Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Verfasst: Di 15. Sep 2026, 07:57
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 15.9.2026:
Inhalt:
Zwei Wege ins Atomgeschäft: Rolls-Royce hat Ausschreibungen online, KHNP prüft Unternehmen zunächst.
Gas an der Börse um 57 Prozent teurer – ČEZ hält Preise trotzdem niedrig.
Trump: Greift die Energieinfrastruktur nicht an – das schadet der Welt.
Google sichert sich für 20 Jahre Strom aus dem finnischen Kernkraftwerk Loviisa.
Siemens wird in Großbritannien wichtige Turbinenkomponenten für Rolls-Royce SMR fertigen
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Zwei Wege ins Atomgeschäft: Rolls-Royce hat Ausschreibungen online, KHNP prüft Unternehmen zunächst
15.09.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Viktor Votruba
Kernenergie
Wer Technologie für die kleinen Reaktoren von Rolls-Royce liefern will, kann bereits heute die Website aufrufen und sich konkrete Ausschreibungen ansehen. Die Wirtschaftskammer und der tschechische Energieverband haben ein neues Portal gestartet, das tschechischen Unternehmen den Zugang zu Aufträgen beim Bau kleiner modularer Reaktoren erleichtern soll. Auf der Website modulreaktor.cz finden Unternehmen konkrete Ausschreibungen, für die sie ihr Interesse bekunden können.
Der erste tschechische kleine modulare Reaktor soll in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre in Temelín entstehen. ČEZ prüft zugleich weitere Standorte, insbesondere Dětmarovice und Tušimice. Auch der koreanische Konzern KHNP hat für Zulieferer der neuen Reaktorblöcke in Dukovany bereits eine eigene Website, khnpcesko.cz, eingerichtet. Der Weg zu einem Auftrag ist hier allerdings ein anderer: Die Unternehmen müssen zunächst ein Registrierungs- und Qualifizierungsverfahren durchlaufen. Erst danach können sie sich um die geplanten Aufträge bewerben.
Der Unterschied zwischen den beiden Modellen zeigt, wie unterschiedlich sich zwei große Atomgeschäfte in Tschechien entwickeln. Rolls-Royce SMR veröffentlicht bereits konkrete Geschäftsmöglichkeiten. KHNP stellt zunächst einen Kreis qualifizierter Zulieferer zusammen. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen die ersten Ausschreibungen für Dukovany 5 und 6 vor. Für die tschechische Industrie handelt es sich in beiden Fällen um bedeutende Aufträge.
Auf modulreaktor.cz sind derzeit zehn Ausschreibungen veröffentlicht. Die Unternehmen finden dort grundlegende Informationen zu den nachgefragten Waren und Dienstleistungen und können ihr Interesse an einer konkreten Ausschreibung bekunden. Die Wirtschaftskammer und der Energieverband prüfen anschließend die grundlegende Eignung des Interessenten und leiten die Informationen über ČEZ an Rolls-Royce SMR weiter. Über die eigentliche Aufnahme in die Ausschreibung und die Auswahl des Lieferanten entscheidet jedoch das britische Unternehmen.
Bei Rolls-Royce SMR ist auch die Größenordnung der Geschäftsmöglichkeiten von Bedeutung. Die Ausschreibungen beziehen sich nämlich nicht nur auf die künftigen kleinen Reaktoren in Tschechien. Das Unternehmen baut eine globale Lieferkette für eine Reihe von Projekten in Großbritannien und Europa auf, mit der Möglichkeit einer weiteren Ausweitung. Die Auswahl der Lieferanten für die wichtigsten Warengruppen soll nach dem derzeitigen Zeitplan bis Ende 2027 fortgesetzt werden.
„Kleine modulare Reaktoren sind nicht mehr nur eine Zukunftstechnologie, sondern schaffen bereits konkrete Chancen für die tschechische Industrie“, sagt Josef Kotrba, geschäftsführender Direktor des tschechischen Energieverbands. Nach Ansicht der Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, Zuzana Krejčiříková, handelt es sich „um die Möglichkeit, über Jahrzehnte hinweg eine neue Säule der tschechischen Exportwirtschaft aufzubauen“. Tschechische Unternehmen müssten ihrer Ansicht nach nicht nur als direkte Lieferanten für Rolls-Royce SMR erfolgreich sein, sondern könnten auch als Subunternehmer strategischer Partner Aufträge erhalten.
In Dukovany ist das Verfahren weniger direkt. Unternehmen, die Lieferungen übernehmen wollen, müssen zunächst das Qualifizierungsverfahren von KHNP durchlaufen. Ende Februar teilte das koreanische Unternehmen mit, dass sich rund 160 tschechische Firmen im Registrierungsverfahren für qualifizierte Lieferanten für Dukovany befinden. Zugleich fordert KHNP die Unternehmen auf, sich möglichst frühzeitig zu registrieren, wenn sie problemlos an künftigen Ausschreibungen für Hilfseinrichtungen und Materialien, kurz AE&M, teilnehmen wollen.
KHNP geht nun in die nächste Phase über. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen ein Treffen mit potenziellen tschechischen Lieferanten an, das noch vor dem eigentlichen Beginn der Ausschreibungen stattfinden soll. Eingeladen sind Unternehmen, die gerade im Bereich AE&M die Aufnahme in den Kreis der qualifizierten Lieferanten beantragt haben. Bereits im Januar hatte KHNP tschechischen Unternehmen den Zeitplan für die Ausschreibungen, die technischen Anforderungen sowie die Kriterien zur Bewertung der Qualität und technischen Eignung vorgestellt. Nach Angaben von ČEZ sollen die ersten KHNP-Ausschreibungen im Bereich AE&M bis Ende dieses Jahres veröffentlicht werden.
/gr/
Gas an der Börse um 57 Prozent teurer – ČEZ hält Preise trotzdem niedrig
15.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES
Die Sommer- und frühen Herbstmonate sind normalerweise eine Zeit, in der nur wenige Menschen an das Heizen denken. Für das Familienbudget sind sie jedoch von entscheidender Bedeutung, denn in dieser Zeit wird über die Ausgaben für die kommende Heizsaison entschieden.
Die Entwicklung an den Energiebörsen zeigt, dass vergleichsweise ruhige Phasen aufgrund geopolitischer Ereignisse und Nachfrageschwankungen schnell von Preissprüngen abgelöst werden können. Tschechische Haushalte und Unternehmen suchen daher zunehmend nach Sicherheit durch Festpreisprodukte und den Wechsel zu größeren und stabileren Energieversorgern. Experten empfehlen deshalb, nicht zu warten und bereits im Sommer die eigenen Energieverträge zu überprüfen, wenn genügend Zeit für einen ruhigen Vergleich der Angebote bleibt.
Warum es sich lohnt, die Energiekosten noch vor der Heizsaison zu überprüfen….
Die Lage an den Großhandelsmärkten bleibt äußerst empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Die Preise an den wichtigsten europäischen Energiebörsen unterliegen im Jahresverlauf spürbaren Schwankungen. Sie reagieren unter anderem auf die weltweite Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG), das Ende traditioneller Transitwege durch Osteuropa sowie die angespannte Lage im Nahen Osten. Ähnliche Schwankungen haben in den vergangenen Jahren wiederholt die Energiepreise für Millionen Verbraucher in ganz Europa beeinflusst.
Während der Gasverbrauch in den warmen Monaten deutlich niedriger ist, steigt die Nachfrage auf dem gesamten europäischen Kontinent mit den ersten kalten Tagen stark an. Kommt es gleichzeitig zu einem geopolitischen Krisenereignis oder einem unerwarteten Temperatursturz, können die Großhandelspreise innerhalb weniger Tage um mehrere Dutzend Prozent steigen.
In einer solchen Situation zahlt es sich aus, einen starken Versorger zu haben, der Energie verantwortungsvoll im Voraus eingekauft hat und deshalb nicht gezwungen ist, einen sprunghaften Anstieg der Großhandelspreise sofort an seine Kunden weiterzugeben. Der Gaspreis ist von Mitte Februar bis Juli um 57 Prozent gestiegen. Auch Strom wurde teurer.
„Der Preisanstieg an der Börse erinnert daran, dass die derzeit günstigen Bedingungen nicht ewig anhalten müssen. Gerade jetzt können Kunden die günstigen Gaspreise nutzen und sich noch vor dem Winter die Versorgung durch einen starken und stabilen Partner sichern“, sagt Tomáš Kadlec, Generaldirektor von ČEZ Prodej.
Für die Verbraucher in Tschechien ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Die Überprüfung der Verträge und gegebenenfalls ein Wechsel des Energieversorgers noch vor Beginn der Heizsaison sind der wirksamste Schutz vor unerwarteten finanziellen Belastungen und ein Rezept für einen sorgenfreien Winter.
Günstiger Preis und starker Energieversorger als Absicherung….
Auch der Wahl des Energieversorgers sollte ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die stärksten Marktteilnehmer können Gas mit ausreichendem Vorlauf und in großen Mengen an den Börsen einkaufen. Dadurch können sie langfristig günstige Konditionen anbieten und Preisschwankungen an der Börse besser abfedern, ohne sie sofort an die Endkunden weitergeben zu müssen.
Zu den etablierten und stabilen Anbietern gehört beispielsweise ČEZ Prodej aus der ČEZ-Gruppe. Obwohl der Gaspreis steigt, hält ČEZ dank seiner starken Marktposition die Preise bislang niedrig – und zwar nicht nur für bestehende, sondern auch für neue Kunden, die von einem anderen Anbieter wechseln.
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, als der Zusammenbruch mehrerer Energieversorger Hunderttausende Menschen in Unsicherheit stürzte, wächst das Vertrauen in etablierte und bewährte Marken. Für die Verbraucher zahlt sich dies eindeutig aus. Die Menschen wollen nicht mehr riskieren, in die sogenannte Notversorgung durch den Versorger letzter Instanz zu geraten. In diesem Regime können die Preise deutlich steigen, da der Versorger die Energie zum jeweils aktuellen Preis am Großhandelsmarkt einkaufen muss.
Für immer mehr tschechische Familien, Selbstständige und Unternehmen ist dies ein entscheidendes Argument. Dabei geht es nicht nur um die Möglichkeit, Geld zu sparen, sondern vor allem um eine gesicherte Energieversorgung zu einem im Voraus bekannten Preis.
Digitalisierung und Anbieterwechsel online...
Eine Bank ohne Online-Banking und mobile App können sich heute nur noch wenige Menschen vorstellen. In der Energiewirtschaft ist die Situation bislang anders. Nicht jeder Energieversorger bietet digitale Online-Dienste an. Auch in diesem Fall kann es sich lohnen, auf einen größeren Anbieter zu setzen, der über ausreichende Mittel für Investitionen in die Digitalisierung und den Aufbau einer modernen IT-Infrastruktur verfügt.
Den Anbieterwechsel können Verbraucher heute vollständig online von zu Hause aus innerhalb weniger Minuten erledigen und sich dadurch den Gang zu den Filialen einzelner Unternehmen ersparen.
Bei dem bereits erwähnten Unternehmen ČEZ Prodej können Kunden, die sich für einen Wechsel ihrer Energieversorgung entscheiden, die Erledigung sämtlicher Formalitäten den Mitarbeitern von ČEZ Prodej überlassen. Dafür genügt eine Vollmacht. ČEZ übernimmt dann im Namen des Kunden sowohl die Kündigung beim bisherigen Anbieter als auch die gesamte weitere Kommunikation mit ihm.
Auch den Vertragsabschluss selbst möchte ČEZ seinen Kunden so einfach wie möglich machen. Entscheidet sich ein Kunde auf der Website für den Online-Vertragsabschluss, wird er durch einen übersichtlichen Prozess geführt. Wer sich die manuelle Eingabe seiner Daten ersparen möchte, kann einfach eine PDF-Datei mit seiner Abrechnung hochladen – die benötigten Angaben werden anschließend automatisch übernommen.
/gr/
Trump: Greift die Energieinfrastruktur nicht an – das schadet der Welt
15.9.2026 Tageszeitung MF DNES CTK
WASHINGTON – Die Ukraine und Russland haben sich darauf verständigt, gegenseitige Angriffe auf die Energieinfrastruktur einzustellen. Das erklärte der US-Präsident Donald Trump gestern. Seiner Ansicht nach waren diese Angriffe und nicht sein Krieg im Iran für den Anstieg der weltweiten Dieselpreise verantwortlich, was der ganzen Welt schade.
Sollten die Partner der Ukraine dafür sorgen, dass Russland ihre Energieinfrastruktur nicht mehr angreift, sei auch die Ukraine bereit, die Angriffe einzustellen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dazu.
„Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieanlagen anzugreifen. Russland hat dem ebenfalls zugestimmt! Der Anstieg der Dieselpreise auf den Weltmärkten ist vor allem auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zurückzuführen, nicht auf den Iran“, erklärte Trump. In den vergangenen beiden Tagen hatte er an die von Russland angegriffene Ukraine appelliert, keine russischen Raffinerien anzugreifen.
/gr/
Google sichert sich für 20 Jahre Strom aus dem finnischen Kernkraftwerk Loviisa
15.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiri Salavec
Das US-Technologieunternehmen Google hat einen Stromabnahmevertrag für das finnische Kernkraftwerk Loviisa abgeschlossen. Dank des Vertrags für die Jahre 2028 bis 2049 kann der Betreiber des Kraftwerks seine Investitionen zur Verlängerung der Betriebsdauer abschließen. Darüber hinaus steht eine Erhöhung der installierten Leistung des Kraftwerks im Raum, die derzeit bei rund 1 GW liegt. Google will in den kommenden zwei Jahren massiv in den Bau von Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur in Finnland investieren.
Das US-Technologieunternehmen Google hat seine Pläne für die technologische Entwicklung und seine Energieaktivitäten in Finnland vorgestellt. Im Rahmen dieser Aktivitäten schloss das Unternehmen mit Fortum einen Stromabnahmevertrag (PPA) über die Lieferung von Strom aus dem Kernkraftwerk Loviisa ab. Durch die Vereinbarung für den Zeitraum von 2028 bis 2049 erhält Google Zugriff auf bis zu 50 Prozent der Stromproduktion des aus zwei Blöcken bestehenden Kraftwerks mit einer installierten Leistung von 1014 MW.
„Finnland hat die einzigartige Chance, sein dekarbonisiertes, zuverlässiges Stromsystem und seine robuste industrielle Infrastruktur zur Grundlage für die nächste Welle nachhaltigen industriellen Wachstums zu machen. Langfristige Partnerschaften wie jene zwischen Fortum und Google sind für die Erreichung dieses Ziels unerlässlich, insbesondere im heutigen unsicheren Marktumfeld, das durch geringe Planungssicherheit und eine hohe Volatilität der Strompreise gekennzeichnet ist. Unsere Zusammenarbeit mit Google schafft zudem eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung und den zuverlässigen Betrieb unseres Kraftwerks Loviisa in den kommenden Jahrzehnten“, sagte Markus Rauramo, Präsident und Generaldirektor von Fortum.
Das Kernkraftwerk Loviisa verfügt über VVER-440-Reaktoren, die im Jahre 1977 in Betrieb genommen wurden und rund zehn Prozent der Stromerzeugung Finnlands abdecken. Fortum erhielt von der finnischen Regierung eine Betriebsgenehmigung für das Kraftwerk bis zum Jahr 2050 und setzt derzeit ein Investitionsprogramm zur Verlängerung seiner Betriebsdauer um. Dank der Vereinbarung mit Google kann Fortum dieses Programm abschließen und zudem eine mögliche weitere Erhöhung der installierten Leistung um 10 MW realisieren.
„Diese Investitionen sind in Finnland sehr willkommen und zeigen, dass Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz so gestaltet werden können, dass sie sowohl den lokalen Gemeinschaften als auch dem gesamten Energiesystem zugutekommen. Um Wert sowohl für Investoren als auch für die finnische Gesellschaft zu schaffen, brauchen wir eine langfristige Perspektive und Entschlossenheit. Eine langfristige Vereinbarung trägt dazu bei, sicherzustellen, dass neue Erzeugungskapazitäten so entwickelt werden, dass sie die wachsende Nachfrage decken können“, sagte Sari Multala, finnische Ministerin für Klima und Umwelt.
Massive Investitionen in Finnland...
Google plant, in den kommenden zwei Jahren mindestens 13 Milliarden Euro (rund 315 Milliarden tschechische Kronen) in Finnland zu investieren. Die Investitionen fließen vor allem in neue Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur. Im Rahmen seines Energieportfolios will Google neben der Kernenergie auch Windkraftprojekte mit einer installierten Leistung von 629 MW sowie den Bau eines Batteriespeichers mit einer Leistung von 94 MW unterstützen.
Im Rahmen des Investitionsprogramms hat Google zudem Mittel für den Naturschutz und die Unterstützung lokaler Gemeinschaften vorgesehen.
„Finnland ist ein attraktiver Investitionsstandort, und weitere Investitionen zu gewinnen, bleibt eine unserer Prioritäten. Die Entscheidung von Google ist ein klarer Beleg für unsere Stärken. Der Nutzen der Datenwirtschaft geht weit über direkte Investitionen hinaus und fördert Innovation, Forschung und Entwicklung. Die Vertiefung unserer Zusammenarbeit mit Google wird beiden Seiten langfristige Vorteile bringen“, sagte der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ny-loviisa
/gr/
Siemens wird in Großbritannien wichtige Turbinenkomponenten für Rolls-Royce SMR fertigen
14.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiri Puchnar
Siemens Energy wird in seinem Werk in Newcastle ausgewählte Komponenten des Turbinensystems für das britische Rolls-Royce-SMR-Programm fertigen. Der Auftrag soll die britische Lieferkette stärken und Produktionskapazitäten für die Kernenergie im Land erhalten.
Die Fertigung betrifft die ersten drei geplanten Blöcke des Projekts Gwyndod und umfasst unter anderem Hochdruckkomponenten von Dampfturbinen sowie Ventilgehäuse. Nach Angaben von Rolls-Royce SMR handelt es sich um die erste Fertigung dieser Komponenten für einen kleinen modularen Reaktor in Europa. Rolls-Royce SMR Die Einbindung des Siemens-Energy-Werks im Nordosten Englands soll zudem mehr als 550 Arbeitsplätze unterstützen.
Newcastle wird auch zum Servicezentrum...
Das Werk CA Parsons Works soll neben der Fertigung auch als Servicezentrum von Siemens Energy für wichtige Komponenten der britischen Rolls-Royce-SMR-Flotte dienen. Der Standort blickt auf eine lange Tradition in der Herstellung von Energietechnik zurück. Turbinen werden hier seit Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt. Das Werk war unter anderem an der Lieferung einer Dampfturbine für das britische Kernkraftwerk Calder Hall beteiligt, das 1956 mit der Stromproduktion begann.
Rolls-Royce SMR hatte Siemens Energy bereits im Februar 2025 als globalen Partner für Turbinensysteme ausgewählt. Die Zusammenarbeit umfasst die Entwicklung, Fertigung, Installation und Inbetriebnahme von Turbinen für künftige Projekte mit dieser Technologie. Siemens Energy Siemens Energy soll Dampfturbinen, Generatoren und zugehörige Hilfssysteme liefern.
Drei Blöcke sollen rund 1,4 GW Leistung liefern….
Das Kraftwerk Gwyndod soll am Standort Wylfa auf der Insel Anglesey im Norden von Wales entstehen. Die britische Regierung wählte Wylfa im November 2025 für das erste britische SMR-Projekt aus. Die erste Phase umfasst drei Rolls-Royce-SMR-Blöcke mit jeweils 470 MW elektrischer Leistung. Langfristig hält die britische Regierung eine Nutzung des Standorts für bis zu acht Reaktoren für möglich.
Great British Energy – Nuclear und Rolls-Royce SMR unterzeichneten im April dieses Jahres einen Vertrag, der den Beginn der Arbeiten an dem standortspezifischen Projekt ermöglichte. Die derzeitige erste Vertragsphase umfasst insbesondere Planungs- und Vorbereitungsarbeiten für die drei Blöcke. Der eigentliche Bau sowie die Lieferung und Installation der Anlagen sollen erst in einer zweiten Phase folgen. Voraussetzung dafür sind eine positive endgültige Investitionsentscheidung und weitere Projektgenehmigungen.
Auch das Reaktordesign durchläuft noch das britische Genehmigungsverfahren. Rolls-Royce SMR befindet sich in der dritten und detailliertesten Phase des Generic Design Assessment (GDA), das von der britischen Atomaufsichtsbehörde ONR gemeinsam mit der Environment Agency und Natural Resources Wales durchgeführt wird. Das Projekt kann daher bislang nicht als vollständig für den Bau genehmigt betrachtet werden.
Großbritannien will heimische Atomindustrie stärken….
Die Verlagerung der Fertigung wichtiger Turbinenkomponenten nach Newcastle steht im Zusammenhang mit den Bemühungen der britischen Regierung, den heimischen Anteil an der Lieferkette für neue Kernkraftprojekte zu erhöhen. Siemens Energy geht zugleich davon aus, dass das Werk Komponenten nicht nur für die ersten britischen Blöcke, sondern auch für künftige Rolls-Royce-SMR-Projekte auf Exportmärkten fertigen wird.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Nutzung des traditionsreichen Turbinenwerks dazu beitragen, spezialisierte Produktionskapazitäten und entsprechendes Fachwissen im Land zu erhalten. Die Fertigung der Ausrüstung für die ersten drei Reaktoren von Gwyndod stellt damit einen konkreten Schritt beim Aufbau einer britischen Lieferkette für das Programm der kleinen modularen Reaktoren dar.
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Zwei Wege ins Atomgeschäft: Rolls-Royce hat Ausschreibungen online, KHNP prüft Unternehmen zunächst.
Gas an der Börse um 57 Prozent teurer – ČEZ hält Preise trotzdem niedrig.
Trump: Greift die Energieinfrastruktur nicht an – das schadet der Welt.
Google sichert sich für 20 Jahre Strom aus dem finnischen Kernkraftwerk Loviisa.
Siemens wird in Großbritannien wichtige Turbinenkomponenten für Rolls-Royce SMR fertigen
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Zwei Wege ins Atomgeschäft: Rolls-Royce hat Ausschreibungen online, KHNP prüft Unternehmen zunächst
15.09.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Viktor Votruba
Kernenergie
Wer Technologie für die kleinen Reaktoren von Rolls-Royce liefern will, kann bereits heute die Website aufrufen und sich konkrete Ausschreibungen ansehen. Die Wirtschaftskammer und der tschechische Energieverband haben ein neues Portal gestartet, das tschechischen Unternehmen den Zugang zu Aufträgen beim Bau kleiner modularer Reaktoren erleichtern soll. Auf der Website modulreaktor.cz finden Unternehmen konkrete Ausschreibungen, für die sie ihr Interesse bekunden können.
Der erste tschechische kleine modulare Reaktor soll in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre in Temelín entstehen. ČEZ prüft zugleich weitere Standorte, insbesondere Dětmarovice und Tušimice. Auch der koreanische Konzern KHNP hat für Zulieferer der neuen Reaktorblöcke in Dukovany bereits eine eigene Website, khnpcesko.cz, eingerichtet. Der Weg zu einem Auftrag ist hier allerdings ein anderer: Die Unternehmen müssen zunächst ein Registrierungs- und Qualifizierungsverfahren durchlaufen. Erst danach können sie sich um die geplanten Aufträge bewerben.
Der Unterschied zwischen den beiden Modellen zeigt, wie unterschiedlich sich zwei große Atomgeschäfte in Tschechien entwickeln. Rolls-Royce SMR veröffentlicht bereits konkrete Geschäftsmöglichkeiten. KHNP stellt zunächst einen Kreis qualifizierter Zulieferer zusammen. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen die ersten Ausschreibungen für Dukovany 5 und 6 vor. Für die tschechische Industrie handelt es sich in beiden Fällen um bedeutende Aufträge.
Auf modulreaktor.cz sind derzeit zehn Ausschreibungen veröffentlicht. Die Unternehmen finden dort grundlegende Informationen zu den nachgefragten Waren und Dienstleistungen und können ihr Interesse an einer konkreten Ausschreibung bekunden. Die Wirtschaftskammer und der Energieverband prüfen anschließend die grundlegende Eignung des Interessenten und leiten die Informationen über ČEZ an Rolls-Royce SMR weiter. Über die eigentliche Aufnahme in die Ausschreibung und die Auswahl des Lieferanten entscheidet jedoch das britische Unternehmen.
Bei Rolls-Royce SMR ist auch die Größenordnung der Geschäftsmöglichkeiten von Bedeutung. Die Ausschreibungen beziehen sich nämlich nicht nur auf die künftigen kleinen Reaktoren in Tschechien. Das Unternehmen baut eine globale Lieferkette für eine Reihe von Projekten in Großbritannien und Europa auf, mit der Möglichkeit einer weiteren Ausweitung. Die Auswahl der Lieferanten für die wichtigsten Warengruppen soll nach dem derzeitigen Zeitplan bis Ende 2027 fortgesetzt werden.
„Kleine modulare Reaktoren sind nicht mehr nur eine Zukunftstechnologie, sondern schaffen bereits konkrete Chancen für die tschechische Industrie“, sagt Josef Kotrba, geschäftsführender Direktor des tschechischen Energieverbands. Nach Ansicht der Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, Zuzana Krejčiříková, handelt es sich „um die Möglichkeit, über Jahrzehnte hinweg eine neue Säule der tschechischen Exportwirtschaft aufzubauen“. Tschechische Unternehmen müssten ihrer Ansicht nach nicht nur als direkte Lieferanten für Rolls-Royce SMR erfolgreich sein, sondern könnten auch als Subunternehmer strategischer Partner Aufträge erhalten.
In Dukovany ist das Verfahren weniger direkt. Unternehmen, die Lieferungen übernehmen wollen, müssen zunächst das Qualifizierungsverfahren von KHNP durchlaufen. Ende Februar teilte das koreanische Unternehmen mit, dass sich rund 160 tschechische Firmen im Registrierungsverfahren für qualifizierte Lieferanten für Dukovany befinden. Zugleich fordert KHNP die Unternehmen auf, sich möglichst frühzeitig zu registrieren, wenn sie problemlos an künftigen Ausschreibungen für Hilfseinrichtungen und Materialien, kurz AE&M, teilnehmen wollen.
KHNP geht nun in die nächste Phase über. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen ein Treffen mit potenziellen tschechischen Lieferanten an, das noch vor dem eigentlichen Beginn der Ausschreibungen stattfinden soll. Eingeladen sind Unternehmen, die gerade im Bereich AE&M die Aufnahme in den Kreis der qualifizierten Lieferanten beantragt haben. Bereits im Januar hatte KHNP tschechischen Unternehmen den Zeitplan für die Ausschreibungen, die technischen Anforderungen sowie die Kriterien zur Bewertung der Qualität und technischen Eignung vorgestellt. Nach Angaben von ČEZ sollen die ersten KHNP-Ausschreibungen im Bereich AE&M bis Ende dieses Jahres veröffentlicht werden.
/gr/
Gas an der Börse um 57 Prozent teurer – ČEZ hält Preise trotzdem niedrig
15.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES
Die Sommer- und frühen Herbstmonate sind normalerweise eine Zeit, in der nur wenige Menschen an das Heizen denken. Für das Familienbudget sind sie jedoch von entscheidender Bedeutung, denn in dieser Zeit wird über die Ausgaben für die kommende Heizsaison entschieden.
Die Entwicklung an den Energiebörsen zeigt, dass vergleichsweise ruhige Phasen aufgrund geopolitischer Ereignisse und Nachfrageschwankungen schnell von Preissprüngen abgelöst werden können. Tschechische Haushalte und Unternehmen suchen daher zunehmend nach Sicherheit durch Festpreisprodukte und den Wechsel zu größeren und stabileren Energieversorgern. Experten empfehlen deshalb, nicht zu warten und bereits im Sommer die eigenen Energieverträge zu überprüfen, wenn genügend Zeit für einen ruhigen Vergleich der Angebote bleibt.
Warum es sich lohnt, die Energiekosten noch vor der Heizsaison zu überprüfen….
Die Lage an den Großhandelsmärkten bleibt äußerst empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Die Preise an den wichtigsten europäischen Energiebörsen unterliegen im Jahresverlauf spürbaren Schwankungen. Sie reagieren unter anderem auf die weltweite Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG), das Ende traditioneller Transitwege durch Osteuropa sowie die angespannte Lage im Nahen Osten. Ähnliche Schwankungen haben in den vergangenen Jahren wiederholt die Energiepreise für Millionen Verbraucher in ganz Europa beeinflusst.
Während der Gasverbrauch in den warmen Monaten deutlich niedriger ist, steigt die Nachfrage auf dem gesamten europäischen Kontinent mit den ersten kalten Tagen stark an. Kommt es gleichzeitig zu einem geopolitischen Krisenereignis oder einem unerwarteten Temperatursturz, können die Großhandelspreise innerhalb weniger Tage um mehrere Dutzend Prozent steigen.
In einer solchen Situation zahlt es sich aus, einen starken Versorger zu haben, der Energie verantwortungsvoll im Voraus eingekauft hat und deshalb nicht gezwungen ist, einen sprunghaften Anstieg der Großhandelspreise sofort an seine Kunden weiterzugeben. Der Gaspreis ist von Mitte Februar bis Juli um 57 Prozent gestiegen. Auch Strom wurde teurer.
„Der Preisanstieg an der Börse erinnert daran, dass die derzeit günstigen Bedingungen nicht ewig anhalten müssen. Gerade jetzt können Kunden die günstigen Gaspreise nutzen und sich noch vor dem Winter die Versorgung durch einen starken und stabilen Partner sichern“, sagt Tomáš Kadlec, Generaldirektor von ČEZ Prodej.
Für die Verbraucher in Tschechien ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Die Überprüfung der Verträge und gegebenenfalls ein Wechsel des Energieversorgers noch vor Beginn der Heizsaison sind der wirksamste Schutz vor unerwarteten finanziellen Belastungen und ein Rezept für einen sorgenfreien Winter.
Günstiger Preis und starker Energieversorger als Absicherung….
Auch der Wahl des Energieversorgers sollte ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die stärksten Marktteilnehmer können Gas mit ausreichendem Vorlauf und in großen Mengen an den Börsen einkaufen. Dadurch können sie langfristig günstige Konditionen anbieten und Preisschwankungen an der Börse besser abfedern, ohne sie sofort an die Endkunden weitergeben zu müssen.
Zu den etablierten und stabilen Anbietern gehört beispielsweise ČEZ Prodej aus der ČEZ-Gruppe. Obwohl der Gaspreis steigt, hält ČEZ dank seiner starken Marktposition die Preise bislang niedrig – und zwar nicht nur für bestehende, sondern auch für neue Kunden, die von einem anderen Anbieter wechseln.
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, als der Zusammenbruch mehrerer Energieversorger Hunderttausende Menschen in Unsicherheit stürzte, wächst das Vertrauen in etablierte und bewährte Marken. Für die Verbraucher zahlt sich dies eindeutig aus. Die Menschen wollen nicht mehr riskieren, in die sogenannte Notversorgung durch den Versorger letzter Instanz zu geraten. In diesem Regime können die Preise deutlich steigen, da der Versorger die Energie zum jeweils aktuellen Preis am Großhandelsmarkt einkaufen muss.
Für immer mehr tschechische Familien, Selbstständige und Unternehmen ist dies ein entscheidendes Argument. Dabei geht es nicht nur um die Möglichkeit, Geld zu sparen, sondern vor allem um eine gesicherte Energieversorgung zu einem im Voraus bekannten Preis.
Digitalisierung und Anbieterwechsel online...
Eine Bank ohne Online-Banking und mobile App können sich heute nur noch wenige Menschen vorstellen. In der Energiewirtschaft ist die Situation bislang anders. Nicht jeder Energieversorger bietet digitale Online-Dienste an. Auch in diesem Fall kann es sich lohnen, auf einen größeren Anbieter zu setzen, der über ausreichende Mittel für Investitionen in die Digitalisierung und den Aufbau einer modernen IT-Infrastruktur verfügt.
Den Anbieterwechsel können Verbraucher heute vollständig online von zu Hause aus innerhalb weniger Minuten erledigen und sich dadurch den Gang zu den Filialen einzelner Unternehmen ersparen.
Bei dem bereits erwähnten Unternehmen ČEZ Prodej können Kunden, die sich für einen Wechsel ihrer Energieversorgung entscheiden, die Erledigung sämtlicher Formalitäten den Mitarbeitern von ČEZ Prodej überlassen. Dafür genügt eine Vollmacht. ČEZ übernimmt dann im Namen des Kunden sowohl die Kündigung beim bisherigen Anbieter als auch die gesamte weitere Kommunikation mit ihm.
Auch den Vertragsabschluss selbst möchte ČEZ seinen Kunden so einfach wie möglich machen. Entscheidet sich ein Kunde auf der Website für den Online-Vertragsabschluss, wird er durch einen übersichtlichen Prozess geführt. Wer sich die manuelle Eingabe seiner Daten ersparen möchte, kann einfach eine PDF-Datei mit seiner Abrechnung hochladen – die benötigten Angaben werden anschließend automatisch übernommen.
/gr/
Trump: Greift die Energieinfrastruktur nicht an – das schadet der Welt
15.9.2026 Tageszeitung MF DNES CTK
WASHINGTON – Die Ukraine und Russland haben sich darauf verständigt, gegenseitige Angriffe auf die Energieinfrastruktur einzustellen. Das erklärte der US-Präsident Donald Trump gestern. Seiner Ansicht nach waren diese Angriffe und nicht sein Krieg im Iran für den Anstieg der weltweiten Dieselpreise verantwortlich, was der ganzen Welt schade.
Sollten die Partner der Ukraine dafür sorgen, dass Russland ihre Energieinfrastruktur nicht mehr angreift, sei auch die Ukraine bereit, die Angriffe einzustellen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dazu.
„Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieanlagen anzugreifen. Russland hat dem ebenfalls zugestimmt! Der Anstieg der Dieselpreise auf den Weltmärkten ist vor allem auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zurückzuführen, nicht auf den Iran“, erklärte Trump. In den vergangenen beiden Tagen hatte er an die von Russland angegriffene Ukraine appelliert, keine russischen Raffinerien anzugreifen.
/gr/
Google sichert sich für 20 Jahre Strom aus dem finnischen Kernkraftwerk Loviisa
15.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiri Salavec
Das US-Technologieunternehmen Google hat einen Stromabnahmevertrag für das finnische Kernkraftwerk Loviisa abgeschlossen. Dank des Vertrags für die Jahre 2028 bis 2049 kann der Betreiber des Kraftwerks seine Investitionen zur Verlängerung der Betriebsdauer abschließen. Darüber hinaus steht eine Erhöhung der installierten Leistung des Kraftwerks im Raum, die derzeit bei rund 1 GW liegt. Google will in den kommenden zwei Jahren massiv in den Bau von Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur in Finnland investieren.
Das US-Technologieunternehmen Google hat seine Pläne für die technologische Entwicklung und seine Energieaktivitäten in Finnland vorgestellt. Im Rahmen dieser Aktivitäten schloss das Unternehmen mit Fortum einen Stromabnahmevertrag (PPA) über die Lieferung von Strom aus dem Kernkraftwerk Loviisa ab. Durch die Vereinbarung für den Zeitraum von 2028 bis 2049 erhält Google Zugriff auf bis zu 50 Prozent der Stromproduktion des aus zwei Blöcken bestehenden Kraftwerks mit einer installierten Leistung von 1014 MW.
„Finnland hat die einzigartige Chance, sein dekarbonisiertes, zuverlässiges Stromsystem und seine robuste industrielle Infrastruktur zur Grundlage für die nächste Welle nachhaltigen industriellen Wachstums zu machen. Langfristige Partnerschaften wie jene zwischen Fortum und Google sind für die Erreichung dieses Ziels unerlässlich, insbesondere im heutigen unsicheren Marktumfeld, das durch geringe Planungssicherheit und eine hohe Volatilität der Strompreise gekennzeichnet ist. Unsere Zusammenarbeit mit Google schafft zudem eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung und den zuverlässigen Betrieb unseres Kraftwerks Loviisa in den kommenden Jahrzehnten“, sagte Markus Rauramo, Präsident und Generaldirektor von Fortum.
Das Kernkraftwerk Loviisa verfügt über VVER-440-Reaktoren, die im Jahre 1977 in Betrieb genommen wurden und rund zehn Prozent der Stromerzeugung Finnlands abdecken. Fortum erhielt von der finnischen Regierung eine Betriebsgenehmigung für das Kraftwerk bis zum Jahr 2050 und setzt derzeit ein Investitionsprogramm zur Verlängerung seiner Betriebsdauer um. Dank der Vereinbarung mit Google kann Fortum dieses Programm abschließen und zudem eine mögliche weitere Erhöhung der installierten Leistung um 10 MW realisieren.
„Diese Investitionen sind in Finnland sehr willkommen und zeigen, dass Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz so gestaltet werden können, dass sie sowohl den lokalen Gemeinschaften als auch dem gesamten Energiesystem zugutekommen. Um Wert sowohl für Investoren als auch für die finnische Gesellschaft zu schaffen, brauchen wir eine langfristige Perspektive und Entschlossenheit. Eine langfristige Vereinbarung trägt dazu bei, sicherzustellen, dass neue Erzeugungskapazitäten so entwickelt werden, dass sie die wachsende Nachfrage decken können“, sagte Sari Multala, finnische Ministerin für Klima und Umwelt.
Massive Investitionen in Finnland...
Google plant, in den kommenden zwei Jahren mindestens 13 Milliarden Euro (rund 315 Milliarden tschechische Kronen) in Finnland zu investieren. Die Investitionen fließen vor allem in neue Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur. Im Rahmen seines Energieportfolios will Google neben der Kernenergie auch Windkraftprojekte mit einer installierten Leistung von 629 MW sowie den Bau eines Batteriespeichers mit einer Leistung von 94 MW unterstützen.
Im Rahmen des Investitionsprogramms hat Google zudem Mittel für den Naturschutz und die Unterstützung lokaler Gemeinschaften vorgesehen.
„Finnland ist ein attraktiver Investitionsstandort, und weitere Investitionen zu gewinnen, bleibt eine unserer Prioritäten. Die Entscheidung von Google ist ein klarer Beleg für unsere Stärken. Der Nutzen der Datenwirtschaft geht weit über direkte Investitionen hinaus und fördert Innovation, Forschung und Entwicklung. Die Vertiefung unserer Zusammenarbeit mit Google wird beiden Seiten langfristige Vorteile bringen“, sagte der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ny-loviisa
/gr/
Siemens wird in Großbritannien wichtige Turbinenkomponenten für Rolls-Royce SMR fertigen
14.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiri Puchnar
Siemens Energy wird in seinem Werk in Newcastle ausgewählte Komponenten des Turbinensystems für das britische Rolls-Royce-SMR-Programm fertigen. Der Auftrag soll die britische Lieferkette stärken und Produktionskapazitäten für die Kernenergie im Land erhalten.
Die Fertigung betrifft die ersten drei geplanten Blöcke des Projekts Gwyndod und umfasst unter anderem Hochdruckkomponenten von Dampfturbinen sowie Ventilgehäuse. Nach Angaben von Rolls-Royce SMR handelt es sich um die erste Fertigung dieser Komponenten für einen kleinen modularen Reaktor in Europa. Rolls-Royce SMR Die Einbindung des Siemens-Energy-Werks im Nordosten Englands soll zudem mehr als 550 Arbeitsplätze unterstützen.
Newcastle wird auch zum Servicezentrum...
Das Werk CA Parsons Works soll neben der Fertigung auch als Servicezentrum von Siemens Energy für wichtige Komponenten der britischen Rolls-Royce-SMR-Flotte dienen. Der Standort blickt auf eine lange Tradition in der Herstellung von Energietechnik zurück. Turbinen werden hier seit Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt. Das Werk war unter anderem an der Lieferung einer Dampfturbine für das britische Kernkraftwerk Calder Hall beteiligt, das 1956 mit der Stromproduktion begann.
Rolls-Royce SMR hatte Siemens Energy bereits im Februar 2025 als globalen Partner für Turbinensysteme ausgewählt. Die Zusammenarbeit umfasst die Entwicklung, Fertigung, Installation und Inbetriebnahme von Turbinen für künftige Projekte mit dieser Technologie. Siemens Energy Siemens Energy soll Dampfturbinen, Generatoren und zugehörige Hilfssysteme liefern.
Drei Blöcke sollen rund 1,4 GW Leistung liefern….
Das Kraftwerk Gwyndod soll am Standort Wylfa auf der Insel Anglesey im Norden von Wales entstehen. Die britische Regierung wählte Wylfa im November 2025 für das erste britische SMR-Projekt aus. Die erste Phase umfasst drei Rolls-Royce-SMR-Blöcke mit jeweils 470 MW elektrischer Leistung. Langfristig hält die britische Regierung eine Nutzung des Standorts für bis zu acht Reaktoren für möglich.
Great British Energy – Nuclear und Rolls-Royce SMR unterzeichneten im April dieses Jahres einen Vertrag, der den Beginn der Arbeiten an dem standortspezifischen Projekt ermöglichte. Die derzeitige erste Vertragsphase umfasst insbesondere Planungs- und Vorbereitungsarbeiten für die drei Blöcke. Der eigentliche Bau sowie die Lieferung und Installation der Anlagen sollen erst in einer zweiten Phase folgen. Voraussetzung dafür sind eine positive endgültige Investitionsentscheidung und weitere Projektgenehmigungen.
Auch das Reaktordesign durchläuft noch das britische Genehmigungsverfahren. Rolls-Royce SMR befindet sich in der dritten und detailliertesten Phase des Generic Design Assessment (GDA), das von der britischen Atomaufsichtsbehörde ONR gemeinsam mit der Environment Agency und Natural Resources Wales durchgeführt wird. Das Projekt kann daher bislang nicht als vollständig für den Bau genehmigt betrachtet werden.
Großbritannien will heimische Atomindustrie stärken….
Die Verlagerung der Fertigung wichtiger Turbinenkomponenten nach Newcastle steht im Zusammenhang mit den Bemühungen der britischen Regierung, den heimischen Anteil an der Lieferkette für neue Kernkraftprojekte zu erhöhen. Siemens Energy geht zugleich davon aus, dass das Werk Komponenten nicht nur für die ersten britischen Blöcke, sondern auch für künftige Rolls-Royce-SMR-Projekte auf Exportmärkten fertigen wird.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Nutzung des traditionsreichen Turbinenwerks dazu beitragen, spezialisierte Produktionskapazitäten und entsprechendes Fachwissen im Land zu erhalten. Die Fertigung der Ausrüstung für die ersten drei Reaktoren von Gwyndod stellt damit einen konkreten Schritt beim Aufbau einer britischen Lieferkette für das Programm der kleinen modularen Reaktoren dar.
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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