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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 29.Mai 2026:


Wie sich ČEZ aufspaltet. Was die Aktionäre vor der größten Veränderung in der Geschichte des Konzerns erwarten können
29.5.2026 Tageszeitung HN Autor: Jan Broz

Die Energieinfrastruktur hat in letzter Zeit relativ häufig den Eigentümer gewechselt. In Tschechien wurden die Gasnetzbetreiber Gas Distribution und GasNet verkauft, davor bereits die Fernleitungen von Net4Gas. Im Strombereich übernimmt die Gruppe Emma Capital von Jiří Šmejc derzeit den rumänischen Netzbetreiber Evryo Group, der früher ČEZ gehörte. Und im Westen kauft wiederum der deutsche Staat Anteile am größten dortigen Übertragungsnetzbetreiber TenneT, um seinen Einfluss auf die strategischen „großen Leitungen“ zu stärken, die sich in Deutschland ungewöhnlicherweise in privater Hand befinden.
All diese Deals könnten jedoch von dem geplanten Angebot eines Minderheitsanteils an den Gesellschaften ČEZ Distribuce und GasNet überschattet werden – als Vorstufe zum Vorhaben der Regierung, die vollständige Kontrolle über die Kraftwerke der Energiegruppe zu übernehmen.
Die Verteilunternehmen von ČEZ sollen zwar gemeinsam mit dem Energievertrieb an 3,2 Millionen Kunden, dem ESCO-Dienstleistungssegment, dem Trading und möglicherweise auch Telekommunikationsaktivitäten verkauft werden, doch niemand zweifelt daran, dass vor allem die 171.000 Kilometer Stromleitungen und 70.000 Kilometer Gasleitungen das eigentliche Interesse der Investoren wecken werden.
Die Details der Transaktion, die das Potenzial hat, zur größten Vermögensumschichtung in Tschechien der kommenden Jahre zu werden, werden die Aktionäre von ČEZ auf der Hauptversammlung am 1. Juni diskutieren. Der Plan ist bislang allerdings nur in groben Zügen bekannt, viele Schlüsselpunkte bleiben unklar. Welche Szenarien sind also möglich, wie viel könnte der Verkauf einbringen und auf welche entscheidenden Punkte sollten sich sowohl die Anteilseigner von ČEZ als auch potenzielle Interessenten an den Verteilnetzen konzentrieren?

Bis zum Frühjahr entsteht „ČEZ 2“
Der erste Teil des Plans zur Aufspaltung und Verstaatlichung von ČEZ, den der Energiekonzern offiziell als „Optimierung“ bezeichnet, ist relativ einfach. Spätestens bis zum Frühjahr des nächsten Jahres sollen die genannten Bereiche von ČEZ in eine neue Tochtergesellschaft ausgegliedert werden. Ein Name wird noch gesucht; vorläufig wird die künftige Firma als „Tochtergesellschaft für das Kundensegment“ (DSZS) bezeichnet, informell auch als „ČEZ 2“.
An ihre Spitze soll der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Pavel Cyrani treten, der bereits seit dem Jahr 2011 zur Führungsspitze des Energiekonzerns gehört. Früher galt er als Kronprinz, später trat er etwas in den Hintergrund. In jüngster Zeit gilt er jedoch wieder als die Nummer zwei bei ČEZ hinter Generaldirektor Daniel Beneš. Es handelt sich jedenfalls um einen erfahrenen Manager, der trotz kleinerer Kontroversen, die mit einer exponierten Position unvermeidlich verbunden sind, allgemein einen guten Ruf genießt.
Die Unternehmensteile, die unter Cyrani übergehen sollen, trugen im vergangenen Jahr mit fast 40 Prozent zum gesamten operativen EBITDA von 137 Milliarden Kronen bei. ČEZ erwartet jedoch, dass ihr Anteil schrittweise wachsen und bis zum Jahr 2030 rund 60 Prozent des gesamten EBITDA erreichen wird. Im „alten“ ČEZ verbleiben damit die Stromerzeugung aus Kernenergie, Gas, erneuerbaren Energien, auslaufender Kohle sowie der Bergbau der Severočeské doly /Nordböhmische Gruben.
An die Ausgliederung der DSZS soll der zweite und entscheidende Schritt der gesamten Optimierung anschließen, von dessen Erfolg auch die Umsetzung des dritten Schrittes abhängen wird. Dabei geht es um den Verkauf von bis zu 49 Prozent der neu gegründeten Gesellschaft, um Mittel für den Rückkauf des 30-prozentigen Anteils der Minderheitsaktionäre am großen ČEZ zu beschaffen – und damit um die vollständige Übernahme der Kontrolle über die Erzeugungsanlagen durch den Staat.
Wie verkauft wird und an wen, ist bislang nicht klar. „Alles ist möglich, nichts ist entschieden“, erklärte Beneš Ende April, als die Führung von ČEZ den Plan erstmals offiziell öffentlich vorstellte.

Über die Börse oder direkt?
Im Wesentlichen werden zwei Szenarien diskutiert: ein Verkauf über die Börse oder ein Direktverkauf an strategische Investoren beziehungsweise eine Kombination beider Varianten. Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile.
Ein Verkauf über die Prager Börse würde zumindest teilweise den Wegfall des attraktivsten Titels kompensieren, nachdem der „große ČEZ“ nach Abschluss der Verstaatlichung von der Börse verschwinden wird. „Geschichte und Theorie zeigen, dass höhere Erlöse erzielt werden, wenn kleine Anteile an viele Käufer verkauft werden – also über ein IPO. Eine kleine Zahl großer Käufer kann sich dagegen gegenseitig abstimmen oder koordinieren und bietet daher keine hohen Preise“, meint der Analyst Radim Dohnal von Capitalinked.
Dem widerspricht Martin Pacovský, Chef des Investmentfonds Arete Energy Transition und früher selbst hochrangiger Manager bei ČEZ. Wenn große Investoren gegeneinander bieten, entstehe mehr Wettbewerb. „An der Börse wird das Eigentum extrem zersplittert sein“, ergänzt Pacovský.
Am Markt überwiegt die Überzeugung, dass eher ein Direktverkauf an strategische Investoren bevorzugt wird – möglicherweise kombiniert mit einem Börsengang, jedoch nicht ausschließlich als IPO. Außerdem wird davon ausgegangen, dass dies bereits entschieden ist und Gespräche mit potenziellen Käufern laufen.

Wer könnte einsteigen?
Als Käufer kommen vor allem ausländische Investmentgruppen und Pensionsfonds infrage, die auf stabile Erträge aus dem regulierten Verteilgeschäft setzen und bereits Erfahrungen mit ähnlichen Investitionen in der Region gesammelt haben. Genannt werden etwa die australische Investmentgesellschaft Macquarie, Allianz, kanadische Pensionsfonds oder norwegische Staatsfonds.
Theoretisch könnten auch große Energiekonzerne wie EPH von Daniel Křetínský oder Sev.en von Pavel Tykač Interesse zeigen. Gegen ihre Beteiligung spricht jedoch, dass sie sich zuletzt eher auf renditestärkere und risikoreichere Vermögenswerte konzentriert haben. Durch eine Verbindung mit „ČEZ 2“ würde zudem ein äußerst mächtiger Akteur entstehen, der die Energiepolitik des Staates erheblich beeinflussen könnte – was kaum im Interesse der Regierung liegt.

EBITDA-Multiplikator oder RAB?
Entscheidend wird natürlich sein, zu welchem Preis der Anteil an „ČEZ 2“ verkauft werden kann. Die Schätzungen orientieren sich meist an EBITDA-Multiplikatoren. „Der Wert eines Energieverteilunternehmens sollte sich ungefähr beim Zehnfachen des EBITDA bewegen“, schätzt Marek Rehberger von Patria Corporate Finance. Das würde bedeuten, dass der Verkauf von knapp der Hälfte der DSZS zwischen 210 und 290 Milliarden Kronen einbringen könnte.
Allerdings hängt viel davon ab, welcher Anteil der derzeitigen Nettoverschuldung von 206 Milliarden Kronen auf die neue Gesellschaft übertragen wird.
Branchenkenner weisen jedoch darauf hin, dass bei der Bewertung von Energieverteilern die regulierte Vermögensbasis (RAB) ein besserer Maßstab als EBITDA sei – also im Wesentlichen der Wert des Unternehmensvermögens. Verteilunternehmen werden Experten zufolge gewöhnlich zum Ein- bis 1,2-Fachen des RAB verkauft.
Die Summe des RAB von ČEZ Distribuce, GasNet und Gas Distribution, die Teil der DSZS werden sollen, liegt bei etwa 250 Milliarden Kronen. Aus dieser Perspektive könnte der Verkauf der Hälfte der Anteile rund 150 Milliarden Kronen einbringen, zuzüglich eines Aufschlags für den Energievertrieb und die ESCO-Dienstleistungen.

Der Faktor Staat
Der endgültige Preis kann allerdings noch von weiteren Faktoren beeinflusst werden. Wie viel Gas- und Stromnetzbetreiber verdienen dürfen, bestimmt der Staat über die Energieregulierungsbehörde ERÚ. Diese legt fest, welche Investitionen in Wartung und Ausbau der Netze anerkannt werden und welcher Gewinn als angemessen gilt.
Netze gelten deshalb als sicheres Geschäft – allerdings mit begrenzter Rendite. Der Staat will weder, dass die strategische Infrastruktur verfällt, noch dass die Energieverbraucher zu hohe Preise zahlen.
Gerade die Frage der künftigen Regulierung könnte Investoren jedoch verunsichern. Die Regierung von Andrej Babiš erklärt offen, dass die Senkung der Energiepreise Priorität habe – insbesondere über den regulierten Preisbestandteil. Für manche Investoren könnte das ein Warnsignal sein.

Gibt es bereits eine Einigung mit den großen Minderheitsaktionären?
Der Erlös aus dem Verkauf von bis zu 49 Prozent der DSZS soll dem Rückkauf des 30-prozentigen Anteils der Minderheitsaktionäre am Mutterkonzern ČEZ dienen. Dieser Anteil hat bei der aktuellen Marktkapitalisierung einen Wert von rund 213 Milliarden Kronen.
Der Staat muss jedoch beim Rückkauf die Schwelle von 90 Prozent der Aktien überschreiten, um die verbleibenden Aktionäre herausdrängen zu können. Problematisch wäre es, wenn ein Aktionär oder eine Gruppe mehr als zehn Prozent der Aktien hielte. In diesem Zusammenhang wird häufig die Rolle des Milliardärs Pavel Tykač und seiner Verbündeten erwähnt.
Nach Ansicht vieler Brancheninsider gibt es jedoch bereits eine vorläufige Einigung mit den wichtigsten Minderheitsaktionären. Der gesamte Prozess steht zudem unter erheblichem Zeitdruck – er muss bis Herbst 2029 abgeschlossen sein, wenn die nächsten Parlamentswahlen stattfinden. Eine künftige Regierung könnte der Idee staatlicher Kraftwerke deutlich weniger wohlgesonnen sein als das derzeitige Kabinett.
Die Möglichkeit, dass das Projekt der Aufspaltung und Verstaatlichung von ČEZ „auf halbem Weg“ stecken bleibt, bleibt daher durchaus realistisch.
/gr/



CEZ-Generaldirektor Beneš holt sich Zustimmung für den Umbau von ČEZ. Die Hauptversammlung 2026 in Fragen und Antworten
29.5.2026 E15 Autor: Jan Vavra

Foto: Generaldirektor von ČEZ, Daniel Beneš, beim Briefing im April zum Tagesordnungspunkt der diesjährigen Hauptversammlung von ČEZ: Optimierung der Eigentümerstruktur und Governance der ČEZ-Gruppe.

• Die Hauptversammlung der Aktionäre von ČEZ rückt näher und wird dieses Jahr außergewöhnlich wichtig.
• Der Vorstand unter Führung von Daniel Beneš will die Zustimmung zu einer Vermögensumstrukturierung des Energiekonzerns erhalten.
• Dies soll der erste Schritt zur erwarteten Verstaatlichung des Produktionsbereichs des Unternehmens sein.
Die Beschlüsse der Hauptversammlung von ČEZ 2026 können erhebliche Auswirkungen auf den Energiemarkt in der Tschechischen Republik haben. Der dominierende heimische Stromerzeuger soll letztlich vollständig unter staatliche Kontrolle gelangen und von der Prager Börse verschwinden. Welcher Weg dorthin führt und was sonst noch auf der Tagesordnung der diesjährigen Aktionärsversammlung steht, fasst das Portal e15 in Form von Fragen und Antworten zusammen.

-Frage: Wann und wo findet die Hauptversammlung von ČEZ 2026 statt?
-In diesem Jahr findet sie ungewöhnlicherweise bereits am 1. Juni statt und nicht wie in den Vorjahren Ende des Monats. Sie beginnt um neun Uhr im Prager Kongresszentrum. Auch das ist eine Änderung gegenüber dem Vorjahr, als die Veranstaltung im Gebäude O2 Universum stattfand.
„Der Grund ist das Angebot verfügbarer Räumlichkeiten in Prag. Im vergangenen Jahr war das Kongresszentrum zum gewünschten Termin nicht verfügbar. In den letzten Jahren hatten wir die Hauptversammlung beispielsweise auch im Kongresszentrum Cubex oder im Top Hotel Praha. Die Kapazität des O2 Universum und des Kongresszentrums unterscheidet sich aber im Wesentlichen nicht“, präzisierte bereits früher der ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž. Die Registrierung der Aktionäre beginnt um 7.30 Uhr am Veranstaltungsort. Die Teilnehmer sollten damit rechnen, dass sich das Programm der Hauptversammlung bis in die Abendstunden hinziehen kann.

-Frage:Warum ist die Hauptversammlung von ČEZ dieses Jahr so wichtig?
-Sie könnte die größte Aktion der tschechischen Energiewirtschaft seit mehreren Jahrzehnten einleiten. Neben der Genehmigung der Dividende und des Jahresabschlusses soll die Hauptversammlung auch über die Zustimmung zum Vorhaben entscheiden, den nicht-produzierenden Teil der ČEZ-Gruppe in eine neue Gesellschaft mit dem Arbeitstitel DSZS auszugliedern. Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Abberufung und Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrates.
Die Anteilseigner von ČEZ haben zudem die Möglichkeit, dem Vorstand Fragen zu stellen, und einer der bedeutendsten Minderheitsaktionäre von ČEZ, Michal Šnobr, hat bereits angekündigt, dass es auf der Hauptversammlung lebhaft zugehen werde. Er will unter anderem danach fragen, auf welcher Grundlage ČEZ-Chef Daniel Beneš die Erlöse aus einem möglichen Verkauf eines 49-prozentigen Anteils an DSZS schätzt.

-Wie hängt die Hauptversammlung von ČEZ 2026 mit der Verstaatlichung zusammen?
Sie soll der erste Schritt des gesamten Prozesses sein. Falls der Vorschlag des Unternehmensvorstands auf der Hauptversammlung grünes Licht erhält, wird die Leitung von ČEZ die Unternehmensstruktur in einen Produktions- und einen Kundenbereich einschließlich Trading-Division und Telekommunikationsdiensten aufteilen. Durch die Übertragung des Kundensegments auf DSZS erhält das Management gleichzeitig die Befugnis, einen Minderheitsanteil an DSZS zu verkaufen. Dadurch würde ČEZ, an dem der tschechische Staat 70 Prozent hält, Geld erhalten, das entsprechend den Regierungsplänen für den Rückkauf der Minderheitsaktionäre von ČEZ verwendet werden soll.
„Das ist eines der Szenarien, wie man die volle Kontrolle über den Produktionsbereich von ČEZ erlangen kann. Das Unternehmen schafft sich damit einen soliden Cashflow, um den Rückkauf realisieren zu können. Anders gesagt: ČEZ würde dabei keine Verluste erleiden, wie es der Fall wäre, wenn der Staat zu hundert Prozent mit voller Ausstattung, also einschließlich der Handels- oder Vertriebsgesellschaften, vorgehen würde. Und die Energiesicherheit wird dadurch nicht gefährdet, weil zum Beispiel ČEZ Distribuce ein weitgehend reguliertes Unternehmen ist, dessen Preise für mehrere Jahre im Voraus klar festgelegt werden“, zitierte das Portal iRozhlas am Dienstag den Industrieminister Karel Havlíček (ANO), der einen solchen Schritt nach eigenen Angaben unterstützt.

-Frage: Wer kandidiert für den Aufsichtsrat von ČEZ?
-Auf dem Programm steht auch eine Erneuerung des Aufsichtsrates. Das Finanzministerium hat die ersten fünf Namen neuer Mitglieder veröffentlicht:
• Radim Fiala, stellvertretender Vorsitzender der Bewegung SPD
• Karel Tyll, Generaldirektor der Haushaltssektion im Finanzministerium
• Petr Bejček, Generaldirektor der Rechtssektion im Finanzministerium
• Vladislav Smrž, stellvertretender Umweltminister
• Josef Kotrba, Geschäftsführer des Verbandes der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik
Das Finanzministerium soll insgesamt acht Mitglieder des Aufsichtsrates nominieren. Die übrigen vier werden von den Beschäftigten von ČEZ gewählt.

-Frage: Wie hoch ist die vorgeschlagene Dividende?
-Der Vorstand von ČEZ plant derzeit die Ausschüttung von 80 Prozent des Nettogewinns, was einer Dividende von 42 Kronen je Aktie entspricht. Das Finanzministerium hat keinen Gegenantrag gestellt, der Aktionär Petr Kalivoda jedoch schon. Er schlägt eine Ausschüttung von 50 Kronen je Aktie vor. Der Vorstand von ČEZ lehnt dies jedoch ab.

-Frage: Wie könnte die Hauptversammlung von ČEZ 2026 den Aktienkurs beeinflussen?
-Ein Teil der Investoren kalkuliert damit, dass ein erfolgreicher Verkauf eines 49-prozentigen Anteils an ČEZ DSZS den aktuellen Aktienkurs um etwa 250 Kronen erhöhen könnte. Und solche Überlegungen berücksichtigen noch nicht einmal eine mögliche Prämie beim Rückkauf der Aktien der Minderheitsaktionäre im Rahmen der Verstaatlichung.
Theoretisch sollte die geplante Aufspaltung der ČEZ-Gruppe allerdings bereits weitgehend im Aktienkurs eingepreist sein. Eine Ablehnung des Plans auf der Hauptversammlung gilt als unwahrscheinlich. Die Absicht zur Umstrukturierung der Gruppe mit anschließendem Rückkauf der ČEZ-Aktien ist bislang jedoch nur in Grundzügen bekannt. Es fehlen Details etwa zur Berücksichtigung der Schulden in der neuen Tochtergesellschaft oder zur Art des Verkaufs des Minderheitsanteils.
„Für große ausländische Investoren ist die Aktie immer noch schwer verständlich. In Tschechien wechselten die Regierungen, und jede ging anders mit dem Ausbau von Dukovany oder der Verstaatlichung von ČEZ um. Institutionelle Investoren wollen auf eine verbindliche Zusage zur Aufspaltung der Gruppe warten, die schwarz auf weiß aus der Hauptversammlung hervorgeht. Sie kaufen lieber teurer, aber in einem sicheren Umfeld oder während eines bereits angelaufenen Prozesses“, schätzte früher bereits der Investor und Berater Aleš Vávra, der in der Vergangenheit den Fonds Metatron Short Equity leitete.

-Frage: Was bedeutet die erwartete Aufteilung von ČEZ für die Endkunden?
-Unter den möglicherweise neu entstehenden nicht-produzierenden Teil von ČEZ würden bis Ende des ersten Quartals 2027 die bisherigen Strom- und Gaskunden der ČEZ-Gruppe übergehen.
„Wir schlagen vor, die Kunden in eine neue Tochtergesellschaft auszugliedern. Der nächste Schritt könnte der Verkauf eines Minderheitsanteils sein, der abhängig von der Marktsituation im kommenden Jahr beginnen würde“, erklärte ČEZ-Chef Daniel Beneš bereits früher zu diesem Thema und betonte, dass sämtliche Kundenverträge weiterhin gültig bleiben.
Die Millionen Kunden würden damit automatisch unter ČEZ DSZS wechseln, und grundsätzlich sollte sich für sie nichts Wesentliches ändern. Mit der möglichen Ausnahme, dass ČEZ sie über die Übertragung und die Änderung des Namens ihres Lieferanten informieren würde.

Quelle: https://www.e15.cz/byznys/benes-si-jde- ... ch-1433159
/gr/



Das Teilen von Strom im Plattenbau wird zum Hit – auch dank Einsparungen bei den Netzentgelten
28.05.2026 Ekonomicky denik

Energie
Foto: Eines der ersten Projekte zum Teilen von Strom in Tschechien wurde von den Unternehmen DZ Dražice und Enado für die Bewohner eines älteren Mehrfamilienhauses in Luby im Bezirk Cheb vorbereitet.

Das Interesse am Teilen von Strom unter den Tschechen wächst weiter. Im April wurden gegenseitig rekordverdächtige 15.880 Megawattstunden weitergeleitet. Wie das Elektroenergetische Datenzentrum (EDC) in seinem Bericht mitteilt, ist insbesondere beim Teilen von Strom innerhalb von Mehrfamilienhäusern ein starkes Wachstum zu beobachten. Hier können Verbraucher nämlich erhebliche finanzielle Einsparungen erzielen.
Laut aktueller Statistik gibt es in der Tschechischen Republik bereits 1057 Mehrfamilienhäuser, in denen die Bewohner den erzeugten Strom gemeinsam nutzen. „Mehrfamilienhäuser teilen in der Regel Strom aus einer Solaranlage auf dem eigenen Dach und sind daher logischerweise von der Zahlung von Netzentgelten befreit. Im Vergleich zu anderen Gruppen, die Strom teilen, können Wohnungseigentümergemeinschaften (SVJ) dadurch bis zu 40 Prozent der gesamten Stromkosten einsparen“, erklärte der Generaldirektor des EDC, Pavel Šunda.

Zahl der Teilnehmer überschritt 40.000
Voraussetzung für den Erfolg ist die richtige Einstellung des sogenannten Allokationsschlüssels, also der Verteilung des gemeinsam genutzten Stroms auf die einzelnen Wohnungen. „Weitere Einsparungen entstehen natürlich dadurch, dass der eigene Strom kostenlos ist und die Menschen ihn nicht von einem Energiehändler kaufen müssen. Die Kombination dieser Effekte macht Mehrfamilienhäuser zu der Gruppe mit der schnellsten Amortisation einer Photovoltaik-Investition“, ergänzt Pavel Šunda.
Ende April registrierte das EDC fast 43.000 Interessenten am Stromteilen. Dazu gehören neben den bereits erwähnten Haushalten in Mehrfamilienhäusern auch sogenannte aktive Kunden (deren Zahl bereits 24.500 erreicht hat) sowie Energiegemeinschaften. Zahlenmäßig überwiegt das „kleine Teilen“, also beispielsweise die Weiterleitung von Strom aus einer Photovoltaikanlage innerhalb eines Mehrgenerationenhauses. Auch das Interesse von Gemeinden und Unternehmen am Teilen von Energie nimmt zu.
Nach und nach wächst auch das Interesse an der Teilnahme an Energiegemeinschaften. Die Energieregulierungsbehörde hat bislang 122 solcher Gemeinschaften registriert. Einige von ihnen haben bereits die Grenze von hundert Teilnehmern überschritten und Produzenten von Solar- oder Wasserkraftstrom sowie Betreiber von Batteriespeichern eingebunden. An manchen Gemeinschaften beteiligen sich auch Betreiber von Biogasanlagen.

Streit über Erleichterungen bei den Netztarifen...
Die Union der Gemeinschaftsenergie (UKEN) weist darauf hin, dass das größte Hindernis für die Entwicklung von Energiegemeinschaften weiterhin das Fehlen einer dynamischen Methode zur Verteilung des gemeinsam genutzten Stroms ist. Aufgrund dieses Mangels gingen diesen Gemeinschaften angeblich bis zu 50 Prozent des erzeugten Stroms verloren. Ebenso sei es in Tschechien bislang nicht gelungen, Ermäßigungen bei den Zahlungen für die Nutzung des Stromnetzes durchzusetzen. Laut UKEN existieren vergleichbare Rabatte in Österreich, Portugal oder Frankreich und tragen dort zu einem schnelleren Wachstum der kommunalen Energieversorgung bei.
Die Einführung einer solchen Ermäßigung stößt in Tschechien allerdings auf Widerstand anderer Marktteilnehmer – insbesondere von Stromlieferanten und Netzbetreibern. Bei einer stärkeren Ausweitung des Stromteilens würden sich die Netzkosten nämlich auf ein kleineres Volumen der „marktüblichen“ Stromlieferungen verteilen. Das Ergebnis wären höhere Strompreise für Unternehmen und Haushalte, die nicht am Stromteilen teilnehmen.

Lex OZE II ebnete den Weg...
Die Möglichkeit des Stromteilens wurde durch eine Novelle des Energiegesetzes geschaffen, die seit August 2024 gilt. Die ersten Marktteilnehmer schlossen sich bereits im September an, als die ersten 150 MWh Strom geteilt wurden. Im Februar des vergangenen Jahres überschritt das Volumen des geteilten Stroms die Marke von 1000 MWh, im August näherte es sich bereits der Grenze von 10.000 MWh. Da sich das Teilen hauptsächlich auf Strom aus Photovoltaik bezieht, hat die weitergeleitete Strommenge einen deutlich saisonalen Charakter.
Die Novelle des Energiegesetzes mit der Bezeichnung Lex OZE II wurde Ende 2023 vom Parlament verabschiedet. Wie damals der Vorsitzende der Kammer für erneuerbare Energien, Štěpán Chalupa, betonte, habe Tschechien in dieser Hinsicht andere Länder der Europäischen Union überholt. Ein derart großzügig gestaltetes Recht auf das Teilen von Strom aus erneuerbaren Quellen – sogar ohne Beteiligung an einer Energiegemeinschaft – wurde in anderen europäischen Ländern bislang nicht eingeführt.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/sdileni-elek ... ava-hitem/
/gr/




Temelín schließt nach drei Jahren die Modernisierung der Generatorkühlung ab
ČTK
28. Mai 2026, oenergetice.cz

Das Kernkraftwerk Temelín hat eine umfassende Modernisierung des Kühlsystems der Generatoren erfolgreich abgeschlossen. Die Investitionsmaßnahme, die im Jahr 2023 begann, erforderte Ausgaben in Höhe von mehreren zehn Millionen Kronen. Die Techniker tauschten die zentralen Wärmetauscher im Untergeschoss der Maschinenhalle aus. Die neue Anlage ermöglicht künftig Wartungsarbeiten bei laufendem Betrieb, wodurch die geplanten Abschaltungen beider Blöcke verkürzt werden können. Dies teilte heute der Sprecher des Kraftwerks, Marek Sviták, den Journalisten mit.

Die Techniker tauschten innerhalb von drei Jahren in jedem Produktionsblock zwei Kühler aus, die die kontinuierliche Kühlung wichtiger Teile des Generators sicherstellen und helfen, die ideale Betriebstemperatur der Anlagen aufrechtzuerhalten. „Die laufende Modernisierung der Schlüsselsysteme ist eine notwendige Voraussetzung für den langfristig sicheren und zuverlässigen Betrieb unserer beiden Kernkraftwerke. Investitionen dieser Art ermöglichen es uns außerdem, die Effizienz der Produktion von sauberem Strom kontinuierlich zu steigern“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Abteilung Kernenergie.
Bislang führten die Energietechniker Inspektionen und Wartungsarbeiten an diesen Kühlern ausschließlich während geplanter Block-Stillstände durch. Dank der Innovation können dieselben Arbeiten nun während der Stromproduktion erfolgen. „Das ermöglicht uns, den Personalbedarf während der Abschaltungen zu verringern und sich letztlich auch positiv auf deren Gesamtdauer auszuwirken“, erklärte der Kraftwerksdirektor Petr Měšťan. Der eigentliche Austausch gehörte zu den anspruchsvollen Aufgaben. Die Kühler mit einem Durchmesser von 1,3 Metern befinden sich in technischen Räumen in fünf Metern Tiefe unter der Erdoberfläche.
Seit Jahresbeginn hat das Kraftwerk Temelín 6,1 Terawattstunden Strom produziert. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kraftwerks. Das sind 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... generatoru
/gr/




Das deutsche Kernkraftwerk Grohnde erhält Genehmigung zur Demontage des Reaktors
Autor: Jiří Salavec
25. Mai 2026, oenergetice.cz

Die Demontage des deutschen Kernkraftwerks Grohnde kann in ihre nächste Phase übergehen. Das Kraftwerk erhielt vom niedersächsischen Ministerium die zweite und letzte Genehmigung für die weitere Demontage, die auch den Rückbau des eigentlichen Kernreaktors umfasst. Der Druckwasserreaktor des Blocks Grohnde mit einer Leistung von 1430 MW produzierte von 1984 bis 2021 Strom. Die Arbeiten zur Demontage begannen die Techniker im Jahr 2024, die voraussichtliche Dauer des gesamten Prozesses beträgt 15 Jahre.

Der Betreiber des deutschen Kernkraftwerks Grohnde, das Unternehmen PreussenElektra, gab bekannt, dass es vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz die zweite und endgültige Genehmigung für die Demontage der Anlage erhalten hat. Das Kraftwerk mit einem Druckwasserreaktor stellte die Stromproduktion im Jahr 2021 ein. Während seiner Betriebszeit erzeugte es knapp 400 TWh elektrische Energie.
„Ich danke allen Beteiligten für ihre hervorragende Arbeit beim Rückbau. Die Stilllegung kerntechnischer Anlagen muss sicher, transparent und unter strenger Aufsicht der Regulierungsbehörden erfolgen. Unser gemeinsames Ziel ist ein schneller, kompetenter und verantwortungsvoller Demontageprozess“, erklärte Umweltminister Christian Meyer.
Die erste Genehmigung für die Demontage des Blocks mit einer installierten Leistung von 1430 MW erhielt PreussenElektra im Dezember 2023, woraufhin die Techniker den Prozess im Januar 2024 begannen. Im April dieses Jahres teilte das Unternehmen mit, dass die Brennelemente aus dem Zwischenlager des Kraftwerks in Behälter für abgebrannten Brennstoff umgeladen wurden. Die nächste Phase des Prozesses ist nun die technisch anspruchsvolle Demontage der inneren Teile des Reaktordruckbehälters. Diese wird bis Mitte 2028 andauern.
„Die Demontage verläuft planmäßig. Mit der zweiten Genehmigung können wir ohne Probleme entsprechend unserem Zeitplan fortfahren“, erklärte Jörg Bornemann, Direktor des Kernkraftwerks Grohnde.

Demontage von acht Kraftwerken bis 2040...
Das Unternehmen PreussenElektra demontiert in Deutschland insgesamt acht seiner Kernkraftwerke (Brokdorf, Grafenrheinfeld, Grohnde, Isar, Stade, Unterweser und Würgassen). Der letzte in Betrieb befindliche Block Isar 2 stellte die Stromproduktion am 15. April 2023 ein. Alle Kernkraftwerksblöcke sollen bis zum Jahr 2040 vollständig zurückgebaut werden.

„Mit der zweiten Genehmigung verfügen wir nun über alle gesetzlichen Voraussetzungen, um die Demontage des Kraftwerks Grohnde planmäßig durchzuführen. Unser Ziel ist es, den Rückbau sicher, effizient und zügig umzusetzen. Wir wollen den Rückbau der Kernkraftwerke bis Mitte der 2030er Jahre abschließen und die Standorte so schnell wie möglich für zukünftige Projekte nutzen“, betonte Guido Knott, Vorstandsvorsitzender von PreussenElektra.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... i-reaktoru


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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Kubatova 6
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Tel: 603 805 799
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