SMRs – Ein alter Hut in Bayern?
Verfasst: Fr 27. Mär 2026, 09:04
SMRs, laut Atomlobby das Rezept schlechthin zur Energiegewinnung, wird es noch lange nicht geben, wenn überhaupt. Die Atomindustrie hält das jedoch nicht davon ab, eine Wiederauferstehung der Atomkraft zu feiern, man behilft sich eben mit Computervisualisierungen. Der Phantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt, die Illustrationen müssen nur chic aussehen und vor allem harmlos wirken“, sagt Gerold Wagner vom Anti Atom Komitee. [/b]
So kann man punkten! Dass es, leicht überprüfbar, trotz jahrzehntelanger Forschung und Misserfolgen keine kommerziell nutzbaren SMRs gibt, spielt anscheinend überhaupt keine Rolle. Sie wären sowieso physikalisch bedingt nicht effizienter und damit billiger als herkömmliche große AKWs, die sich aber auch schon nirgendwo rechnen und in einigen Ländern eben zur Staatsraison gehören. SMRs würden zwar mengenmäßig weniger Brennstoff enthalten, dafür aber etwa höher angereicherten. Beiläufig erwähnt wurden aber auch bei der Katastrophe von Tschernobyl „nur“ ungefähr 6 % des Brennstoffs freigesetzt. Es bleibt nicht viel übrig von der Behauptung, dass SMRs sicherer seien. Brauchbare Abbaugebiete für Brennstoff sind heute schon rar und in Europa schlicht nicht vorhanden.
Kein billiger Strom, nicht sicherer, erst recht wieder fast 100 %ige Importabhängigkeit und nicht einmal verfügbar? SMRs wären Jahre im Voraus bei äußerst zweifelhaften Erfolgsaussichten mit Milliarden zu subventionieren? Sollten sie eines Tages tatsächlich zum Einsatz kommen, egal ob mit Uran oder Feenstaub betrieben, muss nicht extra erwähnt werden, dass in der Realität und im Gegensatz zu Werbeversprechen wieder Atommüll anfällt, im Verhältnis sogar deutlich mehr.
Die Atomindustrie kann sich nicht selbst finanzieren. Sie kämpft mit allen Mitteln und vor allem hohlen Versprechen ums Überleben, verfügt dabei aber über eine überaus einflussreiche Lobby. Sie lässt den alten Hut Atomkraft, nun aufgehübscht mit Federn Erneuerbarer, auf der Suche nach Kapital herumgehen. „Atomkraft ist für eine zukunftssichere Energieversorgung absolut untauglich und wirtschaftlich gesehen ein Fass ohne Boden“, legt sich Manfred Doppler fest.
Trotzdem gibt es Politiker, die sich für Atomkraft stark machen möchten. Markus Söder ist nicht nur Foodblogger, er ist auch bayerischer Ministerpräsident. Nach dem Unglück von Fukushima drohte er mit Rückritt, sollte Deutschland nicht bis 2022 aus der Atomkraft aussteigen. Kam der Ausstieg denn nicht eigentlich ein Jahr zu spät? … Nun jedoch fordert er den Einsatz von SMRs in Bayern und zählt begeistert deren Vorzüge auf. Er nennt Kanada als Vorbild, obwohl niemand, auch nicht die kanadische Regierung etwas über die Existenz von „Small Modular Reactors“ im Land weiß. In Söders Welt scheint eben manches ein wenig anders zu sein, Fakten sind überbewertet.
Die Argumente der Atomlobby sind schwer nachvollziehbar, dafür aber meist leicht zu widerlegen. Es kann nicht zu viel verlangt sein, wenn mit der Materie natürlich nicht vertraute Politikerinnen und Politiker, die letztlich Weichen stellen, sich von unabhängigen Fachleuten und Technikern beraten lassen und weniger von Lobbyisten oder, wie es bei Söder auch möglich scheint, ihre „Kenntnisse“ aus Sozialen Medien beziehen. So könnte verhindert werden, dass die Interessen der gesamten Bevölkerung und insbesondere deren Nachkommen zugunsten einer kleinen aber lauten Gruppe geopfert werden, dass Geld, das wir nicht einmal wirklich haben, in Reaktoren fließt, die es nicht gibt. Gottseidank funktioniert das bei anderen Themen besser. – Oder?
Foto: AAK, unter Verwendung von Bildern von Hans und Qubes Pictures, Pixabay
So kann man punkten! Dass es, leicht überprüfbar, trotz jahrzehntelanger Forschung und Misserfolgen keine kommerziell nutzbaren SMRs gibt, spielt anscheinend überhaupt keine Rolle. Sie wären sowieso physikalisch bedingt nicht effizienter und damit billiger als herkömmliche große AKWs, die sich aber auch schon nirgendwo rechnen und in einigen Ländern eben zur Staatsraison gehören. SMRs würden zwar mengenmäßig weniger Brennstoff enthalten, dafür aber etwa höher angereicherten. Beiläufig erwähnt wurden aber auch bei der Katastrophe von Tschernobyl „nur“ ungefähr 6 % des Brennstoffs freigesetzt. Es bleibt nicht viel übrig von der Behauptung, dass SMRs sicherer seien. Brauchbare Abbaugebiete für Brennstoff sind heute schon rar und in Europa schlicht nicht vorhanden.
Kein billiger Strom, nicht sicherer, erst recht wieder fast 100 %ige Importabhängigkeit und nicht einmal verfügbar? SMRs wären Jahre im Voraus bei äußerst zweifelhaften Erfolgsaussichten mit Milliarden zu subventionieren? Sollten sie eines Tages tatsächlich zum Einsatz kommen, egal ob mit Uran oder Feenstaub betrieben, muss nicht extra erwähnt werden, dass in der Realität und im Gegensatz zu Werbeversprechen wieder Atommüll anfällt, im Verhältnis sogar deutlich mehr.
Die Atomindustrie kann sich nicht selbst finanzieren. Sie kämpft mit allen Mitteln und vor allem hohlen Versprechen ums Überleben, verfügt dabei aber über eine überaus einflussreiche Lobby. Sie lässt den alten Hut Atomkraft, nun aufgehübscht mit Federn Erneuerbarer, auf der Suche nach Kapital herumgehen. „Atomkraft ist für eine zukunftssichere Energieversorgung absolut untauglich und wirtschaftlich gesehen ein Fass ohne Boden“, legt sich Manfred Doppler fest.
Trotzdem gibt es Politiker, die sich für Atomkraft stark machen möchten. Markus Söder ist nicht nur Foodblogger, er ist auch bayerischer Ministerpräsident. Nach dem Unglück von Fukushima drohte er mit Rückritt, sollte Deutschland nicht bis 2022 aus der Atomkraft aussteigen. Kam der Ausstieg denn nicht eigentlich ein Jahr zu spät? … Nun jedoch fordert er den Einsatz von SMRs in Bayern und zählt begeistert deren Vorzüge auf. Er nennt Kanada als Vorbild, obwohl niemand, auch nicht die kanadische Regierung etwas über die Existenz von „Small Modular Reactors“ im Land weiß. In Söders Welt scheint eben manches ein wenig anders zu sein, Fakten sind überbewertet.
Die Argumente der Atomlobby sind schwer nachvollziehbar, dafür aber meist leicht zu widerlegen. Es kann nicht zu viel verlangt sein, wenn mit der Materie natürlich nicht vertraute Politikerinnen und Politiker, die letztlich Weichen stellen, sich von unabhängigen Fachleuten und Technikern beraten lassen und weniger von Lobbyisten oder, wie es bei Söder auch möglich scheint, ihre „Kenntnisse“ aus Sozialen Medien beziehen. So könnte verhindert werden, dass die Interessen der gesamten Bevölkerung und insbesondere deren Nachkommen zugunsten einer kleinen aber lauten Gruppe geopfert werden, dass Geld, das wir nicht einmal wirklich haben, in Reaktoren fließt, die es nicht gibt. Gottseidank funktioniert das bei anderen Themen besser. – Oder?
Foto: AAK, unter Verwendung von Bildern von Hans und Qubes Pictures, Pixabay