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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Verfasst: Mo 13. Apr 2026, 07:29
von Gabi Reitinger
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vm 13.4.2026:

Inhalt:

Mit den Regierungsplänen wächst die Menge abgebrannter Kernbrennstoffe. Wohin damit?
Vlcek: 80 Jahre des Betriebs von Dukovany?
Slowakische Elektrárne (SE) erreichten Rekordwerte aus der Kernenergie.
TES gewährleistet wissenschaftlich-technische Unterstützung für die ÚJD SR beim Anfahren des 3. und 4. Blocks des Kernkraftwerks Mochovce.
Neue Regierung enthüllt Ambitionen in der Kernenergie.
Heißwasserleitung von Dukovany nach Brünn – ein Projekt, das die europäische Fernwärme verändern kann.
Okamura: Tschechien sollte wegen der Energiepreise wieder auch in Russland nach Quellen suchen

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Mit den Regierungsplänen wächst die Menge abgebrannter Kernbrennstoffe.
Wohin damit?
13.4.2026 https://www.enviweb.cz/133007

Die Bewertung des tschechischen Konzepts zum Umgang mit radioaktiven Abfällen hat begonnen

Gemeinden, Behörden, Vereine und auch die Öffentlichkeit können sich bis zum 20. April dazu äußern, auf welche konkreten Auswirkungen der Umsetzung des tschechischen Regierungskonzepts zum Umgang mit radioaktiven Abfällen sich die begonnene Umweltverträglichkeitsprüfung konzentrieren soll und ob sie überhaupt durchgeführt werden soll. Den Entwurf des „Konzepts zum Umgang mit radioaktiven Abfällen und abgebrannten Kernbrennstoffen in der Tschechischen Republik (Aktualisierung für den Zeitraum 2025 bis 2035 mit Ausblick über das Jahr 2050 hinaus)“ hat die Regierung genau vor einem Jahr zur Kenntnis genommen. Die Mitglieder der Plattform gegen das Atommüllendlager werden sich aktiv am Einwendugnsverfahren beteiligen, da die Umsetzung des Konzepts erhebliche Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Gemeinschaften hätte.

Weder der eigentliche Regierungsentwurf des Konzepts noch die Mitteilung im SEA-Verfahren ziehen andere mögliche Varianten zur Lösung des Problems der abgebrannten Kernbrennstoffe in Betracht als den Bau eines Tiefen-Endlagers. Die Vorteile und Auswirkungen weiterer Varianten werden nicht miteinander verglichen. In Betracht gezogen werden könnten eine langfristige Lagerung bis zur Findung einer akzeptablen Lösung (Konzept der übergebenen Verantwortung), die Errichtung eines gemeinsamen internationalen Endlagers im Ausland oder gegebenenfalls auch die Nutzung aufgearbeiteter abgebrannter Brennstoffe in schnellen Reaktoren und die Lagerung nur der Rückstände dieses Prozesses.

Bewertet werden sollten auch die Auswirkungen der erheblichen Beschleunigung des geplanten Zeitplans für die Vorbereitung eines Tiefen-Endlagers um die Hälfte. Während das bisher gültige Konzept mit der Auswahl des endgültigen Standorts für das Lager im Jahr 2025 und seiner Inbetriebnahme bis 2065 rechnete, verkürzt der neue Entwurf diesen Zeitraum um zwanzig Jahre. Der endgültige Standort soll bis zum Jahr 2030 ausgewählt und das Lager bis zum Jahr 2050 in Betrieb genommen werden.

Der angekündigte längere Betrieb des Kernkraftwerks Dukovany auf insgesamt 80 Jahre bedeutet eine größere Menge sowohl hochradioaktiver als auch weniger radioaktiver Abfälle, als im Regierungsentwurf des Konzepts vorgesehen war. Die Bewertung wird dies berücksichtigen und die Auswirkungen einer potenziell möglichen Errichtung von zwei Tiefenlagern auf dem Gebiet Tschechiens beurteilen müssen. Schon ohne diese jüngste Ankündigung haben die Atompläne der vorherigen Regierung die Menge hochradioaktiver abgebrannter Kernbrennstoffe um die Hälfte von 9.000 Tonnen auf 14.500 Tonnen erhöht. Und die staatlichen Behörden haben es bereits abgelehnt, aus dem Konzept die Entstehung einer sogenannten Reservevariante eines Tiefenlagers auszuschließen, mit der Begründung, dass zwei Lager entstehen könnten.

Das Konzept beschreibt die Beteiligung der Öffentlichkeit als problemlos, die Erfahrungen der von der Auswahl eines Tiefenlagers betroffenen Kommunalverwaltungen sind jedoch gegenteilig. Davon zeugen auch zahlreiche Protestaktionen an den einzelnen Standorten. Dazu gehören auch die diesjährigen Tage gegen das Lager, die am Wochenende des 18. und 19. April stattfinden werden. Das laufend ergänzte Programm der Tage gegen das Lager 2026.

Das Verfahren zur Bewertung der Auswirkungen von Konzepten auf die Umwelt (SEA – Strategic Environmental Assessment) ist ein gesetzlich vorgeschriebener Schritt, bei dem die Auswirkungen der Umsetzung konkreter Strategien auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit bewertet werden.Das Ziel ist es, negative Auswirkungen bereits in einer frühen Planungsphase zu mindern. Ohne dieses Verfahren, in dem auch die Öffentlichkeit zu Wort kommen kann, kann das Konzept nicht in Kraft treten.

Michael Forman, Sprecher der Plattform gegen das Atommülllager und Bürgermeister der Stadt Horažďovice aus dem Standortgebiet Březový potok, sagte: „Der Staat zeigt seit langem, dass Sicherheit und die beste Lösung für die Bewohner und die Natur zugunsten anderer Interessen in den Hintergrund gedrängt werden. Die Kommunikation mit den Kommunalverwaltungen und den Einwohnern der betroffenen Standorte ist keineswegs so gut, wie es das Konzept darstellt und wie es leider auch der breiten Öffentlichkeit präsentiert wird. Dies weckt wiederholt Zweifel an der Richtigkeit des gewählten Verfahrens bei der Suche nach einer Methode zur Beseitigung und Lagerung hochradioaktiver Abfälle.“

Die Plattform gegen das Atommüllendlager, die 58 Mitglieder vereint (40 Gemeinden und Städte sowie 18 Vereine), setzt sich für eine Änderung des staatlichen Ansatzes im Umgang mit abgebrannten Kernbrennstoffen und anderen radioaktiven Abfällen ein, der sich nicht nur auf ein Tiefenlager beschränkt. Darüber hinaus fordert die Plattform, dass die Entscheidung über die Auswahl eines Standorts für eine eventuelle Lagerung von der vorherigen Zustimmung der betroffenen Gemeinden abhängig gemacht wird. [www.platformaprotiulozisti.cz](http://www.platformaprotiulozisti.cz)
Artikel unter: https://www.enviweb.cz/133007
/gr/



80 Jahre des Betriebs von Dukovany?
Autor: Pavel Vlček
11.4.2026 Medium Seznam.cz

Foto: https://nung.edu.ua/news/poizdka-na-riv ... nciyu-raes
Temelín im Vordergrund und die Hälfte von Dukovany im Hintergrund (Kernkraftwerk Riwne, Ukraine)

Im März 2026 sprach sich die Präsidentin der Europäischen Kommission dafür aus, die sichere Nutzung bestehender Blöcke zu verlängern und möglicherweise kleine modulare Kernreaktoren zu bauen….

Im März 2026 sprach sich die Präsidentin der Europäischen Kommission dafür aus, die sichere Nutzung bestehender Blöcke zu verlängern und möglicherweise kleine modulare Kernreaktoren zu bauen. Wahrscheinlicher von beiden Optionen ist zwar die Verlängerung – allerdings von sichereren Reaktoren, als die Regierung der Tschechischen Republik gestern beschlossen hat. Sie ist für weitere vierzig Jahre Betrieb der Kernkraftwerke Dukovany, die selbst nach sozialistischen Plänen bereits hätten abgeschaltet werden sollen.
Vor einem Vierteljahrhundert hätte ich von einem Schock gesprochen; heute stelle ich nur fest, dass die Menschen nichts gelernt haben und dass ihre Pläne alles bisher Dagewesene übertreffen. Dass Dukovany auch nach vierzig gefährlichen Jahren in einer Zeit zunehmenden Terrorismus und von Kriegen noch gefährlicher ist, belegt am besten das beigefügte Bild eines ukrainischen Kernkraftwerks. Das Kernkraftwerk Riwne besteht aus „halben Dukovany“ ohne Schutzmantel (im Bild hinten) und Temelín mit einer unübersehbaren, einen Meter dicken Hülle (vorne). Ich habe etwas mehr Zeit damit verbracht, ein Foto zu finden, auf dem dieser Unterschied wenigstens ein wenig erkennbar ist. Im Übrigen hat hierzulande aus den genannten Gründen fast niemand jemals das Aussehen der primären Schutzhüllen von Dukovany und Temelín verglichen.

Quelle: https://medium.seznam.cz/clanek/pavel-v ... van-262561
/gr/


Slowakische Elektrárne (SE) erreichten Rekordwerte aus der Kernenergie
10.04.2026 Monatszeitung Reportagen aus der Industrie / Reportaze z prumyslu Seite: 38

SLOVENSKÉ ELEKTRÁRNE
Das Unternehmen Slovenské elektrárne, a.s., (SE) konnte im Jahr 2025 eine stabile Stromversorgung sicherstellen und bewältigte die extreme Marktvolatilität dank der Flexibilität der Wasserkraftressourcen und einer modernen Marktstrategie.
Slovenské elektrárne erzielte im vergangenen Jahr mehrere Rekorde und produzierte als größter Stromerzeuger der Slowakei insgesamt 21.013 GWh Strom ohne direkte CO₂-Emissionen. Die Kernkraftwerke Jaslovské Bohunice und Mochovce erreichten dank hoher Verfügbarkeit der Blöcke und verkürzter Stillstände historisch höchste Liefermengen. Insgesamt lieferte das Unternehmen aus der Kernenergie 17.930 GWh emissionsfreien Strom mit fünf betriebenen Blöcken – ein neuer Rekord.

„Aus betrieblicher Sicht ist das Jahr 2025 in den Kernkraftwerken sehr erfolgreich verlaufen. Es gelang uns, die Blöcke mit leicht höherer Leistung zu betreiben als geplant. Auch der kühlere Sommer hat geholfen, sodass die Leistung nicht wie in den vorherigen heißen Jahren reduziert werden musste“, bestätigte Ján Mazánik, Manager für den Handel mit Regelenergie und die Optimierung des Kraftwerkseinsatzes. Wie er ergänzte, trug auch die historisch kürzeste Generalüberholung des zweiten Blocks in Mochovce wesentlich zum Rekordergebnis bei. „Im Dezember 2025 lieferten wir 1.711.769 MWh Strom aus Kernenergie ins Netz – die höchste Monatsproduktion in der Geschichte unserer Kernkraftwerke“, so Mazánik.

LANGANHALTENDE TROCKENHEIT BELASTETE PUMPSPEICHERKRAFTWERKE

Die Wasserkraftwerke von Slovenské elektrárne (SE) erzeugten im vergangenen Jahr 1.691 GWh Strom. Der Jahresbeginn war von niedrigen Wasserständen in den Stauseen Liptovská Mara und Orava geprägt, wo in den letzten drei Jahren außergewöhnliche Trockenheit herrschte. Das Ergebnis war die historisch niedrigste Produktion aus Laufwasserkraftwerken – 1.085 GWh. Niederschläge im Herbst milderten zwar die Bilanz, änderten jedoch nichts am Gesamttrend des Jahres.
Die ungünstigen Wetterbedingungen wurden teilweise durch Pumpspeicherkraftwerke ausgeglichen, die deutlich über Plan eingesetzt wurden. Sie erzeugten 582 GWh Strom (geplant waren 377 GWh) bei einem Pumpverbrauch von fast 774 GWh (geplant waren 512 GWh). „Während vieler Mittagsstunden mit hohem Solarüberschuss fiel der Strompreis auf null und gelegentlich sogar in den negativen Bereich, während die Morgen- und Abendspitzen hohe Preise brachten. Das schuf ein ideales Profil: Pumpen bei günstiger Energie und Turbinieren zu Spitzenzeiten“, erklärte Mazánik. Die Pumpspeicherkraftwerke wurden 2025 so stark eingesetzt wie nie zuvor in den letzten zwanzig Jahren, seit sie vom Produktionsleitstand von Slovenské elektrárne gesteuert werden.

DER MARKT WAR TURBULENT
Im Jahr 2026 wird Slovenské elektrárne sein Erzeugungsportfolio um ein Batteriespeichersystem in Nováky erweitern. Es handelt sich um zwei Systeme mit einer Leistung von 36 MW und einer Kapazität von 72 MWh. Diese durchlaufen derzeit energietechnische Tests mit dem Leitstand. Die Inbetriebnahme war für März 2026 geplant. Die Batterien werden die Pumpspeicherkraftwerke ergänzen und die Reaktionsfähigkeit auf schnelle Preisschwankungen verbessern.
Das Jahr 2025 brachte zudem die höchste Anzahl an Handelsperioden mit negativen Strompreisen in der Geschichte. Dies ist eine direkte Folge des schnellen Ausbaus installierter Leistung aus schwer vorhersehbaren erneuerbaren Energiequellen im verbundenen europäischen Stromsystem. Daher wurde ab Oktober 2025 der Charakter des Day-Ahead-Marktes von stündlichen auf 15-minütige Intervalle umgestellt, da das kürzere Produkt die reale Situation besser widerspiegelt und größere Preisunterschiede zwischen den Viertelstunden ermöglicht.
„Die Volatilität wird die Preisunterschiede zwischen den Handelsviertelstunden weiter verstärken. Um die Flexibilität im veränderten Markt besser nutzen zu können, bereiten wir Anpassungen des Betriebs der Wasserkraftwerke an der Waag-Kaskade auf einen vollwertigen 15-Minuten-Modus vor“, erklärte Ján Mazánik.
Das Unternehmen Slovenské elektrárne betreibt fünf Kernkraftwerksblöcke, 31 Wasserkraftwerke und zwei Photovoltaikanlagen. Mehrheitsaktionär ist Slovak Power Holding B.V., der zweite Aktionär ist die Slowakische Republik.
/gr/

TES gewährleistet wissenschaftlich-technische Unterstützung für die ÚJD SR beim Anfahren des 3. und 4. Blocks des Kernkraftwerks Mochovce
10.04.2026 Monatszeitung Reportagen aus der Industrie / Reportaze z prumyslu Seite: 40

Die Firma TES s.r.o. leitet ein Team von Schlüsselexperten, die für die ÚJD SR (Amt für nukleare Aufsicht der Slowakischen Republik) wissenschaftlich-technische Unterstützung beim inaktiven und aktiven Anfahren der Kraftwerksblöcke des Kernkraftwerks Mochovce in der Slowakei leisten.
Dieses Projekt begann im Jahr 2015, als TES gemeinsam mit seinen Partnern VUJE, a.s., und ÚJV Řež, a.s., eine Ausschreibung für diese Tätigkeit gewann.

Experten unter der Leitung von TES beteiligten sich an der Kommentierung von Anfahr- und Prüfprogrammen, bewerteten ausgewählte Betriebs- und Notfallvorschriften, führten Analysen durch und kontrollierten insbesondere den Verlauf des Anfahrens der kerntechnischen Anlage sowie dessen ordnungsgemäße Dokumentation – sowohl in den Phasen der inaktiven Tests als auch beim physikalischen und energetischen Anfahren.
Im Oktober 2023 wurde der 3. Block des Kraftwerks erfolgreich in Betrieb genommen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der inaktiven Tests des 4. Blocks konzentriert sich die wissenschaftlich-technische Unterstützung von TES nun auf die Überprüfung der Bereitschaft zur Brennstoffbeladung sowie auf die Kontrolle der Durchführung des physikalischen und energetischen Anfahrens.

Werden Sie Teil unserer Projekte!
Wir bieten Zusammenarbeit für Absolventen und Fachkräfte in folgenden Bereichen:
• Kerntechnik / Kernenergie
• Maschinenbau
• mathematisch-physikalische Ingenieurdisziplinen
• Elektrotechnik, Elektronik und Kommunikationstechnologien
• Kybernetik, Informatik
Ingenieurdienstleistungen für die Kernenergie:
• Unterstützung beim Anfahren und Betrieb von Kernkraftwerken
• Unterstützung der nuklearen Aufsicht
• Deterministische Sicherheitsanalysen
• Service und Wartung von Anlagen in Kernkraftwerken
• Überwachungs- und Diagnosesysteme
Standorte:
• Třebíč
• Kernkraftwerk Dukovany
• Kernkraftwerk Temelín
• Kernkraftwerk Mochovce
/gr/


Neue Regierung enthüllt Ambitionen in der Kernenergie
10.04.2026 Monatszeitung Reportagen aus der Industrie / Reportaze z prumyslu Seite: 44

ČEZ-GRUPPE
Der Jahresbeginn im tschechischen Ministerium für Industrie und Handel war von wichtigen Verhandlungen über die Zukunft der Tschechischen Republik im Bereich der Kernenergie geprägt. Das Ziel der Gespräche waren sowohl der Ausbau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany als auch die Planung weiterer Blöcke im Kernkraftwerk Temelín.
Mitte Februar reiste der südkoreanische Minister für Handel, Industrie und Energie, Jung-kwan Kim, nach Prag. Auf seinem Programm stand unter anderem die erste Sitzung des gemeinsamen ministeriellen Lenkungsausschusses zur Koordination des Baus neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany, den Tschechien gemeinsam mit der Republik Korea eingerichtet hat. Bei dieser ersten Sitzung wurden in Anwesenheit der Minister beider Länder Verträge unterzeichnet, die die Einbindung tschechischer Unternehmen in die Lieferkette beim Bau der neuen Blöcke sichern.
Wie Industrieminister Karel Havlíček betonte, handelt es sich dabei um eine zentrale Priorität der neuen tschechischen Regierung. Neue Kernenergiequellen in Dukovany seien entscheidend, um Haushalten und Unternehmen eine bezahlbare und stabile Energieversorgung zu gewährleisten.

„Das Projekt zur Erweiterung von Dukovany haben wir bereits in der vorherigen Regierung durchgesetzt und zugleich einen Zeitplan verabschiedet. Diesen halten wir weiterhin ein und betrachten es als wesentlich, ihn ebenso wie das Budget konsequent einzuhalten. Deshalb haben wir gemeinsam mit Minister Jung-kwan Kim einen ministeriellen Lenkungsausschuss eingerichtet, und wir werden den Fortschritt der Vorbereitung und des Baus kontinuierlich überwachen. Ebenso wichtig ist eine starke Beteiligung tschechischer Unternehmen, was sowohl im Interesse der tschechischen als auch – wie uns unsere Partner versichern – der koreanischen Seite liegt. Ich begrüße daher den Abschluss direkter Verträge für die Turbine sowie für die Unterstützung bei Genehmigungs- und Lizenzierungsprozessen. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass tschechische Unternehmen gleiche Bedingungen und einen möglichst hohen Anteil an diesem Projekt sowie an den anschließenden Investitionen erhalten, die Arbeitsplätze und neue Chancen für die heimische Wirtschaft bringen“, fasste Karel Havlíček zusammen.
Darauf reagierte Minister Jung-kwan Kim: „Die Republik Korea betrachtet das Projekt Dukovany als strategische Partnerschaft mit der Tschechischen Republik. Wir wollen eine effektive Zusammenarbeit zwischen unseren Regierungen und der Industrie sicherstellen und einen reibungslosen Projektverlauf gewährleisten.“

Im tschechisch-koreanischen ministeriellen Lenkungsausschuss sind die Industrieminister beider Länder sowie Vertreter des Lieferanten, des koreanischen Unternehmens Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP), und des Investors, der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, vertreten.
„Eine starke Beteiligung tschechischer Unternehmen am Bau neuer Blöcke halten wir auch im Hinblick auf den späteren Betrieb und die Wartung für wichtig. Technologien von tschechischen Lieferanten stellen einen großen Vorteil für die kommenden Jahrzehnte des Betriebs und der Instandhaltung dar. Das bedeutet für uns mehr Flexibilität bei Stillständen und Modernisierungen, schnellere Reaktionen bei möglichen Problemen und vor allem größere Unabhängigkeit“, erklärte der Generaldirektor von Elektrárna Dukovany II, Petr Závodský.
Auf Grundlage eines Vertrags zwischen KHNP und ÚJV Řež wird das Unternehmen Energoprojekt Praha aus der ÚJV-Řež-Gruppe die Genehmigungs- und Lizenzierungsprozesse unterstützen. Das Unternehmen Doosan Enerbility wiederum schloss einen Vertrag mit dem Pilsener Werk Doosan Škoda Power über die Lieferung der Turbine ab.
„Die Unterzeichnung des Vertrags für die Turbine, das Herzstück des Kraftwerks, ist nicht nur eine hervorragende Nachricht, sondern auch ein Beweis dafür, dass das Projekt planmäßig verläuft. Dies betrifft sowohl die Vorbereitung des Baus neuer Kernenergiequellen als auch die Einbindung tschechischer Unternehmen“, kommentierte der Vizepräsident von KHNP für internationale Projekte, Insik Park. Derzeit seien fast 160 Unternehmen im Registrierungsprozess, um sich als Lieferanten für den Bau der Blöcke Dukovany 5 und 6 zu qualifizieren.

„Dies ist ein wichtiger Beginn der Zusammenarbeit zwischen Energoprojekt Praha aus der ÚJV-Řež-Gruppe und KHNP. Für die koreanische Seite sind unsere langjährigen Erfahrungen in der Planung und in Genehmigungsverfahren von großem Wert, die für die Vorbereitung des Projekts Dukovany II entscheidend sind, damit es im Einklang mit der tschechischen Gesetzgebung und den aktuellen internationalen Best Practices umgesetzt wird“, erklärte der Generaldirektor von ÚJV Řež, Martin Ruščák.
„Im Rahmen dieses historisch größten Projekts möchte ich der Regierung der Tschechischen Republik sowie den Unternehmen Elektrárna Dukovany II und KHNP meinen Dank für das Vertrauen in die Doosan-Gruppe aussprechen, indem sie uns mit der Herstellung und Lieferung zentraler Anlagen beauftragt haben“, sagte der Executive Vice President von Doosan Enerbility, Seung-woo Sohn. „Doosan Enerbility wird gemeinsam mit Doosan Škoda Power, das weltweit für seine Spitzenproduktion und komplexe technische Projektumsetzung bekannt ist, sein gesamtes Potenzial einsetzen, um dieses Projekt erfolgreich abzuschließen. Wir sind fest entschlossen, alle erforderliche Unterstützung zu leisten und ein langfristiger, zuverlässiger Partner der Tschechischen Republik zu sein.“
„Wir schätzen die Entscheidung von KHNP sehr, dass die Stromerzeugung in den beiden neuen Blöcken des Kernkraftwerks Dukovany durch Turbinen gewährleistet wird, die von tschechischen Ingenieuren entworfen und in unserem Werk in Pilsen gefertigt werden. Dies ist nicht nur ein Ausdruck des Vertrauens in unsere Spitzentechnologie, sondern auch ein wichtiger Faktor für den sicheren Betrieb und die Wartung der Turbinen über Jahrzehnte“, ergänzte der Geschäftsführer von Doosan Škoda Power, Daniel Procházka.

Die Minister befassten sich während des Treffens auch mit den breiteren tschechisch-koreanischen Wirtschaftsbeziehungen, neben der Kernenergie auch mit Investitionen, Handel und Technologiezentren. Besprochen wurden zudem die Vorbereitung weiterer Runden des Lieferanten- und Energiedialogs sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf Drittlandsmärkten.
Teil der Gespräche war auch die Planung neuer Blöcke im Kernkraftwerk Temelín. Die Regierung möchte bereits im nächsten Jahr über den Bau von zwei weiteren Kernkraftwerksblöcken in Temelín entscheiden. Im Falle einer Genehmigung würde eine Option aktiviert, die Bestandteil des Vertrags mit KHNP über den Bau der Blöcke in Dukovany ist.
„Die Vergabe an die koreanische Seite ist jedoch nicht sicher – auch andere Interessenten werden Angebote einreichen können“, stellte Karel Havlíček klar. Seiner Ansicht nach kommt der Staat ohne neue Blöcke in Temelín nicht aus, da die neuen Reaktoren in Dukovany allein nicht ausreichen werden.

Als die staatliche Gesellschaft Elektrárna Dukovany II im vergangenen Jahr den Vertrag mit KHNP über den Bau von zwei Blöcken in Dukovany abschloss – wobei der erste Block bis 2036 für 407 Milliarden Kronen fertiggestellt werden soll – war auch eine Option für den Bau weiterer zwei Blöcke in Temelín enthalten.
Zunächst muss jedoch die Regierung selbst über den Bau entscheiden. Diese Entscheidung wird für das Jahr 2027 erwartet, wobei Minister Havlíček davon ausgeht, dass das Kabinett das Projekt genehmigen wird. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass es anders ausgeht – wenn man sich die Energiebilanz ansieht, bleibt praktisch keine Alternative“, fügte er hinzu.
Im Falle einer Zustimmung sollen anschließend Schritte zur Aktivierung der Option mit KHNP folgen. Danach werden die Details des Angebots geklärt, das bereits weitgehend vorbereitet ist. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die koreanische Seite den Zuschlag für Temelín erhält.

„Auch andere Akteure – etwa aus Frankreich oder den USA – werden ihre Angebote vorlegen können, und wir wollen diese ebenfalls prüfen“, betonte Havlíček. Gleichzeitig räumte er ein, dass KHNP einen gewissen Vorsprung habe.
„Wir wollen die beiden Blöcke in Dukovany auf jeden Fall gemeinsam realisieren, und ich kann mir vorstellen, dass sie auch für Temelín sehr gute Bedingungen anbieten werden. Aber vielleicht kommt ein anderer Anbieter mit einem noch besseren Angebot.“
Die Auswahlmethode werde davon abhängen, in welcher Form sich die Interessenten beteiligen wollen – es müsse also nicht zwingend ein öffentlicher Tender wie bei Dukovany sein.
Die Vorbereitungen für den Bau der neuen Blöcke in Dukovany laufen unterdessen weiter, unter anderem mit geologischen Untersuchungen am Standort. Diese wurden im vergangenen August begonnen und verlaufen laut KHNP bisher planmäßig. Insgesamt sind bis zu 300 Bohrungen vorgesehen, die Untersuchungen sollen etwa ein Jahr dauern.
/gr/



Heißwasserleitung von Dukovany nach Brünn – ein Projekt, das die europäische Fernwärme verändern kann
10.04.2026 Monatszeitung Reportagen aus der Industrie / Reportaze z prumyslu Seite: 49

HEIZWERKE BRÜNN / TEPLÁRNY BRNO
Brünn bereitet eines der größten Energieprojekte der letzten Jahrzehnte vor – eine Heißwasserleitung, die Wärme aus dem Kernkraftwerk Dukovany direkt in das städtische Fernwärmesystem bringt.
Die Heißwasserleitung von Dukovany nach Brünn kann die Energieversorgung der zweitgrößten Stadt der Tschechischen Republik grundlegend verändern. Sie wird stabile Lieferungen und vorhersehbare Wärmepreise für mehr als hunderttausend Haushalte und Institutionen gewährleisten. Die Verbindung des Kernkraftwerks Dukovany mit dem Brünner Fernwärmenetz wird zugleich die Abhängigkeit der Stadt von Erdgas deutlich reduzieren und die Energieinfrastruktur der Region stärken.
In einer Zeit, in der die Märkte für fossile Brennstoffe erneut volatil sind, kann das Brünner Projekt auch für andere europäische Städte als Inspiration dienen. Es handelt sich um eines der bedeutendsten Investitionsvorhaben in der jüngeren Geschichte der tschechischen Energiewirtschaft. Das Projekt wird von Teplárny Brno / Heizwerke Brünn in Zusammenarbeit mit der ČEZ-Gruppe vorbereitet.

STRATEGISCHER, WIRTSCHAFTLICHER UND ÖKOLOGISCHER NUTZEN
Hauptziel der Heißwasserleitung ist es, die Abhängigkeit Brünns von Erdgas deutlich zu verringern und eine stabile Wärmeversorgung für Jahrzehnte sicherzustellen. Nach Inbetriebnahme wird das Kernkraftwerk Dukovany Wärmelieferungen bereitstellen, die etwa der Hälfte des jährlichen Wärmebedarfs der Stadt Brünn entsprechen. Derzeit nutzen die Brünner Heizwerke zu rund 80 % Erdgas zur Wärmeerzeugung; nach Fertigstellung des Projekts soll dieser Anteil auf etwa 10 % sinken.
Die Trasse der 42 Kilometer langen Leitung wird überwiegend durch unbebautes Gebiet führen und auch Gemeinden in der Region Vysočina und in Südmähren anschließen. Innerhalb Brünns werden weitere 53 Kilometer Leitungen an die Haupttrasse angeschlossen, um die neue Quelle in das bestehende Fernwärmesystem zu integrieren.
„Unser Ziel ist es, Brünn eine stabile und langfristig verfügbare Wärmeversorgung zu sichern. Die Heißwasserleitung aus Dukovany ermöglicht es uns zugleich, wirtschaftlich vorteilhafte und ökologische Energielieferungen für Haushalte und Unternehmen anzubieten, die damit Wärme ohne Preisschwankungen und ohne Sorgen um eigene Anlagen erhalten“, sagt der Generaldirektor der Teplárny Brno / Heizwerke Brünn, Petr Fajmon.
Das Projekt wird auch erhebliche Umweltvorteile bringen. Durch die Nutzung von Kernwärme werden die CO₂-Emissionen jährlich um etwa 135.000 Tonnen reduziert, was dem Betrieb von rund 50.000 Pkw entspricht. Gleichzeitig ermöglicht es die schrittweise Stilllegung lokaler Gaskesselanlagen in mehreren Stadtteilen und trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei.

EIN PROJEKT, DESSEN ZEIT GEKOMMEN IST
Die Idee, Wärme aus Dukovany zur Versorgung Brünns zu nutzen, entstand bereits in den 1980er Jahren, doch erst die aktuelle Energiesituation gab ihr eine klare wirtschaftliche Grundlage. Die Energiekrise der letzten Jahre hat gezeigt, wie verwundbar ein System ist, das überwiegend auf Erdgas basiert. Die Heißwasserleitung bringt eine stabile, langfristig verfügbare und emissionsfreie Quelle in das Fernwärmesystem. Sie nutzt die bei der Stromerzeugung in Dukovany entstehende Wärme – also Energie, die ohne zusätzlichen Brennstoffeinsatz verfügbar ist und sonst ungenutzt bliebe.

WÄRME AUS KERNENERGIE IST NICHT PREISSCHOCKS AUSGESETZT
Ein zentraler Vorteil des Projekts ist die Vorhersehbarkeit. Wärme aus Kernenergie ist keinen Preisschocks oder starken Schwankungen auf den Rohstoffmärkten ausgesetzt, wie Europa sie nach Beginn des Krieges in der Ukraine oder im Zusammenhang mit Entwicklungen im Nahen Osten erlebt hat. In der Praxis bedeutet dies eine stabilere Entwicklung der Wärmepreise auf lange Sicht.
Das Projekt stellt zugleich eine effiziente Nutzung bestehender nuklearer Infrastruktur dar und erweitert den Einsatz der Kernenergie auch auf den Bereich der Wärmeversorgung. Die Tschechische Republik stärkt damit ihre Energieautarkie, ohne neue primäre Wärmequellen errichten zu müssen.

MODERNES ENERGIE-ÖKOSYSTEM DER STADT
Die neue Quelle wird Teil eines umfassenderen städtischen Energiesystems sein. Das zentrale System wird Kernwärme mit weiteren modernen Technologien kombinieren – etwa der energetischen Abfallverwertung oder Biomasse. So entsteht ein robustes und flexibles System, das weniger anfällig für Marktschwankungen ist.
Eine stabile, emissionsarme Energiequelle ist zudem wichtig für die zukünftige Stadtentwicklung. Neue Wohn- und Verwaltungsprojekte können an die bestehende Infrastruktur angeschlossen werden, ohne eigene Heizwerke oder individuelle Wärmequellen errichten zu müssen. Dies senkt Investitionskosten und vereinfacht Genehmigungsverfahren.
Die Vorbereitungsarbeiten laufen bereits. Teplárny Brno hat einen Vertrag mit der Firma Afry CZ über die Erstellung der Projektdokumentation einschließlich aller erforderlichen Genehmigungen unterzeichnet. Die ČEZ-Gruppe wird den Wärmetransport aus den Blöcken in Dukovany bis an die Grenze des Kraftwerks sicherstellen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2028 geplant, die ersten Wärmelieferungen könnten etwa im Jahr 2032 beginnen.

DER BRÜNNER HEISSWASSERANSCHLUSS INSPIRIERT EUROPA
Das Projekt hat auch eine starke internationale Dimension. Vertreter von Teplárny Brno / Heizwerken Brünn präsentierten es beispielsweise im Europäischen Parlament in Brüssel und Straßburg, wo es großes Interesse bei Fachleuten und Politikern weckte. Aus europäischer Sicht handelt es sich um eine der ersten großen Investitionen, die Kernenergie und Fernwärme in großem Maßstab verbindet.
„Schon heute wird das Projekt der Heißwasserleitung aus Dukovany im Ausland als Vorbild dafür gesehen, wie emissionsarme Quellen zur Dekarbonisierung von Städten genutzt werden können. Es ist ein Weg, der auch andere Metropolen inspirieren kann – nicht nur in Europa –, um Emissionen zu senken, die Energiesicherheit zu stärken und gleichzeitig bezahlbare Wärme für die Bevölkerung sicherzustellen“, sagt Petr Fajmon.
Das Projekt fand auch große Beachtung auf der Weltausstellung Expo 2025 im japanischen Osaka, wo sich unter anderem Länder wie China und Australien intensiv dafür interessierten. Für viele Staaten ist vor allem der pragmatische Ansatz inspirierend: die Nutzung einer bestehenden stabilen Energiequelle und deren Anbindung an die städtische Infrastruktur ohne grundlegende Veränderungen der Stadtstruktur.

STABILE ENERGIE FÜR DIE ZUKUNFT TSCHECHIENS
Die Tschechische Republik steht heute vor der Aufgabe, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrie zu erhalten. Die Heißwasserleitung von Dukovany nach Brünn zeigt, dass Dekarbonisierung nicht Instabilität oder steigende Kosten bedeuten muss.
Im Gegenteil: Sie kann auf einer starken Infrastruktur und stabilen Energiequellen basieren. Das Projekt nutzt bestehende nukleare Kapazitäten und erweitert deren Nutzen auch auf den Bereich der Wärmeversorgung, wodurch zugleich die Energieautarkie der Tschechischen Republik gestärkt wird. Dadurch entwickelt sich das Land zunehmend zu einem der interessantesten Beispiele für moderne städtische Energieversorgung in Mitteleuropa.
/gr/


Okamura: Tschechien sollte wegen der Energiepreise wieder auch in Russland nach Quellen suchen
ČTK
11. April 2026, oenergetice.cz

Eine Lösung für die hohen Energie- und Kraftstoffpreise wäre der Bezug von Gas und Öl aus Russland. Tschechien sollte daher seine Bezugsquellen erneut diversifizieren und seine Energiesicherheit sichern. Das sagte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Tomio Okamura (SPD), heute in der Sendung Za pět minut dvanáct des Fernsehsenders Nova. Tschechien hatte sich in der vergangenen Legislaturperiode nach dem russischen Angriff auf die Ukraine von der Abhängigkeit von Importen aus Russland gelöst.
„Heute sollte die Diversifizierung meiner Meinung nach auch wieder in die entgegengesetzte Richtung erfolgen. Übrigens hat die österreichische Regierung bereits im vergangenen Jahr gesagt, dass sie durchaus Energie aus Russland beziehen würde, sofern sie am günstigsten ist – allerdings nach Beendigung des Konflikts (der russischen Invasion in der Ukraine). Das bedeutet, wir sollten versuchen, unsere Energiesicherheit durch mehrere Quellen zu gewährleisten“, sagte Okamura.
Er fügte hinzu, dass für ihn am wichtigsten sei, dass tschechische Bürger und Unternehmen möglichst günstige Energie haben.

Nach Ansicht Okamuras erhöhen die aktuellen Eingriffe der USA im Iran das Risiko einer Energiekrise. Die Oppositionsabgeordnete und ehemalige Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses, Věra Kovářová (STAN), begrüßte, dass der Vorsitzende der Bewegung SPD anerkennt, dass der starke Preisanstieg eine Folge des Krieges ist. „Das haben Sie vor vier Jahren (nach dem russischen Angriff auf die Ukraine) nicht getan, damals haben Sie das tatsächlich bestritten“, sagte Kovářová.
Okamura argumentiert, dass russische Energieträger ohnehin weiterhin nach Europa geliefert werden. „Wenn Sie also nach Osten blicken und russisches Öl beziehen möchten, erinnere ich nur an das Jahr 2019, als verunreinigtes Öl aus Russland zu uns kam. Auf russisches Öl ist kein Verlass – es ist ein unzuverlässiger Partner. Es ist ein Partner, der uns erpressen kann, und das zeigt sich sowohl am Beispiel der Slowakei als auch Ungarns“, erklärte die Abgeordnete der STAN.
Bild: Der landgestützte Teil der Gaspipeline Nord Stream 2.
Quelle: https://oenergetice.cz/plyn/okamura-ces ... -i-v-rusku
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Verfasst: Di 14. Apr 2026, 07:50
von Gabi Reitinger
Auswahl von Zeitungsartikeln aus tschechischen Medien zum Thema Energie vom 14.4.2026:

Inhalt:
Ein weiterer gewonnener Gerichtsprozess für Dukovany: Bauarbeiten zur Anbindung des Kernkraftwerks können fortgesetzt werden.
Energietechniker haben nach einer geplanten zweimonatigen Abschaltung den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín wieder an das Stromnetz angeschlossen.
Rolls-Royce SMR mit Beteiligung von ČEZ wird die ersten kleinen modularen Reaktoren in Europa bauen.
Dukovany steuern auf einen achtzigjährigen Betrieb zu. ČEZ stärkt seine Rolle als Pfeiler der tschechischen Energiewirtschaft.
Fernwärmeleitung aus Dukovany: Du heizt, hast Licht – und musst dich um nichts kümmern.
Dukovany – Blöcke könnten länger in Betrieb bleiben.
Der zweite Temelín-Block produziert wieder Strom, künftig läuft er sechzehn Monate ohne Abschaltung.
Partner von ČEZ unterzeichnet Vertrag über drei modulare Reaktoren.
Temelin: Der zweite Block produziert wieder Strom.
Britisches SMR-Unternehmen mit ČEZ-Beteiligung erhält grünes Licht für erste europäische Reaktoren

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Ein weiterer gewonnener Gerichtsprozess für Dukovany: Bauarbeiten zur Anbindung des Kernkraftwerks können fortgesetzt werden
13.04.2026 Trebicsky denik
ČTK

Das Oberste Verwaltungsgericht (NSS) hat die Beschwerde des Vereins Kinder der Erde gegen Bauvorhaben im Zusammenhang mit der Erweiterung von Dukovany abgewiesen. Anpassungen an Straßen, Wasserleitungen sowie das Fällen von Bäumen können somit fortgesetzt werden.
Das Oberste Verwaltungsgericht (NSS) wies die Kassationsbeschwerde der Kinder der Erde gegen die Entscheidung über die Unterbringung von 16 Bauvorhaben zurück, die den Anschluss der neuen Kernenergiequelle in Dukovany an die Verkehrsinfrastruktur ermöglichen sollen. Die Entscheidung betrifft Anpassungen von Straßen und Zufahrten sowie die Verlegung einer Wasserleitung, erlaubt außerdem das Fällen von Bäumen und schreibt Ersatzpflanzungen vor.
Die Raumordnungsentscheidung wurde im Jahre 2023 vom Ministerium für Industrie und Handel erlassen. Die Kinder der Erde erhoben dagegen – ebenso wie weitere Vereine – erfolglos eine Verwaltungsklage beim Stadtgericht in Prag.

Umweltschützer forderten strengere Bedingungen….
In der anschließenden Kassationsbeschwerde setzten sich die Kinder der Erde beispielsweise für ein verpflichtendes umfassendes Umweltmonitoring ein. Nach Ansicht des Obersten Verwatungsgericht NSS enthält die Raumordnungsentscheidung jedoch bereits eine Reihe detaillierter Auflagen zum Schutz der Umwelt. Der Verein hatte auch mit der Forderung nach einer aktuellen Lärmstudie sowie mit Einwänden gegen das Fällen von Bäumen keinen Erfolg.
„Das NSS stellte in Übereinstimmung mit dem Stadtgericht fest, dass die Genehmigung zum Fällen von Bäumen sowie die Auflage zur Ersatzpflanzung rechtmäßig und ausreichend begründet sind“, heißt es im Urteil.

Weitere Beschwerden scheiterten bereits zuvor
Vor Kurzem wies das NSS auch Kassationsbeschwerden gegen die Entscheidung über die Unterbringung von 11 Bauvorhaben zurück, die die neue Kernenergiequelle in Dukovany bilden. Damit bestätigte es das Vorgehen des Ministeriums für Industrie und Handel, das zugleich Schutzgebiete sowie erneut Bedingungen für das Fällen und Pflanzen von Bäumen festgelegt hatte.
Die Beschwerden wurden von den Kindern der Erde sowie der Gesellschaft ESHG eingereicht, die Grundstücke in dem für die Erweiterung des Kernkraftwerks vorgesehenen Gebiet besitzt.

Neue Blöcke sollen Hunderte Milliarden kosten
Den Auftrag für den Bau in Dukovany im Gebiet Třebíč erhielt das koreanische Unternehmen KHNP. Der erste Block soll im Jahr 2036 fertiggestellt werden. Die Kosten für den derzeit bevorzugten Bau von zwei Reaktoren belaufen sich zu aktuellen Preisen auf 407 Milliarden Kronen.
/gr/


Energietechniker haben nach einer geplanten zweimonatigen Abschaltung den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín wieder an das Stromnetz angeschlossen.

ČTK
13. April 2026
Oenergetice.cz

Nach der geplanten zweimonatigen Abschaltung haben die AKW-Operateure den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín wieder an das Stromnetz angeschlossen. Mit der Stromproduktion begann er nach dem Austausch eines Teils der Brennelemente. Er wird jetzt 16 Monate in Betrieb sein, also sechs Monate länger als noch vor drei Jahren. Die Energietechniker haben außerdem die Steuerung eines Teils der Technologie auf ein neues System des Unternehmens Westinghouse umgestellt und die Sicherheitssysteme, die Turbine sowie den Generator überprüft. Darüber informierte heute der Sprecher des Kraftwerks, Marek Sviták.

Noch vor drei Jahren lag die Standardbetriebsdauer beider Temelín-Blöcke zwischen den regelmäßigen Abschaltungen für den Brennstoffwechsel bei etwa zehn Monaten. Nun verlängern die Energieexperten diese auf 16 Monate, worauf eine zweimonatige Abschaltung folgt. „Am zweiten Block haben wir den Zielzustand erreicht. Der Übergang erfolgte nicht sofort, sondern schrittweise in drei Etappen seit dem Jahr 2023, wobei jeder Schritt eine Verlängerung des Betriebs zwischen den Abschaltungen um zwei Monate bedeutete“, erklärte der Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.

Längere Brennstoffzyklen sollen die Sicherheit und Effizienz des Betriebs erhöhen und gleichzeitig die Voraussetzungen für einen langfristigen Betrieb der Kernkraftwerksblöcke in Tschechien schaffen. „Die Verlängerung der Brennstoffkampagnen ist ein weltweiter Trend. Dukovany ist bereits auf einen längeren Brennstoffzyklus umgestellt worden, und denselben Prozess schließen wir in diesem Jahr auch in Temelín ab. Weniger häufige Abschaltungen bedeuten eine geringere Belastung der Anlagen und schaffen zugleich die Voraussetzungen für eine höhere Jahresproduktion“, ergänzte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der CEZ-Abteilung Kernenergie.

Nun steht für die Energieexperten die abschließende Phase der Tests an, die eine gleichmäßige Verteilung der Reaktorleistung überprüfen sollen. Die Techniker werden auch die Turbine überwachen, bei deren Betrieb Hundertstel Millimeter entscheidend sind. Während der zweimonatigen Abschaltung führten die Energietechniker mehr als 20.000 Arbeiten durch. Sie überprüften die Sicherheitssysteme, die Turbine und den Generator und stellten etwa ein Drittel der Anlagen auf die Steuerung durch das neue System um. Zusammen mit den Zulieferern waren mehr als tausend Personen an den Arbeiten beteiligt.

Die Kernkraftwerke der ČEZ-Gruppe sind in den vergangenen Jahren schrittweise auf verlängerte Brennstoffkampagnen umgestiegen. In Dukovany ist seit dem Jahr 2024 eine sechzehnmonatige Brennstoffkampagne Standard, wobei der Betrieb der Blöcke zwischen den Abschaltungen 14 Monate dauert und eine mehr als einmonatige Abschaltung folgt. Den Übergang zu einer längeren, konkret achtzehnmonatigen Brennstoffkampagne wird Temelín noch in diesem Jahr abschließen. Das bedeutet dort 16 Monate Betrieb und etwa zwei Monate Abschaltung. Der erste Block wird den Zielzustand der längeren Brennstoffkampagne im Herbst dieses Jahres erreichen.

Seit Jahresbeginn hat das Kraftwerk Temelín 3,8 Terawattstunden Strom erzeugt. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kernkraftwerks Temelín, das sind 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr.


Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... insky-blok
/gr/


Rolls-Royce SMR mit Beteiligung von ČEZ wird die ersten kleinen modularen Reaktoren in Europa bauen.
ČTK
13. April 2026, Zeitung E15


Bild:Entwurf eines modularen Reaktors von Rolls-Royce SMR

Das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR, an dem das tschechische Energieunternehmen ČEZ beteiligt ist, wird die ersten kleinen modularen Reaktoren (SMR) in Europa bauen.
Dies geht aus einer Pressemitteilung von Rolls-Royce SMR hervor, nachdem am Montag eine Vereinbarung mit der britischen Regierungsorganisation Great British Energy – Nuclear unterzeichnet wurde.

In der ersten Bauphase sollen 3000 Arbeitsplätze entstehen, berichtet die Website Energy Live News.
Der Vertrag betrifft die detaillierte Planung, Projektierung und regulatorische Arbeiten. Er ermöglicht einen sofortigen Beginn der Arbeiten zur Lieferung von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR). Das Unternehmen Rolls-Royce SMR wird diese am Standort Wylfa auf der Insel Anglesey in Nordwales errichten.

Rolls-Royce SMR wurde im Juni 2025 als bevorzugter Bieter für dieses Projekt ausgewählt. Die britische Regierung stellte dafür 2,6 Milliarden Pfund (73 Milliarden Kronen) bereit. Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte im November 2025 an, dass in Wylfa die ersten SMR in Großbritannien entstehen werden.

Die am Montag geschlossene Vereinbarung ermöglicht die Ausarbeitung eines standortspezifischen Entwurfs und die Bestellung von Schlüsselkomponenten bei Lieferanten. Sie bietet außerdem die notwendige Sicherheit, um ein Einstellungsprogramm zu starten, das für die Durchführung dieser Arbeiten und die erfolgreiche Lieferung der ersten drei Blöcke erforderlich ist.

Projekt kann drei Millionen Haushalte versorgen

„Wir verändern die Art und Weise, wie Kernenergieprojekte umgesetzt werden, indem wir durch einen standardisierten, auf Fabrikfertigung basierenden Ansatz mehr Sicherheit bei Kosten und Zeitplan schaffen. Dieses Projekt ist wichtig für die Energiesicherheit des Vereinigten Königreichs und wird unser Unternehmen sowie die britische Lieferkette stärken“, sagte der Geschäftsführer von Rolls-Royce SMR, Chris Cholerton.

„Diese Vereinbarung ist ein Wendepunkt für die Kernenergie“, sagte der Geschäftsführer von Great British Energy – Nuclear, Simon Roddy.

Es wird erwartet, dass das Projekt mit drei Blöcken mindestens 1,4 Gigawatt (GW) Strom erzeugen wird, was ausreicht, um etwa drei Millionen Haushalte über mehr als 60 Jahre zu versorgen.

Bis zu sechs kleine modulare Reaktoren möchte Rolls-Royce SMR später in Zusammenarbeit mit ČEZ auch in der Tschechischen Republik bauen. Der erste davon soll neben dem Kernkraftwerk Temelín etwa Mitte der 2030er Jahre entstehen. ČEZ hält rund 20 Prozent an Rolls-Royce SMR.

Quelle: https://www.e15.cz/byznys/prumysl-a-ene ... pe-1432085
/gr/



Dukovany steuern auf einen achtzigjährigen Betrieb zu. ČEZ stärkt seine Rolle als Pfeiler der tschechischen Energiewirtschaft.
14.04.2026, Magazin Czech Industry Seite 40

ČEZ hat einen Vorbereitungsprozess gestartet, der einen langfristigen Betrieb des Kernkraftwerks Dukovany ermöglichen soll.

Dabei handelt es sich um einen Schritt, der die Energiesicherheit der Tschechischen Republik erheblich stärkt und die langfristige Strategie von ČEZ als stabiler und zuverlässiger Lieferant von emissionsarmer Elektrizität auch in Zeiten dynamischer Veränderungen auf dem Energiemarkt bestätigt. Für einen möglichen längeren Betrieb des Kernkraftwerks Temelín werden derzeit Analysen durchgeführt.
„Bisher haben wir unsere Kernkraftwerke für eine Betriebsdauer von etwa 60 Jahren geplant, und jeden Tag überzeugen wir uns davon, dass sie sich in einem hervorragenden Zustand befinden. Aktuelle wirtschaftliche und sicherheitstechnische Analysen bestätigen uns, dass es möglich sein wird, Dukovany länger zu betreiben. Ein achtzigjähriger Betrieb wird weltweit zunehmend zum Trend, und eine Reihe von Blöcken verfügt bereits über Lizenzen für 80 Jahre Betrieb. Wir sehen dies auch bei uns als realistisch an – selbstverständlich unter der Voraussetzung einer regelmäßigen Bewertung des Anlagenzustands und der Betriebssicherheit“, erklärte Generaldirektor Daniel Beneš und fügte hinzu:
„Dies wird selbstverständlich weder das Projekt zum Bau neuer Kernenergiequellen in Dukovany noch den Bau kleiner modularer Reaktoren beeinflussen. Der Stromverbrauch wird rasch steigen, und die Tschechische Republik wird möglichst viel emissionsfreie Elektrizität benötigen.“

ČEZ bewertet den zukünftigen Betrieb seiner Kernenergieanlagen regelmäßig mithilfe eines sogenannten techno-ökonomischen Modells, das insbesondere den technischen Zustand der Schlüsselkomponenten sowie die erwartete Entwicklung der Strompreise und weiterer Einflussfaktoren beurteilt. Auch auf Grundlage dieser Analysen ergibt sich eine klare Perspektive für den langfristigen Betrieb des Kernkraftwerks Dukovany. Für einen möglichen längeren Betrieb des Kernkraftwerks Temelín werden derzeit Analysen durchgeführt.

Investitionen halten die tschechische Industrie in Spitzenform
Die tschechischen Kernkraftwerke investieren jährlich rund sieben Milliarden Kronen in die Erhöhung der Sicherheit und in Modernisierungen. Diese Projekte schaffen Tausende von Arbeitsplätzen und bringen langfristige Aufträge sowie Exportpotenzial für tschechische Unternehmen – vom Maschinenbau bis hin zum hochspezialisierten Nuklearingenieurwesen.
Ein achtzigjähriger Betrieb setzt umfangreiche Investitionen und Modernisierungsprogramme voraus. Dazu gehören beispielsweise der Austausch bestimmter Teile der Maschinenanlagen – etwa Generatoren und andere Großkomponenten –, die Erneuerung ausgewählter Rohrleitungssysteme, Armaturen und elektrischer Komponenten sowie die schrittweise Einführung neuer Steuerungs- und Sicherheitssysteme. ČEZ steht somit nicht nur für eine stabile Stromproduktion, sondern unterstützt auch maßgeblich das technologische Niveau der tschechischen Industrie. Dank des Betriebs von Kernkraftwerken bewahrt sich die Tschechische Republik ein einzigartiges Know-how, über das in Europa nur eine begrenzte Zahl von Ländern verfügt.

Sicherheit ist die Grundvoraussetzung – ČEZ folgt strengsten Standards
„Jedes Jahr bewerten wir sehr detailliert die Bedingungen für den weiteren Betrieb, und alle wichtigen Entscheidungen stehen unter der Aufsicht der staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB). In Zehnjahreszyklen durchlaufen unsere Kernkraftwerke umfassende und anspruchsvolle ‚periodische Sicherheitsüberprüfungen‘. Voraussetzung für jede Entscheidung ist eine gründliche Vorbereitung und eine perfekte Kenntnis des Anlagenzustands“, betonte Vorstandsmitglied und Leiter der Sparte Kernenergie Bohdan Zronek.

Modernisierung geht weiter: neue Systeme, höhere Leistung, höhere Zuverlässigkeit
Die Blöcke in Dukovany (in Betrieb genommen 1985–1987) sowie in Temelín (2000 und 2002) erreichen dank Modernisierungen deutlich höhere Leistungen als bei ihrer Inbetriebnahme – in Dukovany rund 512 MW, in Temelín 1086 MW. „Das ist so, als hätten wir einen weiteren Dukovany-Block gebaut“, ergänzte Bohdan Zronek. ČEZ wird die Modernisierung auch in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen. In Dukovany ist der Austausch bedeutender Teile der Maschinenanlagen, einschließlich Turbosätzen und Generatoren, geplant. Beide Kraftwerke starten zudem umfangreiche Projekte zur Modernisierung der Steuerungs- und Sicherheitssysteme.
Die Reaktordruckbehälter unterliegen einem strengen langfristigen Monitoring – ein Austausch ist nicht erforderlich. Ihr technischer Zustand wird regelmäßig bewertet und erfüllt sämtliche Anforderungen für einen sicheren Betrieb.
/gr/


Fernwärmeleitung aus Dukovany: Du heizt, hast Licht – und musst dich um nichts kümmern.
14.04.2026, Monatszeitung Brněnský Metropolitan / Brünner Metropolitan Seite 25

Die Fernwärmeleitung aus Dukovany und was sie für Brünn bringt

In einer Zeit, in der die Energiepreise je nach Entwicklung auf den Weltmärkten stark schwanken, bereiten die Stadtheizwerke Brünn ein Projekt vor, das eine grundlegende Veränderung bringen kann. Die Fernwärmeleitung aus dem Kernkraftwerk Dukovany soll Wärme liefern, deren Preis weder von Schwankungen der Gaspreise noch von der Situation auf den Rohstoffmärkten abhängig ist. Für Haushalte bedeutet das eine höhere Planbarkeit der Heizkosten und langfristige Sicherheit.
Die Stadtheizwerke Brünn planen den Bau einer etwa 42 Kilometer langen Leitung, die Wärme, die bei der Stromerzeugung in Dukovany entsteht, in die Stadt bringt. In Brünn sollen daran neue und modernisierte Verteilnetze anschließen, die die neue Quelle mit dem bestehenden Fernwärmenetz verbinden. Nach der Fertigstellung könnte die Leitung bis zu die Hälfte des jährlichen Wärmeverbrauchs der Stadt decken.
An die neue Quelle werden Haushalte angeschlossen, die die zentrale Wärmeversorgung nutzen – also rund 250.000 Einwohner –, aber auch Schulen, Krankenhäuser und weitere Einrichtungen. Nach und nach sollen weitere Stadtteile angeschlossen werden.

Ein wesentlicher Vorteil wird die deutliche Verringerung der Abhängigkeit von Erdgas sein – dessen Anteil an der Wärmeerzeugung könnte von derzeit etwa 80 % auf rund 10 % sinken. Brünn erhält damit eine starke und stabile Wärmequelle für viele Jahrzehnte.
Das Projekt bringt auch einen bedeutenden ökologischen Effekt. Durch die Nutzung der Wärme aus dem Kernkraftwerk könnten jährlich bis zu 135.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Wenn alles nach Plan verläuft, könnte der Bau im nächsten Jahr beginnen, die Fertigstellung wird für das Jahr 2032 erwartet. Die Fernwärmeleitung knüpft damit an die Tradition der Brünner Fernwärmeversorgung an und trägt dazu bei, eine zuverlässige und langfristig nachhaltige Wärmeversorgung auch für kommende Generationen sicherzustellen.
Weitere Informationen zum Projekt und zu seiner Vorbereitung finden Interessierte auf der Website:
www.horkovod.cz
/gr/


Dukovany – Blöcke könnten länger in Betrieb bleiben.
14.04.2026, Technische Wochenzeitung / Technický týdeník Seite 3

Das tschechische Kernkraftwerk Dukovany kann länger betrieben werden und steuert auf eine Betriebsdauer von bis zu 80 Jahren zu. Es wird damit weiterhin ein wichtiger Pfeiler der tschechischen Energiewirtschaft bleiben, der durch neue große, kleine und mittlere Kernenergiequellen, neue erneuerbare Energiequellen sowie Gaskraftwerke ergänzt werden soll.
Das Ministerium für Industrie und Handel (MPO) hat Modelle zur Entwicklung von Stromverbrauch und -erzeugung ausgewertet und aktualisiert und arbeitet sie in eine neue Fassung der langfristigen Energiestrategie ein. Der erwartete Anstieg des Stromverbrauchs in der gesamten Wirtschaft, die Entwicklung von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz sowie die Elektrifizierung von Teilen der Industrie erfordern eine möglichst große Menge stabil und sicher erzeugter emissionsarmer Elektrizität. Neben dem Ausbau neuer emissionsfreier Quellen rechnet die Tschechische Republik daher auch mit einer Verlängerung des Betriebs des bestehenden Kernkraftwerks Dukovany auf bis zu 80 Jahre. Dieser Schritt spiegelt europäische und globale Trends sowie die Entwicklung der tschechischen Wirtschaft wider.

„Der Betrieb von Dukovany bis zu 80 Jahren ist kein Ersatz für neue Blöcke, sondern deren logische Ergänzung im Rahmen der tschechischen Energiestrategie. Die Tschechische Republik verfügt im Bereich der Kernenergie über außergewöhnliches Know-how, und wir können unsere Kraftwerke sicher, effizient und mit hoher Zuverlässigkeit betreiben. Deshalb ist es sinnvoll, den langfristigen Betrieb von Dukovany bis an die Grenze von 80 Jahren vorzubereiten. Gleichzeitig ändert dies nichts an der Notwendigkeit, den Bau neuer Kernenergiequellen fortzusetzen und kleine modulare Reaktoren vorzubereiten, da die Tschechische Republik möglichst große Mengen an stabiler, sicherer und wettbewerbsfähiger Elektrizität benötigen wird“, sagte der Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček.
Die Modernisierung, in die die Kernkraftwerke jährlich rund 7 Milliarden Kronen investieren, bringt erhebliche technologische Vorteile sowie langfristige Aufträge für die tschechische Industrie. Dadurch wird Spitzen-Know-how erhalten und weiterentwickelt, das auch auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig ist.
Für einen möglichen längeren Betrieb des Kernkraftwerks Temelín werden derzeit Analysen durchgeführt. Ein achtzigjähriger Betrieb setzt umfangreiche Investitionen und Modernisierungsprogramme voraus. Dazu gehören beispielsweise der Austausch einiger Teile der Maschinenanlagen – etwa Generatoren und großer Komponenten –, die Erneuerung ausgewählter Rohrleitungen, Armaturen und elektrischer Anlagen sowie die schrittweise Einführung neuer Steuerungs- und Sicherheitssysteme.

Das Ziel des Ministeriums ist es, ein robustes, emissionsarmes und langfristig nachhaltiges Energiesystem zu schaffen, das den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Tschechischen Republik entspricht. Einen Betrieb bestehender Kernkraftwerksblöcke bis zu 80 Jahren haben beispielsweise bereits die Vereinigten Staaten ermöglicht, und auch eine Reihe weiterer Länder bereitet diesen Schritt vor.
„Die Lebensdauer von Kernkraftwerken ist in der Tschechischen Republik nicht strikt auf eine bestimmte Anzahl von Jahren begrenzt. Vereinfacht gesagt richtet sie sich nach dem Zustand sicherheitsrelevanter Komponenten. Eine Laufzeitverlängerung ist nur möglich, wenn der Betreiber nachweist, dass die Anlage alle Sicherheitsanforderungen erfüllt, das Alterungsmanagement beherrscht wird und der technische Zustand den aktuellen Standards entspricht, und wenn zugleich die notwendigen personellen Ressourcen für den weiteren Betrieb vorhanden sind. Wir werden jeden Schritt und jede vorgelegte Bewertung stets sehr streng und detailliert prüfen“, erklärte der Vorsitzende der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB, Štěpán Kochánek.

Die einzelnen Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Ihre Leistung ist dank umfangreicher Modernisierungen schrittweise von ursprünglich 440 MW auf 512 MW gestiegen. In Temelín stieg die Leistung pro Block von ursprünglich 1.000 MW auf 1.086 MW. Der Plan für den langfristigen Betrieb von Dukovany sieht vor, die Modernisierungsprojekte auch in den kommenden Jahrzehnten fortzusetzen.
Derzeit prüft ČEZ beispielsweise den Austausch bedeutender Teile der Maschinenanlagen in Dukovany, einschließlich Komponenten der Turbosätze sowie den Ersatz von Generatoren. Gleichzeitig wurde die Erneuerung und Modernisierung der Steuerungs- und Sicherheitssysteme begonnen. Ein Austausch der Reaktordruckbehälter ist hingegen nicht vorgesehen; für sie gilt jedoch ein Programm strenger und regelmäßiger Kontrollen sowie einer langfristigen Überwachung ihres technischen Zustands.
/gr/


Der zweite Temelín-Block produziert wieder Strom, künftig läuft er sechzehn Monate ohne Abschaltung.
14.04.2026, Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 2

Ende der vergangenen Woche begann der zweite Block des Kernkraftwerks Temelín wieder Strom in das Übertragungsnetz einzuspeisen.

Temelín – Gegen Ende der vergangenen Woche nahm der zweite Block des Kernkraftwerks Temelín erneut die Stromlieferung in das Übertragungsnetz auf. Die AKW-Operateure schalteten ihn nach dem Austausch eines Teils der Brennelemente wieder ans Netz. Er wird nun sechzehn Monate im Betrieb sein – sechs Monate länger als noch vor drei Jahren. Die Energietechniker stellten außerdem die Steuerung eines Teils der Technologie auf ein neues System des Unternehmens Westinghouse um und überprüften die Sicherheitssysteme, die Turbine sowie den Generator. Gemeinsam mit dem Kraftwerk Dukovany sind damit derzeit alle sechs tschechischen Kernkraftwerksblöcke in Betrieb.

VERLÄNGERUNG DES BETRIEBS...
Noch vor drei Jahren lag die Standardbetriebsdauer beider Temelín-Blöcke zwischen Abschaltungen bei etwa zehn Monaten. Nun verlängern die Energietechniker diesen Zeitraum auf sechzehn Monate, gefolgt von einer zweimonatigen Abschaltung.
„Am zweiten Block haben wir den Zielzustand erreicht. Der Übergang erfolgte nicht abrupt, sondern schrittweise in drei Etappen seit dem Jahr 2023, wobei jeder Schritt eine Verlängerung des Betriebs zwischen den Abschaltungen um zwei Monate bedeutete“, erklärte der Direktor des Kernkraftwerks Temelín, Petr Měšťan.
Längere Brennstoffzyklen sind ein wichtiger Bestandteil des Programms „Sicher 32 Tera“, das nicht nur die Sicherheit und Effizienz des Betriebs erhöhen, sondern auch die Voraussetzungen für den langfristigen Betrieb der Kernkraftwerksblöcke in Tschechien schaffen soll.
„Die Verlängerung der Brennstoffzyklen ist ein weltweiter Trend. Dukovany ist bereits auf einen längeren Brennstoffzyklus umgestellt worden, und denselben Prozess schließen wir in diesem Jahr auch in Temelín ab. Weniger häufige Abschaltungen bedeuten eine geringere Belastung für die Anlagen und schaffen gleichzeitig Voraussetzungen für eine höhere Jahresproduktion“, ergänzte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Abteilung Kernenergie.

ABSCHLUSSPHASE DER TESTS...
Nun steht für die Energietechniker die abschließende Testphase an, in der die gleichmäßige Leistungsverteilung des Reaktors überprüft wird. Die Techniker werden die Turbine überwachen, bei der im Betrieb Bruchteile von Millimetern entscheidend sind.
Innerhalb von zwei Monaten führten die Energietechniker mehr als zwanzigtausend Arbeiten und Kontrollen durch. Sie überprüften die Sicherheitssysteme, die Turbine und den Generator. Etwa ein Drittel der Anlagen wurde auf ein neues Steuerungssystem umgestellt. Einschließlich externer Lieferanten waren mehr als tausend Personen an den Arbeiten beteiligt.
/gr/


Partner von ČEZ unterzeichnet Vertrag über drei modulare Reaktoren.
14.04.2026, Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 2
Autor: Jan Brož

Großbritannien hat einen weiteren wichtigen Schritt unternommen, um eines der ersten Länder der Welt mit einem funktionsfähigen kleinen modularen Reaktor (SMR) zu werden. Das staatliche Unternehmen Great British Energy hat mit Rolls-Royce SMR einen verbindlichen Vertrag über die Lieferung von drei Reaktoren für den Standort des ehemaligen „großen“ Kraftwerks Wylfa unterzeichnet. Einen Anteil von 20 % an der Tochtergesellschaft des Triebwerksherstellers Rolls-Royce hält auch der tschechische Energieversorger ČEZ.
Die Unterzeichnung der Vereinbarung bedeutet, dass Rolls-Royce SMR mit der Planung für den konkreten Standort sowie mit der Sicherstellung von Komponenten aus seiner Lieferkette beginnen kann. Wie die britische Regierung zudem mitteilte, wird das Projekt aus dem National Wealth Fund unterstützt, der auf die Förderung sauberer Technologien und die Transformation der Industrie ausgerichtet ist. Rolls-Royce SMR erhält dadurch 599 Millionen Pfund (rund 16,8 Milliarden Kronen) für die Entwicklung modularer Reaktoren.

Den Standort an der Nordküste der walisischen Insel Ynys Môn hatte die britische Regierung bereits im vergangenen Jahr ausgewählt. Seit dem Jahr 1971 war dort das gleichnamige Kernkraftwerk Wylfa in Betrieb, das vor 11 Jahren stillgelegt wurde. Ursprünglich wollte das japanische Unternehmen Hitachi dort ein neues konventionelles Kernkraftwerk errichten, letztlich kaufte jedoch die britische Regierung das Gelände. Geplant sind dort drei modulare Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 470 Megawatt. Einen leichten technologischen Vorsprung im SMR-Bereich hat gegenüber Rolls-Royce nur der wichtigste US-Konkurrent GE Hitachi, der bereits ein Kraftwerk im kanadischen Ontario baut.
„Dieser Schritt stärkt die Stabilität des britischen SMR-Programms und hebt unser Unternehmen zugleich als einzigen Akteur im SMR-Bereich mit mehreren konkreten Verpflichtungen in Europa hervor – einschließlich des Baus der ersten drei Blöcke in Wylfa und von bis zu sechs Blöcken in der Tschechischen Republik“, erinnerte der Chef von Rolls-Royce SMR, Chris Cholerton, daran, dass unmittelbar nach den Projekten im Heimatland auch der Bau modularer Reaktoren in Tschechien folgen soll.

Die teilstaatliche Gruppe ČEZ hat schrittweise für rund sechs Milliarden Kronen einen Anteil von 20 % an Rolls-Royce SMR erworben, nachdem das Unternehmen als Lieferant für den ersten SMR in Tschechien ausgewählt worden war. Dieser soll in der ersten Hälfte der 2030er Jahre in Temelín errichtet werden. Es sollen weitere klassische Kraftwerksstandorte folgen, etwa Tušimice.
Nach Angaben des Industrieministers Karel Havlíček analysiert die Regierung derzeit, in welcher Form das nationale Kernenergieprogramm fortgeführt wird. Aktuell laufen bereits intensive Vorbereitungen für den Bau von zwei neuen „großen“ Blöcken in Dukovany. Innerhalb weniger Monate will die Regierung entscheiden, ob auch in Temelín konventionelle Reaktoren gebaut werden sollen und welchen Zeitplan der Ausbau von SMR haben wird.
/gr/


Temelin: Der zweite Block produziert wieder Strom.
14.04.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Südöhmen - Seite 9

Temelín – Gegen Ende der vergangenen Woche begann der zweite Block des Kraftwerks Temelín wieder Strom zu liefern. Die Operateure schalteten ihn nach dem Austausch eines Teils des Brennstoffs wieder ans Netz. Er wird sechzehn Monate in Betrieb sein – sechs Monate länger als noch vor drei Jahren.
Die Energietechniker stellten außerdem die Steuerung eines Teils der Technologie auf ein neues System des Unternehmens Westinghouse um und überprüften die Sicherheitssysteme, die Turbine sowie den Generator.
„Am zweiten Block haben wir den Zielzustand erreicht. Der Übergang erfolgte nicht abrupt, sondern schrittweise in drei Etappen seit dem Jahr 2023, wobei jeder Schritt eine Verlängerung des Betriebs zwischen den Abschaltungen um zwei Monate bedeutete“, erklärte der Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.
/gr/


Britisches SMR-Unternehmen mit ČEZ-Beteiligung erhält grünes Licht für erste europäische Reaktoren
ČTK
13. April 2026, oenergetice.cz

Das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR, an dem der tschechische Energieversorger ČEZ beteiligt ist, wird die ersten kleinen modularen Reaktoren (SMR) in Europa bauen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde heute mit der britischen staatlichen Organisation Great British Energy – Nuclear unterzeichnet, wie aus einer Pressemitteilung von Rolls-Royce SMR hervorgeht. In der ersten Bauphase sollen 3000 Arbeitsplätze entstehen, berichtet das Portal Energy Live News.
Der Vertrag betrifft die detaillierte Planung, das Projektmanagement sowie regulatorische Arbeiten. Er ermöglicht den sofortigen Beginn der Arbeiten zur Lieferung von drei kleinen modularen Reaktoren (SMR). Das Unternehmen wird diese am Standort Wylfa auf der Insel Anglesey in Nordwales errichten.

Rolls-Royce SMR wurde im Juni 2025 als bevorzugter Bieter für dieses Projekt ausgewählt. Die britische Regierung stellte dafür 2,6 Milliarden Pfund (73 Milliarden Kronen) bereit. Premierminister Keir Starmer kündigte im November 2025 an, dass in Wylfa die ersten SMR in Großbritannien entstehen sollen.
Die heutige Vereinbarung ermöglicht es dem Unternehmen, einen standortspezifischen Entwurf auszuarbeiten und wichtige Komponenten bei Zulieferern zu bestellen. Sie schafft außerdem die notwendige Planungssicherheit für den Start eines Rekrutierungsprogramms, das für die Umsetzung der Arbeiten und die erfolgreiche Lieferung der ersten drei Blöcke erforderlich ist.
„Wir verändern die Art und Weise, wie Kernenergieprojekte umgesetzt werden, indem wir durch einen standardisierten Ansatz auf Basis industrieller Fertigung mehr Sicherheit in Bezug auf Kosten und Zeitpläne schaffen. Dieses Projekt ist wichtig für die Energiesicherheit des Vereinigten Königreichs und wird unser Unternehmen sowie die britische Lieferkette stärken“, erklärte der Geschäftsführer von Rolls-Royce SMR, Chris Cholerton.
„Diese Vereinbarung ist ein Wendepunkt für die Kernenergie“, sagte der Geschäftsführer von Great British Energy – Nuclear, Simon Roddy.

Es wird erwartet, dass das Projekt mit drei Blöcken mindestens 1,4 Gigawatt (GW) Strom erzeugen wird, was ausreicht, um etwa drei Millionen Haushalte über mehr als 60 Jahre zu versorgen.
Bis zu sechs kleine modulare Reaktoren möchte Rolls-Royce SMR später gemeinsam mit ČEZ auch in der Tschechischen Republik errichten. Der erste davon soll etwa Mitte der 2030er Jahre neben dem Kernkraftwerk Temelín entstehen. ČEZ hält rund 20 Prozent an Rolls-Royce SMR.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... e-reaktory
/gr/



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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Verfasst: Mi 15. Apr 2026, 08:21
von Gabi Reitinger
Auswahl von Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 15.4.2026:

Inhalt:
Acht Monate Bohrarbeiten sind abgeschlossen. Dukovany hat die geologische Untersuchung der Grundstücke für neue Blöcke abgeschlossen.
Greenpeace: In Tschernobyl droht Einsturz der inneren Schutzhülle.
Babiš: Verstaatlichung von ČEZ wird im Juni auf der Hauptversammlung des Unternehmens beginnen.
Zerschlagung von ČEZ? Die Übernahme der Stromerzeugung würde sich verzögern.
Dukovany: Bei dem Kernkraftwerk wurden Bohrarbeiten am Standort der neu geplanten Blöcke abgeschlossen.
Die Verstaatlichung von ČEZ startet im Juni. Für Aktionäre stehen Hunderte Milliarden auf dem Spiel

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Acht Monate Bohrarbeiten sind abgeschlossen. Dukovany hat die geologische Untersuchung der Grundstücke für neue Blöcke abgeschlossen
14.4.2026
iRozhlas.cz

Die Bohrarbeiten am Standort der künftigen zwei neuen Blöcke des Kernkraftwerks in Dukovany in der Region Třebíč sind beendet. Auf einer Fläche von etwa 200 Hektar haben Geologen innerhalb von acht Monaten insgesamt mehr als 13 Kilometer Bohrungen durchgeführt. Dies teilte Petr Závodský, Generaldirektor der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), die als Investor für den Ausbau von Dukovany verantwortlich ist, Journalisten bei der Einlagerung der letzten Bohrkerne in eine Lagerbox am Dienstag mit.

Auf einer Fläche von etwa 200 Hektar haben Geologen in Dukovany innerhalb von acht Monaten insgesamt mehr als 13 Kilometer Bohrungen durchgeführt.

Der Abschlussbericht zur geologischen Untersuchung wird im August fertiggestellt sein. „Die Ergebnisse werden wir für die Ausarbeitung der Genehmigungsdokumentation verwenden, insbesondere für die Baugenehmigung durch das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit SUJB, zur Bestätigung der Eignung des Standorts und dafür, dass die Gebäude auf stabilem Untergrund errichtet werden“, sagte Závodský.

Die am Dienstag durchgeführte Bohrung mit einer Tiefe von 36 Metern befand sich an einem Ort, an dem beispielsweise Kühltürme entstehen sollen. Die Bohrkerne wurden in einer Gedenk-Holzkiste aufbewahrt. Die geotechnische Untersuchung begann im vergangenen August. Neben 306 Bohrungen führten die Fachleute 352 Penetrationssondierungen mit einer Gesamtlänge von fast 5280 Metern sowie 19 geophysikalische Profile durch.

Die meisten Bohrungen führten die Geologen an den Standorten der geplanten Reaktorgebäude durch, wobei die tiefsten Bohrungen bis zu 140 Meter geplant waren. „In der Realität war die tiefste Bohrung hier etwa 155 Meter“, sagte Pavel Donát von der Firma ČEZ Energetické produkty, die die Untersuchung durchführt.

In Laboren in Tschechien und Italien untersuchen Fachleute die gewonnenen Proben unter anderem auf die Festigkeit des Gesteins, die Ausbreitung seismischer Wellen sowie die detaillierte chemische Zusammensetzung. Die Bohrkerne sind in 2850 Kisten gelagert und befinden sich derzeit in der Nähe des Kraftwerks in Heřmanice. Sie werden während der Bauzeit der neuen Blöcke und ein ausgewählter Teil während der gesamten Betriebszeit aufbewahrt.

Frühere Untersuchungen...
Im Zusammenhang mit den Plänen für neue Blöcke wurde in der Umgebung von Dukovany bereits zwischen den Jahren 2015 und 2018 eine geologische Untersuchung durchgeführt. Damals führten Fachleute 168 Bohrungen durch, einige bis in Tiefen von 250 Metern, teilte EDU II mit. „Bei der ersten Untersuchung mussten wir überprüfen, ob der Standort geeignet ist, aber wir haben dies nicht für ein konkretes Projekt gemacht“, sagte Závodský. Die aktuelle detaillierte Untersuchung basiert bereits auf den von KHNP geplanten Gebäuden.

EDU II möchte das gesamte Baugelände im Jahr 2029 an das koreanische Unternehmen übergeben; bis dahin können Landwirte die Flächen nutzen. Das Gebiet wird noch von Archäologen untersucht werden. „Derzeit diskutieren wir mit KHNP, wie diese Untersuchung durchgeführt werden soll, damit wir sie rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten starten können, aber gleichzeitig, wenn wir bestimmte Flächen freilegen, sie bereits freigelegt lassen können“, sagte Závodský.

Fachleute der Akademie der Wissenschaften haben das Gebiet bereits begangen und auf Grundlage historischer Karten Orte mit möglichen Funden markiert.

Der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke in Tschechien soll das größte inländische Projekt überhaupt werden. Der erste neue Block in Dukovany könnte im Jahr 2036 fertiggestellt werden, der zweite ein Jahr später. Das Kernkraftwerk Dukovany verfügt derzeit über vier Blöcke, die zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen wurden.

https://www.irozhlas.cz/veda-technologi ... 141244_raf
/gr/




Greenpeace: In Tschernobyl droht Einsturz der inneren Schutzhülle
15.04.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník (ČTK)
Rubrik: Ereignisse - Seite: 6

24 Stunden in der Welt
Kiew – Die Umweltorganisation Greenpeace hat vor einem möglichen unkontrollierten Einsturz der inneren Strahlenschutzhülle im ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine gewarnt, der das Risiko eines Austritts von Radioaktivität in die Umwelt erhöhen könnte. „Die Schutzhülle funktioniert nicht so, wie sie entworfen wurde, und es besteht die Möglichkeit von Radioaktivitätsaustritten“, warnte Shaun Burnie, Atomenergie-Experte von Greenpeace Ukraine.
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Babiš: Verstaatlichung von ČEZ wird im Juni auf der Hauptversammlung des Unternehmens beginnen
15.04.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny ČTK Seite: 2


Die ersten Schritte zur Verstaatlichung des Energieunternehmens ČEZ wird der Staat auf der diesjährigen Hauptversammlung der Firma im Juni unternehmen. Das sagte Premierminister Andrej Babiš (ANO) am Dienstag gegenüber Journalisten. Konkrete Maßnahmen nannte er jedoch nicht. Er bestätigte, dass der Regierungsplan zur vollständigen Übernahme von ČEZ weiterhin gilt. Dies sei seiner Ansicht nach notwendig, um die Entwicklung der Energiepreise besser kontrollieren und den Energiesektor weiterentwickeln zu können. Die Verstaatlichung soll bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2029 abgeschlossen sein.

Der Staat hält über das Finanzministerium rund 70 Prozent der Anteile an ČEZ, der Rest gehört Minderheitsaktionären. Durch den Aufkauf der Anteile der Minderheitsaktionäre würde der Staat zum alleinigen Eigentümer werden.
Zur geplanten Verstaatlichung erklärte Babiš am Dienstag, dass sie nicht schnell erfolgen werde, die ersten Schritte jedoch auf der Hauptversammlung im Juni gesetzt würden. „Der Plan zur Verstaatlichung gilt. Es ist wichtig, damit wir den Bürgern und der gesamten Wirtschaft helfen können. Energien sind dabei dafür entscheidend“, betonte der Premier. Seiner Meinung nach hätte das Unternehmen niemals privatisiert werden dürfen.
„Ein solcher Schritt ist keine Angelegenheit einer einzigen Regierung und einer einzigen Wahlperiode. Die Verstaatlichung von ČEZ verbessert nicht die Kontrolle des Staates über die Entwicklung der Energiepreise“, konterte der Schattenminister für Industrie und Handel Pavel Drobil (ODS). Für eine detailliertere Stellungnahme sei es notwendig, das Programm der Hauptversammlung zu kennen.
Die Regierung hatte bereits in den vergangenen Monaten angekündigt, dass der Verstaatlichungsprozess in diesem Jahr beginnen und etwa zweieinhalb Jahre dauern soll. Der Gesamtpreis werde sich laut einer Erklärung des Ministers für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) vom Januar nach dem damaligen Aktienkurs richten. In der Vergangenheit räumte er jedoch ein, dass die Verstaatlichung etwa 250 Milliarden Kronen kosten könnte.
Die Opposition kritisiert den Plan zur Verstaatlichung von ČEZ seit Langem. Ihrer Ansicht nach wird er erhebliche Auswirkungen auf die Verschuldung des Unternehmens sowie auf den Staatshaushalt haben, da ČEZ dann keine Dividenden aus dem Gewinn ausschütten würde. „Das ergibt wirtschaftlich keinen Sinn“, sagte in der Vergangenheit der ehemalige Industrieminister Lukáš Vlček (STAN).
Im vergangenen Jahr erzielte ČEZ einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen; der Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 1,7 Milliarden Kronen. Ebenfalls rückläufig waren das Betriebsergebnis und die Umsatzerlöse des Unternehmens.

Redaktion HN - autori@hn.cz
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Zerschlagung von ČEZ? Die Übernahme der Stromerzeugung würde sich verzögern
15.04.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 14 Autor: Luděk Vainert

Energiewirtschaft:
Bei ČEZ wirklich kursbestimmende Ereignisse zu finden, ist in letzter Zeit eine recht schwierige Aufgabe. Seit Ende Januar, als sich die Aktie des staatlich kontrollierten Energiekonzerns teilweise von einem bislang unerklärten Einbruch erholt hat, bewegt sich der Kurs konstant in der Nähe von 1200 Kronen. Diese Marke wird gelegentlich durchbrochen, danach fällt der Kurs wieder um einige Dutzend Kronen darunter, und nach einiger Zeit wiederholt sich der Zyklus.
Dabei hat das Unternehmen in dieser Zeit seine Geschäftsergebnisse veröffentlicht und den Markt mit einem Ausblick für dieses Jahr überrascht. Zudem hat ein bedeutender Unternehmer, der im tschechischen Energiesektor großes Gewicht hat und somit mit ČEZ konkurriert, bekannt gegeben, dass er seinen Anteil an dem teilstaatlichen Unternehmen deutlich erhöht hat und nun mit Abstand der größte Minderheitsaktionär ist.
Hinzu kommt, dass sich der Persische Golf zum Epizentrum einer außergewöhnlichen Krise mit weitreichenden Auswirkungen auf die Preise von Öl und anderen Energien entwickelt hat. Das i-Tüpfelchen für die Aktionäre ist die jüngste Ankündigung der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB, die den Weg dafür freigemacht hat, dass vier alte Reaktoren in Dukovany noch bis zu zwanzig Jahre länger Strom erzeugen – und somit für ČEZ Gewinne erwirtschaften können.

All dies hat jedoch weder eine Kaufwelle unter den Investoren ausgelöst noch einen bedeutenden Ausverkauf in Gang gesetzt. Im Gegenteil: Das Handelsvolumen der ČEZ-Aktien ist ungewöhnlich niedrig. Der entscheidende kursbestimmende Faktor liegt nämlich in den Händen der Regierung, die die Verstaatlichung des Produktionsbereichs von ČEZ plant. Wie genau sie dies umsetzen will, ist weiterhin unklar. Offiziell ist dank Premierminister Andrej Babiš lediglich bekannt, dass der Startschuss Ende Juni fallen soll. Zu diesem Zeitpunkt findet seit Jahren die Hauptversammlung von ČEZ statt, auf der der Vertreter der Regierung unter den Augen der Minderheitsaktionäre alles durchsetzen kann, was er will.
Da der Staat 70 Prozent der Stimmrechte hält, kann es auch diesmal kaum anders ausgehen, wenn auf der Tagesordnung ein Punkt steht, der selbst die traditionell meistbeachtete Abstimmung über die vorgeschlagene Dividende in den Schatten stellen wird. Der Staat wird die Abstimmung über Schritte zur Verstaatlichung von ČEZ auf die Agenda setzen und diese anschließend – nach einer Debatte, in der die Minderheitsaktionäre zwar ihre Meinung äußern können, die aber nichts ändern wird – verabschieden.
Was genau beschlossen wird, sagte Babiš auf der Pressekonferenz am Dienstag, auf der er bestätigte, dass der Regierungsplan zur vollständigen Übernahme von ČEZ weiterhin gilt, nicht. Die einzige Information, die als kursbestimmend gelten könnte, ist seine Bemerkung, dass der Prozess sehr lange dauern wird. Babiš möchte die Verstaatlichung bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2029 abschließen. Das ist eine wesentliche Änderung.

Der Industrieminister Karel Havlíček, der das Wirtschaftsprogramm der Bewegung ANO ausgearbeitet und später in die staatliche Wirtschaftsstrategie überführt hat, hatte bislang wiederholt erklärt, dass „der gesamte Prozess eineinhalb bis zwei Jahre dauern wird“. Bezieht man dies auf den Januar dieses Jahres, als diese Aussage ebenfalls fiel, müsste der Prozess im Jahr 2027 abgeschlossen sein. Warum beansprucht Premier Babiš nun also zwei weitere Jahre?
Eine logische Erklärung könnte sein, dass der Staat eine Aufspaltung von ČEZ in zwei Unternehmen vorbereitet. Ein Teil würde die konventionelle Stromerzeugung aus Kohle und Kernenergie umfassen, der andere die stabil profitable Verteilung, den Handel und vermutlich auch erneuerbare Energiequellen. Im Grunde wäre dies eine Rückkehr zu einem Plan, den der ČEZ-Chef Daniel Beneš Babiš bereits in dessen erster Amtszeit als Premier im Interesse einer schnelleren Finanzierung von Investitionen in die Kernenergie vorgeschlagen hatte. Damals lehnte Babiš dies ab, da für ihn alles – einschließlich der staatlich regulierten Verteilung – strategisch war und es somit nichts zu trennen gab.
Wenn er seine Meinung nun geändert hat, gibt es dafür nur einen Grund: Geld. Das Herausdrängen der Minderheitsaktionäre von ČEZ wäre bereits beim aktuellen Kurs teuer, zumal die Investoren eine Prämie erwarten, die den Wert des privaten Anteils auf nahezu eine Viertelbillion Kronen treiben würde. Würde der nicht-produktive Teil an der Börse verbleiben, könnte der Staat einen großen Teil der Kosten sparen oder ihn mit geringem Zeitabstand wieder hereinholen. Gleichzeitig würde die Regierung ihr Versprechen erfüllen, die Stromerzeugung zu kontrollieren, Investitionen zu stärken und im Falle einer Energiekrise stärkere Hebel zur Einflussnahme zu haben.
Um diese Möglichkeit zu nutzen, wäre im Grunde nur eines nötig: dass der Premier sich von der Vorstellung löst, alles, was ČEZ derzeit tut, sei strategisch, und seine Abneigung gegen die Privatisierung jeglichen bedeutenderen Staatsvermögens überwindet. Wird ihm das gelingen?
Die Verstaatlichung möchte Babiš bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2029 abschließen. Das ist eine wesentliche Änderung.
ludek.vainert@hn.cz
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Dukovany: Bei dem Kernkraftwerk wurden Bohrarbeiten am Standort der neu geplanten Blöcke abgeschlossen
15.04.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES (ČTK)
Rubrik: Vysočina - Seite: 10

Dukovany
Die Bohrarbeiten am Standort der zukünftigen zwei neuen Blöcke des Kernkraftwerks in Dukovany sind abgeschlossen. Auf Flächen von etwa 200 Hektar haben Geologen innerhalb von acht Monaten mehr als 13 Kilometer Bohrungen durchgeführt. Die gewonnenen Proben werden derzeit in Laboren in Tschechien und in Italien untersucht. Der Abschlussbericht zur geologischen Erkundung soll im August vorliegen.
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Die Verstaatlichung von ČEZ startet im Juni. Für Aktionäre stehen Hunderte Milliarden auf dem Spiel
Lenka Zlámalová
15.4.2026 Info.cz

KOMMENTAR VON LENKA ZLÁMALOVÁ | Die Verstaatlichung des Energieunternehmens ČEZ soll bereits im Juni dieses Jahres beginnen, doch die Regierung hält Details wegen der Auswirkungen auf den Markt geheim. Entscheidend wird der Preis sein, zu dem der Staat die Anteile der Minderheitsaktionäre aufkauft – ohne eine attraktive Prämie wird er sie nicht überzeugen. Im Spiel sind dabei Dutzende bis Hunderte Milliarden Kronen sowie die Frage, wie genau das Unternehmen in einen staatlichen und einen privaten Teil aufgeteilt wird.
Die Verstaatlichung des bislang teilstaatlichen Energiekonzerns ČEZ soll bereits im Juni auf der Hauptversammlung beginnen. Das kündigte Premierminister Andrej Babiš gestern auf einer Konferenz der Wirtschaftskammer „Erfolgreiches Tschechien“ an. Weitere Details will die Regierung nicht veröffentlichen, da ČEZ ein börsennotiertes Unternehmen ist und jede Information – insbesondere in einer Phase, in der auf Preis und Form des Aufkaufs gewartet wird – erheblichen Einfluss auf den Markt hat.
Die zentralen Fragen sind zwei: wie und zu welchem Preis. Die Regierung Babiš hat in ihrem Programm festgelegt, dass sie nur die Stromerzeugung von ČEZ verstaatlichen will, nicht jedoch Handel und Verteilung, die heute integrale Bestandteile des Unternehmens sind. Diese sollen im Gegenteil privatisiert werden. Das ergibt Sinn: Strategisch ist nur die Erzeugung. Der Übertragungsbereich liegt bereits heute vollständig beim staatlichen Unternehmen ČEPS, und Verteilung sowie Energiehandel sind wettbewerbliche Branchen, die keinen Grund bieten, in staatlicher Hand zu bleiben.

Zuerst Verstaatlichung, Privatisierung der Verteilung kann warten
Die Frage ist nun, wie man zu einem Zustand gelangt, in dem die Erzeugung vollständig staatlich und Handel sowie Verteilung vollständig privat sind. Industrieminister Karel Havlíček erklärte bereits früher gegenüber Novinky.cz, dass den Aufkauf ČEZ selbst durchführen werde. „Wir werden jetzt nicht zeigen, welchen genauen Weg wir wählen, weil es sich um eine preisbildende Information handelt. Wir sagen, dass wir ČEZ kontrollieren wollen; die Aktien wird ČEZ selbst aus eigenen Mitteln zurückkaufen“, sagte er.
Er fügte hinzu, dass die Formulierung zur Erzeugung nicht zwingend eine Abspaltung bedeute: „Es gibt zwei Modelle. Entweder man erwirbt ČEZ und behält es vollständig, oder man übernimmt das Unternehmen als Ganzes und könnte zu einem bestimmten Zeitpunkt – diese oder eine nächste Regierung – die Verteilung wieder an die Börse bringen. Das würde die Energiesicherheit nicht gefährden und gleichzeitig erhebliche finanzielle Mittel bringen.“ Zugleich räumte er ein, dass ein Verkauf von Teilen von ČEZ nicht zwingend notwendig ist.

Hohe Erwartungen der Minderheitsaktionäre
Aus Havlíčeks Andeutungen ergibt sich, dass ČEZ in einer ersten Phase seine eigenen Aktien zurückkaufen könnte. Die Frage bleibt jedoch: wie und zu welchem Preis. Eine Möglichkeit ist, die Aktien vom Handel an der Prager Börse zu nehmen. In diesem Fall müssten institutionelle Investoren – etwa große Investmentgruppen und Pensionsfonds – ihre Anteile sofort verkaufen, da sie laut Regulierung nur börsennotierte Aktien halten dürfen.
Die zweite Möglichkeit ist der direkte Rückkauf über die Börse. Dieser weckt große Erwartungen bei den Minderheitsaktionären, deren prominentester Vertreter in der Öffentlichkeit Michal Šnobr ist. Die Minderheitsaktionäre drängen seit Langem auf einen Aufkauf, und Šnobr weist darauf hin, dass eine koordinierte Investorengruppe – einschließlich des Finanzinvestors Pavel Tykač – zusammen mehr als zehn Prozent hält und erheblichen Einfluss auf die Festlegung des Kaufpreises haben wird.
„Nach vier Jahren im Finanzministerium, vier Jahren als Premierminister von Andrej Babiš und vier Jahren in der Opposition hat der Premier endlich die Situation rund um ČEZ verstanden. Es hat Jahre des Herumirrens um Temelín und später Dukovany, Zögern in der Opposition und Versuche ungünstiger Schritte gebraucht. Jetzt kommt eine Veränderung, die den Weg für die heimische Energiewirtschaft öffnen kann“, schrieb Šnobr gestern im Netzwerk X nach der Ankündigung des Starts der Verstaatlichung.

Wie hoch wird die Prämie über dem Marktpreis sein?
Entscheidend wird der Preis sein. Die Gruppe der Minderheitsaktionäre, für die öffentlich Michal Šnobr spricht, erklärt selbstbewusst, dass sie mehr als zehn Prozent hält und erheblichen Einfluss ausüben kann.
Der Staat muss zu den bestehenden rund 70 Prozent mindestens weitere 20 Prozent erwerben, die ihm Investoren freiwillig verkaufen müssen. Dazu müssen sie durch den Preis motiviert werden – zwingen kann man sie nicht. Investoren sehen den Aufkauf als positive Nachricht. Am Morgen wurden die ČEZ-Aktien noch bei 1187 Kronen gehandelt, nach der Ankündigung stiegen sie bis auf 1215 Kronen und schlossen dort auch am Nachmittag.
Investoren warten nun ab, mit welchem Angebot der Staat kommt und wie genau die Restrukturierung und Aufteilung in einen staatlichen und einen privaten Teil aussehen wird. Laut Karel Havlíček soll der Aufkauf aus eigenen Mitteln von ČEZ finanziert werden. Bei den aktuellen Kursen an der Prager Börse beträgt die Marktkapitalisierung des Unternehmens rund 654 Milliarden Kronen. Das bedeutet, dass der Staat für 30 Prozent etwa 189 Milliarden Kronen zahlen müsste.
Der Staat muss die Aktien jedoch von privaten Aktionären erwerben und sie zum Verkauf bewegen, um mindestens 90 Prozent zu erreichen. Erst dann kann er die verbleibenden Aktionäre zwangsweise herausdrängen. Ein freiwilliger Verkauf wird in der Regel durch eine Prämie über dem Marktpreis motiviert. Frankreich bot bei der Verstaatlichung von EDF 12 Euro pro Aktie an, was etwa 53 Prozent über dem Kurs vor der Ankündigung lag. Ein erster Schritt ist dabei oft die Dekotierung der Aktie.

Würde die Regierung eine ähnliche „französische“ Prämie anbieten, läge der Rückkaufpreis – ausgehend vom Freitagskurs – bei etwa 1859 Kronen pro Aktie. ČEZ hat derzeit rund 160.000 private Aktionäre. Würde man mit einer solchen Prämie nur 20 der 30 Prozent der von privaten Investoren gehaltenen Aktien aufkaufen, entspräche dies etwa 198 Milliarden Kronen.
Aktionäre, die nicht verkaufen und später gesetzlich herausgedrängt würden, erhielten den sogenannten angemessenen Preis. Bei börsennotierten Unternehmen wie ČEZ gilt dabei in der Regel der durchschnittliche Marktpreis über einen bestimmten Zeitraum – meist mehrere Monate – oder der höchste im letzten Jahr erzielte Preis.
Industrieminister Karel Havlíček vermeidet bewusst Details, da diese den Aktienkurs erheblich beeinflussen könnten.
Der eigentliche Aufkauf von ČEZ könnte jedoch kompliziert sein. Investor Michal Šnobr, der seit Langem als Hauptstimme der Minderheitsaktionäre auftritt, warnt die Regierung, dass ein attraktiver Preis notwendig sein wird. „Was, wenn sich unter den Minderheitsaktionären bereits ein Anteil von über zehn Prozent gebildet hat? Ohne diesen wäre es nicht möglich, mehr als 90 Prozent zu erreichen. Die gesamte Situation könnte daher viel pragmatischer sein, als viele denken“, erklärte er bereits im März im Netzwerk X.
Die aktuell veröffentlichten Ergebnisse von ČEZ für das vergangene Jahr zeigen zugleich, wie viel der Staat durch die Übergewinnsteuer aus dem Unternehmen eingenommen hat. Obwohl die Energiekrise bereits abgeklungen ist, endete die sogenannte Windfall Tax erst 2025. Diese Steuer erklärt den erheblichen Unterschied zwischen Gewinn vor Steuern und Nettogewinn. Vor Steuern lag der Gewinn bei 66,894 Milliarden Kronen, nach Steuern blieben 27,398 Milliarden Kronen. Die Gesamtbesteuerung erreichte damit 64 Prozent – mehr als das Dreifache des üblichen Körperschaftsteuersatzes in Tschechien von 21 Prozent.

https://www.info.cz/zpravodajstvi-a-kom ... -akcionari
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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