat Škoda JS über tausend Mitarbeiter, der verbleibende Teil des Unternehmens setzt seine Tätigkeit unverändert fort.
„Ich bin fest davon überzeugt, dass der Wechsel von 260 Spitzenexperten aus der Gesellschaft Škoda JS nicht nur die Kompetenzen von ČEZ Energoservis stärken, sondern vor allem zur Steigerung der Effizienz unserer Tätigkeiten in den Kernkraftwerken Dukovany und Temelín beitragen wird. Durch diesen Zusammenschluss wird ČEZ Energoservis zum exklusiven Lieferanten von Servicetätigkeiten für den maschinellen Teil aller sechs tschechischen Kernkraftwerksblöcke“, sagt der Generaldirektor der Gesellschaft ČEZ Energoservis František Krček.
ČEZ Energoservis ist eine Tochtergesellschaft von ČEZ, a. s., die im Jahr 1994 mit dem Ziel gegründet wurde, die Wartung der Hauptkomponenten des Kernkraftwerks Dukovany sicherzustellen. Heute kümmert sie sich um den Service und die Verwaltung technischer Komponenten sowie technologischer Anlagen beider tschechischer Kernkraftwerke und realisiert technisch-ingenieurmäßige Investitionsprojekte.
Škoda JS erinnert im Jahr 2026 an das 70-jährige Jubiläum seit ihrer Gründung. In den vergangenen Jahrzehnten beteiligte sie sich am Bau von Kernkraftwerken nicht nur in der Tschechischen Republik und der Slowakei, sondern auch in Ungarn oder Deutschland. Derzeit arbeiten die Mitarbeiter des Unternehmens an zwei Produktionsstandorten in Pilsen beispielsweise an Aufträgen für neu gebaute britische Kernkraftwerke oder an neuen Antrieben für den VVER-440-Reaktor für das KKW Dukovany. Die Firma bereitet bereits auch die Erweiterung ihrer Kapazitäten für die Produktion und Lieferungen für kleine modulare Reaktoren vor.
https://www.cez.cz/nextcez/cs/pro-media ... iku-235943
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Für Temelín können wir ein besseres Angebot als die Konkurrenz vorlegen, ist der KHNP-Manager Joonkyo Suh überzeugt
Sofie Krýžová
2.7.2026 Seznam Zpravy
Der Bau von zwei Reaktorblöcken in Dukovany ist dem südkoreanischen Unternehmen KHNP bereits sicher. Die Option im Vertrag garantiert dem Unternehmen jedoch nicht automatisch den Bau weiterer zwei Reaktoren im Kernkraftwerk Temelín. Die Koreaner sind dennoch überzeugt, dass sie ein attraktiveres Angebot als ihre Wettbewerber vorlegen können.
KHNP arbeitet inzwischen seit mehr als einem Jahr nach der Vertragsunterzeichnung über den Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken in Dukovany im Wert von mehr als 400 Milliarden Tschechischen Kronen an den Vorbereitungen und baut die Zusammenarbeit mit tschechischen Unternehmen aus, die sich an dem Projekt beteiligen könnten. Natürlich interessieren sich auch ausländische Unternehmen für Lieferaufträge, darunter der amerikanische Konzern Westinghouse, der sich zuvor ebenfalls um den Auftrag für Dukovany beworben hatte.
Gleichzeitig treibt KHNP auch den Ausbau der Kernenergie in Südkorea voran. Dort wird derzeit ein neuer Reaktorblock errichtet, zwei weitere befinden sich in Vorbereitung, und bis zum Jahr 2035 soll der erste kleine modulare Reaktor (SMR) des Unternehmens fertiggestellt werden.
Der für das Projekt in Dukovany verantwortliche KHNP-Manager Joonkyo Suh erklärt im Gespräch mit Seznam Zprávy Byznys, dass alles nach Plan verlaufe.
„Auf Grundlage unserer Erfahrungen mit dem erfolgreichen und termingerechten Bau von Kernkraftwerken in Korea und im Ausland sind wir überzeugt, dass auch die neuen Blöcke in Dukovany rechtzeitig und innerhalb des Budgets fertiggestellt werden.“
Interessenten für den Ausbau von Temelín müssen auf Wunsch der aktuellen Regierung Angebote einreichen; die Entscheidung des Staates soll im kommenden Jahr fallen. Zwar besitzt KHNP eine vertragliche Option für den Bau der beiden weiteren Blöcke, doch der Investor ist nicht verpflichtet, diese Option zu nutzen.
„KHNP hat großes Interesse daran, sich am Bau der Blöcke 3 und 4 in Temelín zu beteiligen“, sagt Suh.
-„Die Welt erlebt eine neue Renaissance der Kernenergie“
Einige Unternehmen aus der Energiebranche sprechen von einer neuen Renaissance der Kernenergie. Sowohl in Europa als auch weltweit werden neue Projekte vorbereitet. Teilen Sie diese Einschätzung?
-Ja, dem stimme ich zu.
Derzeit entwickeln sich Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Robotik und viele weitere Technologien rasant. Sie benötigen eine stabile Stromversorgung mit sehr hoher Leistung. Die Kernenergie ist in der Lage, diese Energie sicher, zuverlässig und langfristig bereitzustellen.
-An welchen neuen Projekten arbeitet KHNP derzeit? Wie wird sich KHNP am Bau neuer Kernkraftwerke beteiligen? Bewerben Sie sich derzeit um weitere Projekte?
-Zurzeit bemühen wir uns um die Beteiligung an verschiedenen Geschäftsbereichen. Dazu gehören sowohl große Kernkraftwerksblöcke als auch kleine modulare Reaktoren (SMR) sowie Projekte zur Laufzeitverlängerung bestehender Kernkraftwerke.
Es laufen zahlreiche Gespräche, und wir erwarten, dass sich künftig auch für tschechische Unternehmen neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ergeben werden.
-Gibt es ein konkretes Projekt oder ein bestimmtes Land, in dem KHNP einen Auftrag gewinnen möchte?
-Unsere höchste Priorität ist derzeit der erfolgreiche Verlauf des Projekts in Dukovany.
Darauf konzentrieren wir momentan sämtliche Kapazitäten. Gleichzeitig hoffen wir, dass wir uns auch am Bau des dritten und vierten Blocks in Temelín beteiligen können, falls sich die tschechische Regierung künftig für dieses Projekt entscheidet. Damit könnten wir einen weiteren Beitrag zur Energiesicherheit der Tschechischen Republik leisten.
Neuer Reaktor in Korea und SMR bis 2035…..
-KHNP hat in diesem Monat mit dem Bau des vierten Reaktorblocks des Kernkraftwerks Shin Hanul begonnen. Außerdem plant die koreanische Regierung, kleine modulare Reaktoren in den Energiemix aufzunehmen.
-KHNP ist in Korea Investor aller Projekte im Bereich der Kernenergie.
Beim Bau des vierten Blocks in Shin Hanul sind wir gleichzeitig Eigentümer der Anlage und überwachen den gesamten Bauablauf, damit alle Arbeiten termingerecht abgeschlossen werden.
Im vergangenen Monat konnten die ersten großen Betonarbeiten exakt nach Zeitplan beginnen.
Außerdem haben wir bereits den Standort für zwei weitere große Reaktoren sowie für einen kleinen modularen Reaktor ausgewählt, um die Energiesicherheit Südkoreas langfristig zu stärken.
-Wann soll der erste kleine modulare Reaktor gebaut werden?
-Er wird in Gijang errichtet – einem Standort, an dem bereits ein großes Kernkraftwerk betrieben wird. Dort wurde ein geeigneter Platz für den kleinen modularen Reaktor ausgewählt.
Die Fertigstellung ist für das Jahr 2035 vorgesehen.
-Das könnte sogar früher sein als der erste SMR in Tschechien. Glauben Sie, dass Sie diesen Termin einhalten können?
-Natürlich handelt es sich um den ersten Reaktor dieser Art, sodass es immer Unwägbarkeiten gibt, die sich heute noch nicht vollständig abschätzen lassen. Aber es liegt in der Natur der Koreaner, gesetzte Ziele einzuhalten. In Korea ist es völlig selbstverständlich, dass ein festgelegter Plan auch umgesetzt wird.
Temelín als logische Fortsetzung nach Dukovany….
-KHNP besitzt im Vertrag mit Dukovany II eine Option für den Bau von zwei neuen Blöcken in Temelín. Wie bereiten Sie sich darauf vor?
-KHNP möchte sich am Bau der Blöcke 3 und 4 in Temelín beteiligen.
Wir sind überzeugt, dass der Einsatz desselben Teams nach Abschluss des Projekts in Dukovany erhebliche Vorteile bringen würde.
Unsere erfahrenen Mitarbeiter, Spezialisten für Genehmigungsverfahren sowie bereits bereitgestellte Baukapazitäten könnten ohne Unterbrechung weiter eingesetzt werden. Davon würden sowohl die Tschechische Republik als auch KHNP profitieren.
Darüber hinaus würde die Umsetzung beider Projekte durch denselben Generalunternehmer deutliche Skaleneffekte ermöglichen.
Dazu gehören:
• geringere Kosten,
• weniger Risiken,
• kürzere Bauzeiten,
• effizienteres Projektmanagement.
Momentan konzentrieren wir uns selbstverständlich vollständig auf Dukovany.
Sobald die tschechische Regierung ihre Entscheidung zu Temelín trifft, werden wir auch diesem Projekt die notwendige Aufmerksamkeit widmen.
„Ein fairer Wettbewerb ist das Beste für den Markt“…..
-Beim Bau von Temelín werden Sie voraussichtlich mit weiteren Unternehmen konkurrieren müssen, da die neue Regierung auch Angebote anderer Anbieter sehen möchte. Haben Sie erwartet, dass Ihnen der Auftrag aufgrund der vertraglichen Option sicher ist? Hat Sie die Forderung der Regierung überrascht?
-Ich denke, dass es für ein gesundes Marktumfeld nichts Besseres gibt als einen fairen Wettbewerb.
KHNP wurde für das Projekt in Dukovany aufgrund eines wettbewerbsfähigen Angebots als Auftragnehmer ausgewählt. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir auch im Fall von Temelín gemeinsam mit dem Investor eine Vereinbarung erzielen können, die für die tschechische Seite günstiger ist als die Angebote unserer Wettbewerber.
„Anstatt uns auf eine einzelne Projektphase zu konzentrieren, in der Verzögerungen am wahrscheinlichsten wären, setzen wir auf ein proaktives Management möglicher Risiken.“
Joonkyo Suh, KHNP
-Wie verlaufen die Arbeiten in Dukovany? Befinden Sie sich derzeit dort, wo Sie laut Zeitplan sein sollten?
-Im April dieses Jahres haben wir planmäßig die erste Phase der Projektdokumentation eingereicht – das sogenannte Konzeptprojekt. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches Dokumentationspaket mit rund 1.300 Dokumenten und mehreren zehntausend Seiten.
In dieser Dokumentation werden die konkreten Anforderungen an das Kraftwerk und seine einzelnen Systeme definiert. Außerdem wird detailliert beschrieben, wie diese Anforderungen in das Standarddesign des Reaktors APR1000 integriert werden.
Dies ist der erste Schritt im Planungsprozess. Darauf folgen weitere, detailliertere Projektierungsphasen. Nach der Genehmigung des Konzeptprojekts beginnen die Arbeiten am sogenannten Vorprojekt, das die technischen Lösungen der einzelnen Systeme weiter präzisiert. Nach dem Zeitplan soll diese Phase im kommenden Jahr abgeschlossen werden.
Bereits im August vergangenen Jahres haben wir außerdem mit den detaillierten geologischen Untersuchungen am Standort Dukovany begonnen. Planmäßig konnten wir rund 300 Bohrungen mit einer Gesamtlänge von etwa 13 Kilometern erfolgreich abschließen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Genehmigungsunterlagen.
-Was hat Sie in Tschechien am meisten überrascht? Was funktioniert beispielsweise in Korea völlig anders als hier?
-Jedes Land besitzt seine eigenen kulturellen und rechtlichen Besonderheiten. Daran sind wir gewöhnt und wissen sehr gut, wie wir uns an unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen müssen. Das gehört zu unserer Arbeit.
Wenn ich beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate mit der Tschechischen Republik vergleiche, dann handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Situationen. In den Emiraten gab es zuvor überhaupt keine Kernenergie. Erst durch den Bau des ersten Kernkraftwerks wurde sie dort eingeführt.
In Tschechien dagegen gibt es eine jahrzehntelange Tradition beim Bau und Betrieb von Kernkraftwerken. Dadurch verfügt das Land über hervorragend qualifizierte Fachkräfte mit umfangreicher Erfahrung. Als Projektpartner versuchen wir, uns diesem hohen Niveau anzupassen.
-Ist der Bau eines Kernkraftwerks in Tschechien für Sie einfacher oder schwieriger als in den Emiraten?
-Beides hat seine Vor- und Nachteile.
In den Emiraten wurden sämtliche Vorschriften erst neu geschaffen – und wir waren daran beteiligt.
In Tschechien hingegen mussten wir uns an bereits bestehende gesetzliche Regelungen anpassen.
Jedes Land bringt daher seine eigenen Herausforderungen mit sich.
-Haben Sie die Genehmigungsverfahren in Tschechien überrascht, die oft länger dauern als in anderen Ländern?
-Was die Genehmigungsverfahren betrifft, wussten wir bereits im Voraus, wie sie ablaufen. Wir setzen alles daran, sämtliche Fristen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.
-Wo sehen Sie das größte Risiko für Verzögerungen?
-Große Kernenergieprojekte sind äußerst komplex.
Jede Phase – von der Genehmigung über die Planung bis hin zur Vergabe von Aufträgen und schließlich der Bauausführung – erfordert eine enge Zusammenarbeit zahlreicher Organisationen.
Anstatt eine einzelne Phase als besonders kritisch zu betrachten, konzentrieren wir uns darauf, potenzielle Risiken während des gesamten Projektverlaufs frühzeitig zu erkennen und aktiv zu steuern.
Derzeit verläuft das Projekt reibungslos und im Einklang mit dem vereinbarten Zeitplan.
Wir arbeiten eng mit EDU II, der tschechischen und der koreanischen Regierung sowie unseren Partnern aus dem Team Korea zusammen, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen, bevor sie den Gesamtzeitplan beeinträchtigen können.
Auf Grundlage unserer Erfahrungen beim erfolgreichen und termingerechten Bau von Kernkraftwerken in Korea und anderen Ländern sind wir überzeugt, dass auch die neuen Blöcke in Dukovany fristgerecht und innerhalb des vorgesehenen Budgets fertiggestellt werden.
Entscheidung der Europäischen Kommission….
Die Europäische Kommission hat kürzlich entschieden, keine vertiefte Untersuchung wegen möglicher unzulässiger staatlicher Beihilfen der koreanischen Regierung für KHNP einzuleiten. Was bedeutet diese Entscheidung für Sie?
-Wir betrachten dies als eine sehr positive Entscheidung und als ein gutes Signal für den reibungslosen Verlauf des Projekts.
Mögliche Schadenersatzforderungen gegen EDF...
-Im vergangenen Jahr erklärte KHNP, mögliche finanzielle Schäden aufgrund der verzögerten Vertragsunterzeichnung zwischen KHNP und Dukovany II von EDF einfordern zu wollen. Sind solche Schäden entstanden und werden Sie dagegen vorgehen?
-Derzeit konzentriert sich KHNP vollständig auf die erfolgreiche Umsetzung des Projekts in Dukovany. Über weitere Schritte im Zusammenhang mit EDF ist bislang keine Entscheidung getroffen worden.
Ausschreibung für Kühltürme...
-KHNP will in Kürze die Ausschreibung für den Bau der Kühltürme des Kernkraftwerks Dukovany veröffentlichen. Wann wird das geschehen?
-Die Ausschreibung wird in naher Zukunft eröffnet.
-Haben tschechische Unternehmen gute Chancen? Sie hatten erklärt, dass sich tschechische Unternehmen an dieser Ausschreibung beteiligen könnten und gute Chancen hätten, da tschechische Kernkraftwerke mit Kühltürmen arbeiten, während in Korea Meerwasser zur Kühlung genutzt wird. Gehen Sie weiterhin davon aus, dass tschechische Unternehmen den Zuschlag erhalten könnten?
-Wir erwarten auf jeden Fall eine Beteiligung tschechischer Unternehmen – sowohl an dieser Ausschreibung als auch an weiteren Vergabeverfahren, die unsere Partner aus dem Team Korea schrittweise veröffentlichen werden.
Da tschechische Unternehmen über umfangreiche Erfahrungen verfügen und sehr leistungsfähig sind, gehen wir davon aus, dass sich die Zusammenarbeit zwischen tschechischen und koreanischen Firmen im Rahmen dieses Projekts weiter vertiefen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt können und möchten wir jedoch keine Aussagen über mögliche Bewerber oder gar den späteren Gewinner der Ausschreibung treffen.
-Welche weiteren Ausschreibungen folgen?
-Weitere Ausschreibungen werden sich beispielsweise auf Hilfsmaterialien sowie die Ausstattung des Maschinenhauses beziehen. Sie werden jeweils entsprechend dem Projektzeitplan veröffentlicht.
Generalunternehmer für die Bauarbeiten noch nicht bestimmt….
-KHNP soll innerhalb des „Team Korea“ das Unternehmen auswählen, das die Bauarbeiten in Dukovany koordinieren wird. Es wurde darüber gesprochen, dass dies Daewoo sein könnte. Wann wird diese Entscheidung fallen?
-Wir arbeiten intensiv daran, dieses Auswahlverfahren abzuschließen.
-Welche Aufgabe wird dieses Unternehmen übernehmen? Welche Rolle wird dieses Bauunternehmen im Gesamtprojekt spielen, und was bedeutet das für mögliche Subunternehmer aus Tschechien oder dem Ausland?
-Das Bauunternehmen wird für die ordnungsgemäße Durchführung sämtlicher Bauarbeiten verantwortlich sein. Der bauliche Teil gehört zu den wichtigsten Bestandteilen des gesamten Projekts. Das ausgewählte Unternehmen wird sämtliche Bauaktivitäten koordinieren und verantworten.
Gerade deshalb nimmt das Auswahlverfahren einige Zeit in Anspruch. Sobald die Entscheidung gefallen ist, werden die tschechischen Unternehmen eng mit diesem Generalbauunternehmen zusammenarbeiten, das die Gesamtverantwortung für die Bauausführung trägt.
Zusammenarbeit mit tschechischen Unternehmen...
-Wie viele Unternehmen haben sich bisher für Ihr tschechisch-koreanisches Programm gemeldet, um sich am Bau in Dukovany zu beteiligen?
-Bislang haben wir 15 Verträge mit tschechischen Unternehmen abgeschlossen.
Dazu gehören unter anderem:
• Doosan Škoda Power – Lieferung der Dampfturbine,
• Energoprojekt Praha – Erstellung der Konzeptdokumentation sowie Beratung bei Genehmigungsverfahren,
• ČEZ Energetické produkty – Durchführung der geologischen Untersuchungen.
In der zweiten Hälfte dieses Jahres wollen wir die Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern weiter ausbauen.
Geplant sind unter anderem Verträge über:
• Hilfsmaterialien,
• Ausstattung des Maschinenhauses,
• hybride Kühltürme,
• Ingenieur- und Planungsleistungen.
Großes Interesse tschechischer Firmen...
Besonders groß ist das Interesse tschechischer Unternehmen an der Lieferung von Nebenanlagen.Die entsprechenden Ausschreibungen sollen ab November dieses Jahres veröffentlicht werden.
Bislang haben rund 90 tschechische Unternehmen ihr Interesse bekundet. Etwa 50 von ihnen befinden sich derzeit im Registrierungsverfahren als Lieferanten von KHNP.
Auch die Partnerunternehmen des Team Korea werden künftig weitere Ausschreibungen in unterschiedlichen Bereichen veröffentlichen.Wir erwarten daher, dass sich die Beteiligungsmöglichkeiten für tschechische Unternehmen noch deutlich erweitern werden.
Haben sich auch ausländische Unternehmen beworben?
Ja.Dabei handelt es sich sowohl um koreanische Unternehmen als auch um weitere europäische Firmen – darunter selbstverständlich auch tschechische Unternehmen.
-Welche Rolle spielt Westinghouse?
Wie wird sich das amerikanische Unternehmen Westinghouse am Projekt in Dukovany beteiligen?
-Westinghouse wird als Zulieferer des Team Korea mitwirken.
Das Unternehmen wird insbesondere Komponenten und technische Ausrüstung liefern, beispielsweise die Bedien- und Leittechnik (Control Interface).
-Stehen weitere Vertragsabschlüsse bevor?
Zeichnet sich in nächster Zeit der Abschluss weiterer Verträge mit tschechischen oder ausländischen Unternehmen ab?
-In den kommenden Wochen wird voraussichtlich kein weiterer Vertrag unterzeichnet.
Allerdings laufen derzeit mehrere Verfahren, die genau auf dieses Ziel hinarbeiten.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... hnp-309901
Überteuert und verspätet: Nach jahrelangen Verzögerungen nehmen die Slowaken den neuen Reaktor Mochovce 4 in Betrieb
3. Juli 2026
Ekonomický deník
Die Mitarbeiter des slowakischen Kernkraftwerks Mochovce haben mit dem Beladen des Reaktors des vierten Blocks mit Kernbrennstoff begonnen. Den ersten Strom könnte der Reaktor bereits Ende August produzieren.
Es ist eine Geschichte, in der jeder seine eigene Perspektive findet. Befürworter der Kernenergie werden vermutlich hervorheben, dass es sich um ein Gemeinschaftswerk tschechischer und slowakischer Unternehmen handelt. Skeptiker hingegen werden auf die massiven Kostensteigerungen und die erheblichen Verzögerungen des gesamten Projekts hinweisen.
Der Bau der vier Reaktorblöcke im südslowakischen Mochovce begann bereits in den 1980er-Jahren, also noch während der sozialistischen Ära. Technologisch basieren sie auf den inzwischen recht veralteten sowjetischen Reaktoren des Typs WWER-440 (VVER-440) – demselben Reaktortyp, der seit rund 40 Jahren auch im tschechischen Kernkraftwerk Dukovany in Betrieb ist.
Der komplizierte Bauverlauf der Blöcke in Mochovce könnte zugleich eine Warnung für weitere geplante Kernenergieprojekte in Tschechien und der Slowakei sein.
Schlüsselrolle von Škoda JS...
Einen wesentlichen Anteil am Bau hatte das tschechische Unternehmen Škoda JS, das zur ČEZ-Gruppe gehört. Das Unternehmen fungierte als Generalunternehmer für den Primärkreislauf und fertigte unter anderem die Reaktordruckbehälter sowie weitere zentrale Komponenten des Reaktors.
Zu den weiteren tschechischen Unternehmen, die sich am Bau der slowakischen Reaktorblöcke beteiligten, gehören:Doosan Škoda Power, Sigma DIZ, Vítkovice, Chemcomex, ZAT.
Einen Teil der Finanzierung stellte zudem die Tschechische Exportbank bereit.
„Mit Mochovce haben wir bewiesen, dass wir nicht nur die wichtigsten Nukleartechnologien – vom Reaktordruckbehälter bis zu den Kühlsystemen – herstellen können. Wir sind auch in der Lage, komplexe Lieferketten zu steuern, Anlagen zu errichten und einen außerordentlich komplexen technologischen Gesamtkomplex erfolgreich in Betrieb zu nehmen. Das beherrschen weltweit nur sehr wenige Unternehmen der Kernenergiebranche“, erklärte Karel Bednář, Vorstandsvorsitzender von Škoda JS.
Brennstoffbeladung eröffnet den Weg zur Inbetriebnahme
Mit dem Einbringen des Kernbrennstoffs beginnt die letzte Etappe bis zur Inbetriebnahme des Reaktors.
Allerdings sind noch mehrere Monate intensiver Vorbereitungen und Tests erforderlich.
„Nach Plan werden die Inbetriebnahmetests im günstigsten Fall vier Monate dauern. Den Abschluss bildet der sogenannte 144-Stunden-Dauerbetrieb unter Volllast als Nachweis des ordnungsgemäßen Betriebs“, erklärt Václav Mages von der slowakischen Niederlassung von Škoda JS.
Slowakei wird europäischer Spitzenreiter bei Kernenergie...
Eigentümer und Investor der Reaktorblöcke in Mochovce sind die Slovenské elektrárne (Slowakische Elektrizitätswerke), die zu 66 Prozent der tschechischen Holding EPH und zu 34 Prozent dem slowakischen Staat gehören.
Auch dank dieser Investition wird die Slowakei künftig mehr als 75 Prozent ihres Stroms aus Kernenergie erzeugen – der höchste Anteil in Europa.
Bereits heute zählt die Stromerzeugung des Landes zu den klimafreundlichsten Europas. Nach der Stilllegung der verbliebenen Kohlekraftwerke wird die Stromproduktion nahezu emissionsfrei sein.
Der vierte Reaktorblock mit einer installierten Leistung von 471 Megawatt wird rund 13 Prozent des slowakischen Stromverbrauchs decken. Er folgt auf den dritten Block von Mochovce, der seit September 2023 mit voller Leistung arbeitet.
Das Ausbauprojekt der Blöcke 3 und 4 wurde 2008 gestartet und zählt zu den größten privaten Investitionen in der Geschichte der Slowakei.
Die Gesamtkosten beliefen sich schließlich auf 6,7 Milliarden Euro (etwa 162 Milliarden Tschechische Kronen).
Das schwierige Erbe der italienischen Eigentümer….
Die Bauarbeiten an den Blöcken 3 und 4 wurden im November 2008 wieder aufgenommen.
Nach den ursprünglichen Plänen der Slovenské elektrárne (SE) sollte das Projekt innerhalb von sechs Jahren abgeschlossen sein.
Die Kosten wurden damals auf 2,8 Milliarden Euro geschätzt.
Warum dauerte die Fertigstellung letztlich ganze 18 Jahre?
Quellen, mit denen der Ekonomický deník in der Vergangenheit gesprochen hat, sehen die Hauptursache im damaligen Mehrheitseigentümer der Slovenské elektrárne.
Der italienische Energiekonzern Enel, der 2006 die Mehrheit übernommen hatte, setzte auf der Baustelle eine große Zahl italienischer Zulieferer durch. Diese waren für den nichtnuklearen Teil des Projekts verantwortlich, verfügten jedoch kaum über Erfahrungen beim Bau von Kernkraftwerken.
Branchenkenner berichten unter anderem von ungeeigneten Kabeltypen, unpassenden Armaturen sowie erheblichen Kommunikationsproblemen zwischen den multinational zusammengesetzten Arbeitsteams.
Streit zwischen Staat und Enel….
Auch zwischen den beiden Eigentümern der Slovenské elektrárne verschlechterte sich das Verhältnis. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen der slowakischen Regierung und Enel darüber, wer die ständig steigenden Baukosten tragen sollte.
Enel entschied sich schließlich zum Rückzug. Im Dezember 2015 verkaufte das Unternehmen die Hälfte seiner Beteiligung an die Energetický a průmyslový holding (EPH).
Im Mai vergangenen Jahres wurde auch der verbleibende Anteil vollständig an EPH übertragen.
Fico will die Kontrolle über die Energieversorgung
Doch auch die heutige Eigentümerstruktur der Slovenské elektrárne (SE) muss nicht endgültig sein.
Nach der Inbetriebnahme des vierten Blocks beginnt eine sechsmonatige Frist, innerhalb derer die slowakische Regierung eine vertragliche Option ausüben kann. Dadurch könnte der staatliche Anteil von derzeit 34 Prozent auf 51 Prozent steigen. Ministerpräsident Robert Fico (Smer) hat mehrfach erklärt, dass der Staat diese Möglichkeit nutzen sollte.
Ebenso plant die Regierung Fico, den Energiekonzern ČEZ aus dem gemeinsamen Projekt zum Bau eines neuen Kernkraftwerksblocks in Jaslovské Bohunice in der Region Trnava herauszukaufen, an dem ČEZ derzeit 49 Prozent hält.
Beide geplanten staatlichen Beteiligungserwerbe, deren Umfang sich auf mindestens mehrere hundert Millionen Euro belaufen dürfte, könnten jedoch an der angespannten Finanzlage der Slowakei scheitern. Das Land kämpft derzeit mit hohen Haushaltsdefiziten und einer stetig steigenden Staatsverschuldung.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/slovaci-spus ... ochovce-4/
/gr/
Stromerzeugung in Tschechien stieg im Juni wegen höherer Preise um mehr als 25 %
Autor: Jan Budín
3. Juli 2026, oenergetice.cz
Die Stromerzeugung in der Tschechischen Republik ist im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als 1 Terawattstunde (TWh) auf 5,66 TWh gestiegen. Verantwortlich dafür waren vor allem Braunkohle- und Kernkraftwerke, während Solaranlagen nur geringfügig mehr Strom als im Vorjahr produzierten. Der Stromverbrauch nahm trotz der heißen Tage am Monatsende nur leicht zu. Der wichtigste Impuls für die höhere Erzeugung kam daher vom Spotmarkt und der angespannten Lage auf den regionalen Strommärkten.
Nach den auf Energostat veröffentlichten Daten erreichte die Stromproduktion in Tschechien im Juni 5,66 TWh. Im Vergleich zum Juni 2025 mit 4,51 TWh entspricht dies einem Anstieg um 1,15 TWh, also um mehr als ein Viertel. Dieser deutliche Zuwachs ist jedoch nicht auf erneuerbare Energien zurückzuführen, sondern vor allem auf den verstärkten Einsatz konventioneller Kraftwerke.
Braunkohle und Kernenergie treiben das Wachstum...
Den größten Beitrag leisteten die Braunkohlekraftwerke, die 1,44 TWh Strom ins Netz einspeisten. Das sind rund 660 Gigawattstunden (GWh) mehr als im Vorjahresmonat.
Auch die Kernkraftwerke steigerten ihre Produktion deutlich: Sie erhöhten ihre Erzeugung von 2,12 TWh auf 2,52 TWh, was einem Zuwachs von knapp 400 GWh entspricht.
Diese beiden Erzeugungsarten erklären damit den überwiegenden Teil des gesamten Anstiegs der Stromproduktion.
Auch Gaskraftwerke erhöhten ihre Stromerzeugung von 240 GWh auf 301 GWh. Ihr Beitrag blieb jedoch deutlich geringer als jener von Kohle- und Kernkraftwerken.
Dagegen produzierten Wasserkraftwerke weniger Strom als im Vorjahr. Ihre Erzeugung sank von 121 GWh auf knapp 100 GWh.
Auch die Stromproduktion aus Biomasse ging zurück – von 241 GWh auf 210 GWh.
Solarenergie bleibt auf hohem Niveau...
Solaranlagen speisten im Juni 677 GWh Strom ins Netz ein.
Zum Vergleich: Im Juni des Vorjahres waren es 655 GWh. Der Anstieg fiel somit nur gering aus.
Nach dem historischen Rekord im Mai mit 701 GWh blieb die Solarenergie zwar ein wichtiger Bestandteil des tschechischen Strommixes, war jedoch nicht der Haupttreiber des Produktionsanstiegs im Juni.
Der Stromverbrauch stieg nur leicht
Der Stromverbrauch in Tschechien belief sich im Juni auf 4,84 TWh.
Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg er lediglich um etwa 120 GWh.
Obwohl während der heißen Tage deutlich mehr Strom nachgefragt wurde als zu den kühleren Monatsphasen, fiel der Gesamtanstieg auf Monatssicht relativ gering aus.
Dies entspricht auch den Daten des Unternehmens Amper Meteo. Demnach nahm der Strombezug aus dem Netz während der Hitzewelle zwar deutlich zu, gleichzeitig wurde jedoch ein Teil des zusätzlichen Kühlbedarfs durch selbst erzeugten Solarstrom aus Photovoltaikanlagen gedeckt.
Regionale Marktbedingungen: Wenig Wind und Einschränkungen bei der Kernenergie….
Die Hauptursache der hohen Spotmarktpreise lag somit nicht im gestiegenen Stromverbrauch, sondern in den regionalen Marktbedingungen. In Deutschland war die Stromproduktion aus Windkraftanlagen im Juni wiederholt ungewöhnlich niedrig.
Sobald die Solarstromproduktion in den Abendstunden rasch zurückging, musste die Nachfrage durch teurere, flexibel regelbare Kraftwerke gedeckt werden.
Rekordpreise auf den Strommärkten….
Das deutlichste Preissignal zeigte sich in der vergangenen Woche am Mittwochabend.
Nach Daten der Strombörse EPEX Spot wurde Strom auf dem Intraday-Markt in Deutschland zeitweise für bis zu 868 Euro pro Megawattstunde (€/MWh) gehandelt.
In Frankreich stiegen die Preise auf über 414 €/MWh.
In Großbritannien wurden Abendkontrakte für bis zu 426 Pfund pro MWh gehandelt.
Auch in der Tschechischen Republik erreichten die Spotmarktpreise Rekordwerte und näherten sich der Marke von 700 €/MWh.
Hitze beeinträchtigte auch Kernkraftwerke….
Die Situation wurde zusätzlich durch die eingeschränkte Verfügbarkeit konventioneller Kraftwerke in Europa verschärft.
In Frankreich mussten mehrere Kernkraftwerksblöcke ihre Leistung reduzieren, weil die hohen Temperaturen der Flüsse die Kühlung der Reaktoren erschwerten.
Von ähnlichen Einschränkungen war auch das schweizerische Kernkraftwerk Beznau betroffen.
Auch in Großbritannien war die Lage angespannt: Der Netzbetreiber warnte während der Hitzewelle vor einer geringeren verfügbaren Leistungsreserve.
Sommerliche Preisspitzen werden zu einem europäischen Thema….
Die Entwicklung im Juni zeigt, dass sommerliche Preisspitzen auf den europäischen Strommärkten künftig an Bedeutung gewinnen könnten.
Dabei geht es nicht allein um den höheren Strombedarf für Klimaanlagen.
Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie Wetterbedingungen, Verfügbarkeit von Kraftwerken, grenzüberschreitender Stromhandel, begrenzte Flexibilität der Stromnetze.
Signal für den geplanten Kohleausstieg in Tschechien….
Für die Tschechische Republik ist die Entwicklung im Juni insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten Ausstiegs aus der Kohleverstromung von Bedeutung.
Gerade die Braunkohlekraftwerke reagierten im Juni stark auf die Marktsituation und halfen, die Stromproduktion in einer Phase angespannter regionaler Märkte deutlich zu erhöhen.
Mit ihrem schrittweisen Rückzug muss diese Funktion künftig von einer Kombination aus neuen Gaskraftwerken, Energiespeichern,Lastmanagement und grenzüberschreitendem Stromhandel
übernommen werden.
Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung...
Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Batteriespeichern.
Die großen Preisunterschiede zwischen den niedrigen Strompreisen zur Mittagszeit – bei hoher Solarstromproduktion – und den hohen Preisen in den Abendstunden schaffen neue Möglichkeiten für Preisarbitrage, aber auch für die Bereitstellung von Systemdienstleistungen.
Sollte die installierte Leistung der Photovoltaikanlagen weiter zunehmen, wird es ohne einen deutlich schnelleren Ausbau flexibler Speicherkapazitäten künftig sowohl mehr Stunden mit sehr niedrigen Strompreisen als auch häufiger Phasen mit extrem hohen Preisen nach Sonnenuntergang geben.
Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... ice-nez-25
/gr/
Türkei stellt ihren ersten Kernkraftwerksblock in Akkuyu fertig und beginnt mit den Tests
Autor: Jiří Salavec
1. Juli 2026 – oenergetice.
Der erste Block des ersten türkischen Kernkraftwerks hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Nach acht Jahren Bauzeit haben die Techniker die Bauarbeiten abgeschlossen und mit den sogenannten Kaltfunktionstests begonnen.
Vor der ersten Inbetriebnahme muss der Reaktor des Typs WWER-1200 (VVER-1200) mit einer installierten Leistung von 1.200 Megawatt (MW) noch Heißtests sowie die Beladung mit Kernbrennstoff durchlaufen.
Das Kernkraftwerk Akkuyu, das aus vier Reaktorblöcken bestehen wird, wird vom russischen Staatskonzern Rosatom errichtet. Darüber hinaus plant die Türkei den Bau weiterer Kernkraftwerke gemeinsam mit chinesischen und südkoreanischen Partnern.
Kaltfunktionstests haben begonnen...
Der russische Energiekonzern Rosatom teilte mit, dass der Bau des ersten Kernkraftwerksblocks in der Türkei abgeschlossen sei.
Der erste Block des Kernkraftwerks Akkuyu vom Typ WWER-1200 mit einer installierten Leistung von 1.200 MW wird nun eine Reihe von Tests durchlaufen, bevor der Reaktor mit Kernbrennstoff beladen wird.
Zunächst haben die Techniker die kalten hydraulischen Tests begonnen. Das Ziel dieser Prüfungen ist es, die Dichtheit und Festigkeit der Reaktorkomponenten zu überprüfen.
„Wir feiern den Abschluss der Bauarbeiten. Die kalten hydraulischen Tests des Reaktors haben begonnen und werden mehrere Wochen dauern. Bis zum Beginn der Inbetriebnahme verbleiben nur noch wenige Wochen. Auf Grundlage der Ergebnisse aller abgeschlossenen Tests werden wir Inspektionen durchführen und gegebenenfalls Anpassungen für die abschließende Projektphase vornehmen.“
Alexej Lichatschow, Generaldirektor von Rosatom
Während der Kalttests werden außerdem der Primär- und der Sekundärkreislauf gespült. Die Experten überprüfen dabei die Eigenschaften der Systeme und deren Übereinstimmung mit den vorgesehenen Auslegungswerten. Vor der offiziellen Inbetriebnahme, die Rosatom noch für dieses Jahr plant, muss der Reaktor zudem die Heißfunktionstests erfolgreich absolvieren.
In drei Jahren soll Kernenergie zehn Prozent des Stroms liefern….
Russland begann im Jahr 2018 mit dem Bau des ersten türkischen Kernkraftwerks auf Grundlage eines zwischenstaatlichen Abkommens aus dem Jahr 2010.
Rosatom übernimmt dabei sowohl den Bau als auch den späteren Betrieb der Anlage nach dem sogenannten BOO-Modell (Build – Own – Operate), also „bauen – besitzen – betreiben“.
Mit dem Bau der weiteren drei Reaktorblöcke wurde in den Jahren 2020, 2021 und 2022 begonnen.
Nach der vollständigen Fertigstellung wird das Kernkraftwerk Akkuyu über eine installierte Gesamtleistung von 4,8 Gigawatt (GW) verfügen und rund zehn Prozent der türkischen Stromerzeugung abdecken.
Die Aufnahme des kommerziellen Betriebs des vierten Blocks plant Rosatom für das Jahr 2028.
„Am ersten Block sind derzeit 1.930 Beschäftigte tätig, von denen mehr als 40 Prozent türkische Staatsbürger sind. Wir sind stolz darauf, dass es sich dabei um Absolventen unserer Universitäten handelt, die nun ihre Ausbildung und praktische Erfahrung an russischen Simulatoren und in russischen Kernkraftwerken vertiefen.“
Alexej Lichatschow
Türkei plant weitere Kernkraftwerke...
Die Türkei möchte nicht, dass Akkuyu ihr einziges Kernkraftwerk bleibt. Deshalb plant die Regierung den Bau von zwei weiteren Kernkraftwerken in Zusammenarbeit mit China und Südkorea.
Das langfristige Regierungsziel sieht vor, die installierte Kernkraftwerksleistung des Landes bis zum Jahr 2050 auf insgesamt 20 Gigawatt auszubauen.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -testovani
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799