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Fukushima: Was wäre, wenn …? (PA)

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gwag
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Fukushima: Was wäre, wenn …? (PA)

Beitrag von gwag »

Seit die Katastrophe von Fukushima begonnen hat, sind nun bereits 15 Jahre vergangen. „Auch wenn oft die Rede von einem GAU ist: Es hätte noch weitaus schlimmer kommen können!“, ist man beim Anti Atom Komitee überzeugt. Und seinen Lauf genommen hat das Unglück, obwohl ausgelöst durch einen Tsunami am 11. März 2011, eigentlich schon früher bei der Planung des AKWs mit unter anderem unzureichendem Schutz vor Erdbeben und eben Tsunamis.

Japan fühlte sich als hoch technisiertes Land sicher und den Risiken der Atomenergie gewachsen. Gekommen ist es trotzdem anders und die nukleare Katastrophe, eine der schwersten bisher, ist noch längst nicht vorbei. Allein die umstrittene Einleitung von mit Tritium verseuchtem Wasser in den Pazifik wird noch rund 30 Jahre dauern, mindestens ebenso lang die weiteren Aufräum- und Entsorgungsarbeiten.

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Die im Zuge der Dekontamination gesammelten radioaktiv verseuchten Materialien könnten von gut 500.000 m³ noch auf knapp 700.000 m³ ansteigen. Zudem wurden bis zum Vorjahr rund 14 Millionen m³ Erdreich abgetragen und werden auf einem 16 km² großen Areal zwischengelagert. Damit alles etwas davon haben, sollte laut Plan dieses Material über ganz Japan verteilt werden, wozu sich aber aktuell außer Fukushima selbst keine der japanischen Präfekturen bereit erklärt hat. Während die durch die Katastrophe verursachten Kosten von der japanischen Regierung mit etwas über 160 Milliarden Euro beziffert werden, kommt das „Japan Center for Economic Research“ auf einen wohl realistischeren und ungefähr dreifachen Betrag an Schäden. Es kommen eben wohl auch nicht alle in den Genuss einer angemessenen Entschädigung.

„Die Lehren, die Japan aus Fukushima gezogen hat, den wirtschaftlichen und gesundheitlichen aber auch psychischen Folgen, sind leider überschaubar. Inzwischen wurde damit begonnen, nach dem Ereignis abgeschaltete Reaktoren wieder hochzufahren und auch der Bau neuer Reaktoren soll wieder möglich werden“, sagt Gerold Wagner vom Anti Atom Komitee.

Die Aufräumarbeiten um Fukushima Daiichi werden noch Jahrzehnte dauern. Was, wenn die vorgenommenen Verbesserungen der Sicherheitsmaßnahmen nicht reichen und, nur als Beispiel, eine weitere Welle wieder einige Meter höher wäre als jetzt angenommen? Die Gegend um Japan ist schließlich weltweit die bebenreichste. – Japan liegt am anderen Ende der Welt, aber was wäre, wenn sich eine Atomkatastrophe mitten in Europa ereignen würde?

Foto: Decontamination waste - Iitate, Fukushima, Author: Olivier Evrard, J. Patrick Laceby, and Atsushi Nakao, CC-BY-4.0
https://doi.org/10.5194/soil-5-333-2019
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... ushima.png
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