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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 10.2.2026:

Inhalt:
Ständiger Ausschuss für neue Kernenergiequellen soll aufgelöst werden. „Alles wird von der Regierung gesteuert, die Opposition wird notwendige Informationen bekommen“, sagt Havlíček.
Temelín wehrt sich gegen eine Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle.
Energieexperten überprüften die Dichtheit der hermetischen Hülle des ersten Blocks in Dukovany.
Umgehungsstraße von Slavětice bei Dukovany deutlich günstiger – Region wählt Bauunternehmen.
Kraftwerk Dukovany II (EDU II) stellt Fachkräfte ein: Im vergangenen Jahr kamen mehr als 60 neue Mitarbeiter hinzu.
SÜDBÖHMEN: Das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín wurde im vergangenen Jahr von 39.604 Menschen besucht.
In Japan wurde Reaktor im größten Kernkraftwerk der Welt erneut in Betrieb genommen.
Kasachstan: Regierung bestätigt Standort für das zweite Kernkraftwerk

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Ständiger Ausschuss für neue Kernenergiequellen soll aufgelöst werden. „Alles wird von der Regierung gesteuert, die Opposition wird notwendige Informationen bekommen“, sagt Havlíček
10. 2. 2026
Tschechischer Rundfunk
Jana Klímová

Der Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) schlägt vor, den Ständigen Ausschuss für den Bau neuer Kernenergiequellen aufzulösen. Das geht aus einem nicht öffentlichen Material des Ministeriums hervor, das Tschechischer Rundfunk erhalten hat und mit dem sich das Kabinett von Andrej Babiš (ANO) in den kommenden Wochen befassen wird. Derzeit nehmen die übrigen Ministerien zu dem Dokument Stellung.

Der Ausschuss wurde bereits unter der vorherigen Regierung von Andrej Babiš eingerichtet, zu einer Zeit, als die Ausschreibung für den Bau ursprünglich eines neuen Blocks im Kernkraftwerk Dukovany vorbereitet wurde. An der Spitze des Ausschusses stand zunächst der Premierminister, später der Industrieminister; seine Mitglieder waren Minister und Experten weiterer Ressorts wie Arbeit und Soziales, Bildung, Finanzen oder Inneres. Vertreten waren darin auch das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit SUJB, der Energiekonzern ČEZ – sowie die Opposition.
In den letzten Jahren, also nach dem Start der Ausschreibung und nach dem Abschluss des Vertrags über zwei Dukovany-Blöcke im vergangenen Sommer, kam der Ausschuss faktisch nicht mehr zusammen. Weiterhin tätig waren jedoch die mit dem Ausschuss verbundenen Arbeitsgruppen, die sich mit konkreten, den Kernenergieausbau betreffenden Themen befassten.
Eine neue Bedeutung hätte der Ausschuss auch vor dem Hintergrund erhalten können, dass die Regierung mit der Auswahl eines Lieferanten für weitere zwei Blöcke im Kernkraftwerk Temelín fortfahren will. Die Projekte zum Bau neuer Reaktoren sind zudem langfristig angelegt, reichen über mehrere Legislaturperioden hinaus und erfordern auf staatlicher Ebene die Lösung verschiedenster Fragen – von der Finanzierung der Baukosten in dreistelliger Milliardenhöhe über den Ausbau der Infrastruktur, Genehmigungsverfahren und Sicherheitskontrollen bis hin zu Ausbildung und Sicherstellung qualifizierter Arbeitskräfte.

„Es braucht mehr Handlungsfähigkeit“...
Nach Ansicht von Karel Havlíček ist nun jedoch mehr Handlungsfähigkeit erforderlich. „Das Ziel ist es, die strategische Steuerung des Projekts Dukovany und perspektivisch weiterer Projekte neuer Kernenergiequellen – angesichts ihrer Bedeutung – auf die Ebene der Regierung zu verlagern“, nannte der Vizepremier und Industrieminister Havlíček als Grund für die Auflösung des Ausschusses.
Ihm zufolge bleiben die Arbeitsgruppen, die beim Ständigen Ausschuss tätig waren, bestehen. „Für das operative Management und die Koordination bleibe ich gemeinsam mit dem Ministerium für Industrie und Handel verantwortlich; unter anderem werde ich mich künftig regelmäßig im Rahmen eines Steuerungsausschusses mit Vertretern des Industrieministeriums, des Finanzministeriums, von Elektrárna Dukovany II und ČEZ treffen. Der Industrieminister wird zugleich die Regierung regelmäßig informieren und Fragen sowie Lösungsvorschläge direkt den Regierungsmitgliedern vortragen. Eine Reihe von Themen erfordert eine Diskussion auf Regierungsebene“, erklärte Havlíček.
Informationen soll seiner Aussage nach auch die Opposition erhalten. „Einmal pro halbes Jahr werde ich den Wirtschaftsausschuss über den Stand des Projekts Dukovany und weitere Fragen der Kernenergieentwicklung informieren“, versprach er.

„Kernenergie ist eine Priorität“...
Der ehemalige Industrieminister und heutige Abgeordnete der oppositionellen Partei STAN, Lukáš Vlček, stimmt zu, dass es angesichts des im vergangenen Jahr gestarteten Projekts Dukovany logisch sei, das Management des Baus neuer Energiequellen zu intensivieren. „Bei einem derart bedeutenden Projekt ist es aber wichtig, dass die Opposition eingebunden wird – zum Beispiel gerade auf der Ebene des Wirtschaftsausschusses der Abgeordnetenkammer“, sagte er.
Auch laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, Ivan Adamec (ODS), wird die Opposition weitere Informationen zum Ausbau der Kernenergie im Blick behalten. Der Ständige Ausschuss für den Bau neuer Kernenergiequellen habe sich zwar auch seiner Ansicht nach überlebt, doch der weitere Ausbau der Kernenergie sei parteiübergreifend eine „prioritäre Angelegenheit“. „Wir werden das weiter aufmerksam verfolgen. Der Bau von Kernkraftwerksblöcken ist für uns eine Priorität. Wir werden zudem Informationen zur Sicherstellung der Finanzierung der neuen Blöcke verlangen“, warnte Adamec.


https://www.irozhlas.cz/ekonomika/vybor ... 100700_jaf
/gr/



Temelín wehrt sich gegen eine Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle
7. 2. 2026 Nas Region
Simona Knotková

Die Gemeinde Temelín will sich gegen den Bau einer Verbrennungsanlage für industrielle gefährliche Abfälle am Standort Hůrka wehren. Die Gemeinderäte kritisieren, dass sie über das Vorhaben des spanischen Unternehmens nicht rechtzeitig informiert wurden.
Die Gemeinderäte der Gemeinde Temelín im Bezirk Budweis / České Budějovice haben den Kampf gegen die geplante Verbrennungsanlage für industrielle gefährliche Abfälle ausgerufen. Das Bauvorhaben am örtlichen Standort Hůrka soll von der Firma Quail realisiert werden, die zur spanischen Gesellschaft FCC gehört. Das Projekt wartet derzeit auf die Umweltverträglichkeitsprüfung.

Die örtlichen Politiker sind vor allem darüber verärgert, dass die Gemeinde nicht rechtzeitig über das Vorhaben informiert wurde. „Wir werden versuchen, mit den uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln diese Entscheidung rückgängig zu machen“, erklärte Bürgermeister Josef Váca. Die Gemeinde hat sich sogar entschlossen, für das weitere Vorgehen einen Anwalt zu beauftragen.
Gemeinderätin Hana Hájková wies darauf hin, dass der Kreis bereits im vergangenen Juni einige notwendige Studien genehmigt habe, die Gemeinde Temelín jedoch erst im Januar dieses Jahres von den Plänen erfahren habe. Bis Ende Februar können die Einwohner im Rahmen des UVP-Verfahrens ihre Stellungnahmen einreichen.

Die Bürger befürchten vor allem einen Anstieg des Schwerlastverkehrs. „Wir wissen nicht genau, was dort verbrannt werden soll und welche Auswirkungen das auf die Umwelt haben wird“, äußerte der Bürgermeister seine Sorgen. Die Einwände sind jedoch vielfältiger – das Gebiet ist bereits durch den Ausbau des Kernkraftwerks belastet, und der nahegelegene Standort Janoch zählt zu den Kandidaten für ein Endlager für radioaktive Abfälle.

Das Unternehmen weist diese Bedenken zurück. Die Sprecherin von FCC, Kristina Jakubcová, versichert, dass die Verbrennungsanlage alle Sicherheitsanforderungen erfülle und zudem Arbeitsplätze schaffen würde. Während der Bauphase sollen bis zu mehrere Hundert Stellen entstehen, im regulären Betrieb dann etwa 35 dauerhafte Arbeitsplätze.
Die Investition in die Anlage soll sich auf ein bis zwei Milliarden Kronen belaufen. Die Verbrennungsanlage soll jährlich 20.000 Tonnen Abfall verarbeiten, darunter auch gefährliche Abfälle aus Industrie und Gesundheitswesen. Sollte das Projekt alle Genehmigungen erhalten, könnten die Bauarbeiten in drei Jahren beginnen, der Betrieb soll bis zum Jahr 2030 anlaufen.
Was die Verkehrsbelastung betrifft, erklärt das Unternehmen, der Anstieg werde minimal sein – maximal sechs Lastwagen pro Tag. Am Standort Hůrka werden bereits seit Langem gefährliche Abfälle verarbeitet, insbesondere Aschen und Schlämme aus dem Uranbergbau.
Quelle: ČTK
Originalartikel: https://nasregion.cz/temelin-se-bouri-p ... du-426146/
/gr/



Energieexperten überprüften die Dichtheit der hermetischen Hülle des ersten Blocks in Dukovany
9.2.2026 Kurzy.cz

Techniker im Kernkraftwerk Dukovany haben am Wochenende bestätigt, dass die hermetische Hülle des ersten Blocks vollkommen dicht ist – sämtliche möglichen Undichtigkeiten sind kleiner als ein Stecknadelkopf. Die anspruchsvolle Druckprüfung, die zu den wichtigsten Sicherheitstests vor der Wiederinbetriebnahme des Blocks nach einer Revision gehört, verlief ausgezeichnet und bestätigte den hervorragenden technischen Zustand der Anlage.

Das Ziel des Tests ist die Überprüfung der Dichtheit der Räume des hermetischen Sicherheitsbehälters des Reaktorblocks, deren Fläche in Dukovany mehr als 5.000 Quadratmeter beträgt. Das bedeutet, dass die insgesamt gemessene Leckage aller Zugangs- und Montageöffnungen, Durchführungen von technologischen und messtechnischen Einrichtungen usw. nicht größer sein darf als die Größe mehrerer Stecknadelköpfe.
Zunächst verschlossen die Techniker die hermetischen Bereiche vollständig und setzten sie mithilfe von Kompressoren auf einen Druck von etwa 50 kPa. Anschließend beobachteten sie den Verlauf von Druck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um mögliche Veränderungen mit hoher Genauigkeit auswerten zu können.

„Vor jedem Wiederanfahren eines Kernkraftwerksblocks werden zahlreiche anspruchsvolle Kontrollen und Tests durchgeführt. Die Dichtheitsprüfung der hermetischen Bereiche gehört zu den entscheidenden Voraussetzungen für den weiteren Betrieb. Die Kenntnis des Anlagenzustands und die Betriebssicherheit haben für uns oberste Priorität“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der CEZ-Abteilung Kernenergie.
Das eigentliche Aufpressen der hermetischen Bereiche dauerte für die Spezialisten rund vier Stunden. Weitere acht Stunden waren erforderlich, um zur Sicherstellung der Messgenauigkeit Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Innenraum zu stabilisieren. Erst danach erfolgte über weitere acht Stunden hinweg die Aufzeichnung der Druckwerte sowie die Überwachung der baulichen Konstruktionen der hermetischen Bereiche.
„Die gemessenen Werte bestätigten einen Druckabfall deutlich unterhalb der festgelegten Grenzwerte. Das Ergebnis entspricht unseren Erwartungen und bestätigt den guten technischen Zustand des Blocks sowie die hohe Qualität der während der Revision durchgeführten Arbeiten. Weitere umfangreiche Tests der Anlagen stehen jedoch vor dem Ende der Revision noch an“, ergänzte der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Die hermetischen Bereiche stellen eine der wichtigsten Schutzbarrieren eines Kernkraftwerks dar. Im Falle eines außergewöhnlichen Ereignisses verhindern sie das Austreten radioaktiver Stoffe in die Umgebung und schützen zugleich die technischen Anlagen vor äußeren Einflüssen. Während der Prüfungen werden die Bereiche einem Überdruck ausgesetzt, im normalen Betrieb hingegen wird in ihnen ein leichter Unterdruck aufrechterhalten.
Jiří Bezděk, Sprecher von ČEZ,
Kernkraftwerk Dukovany

Quelle: https://zpravy.kurzy.cz/848484-energeti ... u-dukovan/
/gr/




Umgehungsstraße von Slavětice bei Dukovany deutlich günstiger – Region wählt Bauunternehmen
ČTK
Autor: František Vondrák
9. Februar 2026 Trebicsky denik

Foto: Der Bau der Umgehungsstraße von Slavětice soll in diesem Frühjahr beginnen.

Der Bau der Umgehungsstraße der Gemeinde Slavětice bei Dukovany wird deutlich günstiger als ursprünglich erwartet. Die Region Vysočina hat den Auftragnehmer für das Bauvorhaben ausgewählt, dessen Preis im Ausschreibungsverfahren von 325 auf rund 225 Millionen Kronen gesunken ist. Die Umgehungsstraße soll die Verkehrssituation in der Region verbessern und ist auch für den Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany von Bedeutung.
Die Region Vysočina will in naher Zukunft mit dem Bau der Straßenumgehung der Gemeinde Slavětice in der Nähe von Dukovany beginnen. Die ursprünglich geschätzten Gesamtkosten dieses Projekts beliefen sich auf 325 Millionen Kronen, im Wettbewerb um den Auftragnehmer sanken sie um etwa 100 Millionen Kronen. Das Bauunternehmen wurde heute vom Regionsrat aus insgesamt zwölf Angeboten ausgewählt. Dies teilte der Kreishhauptmann Martin Kukla (ANO) Journalisten mit. Den Namen der ausgewählten Firma nannte er nicht und verwies darauf, dass für den Auftrag noch eine Schutzfrist laufe.

„Die Nachfrage nach öffentlichen Aufträgen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur ist groß“, sagte der Kreishauptmann. Er erinnerte daran, dass auch die Kosten für den Bau der Umgehungsstraße von Velké Meziříčí im Bezirk Žďár vor einer Woche um mehrere zehn Millionen Kronen gesunken seien, als der Regionsrat den Auftragnehmer auswählte. Für dieses Projekt seien 13 Angebote eingegangen. Das große Interesse der Bauunternehmen führte der Kreishauptmann auch darauf zurück, dass der diesjährige Staatshaushalt bislang noch nicht verabschiedet sei. „An den Staatshaushalt sind auch einige Verkehrsprojekte gekoppelt, und diese können derzeit nicht ausgeschrieben werden“, erklärte er.

Bau ist wichtig für den Ausbau von Dukovany….
Beide Umgehungsstraßen gehören zu den Bauvorhaben, die auch für den Transport von Komponenten und Materialien beim Bau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany erforderlich sind. Die Region wartet für diese Projekte auf Mittel aus dem Staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur. Die Umgehungsstraße von Slavětice wird laut der Website der Region 3,2 Kilometer lang sein, die Bauzeit soll knapp zwei Jahre betragen.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau von Dukovany baut die Region derzeit auf ihren Straßen auch Umgehungen der Gemeinden Brtnice im Bezirk Jihlava und Zašovice im Bezirk Třebíč.

Quelle: https://trebicsky.denik.cz/zpravy_regio ... 60209.html?
/gr/


Kraftwerk Dukovany II (EDU II) stellt Fachkräfte ein: Im vergangenen Jahr kamen mehr als 60 neue Mitarbeiter hinzu
10. 02. 2026 Energocafe.cz

Das Unternehmen Elektrárna Dukovany II (EDU II) baut seine Personalbasis weiter aus. Im vergangenen Jahr stellte es mehr als 60 neue Mitarbeiter ein; unter Berücksichtigung der Abgänge erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten im Jahresvergleich um ein Viertel.
Die überwiegende Mehrheit der Neueinstellungen bestand aus Hochschulabsolventen, ein Fünftel der neu Eingestellten waren junge Menschen unter 30 Jahren. Auch in diesem Jahr plant EDU II, weitere Dutzende Mitarbeiter einzustellen, in den kommenden Jahren sollen es dann mehrere Hundert sein.
Die Unterzeichnung des Vertrags über den Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken am Standort Dukovany im vergangenen Jahr leitete bei Elektrárna Dukovany II (EDU II) intensive Vorbereitungen für die Umsetzung des „Projekts des Jahrhunderts“ ein. Dies spiegelte sich auch in der Personalgewinnung wider: Im vergangenen Jahr verstärkten mehr als 60 neue Mitarbeiter die Belegschaft von EDU II. Die Gesamtbilanz, einschließlich der Abgänge, bedeutet einen Zuwachs von einem Viertel gegenüber dem Vorjahr. In einem ähnlichen Wachstumstempo will EDU II auch in diesem Jahr fortfahren und plant, rund 70 weitere Mitarbeiter einzustellen, davon nahezu drei Viertel für technische Positionen.

„Während wir in der ersten Phase der Vorbereitungen vor allem Fachleute für Finanzierung, Recht, Planung oder Projektmanagement eingestellt haben, steigt der Bedarf an technischen Positionen zunehmend, von denen in den kommenden Jahren Hunderte benötigt werden. Es freut mich, dass sich viele junge Menschen bei uns bewerben – im vergangenen Jahr machten sie ein Fünftel aller Neueinstellungen aus“, erklärte der Geschäftsführer von Elektrárna Dukovany II, Petr Závodský.
Von den im vergangenen Jahr eingestellten Mitarbeitern waren über 90 Prozent Hochschulabsolventen. Auch Frauen zeigen großes Interesse an einer Tätigkeit bei EDU II: Sie stellten ein volles Drittel der Neueinstellungen. Derzeit beschäftigt EDU II nahezu 260 Mitarbeiter.
Quelle: https://energocafe.cz/elektrarna-dukova ... vych-lidi/
/gr/

SÜDBÖHMEN: Das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín wurde im vergangenen Jahr von 39.604 Menschen besucht
7.2.2026 Za krasnejsi Vimperk

Genau 39.604 Besucherinnen und Besucher besichtigten im vergangenen Jahr das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín. Historisch gesehen handelt es sich um die dritthöchste Besucherzahl. Weitere 7.832 Menschen begrüßte das südböhmische Kernkraftwerk im Rahmen von Online-Besichtigungen aus der Ferne unter dem Titel Virtuell im Kraftwerk, und 11.232 Interessierte erkundeten die gesicherten Bereiche auf thematischen Messen und Konferenzen mithilfe von Virtual-Reality-Brillen. Insgesamt besichtigten damit 58.668 Menschen das Kernkraftwerk Temelín. Die Informationszentren der ČEZ-Gruppe wurden im vergangenen Jahr insgesamt von 297.000 Besucherinnen und Besuchern persönlich oder virtuell besucht.

Im Informationszentrum in Temelín bestand traditionell großes Interesse an der virtuellen Besichtigung ReakTour. Mithilfe spezieller Virtual-Reality-Brillen gelangen die Besucher an die interessantesten und zugleich am strengsten gesicherten Orte des Kraftwerks, beispielsweise zum Kernreaktor, in den Kühlturm oder in die Blockwarte, von der aus das Kraftwerk gesteuert wird.
ČEZ bietet Energieinteressierten zudem weitere virtuelle Besichtigungsformate an, die unter dem Namen Virtuell im Kraftwerk laufen. Im vergangenen Jahr warfen auf diese Weise 7.832 Menschen – überwiegend Studenten – über ein spezielles Fernsehstudio und die Anwendung Teams einen Blick nach Temelín.

„Virtuelle Realität als Mittel zum Besuch normalerweise unzugänglicher Bereiche hat sich als hervorragendes Bildungsinstrument erwiesen. Deshalb werden wir in diesem Jahr eine Neuheit vorstellen: ProudTour, deren Thema die Verteilung von Strom sein wird. Sie stellt eine ideale Ergänzung zu den bestehenden Führungen dar, die sich auf die Stromerzeugung konzentrieren. ProudTour begleitet die Besucher nämlich bei der Fortsetzung der faszinierenden Reise des Stroms vom Kraftwerk bis nach Hause zur Steckdose“, erläutert Kateřina Bartůšková, Leiterin der Abteilung Informationszentren und Bildung der ČEZ-Gruppe.

Das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín ist derzeit für mehrere Monate wegen einer umfassenden Modernisierung geschlossen. Nach deren Abschluss wird es den Besucherinnen und Besuchern eine völlig neue Ausstellung bieten, die modernste digitale Technologien, interaktive Elemente sowie unterhaltsam-pädagogische Inhalte für alle Altersgruppen verbindet. „Die neue Ausstellung bringt Dutzende interaktiver Elemente, Touchscreens, Videos, Simulationen und Spiele, mit deren Hilfe die Besucher ausprobieren können, wie die zentralen Prozesse in einem Kernkraftwerk funktionieren“, ergänzt Kateřina Bartůšková.
Trotz moderner virtueller Technologien bleibt auch die physische Besichtigung für Besucher attraktiv. Deshalb organisierte ČEZ im vergangenen Jahr in Temelín während der Ferien Tage der offenen Tür, bei denen 336 Besucher das südböhmische Kernkraftwerk besichtigten.
Derzeit können Interessierte zudem die einmalige Gelegenheit nutzen, das Innere des Wasserkraftwerks Lipno I zu besichtigen. Die Führungen finden jedes Wochenende bis Ende April statt. Die Kapazität beträgt 1.632 Plätze, teilnehmen können ausschließlich vorab registrierte Besucherinnen und Besucher ab 15 Jahren.
Autor: Marek Sviták, Kernkraftwerk Temelín
Quelle: https://zakrasnejsivimperk.cz/?p=367888
/gr/


In Japan wurde Reaktor im größten Kernkraftwerk der Welt erneut in Betrieb genommen
ČTK
9. Februar 2026, oenergetice.cz

Das japanische Unternehmen Tokyo Electric Power Company Holdings (TEPCO) hat heute einen Reaktor im Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, dem größten der Welt, wieder in Betrieb genommen. Darüber berichten Nachrichtenagenturen. Die Anlage, die sich in der Präfektur Niigata nordwestlich von Tokio befindet, sollte erstmals seit der Reaktorkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima im Jahr 2011 bereits im Januar wieder angefahren werden, doch wurde der Neustart damals wegen eines technischen Defekts gestoppt.
Das Kraftwerk verfügt über sieben Blöcke, der Neustart betrifft bislang jedoch nur Reaktor Nummer 6. Der Betreiber hatte ursprünglich vorgesehen, den Neustart am 20. Januar zu beginnen, verschob den Termin jedoch wegen technischer Probleme um zwei Tage. Auch danach verlief der Prozess nicht erfolgreich – als ein Alarm ausgelöst wurde, musste TEPCO den Vorgang nach mehreren Stunden abbrechen. Heute teilte das Unternehmen mit, die Ursache der Probleme identifiziert und behoben zu haben.

Der Betreiber nahm das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa trotz anhaltender öffentlicher Bedenken wieder in Betrieb. Anfang Januar übergaben mehrere Bürgerinitiativen TEPCO und der japanischen Atomaufsichtsbehörde eine Petition gegen die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks mit fast 40.000 Unterschriften. Darin weisen sie darauf hin, dass sich das Kraftwerk in einer seismisch aktiven Region befindet, die im Jahre 2007 von einem starken Erdbeben betroffen war.
Der Alarm wurde am 22. Januar in den frühen Morgenstunden ausgelöst, als die Steuerstäbe ausgefahren wurden – etwa fünf Stunden nach Beginn des Neustarts. Der Alarm signalisierte Unregelmäßigkeiten in einem Umrichter, der die Drehzahl des Motors steuert, der die Steuerstäbe bewegt. Dies veranlasste den Betreiber, den Reaktor abzuschalten, bis die Ursache ermittelt ist.
Den Untersuchungen zufolge war der Umrichter selbst nicht beschädigt, der Alarm jedoch zu empfindlich auf Veränderungen des elektrischen Stroms eingestellt. Da Abweichungen bei den Steuerstäben auch von anderen Alarmsystemen erfasst werden können, entschied sich der Betreiber, die Einstellungen des Umrichters so anzupassen, dass diese Veränderungen keinen Alarm mehr auslösen.

TEPCO teilte mit, dass Reaktor Nummer 6 über 205 Steuerstäbe verfügt und plant, alle im Laufe des heutigen Tages auszufahren. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Reaktor die sogenannte Kritikalität erreicht, also dass sich im Reaktorkern eine stabile Kettenreaktion der Kernspaltung einstellt.
Anschließend will das Unternehmen die Turbine in Betrieb nehmen und ab Sonntag mit der Testproduktion und der Einspeisung von Strom beginnen sowie Anlagenkontrollen durch erneutes Abschalten des Reaktors durchführen. Falls bei der Leistungssteigerung auf nahezu Volllast keine Probleme festgestellt werden, soll am 18. März der kommerzielle Betrieb aufgenommen werden.
Vor der Katastrophe von Fukushima verfügte Japan über 54 aktive Reaktoren in verschiedenen Teilen des Landes, rund 30 Prozent der erzeugten Elektrizität stammten aus Kernenergie. Nach dem verheerenden Erdbeben und der gewaltigen Tsunami-Welle versagten im Kraftwerkskomplex Fukushima Daiichi die Kühlsysteme der Reaktoren, radioaktive Stoffe gelangten in die Atmosphäre und Hunderttausende Menschen mussten evakuiert werden. Japan schaltete daraufhin vorübergehend alle Reaktoren ab und begann seit dem Jahr 2015, nur jene wieder in Betrieb zu nehmen, die strengere Sicherheitsanforderungen erfüllten.
Die Katastrophe von Fukushima hatte weitreichende Folgen. So änderte etwa die deutsche Bundesregierung infolge des Unglücks grundlegend ihre Haltung zur Kernenergie. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte kurz nach der Katastrophe an, dass Deutschland schrittweise alle Kernkraftwerke stilllegen werde. Die letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland wurden im Jahre 2023 vom Netz genommen, womit Deutschland nach mehr als 60 Jahren die Stromerzeugung aus Kernenergie beendete.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... e-na-svete
/gr/



Kasachstan: Regierung bestätigt Standort für das zweite Kernkraftwerk
Jiří Salavec
10. Februar 2026, oenergetice.cz

Die kasachische Kernenergie nimmt zunehmend klarere Konturen an. Nachdem die Regierung im vergangenen Jahr Russland als Lieferanten für ihr erstes Kernkraftwerk ausgewählt hatte, bestätigte sie nun den Standort für das zweite Kernkraftwerk. Es wird davon ausgegangen, dass das zweite Kraftwerk im Bezirk Žambyl von China errichtet wird. Kasachstan ist einer der weltweit führenden Uranproduzenten, verfügt jedoch bislang über keine Erfahrungen mit der kommerziellen Stromerzeugung aus Kernenergie.
Die Kasachische Internationale Nachrichtenagentur berichtete, dass die Regierung offiziell den Standort für das zweite Kernkraftwerk des Landes ausgewählt hat. Gleich wie das erste Kernkraftwerk wird auch das zweite in der Almatan-Region, im Bezirk Žambyl im Südosten Kasachstans, liegen. Die Kernkraftwerke sollen dem Land beim Übergang zu einer saubereren Stromerzeugung und bei der Verringerung der Nutzung fossiler Energiequellen helfen.

„Auf der Sitzung der Staatlichen Kommission für die Kernindustrie wurde der zweite perspektive Standort für den Bau eines Kernkraftwerks in Kasachstan identifiziert. Mit anderen Worten: Auch unser zweites Kraftwerk wird im Süden des Landes errichtet, der derzeit unter einem Energiedefizit leidet. Das neue Kraftwerk wird eine zuverlässige und stabile Energieversorgung sicherstellen“, erklärte im Oktober 2025 der Leiter der Kasachischen Agentur für Atomenergie, Almasadam Satkalijew.

Kasachstan hatte im vergangenen Jahr die Lokalität Ulken am Ufer des Balchaschsees, ebenfalls im Bezirk Žambyl, als Standort für sein erstes Kernkraftwerk ausgewählt. Gleichzeitig bestimmte die Regierung das russische Unternehmen Rosatom als Lieferanten für das erste Atomkraftwerk mit dem Kernreaktor VVER-1200 mit einer installierten Nettoleistung von 1114 MW. Als Lieferant für das zweite Kernkraftwerk kommt das chinesische Unternehmen CNNC mit dem Reaktor HPR-1000 in Betracht. Dieses belegte im Lieferantenvergleich den zweiten Platz vor der französischen EDF und der südkoreanischen KHNP.
„Was das chinesische Unternehmen CNNC als Lieferanten betrifft, wurde noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Auf Grundlage der vorgelegten Vorschläge betrachten wir es jedoch als prioritären Lieferanten“, ergänzte Satkalijew.

5 % Kernenergieanteil bis zum Jahr 2035….
Vor der Entscheidung über den Bau von Kernkraftwerken im Land führte die kasachische Regierung ein Referendum durch. Darin sprachen sich die Bürgerinnen und Bürger deutlich für den Ausbau der Kernenergie aus (71 % der Wähler bei einer Wahlbeteiligung von 64 %), zugleich regte sich jedoch auch Kritik und Besorgnis über die Einbindung Russlands als Lieferant. Kernkraftwerke können Kasachstan Energiesicherheit verschaffen, da das Land derzeit der größte Uranförderer der Welt ist. Neben dem Abbau prüft das Land zudem die Möglichkeit der Produktion von Kernbrennstoff.
Kasachstan strebt neu installierte Kernkraftwerksleistungen von 2400 MWe an und möchte bis zum Jahr 2035 einen Anteil der Kernenergie von fünf Prozent an der gesamten Stromerzeugung erreichen. Neben großen Reaktoren erwägt das Land zudem den Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) als Ersatz für auslaufende Kohlekraftwerke.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektrarnu
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 551
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 11.2.2026:

Inhalt:
KHNP sucht nach Möglichkeiten und Standorten zur Unterbringung von bis zu 6.000 Menschen.
6.000 neue Einwohner bei Dukovany: Wegen des Ausbaus des Kraftwerks kommen koreanische Arbeitskräfte in die Region.
Rache für Temelín? Die Österreicher wollen mit ihren Windrädern das Gratzener Bergland /Novohradské hory zerstören.
Streit um Windräder: Tschechen lehnen sie ab, Nachbarn begrüßen sie.
Schlammbecken nach der Aufbereitung von Uranerz in Mydlovary sind geschlossen. ČEZ will dort ein Solarkraftwerk errichten.
In Tschernobyl wurde ein Przewalski-Pferd gesichtet

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KHNP sucht nach Möglichkeiten und Standorten zur Unterbringung von bis zu 6.000 Menschen
11.02.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Region Vysocina – Seite 9
Autor: Tomáš Blažek

NÁMĚŠŤ NAD OSLAVOU – Insgesamt 41 Grundstücke und 46 Gebäude haben ihre Eigentümer in der Region Vysočina und in Südmähren bislang zur Unterbringung von Arbeitskräften angeboten, die in den kommenden zehn Jahren das Kernkraftwerk Dukovany 2 bauen sollen.
Dies ging aus dem gestrigen Treffen der Bürgermeister betroffener Gemeinden und der Region mit Vertretern des koreanischen Lieferkonsortiums KHNP in Sokolovna in Náměšť nad Oslavou hervor. Eine thematisch ähnliche Sitzung fand am Montag auch in Oslavany in Südmähren statt.
Die Region Vysočina bot ein Gebäude an, das sie in Křižanov besitzt. „Die Serviceorganisationen des Hauptauftragnehmers, also der Unternehmen Daewoo und Doosan Energy Mobility, werden die Angebote auswerten und mit den Grundstückseigentümern verhandeln“, informierte der stellvertretende Kreishauptmann für Regionalentwicklung, Jiří Pokorný. Über die Auswahl der Unterbringungsstandorte soll der Auftragnehmer bis Ende Juni entscheiden.

Bezugsfertig machen...
Die Baugenehmigungen sollen im Laufe des Jahres 2028 erteilt werden, Anfang 2029 sollen die Unterkünfte bezugsfertig sein. „Vorgesehen ist eine modulare Bauweise der Unterkünfte, wie man sie beispielsweise von den aktuellen Olympischen Spielen kennt. Die Bürgermeister werden stets in das Genehmigungsverfahren einbezogen“, erklärte Martin Uhlíř, Direktor für Bau, Inbetriebnahme und Betrieb des künftigen zweiten Kernkraftwerksblocks in Dukovany.
Auf der Baustelle werden laut Uhlíř bis zu 6.000 Arbeitskräfte tätig sein. „Die höchste Zahl wird voraussichtlich im Jahr 2034 erreicht, davon etwa tausend Personen in leitender Funktion, weitere fünftausend werden von KHNP und anderen Firmen für den Bau vertraglich gebunden“, sagte der Bürgermeister von Náměšť, Jan Kotačka, der an dem Treffen teilnahm.
Die Mitarbeiter des Gemeindeverbands Energoregion 2020, dem 30 Gemeinden im Umkreis von 20 Kilometern um Dukovany angehören, verschickten im Januar Fragebögen an die Gemeinden, um für den Bauauftragnehmer mögliche künftige Unterbringungskapazitäten zu ermitteln.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur ČTK antworteten bislang 23 Städte und Gemeinden mit verfügbaren Grundstücken. Fünfundzwanzig Kommunen teilten mit, dass es bei ihnen freie Unterkunftskapazitäten oder entsprechende Entwicklungsprojekte gebe.
„Wir als Gemeinde können derzeit nichts anbieten, und ich weiß auch nicht von umliegenden Gemeinden, die über entsprechende Kapazitäten verfügen“, sagte jedoch der Bürgermeister der südmährischen Stadt Višňové, Vladimír Korek. Seiner Ansicht nach wird bei der Standortwahl vor allem die Fahrzeit zur Baustelle entscheidend sein. „Man wird aber nicht wollen, dass in einer Gemeinde mit 500 Einwohnern 600 Arbeiter untergebracht werden – das hat natürlich Auswirkungen auf die Kapazitäten von Wasserversorgung, Abfallaufkommen oder Kläranlagen“, so Korek.

Erfahrungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren…

Erfahrungen mit der Unterbringung von Bauarbeitern hat direkt die Gemeinde Dukovany. Beim Bau der ersten vier Kraftwerksblöcke zwischen den Jahren 1978 und 1985 waren von insgesamt zehntausend Arbeitern zweitausend in zehn Wohnheimen untergebracht, etwa 300 Meter westlich der Ortschaft. Dieser Ortsteil wird bis heute „Klondike“ genannt.
Die damaligen Erfahrungen der Einwohner mit den temporären Bauarbeitern waren nicht besonders positiv. Von ursprünglich zehn Wohnheimen stehen heute noch drei, die weiterhin als Unterkünfte dienen – inzwischen in privatem Besitz.
„Das ist natürlich ein sehr sensibles Thema, besonders bei uns, wo wir diese Wohnheime bereits hatten. Wir verschließen uns Gesprächen über die bestehende Unterbringung in den drei Wohnheimen nicht. Wir eröffnen die Diskussion, ob wir dieses Areal unter bestimmten Bedingungen der koreanischen Seite anbieten oder nicht – darüber wird voraussichtlich im Juni der Gemeinderat entscheiden“, sagte der Bürgermeister von Dukovany, Miroslav Křišťál.

Die Gemeinde werde jedoch keine weiteren Wohnheime im bebauten Ortsgebiet unterstützen. „Dagegen werden wir uns wehren. Wir wollen nicht, dass hier irgendwelche Schlitzohren Einfamilienhäuser in Unterkünfte für 50 Personen verwandeln“, fügte Křišťál hinzu. Im Gemeinderat werde unter anderem diskutiert, ob die Kapazitäten im „Klondike“ gegebenenfalls erweitert werden sollen oder nicht. Andere geeignete Flächen habe Dukovany als Gemeinde nicht.
Die Gemeinderäte werden daher entscheiden müssen, ob durch eine Änderung des Flächennutzungsplans weitere Unterkünfte zugelassen werden oder nicht. „Ich bin überzeugt, dass es einfacher wäre, tausend Menschen in einer 40.000-Einwohner-Stadt wie Třebíč unterzubringen, als dreihundert Menschen in Dukovany, das heute 900 Einwohner hat“, meint Křišťál.
Der Bauauftragnehmer werde laut KHNP-Vertreter Alois Míka weder Grundstücke noch Gebäude kaufen. „Er wird sie für die Dauer mieten, die für den Bau des Kraftwerks erforderlich ist“, sagte Míka. Nach Ablauf des Mietverhältnisses sollen die Grundstücke in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.

Auch die Stadt Náměšť nad Oslavou verfügt derzeit über keine eigenen zusätzlichen Unterkunftskapazitäten. „Ein Entwickler plant hier jedoch ein Projekt mit bis zu hundert Wohnungen nahe dem Fußballplatz. Die Koreaner wissen von diesem Projekt, und wenn sie es für die Unterbringung ihrer Mitarbeiter nutzen wollen, können sie sich mit dem Entwickler in Verbindung setzen“, sagte Bürgermeister Kotačka.

Am künftigen Bauort begann im vergangenen Sommer eine detaillierte geotechnische Untersuchung, deren Feldarbeiten Ende März oder Anfang April abgeschlossen sein sollen. Anschließend werden die Proben in Laboren in Prag, Brünn und Vřesová sowie in Südkorea und Italien analysiert.
Den Abschlussbericht zur geotechnischen Untersuchung wollen die Bauherren im Oktober der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB zur Prüfung vorlegen. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2029 beginnen.
„Wir wollen nicht, dass hier irgendwelche Schlitzohren Einfamilienhäuser in Unterkünfte für fünfzig Personen verwandeln.“ Miroslav Křišťál, Bürgermeister
/gr/


6.000 neue Einwohner bei Dukovany: Wegen des Ausbaus des Kraftwerks kommen koreanische Arbeitskräfte in die Region
10.2.2026 Tschechischer Rundfunk

In die Umgebung von Dukovany werden etwa sechstausend neue Einwohner kommen. Wegen des geplanten Baus von zwei neuen Blöcken des Kernkraftwerks werden koreanische Ingenieure und Arbeiter in die Region kommen. Wo sie untergebracht werden und wie sich ihr Aufenthalt auf die einheimische Bevölkerung auswirken wird, darüber diskutierten am Dienstag die Bürgermeister der Städte und Gemeinden aus der Umgebung des Kernkraftwerks. Mit Vertretern der Region, des Staates und des Unternehmens KHNP trafen sie sich in Náměšť nad Oslavou. Die koreanischen Fachkräfte und Arbeiter sollen ab dem Jahr 2029 in der Region tätig sein.
Wo eine so große Zahl von Arbeitskräften untergebracht werden kann, ist noch nicht klar. Die Gemeinden und Städte in der Umgebung von Dukovany – nicht nur in der Region Vysočina, sondern auch in der Südmährischen Region – füllen derzeit einen Fragebogen aus, in dem sie angeben, ob sie Grundstücke oder direkt Gebäude zur Verfügung stellen können.

Rund 6.000 neue Einwohner in der Umgebung von Dukovany – koreanische Ingenieure und Arbeiter werden wegen des Kraftwerksausbaus in die Region kommen…

Bis zum 1. Februar haben 23 Kommunen 41 Grundstücke angeboten, auf denen beispielsweise temporäre modulare Unterkünfte errichtet werden könnten. Weitere 25 Kommunen verfügen über 46 Gebäude oder Entwicklungsprojekte, die ab dem Jahr 2029 zur Unterbringung der Beschäftigten dienen könnten. Nur sieben gaben bislang an, über keinerlei Unterbringungskapazitäten zu verfügen. Laut Alois Míka, Berater des Unternehmens KHNP, handelt es sich dabei jedoch nicht um endgültige Zahlen.
„Die Verhandlungen gehen weiter. Eine Reihe von Städten und Gemeinden konnte innerhalb der gesetzten Frist nicht antworten. Deshalb wird es weitere Gespräche geben, damit wir das bis Ende Februar abschließen können und Daewoo sowie Doosan eine erste Rückmeldung erhalten wie: ‚Gut, das und das ist möglich‘“, sagte Míka dem Tschechischen Rundfunk Vysočina.
Wegen des Ausbaus des Kernkraftwerks Dukovany werden etwa sechstausend Menschen in die Region kommen. Davon sollen rund tausend koreanische Fachkräfte sein, der Rest Handwerker. Es ist zudem möglich, dass einige ihre Familien mitbringen werden. Im Idealfall sollten sie nicht weiter als 30 Kilometer von Dukovany entfernt wohnen. Außerdem wird es notwendig sein, die Untergebrachten auf mehrere Orte zu verteilen, damit es nicht dazu kommt, dass in kleineren Gemeinden mehr temporäre Bewohner leben als ständige Einwohner.

Was sagen die Bürgermeister der umliegenden Städte?
Auf dem Treffen gab es auch Raum für Diskussionen mit den Bürgermeistern der betroffenen Städte und Gemeinden. Meistens ging es um Fragen zur Art der Unterbringung und zur Anzahl der ankommenden Arbeitskräfte. Es wurden jedoch auch Bedenken geäußert. Die Gemeindeleitung von Kramolín erinnerte an frühere Erfahrungen mit untergebrachten Arbeitskräften im Ort – etwa beim Bau des Dalešice-Staudamms oder des ersten Teils des Kernkraftwerks Dukovany.
Viele Jahre habe es gedauert, bis man die danach verwahrlosten Gebäude wieder losgeworden sei. Aus Velké Meziříčí kam zudem der Hinweis, dass die Arbeiter in ihren Unterkünften ausreichend sinnvolle Freizeitmöglichkeiten haben sollten und es sich nicht nur um klassische Schlafunterkünfte handeln dürfe, in denen man praktisch nur übernachten kann.
Mancherorts besteht die Sorge, dass der Ausbau von Dukovany den örtlichen Unternehmen Arbeitskräfte entziehen könnte. Der Bürgermeister von Dukovany, Miroslav Křišťál, erinnerte an die Zeit des Baus der ersten Blöcke, als in der landwirtschaftlichen Genossenschaft niemand mehr arbeiten wollte, weil alle besser bezahlte Jobs an der Kernkraftwerksbaustelle annahmen.
Damit hängt auch der Bedarf der Polizei in Třebíč zusammen: Wegen des Ausbaus und der untergebrachten Beschäftigten wird eine Aufstockung des Personals nötig sein, zugleich dürfte jedoch auch die Konkurrenz um Arbeitskräfte deutlich zunehmen.

Erhöhung der regionalen Zuschüsse….
Der Staat und der Investor gehen davon aus, dass die Gemeinden für die untergebrachten Arbeitskräfte verschiedene Kompensationen erhalten, wie zusätzliche finanzielle Mittel. Aus den untergebrachten Arbeitern fließen ihnen nämlich keine Anteile aus dem kommunalen Steuerausgleich zu, weshalb der Staat diese Verluste ausgleichen will.
Ebenso sollen mögliche Schäden – etwa an der öffentlichen Infrastruktur – ersetzt werden. Die betroffenen Gemeinden können bereits jetzt vom Ausbau profitieren. Dazu zählen beispielsweise der Bau von Umgehungsstraßen für Städte und Gemeinden entlang der Transportstrecke für überdimensionale Komponenten nach Dukovany. Nach Angaben von Teilnehmern des Treffens hätten viele dieser Orte unter anderen Umständen keine Umgehungsstraße erhalten. Die entsprechenden Trassen müssen nun entstehen und werden vom Staat finanziert.
Im Zusammenhang mit der geplanten Ankunft der Arbeitskräfte können Städte und Gemeinden zudem Zuschüsse beispielsweise zur Verbesserung von Sportanlagen, Radwegen und weiterer öffentlicher Infrastruktur beantragen. Außerdem soll eine neue Buslinie von Třebíč nach Moravský Krumlov über Dukovany eingerichtet werden, und Ende Februar wollen sich Vertreter der Regionen Vysočina und Südmähren auch mit der Möglichkeit einer besseren Verbindung durch Radwege befassen.

Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/6- ... 101938_jos
/gr/


Rache für Temelín? Die Österreicher wollen mit ihren Windrädern das Gratzener Bergland /Novohradské hory zerstören

KOMMENTAR VON MAREK KERLES
Info.cz

https://www.info.cz/zpravodajstvi-a-kom ... adske-hory

 Solange Temelín von Österreich aus zu sehen ist, sollen von Tschechien aus gefälligst auch die Windräder von Sandl gut sichtbar sein. Mit solchen und ähnlichen Argumenten versuchen manche Österreicher, die Tschechen davon zu überzeugen, dass sie auf den Kämmen des Gratzener Berglands /Novohradské hory einen gigantischen Windpark hinnehmen sollten. Sollten dort tatsächlich bis zu 285 Meter hohe Windräder entstehen, würde sich das Panorama des Gratzener Berglands /Novohradské hory bis zur Unkenntlichkeit verändern.

Wer um die Jahrtausendwende den tschechisch-österreichischen Kampf um Temelín aus nächster Nähe verfolgt hat (ich zähle mich auch zu diesen journalistischen Zeitzeugen), hätte sich wohl nicht einmal im Traum vorstellen können, dass er eines Tages einen ähnlichen Streit in umgekehrter Rollenverteilung erleben würde.

Direkt auf dem Kamm des Gratzener Berglands /Novohradské hory soll auf österreichischer Seite bei der Gemeinde Sandl ein gigantischer Windpark mit insgesamt 19 Türmen mit einer Höhe von jeweils 285 Metern entstehen. Die Türme, die höchsten in ganz Österreich, sollen mit einer Gesamtleistung von 137 Megawatt Strom für rund 108.000 österreichische Haushalte liefern.

Bereits erste Visualisierungen zeigen jedoch, dass der Windpark den Landschaftscharakter einer der am besten erhaltenen und zugleich wertvollsten Naturlandschaften der Tschechischen Republik radikal verändern würde.

Aufgrund der geringen Besiedelung sowie der landschaftlichen Schönheit und Unberührtheit wird das Gratzener Bergland /Novohradské hory in Südböhmen als „Böhmerwalď ohne Menschen“ bezeichnet. Das riesige Projekt mit fast dreihundert Meter hohen Turbinen ruft daher verständlicherweise auf beiden Seiten der Grenze starke Kontroversen hervor.

Gegen den Park wurde bereits eine Petition gestartet, die unter anderem von der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Südböhmischen Universität und dem Biologischen Zentrum der Akademie der Wissenschaften unterstützt wird — beispielsweise aus Sorge vor negativen Auswirkungen des Betriebs auf die Vogelmigration.

Wind gegen Temelín....

Wichtig ist jedoch die bereits erwähnte „Temelín-Dimension“ des Projekts. Einige österreichische Medien und auch viele Bürger vergleichen das Recht der Österreicher, an der Grenze einen gigantischen Windpark zu errichten, mit der früheren Entscheidung der Tschechen, das von Österreich abgelehnte Atomkraftwerk Temelín zu bauen.

„Ein Windpark an der Grenze als Antwort auf den Bau von Temelín“, schrieb bereits 2022 die Zeitung *Oberösterreichische Nachrichten* über das Projekt in Sandl. Auch einige Befürworter des geplanten Windparks im Gratzener Bergland /Novohradské hory ziehen diesen Vergleich.

„Wenn Temelín von Österreich aus zu sehen ist, dann sollen auch die Windräder von Sandl gut sichtbar sein“, schrieb zum Beispiel Bernhard Riepl wiederholt in sozialen Netzwerken. Riepl ist ein österreichischer Lehrer, der in Kaplice Deutsch unterrichtet und auch unter südböhmischen Naturschützern eine sehr bekannte und beliebte Persönlichkeit ist.

Doch dieser Vergleich zwischen dem Windpark in Sandl und Temelín stößt selbst bei jenen auf Ablehnung, die Riepl ansonsten für seinen Beitrag zu den tschechisch-österreichischen Beziehungen und sein Engagement schätzen.
„Ich verstehe überhaupt nicht, warum ihr euch selbst einen der schönsten und wertvollsten Orte Österreichs entwerten wollt, nur um den Tschechen zu demonstrieren, dass es auch ohne Atomkraft geht“, schrieb der Landwirt Robert Blíženec, der im Gratzener Bergland wirtschaftet, in einer ausführlichen Antwort an Riepl.

In der Diskussion tauchten zahlreiche weitere Beiträge auf, die diese Art von „Rache für Temelín“ für unsinnig halten. Riepl betont jedoch, dass sein Vergleich zwischen Sandl und Temelín missverstanden worden sei.
„Leider haben auch viele meiner engen Freunde es als Rache für Temelín aufgefasst. So habe ich es aber nicht gemeint“, sagte er gegenüber INFO.CZ. Wenn man von Tschechien aus die Türme des Windparks im Gratzener Bergland sehen werde, könne dies — wie er wörtlich sagte — das tschechische Dogma brechen, dass es ohne Atomkraft nicht gehe.

Ein Signal für die Tschechen?

Riepl, selbst gebürtig aus Sandl, räumt ein, dass fast dreihundert Meter hohe Türme über dem Kamm des Gratzener Berglands nicht jedem gefallen müssen. Seiner Ansicht nach würden sich Natur und Menschen jedoch mit der Zeit an diesen Eingriff gewöhnen und niemandem würde dies größere Probleme bereiten.

Vor allem aber würde der Park ein klares Signal senden, dass es die österreichische Regierung mit dem Übergang zu erneuerbaren Energiequellen ernst meint und dafür bereit ist, etwas zu opfern.

„Leider gibt es bei uns derzeit immer mehr Politiker, insbesondere aus der zunehmend stärkeren Freiheitlichen Partei, die sowohl Atomkraft als auch Windparks ablehnen. Das macht die österreichische Klimapolitik in den Augen vieler Tschechen natürlich unglaubwürdig“, sagte Riepl. Wenn die Tschechen die Windturbinen über dem Gratzener Bergland sehen würden, wäre die österreichische Klimapolitik für sie verständlicher.

Die Gegner des Parks widersprechen dem jedoch entschieden.
„Wenn uns die Österreicher wirklich lehren wollen, den Wind zu lieben und die Atomkraft abzulehnen, dann haben sie wohl die denkbar schlechteste Methode gewählt“, sagte Robert Blíženec gegenüber INFO.CZ. Bereits zuvor hatte er darauf hingewiesen, dass Österreich weiterhin einen Teil seines Energiebedarfs durch Importe aus dem „atomaren“ Tschechien deckt und dass die Zerstörung des Landschaftsbildes des Gratzener Berglands die Tschechen ganz sicher nicht von der Atomkraft abbringen wird. Zudem protestieren auch Hunderte Österreicher gegen den Windpark in Sandl; sogar ein österreichischer Bürgerverein wurde aus diesem Anlass gegründet.

Eine pikante Tatsache des gesamten Streits ist zudem, dass der Hauptinvestor und treibende Motor des gigantischen Windparkprojekts an der österreichisch-tschechischen Grenze Benno Czernin-Kinsky ist — ein Nachfahre des tschechisch-österreichischen Adelsgeschlechts der Czernin. Der Park soll auf seinen Grundstücken errichtet werden, und er besitzt zudem zur Hälfte das Unternehmen, das den Park bauen und betreiben soll.

/gr/


Streit um Windräder: Tschechen lehnen sie ab, Nachbarn begrüßen sie
11.02.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Südböhmen – Seite 9
Autor : Antonín Pelíšek

POHORSKÁ VES – Einen großen Windpark plant ein österreichischer Investor unweit der Grenze zu Tschechien. Vorgesehen sind 19 Masten entlang eines Gebiets, das an die Katastergemeinde Pohorská Ves im Gebiet Nové Hrady grenzt. Die Masten mit Windturbinen sollen 285 Meter hoch sein. Gegen das Projekt richtet sich eine Petition, die vor allem auf tschechischer Seite initiiert wurde.
Während die Bewohner rund um die oberösterreichische Gemeinde Sandl, auf dessen Gemeindegebiet die Anlage entstehen soll, seit einem halben Jahr über das Projekt informiert sind, begann die Diskussion auf tschechischer Seite erst vor Kurzem. Das Umweltministerium befasst sich seit vergangenem Dezember mit dem Vorhaben. Es prüft, ob im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eine Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden erforderlich sein wird. Gerade die Auswirkungen auf das Landschaftsbild haben in Tschechien Proteste ausgelöst.
Die Petition haben bereits 650 Menschen unterzeichnet, darunter auch Wissenschaftler der Südböhmischen Universität sowie Ornithologen. Ihrer Ansicht nach widerspricht das Projekt einer österreichischen Richtlinie für Windenergieparks, die solche Bauten in sogenannten roten Zonen ausschließt. Diese bezeichnen Gebiete mit geschützter Fauna und Flora.
„Das Gratzener Bergland (Novohradské hory) ist ein außergewöhnlich wertvolles Naturgebiet. Es ist unsere Pflicht, diese Qualität für künftige Generationen zu bewahren“, erklärte beispielsweise einer der Petenten, der Biologe und ehemalige Rektor der Südböhmischen Universität Libor Grubhoffer.

Laut dem Projekt der Firma Windenergie Sandl sollen die Turbinenmasten nur etwa drei Kilometer von der Siedlung Pohoří na Šumavě entfernt stehen, von Sandl selbst etwas weiter. Der nächstgelegene Mast soll lediglich 100 Meter von der Grenze entfernt errichtet werden. Der gesamte Windpark soll eine Leistung von 137 MW haben.
„Wir haben relativ spät davon erfahren, erst als ein in Pohoří na Šumavě lebender Anwalt auf das Vorhaben aufmerksam wurde. Wir haben sofort eine Stellungnahme unseres Gemeinderats an das Umweltministerium geschickt, dass wir das Windkraftwerk ablehnen. Es würde unsere Landschaft beeinträchtigen und die Umwelt schädigen“, sagte Jiří Křiklava, Bürgermeister von Pohorská Ves.
Ähnliche Einwände äußern auch Fachleute und Unterzeichner der Petition. Nach Ansicht des Kenners der Region Nové Hrady und Schriftstellers Jindřich Špinar würde das Windkraftwerk den letzten vom Industrietourismus unberührten Winkel des südböhmischen Grenzgebiets unwiederbringlich zerstören. „Wir haben hier ein Vogelschutzgebiet mit seltenen Tierarten. Windräder erzeugen unangenehme Geräusche durch Vibrationen. Jeder Mast braucht ein massives Fundament. Insgesamt würden dafür drei Millionen Kubikmeter Beton verbraucht“, rechnet Špinar vor.

Fertigstellung um das Jahr 2029 geplant…

Einer Umfrage zufolge lehnt etwa ein Sechstel der in der Region Sandl lebenden Österreicher den Windpark ab. Die Mehrheit unterstützt ihn jedoch. Diese Einschätzung stammt aus Diskussionsveranstaltungen, wie Bernhard Riepl berichtet, ein Sprachlehrer aus Sandl, der in Kaplice lebt. Sein Verein „Sonne und Freiheit“ setzt sich auch für andere Energiequellen als Kernreaktoren ein.
„Auch in Österreich gibt es unterschiedliche Meinungen zu diese Windkraft-Projekt, aber ich wundere mich nicht, dass die Mehrheit das Windkraft-Projekt bei Sandl befürwortet. Diese Menschen haben das Gefühl, dass ein solches Beispiel den festen Glauben in Tschechien erschüttern könnte, dass es ohne Atomkraft einfach nicht geht“, sagte Riepl.
Seiner Ansicht nach sind die negativen Auswirkungen von Windrädern auf die Natur deutlich geringer als etwa beim Bau von Autobahnen. Die Einwände respektiert er, da sie einen Wandel der Debatten zeigen – von früheren Grenzblockaden gegen den Bau von Kernkraftwerken hin zu heutigen Fragen, ob saubere Energie aus Wind erzeugt werden soll.

Der Waldbesitzer, auf dessen Grundstück der Park entstehen soll, wandte sich bereits im Jahre 2022 mit dem Projekt an den Gemeinderat. Laut dem Bürgermeister von Sandl, Gerhard Neunteufel, wurde einstimmig beschlossen, das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung einzuleiten. Zugleich betonte er, dass die Stadt selbst nicht für diese Prüfung zuständig sei.
„Wir sind überzeugt, dass jede Möglichkeit zur Stabilisierung des Klimas genutzt werden sollte. Andernfalls werden in Zukunft die Pflanzen- und Tierarten, die wir heute schützen, nicht mehr existieren. Das sind wir den kommenden Generationen schuldig“, begründete er. Er selbst sei früher bis an die Grenze gegangen, um auf die anhaltenden Folgen der Kernenergie aufmerksam zu machen.

Den Park plant die Firma Windenergie Sandl. Sprecherin Viktoria Feichtinger erklärte, man nehme die Sorgen der Menschen ernst, und der Schutz von Landschaft, Pflanzen und Tieren sei von Beginn an ein zentraler Bestandteil der Planung.
„Mehrere Jahre lang haben wir umfangreiche Studien durchgeführt, darunter Feldbeobachtungen und die Auswertung von Daten aus dem Tracking markierter Tiere. Diese Erkenntnisse haben die Projektplanung kontinuierlich beeinflusst. Transparenz und Dialog – auch grenzüberschreitend – sind uns sehr wichtig, und wir sind jederzeit bereit, Informationen bereitzustellen und Probleme faktenbasiert zu lösen“, versicherte sie.
Sollten alle erforderlichen Genehmigungen erteilt werden, soll der Bau bis zum Jahr 2029 abgeschlossen sein. Die Gegend um Sandl zählt zu den windreichsten in Oberösterreich, weshalb die Windenergieerzeugung dort besonders effizient ist. Dadurch sinkt der Bedarf, weitere Standorte anderswo zu erschließen. Der Park soll jährlich über 325 GWh Strom erzeugen.
„Die gleiche Energiemenge mit Photovoltaik zu erzeugen, würde eine Fläche von rund 510 Fußballfeldern erfordern, während der Windpark weniger als fünf Prozent dieser Fläche benötigt“, ergänzte Feichtinger.
Der Standort ermöglicht einen Abstand von bis zu zwei Kilometern zu Wohngebieten, obwohl das Gesetz nur die Hälfte vorschreibt.
/gr/



Schlammbecken nach der Aufbereitung von Uranerz in Mydlovary sind geschlossen. ČEZ will dort ein Solarkraftwerk errichten
11. 2. 2026
irozhlas.cz (Tschechischer Rundfunk)

Die Absetzbecken nach der Aufbereitung von Uranerz in Mydlovary bei České Budějovice/Budweis werden nach 35 Jahren geschlossen. Die Arbeiten zur Rekultivierung des Areals sollen schätzungsweise noch weitere zehn Jahre andauern. Nach ihrem Abschluss könnte anstelle der Uranschlambecken ein Solarkraftwerk entstehen. Auf einer Fläche von mehr als einem Quadratkilometer will diese Solaranlage die ČEZ-Gruppe errichten. Die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden wünschen sich jedoch keine weitere industrielle Belastung des Gebiets. „Niemand weiß, was diese Absetzbecken in 15 oder 20 Jahren anrichten werden“, sagt der Bürgermeister von Dívčice.

Foto: Verfüllung der Absetzbecken nach der Aufbereitung von Uranerz in Mydlovary endet nach 35 Jahren

„Natürlich sind wir begeistert. Der wichtigste Eindruck für mich ist wohl die Verbesserung des ökologischen Zustands hier in der Umgebung“, freut sich Václav Mareš aus der nahegelegenen Gemeinde Zbudov über das Ende der Verfüllung. Das Industrieareal bei Mydlovary kann er von seinem Haus aus sehen. „Die Auswirkungen in der Zukunft müssen katastrophal sein“, fügt er hinzu.
Auch der parteilose Bürgermeister von Dívčice, Miroslav Stulík, begrüßt das Ende der Sanierung der Uranschlammbecken. Seiner Meinung nach litten die betroffenen Gemeinden neben der ökologischen Belastung in der Vergangenheit vor allem unter dem intensiven Lkw-Verkehr. „So stark wird er nicht mehr sein. In den besten Jahren wurden 1,3 Millionen Tonnen Abfälle pro Jahr in die Absetzbecken gebracht“, erklärte Stulík gegenüber dem Tschechischen Rundfunk Budwes und fügte hinzu, dass sich die Verkehrssituation durch den Bau der Umgehungsstraße von Olešník beruhigt habe.
Die Absetzbecken sollen bis Ende dieses Jahres vollständig verfüllt sein. Die anschließende Rekultivierung sieht unter anderem das Aufbringen einer 40 Zentimeter dicken schützenden Tonschicht vor, erklärt die Sprecherin der Gesellschaft DIAMO, Hana Volfová.
„Diese Abdichtung verhindert das Eindringen von Niederschlagswasser in den Körper der Absetzbecken und schirmt Gammastrahlung ab. Darauf folgt eine 70 Zentimeter dicke Abdeckschicht sowie eine biologisch belebte Schicht zur Einsaat von Gras“, so Volfová.

Industrielle Belastung bleibt….
Auch nach der Wiederherstellung der Flächen werden die umliegenden Gemeinden die industrielle Belastung nicht vollständig los. Auf mehr als einem Drittel der Fläche der ehemaligen Absetzbecken plant die ČEZ-Gruppe den Bau eines Solarkraftwerks. Nach Ansicht des Bürgermeisters von Dívčice könnte dessen Installation die Schutzschicht beeinträchtigen.
„Niemand weiß, was diese Absetzbecken in fünfzehn oder zwanzig Jahren machen werden, was alles dort eingebracht wurde. Deshalb gefällt es uns nicht, dass jemand mit Erdschraubankern Halterungen für Solarparks in die Absetzbecken installieren will“, sagt Stulík.
Auch weitere umliegende Gemeinden lehnen die Pläne für den Bau des Kraftwerks ab. Probleme erwartet in diesem Zusammenhang etwa der parteilose Bürgermeister der nahegelegenen Gemeinde Olešník, Milan Kotýnek. „Für die normalen Bürger ist das nicht ganz ideal, aber natürlich versuchen wir mit ČEZ zu verhandeln, damit die Auswirkungen möglichst gering bleiben“, beschreibt Kotýnek. Er befürchtet zudem die Entstehung von Wärmewirbeln in der Umgebung und mögliche Beeinträchtigungen des Ökosystems.

Die möglichen Auswirkungen der Installation auf die verfüllten Flächen weist jedoch der Leiter der Abteilung für Nuklearkommunikation der ČEZ-Gruppe, Petr Šuleř, zurück. „Wir haben sowohl Analysen als auch sogenannte Zugversuche durchgeführt. Diese zeigen kein Risiko einer Beschädigung der Isolationsschichten. Derzeit läuft eine detaillierte geologische Studie“, sagt er.
Das Vorhaben befindet sich laut Šuleř weiterhin in der Vorbereitungsphase. Der Bürgermeister von Dívčice weist zugleich darauf hin, dass der Bau eines Kraftwerks auf ihrem Gebiet laut Flächennutzungsplan der Gemeinde nicht zulässig ist. „Heute stellen wir fest, dass wir im Grunde den Einfluss auf die künftige Nutzung der Absetzbecken verloren haben, und es werden gerade Grundsätze der Raumordnung des Südböhmischen Kreises vorbereitet, die das ändern sollen.“
Das Photovoltaikkraftwerk soll eine maximale Leistung von 134 Megawatt erreichen. Damit würde ČEZ seine derzeitige eigene Solarstromproduktion verdoppeln.


Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/od ... 110600_vaa
/gr/



In Tschernobyl wurde ein Przewalski-Pferd gesichtet
11.02.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES (ČTK)

Ukraine
In der Sperrzone rund um das ukrainische Kernkraftwerk Tschernobyl wurde ein seltenes Przewalski-Pferd gesichtet. Die 30-Kilometer-Zone um das Kernkraftwerk Tschernobyl entstand nach dem Unfall dieser Atomanlage im Jahr 1986. Trotz des Verbots leben dort schätzungsweise mehrere Hundert Menschen. In den dortigen Wäldern gedeiht die Wildtierpopulation.
Przewalski-Pferde, die Vorfahren der heutigen domestizierten Pferde und ursprünglich Bewohner der Steppen Zentralasiens, wurden in den 1990er-Jahren testweise in der Zone ausgesetzt. Aus ursprünglich 36 Tieren ist ihr Bestand schätzungsweise auf über hundert Tiere angewachsen und hat sich auch ins benachbarte Belarus ausgebreitet.
/gr/





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Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 12.2.2026:

Inhalt:
Bayern will wirklich Kernenergie aus Tschechien.
Babiš traf Macron.
Babiš bei Macron:
Der französische Präsident empfing den tschechischen Premierminister.
WANO führt ein System zur kontinuierlichen Überwachung der Leistung von Kernkraftwerken ein.
IEA: Die wichtigsten Stromquellen in diesem Jahrzehnt werden Kernenergie und erneuerbare Energien sein

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Bayern will wirklich Kernenergie aus Tschechien
11. 02. 2026 FS Finalworld
Autor: Erik Best

Als der bayerische Ministerpräsident Markus Söder am 12. Dezember 2024 in Prag war, sprach der tschechische Premierminister Petr Fiala davon, dass es unser Ziel sei, „eine sichere und zuverlässige Stromversorgung für Tschechien und Bayern zu gewährleisten“, und von der Notwendigkeit, die Stromnetze zu verbinden, als einem der Wege, die „uns günstigere und besser verfügbare Energie bringen werden“. Fiala vergaß hinzuzufügen, dass laut dem Memorandum, das er mit Söder unterzeichnete, der günstigere Strom nur in eine Richtung fließen sollte – von der Tschechischen Republik nach Bayern.

Söder erwähnte das Memorandum nach dem Montagstreffen mit dem neuen tschechischen Premierminister Andrej Babiš in München nicht, betonte jedoch, dass Bayern an tschechischen Energieprojekten „höchstes Interesse“ habe und diese „grundsätzlich unterstütze“. Babiš reagierte darauf mit der Aussage, er freue sich, dass Söder keinerlei Problem mit der Kernenergie habe.

Neue tschechische Reaktoren wird es erst in zehn Jahren geben, doch Babiš und der stellvertretende Ministerpräsident Karel Havlíček verstehen im Gegensatz zu Fiala offenbar, dass eine zuverlässige Kernenergie zur Sicherstellung der Grundlast ein enormes Trumpfargument in Verhandlungen darüber ist, ob bei der Lösung von EU-Problemen „Deutschland auf unserer Seite stehen wird“.

Quelle: https://www.fsfinalword.cz/?page=archive&day=2026-02-11
/gr/


Babiš traf Macron
12.02.2026 Tageszeitung Právo Seite 14
Autoren: Jitka Zadražilová, Alex Švamberk


Unmittelbar vor dem außerordentlichen Gipfel der Europäischen Union zur Wettbewerbsfähigkeit führte der tschechische Premierminister Andrej Babiš in Paris Gespräche mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Vor dem Abflug bestritt er, dass die Ukraine Thema ihres Treffens sein werde. In diesem Sinne hatte sich Ende vergangener Woche auch der französische Botschafter in Prag, Stéphan Crouzat, gegenüber Journalisten geäußert.
„Diese Desinformation wurde vom französischen Botschafter verbreitet, der an der Vorbereitung meines Besuchs in Frankreich nicht beteiligt war. Ich werde mit dem Herrn Präsidenten nicht über die Ukraine sprechen“, erklärte Babiš. Die Botschaft blieb jedoch bei ihrer Darstellung und erklärte, Fragen rund um die Ukraine hätten zu den Themen auf der Agenda im Élysée-Palast, dem Sitz des französischen Präsidenten, gehört.
Babiš erklärte vor dem Abflug, dass er in Paris über Probleme in der Energie- und Industriepolitik sprechen werde.
Der tschechische Premierminister sagte, Europa verliere an Wettbewerbsfähigkeit und es sei notwendig, dies zu lösen. Als ein wesentliches Problem der europäischen Industrie sieht er das System der Emissionszertifikate, das er als „misslungenes Projekt“ bezeichnete.
/gr/


Babiš bei Macron:
Der französische Präsident empfing den tschechischen Premierminister
12.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Titelseite ~ Seite: 1

Bildbeschreibung: Vor dem EU-Gipfel empfing der französische Präsident Emmanuel Macron gestern Abend den tschechischen Premierminister Andrej Babiš im Élysée-Palast. Das Treffen fand am Vorabend des EU-Gipfels statt. Zu den Themen des gemeinsamen Abendessens gehörten eine Änderung des Systems der Emissionszertifikate sowie die Zukunft der Kernenergie.
/gr/


WANO führt ein System zur kontinuierlichen Überwachung der Leistung von Kernkraftwerken ein
Autor: Jiří Puchnar
11. Februar 2026, oenergetice.cz

Die Weltvereinigung der Kernkraftwerksbetreiber (WANO) hat das System Enhanced Performance Monitoring (EPM) für mehr als 400 Kernkraftwerksblöcke weltweit eingeführt. Das Ziel ist die kontinuierliche Überwachung der Leistungsfähigkeit und das frühzeitige Erkennen von Trends, die einer Verschlechterung vorausgehen können. Mit diesem Schritt will die Organisation ein langfristig hohes Niveau der nuklearen Sicherheit unterstützen.

Von vierjährigen Peer Reviews zu vierteljährlichen Daten….

WANO stützt die Bewertung der Leistungsfähigkeit von Kernkraftwerken traditionell auf Peer Reviews, die in jedem betriebenen Kraftwerk etwa einmal alle vier Jahre stattfinden. Künftig wird die Organisation von jedem Block vierteljährlich zentrale Daten erhalten, was eine laufende Rückkopplung zwischen den einzelnen Besuchen ermöglicht.
Der Generaldirektor von WANO, Naoki Chigusa, erklärte, dass im Rahmen des EPM rund 60 verschiedene Leistungsindikatoren überwacht werden. Dabei handelt es sich überwiegend um prädiktive Informationen – beispielsweise ein wachsender Umfang nicht durchgeführter (aufgeschobener) Wartungsarbeiten oder eine ungeplante Leistungsreduzierung eines Blocks, die auf ein technisches Problem hindeuten kann.

Nutzung der Erfahrungen aus Peer Reviews und fortgeschrittener Datenanalyse…

WANO verfügt über 35 Jahre Erfahrung mit Peer Reviews. In dieser Zeit wurden mehr als 1.000 Bewertungen aus diesen Partnerschaftsprüfungen erstellt. Nach Angaben von Chigusa hat die Organisation mithilfe von KI und Methoden des maschinellen Lernens diesen umfangreichen Erfahrungsschatz analysiert und auf dieser Grundlage Indikatoren definiert, die im Zusammenhang mit früheren Ereignissen und Leistungsanalysen als mögliche Vorboten schwerwiegenderer Probleme gelten.

Vierteljährliche Berichte und kontinuierliches Feedback für Kraftwerke…

Der regelmäßige Datenzufluss soll es WANO ermöglichen, vierteljährliche Berichte zu erstellen und den einzelnen Kraftwerken fortlaufend Rückmeldungen zu geben – sowohl in Bereichen, in denen die Erwartungen erfüllt werden, als auch dort, wo sich unerwünschte Trends zeigen, die ein Eingreifen erfordern. Die Informationen aus dem EPM können mit den regulären WANO-Besuchen in den Kraftwerken kombiniert werden.
Nach Angaben von WANO kann dies den Mitgliedern helfen, beginnende Leistungsrückgänge frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig ermöglicht es der Organisation selbst, Blöcke, die gezielte Unterstützung benötigen, besser zu identifizieren und die eigenen Ressourcen effizienter einzusetzen. Das Ziel ist es, die Mitglieder beim Erreichen des höchstmöglichen Niveaus der nuklearen Sicherheit zu unterstützen.

Botschaft von WANO und das Prinzip der Vertraulichkeit…

WANO verfolgt das Ziel, jedes Unternehmen und jedes Land zu vernetzen, das ein Kernkraftwerk betreibt oder einen neuen Block im Bau hat, und so zur Erreichung „der höchstmöglichen Standards der nuklearen Sicherheit“ beizutragen. Die Organisation entstand nach dem Unfall von Tschernobyl im Jahr 1986, der zeigte, dass ein Ereignis in einem Kraftwerk Auswirkungen auf die gesamte Branche haben kann und dass nukleare Sicherheit eine gemeinsame Verantwortung ist.
Gleichzeitig arbeitet WANO unter strenger Vertraulichkeit: Experten aus betriebenen Blöcken führen Peer Reviews bei anderen Mitgliedern durch und geben auf Grundlage ihrer Erfahrungen Unterstützung und Empfehlungen. Enhanced Performance Monitoring soll diesen Rahmen um eine kontinuierliche, datenbasierte Überwachung von Leistungstrends ergänzen.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektraren
/gr/


IEA: Die wichtigsten Stromquellen in diesem Jahrzehnt werden Kernenergie und erneuerbare Energien sein
Autorin: Zuzana Vrbová
11. Februar 2026, oenergetice.cz

Erneuerbare Energien und Kernenergie werden in diesem Jahrzehnt eine zentrale Rolle in der Stromerzeugung spielen. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass diese beiden Quellen bis zum Jahr 2030 zusammen 50 % der weltweiten Stromerzeugung ausmachen werden.
Über den Inhalt der Analyse berichtete das Portal Renewables Now. Die Analyse der IEA zeigt, dass erneuerbare Energien die Stromerzeugung aus Kohle überholen werden, nachdem sie nach den neuesten verfügbaren Daten im Jahr 2025 Parität erreicht haben. Maßgeblich für diese Entwicklung ist vor allem die Solarenergie, die im vergangenen Jahr einen starken Zuwachs verzeichnete – im Gegensatz zu einer schwächeren Stromproduktion aus Wasser- und Windkraft, für die die Bedingungen im vergangenen Jahr nicht besonders günstig waren (laut IEA insbesondere in Europa).
Die Agentur geht davon aus, dass die weltweite Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen bis zum Jahr 2030 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 8 % wachsen wird, was einem Zuwachs von etwa 1.000 TWh pro Jahr entspricht. Allein die Photovoltaik soll dabei mehr als 600 TWh pro Jahr beitragen. Die Kernenergie soll unterdessen eine stabilisierende Rolle im System spielen und den wachsenden Anteil emissionsarmer Stromerzeugung unterstützen.

Diese Veränderungen auf der Angebotsseite erfolgen parallel zu einer strukturellen Transformation der globalen Stromnachfrage. Während der vergangenen drei Jahrzehnte folgte der Stromverbrauch im Wesentlichen dem Wirtschaftswachstum und stieg und fiel im Einklang mit dem BIP. Dieser Trend ändert sich nun. Die IEA erwartet, dass die globale Stromnachfrage in den Jahren 2026 bis 2030 im Durchschnitt um 3,6 % pro Jahr wachsen wird – rund 50 % schneller als die durchschnittliche Wachstumsrate im vorangegangenen Jahrzehnt und mindestens 2,5-mal schneller als die gesamte Energienachfrage.
Diese Beschleunigung spiegelt die zunehmend breite Nutzung von Elektrizität wider – die steigende Nachfrage wird durch Technologien wie Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen, Rechenzentren und digitale Infrastrukturen angetrieben. Im Jahr 2024 überstieg die weltweite Stromnachfrage erstmals seit drei Jahrzehnten das Wachstum des BIP, und nach einem kurzen Rückgang im Jahr 2025 infolge von Witterungsbedingungen erwartet die IEA, dass sich dieser Trend als neue Normalität etabliert.

Entwicklungsländer als Wachstumsmotoren….
Das Nachfragewachstum konzentriert sich weiterhin auf Schwellen- und Entwicklungsländer, die bis zum Jahr 2030 etwa 80 % des zusätzlichen globalen Stromverbrauchs ausmachen dürften. China allein soll Prognosen zufolge fast die Hälfte dieses weltweiten Anstiegs beitragen. Ein starkes Wachstum wird auch in Indien und Südostasien erwartet, wo es sowohl durch wirtschaftliches Wachstum als auch durch die zunehmende Nutzung von Klimaanlagen vorangetrieben wird.
Nach mehr als 15 Jahren Stagnation kehrt die steigende Nachfrage auch in die entwickelten Volkswirtschaften zurück. Dieser Anstieg wird von stromintensiven Sektoren getragen, darunter Rechenzentren, künstliche Intelligenz, Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen sowie ebenfalls Klimatisierung.

Quelle: https://oenergetice.cz/elektrina/iea-hl ... adro-a-oze
/gr/







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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
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