Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Verfasst: Di 24. Feb 2026, 08:46
Auswahl von Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 24.Februar 2026:
Inhalt:
Die Menschen aus der Umgebung von Temelín wehren sich gegen die geplante Müllverbrennungsanlage.
Manöver in Dalešice wegen eines Tauchers.
Die Slowakei stoppt Stromlieferungen an die Ukraine, bis der Öltransit wieder aufgenommen wird.
Havlicek versus Motoristen: Hohes Spiel um Windkraftwerke spaltet die Regierungskoalition.
Finnland hat mit dem Bau einer Pilotanlage für das Konzept eines kleinen modularen Reaktors begonnen.
Überlastete Netze in den Niederlanden zwingen Entwickler zur Installation von Batterien bei Wind- und Solarparks
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Die Menschen aus der Umgebung von Temelín wehren sich gegen die geplante Müllverbrennungsanlage
24.02.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 2 (ČTK)
Fast 2.400 Menschen haben innerhalb von fünf Tagen eine Petition gegen den Plan unterzeichnet, in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis eine Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle zu errichten. Die Einwohner fordern darin, dass die Region die Ausarbeitung einer vollständigen Dokumentation im Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung, der sogenannten großen UVP, anordnet.
Budweis – Am Sonntag endete die Frist für Stellungnahmen im UVP-Verfahren, am Freitag übergaben die Vertreter die Petition beim Kreisamt. Die Gegner des Baus wollen zudem die umliegenden Gemeinden dazu bewegen, ein lokales Referendum auszurufen. Das teilte der Sprecher des Petitionsausschusses, Pavel Píha, aus der Nachbargemeinde Litoradlice der Nachrichtenagentur ČTK mit.
„Gegen die Verbrennungsanlage haben sich nicht nur die Gemeindevertretung von Temelín entschieden gestellt, sondern auch die Stadtführung von Týn nad Vltavou. Dem Widerstand haben sich außerdem die Gemeinden Olešník, Všemyslice, Dříteň sowie Horní Kněžeklady mit ihren Ortsteilen angeschlossen. Einige der betroffenen Gemeinden erwägen zudem die Möglichkeit, lokale Referenden auszurufen, die den Gemeindevertretungen die Pflicht auferlegen könnten, den Bau der Verbrennungsanlage mit allen verfügbaren rechtlichen und kommunalen Mitteln zu blockieren“, erklärte Píha. Vertreter der umliegenden Gemeinden wollen die Gemeindevertretung von Temelín unterstützen, die den Bau der Müllverbrennungsanlage einstimmig abgelehnt hat.
Píha fügte hinzu, nach Ansicht von Experten unterschätze die Dokumentation des Investors die Belastung der Region, weise erhebliche Unvollständigkeiten bei den Eingangsdaten auf und biete keine ausreichenden Garantien für den Schutz der öffentlichen Gesundheit, der Wasserqualität und der landwirtschaftlichen Produktion in der Region. „Die Vertreter der Region bestehen darauf, dass das Kreisamt der Region Südböhmen die Ausarbeitung einer vollständigen Dokumentation, der sogenannten großen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung), anordnet. Wir können nicht zulassen, dass über ein Projekt mit derart grundlegenden Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit in einem verkürzten Verfahren auf Grundlage unvollständiger Informationen entschieden wird. Wir fordern ein transparentes Verfahren, in dem alle Risiken unabhängig geprüft werden“, betonte Píha.
Die Gemeindevertreter von Temelín lehnten am 4. Februar den Bau einer Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle im Gebiet Hůrka ab. Geplant ist die Anlage von der Firma Quail, die zur spanischen Gesellschaft FCC gehört. Das Vorhaben muss nun das UVP-Verfahren durchlaufen. Die Anwohner befürchten eine Zunahme des Schwerlastverkehrs. Nach Angaben der Unternehmensleitung soll sich jedoch der Betrieb auf dem Gelände, auf dem bereits jetzt Abfälle verarbeitet werden, nur minimal erhöhen.
Das Investitionsvorhaben „Industrieabfallverbrennungsanlage in Hůrka“ betrifft vor allem die Verarbeitung gefährlicher Industrie- und kommunaler Abfälle und kann auch medizinische Abfälle behandeln. Nach Angaben der Sprecherin von FCC Česká republika, Kristina Jakubcová, erfüllt der Bau sämtliche Anforderungen an eine sichere Abfallbeseitigung. Die Verbrennungsanlage, deren Errichtung Investitionen von einer bis zwei Milliarden Kronen erfordert, soll jährlich 20.000 Tonnen Abfall verarbeiten. Sollte das Vorhaben die Umweltverträglichkeitsprüfung bestehen, will die Firma Quail in etwa drei Jahren mit den Bauarbeiten beginnen und die Anlage im Jahr 2030 in Betrieb nehmen.
/gr/
Manöver in Dalešice wegen eines Tauchers
24.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 3
Autoren: Radek Laudin, Václav Janouš
DALEŠICE - Am Stausee Dalešice im Bezirk Třebíč waren gestern alle Einheiten des Integrierten Rettungssystems im Einsatz.
Gegen Abend bestätigte die Polizei, dass nach einem Polizeitaucher gesucht wird. Dieser tauchte bei einer gestrigen Übung an einer Stelle mit etwa vierzig Metern Tiefe nicht mehr auf.
„Im Stausee fand ein Training der Polizeitaucher statt, und leider ist einer der Kollegen bisher nicht wieder aufgetaucht“, informierte nach 18 Uhr der Sprecher des Polizeipräsidiums Ondřej Moravčík.
In Zusammenarbeit mit den übrigen Einheiten des Integrierten Rettungssystems dauerte die Suche bis in die Abendstunden an. „Erschwert wird sie vor allem durch die Wassertemperatur und die Tatsache, dass die Tiefe an der betreffenden Stelle etwa 40 Meter beträgt“, ergänzte Sprecher Moravčík.
Die Zufahrt zum Stausee von Kramolín her ist gesperrt. „Über die Straße ist ein Polizeiband gespannt, daneben steht auch eine Polizeiwache“, schilderte ein Reporter von MF DNES vor Ort. Der Polizist lässt Feuerwehrfahrzeuge passieren; vor 18 Uhr traf eine Kolonne von Transportern ein. „Der Einsatz wird nach Angaben der Polizei vermutlich bis morgen (Dienstag – Anm. d. Red.) andauern“, fügte der Reporter hinzu. Die Suche konzentriert sich auf den tieferen Teil des Stausees und reicht bis zur Staumauer nahe Kramolín.
Der Stausee Dalešice ist das tiefste Gewässer in der Tschechischen Republik; die maximale Tiefe beträgt bis zu 85 Meter. „Wir wurden gebeten, wegen der Suchaktion den Betrieb des Wasserkraftwerks einzustellen“, teilte Jiří Bezděk, Sprecher des Kernkraftwerks Dukovany, mit, dem der Stausee Dalešice untersteht.
Der Stausee am Fluss Jihlava südöstlich von Třebíč wurde im Jahre1970 als Speicher für technisches Wasser für das Kernkraftwerk Dukovany zu bauen begonnen. Er fasst bis zu 127 Millionen Kubikmeter Wasser.
„Wir wurden zur Unterstützung der Polizei gerufen. Eine Besatzung ist vor Ort“, sagte der Sprecher des Rettungsdienstes der Region Vysočina, Petr Janáček.
Die Kreisfeuerwehr rückte gegen 13.30 Uhr zum Stausee aus. Vor Ort waren Einheiten aus Hrotovice und Náměšť nad Oslavou mit Fahrzeugen und Bootsanhängern.
/gr/
Die Slowakei stoppt Stromlieferungen an die Ukraine, bis der Öltransit wieder aufgenommen wird
ČTK
Seznam Zpravy 24.2.2026
Bratislava wird die Maßnahme laut Premierminister Robert Fico aufheben, wenn die Ukraine den Öltransit in die Slowakei wieder aufnimmt.
Die Slowakei hat die Unterstützung der Ukraine in Form von Notstromlieferungen eingestellt, teilte der slowakische Premierminister Robert Fico am Montag mit. Bratislava werde diese Maßnahme aufheben, sobald die Ukraine den Transit von Erdöl in die Slowakei wieder aufnehme. Fico drohte Kiew zugleich mit weiteren Vergeltungsmaßnahmen, die er jedoch nicht näher präzisierte.
Am Montagabend erklärte Bratislava zudem, dass die Ukraine den Termin für die geplante Wiederaufnahme der Öllieferungen in die Slowakei erneut verschoben habe. Das ukrainische Energieunternehmen Ukrenerho teilte am Montagabend mit, die Entscheidung der Slowakei werde keinerlei Auswirkungen auf das Funktionieren des ukrainischen Energiesystems haben.
Öl in die Slowakei und nach Ungarn fließt seit den Januarangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur nicht mehr durch die Pipeline Druschba. Nach Angaben aus Bratislava und Budapest habe die Ukraine den Transport von russischem Öl aus politischen Gründen nicht wieder aufgenommen.
„Ab heute gilt: Wenn sich die ukrainische Seite mit der Bitte um Unterstützung bei der Stabilisierung des ukrainischen Energienetzes an die Slowakei wendet, wird sie eine solche Hilfe nicht erhalten“, sagte Fico, der bereits am vergangenen Wochenende mit einem Stopp der Stromlieferungen an die Ukraine gedroht hatte. Diese Lieferungen werden in der Slowakei vom staatlich kontrollierten Übertragungsnetzbetreiber SEPS sichergestellt, der in der Vergangenheit mit seinem ukrainischen Partner Ukrenerho einen Vertrag über Notstromlieferungen geschlossen hatte.
Ukrenerho erklärte, man habe die Slowakei zuletzt vor mehr als einem Monat um Nothilfe ersucht, und zwar in sehr begrenztem Umfang. „Eine mögliche Einstellung der Notstromlieferungen aus der Slowakei wird keinerlei Auswirkungen auf das Funktionieren des vereinten Energiesystems der Ukraine haben“, fügte das Unternehmen hinzu.
Nach Angaben Ficos ist die slowakische Regierung zu diesem Schritt befugt, ohne gegen internationale Regeln oder Verpflichtungen zu verstoßen. Das Portal Euractiv.sk schrieb jedoch, ein Stopp der Stromexporte aus der Slowakei in die Ukraine würde gegen EU-Marktvorschriften sowie gegen das Prinzip der Energiesolidarität verstoßen.
Der slowakische Premier fügte hinzu, sollte die Ukraine „weiterhin die Interessen der Slowakei bei der Lieferung strategischer Rohstoffe schädigen“, werde die slowakische Regierung auch ihre bisherigen Positionen zur EU-Mitgliedschaft der Ukraine überdenken und weitere Maßnahmen vorbereiten. Gegen die Ambitionen Kiews auf einen EU-Beitritt tritt auch Ungarn auf.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/zahr ... opy-299561
/gr/
Havlicek versus Motoristen: Hohes Spiel um Windkraftwerke spaltet die Regierungskoalition
24.2.2026 Info.cz
Filip Turek und seine Motoristen sind gegen Karel Havlíček in die Offensive gegangen. Und warum? Wegen Windrädern! Ja, Sie hören richtig – der unerwartete Streit dreht sich um eine scheinbare Marginalie, nämlich die Planung von Beschleunigungszonen für Windkraftanlagen. Doch im Hintergrund des Konflikts, der derzeit die Regierungskoalition spaltet, steckt weit mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Und wie Martin Schmarcz anmerkt, lohnt es sich am meisten zu verfolgen, wohin das Geld fließt.
Es handelt sich um einen der ersten deutlichen Konflikte innerhalb der Regierungskoalition. Diese war bislang in der Lage, unterschiedliche Positionen zu zahlreichen Themen überwiegend hinter verschlossenen Türen zu überbrücken. Das hat sich nun geändert. Der Streit über Beschleunigungszonen für Windkraftanlagen stellt Karel Havlíček und Filip Turek einander gegenüber – beziehungsweise den Minister Igor Červený, der „Turek jeden Wunsch von den Augen abliest“.
Während Turek vor einigen Wochen zum Kampf gegen Windkraftanlagen und die Beschleunigungszonen, die Voraussetzung für ihren stärkeren Ausbau sind, aufrief, rechnet Havlíček in der kürzlich vorgestellten wirtschaftspolitischen Strategie der Regierung weiterhin vorsichtig mit ihnen.
Aus Sicht von Karel Havlíček sind an heimische Windkraftanlagen sowohl europäische Mittel als auch die Unterstützung der inländischen Wirtschaft geknüpft, die von ihrem Bau profitieren wird. Und das verschafft dem Ministerium für Industrie und Handel selbstverständlich Pluspunkte.
Mehr zum Thema im Gespräch (auf Tschechisch) hier: https://www.info.cz/podcasty/ceska-jizd ... elektrarny
/gr/
Finnland hat mit dem Bau einer Pilotanlage für das Konzept eines kleinen modularen Reaktors begonnen
Autor: Jiří Puchnar
23. Februar 2026, oenergetice.cz
Das finnische Unternehmen Steady Energy hat mit dem Bau einer vollmaßstäblichen, nichtnuklearen Pilotanlage für sein Konzept des kleinen modularen Reaktors LDR-50 begonnen, der für die Fernwärmeversorgung bestimmt ist. Der erste Beton wurde am 12. Februar in der Maschinenhalle des stillgelegten Kohlekraftwerks Salmisaari B in Helsinki gegossen. An der Zeremonie nahm auch die finnische Klima- und Umweltministerin Sari Multala teil.
Die Piloteinheit soll als Betriebsmodell eines Reaktormoduls im Maßstab 1:1 dienen. Im Gegensatz zur künftigen Nuklearanlage wird sie keinen Kernbrennstoff verwenden – die Wärmequelle wird ein elektrisches Heizelement sein, das sich im Inneren des Reaktordruckbehälters (der Kapsel) befindet. Das Ziel ist es, die Betriebseigenschaften zu testen und zugleich die Fertigungs- und Lieferketten zu validieren, die für den Bau kommerzieller Blöcke erforderlich sind.
Anbindung an das Fernwärmenetz von Helen….
Nach der Fertigstellung soll die Anlage Wärme mit einer Leistung von rund 6 MWt in das Fernwärmenetz des Energieunternehmens Helen einspeisen. Das Investitionsbudget des Projekts wird mit 15–20 Millionen Euro (364–485 Mio. CZK) angegeben und soll aus Kapital finanziert werden, das Steady Energy zuvor von Investoren eingeworben hat.
Steady Energy und Helen haben eine Vereinbarung über die Anmietung des Gebäudes des stillgelegten Kraftwerks Salmisaari B für die Zwecke des Pilotprojekts geschlossen. Der Mietvertrag gilt bis zum Jahr 2028. Nach Angaben von Steady Energy passt das gesamte Reaktormodul in die Maschinenhalle und wird das Stadtbild nicht beeinträchtigen.
Ende des Kohlekraftwerks in Helsinki...
Helen stellte im vergangenen Jahr mit der Schließung des Kohlekraftwerks Salmisaari die Kohleverbrennung zur Energieerzeugung ein. Nach Angaben des Unternehmens sollte dieser Schritt die CO₂-Emissionen in Helsinki um etwa 30 % senken. Das Unternehmen strebt an, bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität zu erreichen und bis zum Jahr 2040 vollständig auf eine Wärmeerzeugung ohne Brennstoffverbrennung umzustellen.
Laut einer Studie von VTT Technical Research Centre of Finland, einer der führenden europäischen Forschungseinrichtungen, könnte der Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) im Wärmesektor erheblich zur Senkung der CO₂-Emissionen beitragen, da sie als emissionsfreie Wärmequelle schrittweise Kohle- und Gasheizwerke ersetzen können.
Grundparameter des SMR LDR-50….
Das Konzept LDR-50 wird seit dem Jahr 2020 am VTT Technical Research Centre of Finland entwickelt. Es handelt sich um einen Heiz-SMR mit einer thermischen Leistung von 50 MWt für Fernwärmesysteme. Steady Energy gibt an, dass das Design einen Betrieb bei einer Nenntemperatur von etwa 150 °C und einem Druck unter 1 MPa vorsieht. Dabei handelt es sich um weniger anspruchsvolle Druck- und Temperaturbedingungen sowie geringere Anforderungen an Konstruktionsmaterialien als bei konventionellen Leistungsreaktoren. Dies soll technische Lösungen vereinfachen und gleichzeitig die hohen Sicherheitsstandards der Nuklearindustrie wahren.
Nach Angaben des Unternehmens ist das Reaktormodul etwa so groß wie ein Schiffscontainer; künftige kommerzielle Anlagen sollen unterirdisch errichtet werden.
Weitere Projekte und internationale Expansion….
Steady Energy, das im Mai 2023 als Spin-off von VTT gegründet wurde, entwickelt nach eigenen Angaben mehrere Projekte in Finnland und plant weitere Vorhaben in Polen, Schweden und Südkorea. In einem kürzlichen Beitrag auf LinkedIn teilte das Unternehmen zudem die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) mit Fermi Energia mit. Das Ziel ist es, den Einsatz des Fernwärme-SMR-Konzepts LDR-50 in Deutschland voranzubringen, insbesondere im Hinblick auf die Dekarbonisierung des Wärmesektors.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... o-reaktoru
Überlastete Netze in den Niederlanden zwingen Entwickler zur Installation von Batterien bei Wind- und Solarparks
David Vobořil
21. Februar 2026, oenergetice.cz
Lange Wartezeiten für den Netzanschluss und häufige negative Strompreise beschleunigen in den Niederlanden den Ausbau von Batteriespeichern, die direkt bei Wind- und Solarkraftwerken installiert werden. Batterien, die sich einen Netzanschluss mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen teilen, ermöglichen es den Produzenten, bestehende Anschlusskapazitäten zu nutzen und eine erzwungene Drosselung der Erzeugung zu begrenzen.
Die Niederlande stehen – ebenso wie beispielsweise Deutschland – seit mehreren Jahren vor einer erheblichen Überlastung sowohl der Übertragungs- als auch der Verteilnetze. Zahlreiche neue Stromerzeuger wie auch große Verbraucher warten jahrelang auf einen Netzanschluss. Diese Situation schafft starke Anreize für Projekte, die bereits vorhandene oder genehmigte Anschlusskapazitäten nutzen können. Eine Lösung ist die Installation von Batteriespeichern direkt bei erneuerbaren Energiequellen, typischerweise bei Solar- und Windparks.
Schneller Aufschwung von Batterien mit gemeinsamem Netzanschluss….
Der Markt für Batteriespeicher, die direkt an eine Erzeugungsanlage angeschlossen sind, formiert sich in den Niederlanden erst seit zwei Jahren, es wird jedoch mit einer raschen Expansion gerechnet. Nach Schätzungen des Übertragungsnetzbetreibers TenneT könnte die Leistung dieser Anlagen bis 2030 1 GW und bis 2035 nahezu 2 GW erreichen.
Der Verteilnetzbetreiber Liander gibt an, dass sich in seinem Projektportfolio rund fünfzig Vorhaben befinden, die erneuerbare Erzeugung mit Batteriespeichern kombinieren. Ein Teil davon sind nachträgliche Batterieinstallationen bei bereits bestehenden Parks, andere wurden von Anfang an als neue Erzeugungsstandorte mit integriertem Speicher konzipiert.
Ein entscheidender Vorteil dieser Projekte ist die Möglichkeit, bestehende oder bereits genehmigte Netzanschlüsse zu nutzen. In einer Situation, in der neue Anschlüsse aufgrund fehlender Übertragungskapazitäten häufig abgelehnt werden, stellt das Teilen eines Anschlusses zwischen Erzeugungsanlage und Batterie einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar.
Schutz vor negativen Preisen und Einschränkung der Stromerzeugung….
Die Zahl der Stunden mit Null- oder Negativpreisen am Day-Ahead-Markt steigt in den Niederlanden seit dem Jahr 2021 kontinuierlich an und erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert. Laut einer Studie von Montel EnAppSys führten diese Situationen zu einer Einschränkung der Erzeugung von rund 0,8 TWh. Betreiber erneuerbarer Anlagen sehen sich daher unter Druck bei ihren Markterlösen.
Die Kopplung eines Solar- oder Windparks mit einer Batterie ermöglicht es den Erzeugern, die Einspeisung ins Netz in Zeiten höherer Marktpreise zu verschieben, anstatt Strom sofort zu negativen oder sehr niedrigen Preisen zu verkaufen. Nach Angaben der Bank Rabobank erhöht die Möglichkeit einer gesteuerten Stromlieferung die wirtschaftliche Attraktivität der Projekte, da erneuerbare Energien damit eine Flexibilität erhalten, die bislang vor allem konventionelle Kraftwerke boten.
Analysten des Unternehmens Kyos zeigten in einer aktuellen Studie, dass eine an einen Solarpark angeschlossene Batterie am Day-Ahead-Markt um 16 % höhere Erlöse erzielte als ein eigenständiger Batteriespeicher. Der Grund dafür ist die Möglichkeit, direkt aus der eigenen Erzeugung zu laden, ohne Strom am Großhandelsmarkt zukaufen zu müssen.
„Die Zusammenarbeit eines Batteriespeichers mit Solar- oder Windanlagen bringt mehrere strukturelle Vorteile mit sich, mit denen eigenständige Projekte schlicht nicht konkurrieren können“, erklärte eine Sprecherin des niederländischen Unternehmens Greenchoice, das im Bereich erneuerbare Energien tätig ist.
Neue Form der Förderung?
Die niederländische Regierung bereitet derzeit eine neue Form der Förderung für gesteuerte Stromlieferungen aus erneuerbaren Energien ins Netz unter Nutzung von Batterien vor.
Netzbetreiber mahnen jedoch zur Vorsicht bei einer schnellen Einführung von Batteriespeichern. Würden diese ausschließlich marktorientiert betrieben, könnten sie die lokale Situation insbesondere in Verteilnetzen verschärfen.
„Auch Batterien, die sich einen Anschluss mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen teilen, können mitunter zusätzliche Engpässe verursachen. Zum Beispiel dann, wenn Batterien Strom ins Netz einspeisen, während in der betreffenden Region bereits große Mengen an Solar- oder Windstrom verfügbar sind“, erklärte ein Sprecher des niederländischen Verteilnetzbetreibers Stedin.
Quelle: https://oenergetice.cz/zahranicni/preti ... nich-parku
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Die Menschen aus der Umgebung von Temelín wehren sich gegen die geplante Müllverbrennungsanlage.
Manöver in Dalešice wegen eines Tauchers.
Die Slowakei stoppt Stromlieferungen an die Ukraine, bis der Öltransit wieder aufgenommen wird.
Havlicek versus Motoristen: Hohes Spiel um Windkraftwerke spaltet die Regierungskoalition.
Finnland hat mit dem Bau einer Pilotanlage für das Konzept eines kleinen modularen Reaktors begonnen.
Überlastete Netze in den Niederlanden zwingen Entwickler zur Installation von Batterien bei Wind- und Solarparks
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Die Menschen aus der Umgebung von Temelín wehren sich gegen die geplante Müllverbrennungsanlage
24.02.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 2 (ČTK)
Fast 2.400 Menschen haben innerhalb von fünf Tagen eine Petition gegen den Plan unterzeichnet, in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis eine Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle zu errichten. Die Einwohner fordern darin, dass die Region die Ausarbeitung einer vollständigen Dokumentation im Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung, der sogenannten großen UVP, anordnet.
Budweis – Am Sonntag endete die Frist für Stellungnahmen im UVP-Verfahren, am Freitag übergaben die Vertreter die Petition beim Kreisamt. Die Gegner des Baus wollen zudem die umliegenden Gemeinden dazu bewegen, ein lokales Referendum auszurufen. Das teilte der Sprecher des Petitionsausschusses, Pavel Píha, aus der Nachbargemeinde Litoradlice der Nachrichtenagentur ČTK mit.
„Gegen die Verbrennungsanlage haben sich nicht nur die Gemeindevertretung von Temelín entschieden gestellt, sondern auch die Stadtführung von Týn nad Vltavou. Dem Widerstand haben sich außerdem die Gemeinden Olešník, Všemyslice, Dříteň sowie Horní Kněžeklady mit ihren Ortsteilen angeschlossen. Einige der betroffenen Gemeinden erwägen zudem die Möglichkeit, lokale Referenden auszurufen, die den Gemeindevertretungen die Pflicht auferlegen könnten, den Bau der Verbrennungsanlage mit allen verfügbaren rechtlichen und kommunalen Mitteln zu blockieren“, erklärte Píha. Vertreter der umliegenden Gemeinden wollen die Gemeindevertretung von Temelín unterstützen, die den Bau der Müllverbrennungsanlage einstimmig abgelehnt hat.
Píha fügte hinzu, nach Ansicht von Experten unterschätze die Dokumentation des Investors die Belastung der Region, weise erhebliche Unvollständigkeiten bei den Eingangsdaten auf und biete keine ausreichenden Garantien für den Schutz der öffentlichen Gesundheit, der Wasserqualität und der landwirtschaftlichen Produktion in der Region. „Die Vertreter der Region bestehen darauf, dass das Kreisamt der Region Südböhmen die Ausarbeitung einer vollständigen Dokumentation, der sogenannten großen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung), anordnet. Wir können nicht zulassen, dass über ein Projekt mit derart grundlegenden Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit in einem verkürzten Verfahren auf Grundlage unvollständiger Informationen entschieden wird. Wir fordern ein transparentes Verfahren, in dem alle Risiken unabhängig geprüft werden“, betonte Píha.
Die Gemeindevertreter von Temelín lehnten am 4. Februar den Bau einer Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle im Gebiet Hůrka ab. Geplant ist die Anlage von der Firma Quail, die zur spanischen Gesellschaft FCC gehört. Das Vorhaben muss nun das UVP-Verfahren durchlaufen. Die Anwohner befürchten eine Zunahme des Schwerlastverkehrs. Nach Angaben der Unternehmensleitung soll sich jedoch der Betrieb auf dem Gelände, auf dem bereits jetzt Abfälle verarbeitet werden, nur minimal erhöhen.
Das Investitionsvorhaben „Industrieabfallverbrennungsanlage in Hůrka“ betrifft vor allem die Verarbeitung gefährlicher Industrie- und kommunaler Abfälle und kann auch medizinische Abfälle behandeln. Nach Angaben der Sprecherin von FCC Česká republika, Kristina Jakubcová, erfüllt der Bau sämtliche Anforderungen an eine sichere Abfallbeseitigung. Die Verbrennungsanlage, deren Errichtung Investitionen von einer bis zwei Milliarden Kronen erfordert, soll jährlich 20.000 Tonnen Abfall verarbeiten. Sollte das Vorhaben die Umweltverträglichkeitsprüfung bestehen, will die Firma Quail in etwa drei Jahren mit den Bauarbeiten beginnen und die Anlage im Jahr 2030 in Betrieb nehmen.
/gr/
Manöver in Dalešice wegen eines Tauchers
24.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 3
Autoren: Radek Laudin, Václav Janouš
DALEŠICE - Am Stausee Dalešice im Bezirk Třebíč waren gestern alle Einheiten des Integrierten Rettungssystems im Einsatz.
Gegen Abend bestätigte die Polizei, dass nach einem Polizeitaucher gesucht wird. Dieser tauchte bei einer gestrigen Übung an einer Stelle mit etwa vierzig Metern Tiefe nicht mehr auf.
„Im Stausee fand ein Training der Polizeitaucher statt, und leider ist einer der Kollegen bisher nicht wieder aufgetaucht“, informierte nach 18 Uhr der Sprecher des Polizeipräsidiums Ondřej Moravčík.
In Zusammenarbeit mit den übrigen Einheiten des Integrierten Rettungssystems dauerte die Suche bis in die Abendstunden an. „Erschwert wird sie vor allem durch die Wassertemperatur und die Tatsache, dass die Tiefe an der betreffenden Stelle etwa 40 Meter beträgt“, ergänzte Sprecher Moravčík.
Die Zufahrt zum Stausee von Kramolín her ist gesperrt. „Über die Straße ist ein Polizeiband gespannt, daneben steht auch eine Polizeiwache“, schilderte ein Reporter von MF DNES vor Ort. Der Polizist lässt Feuerwehrfahrzeuge passieren; vor 18 Uhr traf eine Kolonne von Transportern ein. „Der Einsatz wird nach Angaben der Polizei vermutlich bis morgen (Dienstag – Anm. d. Red.) andauern“, fügte der Reporter hinzu. Die Suche konzentriert sich auf den tieferen Teil des Stausees und reicht bis zur Staumauer nahe Kramolín.
Der Stausee Dalešice ist das tiefste Gewässer in der Tschechischen Republik; die maximale Tiefe beträgt bis zu 85 Meter. „Wir wurden gebeten, wegen der Suchaktion den Betrieb des Wasserkraftwerks einzustellen“, teilte Jiří Bezděk, Sprecher des Kernkraftwerks Dukovany, mit, dem der Stausee Dalešice untersteht.
Der Stausee am Fluss Jihlava südöstlich von Třebíč wurde im Jahre1970 als Speicher für technisches Wasser für das Kernkraftwerk Dukovany zu bauen begonnen. Er fasst bis zu 127 Millionen Kubikmeter Wasser.
„Wir wurden zur Unterstützung der Polizei gerufen. Eine Besatzung ist vor Ort“, sagte der Sprecher des Rettungsdienstes der Region Vysočina, Petr Janáček.
Die Kreisfeuerwehr rückte gegen 13.30 Uhr zum Stausee aus. Vor Ort waren Einheiten aus Hrotovice und Náměšť nad Oslavou mit Fahrzeugen und Bootsanhängern.
/gr/
Die Slowakei stoppt Stromlieferungen an die Ukraine, bis der Öltransit wieder aufgenommen wird
ČTK
Seznam Zpravy 24.2.2026
Bratislava wird die Maßnahme laut Premierminister Robert Fico aufheben, wenn die Ukraine den Öltransit in die Slowakei wieder aufnimmt.
Die Slowakei hat die Unterstützung der Ukraine in Form von Notstromlieferungen eingestellt, teilte der slowakische Premierminister Robert Fico am Montag mit. Bratislava werde diese Maßnahme aufheben, sobald die Ukraine den Transit von Erdöl in die Slowakei wieder aufnehme. Fico drohte Kiew zugleich mit weiteren Vergeltungsmaßnahmen, die er jedoch nicht näher präzisierte.
Am Montagabend erklärte Bratislava zudem, dass die Ukraine den Termin für die geplante Wiederaufnahme der Öllieferungen in die Slowakei erneut verschoben habe. Das ukrainische Energieunternehmen Ukrenerho teilte am Montagabend mit, die Entscheidung der Slowakei werde keinerlei Auswirkungen auf das Funktionieren des ukrainischen Energiesystems haben.
Öl in die Slowakei und nach Ungarn fließt seit den Januarangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur nicht mehr durch die Pipeline Druschba. Nach Angaben aus Bratislava und Budapest habe die Ukraine den Transport von russischem Öl aus politischen Gründen nicht wieder aufgenommen.
„Ab heute gilt: Wenn sich die ukrainische Seite mit der Bitte um Unterstützung bei der Stabilisierung des ukrainischen Energienetzes an die Slowakei wendet, wird sie eine solche Hilfe nicht erhalten“, sagte Fico, der bereits am vergangenen Wochenende mit einem Stopp der Stromlieferungen an die Ukraine gedroht hatte. Diese Lieferungen werden in der Slowakei vom staatlich kontrollierten Übertragungsnetzbetreiber SEPS sichergestellt, der in der Vergangenheit mit seinem ukrainischen Partner Ukrenerho einen Vertrag über Notstromlieferungen geschlossen hatte.
Ukrenerho erklärte, man habe die Slowakei zuletzt vor mehr als einem Monat um Nothilfe ersucht, und zwar in sehr begrenztem Umfang. „Eine mögliche Einstellung der Notstromlieferungen aus der Slowakei wird keinerlei Auswirkungen auf das Funktionieren des vereinten Energiesystems der Ukraine haben“, fügte das Unternehmen hinzu.
Nach Angaben Ficos ist die slowakische Regierung zu diesem Schritt befugt, ohne gegen internationale Regeln oder Verpflichtungen zu verstoßen. Das Portal Euractiv.sk schrieb jedoch, ein Stopp der Stromexporte aus der Slowakei in die Ukraine würde gegen EU-Marktvorschriften sowie gegen das Prinzip der Energiesolidarität verstoßen.
Der slowakische Premier fügte hinzu, sollte die Ukraine „weiterhin die Interessen der Slowakei bei der Lieferung strategischer Rohstoffe schädigen“, werde die slowakische Regierung auch ihre bisherigen Positionen zur EU-Mitgliedschaft der Ukraine überdenken und weitere Maßnahmen vorbereiten. Gegen die Ambitionen Kiews auf einen EU-Beitritt tritt auch Ungarn auf.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/zahr ... opy-299561
/gr/
Havlicek versus Motoristen: Hohes Spiel um Windkraftwerke spaltet die Regierungskoalition
24.2.2026 Info.cz
Filip Turek und seine Motoristen sind gegen Karel Havlíček in die Offensive gegangen. Und warum? Wegen Windrädern! Ja, Sie hören richtig – der unerwartete Streit dreht sich um eine scheinbare Marginalie, nämlich die Planung von Beschleunigungszonen für Windkraftanlagen. Doch im Hintergrund des Konflikts, der derzeit die Regierungskoalition spaltet, steckt weit mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Und wie Martin Schmarcz anmerkt, lohnt es sich am meisten zu verfolgen, wohin das Geld fließt.
Es handelt sich um einen der ersten deutlichen Konflikte innerhalb der Regierungskoalition. Diese war bislang in der Lage, unterschiedliche Positionen zu zahlreichen Themen überwiegend hinter verschlossenen Türen zu überbrücken. Das hat sich nun geändert. Der Streit über Beschleunigungszonen für Windkraftanlagen stellt Karel Havlíček und Filip Turek einander gegenüber – beziehungsweise den Minister Igor Červený, der „Turek jeden Wunsch von den Augen abliest“.
Während Turek vor einigen Wochen zum Kampf gegen Windkraftanlagen und die Beschleunigungszonen, die Voraussetzung für ihren stärkeren Ausbau sind, aufrief, rechnet Havlíček in der kürzlich vorgestellten wirtschaftspolitischen Strategie der Regierung weiterhin vorsichtig mit ihnen.
Aus Sicht von Karel Havlíček sind an heimische Windkraftanlagen sowohl europäische Mittel als auch die Unterstützung der inländischen Wirtschaft geknüpft, die von ihrem Bau profitieren wird. Und das verschafft dem Ministerium für Industrie und Handel selbstverständlich Pluspunkte.
Mehr zum Thema im Gespräch (auf Tschechisch) hier: https://www.info.cz/podcasty/ceska-jizd ... elektrarny
/gr/
Finnland hat mit dem Bau einer Pilotanlage für das Konzept eines kleinen modularen Reaktors begonnen
Autor: Jiří Puchnar
23. Februar 2026, oenergetice.cz
Das finnische Unternehmen Steady Energy hat mit dem Bau einer vollmaßstäblichen, nichtnuklearen Pilotanlage für sein Konzept des kleinen modularen Reaktors LDR-50 begonnen, der für die Fernwärmeversorgung bestimmt ist. Der erste Beton wurde am 12. Februar in der Maschinenhalle des stillgelegten Kohlekraftwerks Salmisaari B in Helsinki gegossen. An der Zeremonie nahm auch die finnische Klima- und Umweltministerin Sari Multala teil.
Die Piloteinheit soll als Betriebsmodell eines Reaktormoduls im Maßstab 1:1 dienen. Im Gegensatz zur künftigen Nuklearanlage wird sie keinen Kernbrennstoff verwenden – die Wärmequelle wird ein elektrisches Heizelement sein, das sich im Inneren des Reaktordruckbehälters (der Kapsel) befindet. Das Ziel ist es, die Betriebseigenschaften zu testen und zugleich die Fertigungs- und Lieferketten zu validieren, die für den Bau kommerzieller Blöcke erforderlich sind.
Anbindung an das Fernwärmenetz von Helen….
Nach der Fertigstellung soll die Anlage Wärme mit einer Leistung von rund 6 MWt in das Fernwärmenetz des Energieunternehmens Helen einspeisen. Das Investitionsbudget des Projekts wird mit 15–20 Millionen Euro (364–485 Mio. CZK) angegeben und soll aus Kapital finanziert werden, das Steady Energy zuvor von Investoren eingeworben hat.
Steady Energy und Helen haben eine Vereinbarung über die Anmietung des Gebäudes des stillgelegten Kraftwerks Salmisaari B für die Zwecke des Pilotprojekts geschlossen. Der Mietvertrag gilt bis zum Jahr 2028. Nach Angaben von Steady Energy passt das gesamte Reaktormodul in die Maschinenhalle und wird das Stadtbild nicht beeinträchtigen.
Ende des Kohlekraftwerks in Helsinki...
Helen stellte im vergangenen Jahr mit der Schließung des Kohlekraftwerks Salmisaari die Kohleverbrennung zur Energieerzeugung ein. Nach Angaben des Unternehmens sollte dieser Schritt die CO₂-Emissionen in Helsinki um etwa 30 % senken. Das Unternehmen strebt an, bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität zu erreichen und bis zum Jahr 2040 vollständig auf eine Wärmeerzeugung ohne Brennstoffverbrennung umzustellen.
Laut einer Studie von VTT Technical Research Centre of Finland, einer der führenden europäischen Forschungseinrichtungen, könnte der Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) im Wärmesektor erheblich zur Senkung der CO₂-Emissionen beitragen, da sie als emissionsfreie Wärmequelle schrittweise Kohle- und Gasheizwerke ersetzen können.
Grundparameter des SMR LDR-50….
Das Konzept LDR-50 wird seit dem Jahr 2020 am VTT Technical Research Centre of Finland entwickelt. Es handelt sich um einen Heiz-SMR mit einer thermischen Leistung von 50 MWt für Fernwärmesysteme. Steady Energy gibt an, dass das Design einen Betrieb bei einer Nenntemperatur von etwa 150 °C und einem Druck unter 1 MPa vorsieht. Dabei handelt es sich um weniger anspruchsvolle Druck- und Temperaturbedingungen sowie geringere Anforderungen an Konstruktionsmaterialien als bei konventionellen Leistungsreaktoren. Dies soll technische Lösungen vereinfachen und gleichzeitig die hohen Sicherheitsstandards der Nuklearindustrie wahren.
Nach Angaben des Unternehmens ist das Reaktormodul etwa so groß wie ein Schiffscontainer; künftige kommerzielle Anlagen sollen unterirdisch errichtet werden.
Weitere Projekte und internationale Expansion….
Steady Energy, das im Mai 2023 als Spin-off von VTT gegründet wurde, entwickelt nach eigenen Angaben mehrere Projekte in Finnland und plant weitere Vorhaben in Polen, Schweden und Südkorea. In einem kürzlichen Beitrag auf LinkedIn teilte das Unternehmen zudem die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) mit Fermi Energia mit. Das Ziel ist es, den Einsatz des Fernwärme-SMR-Konzepts LDR-50 in Deutschland voranzubringen, insbesondere im Hinblick auf die Dekarbonisierung des Wärmesektors.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... o-reaktoru
Überlastete Netze in den Niederlanden zwingen Entwickler zur Installation von Batterien bei Wind- und Solarparks
David Vobořil
21. Februar 2026, oenergetice.cz
Lange Wartezeiten für den Netzanschluss und häufige negative Strompreise beschleunigen in den Niederlanden den Ausbau von Batteriespeichern, die direkt bei Wind- und Solarkraftwerken installiert werden. Batterien, die sich einen Netzanschluss mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen teilen, ermöglichen es den Produzenten, bestehende Anschlusskapazitäten zu nutzen und eine erzwungene Drosselung der Erzeugung zu begrenzen.
Die Niederlande stehen – ebenso wie beispielsweise Deutschland – seit mehreren Jahren vor einer erheblichen Überlastung sowohl der Übertragungs- als auch der Verteilnetze. Zahlreiche neue Stromerzeuger wie auch große Verbraucher warten jahrelang auf einen Netzanschluss. Diese Situation schafft starke Anreize für Projekte, die bereits vorhandene oder genehmigte Anschlusskapazitäten nutzen können. Eine Lösung ist die Installation von Batteriespeichern direkt bei erneuerbaren Energiequellen, typischerweise bei Solar- und Windparks.
Schneller Aufschwung von Batterien mit gemeinsamem Netzanschluss….
Der Markt für Batteriespeicher, die direkt an eine Erzeugungsanlage angeschlossen sind, formiert sich in den Niederlanden erst seit zwei Jahren, es wird jedoch mit einer raschen Expansion gerechnet. Nach Schätzungen des Übertragungsnetzbetreibers TenneT könnte die Leistung dieser Anlagen bis 2030 1 GW und bis 2035 nahezu 2 GW erreichen.
Der Verteilnetzbetreiber Liander gibt an, dass sich in seinem Projektportfolio rund fünfzig Vorhaben befinden, die erneuerbare Erzeugung mit Batteriespeichern kombinieren. Ein Teil davon sind nachträgliche Batterieinstallationen bei bereits bestehenden Parks, andere wurden von Anfang an als neue Erzeugungsstandorte mit integriertem Speicher konzipiert.
Ein entscheidender Vorteil dieser Projekte ist die Möglichkeit, bestehende oder bereits genehmigte Netzanschlüsse zu nutzen. In einer Situation, in der neue Anschlüsse aufgrund fehlender Übertragungskapazitäten häufig abgelehnt werden, stellt das Teilen eines Anschlusses zwischen Erzeugungsanlage und Batterie einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar.
Schutz vor negativen Preisen und Einschränkung der Stromerzeugung….
Die Zahl der Stunden mit Null- oder Negativpreisen am Day-Ahead-Markt steigt in den Niederlanden seit dem Jahr 2021 kontinuierlich an und erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert. Laut einer Studie von Montel EnAppSys führten diese Situationen zu einer Einschränkung der Erzeugung von rund 0,8 TWh. Betreiber erneuerbarer Anlagen sehen sich daher unter Druck bei ihren Markterlösen.
Die Kopplung eines Solar- oder Windparks mit einer Batterie ermöglicht es den Erzeugern, die Einspeisung ins Netz in Zeiten höherer Marktpreise zu verschieben, anstatt Strom sofort zu negativen oder sehr niedrigen Preisen zu verkaufen. Nach Angaben der Bank Rabobank erhöht die Möglichkeit einer gesteuerten Stromlieferung die wirtschaftliche Attraktivität der Projekte, da erneuerbare Energien damit eine Flexibilität erhalten, die bislang vor allem konventionelle Kraftwerke boten.
Analysten des Unternehmens Kyos zeigten in einer aktuellen Studie, dass eine an einen Solarpark angeschlossene Batterie am Day-Ahead-Markt um 16 % höhere Erlöse erzielte als ein eigenständiger Batteriespeicher. Der Grund dafür ist die Möglichkeit, direkt aus der eigenen Erzeugung zu laden, ohne Strom am Großhandelsmarkt zukaufen zu müssen.
„Die Zusammenarbeit eines Batteriespeichers mit Solar- oder Windanlagen bringt mehrere strukturelle Vorteile mit sich, mit denen eigenständige Projekte schlicht nicht konkurrieren können“, erklärte eine Sprecherin des niederländischen Unternehmens Greenchoice, das im Bereich erneuerbare Energien tätig ist.
Neue Form der Förderung?
Die niederländische Regierung bereitet derzeit eine neue Form der Förderung für gesteuerte Stromlieferungen aus erneuerbaren Energien ins Netz unter Nutzung von Batterien vor.
Netzbetreiber mahnen jedoch zur Vorsicht bei einer schnellen Einführung von Batteriespeichern. Würden diese ausschließlich marktorientiert betrieben, könnten sie die lokale Situation insbesondere in Verteilnetzen verschärfen.
„Auch Batterien, die sich einen Anschluss mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen teilen, können mitunter zusätzliche Engpässe verursachen. Zum Beispiel dann, wenn Batterien Strom ins Netz einspeisen, während in der betreffenden Region bereits große Mengen an Solar- oder Windstrom verfügbar sind“, erklärte ein Sprecher des niederländischen Verteilnetzbetreibers Stedin.
Quelle: https://oenergetice.cz/zahranicni/preti ... nich-parku
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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