Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Verfasst: Di 10. Feb 2026, 09:09
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 10.2.2026:
Inhalt:
Ständiger Ausschuss für neue Kernenergiequellen soll aufgelöst werden. „Alles wird von der Regierung gesteuert, die Opposition wird notwendige Informationen bekommen“, sagt Havlíček.
Temelín wehrt sich gegen eine Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle.
Energieexperten überprüften die Dichtheit der hermetischen Hülle des ersten Blocks in Dukovany.
Umgehungsstraße von Slavětice bei Dukovany deutlich günstiger – Region wählt Bauunternehmen.
Kraftwerk Dukovany II (EDU II) stellt Fachkräfte ein: Im vergangenen Jahr kamen mehr als 60 neue Mitarbeiter hinzu.
SÜDBÖHMEN: Das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín wurde im vergangenen Jahr von 39.604 Menschen besucht.
In Japan wurde Reaktor im größten Kernkraftwerk der Welt erneut in Betrieb genommen.
Kasachstan: Regierung bestätigt Standort für das zweite Kernkraftwerk
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Ständiger Ausschuss für neue Kernenergiequellen soll aufgelöst werden. „Alles wird von der Regierung gesteuert, die Opposition wird notwendige Informationen bekommen“, sagt Havlíček
10. 2. 2026
Tschechischer Rundfunk
Jana Klímová
Der Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) schlägt vor, den Ständigen Ausschuss für den Bau neuer Kernenergiequellen aufzulösen. Das geht aus einem nicht öffentlichen Material des Ministeriums hervor, das Tschechischer Rundfunk erhalten hat und mit dem sich das Kabinett von Andrej Babiš (ANO) in den kommenden Wochen befassen wird. Derzeit nehmen die übrigen Ministerien zu dem Dokument Stellung.
Der Ausschuss wurde bereits unter der vorherigen Regierung von Andrej Babiš eingerichtet, zu einer Zeit, als die Ausschreibung für den Bau ursprünglich eines neuen Blocks im Kernkraftwerk Dukovany vorbereitet wurde. An der Spitze des Ausschusses stand zunächst der Premierminister, später der Industrieminister; seine Mitglieder waren Minister und Experten weiterer Ressorts wie Arbeit und Soziales, Bildung, Finanzen oder Inneres. Vertreten waren darin auch das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit SUJB, der Energiekonzern ČEZ – sowie die Opposition.
In den letzten Jahren, also nach dem Start der Ausschreibung und nach dem Abschluss des Vertrags über zwei Dukovany-Blöcke im vergangenen Sommer, kam der Ausschuss faktisch nicht mehr zusammen. Weiterhin tätig waren jedoch die mit dem Ausschuss verbundenen Arbeitsgruppen, die sich mit konkreten, den Kernenergieausbau betreffenden Themen befassten.
Eine neue Bedeutung hätte der Ausschuss auch vor dem Hintergrund erhalten können, dass die Regierung mit der Auswahl eines Lieferanten für weitere zwei Blöcke im Kernkraftwerk Temelín fortfahren will. Die Projekte zum Bau neuer Reaktoren sind zudem langfristig angelegt, reichen über mehrere Legislaturperioden hinaus und erfordern auf staatlicher Ebene die Lösung verschiedenster Fragen – von der Finanzierung der Baukosten in dreistelliger Milliardenhöhe über den Ausbau der Infrastruktur, Genehmigungsverfahren und Sicherheitskontrollen bis hin zu Ausbildung und Sicherstellung qualifizierter Arbeitskräfte.
„Es braucht mehr Handlungsfähigkeit“...
Nach Ansicht von Karel Havlíček ist nun jedoch mehr Handlungsfähigkeit erforderlich. „Das Ziel ist es, die strategische Steuerung des Projekts Dukovany und perspektivisch weiterer Projekte neuer Kernenergiequellen – angesichts ihrer Bedeutung – auf die Ebene der Regierung zu verlagern“, nannte der Vizepremier und Industrieminister Havlíček als Grund für die Auflösung des Ausschusses.
Ihm zufolge bleiben die Arbeitsgruppen, die beim Ständigen Ausschuss tätig waren, bestehen. „Für das operative Management und die Koordination bleibe ich gemeinsam mit dem Ministerium für Industrie und Handel verantwortlich; unter anderem werde ich mich künftig regelmäßig im Rahmen eines Steuerungsausschusses mit Vertretern des Industrieministeriums, des Finanzministeriums, von Elektrárna Dukovany II und ČEZ treffen. Der Industrieminister wird zugleich die Regierung regelmäßig informieren und Fragen sowie Lösungsvorschläge direkt den Regierungsmitgliedern vortragen. Eine Reihe von Themen erfordert eine Diskussion auf Regierungsebene“, erklärte Havlíček.
Informationen soll seiner Aussage nach auch die Opposition erhalten. „Einmal pro halbes Jahr werde ich den Wirtschaftsausschuss über den Stand des Projekts Dukovany und weitere Fragen der Kernenergieentwicklung informieren“, versprach er.
„Kernenergie ist eine Priorität“...
Der ehemalige Industrieminister und heutige Abgeordnete der oppositionellen Partei STAN, Lukáš Vlček, stimmt zu, dass es angesichts des im vergangenen Jahr gestarteten Projekts Dukovany logisch sei, das Management des Baus neuer Energiequellen zu intensivieren. „Bei einem derart bedeutenden Projekt ist es aber wichtig, dass die Opposition eingebunden wird – zum Beispiel gerade auf der Ebene des Wirtschaftsausschusses der Abgeordnetenkammer“, sagte er.
Auch laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, Ivan Adamec (ODS), wird die Opposition weitere Informationen zum Ausbau der Kernenergie im Blick behalten. Der Ständige Ausschuss für den Bau neuer Kernenergiequellen habe sich zwar auch seiner Ansicht nach überlebt, doch der weitere Ausbau der Kernenergie sei parteiübergreifend eine „prioritäre Angelegenheit“. „Wir werden das weiter aufmerksam verfolgen. Der Bau von Kernkraftwerksblöcken ist für uns eine Priorität. Wir werden zudem Informationen zur Sicherstellung der Finanzierung der neuen Blöcke verlangen“, warnte Adamec.
https://www.irozhlas.cz/ekonomika/vybor ... 100700_jaf
/gr/
Temelín wehrt sich gegen eine Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle
7. 2. 2026 Nas Region
Simona Knotková
Die Gemeinde Temelín will sich gegen den Bau einer Verbrennungsanlage für industrielle gefährliche Abfälle am Standort Hůrka wehren. Die Gemeinderäte kritisieren, dass sie über das Vorhaben des spanischen Unternehmens nicht rechtzeitig informiert wurden.
Die Gemeinderäte der Gemeinde Temelín im Bezirk Budweis / České Budějovice haben den Kampf gegen die geplante Verbrennungsanlage für industrielle gefährliche Abfälle ausgerufen. Das Bauvorhaben am örtlichen Standort Hůrka soll von der Firma Quail realisiert werden, die zur spanischen Gesellschaft FCC gehört. Das Projekt wartet derzeit auf die Umweltverträglichkeitsprüfung.
Die örtlichen Politiker sind vor allem darüber verärgert, dass die Gemeinde nicht rechtzeitig über das Vorhaben informiert wurde. „Wir werden versuchen, mit den uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln diese Entscheidung rückgängig zu machen“, erklärte Bürgermeister Josef Váca. Die Gemeinde hat sich sogar entschlossen, für das weitere Vorgehen einen Anwalt zu beauftragen.
Gemeinderätin Hana Hájková wies darauf hin, dass der Kreis bereits im vergangenen Juni einige notwendige Studien genehmigt habe, die Gemeinde Temelín jedoch erst im Januar dieses Jahres von den Plänen erfahren habe. Bis Ende Februar können die Einwohner im Rahmen des UVP-Verfahrens ihre Stellungnahmen einreichen.
Die Bürger befürchten vor allem einen Anstieg des Schwerlastverkehrs. „Wir wissen nicht genau, was dort verbrannt werden soll und welche Auswirkungen das auf die Umwelt haben wird“, äußerte der Bürgermeister seine Sorgen. Die Einwände sind jedoch vielfältiger – das Gebiet ist bereits durch den Ausbau des Kernkraftwerks belastet, und der nahegelegene Standort Janoch zählt zu den Kandidaten für ein Endlager für radioaktive Abfälle.
Das Unternehmen weist diese Bedenken zurück. Die Sprecherin von FCC, Kristina Jakubcová, versichert, dass die Verbrennungsanlage alle Sicherheitsanforderungen erfülle und zudem Arbeitsplätze schaffen würde. Während der Bauphase sollen bis zu mehrere Hundert Stellen entstehen, im regulären Betrieb dann etwa 35 dauerhafte Arbeitsplätze.
Die Investition in die Anlage soll sich auf ein bis zwei Milliarden Kronen belaufen. Die Verbrennungsanlage soll jährlich 20.000 Tonnen Abfall verarbeiten, darunter auch gefährliche Abfälle aus Industrie und Gesundheitswesen. Sollte das Projekt alle Genehmigungen erhalten, könnten die Bauarbeiten in drei Jahren beginnen, der Betrieb soll bis zum Jahr 2030 anlaufen.
Was die Verkehrsbelastung betrifft, erklärt das Unternehmen, der Anstieg werde minimal sein – maximal sechs Lastwagen pro Tag. Am Standort Hůrka werden bereits seit Langem gefährliche Abfälle verarbeitet, insbesondere Aschen und Schlämme aus dem Uranbergbau.
Quelle: ČTK
Originalartikel: https://nasregion.cz/temelin-se-bouri-p ... du-426146/
/gr/
Energieexperten überprüften die Dichtheit der hermetischen Hülle des ersten Blocks in Dukovany
9.2.2026 Kurzy.cz
Techniker im Kernkraftwerk Dukovany haben am Wochenende bestätigt, dass die hermetische Hülle des ersten Blocks vollkommen dicht ist – sämtliche möglichen Undichtigkeiten sind kleiner als ein Stecknadelkopf. Die anspruchsvolle Druckprüfung, die zu den wichtigsten Sicherheitstests vor der Wiederinbetriebnahme des Blocks nach einer Revision gehört, verlief ausgezeichnet und bestätigte den hervorragenden technischen Zustand der Anlage.
Das Ziel des Tests ist die Überprüfung der Dichtheit der Räume des hermetischen Sicherheitsbehälters des Reaktorblocks, deren Fläche in Dukovany mehr als 5.000 Quadratmeter beträgt. Das bedeutet, dass die insgesamt gemessene Leckage aller Zugangs- und Montageöffnungen, Durchführungen von technologischen und messtechnischen Einrichtungen usw. nicht größer sein darf als die Größe mehrerer Stecknadelköpfe.
Zunächst verschlossen die Techniker die hermetischen Bereiche vollständig und setzten sie mithilfe von Kompressoren auf einen Druck von etwa 50 kPa. Anschließend beobachteten sie den Verlauf von Druck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um mögliche Veränderungen mit hoher Genauigkeit auswerten zu können.
„Vor jedem Wiederanfahren eines Kernkraftwerksblocks werden zahlreiche anspruchsvolle Kontrollen und Tests durchgeführt. Die Dichtheitsprüfung der hermetischen Bereiche gehört zu den entscheidenden Voraussetzungen für den weiteren Betrieb. Die Kenntnis des Anlagenzustands und die Betriebssicherheit haben für uns oberste Priorität“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der CEZ-Abteilung Kernenergie.
Das eigentliche Aufpressen der hermetischen Bereiche dauerte für die Spezialisten rund vier Stunden. Weitere acht Stunden waren erforderlich, um zur Sicherstellung der Messgenauigkeit Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Innenraum zu stabilisieren. Erst danach erfolgte über weitere acht Stunden hinweg die Aufzeichnung der Druckwerte sowie die Überwachung der baulichen Konstruktionen der hermetischen Bereiche.
„Die gemessenen Werte bestätigten einen Druckabfall deutlich unterhalb der festgelegten Grenzwerte. Das Ergebnis entspricht unseren Erwartungen und bestätigt den guten technischen Zustand des Blocks sowie die hohe Qualität der während der Revision durchgeführten Arbeiten. Weitere umfangreiche Tests der Anlagen stehen jedoch vor dem Ende der Revision noch an“, ergänzte der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Die hermetischen Bereiche stellen eine der wichtigsten Schutzbarrieren eines Kernkraftwerks dar. Im Falle eines außergewöhnlichen Ereignisses verhindern sie das Austreten radioaktiver Stoffe in die Umgebung und schützen zugleich die technischen Anlagen vor äußeren Einflüssen. Während der Prüfungen werden die Bereiche einem Überdruck ausgesetzt, im normalen Betrieb hingegen wird in ihnen ein leichter Unterdruck aufrechterhalten.
Jiří Bezděk, Sprecher von ČEZ,
Kernkraftwerk Dukovany
Quelle: https://zpravy.kurzy.cz/848484-energeti ... u-dukovan/
/gr/
Umgehungsstraße von Slavětice bei Dukovany deutlich günstiger – Region wählt Bauunternehmen
ČTK
Autor: František Vondrák
9. Februar 2026 Trebicsky denik
Foto: Der Bau der Umgehungsstraße von Slavětice soll in diesem Frühjahr beginnen.
Der Bau der Umgehungsstraße der Gemeinde Slavětice bei Dukovany wird deutlich günstiger als ursprünglich erwartet. Die Region Vysočina hat den Auftragnehmer für das Bauvorhaben ausgewählt, dessen Preis im Ausschreibungsverfahren von 325 auf rund 225 Millionen Kronen gesunken ist. Die Umgehungsstraße soll die Verkehrssituation in der Region verbessern und ist auch für den Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany von Bedeutung.
Die Region Vysočina will in naher Zukunft mit dem Bau der Straßenumgehung der Gemeinde Slavětice in der Nähe von Dukovany beginnen. Die ursprünglich geschätzten Gesamtkosten dieses Projekts beliefen sich auf 325 Millionen Kronen, im Wettbewerb um den Auftragnehmer sanken sie um etwa 100 Millionen Kronen. Das Bauunternehmen wurde heute vom Regionsrat aus insgesamt zwölf Angeboten ausgewählt. Dies teilte der Kreishhauptmann Martin Kukla (ANO) Journalisten mit. Den Namen der ausgewählten Firma nannte er nicht und verwies darauf, dass für den Auftrag noch eine Schutzfrist laufe.
„Die Nachfrage nach öffentlichen Aufträgen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur ist groß“, sagte der Kreishauptmann. Er erinnerte daran, dass auch die Kosten für den Bau der Umgehungsstraße von Velké Meziříčí im Bezirk Žďár vor einer Woche um mehrere zehn Millionen Kronen gesunken seien, als der Regionsrat den Auftragnehmer auswählte. Für dieses Projekt seien 13 Angebote eingegangen. Das große Interesse der Bauunternehmen führte der Kreishauptmann auch darauf zurück, dass der diesjährige Staatshaushalt bislang noch nicht verabschiedet sei. „An den Staatshaushalt sind auch einige Verkehrsprojekte gekoppelt, und diese können derzeit nicht ausgeschrieben werden“, erklärte er.
Bau ist wichtig für den Ausbau von Dukovany….
Beide Umgehungsstraßen gehören zu den Bauvorhaben, die auch für den Transport von Komponenten und Materialien beim Bau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany erforderlich sind. Die Region wartet für diese Projekte auf Mittel aus dem Staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur. Die Umgehungsstraße von Slavětice wird laut der Website der Region 3,2 Kilometer lang sein, die Bauzeit soll knapp zwei Jahre betragen.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau von Dukovany baut die Region derzeit auf ihren Straßen auch Umgehungen der Gemeinden Brtnice im Bezirk Jihlava und Zašovice im Bezirk Třebíč.
Quelle: https://trebicsky.denik.cz/zpravy_regio ... 60209.html?
/gr/
Kraftwerk Dukovany II (EDU II) stellt Fachkräfte ein: Im vergangenen Jahr kamen mehr als 60 neue Mitarbeiter hinzu
10. 02. 2026 Energocafe.cz
Das Unternehmen Elektrárna Dukovany II (EDU II) baut seine Personalbasis weiter aus. Im vergangenen Jahr stellte es mehr als 60 neue Mitarbeiter ein; unter Berücksichtigung der Abgänge erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten im Jahresvergleich um ein Viertel.
Die überwiegende Mehrheit der Neueinstellungen bestand aus Hochschulabsolventen, ein Fünftel der neu Eingestellten waren junge Menschen unter 30 Jahren. Auch in diesem Jahr plant EDU II, weitere Dutzende Mitarbeiter einzustellen, in den kommenden Jahren sollen es dann mehrere Hundert sein.
Die Unterzeichnung des Vertrags über den Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken am Standort Dukovany im vergangenen Jahr leitete bei Elektrárna Dukovany II (EDU II) intensive Vorbereitungen für die Umsetzung des „Projekts des Jahrhunderts“ ein. Dies spiegelte sich auch in der Personalgewinnung wider: Im vergangenen Jahr verstärkten mehr als 60 neue Mitarbeiter die Belegschaft von EDU II. Die Gesamtbilanz, einschließlich der Abgänge, bedeutet einen Zuwachs von einem Viertel gegenüber dem Vorjahr. In einem ähnlichen Wachstumstempo will EDU II auch in diesem Jahr fortfahren und plant, rund 70 weitere Mitarbeiter einzustellen, davon nahezu drei Viertel für technische Positionen.
„Während wir in der ersten Phase der Vorbereitungen vor allem Fachleute für Finanzierung, Recht, Planung oder Projektmanagement eingestellt haben, steigt der Bedarf an technischen Positionen zunehmend, von denen in den kommenden Jahren Hunderte benötigt werden. Es freut mich, dass sich viele junge Menschen bei uns bewerben – im vergangenen Jahr machten sie ein Fünftel aller Neueinstellungen aus“, erklärte der Geschäftsführer von Elektrárna Dukovany II, Petr Závodský.
Von den im vergangenen Jahr eingestellten Mitarbeitern waren über 90 Prozent Hochschulabsolventen. Auch Frauen zeigen großes Interesse an einer Tätigkeit bei EDU II: Sie stellten ein volles Drittel der Neueinstellungen. Derzeit beschäftigt EDU II nahezu 260 Mitarbeiter.
Quelle: https://energocafe.cz/elektrarna-dukova ... vych-lidi/
/gr/
SÜDBÖHMEN: Das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín wurde im vergangenen Jahr von 39.604 Menschen besucht
7.2.2026 Za krasnejsi Vimperk
Genau 39.604 Besucherinnen und Besucher besichtigten im vergangenen Jahr das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín. Historisch gesehen handelt es sich um die dritthöchste Besucherzahl. Weitere 7.832 Menschen begrüßte das südböhmische Kernkraftwerk im Rahmen von Online-Besichtigungen aus der Ferne unter dem Titel Virtuell im Kraftwerk, und 11.232 Interessierte erkundeten die gesicherten Bereiche auf thematischen Messen und Konferenzen mithilfe von Virtual-Reality-Brillen. Insgesamt besichtigten damit 58.668 Menschen das Kernkraftwerk Temelín. Die Informationszentren der ČEZ-Gruppe wurden im vergangenen Jahr insgesamt von 297.000 Besucherinnen und Besuchern persönlich oder virtuell besucht.
Im Informationszentrum in Temelín bestand traditionell großes Interesse an der virtuellen Besichtigung ReakTour. Mithilfe spezieller Virtual-Reality-Brillen gelangen die Besucher an die interessantesten und zugleich am strengsten gesicherten Orte des Kraftwerks, beispielsweise zum Kernreaktor, in den Kühlturm oder in die Blockwarte, von der aus das Kraftwerk gesteuert wird.
ČEZ bietet Energieinteressierten zudem weitere virtuelle Besichtigungsformate an, die unter dem Namen Virtuell im Kraftwerk laufen. Im vergangenen Jahr warfen auf diese Weise 7.832 Menschen – überwiegend Studenten – über ein spezielles Fernsehstudio und die Anwendung Teams einen Blick nach Temelín.
„Virtuelle Realität als Mittel zum Besuch normalerweise unzugänglicher Bereiche hat sich als hervorragendes Bildungsinstrument erwiesen. Deshalb werden wir in diesem Jahr eine Neuheit vorstellen: ProudTour, deren Thema die Verteilung von Strom sein wird. Sie stellt eine ideale Ergänzung zu den bestehenden Führungen dar, die sich auf die Stromerzeugung konzentrieren. ProudTour begleitet die Besucher nämlich bei der Fortsetzung der faszinierenden Reise des Stroms vom Kraftwerk bis nach Hause zur Steckdose“, erläutert Kateřina Bartůšková, Leiterin der Abteilung Informationszentren und Bildung der ČEZ-Gruppe.
Das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín ist derzeit für mehrere Monate wegen einer umfassenden Modernisierung geschlossen. Nach deren Abschluss wird es den Besucherinnen und Besuchern eine völlig neue Ausstellung bieten, die modernste digitale Technologien, interaktive Elemente sowie unterhaltsam-pädagogische Inhalte für alle Altersgruppen verbindet. „Die neue Ausstellung bringt Dutzende interaktiver Elemente, Touchscreens, Videos, Simulationen und Spiele, mit deren Hilfe die Besucher ausprobieren können, wie die zentralen Prozesse in einem Kernkraftwerk funktionieren“, ergänzt Kateřina Bartůšková.
Trotz moderner virtueller Technologien bleibt auch die physische Besichtigung für Besucher attraktiv. Deshalb organisierte ČEZ im vergangenen Jahr in Temelín während der Ferien Tage der offenen Tür, bei denen 336 Besucher das südböhmische Kernkraftwerk besichtigten.
Derzeit können Interessierte zudem die einmalige Gelegenheit nutzen, das Innere des Wasserkraftwerks Lipno I zu besichtigen. Die Führungen finden jedes Wochenende bis Ende April statt. Die Kapazität beträgt 1.632 Plätze, teilnehmen können ausschließlich vorab registrierte Besucherinnen und Besucher ab 15 Jahren.
Autor: Marek Sviták, Kernkraftwerk Temelín
Quelle: https://zakrasnejsivimperk.cz/?p=367888
/gr/
In Japan wurde Reaktor im größten Kernkraftwerk der Welt erneut in Betrieb genommen
ČTK
9. Februar 2026, oenergetice.cz
Das japanische Unternehmen Tokyo Electric Power Company Holdings (TEPCO) hat heute einen Reaktor im Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, dem größten der Welt, wieder in Betrieb genommen. Darüber berichten Nachrichtenagenturen. Die Anlage, die sich in der Präfektur Niigata nordwestlich von Tokio befindet, sollte erstmals seit der Reaktorkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima im Jahr 2011 bereits im Januar wieder angefahren werden, doch wurde der Neustart damals wegen eines technischen Defekts gestoppt.
Das Kraftwerk verfügt über sieben Blöcke, der Neustart betrifft bislang jedoch nur Reaktor Nummer 6. Der Betreiber hatte ursprünglich vorgesehen, den Neustart am 20. Januar zu beginnen, verschob den Termin jedoch wegen technischer Probleme um zwei Tage. Auch danach verlief der Prozess nicht erfolgreich – als ein Alarm ausgelöst wurde, musste TEPCO den Vorgang nach mehreren Stunden abbrechen. Heute teilte das Unternehmen mit, die Ursache der Probleme identifiziert und behoben zu haben.
Der Betreiber nahm das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa trotz anhaltender öffentlicher Bedenken wieder in Betrieb. Anfang Januar übergaben mehrere Bürgerinitiativen TEPCO und der japanischen Atomaufsichtsbehörde eine Petition gegen die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks mit fast 40.000 Unterschriften. Darin weisen sie darauf hin, dass sich das Kraftwerk in einer seismisch aktiven Region befindet, die im Jahre 2007 von einem starken Erdbeben betroffen war.
Der Alarm wurde am 22. Januar in den frühen Morgenstunden ausgelöst, als die Steuerstäbe ausgefahren wurden – etwa fünf Stunden nach Beginn des Neustarts. Der Alarm signalisierte Unregelmäßigkeiten in einem Umrichter, der die Drehzahl des Motors steuert, der die Steuerstäbe bewegt. Dies veranlasste den Betreiber, den Reaktor abzuschalten, bis die Ursache ermittelt ist.
Den Untersuchungen zufolge war der Umrichter selbst nicht beschädigt, der Alarm jedoch zu empfindlich auf Veränderungen des elektrischen Stroms eingestellt. Da Abweichungen bei den Steuerstäben auch von anderen Alarmsystemen erfasst werden können, entschied sich der Betreiber, die Einstellungen des Umrichters so anzupassen, dass diese Veränderungen keinen Alarm mehr auslösen.
TEPCO teilte mit, dass Reaktor Nummer 6 über 205 Steuerstäbe verfügt und plant, alle im Laufe des heutigen Tages auszufahren. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Reaktor die sogenannte Kritikalität erreicht, also dass sich im Reaktorkern eine stabile Kettenreaktion der Kernspaltung einstellt.
Anschließend will das Unternehmen die Turbine in Betrieb nehmen und ab Sonntag mit der Testproduktion und der Einspeisung von Strom beginnen sowie Anlagenkontrollen durch erneutes Abschalten des Reaktors durchführen. Falls bei der Leistungssteigerung auf nahezu Volllast keine Probleme festgestellt werden, soll am 18. März der kommerzielle Betrieb aufgenommen werden.
Vor der Katastrophe von Fukushima verfügte Japan über 54 aktive Reaktoren in verschiedenen Teilen des Landes, rund 30 Prozent der erzeugten Elektrizität stammten aus Kernenergie. Nach dem verheerenden Erdbeben und der gewaltigen Tsunami-Welle versagten im Kraftwerkskomplex Fukushima Daiichi die Kühlsysteme der Reaktoren, radioaktive Stoffe gelangten in die Atmosphäre und Hunderttausende Menschen mussten evakuiert werden. Japan schaltete daraufhin vorübergehend alle Reaktoren ab und begann seit dem Jahr 2015, nur jene wieder in Betrieb zu nehmen, die strengere Sicherheitsanforderungen erfüllten.
Die Katastrophe von Fukushima hatte weitreichende Folgen. So änderte etwa die deutsche Bundesregierung infolge des Unglücks grundlegend ihre Haltung zur Kernenergie. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte kurz nach der Katastrophe an, dass Deutschland schrittweise alle Kernkraftwerke stilllegen werde. Die letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland wurden im Jahre 2023 vom Netz genommen, womit Deutschland nach mehr als 60 Jahren die Stromerzeugung aus Kernenergie beendete.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... e-na-svete
/gr/
Kasachstan: Regierung bestätigt Standort für das zweite Kernkraftwerk
Jiří Salavec
10. Februar 2026, oenergetice.cz
Die kasachische Kernenergie nimmt zunehmend klarere Konturen an. Nachdem die Regierung im vergangenen Jahr Russland als Lieferanten für ihr erstes Kernkraftwerk ausgewählt hatte, bestätigte sie nun den Standort für das zweite Kernkraftwerk. Es wird davon ausgegangen, dass das zweite Kraftwerk im Bezirk Žambyl von China errichtet wird. Kasachstan ist einer der weltweit führenden Uranproduzenten, verfügt jedoch bislang über keine Erfahrungen mit der kommerziellen Stromerzeugung aus Kernenergie.
Die Kasachische Internationale Nachrichtenagentur berichtete, dass die Regierung offiziell den Standort für das zweite Kernkraftwerk des Landes ausgewählt hat. Gleich wie das erste Kernkraftwerk wird auch das zweite in der Almatan-Region, im Bezirk Žambyl im Südosten Kasachstans, liegen. Die Kernkraftwerke sollen dem Land beim Übergang zu einer saubereren Stromerzeugung und bei der Verringerung der Nutzung fossiler Energiequellen helfen.
„Auf der Sitzung der Staatlichen Kommission für die Kernindustrie wurde der zweite perspektive Standort für den Bau eines Kernkraftwerks in Kasachstan identifiziert. Mit anderen Worten: Auch unser zweites Kraftwerk wird im Süden des Landes errichtet, der derzeit unter einem Energiedefizit leidet. Das neue Kraftwerk wird eine zuverlässige und stabile Energieversorgung sicherstellen“, erklärte im Oktober 2025 der Leiter der Kasachischen Agentur für Atomenergie, Almasadam Satkalijew.
Kasachstan hatte im vergangenen Jahr die Lokalität Ulken am Ufer des Balchaschsees, ebenfalls im Bezirk Žambyl, als Standort für sein erstes Kernkraftwerk ausgewählt. Gleichzeitig bestimmte die Regierung das russische Unternehmen Rosatom als Lieferanten für das erste Atomkraftwerk mit dem Kernreaktor VVER-1200 mit einer installierten Nettoleistung von 1114 MW. Als Lieferant für das zweite Kernkraftwerk kommt das chinesische Unternehmen CNNC mit dem Reaktor HPR-1000 in Betracht. Dieses belegte im Lieferantenvergleich den zweiten Platz vor der französischen EDF und der südkoreanischen KHNP.
„Was das chinesische Unternehmen CNNC als Lieferanten betrifft, wurde noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Auf Grundlage der vorgelegten Vorschläge betrachten wir es jedoch als prioritären Lieferanten“, ergänzte Satkalijew.
5 % Kernenergieanteil bis zum Jahr 2035….
Vor der Entscheidung über den Bau von Kernkraftwerken im Land führte die kasachische Regierung ein Referendum durch. Darin sprachen sich die Bürgerinnen und Bürger deutlich für den Ausbau der Kernenergie aus (71 % der Wähler bei einer Wahlbeteiligung von 64 %), zugleich regte sich jedoch auch Kritik und Besorgnis über die Einbindung Russlands als Lieferant. Kernkraftwerke können Kasachstan Energiesicherheit verschaffen, da das Land derzeit der größte Uranförderer der Welt ist. Neben dem Abbau prüft das Land zudem die Möglichkeit der Produktion von Kernbrennstoff.
Kasachstan strebt neu installierte Kernkraftwerksleistungen von 2400 MWe an und möchte bis zum Jahr 2035 einen Anteil der Kernenergie von fünf Prozent an der gesamten Stromerzeugung erreichen. Neben großen Reaktoren erwägt das Land zudem den Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) als Ersatz für auslaufende Kohlekraftwerke.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektrarnu
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Ständiger Ausschuss für neue Kernenergiequellen soll aufgelöst werden. „Alles wird von der Regierung gesteuert, die Opposition wird notwendige Informationen bekommen“, sagt Havlíček.
Temelín wehrt sich gegen eine Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle.
Energieexperten überprüften die Dichtheit der hermetischen Hülle des ersten Blocks in Dukovany.
Umgehungsstraße von Slavětice bei Dukovany deutlich günstiger – Region wählt Bauunternehmen.
Kraftwerk Dukovany II (EDU II) stellt Fachkräfte ein: Im vergangenen Jahr kamen mehr als 60 neue Mitarbeiter hinzu.
SÜDBÖHMEN: Das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín wurde im vergangenen Jahr von 39.604 Menschen besucht.
In Japan wurde Reaktor im größten Kernkraftwerk der Welt erneut in Betrieb genommen.
Kasachstan: Regierung bestätigt Standort für das zweite Kernkraftwerk
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Ständiger Ausschuss für neue Kernenergiequellen soll aufgelöst werden. „Alles wird von der Regierung gesteuert, die Opposition wird notwendige Informationen bekommen“, sagt Havlíček
10. 2. 2026
Tschechischer Rundfunk
Jana Klímová
Der Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) schlägt vor, den Ständigen Ausschuss für den Bau neuer Kernenergiequellen aufzulösen. Das geht aus einem nicht öffentlichen Material des Ministeriums hervor, das Tschechischer Rundfunk erhalten hat und mit dem sich das Kabinett von Andrej Babiš (ANO) in den kommenden Wochen befassen wird. Derzeit nehmen die übrigen Ministerien zu dem Dokument Stellung.
Der Ausschuss wurde bereits unter der vorherigen Regierung von Andrej Babiš eingerichtet, zu einer Zeit, als die Ausschreibung für den Bau ursprünglich eines neuen Blocks im Kernkraftwerk Dukovany vorbereitet wurde. An der Spitze des Ausschusses stand zunächst der Premierminister, später der Industrieminister; seine Mitglieder waren Minister und Experten weiterer Ressorts wie Arbeit und Soziales, Bildung, Finanzen oder Inneres. Vertreten waren darin auch das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit SUJB, der Energiekonzern ČEZ – sowie die Opposition.
In den letzten Jahren, also nach dem Start der Ausschreibung und nach dem Abschluss des Vertrags über zwei Dukovany-Blöcke im vergangenen Sommer, kam der Ausschuss faktisch nicht mehr zusammen. Weiterhin tätig waren jedoch die mit dem Ausschuss verbundenen Arbeitsgruppen, die sich mit konkreten, den Kernenergieausbau betreffenden Themen befassten.
Eine neue Bedeutung hätte der Ausschuss auch vor dem Hintergrund erhalten können, dass die Regierung mit der Auswahl eines Lieferanten für weitere zwei Blöcke im Kernkraftwerk Temelín fortfahren will. Die Projekte zum Bau neuer Reaktoren sind zudem langfristig angelegt, reichen über mehrere Legislaturperioden hinaus und erfordern auf staatlicher Ebene die Lösung verschiedenster Fragen – von der Finanzierung der Baukosten in dreistelliger Milliardenhöhe über den Ausbau der Infrastruktur, Genehmigungsverfahren und Sicherheitskontrollen bis hin zu Ausbildung und Sicherstellung qualifizierter Arbeitskräfte.
„Es braucht mehr Handlungsfähigkeit“...
Nach Ansicht von Karel Havlíček ist nun jedoch mehr Handlungsfähigkeit erforderlich. „Das Ziel ist es, die strategische Steuerung des Projekts Dukovany und perspektivisch weiterer Projekte neuer Kernenergiequellen – angesichts ihrer Bedeutung – auf die Ebene der Regierung zu verlagern“, nannte der Vizepremier und Industrieminister Havlíček als Grund für die Auflösung des Ausschusses.
Ihm zufolge bleiben die Arbeitsgruppen, die beim Ständigen Ausschuss tätig waren, bestehen. „Für das operative Management und die Koordination bleibe ich gemeinsam mit dem Ministerium für Industrie und Handel verantwortlich; unter anderem werde ich mich künftig regelmäßig im Rahmen eines Steuerungsausschusses mit Vertretern des Industrieministeriums, des Finanzministeriums, von Elektrárna Dukovany II und ČEZ treffen. Der Industrieminister wird zugleich die Regierung regelmäßig informieren und Fragen sowie Lösungsvorschläge direkt den Regierungsmitgliedern vortragen. Eine Reihe von Themen erfordert eine Diskussion auf Regierungsebene“, erklärte Havlíček.
Informationen soll seiner Aussage nach auch die Opposition erhalten. „Einmal pro halbes Jahr werde ich den Wirtschaftsausschuss über den Stand des Projekts Dukovany und weitere Fragen der Kernenergieentwicklung informieren“, versprach er.
„Kernenergie ist eine Priorität“...
Der ehemalige Industrieminister und heutige Abgeordnete der oppositionellen Partei STAN, Lukáš Vlček, stimmt zu, dass es angesichts des im vergangenen Jahr gestarteten Projekts Dukovany logisch sei, das Management des Baus neuer Energiequellen zu intensivieren. „Bei einem derart bedeutenden Projekt ist es aber wichtig, dass die Opposition eingebunden wird – zum Beispiel gerade auf der Ebene des Wirtschaftsausschusses der Abgeordnetenkammer“, sagte er.
Auch laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, Ivan Adamec (ODS), wird die Opposition weitere Informationen zum Ausbau der Kernenergie im Blick behalten. Der Ständige Ausschuss für den Bau neuer Kernenergiequellen habe sich zwar auch seiner Ansicht nach überlebt, doch der weitere Ausbau der Kernenergie sei parteiübergreifend eine „prioritäre Angelegenheit“. „Wir werden das weiter aufmerksam verfolgen. Der Bau von Kernkraftwerksblöcken ist für uns eine Priorität. Wir werden zudem Informationen zur Sicherstellung der Finanzierung der neuen Blöcke verlangen“, warnte Adamec.
https://www.irozhlas.cz/ekonomika/vybor ... 100700_jaf
/gr/
Temelín wehrt sich gegen eine Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle
7. 2. 2026 Nas Region
Simona Knotková
Die Gemeinde Temelín will sich gegen den Bau einer Verbrennungsanlage für industrielle gefährliche Abfälle am Standort Hůrka wehren. Die Gemeinderäte kritisieren, dass sie über das Vorhaben des spanischen Unternehmens nicht rechtzeitig informiert wurden.
Die Gemeinderäte der Gemeinde Temelín im Bezirk Budweis / České Budějovice haben den Kampf gegen die geplante Verbrennungsanlage für industrielle gefährliche Abfälle ausgerufen. Das Bauvorhaben am örtlichen Standort Hůrka soll von der Firma Quail realisiert werden, die zur spanischen Gesellschaft FCC gehört. Das Projekt wartet derzeit auf die Umweltverträglichkeitsprüfung.
Die örtlichen Politiker sind vor allem darüber verärgert, dass die Gemeinde nicht rechtzeitig über das Vorhaben informiert wurde. „Wir werden versuchen, mit den uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln diese Entscheidung rückgängig zu machen“, erklärte Bürgermeister Josef Váca. Die Gemeinde hat sich sogar entschlossen, für das weitere Vorgehen einen Anwalt zu beauftragen.
Gemeinderätin Hana Hájková wies darauf hin, dass der Kreis bereits im vergangenen Juni einige notwendige Studien genehmigt habe, die Gemeinde Temelín jedoch erst im Januar dieses Jahres von den Plänen erfahren habe. Bis Ende Februar können die Einwohner im Rahmen des UVP-Verfahrens ihre Stellungnahmen einreichen.
Die Bürger befürchten vor allem einen Anstieg des Schwerlastverkehrs. „Wir wissen nicht genau, was dort verbrannt werden soll und welche Auswirkungen das auf die Umwelt haben wird“, äußerte der Bürgermeister seine Sorgen. Die Einwände sind jedoch vielfältiger – das Gebiet ist bereits durch den Ausbau des Kernkraftwerks belastet, und der nahegelegene Standort Janoch zählt zu den Kandidaten für ein Endlager für radioaktive Abfälle.
Das Unternehmen weist diese Bedenken zurück. Die Sprecherin von FCC, Kristina Jakubcová, versichert, dass die Verbrennungsanlage alle Sicherheitsanforderungen erfülle und zudem Arbeitsplätze schaffen würde. Während der Bauphase sollen bis zu mehrere Hundert Stellen entstehen, im regulären Betrieb dann etwa 35 dauerhafte Arbeitsplätze.
Die Investition in die Anlage soll sich auf ein bis zwei Milliarden Kronen belaufen. Die Verbrennungsanlage soll jährlich 20.000 Tonnen Abfall verarbeiten, darunter auch gefährliche Abfälle aus Industrie und Gesundheitswesen. Sollte das Projekt alle Genehmigungen erhalten, könnten die Bauarbeiten in drei Jahren beginnen, der Betrieb soll bis zum Jahr 2030 anlaufen.
Was die Verkehrsbelastung betrifft, erklärt das Unternehmen, der Anstieg werde minimal sein – maximal sechs Lastwagen pro Tag. Am Standort Hůrka werden bereits seit Langem gefährliche Abfälle verarbeitet, insbesondere Aschen und Schlämme aus dem Uranbergbau.
Quelle: ČTK
Originalartikel: https://nasregion.cz/temelin-se-bouri-p ... du-426146/
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Energieexperten überprüften die Dichtheit der hermetischen Hülle des ersten Blocks in Dukovany
9.2.2026 Kurzy.cz
Techniker im Kernkraftwerk Dukovany haben am Wochenende bestätigt, dass die hermetische Hülle des ersten Blocks vollkommen dicht ist – sämtliche möglichen Undichtigkeiten sind kleiner als ein Stecknadelkopf. Die anspruchsvolle Druckprüfung, die zu den wichtigsten Sicherheitstests vor der Wiederinbetriebnahme des Blocks nach einer Revision gehört, verlief ausgezeichnet und bestätigte den hervorragenden technischen Zustand der Anlage.
Das Ziel des Tests ist die Überprüfung der Dichtheit der Räume des hermetischen Sicherheitsbehälters des Reaktorblocks, deren Fläche in Dukovany mehr als 5.000 Quadratmeter beträgt. Das bedeutet, dass die insgesamt gemessene Leckage aller Zugangs- und Montageöffnungen, Durchführungen von technologischen und messtechnischen Einrichtungen usw. nicht größer sein darf als die Größe mehrerer Stecknadelköpfe.
Zunächst verschlossen die Techniker die hermetischen Bereiche vollständig und setzten sie mithilfe von Kompressoren auf einen Druck von etwa 50 kPa. Anschließend beobachteten sie den Verlauf von Druck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um mögliche Veränderungen mit hoher Genauigkeit auswerten zu können.
„Vor jedem Wiederanfahren eines Kernkraftwerksblocks werden zahlreiche anspruchsvolle Kontrollen und Tests durchgeführt. Die Dichtheitsprüfung der hermetischen Bereiche gehört zu den entscheidenden Voraussetzungen für den weiteren Betrieb. Die Kenntnis des Anlagenzustands und die Betriebssicherheit haben für uns oberste Priorität“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der CEZ-Abteilung Kernenergie.
Das eigentliche Aufpressen der hermetischen Bereiche dauerte für die Spezialisten rund vier Stunden. Weitere acht Stunden waren erforderlich, um zur Sicherstellung der Messgenauigkeit Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Innenraum zu stabilisieren. Erst danach erfolgte über weitere acht Stunden hinweg die Aufzeichnung der Druckwerte sowie die Überwachung der baulichen Konstruktionen der hermetischen Bereiche.
„Die gemessenen Werte bestätigten einen Druckabfall deutlich unterhalb der festgelegten Grenzwerte. Das Ergebnis entspricht unseren Erwartungen und bestätigt den guten technischen Zustand des Blocks sowie die hohe Qualität der während der Revision durchgeführten Arbeiten. Weitere umfangreiche Tests der Anlagen stehen jedoch vor dem Ende der Revision noch an“, ergänzte der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Die hermetischen Bereiche stellen eine der wichtigsten Schutzbarrieren eines Kernkraftwerks dar. Im Falle eines außergewöhnlichen Ereignisses verhindern sie das Austreten radioaktiver Stoffe in die Umgebung und schützen zugleich die technischen Anlagen vor äußeren Einflüssen. Während der Prüfungen werden die Bereiche einem Überdruck ausgesetzt, im normalen Betrieb hingegen wird in ihnen ein leichter Unterdruck aufrechterhalten.
Jiří Bezděk, Sprecher von ČEZ,
Kernkraftwerk Dukovany
Quelle: https://zpravy.kurzy.cz/848484-energeti ... u-dukovan/
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Umgehungsstraße von Slavětice bei Dukovany deutlich günstiger – Region wählt Bauunternehmen
ČTK
Autor: František Vondrák
9. Februar 2026 Trebicsky denik
Foto: Der Bau der Umgehungsstraße von Slavětice soll in diesem Frühjahr beginnen.
Der Bau der Umgehungsstraße der Gemeinde Slavětice bei Dukovany wird deutlich günstiger als ursprünglich erwartet. Die Region Vysočina hat den Auftragnehmer für das Bauvorhaben ausgewählt, dessen Preis im Ausschreibungsverfahren von 325 auf rund 225 Millionen Kronen gesunken ist. Die Umgehungsstraße soll die Verkehrssituation in der Region verbessern und ist auch für den Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany von Bedeutung.
Die Region Vysočina will in naher Zukunft mit dem Bau der Straßenumgehung der Gemeinde Slavětice in der Nähe von Dukovany beginnen. Die ursprünglich geschätzten Gesamtkosten dieses Projekts beliefen sich auf 325 Millionen Kronen, im Wettbewerb um den Auftragnehmer sanken sie um etwa 100 Millionen Kronen. Das Bauunternehmen wurde heute vom Regionsrat aus insgesamt zwölf Angeboten ausgewählt. Dies teilte der Kreishhauptmann Martin Kukla (ANO) Journalisten mit. Den Namen der ausgewählten Firma nannte er nicht und verwies darauf, dass für den Auftrag noch eine Schutzfrist laufe.
„Die Nachfrage nach öffentlichen Aufträgen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur ist groß“, sagte der Kreishauptmann. Er erinnerte daran, dass auch die Kosten für den Bau der Umgehungsstraße von Velké Meziříčí im Bezirk Žďár vor einer Woche um mehrere zehn Millionen Kronen gesunken seien, als der Regionsrat den Auftragnehmer auswählte. Für dieses Projekt seien 13 Angebote eingegangen. Das große Interesse der Bauunternehmen führte der Kreishauptmann auch darauf zurück, dass der diesjährige Staatshaushalt bislang noch nicht verabschiedet sei. „An den Staatshaushalt sind auch einige Verkehrsprojekte gekoppelt, und diese können derzeit nicht ausgeschrieben werden“, erklärte er.
Bau ist wichtig für den Ausbau von Dukovany….
Beide Umgehungsstraßen gehören zu den Bauvorhaben, die auch für den Transport von Komponenten und Materialien beim Bau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany erforderlich sind. Die Region wartet für diese Projekte auf Mittel aus dem Staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur. Die Umgehungsstraße von Slavětice wird laut der Website der Region 3,2 Kilometer lang sein, die Bauzeit soll knapp zwei Jahre betragen.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau von Dukovany baut die Region derzeit auf ihren Straßen auch Umgehungen der Gemeinden Brtnice im Bezirk Jihlava und Zašovice im Bezirk Třebíč.
Quelle: https://trebicsky.denik.cz/zpravy_regio ... 60209.html?
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Kraftwerk Dukovany II (EDU II) stellt Fachkräfte ein: Im vergangenen Jahr kamen mehr als 60 neue Mitarbeiter hinzu
10. 02. 2026 Energocafe.cz
Das Unternehmen Elektrárna Dukovany II (EDU II) baut seine Personalbasis weiter aus. Im vergangenen Jahr stellte es mehr als 60 neue Mitarbeiter ein; unter Berücksichtigung der Abgänge erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten im Jahresvergleich um ein Viertel.
Die überwiegende Mehrheit der Neueinstellungen bestand aus Hochschulabsolventen, ein Fünftel der neu Eingestellten waren junge Menschen unter 30 Jahren. Auch in diesem Jahr plant EDU II, weitere Dutzende Mitarbeiter einzustellen, in den kommenden Jahren sollen es dann mehrere Hundert sein.
Die Unterzeichnung des Vertrags über den Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken am Standort Dukovany im vergangenen Jahr leitete bei Elektrárna Dukovany II (EDU II) intensive Vorbereitungen für die Umsetzung des „Projekts des Jahrhunderts“ ein. Dies spiegelte sich auch in der Personalgewinnung wider: Im vergangenen Jahr verstärkten mehr als 60 neue Mitarbeiter die Belegschaft von EDU II. Die Gesamtbilanz, einschließlich der Abgänge, bedeutet einen Zuwachs von einem Viertel gegenüber dem Vorjahr. In einem ähnlichen Wachstumstempo will EDU II auch in diesem Jahr fortfahren und plant, rund 70 weitere Mitarbeiter einzustellen, davon nahezu drei Viertel für technische Positionen.
„Während wir in der ersten Phase der Vorbereitungen vor allem Fachleute für Finanzierung, Recht, Planung oder Projektmanagement eingestellt haben, steigt der Bedarf an technischen Positionen zunehmend, von denen in den kommenden Jahren Hunderte benötigt werden. Es freut mich, dass sich viele junge Menschen bei uns bewerben – im vergangenen Jahr machten sie ein Fünftel aller Neueinstellungen aus“, erklärte der Geschäftsführer von Elektrárna Dukovany II, Petr Závodský.
Von den im vergangenen Jahr eingestellten Mitarbeitern waren über 90 Prozent Hochschulabsolventen. Auch Frauen zeigen großes Interesse an einer Tätigkeit bei EDU II: Sie stellten ein volles Drittel der Neueinstellungen. Derzeit beschäftigt EDU II nahezu 260 Mitarbeiter.
Quelle: https://energocafe.cz/elektrarna-dukova ... vych-lidi/
/gr/
SÜDBÖHMEN: Das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín wurde im vergangenen Jahr von 39.604 Menschen besucht
7.2.2026 Za krasnejsi Vimperk
Genau 39.604 Besucherinnen und Besucher besichtigten im vergangenen Jahr das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín. Historisch gesehen handelt es sich um die dritthöchste Besucherzahl. Weitere 7.832 Menschen begrüßte das südböhmische Kernkraftwerk im Rahmen von Online-Besichtigungen aus der Ferne unter dem Titel Virtuell im Kraftwerk, und 11.232 Interessierte erkundeten die gesicherten Bereiche auf thematischen Messen und Konferenzen mithilfe von Virtual-Reality-Brillen. Insgesamt besichtigten damit 58.668 Menschen das Kernkraftwerk Temelín. Die Informationszentren der ČEZ-Gruppe wurden im vergangenen Jahr insgesamt von 297.000 Besucherinnen und Besuchern persönlich oder virtuell besucht.
Im Informationszentrum in Temelín bestand traditionell großes Interesse an der virtuellen Besichtigung ReakTour. Mithilfe spezieller Virtual-Reality-Brillen gelangen die Besucher an die interessantesten und zugleich am strengsten gesicherten Orte des Kraftwerks, beispielsweise zum Kernreaktor, in den Kühlturm oder in die Blockwarte, von der aus das Kraftwerk gesteuert wird.
ČEZ bietet Energieinteressierten zudem weitere virtuelle Besichtigungsformate an, die unter dem Namen Virtuell im Kraftwerk laufen. Im vergangenen Jahr warfen auf diese Weise 7.832 Menschen – überwiegend Studenten – über ein spezielles Fernsehstudio und die Anwendung Teams einen Blick nach Temelín.
„Virtuelle Realität als Mittel zum Besuch normalerweise unzugänglicher Bereiche hat sich als hervorragendes Bildungsinstrument erwiesen. Deshalb werden wir in diesem Jahr eine Neuheit vorstellen: ProudTour, deren Thema die Verteilung von Strom sein wird. Sie stellt eine ideale Ergänzung zu den bestehenden Führungen dar, die sich auf die Stromerzeugung konzentrieren. ProudTour begleitet die Besucher nämlich bei der Fortsetzung der faszinierenden Reise des Stroms vom Kraftwerk bis nach Hause zur Steckdose“, erläutert Kateřina Bartůšková, Leiterin der Abteilung Informationszentren und Bildung der ČEZ-Gruppe.
Das Informationszentrum des Kernkraftwerks Temelín ist derzeit für mehrere Monate wegen einer umfassenden Modernisierung geschlossen. Nach deren Abschluss wird es den Besucherinnen und Besuchern eine völlig neue Ausstellung bieten, die modernste digitale Technologien, interaktive Elemente sowie unterhaltsam-pädagogische Inhalte für alle Altersgruppen verbindet. „Die neue Ausstellung bringt Dutzende interaktiver Elemente, Touchscreens, Videos, Simulationen und Spiele, mit deren Hilfe die Besucher ausprobieren können, wie die zentralen Prozesse in einem Kernkraftwerk funktionieren“, ergänzt Kateřina Bartůšková.
Trotz moderner virtueller Technologien bleibt auch die physische Besichtigung für Besucher attraktiv. Deshalb organisierte ČEZ im vergangenen Jahr in Temelín während der Ferien Tage der offenen Tür, bei denen 336 Besucher das südböhmische Kernkraftwerk besichtigten.
Derzeit können Interessierte zudem die einmalige Gelegenheit nutzen, das Innere des Wasserkraftwerks Lipno I zu besichtigen. Die Führungen finden jedes Wochenende bis Ende April statt. Die Kapazität beträgt 1.632 Plätze, teilnehmen können ausschließlich vorab registrierte Besucherinnen und Besucher ab 15 Jahren.
Autor: Marek Sviták, Kernkraftwerk Temelín
Quelle: https://zakrasnejsivimperk.cz/?p=367888
/gr/
In Japan wurde Reaktor im größten Kernkraftwerk der Welt erneut in Betrieb genommen
ČTK
9. Februar 2026, oenergetice.cz
Das japanische Unternehmen Tokyo Electric Power Company Holdings (TEPCO) hat heute einen Reaktor im Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, dem größten der Welt, wieder in Betrieb genommen. Darüber berichten Nachrichtenagenturen. Die Anlage, die sich in der Präfektur Niigata nordwestlich von Tokio befindet, sollte erstmals seit der Reaktorkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima im Jahr 2011 bereits im Januar wieder angefahren werden, doch wurde der Neustart damals wegen eines technischen Defekts gestoppt.
Das Kraftwerk verfügt über sieben Blöcke, der Neustart betrifft bislang jedoch nur Reaktor Nummer 6. Der Betreiber hatte ursprünglich vorgesehen, den Neustart am 20. Januar zu beginnen, verschob den Termin jedoch wegen technischer Probleme um zwei Tage. Auch danach verlief der Prozess nicht erfolgreich – als ein Alarm ausgelöst wurde, musste TEPCO den Vorgang nach mehreren Stunden abbrechen. Heute teilte das Unternehmen mit, die Ursache der Probleme identifiziert und behoben zu haben.
Der Betreiber nahm das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa trotz anhaltender öffentlicher Bedenken wieder in Betrieb. Anfang Januar übergaben mehrere Bürgerinitiativen TEPCO und der japanischen Atomaufsichtsbehörde eine Petition gegen die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks mit fast 40.000 Unterschriften. Darin weisen sie darauf hin, dass sich das Kraftwerk in einer seismisch aktiven Region befindet, die im Jahre 2007 von einem starken Erdbeben betroffen war.
Der Alarm wurde am 22. Januar in den frühen Morgenstunden ausgelöst, als die Steuerstäbe ausgefahren wurden – etwa fünf Stunden nach Beginn des Neustarts. Der Alarm signalisierte Unregelmäßigkeiten in einem Umrichter, der die Drehzahl des Motors steuert, der die Steuerstäbe bewegt. Dies veranlasste den Betreiber, den Reaktor abzuschalten, bis die Ursache ermittelt ist.
Den Untersuchungen zufolge war der Umrichter selbst nicht beschädigt, der Alarm jedoch zu empfindlich auf Veränderungen des elektrischen Stroms eingestellt. Da Abweichungen bei den Steuerstäben auch von anderen Alarmsystemen erfasst werden können, entschied sich der Betreiber, die Einstellungen des Umrichters so anzupassen, dass diese Veränderungen keinen Alarm mehr auslösen.
TEPCO teilte mit, dass Reaktor Nummer 6 über 205 Steuerstäbe verfügt und plant, alle im Laufe des heutigen Tages auszufahren. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Reaktor die sogenannte Kritikalität erreicht, also dass sich im Reaktorkern eine stabile Kettenreaktion der Kernspaltung einstellt.
Anschließend will das Unternehmen die Turbine in Betrieb nehmen und ab Sonntag mit der Testproduktion und der Einspeisung von Strom beginnen sowie Anlagenkontrollen durch erneutes Abschalten des Reaktors durchführen. Falls bei der Leistungssteigerung auf nahezu Volllast keine Probleme festgestellt werden, soll am 18. März der kommerzielle Betrieb aufgenommen werden.
Vor der Katastrophe von Fukushima verfügte Japan über 54 aktive Reaktoren in verschiedenen Teilen des Landes, rund 30 Prozent der erzeugten Elektrizität stammten aus Kernenergie. Nach dem verheerenden Erdbeben und der gewaltigen Tsunami-Welle versagten im Kraftwerkskomplex Fukushima Daiichi die Kühlsysteme der Reaktoren, radioaktive Stoffe gelangten in die Atmosphäre und Hunderttausende Menschen mussten evakuiert werden. Japan schaltete daraufhin vorübergehend alle Reaktoren ab und begann seit dem Jahr 2015, nur jene wieder in Betrieb zu nehmen, die strengere Sicherheitsanforderungen erfüllten.
Die Katastrophe von Fukushima hatte weitreichende Folgen. So änderte etwa die deutsche Bundesregierung infolge des Unglücks grundlegend ihre Haltung zur Kernenergie. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte kurz nach der Katastrophe an, dass Deutschland schrittweise alle Kernkraftwerke stilllegen werde. Die letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland wurden im Jahre 2023 vom Netz genommen, womit Deutschland nach mehr als 60 Jahren die Stromerzeugung aus Kernenergie beendete.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... e-na-svete
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Kasachstan: Regierung bestätigt Standort für das zweite Kernkraftwerk
Jiří Salavec
10. Februar 2026, oenergetice.cz
Die kasachische Kernenergie nimmt zunehmend klarere Konturen an. Nachdem die Regierung im vergangenen Jahr Russland als Lieferanten für ihr erstes Kernkraftwerk ausgewählt hatte, bestätigte sie nun den Standort für das zweite Kernkraftwerk. Es wird davon ausgegangen, dass das zweite Kraftwerk im Bezirk Žambyl von China errichtet wird. Kasachstan ist einer der weltweit führenden Uranproduzenten, verfügt jedoch bislang über keine Erfahrungen mit der kommerziellen Stromerzeugung aus Kernenergie.
Die Kasachische Internationale Nachrichtenagentur berichtete, dass die Regierung offiziell den Standort für das zweite Kernkraftwerk des Landes ausgewählt hat. Gleich wie das erste Kernkraftwerk wird auch das zweite in der Almatan-Region, im Bezirk Žambyl im Südosten Kasachstans, liegen. Die Kernkraftwerke sollen dem Land beim Übergang zu einer saubereren Stromerzeugung und bei der Verringerung der Nutzung fossiler Energiequellen helfen.
„Auf der Sitzung der Staatlichen Kommission für die Kernindustrie wurde der zweite perspektive Standort für den Bau eines Kernkraftwerks in Kasachstan identifiziert. Mit anderen Worten: Auch unser zweites Kraftwerk wird im Süden des Landes errichtet, der derzeit unter einem Energiedefizit leidet. Das neue Kraftwerk wird eine zuverlässige und stabile Energieversorgung sicherstellen“, erklärte im Oktober 2025 der Leiter der Kasachischen Agentur für Atomenergie, Almasadam Satkalijew.
Kasachstan hatte im vergangenen Jahr die Lokalität Ulken am Ufer des Balchaschsees, ebenfalls im Bezirk Žambyl, als Standort für sein erstes Kernkraftwerk ausgewählt. Gleichzeitig bestimmte die Regierung das russische Unternehmen Rosatom als Lieferanten für das erste Atomkraftwerk mit dem Kernreaktor VVER-1200 mit einer installierten Nettoleistung von 1114 MW. Als Lieferant für das zweite Kernkraftwerk kommt das chinesische Unternehmen CNNC mit dem Reaktor HPR-1000 in Betracht. Dieses belegte im Lieferantenvergleich den zweiten Platz vor der französischen EDF und der südkoreanischen KHNP.
„Was das chinesische Unternehmen CNNC als Lieferanten betrifft, wurde noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Auf Grundlage der vorgelegten Vorschläge betrachten wir es jedoch als prioritären Lieferanten“, ergänzte Satkalijew.
5 % Kernenergieanteil bis zum Jahr 2035….
Vor der Entscheidung über den Bau von Kernkraftwerken im Land führte die kasachische Regierung ein Referendum durch. Darin sprachen sich die Bürgerinnen und Bürger deutlich für den Ausbau der Kernenergie aus (71 % der Wähler bei einer Wahlbeteiligung von 64 %), zugleich regte sich jedoch auch Kritik und Besorgnis über die Einbindung Russlands als Lieferant. Kernkraftwerke können Kasachstan Energiesicherheit verschaffen, da das Land derzeit der größte Uranförderer der Welt ist. Neben dem Abbau prüft das Land zudem die Möglichkeit der Produktion von Kernbrennstoff.
Kasachstan strebt neu installierte Kernkraftwerksleistungen von 2400 MWe an und möchte bis zum Jahr 2035 einen Anteil der Kernenergie von fünf Prozent an der gesamten Stromerzeugung erreichen. Neben großen Reaktoren erwägt das Land zudem den Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) als Ersatz für auslaufende Kohlekraftwerke.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektrarnu
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799