Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Verfasst: Di 13. Jan 2026, 09:16
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 13.1.2026:
Inhalt:
Energietechniker schützen das Kernkraftwerk Dukovany vor Frost. Auf die Kühltürme wird kaltes Wasser gesprüht.
Absoluter Rekord beim Stromverbrauch in Tschechien gefallen. Ursache sind Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, meldet ČEPS.
Der Stromexport aus Tschechien ist im vergangenen Jahr nach Jahren wieder gestiegen, höhere Kraftwerksproduktion trug dazu bei.
Nach Fukushima kam der Einbruch. Jetzt will Japan ein Fünftel seines Stroms aus Kernenergie beziehen.
Liberec: In die gemeinsame Nutzung von Strom sollen Haushalte und Unternehmen einbezogen werden.
Die Chinesen haben den Westen überholt. Sie melden die Fertigstellung des ersten modularen Reaktors.
Koreanischer Reaktor Saeul 3 erhält Betriebsgenehmigung, kommerzieller Betrieb soll im August beginnen.
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Energietechniker schützen das Kernkraftwerk Dukovany vor Frost. Auf die Kühltürme wird kaltes Wasser gesprüht
12.1.2026 Tschechischer Rundfunk
Niedrige Temperaturen kommen Kernkraftwerken zwar zugute und können ihre Leistung sogar erhöhen. Wenn es jedoch stark friert, kann das für ihre Kühltürme problematisch werden. Deshalb müssen die Energieexperten in Dukovany diese Anlagen derzeit schützen. Helfen soll – überraschenderweise – ganz gewöhnliches kaltes Wasser.
„Wir stehen neben einem der Kühltürme des Kernkraftwerks Dukovany. Dabei handelt es sich um eine Anlage, die bei starkem Frost als Schutzelement dient und die innere Konstruktion der Kühltürme schützt“, sagt der Sprecher des Kernkraftwerks Dukovany, Jiří Bezděk.
Auf dem Bauwerk bilden sich Eisgebilde und Eiszapfen, zudem fließt dort Wasser – das ist nicht der Normalzustand.
„Bei normalen Temperaturen, die etwa zwei Grad unter dem Gefrierpunkt liegen, funktioniert nur der innere Teil des Kühlturms. Sinkt die Temperatur jedoch auf zehn Grad unter null oder noch tiefer, müssen wir den sogenannten Winterschutz aktivieren. Von der Innenseite sprühen wir Wasser entlang des Randes und des Umfangs des Kühlturms. Dadurch entsteht eine Luftbarriere und die in den Turm strömende Luft wird erwärmt, was ein Einfrieren und eine Beschädigung der inneren Anlagen verhindert“, erklärt Bezděk.
Laut Bezděk ist kaltes Wetter für Kernkraftwerke grundsätzlich vorteilhaft.
„Das Kühlwasser kühlt besser, was bedeutet, dass wir eine höhere Effizienz erreichen und im Tagesverlauf mehrere Megawatt zusätzliche Energie gewinnen. Extremes Wetter und extreme Fröste sind jedoch auch nicht ideal“, beschreibt Bezděk.
Mögliche Maßnahmen..
Die Eisgebilde, die sich am Kraftwerk bilden, sind bisher noch nie vollständig gefroren.
„Es war noch nie so kalt, dass das Wasser komplett erstarrt wäre. Allerdings können die Eisvorhänge allmählich anwachsen, wenn der Frost anhält. Aber gerade in diesem Bereich, an den Fundamenten des Kühlturms, stört uns das nicht“, so Bezděk.
Sollten die Temperaturen unter minus 25 Grad Celsius fallen, könnte das Kraftwerk weitere Maßnahmen ergreifen. „Gegebenenfalls könnten wir einen Kühlturm eines Blocks außer Betrieb nehmen. Für den Betrieb würde uns einer ausreichen“, ergänzt Bezděk.
In Dukovany produzieren derzeit drei Blöcke Strom mit voller Leistung, ein Block befindet sich wegen eines Brennstoffwechsels im Betriebs-Stillstand.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/veda-technologi ... 122012_ape
Absoluter Rekord beim Stromverbrauch in Tschechien gefallen. Ursache sind Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, meldet ČEPS
12.1.2026 Tschechischer Rundfunk CTK
Das tschechische Stromübertragungsnetz stand am Montagvormittag unter rekordhoher Belastung. Der momentane Stromverbrauch in Tschechien stieg nach 10.00 Uhr auf 12.318 Megawatt (MW) und übertraf damit den bisherigen Höchstwert vom 15. Februar 2021 um 92 MW. Darüber informierte der Betreiber des Übertragungsnetzes ČEPS im sozialen Netzwerk X. Auch die Gasversorger melden einen hohen Verbrauch. Laut Meteorologen soll der Frost in den kommenden Tagen nachlassen.
Umspannwerke melden wegen der Kälte die höchste Belastung in der Geschichte ...
Der absolute Rekord bei der Belastung des tschechischen Stromsystems wurde im Zeitraum zwischen 10.00 und 10.05 Uhr erreicht. „Die Ursache ist offensichtlich: Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt erhöhen den Energiebedarf für das Heizen“, teilte ČEPS mit.
Für ganz Westböhmen gilt eine Warnung vor starker Eisglätte. Es drohen Verletzungen und Verkehrsbehinderungen.
Den überwiegenden Teil des Verbrauchs deckten laut ČEPS Wärme-, Gas-, Dampfgas,- Kraftwerke sowie Kernkraftwerke ab – insgesamt mehr als 92 Prozent.
Einen Rekordverbrauch verzeichneten nach Angaben des tschechischen Netzbetreibers auch einige andere Länder, etwa Belgien.
„Die europäische Energiewirtschaft bewältigt diese Belastung nicht nur dank stabiler Erzeugungsquellen, sondern auch dank starken Winds – in Deutschland liegt der Anteil der Windkraft an der gesamten Stromerzeugung seit Jahresbeginn bei rund 45 Prozent“, merkte ČEPS an.
Eine hohe Belastung der Stromnetze war bereits in den vergangenen Tagen zu beobachten. Schon am Freitag registrierte ČEPS eine Last von über 12.000 MW – den höchsten Wert der vergangenen fünf Jahre.
Auch die Energieversorger bestätigten in den letzten Tagen einen erhöhten Energieverbrauch. Der größte Gasverteiler in Tschechien, das Unternehmen GasNet, verzeichnete in der vergangenen Woche den höchsten Gasverbrauch der letzten fünf Jahre.
Gegenüber dem durchschnittlichen Wochenverbrauch während der Heizperiode stieg der Abnahmewert um mehr als 60 Prozent. Einen Anstieg des Stromverbrauchs im Prozentbereich gegenüber dem Normalwert meldeten in den vergangenen Tagen auch die Stromverteiler ČEZ und EG.D.
Rekordfröste...
Der Montagmorgen war der bisher kälteste dieses Winters, teilte das Tschechische Hydrometeorologische Institut (ČHMÚ) mit. Die Temperaturen in Böhmen und im Westen Mährens sanken meist auf minus 12 bis minus 20 Grad Celsius, im Böhmerwald sogar bis auf minus 30 Grad.
Insgesamt wurden sieben Kälterekorde aufgestellt. In den kommenden Tagen soll es laut der Wochenprognose des ČHMÚ wieder wärmer werden, nachts muss es nicht einmal mehr frieren.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/pa ... 121720_jho
Der Stromexport aus Tschechien ist im vergangenen Jahr nach Jahren wieder gestiegen, höhere Kraftwerksproduktion trug dazu bei
12.01.2026, Ceskenoviny.cz CTK
Prag – Der Stromexport aus Tschechien ins Ausland ist im vergangenen Jahr nach mehreren Jahren wieder gestiegen. Im Jahr 2025 belief sich der Nettoexport ins Ausland auf 7,56 Terawattstunden (TWh), was einem Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zum Wachstum trug vor allem die höhere Produktion der heimischen Kraftwerke bei. Am meisten Strom wurde nach Österreich exportiert, während aus Deutschland und Polen hingegen überwiegend Strom importiert wurde. Dies geht aus Daten des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS sowie aus einem Bericht des Branchenportals oEnergetice.cz für das Jahr 2025 hervor.
Damit wurde im vergangenen Jahr der langfristige Rückgang der tschechischen Stromexporte gestoppt – vermutlich jedoch nur vorübergehend. Laut einer Analyse des Industrieministeriums aus dem vorletzten Jahr könnte die Tschechische Republik bereits im Jahre 2027 zum Nettoimporteur von Strom werden. In den kommenden Jahren dürfte der Stromimport vor allem infolge der Stilllegung von tschechischen Kohlekraftwerken zunehmen.
Am meisten Strom wurde laut Statistik im vergangenen Jahr aus Tschechien nach Österreich exportiert, wo der Nettoexport 8,27 TWh betrug. Es folgte die Slowakei mit 4,36 TWh. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Länder stets die Endabnehmer waren – der Strom konnte über ihr Territorium weitergeleitet worden sein. Gegenüber Polen überwog im vergangenen Jahr bereits der Stromimport nach Tschechien; die Gesamtbilanz belief sich auf 0,88 TWh importierten Stroms. Noch im Jahr zuvor hatte der Export leicht überwogen. Im Fall Deutschlands ist Tschechien schon seit längerer Zeit Nettoimporteur von Strom; im vergangenen Jahr stieg der Nettoimport von dort auf 4,2 TWh.
Die Bilanz der grenzüberschreitenden Stromflüsse im vergangenen Jahr ist das Ergebnis einer erhöhten Produktion in tschechischen Kraftwerken, die erstmals seit dem Jahr 2021 wieder zunahm. Die Nettostromerzeugung in Tschechien belief sich im vergangenen Jahr auf 71,4 TWh, was einem Zuwachs von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der Gründer der Energiegruppe Amper, Jan Palaščák, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in Tschechien weiterhin eine große Anzahl von Kohlekraftwerken in Betrieb ist, sodass die installierte Leistung der Kraftwerke die inländische Nachfrage nach wie vor übersteigt. „Im Grunde genommen kommen jedes Jahr, in dem kein großer Kohleblock stillgelegt wird, mehrere Terawattstunden zusätzlicher Erzeugung hinzu, wobei Kohlestrom traditionell in erheblichem Umfang für den Export bestimmt ist“, erklärte Palaščák.
Zugleich betonte er jedoch, dass sich die Wirtschaftlichkeit der Kohlekraftwerke rasch verschlechtert und die Position Tschechiens als Stromexporteur bereits in den kommenden Jahren enden könnte. „Die weitere Entwicklung wird auch von der Entscheidung von ČEPS hinsichtlich des Betriebs der Kraftwerke von Sev.en abhängen. Obwohl es dabei in erster Linie um die tschechische Energiesicherheit geht, wird diese Entscheidung auch unsere Exportfähigkeit beeinflussen“, merkte Palaščák an.
Er erinnerte dabei an die Pläne der Sev.en-Gruppe des Milliardärs Pavel Tykač, die etwa zum Jahreswechsel dieses und des kommenden Jahres die Stromerzeugung in den Kraftwerken Chvaletice, Počerady und Kladno einstellen will. Die Auswirkungen der geplanten Stilllegungen auf das heimische Energiesystem werden derzeit von ČEPS geprüft.
Quelle: https://www.ceskenoviny.cz/zpravy/expor ... edium=feed
Nach Fukushima kam der Einbruch. Jetzt will Japan ein Fünftel seines Stroms aus Kernenergie beziehen
13.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 11
Autor: Václav Lavička
Energiewirtschaft
An der sandigen Küste des Japanischen Meeres, rund 220 Kilometer nordöstlich von Tokio, wird am 20. Januar im riesigen Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa nach einer jahrelangen Pause Block 6 wieder ans Netz gehen, etwas später dann auch Block 7. Ihre gemeinsame installierte Leistung soll 2710 Megawatt erreichen, was etwas mehr ist als die Leistung des südböhmischen Kernkraftwerks Temelín.
Japan macht damit einen entscheidenden Schritt in der Renaissance seiner Kernenergie, die dort nach dem Unfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi am 11. März 2011 von vielen bereits abgeschrieben worden war. Die Regierung in Tokio betrachtet trotz des anhaltenden Widerstands eines großen Teils der Bevölkerung die Kernenergie zusammen mit Solar- und Windenergie als eine Schlüsselquelle, die dem hochindustrialisierten Land helfen soll, seine extrem hohe Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe – Öl, verflüssigtem Erdgas und Kohle – zu verringern.
„Es ist ein großer Moment für ganz Japan“, kommentierte Yukari Yamashita, Leiter des Tokioter Instituts für Energieforschung, in der Financial Times.
Fukushima wird sich nicht wiederholen, versichert das Unternehmen….
Die Firma Tokyo Electric Power Company (TEPCO), Eigentümerin von Kashiwazaki-Kariwa, erklärt in einer Stellungnahme, dass sich die Tragödie vom März 2011 niemals wiederholen werde. Damals rollten über das unzureichend geschützte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (ebenfalls im Besitz von TEPCO) an der Ostküste der Insel Honshū riesige Tsunami-Wellen hinweg, ausgelöst durch ein außergewöhnlich starkes Erdbeben. Die Kühlung der Reaktoren versagte, es kam zur Kernschmelze und zu drei Wasserstoffexplosionen, was in der zweitgrößten nuklearen Katastrophe der Geschichte mündete – nach Tschernobyl vom 26. April 1986 in der Ukraine.
Dem geplanten teilweisen „Restart“ des Kraftwerks Kashiwazaki-Kariwa gingen umfangreiche baulich-technische Anpassungen voraus, darunter unter anderem der Bau einer 15 Meter hohen Betonmauer. Viele Menschen in der Umgebung des Kraftwerks sowie weitere Einwohner der Präfektur Niigata haben jedoch große Sorgen wegen der Wiederaufnahme des Betriebs.
Das Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa verfügte Anfang 2011 über sieben Blöcke und war mit einer gesamten installierten Leistung von mehr als 8200 Megawatt das größte Kernkraftwerk der Welt. Mit einer vollständigen Wiederherstellung seiner Leistung wird jedoch nicht gerechnet. Wie bereits erwähnt, werden Block 6 und 7 wieder angefahren, während Block 1 und 2 vollständig stillgelegt werden. Dabei handelt es sich um einen langfristigen Prozess, der unter anderem die Entfernung des Brennstoffs, Dekontamination, Demontage von Komponenten (einschließlich des Reaktors), Entsorgung radioaktiver Abfälle sowie eine langfristige Überwachung umfasst. Dafür wird der englische Begriff „Decommissioning“ verwendet.
Wie das Portal Asia Nikkei anmerkt, beabsichtigt TEPCO außerdem nicht, die Blöcke 3 bis 5 wieder in Betrieb zu nehmen, da dies erhebliche Investitionen zur Erhöhung ihrer Betriebssicherheit erfordern würde. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage kann sich das Unternehmen dies nicht leisten.
Das Tempo müsste höher sein, sagt ein Experte…..
Japan, äußerst arm an Rohstoffen und Brennstoffen, setzte nach den beiden globalen Ölkrisen der 1970er Jahre auf einen beschleunigten Ausbau der Kernenergie. Seine nukleare „Flotte“ war Anfang 2011 etwa doppelt so groß wie die russische und lag mit ihrer installierten Leistung weltweit auf Platz vier – nach China, Frankreich und den USA. Anfang 2011 betrieb das Land 55 Reaktorblöcke mit einer gesamten installierten Leistung von über 47.000 Megawatt, die rund 30 Prozent zur gesamten Stromerzeugung beitrugen.
Die Fukushima-Tragödie zerschlug die ursprünglichen Vorstellungen der japanischen Regierung und der einflussreichen Energielobby über die künftige Entwicklung der Kernenergie, aus der nach den damaligen Plänen bis zu 40 Prozent des gesamten Stroms erzeugt werden sollten. Die aktuellen Pläne der Regierung in Tokio sind bescheidener. Sie erklärte bereits früher, dass der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2040 im Vergleich zu den heutigen acht bis neun Prozent mehr als verdoppelt und auf etwa 20 Prozent erhöht werden solle. Anders gesagt: Die Kernenergie wird in Japans Energiemix nicht mehr die gleiche Bedeutung haben wie früher. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Strom steigen – auch im Zusammenhang mit dem Bau „stromhungriger“ Rechenzentren und der zunehmenden Chipproduktion, die für den Aufstieg der künstlichen Intelligenz unverzichtbar ist.
Japan ist derzeit nach China der zweitgrößte Importeur von verflüssigtem Erdgas (LNG) weltweit und nach Indien und China der drittgrößte Importeur von Kohle. Beim Import von Erdöl, das es vor allem aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten bezieht, liegt es je nach Jahr auf dem vierten bis fünften Platz.
„Eine echte Renaissance der Kernenergie ist noch ziemlich weit entfernt“, kommentiert das Wall Street Journal. Es erinnert daran, dass in der Zeit nach der Fukushima-Katastrophe lediglich 14 Blöcke mit einer gesamten installierten Leistung von 13.253 Megawatt wieder ans Netz angeschlossen wurden, 19 Blöcke weiterhin konserviert sind und mehr als zwanzig endgültig stillgelegt wurden.
„Alle reden davon, dass wir mehr Kernenergie brauchen, aber die Regierung in Tokio nutzt ihr politisches Kapital nicht voll aus, um sie wieder hochzufahren“, meint Nobuo Tanaka, ehemaliger Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), im Wall Street Journal. Soll bis zum Jahr 2040 ein Fünftel des Stroms aus Kernenergie erzeugt werden, müsse die „Wiederbelebung“ der stillgelegten Blöcke seiner Ansicht nach deutlich beschleunigt werden.
Gleichzeitig schließt Tanaka nicht aus, dass japanische Politiker – in Tokio wie auch auf Präfekturebene – angesichts des Widerstands eines großen Teils der Öffentlichkeit eher dem schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien den Vorzug geben, insbesondere dem Bau von Solar- und Windparks. Der Anteil der Kernenergie könnte daher niedriger ausfallen als die genannten 20 Prozent. Derzeit handelt es sich jedoch um reine Spekulation.
Über die Notwendigkeit, neue Kernkraftwerke zu bauen, sprechen zahlreiche weitere Staaten, darunter auch die Trump-Regierung. Doch die Fortschritte bei der „Verjüngung“ der weltweiten Kernkraftwerksflotte sind begrenzt, und der Großteil der neuen Investitionen im Energiesektor fließt weltweit in die Nutzung erneuerbarer Energiequellen.
Ende des vergangenen Jahres waren weltweit 62 Reaktorblöcke im Bau, davon 29 in China, sechs in Indien, jeweils vier in Russland, Ägypten und der Türkei. In den USA keiner.
Größte Stromerzeuger aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie (2024, Twh):
-Kohlekraftwerke: China 5827,6; Indien 1517,9; USA 712,4; Japan 300,6
-Gaskraftwerke: USA 2005,2; Russland 545,8; Iran 340; China 320,7; Japan 318,1
-Kernkraftwerke: USA 823,1; China 450,9; Frankreich 380,5; Russland 215,7; Japan 84,9
Größte Importeure von verflüssigtem Erdgas (2024)_
-China 78,6 Mio. t (19,1 %); Japan 67,2 Mio. t (16,5 %); Südkorea 47 Mio. t (11,4 %); Indien 26,2 Mio. t (6,4 %); Taiwan 21,8 Mio. t (5,3 %)
Hauptimporteure von Kohle (Schätzung 2025):
-China 489 Mio. t (33,4 %); Indien 235 Mio. t (16,1 %); Japan 158 Mio. t (10,8 %); Europa 118 Mio. t (8,1 %); Südkorea 101 Mio. t (6,9 %)
Stromerzeugung in Japan nach Quellen (2024):
Gesamterzeugung: 1016,4 TWh
Quelle: Energy Institute Statistical Review of World Energy 2025, Internationale Energieagentur (IEA)
Autor: Vaclav Lavicka: vaclav.lavicka@hn.cz
/gr/
Liberec: In die gemeinsame Nutzung von Strom sollen Haushalte und Unternehmen einbezogen werden
13.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES (eli) Seite 10
Region LIBEREC:
Die Stadträte von Liberec haben ein Projekt zur gemeinsamen Nutzung von Strom gestartet. Überschüssige Energie aus städtischen Photovoltaik-Anlagen wird vom Rathaus für weitere städtische Gebäude genutzt. Noch in diesem Jahr könnten sich nach Angaben des stellvertretenden Oberbürgermeisters für Energie und Smart City, Vojtěch Prachař, auch Haushalte oder kleinere Unternehmen beteiligen.
„Im Rahmen des Projekts Gemeinschaftsenergie 1 haben wir am 29. September 2025 den Betrieb der Photovoltaik-Anlagen aufgenommen. Bereits im ersten Betriebsmonat haben wir trotz der ungünstigen Witterung im Oktober insgesamt 30 Megawattstunden Strom erzeugt“, sagte Prachař. Den Großteil habe die Stadt direkt in ihren eigenen Gebäuden verbrauchen können, nahezu sieben Megawattstunden seien innerhalb der Energiegemeinschaft genutzt worden.
Ihm zufolge ist Liberec die einzige tschechische Stadt, die sich der Initiative „100 klimaneutrale Städte“ in Europa angeschlossen hat. Derzeit befinden sich Photovoltaikanlagen auf zehn Objekten, und in weitere fünfzehn Gebäude teilt die Stadt eingespeiste Überschüsse.
„Wir haben den realen Betrieb der Stromteilung auf dem Stadtgebiet gestartet. Derzeit passen wir die Prozessabläufe ein, beheben betriebliche Fehler und optimieren die Software, damit das gesamte System maximal effizient ist und für eine weitere Entwicklung bereitsteht“, erläuterte Prachař.
Die Stadträte wollen in diesem Jahr Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen in die Energiegemeinschaft einbinden. „Gemeinschaftsenergie muss nicht nur der Stadt dienen, sondern vor allem ihren Einwohnern und den lokalen Unternehmen“, betonte Prachař und wies darauf hin, dass sich Haushalte bereits jetzt auf der Kommunikationsplattform energetika.lib-rec.cz registrieren können.
Eine wichtige Unterstützung für die Entwicklung der gemeinsamen Energienutzung wird auch der geplante Ausbau der Ladeinfrastruktur des Verkehrsbetriebs der Stadt Liberec sein.
„Die Elektrifizierung des Verkehrs ermöglicht es uns, lokal erzeugten Strom besser zu nutzen, seinen sinnvollen Einsatz in öffentlichen Dienstleistungen zu erhöhen und das Potenzial der Gemeinschaftsenergie für die ganze Stadt maximal auszuschöpfen“, erklärte Prachař. Für dieses Jahr planen die Stadträte das Projekt Gemeinschaftsenergie 2.
„Wir sollten weitere neun Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden errichten. Zudem bereiten wir eine einheitliche Smart-City-Marke und eine visuelle Identität der Stadt vor. Dies wird den Verkehrsbetrieb und die technischen Dienste betreffen, die das Erscheinungsbild des 21. Jahrhunderts widerspiegeln sollen“, schloss er.
/gr/
Die Chinesen haben den Westen überholt. Sie melden die Fertigstellung des ersten modularen Reaktors
13.01.2026
Ekonomický deník
Autor: David Tramba
China verschafft sich in einem weiteren Bereich der Energiewirtschaft einen Vorsprung. Während Unternehmen in Europa und Nordamerika noch an der Ausarbeitung der Designs arbeiten und Genehmigungen einholen, haben die Chinesen bereits ihr erstes fertiggestelltes Kraftwerk. Der modulare Reaktor ACP100 durchläuft derzeit die abschließenden Tests vor dem Einbringen des Brennstoffs in den Reaktor.
Der erste Reaktor des Typs ACP100 entstand im Kreis Changjiang auf der Insel Hainan vor der Südküste Chinas. „Als erster kommerzieller, landgestützter kleiner modularer Reaktor der Welt hat er einen stabilen Betrieb über alle Systeme hinweg erreicht. Auch die Dampfturbine erfüllte sämtliche geplanten Parameter“, erklärte stolz der chinesische Konzern CNNC, der Investor des neuen Kraftwerks ist.
Leistung von 125 Megawatt...
Es handelt sich um einen kleinen modularen Reaktor mit einer elektrischen Leistung von 125 Megawatt, die thermische Leistung beträgt 385 MWt. Damit ist die Anlage kleiner im Vergleich mit den westlichen Wettbewerbern wie der amerikanisch-japanische Konzern GE Hitachi BWRX-300 oder der britische Rolls-Royce SMR. Vergleichbar ist hingegen die Lebensdauer, die auf mindestens 60 Jahre geschätzt wird. Neben der Stromerzeugung kann der ACP100-Reaktor auch zur Beheizung nahegelegener Städte, zur Entsalzung von Meerwasser oder zur Lieferung von Dampf für Industrieunternehmen genutzt werden.
CNNC informierte erstmals im Juli 2019 über den Plan, auf der Insel Hainan einen kleinen Reaktor zu errichten. Der Bau begann zwei Jahre später mit dem ersten Beton. Das vergangene Jahr stand bereits im Zeichen der Tests einzelner Anlagen. Die kalten Funktionstests wurden im Oktober abgeschlossen. CNNC plant, die Stromerzeugung im Block mit dem Reaktor ACP100 (auch als Linglong One bezeichnet) noch in der ersten Hälfte dieses Jahres aufzunehmen.
Dabei handelt es sich nicht um den einzigen Reaktor, der am Standort Changjiang auf Hainan errichtet wurde. In Betrieb sind dort zwei ältere Reaktoren mit jeweils 650 Megawatt Leistung, die in den Jahren 2015 und 2016 ans Netz gingen. Zwei weitere Blöcke des Typs Hualong One mit einer Leistung von über 1000 Megawatt stehen kurz vor der Fertigstellung. Die Firma China National Nuclear Corporation (CNNC) rechnet mit ihrer Inbetriebnahme noch im Laufe dieses Jahres.
Es beginnt im kanadischen Darlington….
Nun zurück zu den kleineren modularen Reaktoren. Von allen „westlichen“ Projekten ist derzeit das Modell BWRX-300 am weitesten fortgeschritten, hinter dem die amerikanische Firma GE Vernova und das japanische Unternehmen Hitachi stehen. Der erste Reaktor dieses Typs soll im kanadischen Darlington entstehen. Er hat bereits alle erforderlichen Genehmigungen sowie staatliche Unterstützung erhalten, der Bau soll in diesem Jahr in vollem Umfang beginnen. Bis Ende des Jahres 2030 könnte er fertiggestellt sein. Später sollen am selben Standort noch drei weitere Reaktoren dieses Typs entstehen.
Dieser 300-Megawatt-Reaktor hat gute Chancen auf einen globalen Erfolg. Auch das polnische Konsortium Orlen Synthos Green Energy will ihn bauen – mindestens zehn Einheiten. Als erstes kommt der Standort beim Chemiewerk Anwil in Włocławek infrage. Ernsthaftes Interesse am Reaktor BWRX-300 zeigen zudem Energieunternehmen in den USA, Schweden, Finnland und Estland.
Ein weiterer Kandidat mit guten Chancen auf dem europäischen Markt ist der britische Rolls-Royce SMR. Die Mehrheit hält der Konzern Rolls-Royce, der zweitgrößte Investor ist ČEZ, der einen Anteil von 20 Prozent erworben hat. Gerade in Tschechien soll dieser 470-Megawatt-Reaktor an mehreren Standorten entstehen. Zuerst ist Temelín an der Reihe, später vermutlich Tušimice in Nordböhmen. Rolls-Royce SMR gewann zudem eine von der britischen Regierung ausgeschriebene Ausschreibung. Diese umfasst eine Zusammenarbeit in größerem Maßstab; bislang ist ein erster Standort sicher – Wylfa auf der Insel Anglesey. Gute Chancen hat dieser Reaktor auch in Schweden.
Die übrigen Akteure auf dem Markt für modulare Reaktoren hinken eher hinterher. Neue Chancen eröffnete ihnen erst in den vergangenen Jahren der Boom beim Bau großer Rechenzentren in den Vereinigten Staaten. Dank der Zusammenarbeit mit Technologie-Giganten erhalten nun auch andere Unternehmen die Möglichkeit, ihre Reaktoren zu errichten – konkret Holtec International, X-energy, Kairos Power und TerraPower. Alle außer dem erstgenannten Unternehmen setzen dabei auf innovative Modelle schneller Reaktoren der vierten Generation.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/cinane-dokon ... -reaktoru/
/gr/
Koreanischer Reaktor Saeul 3 erhält Betriebsgenehmigung, kommerzieller Betrieb soll im August beginnen
Jiří Puchnar
12. Januar 2026,oenergetice.cz
Die südkoreanische Aufsichtsbehörde Nuclear Safety and Security Commission (NSSC) hat die Betriebsgenehmigung für den dritten Block des Kernkraftwerks Saeul erteilt, der zuvor unter dem Namen Shin Kori 5 bekannt war. Es handelt sich um einen Druckwasserreaktor des Typs APR1400 mit einer installierten Leistung von 1.400 MWe und einer projektierten Lebensdauer von 60 Jahren.
Das Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) teilte mit, dass nun die Beladung des Reaktorkerns mit Kernbrennstoff geplant ist. Daran sollen etwa acht Monate Tests folgen, einschließlich einer schrittweisen Leistungssteigerung, mit dem Ziel, den kommerziellen Betrieb des Blocks im August aufzunehmen.
KHNP erhielt die ursprüngliche Baugenehmigung für diesen Block im Jahr 2016 und begann anschließend mit der Errichtung. Den Antrag auf Erteilung der Betriebsgenehmigung stellte das Unternehmen im August 2020.
Der Projektfortschritt wurde durch die frühere südkoreanische Politik eines schrittweisen Ausstiegs aus der Kernenergie beeinflusst.
Im Jahr 2022 gab KHNP bekannt, dass die Blöcke 3 bis 6 des Kraftwerks Shin Kori in Busan (Südosten des Landes) die Bezeichnungen Saeul 1 bis 4 tragen werden. Die Namen Shin Kori 1 und 2, also der beiden Blöcke mit OPR-1000-Reaktoren, die in den Jahren2011 und 2012 in Betrieb genommen wurden, blieben unverändert.
Sicherheit als eines der Hauptkriterien...
Der amtierende Präsident und Generaldirektor von KHNP, Jeon Dae-wook, erklärte, dass das Unternehmen den Probebetrieb und die Kontrollen konsequent mit Schwerpunkt auf Sicherheit und Qualitätssicherung durchführen werde.
Der Vorsitzende der NSSC, Choi Won-ho, ergänzte, dass die Sicherheit von Saeul 3 gemäß den gesetzlichen Verfahren sowie auf Grundlage wissenschaftlicher und technischer Nachweise gründlich überprüft worden sei. Zugleich kündigte er an, dass die Sicherheit im Rahmen der Vorinbetriebnahmeprüfungen während der Brennstoffbeladung und des Testbetriebs nach Erteilung der Lizenz weiter detailliert überprüft werde.
Der neue Block verfügt über eine Reihe verstärkter Sicherheitsmerkmale, darunter insbesondere:
• Verstärkte Baukonstruktionen: Verstärkung der Wände des Reaktorgebäudes um 15 cm sowie der Wände der Gebäude für Hilfsbetriebe um 30 cm, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Ereignissen, einschließlich eines Flugzeugabsturzes, zu erhöhen.
• Zusätzliche Maßnahmen gegen Erdbeben sowie Verbesserungen der Vorsorge für den Verlust der externen Stromversorgung, einschließlich zusätzlicher Notstromgeneratoren.
• Erhöhte Kapazität zur Lagerung abgebrannter Brennelemente, ausgelegt auf die gesamte projektierte Lebensdauer des Blocks von 60 Jahren.
•
Industrielle und regionale Auswirkungen…
Die Firma KHNP teilte mit, dass an der Errichtung des Blocks Saeul 3 rund 760 Unternehmen beteiligt waren. Das Projekt habe Arbeitsplätze geschaffen und Aktivitäten in angrenzenden Branchen unterstützt, insbesondere im Anlagenbau, im Bauwesen und in der Instandhaltung. Zudem rechnet KHNP mit der Schaffung direkter und indirekter Arbeitsplätze über die gesamte Betriebsdauer des Blocks hinweg.
Nach der Aufnahme des kommerziellen Betriebs soll der Block etwa 1,7 Prozent der gesamten Stromerzeugung in Südkorea abdecken und rund 37 Prozent des Stromverbrauchs der Stadt Ulsan.
Südkorea und der Export von APR1400-Reaktoren…
Südkorea zählt zu den bedeutendsten Kernenergieländern weltweit. Es betreibt 26 Leistungsreaktoren, die etwa ein Drittel der Stromerzeugung des Landes abdecken. Die Kernenergie gilt in Südkorea als strategische Priorität, wobei die nach der Wahl von Präsident Moon Jae-in im Jahr 2017 eingeführte Politik des schrittweisen Atomausstiegs im Jahr 2022 durch den neu gewählten Präsidenten Yoon Suk-yeol aufgehoben wurde.
Derzeit sind in Südkorea vier APR1400-Blöcke in Betrieb: Saeul 1 und 2 (früher Shin Kori 3 und 4) sowie Shin Hanul 1 und 2. Drei weitere APR1400-Reaktorblöcke – Saeul 3, Saeul 4 und Shin Hanul 3 – befinden sich in unterschiedlichen Bauphasen.
Darüber hinaus wurden vier APR1400-Blöcke im Kernkraftwerk Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten errichtet, die sich alle im kommerziellen Betrieb befinden.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... it-v-srpnu
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Energietechniker schützen das Kernkraftwerk Dukovany vor Frost. Auf die Kühltürme wird kaltes Wasser gesprüht.
Absoluter Rekord beim Stromverbrauch in Tschechien gefallen. Ursache sind Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, meldet ČEPS.
Der Stromexport aus Tschechien ist im vergangenen Jahr nach Jahren wieder gestiegen, höhere Kraftwerksproduktion trug dazu bei.
Nach Fukushima kam der Einbruch. Jetzt will Japan ein Fünftel seines Stroms aus Kernenergie beziehen.
Liberec: In die gemeinsame Nutzung von Strom sollen Haushalte und Unternehmen einbezogen werden.
Die Chinesen haben den Westen überholt. Sie melden die Fertigstellung des ersten modularen Reaktors.
Koreanischer Reaktor Saeul 3 erhält Betriebsgenehmigung, kommerzieller Betrieb soll im August beginnen.
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Energietechniker schützen das Kernkraftwerk Dukovany vor Frost. Auf die Kühltürme wird kaltes Wasser gesprüht
12.1.2026 Tschechischer Rundfunk
Niedrige Temperaturen kommen Kernkraftwerken zwar zugute und können ihre Leistung sogar erhöhen. Wenn es jedoch stark friert, kann das für ihre Kühltürme problematisch werden. Deshalb müssen die Energieexperten in Dukovany diese Anlagen derzeit schützen. Helfen soll – überraschenderweise – ganz gewöhnliches kaltes Wasser.
„Wir stehen neben einem der Kühltürme des Kernkraftwerks Dukovany. Dabei handelt es sich um eine Anlage, die bei starkem Frost als Schutzelement dient und die innere Konstruktion der Kühltürme schützt“, sagt der Sprecher des Kernkraftwerks Dukovany, Jiří Bezděk.
Auf dem Bauwerk bilden sich Eisgebilde und Eiszapfen, zudem fließt dort Wasser – das ist nicht der Normalzustand.
„Bei normalen Temperaturen, die etwa zwei Grad unter dem Gefrierpunkt liegen, funktioniert nur der innere Teil des Kühlturms. Sinkt die Temperatur jedoch auf zehn Grad unter null oder noch tiefer, müssen wir den sogenannten Winterschutz aktivieren. Von der Innenseite sprühen wir Wasser entlang des Randes und des Umfangs des Kühlturms. Dadurch entsteht eine Luftbarriere und die in den Turm strömende Luft wird erwärmt, was ein Einfrieren und eine Beschädigung der inneren Anlagen verhindert“, erklärt Bezděk.
Laut Bezděk ist kaltes Wetter für Kernkraftwerke grundsätzlich vorteilhaft.
„Das Kühlwasser kühlt besser, was bedeutet, dass wir eine höhere Effizienz erreichen und im Tagesverlauf mehrere Megawatt zusätzliche Energie gewinnen. Extremes Wetter und extreme Fröste sind jedoch auch nicht ideal“, beschreibt Bezděk.
Mögliche Maßnahmen..
Die Eisgebilde, die sich am Kraftwerk bilden, sind bisher noch nie vollständig gefroren.
„Es war noch nie so kalt, dass das Wasser komplett erstarrt wäre. Allerdings können die Eisvorhänge allmählich anwachsen, wenn der Frost anhält. Aber gerade in diesem Bereich, an den Fundamenten des Kühlturms, stört uns das nicht“, so Bezděk.
Sollten die Temperaturen unter minus 25 Grad Celsius fallen, könnte das Kraftwerk weitere Maßnahmen ergreifen. „Gegebenenfalls könnten wir einen Kühlturm eines Blocks außer Betrieb nehmen. Für den Betrieb würde uns einer ausreichen“, ergänzt Bezděk.
In Dukovany produzieren derzeit drei Blöcke Strom mit voller Leistung, ein Block befindet sich wegen eines Brennstoffwechsels im Betriebs-Stillstand.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/veda-technologi ... 122012_ape
Absoluter Rekord beim Stromverbrauch in Tschechien gefallen. Ursache sind Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, meldet ČEPS
12.1.2026 Tschechischer Rundfunk CTK
Das tschechische Stromübertragungsnetz stand am Montagvormittag unter rekordhoher Belastung. Der momentane Stromverbrauch in Tschechien stieg nach 10.00 Uhr auf 12.318 Megawatt (MW) und übertraf damit den bisherigen Höchstwert vom 15. Februar 2021 um 92 MW. Darüber informierte der Betreiber des Übertragungsnetzes ČEPS im sozialen Netzwerk X. Auch die Gasversorger melden einen hohen Verbrauch. Laut Meteorologen soll der Frost in den kommenden Tagen nachlassen.
Umspannwerke melden wegen der Kälte die höchste Belastung in der Geschichte ...
Der absolute Rekord bei der Belastung des tschechischen Stromsystems wurde im Zeitraum zwischen 10.00 und 10.05 Uhr erreicht. „Die Ursache ist offensichtlich: Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt erhöhen den Energiebedarf für das Heizen“, teilte ČEPS mit.
Für ganz Westböhmen gilt eine Warnung vor starker Eisglätte. Es drohen Verletzungen und Verkehrsbehinderungen.
Den überwiegenden Teil des Verbrauchs deckten laut ČEPS Wärme-, Gas-, Dampfgas,- Kraftwerke sowie Kernkraftwerke ab – insgesamt mehr als 92 Prozent.
Einen Rekordverbrauch verzeichneten nach Angaben des tschechischen Netzbetreibers auch einige andere Länder, etwa Belgien.
„Die europäische Energiewirtschaft bewältigt diese Belastung nicht nur dank stabiler Erzeugungsquellen, sondern auch dank starken Winds – in Deutschland liegt der Anteil der Windkraft an der gesamten Stromerzeugung seit Jahresbeginn bei rund 45 Prozent“, merkte ČEPS an.
Eine hohe Belastung der Stromnetze war bereits in den vergangenen Tagen zu beobachten. Schon am Freitag registrierte ČEPS eine Last von über 12.000 MW – den höchsten Wert der vergangenen fünf Jahre.
Auch die Energieversorger bestätigten in den letzten Tagen einen erhöhten Energieverbrauch. Der größte Gasverteiler in Tschechien, das Unternehmen GasNet, verzeichnete in der vergangenen Woche den höchsten Gasverbrauch der letzten fünf Jahre.
Gegenüber dem durchschnittlichen Wochenverbrauch während der Heizperiode stieg der Abnahmewert um mehr als 60 Prozent. Einen Anstieg des Stromverbrauchs im Prozentbereich gegenüber dem Normalwert meldeten in den vergangenen Tagen auch die Stromverteiler ČEZ und EG.D.
Rekordfröste...
Der Montagmorgen war der bisher kälteste dieses Winters, teilte das Tschechische Hydrometeorologische Institut (ČHMÚ) mit. Die Temperaturen in Böhmen und im Westen Mährens sanken meist auf minus 12 bis minus 20 Grad Celsius, im Böhmerwald sogar bis auf minus 30 Grad.
Insgesamt wurden sieben Kälterekorde aufgestellt. In den kommenden Tagen soll es laut der Wochenprognose des ČHMÚ wieder wärmer werden, nachts muss es nicht einmal mehr frieren.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/pa ... 121720_jho
Der Stromexport aus Tschechien ist im vergangenen Jahr nach Jahren wieder gestiegen, höhere Kraftwerksproduktion trug dazu bei
12.01.2026, Ceskenoviny.cz CTK
Prag – Der Stromexport aus Tschechien ins Ausland ist im vergangenen Jahr nach mehreren Jahren wieder gestiegen. Im Jahr 2025 belief sich der Nettoexport ins Ausland auf 7,56 Terawattstunden (TWh), was einem Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zum Wachstum trug vor allem die höhere Produktion der heimischen Kraftwerke bei. Am meisten Strom wurde nach Österreich exportiert, während aus Deutschland und Polen hingegen überwiegend Strom importiert wurde. Dies geht aus Daten des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS sowie aus einem Bericht des Branchenportals oEnergetice.cz für das Jahr 2025 hervor.
Damit wurde im vergangenen Jahr der langfristige Rückgang der tschechischen Stromexporte gestoppt – vermutlich jedoch nur vorübergehend. Laut einer Analyse des Industrieministeriums aus dem vorletzten Jahr könnte die Tschechische Republik bereits im Jahre 2027 zum Nettoimporteur von Strom werden. In den kommenden Jahren dürfte der Stromimport vor allem infolge der Stilllegung von tschechischen Kohlekraftwerken zunehmen.
Am meisten Strom wurde laut Statistik im vergangenen Jahr aus Tschechien nach Österreich exportiert, wo der Nettoexport 8,27 TWh betrug. Es folgte die Slowakei mit 4,36 TWh. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Länder stets die Endabnehmer waren – der Strom konnte über ihr Territorium weitergeleitet worden sein. Gegenüber Polen überwog im vergangenen Jahr bereits der Stromimport nach Tschechien; die Gesamtbilanz belief sich auf 0,88 TWh importierten Stroms. Noch im Jahr zuvor hatte der Export leicht überwogen. Im Fall Deutschlands ist Tschechien schon seit längerer Zeit Nettoimporteur von Strom; im vergangenen Jahr stieg der Nettoimport von dort auf 4,2 TWh.
Die Bilanz der grenzüberschreitenden Stromflüsse im vergangenen Jahr ist das Ergebnis einer erhöhten Produktion in tschechischen Kraftwerken, die erstmals seit dem Jahr 2021 wieder zunahm. Die Nettostromerzeugung in Tschechien belief sich im vergangenen Jahr auf 71,4 TWh, was einem Zuwachs von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der Gründer der Energiegruppe Amper, Jan Palaščák, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in Tschechien weiterhin eine große Anzahl von Kohlekraftwerken in Betrieb ist, sodass die installierte Leistung der Kraftwerke die inländische Nachfrage nach wie vor übersteigt. „Im Grunde genommen kommen jedes Jahr, in dem kein großer Kohleblock stillgelegt wird, mehrere Terawattstunden zusätzlicher Erzeugung hinzu, wobei Kohlestrom traditionell in erheblichem Umfang für den Export bestimmt ist“, erklärte Palaščák.
Zugleich betonte er jedoch, dass sich die Wirtschaftlichkeit der Kohlekraftwerke rasch verschlechtert und die Position Tschechiens als Stromexporteur bereits in den kommenden Jahren enden könnte. „Die weitere Entwicklung wird auch von der Entscheidung von ČEPS hinsichtlich des Betriebs der Kraftwerke von Sev.en abhängen. Obwohl es dabei in erster Linie um die tschechische Energiesicherheit geht, wird diese Entscheidung auch unsere Exportfähigkeit beeinflussen“, merkte Palaščák an.
Er erinnerte dabei an die Pläne der Sev.en-Gruppe des Milliardärs Pavel Tykač, die etwa zum Jahreswechsel dieses und des kommenden Jahres die Stromerzeugung in den Kraftwerken Chvaletice, Počerady und Kladno einstellen will. Die Auswirkungen der geplanten Stilllegungen auf das heimische Energiesystem werden derzeit von ČEPS geprüft.
Quelle: https://www.ceskenoviny.cz/zpravy/expor ... edium=feed
Nach Fukushima kam der Einbruch. Jetzt will Japan ein Fünftel seines Stroms aus Kernenergie beziehen
13.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 11
Autor: Václav Lavička
Energiewirtschaft
An der sandigen Küste des Japanischen Meeres, rund 220 Kilometer nordöstlich von Tokio, wird am 20. Januar im riesigen Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa nach einer jahrelangen Pause Block 6 wieder ans Netz gehen, etwas später dann auch Block 7. Ihre gemeinsame installierte Leistung soll 2710 Megawatt erreichen, was etwas mehr ist als die Leistung des südböhmischen Kernkraftwerks Temelín.
Japan macht damit einen entscheidenden Schritt in der Renaissance seiner Kernenergie, die dort nach dem Unfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi am 11. März 2011 von vielen bereits abgeschrieben worden war. Die Regierung in Tokio betrachtet trotz des anhaltenden Widerstands eines großen Teils der Bevölkerung die Kernenergie zusammen mit Solar- und Windenergie als eine Schlüsselquelle, die dem hochindustrialisierten Land helfen soll, seine extrem hohe Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe – Öl, verflüssigtem Erdgas und Kohle – zu verringern.
„Es ist ein großer Moment für ganz Japan“, kommentierte Yukari Yamashita, Leiter des Tokioter Instituts für Energieforschung, in der Financial Times.
Fukushima wird sich nicht wiederholen, versichert das Unternehmen….
Die Firma Tokyo Electric Power Company (TEPCO), Eigentümerin von Kashiwazaki-Kariwa, erklärt in einer Stellungnahme, dass sich die Tragödie vom März 2011 niemals wiederholen werde. Damals rollten über das unzureichend geschützte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (ebenfalls im Besitz von TEPCO) an der Ostküste der Insel Honshū riesige Tsunami-Wellen hinweg, ausgelöst durch ein außergewöhnlich starkes Erdbeben. Die Kühlung der Reaktoren versagte, es kam zur Kernschmelze und zu drei Wasserstoffexplosionen, was in der zweitgrößten nuklearen Katastrophe der Geschichte mündete – nach Tschernobyl vom 26. April 1986 in der Ukraine.
Dem geplanten teilweisen „Restart“ des Kraftwerks Kashiwazaki-Kariwa gingen umfangreiche baulich-technische Anpassungen voraus, darunter unter anderem der Bau einer 15 Meter hohen Betonmauer. Viele Menschen in der Umgebung des Kraftwerks sowie weitere Einwohner der Präfektur Niigata haben jedoch große Sorgen wegen der Wiederaufnahme des Betriebs.
Das Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa verfügte Anfang 2011 über sieben Blöcke und war mit einer gesamten installierten Leistung von mehr als 8200 Megawatt das größte Kernkraftwerk der Welt. Mit einer vollständigen Wiederherstellung seiner Leistung wird jedoch nicht gerechnet. Wie bereits erwähnt, werden Block 6 und 7 wieder angefahren, während Block 1 und 2 vollständig stillgelegt werden. Dabei handelt es sich um einen langfristigen Prozess, der unter anderem die Entfernung des Brennstoffs, Dekontamination, Demontage von Komponenten (einschließlich des Reaktors), Entsorgung radioaktiver Abfälle sowie eine langfristige Überwachung umfasst. Dafür wird der englische Begriff „Decommissioning“ verwendet.
Wie das Portal Asia Nikkei anmerkt, beabsichtigt TEPCO außerdem nicht, die Blöcke 3 bis 5 wieder in Betrieb zu nehmen, da dies erhebliche Investitionen zur Erhöhung ihrer Betriebssicherheit erfordern würde. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage kann sich das Unternehmen dies nicht leisten.
Das Tempo müsste höher sein, sagt ein Experte…..
Japan, äußerst arm an Rohstoffen und Brennstoffen, setzte nach den beiden globalen Ölkrisen der 1970er Jahre auf einen beschleunigten Ausbau der Kernenergie. Seine nukleare „Flotte“ war Anfang 2011 etwa doppelt so groß wie die russische und lag mit ihrer installierten Leistung weltweit auf Platz vier – nach China, Frankreich und den USA. Anfang 2011 betrieb das Land 55 Reaktorblöcke mit einer gesamten installierten Leistung von über 47.000 Megawatt, die rund 30 Prozent zur gesamten Stromerzeugung beitrugen.
Die Fukushima-Tragödie zerschlug die ursprünglichen Vorstellungen der japanischen Regierung und der einflussreichen Energielobby über die künftige Entwicklung der Kernenergie, aus der nach den damaligen Plänen bis zu 40 Prozent des gesamten Stroms erzeugt werden sollten. Die aktuellen Pläne der Regierung in Tokio sind bescheidener. Sie erklärte bereits früher, dass der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2040 im Vergleich zu den heutigen acht bis neun Prozent mehr als verdoppelt und auf etwa 20 Prozent erhöht werden solle. Anders gesagt: Die Kernenergie wird in Japans Energiemix nicht mehr die gleiche Bedeutung haben wie früher. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Strom steigen – auch im Zusammenhang mit dem Bau „stromhungriger“ Rechenzentren und der zunehmenden Chipproduktion, die für den Aufstieg der künstlichen Intelligenz unverzichtbar ist.
Japan ist derzeit nach China der zweitgrößte Importeur von verflüssigtem Erdgas (LNG) weltweit und nach Indien und China der drittgrößte Importeur von Kohle. Beim Import von Erdöl, das es vor allem aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten bezieht, liegt es je nach Jahr auf dem vierten bis fünften Platz.
„Eine echte Renaissance der Kernenergie ist noch ziemlich weit entfernt“, kommentiert das Wall Street Journal. Es erinnert daran, dass in der Zeit nach der Fukushima-Katastrophe lediglich 14 Blöcke mit einer gesamten installierten Leistung von 13.253 Megawatt wieder ans Netz angeschlossen wurden, 19 Blöcke weiterhin konserviert sind und mehr als zwanzig endgültig stillgelegt wurden.
„Alle reden davon, dass wir mehr Kernenergie brauchen, aber die Regierung in Tokio nutzt ihr politisches Kapital nicht voll aus, um sie wieder hochzufahren“, meint Nobuo Tanaka, ehemaliger Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), im Wall Street Journal. Soll bis zum Jahr 2040 ein Fünftel des Stroms aus Kernenergie erzeugt werden, müsse die „Wiederbelebung“ der stillgelegten Blöcke seiner Ansicht nach deutlich beschleunigt werden.
Gleichzeitig schließt Tanaka nicht aus, dass japanische Politiker – in Tokio wie auch auf Präfekturebene – angesichts des Widerstands eines großen Teils der Öffentlichkeit eher dem schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien den Vorzug geben, insbesondere dem Bau von Solar- und Windparks. Der Anteil der Kernenergie könnte daher niedriger ausfallen als die genannten 20 Prozent. Derzeit handelt es sich jedoch um reine Spekulation.
Über die Notwendigkeit, neue Kernkraftwerke zu bauen, sprechen zahlreiche weitere Staaten, darunter auch die Trump-Regierung. Doch die Fortschritte bei der „Verjüngung“ der weltweiten Kernkraftwerksflotte sind begrenzt, und der Großteil der neuen Investitionen im Energiesektor fließt weltweit in die Nutzung erneuerbarer Energiequellen.
Ende des vergangenen Jahres waren weltweit 62 Reaktorblöcke im Bau, davon 29 in China, sechs in Indien, jeweils vier in Russland, Ägypten und der Türkei. In den USA keiner.
Größte Stromerzeuger aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie (2024, Twh):
-Kohlekraftwerke: China 5827,6; Indien 1517,9; USA 712,4; Japan 300,6
-Gaskraftwerke: USA 2005,2; Russland 545,8; Iran 340; China 320,7; Japan 318,1
-Kernkraftwerke: USA 823,1; China 450,9; Frankreich 380,5; Russland 215,7; Japan 84,9
Größte Importeure von verflüssigtem Erdgas (2024)_
-China 78,6 Mio. t (19,1 %); Japan 67,2 Mio. t (16,5 %); Südkorea 47 Mio. t (11,4 %); Indien 26,2 Mio. t (6,4 %); Taiwan 21,8 Mio. t (5,3 %)
Hauptimporteure von Kohle (Schätzung 2025):
-China 489 Mio. t (33,4 %); Indien 235 Mio. t (16,1 %); Japan 158 Mio. t (10,8 %); Europa 118 Mio. t (8,1 %); Südkorea 101 Mio. t (6,9 %)
Stromerzeugung in Japan nach Quellen (2024):
Gesamterzeugung: 1016,4 TWh
Quelle: Energy Institute Statistical Review of World Energy 2025, Internationale Energieagentur (IEA)
Autor: Vaclav Lavicka: vaclav.lavicka@hn.cz
/gr/
Liberec: In die gemeinsame Nutzung von Strom sollen Haushalte und Unternehmen einbezogen werden
13.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES (eli) Seite 10
Region LIBEREC:
Die Stadträte von Liberec haben ein Projekt zur gemeinsamen Nutzung von Strom gestartet. Überschüssige Energie aus städtischen Photovoltaik-Anlagen wird vom Rathaus für weitere städtische Gebäude genutzt. Noch in diesem Jahr könnten sich nach Angaben des stellvertretenden Oberbürgermeisters für Energie und Smart City, Vojtěch Prachař, auch Haushalte oder kleinere Unternehmen beteiligen.
„Im Rahmen des Projekts Gemeinschaftsenergie 1 haben wir am 29. September 2025 den Betrieb der Photovoltaik-Anlagen aufgenommen. Bereits im ersten Betriebsmonat haben wir trotz der ungünstigen Witterung im Oktober insgesamt 30 Megawattstunden Strom erzeugt“, sagte Prachař. Den Großteil habe die Stadt direkt in ihren eigenen Gebäuden verbrauchen können, nahezu sieben Megawattstunden seien innerhalb der Energiegemeinschaft genutzt worden.
Ihm zufolge ist Liberec die einzige tschechische Stadt, die sich der Initiative „100 klimaneutrale Städte“ in Europa angeschlossen hat. Derzeit befinden sich Photovoltaikanlagen auf zehn Objekten, und in weitere fünfzehn Gebäude teilt die Stadt eingespeiste Überschüsse.
„Wir haben den realen Betrieb der Stromteilung auf dem Stadtgebiet gestartet. Derzeit passen wir die Prozessabläufe ein, beheben betriebliche Fehler und optimieren die Software, damit das gesamte System maximal effizient ist und für eine weitere Entwicklung bereitsteht“, erläuterte Prachař.
Die Stadträte wollen in diesem Jahr Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen in die Energiegemeinschaft einbinden. „Gemeinschaftsenergie muss nicht nur der Stadt dienen, sondern vor allem ihren Einwohnern und den lokalen Unternehmen“, betonte Prachař und wies darauf hin, dass sich Haushalte bereits jetzt auf der Kommunikationsplattform energetika.lib-rec.cz registrieren können.
Eine wichtige Unterstützung für die Entwicklung der gemeinsamen Energienutzung wird auch der geplante Ausbau der Ladeinfrastruktur des Verkehrsbetriebs der Stadt Liberec sein.
„Die Elektrifizierung des Verkehrs ermöglicht es uns, lokal erzeugten Strom besser zu nutzen, seinen sinnvollen Einsatz in öffentlichen Dienstleistungen zu erhöhen und das Potenzial der Gemeinschaftsenergie für die ganze Stadt maximal auszuschöpfen“, erklärte Prachař. Für dieses Jahr planen die Stadträte das Projekt Gemeinschaftsenergie 2.
„Wir sollten weitere neun Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden errichten. Zudem bereiten wir eine einheitliche Smart-City-Marke und eine visuelle Identität der Stadt vor. Dies wird den Verkehrsbetrieb und die technischen Dienste betreffen, die das Erscheinungsbild des 21. Jahrhunderts widerspiegeln sollen“, schloss er.
/gr/
Die Chinesen haben den Westen überholt. Sie melden die Fertigstellung des ersten modularen Reaktors
13.01.2026
Ekonomický deník
Autor: David Tramba
China verschafft sich in einem weiteren Bereich der Energiewirtschaft einen Vorsprung. Während Unternehmen in Europa und Nordamerika noch an der Ausarbeitung der Designs arbeiten und Genehmigungen einholen, haben die Chinesen bereits ihr erstes fertiggestelltes Kraftwerk. Der modulare Reaktor ACP100 durchläuft derzeit die abschließenden Tests vor dem Einbringen des Brennstoffs in den Reaktor.
Der erste Reaktor des Typs ACP100 entstand im Kreis Changjiang auf der Insel Hainan vor der Südküste Chinas. „Als erster kommerzieller, landgestützter kleiner modularer Reaktor der Welt hat er einen stabilen Betrieb über alle Systeme hinweg erreicht. Auch die Dampfturbine erfüllte sämtliche geplanten Parameter“, erklärte stolz der chinesische Konzern CNNC, der Investor des neuen Kraftwerks ist.
Leistung von 125 Megawatt...
Es handelt sich um einen kleinen modularen Reaktor mit einer elektrischen Leistung von 125 Megawatt, die thermische Leistung beträgt 385 MWt. Damit ist die Anlage kleiner im Vergleich mit den westlichen Wettbewerbern wie der amerikanisch-japanische Konzern GE Hitachi BWRX-300 oder der britische Rolls-Royce SMR. Vergleichbar ist hingegen die Lebensdauer, die auf mindestens 60 Jahre geschätzt wird. Neben der Stromerzeugung kann der ACP100-Reaktor auch zur Beheizung nahegelegener Städte, zur Entsalzung von Meerwasser oder zur Lieferung von Dampf für Industrieunternehmen genutzt werden.
CNNC informierte erstmals im Juli 2019 über den Plan, auf der Insel Hainan einen kleinen Reaktor zu errichten. Der Bau begann zwei Jahre später mit dem ersten Beton. Das vergangene Jahr stand bereits im Zeichen der Tests einzelner Anlagen. Die kalten Funktionstests wurden im Oktober abgeschlossen. CNNC plant, die Stromerzeugung im Block mit dem Reaktor ACP100 (auch als Linglong One bezeichnet) noch in der ersten Hälfte dieses Jahres aufzunehmen.
Dabei handelt es sich nicht um den einzigen Reaktor, der am Standort Changjiang auf Hainan errichtet wurde. In Betrieb sind dort zwei ältere Reaktoren mit jeweils 650 Megawatt Leistung, die in den Jahren 2015 und 2016 ans Netz gingen. Zwei weitere Blöcke des Typs Hualong One mit einer Leistung von über 1000 Megawatt stehen kurz vor der Fertigstellung. Die Firma China National Nuclear Corporation (CNNC) rechnet mit ihrer Inbetriebnahme noch im Laufe dieses Jahres.
Es beginnt im kanadischen Darlington….
Nun zurück zu den kleineren modularen Reaktoren. Von allen „westlichen“ Projekten ist derzeit das Modell BWRX-300 am weitesten fortgeschritten, hinter dem die amerikanische Firma GE Vernova und das japanische Unternehmen Hitachi stehen. Der erste Reaktor dieses Typs soll im kanadischen Darlington entstehen. Er hat bereits alle erforderlichen Genehmigungen sowie staatliche Unterstützung erhalten, der Bau soll in diesem Jahr in vollem Umfang beginnen. Bis Ende des Jahres 2030 könnte er fertiggestellt sein. Später sollen am selben Standort noch drei weitere Reaktoren dieses Typs entstehen.
Dieser 300-Megawatt-Reaktor hat gute Chancen auf einen globalen Erfolg. Auch das polnische Konsortium Orlen Synthos Green Energy will ihn bauen – mindestens zehn Einheiten. Als erstes kommt der Standort beim Chemiewerk Anwil in Włocławek infrage. Ernsthaftes Interesse am Reaktor BWRX-300 zeigen zudem Energieunternehmen in den USA, Schweden, Finnland und Estland.
Ein weiterer Kandidat mit guten Chancen auf dem europäischen Markt ist der britische Rolls-Royce SMR. Die Mehrheit hält der Konzern Rolls-Royce, der zweitgrößte Investor ist ČEZ, der einen Anteil von 20 Prozent erworben hat. Gerade in Tschechien soll dieser 470-Megawatt-Reaktor an mehreren Standorten entstehen. Zuerst ist Temelín an der Reihe, später vermutlich Tušimice in Nordböhmen. Rolls-Royce SMR gewann zudem eine von der britischen Regierung ausgeschriebene Ausschreibung. Diese umfasst eine Zusammenarbeit in größerem Maßstab; bislang ist ein erster Standort sicher – Wylfa auf der Insel Anglesey. Gute Chancen hat dieser Reaktor auch in Schweden.
Die übrigen Akteure auf dem Markt für modulare Reaktoren hinken eher hinterher. Neue Chancen eröffnete ihnen erst in den vergangenen Jahren der Boom beim Bau großer Rechenzentren in den Vereinigten Staaten. Dank der Zusammenarbeit mit Technologie-Giganten erhalten nun auch andere Unternehmen die Möglichkeit, ihre Reaktoren zu errichten – konkret Holtec International, X-energy, Kairos Power und TerraPower. Alle außer dem erstgenannten Unternehmen setzen dabei auf innovative Modelle schneller Reaktoren der vierten Generation.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/cinane-dokon ... -reaktoru/
/gr/
Koreanischer Reaktor Saeul 3 erhält Betriebsgenehmigung, kommerzieller Betrieb soll im August beginnen
Jiří Puchnar
12. Januar 2026,oenergetice.cz
Die südkoreanische Aufsichtsbehörde Nuclear Safety and Security Commission (NSSC) hat die Betriebsgenehmigung für den dritten Block des Kernkraftwerks Saeul erteilt, der zuvor unter dem Namen Shin Kori 5 bekannt war. Es handelt sich um einen Druckwasserreaktor des Typs APR1400 mit einer installierten Leistung von 1.400 MWe und einer projektierten Lebensdauer von 60 Jahren.
Das Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) teilte mit, dass nun die Beladung des Reaktorkerns mit Kernbrennstoff geplant ist. Daran sollen etwa acht Monate Tests folgen, einschließlich einer schrittweisen Leistungssteigerung, mit dem Ziel, den kommerziellen Betrieb des Blocks im August aufzunehmen.
KHNP erhielt die ursprüngliche Baugenehmigung für diesen Block im Jahr 2016 und begann anschließend mit der Errichtung. Den Antrag auf Erteilung der Betriebsgenehmigung stellte das Unternehmen im August 2020.
Der Projektfortschritt wurde durch die frühere südkoreanische Politik eines schrittweisen Ausstiegs aus der Kernenergie beeinflusst.
Im Jahr 2022 gab KHNP bekannt, dass die Blöcke 3 bis 6 des Kraftwerks Shin Kori in Busan (Südosten des Landes) die Bezeichnungen Saeul 1 bis 4 tragen werden. Die Namen Shin Kori 1 und 2, also der beiden Blöcke mit OPR-1000-Reaktoren, die in den Jahren2011 und 2012 in Betrieb genommen wurden, blieben unverändert.
Sicherheit als eines der Hauptkriterien...
Der amtierende Präsident und Generaldirektor von KHNP, Jeon Dae-wook, erklärte, dass das Unternehmen den Probebetrieb und die Kontrollen konsequent mit Schwerpunkt auf Sicherheit und Qualitätssicherung durchführen werde.
Der Vorsitzende der NSSC, Choi Won-ho, ergänzte, dass die Sicherheit von Saeul 3 gemäß den gesetzlichen Verfahren sowie auf Grundlage wissenschaftlicher und technischer Nachweise gründlich überprüft worden sei. Zugleich kündigte er an, dass die Sicherheit im Rahmen der Vorinbetriebnahmeprüfungen während der Brennstoffbeladung und des Testbetriebs nach Erteilung der Lizenz weiter detailliert überprüft werde.
Der neue Block verfügt über eine Reihe verstärkter Sicherheitsmerkmale, darunter insbesondere:
• Verstärkte Baukonstruktionen: Verstärkung der Wände des Reaktorgebäudes um 15 cm sowie der Wände der Gebäude für Hilfsbetriebe um 30 cm, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Ereignissen, einschließlich eines Flugzeugabsturzes, zu erhöhen.
• Zusätzliche Maßnahmen gegen Erdbeben sowie Verbesserungen der Vorsorge für den Verlust der externen Stromversorgung, einschließlich zusätzlicher Notstromgeneratoren.
• Erhöhte Kapazität zur Lagerung abgebrannter Brennelemente, ausgelegt auf die gesamte projektierte Lebensdauer des Blocks von 60 Jahren.
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Industrielle und regionale Auswirkungen…
Die Firma KHNP teilte mit, dass an der Errichtung des Blocks Saeul 3 rund 760 Unternehmen beteiligt waren. Das Projekt habe Arbeitsplätze geschaffen und Aktivitäten in angrenzenden Branchen unterstützt, insbesondere im Anlagenbau, im Bauwesen und in der Instandhaltung. Zudem rechnet KHNP mit der Schaffung direkter und indirekter Arbeitsplätze über die gesamte Betriebsdauer des Blocks hinweg.
Nach der Aufnahme des kommerziellen Betriebs soll der Block etwa 1,7 Prozent der gesamten Stromerzeugung in Südkorea abdecken und rund 37 Prozent des Stromverbrauchs der Stadt Ulsan.
Südkorea und der Export von APR1400-Reaktoren…
Südkorea zählt zu den bedeutendsten Kernenergieländern weltweit. Es betreibt 26 Leistungsreaktoren, die etwa ein Drittel der Stromerzeugung des Landes abdecken. Die Kernenergie gilt in Südkorea als strategische Priorität, wobei die nach der Wahl von Präsident Moon Jae-in im Jahr 2017 eingeführte Politik des schrittweisen Atomausstiegs im Jahr 2022 durch den neu gewählten Präsidenten Yoon Suk-yeol aufgehoben wurde.
Derzeit sind in Südkorea vier APR1400-Blöcke in Betrieb: Saeul 1 und 2 (früher Shin Kori 3 und 4) sowie Shin Hanul 1 und 2. Drei weitere APR1400-Reaktorblöcke – Saeul 3, Saeul 4 und Shin Hanul 3 – befinden sich in unterschiedlichen Bauphasen.
Darüber hinaus wurden vier APR1400-Blöcke im Kernkraftwerk Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten errichtet, die sich alle im kommerziellen Betrieb befinden.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... it-v-srpnu
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799