Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Verfasst: Di 23. Jun 2026, 08:03
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 23.Juni 2026:
Inhalt:
iDNES Lounge: Atomkraft, Atommüll-Endlager, China und der Euro. Havlíček im Gespräch mit Unternehmern.
Wie unterscheidet sich die staatliche Förderung für Dukovany und sechs EPR2? Die Kommission hat Details zum Plan Frankreichs veröffentlicht.
Rolls-Royce SMR gewinnt Ausschreibung auch in Schweden.
Fürchten ausländische Fonds die Verstaatlichung von ČEZ? Globaler Vermögensverwalter trennte sich in großem Stil von Aktien des tschechischen Energiekonzerns.
Wegen Dukovany wird die Hochschule einige Studiengänge anpassen.
Die Schweiz hebt das Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke auf
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iDNES Lounge: Atomkraft, Atommüll-Endlager, China und der Euro. Havlíček im Gespräch mit Unternehmern
iDNES.cz, Autor: Jan Jakovljevič
22. März 2026
Die Veranstaltungsreihe iDNES Lounge Premium brachte diesmal den Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček, mit Vertretern der Industrie und Unternehmern in Südböhmen zusammen. Im Clarion Congress Hotel in České Budějovice diskutierten sie über Kernenergie, ein Endlager für radioaktive Abfälle, den Arbeitsmarkt sowie die Einführung des Euro.
Die Tschechische Republik wird im Bereich der Kernenergie zu einem Vorbild für ganz Europa, und es ist gut, dass wir nicht nachgegeben haben. Diese Aussage machte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) beim iDNES Lounge Premium-Treffen am Freitag im Clarion Congress Hotel in České Budějovice. Vor sieben Jahren habe man ihm in der Europäischen Union gesagt, die Kernenergie sei eine Technologie der Vergangenheit; inzwischen habe sich die Haltung grundlegend geändert. Die Bedeutung der Kernenergie werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen.
„Wir bereiten zwei neue Blöcke in Dukovany vor. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, ist es realistisch, dass 2029 mit den Bauarbeiten begonnen wird“, erklärte er. Eine wichtige Nachricht für die Energiesicherheit sei auch die Verlängerung der Laufzeit der Reaktorblöcke in Dukovany bis in die 2060er Jahre, was Investitionen von rund einer Milliarde Kronen pro Jahr erfordere.
Dasselbe soll in den kommenden Wochen auch für Temelín verkündet werden. Das Kernkraftwerk wird damit 20 Jahre länger betrieben als ursprünglich vorgesehen. Havlíček erwähnte zudem die Pläne zum Bau von zwei weiteren Blöcken in Temelín. Auch die Vorbereitung eines kleinen modularen Reaktors (SMR) schreitet voran. Der erste könnte direkt neben dem Kernkraftwerk Temelín entstehen; weitere Standorte sind Dětmarovice und Tušimice, außerdem werden noch drei weitere Orte geprüft.
Laut dem stellvertretenden Ministerpräsidenten muss ČEZ nun eine Studie über den zukünftigen Energiemix und weitere Kernenergiequellen ausarbeiten. Diese soll die Verteilung von SMR-Anlagen im ganzen Land sowie gegebenenfalls zwei weitere Blöcke in Temelín untersuchen. Anschließend wird die Studie aus verschiedenen Blickwinkeln bewertet. „Die endgültige Entscheidung möchten wir irgendwann im Jahr 2028 treffen. Dann werden wir darlegen, wann und wie in Temelín große beziehungsweise kleine Reaktorblöcke gebaut werden“, sagte er.
Er erinnerte auch an die zwanzigprozentige Beteiligung von ČEZ an Rolls-Royce SMR. Dieses Unternehmen gehört zu den zwei weltweit führenden Herstellern modularer Reaktoren. Dadurch werde Tschechien zu einem starken Akteur im Energiesektor, und alle Projekte würden sowohl mit tschechischer Investorenbeteiligung als auch mit tschechischen Zulieferern umgesetzt. In diesem Zusammenhang verwies Havlíček auch auf die Entscheidung Schwedens, wo eben dieses Unternehmen künftig bauen wird.
Auswahl aus vier Standorten für das Endlager
Ein sensibles Thema in Südböhmen ist die mögliche Errichtung eines Endlagers für radioaktive Abfälle in der Region Janoch bei Temelín. Mit dem Bau müsse Ende der 2030er Jahre begonnen werden, damit die Anlage im darauffolgenden Jahrzehnt fertiggestellt werden könne. „Im Jahr 2030 oder 2031 wird entschieden, welcher der vier Standorte ausgewählt wird“, erklärte er.
Er sprach auch den Widerstand verschiedener Bürgerinitiativen an, die seiner Meinung nach teilweise nahezu fanatisch die Interessen ihrer Regionen verteidigten und entweder keine objektiven Informationen hören wollten oder bewusst keine objektiven Informationen verbreiteten. „Das Endlager ist so gut konzipiert, dass keine Gefahr besteht. Die Region wird erhebliche finanzielle Mittel erhalten, und es entstehen dabei neue Arbeitsplätze. Ich erkenne an, dass die Bauarbeiten sieben oder acht Jahre dauern und dass dies kompensiert sowie mit den Betroffenen abgestimmt werden muss. Aber man sollte ihnen keine Angst mit dem Grundwasser machen“, erklärte er.
Quelle: https://www.idnes.cz/ceske-budejovice/z ... zpravy_khr
/gr/
Wie unterscheidet sich die staatliche Förderung für Dukovany und sechs EPR2? Die Kommission hat Details zum Plan Frankreichs veröffentlicht
Martin Voříšek
22. Juni 2026, oenergetice.cz
Frankreich hat bei der Europäischen Kommission die Unterstützung für den Bau von sechs neuen EPR2-Kernreaktoren notifiziert. Die Struktur der Unterstützung ähnelt in vielen Elementen dem tschechischen Modell für die neuen Blöcke in Dukovany: ein zinsgünstiges Darlehen, ein 40-jähriger Differenzvertrag und Schutz vor ausgewählten Risiken. Die Unterschiede liegen vor allem darin, wie risikoreich die Investition für den Investor ist. In dieser Hinsicht scheint das französische Modell für den Investor risikoreicher zu sein. Wie im Fall der tschechischen Notifizierung handelt es sich um einen ersten Schritt im Rahmen des gesamten Verfahrens, und das Förderschema wird weiter verhandelt.
Die Europäische Kommission hat Ende März eine formelle Untersuchung des französischen Unterstützungsmodells für den Bau von sechs neuen Kernkraftwerksblöcken eingeleitet. Es handelt sich um EPR2-Reaktoren, die von der EDF an den Standorten Penly, Gravelines und Bugey gebaut werden sollen. Die installierte Gesamtleistung des Projekts soll fast 10 GW erreichen, und die ersten Blöcke sollen bereits ab dem Jahr 2038 in Betrieb genommen werden.
Die französische Unterstützung kommt kurz nach dem Beginn eines ähnlichen Verfahrens bei der tschechischen Unterstützung für zwei neue Blöcke in Dukovany. Die Kommission prüft somit in der Praxis zwei große europäische Nuklearmodelle fast zeitgleich. In beiden Fällen erkennt sie an, dass der Bau neuer Kernkraftwerke ohne öffentliche Unterstützung wahrscheinlich nicht stattfinden wird. Gleichzeitig prüft sie jedoch, ob die vorgeschlagenen Mechanismen nicht zu großzügig sind und ob sie nicht einen übermäßigen Teil der Risiken auf den Staat verlagern.
Die gleichzeitige Bewertung beider Modelle kann für Tschechien sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil sein. Auf der einen Seite geht das Land gemeinsam mit Frankreich vor, einem starken Befürworter der Kernenergie, was das Argument stärken kann, dass neue Kernkraftwerke eine langfristige und berechenbare öffentliche Unterstützung benötigen.
Auf der anderen Seite muss die Kommission gemäß den Regeln für staatliche Beihilfen das staatliche Eingreifen auf das notwendige Minimum beschränken, mit dem das Ziel der Unterstützung (in diesem Fall der Bau von Kernkraftwerken) noch erreicht wird. Wenn Frankreich daher ein Modell akzeptiert, bei dem die Firma EDF einen größeren Teil der Investitions- und Baurisiken trägt, wird es für Tschechien schwieriger sein, deutlich großzügigere Bedingungen für den Investor zu verteidigen. Das französische Verfahren könnte so nicht nur zu einer politischen Stütze, sondern auch zu einem Maßstab werden, an dem die Kommission das tschechische Modell messen wird.
Das französische Paket:
Darlehen, CfD und Risikoteilung. Und auch Inspiration mit der tschechischen Unterstützung
Das französische Modell basiert wie das tschechische Unterstützungsmodell auf drei Säulen. Die erste ist ein zinsgünstiges Darlehen, das 60 % der geschätzten Baukosten des Projekts abdecken soll. Nach aktuellen Schätzungen handelt es sich um 44 Milliarden Euro in Preisen des Jahres 2020. Während der Bauphase soll das Darlehen zinslos sein, nach der Inbetriebnahme der einzelnen Reaktoren soll es einen festen Zinssatz von 3 % pro Jahr tragen. Die Tilgung des Kapitals beginnt nach einem vierjährigen Aufschub und wird 35 Jahre dauern.
Das zweite Instrument ist ein zweiseitiger Differenzvertrag (Contract for Difference – CfD) mit einer Laufzeit von 40 Jahren für jeden Reaktor. Ähnlich wie im tschechischen Fall soll es sich um einen sogenannten „capability-based CfD“ handeln, also um eine Unterstützung, die an die Referenz-Produktionskapazität und nicht direkt an die tatsächliche Erzeugung gekoppelt ist. Frankreich gibt einen unverbindlichen Zielpreis von 90 bis 120 EUR/MWh in Preisen des Jahres 2024 an. Nach Abzug des erwarteten Wertes der Flexibilität, der Kapazitätserträge und der Herkunftsnachweise ergibt sich ein unverbindlicher Strike-Price von 85 bis 115 EUR/MWh.
Der dritte Teil ist ein Mechanismus zur Risikoteilung. Dieser soll die Auswirkungen ausgewählter Ereignisse kompensieren, die außerhalb der Kontrolle von EDF liegen, wie etwa Gesetzesänderungen, bestimmte Sicherheitsanforderungen, Verzögerungen beim Netzanschluss, der Entzug von Genehmigungen, Naturkatastrophen oder geopolitische Eingriffe. Die Kompensation kann zwei Varianten haben – Anpassungen des Ausübungspreises im Differenzvertrag oder direkte Zahlungen des Staates.
Der Schlüsselunterschied:
Welches Risiko trägt der Investor
Der größte Unterschied zum tschechischen Modell liegt in der Aufteilung der Baurisiken. Im französischen Fall soll EDF 40 % der Baukosten in Form eines Gesellschafterdarlehens finanzieren. Gleichzeitig soll das Unternehmen den ersten Teil möglicher Kostenüberschreitungen bis zu 15 Milliarden Euro tragen. Weitere 15 Milliarden Euro sollen zu 90 % vom Staat und zu 10 % von EDF finanziert werden. Über der Grenze von 30 Milliarden Euro sind die Regeln bislang noch nicht festgelegt.
Das tschechische Modell ist daher aus Sicht des Investors deutlich vorteilhafter. Das staatliche Darlehen für Dukovany soll praktisch die gesamte Baufinanzierung sowie eventuelle Kostenüberschreitungen abdecken, und zwar bis zu einer Obergrenze von 30 bis 37,5 Milliarden Euro. EDU II hat gleichzeitig keine Verpflichtung, weiteres Kapital nachzuschießen. Die tschechische Notifizierung selbst beschreibt das Risikoprofil des Projekts als nahe an einer regulierten Infrastruktur, wie beispielsweise einem Übertragungsnetzbetreiber. Genau gegen diesen Ansatz hatte die Kommission gewisse Vorbehalte.
Die Kommission befasst sich auch mit dem Markt und der Stellung dominanter Akteure
In beiden Verfahren wiederholt sich die Frage, ob die Unterstützung die dominante Stellung etablierter Akteure stärken wird. In Frankreich ist die Situation offensichtlich: EDF erzeugt rund 77 % des Stroms in Frankreich und besitzt die gesamte heimische Nuklearflotte. Die Kommission prüft daher, ob das neue Projekt die Marktmacht von EDF weiter stärken wird, insbesondere wenn ein Teil des Stroms nicht über organisierte Märkte verkauft wird.
Ursula von der Leyen, Europäische Union. Quelle: Europäische Kommission
Im tschechischen Fall ist die Konstruktion komplexer. Direkter Empfänger der Unterstützung ist EDU II, an dem der Staat einen Anteil von 80 % und ČEZ von 20 % hält. Die Kommission schließt jedoch nicht aus, dass EDU II und ČEZ aus Sicht der staatlichen Beihilfen eine einzige Wirtschaftseinheit bilden, unter anderem aufgrund von kapitalmäßigen, funktionellen und technischen Verflechtungen. Auch hier fordert sie daher klarere Regeln für den Stromhandel und Schutz davor, dass die Unterstützung nicht über vorteilhafte Verträge an ausgewählte Abnehmer abfließt.
Sowohl die tschechische als auch die französische Notifizierung zeigen, dass die Kommission die Unterstützung neuer Kernkraftwerke nicht ablehnt. Für sie sind jedoch die konkreten Details der Unterstützung von wesentlicher Bedeutung. Die gute Nachricht ist, dass die Kommission wiederholt anerkennt, dass die Kombination aus hohen Investitionskosten, langer Bauzeit und unsicheren Markterträgen ein Problem für Nuklearprojekte darstellt. Und eine mögliche Lösung ist die öffentliche Unterstützung.
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nu-francie
/gr/
Rolls-Royce SMR gewinnt Ausschreibung auch in Schweden
23.06.2026 Technische Wochenzeitung / Technicky tydenik
Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hat sich nach vier Jahren Auswahlverfahren für einen Lieferanten der ersten neuen Kernkraftwerksblöcke des Landes seit mehr als 40 Jahren entschieden. Aus ursprünglich 75 geprüften Varianten ging das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR als Sieger hervor und setzte sich gegen das Angebot des US-Unternehmens GE Vernova durch. Damit soll in Schweden derselbe Reaktortyp gebaut werden, der künftig auch in Tschechien gute Chancen auf eine Umsetzung hat.
Drei modulare Reaktoren des britischen Unternehmens mit einer Gesamtleistung von rund 1.500 MW sollen auf der Halbinsel Värö neben dem bestehenden Kernkraftwerk Ringhals im Südwesten Schwedens entstehen. Investor ist die Projektgesellschaft Videberg Kraft, an der der Staat die Mehrheitsbeteiligung übernehmen möchte. Die Inbetriebnahme des ersten Blocks wird frühestens in der ersten Hälfte der 2030er Jahre erwartet.
Der zentrale Grund für diese Entscheidung liegt in den wirtschaftlichen Erwartungen. Ein modularer Reaktor wird zu großen Teilen fabrikmäßig in einzelnen Modulen gefertigt, die vor Ort lediglich zusammengesetzt werden – ähnlich wie ein Serienprodukt montiert wird. Rolls-Royce strebt für seinen 470-MW-Reaktor Kosten von unter zwei Milliarden Pfund sowie eine Bauzeit von vier Jahren an.
Große Kernkraftwerksblöcke haben dagegen häufig mit dem Gegenteil zu kämpfen: sehr langen Bauzeiten und Kosten, die die ursprünglichen Budgets deutlich überschreiten. Sollte die Serienfertigung dieses Problem tatsächlich lösen, wäre Strom aus solchen Reaktoren wesentlich günstiger und vor allem besser kalkulierbar. Genau darin liegt der Kern des Konzepts.
Bislang konnte die Wirtschaftlichkeit der Serienfertigung jedoch noch nirgendwo praktisch nachgewiesen werden. Rolls-Royce war zwar sowohl in Großbritannien als auch in Schweden erfolgreich und gilt zudem als möglicher Lieferant für die geplanten tschechischen Reaktoren. Allerdings steht bisher noch keiner der Reaktoren des Unternehmens, und kein einziger speist derzeit Strom ins Netz ein.
Das britische Projekt am Standort Wylfa in Wales, das am weitesten fortgeschritten ist, verfügt bislang lediglich über einen Vertrag für vorbereitende Arbeiten auf dem Baugelände. Gleichzeitig befindet sich das Kraftwerksdesign noch im Genehmigungsverfahren. Nach den derzeitigen Plänen sollen die ersten Betonarbeiten frühestens im Jahre 2027 beginnen; die endgültige Investitionsentscheidung wird für etwa 2029 erwartet.
Die erhofften Kostenvorteile der Serienproduktion setzen voraus, dass zahlreiche identische Einheiten gebaut werden. Dies wird jedoch erst dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn die ersten Reaktoren nachweisen, dass sie termingerecht und zu den angekündigten Kosten errichtet werden können.
Die schwedische Entscheidung steht in direktem Zusammenhang mit tschechischen Interessen. Das Energieunternehmen ČEZ hält einen Anteil von 20,25 Prozent an Rolls-Royce SMR, für den es 7,2 Milliarden Kronen bezahlt hat. Zudem ist vorgesehen, die tschechische Industrie in die Lieferkette einzubinden.
Ein erstes konkretes Ergebnis wurde Ende Mai sichtbar, als Rolls-Royce das Unternehmen Škoda JS aus Pilsen als Lieferanten für Reaktordruckbehälter und weitere Komponenten auswählte. Allerdings gilt auch hier eine Einschränkung: Es sollen zwei Lieferanten zugelassen werden, zwischen denen das britische Unternehmen später wählen kann. Der zweite Kandidat ist das südkoreanische Unternehmen Doosan Enerbility.
Der tschechische Zeitplan bleibt jedoch unsicher und verschiebt sich eher nach hinten. Der geplante Reaktor in Temelín soll erst nach Fertigstellung des ersten Blocks in Wylfa folgen. Nach Angaben des ČEZ-Vorstandsmitglieds Tomáš Pleskač wird seine Inbetriebnahme erst in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre erwartet. Noch im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen von den Jahren 2034 oder 2035 gesprochen. Auch das Vorhaben, bis zu drei Reaktoren in Tušimice im Bezirk Chomutov zu errichten, dürfte sich voraussichtlich verzögern.
/gr/
Fürchten ausländische Fonds die Verstaatlichung von ČEZ? Globaler Vermögensverwalter trennte sich in großem Stil von Aktien des tschechischen Energiekonzerns
23.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Patrik Salát
Die Aktien des teilstaatlichen Energieunternehmens ČEZ zählen seit Jahren zu den meistgehandelten Titeln an der Prager Börse. In der vergangenen Woche erreichten die Handelsvolumina jedoch den höchsten Stand seit August des Vorjahres. Aufgrund umfangreicher Verkäufe verlor die Aktie bis Donnerstag rund 7,8 Prozent ihres Wertes. Erst am Freitag kam es zu einer Gegenbewegung, als der Kurs um 3,3 Prozent zulegte. Verantwortlich für die turbulente Handelswoche war vor allem ein ausländischer Investor, der sich in großem Umfang von ČEZ-Aktien trennte.
Innerhalb von fünf Handelstagen wurden an der Prager Börse Wertpapiere des Energiekonzerns im Gesamtwert von mehr als 5,7 Milliarden Kronen gehandelt – mehr als im gesamten Monat Mai. Dabei wechselten rund 3,5 Prozent der frei handelbaren Aktien den Besitzer. Das größte Handelsvolumen wurde bereits am Montag verzeichnet, als 1,45 Millionen Aktien im Wert von 1,74 Milliarden Kronen umgesetzt wurden. Auch der Freitag war ein außergewöhnlich starker Handelstag: Es wurden 1,27 Millionen Aktien im Wert von 1,49 Milliarden Kronen gehandelt.
Der Fio-Bank-Broker Pavel Hadroušek wies im sozialen Netzwerk X darauf hin, dass die ungewöhnlich hohen Umsätze vor allem auf Verkäufe des globalen Investmenthauses VanEck zurückzuführen seien. Das Unternehmen veräußerte 3,1 Millionen Aktien, die bislang vom Fonds VanEck Uranium & Nuclear ETF gehalten wurden. Hintergrund ist eine Anpassung der Struktur des zugrunde liegenden Indexes MVIS Global Uranium & Nuclear Energy (MVNLR), in dem ČEZ bislang enthalten war. Seit dem 22. Juni gilt die vierteljährliche Überprüfung des Indexes. Dessen Anbieter MarketVector bestätigte gegenüber HN, dass die Herausnahme von ČEZ-Aktien keinerlei Zusammenhang mit der geplanten Restrukturierung des Unternehmens habe.
MarketVector erklärte, dass nur Unternehmen in den Index aufgenommen werden können, die mehr als 40 Prozent ihrer Einnahmen aus Kernenergie oder Uranförderung erzielen. „Auf Grundlage des jüngsten Geschäftsberichts von ČEZ konnten wir nicht nachweisen, dass mehr als 40 Prozent der Einnahmen aus diesem Segment stammen. Daher wurde das Unternehmen im Rahmen der Überprüfung für das zweite Quartal 2026 aus dem Index entfernt.“
Nach Ansicht von Tom Kadeřábek, Leiter des Produktbereichs bei Swiss Life Select, könnten jedoch einige ausländische Investoren ČEZ aufgrund der geplanten Verstaatlichung als risikoreiche Anlage betrachten.
Eine bedeutende Beteiligung hält weiterhin der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock. Das Unternehmen besitzt rund 4,3 Millionen Aktien, was einem Anteil von etwa 0,8 Prozent entspricht. Bei BlackRock kam es in der vergangenen Woche offenbar zu keiner größeren Reduzierung der Position. Laut dem Nachrichtenportal Seznam Zprávy hatte sich das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr von einem Teil seiner Beteiligung getrennt.
„Derzeit sehen wir keine Hinweise darauf, dass es in der vergangenen Woche zu einem massiven Rückzug ausländischer Investoren aus ČEZ gekommen ist. Die Handelsentwicklung entspricht eher technischen Verkäufen im Zusammenhang mit Anpassungen der Portfolios von ETF-Fonds“, sagt Kadeřábek.
Seit dem 1. Juni, als die wichtige Hauptversammlung stattfand, haben die ČEZ-Aktien rund fünf Prozent ihres Wertes verloren. Die Aktionäre genehmigten dort eine Dividende von 42 Kronen je Aktie sowie insbesondere den Plan, die nicht-produzierenden Geschäftsbereiche in eine neue Tochtergesellschaft (DSZS) auszugliedern.
Die Aufspaltung von ČEZ soll den ersten Schritt darstellen, der es der Regierung von Andrej Babiš (ANO) ermöglichen könnte, den produzierenden Teil des Unternehmens zu verstaatlichen. Zu diesem Bereich gehören vor allem die Kohle- und Kernkraftwerke in Temelín und Dukovany.
In die neue Gesellschaft sollen dagegen die Bereiche Energievertrieb, Netzbetrieb, Handel und Energiedienstleistungen eingebracht werden. ČEZ möchte an dieser Tochtergesellschaft einen Anteil von 51 Prozent behalten und die restlichen Anteile Investoren anbieten. Die daraus erzielten Mittel sollen eine mögliche Abfindung der Minderheitsaktionäre erleichtern.
Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) hatte die Kosten eines solchen Aufkaufs in der Vergangenheit auf rund 250 Milliarden Kronen geschätzt. Der Staat hält derzeit etwa 70 Prozent der ČEZ-Aktien. Um die verbleibenden Minderheitsaktionäre herauszukaufen (Squeeze-out), müsste er seinen Anteil auf mindestens 90 Prozent erhöhen.
Einige Investoren erwarten, dass der Aktienkurs im Zuge der Restrukturierung noch deutlich steigen könnte, da die Aufspaltung verborgene Unternehmenswerte freisetzen könnte. Dies hatten gegenüber Hospodářské noviny unter anderem der Portfoliomanager Michal Semotan von der J&T-Investmentgesellschaft sowie der Investor Jaroslav Šura erklärt, der selbst ČEZ-Aktien hält.
Viele Analysten, die das Unternehmen beobachten, sehen den fairen Wert der Aktie jedoch unter dem aktuellen Marktpreis. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 979 Kronen. Von insgesamt 17 Analysten empfehlen zwölf den Verkauf der Aktie.
Der Analyst Jiří Tyleček von XTB erklärte dies damit, dass die geplante Restrukturierung von ČEZ mit den üblichen Bewertungsmodellen nur schwer einzuschätzen sei.
Spekulationen auf eine Verstaatlichung gehen naturgemäß mit politischen Risiken einher. Nach Ansicht von Kadeřábek müssen Investoren diese Risiken sorgfältig abwägen.
„Es handelt sich um eine Spekulation auf eine politische Entscheidung, bei der weder sicher ist, ob sie überhaupt getroffen wird, noch wann dies geschehen könnte oder zu welchem Preis der Staat die Aktien gegebenenfalls erwerben würde“, ergänzt Kadeřábek.
Entwicklung der ČEZ-Aktie im Jahr 2026
Der Börsenwert von ČEZ an der Prager Börse ist seit Jahresbeginn um rund sieben Prozent gesunken.
Quelle: Investing.com
patrik.salat@hn.cz
/gr/
Wegen Dukovany wird die Hochschule einige Studiengänge anpassen
22.6.2026 MF DNES Region Vysocina - CTK
Die Polytechnische Hochschule Jihlava (VŠPJ) wird die Inhalte einiger Studiengänge anpassen. Das Ziel ist es, dass die Absolventinnen und Absolventen später beim Bau und Betrieb der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany Beschäftigung finden können.
Einen neuen Studiengang wird die Hochschule dafür jedoch nicht akkreditieren, wie Rektor Zdeněk Horák erklärte. Die einzige Hochschule der Region Vysočina führt hierzu Gespräche mit der Gesellschaft EDU II, die für den Bau der neuen Reaktorblöcke verantwortlich ist.
„Die Gespräche betreffen die Sicherstellung einer ausreichenden Zahl qualifizierter Fachkräfte – sowohl für den eigentlichen Bau und den anschließenden Betrieb des Kraftwerks als auch für unterstützende Berufe, die für die Umsetzung dieses umfangreichen Projekts erforderlich sein werden“, sagte Horák.
Die Hochschule wird daher die Inhalte ihrer technischen Bachelor- und Masterstudiengänge entsprechend anpassen.
/gr/
Die Schweiz hebt das Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke auf
David Vobořil
23. Juni 2026, oenergetice.cz
Das Schweizer Parlament hat die Aufhebung des seit dem Jahr 2017 geltenden Verbots zum Bau neuer Kernkraftwerke beschlossen. Damit reagiert das Land auf den erwarteten Anstieg des Stromverbrauchs und auf Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit, insbesondere während der Wintermonate. Über den tatsächlichen Bau neuer Reaktoren wurde jedoch bislang noch nicht entschieden.
Das Schweizer Parlament verabschiedete am Freitag die Aufhebung des neun Jahre alten Verbots für den Bau neuer Kernkraftwerke. Mit diesem Schritt möchte sich das Land die Möglichkeit offenhalten, ausreichend CO₂-freien Strom für die steigende Nachfrage bereitzustellen und die Abhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland zu verringern.
Das Verbot neuer Kernkraftwerke wurde in der Schweiz im Jahr 2017 nach einem Referendum über eine neue Energiestrategie eingeführt, die als Reaktion auf den Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima entstanden war. Die bestehenden Reaktoren durften weiterhin betrieben werden, ihre spätere Stilllegung sollte jedoch nicht durch den Bau neuer Anlagen ersetzt werden.
Nach Angaben der Schweizer Regierung könnte der inländische Stromverbrauch von derzeit rund 60 TWh pro Jahr bis 2050 auf 70 bis 80 TWh ansteigen. Hauptgründe hierfür sind die Elektrifizierung des Verkehrs, der Wärmeversorgung und der Industrie sowie das anhaltende Bevölkerungswachstum.
„Wir können nicht auf Kernenergie verzichten. Angesichts des künftigen Strombedarfs ist die Antwort eindeutig: nein“, erklärte Energieminister Albert Rösti in einem Interview mit der Zeitung NZZ.
Die Schweiz betreibt derzeit vier Kernreaktoren mit einer installierten Gesamtleistung von rund 3 GW. Dazu gehören die zwei Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Beznau sowie jeweils ein Reaktor in den Kernkraftwerken Gösgen und Leibstadt. Die Kernenergie deckt etwa ein Drittel der Stromerzeugung des Landes.
Traditionell ist die Schweiz stark von Wasserkraft abhängig, die rund 60 Prozent der Stromproduktion ausmacht. In den Wintermonaten sinkt ihr Anteil am Strommix jedoch auf etwa 40 Prozent.
Nach Angaben des Schweizer Parlaments spielte bei der Meinungsänderung der Abgeordneten insbesondere eine Fachanalyse des Energieministeriums eine entscheidende Rolle. Diese wies auf Risiken für die künftige Versorgungssicherheit hin. Eine detaillierte Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Aufhebung des Verbots will die Regierung in den kommenden Monaten veröffentlichen.
Die Aufhebung des Verbots bedeutet jedoch nicht automatisch den Bau neuer Kernkraftwerke. Mögliche Projekte müssen das reguläre Genehmigungs- und Bewilligungsverfahren durchlaufen. Zudem kann ein weiteres Referendum nicht ausgeschlossen werden.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... jadernych-
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
iDNES Lounge: Atomkraft, Atommüll-Endlager, China und der Euro. Havlíček im Gespräch mit Unternehmern.
Wie unterscheidet sich die staatliche Förderung für Dukovany und sechs EPR2? Die Kommission hat Details zum Plan Frankreichs veröffentlicht.
Rolls-Royce SMR gewinnt Ausschreibung auch in Schweden.
Fürchten ausländische Fonds die Verstaatlichung von ČEZ? Globaler Vermögensverwalter trennte sich in großem Stil von Aktien des tschechischen Energiekonzerns.
Wegen Dukovany wird die Hochschule einige Studiengänge anpassen.
Die Schweiz hebt das Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke auf
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iDNES Lounge: Atomkraft, Atommüll-Endlager, China und der Euro. Havlíček im Gespräch mit Unternehmern
iDNES.cz, Autor: Jan Jakovljevič
22. März 2026
Die Veranstaltungsreihe iDNES Lounge Premium brachte diesmal den Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček, mit Vertretern der Industrie und Unternehmern in Südböhmen zusammen. Im Clarion Congress Hotel in České Budějovice diskutierten sie über Kernenergie, ein Endlager für radioaktive Abfälle, den Arbeitsmarkt sowie die Einführung des Euro.
Die Tschechische Republik wird im Bereich der Kernenergie zu einem Vorbild für ganz Europa, und es ist gut, dass wir nicht nachgegeben haben. Diese Aussage machte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) beim iDNES Lounge Premium-Treffen am Freitag im Clarion Congress Hotel in České Budějovice. Vor sieben Jahren habe man ihm in der Europäischen Union gesagt, die Kernenergie sei eine Technologie der Vergangenheit; inzwischen habe sich die Haltung grundlegend geändert. Die Bedeutung der Kernenergie werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen.
„Wir bereiten zwei neue Blöcke in Dukovany vor. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, ist es realistisch, dass 2029 mit den Bauarbeiten begonnen wird“, erklärte er. Eine wichtige Nachricht für die Energiesicherheit sei auch die Verlängerung der Laufzeit der Reaktorblöcke in Dukovany bis in die 2060er Jahre, was Investitionen von rund einer Milliarde Kronen pro Jahr erfordere.
Dasselbe soll in den kommenden Wochen auch für Temelín verkündet werden. Das Kernkraftwerk wird damit 20 Jahre länger betrieben als ursprünglich vorgesehen. Havlíček erwähnte zudem die Pläne zum Bau von zwei weiteren Blöcken in Temelín. Auch die Vorbereitung eines kleinen modularen Reaktors (SMR) schreitet voran. Der erste könnte direkt neben dem Kernkraftwerk Temelín entstehen; weitere Standorte sind Dětmarovice und Tušimice, außerdem werden noch drei weitere Orte geprüft.
Laut dem stellvertretenden Ministerpräsidenten muss ČEZ nun eine Studie über den zukünftigen Energiemix und weitere Kernenergiequellen ausarbeiten. Diese soll die Verteilung von SMR-Anlagen im ganzen Land sowie gegebenenfalls zwei weitere Blöcke in Temelín untersuchen. Anschließend wird die Studie aus verschiedenen Blickwinkeln bewertet. „Die endgültige Entscheidung möchten wir irgendwann im Jahr 2028 treffen. Dann werden wir darlegen, wann und wie in Temelín große beziehungsweise kleine Reaktorblöcke gebaut werden“, sagte er.
Er erinnerte auch an die zwanzigprozentige Beteiligung von ČEZ an Rolls-Royce SMR. Dieses Unternehmen gehört zu den zwei weltweit führenden Herstellern modularer Reaktoren. Dadurch werde Tschechien zu einem starken Akteur im Energiesektor, und alle Projekte würden sowohl mit tschechischer Investorenbeteiligung als auch mit tschechischen Zulieferern umgesetzt. In diesem Zusammenhang verwies Havlíček auch auf die Entscheidung Schwedens, wo eben dieses Unternehmen künftig bauen wird.
Auswahl aus vier Standorten für das Endlager
Ein sensibles Thema in Südböhmen ist die mögliche Errichtung eines Endlagers für radioaktive Abfälle in der Region Janoch bei Temelín. Mit dem Bau müsse Ende der 2030er Jahre begonnen werden, damit die Anlage im darauffolgenden Jahrzehnt fertiggestellt werden könne. „Im Jahr 2030 oder 2031 wird entschieden, welcher der vier Standorte ausgewählt wird“, erklärte er.
Er sprach auch den Widerstand verschiedener Bürgerinitiativen an, die seiner Meinung nach teilweise nahezu fanatisch die Interessen ihrer Regionen verteidigten und entweder keine objektiven Informationen hören wollten oder bewusst keine objektiven Informationen verbreiteten. „Das Endlager ist so gut konzipiert, dass keine Gefahr besteht. Die Region wird erhebliche finanzielle Mittel erhalten, und es entstehen dabei neue Arbeitsplätze. Ich erkenne an, dass die Bauarbeiten sieben oder acht Jahre dauern und dass dies kompensiert sowie mit den Betroffenen abgestimmt werden muss. Aber man sollte ihnen keine Angst mit dem Grundwasser machen“, erklärte er.
Quelle: https://www.idnes.cz/ceske-budejovice/z ... zpravy_khr
/gr/
Wie unterscheidet sich die staatliche Förderung für Dukovany und sechs EPR2? Die Kommission hat Details zum Plan Frankreichs veröffentlicht
Martin Voříšek
22. Juni 2026, oenergetice.cz
Frankreich hat bei der Europäischen Kommission die Unterstützung für den Bau von sechs neuen EPR2-Kernreaktoren notifiziert. Die Struktur der Unterstützung ähnelt in vielen Elementen dem tschechischen Modell für die neuen Blöcke in Dukovany: ein zinsgünstiges Darlehen, ein 40-jähriger Differenzvertrag und Schutz vor ausgewählten Risiken. Die Unterschiede liegen vor allem darin, wie risikoreich die Investition für den Investor ist. In dieser Hinsicht scheint das französische Modell für den Investor risikoreicher zu sein. Wie im Fall der tschechischen Notifizierung handelt es sich um einen ersten Schritt im Rahmen des gesamten Verfahrens, und das Förderschema wird weiter verhandelt.
Die Europäische Kommission hat Ende März eine formelle Untersuchung des französischen Unterstützungsmodells für den Bau von sechs neuen Kernkraftwerksblöcken eingeleitet. Es handelt sich um EPR2-Reaktoren, die von der EDF an den Standorten Penly, Gravelines und Bugey gebaut werden sollen. Die installierte Gesamtleistung des Projekts soll fast 10 GW erreichen, und die ersten Blöcke sollen bereits ab dem Jahr 2038 in Betrieb genommen werden.
Die französische Unterstützung kommt kurz nach dem Beginn eines ähnlichen Verfahrens bei der tschechischen Unterstützung für zwei neue Blöcke in Dukovany. Die Kommission prüft somit in der Praxis zwei große europäische Nuklearmodelle fast zeitgleich. In beiden Fällen erkennt sie an, dass der Bau neuer Kernkraftwerke ohne öffentliche Unterstützung wahrscheinlich nicht stattfinden wird. Gleichzeitig prüft sie jedoch, ob die vorgeschlagenen Mechanismen nicht zu großzügig sind und ob sie nicht einen übermäßigen Teil der Risiken auf den Staat verlagern.
Die gleichzeitige Bewertung beider Modelle kann für Tschechien sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil sein. Auf der einen Seite geht das Land gemeinsam mit Frankreich vor, einem starken Befürworter der Kernenergie, was das Argument stärken kann, dass neue Kernkraftwerke eine langfristige und berechenbare öffentliche Unterstützung benötigen.
Auf der anderen Seite muss die Kommission gemäß den Regeln für staatliche Beihilfen das staatliche Eingreifen auf das notwendige Minimum beschränken, mit dem das Ziel der Unterstützung (in diesem Fall der Bau von Kernkraftwerken) noch erreicht wird. Wenn Frankreich daher ein Modell akzeptiert, bei dem die Firma EDF einen größeren Teil der Investitions- und Baurisiken trägt, wird es für Tschechien schwieriger sein, deutlich großzügigere Bedingungen für den Investor zu verteidigen. Das französische Verfahren könnte so nicht nur zu einer politischen Stütze, sondern auch zu einem Maßstab werden, an dem die Kommission das tschechische Modell messen wird.
Das französische Paket:
Darlehen, CfD und Risikoteilung. Und auch Inspiration mit der tschechischen Unterstützung
Das französische Modell basiert wie das tschechische Unterstützungsmodell auf drei Säulen. Die erste ist ein zinsgünstiges Darlehen, das 60 % der geschätzten Baukosten des Projekts abdecken soll. Nach aktuellen Schätzungen handelt es sich um 44 Milliarden Euro in Preisen des Jahres 2020. Während der Bauphase soll das Darlehen zinslos sein, nach der Inbetriebnahme der einzelnen Reaktoren soll es einen festen Zinssatz von 3 % pro Jahr tragen. Die Tilgung des Kapitals beginnt nach einem vierjährigen Aufschub und wird 35 Jahre dauern.
Das zweite Instrument ist ein zweiseitiger Differenzvertrag (Contract for Difference – CfD) mit einer Laufzeit von 40 Jahren für jeden Reaktor. Ähnlich wie im tschechischen Fall soll es sich um einen sogenannten „capability-based CfD“ handeln, also um eine Unterstützung, die an die Referenz-Produktionskapazität und nicht direkt an die tatsächliche Erzeugung gekoppelt ist. Frankreich gibt einen unverbindlichen Zielpreis von 90 bis 120 EUR/MWh in Preisen des Jahres 2024 an. Nach Abzug des erwarteten Wertes der Flexibilität, der Kapazitätserträge und der Herkunftsnachweise ergibt sich ein unverbindlicher Strike-Price von 85 bis 115 EUR/MWh.
Der dritte Teil ist ein Mechanismus zur Risikoteilung. Dieser soll die Auswirkungen ausgewählter Ereignisse kompensieren, die außerhalb der Kontrolle von EDF liegen, wie etwa Gesetzesänderungen, bestimmte Sicherheitsanforderungen, Verzögerungen beim Netzanschluss, der Entzug von Genehmigungen, Naturkatastrophen oder geopolitische Eingriffe. Die Kompensation kann zwei Varianten haben – Anpassungen des Ausübungspreises im Differenzvertrag oder direkte Zahlungen des Staates.
Der Schlüsselunterschied:
Welches Risiko trägt der Investor
Der größte Unterschied zum tschechischen Modell liegt in der Aufteilung der Baurisiken. Im französischen Fall soll EDF 40 % der Baukosten in Form eines Gesellschafterdarlehens finanzieren. Gleichzeitig soll das Unternehmen den ersten Teil möglicher Kostenüberschreitungen bis zu 15 Milliarden Euro tragen. Weitere 15 Milliarden Euro sollen zu 90 % vom Staat und zu 10 % von EDF finanziert werden. Über der Grenze von 30 Milliarden Euro sind die Regeln bislang noch nicht festgelegt.
Das tschechische Modell ist daher aus Sicht des Investors deutlich vorteilhafter. Das staatliche Darlehen für Dukovany soll praktisch die gesamte Baufinanzierung sowie eventuelle Kostenüberschreitungen abdecken, und zwar bis zu einer Obergrenze von 30 bis 37,5 Milliarden Euro. EDU II hat gleichzeitig keine Verpflichtung, weiteres Kapital nachzuschießen. Die tschechische Notifizierung selbst beschreibt das Risikoprofil des Projekts als nahe an einer regulierten Infrastruktur, wie beispielsweise einem Übertragungsnetzbetreiber. Genau gegen diesen Ansatz hatte die Kommission gewisse Vorbehalte.
Die Kommission befasst sich auch mit dem Markt und der Stellung dominanter Akteure
In beiden Verfahren wiederholt sich die Frage, ob die Unterstützung die dominante Stellung etablierter Akteure stärken wird. In Frankreich ist die Situation offensichtlich: EDF erzeugt rund 77 % des Stroms in Frankreich und besitzt die gesamte heimische Nuklearflotte. Die Kommission prüft daher, ob das neue Projekt die Marktmacht von EDF weiter stärken wird, insbesondere wenn ein Teil des Stroms nicht über organisierte Märkte verkauft wird.
Ursula von der Leyen, Europäische Union. Quelle: Europäische Kommission
Im tschechischen Fall ist die Konstruktion komplexer. Direkter Empfänger der Unterstützung ist EDU II, an dem der Staat einen Anteil von 80 % und ČEZ von 20 % hält. Die Kommission schließt jedoch nicht aus, dass EDU II und ČEZ aus Sicht der staatlichen Beihilfen eine einzige Wirtschaftseinheit bilden, unter anderem aufgrund von kapitalmäßigen, funktionellen und technischen Verflechtungen. Auch hier fordert sie daher klarere Regeln für den Stromhandel und Schutz davor, dass die Unterstützung nicht über vorteilhafte Verträge an ausgewählte Abnehmer abfließt.
Sowohl die tschechische als auch die französische Notifizierung zeigen, dass die Kommission die Unterstützung neuer Kernkraftwerke nicht ablehnt. Für sie sind jedoch die konkreten Details der Unterstützung von wesentlicher Bedeutung. Die gute Nachricht ist, dass die Kommission wiederholt anerkennt, dass die Kombination aus hohen Investitionskosten, langer Bauzeit und unsicheren Markterträgen ein Problem für Nuklearprojekte darstellt. Und eine mögliche Lösung ist die öffentliche Unterstützung.
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nu-francie
/gr/
Rolls-Royce SMR gewinnt Ausschreibung auch in Schweden
23.06.2026 Technische Wochenzeitung / Technicky tydenik
Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hat sich nach vier Jahren Auswahlverfahren für einen Lieferanten der ersten neuen Kernkraftwerksblöcke des Landes seit mehr als 40 Jahren entschieden. Aus ursprünglich 75 geprüften Varianten ging das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR als Sieger hervor und setzte sich gegen das Angebot des US-Unternehmens GE Vernova durch. Damit soll in Schweden derselbe Reaktortyp gebaut werden, der künftig auch in Tschechien gute Chancen auf eine Umsetzung hat.
Drei modulare Reaktoren des britischen Unternehmens mit einer Gesamtleistung von rund 1.500 MW sollen auf der Halbinsel Värö neben dem bestehenden Kernkraftwerk Ringhals im Südwesten Schwedens entstehen. Investor ist die Projektgesellschaft Videberg Kraft, an der der Staat die Mehrheitsbeteiligung übernehmen möchte. Die Inbetriebnahme des ersten Blocks wird frühestens in der ersten Hälfte der 2030er Jahre erwartet.
Der zentrale Grund für diese Entscheidung liegt in den wirtschaftlichen Erwartungen. Ein modularer Reaktor wird zu großen Teilen fabrikmäßig in einzelnen Modulen gefertigt, die vor Ort lediglich zusammengesetzt werden – ähnlich wie ein Serienprodukt montiert wird. Rolls-Royce strebt für seinen 470-MW-Reaktor Kosten von unter zwei Milliarden Pfund sowie eine Bauzeit von vier Jahren an.
Große Kernkraftwerksblöcke haben dagegen häufig mit dem Gegenteil zu kämpfen: sehr langen Bauzeiten und Kosten, die die ursprünglichen Budgets deutlich überschreiten. Sollte die Serienfertigung dieses Problem tatsächlich lösen, wäre Strom aus solchen Reaktoren wesentlich günstiger und vor allem besser kalkulierbar. Genau darin liegt der Kern des Konzepts.
Bislang konnte die Wirtschaftlichkeit der Serienfertigung jedoch noch nirgendwo praktisch nachgewiesen werden. Rolls-Royce war zwar sowohl in Großbritannien als auch in Schweden erfolgreich und gilt zudem als möglicher Lieferant für die geplanten tschechischen Reaktoren. Allerdings steht bisher noch keiner der Reaktoren des Unternehmens, und kein einziger speist derzeit Strom ins Netz ein.
Das britische Projekt am Standort Wylfa in Wales, das am weitesten fortgeschritten ist, verfügt bislang lediglich über einen Vertrag für vorbereitende Arbeiten auf dem Baugelände. Gleichzeitig befindet sich das Kraftwerksdesign noch im Genehmigungsverfahren. Nach den derzeitigen Plänen sollen die ersten Betonarbeiten frühestens im Jahre 2027 beginnen; die endgültige Investitionsentscheidung wird für etwa 2029 erwartet.
Die erhofften Kostenvorteile der Serienproduktion setzen voraus, dass zahlreiche identische Einheiten gebaut werden. Dies wird jedoch erst dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn die ersten Reaktoren nachweisen, dass sie termingerecht und zu den angekündigten Kosten errichtet werden können.
Die schwedische Entscheidung steht in direktem Zusammenhang mit tschechischen Interessen. Das Energieunternehmen ČEZ hält einen Anteil von 20,25 Prozent an Rolls-Royce SMR, für den es 7,2 Milliarden Kronen bezahlt hat. Zudem ist vorgesehen, die tschechische Industrie in die Lieferkette einzubinden.
Ein erstes konkretes Ergebnis wurde Ende Mai sichtbar, als Rolls-Royce das Unternehmen Škoda JS aus Pilsen als Lieferanten für Reaktordruckbehälter und weitere Komponenten auswählte. Allerdings gilt auch hier eine Einschränkung: Es sollen zwei Lieferanten zugelassen werden, zwischen denen das britische Unternehmen später wählen kann. Der zweite Kandidat ist das südkoreanische Unternehmen Doosan Enerbility.
Der tschechische Zeitplan bleibt jedoch unsicher und verschiebt sich eher nach hinten. Der geplante Reaktor in Temelín soll erst nach Fertigstellung des ersten Blocks in Wylfa folgen. Nach Angaben des ČEZ-Vorstandsmitglieds Tomáš Pleskač wird seine Inbetriebnahme erst in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre erwartet. Noch im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen von den Jahren 2034 oder 2035 gesprochen. Auch das Vorhaben, bis zu drei Reaktoren in Tušimice im Bezirk Chomutov zu errichten, dürfte sich voraussichtlich verzögern.
/gr/
Fürchten ausländische Fonds die Verstaatlichung von ČEZ? Globaler Vermögensverwalter trennte sich in großem Stil von Aktien des tschechischen Energiekonzerns
23.06.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Patrik Salát
Die Aktien des teilstaatlichen Energieunternehmens ČEZ zählen seit Jahren zu den meistgehandelten Titeln an der Prager Börse. In der vergangenen Woche erreichten die Handelsvolumina jedoch den höchsten Stand seit August des Vorjahres. Aufgrund umfangreicher Verkäufe verlor die Aktie bis Donnerstag rund 7,8 Prozent ihres Wertes. Erst am Freitag kam es zu einer Gegenbewegung, als der Kurs um 3,3 Prozent zulegte. Verantwortlich für die turbulente Handelswoche war vor allem ein ausländischer Investor, der sich in großem Umfang von ČEZ-Aktien trennte.
Innerhalb von fünf Handelstagen wurden an der Prager Börse Wertpapiere des Energiekonzerns im Gesamtwert von mehr als 5,7 Milliarden Kronen gehandelt – mehr als im gesamten Monat Mai. Dabei wechselten rund 3,5 Prozent der frei handelbaren Aktien den Besitzer. Das größte Handelsvolumen wurde bereits am Montag verzeichnet, als 1,45 Millionen Aktien im Wert von 1,74 Milliarden Kronen umgesetzt wurden. Auch der Freitag war ein außergewöhnlich starker Handelstag: Es wurden 1,27 Millionen Aktien im Wert von 1,49 Milliarden Kronen gehandelt.
Der Fio-Bank-Broker Pavel Hadroušek wies im sozialen Netzwerk X darauf hin, dass die ungewöhnlich hohen Umsätze vor allem auf Verkäufe des globalen Investmenthauses VanEck zurückzuführen seien. Das Unternehmen veräußerte 3,1 Millionen Aktien, die bislang vom Fonds VanEck Uranium & Nuclear ETF gehalten wurden. Hintergrund ist eine Anpassung der Struktur des zugrunde liegenden Indexes MVIS Global Uranium & Nuclear Energy (MVNLR), in dem ČEZ bislang enthalten war. Seit dem 22. Juni gilt die vierteljährliche Überprüfung des Indexes. Dessen Anbieter MarketVector bestätigte gegenüber HN, dass die Herausnahme von ČEZ-Aktien keinerlei Zusammenhang mit der geplanten Restrukturierung des Unternehmens habe.
MarketVector erklärte, dass nur Unternehmen in den Index aufgenommen werden können, die mehr als 40 Prozent ihrer Einnahmen aus Kernenergie oder Uranförderung erzielen. „Auf Grundlage des jüngsten Geschäftsberichts von ČEZ konnten wir nicht nachweisen, dass mehr als 40 Prozent der Einnahmen aus diesem Segment stammen. Daher wurde das Unternehmen im Rahmen der Überprüfung für das zweite Quartal 2026 aus dem Index entfernt.“
Nach Ansicht von Tom Kadeřábek, Leiter des Produktbereichs bei Swiss Life Select, könnten jedoch einige ausländische Investoren ČEZ aufgrund der geplanten Verstaatlichung als risikoreiche Anlage betrachten.
Eine bedeutende Beteiligung hält weiterhin der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock. Das Unternehmen besitzt rund 4,3 Millionen Aktien, was einem Anteil von etwa 0,8 Prozent entspricht. Bei BlackRock kam es in der vergangenen Woche offenbar zu keiner größeren Reduzierung der Position. Laut dem Nachrichtenportal Seznam Zprávy hatte sich das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr von einem Teil seiner Beteiligung getrennt.
„Derzeit sehen wir keine Hinweise darauf, dass es in der vergangenen Woche zu einem massiven Rückzug ausländischer Investoren aus ČEZ gekommen ist. Die Handelsentwicklung entspricht eher technischen Verkäufen im Zusammenhang mit Anpassungen der Portfolios von ETF-Fonds“, sagt Kadeřábek.
Seit dem 1. Juni, als die wichtige Hauptversammlung stattfand, haben die ČEZ-Aktien rund fünf Prozent ihres Wertes verloren. Die Aktionäre genehmigten dort eine Dividende von 42 Kronen je Aktie sowie insbesondere den Plan, die nicht-produzierenden Geschäftsbereiche in eine neue Tochtergesellschaft (DSZS) auszugliedern.
Die Aufspaltung von ČEZ soll den ersten Schritt darstellen, der es der Regierung von Andrej Babiš (ANO) ermöglichen könnte, den produzierenden Teil des Unternehmens zu verstaatlichen. Zu diesem Bereich gehören vor allem die Kohle- und Kernkraftwerke in Temelín und Dukovany.
In die neue Gesellschaft sollen dagegen die Bereiche Energievertrieb, Netzbetrieb, Handel und Energiedienstleistungen eingebracht werden. ČEZ möchte an dieser Tochtergesellschaft einen Anteil von 51 Prozent behalten und die restlichen Anteile Investoren anbieten. Die daraus erzielten Mittel sollen eine mögliche Abfindung der Minderheitsaktionäre erleichtern.
Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) hatte die Kosten eines solchen Aufkaufs in der Vergangenheit auf rund 250 Milliarden Kronen geschätzt. Der Staat hält derzeit etwa 70 Prozent der ČEZ-Aktien. Um die verbleibenden Minderheitsaktionäre herauszukaufen (Squeeze-out), müsste er seinen Anteil auf mindestens 90 Prozent erhöhen.
Einige Investoren erwarten, dass der Aktienkurs im Zuge der Restrukturierung noch deutlich steigen könnte, da die Aufspaltung verborgene Unternehmenswerte freisetzen könnte. Dies hatten gegenüber Hospodářské noviny unter anderem der Portfoliomanager Michal Semotan von der J&T-Investmentgesellschaft sowie der Investor Jaroslav Šura erklärt, der selbst ČEZ-Aktien hält.
Viele Analysten, die das Unternehmen beobachten, sehen den fairen Wert der Aktie jedoch unter dem aktuellen Marktpreis. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 979 Kronen. Von insgesamt 17 Analysten empfehlen zwölf den Verkauf der Aktie.
Der Analyst Jiří Tyleček von XTB erklärte dies damit, dass die geplante Restrukturierung von ČEZ mit den üblichen Bewertungsmodellen nur schwer einzuschätzen sei.
Spekulationen auf eine Verstaatlichung gehen naturgemäß mit politischen Risiken einher. Nach Ansicht von Kadeřábek müssen Investoren diese Risiken sorgfältig abwägen.
„Es handelt sich um eine Spekulation auf eine politische Entscheidung, bei der weder sicher ist, ob sie überhaupt getroffen wird, noch wann dies geschehen könnte oder zu welchem Preis der Staat die Aktien gegebenenfalls erwerben würde“, ergänzt Kadeřábek.
Entwicklung der ČEZ-Aktie im Jahr 2026
Der Börsenwert von ČEZ an der Prager Börse ist seit Jahresbeginn um rund sieben Prozent gesunken.
Quelle: Investing.com
patrik.salat@hn.cz
/gr/
Wegen Dukovany wird die Hochschule einige Studiengänge anpassen
22.6.2026 MF DNES Region Vysocina - CTK
Die Polytechnische Hochschule Jihlava (VŠPJ) wird die Inhalte einiger Studiengänge anpassen. Das Ziel ist es, dass die Absolventinnen und Absolventen später beim Bau und Betrieb der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany Beschäftigung finden können.
Einen neuen Studiengang wird die Hochschule dafür jedoch nicht akkreditieren, wie Rektor Zdeněk Horák erklärte. Die einzige Hochschule der Region Vysočina führt hierzu Gespräche mit der Gesellschaft EDU II, die für den Bau der neuen Reaktorblöcke verantwortlich ist.
„Die Gespräche betreffen die Sicherstellung einer ausreichenden Zahl qualifizierter Fachkräfte – sowohl für den eigentlichen Bau und den anschließenden Betrieb des Kraftwerks als auch für unterstützende Berufe, die für die Umsetzung dieses umfangreichen Projekts erforderlich sein werden“, sagte Horák.
Die Hochschule wird daher die Inhalte ihrer technischen Bachelor- und Masterstudiengänge entsprechend anpassen.
/gr/
Die Schweiz hebt das Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke auf
David Vobořil
23. Juni 2026, oenergetice.cz
Das Schweizer Parlament hat die Aufhebung des seit dem Jahr 2017 geltenden Verbots zum Bau neuer Kernkraftwerke beschlossen. Damit reagiert das Land auf den erwarteten Anstieg des Stromverbrauchs und auf Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit, insbesondere während der Wintermonate. Über den tatsächlichen Bau neuer Reaktoren wurde jedoch bislang noch nicht entschieden.
Das Schweizer Parlament verabschiedete am Freitag die Aufhebung des neun Jahre alten Verbots für den Bau neuer Kernkraftwerke. Mit diesem Schritt möchte sich das Land die Möglichkeit offenhalten, ausreichend CO₂-freien Strom für die steigende Nachfrage bereitzustellen und die Abhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland zu verringern.
Das Verbot neuer Kernkraftwerke wurde in der Schweiz im Jahr 2017 nach einem Referendum über eine neue Energiestrategie eingeführt, die als Reaktion auf den Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima entstanden war. Die bestehenden Reaktoren durften weiterhin betrieben werden, ihre spätere Stilllegung sollte jedoch nicht durch den Bau neuer Anlagen ersetzt werden.
Nach Angaben der Schweizer Regierung könnte der inländische Stromverbrauch von derzeit rund 60 TWh pro Jahr bis 2050 auf 70 bis 80 TWh ansteigen. Hauptgründe hierfür sind die Elektrifizierung des Verkehrs, der Wärmeversorgung und der Industrie sowie das anhaltende Bevölkerungswachstum.
„Wir können nicht auf Kernenergie verzichten. Angesichts des künftigen Strombedarfs ist die Antwort eindeutig: nein“, erklärte Energieminister Albert Rösti in einem Interview mit der Zeitung NZZ.
Die Schweiz betreibt derzeit vier Kernreaktoren mit einer installierten Gesamtleistung von rund 3 GW. Dazu gehören die zwei Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Beznau sowie jeweils ein Reaktor in den Kernkraftwerken Gösgen und Leibstadt. Die Kernenergie deckt etwa ein Drittel der Stromerzeugung des Landes.
Traditionell ist die Schweiz stark von Wasserkraft abhängig, die rund 60 Prozent der Stromproduktion ausmacht. In den Wintermonaten sinkt ihr Anteil am Strommix jedoch auf etwa 40 Prozent.
Nach Angaben des Schweizer Parlaments spielte bei der Meinungsänderung der Abgeordneten insbesondere eine Fachanalyse des Energieministeriums eine entscheidende Rolle. Diese wies auf Risiken für die künftige Versorgungssicherheit hin. Eine detaillierte Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Aufhebung des Verbots will die Regierung in den kommenden Monaten veröffentlichen.
Die Aufhebung des Verbots bedeutet jedoch nicht automatisch den Bau neuer Kernkraftwerke. Mögliche Projekte müssen das reguläre Genehmigungs- und Bewilligungsverfahren durchlaufen. Zudem kann ein weiteres Referendum nicht ausgeschlossen werden.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... jadernych-
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799