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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
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Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 13.1.2026:

Inhalt:
Energietechniker schützen das Kernkraftwerk Dukovany vor Frost. Auf die Kühltürme wird kaltes Wasser gesprüht.
Absoluter Rekord beim Stromverbrauch in Tschechien gefallen. Ursache sind Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, meldet ČEPS.
Der Stromexport aus Tschechien ist im vergangenen Jahr nach Jahren wieder gestiegen, höhere Kraftwerksproduktion trug dazu bei.
Nach Fukushima kam der Einbruch. Jetzt will Japan ein Fünftel seines Stroms aus Kernenergie beziehen.
Liberec: In die gemeinsame Nutzung von Strom sollen Haushalte und Unternehmen einbezogen werden.
Die Chinesen haben den Westen überholt. Sie melden die Fertigstellung des ersten modularen Reaktors.
Koreanischer Reaktor Saeul 3 erhält Betriebsgenehmigung, kommerzieller Betrieb soll im August beginnen.

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Energietechniker schützen das Kernkraftwerk Dukovany vor Frost. Auf die Kühltürme wird kaltes Wasser gesprüht
12.1.2026 Tschechischer Rundfunk

Niedrige Temperaturen kommen Kernkraftwerken zwar zugute und können ihre Leistung sogar erhöhen. Wenn es jedoch stark friert, kann das für ihre Kühltürme problematisch werden. Deshalb müssen die Energieexperten in Dukovany diese Anlagen derzeit schützen. Helfen soll – überraschenderweise – ganz gewöhnliches kaltes Wasser.

„Wir stehen neben einem der Kühltürme des Kernkraftwerks Dukovany. Dabei handelt es sich um eine Anlage, die bei starkem Frost als Schutzelement dient und die innere Konstruktion der Kühltürme schützt“, sagt der Sprecher des Kernkraftwerks Dukovany, Jiří Bezděk.

Auf dem Bauwerk bilden sich Eisgebilde und Eiszapfen, zudem fließt dort Wasser – das ist nicht der Normalzustand.
„Bei normalen Temperaturen, die etwa zwei Grad unter dem Gefrierpunkt liegen, funktioniert nur der innere Teil des Kühlturms. Sinkt die Temperatur jedoch auf zehn Grad unter null oder noch tiefer, müssen wir den sogenannten Winterschutz aktivieren. Von der Innenseite sprühen wir Wasser entlang des Randes und des Umfangs des Kühlturms. Dadurch entsteht eine Luftbarriere und die in den Turm strömende Luft wird erwärmt, was ein Einfrieren und eine Beschädigung der inneren Anlagen verhindert“, erklärt Bezděk.

Laut Bezděk ist kaltes Wetter für Kernkraftwerke grundsätzlich vorteilhaft.
„Das Kühlwasser kühlt besser, was bedeutet, dass wir eine höhere Effizienz erreichen und im Tagesverlauf mehrere Megawatt zusätzliche Energie gewinnen. Extremes Wetter und extreme Fröste sind jedoch auch nicht ideal“, beschreibt Bezděk.

Mögliche Maßnahmen..
Die Eisgebilde, die sich am Kraftwerk bilden, sind bisher noch nie vollständig gefroren.
„Es war noch nie so kalt, dass das Wasser komplett erstarrt wäre. Allerdings können die Eisvorhänge allmählich anwachsen, wenn der Frost anhält. Aber gerade in diesem Bereich, an den Fundamenten des Kühlturms, stört uns das nicht“, so Bezděk.

Sollten die Temperaturen unter minus 25 Grad Celsius fallen, könnte das Kraftwerk weitere Maßnahmen ergreifen. „Gegebenenfalls könnten wir einen Kühlturm eines Blocks außer Betrieb nehmen. Für den Betrieb würde uns einer ausreichen“, ergänzt Bezděk.
In Dukovany produzieren derzeit drei Blöcke Strom mit voller Leistung, ein Block befindet sich wegen eines Brennstoffwechsels im Betriebs-Stillstand.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/veda-technologi ... 122012_ape



Absoluter Rekord beim Stromverbrauch in Tschechien gefallen. Ursache sind Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, meldet ČEPS
12.1.2026 Tschechischer Rundfunk CTK

Das tschechische Stromübertragungsnetz stand am Montagvormittag unter rekordhoher Belastung. Der momentane Stromverbrauch in Tschechien stieg nach 10.00 Uhr auf 12.318 Megawatt (MW) und übertraf damit den bisherigen Höchstwert vom 15. Februar 2021 um 92 MW. Darüber informierte der Betreiber des Übertragungsnetzes ČEPS im sozialen Netzwerk X. Auch die Gasversorger melden einen hohen Verbrauch. Laut Meteorologen soll der Frost in den kommenden Tagen nachlassen.

Umspannwerke melden wegen der Kälte die höchste Belastung in der Geschichte ...
Der absolute Rekord bei der Belastung des tschechischen Stromsystems wurde im Zeitraum zwischen 10.00 und 10.05 Uhr erreicht. „Die Ursache ist offensichtlich: Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt erhöhen den Energiebedarf für das Heizen“, teilte ČEPS mit.
Für ganz Westböhmen gilt eine Warnung vor starker Eisglätte. Es drohen Verletzungen und Verkehrsbehinderungen.

Den überwiegenden Teil des Verbrauchs deckten laut ČEPS Wärme-, Gas-, Dampfgas,- Kraftwerke sowie Kernkraftwerke ab – insgesamt mehr als 92 Prozent.
Einen Rekordverbrauch verzeichneten nach Angaben des tschechischen Netzbetreibers auch einige andere Länder, etwa Belgien.

„Die europäische Energiewirtschaft bewältigt diese Belastung nicht nur dank stabiler Erzeugungsquellen, sondern auch dank starken Winds – in Deutschland liegt der Anteil der Windkraft an der gesamten Stromerzeugung seit Jahresbeginn bei rund 45 Prozent“, merkte ČEPS an.
Eine hohe Belastung der Stromnetze war bereits in den vergangenen Tagen zu beobachten. Schon am Freitag registrierte ČEPS eine Last von über 12.000 MW – den höchsten Wert der vergangenen fünf Jahre.

Auch die Energieversorger bestätigten in den letzten Tagen einen erhöhten Energieverbrauch. Der größte Gasverteiler in Tschechien, das Unternehmen GasNet, verzeichnete in der vergangenen Woche den höchsten Gasverbrauch der letzten fünf Jahre.
Gegenüber dem durchschnittlichen Wochenverbrauch während der Heizperiode stieg der Abnahmewert um mehr als 60 Prozent. Einen Anstieg des Stromverbrauchs im Prozentbereich gegenüber dem Normalwert meldeten in den vergangenen Tagen auch die Stromverteiler ČEZ und EG.D.

Rekordfröste...
Der Montagmorgen war der bisher kälteste dieses Winters, teilte das Tschechische Hydrometeorologische Institut (ČHMÚ) mit. Die Temperaturen in Böhmen und im Westen Mährens sanken meist auf minus 12 bis minus 20 Grad Celsius, im Böhmerwald sogar bis auf minus 30 Grad.
Insgesamt wurden sieben Kälterekorde aufgestellt. In den kommenden Tagen soll es laut der Wochenprognose des ČHMÚ wieder wärmer werden, nachts muss es nicht einmal mehr frieren.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/pa ... 121720_jho



Der Stromexport aus Tschechien ist im vergangenen Jahr nach Jahren wieder gestiegen, höhere Kraftwerksproduktion trug dazu bei
12.01.2026, Ceskenoviny.cz CTK

Prag – Der Stromexport aus Tschechien ins Ausland ist im vergangenen Jahr nach mehreren Jahren wieder gestiegen. Im Jahr 2025 belief sich der Nettoexport ins Ausland auf 7,56 Terawattstunden (TWh), was einem Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zum Wachstum trug vor allem die höhere Produktion der heimischen Kraftwerke bei. Am meisten Strom wurde nach Österreich exportiert, während aus Deutschland und Polen hingegen überwiegend Strom importiert wurde. Dies geht aus Daten des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS sowie aus einem Bericht des Branchenportals oEnergetice.cz für das Jahr 2025 hervor.

Damit wurde im vergangenen Jahr der langfristige Rückgang der tschechischen Stromexporte gestoppt – vermutlich jedoch nur vorübergehend. Laut einer Analyse des Industrieministeriums aus dem vorletzten Jahr könnte die Tschechische Republik bereits im Jahre 2027 zum Nettoimporteur von Strom werden. In den kommenden Jahren dürfte der Stromimport vor allem infolge der Stilllegung von tschechischen Kohlekraftwerken zunehmen.
Am meisten Strom wurde laut Statistik im vergangenen Jahr aus Tschechien nach Österreich exportiert, wo der Nettoexport 8,27 TWh betrug. Es folgte die Slowakei mit 4,36 TWh. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Länder stets die Endabnehmer waren – der Strom konnte über ihr Territorium weitergeleitet worden sein. Gegenüber Polen überwog im vergangenen Jahr bereits der Stromimport nach Tschechien; die Gesamtbilanz belief sich auf 0,88 TWh importierten Stroms. Noch im Jahr zuvor hatte der Export leicht überwogen. Im Fall Deutschlands ist Tschechien schon seit längerer Zeit Nettoimporteur von Strom; im vergangenen Jahr stieg der Nettoimport von dort auf 4,2 TWh.
Die Bilanz der grenzüberschreitenden Stromflüsse im vergangenen Jahr ist das Ergebnis einer erhöhten Produktion in tschechischen Kraftwerken, die erstmals seit dem Jahr 2021 wieder zunahm. Die Nettostromerzeugung in Tschechien belief sich im vergangenen Jahr auf 71,4 TWh, was einem Zuwachs von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Der Gründer der Energiegruppe Amper, Jan Palaščák, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in Tschechien weiterhin eine große Anzahl von Kohlekraftwerken in Betrieb ist, sodass die installierte Leistung der Kraftwerke die inländische Nachfrage nach wie vor übersteigt. „Im Grunde genommen kommen jedes Jahr, in dem kein großer Kohleblock stillgelegt wird, mehrere Terawattstunden zusätzlicher Erzeugung hinzu, wobei Kohlestrom traditionell in erheblichem Umfang für den Export bestimmt ist“, erklärte Palaščák.
Zugleich betonte er jedoch, dass sich die Wirtschaftlichkeit der Kohlekraftwerke rasch verschlechtert und die Position Tschechiens als Stromexporteur bereits in den kommenden Jahren enden könnte. „Die weitere Entwicklung wird auch von der Entscheidung von ČEPS hinsichtlich des Betriebs der Kraftwerke von Sev.en abhängen. Obwohl es dabei in erster Linie um die tschechische Energiesicherheit geht, wird diese Entscheidung auch unsere Exportfähigkeit beeinflussen“, merkte Palaščák an.
Er erinnerte dabei an die Pläne der Sev.en-Gruppe des Milliardärs Pavel Tykač, die etwa zum Jahreswechsel dieses und des kommenden Jahres die Stromerzeugung in den Kraftwerken Chvaletice, Počerady und Kladno einstellen will. Die Auswirkungen der geplanten Stilllegungen auf das heimische Energiesystem werden derzeit von ČEPS geprüft.
Quelle: https://www.ceskenoviny.cz/zpravy/expor ... edium=feed


Nach Fukushima kam der Einbruch. Jetzt will Japan ein Fünftel seines Stroms aus Kernenergie beziehen
13.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 11
Autor: Václav Lavička

Energiewirtschaft
An der sandigen Küste des Japanischen Meeres, rund 220 Kilometer nordöstlich von Tokio, wird am 20. Januar im riesigen Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa nach einer jahrelangen Pause Block 6 wieder ans Netz gehen, etwas später dann auch Block 7. Ihre gemeinsame installierte Leistung soll 2710 Megawatt erreichen, was etwas mehr ist als die Leistung des südböhmischen Kernkraftwerks Temelín.

Japan macht damit einen entscheidenden Schritt in der Renaissance seiner Kernenergie, die dort nach dem Unfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi am 11. März 2011 von vielen bereits abgeschrieben worden war. Die Regierung in Tokio betrachtet trotz des anhaltenden Widerstands eines großen Teils der Bevölkerung die Kernenergie zusammen mit Solar- und Windenergie als eine Schlüsselquelle, die dem hochindustrialisierten Land helfen soll, seine extrem hohe Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe – Öl, verflüssigtem Erdgas und Kohle – zu verringern.

„Es ist ein großer Moment für ganz Japan“, kommentierte Yukari Yamashita, Leiter des Tokioter Instituts für Energieforschung, in der Financial Times.

Fukushima wird sich nicht wiederholen, versichert das Unternehmen….
Die Firma Tokyo Electric Power Company (TEPCO), Eigentümerin von Kashiwazaki-Kariwa, erklärt in einer Stellungnahme, dass sich die Tragödie vom März 2011 niemals wiederholen werde. Damals rollten über das unzureichend geschützte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (ebenfalls im Besitz von TEPCO) an der Ostküste der Insel Honshū riesige Tsunami-Wellen hinweg, ausgelöst durch ein außergewöhnlich starkes Erdbeben. Die Kühlung der Reaktoren versagte, es kam zur Kernschmelze und zu drei Wasserstoffexplosionen, was in der zweitgrößten nuklearen Katastrophe der Geschichte mündete – nach Tschernobyl vom 26. April 1986 in der Ukraine.

Dem geplanten teilweisen „Restart“ des Kraftwerks Kashiwazaki-Kariwa gingen umfangreiche baulich-technische Anpassungen voraus, darunter unter anderem der Bau einer 15 Meter hohen Betonmauer. Viele Menschen in der Umgebung des Kraftwerks sowie weitere Einwohner der Präfektur Niigata haben jedoch große Sorgen wegen der Wiederaufnahme des Betriebs.
Das Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa verfügte Anfang 2011 über sieben Blöcke und war mit einer gesamten installierten Leistung von mehr als 8200 Megawatt das größte Kernkraftwerk der Welt. Mit einer vollständigen Wiederherstellung seiner Leistung wird jedoch nicht gerechnet. Wie bereits erwähnt, werden Block 6 und 7 wieder angefahren, während Block 1 und 2 vollständig stillgelegt werden. Dabei handelt es sich um einen langfristigen Prozess, der unter anderem die Entfernung des Brennstoffs, Dekontamination, Demontage von Komponenten (einschließlich des Reaktors), Entsorgung radioaktiver Abfälle sowie eine langfristige Überwachung umfasst. Dafür wird der englische Begriff „Decommissioning“ verwendet.
Wie das Portal Asia Nikkei anmerkt, beabsichtigt TEPCO außerdem nicht, die Blöcke 3 bis 5 wieder in Betrieb zu nehmen, da dies erhebliche Investitionen zur Erhöhung ihrer Betriebssicherheit erfordern würde. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage kann sich das Unternehmen dies nicht leisten.

Das Tempo müsste höher sein, sagt ein Experte…..
Japan, äußerst arm an Rohstoffen und Brennstoffen, setzte nach den beiden globalen Ölkrisen der 1970er Jahre auf einen beschleunigten Ausbau der Kernenergie. Seine nukleare „Flotte“ war Anfang 2011 etwa doppelt so groß wie die russische und lag mit ihrer installierten Leistung weltweit auf Platz vier – nach China, Frankreich und den USA. Anfang 2011 betrieb das Land 55 Reaktorblöcke mit einer gesamten installierten Leistung von über 47.000 Megawatt, die rund 30 Prozent zur gesamten Stromerzeugung beitrugen.

Die Fukushima-Tragödie zerschlug die ursprünglichen Vorstellungen der japanischen Regierung und der einflussreichen Energielobby über die künftige Entwicklung der Kernenergie, aus der nach den damaligen Plänen bis zu 40 Prozent des gesamten Stroms erzeugt werden sollten. Die aktuellen Pläne der Regierung in Tokio sind bescheidener. Sie erklärte bereits früher, dass der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2040 im Vergleich zu den heutigen acht bis neun Prozent mehr als verdoppelt und auf etwa 20 Prozent erhöht werden solle. Anders gesagt: Die Kernenergie wird in Japans Energiemix nicht mehr die gleiche Bedeutung haben wie früher. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Strom steigen – auch im Zusammenhang mit dem Bau „stromhungriger“ Rechenzentren und der zunehmenden Chipproduktion, die für den Aufstieg der künstlichen Intelligenz unverzichtbar ist.

Japan ist derzeit nach China der zweitgrößte Importeur von verflüssigtem Erdgas (LNG) weltweit und nach Indien und China der drittgrößte Importeur von Kohle. Beim Import von Erdöl, das es vor allem aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten bezieht, liegt es je nach Jahr auf dem vierten bis fünften Platz.
„Eine echte Renaissance der Kernenergie ist noch ziemlich weit entfernt“, kommentiert das Wall Street Journal. Es erinnert daran, dass in der Zeit nach der Fukushima-Katastrophe lediglich 14 Blöcke mit einer gesamten installierten Leistung von 13.253 Megawatt wieder ans Netz angeschlossen wurden, 19 Blöcke weiterhin konserviert sind und mehr als zwanzig endgültig stillgelegt wurden.

„Alle reden davon, dass wir mehr Kernenergie brauchen, aber die Regierung in Tokio nutzt ihr politisches Kapital nicht voll aus, um sie wieder hochzufahren“, meint Nobuo Tanaka, ehemaliger Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), im Wall Street Journal. Soll bis zum Jahr 2040 ein Fünftel des Stroms aus Kernenergie erzeugt werden, müsse die „Wiederbelebung“ der stillgelegten Blöcke seiner Ansicht nach deutlich beschleunigt werden.
Gleichzeitig schließt Tanaka nicht aus, dass japanische Politiker – in Tokio wie auch auf Präfekturebene – angesichts des Widerstands eines großen Teils der Öffentlichkeit eher dem schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien den Vorzug geben, insbesondere dem Bau von Solar- und Windparks. Der Anteil der Kernenergie könnte daher niedriger ausfallen als die genannten 20 Prozent. Derzeit handelt es sich jedoch um reine Spekulation.

Über die Notwendigkeit, neue Kernkraftwerke zu bauen, sprechen zahlreiche weitere Staaten, darunter auch die Trump-Regierung. Doch die Fortschritte bei der „Verjüngung“ der weltweiten Kernkraftwerksflotte sind begrenzt, und der Großteil der neuen Investitionen im Energiesektor fließt weltweit in die Nutzung erneuerbarer Energiequellen.
Ende des vergangenen Jahres waren weltweit 62 Reaktorblöcke im Bau, davon 29 in China, sechs in Indien, jeweils vier in Russland, Ägypten und der Türkei. In den USA keiner.

Größte Stromerzeuger aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie (2024, Twh):
-Kohlekraftwerke: China 5827,6; Indien 1517,9; USA 712,4; Japan 300,6
-Gaskraftwerke: USA 2005,2; Russland 545,8; Iran 340; China 320,7; Japan 318,1
-Kernkraftwerke: USA 823,1; China 450,9; Frankreich 380,5; Russland 215,7; Japan 84,9
Größte Importeure von verflüssigtem Erdgas (2024)_
-China 78,6 Mio. t (19,1 %); Japan 67,2 Mio. t (16,5 %); Südkorea 47 Mio. t (11,4 %); Indien 26,2 Mio. t (6,4 %); Taiwan 21,8 Mio. t (5,3 %)
Hauptimporteure von Kohle (Schätzung 2025):
-China 489 Mio. t (33,4 %); Indien 235 Mio. t (16,1 %); Japan 158 Mio. t (10,8 %); Europa 118 Mio. t (8,1 %); Südkorea 101 Mio. t (6,9 %)
Stromerzeugung in Japan nach Quellen (2024):
Gesamterzeugung: 1016,4 TWh
Quelle: Energy Institute Statistical Review of World Energy 2025, Internationale Energieagentur (IEA)
Autor: Vaclav Lavicka: vaclav.lavicka@hn.cz
/gr/



Liberec: In die gemeinsame Nutzung von Strom sollen Haushalte und Unternehmen einbezogen werden
13.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES (eli) Seite 10

Region LIBEREC:
Die Stadträte von Liberec haben ein Projekt zur gemeinsamen Nutzung von Strom gestartet. Überschüssige Energie aus städtischen Photovoltaik-Anlagen wird vom Rathaus für weitere städtische Gebäude genutzt. Noch in diesem Jahr könnten sich nach Angaben des stellvertretenden Oberbürgermeisters für Energie und Smart City, Vojtěch Prachař, auch Haushalte oder kleinere Unternehmen beteiligen.

„Im Rahmen des Projekts Gemeinschaftsenergie 1 haben wir am 29. September 2025 den Betrieb der Photovoltaik-Anlagen aufgenommen. Bereits im ersten Betriebsmonat haben wir trotz der ungünstigen Witterung im Oktober insgesamt 30 Megawattstunden Strom erzeugt“, sagte Prachař. Den Großteil habe die Stadt direkt in ihren eigenen Gebäuden verbrauchen können, nahezu sieben Megawattstunden seien innerhalb der Energiegemeinschaft genutzt worden.
Ihm zufolge ist Liberec die einzige tschechische Stadt, die sich der Initiative „100 klimaneutrale Städte“ in Europa angeschlossen hat. Derzeit befinden sich Photovoltaikanlagen auf zehn Objekten, und in weitere fünfzehn Gebäude teilt die Stadt eingespeiste Überschüsse.

„Wir haben den realen Betrieb der Stromteilung auf dem Stadtgebiet gestartet. Derzeit passen wir die Prozessabläufe ein, beheben betriebliche Fehler und optimieren die Software, damit das gesamte System maximal effizient ist und für eine weitere Entwicklung bereitsteht“, erläuterte Prachař.
Die Stadträte wollen in diesem Jahr Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen in die Energiegemeinschaft einbinden. „Gemeinschaftsenergie muss nicht nur der Stadt dienen, sondern vor allem ihren Einwohnern und den lokalen Unternehmen“, betonte Prachař und wies darauf hin, dass sich Haushalte bereits jetzt auf der Kommunikationsplattform energetika.lib-rec.cz registrieren können.

Eine wichtige Unterstützung für die Entwicklung der gemeinsamen Energienutzung wird auch der geplante Ausbau der Ladeinfrastruktur des Verkehrsbetriebs der Stadt Liberec sein.
„Die Elektrifizierung des Verkehrs ermöglicht es uns, lokal erzeugten Strom besser zu nutzen, seinen sinnvollen Einsatz in öffentlichen Dienstleistungen zu erhöhen und das Potenzial der Gemeinschaftsenergie für die ganze Stadt maximal auszuschöpfen“, erklärte Prachař. Für dieses Jahr planen die Stadträte das Projekt Gemeinschaftsenergie 2.

„Wir sollten weitere neun Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden errichten. Zudem bereiten wir eine einheitliche Smart-City-Marke und eine visuelle Identität der Stadt vor. Dies wird den Verkehrsbetrieb und die technischen Dienste betreffen, die das Erscheinungsbild des 21. Jahrhunderts widerspiegeln sollen“, schloss er.
/gr/



Die Chinesen haben den Westen überholt. Sie melden die Fertigstellung des ersten modularen Reaktors
13.01.2026
Ekonomický deník
Autor: David Tramba
China verschafft sich in einem weiteren Bereich der Energiewirtschaft einen Vorsprung. Während Unternehmen in Europa und Nordamerika noch an der Ausarbeitung der Designs arbeiten und Genehmigungen einholen, haben die Chinesen bereits ihr erstes fertiggestelltes Kraftwerk. Der modulare Reaktor ACP100 durchläuft derzeit die abschließenden Tests vor dem Einbringen des Brennstoffs in den Reaktor.
Der erste Reaktor des Typs ACP100 entstand im Kreis Changjiang auf der Insel Hainan vor der Südküste Chinas. „Als erster kommerzieller, landgestützter kleiner modularer Reaktor der Welt hat er einen stabilen Betrieb über alle Systeme hinweg erreicht. Auch die Dampfturbine erfüllte sämtliche geplanten Parameter“, erklärte stolz der chinesische Konzern CNNC, der Investor des neuen Kraftwerks ist.

Leistung von 125 Megawatt...
Es handelt sich um einen kleinen modularen Reaktor mit einer elektrischen Leistung von 125 Megawatt, die thermische Leistung beträgt 385 MWt. Damit ist die Anlage kleiner im Vergleich mit den westlichen Wettbewerbern wie der amerikanisch-japanische Konzern GE Hitachi BWRX-300 oder der britische Rolls-Royce SMR. Vergleichbar ist hingegen die Lebensdauer, die auf mindestens 60 Jahre geschätzt wird. Neben der Stromerzeugung kann der ACP100-Reaktor auch zur Beheizung nahegelegener Städte, zur Entsalzung von Meerwasser oder zur Lieferung von Dampf für Industrieunternehmen genutzt werden.
CNNC informierte erstmals im Juli 2019 über den Plan, auf der Insel Hainan einen kleinen Reaktor zu errichten. Der Bau begann zwei Jahre später mit dem ersten Beton. Das vergangene Jahr stand bereits im Zeichen der Tests einzelner Anlagen. Die kalten Funktionstests wurden im Oktober abgeschlossen. CNNC plant, die Stromerzeugung im Block mit dem Reaktor ACP100 (auch als Linglong One bezeichnet) noch in der ersten Hälfte dieses Jahres aufzunehmen.
Dabei handelt es sich nicht um den einzigen Reaktor, der am Standort Changjiang auf Hainan errichtet wurde. In Betrieb sind dort zwei ältere Reaktoren mit jeweils 650 Megawatt Leistung, die in den Jahren 2015 und 2016 ans Netz gingen. Zwei weitere Blöcke des Typs Hualong One mit einer Leistung von über 1000 Megawatt stehen kurz vor der Fertigstellung. Die Firma China National Nuclear Corporation (CNNC) rechnet mit ihrer Inbetriebnahme noch im Laufe dieses Jahres.

Es beginnt im kanadischen Darlington….
Nun zurück zu den kleineren modularen Reaktoren. Von allen „westlichen“ Projekten ist derzeit das Modell BWRX-300 am weitesten fortgeschritten, hinter dem die amerikanische Firma GE Vernova und das japanische Unternehmen Hitachi stehen. Der erste Reaktor dieses Typs soll im kanadischen Darlington entstehen. Er hat bereits alle erforderlichen Genehmigungen sowie staatliche Unterstützung erhalten, der Bau soll in diesem Jahr in vollem Umfang beginnen. Bis Ende des Jahres 2030 könnte er fertiggestellt sein. Später sollen am selben Standort noch drei weitere Reaktoren dieses Typs entstehen.
Dieser 300-Megawatt-Reaktor hat gute Chancen auf einen globalen Erfolg. Auch das polnische Konsortium Orlen Synthos Green Energy will ihn bauen – mindestens zehn Einheiten. Als erstes kommt der Standort beim Chemiewerk Anwil in Włocławek infrage. Ernsthaftes Interesse am Reaktor BWRX-300 zeigen zudem Energieunternehmen in den USA, Schweden, Finnland und Estland.
Ein weiterer Kandidat mit guten Chancen auf dem europäischen Markt ist der britische Rolls-Royce SMR. Die Mehrheit hält der Konzern Rolls-Royce, der zweitgrößte Investor ist ČEZ, der einen Anteil von 20 Prozent erworben hat. Gerade in Tschechien soll dieser 470-Megawatt-Reaktor an mehreren Standorten entstehen. Zuerst ist Temelín an der Reihe, später vermutlich Tušimice in Nordböhmen. Rolls-Royce SMR gewann zudem eine von der britischen Regierung ausgeschriebene Ausschreibung. Diese umfasst eine Zusammenarbeit in größerem Maßstab; bislang ist ein erster Standort sicher – Wylfa auf der Insel Anglesey. Gute Chancen hat dieser Reaktor auch in Schweden.
Die übrigen Akteure auf dem Markt für modulare Reaktoren hinken eher hinterher. Neue Chancen eröffnete ihnen erst in den vergangenen Jahren der Boom beim Bau großer Rechenzentren in den Vereinigten Staaten. Dank der Zusammenarbeit mit Technologie-Giganten erhalten nun auch andere Unternehmen die Möglichkeit, ihre Reaktoren zu errichten – konkret Holtec International, X-energy, Kairos Power und TerraPower. Alle außer dem erstgenannten Unternehmen setzen dabei auf innovative Modelle schneller Reaktoren der vierten Generation.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/cinane-dokon ... -reaktoru/
/gr/




Koreanischer Reaktor Saeul 3 erhält Betriebsgenehmigung, kommerzieller Betrieb soll im August beginnen
Jiří Puchnar
12. Januar 2026,oenergetice.cz

Die südkoreanische Aufsichtsbehörde Nuclear Safety and Security Commission (NSSC) hat die Betriebsgenehmigung für den dritten Block des Kernkraftwerks Saeul erteilt, der zuvor unter dem Namen Shin Kori 5 bekannt war. Es handelt sich um einen Druckwasserreaktor des Typs APR1400 mit einer installierten Leistung von 1.400 MWe und einer projektierten Lebensdauer von 60 Jahren.
Das Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) teilte mit, dass nun die Beladung des Reaktorkerns mit Kernbrennstoff geplant ist. Daran sollen etwa acht Monate Tests folgen, einschließlich einer schrittweisen Leistungssteigerung, mit dem Ziel, den kommerziellen Betrieb des Blocks im August aufzunehmen.
KHNP erhielt die ursprüngliche Baugenehmigung für diesen Block im Jahr 2016 und begann anschließend mit der Errichtung. Den Antrag auf Erteilung der Betriebsgenehmigung stellte das Unternehmen im August 2020.

Der Projektfortschritt wurde durch die frühere südkoreanische Politik eines schrittweisen Ausstiegs aus der Kernenergie beeinflusst.
Im Jahr 2022 gab KHNP bekannt, dass die Blöcke 3 bis 6 des Kraftwerks Shin Kori in Busan (Südosten des Landes) die Bezeichnungen Saeul 1 bis 4 tragen werden. Die Namen Shin Kori 1 und 2, also der beiden Blöcke mit OPR-1000-Reaktoren, die in den Jahren2011 und 2012 in Betrieb genommen wurden, blieben unverändert.

Sicherheit als eines der Hauptkriterien...
Der amtierende Präsident und Generaldirektor von KHNP, Jeon Dae-wook, erklärte, dass das Unternehmen den Probebetrieb und die Kontrollen konsequent mit Schwerpunkt auf Sicherheit und Qualitätssicherung durchführen werde.
Der Vorsitzende der NSSC, Choi Won-ho, ergänzte, dass die Sicherheit von Saeul 3 gemäß den gesetzlichen Verfahren sowie auf Grundlage wissenschaftlicher und technischer Nachweise gründlich überprüft worden sei. Zugleich kündigte er an, dass die Sicherheit im Rahmen der Vorinbetriebnahmeprüfungen während der Brennstoffbeladung und des Testbetriebs nach Erteilung der Lizenz weiter detailliert überprüft werde.

Der neue Block verfügt über eine Reihe verstärkter Sicherheitsmerkmale, darunter insbesondere:
• Verstärkte Baukonstruktionen: Verstärkung der Wände des Reaktorgebäudes um 15 cm sowie der Wände der Gebäude für Hilfsbetriebe um 30 cm, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Ereignissen, einschließlich eines Flugzeugabsturzes, zu erhöhen.
• Zusätzliche Maßnahmen gegen Erdbeben sowie Verbesserungen der Vorsorge für den Verlust der externen Stromversorgung, einschließlich zusätzlicher Notstromgeneratoren.
• Erhöhte Kapazität zur Lagerung abgebrannter Brennelemente, ausgelegt auf die gesamte projektierte Lebensdauer des Blocks von 60 Jahren.

Industrielle und regionale Auswirkungen…

Die Firma KHNP teilte mit, dass an der Errichtung des Blocks Saeul 3 rund 760 Unternehmen beteiligt waren. Das Projekt habe Arbeitsplätze geschaffen und Aktivitäten in angrenzenden Branchen unterstützt, insbesondere im Anlagenbau, im Bauwesen und in der Instandhaltung. Zudem rechnet KHNP mit der Schaffung direkter und indirekter Arbeitsplätze über die gesamte Betriebsdauer des Blocks hinweg.
Nach der Aufnahme des kommerziellen Betriebs soll der Block etwa 1,7 Prozent der gesamten Stromerzeugung in Südkorea abdecken und rund 37 Prozent des Stromverbrauchs der Stadt Ulsan.

Südkorea und der Export von APR1400-Reaktoren…

Südkorea zählt zu den bedeutendsten Kernenergieländern weltweit. Es betreibt 26 Leistungsreaktoren, die etwa ein Drittel der Stromerzeugung des Landes abdecken. Die Kernenergie gilt in Südkorea als strategische Priorität, wobei die nach der Wahl von Präsident Moon Jae-in im Jahr 2017 eingeführte Politik des schrittweisen Atomausstiegs im Jahr 2022 durch den neu gewählten Präsidenten Yoon Suk-yeol aufgehoben wurde.

Derzeit sind in Südkorea vier APR1400-Blöcke in Betrieb: Saeul 1 und 2 (früher Shin Kori 3 und 4) sowie Shin Hanul 1 und 2. Drei weitere APR1400-Reaktorblöcke – Saeul 3, Saeul 4 und Shin Hanul 3 – befinden sich in unterschiedlichen Bauphasen.
Darüber hinaus wurden vier APR1400-Blöcke im Kernkraftwerk Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten errichtet, die sich alle im kommerziellen Betrieb befinden.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... it-v-srpnu


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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 545
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 14.1.2026:

Inhalt:

Fünf tschechische Banken leihen uns bis zu 15 Milliarden, sagt der Chef des neuen Dukovany-Projekts Petr Zavodsky.
Abkommen mit tschechischen Unternehmen und das Ende der Bohrarbeiten. Was in Dukovany passieren wird.
ČEZ investiert in diesem Jahr viereinhalb Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kraftwerks Dukovany.
Im Böhmerwald-Vorland wollen die Gemeinden mehr Einfluss auf die Entscheidungen über ein Atommüll-Endlager und schreiben an die Regierung.
Vorbereitungen für das erste polnische Kernkraftwerk schreiten voran.
Im Winter produziert Temelin mehr Strom. Das Kernkraftwerk ist bei minus 10 Grad am leistungsstärksten – der Unterschied entspricht der Energie für Hunderte Haushalte
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Fünf tschechische Banken leihen uns bis zu 15 Milliarden, sagt der Chef des neuen Dukovany-Projekts Petr Zavodsky
14.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Jan Brož
Rubrik: Interview ~ Seite: 11
Interview
Die Vorbereitungsarbeiten für den Bau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany haben bereits begonnen. Dem Staat fehlt jedoch weiterhin die Zustimmung der Europäischen Kommission, um für den Bau ein zinsgünstiges Darlehen bereitstellen zu können. Laut Petr Závodský, dem Geschäftsführer der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), die Investor der neuen Blöcke ist, ist mit der sogenannten Notifizierung frühestens Ende dieses Jahres, eher jedoch erst Mitte des nächsten Jahres zu rechnen. In der Zwischenzeit wird das neue tschechische Atomprojekt von fünf inländischen Banken unter Führung der Komerční banka finanziert, die der Firma EDU II einen Überbrückungskredit von bis zu 15 Milliarden Kronen zur Verfügung stellen.
„Die Bedingungen sind sehr günstig“, sagt Závodský im Interview mit der Zeitung HN. Was wird sich in diesem Jahr in Dukovany in Bezug auf die neuen Kernkraftwerksblöcke abspielen?
Eine sichtbare Sache wird die Fertigstellung des Verwaltungsgebäudes sein, das im Sommer fertiggestellt und im Herbst kollaudiert werden soll. Außerdem werden die geologischen Untersuchungen abgeschlossen, einschließlich der Analyse der Proben. Das Wichtigste ist jedoch die Arbeit an der Dokumentation für die Baugenehmigung. Ende des ersten Quartals 2027 übergeben wir diese Unterlagen dem Staatlichen Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB). Es wird sich um Zehntausende von Seiten handeln. Das ist sehr arbeitsintensiv und wahrscheinlich die größte Aufgabe, die jetzt vor uns liegt. Danach folgt die Dokumentation für die Genehmigung des Vorhabens, was die Leser eher als Baugenehmigung kennen.

– Wann erwarten Sie deren Erteilung?
-Im Jahr 2029. Das SÚJB hat gesetzlich 18 Monate Zeit für die Prüfung, womit wir beim Herbst 2028 wären. Danach beantragen wir die Genehmigung des Vorhabens entweder beim Verkehrs- und Energiestaatlichen Bauamt (DESÚ) oder beim neu geplanten zentralen Bauamt. Auch dieses hat wiederum eine bestimmte Frist für die Bearbeitung. Es klingt nach einer langen Zeit, aber angesichts des Umfangs der Dokumentation habe ich in dieser Phase vielleicht die größten Sorgen um den Zeitplan. Wenn wir das Kraftwerk im Jahre 2036 in Betrieb nehmen wollen, entfällt fast die Hälfte der Zeit auf Genehmigungs- und Lizenzverfahren.

– Vor ein paar Jahren wurde gescherzt, dass das Bauamt in Třebíč die am stärksten ausgelastete Institution in Tschechien sein werde. Wird es das also nicht bearbeiten?
-Wenn es nach dem neuen Baugesetz geht, das die Schaffung eines zentralen Amtes mit deutlich weitergehenden Kompetenzen vorsieht, dann wäre es dieses neue Bauamt. Das kann uns auch damit helfen, dass dann Befangenheit schwer anfechtbar sein wird. Wir haben einen rechtskräftigen Raumordnungsbescheid / Planfeststellungsbescheid vom März vergangenen Jahres. Allerdings liefen noch Klagen gegen seine Erteilung durch ein Unternehmen und mehrere Nichtregierungsorganisationen. Das Stadtgericht in Prag hat die Klagen abgewiesen, aber es ist wahrscheinlich, dass noch Kassationsbeschwerden folgen werden. Dem wollen wir aus dem Weg gehen, und dank des neuen zentralen Bauamtes sollte zumindest eine Anfechtung wegen Befangenheit nicht mehr drohen.

– Welches Unternehmen hat die Entscheidung angefochten?
-ESHG aus Hradec Králové. Es kaufte zwei kleine Grundstücke, eines auf der Fläche für Block sechs und eines auf der Fläche für die Baustelleneinrichtung. Es handelt sich um ein Unternehmen, das sich in ähnlicher Weise auch in anderen Fällen verhält. Wir haben herausgefunden, dass es einen ähnlichen Streit mit Aero Vodochody sowie in der Industriezone Karviná hatte. Sie verhalten sich spekulativ. Die Grundstücke wurden zu einem Zeitpunkt gekauft, als bereits bekannt war, dass hier gebaut wird. Es sind Grundstücke mitten im Nichts ohne Zufahrtswege. Das Unternehmen greift alle Verfahren an und beruft sich auf seine Eigentumsrechte, wir müssen uns gesetzeskonform verteidigen.

– Wie?
-Wir hatten die Grundstücke für den Bau des fünften Blocks immer gesichert. Als jedoch beschlossen wurde, auch den sechsten Block zu errichten, begannen wir sofort mit dem Aufkauf weiterer Flächen, und einige fehlen uns noch. Das ist ein Problem. Allerdings befinden wir uns auf einer Fläche kritischer Infrastruktur nach dem Liniengesetz, sodass wir die Grundstücke enteignen können. Wenn wir uns mit den Eigentümern nicht vernünftig einigen, werden wir diesen Weg gehen.
– Wie viel verlangen sie für die Grundstücke?
-Einen genauen Preis haben sie eigentlich nie genannt, aber sie sprachen von dem Zehnfachen. Als wir mit dem Aufkauf begannen, zahlten wir etwa 125 Kronen pro Quadratmeter. Damals lag der Preis für landwirtschaftliche Flächen deutlich niedriger. Wir hatten dafür ein Gutachten, und aus dem Grundsatz der ordentlichen Wirtschaftsführung können wir nicht über den Schätzwert hinausgehen. Wenn es zu einem Enteignungsgericht kommt, wird der Preis vom Gericht festgelegt. Und so wird es wahrscheinlich enden.

– Die frühere Regierung hat im Haushalt für dieses Jahr 18 Milliarden Kronen für Dukovany vorgesehen, die neue hat den Haushalt jedoch noch nicht verabschiedet. 18 Milliarden erscheinen mir viel Geld. Sind Sie bereit, sie bereits jetzt zu nutzen?
-So wie bei uns die Arbeiten angelaufen sind, sind sie auch auf koreanischer Seite gestartet. Zahlungen laufen daher bereits. Heute wissen wir jedoch, dass der Betrag etwas niedriger sein wird. Er wird nicht vom Staat kommen, und wir gehen davon aus, dass wir ihn aus dem kommerziellen Kredit finanzieren werden, den wir haben.
– Das ist ein Kredit von der Komerční banka?
-Die Bank Komerční banka hat bereits ein Syndikat mit vier weiteren Banken gebildet, das sie anführt. Dazu gehören ČSOB, UniCredit, Raiffeisenbank und die Česká spořitelna.

– Dieses Quintett stellt Ihnen also einen rein kommerziellen Kredit für den Bau zur Verfügung?
-Es ist ein kommerzieller Kredit. Ich möchte die Bedingungen nicht genau spezifizieren, aber sie sind sehr günstig.

– Können Sie zumindest einen Vergleich nennen? Wenn Sie statt eines Kernkraftwerks etwa ein Entwicklungsprojekt bauen würden …
-Dann wären die Bedingungen schlechter. Das liegt daran, dass es sich um einen kurzfristigen Überbrückungskredit handelt. Da wir zu 80 Prozent im Besitz des Staates sind, haben die Banken die Garantie, dass sie ihr Geld zurückbekommen. Der Kredit ist in Euro, wo die Zinsen niedriger sind als in Kronen. Wir haben ein Limit von 600 Millionen Euro, also etwa 15 Milliarden Kronen, und können es im Einvernehmen der Parteien erhöhen. Der Vertrag sieht auch eine Verlängerungsmöglichkeit vor. Ich rechne jedoch damit, dass es zur Notifizierung der Finanzierung durch die Europäische Kommission kommt, und sobald dies geschieht, wird uns die Regierung eine rückzahlbare finanzielle Unterstützung gewähren und wir werden den Kredit sofort tilgen. Es handelt sich also um einen kurzen Zeitraum, der keinen so großen Einfluss auf die Projektkosten hat, wie es der Fall wäre, wenn wir den gesamten Betrag für die gesamte Bauzeit aufnehmen müssten. In diesem Fall wäre der Einfluss auf den Strompreis aus den neuen Dukovany deutlich größer.

– Lässt sich dennoch sagen, um wie viel sich der Preis der neuen Blöcke in Höhe von 407 Milliarden Kronen aufgrund des kurzfristigen kommerziellen Kredits erhöhen wird?
-Die 407 Milliarden sind der sogenannte Overnight-Preis, und dieser Betrag wird ohnehin steigen. Bei einem kurzfristigen Darlehen sprechen wir von Dutzenden Millionen. Für uns ist der wichtigste Faktor der resultierende Strompreis, der viel stärker von Inflation sowie von steigenden Material- und Arbeitskosten während der Bauzeit beeinflusst wird.

– Berücksichtigt der Vertrag mit KHNP das?
-Ja, niemand ist in der Lage, in einem Angebot aus dem Jahr 2024 einen festen Preis für ein Projekt zu nennen, bei dem der zweite Block erst im Jahre 2038 in Betrieb gehen soll. Wir kennen den Overnight-Preis, den Zahlungsplan und die Eskalationsfaktoren, nach denen sich der Preis erhöhen wird. Diese sind von Seiten KHNP nicht beeinflussbar.

– Sie haben die Notifizierung erwähnt, also die notwendige Zustimmung der Europäischen Kommission zur Gewährung eines staatlichen Darlehens. Der Industrieminister Karel Havlíček (ANO) sagt, dass die EK ihre Zustimmung wahrscheinlich im ersten Halbjahr des nächsten Jahres erteilen wird. Stimmen Sie zu?
-Die Notifizierung für den fünften Block dauerte fast zwei Jahre, Polen hat sein Kernenergieprojekt in etwa einem Jahr notifiziert. Unsere Notifizierung wurde offiziell am 22. Dezember eröffnet. Wenn alles gut läuft, wird sie Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Schätzung des Ministers auf Mitte 2027 ist also korrekt. Die Mittel aus der rückzahlbaren finanziellen Unterstützung werden wir dann im ersten oder zweiten Quartal 2027 erhalten.

– Könnte der Prozess an etwas scheitern? Oft wird der Einfluss Frankreichs erwähnt, dessen Bewerber EDF in der tschechischen Nuklearausschreibung unterlegen ist.
-Die Europäische Kommission befasst sich mit zwei Dingen. Einerseits hat sie das Verfahren zur Notifizierung staatlicher Beihilfen eingeleitet, gleichzeitig prüft sie auch die Verordnung über ausländische Subventionen (FSR). (Auf Grundlage dieser Verordnung hatte EDF die Auswahl des südkoreanischen Konkurrenten KHNP als Sieger der Nuklearausschreibung angefochten. EDF behauptete, KHNP habe Tschechien nur dank unzulässiger Unterstützung durch den koreanischen Staat einen günstigen Preis anbieten können – Anm. d. Red.). KHNP erklärt, dass für dieses Projekt keine Unterstützung durch die koreanische Regierung zugesagt wurde und auch nicht wird. KHNP hat die Fragen der Kommission beantwortet, und die Subunternehmer von KHNP haben der Kommission Ende Oktober finanzielle Informationen übermittelt. Eine formelle Untersuchung wurde bisher nicht eingeleitet, und wir beantworten seit Februar 2025 die Fragen in gutem Glauben.

– Tschechien hat die Notifizierung zwar bereits erhalten, sie betraf jedoch nur einen neuen Block. Für den geplanten Doppelblock ist eine völlig neue Notifizierung erforderlich. Werden sich die Finanzierungsbedingungen wesentlich von denen unterscheiden, die bereits für den fünften Block genehmigt wurden?
-Die grundlegenden Prinzipien bleiben bestehen: ein günstiges staatliches Darlehen, ein Vertrag über die Abnahme von Strom für 40 Jahre, eine Kreditlaufzeit von 30 Jahren und Absicherung gegen legislative Einflüsse. Es wird einen beidseitigen Contract for Difference geben (Bei niedrigen Börsenstrompreisen zahlt der Staat dem Betreiber des Kraftwerks die Differenz zu einem vorher festgelegten Betrag. Bei höheren Börsenpreisen zahlt der Betreiber die Differenz an den Staat). Wir passen lediglich die Berechnungsformel für die Ausgleichszahlungen nach dem polnischen Notifizierungsmodell an. Wenn die Strompreise hoch sind, zahlen wir Geld an den Staat zurück, wenn sie niedrig sind, motiviert uns das zur Planung von Stillständen im Sommer und zur Leistungsreduzierung. Das Modell ist so eingestellt, dass das Kraftwerk stets in der Lage ist, den Kredit zu zahlen und wirtschaftlich im Plus zu bleiben.
jan.broz@hn.cz
/gr/





Abkommen mit tschechischen Unternehmen und das Ende der Bohrarbeiten. Was in Dukovany passieren wird
13. 1. 2026
Seznam Zprávy
Autorin: Sofie Krýžová

Die geologische Erkundung des Standorts, an dem die neuen Kernkraftwerksblöcke entstehen sollen, wird im Jahr 2026 abgeschlossen.

Mindestens 20 weitere tschechische Unternehmen werden sich im Jahr 2026 ihre Beteiligung am größten inländischen Auftrag sichern. Zulieferer für die neuen Dukovany-Blöcke können sich noch bis Ende Februar bewerben. Am Standort des Kernkraftwerks wird in diesem Jahr zudem die geologische Erkundung abgeschlossen.

Der größte Auftrag in der Geschichte Tschechiens wird in diesem Jahr mehrere wichtige Meilensteine erreichen. Bis zum Beginn der eigentlichen Bauarbeiten und der Inbetriebnahme vergehen zwar noch einige Jahre, doch das südkoreanische Unternehmen KHNP, das die neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany errichten soll, sowie die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (RDU II), die den Bau im Auftrag des Staates und der ČEZ-Gruppe verantwortet, steuern bereits jetzt darauf zu.

Derzeit sind in Dukovany schwere Maschinen im Einsatz, die seit August geologische Untersuchungen direkt am Standort durchführen, an dem die neue Kraftwerksanlage entstehen soll. Diese sollen im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden, einschließlich der Laboranalysen der entnommenen Proben. Deren Ergebnisse sind für die detaillierte Planung unerlässlich.

Aktuell befindet sich direkt neben dem Kraftwerksgelände ein Verwaltungsgebäude für die Mitarbeiter von EDU II im Bau; in einem der Stockwerke wird auch KHNP seine Räumlichkeiten haben. Das Gebäude soll im Sommer fertiggestellt werden.

„Schrittweise werden außerdem die vorgeschlagenen Maßnahmen im Rahmen des Aktionsplans zur Bewältigung der Auswirkungen des Baus von Dukovany II umgesetzt, der vom Ministerium für regionale Entwicklung ausgearbeitet und in diesem Jahr sowohl vom Kreis Vysočina als auch vom Südmährischen Kreis genehmigt wurde“, sagt die ČEZ-Sprecherin Alice Horáková.

Die Bewohner der umliegenden Gemeinden werden in den kommenden Jahren nämlich mit außergewöhnlichen Auswirkungen der Bauarbeiten konfrontiert sein, die Verkehr, Sicherheit, öffentliche Infrastruktur, Gesundheitswesen, Bildung, Beschäftigung sowie das Funktionieren des integrierten Rettungssystems betreffen werden.

Der Staat bereitet Investitionen und Ausgleichsmaßnahmen vor, um diese Auswirkungen des Baus für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Diese Kosten sollen sich insgesamt auf 15 Milliarden Kronen belaufen. Bis zum Jahr 2038 wird der Staat dafür 12 Milliarden Kronen bereitstellen, die restlichen Mittel sollen von den betroffenen Regionen und Gemeinden kommen.

Das Jahr 2026 wird auch für tschechische Unternehmen entscheidend sein, die sich an dem größten inländischen Auftrag beteiligen möchten. „Wir gehen davon aus, dass wir Subunternehmerverträge mit Schlüsselpartnern abschließen und gleichzeitig die Registrierung qualifizierter Lieferanten für Anlagen des sekundären und tertiären Kreislaufs des neuen Kernkraftwerks erweitern werden“, erklärt Harry Chang, Projektleiter und Vizepräsident von KHNP.

Die Koreaner hatten bereits zuvor zugesagt, dass die Turbineninsel, also der sekundäre Kreislauf des Kraftwerks, von tschechischen Unternehmen geliefert wird. Die Turbine soll von Doosan Škoda Power hergestellt werden, an der Lieferung weiterer Komponenten werden sich auch andere tschechische Subunternehmer beteiligen; Interesse haben beispielsweise auch die Unternehmen Chemcomex und MICo. Darüber hinaus werden tschechische Firmen am Bau des Kühl- bzw. tertiären Kreislaufs, der Kühltürme und weiterer Teile des Kraftwerks mitwirken.

*Chance für tschechische Unternehmen..

Von dem gesamten Auftrag sollen inländische Subunternehmer mindestens 60 Prozent erhalten. Der tschechische Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), glaubt sogar an einen noch höheren Anteil tschechischer Lieferungen.

Dass KHNP im Rahmen des Projekts tschechische Unternehmen beauftragen muss, ist laut dem ehemaligen Industrieminister Lukáš Vlček (STAN) sogar im Vertrag zwischen EDU II und KHNP festgeschrieben. Der konkrete Anteil an dem Auftrag ist darin jedoch nicht geregelt. Vlček vereinbarte jedoch mit den Koreanern, dass sich bereits zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Hauptvertrags einige Unternehmen ihre Zusammenarbeit an dem Megaprojekt sichern konnte

......

*ČEZ investiert in diesem Jahr 4,4 Milliarden in die Modernisierung von Dukovany...

ČEZ investiert in diesem Jahr 4,4 Milliarden Kronen in die Erneuerung und Modernisierung der Anlagen des Kernkraftwerks Dukovany, 200 Millionen mehr als im Vorjahr. Geplant sind mehrere Investitionsprojekte. Die vier Dukovany-Blöcke sollen insgesamt mindestens 60 Jahre betrieben werden.

„Sechzig Jahre sind eindeutig das Ziel, auf das wir heute alle Investitionen und die Modernisierung der Anlagen ausrichten“, sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der Kernenergieabteilung, zum Betrieb der bestehenden Dukovany-Blöcke. ČEZ erwägt auch, ob es sinnvoll wäre, sie noch länger zu betreiben. „Wir wissen, dass es weltweit bereits eine Reihe von Kraftwerken gibt, die eine Lizenz für 80 Jahre haben, insbesondere in den Vereinigten Staaten“, erklärte Zronek. Für eine endgültige Entscheidung habe das Unternehmen seiner Ansicht nach noch mehrere Jahre Zeit.

Das Kraftwerk wird außerdem ein Projekt zur Modernisierung der Maschinenhäuser vorbereiten, wodurch die elektrische Leistung der Blöcke jeweils um einige bis mehrere Dutzend Megawatt gesteigert werden könnte.*

......

Diese Subunternehmer sollen rund 30 Prozent des Gesamtauftrags erhalten. Insgesamt wurden neun Vorverträge abgeschlossen, darunter Vereinbarungen etwa mit Doosan Škoda Power, Škoda JS, ZAT, Metrostav und weiteren Unternehmen.

Tschechische Firmen sind bereits jetzt an dem Auftrag beteiligt, da die geotechnische Untersuchung von der Firma ČEZ Energetické produkty durchgeführt wird. „Im Jahr 2026 planen wir dann, weitere Unternehmen in die Lieferungen von Turbinen, das Design und den Bau einzubinden“, beschreibt Chang.

KHNP erwartet in diesem Jahr die Unterzeichnung von Verträgen mit mehr als zwanzig weiteren inländischen Lieferanten. „Wir gehen davon aus, dass wir Subunternehmerverträge mit Schlüsselpartnern abschließen und gleichzeitig die Registrierung qualifizierter Lieferanten für Anlagen des sekundären und tertiären Kreislaufs des neuen Kernkraftwerks erweitern werden“, sagte Chang.

Der koreanische Baukonzern hat im Herbst zudem die Möglichkeit zur Registrierung für tschechische Unternehmen gestartet, die sich am Bau beteiligen möchten. Derzeit verzeichnet das Unternehmen rund 70 Anmeldungen. „Künftig können sie sich an einem breiten Spektrum von Ausschreibungen in verschiedenen Bereichen beteiligen, zum Beispiel an Planungsarbeiten, der Lieferung von Anlagen und an Bauarbeiten“, fügte Chang hinzu.

Ursprünglich sollten sich die Unternehmen spätestens bis Ende 2025 anmelden, die Koreaner verlängerten die Frist jedoch bis Ende Februar 2026.

Die vorbereitenden Arbeiten sollen im Laufe des Jahres 2027 beginnen. „Dabei handelt es sich beispielsweise um die Entwässerung von Niederschlagswasser, den Bau von Rückhaltebecken, den Anschluss an Straßenverbindungen, die Verlegung von Hochspannungsleitungen und weitere Anpassungen im Bereich der Baustelle der neuen Blöcke“, sagt Horáková. Die Vorbereitung des Geländes für die Bauflächen selbst soll jedoch erst im Jahr 2029 beginnen.

Das Jahr 2026 wird auch für das südkoreanische Unternehmen mit Veränderungen verbunden sein. Im September trat der bisherige Geschäftsführer von KHNP, Jooho Whang, von seinem Amt zurück. Grund für seinen Rücktritt war Kritik an der Vereinbarung mit dem US-amerikanischen Unternehmen Westinghouse. Das Unternehmen wird derzeit von einem kommissarischen Leiter geführt, doch im Laufe dieses Jahres soll ein neuer Chef ernannt werden.

„Unabhängig vom Prozess der Ernennung eines neuen Geschäftsführers verläuft das Projekt Dukovany unter der derzeitigen kommissarischen Führung reibungslos und stabil. Es hat unternehmensweit Priorität und folgt dem mit dem Eigentümer EDU II vereinbarten Zeitplan. Die Ernennung des neuen Geschäftsführers erfolgt gemäß den festgelegten Verfahren und wird in den kommenden Monaten erwartet“, erklärte Chang.

Im Jahr 2026 soll auch die Europäische Kommission über die Notifizierung der Finanzierung des Doppelblocks entscheiden. Bis das Finanzierungsmodell genehmigt ist, wird das Unternehmen EDU II den Bau aus eigenen Mitteln finanzieren müssen.


Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... ech-294489
/gr/




ČEZ investiert in diesem Jahr viereinhalb Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kraftwerks Dukovany
Autor: ČTK
13. Januar 2026, idnes.cz

Im Kernkraftwerk Dukovany wird das Unternehmen ČEZ in diesem Jahr 4,4 Milliarden Kronen in die Erneuerung und Modernisierung der Anlagen investieren – was um 200 Millionen mehr iat als im Vorjahr. Geplant sind mehrere Investitionsvorhaben. Die vier Blöcke von Dukovany sollen insgesamt mindestens 60 Jahre lang betrieben werden. Der erste Block ist derzeit planmäßig abgeschaltet, die übrigen drei Blöcke sind in Betrieb.

„Sechzig Jahre sind eindeutig das Ziel, auf das wir heute alle Investitionen und die Erneuerung der Anlagen ausrichten“, sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der Division Kernenergie, zum Betrieb der bestehenden Dukovany-Blöcke.

ČEZ erwägt auch, ob es sinnvoll wäre, die Blöcke noch länger zu betreiben. „Wir wissen, dass es weltweit bereits eine Reihe von Kraftwerken gibt, die eine Lizenz für 80 Jahre haben, insbesondere in den Vereinigten Staaten“, erklärte Zronek. Für eine endgültige Entscheidung habe das Unternehmen seiner Aussage nach noch mehrere Jahre Zeit.

Die Energieexperten werden in diesem Jahr in Dukovany an mehreren Investitionsprojekten arbeiten. „Das Ziel für das Jahr 2026 ist dasselbe wie jedes Jahr: Wir müssen einen sicheren und zuverlässigen Betrieb gewährleisten“, sagte der Kraftwerksdirektor Roman Havlín.

Das Kraftwerk wird außerdem ein Projekt zur Modernisierung der Maschinenräume vorbereiten. Der Direktor sagte, dass deren Anlagen bisher im Grunde separat erneuert worden seien. „Jetzt wollen wir das als ein großes Ganzes betrachten“, erklärte er.

Den Annahmen zufolge könnte dadurch die elektrische Leistung der Blöcke leicht erhöht werden. „Dieses Potenzial liegt in der Größenordnung von einzelnen bis zu mehreren Dutzend Megawatt pro Block“, sagte Havlín. Die Analysen zu diesem Projekt sollen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. „Wir werden sehen, welche dieser Maßnahmen realisierbar sind – selbstverständlich muss sich das wirtschaftlich rechnen“, fügte Havlín hinzu.

*Inbetriebnahme eines Schulungszentrums....

Tschechien verfügt über sechs Kernkraftwerksblöcke in zwei Kraftwerken, die im vergangenen Jahr zusammen 32,066 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugten. ČEZ investiert jährlich insgesamt rund sieben Milliarden Kronen in beide Kraftwerke.

Die Dukovany-Blöcke wurden in den Jahren 1985 bis 1987 in Betrieb genommen. Im vergangenen Jahr lieferten sie 14,68 TWh Strom in das Übertragungsnetz, für dieses Jahr erwartet das Kraftwerk eine ähnliche Stromproduktion. Neben den Abschaltungen einzelner Blöcke im Zusammenhang mit Brennstoffwechsel und Wartung der Anlagen ist für dieses Jahr auch eine gleichzeitige Abschaltung zweier Blöcke geplant. Dies geschieht einmal in acht Jahren aufgrund von Kontrollen von Anlagen, die für beide Blöcke gemeinsam sind.


Im vergangenen Jahr nahm das Kraftwerk ein Schulungszentrum in Betrieb, das sich auf Arbeitssicherheit konzentriert, etwa auf Arbeiten in der Höhe, in geschlossenen Räumen, beim Aufbau von Gerüsten oder beim Umgang mit schweren Lasten.

Im Areal des Kraftwerks Dukovany arbeiten 1.780 Menschen, direkt im Kraftwerk sind 966 beschäftigt. Im vergangenen Jahr wurden 210 neue Mitarbeiter eingestellt, eine ähnliche Zahl will ČEZ auch in diesem Jahr aufnehmen. „Das ist natürlich zu einem großen Teil ein Ersatz für ausscheidende Mitarbeiter. Wir bereiten uns auch auf die Zusammenarbeit mit EDU II vor“, sagte Havlín.

Das Unternehmen EDU II ist Investor des Projekts für eine neue Kernenergiequelle in Dukovany. Zwei Blöcke sollen dort von der koreanischen Firma KHNP gebaut werden, der erste könnte im Jahr 2036 fertiggestellt sein. Die geologische Erkundung für die neuen Blöcke begann in Dukovany im vergangenen August.

Quelle: https://www.idnes.cz/jihlava/zpravy/ele ... -zpravy_mv
/gr/





Im Böhmerwald-Vorland wollen die Gemeinden mehr Einfluss auf die Entscheidungen über ein Atommüll-Endlager und schreiben an die Regierung
Autor: ČTK, iDNES.cz, metro.cz
12. Januar 2026

Alle zehn betroffenen Gemeinden im Böhmerwald-Vorland, in deren Gebiet der Staat ein Tiefen-Endlager für radioaktive Abfälle erwägt, wollen die Rechte der kommunalen Selbstverwaltungen bei der Entscheidungsfindung über dieses Projekt stärken. Einen Appell zur Änderung des Gesetzes, der dies gewährleisten soll, werden die Gemeinden an die neue Regierung, die Leitung des Ministeriums für Industrie und Handel sowie an Abgeordnete und Senatoren senden. Das erklärte der Bürgermeister von Chanovice, Petr Čotek (Vereinigung für die Zukunft).

In dem Text, der der Nachrichtenagentur ČTK vorliegt, fordern sie, dass die Gesetzgeber eine Novelle des Endlagergesetzes verabschieden, die die Rechte der Gemeinden stärkt und eine komplexe Vorbereitung des Endlagers sicherstellt. Die Zustimmung der betroffenen Gemeinde müsse eine unabdingbare Voraussetzung für die Errichtung eines Endlagers auf ihrem Gebiet sein, erklärten die Bürgermeister. Gleichzeitig unterstützten sie eine Beschwerde beim Ausschuss der Aarhus-Konvention.

„Es handelt sich um das Übereinkommen der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zum rechtlichen Schutz in Umweltangelegenheiten. Es ist das wichtigste rechtsverbindliche internationale Dokument, das die Beteiligung der Öffentlichkeit als unverzichtbar für den Umweltschutz betrachtet“, sagte Petr Klásek, den die Gemeinden mit den Verhandlungen über das Endlager beauftragt haben.

Teil des sogenannten Aufrufs zur Abhilfe, der an die Regierung und das Industrieministerium gesendet wird, sind Unterschriftenlisten mit Hunderten von Unterschriften, die die Gemeinden am Samstag bei einem Protestmarsch gegen die Entstehung eines Endlagers im Gebiet Březový potok im Park Horažďovická pahorkatina gesammelt haben. Weitere in Tschechien in Betracht gezogene Standorte sind Hrádek und Horka in der Region Třebíč sowie Janoch bei Temelín.

Die Regierung soll den Standort des Endlagers bis zum Jahr 2030 auswählen. Ab dem Jahr 2050 sollen dort dauerhaft Tausende Tonnen abgebrannten Kernbrennstoffs aus Kernkraftwerken gelagert werden. Alle vier Standorte haben im vergangenen Jahr Klagen gegen das Umweltministerium eingereicht. Sie sind damit nicht einverstanden, dass das Ministerium eine geologische Erkundung der Gebiete genehmigt hat, die bis zum Jahr 2028 dauern soll.

Gemeinden untersagen den Zutritt zu ihren Grundstücken

Die Bohrungen sollen im Frühjahr beginnen. Die Gemeinden haben den Geologen jedoch den Zutritt zu ihren Grundstücken nicht gestattet. „Die Bohrungen, bis zu einem Kilometer tief, sowie die Aushubarbeiten sollen Dutzende von Stellen betreffen. Die Klage aller zehn Gemeinden aus der Region Horažďovice soll noch in diesem Jahr verhandelt werden“, sagte Klásek.

Er fügte hinzu, dass das Areal laut Dokumenten der Verwaltung für Endlager radioaktiver Abfälle SURAO unterirdisch 306 Hektar und oberirdisch 30 Hektar umfassen soll. „Das Industrieministerium beginnt, eine Vergrößerung des unterirdischen Teils auf bis zu 500 Hektar zu planen, was etwa 850 Fußballfeldern entspricht. Die Grenze des Endlagers reicht bereits bis an die Stadt Horažďovice heran“, erklärte Klásek.

Nach Ansicht der Bürgermeister gibt es großen Druck, den Prozess zu beschleunigen. „Der Staat bereitet weitere Reaktoren vor, wodurch die Menge des radioaktiven Abfalls steigt. Die Eile bei der Standortauswahl darf nicht auf Kosten der zukünftigen Sicherheit gehen“, erklärten sie.

Zukünftige Technologien könnten ihrer Meinung nach den strategisch wichtigen abgebrannten Brennstoff besser nutzen. „Bei den heutigen wissenschaftlichen Verfahren und bei der möglichen zukünftigen Nutzung radioaktiver Materialien verstehe ich nicht, warum man einen so grundlegenden negativen Eingriff in die Landschaft des Böhmerwald-Vorlands vornehmen sollte“, sagte der Bürgermeister von Horažďovice und Vertreter der Plattform gegen das Endlager, Michael Forman.

Quelle: Quelle: https://www.metro.cz/kraje/plzensky-kra ... zpravy_air
/gr/



Vorbereitungen für das erste polnische Kernkraftwerk schreiten voran
Autor: Jiří Puchnar
13. Januar 2026, oenergetice.cz

Das Unternehmen Polskie Elektrownie Jądrowe (PEJ) hat einen Nachtrag zur Engineering Development Agreement (EDA) mit dem Konsortium Westinghouse–Bechtel unterzeichnet. Der Nachtrag ermöglicht die Umsetzung einer weiteren Arbeitsphase im Rahmen des Projekts zum Bau des ersten polnischen Kernkraftwerks.

Im November 2022 wählte die damalige polnische Regierung für den Bau am Standort Lubiatowo-Kopalino (Pommern, Nordpolen) die Reaktortechnologie Westinghouse AP1000 aus. Das Projekt sieht ein Kraftwerk mit drei AP1000-Blöcken vor.

Im September 2023 schlossen Westinghouse, Bechtel und PEJ einen 18-monatigen Vertrag über Ingenieurleistungen ab, dessen Ziel die Fertigstellung eines standortspezifischen Projekts ist. Im April 2025 einigte sich PEJ mit dem Konsortium Westinghouse–Bechtel auf die Bedingungen der EDA, nachdem die vorherige Vereinbarung ausgelaufen war.

PEJ ist eine Zweckgesellschaft, die zu 100 % im Eigentum des polnischen Staatsschatzes steht.

Am 29. Dezember 2025 gab PEJ die Unterzeichnung des Nachtrags zur EDA bekannt. Der angepasste Umfang umfasst die Fortsetzung der Planungsarbeiten für die nukleare Insel und die Turbineninsel sowie weitere technologische Anlagenteile des Kraftwerks und zudem eine Vertiefung der Zusammenarbeit bei ingenieurgeologischen Untersuchungen.

Gleichzeitig setzt PEJ die Verhandlungen und die Finalisierung des EPC-Vertrags (Engineering, Procurement and Construction) fort, der die künftige Zusammenarbeit mit dem Konsortium Westinghouse–Bechtel „endgültig festlegen“ soll.

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden von PEJ, Marek Woszczyk, ermöglicht die Verlängerung der EDA, die Projektierungs- und Ingenieurarbeiten so voranzubringen, dass die für die Beschaffung von Komponenten mit langen Fertigungszeiten und für das Genehmigungsverfahren erforderliche Dokumentation fertiggestellt werden kann und damit der geplante Projektzeitplan eingehalten wird.

Vorbereitung des Baugeländes im Jahr 2026....

Der Präsident von Bechtel Polska, Leszek Hołda, erklärte, dass der Nachtrag zur EDA den Weg für eine weitere Phase geotechnischer Untersuchungen ebnet. Das Programm für das Jahr 2026 soll 1.000 Bohrungen mit einer Gesamtlänge von 15 km sowie rund 7.000 Laborprüfungen umfassen.

In der ersten Jahreshälfte sollen außerdem Erdarbeiten zur Einebnung des Geländes beginnen sowie die Vorbereitung für den Bau temporärer Zufahrtsstraßen auf der Baustelle. Auch die Beschaffung erster Komponenten mit langen Lieferzeiten soll fortgesetzt werden.

Inbetriebnahme des Reaktorblocks im Jahr 2033....

Nach Angaben von Wojciech Wrochna, Staatssekretär im Energieministerium und Regierungsbeauftragter für strategische Energieinfrastruktur, laufen am Standort Lubiatowo-Kopalino die vorbereitenden Arbeiten parallel zur Projektierung und zur Erstellung der Unterlagen für weitere behördliche Genehmigungen. Gleichzeitig führt PEJ weitere Gespräche mit Banken und Finanzinstituten über die Sicherstellung der Fremdfinanzierung.

Das Ziel des Projekts ist es, den ersten AP1000-Block im Jahr 2033 in den kommerziellen Betrieb zu nehmen.

Staatliche Finanzierung: Anleihen und Genehmigung durch die Europäische Kommission...

Am 30. Dezember erhielt PEJ staatliche Anleihen (Obligationen), die vom Minister für Finanzen und Wirtschaft mit einem Nennwert von 4,6 Mrd. PLN (ca. 26,55 Mrd. CZK) begeben wurden. Dabei handelt es sich um einen Beitrag zur Zeichnung von Anteilen im Rahmen der Erhöhung des Grundkapitals des Unternehmens durch den Staat.

PEJ erklärte, dass diese Unterstützung eine stabile Finanzierung der nächsten Projektphase sicherstellen soll, insbesondere für:

* die Fortsetzung der Projektierungs- und Ingenieurarbeiten im Rahmen des Nachtrags zur EDA,
* vorbereitende Arbeiten,
* Aktivitäten im Zusammenhang mit der sogenannten internen begleitenden Infrastruktur.

Die Kapitalstärkung wurde durch die Genehmigung der staatlichen Beihilfe durch die Europäische Kommission vom 9. Dezember 2025 ermöglicht, die unter anderem die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung von PEJ eröffnete.

Im März 2025 unterzeichnete Präsident Andrzej Duda ein Gesetz, das Mittel aus dem Staatshaushalt für den Bau bereitstellt. Demnach soll PEJ in den Jahren 2025–2030 insgesamt 60,2 Mrd. PLN (ca. 347,5 Mrd. CZK) aus öffentlichen Mitteln erhalten. Der verbleibende Teil soll durch Finanzierungen von Finanzinstitutionen, überwiegend aus dem Ausland (einschließlich Exportförderungen aus den Lieferländern), sowie durch Exportkreditagenturen gedeckt werden. Konkret wird die Export-Import Bank of the United States genannt.


Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -pokracuji
/gr/





Im Winter produziert Temelin mehr Strom. Das Kernkraftwerk ist bei minus 10 Grad am leistungsstärksten – der Unterschied entspricht der Energie für Hunderte Haushalte
14.01.2026
Tschechischer Rundfunk

Frostiges Wetter hilft dem Kernkraftwerk Temelín, seine Leistung um bis zu einige Prozent zu steigern. Die Techniker müssen die Kühltürme jedoch vor allem vor Minustemperaturen schützen. Dafür stehen mehrere Betriebsmodi zur Verfügung, und es kommt unter anderem ein spezieller Wasserschleier zum Einsatz. Dank ihm sind die unteren Teile der Türme bei Frost mit großen Eiszapfen geschmückt.
„Die Kühltürme dienen dazu, das Wasser zu kühlen, das der Dampf, der den Kondensator durchläuft, erhitzt hat“, beschreibt der leitende Technologe des Kernkraftwerks Temelín, Václav Havlíček, dem Tschechischen Rundfunk Budweis die Funktion der vier Kühltürme.

„Wir ändern die Betriebsmodi der Kühltürme. Wir haben vier grundlegende Wintermodi und zwei Sommermodi. Die Einstellungen der Kühltürme passen wir je nach Wetter und Temperatur des Umlaufwassers an, um die Leistung des Kraftwerks zu optimieren“, erklärt er.
Den Wechsel des Kraftwerks von einem Modus in den anderen überwachen die Operatoren in der Blockleitwarte.

„Mithilfe künstlicher Intelligenz und einzelner Programme erkennen sie die Temperatur der Außenluft und wählen einen der Wintermodi, bei dem ein Teil des Wassers in den umlaufenden Schleier geleitet wird. Dieser bildet eine Art Winterschutz, der das Vereisen des Kühlturms verhindert“, ergänzt Technologe Havlíček.
Die idealen Wintertemperaturen für den Betrieb des Kraftwerks liegen seiner Aussage nach bei etwa minus zehn Grad. Unter solchen Bedingungen kann es mit maximaler Leistung arbeiten.

Niedrigere Temperatur, höhere Leistung…

„Es gilt der Zusammenhang: Je niedriger die Außentemperatur, desto höher die Leistung. Wenn wir jedoch noch weiter in sehr niedrige Temperaturbereiche gehen, hat das keinen zusätzlichen Einfluss mehr“, beschreibt er.
An frostigen Tagen kann das Kernkraftwerk Temelín 1100 Megawatt Strom erzeugen. Laut dem Sprecher des Kraftwerks, Marek Sviták, sind das etwa zwei Prozent mehr als im normalen Betrieb.

„Der Unterschied zwischen Sommer- und Winterbetrieb entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von mehreren Hundert tschechischen Haushalten. Das ist also durchaus erheblich“, fügt er hinzu.
Die größten Auswirkungen hat das Winterwetter vor allem auf den Kühlkreislauf. Den Betrieb des Kernreaktors beeinflusst es dagegen nicht wesentlich.

„Dort herrschen konstante Bedingungen. Die Temperatur liegt bei etwa 30 Grad, die gesamte Primärtechnik befindet sich innerhalb des sogenannten ‚Containments‘, also des Schutzgebäudes, das den Reaktor und weitere Anlagen vor extremen Natureinflüssen schützt. Dazu können zum Beispiel auch Fröste gehören“, versichert Marek Sviták.

Verteilung der Abwärme….

Das Kernkraftwerk Temelín liefert neben Strom auch Abwärme in die nahe gelegene Stadt Týn nad Vltavou sowie nach České Budějovice / Budweis. Nach Angaben von Marek Sviták ist es in diesen Monaten in der Lage, die Lieferungen entsprechend der Nachfrage der städtischen Fernwärmeversorger zu erhöhen.
„Derzeit liegt die Temperatur des transportierten Wassers im Winter bei etwa 120 Grad. Das sind rund vier Grad mehr als im Herbst“, weist Sviták hin

Das Winterwetter wirkt sich auch auf das Übertragungsnetz aus, also auf die Stromleitungen mit hoher und sehr hoher Spannung im Freien. Laut dem Sprecher des Unternehmens ČEPS, Lukáš Hrabal, stellen jedoch selbst extreme meteorologische Erscheinungen kein größeres Problem für das Netz dar.
„Es ist so ausgelegt, dass es vorhersehbaren klimatischen Bedingungen wie Eisbildung, niedrigen Temperaturen oder starkem Wind standhält. Bei starker Vereisung oder Glatteis führen wir anschließend außerordentliche Kontrollgänge an ausgewählten Leitungen durch, die in irgendeiner Weise betroffen sein könnten“, schließt Hrabal.

Das Unternehmen ČEPS verzeichnete in dieser Woche aufgrund der Kälte eine Rekordauslastung des tschechischen Stromnetzes. Der Gesamtenergieverbrauch sank jedoch dank des Tauwetters am Dienstag wieder.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/veda-technologi ... 140600_jar
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Ausgewählte Artikel aus tschechischen Medien zum Thema Energie vom 15.1.2026:

Inhalt:
Der Staat hat die Milliarden für die „kleine Verstaatlichung von ČEZ“ bisher nicht bezahlt.
Der Südmährische Kreis verstärkt die Busverbindungen nach Dukovany.
Dukovany: Die Koreaner erkundigen sich nach Unterkünften.
ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung von Temelín – die Leistung des Kraftwerks kann weiter steigen.
Stromverbrauch und -erzeugung in der Tschechischen Republik sind gestiegen.
Das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit stellt Informationen über den aktuellen Zustand unserer Kernkraftwerke ein.
Fico erwartet im kommenden Jahr eine Einigung mit Westinghouse über ein neues Kernkraftwerk

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Der Staat hat die Milliarden für die „kleine Verstaatlichung von ČEZ“ bisher nicht bezahlt
15.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 4
Autor: Jan Brož


Kernenergie
Im vergangenen Frühjahr schloss das Industrieministerium mit dem teilstaatlichen Unternehmen ČEZ einen Vertrag über den Kauf eines 80-prozentigen Anteils an der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II). Dabei handelt es sich um das Unternehmen, das als Investor für zwei neue Kernkraftwerksblöcke am Standort des gleichnamigen Kraftwerks in der Region Vysočina fungiert. Die sogenannte kleine Verstaatlichung von ČEZ soll sicherstellen, dass das langfristige und kostspielige Projekt der neuen Dukovany - Reaktoren nicht den übrigen Teil des Energiekonzerns sowie das Vermögen seiner Minderheitsaktionäre gefährdet. Fast neun Monate nach Bekanntgabe der Transaktion hat der Staat ČEZ für EDU II jedoch noch nicht bezahlt.

„Bislang wurde dieser Betrag in Höhe von 3,6 Milliarden Kronen nicht beglichen, dies wird gemäß den vertraglichen Vereinbarungen erfolgen. Näher werden wir uns dazu derzeit nicht äußern“, bestätigte der ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž. Nach Informationen der Zeitung Hospodářské noviny muss der Staat dem Energiekonzern innerhalb eines Jahres nach Vertragsabschluss bezahlen. Das Finanzministerium und ČEZ informierten über den Erwerb des Anteils am letzten Apriltag des vergangenen Jahres, im Handelsregister erschien die Information über den staatlichen Besitz von 80 Prozent der Anteile an EDU II am 19. Mai.

Der Grund für die ausstehende Zahlung ist der Regierungswechsel und die damit verbundenen Auseinandersetzungen über die Ausgestaltung des Haushalts für dieses Jahr. Das frühere Kabinett von Premierminister Petr Fiala (ODS) hatte im ursprünglichen Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 insgesamt 18,3 Milliarden Kronen für neue Kernenergiequellen vorgesehen. Die neue Regierung von Andrej Babiš (ANO) entschied sich jedoch, den Haushalt zu überarbeiten. Ihre eigene Version will sie in der Sitzung am 26. Januar verhandeln, das Abgeordnetenhaus soll sie dann voraussichtlich im März verabschieden.

Eine derart hohe Summe für die Kernenergie wird darin allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr vorgesehen sein. Dies hat zum Teil eine nachvollziehbare Begründung. Tschechien wartet bislang auf die Zustimmung der Europäischen Kommission, um EDU II für das Kernenergieprojekt ein staatliches Darlehen, eine sogenannte rückzahlbare Finanzhilfe, gewähren zu können.

Ohne günstige staatliche Finanzierung und staatliche Garantien würde sich der größte öffentliche Auftrag in der Geschichte Tschechiens deutlich verteuern. Der Sieger der Ausschreibung für das Kernkraftprojekt, KHNP, setzte sich mit einem Preis von 407 Milliarden Kronen durch. Dabei handelt es sich jedoch um sogenannte overnight costs, die die Finanzierungskosten nicht berücksichtigen. Das Verfahren zur Notifizierung der staatlichen Beihilfe wurde in Brüssel erst am 22. Dezember des vergangenen Jahres eingeleitet und wird bei optimistischem Verlauf etwa ein Jahr dauern. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 hinziehen wird.

Die Mittel, die von der früheren Regierung ursprünglich für die Kernenergie vorgesehen waren, können daher ohnehin nicht genutzt werden. Stattdessen plant die Koalition aus ANO, SPD und den Motoristen, sie zur Erfüllung eines ihrer zentralen Wahlversprechen einzusetzen. Anstelle der Stromabnehmer sollen die Kosten für die geförderten Energiequellen (POZE) vollständig aus dem Staatshaushalt getragen werden. Dies würde den Strompreis für Haushalte um rund zehn Prozent senken, zugleich aber die Haushaltsausgaben schätzungsweise um 17,1 Milliarden Kronen erhöhen.

Der im ursprünglichen Haushalt der früheren Regierung für Dukovany vorgesehene Betrag umfasste allerdings auch die Zahlung von 3,6 Milliarden Kronen für den Erwerb des genannten Anteils an EDU II. Das Finanzministerium lehnte es unter Verweis darauf, dass es sich um kursrelevante Informationen handle, um mitzuteilen, wann ČEZ das Geld für den Anteil an EDU II erhalten wird. „Wir können jedoch bestätigen, dass die für den Kauf von EDU II erforderlichen finanziellen Mittel im aktuell vorbereiteten Haushaltsentwurf berücksichtigt sind“, teilte Nikola Morava aus der Kommunikationsabteilung des Ministeriums mit.

Bis zur Genehmigung des staatlichen Darlehens durch die Europäische Kommission wird die Vorbereitung des Baus der neuen Blöcke über einen Überbrückungskredit von fünf inländischen Banken unter Führung der Komerční banka finanziert. Diese sind bereit, EDU II bis zu 15 Milliarden Kronen zu leihen, wobei der Betrag noch erhöht werden kann. ČEZ selbst beteiligt sich finanziell nicht mehr an den Vorbereitungsarbeiten in Dukovany, Experten des teilstaatlichen Unternehmens arbeiten jedoch eng mit EDU II zusammen. Die frühere Regierung hatte angekündigt, gegebenenfalls auch die verbleibenden 20 Prozent an EDU II zu übernehmen.
jan.broz@hn.cz

Online auch hier: https://archiv.hn.cz/c1-67833800-stat-s ... nezaplatil
/gr/


Der Südmährische Kreis verstärkt die Busverbindungen nach Dukovany
15.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9 (ČTK)

DUKOVANY
Aufgrund der stetig wachsenden Zahl von Beschäftigten aus Südmähren im Kernkraftwerk Dukovany wird die Anzahl der Verbindungen der Buslinie 441 aus Moravský Krumlov erhöht. Die Linie ist an die Bahnverbindung aus Brünn sowie an die Buslinie aus Pohořelice angebunden. „Ab Montag der kommenden Woche kommt eine morgendliche Busverbindung hinzu, weitere neue Verbindungen werden am Nachmittag verkehren“, teilte der Sprecher der Gesellschaft Kordis JMK, Květoslav Havlík, mit.

Während früher im Atomkraftwerk Dukovany überwiegend Beschäftigte aus der Region Vysočina arbeiteten, verändert sich dieses Verhältnis nun. Der südmährische Verkehrsorganisator einigte sich mit der Region Vysočina auf die Verstärkung und Kofinanzierung der Buslinie.

„Neu wird es möglich sein, das Kraftwerk morgens um 8:18 Uhr zu erreichen, und in den Nachmittagsstunden wird eine regelmäßige Verbindung in Richtung Moravský Krumlov und Brünn im Stundentakt sichergestellt“, beschrieb Havlík die Änderungen.
In den kommenden Jahren werden aufgrund des Baus neuer Kernkraftwerksblöcke immer mehr Menschen nach Dukovany pendeln.
/gr/


Dukovany: Die Koreaner erkundigen sich nach Unterkünften
15.01.2026 Tageszeitung Právo zr Seite 16

In der Umgebung des Kernkraftwerks Dukovany läuft derzeit eine vorläufige Erhebung möglicher Unterkunftskapazitäten für das Personal des künftigen Baus neuer Kernkraftwerksblöcke. Das Ziel ist es, einen Überblick über Unterkunftsmöglichkeiten sowie über mögliche Grundstücke zu gewinnen, die sich für die vorübergehende Unterbringung mehrerer Tausend Arbeitskräfte in den Jahren 2029 bis 2038 eignen würden.

Das Unternehmen Daewoo konzentriert sich darauf, Kapazitäten in Form der langfristigen Anmietung von Häusern, Wohnungen oder Grundstücken für die Dauer der Bauarbeiten zu sichern.

„Über die Ansprache der Gemeinden mittels Fragebögen haben wir gemeinsam mit dem Geschäftsführer von Daewoo, Musung Kim, bereits Ende vergangenen Jahres verhandelt. In diesen Tagen erhalten die Gemeinden im betroffenen Gebiet einen einfachen Fragebogen, dessen Ausfüllen unverbindlich ist und ausschließlich der übersichtlichen Bestandsaufnahme der Situation sowie der weiteren Planung dient“, erklärte der stellvertretende Landeshauptmann des Südmährischen Kreises, Marek Sovka (TOP 09).

Die Gemeinden erhalten einen Fragebogen zur übersichtlichen Erfassung der Situation.
Marek Sovka, stellvertretender Landeshauptmann
/gr/


ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung von Temelín – die Leistung des Kraftwerks kann weiter steigen
15.01.2026 irozhlas.cz

ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kernkraftwerks Temelín. Das sind 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr. Das Kraftwerk wird den Übergang zu einem längeren Brennstoffzyklus abschließen, die Modernisierung des Steuerungssystems fortsetzen sowie den Einsatz künstlicher Intelligenz und moderner Kontrollmethoden ausbauen. In diesem Jahr sind in Temelín zwei planmäßige Block-Abschaltungen vorgesehen, zudem wird die Energiefirma rund hundert neue Temelin- Mitarbeiter einstellen. Das teilten Vertreter von ČEZ und des Kraftwerks Journalisten mit.

Temelín setzt in diesem Jahr den Übergang auf ein neues Steuerungssystem des Unternehmens Westinghouse fort. Bereits seit dem vergangenen Jahr nutzt der erste Block Teile des neuen Systems. In den ersten Monaten dieses Jahres werden die Techniker die gleiche Umstellung auch im zweiten Block vornehmen. Die vor drei Jahren begonnene Modernisierung soll im Jahr 2029 abgeschlossen werden.

„Der Übergang erfolgt schrittweise und findet während der Block-Abschaltungen statt. Bereits seit dem vergangenen Jahr arbeiten die Block- Operateure in der Umgebung des neuen Systems, das auch etwa ein Drittel der Anlagen im ersten Block steuert. Im zweiten Block wird der Übergang im Wesentlichen sehr ähnlich verlaufen“, erklärte Petr Měšťan, der neue Direktor des Kernkraftwerks Temelín.

Seinen Angaben zufolge kann die Leistung des Kraftwerks weiter gesteigert werden, obwohl Temelín im vergangenen Jahr mit 17,38 Millionen Megawattstunden Strom eine Rekordstromproduktion erreichte. „Langfristig werden wir sicherlich weiter nach Möglichkeiten suchen, die Leistung weiter zu erhöhen und den Betrieb effizienter zu gestalten. Die Sicherheit wird dabei jedoch stets oberste Priorität haben“, sagte er.

In diesem Jahr werden die Energietechniker außerdem den Übergang zu einem längeren Brennstoffzyklus abschließen, der im Jahre 2023 begonnen wurde. Der Betrieb zwischen den Block-Abschaltungen wird sich um ein halbes Jahr verlängern. Möglich wird dies durch einen höheren Anteil frischer Brennelemente im Reaktor.

„Dank der Verlängerung des Brennstoffzyklus verringern wir den Verschleiß der Anlagen durch die geringere Anzahl von Abschaltungen und damit auch von Abkühl- und Aufheizvorgängen der Blöcke. Zudem erzielen wir eine höhere Stromerzeugung von nahezu zwei Terawattstunden pro Jahr für beide Kernkraftwerke zusammen. Bereits vorletztes Jahr haben wir den Übergang zu einem längeren Brennstoffzyklus in Dukovany abgeschlossen“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der CEZ-Abteilung Kernenergie.

Für dieses Jahr plant Temelín zwei Block-Abschaltungen. Zunächst werden die Energietechniker Mitte Februar den zweiten Block für zwei Monate außer Betrieb nehmen. Mitte Oktober wird dann auch der erste Block für einen ähnlich langen Zeitraum abgeschaltet. Während der Abschaltungen tauschen die Techniker den Brennstoff aus. In die Reaktoren beider Blöcke bringen die Fachleute jeweils 66 neue Brennelemente ein, gleichzeitig werden sieben Container mit insgesamt 133 gebrauchten Brennelementen ins Lager gebracht.

Auch in diesem Jahr plant ČEZ, in Temelín nahezu hundert neue Mitarbeiter einzustellen. Chancen haben vor allem Menschen mit technischer Praxis oder entsprechender Ausbildung. Besonders gesucht sind Maschinenbauer, Elektriker oder Werkstoffingenieure, aber auch Absolventen nichttechnischer Studienrichtungen finden Einsatzmöglichkeiten.

„Neben dem Generationenwechsel sind es gerade die umfangreichen Modernisierungen, die Chancen für neue Mitarbeiter mit sich bringen. Neben Block-Bedienern (Operateuren) und unterstützendem technischem Personal haben wir beispielsweise auch Interesse an Technikern, die geplante Investitionsprojekte und die Instandhaltung der Anlagen sicherstellen“, ergänzte Měšťan.

Das Kraftwerk wird zudem den Einsatz künstlicher Intelligenz ausweiten, die seit zwei Jahren bei der Arbeit mit der Dokumentation hilft. Diese umfasst Tausende von Projekt-, Sicherheits- und Betriebsdokumenten. „Daten sind das Gold eines Unternehmens. In einem Kernkraftwerk gibt es davon enorme Mengen – in beiden Kraftwerken zusammen entspricht das zwölf Kilometern Archivregalen. Künstliche Intelligenz kann uns die Arbeit mit diesen Daten erheblich erleichtern. Wir nutzen sie bereits für die Arbeit mit Textdokumenten und wollen sie schrittweise auch auf Bilder, Zeichnungen oder Schaltpläne ausweiten“, erklärte der Kernkraftwerksdirektor.

Tschechien verfügt über sechs Kernkraftwerksblöcke in zwei Kraftwerken, die im vergangenen Jahr zusammen 32,066 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugten. ČEZ investiert jährlich insgesamt rund sieben Milliarden Kronen in beide Kraftwerke. Das Kernkraftwerk Dukovany verfügt über vier Blöcke. Den Auftrag zum Bau von zwei weiteren Blöcken in Dukovany erhielt das koreanische Unternehmen KHNP.
Vertreter von ČEZ und des Kraftwerks Dukovany teilten am Dienstag mit, dass das Unternehmen in diesem Jahr dort 4,4 Milliarden Kronen in die Erneuerung und Modernisierung der Anlagen investieren wird – 200 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr.
ČTK

https://www.irozhlas.cz/ekonomika/cez-l ... 150920_cen
/gr/


Stromverbrauch und -erzeugung in der Tschechischen Republik sind gestiegen
15.01.2026 Wochenzeitung Naše Pravda Rubrik: Wirtschaft -Seite: 7

Aus dem Bericht des Branchenportals oEnergetice.cz für das Jahr 2025 geht hervor, dass die Nettostromerzeugung in Tschechien im vergangenen Jahr erstmals seit dem Jahr 2021 gestiegen ist. Die inländischen Energiequellen produzierten im Gesamtjahr 71,4 Terawattstunden (TWh) Strom, was einem Anstieg von 3,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zum Wachstum der Erzeugung trugen vor allem die Kernkraftwerke bei.

Das Jahr 2025 kann als das zweite vollständig postkrisenhafte Jahr im Energiesektor der Europäischen Union bezeichnet werden. Kaum eine Phase hat die europäische Energiewirtschaft so stark geprägt wie die Jahre 2021 bis 2023. Der Verbrauch von Strom und Gas ging in diesen Jahren deutlich zurück, vor allem aufgrund der rekordhohen Rohstoffpreise. Erst im Laufe des Jahres 2024 stabilisierten sich diese auf Niveaus, die voraussichtlich längere Zeit Bestand haben werden. Der Rückgang der Rohstoffpreise in Kombination mit kühlerem Wetter trug zu einer Trendwende bei, und der Strom- und Gasverbrauch stieg im Jahr 2025 wieder an, kommentieren die Autoren des Berichts die aktuelle Situation.

Auch im vergangenen Jahr waren Kernkraft- und Braunkohlekraftwerke die größten Stromquellen in Tschechien. Sie hatten einen Anteil von 42,4 % bzw. 32,2 % an der gesamten Stromerzeugung. Den symbolischen dritten Platz behaupteten nach einem starken Produktionsanstieg in den letzten beiden Jahren die Solarkraftwerke. Mit einem Anteil von 6,6 % an der gesamten Stromerzeugung und einem jährlichen Produktionszuwachs von fast 20,4 % übertrafen sie erneut die Gaskraftwerke, die einen Anteil von 5,2 % hatten. Weitere Plätze mit Anteilen zwischen 2 und 4 % an der Gesamtproduktion belegten Wasserkraftwerke, sonstige erneuerbare Quellen (insbesondere Biogas) sowie Biomasse.

Der Stromverbrauch steigt…

Während sich im Jahr 2024 der seit 2021 andauernde Rückgang des Stromverbrauchs stoppte, kam es im Jahre 2025 zu einem leichten Anstieg, als der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um etwa 2,3 % zunahm. Der Nettostromverbrauch erreichte 59,3 TWh. Das vergangene Jahr war zwar leicht wärmer (+0,5 °C) als der langjährige Temperaturdurchschnitt, jedoch um 1,5 °C kälter als das Jahr 2024.

Großabnehmer und die Industrie verzeichneten je nach Spannungsebene eine Stagnation (Hochspannung) bis hin zu einem leichten Rückgang (Höchstspannung). Einen deutlichen Verbrauchszuwachs meldeten die Haushalte, ein leichter Anstieg wurde auch bei kleinen Unternehmen registriert. Dennoch lag die Stromerzeugung in Tschechien im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2022, als die Energiekrise in Europa ihren Höhepunkt erreichte, um fast 8 TWh niedriger. Dieser Rückgang entspricht in etwa dem Produktionsrückgang der Braun- und Steinkohlekraftwerke im gleichen Zeitraum.

Tschechien bleibt vorerst Stromexporteur…

Im Vergleich zu 2024 kam es im Jahr 2025 zu einem Anstieg des exportierten Stromvolumens in die Nachbarstaaten. Die Nettohandelsbilanz Tschechiens erreichte 7,56 TWh elektrischer Energie, was gegenüber 2024 einem Anstieg von 18 % entspricht. Der gesamte Stromexport belief sich auf 8,89 TWh, der gesamte Import auf 1,34 TWh. Im Stundenvergleich exportierte Tschechien insgesamt 6.735 Stunden Strom und importierte ihn in 2.025 Stunden (das Verhältnis Export zu Import betrug etwa 77:23). Dieses Verhältnis ist identisch mit dem Jahr 2024.

Kohle verschwindet langsam in die Geschichte….
Kernkraftwerke, Kohlekraftwerke und mit Erdgas betriebene Kraftwerke hatten im vergangenen Jahr einen Anteil von 81 % an der Nettostromerzeugung. Die Kernkraftwerke speisten im Jahre 2025 insgesamt 30,3 TWh Strom ins Netz ein, was einem Anstieg von 8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Bruttostromerzeugung der Kernkraftwerke überschritt sogar leicht die Marke von 32 TWh. Die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken blieb gegenüber 2024 praktisch unverändert und erreichte 23,7 Twh.

Gerade bei den Kohlekraftwerken ist in den letzten Jahren der stärkste Produktionsrückgang zu beobachten. Noch im Krisenjahr 2022 lieferten diese Anlagen mehr als 33 TWh Strom ins Netz, im Jahre 2023 waren es knapp 27 TWh, und in den letzten beiden Jahren hat sich die Stromproduktion bei 23,7 TWh stabilisiert. Der Hauptgrund für den Rückgang ist die Wirtschaftlichkeit des Betriebs dieser Anlagen: Die Kombination aus hohen Preisen für Emissionszertifikate, sinkenden Erdgaspreisen und der wachsenden Stromerzeugung aus Solar- und Windkraftanlagen wirkt sich sehr negativ auf ihre Position an den Großhandelsstrommärkten aus. Eine Verbesserung ist dabei nicht in Sicht. Die aktuellen Preise für langfristige Stromlieferverträge und Emissionszertifikate deuten darauf hin, dass die potenziell erzielbare Bruttomarge von Braunkohlekraftwerken in den kommenden Jahren weiter sinken dürfte – ebenso wie ihre Auslastung.

Ein bedeutendes Ereignis des vergangenen Jahres war in diesem Zusammenhang die Stilllegung des größten tschechischen Steinkohlekraftwerks Dětmarovice, die im Frühjahr erfolgte. Das Kraftwerk mit einer installierten Leistung von 600 MW (ursprünglich 800 MW) wurde nach fast 50 Jahren Betrieb außer Betrieb genommen.

Am Horizont zeichnet sich zudem die Stilllegung der Braunkohlekraftwerke Chvaletice und Počerady sowie des Braunkohle-Heizkraftwerks in Kladno ab, die von der Energiegruppe Sev.en betrieben werden. Diese kündigte Ende November an, den Betrieb der genannten Anlagen mit einer gesamten installierten Leistung von über 2 GW im Dezember 2026 oder spätestens im März 2027 einzustellen.

Noch im Krisenjahr 2022 lieferten die Kohlekraftwerke mehr als 33 TWh Strom ins Netz, 2023 waren es bereits knapp 27 TWh, und in den letzten beiden Jahren hat sich die Produktion bei 23,7 TWh stabilisiert.
Die Seite wurde vorbereitet von Jiří WERTZ.
/gr/




Das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit stellt Informationen über den aktuellen Zustand unserer Kernkraftwerke ein
15.1.2026 Ekolist.cz Autor: Pavel Vlcek


Das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit stellt Informationen über den aktuellen Zustand unserer Kernkraftwerke ein, deswegen wendet sich der ökologische Verein OIZP / BIU an die tschechische Regierung mit einem offenen Brief in dieser Sache:

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf der Website des Staatlichen Amtes für nukleare Sicherheit (SÚJB) wurden bis Dezember 2025 unter folgender Adresse:

https://sujb.gov.cz/jaderna-bezpecnost/ ... raren-v-cr

an jedem Arbeitstag gegen 8:00 Uhr morgens die genauen aktuellen Leistungen aller Kernreaktorblöcke beider tschechischer Kernkraftwerke veröffentlicht, einschließlich einer Beschreibung ihres Zustands bzw. gegebenenfalls einer einfach erläuterten Ursache ihres Ausfalls.

Als letzte Information ist auf der Website von SÚJB nun Folgendes angeführt:
„Ab Januar 2026 wird diese Seite nicht mehr aktualisiert. Informationen über den Betrieb der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín veröffentlicht deren Betreiber ČEZ, a. s.“

Aus langjähriger Erfahrung bei der Beobachtung dieser Informationen wissen wir sehr genau, dass der Betreiber beider Atomkraftwerke nicht in derselben Weise informiert wie das Staatsamt SÚJB. Daher fordern wir, dass die regelmäßige und präzise Information über den Zustand aller Kernreaktorblöcke in der Tschechischen Republik durch SUJB wieder aufgenommen wird. Das Fehlen einer solchen Information kommt der Sicherheit nicht zugute und verringert das Vertrauen der tschechischen und europäischen Öffentlichkeit in unsere Kernkraftwerke.

Der Betreiber passt die Veröffentlichung seiner Informationen über die einzelnen Kernreaktorblöcke so an, dass im Falle ungeplanter Zustände diese später veröffentlicht werden und – wenn möglich – so bezeichnet werden, dass sie als kurzfristig und unproblematisch erscheinen. Der Betreiber hält keinen genauen Zeitpunkt für die Veröffentlichung dieser Meldungen ein und gibt sie aus jedem Kernkraftwerk je nach eigenem Ermessen heraus. Aus seinen Berichten über den Zustand der einzelnen Kernreaktorblöcke lässt sich dann morgens gegen acht Uhr weder der Beginn noch gegebenenfalls der Grund eines ungeplanten Zustands an den einzelnen Reaktorblöcken erkennen. Die Informationen erscheinen, wenn es dem Betreiber passt, erst mit mehreren Stunden Verspätung.

Wir kennen den Grund nicht, der das Staatsamt SÚJB zur Einstellung der aktuellen Informationen über den Betrieb der Kernkraftwerke in der Tschechischen Republik bewogen hat; wir können lediglich vermuten, dass dies mit der derzeitigen Abwesenheit des Vorsitzenden dieser Behörde zusammenhängt. Wir bitten Sie daher zumindest um die Bereitstellung eines telefonischen Kontakts zu einem erfahrenen Mitarbeiter von SÚJB, der – wie wir ihn von der ehemaligen Vorsitzenden des SÚJB kannten – jederzeit einen Überblick über den Zustand der einzelnen Kernreaktorblöcke in der Tschechischen Republik hat. Wir fordern die Wiederaufnahme einer unabhängigen Information über den Betrieb beider Kernkraftwerke durch die Behörde, die die nukleare Sicherheit überwacht und dazu bis Ende 2025 offen und täglich beigetragen hat.
/gr/




Fico erwartet im kommenden Jahr eine Einigung mit Westinghouse über ein neues Kernkraftwerk
ČTK
14. Januar 2026, oenergetice.cz

Bratislava, 14. Januar (ČTK) – Die Slowakei könnte im kommenden Jahr mit dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse eine Vereinbarung über den Bau eines neuen Kernkraftwerks in der Westslowakei erzielen. Dies geht aus der heutigen Erklärung des slowakischen Premierministers Robert Fico hervor. Bereits am Freitag plant Bratislava, mit den Vereinigten Staaten ein zwischenstaatliches Abkommen über die Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie zu unterzeichnen.

„Wenn wir dieses Abkommen am Freitag in Washington unterzeichnen, ist das die Voraussetzung dafür, dass die Regierung Gespräche mit dem Unternehmen Westinghouse aufnehmen kann. Ein realistischer Zeitplan für einen Vertrag zwischen der Slowakei und Westinghouse ist das kommend Jahr“, sagte Fico vor Journalisten.


Das Kabinett von Fico billigte auf seiner heutigen Sitzung den Entwurf eines Abkommens mit den USA zur Vereinfachung der Zusammenarbeit beim Projekt des Kernkraftwerks Jaslovské Bohunice sowie beim zivilen Nuklearprogramm in der Slowakei. Den Wortlaut des Vertrags veröffentlichte die Regierung nicht; ein Dokument mit nahezu identischem Titel hatte sie bereits im September vergangenen Jahres genehmigt.

Die slowakische Opposition hat wiederholt kritisiert, dass die Regierung von Fico einen Partner für den Bau der neuen Kernenergieanlage im staatlichen Eigentum nicht im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung auswählen will. Sie wies zudem darauf hin, dass Tschechien bei einem ähnlichen Projekt eine Ausschreibung durchgeführt habe. Zwei neue Kernkraftwerksblöcke in Dukovany wird das koreanische Unternehmen KHNP errichten.

Fico erklärte, dass nur die Vereinigten Staaten in der Lage seien, der Slowakei einen Reaktor mit einer geplanten Leistung von bis zu 1200 Megawatt zu liefern. Korea habe das slowakische Projekt aus Kapazitätsgründen abgelehnt, und Frankreich biete keinen Reaktor mit der von der Slowakei geforderten Leistung an.

Der slowakische Premierminister sagte, er würde beim Bau eines neuen Kernkraftwerks gerne mit Russland zusammenarbeiten, dessen Technologie in den bestehenden Atomkraftwerken der Slowakei eingesetzt wird. Zugleich bezeichnete Fico eine weitere Zusammenarbeit mit der russischen Seite im Bereich der Kernenergie als unmöglich, da „die Welt von Hass gegenüber der Russischen Föderation verrückt geworden ist“.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektrarne
/gr/

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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 16.1.2026:

Inhalt:
Temelín reduziert die Leistung des 2.Blocks. Grund dafür ist Austausch eines Lagers einer Zirkulationspumpe.
Temelín verzeichnete ein Rekordjahr.
ČEZ verhandelt mit der Slowakei über den Verkauf ihres Atomunternehmens.
Temelin: Aufgrund eines Lagerwechsels musste die Leistung reduziert werden.
Vor 25 Jahren hat er sich an der Inbetriebnahme von Temelin beteiligt, heute ist er der Temelin-Chef:
Gespräch mit dem neuen Temelin – Direktor Petr Mestan
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Temelín reduziert die Leistung des 2.Blocks. Grund dafür ist Austausch eines Lagers einer Zirkulationspumpe
CEZ.cz,
15.01.2026

Heute Abend wird das Kernkraftwerk Temelín die Leistung des zweiten Blocks reduzieren. Der Grund dafür ist der Austausch eines Lagers in einer Pumpe, die den Wasserkreislauf zwischen den Kühltürmen und den Kondensatoren sicherstellt. Die Energietexhniker haben die Arbeiten bewusst auf eine Phase milderen Winterwetters eingeplant, die auch mit einem geringeren Verbrauch im Übertragungsnetz verbunden ist.

„Es handelt sich um eine präventive Maßnahme, mit der wir eine mögliche ungeplante Abschaltung vermeiden wollen, etwa zu einem ungünstigeren Zeitpunkt. Aus unseren Diagnosesystemen wissen wir, dass das Lager nicht in Ordnung ist, und eine Verschlechterung seines Zustands kann nicht ausgeschlossen werden“, erklärte Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks.

Der Austausch des Lagers ist beim Betrieb mit voller Leistung nicht möglich. Bei reduzierter Leistung kann das Betriebspersonal eine der beiden Pumpen außer Betrieb nehmen, woraufhin die Techniker das Lager austauschen können.

Insgesamt soll der Block mehrere Tage mit verringerter Leistung betrieben werden. Das Erreichen der vollen Leistung hängt vom Verlauf der Arbeiten ab. Die Energietechniker gehen davon aus, dass dies im Laufe der kommenden Woche der Fall sein wird.

Marek Sviták,
Pressesprecher von ČEZ,
Kernkraftwerk Temelín
/gr/



Temelín verzeichnete ein Rekordjahr
16.01.2026 Sonderausgabe DNES (rot) Seite: 14

Die im vergangenen Jahr in Temelín produzierte Strommenge hätte für die Haushalte in Südböhmen für etwa 15 Jahre ausgereicht. Für das Kernkraftwerk Temelin handelt es sich um die höchste Jahresstromproduktion in 25 Betriebsjahren.

Das Kernkraftwerk Temelín produzierte im vergangenen Jahr 17,38 Millionen MWh Strom. Dies sind 900.000 MWh mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017.
Das historisch höchste Ergebnis ist vor allem auf verlängerte Brennstoffzyklen, einen sicheren und reibungslosen Betrieb sowie die kontinuierliche Modernisierung des Kernkraftwerkes zurückzuführen. Zusammen mit der Stromproduktion aus dem Kernkraftwerk Dukovany überschritt es erstmals die Marke von 32 TWh (32 Millionen MWh).

Die im vergangenen Jahr in Temelín produzierte Strommenge hätte für die Haushalte in Südböhmen für etwa 15 Jahre ausgereicht. Für das südböhmische Kraftwerk ist dies die höchste Jahresstromproduktion in den bisherigen 25 Betriebsjahren:
„Wir verlängern die Betriebszeiten zwischen den Block-Abschaltungen, steigern die Effizienz und modernisieren das Kraftwerk kontinuierlich. All dies bei gleichbleibend hohem Sicherheitsniveau. Unsere langfristige Strategie und unsere systematische Arbeit spiegelten sich im vergangenen Jahr auch im Produktionsergebnis wider“, sagte Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.
Die Stromproduktionsmenge des südböhmischen Kernkraftwerks in den kommenden Jahren wird direkt davon abhängen, ob es sich um ein Jahr mit einer oder zwei Block-Abschaltungen handelt. Anders als im letzten Jahr, als es nur eine Block-Abschaltung gab, erwaten Temelín dieses Jahr gleich zwei geplante Block-Stillstände.

Deshalb rechnen Energieexperten dieses Jahr mit einer geringeren Jahresstromproduktion. „Unsere Produktion wird in den kommenden Jahren von der Dauer und Abfolge der Block-Stillständen abhängen. Diese ermöglichen neben Brennstoffwechseln und umfangreichen Inspektionen auch Investitionen und die Instandhaltung der Anlagen. Aufgrund der Umstellung der Brennstoffzyklen stehen wir dieses Jahr vor mehr Block-Stillständen als im letzten Jahr, was sich natürlich auf die Stromproduktion auswirken wird. Daher wird die Produktion im Jahre 2026 niedriger ausfallen, aber bis zum Ende des Jahrzehnts streben wir eine durchschnittliche Jahresproduktion von über 32 TWh an“, ergänzt Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Leiter der Abteilung Kernenergie bei der Firma CEZ (Betreiber der tschechischen Kernkraftwerke).

Fünf der sechs Kernkraftwerksblöcke sind derzeit in Tschechien in Betrieb. Die langfristig geplante Abschaltung des ersten Blocks in Dukovany begann am 13. Dezember des letzten Jahres und soll im Februar dieses Jahres abgeschlossen sein. Der zweite Block in Temelín wird planmäßig im selben Monat (Februar) vom Übertragungsnetz getrennt.
/gr/



ČEZ verhandelt mit der Slowakei über den Verkauf ihres Atomunternehmens
16.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 10
Autor: Jan Brož

Energie:
Vertreter der slowakischen Regierung werden an diesem Freitag ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten über die Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie unterzeichnen. Die slowakische Regierung möchte im nächsten Jahr einen Vertrag mit dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse über den Bau eines neuen Blocks im Kernkraftwerk Jaslovské Bohunice abschließen.

Mit sechs Reaktoren zählt die Slowakei bereits zu den Ländern mit einem besonders leistungsstarken Kernenergiesektor. Dennoch strebt der slowakische Ministerpräsident Robert Fico seit Langem eine rein staatliche Kernenergieversorgung an. Die bestehenden Anlagen werden mehrheitlich von der EPH-Holding des tschechischen Milliardärs Daniel Křetínský kontrolliert. Diese Konstellation wirkt sich auch auf das tschechische halbstaatliche Unternehmen ČEZ aus.

Das tschechische Energieunternehmen ČEZ verhandelt derzeit mit dem slowakischen Staat über den Verkauf seiner Anteile an der Jadrová energetická spoločnosť Slovenska (JESS). JESS bereitet seit Jahren den Bau des neuen Reaktors in Bohunice vor und soll in Zusammenarbeit mit Westinghouse auch das neue Kernkraftwerk errichten. Der ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž bestätigte die laufenden Verkaufsverhandlungen. „Der Bau von Kernkraftwerken ist weltweit ohne die grundlegende Beteiligung des Staates nicht möglich. ČEZ ist sich dessen als Miteigentümer von JESS, dem das Grundstück gehört und das das Projekt bereits weit vorangebracht hat, einschließlich zahlreicher Genehmigungen, sehr wohl bewusst“, so Kříž. ČEZ hält über seine Tochtergesellschaft ČEZ Invest Slovensko 49 Prozent der Anteile an JESS. Die restlichen Anteile gehören der Jadrova a vyraďovace spoločnosť (JAVYS), die sich zu 100 Prozent im Besitz des slowakischen Staates befindet. JAVYS ist für die Stilllegung ausgedienter Kraftwerke und die Entsorgung radioaktiver Abfälle zuständig.

Im Jahresbericht 2024 bezifferte die Firma ČEZ Invest den Wert ihrer Beteiligung an JESS auf knapp drei Milliarden Kronen. Dies ist jedoch ein rein buchhalterischer Wert. Das Unternehmen hat Fortschritte bei den Genehmigungsverfahren erzielt, ČEZ hat Land an JESS übertragen, und der endgültige Preis dürfte höher ausfallen. Es ist unklar, wann die Verhandlungen abgeschlossen werden könnten, aber man kann davon ausgehen, dass sie bereits relativ gut vorangekommen sind. Das slowakische Wirtschaftsministerium unterzeichnete im Januar des letzten Jahres einen Vertrag mit Wood & Company zur Erstellung einer Analyse der Abwicklung der ČEZ-Beteiligung an JESS.

Anders als Tschechien, das das südkoreanische Unternehmen KHNP in einer Ausschreibung als Lieferanten der neuen Blöcke in Dukovany auswählte, möchte die Slowakei den Auftrag direkt an Westinghouse vergeben, ohne Auswahlsverfahren. Wie Tschechien hat jedoch auch die slowakische Seite kürzlich die Londoner Investmentbank Rothschild & Co. und ihren tschechischen Partner Corpin mit der wirtschaftlichen und finanziellen Beratung im Zusammenhang mit der Bauvorbereitung beauftragt.


Fico betont seit Langem, dass das neue Kernkraftwerk vollständig in Staatsbesitz sein soll. Zwei Blöcke in Jaslovské Bohunice und drei Blöcke im Kernkraftwerk Mochovce sowie ein weiterer kurz vor der Inbetriebnahme stehender Block werden von Slovenské elektrárne (SE) betrieben, wo der Staat nur ein Drittel der Anteile hält. Der Rest gehört der EPH-Holding von Daniel Křetínský. „Wir wollen in Jaslovské Bohunice ein neues Kernkraftwerk in rein staatlicher Hand bauen. In rein staatlicher Hand“, betonte der slowakische Ministerpräsident in einem Interview mit dem Fernsehsender ta3.

Laut einer Quelle von HN ist dies auch der Grund für den Verkauf der CEZ-Anteile an JESS. „ČEZ ist bereit, seine Anteile an JESS zu verkaufen. Sie wollen nur ESCO behalten“, sagte eine mit dem Stand der Verhandlungen vertraute HN-Quelle. Im Jahre 2024 übertrug die Muttergesellschaft ihre Aktivitäten im Bereich Energiedienstleistungen unter der Firma ESCO Slovensko an ČEZ Invest Slovensko. ČEZ besitzt diese Hälfte gemeinsam mit dem ebenfalls staatlichen Unternehmen Slovenský plynárenský priemysel (SPP).

JESS hat zudem mehrere Projekte im Laufe, die nicht mit Kernenergie zusammenhängen. Das Unternehmen ist in den Bereichen Photovoltaik und Wasserstoff tätig. Im vergangenen Jahr berichtete die Zeitung E15 über einen ambitionierten Plan zum Bau von Windparks mit einer Kapazität von 745 Megawatt. Der CEZ-Sprecher Kriz äußerte sich nicht dazu, ob diese Aktivitäten ebenfalls Teil der geplanten Transaktion sein würden.

jan.broz@hn.cz
/gr/



Temelin: Aufgrund eines Lagerwechsels musste die Leistung reduziert werden.
16.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Südböhmen – Seite 10
Autor: Jan Jakovljevič

TEMELÍN – 240 Investitionsprojekte für 3,8 Milliarden Kronen. Dies wird in diesem Jahr im Kernkraftwerk Temelín der Fall sein. Das Kraftwerk produziert schon seit über 25 Jahren Strom und erreichte im vergangenen Jahr mit 17,38 TWh eine Rekordproduktion.

Eine der Prioritäten in diesem Jahr ist die Fortsetzung der Modernisierung des Steuerungssystems. Der Prozess begann im Jahre 2022 und soll im Jahre 2029 abgeschlossen sein. Teile des Westinghouse-Systems werden bereits seit letztem Jahr von Block 1 genutzt, und Block 2 wird in diesem Jahr ebenfalls entsprechend umgerüstet.

„Die Umstellung erfolgt schrittweise während der Block-Stillstandszeiten. Seit letztem Jahr arbeiten die Operateure mit dem neuen System, das auch etwa ein Drittel der Anlagen in Block 1 steuert. Die Umstellung im Block 2 wird in sehr ähnlicher Weise durchgeführt“, erklärte der Temelin - Direktor Petr Měšťan.

Die Jahresstromproduktion des Kraftwerks wird in diesem Jahr auf rund 15 TWh sinken. Dazu werden zwei geplante, jeweils etwa zweimonatige Stillstände beitragen. Block 2 wird im Februar, Block 1 im Oktober abgeschaltet. Neben dem Brennstoffwechsel und damit verbundenen Arbeiten wird die Umstellung auf einen sechzehnmonatigen Brennstoffzyklus abgeschlossen.

„Der Betrieb zwischen den Abschaltungen wird ein halbes Jahr länger sein als bisher. Dies ist ein sehr wichtiger Schritt im Hinblick auf die Effizienz und den Betrieb des Kraftwerks. Selbstverständlich ging der Umstellung eine gründliche Sicherheitsbewertung voraus“, betonte Bohdan Zronek, Direktor der Abteilung Kernenergie bei ČEZ.

Seit Jahresbeginn hat Temelín jedoch auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Gestern gab Měšťan bekannt, dass das Lager der Umwälzpumpe ausgetauscht werden musste, welche die Wasserzirkulation zwischen den Kühltürmen und Kondensatoren gewährleistet.

Deshalb wurde die Leistung des zweiten Blocks um Mitternacht auf 40 Prozent reduziert. „Dies ist eine Präventivmaßnahme, mit der wir einen möglichen ungeplanten Stillstand, selbst zu einem ungünstigeren Zeitpunkt, vermeiden wollen. Unsere Diagnosesysteme zeigen, dass das Lager nicht in Ordnung ist und eine weitere Verschlechterung nicht ausgeschlossen werden kann“, sagte Měšťan.

Die Anlage wird nächste Woche wieder die volle Leistung erreichen. Temelín plant außerdem, im Herbst mit der Beladung des ersten Blocks mit neuem Brennstoff von Westinghouse zu beginnen. Darüber hinaus besteht ein Vertrag mit Framatome, deren erste Brennstoff-Lieferungen im nächsten Jahr erwartet werden. Derzeit werden die Genehmigungsverfahren abgeschlossen, da die Eigenschaften des Brennstoffs überprüft werden müssen, um die zu erwartenden Eigenschaften abzuschätzen.

Temelín plant außerdem, in diesem Jahr fast hundert neue KKW-Mitarbeiter einzustellen. Bewerber mit technischer Erfahrung oder Ausbildung haben besondere Chancen. Insgesamt sind 1.552 Personen im Kraftwerk beschäftigt.
/gr/



Vor 25 Jahren hat er sich an der Inbetriebnahme von Temelin beteiligt, heute ist er der Temelin-Chef:
Gespräch mit dem neuen Temelin – Direktor Petr Mestan
16.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 10
Autor: Jan Jakovljevič

Der 56-jährige Petr Měšťan ist seit Januar neuer Direktor des Kernkraftwerks. Die Kerkraft sei eine vielversprechende Energiequelle, sagt er.
Er war an der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Temelín beteiligt und ist nun dorthinals neuer Direktor zurückgekehrt. Der aus Budweis stammende Petr Měšťan übernahm die Leitung des Kraftwerks am 1. Januar dieses Jahres.

Er löste Jan Kruml in dieser Position ab, und dies ist der erste Wechsel in der Geschäftsführung seit September 2017. Kruml, der dienstälteste Direktor des Kernkraftwerks Temelín, wird jedoch weiterhin an wichtigen Kernenergieprojekten beteiligt sein.

Der 56-Jährige Petr Mestan hat seine gesamte berufliche Laufbahn der Kernenergie gewidmet. Schon als Kind begeisterte er sich für Technik, weshalb er in Budweis Maschinenbau studierte.

„Bei der Wahl der Universität interessierte ich mich für den Bereich Kernkraftwerksplanung an der Westböhmischen Universität in Pilsen. Nach dem Studium war es für mich dann selbstverständlich, nach Temelín zu gehen“, erklärt er und fügt hinzu, dass sein Karriereweg klar vorgezeichnet war.

-In welchem ​​Zustand haben Sie das Kernkraftwerk Temelín übernommen?

-Mestan: Ob im Bereich Sicherheit, Technik oder auch Optik – das Kraftwerk befindet sich in einem hervorragenden Zustand. Letztes Jahr haben wir zudem die höchste Produktion in den 25 Betriebsjahren erzielt, was ebenfalls ein großartiges Ergebnis ist. Wir verfügen über zuverlässige Sicherheitssysteme, verstärken die Sicherheitsmaßnahmen und optimieren den Betrieb. Unsere Hauptaufgabe bleibt die Investition in die Modernisierung und die Instandhaltung des Kraftwerks, um dessen guten Zustand zu erhalten.

-Sehen Sie Ihre Prioritäten also vor allem in der Fortführung der begonnenen Projekte?

-Genau. Wir müssen einige Projekte abschließen, beispielsweise die Verlängerung der Brennstoffkampagnen, was längere Betriebszeiten zwischen den einzelnen Abschaltungen bedeutet. Wir haben eine ganze Reihe von Modernisierungen geplant, darunter ein neues Steuerungssystem. Langfristig gesehen liegen mindestens Jahrzehnte Betrieb vor uns, daher müssen wir sicher und effizient produzieren, um eine stabile Energiequelle für die Tschechische Republik, ihre Bevölkerung und ihre Unternehmen zu sein. Sicherheit und stabiler Betrieb haben für uns oberste Priorität. Deshalb modernisieren, überprüfen und warten wir unsere Anlagen kontinuierlich.

-Laut einer Umfrage von Ipsos befürworten 77 Prozent der Tschechen die Kernenergie. Wie erklären Sie sich diese hohe Zahl?

-Ich denke, die Menschen sind sich bewusst, dass Kernenergie eine sichere und stabile Energiequelle ist. Dukovany ist seit 40 Jahren in Betrieb, Temelín feierte sein 25-jähriges Bestehen, und beide Anlagen arbeiten sehr sicher. Wir sind offen für jegliche Diskussionen und erstellen in Temelín zudem täglich einen Bericht über den Zustand des Kernkraftwerks, den wir nach Österreich senden. Meiner Meinung nach trägt all dies zu der hohen Zustimmung bei, die wir sehr schätzen.

-Gibt es immer noch negative Meinungen?

-Natürlich hat nicht jeder die gleiche Meinung zur Kernenergie, das ist menschlich, jeder hat seine eigene Sichtweise. Wir respektieren diese Unterschiede und es ist unsere Aufgabe, transparent zu sein und unsere Position sowie die Sicherheit des Kraftwerks zu erläutern. Das werden wir auch weiterhin tun.

-Gilt dies auch für die geplante Erweiterung des Kraftwerks?

-Ja. Meiner Meinung nach gehört die Kernenergie dieser Region und ist „unsere“, was bedeutet, dass die Erweiterung von Temelín überwiegend positiv aufgenommen wird. Wir führen Meinungsumfragen sowohl auf nationaler Ebene als auch in der unmittelbaren Umgebung durch. Als Sie erwähnten, dass die Kernenergie die Zustimmung von 77 Prozent der Bevölkerung genießt, erreichten wir hier in der Umgebung ähnliche Werte. Und wie ich bereits sagte: Wenn die Menschen an Informationen interessiert sind, möchten wir sie ihnen bereitstellen und mit ihnen darüber diskutieren.

-Temelín ist seit 25 Jahren in Betrieb. Waren Sie bei der Inbetriebnahme dabei? Wie erinnern Sie sich an diese Zeit?

-Ich erinnere mich gern daran. Die Inbetriebnahmephase eines Kraftwerks ist sehr anspruchsvoll, aber gleichzeitig auch interessant. Jeder, der dabei war, hat viel Erfahrung gesammelt. Ich persönlich konnte noch Bereiche erreichen, die damals noch ohne Brennstoff waren, die späteren Generationen von Bedienern (Operateuren) nicht zugänglich waren. Ich spreche beispielsweise vom Reaktor oder der Primärkreislaufausrüstung. Weitere Erfahrungen sammelte ich während der Inbetriebnahme selbst, als die Anlagen wieder in Betrieb genommen wurden. Es war eine hervorragende Zeit, die uns beruflich sehr vorangebracht hat.


-Sie kehren nach zehn Jahren hierher zurück. Was hat sich in dieser Zeit verändert?

-Das stimmt, ich habe die letzten zehn Jahre in Brünn gelebt, obwohl ich weiterhin in Temelín und Dukovany gearbeitet habe. Das Kraftwerk Temelín wurde seit seiner Inbetriebnahme optimiert. Es wurden Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Betrieb, Effizienz und sogar im Arbeitsablauf vorgenommen. Es befindet sich sowohl technisch als auch sicherheitstechnisch in einem sehr guten Zustand. Seit der Inbetriebnahme haben wir durch verschiedene Anpassungen 210 Megawatt Leistung hinzugefügt, ohne Land zu erwerben oder neue Gebäude zu errichten. Es ging darum, die bestehende Technologie besser zu nutzen.

-Sie haben zuvor auch in Dukovany gearbeitet. Worin bestehen die Unterschiede zwischen diesen beiden Kraftwerken?

-Es gibt einige Unterschiede. Das Steuerungsprinzip ist ähnlich, die physikalischen Grundlagen sind dieselben. Bei der Inbetriebnahme von Temelín war die Praxis, dass neue Bediener / Operateure eines neuen Blocks ein bereits in Betrieb befindliches Kraftwerk durchlaufen müssen, in diesem Fall Dukovany. Wir haben die gesamte Vorbereitung dort abgeschlossen und in Dukovany habe ich Wissen, Erfahrung und Gewohnheiten erworben, die ich später in Temelín angewendet habe. Die Vorgehensweise ist etwas anders. Ich würde es mit der Formel 1 vergleichen, wenn ein Fahrer zu einem anderen Team wechselt und ein anderes Auto bekommt, aber die Prinzipien bleiben dieselben.

-Sie haben als Operator angefangen und waren vor Ihrer Ernennung zum Direktor für die Sicherheit von Kernkraftwerken verantwortlich. Wie wird sich Ihre neue Rolle von Ihrer bisherigen unterscheiden?

-Sie wird definitiv anders sein. Ich persönlich sehe es als einen Wechsel, da ich viele verschiedene Positionen durchlief und dadurch einen guten Überblick über Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Technologie und Prozesse habe. Der Wechsel zum Direktor des Kraftwerks ist etwas einfacher. Wenn diese Position von jemandem ohne detaillierte Kenntnisse besetzt würde, wäre es sehr schwierig. Es bedeutet mehr Verantwortung für mich, aber ich kehre nach Temelín zurück, das ist „mein“ Kraftwerk.

-Wir haben bereits über Sicherheit gesprochen. Wie würden Sie diejenigen beruhigen, die Angst vor einem Atomunfall haben?

-Angst ist ein grundlegendes menschliches Gefühl. Es hängt auch mit gewissen Risiken zusammen, die praktisch jede Tätigkeit birgt. Ob man ein Kernkraftwerk betreibt, Auto fährt oder ein Flugzeug fliegt – unsere Aufgabe ist es, diese Risiken zu minimieren. Wir versuchen, auf alle denkbaren Szenarien vorbereitet zu sein und verfügen über hochentwickelte Sicherheitssysteme. In den letzten Jahren haben wir die Sicherheit weiter verstärkt, beispielsweise durch den Bau zusätzlicher Systeme zur Reaktorkühlung. Wir investieren jährlich Milliarden von Kronen in Modernisierung und Sicherheit, nehmen nichts auf die leichte Schulter und verfügen über bestens ausgebildetes Personal.

-Auf welche unwahrscheinlichen Szenarien bereiten Sie sich vor?

-Ein Station Blackout wäre beispielsweise sehr unangenehm, da das Übertragungsnetz zusammenbrechen und das Kraftwerk auch seine eigene Notstromversorgung verlieren würde. In der Vergangenheit haben wir daher stark in unabhängige Systeme investiert, die die Sicherheitssysteme mit Strom versorgen und den Reaktor auch in solchen Situationen kühlen. Wir bereiten uns aber wirklich auf alles vor, schulen unsere Mitarbeiter und verfügen über einen Simulator, in dem selbst unwahrscheinliche Ereignisse und ein Notfallreaktionssystem geübt werden. Sicherheit ist für uns ein absolut zentraler Wert, den wir in keiner Weise vernachlässigen.

-Unterstützen moderne Technologien auch die Steuerung von Temelín?

-Wir nutzen moderne Technologien, die fester Bestandteil unserer Betriebsabläufe sind. Künstliche Intelligenz (KI) setzen wir insbesondere zur Optimierung des Betriebs ein, da sie große Mengen an Betriebs- und Wetterdaten verarbeiten kann. Auf dieser Grundlage passt das Betriebspersonal beispielsweise die Drehzahl der Schaufeln unserer größten Pumpen an und reduziert so den eigenen Stromverbrauch. Wir ruhen uns aber nicht darauf aus und bereiten uns darauf vor, KI auch für die Verarbeitung weiterer Daten, Vorschriften und Dokumentationen einzusetzen.

-Abgebrannte Brennelemente werden häufig im Zusammenhang mit Kernenergie thematisiert. Wie gehen Sie aktuell mit diesem Thema um?

-Wir betrachten unsere Brennelemente nicht als Abfall, sondern als Rohstoff, da nur wenige Prozent davon wirklich verwendet sind. Technologien zur Wiederaufbereitung von Brennelementen existieren bereits und werden beispielsweise in Frankreich oder England eingesetzt. Für uns ist dies jedoch noch zu teuer, daher lassen wir die Brennelemente neu herstellen. Wir lagern die abgebrannten Brennelemente in speziellen Behältern in unserem Kraftwerk und warten auf ein Endlager. Bis dahin liegt es in unserer Verantwortung, uns darum zu kümmern.

-Sie erwähnten die Endlagerung. Wie wichtig ist es, dass in der Nähe von Temelín ein Endlager errichtet wird?

-Für den erwarteten Langzeitbetrieb muss dieses Endlager gebaut werden. Allerdings ist der Staat für das Endlager verantwortlich und wird dessen Standort und Zeitpunkt festlegen. Bis dahin kümmern wir uns um den Brennstoff.

-Wir dürfen den hier zu errichtenden modularen Reaktor nicht unerwähnt lassen. Welchen Nutzen wird er bringen?
-Zunächst möchte ich betonen, dass der Bereich der modularen Reaktoren nicht in meinen Zuständigkeitsbereich fällt. Betrachtet man das Thema allgemein, so ist klar, dass die Kernenergie unter großem Druck steht, effizienter und flexibler zu werden und die Bauzeit zu verkürzen. Diese Anforderungen müssen modulare Reaktoren erfüllen. Gleichzeitig liegt der Fokus auf Vorhersagbarkeit, Risikomanagement und der Vereinheitlichung dieser Anlagen. In der Praxis bedeutet dies den Einsatz bewährter Technologien, die Zuverlässigkeit und Standardisierung gewährleisten. Und natürlich wird die Sicherheit immer oberste Priorität haben.

-Wird der modulare Reaktor an ein Kernkraftwerk angeschlossen?

-Es wird eher eine separate Einheit sein, die in der Nähe des bestehenden Standorts in Richtung České Budějovice /Budweis errichtet wird. Natürlich wird es Bereiche geben, in denen wir zusammenarbeiten oder bestimmte Elemente gemeinsam nutzen werden, wie z. B. Energiequellen oder Transportkapazitäten. Meiner Meinung nach gehört die Kernenergie in diese Region, weshalb die Erweiterung von Temelín größtenteils positiv aufgenommen wird.
/gr/



--
Mgr. Gabriela Reitingerova
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Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von Zeitungsartikeln vom 19.1.2026:

Inhalt:
Schritte zur Verstaatlichung von ČEZ werden noch in diesem Jahr beginnen, kündigte Havlíček an.
Havlíček: Die Regierung wird Schritte zur Verstaatlichung von ČEZ einleiten.
Die Slowakei wird bei der Finanzierung des neuen Kernkraftblocks mit Rothschild & Co zusammenarbeiten.
USA und die Slowakei unterzeichnen Abkommen über Zusammenarbeit in der Kernenergie.
Die Ukraine hat keine einzige voll funktionsfähige Kraftwerksanlage mehr.
Die Region Südmähren wird Gemeinden und Städte in der Umgebung von Dukovany mit 25 Millionen Kronen unterstützen.
Vier Milliarden werden dieses Jahr in das Kernkraftwerk Dukovany fließen.
Neue Studie: Die Abschaltung der Tykač-Kraftwerke würde weder zu einem Strommangel noch zum Beeinflussen der Strompreise führen.

......

Schritte zur Verstaatlichung von ČEZ werden noch in diesem Jahr beginnen, kündigte Havlíček an

ČTK
18. Januar 2026 · E15

Die Regierung wird in diesem Jahr mit vorbereitenden Schritten zum Aufkauf der Anteile der Minderheitsaktionäre von ČEZ und zur vollständigen Verstaatlichung beginnen.
Der gesamte Prozess soll etwa 18–24 Monate dauern. Der Hauptteil wird erst auf die kommenden Jahren fallen.
Konkrete Schritte sowie den Preis veröffentlichte der Staat nicht. Gerechnet wird auch mit Änderungen im Aufsichtsrat von ČEZ.

Die Regierung wird in diesem Jahr vorbereitende Schritte zum Aufkauf der Aktien der Minderheitsinhaber des Energieunternehmens ČEZ und zur Verstaatlichung dieses Unternehmens starten. Der gesamte Prozess wird eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Das sagte der tschechische Industrieminister Karel Havlíček (ANO) am Sonntag im Tschechischen Fernsehen (ČT). Welche Schritte die Regierung plant, präzisierte Havlíček nicht, da es sich um Informationen handelt, die den Aktienkurs an der Börse beeinflussen könnten.

Der Staat hält über das Finanzministerium rund 70 Prozent der Aktien von ČEZ, der Rest gehört Minderheitsaktionären. Durch den Aufkauf der Anteile der Minderheitsaktionäre würde der Staat zum hundertprozentigen Eigentümer. Die derzeitige Regierung, gebildet aus den Parteien ANO, SPD und den Motoristen, führt in ihrer Regierungserklärung an, dass sie Schritte zur Erlangung der hundertprozentigen Kontrolle über die Erzeugung in der ČEZ-Gruppe unternehmen wird.

„Wir werden das nicht aufschieben, wir haben ein bestimmtes vorbereitetes Szenario, wie wir vorgehen werden“, sagte Havlíček. Der Prozess werde seinen Angaben zufolge in den kommenden Monaten gestartet. „Es ist ein Prozess für eineinhalb bis zwei Jahre. Die Hauptarbeit wird sich nicht im Jahr 2026 abspielen, aber das bedeutet nicht, dass keine konkreten vorbereitenden Schritte begonnen werden“, ergänzte er.

Über konkrete Schritte werde die Regierung laut Havlíček später informieren. Details wolle sie nicht veröffentlichen, weil solche Informationen den Aktienkurs an der Börse beeinflussen und zu Spekulationen führen könnten.

Auf die Frage, welche Kosten die Verstaatlichung verursachen werde und ob sie sich um die zuvor genannten 250 Milliarden Kronen bewegen, sagte der Minister, dass sich der Gesamtpreis vom Aktienkurs zu diesem Zeitpunkt ableiten werde. „Wir haben ein Modell vorbereitet, das weder den Staatshaushalt noch die Gesellschaft ČEZ in irgendeiner wesentlichen Weise belasten wird“, erklärte er.

Havlíček sagte zudem, dass die Regierung mit einem Austausch von Mitgliedern des Aufsichtsrats von ČEZ rechne. Er präzisierte nicht, wer ausscheiden oder wen die Regierung im Rat haben möchte.

Quelle: https://www.e15.cz/byznys/prumysl-a-ene ... ek-1430219
/gr/



Havlíček: Die Regierung wird Schritte zur Verstaatlichung von ČEZ einleiten
19.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny ČTK
Rubrik: Kurzmeldungen - Seite: 2

Die Regierung wird in diesem Jahr vorbereitende Schritte zum Aufkauf der Aktien der Minderheitsaktionäre des Energieunternehmens ČEZ und zur Verstaatlichung dieser Firma einleiten. Der gesamte Prozess wird anderthalb bis zwei Jahre dauern. Das sagte der tschechische Industrieminister Karel Havlíček (ANO) am Sonntag im Tschechischen Fernsehen (ČT). Welche konkreten Schritte die Regierung plant, präzisierte Havlíček nicht, da es sich um Informationen handelt, die den Aktienkurs an der Börse beeinflussen könnten.

Der Staat hält über das Finanzministerium rund 70 Prozent der Aktien von ČEZ, der Rest befindet sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Durch den Aufkauf der Anteile der Minderheitsaktionäre würde der Staat zum hundertprozentigen Eigentümer werden. Die derzeitige Regierung, gebildet aus den Parteien ANO, SPD und den Motoristen, erklärt in ihrem Regierungsprogramm, dass sie Schritte zur Erlangung einer vollständigen Kontrolle über die Stromerzeugung innerhalb der ČEZ-Gruppe unternehmen wird.

„Wir werden das nicht aufschieben, wir haben ein bestimmtes vorbereitetes Szenario, wie wir weiter vorgehen werden“, sagte Havlíček. Der Prozess werde seiner Aussage nach in den kommenden Monaten gestartet. „Es ist ein Prozess für anderthalb bis zwei Jahre. Die Hauptarbeit wird nicht im Jahr 2026 stattfinden, aber das bedeutet nicht, dass keine konkreten vorbereitenden Schritte eingeleitet werden“, ergänzte er.

Über die konkreten Maßnahmen werde die Regierung laut Havlíček später informieren. Details wolle man deshalb jetzt noch nicht veröffentlichen, weil solche Informationen den Aktienkurs an der Börse beeinflussen und zu Spekulationen führen könnten.

Auf die Frage, welche Kosten die Verstaatlichung verursachen werde und ob sie sich um die zuvor genannten 250 Milliarden Kronen bewegen könnten, sagte der Minister, dass sich der Gesamtpreis vom aktuellen Aktienkurs ableiten werde. „Wir haben ein Modell vorbereitet, das weder den Staatshaushalt noch das Unternehmen ČEZ in erheblichem Maße belasten wird“, erklärte er.

Havlíček sagte außerdem, dass die Regierung mit einem Austausch von Mitgliedern des Aufsichtsrats von ČEZ rechne. Er präzisierte nicht, wer ausscheiden solle oder wen die Regierung in den Aufsichtsrat entsenden möchte.
/gr/




Die Slowakei wird bei der Finanzierung des neuen Kernkraftblocks mit Rothschild & Co zusammenarbeiten
Autor: Jiří Puchnar
14. Januar 2026, oenergetice.cz

Die Slowakische Republik hat auf Grundlage eines Auswahlverfahrens das Unternehmen Rothschild & Co als Finanzberater für das geplante Projekt einer neuen Kernenergieanlage ausgewählt.
Das Beratungsunternehmen soll insbesondere bei der Vorbereitung und Verteidigung der Finanzstruktur des Projekts in den Verfahren zur Prüfung staatlicher Beihilfen in der Europäischen Union helfen.


Die slowakische Regierung hat im Mai 2024 offiziell die Absicht zum Bau eines neuen Kernkraftwerksblocks mit einer Leistung von rund 1200 MWe in der Nähe des bestehenden Kernkraftwerks Jaslovské Bohunice genehmigt. Im September 2025 billigten die Minister anschließend den Wortlaut des Entwurfs eines zwischenstaatlichen Abkommens mit den Vereinigten Staaten „über den Bau eines neuen Kernkraftblocks…“, der sich in staatlichem Eigentum befinden und eine installierte Leistung von mindestens 1000 MW haben soll.

JAVYS: Die Finanzierung wird die Gesamtkosten des Projekts maßgeblich beeinflussen...

Das staatliche Unternehmen JAVYS erklärte, es handele sich um ein Projekt mit einer erwarteten Investition in Höhe mehrerer Milliarden Euro, mit einer langen Bauzeit und einer Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Nach Angaben von JAVYS werden die Finanzierungsbedingungen einen entscheidenden Einfluss auf die Gesamtkosten des Prijekts haben, weshalb die Projektvorbereitung in eine weitere Phase eintritt, deren Ziel es ist, ein „optimales und langfristig nachhaltiges Finanzierungsmodell“ festzulegen.


Nach Angaben von JAVYS meldeten sich drei Bewerber für das Auswahlverfahren. Der Vertragswert beträgt 13,9 Millionen EUR (rund 338,3 Mrd. CZK) ohne MwSt.

Rothschild & Co soll dem Staat insbesondere fachliche Unterstützung leisten:

-bei der Vorbereitung und Verteidigung der Projektfinanzierung sowie bei der Prüfung staatlicher Beihilfen in der EU,
-bei der Nutzung bewährter Verfahren aus großen Kernenergieprojekten,
-bei der Vorbereitung des Projekts auf einen reibungslosen Übergang in die Finanzierungs- und Bauphase.

Erfahrungen des Beraters und Nutzen für die Verhandlungen mit der Europäischen Kommission ....

Nach Angaben von JAVYS verfügt Rothschild & Co über Erfahrungen mit der Vorbereitung vergleichbarer Projekte, unter anderem aus dem britischen Projekt Sizewell C sowie aus der Beratungsunterstützung für die geplante Fertigstellung neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany.


JAVYS betonte zugleich, dass die Partnerschaft die Position des Staates in den Verhandlungen mit der Europäischen Kommission sowie mit inländischen und internationalen Finanzpartnern stärken soll. Der erwartete Nutzen liegt in höherer Transparenz, einer verständlicheren Struktur und größerer Vorhersehbarkeit der langfristigen Kosten, einschließlich der Festlegung einer verantwortungsvollen Risikoteilung.

Der slowakische Kernenergiemix...

Die Slowakei betreibt derzeit fünf Kernreaktoren – drei am Standort Mochovce und zwei in Jaslovské Bohunice –, die zusammen etwa die Hälfte der inländischen Stromproduktion abdecken. Der vierte Reaktorblock im Kernkraftwerk Mochovce befindet sich derzeit in der Phase der Heißtests vor der ersten Inbetriebnahme. Beide Kraftwerke werden vom Unternehmen Slovenské elektrárne (SE) betrieben.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... hschild-co
/gr/





USA und die Slowakei unterzeichnen Abkommen über Zusammenarbeit in der Kernenergie
ČTK
17. Januar 2026, oenergetice.cz

Die Vereinigten Staaten und die Slowakei haben ein zwischenstaatliches Abkommen über die Zusammenarbeit im Bereich der zivilen Kernenergie unterzeichnet. Darüber informierte die Nachrichtenagentur Reuters. Die feierliche Unterzeichnung im Gebäude des Energieministeriums in Washington folgte auf ein Arbeitstreffen des slowakischen Premierministers Robert Fico mit dem US-Energieminister Chris Wright. Ein Bestandteil des Abkommens ist der Bau eines Kernkraftwerksblocks mit einer Leistung von 1.200 Megawatt nach amerikanischem Entwurf im Kernkraftwerk Jaslovské Bohunice.

„Das heutige Abkommen über die zivile Kernenergie spiegelt unser gemeinsames Engagement wider, die europäische Energiesicherheit und Souveränität für die kommenden Jahrzehnte zu stärken“, sagte Wright.
Fico erklärte, das Abkommen sei „ein klares Signal dafür, dass die Slowakei und die USA ein gemeinsames strategisches Denken über die Zukunft der Energieversorgung verbindet – über ihre Sicherheit, Nachhaltigkeit und technologische Reife“.

Auf dem Programm von Fico steht außerdem eine Verhandlung mit dem Unternehmen Westinghouse, das für den Bau des neuen Blocks verantwortlich sein soll. Aus früheren Äußerungen Ficos ging hervor, dass Bratislava den Vertrag mit Westinghouse im kommenden Jahr unterzeichnen könnte.

Die slowakische Opposition kritisierte, dass die Regierung von Fico keinen öffentlichen Wettbewerb zur Auswahl des Partners für den Bau der neuen slowakischen Kernenergiequelle durchführen wolle. Sie verwies auch darauf, dass Tschechien bei einem ähnlichen Projekt eine Ausschreibung gemacht habe. Zwei neue Kernkraftwerksblöcke in Dukovany wird das koreanische Unternehmen KHNP bauen.

Kernkraftwerke haben in der Slowakei bereits jetzt den größten Anteil von allen Energiequellen an der Stromerzeugung. Das Land ist bei der Stronproduktion  nach dem Rückgang des Stromverbrauchs und der Inbetriebnahme des dritten Blocks des Kernkraftwerks Mochovce im Jahr 2023 energieautark. Das Kraftwerk in Mochovce, wo in diesem Jahr die Inbetriebnahme des vierten Blocks erwartet wird, sowie das Kernkraftwerk in Jaslovské Bohunice werden vom Unternehmen Slovenské elektrárne (SE) betrieben. An diesem größten Stromerzeuger des Landes hält die Gruppe Energetický a průmyslový holding (EPH) des tschechischen Unternehmers Daniel Křetínský 66 Prozent der Anteile, den restlichen Anteil an SE besitzt die slowakische Regierung.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... energetice
/gr/



Die Ukraine hat keine einzige voll funktionsfähige Kraftwerksanlage mehr
17.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES ČTK
Rubrik: Aus der Welt

Krieg in der Ukraine
Die Ukraine verfügt infolge russischer Angriffe bereits über kein einziges voll funktionsfähiges Kraftwerk mehr. Das teilte der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal mit. Die Ukraine ist nicht in der Lage, mehr als ein Drittel ihres Energiebedarfs zu decken. Aufgrund der Energiekrise will das Land mehr Strom importieren und bereitet angesichts der angespannten Lage Online-Gespräche mit Verbündeten vor.
/gr/



Die Region Südmähren wird Gemeinden und Städte in der Umgebung von Dukovany mit 25 Millionen Kronen unterstützen
19.01.2026 Wochenzeitung Náš region Jižní Morava / Unsere Region Südmähren
Rubrik: Titelseite - Seite: 1

Die Region Südmähren hat zwei Förderprogramme vorbereitet, um Gemeinden und Städte in der Umgebung von Dukovany bei der Bewältigung des erhöhten Bauverkehrs und weiterer Auswirkungen des Baus eines neuen Blocks des Kernkraftwerks zu unterstützen. Insgesamt stellt sie dafür 25 Millionen Kronen bereit. Die Gemeinden und Städte können von Februar bis Juni Förderanträge stellen, teilte das Kreisamt mit.

In Gemeinden in fünf Verwaltungsbezirken ist mit einer Zunahme des Bauverkehrs zu rechnen. Betroffen sind die Gebiete um Ivančice, Moravský Krumlov, Znojmo, Pohořelice und Rosice. Das erste Förderprogramm verfügt über fünf Millionen Kronen. „Sein Hauptziel ist es, die Sicherheit von Fußgängern in Gemeinden zu erhöhen, durch die Lastwagen mit Baumaterial fahren werden. Die Förderung hilft beim Bau neuer Gehwege und bei der Reparatur bestehender, trägt zu sichereren Rampen und Geländern, zur Umgestaltung von Bushaltestellen oder zu besserer Verkehrskennzeichnung bei. Außerdem unterstützt sie die Projekt­dokumentation für Wohngebäude“, erklärte der stellvertretende Landeshauptmann Marek Sovka.

Das zweite Förderprogramm mit einem Volumen von 20 Millionen Kronen konzentriert sich auf die Unterstützung von Wohnen und Unternehmertum in ausgewählten entwicklungsbenachteiligten Gebieten der Region. Die Gemeinden können Mittel für die Vorbereitung und den Bau grundlegender Infrastruktur einschließlich technischer Netze beantragen.

„Wir wollen, dass die betroffenen Gebiete nicht nur den Baubelastungen standhalten, sondern sich gleichzeitig weiterentwickeln können. Das Programm hilft ihnen bei der Finanzierung von Zufahrtsstraßen, dem Abriss alter Objekte sowie beim Kauf, der Sanierung und Instandsetzung von Gebäuden, die für Wohnzwecke bestimmt sind. Unterstützt werden auch kombinierte Projekte, die Wohnen und Unternehmertum miteinander verbinden“, ergänzte Sovka.

Das staatliche Unternehmen Elektrárna Dukovany II (EDU II) schloss im vergangenen Jahr einen Vertrag mit dem koreanischen Unternehmen KHNP über den Bau von zwei Kernkraftwerksblöcken in Dukovany ab. Der erste Block soll im Jahr 2036 fertiggestellt werden. Der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke dürfte das größte Projekt in Tschechien sein. Die Kosten belaufen sich bei der derzeit bevorzugten Errichtung von zwei Reaktoren in Dukovany zu aktuellen Preisen auf 407 Milliarden Kronen.
/gr/



Vier Milliarden werden dieses Jahr in das Kernkraftwerk Dukovany fließen
16.01.2026 Tageszeitung Jihlavské listy ČTK
Rubrik: Aktuelles - Seite: 4

DUKOVANY – Im Kernkraftwerk Dukovany wird das Unternehmen ČEZ in diesem Jahr 4,4 Milliarden Kronen in die Erneuerung und Modernisierung der Anlagen investieren, das sind 200 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Geplant sind mehrere Investitionsprojekte.
Die vier Dukovany-Blöcke sollen insgesamt mindestens 60 Jahre betrieben werden. Der erste Dukovany-Block ist derzeit wegen den Revisionsarbeiten und des Kernbrennstoffwechsels planmäßig außer Betrieb, die restlichen drei Blöcke in Dukovany arbeiten mit vollen Leistung.
/gr/


Neue Studie: Die Abschaltung der Tykač-Kraftwerke würde weder zu einem Strommangel noch zum Beeinflussen der Strompreise führen
19.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 3
Autor: Jan Brož

Energiewirtschaft:
Mit dem fortschreitenden Januar rückt der Termin näher, zu dem der Übertragungsnetzbetreiber ČEPS ein Urteil über das weitere Schicksal der Kohlekraftwerke Počerady und Chvaletice sowie des Heizkraftwerks in Kladno fällen muss, die zur Sev.en-Gruppe des Milliardärs Pavel Tykač gehören. In die zuletzt zugespitzte Debatte, in der es letztlich um Milliarden Kronen pro Jahr geht, hat nun auch der Thinktank Fakta o klimatu (Klimafakten) eingegriffen, der seine Modelle auf präzise Datenanalysen stützt.

In der neuesten Studie untersuchten die Autoren Stunde für Stunde über den Verlauf eines ganzen Jahres hinweg, unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und im gesamteuropäischen Kontext, was das Ende der drei fossilen Quellen für die heimische Energiewirtschaft bedeuten würde. „Ganz einfach gesagt: Diese beiden Kraftwerke werden aus Sicht der Versorgungsangemessenheit nicht benötigt“, fasst Autor Jan Krčál die Ergebnisse der Studie zusammen. Auch der Einfluss auf den Strompreis wäre völlig vernachlässigbar und nicht vergleichbar mit den Kosten, die entstehen würden, wenn der Staat den Betrieb dieser verlustreicher Kohlekraftwerke subventionieren müsste. Krčál betont jedoch zugleich einen wichtigen disclaimer: Auf eine zentrale Frage gebe die Analyse keine Antwort.
Die Studie arbeitete mit drei plus einem Szenario: Wie sich die Energiewirtschaft entwickeln würde, wenn alle Kohlekraftwerke weiterbetrieben würden; wenn die Kraftwerke der Sev.en-Gruppe ihre Stromerzeugung einstellten; und drittens analysiert sie auch eine Situation, in der zusätzlich auch die Kohleenergiefirma Sokolovská uhelná ihre Stromproduktion beendet. Diese weist zwar ähnlich wie Sev.en darauf hin, dass das Verbrennen von Kohle bei den derzeitigen Preisen für Emissionszertifikate wirtschaftlich nicht mehr rentabel ist, hat im Gegensatz zur Tykač-Gruppe jedoch eine Abschaltung ihrer Kohleanlagen noch nicht offiziell angekündigt. Im zweiten Szenario würde die derzeitige Kohleleistung von 7,2 Gigawatt auf 4,9 sinken, im dritten sogar auf 4,4 Gigawatt.

Die Stromerzeugung aus Kohle wird ohnehin sinken...
Aus allen drei analysierten Szenarien ergibt sich, dass die jährliche Stromerzeugung aus Kohle in etwa gleich stark zurückgehen würde. Die Analyse ging von einem Preis für Emissionszertifikate von 90 Euro pro Tonne CO₂ aus, was in etwa dem aktuellen Marktpreis entspricht. Einen so hohen Preis für Zertifikate zu zahlen, würde für Kohlekraftwerke jedoch nur an wenigen Tagen im Jahr Sinn ergeben – dann, wenn Wind- und Solarkraftwerke nicht produzieren und die Strompreise extrem hoch sind, typischerweise in den Wintermonaten. Im restlichen Jahr würden Počerady, Chvaletice beziehungsweise Tisová von der Sokolovská uhelná ohnehin stillstehen, da die Stromerzeugung aus Gas günstiger wäre.

Unter allen Umständen kommt es somit zu einem Anstieg der Stromerzeugung aus Gaskraftwerken sowie zu höheren Stromimporten. Tschechien wird bis zu 16,3 Prozent seines Stromverbrauchs importieren müssen und sich rasch von einem Export- zu einem Importland wandeln. Im vernetzten Europa sollte dies jedoch kein Problem darstellen, da einige Länder weiterhin über robuste Kapazitäten und die Fähigkeit zum Stromexport verfügen. „Der Strom wird vor allem aus Frankreich, Schweden und dem Vereinigten Königreich fließen. Diese Länder haben freie Kapazitäten in Kernenergie, Wind oder Gas“, sagt Krčál.

Ausreichend Strom sollte auch während der sogenannten Dunkelflaute verfügbar sein, also bei bewölktem, windstillem Wetter, wenn erneuerbare Quellen kaum Strom produzieren. Allerdings können in solchen Phasen die Strompreise auf extreme Werte steigen. So kostete am Abend des 8. Januar eine Megawattstunde am Spotmarkt mit viertelstündlicher Abrechnung 290 Euro, während sie am langfristigen Markt für 140 Euro gehandelt wurde.

Im Jahresdurchschnitt sollten sich solche Extremwerte laut Fakta o klimatu / Klmafakten jedoch leicht ausgleichen. Wenn die Sev.en- Kohleenergieanlagen stillgelegt werden, steigt der Strompreis im Durchschnitt lediglich um 0,2 Euro, bei einer Abschaltung der Kohlekraftwerke der Firma Sokolovská uhelná um 2,1 Euro. Ein gegebenenfalls subventionierter Betrieb von Počerady und Chvaletice würde hingegen laut Pavel Tykač bis zu sechs Milliarden Kronen pro Jahr erfordern. Fakta o klimatu /Klimafakten rechnete nur mit der Hälfte dieses Betrags und berücksichtigte zudem die sozialen Kosten für Arbeitslosenunterstützung entlassener Mitarbeiter sowie Ausfälle bei Steuern und Sozialabgaben. Diese Kosten stünden jedoch in keinem Verhältnis zur relativ geringfügigen Verteuerung des Stroms.

Die Analyse enthält auch ein kritisches Szenario, das von einer ganzjährigen Abschaltung eines Blocks im Kernkraftwerk Temelín ausgeht. Selbst in diesem Fall drohe kein Strommangel, der Einfluss auf den Preis wäre jedoch bereits erheblich.
Die Schlussfolgerungen stehen dabei in einem scheinbaren Widerspruch zur kürzlich veröffentlichten Bewertung der Versorgungsangemessenheit ERAA 2025 des Verbands der Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E. Diese warnt vor einem deutlichen Rückgang der Kohleleistung in Tschechien und einem damit verbundenen Anstieg der Stunden, in denen ein Strommangel drohen könnte.

Wie Krčál jedoch betont, stützte sich Fakta o klimatu / Klimafakten zwar auf ERAA 2025, wählte jedoch einen anderen Ansatz. Während ENTSO-E alle Kraftwerke berücksichtigte, denen aufgrund mangelnder Rentabilität in den kommenden Jahren eine Stilllegung drohen könnte, konzentrierte sich Fakta o klimatu /Klimafakten auf die aktuelle Debatte rund um Sev.en. ERAA 2025 geht daher nur von 2,3 Gigawatt Kohleleistung aus, während Fakta o klimatu / Klimafakten mindestens 4,4 Gigawatt ansetzt. In einem solchen Fall liege der theoretische Wert einer Nichtbelieferung laut Krčál bei null.

Wen lohnt es sich zu subventionieren?
Zugleich ist dies ein starkes Argument für Betreiber von Anlagen, die Kohle erst nach Sev.en, eventuell nach der Sokolovská uhelná abschalten würden – also für ČEZ. In diesem Fall müsste der Staat vermutlich eingreifen und die unrentable Erzeugung aus Gründen der Versorgungssicherheit unterstützen.
Die aktuelle Studie weist jedoch eine große Schwäche auf, auf die Krčál ausdrücklich hinweist. Sie konzentriert sich ausschließlich auf die Versorgungsangemessenheit und auf den Preis, vernachlässigt jedoch die Rolle beider Sev.en-Quellen bei der Stabilisierung des Übertragungsnetzes – den zweiten zentralen Aspekt, den ČEPS bewerten muss. „Nichtfrequenzgebundene Systemdienstleistungen wie der Schwarzstart lassen sich von uns nicht beurteilen, dafür braucht man ein detailliertes Netzmodell. Es ist möglich, dass ČEPS zu dem Schluss kommt, dass etwa Chvaletice für diese Dienste notwendig ist“, ergänzt Krčál.
jan.broz@hn.cz
/gr/


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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechie zum Thema Energie vom 20.1.2026:

Inhalt:
Gymnasium in Moravsky Krumlov eröffnet Angewandte Informatik – Schtudenten werden mit der Praxis und dem KKW Dukovany vernetzt.
Millionen Kronen zur Unterstützung der Gemeinden in der Umgebung von Dukovany vom Kreis Südmähren.
Winterbetrieb im Kernkraftwerk.
Neues Seniorenheim bei Dukovany.
Verstärkte Busverbindung zwischen Moravsky Krumlov und dem Atomkraftwerk Dukovany.
Verstaatlichung als Schreckgespenst: Warum die Aktien von ČEZ stark gefallen sind.
Die Regierung treibt den Plan zur Verstaatlichung von ČEZ zügig voran. Der Aktienkurs geriet in Bewegung.
Braucht Tschechien den Strom aus den Tykac – Kohlekraftwerken? Die Meinungen dazu unterscheiden sich

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Gymnasium in Moravsky Krumlov eröffnet Angewandte Informatik – Schtudenten werden mit der Praxis und dem KKW Dukovany vernetzt
19.01.2026 Wochenzeitung Znojemsko Seite 1
Autor: Dominik Burdel

I N T E R V I E W
Der Bau neuer Blöcke im Kernkraftwerk Dukovany, die wachsende Bedeutung digitaler Technologien und die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften werden das Gesicht der Region verändern. Genau auf diese Herausforderungen reagiert das Gymnasium in Moravský Krumlov mit der Eröffnung eines neuen Studienzweigs Angewandte Informatik. Dieser hat das Ziel, die Studenten nicht nur auf ein Hochschulstudium vorzubereiten, sondern auch auf eine konkrete berufliche Anwendung in der Praxis – und zwar direkt in unserer Region. Wie der Weg zur Entstehung dieses Studienzweigs aussah und worin er sich vom klassischen Gymnasium unterscheidet, erklärt im folgenden Interview die Schulleiterin Mgr. Dagmar Holá.

-Frau Direktorin, was hat Sie zur Eröffnung des neuen Studienzweigs Angewandte Informatik bewogen, und worin unterscheidet er sich Ihrer Meinung nach vom klassischen gymnasialen Studium?
-Sicherlich ist es der Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany und die aktuelle Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des KKW Dukovany, die als Tandemlehrkräfte ein Informatikseminar leiten.
In Zukunft wird es in unserer Region auch Bedarf an neuen Arbeitsplätzen geben – nicht nur für Hochschulabsolventen, sondern auch für Schüler mit Matura, für die dieser Studienzweig bestimmt ist. Aus diesem Grund wollte ich das Bildungsangebot um einen Studienzweig erweitern, der im Norden des Bezirks Znojmo bisher nicht vertreten ist.
Unser neuer Studienzweig wird sich durch ein eigenes schulisches Bildungsprogramm unterscheiden. Es handelt sich um einen gymnasialen Studienzweig: Die allgemeinbildenden Fächer werden im ersten und zweiten Jahrgang unterrichtet, die letzten zwei Jahrgänge sind auf ICT-Fächer und Projektmanagement ausgerichtet.

-Für welche Art von Schülern ist dieser Studienzweig gedacht? Ist er nur für „IT-Freaks“ geeignet oder auch für jene, die sich in der Informatik erst orientieren?
-Er ist für Schüler mit logischem Denken gedacht. Dieser Studienzweig ist sicherlich nicht nur für „IT-Freaks“, sondern auch für jene, die zum Beispiel Grafiker, PR-Manager, Entwickler digitaler Inhalte, Webadministratoren oder Projektmanager werden möchten. Er richtet sich also an alle, die ihre Zukunft mit IT-Technologien verbinden möchten.
Ein IT-Team besteht aus verschiedenen Positionen, nicht nur zum Beispiel aus Programmierern. Deshalb heißt dieser Studienzweig Angewandte Informatik und deshalb suchen wir nicht nur typische „IT-Freaks“.

-Worin liegt der wichtigste Mehrwert der Verbindung eines allgemeinbildenden Gymnasiums mit fachlich orientierter Informatik?
-Der wichtigste Mehrwert ist die Zusammenarbeit mit dem Kernkraftwerk Dukovany, außerdem zeichnet sich auch eine aktive Kooperation mit der Technischen Universität Brünn (VUT Brno) ab. Ebenso ist es für uns wichtig, dass wir dank des neuen Studienzweigs Angewandte Informatik das Potenzial unserer Schüler erkennen und besser entwickeln können.
/gr/



Millionen Kronen zur Unterstützung der Gemeinden in der Umgebung von Dukovany vom Kreis Südmähren
20.01.2026 Monatsmagazin Zrcadlo Seite: 2

Der Südmährische Kreis hat zwei Förderprogramme vorbereitet, die den betroffenen Gemeinden und Städten in der Umgebung von Dukovany helfen sollen, den Ansturm des Bauverkehrs und weitere Auswirkungen des Baus des neuen Kernkraftwerks zu bewältigen.

In den Gemeinden in fünf Verwaltungsbezirken ist mit einem Anstieg des Bauverkehrs zu rechnen, auf den sie sich dann dank der Unterstützung des Kreises besser vorbereiten können. Der Bau des neuen Blocks des Kernkraftwerks Dukovany wird die Umgebung von Ivančice, Moravský Krumlov, Znojmo, Pohořelice und Rosice betreffen. In diesen Gemeinden ist mit einem erhöhten Schwerlastverkehr im Zusammenhang mit der Bautätigkeit zu rechnen.

Das erste Förderprogramm mit dem Titel „Unterstützung von Aktivitäten zur Bewältigung der räumlichen Auswirkungen des Baus des KKW Dukovany im betroffenen Gebiet des Südmährischen Kreises 2026–2027“ verfügt über ein Volumen von fünf Millionen Kronen.
„Sein Hauptziel ist es, die Sicherheit der Fußgänger in den Gemeinden zu erhöhen, durch die Lastwagen mit Baumaterial fahren werden. Die Förderung hilft den Gemeinden beim Bau neuer Gehwege und bei der Reparatur bestehender, trägt zu sichereren Rampen und Geländern, zur Anpassung von Bushaltestellen oder zu einer besseren Verkehrsbeschilderung bei und unterstützt außerdem die Projektvorbereitung für Gebäude, die für Wohnzwecke bestimmt sind“, erläutert der stellvertretende südmährische Kreishauptmann Marek Sovka, der im Kreisrat für die Thematik des Baus im Kernkraftwerk Dukovany zuständig ist.

Das zweite Förderprogramm mit einer Mittelausstattung von 20 Millionen Kronen konzentriert sich auf die Unterstützung von Wohnen und Unternehmertum in ausgewählten, strukturell entwicklungsbenachteiligten Gebieten des Kreises. Die Gemeinden können finanzielle Mittel für die Vorbereitung und den Bau der grundlegenden Infrastruktur einschließlich der technischen Netze beantragen.

„Wir wollen, dass die betroffenen Gebiete nicht nur den Baubelastungen standhalten, sondern sich gleichzeitig weiterentwickeln können. Das Programm hilft bei der Finanzierung von Zufahrtsstraßen, beim Abriss alter Objekte sowie beim Kauf, der Rekonstruktion und der Sanierung von Gebäuden, die für Wohnzwecke bestimmt sind. Gefördert werden auch kombinierte Projekte, die Wohnen und Unternehmertum miteinander verbinden“, ergänzt der stellvertretende Kreishauptmann Sovka.
/gr/



Winterbetrieb im Kernkraftwerk
20.01.2026 Monatsmagazin Zrcadlo Seite: 3

Die tschechischen Kernkraftwerke Dukovany und Temelín reagieren auf den deutlichen Rückgang der Außentemperaturen und stellen auf den vollständigen Winterbetrieb um. Die Blockoperateure haben die Einstellungen der Kühltürme und weiterer Anlagen so angepasst, dass der Betrieb möglichst effizient ist. Kälteres Wetter kommt den Kraftwerken zugute – dank der niedrigeren Wassertemperatur im tertiären (nichtnuklearen) Kreislauf steigt die Leistung der Blöcke um mehrere Megawatt.

Die Veränderungen sind am deutlichsten bei den Kühlsystemen, insbesondere bei den Kühltürmen, zu erkennen. Diese nutzen nun die sogenannte Winterblende – die erste von drei Winterbetriebsarten, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eingesetzt wird. Das Wasser wird am Rand verteilt, so dass das Eindringen kalter Luft in den Turm verhindert und das Risiko von Vereisung reduziert wird. Sinken die Temperaturen noch weiter, können die Operateure das Wasserzerspritzen im Inneren des Turms verringern oder sogar einen Turm vollständig außer Betrieb nehmen.

„Das Ziel ist es immer, den Betrieb zu optimieren – die ideale Wassertemperatur zu erreichen, den Eigenverbrauch an Strom zu minimieren und gleichzeitig Vereisungen zu verhindern. Dafür stehen uns mehrere Betriebsarten zur Verfügung, die wir aktiv nutzen“, erklärt der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.

In Dukovany sind derzeit die Blöcke 2, 3 und 4 zu 100 % in Betrieb. Block 1 befindet sich in einer planmäßigen Abschaltung zum Brennstoffwechsel. Das Kraftwerk speist somit eine stabile Leistung von über 1.536 MWe ins Netz ein. Jeder der betriebenen Blöcke hat eine Nennleistung von 512 MWe, die sich dank des kälteren Wetters um mehrere Megawatt erhöhen kann. Im Rahmen der Abschaltung des ersten Blocks erfolgt nicht nur der Brennstoffwechsel, sondern auch die Kontrolle des Reaktordruckbehälters, die Revision der Dampferzeuger sowie die Modernisierung eines Teils der elektrischen Anlagen.

Kälteres Wasser = höhere Leistung….
Die optimale Temperatur des Kühlwassers, das zwischen den Kühltürmen und den Kondensatoren im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks zirkuliert, hat direkten Einfluss auf die Stromerzeugung. Der Kondensator kühlt den Dampf aus der Turbine ab und wandelt ihn wieder in Wasser um, wodurch ein stärkerer Unterdruck entsteht. Dadurch erreicht der Turbosatz eine höhere Leistung.
„Einen stärkeren Effekt beobachten wir in der Regel in Temelín. Dort liegt die aktuelle Nennleistung bei 1.086 MWe pro Block, im Winter erreichen wir sogar mehr als 1.100 MWe. In Dukovany ist der Effekt geringer, aber auch hier nutzen wir die niedrigeren Temperaturen selbstverständlich“, ergänzt Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Direktor der Division Kernenergie der ČEZ-Gruppe.

Sehr niedrige Außentemperaturen stellen jedoch zugleich höhere Anforderungen an Personal und Anlagen. „Selbstverständlich konzentrieren wir uns auf die Sicherheit und den Komfort der Mitarbeiter, insbesondere jener, die im Freien arbeiten“, schließt Roman Havlín.
Autor: Jiří Bezděk, Pressesprecher ČEZ, KKW Dukovany
/gr/



Neues Seniorenheim bei Dukovany
20.01.2026 Tageszeitung Právo ČTK
Rubrik: Südmähren – Vysočina - Seite: 15

In Rouchovany im Bezirk Třebíč könnte in vier Jahren ein neues Seniorenheim entstehen. Es soll über rund 120 Betten verfügen. Das Memorandum mit der Gemeinde Rouchovany über den Bau des Seniorenheims wurde gestern vom Kreisrat der Region Vysočina genehmigt.

Der Landeshauptmann des Kreises Vysocina Martin Kukla (ANO) sagte, dass dies auch mit Dukovany zusammenhänge. Durch den geplanten Bau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany werde die Zahl der Menschen in der Region steigen und damit auch die Nachfrage nach sozialen Dienstleistungen. Dies geht aus den Unterlagen hervor, die von den Mitgliedern des Kreisrates beraten wurden.
Die Gemeinde Rouchovany mit 1.200 Einwohnern liegt in der Nähe des Kernkraftwerks. Der Landeshauptmann geht davon aus, dass das neue Seniorenheim im Jahr 2030 in Betrieb genommen werden könnte. Laut der Website der Region soll die Gemeinde die Grundstücke für den Bau bereitstellen.
/gr/

Verstärkte Busverbindung zwischen Moravsky Krumlov und dem Atomkraftwerk Dukovany
19.1.2026 CT 24 Nachrichten

Ab heute wurden die Busverbindungen zwischen Moravský Krumlov und dem Kernkraftwerk Dukovany neu verstärkt. In den letzten Jahren ist nämlich die Zahl der KKW-Beschäftigten aus Südmähren im Kraftwerk gestiegen. Diese Zahl wird auch im Zusammenhang mit dem Ausbau neuer Blöcke weiter zunehmen – und mit ihr auch die Zahl weiterer Busverbindungen in der Region. In Moravský Krumlov, von wo aus die neuen Busse fahren, ist jetzt Jan Sádovský. Jan, wie viele Verbindungen sind hier hinzugekommen?

-Redakteur:
Der Verkehrsbetreiber hat die Verbindung um eine zusätzliche Frühverbindung am Freitagmorgen sowie um eine Nachmittagsverbindung verstärkt. Diese startet in Moravský Krumlov, wo sie Anschluss an eine Zugverbindung aus Brünn sowie an eine Busverbindung aus Pohořelice hat, und fährt anschließend über Rouchovany weiter zum Kernkraftwerk Dukovany. Die frühe Morgenverbindung wurde heute bislang nur von einem Mitarbeiter genutzt. Das Unternehmen Kordis, das den Verkehr im Südmährischen Kreis organisiert, rechnet jedoch mit einem schrittweisen Anstieg der Fahrgastzahlen.

Die Verstärkung der Verbindungen wird auch von der Leitung des Kernkraftwerks begrüßt, insbesondere mit Blick auf die Parkplatzkapazitäten. Diese werden künftig – auch aufgrund der steigenden Zahl neuer Mitarbeiter an den neuen Blöcken des Kernkraftwerks – zunehmend begrenzt sein. Gerade deshalb werden verstärkte Buslinien und gegebenenfalls Zubringerbusse aus der Umgebung in Zukunft einen großen Vorteil für die KKW-Beschäftigten aus der Region darstellen.
Die Verstärkung der Budverbindungen wird künftig auch wegen des Zustroms neuer Einwohner notwendig sein. Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Kraftwerks sollen mehrere Tausend neue Bewohner in die Region kommen, sodass die Zahl der Verbindungen voraussichtlich weiter steigen wird.
/gr/


Verstaatlichung als Schreckgespenst: Warum die Aktien von ČEZ stark gefallen sind
20. Januar 2026 ČTK
Autor: Lukáš Kovanda

Die Aktien von ČEZ sind gestern um 4,3 Prozent eingebrochen, was den größten Tagesverlust seit dem 27. Juni 2024 darstellt. Ein derart deutlicher, ja außergewöhnlicher Rückgang lässt sich dabei nicht allein durch die ungünstige Bewertung der Bank Morgan Stanley oder durch die allgemein negative Stimmung gegenüber europäischen Aktien infolge der drohenden neuen Runde eines Handelskriegs zwischen Europa und den USA erklären.

Schließlich liegt selbst das gestrige Kursziel von Morgan Stanley in Höhe von 880 Kronen noch deutlich über dem Kursziel der größten Schweizer Bank UBS, das diese laut Daten der Agentur Bloomberg zum 18. Dezember 2025 auf lediglich 600 Kronen festgesetzt hat. Dabei hatten die ČEZ-Aktien am 18. Dezember des Vorjahres leicht zugelegt, nämlich um zwei Zehntel Prozent. Auch am darauffolgenden Tag setzten sie ihren Anstieg fort und gewannen weitere 1,2 Prozent hinzu.

Zudem trifft es nicht zu, dass es gestern allen europäischen Energieunternehmen schlecht ergangen wäre. Die deutschen Konzerne RWE und E.ON verzeichneten sogar leichte Kursgewinne. Die polnische PGE gab nur geringfügig nach. Deutlichere Verluste verzeichneten zwar der österreichische Verbund und das finnische Unternehmen Fortum, jedoch nicht in dem Ausmaß wie ČEZ.

Ein weiterer – und offensichtlich zentraler – Grund für den Kursrückgang der ČEZ-Aktien ist daher die Art und Weise, wie der Markt die Sonntag - Aussagen des Ministers für Industrie und Handel, Karel Havlíček, bewertet hat. Nachdem derselbe Havlíček am 5. Januar dieses Jahres erklärt hatte, der Staat werde Schritte unternehmen, um die vollständige Kontrolle über die Stromerzeugung in der Firma ČEZ zu erlangen, legten die Aktien des tschechischen Energieprimus stärker zu als die Aktien der oben genannten vergleichbaren europäischen Energieunternehmen. Damals nannte der Minister keinen Zeitrahmen für diese Schritte.

Am Wochenende nannte er diesen Zeitrahmen jedoch bereits. Die Hauptarbeiten zur Verstaatlichung der Stromerzeugung bei ČEZ sollen erst jenseits des laufenden Jahres erfolgen. Der gesamte Prozess soll höchstens zwei Jahre dauern.

ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kernkraftwerks Temelín. Das sind 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr. Das Kraftwerk wird den Übergang zu einem längeren Brennstoffzyklus abschließen, die Modernisierung des Steuerungssystems fortsetzen sowie den Einsatz künstlicher Intelligenz und moderner Kontrollmethoden weiter ausbauen. In diesem Jahr stehen in Temelín zwei planmäßige Block-Stillstände an, außerdem werden die Energieversorger hundert neue KKW-Mitarbeiter einstellen.

Erscheint dieses Vorgehen dem Markt als unerwartet schnell – oder im Gegenteil als unerwartet langsam? Könnte ein Teil des Marktes mit dem Gedanken gespielt haben, dass der Prozess womöglich schon in diesem Jahr abgeschlossen wird, bevor die ČEZ-Aktien deutlicher fallen, wie es Analysten – sowohl tschechische als auch internationale – überwiegend prognostizieren?

Denn nach dem Konsens der Analysten soll der Aktienkurs von ČEZ in einem Jahr um 31 Prozent niedriger liegen als gestern. Wenn die Regierung dem Analystenkonsens zumindest eine gewisse Aussagekraft beimisst, kann sie abwarten, ob sich diese Prognose erfüllt, und ČEZ gegebenenfalls zu einem deutlich niedrigeren Preis verstaatlichen. Selbst wenn es nicht gleich ein um fast ein Drittel niedrigerer Preis wäre, wie es aus den aktuellen Kurszielen der Analysten hervorgeht, sondern nur „die Hälfte dieses Drittels“, handelt es sich immer noch um Einsparungen in Höhe von mehreren zehn Milliarden Kronen, die bei der Verstaatlichung erzielt werden können – unabhängig davon, wer diese letztlich bezahlt.

Quelle: https://www.newstream.cz/trhy/zestatnen ... dce-klesly
/gr/




Die Regierung treibt den Plan zur Verstaatlichung von ČEZ zügig voran. Der Aktienkurs geriet in Bewegung
Autorin: Sofie Krýžová
19. Januar 2026, Seznamzpravy.cz

Die Vorstellung, ČEZ zu verstaatlichen, ohne Auswirkungen auf den Staatshaushalt oder die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu haben, ist nach Ansicht von Analysten eine falsche Vorstellung. Eine der beiden Seiten würde sich in jedem Fall verschulden. Als Reaktion auf diesen Plan haben die Aktien des Energieriesen nachgegeben.

Die Aktien des Unternehmens ČEZ fielen am Montag um knapp vier Prozent und rutschten unter die Marke von 1.300 Kronen. Sie reagierten damit auf die Aussage des Ministers für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), wonach der Staat noch in diesem Jahr vorbereitende Schritte zum Aufkauf der Minderheitsaktionäre und zur Verstaatlichung des Unternehmens einleiten werde.

„Einige Aktionäre mit guten Informationen haben vermutlich ein langsameres Vorgehen erwartet. In diesem Jahr könnte es zu einzelnen Schritten kommen, etwa zur Festlegung eines Preises oder zur Erstellung von Gutachten und weiteren notwendigen Begleitmaßnahmen. Der eigentliche Aufkauf würde realistisch erst im Jahr 2027 beginnen“, beschreibt Tomáš Pfeiler, Portfoliomanager bei der Gesellschaft Cyrrus.

Seiner Ansicht nach könnte auch die Zuspitzung des Konflikts um Donald Trump sowie die Gegenreaktionen der EU, aufgrund derer europäische Aktien insgesamt fallen, zum Kursrückgang beigetragen haben.

Die Regierung bestätigte, dass sie es mit der Verstaatlichung des Energie-Giganten ernst meint. „Wir werden das nicht hinauszögern, wir haben ein bestimmtes Szenario vorbereitet, wie wir weiter vorgehen werden“, sagte Havlíček. Der Prozess werde seiner Aussage nach in den kommenden Monaten gestartet. „Wir haben ein Modell vorbereitet, das weder den Staatshaushalt noch das Unternehmen ČEZ in wesentlicher Weise belasten wird“, fügte er hinzu.

Welches Modell für den Aktienaufkauf die Regierung anwenden will oder welche konkreten Schritte geplant sind, präzisierte Havlíček nicht, da es sich um kursrelevante Informationen handle. Analysten äußern jedoch Zweifel daran, dass eine Verstaatlichung von ČEZ möglich sei, ohne dass weder die Staatskasse noch das Energieunternehmen selbst davon betroffen wären.

Nach Ansicht von Pfeiler wird ČEZ die Folgen der Regierungsentscheidung zu spüren bekommen, da „die vorgeschlagene Variante eines massiven Buybacks, also dass das Unternehmen eigene liquide Mittel sowie Gelder nutzt, die es etwa am Anleihemarkt aufnehmen würde, die Verschuldung von ČEZ erhöhen würde“.

„Das Unternehmen würde weniger stabil werden, sein Profil würde sich verschlechtern. Es stimmt jedoch, dass sich die Staatsverschuldung nicht erhöhen würde“, sagt Pfeiler. Eine weitere Möglichkeit sei nämlich, dass der Aufkauf direkt aus der Staatskasse finanziert würde, was den Haushalt über das geplante Defizit hinaus belasten würde.

„Ich kann mir nicht vorstellen, welches Finanzierungsmodell die Regierung vorbereitet hat, das weder den Staatshaushalt noch ČEZ selbst belastet. Zwar veräußert das Unternehmen einige seiner Vermögenswerte, doch selbst ein weiterer Ausverkauf von Eigentum wird bei Weitem nicht ausreichen. Wir sprechen hier von einem Betrag, der sich bei einer fairen Bewertung einschließlich einer Prämie auf mindestens rund 250 Milliarden Kronen belaufen wird“, sagt Jan Slabý, Experte für M&A und Corporate Finance bei der Beratungsgesellschaft Ecovis.

Auch der Chefökonom von XTB, Pavel Peterka, zeigt sich über diesen Plan skeptisch, da er sich nicht vorstellen kann, welche dritte Entität die Minderheitsaktionäre auszahlen sollte, deren Aktien in Staatseigentum übergehen würden – und das ohne Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage von ČEZ oder des Staates. „Dieses Geld müsste irgendwo im Vakuum entstehen, und mir fällt kein Instrument ein, mit dem das erreicht werden könnte“, sagt Peterka.

Die genannten 250 Milliarden Kronen sind ein häufig genannter Betrag, zu dem der Staat beziehungsweise ČEZ den Minderheitsanteil zurückkaufen könnte. Weder ČEZ noch der Staat verfügen jedoch über diese Mittel. Für den Aktienrückkauf müssten sie sich verschulden und die Kredite anschließend zahlen. Dies würde sich negativ auf ihre wirtschaftliche Lage auswirken.

„Die gesamte Transaktion wird durch einen riesigen Kredit finanziert werden müssen, der die Verschuldung von ČEZ praktisch verdoppeln würde – und das zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen Dutzende und Hunderte Milliarden Kronen für notwendige Investitionen in erneuerbare Energien, die Modernisierung der Netze und den Bau neuer Kernkraftwerksblöcke benötigt“, beschreibt Slabý.

Je geringer das wirtschaftliche Ergebnis von ČEZ ausfällt, desto niedriger werden die Dividenden sein, die das Unternehmen ausschüttet – und diese sind zugleich Einnahmen für den Staatshaushalt. Allein im vergangenen Jahr erhielt der Staat mehr als 17 Milliarden Kronen.
„Ich kann mir das Argument vorstellen, dass ČEZ künftig keine Dividenden mehr an Minderheitsaktionäre und den Staat auszahlt, sondern nur noch an den Staat. Theoretisch könnte diese Einsparung es ČEZ ermöglichen, trotz höherer Verschuldung und Rückzahlungsverpflichtungen eine gleich hohe Dividende auszuschütten. Theoretisch könnte das ein Plan sein, der auf dem Papier funktioniert“, sagt Peterka und fügt hinzu, dass er nicht daran glaubt, dass diese Variante aufgehen wird.

Eine weitere Theorie sei, dass ČEZ extrem langfristige Anleihen mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren begeben könnte. „Die jährliche Zinsbelastung wäre hoch, aber immer noch niedriger, als wenn man den Betrag innerhalb von fünf oder zehn Jahren zurückzahlen müsste. Die Auswirkungen auf den Cashflow im jeweiligen Jahr müssten nicht so gravierend sein, aber es handelt sich um eine riesige Transaktion, deren Gesamtkosten wir bislang nicht kennen“, vermutet Peterka. Keines dieser Szenarien habe jedoch keine Auswirkungen auf den Staatshaushalt oder auf das Unternehmen ČEZ.

Spiel um die Prämie….
Die Strategie zur Verstaatlichung von ČEZ wird höchstwahrscheinlich darauf beruhen, den Staatsanteil von derzeit 70 Prozent auf 90 Prozent zu erhöhen. Die verbleibenden zehn Prozent der Aktionäre würden anschließend herausgedrängt (sogenannter Squeeze-out).
Beim Erwerb eines höheren Anteils kann der Staat jedoch auf zahlreiche Hindernisse stoßen. „Das größte davon könnte die Festlegung des Kaufpreises sein, der für die Minderheitsaktionäre ausreichend attraktiv sein muss. Raum für Komplikationen könnte aber auch das Vorgehen des Staates selbst eröffnen, falls Investoren es als ‚unfair‘ wahrnehmen. Das könnte zu potenziellen Gerichtsverfahren führen und den gesamten Prozess verzögern“, beschreibt der Analyst von Patria Finance, Cuong Manh Le.

Damit ein Aktionär seine Aktien verkauft, müsste ihm der Staat eine Prämie über dem aktuellen Marktpreis anbieten, die die entgangenen Erträge ausreichend kompensiert. Der derzeitige Kurs von rund 1.300 Kronen könnte auch auf über 1.500 Kronen steigen. Dies könnte laut dem Analysten von Patria Finance attraktiv sein und die Aktionäre zu einem freiwilligen Verkauf bewegen.

„Die Frage ist jedoch, ob ein derart umfangreicher Aufkauf für ČEZ finanziell überhaupt tragbar wäre. Der ins Auge gefasste Betrag von 250 Milliarden Kronen ist für ČEZ erheblich – umso mehr im Kontext der geplanten Investitionen des Unternehmens in Höhe von 400 Milliarden Kronen in den kommenden Jahren. Zugleich müsste der angebotene Preis hoch genug sein, damit der Staat durch die Aufkäufe letztlich den erforderlichen 90-Prozent-Anteil erreicht und anschließend einen Squeeze-out durchführen kann“, ergänzt Cuong Manh Le.

An der Marke von 1.500 Kronen sollten sich die Investoren jedoch nicht festklammern, denn solange der Aktienrückkauf nicht bestätigt ist, wird der Kurs diese Marke kaum erreichen.
„Es wird immer einen Abschlag von etwa zehn Prozent gegenüber diesem vorgeschlagenen Preis geben. Erst wenn sich der Abschluss der Transaktion nähert, würde sich der Kurs annähern. Jede Verzögerung würde den Abschlag tendenziell sogar vergrößern“, sagt Pfeiler.

Die Vorstellung, dass sich der Staat mit den Minderheitsaktionären irgendwie einigen oder ihnen einen niedrigeren Preis aufzwingen könnte, hält Slabý für irrig. „Die Minderheitsanteile an ČEZ werden von professionellen Investoren gehalten, nicht von Amateuren. Jeder Versuch einer billigen Übernahme würde eine Lawine von Klagen auslösen, und die endgültige Rechnung nach jahrelangen Gerichtsverfahren und Nachzahlungen würde um Dutzende Prozent anwachsen“, sagt er.

Zwar sieht das Gesetz einen Schutz der Minderheitsaktionäre vor, zugleich wird die Regierung sie aber auch nicht extrem überbezahlen wollen. Die Bewertung von ČEZ ist laut Pfeiler im Vergleich zu anderen europäischen Energieunternehmen relativ hoch, weshalb er 1.500 Kronen pro Aktie eher als Obergrenze betrachtet.

Er weist zudem darauf hin, dass die Energiepreise derzeit deutlich niedriger sind als zu Beginn des Krieges in der Ukraine, als eine Verstaatlichung von ČEZ mehr Sinn ergeben hätte. „Wenn ich die potenziellen Vorteile mit den potenziellen Kosten vergleiche, wird die Regierung nicht wollen, dass es so aussieht, als hätte sie jemandem ein Geschenk gemacht oder zu teuer verkauft. Ich erwarte, dass man vorsichtig vorgehen wird“, meint Pfeiler.
Der Staat möchte ČEZ vor allem deshalb vollständig in seine Hände bringen, um eine größere Kontrolle über den Bau neuer Erzeugungskapazitäten und über den Strompreis zu haben.


Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... cii-296725
/gr/




Braucht Tschechien den Strom aus den Tykac – Kohlekraftwerken? Die Meinungen dazu unterscheiden sich
19.1.2026 Seznamzpravy.cz
Autorin: Sofia Kryzova


Bereits in der kommenden Woche soll der Übertragungsnetzbetreiber ČEPS über das weitere Schicksal der Kohlekraftwerke der Sev.en-Gruppe entscheiden. Mögliche Auswirkungen werden in mehreren Studien behandelt. Laut der jüngsten kommt Tschechien ohne diese Kraftwerke aus, andere zeigen sich deutlich skeptischer.

Das Unternehmen Sev.en kündigte im vergangenen November an, seine beiden Kohlekraftwerke Počerady und Chvaletice sowie das Heizkraftwerk Kladno stillzulegen. Ihr Betrieb könnte bereits im Dezember dieses Jahres enden, spätestens im März 2027. Die Stromerzeugung aus Kohle lohnt sich wirtschaftlich immer weniger, was an sich eine einfache Lösung nahelegt: die Produktion einstellen. Die Realität ist jedoch komplexer.
Die Kraftwerke des Unternehmers Pavel Tykač könnten Tschechien nämlich fehlen, da sie einen Teil der Stromerzeugung sicherstellen und zugleich als wichtiges Instrument zur Stabilisierung der Netzleistung dienen.

Ein detailliertes Netzmodell besitzt ausschließlich das staatliche Unternehmen ČEPS, das darüber entscheidet, ob die Kraftwerke benötigt werden oder nicht. Die Frist, bis zu der der Übertragungsnetzbetreiber sein Urteil fällen muss, rückt näher.
„Die Analyse läuft noch, derzeit können wir dazu nichts sagen. Der letzte Termin, an dem wir das Ergebnis der Energieregulierungsbehörde ERU, dem Ministerium für Industrie und Handel sowie den Betreibern der drei Anlagen mitteilen müssen, ist der 27. Januar“, sagt der Sprecher von ČEPS, Lukáš Hrabal.

In der Debatte über das Ende der Kohle geht es um Milliarden Kronen pro Jahr – falls der Betrieb subventioniert werden müsste. Andernfalls steht die Schließung eines Geschäfts im Raum, das rund dreitausend Menschen beschäftigt, was für den Staat ebenfalls ein Problem darstellt.
In der Zwischenzeit, bevor ČEPS entscheidet, versuchen zahlreiche Studien aufzuzeigen, wie Tschechien ohne Tykačs Kohlekraftwerke aussehen könnte. Nun hat die Organisation Fakta o klimatu / Klimafakten auf Grundlage der neuesten Daten der „Bewertung der Ressourcenangemessenheit in Europa (ERAA)“ für das Jahr 2025 berechnet, dass die Kraftwerke Chvaletice und Počerady zur Deckung des tschechischen Stromverbrauchs nicht erforderlich wären.

„Das gilt auch für ungünstige Klimajahre und für sogenannte Dunkelflauten, also Phasen mit geringer Stromerzeugung aus Solar- und Windkraftanlagen in der weiteren Region. In solchen Situationen ist Tschechien in der Lage, den Großteil seines Verbrauchs aus eigenen Quellen zu decken und importiert nur wenig Strom aus dem Ausland“, sagt der Analyst von Fakta o klimatu / Klimafakten, Jan Krčál.

Die Stilllegung der Kraftwerke der Sev.en-Gruppe ist jedoch nur der Anfang. Auch andere fossile Kraftwerke, die von weiteren Unternehmen betrieben werden, werden sich der wirtschaftlichen Realität nicht entziehen können. Dennoch gilt weiterhin, dass die tschechische Energiewirtschaft auf einen vollständigen Ausstieg aus der Kohle noch nicht vorbereitet ist. Derzeit wird rund ein Drittel des gesamten Stroms aus Kohle erzeugt.

„Die nächsten Schritte müssen daher auf eine systematische Vorbereitung des Ersatzes der Kohlekraftwerke abzielen – sowohl im Hinblick auf die Stromerzeugung als auch auf Systemdienstleistungen und die Fernwärme“, erläutert Krčál. „Die Dekarbonisierung der tschechischen Energiewirtschaft ist keine ideologische Frage, sondern eine wirtschaftliche Realität. Entscheidend ist, dass sie gesteuert, datenbasiert und mit möglichst geringen Kosten für die Gesellschaft erfolgt“, fügt er hinzu.
Nach der Stilllegung der beiden Kohlekraftwerke würden in Tschechien 2,2 GW installierter Leistung wegfallen. Alle Kohlekraftwerke zusammen verfügen derzeit über 7,2 GW; nach der Schließung von Chvaletice und Počerady blieben 4,9 GW übrig.

Demgegenüber kommt eine Fachanalyse, die von der Tschechischen Technischen Universität (ČVUT) für das Finanzministerium erstellt wurde, zu dem Schluss, dass es praktisch unwahrscheinlich ist, dass alle bestehenden Kraftwerke bis zum Ende des Jahrzehnts in Betrieb bleiben. Daher müsse die derzeitige Leistung um etwa 20 Prozent erhöht werden.
„Aus dieser Perspektive könnten bereits im Jahr 2030 (bei länger anhaltend niedriger Erzeugung aus Solar- und Windkraft) ohne Kohlekraftwerke drei bis 4,5 GW im Vergleich zum Durchschnitt des am stärksten belasteten Monats fehlen – also bis zu zwei Kernkraftwerke vom Typ Temelín“, heißt es in der Studie der ČVUT.

Im Jahr 2024 bewertete ČEPS dieselben Auswirkungen im sogenannten superkritischen Szenario und stellte fest, dass man auch ohne Kohlekraftwerke auskommen könne – sogar ohne alle. Im Herbst wies ČEPS jedoch in seinem jährlichen Bericht zur Ressourcenangemessenheit darauf hin, dass die Indikatoren für die Netzstabilität ohne Kohle an der Grenze liegen würden und dass neue Erzeugungsquellen im In- und Ausland aufgebaut sowie grenzüberschreitende Leitungen verstärkt werden müssten.

Keine Versorgungsausfälle, aber höhere Stromimporte...
Die Auswirkungen der Schließung der beiden Kraftwerke aus Tykačs Portfolio wären zumindest laut der Studie von Fakta o klimatu / Klimafakten auch im Hinblick auf mögliche Stromausfälle nicht gravierend. Die Zahl der Stunden pro Jahr, in denen das Netz die Nachfrage nicht decken könnte, würde null betragen.

ČVUT und ERAA deuten hingegen auf das Gegenteil hin. „Dieser fehlende Leistungsanteil wird sich auch wesentlich im LOLE-Wert (Anzahl der Stunden, in denen die Erzeugung den gesamten Verbrauch nicht decken kann, Anm. d. Red.) widerspiegeln“, schreibt die ČVUT. Eine jüngste ERAA-Studie warnt bereits für das Jahr 2028 vor 13 bis 19 Stunden Stromausfällen pro Jahr. Der Rückgang der Erzeugungskapazitäten werde zu diesem Zeitpunkt nur teilweise durch andere Technologien kompensiert. In den folgenden Jahren würde die Zahl dieser Stunden weiter steigen und bis Ende 2030 bereits 21 bis 68 Stunden erreichen – also bis zu drei Tage pro Jahr.

ERAA berücksichtigt jedoch andere Szenarien als Fakta o klimatu. Nach tschechischen Berechnungen, die nur den Wegfall der Tykač-Kraftwerke und der Sokolovská uhelná (SUAS) einbeziehen, käme Tschechien mit 4,4 GW Leistung aus. Die europäischen Berechnungen hingegen berücksichtigen keine staatlichen Eingriffe wie Subventionen oder Kapazitätsmechanismen, sodass die verbleibende Kohleverstromung dort nur 2,3 GW beträgt.

Aus Sicht des Energiemixes wird das Ende der Kohle bei der Sev.en-Gruppe laut den Ergebnissen von Fakta o klimatu nahezu keine Auswirkungen haben; ein möglicher Ausfall würde durch höhere Stromimporte kompensiert. In Europa gibt es nämlich ausreichend Strom – auch während Dunkelflauten, wenn die Sonne wenig scheint und der Wind kaum weht und erneuerbare Quellen daher wenig produzieren. In diesen Phasen exportieren vor allem Länder mit hoher Kernenergieerzeugung oder besseren Windbedingungen Strom, insbesondere Frankreich, Schweden und das Vereinigte Königreich.

Fakta o klimatu schätzt auch die Auswirkungen des Betriebs der Kohlekraftwerke auf die öffentlichen Finanzen. Der Weiterbetrieb von Chvaletice und Počerady würde jährlich 3,35 Milliarden Kronen kosten, einschließlich der Subventionen zur Aufrechterhaltung des Betriebs und der Personalkosten von Sev.en.
Die Abschaltung der Kohleverstromung werde sich laut Experten auch nicht wesentlich auf den Preis der sogenannten Grundlastenergie auswirken, also auf den Preis der eigentlichen Energie, die der Versorger an der Börse einkauft.

„Ich würde versuchen, nicht in Panik zu verfallen, wie sie manchmal dargestellt wird, dass die Abschaltung von Kohlekraftwerken einen drastischen Preisanstieg bedeutet. Persönlich glaube ich das nicht. Die Energiewirtschaft arbeitet daran, Gaskraftwerke stärker zu nutzen. Diese sind sehr wichtig, und es ist entscheidend, in sie zu investieren. Es sind gerade diese Quellen, die vor allem im Winter helfen können, die Nachfrage zu decken“, sagt Jan Zápotočný, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von E.ON Energie.
Gleichzeitig sei es jedoch wichtig, dass Kraftwerke nicht übereilt oder unter politischem Druck abgeschaltet werden, da dies sonst sehr wohl Auswirkungen auf den Strompreis haben könne.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... isi-296658
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 21.1.2026:

Inhalt:
E.Sequens: Weihnachtsbescherung.
Das Kernkraftwerk Tschernobyl hat seine gesamte externe Stromversorgung verloren.
Größter Einbruch seit mehreren Jahren, ČEZ-Aktien fallen.
Sorgen vor einer Verstaatlichung? ČEZ-Aktien verlieren innerhalb von eineinhalb Tagen 15 Prozent.
Das Kernkraftwerk Tschernobyl hat seine Stromversorgung verloren.
Dukovany: Die Region plant ein weiteres Seniorenheim für 120 Bewohner.
Zweiter Reaktordruckbehälter in Hinkley Point C eingetroffen

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Weihnachtsbescherung
21.01.2026, Wochenzeitung A2 Seite 30
Autor: Edvard Sequens

Es scheint sich zu einer modernen tschechischen Tradition zu entwickeln, dass kurz vor den Weihnachtsfeiertagen aus der Regierung mehr oder weniger bedeutende Entscheidungen kommen, die die nukleare Zukunft Tschechiens betreffen. Vielleicht als Geschenk für die Liebhaber von Atomkraftwerken, von denen es im Inland mehr als genug gibt. Die Feiertage und das Jahresende schränken jedoch zugleich meist die Möglichkeiten potenzieller Kritiker ein, auf diese Entscheidungen angemessen zu reagieren. Diesmal war das magische Datum der 22. Dezember 2025, und die Rolle eines besonderen Christkinds übernahmen gleich mehrere Institutionen.

Die Europäische Kommission kündigte an diesem Tag an, dass sie eine vertiefte Untersuchung eingeleitet habe, deren Ziel es ist zu prüfen, ob die öffentliche finanzielle Unterstützung, die Tschechien für den Bau und Betrieb von zwei neuen Reaktoren in Dukovany zu gewähren plant, mit den EU-Vorschriften für den freien Wettbewerb vereinbar ist. Mit einem Ergebnis dieser Untersuchung ist eher erst im kommenden Jahr zu rechnen. Bis dahin müssen alle Darlehen, die der Investor in Gestalt der Aktiengesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II) vom Staat erhält, zu marktüblichen Zinssätzen verzinst werden – also teurer. Das Industrieministerium plante für das Jahr 2026 Ausgaben für Vorarbeiten an den neuen Dukovany-Blöcken in Höhe von rund zwanzig Milliarden Kronen. Sollte die europäische Notifizierung des tschechischen Modells der öffentlichen Beihilfe jedoch scheitern, dürfte nicht einmal mit dem Bau begonnen werden – ein derart teures Unterfangen hätte ohne Staatsbeihilfen auf dem Markt keine Chance.

Das Umweltministerium wiederum veröffentlichte am 22. Dezember die Ergebnisse des sogenannten Ermittlungsverfahrens im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Projekt des dritten tschechischen Kernkraftwerks in Tušimice. ČEZ erwägt dort den Bau modularer Reaktoren mit einer Gesamtleistung von bis zu 1500 MW am Standort eines auslaufenden Kohlekraftwerks. Auf Grundlage der eingegangenen Stellungnahmen wird das Projekt im vollständigen Prüfverfahren bewertet werden, und der Investor wird die Karten auf den Tisch legen und eine Reihe fehlender Analysen nachreichen müssen.

Aber auch der Regierung blieb noch etwas Spielraum: Zwei Tage vor Heiligabend entschied sie, das Auswahlverfahren für eine neue Vorsitzende oder einen neuen Vorsitzenden des Staatlichen Amtes für nukleare Sicherheit (SUJB) aufzuheben und ein neues Verfahren mit anderen Parametern auszuschreiben. Vielleicht deshalb, damit an die Spitze dieser Schlüsselinstitution eine passende Person gelangt – denn ohne ein entgegenkommendes Vorgehen der nuklearen Aufsichtsbehörde wäre es kaum möglich, völlig neue, bislang nicht existierende Reaktortypen schnell zu genehmigen, sei es die großen koreanischen für Dukovany oder die etwas kleineren modularen Reaktoren, auf die ČEZ sein Augenmerk gerichtet hat.

Auch das Stadtgericht in Prag nutzte die unmittelbar vorweihnachtliche Zeit zum Beschenken, als es die Klage des Vereins Kinder der Erde gegen die Entscheidung des Industrieministeriums – beziehungsweise direkt des Ministers Lukáš Vlček – über die Platzierung des Baus eines neuen Kernkraftwerks am Standort Dukovany abwies. Am selben Tag (18. Dezember) wies das Gericht auch die Klage der Gemeinde Temelín zurück, die sich gegen die Genehmigung geologischer Erkundungsarbeiten im Rahmen der Suche nach einem endgültigen tiefengeologischen Endlager für abgebrannte Kernbrennstoffe wandte, die vom Umweltministerium erteilt worden war. Einen Tag zuvor war eine ähnliche Klage von acht Gemeinden rund um den Berg Čeřínek in der Region Vysočina aus demselben Grund gescheitert. Den kommunalen Selbstverwaltungen missfällt die Unmöglichkeit, die Interessen ihrer Bürger ausreichend gegenüber Plänen zu verteidigen, die ihre Zukunft grundlegend verändern werden. Wir werden sehen, welche „uranhaltige“ Bescherung uns am Ende dieses Jahres erwartet.
/gr/





Das Kernkraftwerk Tschernobyl hat seine gesamte externe Stromversorgung verloren
ČTK
20.1.2026


Das stillgelegte Kernkraftwerk Tschernobyl verfügt aktuell über keine externe Stromversorgung, die es zur Kühlung abgebrannter Brennelemente nutzt. Russische Angriffe haben auch die Stromversorgung weiterer nuklearer Anlagen in der Ukraine verletzt.


Das Kernkraftwerk Tschernobyl hat seine gesamte externe Stromversorgung verloren, teilte am Dienstag der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, mit. In diesem Zusammenhang erwähnte er umfangreiche militärische Aktivitäten, die seiner Aussage nach mehrere ukrainische Umspannwerke betroffen haben, die für die nukleare Sicherheit von entscheidender Bedeutung sind.

Am Nachmittag erklärte das ukrainische Energieministerium, dass das Kraftwerk nach einem nächtlichen russischen Angriff auf die Energieinfrastruktur wieder an das Stromnetz angeschlossen sei und das Strahlungsniveau normal sei.

Die IAEO präzisierte die erwähnten militärischen Aktivitäten in ihrer Stellungnahme im Netzwerk X nicht, wies jedoch darauf hin, dass das Kernkraftwerk Tschernobyl seine externe Stromversorgung verloren habe und auch Stromleitungen zu weiteren ukrainischen Atomanlagen betroffen seien. „Die IAEO verfolgt die Entwicklung der Lage aktiv, um die Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit zu bewerten“, fügte Grossi hinzu.

Die Ukraine verfügt über drei in Betrieb befindliche Kernkraftwerke: Chmelnyzkyj, Riwne und das südukrainische Kernkraftwerk.
Russland besetzt derzeit das abgeschaltete Kernkraftwerk Saporischschja, und auf dem Gebiet der Ukraine liegt auch das inzwischen stillgelegte Kernkraftwerk Tschernobyl. Dieses wurde im April 1986 zum Schauplatz der bislang größten nuklearen Katastrophe. Die externe Stromversorgung wird dort vor allem zur Kühlung abgebrannter Brennelemente benötigt. Das ukrainische Energieministerium teilte mit, dass das AKW-Gelände für den Fall erneuter Angriffe mit Notstromquellen ausgestattet sei.



Die Ukraine verteidigt sich nun seit fast vier Jahren gegen russische Aggression, und zu den Kampfhandlungen gehören auch Luftangriffe beider Seiten. Zugleich hat die russische Armee seit dem Herbst ihre Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur erneut intensiviert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief in der vergangenen Woche wegen der russischen Angriffe den Notstand im Energiesektor aus. Energieminister Denys Schmyhal erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Ukraine inzwischen kein einziges vollständig funktionsfähiges Kraftwerk mehr habe. In der Nacht auf Dienstag führten die Russen einen weiteren großangelegten Schlag gegen die ukrainische Energiewirtschaft aus.

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass die Kernkraftwerke Tschernobyl oder Saporischschja ohne externe Stromversorgung blieben. So berichteten die Ukrainer beispielsweise im vergangenen Oktober über eine Unterbrechung der Stromlieferung zum Kraftwerk in Tschernobyl infolge eines russischen Drohnenangriffs auf ein Umspannwerk in der Stadt Slawutytsch. Ohne Strom war zu dieser Zeit auch das von Russland besetzte Kernkraftwerk Saporischschja, die Kühlung seiner abgeschalteten Reaktoren wurde durch von Generatoren erzeugten Strom sichergestellt.

Im vergangenen Februar teilten die ukrainischen Behörden mit, dass ein russischer Drohnenangriff die neue Schutzhülle um den vierten Reaktor des Kraftwerks Tschernobyl beschädigt habe. Moskau wies damals die Verantwortung für den Angriff zurück.
Russland hatte das Kernkraftwerk Tschernobyl kurzzeitig nach seinem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 besetzt. Wenige Tage nach dem Einmarsch in das Nachbarland brachten die Russen auch das Kernkraftwerk Saporischschja unter ihre Kontrolle, das sie bis heute besetzen. Die Anlage befindet sich in der Nähe der Frontlinie, und beide Seiten beschuldigen sich seitdem gegenseitig, sie zu beschießen.

Quelle:
https://www.seznamzpravy.cz/clanek/zahr ... .seznam.cz
/gr/




Größter Einbruch seit mehreren Jahren, ČEZ-Aktien fallen
21.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny ČTK Seite: 2

Die Aktien des teilstaatlichen Unternehmens ČEZ verloren während des Dienstagshandels mehr als elf Prozent, was den größten Einbruch seit dem Jahr 2023 darstellte. Dahinter könnten Kommentare von Mitgliedern der tschechischen Regierung stehen, die ihre Bereitschaft zur Verstaatlichung des Unternehmens bestätigten. Darin waren sich Analysten einig, die von der Nachrichtenagentur ČTK befragt wurden. Ihrer Ansicht nach lässt sich auch ein Einfluss des bevorstehenden Börsengangs der Aktien der Czechoslovak Group an der Börse in Amsterdam nicht ausschließen.

Auslöser des Kursverfalls war ein Bericht der Investmentbank Morgan Stanley, die eine Empfehlung zur Reduzierung der Aktie im Portfolio mit einem Kursziel von 880 Kronen ausgab, sagte der XTB-Analyst Tomáš Cverna. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts lag der Kurs der ČEZ-Aktien an der Prager Börse bei 1.280 Kronen. Die Marktreaktion auf die Kommentare der Minister könne laut ihm paradox erscheinen, da Investoren zuvor die Aktienkurse in Erwartung eines Rückkaufs der Aktien durch den Staat nach oben getrieben hatten.

Hinter dem Kursrückgang könnten laut dem Broker Vladimír Vávra von Wood & Company mehrere Faktoren stehen. Vor allem habe der Industrieminister Karel Havlíček (ANO) am Wochenende den Regierungsplan zur Verstaatlichung des Unternehmens bestätigt. Er erwähnte zudem, dass der gesamte Prozess 18 bis 24 Monate dauern könne.
„Das könnte einen Teil der Investoren, insbesondere die spekulativen, verunsichert haben. Wenn die Regierung bereits in diesem Jahr mit dem Prozess beginnen wollte, müssten die einzelnen Schritte auf der Hauptversammlung im Juni zur Abstimmung stehen“, wies er hin. Investoren hätten die Informationen zudem so interpretieren können, dass in diesem Jahr keine Dividende ausgezahlt werde, ergänzte der Broker der Fio-Bank, Pavel Hadroušek.

Ein weiterer Faktor könne laut Vávra der Börsengang der Czechoslovak Group sein. Dieser werde zwar an der Börse in Amsterdam stattfinden, es sei jedoch möglich, dass ein Teil der regionalen Investoren durch den Verkauf der liquidesten tschechischen Aktie Platz für eine mögliche Beteiligung an diesem Prozess schaffe.

Cverna führte an, dass die Marktkapitalisierung von ČEZ am Dienstag um zwölf Prozent auf 611 Milliarden Kronen gesunken sei. Damit könnte ČEZ seine Position als tschechisches Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung verlieren und in dieser Position gerade durch die Czechoslovak Group ersetzt werden , die laut dem Analysten der Trinity Bank, Lukáš Kovanda, im Rahmen des für Freitag geplanten Börsengangs eine Marktkapitalisierung von rund 610 Milliarden Kronen anstrebt.
Die ČEZ-Aktien verzeichneten am Dienstag den größten Einbruch seit Ende Juni 2023, als sie jedoch erstmals ohne Anspruch auf die Rekorddividende gehandelt wurden, erinnerte Kovanda. Hinter dem außergewöhnlichen Kursrutsch lasse sich seiner Ansicht nach nicht nur die ungünstige Bewertung der Bank Morgan Stanley vom Montag oder die allgemein negative Stimmung an den Märkten gegenüber europäischen Aktien aufgrund der Drohung einer neuen Runde eines Handelskriegs Europas mit den USA erkennen.
/gr/



Sorgen vor einer Verstaatlichung? ČEZ-Aktien verlieren innerhalb von eineinhalb Tagen 15 Prozent
20.01.2026
Ekonomicky denik
Autor: David Tramba

Lange Zeit galt, dass ČEZ-Aktien das beste Sparkonto für kleine wie große Investoren sind. Der Kurs stieg über Jahre hinweg, dazu kam jedes Jahr eine Dividende. In dieser Woche kam es jedoch zu einem lange nicht gesehenen Absturz. Seit Montagmorgen sind die Aktien um 15,5 Prozent gefallen. Woher kommt plötzlich so viel Pessimismus?
Nach Informationen und Einschätzungen, die dir Zeitung Ekonomický deník von Investoren und Analysten gesammelt hat, hat diese Welle der Skepsis mindestens drei Gründe. Der erste sind Befürchtungen, dass die von der Regierung angekündigte Verstaatlichung von ČEZ möglicherweise nicht in einer Form erfolgen wird, die den Minderheitsaktionären zugutekommt. Größere Investoren verkaufen zudem, um Kapital für den Kauf von Aktien der Rüstungsgruppe CSG freizumachen. Die Marktstimmung wurde außerdem durch eine gesenkte Kursziel-Empfehlung der Analysten von Morgan Stanley belastet.

Aktien bei Analysten in Ungnade….
Die ČEZ-Aktien fielen am Dienstag um 13:30 Uhr auf bis zu 1.130 Kronen pro Stück. Laut Daten der Prager Börse sind die Aktien des teilstaatlichen Energiekonzerns damit so billig wie seit Ende April des vergangenen Jahres nicht mehr. Neben dem Kursverfall war der Dienstagshandel auch durch ein außergewöhnlich hohes Handelsvolumen gekennzeichnet. Bereits um halb zwei Uhr nachmittags überstieg es eine Milliarde Kronen. Üblicherweise liegt das tägliche Handelsvolumen von ČEZ-Aktien zwischen 100 und 400 Millionen Kronen.
Der Börseninvestor Jaroslav Šura weist darauf hin, dass der Dienstagshandel recht ungewöhnlich gewesen sei. Große Käufer, die den Kurs hätten stabilisieren können, seien vom Markt verschwunden. Zur Erinnerung: In den vergangenen Jahren kaufte etwa der Milliardär Pavel Tykač sowie mit ihm verbundene Personen ČEZ-Aktien. Auf der Verkäuferseite hingegen traten vergleichsweise viele Akteure auf. Als mögliche Gründe nennt Šura das Freimachen von Kapital durch Investoren für den Kauf von Aktien der Rüstungsgruppe CSG, aber auch Spekulationen über die Absicht der Regierung, den staatlichen Anteil an ČEZ auf 100 Prozent zu erhöhen.

Die meisten Analysten, insbesondere die ausländischen, halten die ČEZ-Aktien seit Langem für überbewertet. Ihre Kursziele bewegen sich überwiegend zwischen 800 und 1.050 Kronen je Aktie – und sinken zudem im Zeitverlauf. Ein Analyst der Finanzgruppe Morgan Stanley senkte am Montag das Kursziel von 900 auf 880 Kronen und sprach eine Verkaufsempfehlung für die ČEZ-Aktie aus. Seinen Rat nahmen offenbar einige größere Investoren ernst.

Kapital für CSG freimachen...
Viele bringen die Verkaufswelle der ČEZ-Aktien mit dem geplanten Börsengang von CSG in Zusammenhang. „Es scheint, als müsse heute jemand um jeden Preis aus einer Position aussteigen (wahrscheinlich aus einer profitablen). Auch der Gedanke liegt nicht ganz fern, dass Geld gesammelt und Spielraum für den am Freitag anstehende Börsengang der tschechischen CSG geschaffen wird“, schrieb der Investor und Analyst Michal Šnobr im Netzwerk X.
Am Dienstag, dem 20. Januar, begann nämlich die lange erwartete Primäremission (IPO) der Aktien der Rüstungsgruppe CSG. Der Handelsstart an der Börse in Amsterdam soll am Freitag erfolgen. Laut Mitteilung von CSG werden in der Basisphase Aktien im Wert von rund 3,3 Milliarden Euro platziert; es handelt sich um eine Kombination aus neu ausgegebenen und bestehenden Aktien. Die Transaktion bewertet die CSG-Gruppe mit rund 25 Milliarden Euro (608 Milliarden Kronen). Der Eigentümer von CSG, Michal Strnad, festigt damit seine Spitzenposition unter den reichsten tschechischen Unternehmern.

Verstaatlichung: Die Absicht ist klar, die Form nicht….
Während CSG gerade an die Börse geht, könnte ČEZ sie in zwei oder drei Jahren verlassen. Die Regierung von Premierminister Andrej Babiš (ANO) will nämlich die vollständige, also hundertprozentige Kontrolle über ČEZ erlangen – insbesondere über den Schlüsselbereich der Stromerzeugung in Kern-, Kohle- und anderen Kraftwerken. Der Staat hält derzeit rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien, der Rest befindet sich im Besitz von Minderheitsaktionären. Dabei handelt es sich um ein breites Spektrum, das große Investment- und Pensionsfonds, Versicherungen, Banken sowie private Anleger aus Tschechien und dem Ausland umfasst.
Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) erklärte am Sonntag, dass die Regierung in den kommenden Monaten den Prozess zur Übernahme der Kontrolle über ČEZ einleiten werde. Dieses Jahr solle den Vorbereitungen dienen, die eigentliche Erhöhung des staatlichen Anteils an ČEZ auf 100 Prozent werde vermutlich erst im nächsten Jahr erfolgen. Details wollte Havlíček nicht nennen, da solche Informationen den Aktienkurs an der Börse beeinflussen und zu Spekulationen führen könnten. Hinzuzufügen ist, dass genau dies in den vergangenen Tagen geschehen ist.
Autor: David Tramba

Quelle: https://ekonomickydenik.cz/akcie-cez-spadly-15-procent/
/gr/



Das Kernkraftwerk Tschernobyl hat seine Stromversorgung verloren
21.01.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník (ČTK)
Rubrik: 24 Stunden in der Welt

Kiew – Das Kernkraftwerk Tschernobyl hat seine gesamte externe Stromversorgung verloren, teilte gestern der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, mit. In diesem Zusammenhang verwies er auf umfangreiche militärische Aktivitäten, die seiner Aussage nach mehrere ukrainische Umspannwerke betroffen haben, die für die nukleare Sicherheit von entscheidender Bedeutung sind.
„Die IAEO verfolgt die Entwicklung der Lage aktiv, um die Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit zu bewerten“, fügte Grossi hinzu.
/gr/



Dukovany: Die Region plant ein weiteres Seniorenheim für 120 Bewohner
21.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES (rtd) Seite 10

Rouchovany
Die Gemeinde Rouchovany plant in Zusammenarbeit mit der Region Vysočina den Bau eines neuen Seniorenheims mit einer Kapazität von 120 Betten. Die Einrichtung soll sowohl auf den Mangel an stationären sozialen Dienstleistungen in der Region als auch auf den erwarteten Bevölkerungszuwachs im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany reagieren. Der Betrieb des neuen Heims soll im Jahr 2030 aufgenommen werden.

Das Seniorenheim wird stationäre Pflegeleistungen, eine Einrichtung mit besonderem Betreuungsregime, eine Tagespflege sowie Kurzzeit- und Entlastungspflege anbieten. Die Grundstücke stellt die Gemeinde zur Verfügung, die Region erarbeitet den Investitions- und Betriebsplan.

Gleichzeitig plant die Region, die Kapazitäten sozialer Dienstleistungen auch in weiteren Städten der Vysočina auszubauen. „Innerhalb von drei Jahren wird es in der Region 600 bis 1.000 neue Plätze geben“, sagte der südmährische Landeshauptmann Martin Kukla.
/gr/



Zweiter Reaktordruckbehälter in Hinkley Point C eingetroffen
Autor: Jiří Puchnar
20. Januar 2026, oenergetice.cz

Das Kernkraftwerk Hinkley Point C in der britischen Grafschaft Somerset hat den zweiten Reaktordruckbehälter übernommen. Der erste Druckbehälter traf bereits im Jahr 2023 auf der Baustelle ein und ist inzwischen im Primärkreislauf des ersten Blocks installiert.

Die Lieferung des zweiten Druckbehälters stellt einen wichtigen Meilenstein für den zweiten Block des Kraftwerks Hinkley Point C dar. Es handelt sich um eine Schlüsselkomponente des Primärkreislaufs, die den Reaktorkern enthält und die Bedingungen für eine kontrollierte Kernspaltungsreaktion sicherstellt.

Jeder Block soll über eine installierte Leistung von etwa 1.600 MWe verfügen, womit die Stromerzeugung theoretisch den Bedarf von rund drei Millionen Haushalten decken könnte.
Der gelieferte Reaktordruckbehälter ist ein massiver Schmiedekörper aus hochfestem Stahl mit einer Länge von rund 13 Metern und einem Gewicht von etwa 500 Tonnen. Der Innendurchmesser des Reaktordruckbehälters beträgt ungefähr 4,9 Meter, die Wandstärke etwa 25 Zentimeter.

Fortschritt der Arbeiten an den Reaktorblöcken...
Am ersten Block ist der Bau inzwischen in die Phase der Installation von Rohrleitungen, Verkabelungen und technologischen Anlagen übergegangen. Beim zweiten Block liegt der Schwerpunkt derzeit auf der Fertigstellung der Bauobjekte, nachdem im Juli des vergangenen Jahres die Kuppel des Reaktorgebäudes erfolgreich montiert worden war.

Nach Angaben von EDF gelingt es dank Innovationen und der beim Bau des ersten Blocks gewonnenen Erfahrungen, den zweiten Block um 20 bis 30 Prozent schneller zu errichten. Der Anteil der Vorfertigung nähert sich dabei 60 Prozent.

Transport vom Werk in Frankreich bis zur Baustelle….
Der Druckbehälter wurde aus dem Werk Framatome Saint Marcel in Frankreich ausgeliefert. Anschließend wurde er in den Hafen Avonmouth Docks bei Bristol transportiert und von dort per Lastkahn zum Umschlagplatz Combwich Wharf am Fluss Parrett in der Grafschaft Somerset gebracht.
Den letzten Abschnitt bildete eine rund sechsstündige Straßenfahrt über eine Strecke von vier Meilen (etwa 6,4 Kilometer) unter Einsatz eines Schwerlasttransporters bis zur Baustelle des Kraftwerks.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ey-point-c
/gr/







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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Ausgewählte Zeitungsartikel aus Tschechien zum Thema Energie vom 22.Januar 2026:

Inhalt:

Ohne Qualität und Preis wird es nicht gehen. Havlíček drängt tschechische Unternehmen nach Dukovany.
Die EU hat sich bislang nicht von der Abhängigkeit von russischem Uran befreit. Tschechien hat sich Vorräte gemacht.
Die Märkte hat der Kurssturz der ČEZ-Aktie überrascht. Kaufen, verkaufen – oder lieber die Finger davon lassen?
Wer verdient an der Verstaatlichung von ČEZ? Die größten Gewinner werden Spekulanten sein.
Japaner nahmen einen nach Fukushima stillgelegten Reaktor wieder in Betrieb.
Das japanische Unternehmen TEPCO nahm den nach Fukushima stillgelegten Kernreaktor wieder in Betrieb.
Deutscher Bundeskanzler: Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein grundlegender strategischer Fehler

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Ohne Qualität und Preis wird es nicht gehen. Havlíček drängt tschechische Unternehmen nach Dukovany
Autorin: Sofie Krýžová
21. Januar 2026 , Seznam Zpravy

Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček will die Agenda im Zusammenhang mit der Beteiligung der tschechischen Industrie am Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany einem speziellen Beauftragten übertragen. Er ist nämlich mit dem bisherigen Anteil tschechischer Unternehmen an dem Auftrag unzufrieden.

Das südkoreanische Unternehmen KHNP hat in Prag erneut Gespräche mit tschechischen Firmen geführt, die sich am Bau des Kraftwerks Dukovany beteiligen könnten. Von dem gesamten Auftrag sollen sich inländische Subunternehmer mindestens 60 Prozent sichern. Bereits jetzt sollten tschechische Subunternehmer jedoch 30 Prozent der Lieferungen zugesagt bekommen haben. Der Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) ist mit den Ergebnissen der Gespräche jedoch nicht zufrieden.

„Ich bin mit der Beteiligung der tschechischen Industrie nicht zufrieden. Sie liegt bei irgendwo um die 20 Prozent, weitere zehn Prozent befinden sich in der Phase ‚wir werden uns mögen und vielleicht liefern wir noch etwas‘. Und das wollen wir schrittweise ändern, deshalb führen wir sehr ernsthafte Gespräche mit dem koreanischen Lieferanten KHNP“, erklärte Havlíček.

Auch deshalb will er diese Agenda direkt an sich und sein Ressort ziehen und sie einer konkreten Person anvertrauen. „Ich werde einen speziellen Beauftragten, einen Manager haben, der alle Ausschreibungen detailliert erfasst und genau weiß, was geliefert werden kann“, sagt Havlíček. Wer diese Rolle übernehmen könnte, ist bislang unklar. Kandidaten für den Posten hat Havlíček noch nicht vorgestellt.

Die Kontrollen sollen recht detailliert sein. Bewertet werden sollen einzelne Produkte ebenso wie die Unternehmen, die sich an die Ausschreibungen angemeldet haben, aber auch, ob die Interessenten rechtzeitig über die Vergabeverfahren informiert wurden und wie sie darin abgeschnitten haben.
„Wenn tschechische Unternehmen in einer Ausschreibung nicht erfolgreich sind, will ich wissen, warum – ob es an der Qualität oder am Preis lag. Auch tschechische Firmen werden erklären müssen, warum sie keinen angemessenen Preis oder kein Produkt in entsprechender Qualität angeboten haben“, sagt Havlíček.


Der Minister sieht jedoch keinen Grund, warum inländische Lieferanten bei den Koreanern nicht erfolgreich sein sollten, sofern sie qualitativ hochwertige Produkte anbieten und zugleich nicht teurer sind als koreanische Unternehmen.
„Wir sind sogar bereit, auf Ebene des Industrie- und Handelsministeriums ein spezielles Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen auszuschreiben, das ihnen helfen würde, die von den Koreanern geforderten Qualitätsmanagementsysteme zu finanzieren“, beschreibt Havlíček.

Das Unternehmen Elektrárna Dukovany II (EDU II) kann in die Ausschreibungen eingreifen. Es kann Subunternehmer sowohl ergänzen als auch streichen, falls diese problematisch sein sollten.

„Es ist natürlich sehr wichtig, dass tschechische Unternehmen dabei sind. Ein Aspekt ist der unmittelbare, weil hier produziert wird und Steuern gezahlt werden. Der Multiplikationseffekt dieses Baus wird groß sein, aber für uns als zukünftigen Betreiber ist auch wichtig, dass wir hier ein Unternehmen haben, das das Kraftwerk baut und es anschließend auch betreiben, warten usw. kann. Das ist für uns sehr wichtig“, sagt Petr Závodský, Genraldirektor von EDU II.

„Damit eine Firma Subunternehmer werden kann, sollte sie sich über unser System registrieren. Bisher haben sich darüber 84 Unternehmen registriert“, sagt Harry Chang, Projektleiter und Vizepräsident von KHNP.

KHNP empfiehlt den Unternehmen, sich so früh wie möglich im KHNP-System zu registrieren. „Im dritten oder vierten Quartal beginnen die Ausschreibungen, die bis ins nächste Jahr hinein fortgesetzt werden“, sagt Chang.

Nach Angaben von Závodský könnten sich an den Lieferungen für die neuen Kernkraftwerksblöcke Hunderte tschechische Unternehmen beteiligen. „Allein KHNP wird etwa 220 Ausschreibungen durchführen, sodass dort Potenzial für 220 Unternehmen besteht, plus weitere Firmen, die beispielsweise unter Doosan Škoda Power tätig sein werden. Manche Unternehmen werden wirklich nur kleine Lieferungen haben, aber es werden Hunderte sein“, erläutert Závodský.
Im vergangenen Jahr schloss KHNP neun Vorverträge ab, darunter Vereinbarungen etwa mit Doosan Škoda Power, Škoda JS, ZAT, Metrostav und weiteren Unternehmen. In diesem Jahr will KHNP weitere Verträge mit mehr als 20 inländischen Lieferanten abschließen.

Wer baut das neue Temelín?...
Vor zwei Jahren gewann das koreanische Unternehmen nicht nur die Ausschreibung für Dukovany, sondern setzte sich mit seinem Angebot auch für zwei weitere Kernkraftwerksblöcke durch, die später in Temelín entstehen sollen. Für deren Lieferung gibt es im Vertrag mit EDU II eine Option, die jedoch nicht verbindlich ist.
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Der Industrieminister hatte bereits im vergangenen Jahr angedeutet, dass KHNP den Bau eines weiteren Kernenergieprojekts in Tschechien nicht sicher hat. Havlíček will nämlich auch die Angebote für den dritten und vierten Block in Temelín von den konkurrierenden Unternehmen bewerten, die in der Dukovany-Ausschreibung unterlegen waren – vom französischen Konzern EDF und vom US-Unternehmen Westinghouse.

„Wir bereiten für die Regierung Unterlagen für den Bau neuer Blöcke in Temelín vor, damit sie alle Entscheidungsgrundlagen hat, ob auch die Arbeiten in Temelín fortgesetzt werden. Ich möchte dem Ergebnis nicht vorgreifen. Wenn wir uns jedoch unsere Energiebilanz und das anschauen, was uns in den kommenden Jahren erwartet, ist es wahrscheinlich, dass es in Temelín weitergeht“, sagte Havlíček.

Es liegt nämlich an der Entscheidung der Regierung, ob die Option gezogen wird und Temelín von KHNP gebaut wird, oder ob anderen Lieferanten die Möglichkeit gegeben wird, ein günstigeres Angebot vorzulegen. „Es ist die Frage, ob die Unternehmen, die in unserer Ausschreibung nicht erfolgreich waren – Westinghouse und EDF –, bereit sein werden, bessere Bedingungen anzubieten als jene, die wir in der Option mit KHNP haben“, sagt Závodský.

Die Option gilt zwar fünf Jahre, doch damit sie Vorteile bringt, wenn derselbe Lieferant sowohl Temelín als auch Dukovany baut, sollte innerhalb von drei Jahren darüber entschieden werden.
„Es ist natürlich und logisch, dass KHNP als Hauptkandidat für das Dukovany-Projekt auch den Auftrag für Temelín erhalten sollte, da uns dies bei der Umsetzung des Projekts mehr Synergien bei Genehmigungen und Lizenzierungen bringen und Kosteneinsparungen ermöglichen würde. Wir bereiten uns auch auf Temelín vor“, erklärte Chang.

Offen ist auch die Finanzierung der neuen Dukovany-Blöcke. Das staatliche Darlehen wird weiterhin von der Europäischen Kommission geprüft, und ohne deren Zustimmung kann sich der Staat finanziell nicht am Bau des neuen Kraftwerks beteiligen. Derzeit muss sich EDU II daher bei Banken finanzieren. Obwohl die Notifizierung der Finanzierung durch die Europäische Kommission eigentlich bereits in diesem Jahr abgeschlossen sein sollte, wird sie nach Angaben von Havlíček erst im Jahre 2027 erfolgen.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... rem-296967
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Die EU hat sich bislang nicht von der Abhängigkeit von russischem Uran befreit. Tschechien hat sich Vorräte gemacht
iDNES.cz, ČTK
21. Januar 202

Den Staaten der Europäischen Union ist es auch fast vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine nicht gelungen, sich vollständig von der Abhängigkeit von russischem angereichertem Uran zu lösen. Im Jahr 2024 importierten sie 23 Prozent davon aus Russland. Das Vorgehen unterscheidet sich jedoch von Land zu Land.

Während Schweden russischen Brennstoff vollständig abgelehnt hat, halten andere Länder die Importe auf einem Niveau nahe dem Vorkriegsstand aufrecht, und einige haben sogar Vorräte an russischem Brennstoff angelegt, berichtete die Website der Zeitung *Financial Times* (FT).

Dies betrifft auch Tschechien, wo laut Daten von Eurostat die Importe russischer nuklearer Brennstäbe zwischen den Jahren 2022 und 2024 sogar von 86,8 Millionen Euro (2,1 Milliarden Kronen) auf 303,3 Millionen Euro (7,37 Milliarden Kronen) gestiegen sind.

Die Unternehmen Urenco und Orano, führende westliche Uranproduzenten, bauen neue Anreicherungskapazitäten auf. Die Nachfrage nach CO₂-armer Energie hat in Nordamerika und Europa zu einer Rückkehr der Kernenergie geführt.

„Russland nutzt die Urananreicherung als geopolitisches Instrument“, sagte der Geschäftsführer des US-Unternehmens Urenco, Boris Schucht, gegenüber der Zeitung FT.

„Man kann hier eine starke Parallele zu den Seltenen Erden ziehen“, sagte der Chef des französischen Unternehmens Orano, Niclas Maes, mit Blick auf die Abhängigkeit Europas von chinesischen Lieferungen von Rohstoffen, die in Technologien von Windturbinen bis hin zu Elektroautos eingesetzt werden. „Es liegt an den Politikern zu entscheiden, welches Niveau sie zu akzeptieren wollen“, fügte er hinzu.

Orano investiert 1,7 Milliarden Euro (41,4 Milliarden Kronen) in den Ausbau der Anreicherungsanlage Tricastin in Frankreich, während Urenco seine Kapazitäten in den Niederlanden erhöht. Ein großer Teil der neuen Produktion ist jedoch bereits im Voraus von US-Unternehmen vertraglich gebunden. Diese bereiten sich auf ein vollständiges Verbot der Einfuhr von russischem Uran in die USA ab dem Jahr 2028 vor.

Das Verbot wurde im Jahre 2024 von der Regierung des ehemaligen Präsidenten Joe Biden durchgesetzt. Bis zum Jahr 2028 können jedoch Ausnahmen gewährt werden. Die EU verfügt über keinen vergleichbaren Plan. „Ohne einen klaren Plan riskieren wir, jahrzehntelang von russischem Brennstoff abhängig zu bleiben“, behauptet Maes.

Die Europäische Union hat zwar ihre Absicht angekündigt, russische nukleare Brennstoffe und Technologien zu verbieten, doch bleibt der Vorschlag politisch sensibel. Laut der Zeitung FT ist er ausgearbeitet, seine Verabschiedung wird jedoch durch den Widerstand einiger Mitgliedstaaten, insbesondere Ungarns und der Slowakei, blockiert.

„Unter den Betreibern von Kernreaktoren stellt sich weiterhin die Frage, ob sich die Beziehungen zu Russland wieder normalisieren werden, weshalb sie nicht bereit sind, langfristige Lieferverträge mit Orano und Urenco abzuschließen, die weiterhin teurer sind als russische Verträge“, fügte Meyer hinzu.

Schucht erklärte, Urenco benötige von der Politik klare Informationen darüber, was die Unternehmen von ihr erwarten. Die „alternde Flotte“ von Urenco erfordere Investitionen, und das Unternehmen müsse wissen, welche Kapazitäten es planen solle, sagte er. „Wir brauchen klare Signale vom Markt“, ergänzte er.

Russland kontrolliert über den staatlichen Konzern Rosatom rund 44 Prozent der weltweiten Kapazitäten. Neue alternative Quellen entstehen nur langsam.

„Man kann nicht einfach auf den Markt kommen und einen anderen Lieferanten finden, denn der Aufbau von (Kapazitäten) dauert eine gewisse Zeit“, sagte der Analyst Ben McWilliam vom Brüsseler Thinktank Bruegel.

Quelle: https://www.idnes.cz/ekonomika/zahranic ... nicni_fohl
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Die Märkte hat der Kurssturz der ČEZ-Aktie überrascht. Kaufen, verkaufen – oder lieber die Finger davon lassen?
22.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny
Autor: David Busta

Aktienmärkte – Es gibt gleich mehrere Theorien darüber, warum die Aktien des tschechischen Energieunternehmens zu Wochenbeginn stark gefallen sind. Ein Teil der Analysten sieht den Kurs noch deutlich tiefer. Für andere ist dies hingegen eine Gelegenheit zur Investition.
Schon lange haben tschechische Investoren an der Prager Börse nicht mehr so viel Bewegung erlebt. Die Aktien des Energieunternehmens ČEZ brachen zu Beginn der Woche um fast 15 Prozent ein. Kein Wunder also, dass zahlreiche Theorien über die Ursachen des Rückgangs kursieren, von denen einige bis an die Grenze von Verschwörungstheorien reichen. Angesichts der aktuellen Kurse stellt sich jedoch wohl jeder die Frage, ob jetzt nicht der richtige Zeitpunkt zum Kauf ist. Die Zeitung Hospodářské noviny hat deshalb Experten befragt und bringt eine Analyse mit Antworten.
Eine häufig genannte Theorie besagt, dass der Kurssturz durch die Worte von Minister Karel Havlíček am Sonntag im Tschechischen Fernsehen über die geplante Verstaatlichung von ČEZ ausgelöst oder zumindest begünstigt worden sein könnte. „Es ist ein Prozess für eineinhalb bis zwei Jahre. Die Hauptarbeit wird nicht im Jahr 2026 stattfinden, aber das bedeutet nicht, dass keine konkreten vorbereitenden Schritte beginnen werden“, sagte der Minister.

Nach Ansicht einiger Analysten könnte gerade dieser zweijährige Zeitrahmen für manche Investoren zu lang gewesen sein. Minderheitsaktionäre glauben seit Langem, dass der Staat ihre Anteile zu einem fairen Preis aufkaufen wird, und bei einem Teil von ihnen könnte die Geduld inzwischen erschöpft sein. Gleichzeitig könnten sie die Aussagen über Vorbereitungen noch in diesem Jahr so interpretiert haben, dass im Jahre 2026 keine Dividende von ČEZ ausgezahlt wird. Über die Auszahlung und eine mögliche Höhe der Dividende will ČEZ im März bei der Präsentation der Ergebnisse für das vergangene Jahr informieren. Tatsache ist jedoch, dass Havlíček nichts grundlegend Neues gesagt hat.
Dass sich der Prozess über zwei Jahre hinziehen werde, hatte er bereits im vergangenen November in einem Interview mit der Zeitung HN erwähnt. Wie jedoch der Analyst Radim Dohnal von Capitalinked anmerkt, könnten Investoren, die auf eine baldige Verstaatlichung hoffen, auch durch Informationen aus der neuen wirtschaftspolitischen Strategie der Regierung verunsichert worden sein. Diese nennt als Termin für die Restrukturierung von ČEZ das Jahr 2029. „Man muss daran erinnern, dass die Regierung nun einen Termin für die Verstaatlichung bis zum Jahr 2029 nennt, und auch das könnte die Verfechter der Verstaatlichung enttäuscht haben“, meint Dohnal. Noch immer ist zudem unklar, wie eine staatliche Übernahme von ČEZ konkret ablaufen soll. Im Regierungsprogramm heißt es, dass der Staat nur die Erzeugung übernehmen werde, während etwa Verteilung und Handel weiterhin börsennotiert bleiben sollen.
Havlíček stellte dies jedoch in dem erwähnten Interview infrage, als er sagte, der Staat könne ČEZ vollständig übernehmen und den nichtproduzierenden Teil erst von der nächsten Regierung wieder an die Börse bringen. „Ich glaube nicht, dass politische Kommentare über einen Aufkauf im Horizont von 18 bis 24 Monaten die Aktie wesentlich beeinflusst haben. Das wurde bereits vor den Wahlen gesagt und ist keine Überraschung. Vielmehr herrscht Unsicherheit darüber, wie das Ganze ablaufen soll – falls es überhaupt dazu kommt“, sagt Bohumil Trampota, Analyst der Bank Komerční banka

Wo sonst nach Ursachen suchen?….
Eine weitere Theorie besagt, dass der aktuelle Kursrückgang durch Investoren ausgelöst wurde, die Gewinne realisierten, um Kapital in den Rüstungskonzern CSG zu investieren, bei dem derzeit ein Börsengang läuft und dessen Aktien ab Freitag gehandelt werden sollen. Der gesamte Prozess verlief dabei überraschend schnell, da der Prospekt erst am Dienstag veröffentlicht wurde. „Einer der Gründe könnte sein, dass einige tschechische Family Offices oder andere große Investoren ČEZ verkaufen, um Liquidität für den Kauf eines Anteils an CSG freizumachen“, meint Investor Peter Kňazeje. Auch Trampota stimmt dem möglichen Einfluss von CSG zu. Welche Rolle der Börsengang von CSG tatsächlich gespielt hat, dürften die kommenden Tage zeigen.
Zu den drei genannten Theorien kommt noch der potenzielle Einfluss des am Montag veröffentlichten Kursziels von Morgan Stanley für die ČEZ-Aktie hinzu, das bei 880 Kronen liegt. Am Montag wurde die Aktie noch zu 1337 Kronen gehandelt, dann folgte ein Absturz, der erst am Mittwochvormittag bei 1086 Kronen je Aktie stoppte. Am Ende des Handelstages schloss die Aktie jedoch mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 1160 Kronen. Auch das liegt aber deutlich über den Einschätzungen von Morgan Stanley und anderer Analysten. Diese geben laut Daten der Agentur Bloomberg im Durchschnitt ein Kursziel von 896 Kronen an. Ihrer Ansicht nach ist die ČEZ-Aktie also reif für einen weiteren deutlichen Rückgang. Nach Meinung des Senior-Analysten Bram Buring von Wood & Co. sind Kursziele relevant, da sie Investoren einen fundamentalen Blick auf den inneren Wert der Aktie ohne den Einfluss externer Faktoren wie Regierungspläne oder spekulative Käufe bieten.
„Der Markt ist sich vollkommen bewusst, dass der Aktienkurs seit längerer Zeit von verschiedenen externen Faktoren beeinflusst wird, etwa von der für den Zeitraum 2023–2025 eingeführten Übergewinnsteuer, von unterschiedlichen Plänen der letzten beiden Regierungen zur Verstaatlichung der Produktionsanlagen von ČEZ oder von Kapitalströmen im Zusammenhang mit Käufen wohlhabender privater Investoren“, erklärt Buring, der das Kursziel auf 823 Kronen schätzt.

Fortsetzung von Seite 1...
Es stimmt, dass ČEZ – wie andere Energieunternehmen – während der Energiekrise Rekordgewinne erzielte. Mit der allmählichen Beruhigung des Marktes verdient der Konzern jedoch immer weniger. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres sank der bereinigte Nettogewinn, der für die Dividendenhöhe entscheidend ist, im Jahresvergleich um 1,5 Milliarden Kronen auf 21,5 Milliarden. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Gewinn zwischen 26 und 28 Milliarden Kronen gegenüber 31,8 Milliarden im Jahr 2024.
Wie steht ČEZ tatsächlich da?….
Am allmählichen Rückgang dürfte sich auch in den kommenden Jahren wenig ändern. In den langfristigen Verträgen, in denen ČEZ Strom für die kommenden Jahre verkauft, sinkt der Preis schrittweise, ebenso wie die Erwartungen an die Erträge des Konzerns. Für dieses Jahr hat ČEZ den Großteil des Stroms zu 94 Euro pro Megawattstunde verkauft, für das Jahr 2027 nur noch zu 83 Euro. Ein Anzeichen für eine Trendwende könnte zwar der in den letzten Tagen stark gestiegene Erdgaspreis sein, von dem sich auch der Strompreis ableitet. Wahrscheinlich handelt es sich jedoch nur um eine saisonale, winterliche Schwankung. „Vor allem Lieferungen für längere Zeiträume von 2027 bis 2029 haben keine großen Veränderungen erfahren“, sagt Jakub Odložilík, Chef des Energieversorgers Tedom.

Langfristig wird ČEZ zudem weniger Strom produzieren. Die Kohlekraftwerksflotte des Konzerns wird zwar als letzte in Tschechien stillgelegt, ein Betrieb weit über das Jahr 2030 hinaus ist jedoch nicht vorgesehen. Bereits in diesem Jahr wird sich die Stilllegung des Kraftwerks Dětmarovice und der Verkauf von Kohleanlagen in Polen auf das Volumen der fossilen Produktion auswirken. Die wegfallende Kohle soll durch neue Gaskraftwerke ersetzt werden, doch ist unklar, wie schnell diese gebaut werden können. Damit hängt auch ein weiterer Faktor zusammen, der die Fähigkeit des Konzerns beeinflussen wird, in absehbarer Zeit Dividenden auszuschütten. ČEZ stehen massive und unvermeidliche Investitionen bevor – nicht nur in Gaskraftwerke, sondern auch in Kernenergie, erneuerbare Quellen, die Dekarbonisierung der Fernwärme sowie die Modernisierung des Verteilnetzes. Innerhalb von fünf Jahren plant der Konzern Investitionen in Höhe von 427 Milliarden Kronen.

Mit den genannten Kurszielen sind jedoch viele Investoren nicht einverstanden und haben eine deutlich andere Sicht auf die Perspektiven von ČEZ. „Die Prognose der Strompreise ist hier natürlich entscheidend. Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber den Vorjahren liegt der Strompreis in den Forward-Kontrakten weiterhin hoch genug, um solide Gewinne zu erzielen. Angesichts der Abschaltung weiterer emissionsintensiver Quellen in naher Zukunft erwarte ich keinen Einbruch der Preise für Strom-Forwards und damit eine solide Profitabilität von ČEZ“, sagt der Portfolio-Manager Michal Semotan von J&T Investiční společnost.
„Der Rückgang von ČEZ erfolgte paradoxerweise zu einer Zeit, in der Investoren diesen Sektor weltweit suchen. In den kommenden Jahren wird die Nachfrage nach Energiequellen auch aufgrund des KI-Booms dramatisch steigen“, betont Pavel Hadroušek, Broker der Fio banka.

ČEZ-Aktien erleben eine wilde Woche
Am Montag und Dienstag verloren die ČEZ-Aktien fast 15 Prozent ihres Wertes, am Mittwoch stoppte der Aktienabsturz, und die Aktien legten um 2,2 Prozent zu. Was die Ursache dieser wilden Fahrt ist, weiß niemand genau.
Quelle: Prager Börse
david.busta@hn.cz
/gr/



Wer verdient an der Verstaatlichung von ČEZ? Die größten Gewinner werden Spekulanten sein
22.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autorin: Diana Fatiková

Was auch immer das tatsächliche Ziel des Aufkaufs und des Hinausdrängens der Minderheitsaktionäre von ČEZ sein kann – die Regierung wird Mittel für rund 30 Prozent der Aktien aufbringen müssen. Das Problem liegt in der Festlegung des Preises, zu dem eine solche Transaktion stattfinden soll. Der Industrieminister Karel Havlíček ließ verlauten, der Wert der Transaktion werde sich „nach dem Aktienkurs zu diesem Zeitpunkt“ richten. Was hindert also die aktuelle spekulative Welle daran, den Preis für den Käufer um Dutzende bis Hunderte Kronen je Aktie in die Höhe zu treiben?
Die Aussage von Minister Havlíček, der Aufkauf werde „keine erhebliche Belastung für das Unternehmen oder den Staatshaushalt darstellen“, kann kaum ernst genommen werden. Sollte sich nämlich selbst die untere Grenze der Kostenschätzung in Höhe von 250 Milliarden Kronen als zutreffend erweisen, stünde der Staat vor einer gewaltigen Ausgabe, die sich irgendwo drastisch bemerkbar machen müsste. So würde der Staatshaushalt beispielsweise sehr wahrscheinlich für viele Jahre auf die regelmäßige Dividende verzichten – rund 30 Milliarden Kronen jährlich. Würde die Last eines derart durchgeführten Aufkaufs von der ČEZ-Gruppe selbst getragen, ließe sich ein Einbruch der Investitionen des Unternehmens in die Erneuerung und den Ausbau der Erzeugungskapazitäten kaum vermeiden.

Vom Aufkauf der Minderheitsaktionäre profitieren daher eindeutig nur jene, die die ČEZ-Aktien zu einem niedrigeren Preis erworben haben, als zu dem die Aktien des Energiekonzerns derzeit an der Börse gehandelt werden. Die Entwicklung an der Börse zeigt, dass sich zu den langfristigen Eigentümern starkes Kapital gesellt hat, das auf einen Aufschlag im Rahmen des Aufkaufs spekuliert.

Keine gute Nachricht ist auch, dass viele Minderheitsaktionäre, insbesondere Privatanleger, die Aktien mit einem langfristigen Vorhaben erworben haben. Diese wird der Aufkaufpreis selbst mit Bonus kaum interessieren, da auch ein in die Höhe getriebener Preis ihnen nicht die Bedeutung ersetzen kann, die eine solche strategische Lebensinvestition für sie hat.
Findet die Regierung nicht den Mut, offen zu sagen, dass derzeit nicht der richtige Zeitpunkt für einen solchen Schritt ist, steht uns ein bemerkenswerter energiepolitischer Kurswechsel bevor, dessen Ausmaß allenfalls mit der Solaraffäre des Jahres 2010 vergleichbar ist – deren Folgen Verbraucher wie Staatshaushalt bis heute bezahlen.
Die Autorin ist Analystin bei InvestaGo.
/gr/



Japaner nahmen einen nach Fukushima stillgelegten Reaktor wieder in Betrieb
22.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny ČTK, Seite 2

Das japanische Unternehmen Tokyo Electric Power Company Holdings (TEPCO) hat am Mittwoch trotz anhaltender öffentlicher Bedenken einen Kernreaktor im Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, dem größten Kernkraftwerk der Welt, wieder in Betrieb genommen. Es ist das erste Mal seit der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima im Jahr 2011, nach der Japan seine Atomreaktoren vorübergehend vom Netz nahm. Darüber berichten Nachrichtenagenturen.

Der Start des Reaktors war ursprünglich für Dienstag geplant, musste jedoch wegen technischer Probleme verschoben werden. In dem Kraftwerk befinden sich sieben Reaktoren, am Mittwoch wurde Reaktor Nummer 6 wieder angefahren. Er wurde um 19:02 Uhr der Ortszeit in Betrieb genommen.

Vor dem Unfall in Fukushima verfügte Japan über 54 aktive Reaktoren in verschiedenen Teilen des Landes, und rund 30 Prozent des in Japan erzeugten Stroms stammten aus Kernenergie. Nach dem verheerenden Erdbeben und der gewaltigen Tsunamiwelle versagten die Kühlsysteme der Reaktoren im Komplex Fukushima Daiichi, und radioaktive Stoffe gelangten in die Atmosphäre, was die Evakuierung Hunderttausender Menschen erforderlich machte. Japan schaltete daraufhin vorübergehend alle Reaktoren im Land ab und begann ab dem Jahr 2015, nur jene wieder in Betrieb zu nehmen, die strengere Sicherheitsanforderungen erfüllten.

Der Unfall von Fukushima hatte weitreichende Auswirkungen; so änderte etwa die deutsche Regierung infolge der Katastrophe ihre Haltung zur Kernenergie grundlegend.
/gr/




Das japanische Unternehmen TEPCO nahm den nach Fukushima stillgelegten Kernreaktor wieder in Betrieb
ČTK
21. Januar 2026, oenergetice.cz

Das japanische Unternehmen Tokyo Electric Power Company Holdings (TEPCO) hat heute trotz anhaltender öffentlicher Bedenken einen Kernreaktor im Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, dem größten Kernkraftwerk der Welt, wieder in Betrieb genommen. Es geschah damit erstmals seit der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima im Jahr 2011, nach der Japan seine Atomreaktoren vorübergehend vom Netz genommen hatte. Darüber informierten die Nachrichtenagenturen.

Die Inbetriebnahme des Reaktors war ursprünglich für Dienstag geplant, musste jedoch aufgrund technischer Probleme etwas verschoben werden. In dem Kraftwerk befinden sich sieben Reaktoren, heute wurde Reaktor Nummer 6 wieder angefahren. Er wurde um 19:02 Uhr Ortszeit (11:02 Uhr MEZ) gestartet.

Vor dem Unfall in Fukushima verfügte Japan über 54 aktive Reaktoren in verschiedenen Teilen des Landes, und etwa 30 Prozent der erzeugten Elektrizität stammten aus Kernenergie. Nach dem verheerenden Erdbeben und der gewaltigen Tsunamiwelle versagten die Kühlsysteme der Reaktoren im Komplex Fukushima Daiichi, und radioaktive Stoffe gelangten in die Atmosphäre, was die Evakuierung Hunderttausender Menschen erforderlich machte. Japan schaltete daraufhin vorübergehend alle Reaktoren ab und begann ab dem Jahr 2015, nur jene wieder in Betrieb zu nehmen, die strengere Sicherheitsanforderungen erfüllten.

Der Unfall von Fukushima hatte weitreichende Folgen. So änderte etwa die deutsche Regierung infolge der Katastrophe ihre Haltung zur Kernenergie grundlegend. Die damalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte kurz nach dem Unfall an, dass Deutschland schrittweise alle Kernkraftwerke schließen werde. Die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland wurden im Jahre 2023 vom Netz genommen, womit Deutschland nach mehr als 60 Jahren die Stromerzeugung aus Kernenergie beendete.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... o-fukusime
/gr/



Deutscher Bundeskanzler: Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein grundlegender strategischer Fehler
Autorin: Barbora Zimová
17. Januar 2026, oenergetice.cz

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete in seiner Rede vor der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Dessau den Ausstieg aus der Kernenergie als einen „grundlegenden strategischen Fehler“. Eine Videoaufzeichnung wurde von der Plattform Clash Report auf ihrem X-Account veröffentlicht. Die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken ist – ebenso wie die hohen Strompreise – eines der Themen der aktuellen Regierung.

Mehr als 60 Jahre nach der Inbetriebnahme des ersten Kernreaktors nahm Deutschland im April 2023 seine letzten noch betriebenen Kernkraftwerke vom Netz. Die drei verbliebenen Anlagen trugen zu diesem Zeitpunkt nur noch etwa fünf Prozent zur Stromerzeugung bei. Dieser Meilenstein beendete einen über zwei Jahrzehnte andauernden Ausstiegsprozess, den die Bundesregierung unter der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeleitet hatte.

Ergebnisse einer Meinungsumfrage des Instituts YouGov, die im Frühjahr 2023 auf der Website der Organisation Clean Energy Wire veröffentlicht wurden, zeigten dabei, dass rund zwei Drittel der Deutschen gegen die bevorstehende Abschaltung der restlichen Reaktoren waren. Ein Teil der Öffentlichkeit hätte einen weiteren Betrieb der Kernkraftwerke begrüßt: 32 Prozent der Befragten unterstützten eine zeitlich begrenzte Verlängerung der Laufzeiten, weitere 33 Prozent sprachen sich für eine zeitlich unbegrenzte Fortführung aus. Dagegen befürworteten lediglich 26 Prozent der Befragten eindeutig ein vollständiges Ende der Nutzung der Kernenergie.

Neue Regierung vollzieht Kurswechsel...
Der Amtsantritt der neuen deutschen Bundesregierung im Mai des vergangenen Jahres unter Führung von Friedrich Merz signalisierte eine pragmatische Wende. Von einer Neubewertung des bisherigen blockierenden Ansatzes gegenüber der Kernenergie erhofften sich politische Vertreter, insbesondere aus Frankreich, eine mögliche Zusammenarbeit auf Ebene der Europäischen Union.

„Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein grundlegender strategischer Fehler. Wenn es schon dazu kommen sollte, dann hätten zumindest die verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland bereits vor drei Jahren weiter betrieben werden müssen … Jetzt realisieren wir die teuerste Energiewende der Welt. Ich kenne kein anderes Land, das es sich so kompliziert und zugleich so kostspielig macht wie Deutschland. Wir haben etwas geerbt, das wir nun korrigieren müssen, aber wir verfügen schlicht nicht über ausreichende Kapazitäten zur Energieerzeugung“, erklärte Merz im Januar dieses Jahres.
Die deutsche Regierung sieht sich seit Langem mit hohen Strompreisen konfrontiert, die die heimische Industrie belasten und sie gegenüber ausländischer Konkurrenz benachteiligen. Im Rahmen von Verhandlungen mit der Europäischen Kommission wird daher ein Programm für einen reduzierten Industriestrompreis vorbereitet.

Ist die Kernenergie in Deutschland wieder im Spiel?
Die amtierende deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, schloss eine Wiederinbetriebnahme der Kernkraftwerke aus. Als Gründe nannte sie die hohen wirtschaftlichen Kosten eines solchen Schrittes sowie das Fehlen eines gesellschaftlichen Konsenses. Demgegenüber kam die Radiant Energy Group in einer Analyse aus dem vergangenen Jahr zu dem Schluss, dass ein Neustart stillgelegter Kernkraftwerke technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll wäre
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Eine Meinungsumfrage des Instituts Innofact, die im April 2025 auf den Seiten der Deutschen Welle veröffentlicht wurde, zeigt wiederum, dass rund 55 Prozent der Deutschen eine Rückkehr zur Kernenergie befürworten. Insgesamt 22 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, lediglich die zuletzt abgeschalteten Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen. 32 Prozent unterstützen sogar den Bau neuer Reaktoren. Nur 17 Prozent der Befragten lehnen die Kernenergie ab, der Rest ist unentschieden. Die Umfrage ergab außerdem, dass 57 Prozent der Befragten fortgesetzte Investitionen in verschiedene Formen erneuerbarer Energien unterstützen.

Quelle: https://oenergetice.cz/nemecko/nemecky- ... icka-chyba
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 545
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Ausgewählte Zeitungsartikel aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 23.1.2026:

Inhalt:
Die Leistung des Kernkraftwerks Temelín kann laut neuem Direktor weiter steigen.
In diesem Jahr schließen wir weitere zwanzig Verträge mit tschechischen Zulieferfirmen ab, versichern die Koreaner.
Haushaltsdefizit zeichnet sich bei über 300 Milliarden ab.
Energieexperten laden Brennstoff wieder in den Reaktor des ersten Kraftwerksblocks von Dukovany.
Ohne Milliardeninvestitionen in neue Energiequellen und Netze wird es nicht gehen, sind sich Experten einig.
In Dukovany laden Energietechniker Brennstoff wieder in den Reaktor des ersten Blocks, Abschaltung endet im Februar.
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Die Leistung des Kernkraftwerks Temelín kann laut neuem Direktor weiter steigen
23.01.2026 Tageszeitung Ceskobudejovicky denik CTK Seite 4

Temelín – Die Leistung des Kernkraftwerks Temelín könnte nach Einschätzung seines neuen Direktors Petr Měšťan langfristig noch höher sein als der bisherige Rekord aus dem vergangenen Jahr. Im letzten Jahr erzeugte das Kraftwerk 17,38 Millionen MWh Strom. Měšťan ist seit dem 1. Januar Direktor von Temelín.

„Langfristig werden wir sicherlich nach weiteren Möglichkeiten zur Leistungssteigerung und zur Effizienzverbesserung des Betriebs suchen. Die Sicherheit wird dabei jedoch immer Priorität haben“, sagte er. Die Leistung des Kraftwerks wird maßgeblich von der Anzahl der Abschaltungen beeinflusst. Da Temelín auf einen 16-monatigen Brennstoffzyklus umstellt, wird sich die Jahresproduktion entsprechend verändern. „Das wird sich auch in diesem Jahr zeigen: Ein Produktionsrekord wird sicher nicht erreicht, aber wir möchten uns bei etwa 15 Millionen MWh erzeugten Stroms bewegen“, stellte der Direktor fest.

Der 56-jährige Petr Měšťan hat sein Berufsleben der Kernenergie gewidmet und kennt beide tschechischen Kernkraftwerke sehr gut. Nach dem Abschluss des Studiums der Konstruktion kernenergetischer Anlagen an der Westböhmischen Universität in Pilsen begann er als Operator im Kernkraftwerk Dukovany. Nach drei Jahren wechselte er nach Temelín, wo er sich um die Jahrtausendwende als Operator an der Inbetriebnahme beteiligte. Er durchlief alle Positionen in der Blockaufsichtswarte des südböhmischen Kernkraftwerks, war anschließend Schichtingenieur und leitender Betriebstechnologe. Danach war er fünf Jahre als Manager des Bereichs Asset Management tätig und bekleidete seit dem Jahr 2020 die Position des Sicherheitsdirektors der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany.

Grundlegende Veränderungen plant er nicht. „Die langfristigen Ziele bleiben dieselben: ein sicheres und effizientes Kraftwerk zu betreiben, das eine zentrale Energiequelle für Tschechien ist und auf dessen Strom sich Unternehmen und Haushalte verlassen können. Dafür muss die Anlage über die gesamte Zeit in perfektem Zustand gehalten werden“, sagte er.
/gr/



In diesem Jahr schließen wir weitere zwanzig Verträge mit tschechischen Zulieferfirmen ab, versichern die Koreaner
Dáša Hyklová
21. Januar 2026, Seznam Zprávy

Der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke in Dukovany (EDU II) befindet sich aus Sicht der tschechischen Industrie in einer entscheidenden Phase, in der Zusagen in konkrete Verträge umgewandelt werden. Der Gewinner der Ausschreibung, das südkoreanische Unternehmen KHNP, hat wiederholt erklärt, dass tschechische Firmen mit 60 Prozent an dem Projekt beteiligt sein sollen. „Die Beteiligung der tschechischen Industrie am Ausbau neuer Blöcke in Dukovany ist ein großes Thema, und wir werden in diesem Prozess konsequenter vorgehen“, bestätigt der Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček.

Mit der Einbindung tschechischer Unternehmen in den Ausbau von Dukovany befasste sich auch die Konferenz „Tag der Zulieferer“, die von der südkoreanischen Gesellschaft KHNP organisiert wurde, welche auf Grundlage des Vertrags mit der Regierung der Tschechischen Republik die neuen Kernkraftwerksblöcke errichten wird.

Sowohl KHNP als auch die tschechische Regierung haben wiederholt das Ziel eines 60-prozentigen Anteils tschechischer Unternehmen am Gesamtauftragswert erklärt, der für zwei Blöcke auf 407 Milliarden Kronen geschätzt wird. Die aktuell unterzeichneten Verträge garantieren jedoch lediglich rund 30 Prozent am Projekt. KHNP kündigte an, in diesem Jahr weitere mehr als 20 Verträge mit tschechischen Zulieffirmen abzuschließen.

„Die Beteiligung der tschechischen Industrie im Zusammenhang mit dem Bau neuer Blöcke ist ein großes Thema, und wir werden in diesem Prozess konsequenter sein“, sagte Karel Havlíček, Minister für Industrie und Handel der Tschechischen Republik, auf der Konferenz. Wie er erklärte, werde die tschechische Seite alle Details dessen sehen wollen, was im Zusammenhang mit der nuklearen Ausschreibung vorbereitet werde.


„Wir werden alle Ausschreibungen sehen wollen, die vorbereitet werden, welche Chancen unsere Unternehmen dabei haben, wir werden den Verlauf der Auswahlverfahren verfolgen und in Fällen, in denen unser Unternehmen nicht gewinnt, werden wir die Gründe dafür kennen wollen. Und wenn das Problem in der Qualität liegt, werden wir eine Erklärung verlangen“, sagte der Minister. Zugleich betonte er, dass sich das Thema der Einbindung tschechischer Zulieferunternehmen nicht nur auf die Frage beschränken dürfe, wie viele Prozent es seien. „Wir wollen nicht, dass es nur darum geht, ob es 50 oder 60 Prozent sind, sondern vielmehr darum, um welche Produkte es geht und vor allem darum, ob die Produktion und insbesondere die Entwicklung in Tschechien stattfinden“, erklärte der Minister.

Havlíček teilte außerdem mit, dass er kurz nach seinem Amtsantritt Gespräche mit KHNP aufgenommen habe. Wie er jedoch erklärte, habe er mit dem Gewinner der nuklearen Ausschreibung auch zuvor bereits intensiv kommuniziert, als er noch in der Opposition war. „Alles wurde ausreichend konsultiert, wir sind lediglich auf einen bereits fahrenden Schnellzug aufgesprungen, auch wenn wir (vor dem Eintritt in Regierungsfunktionen) kein direkter Teil davon waren“, präzisierte er.

Verträge der Schlüsselakteure.....

Während im Areal des Kraftwerks Dukovany das Verwaltungsgebäude fertiggestellt wird, in dem KHNP seinen tschechischen Sitz haben wird – was die operative Zusammenarbeit mit inländischen Subunternehmern erleichtern soll –, läuft in Prag ein intensiver Registrierungsprozess. Unternehmen, die sich um Aufträge für Komponenten wie beispielsweise Kabel, Transformatoren, Rohrleitungen oder Wärmetauscher bewerben wollen, haben bis Mitte Februar Zeit, die Qualifikation zu erlangen.

Über sein Prager Zentrum zur Unterstützung der Lokalisierung (LSC) überprüft KHNP die Zertifizierungen der Unternehmen. Verfügt ein Unternehmen nicht über ein nukleares Zertifikat (ISO 19443), hat es in diesem Jahr die letzte Chance, dieses im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens mit staatlicher Unterstützung zu erwerben. Laut Aussagen mehrerer Unternehmen handelt es sich um einen recht komplexen Prozess, Minister Havlíček erklärte jedoch, dass das Ministerium für Industrie und Handel bereit sei, dabei zu helfen.

Vertreter der tschechischen Industrie hatten im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass der versprochene 60-prozentige Anteil nicht im Hauptvertrag zwischen dem Staat (EDU II) und KHNP verankert und rechtlich nicht als feste Quote durchsetzbar ist. Seitens der tschechischen Unternehmen waren zuvor auch Befürchtungen über langsame Fortschritte zu hören, die kommenden Monate sollen jedoch bereits konkretere Schritte bringen.


KHNP geht davon aus, in diesem Jahr Verträge mit Schlüsselpartnern abzuschließen und gleichzeitig die Registrierung qualifizierter Zulieferer für das neue Kernkraftwerk auszuweiten. „Im Jahr 2026 planen wir, unsere tschechischen Partner in die Lieferung von Turbinen sowie in Design und Bau einzubinden. Insgesamt erwarten wir die Unterzeichnung von mehr als 20 neuen Verträgen“, sagte der Projektleiter und Vizepräsident von KHNP, Harry Chang.

Der größte Arbeitsumfang betrifft den sogenannten sekundären Kreislauf, etwa die Maschinenhallen, in denen tschechische Unternehmen die stärkste Position haben. Das Unternehmen Doosan Škoda Power wird voraussichtlich der größte tschechische Auftragnehmer. Das Pilsener Unternehmen liefert die Dampfturbinen für beide Blöcke und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die gesamte Turbinenhalle realisieren.

Zu den Unternehmen, die bereits Kooperationsvereinbarungen oder verbindliche Verträge unterzeichnet haben, zählen beispielsweise Škoda JS, die sich an der Herstellung innerer Reaktorkomponenten und an Montagearbeiten beteiligen soll, ferner ÚJV Řež, Metrostav, ZAT, I&C Energo, OSC oder Nuvia. Die SIGMA GROUP, ein traditioneller Lieferant von Pumpen für die Kernenergie, befindet sich bereits im Registrierungsprozess für Lieferungen von Pumpen des sekundären Kreislaufs, und Armaturen Group hat bereits Vereinbarungen über Lieferungen spezieller Armaturen und Ventile für Hochdruckanwendungen abgeschlossen.

Bauwesen, Steuerungssysteme, IT und Elektrotechnik

Die größte Chance für tschechische Unternehmen liegt im Bauwesen, da der Transport massiver Betonkonstruktionen aus Korea keinen Sinn geben würde. Das Unternehmen Metrostav (DIZ) hat bereits ein Memorandum und einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Es wird erwartet, dass es eine Schlüsselrolle im zivilen Teil des Baus spielen wird, etwa bei Gebäuden und Nebenbetrieben. Laut inoffiziellen Informationen bewirbt sich das Unternehmen Hochtief CZ um Aufträge für Erdarbeiten und die Betonierung der Fundamentplatten für die Reaktoren. Das Unternehmen SG Geotechnika beteiligt sich aktiv an der derzeit laufenden geologischen und geotechnischen Untersuchung des Standorts, die im Jahr 2026 abgeschlossen sein soll.

Elektrarna Dukovany II (EDU II) sucht bereits Unternehmen mit Interesse an einer Mitarbeit. Auch lokale Firmen werden angesprochen.


In diesem Bereich handelt es sich um das „Gehirn“ des Kraftwerks. KHNP behält zwar die Kontrolle über das Primärsystem, tschechische Unternehmen sollen jedoch Aufbauten und Hilfssysteme für das „Gehirn“ des Kraftwerks liefern. Ein Schlüsselakteur im Bereich der Kontroll- und Steuerungssysteme ist das Unternehmen ZAT (Příbram), das über Erfahrungen aus Temelín und dem Ausland verfügt und mit KHNP intensiv über Lieferungen von Systemen für den nichtnuklearen Teil verhandelt.

Spezialist für Mess- und Regeltechnik ist das Unternehmen I&C Energo, das bereits als einer der Partner für die Installation und Wartung elektrischer Systeme bestätigt ist. Tschechischer Experte für Simulatoren zur Ausbildung von Bedienpersonal und zur Modellierung von Energieprozessen ist OSC aus Trutnov, und ÚJV Řež könnte ingenieurtechnische Unterstützung, Sicherheitsberechnungen und IT-Modellierungen nuklearer Prozesse übernehmen.

Quelle: https://www.idnes.cz/ekonomika/domaci/j ... nomika_hyk
/gr/



Haushaltsdefizit zeichnet sich bei über 300 Milliarden ab
23.01.2026 Tageszeitung Pravo Seite 4

Die Regierung von Andrej Babiš (ANO) arbeitet derzeit den Entwurf des Staatshaushalts für das kommende Jahr aus. Den von der vorherigen Regierung von Petr Fiala (ODS) vorgelegten Plan hat sie nicht übernommen, weshalb Tschechien derzeit mit einem provisorischen Haushalt wirtschaftet. Nach Angaben von Finanzministerin Alena Schillerová (ANO) wird das Haushaltsdefizit voraussichtlich die Marke von 300 Milliarden Kronen überschreiten.
„Wir müssen das noch intern klären, aber im Großen und Ganzen sieht es so aus“, räumte Schillerová gegenüber der Zeitung Právo ein. Der von der Fiala-Regierung vorgelegte Haushaltsentwurf mit einem Defizit von 286 Milliarden Kronen sei ihrer Ansicht nach unrealistisch und voller Lücken gewesen. An den Details arbeiteten gestern noch die Spitzen der Koalition aus ANO, Motoristen und SPD. Die Regierung will den Entwurf am Montag verabschieden.
„Ich werde 20 bis 23 Milliarden Kronen im Kapitel des Ministeriums für Arbeit und Soziales nachschießen müssen“, kündigte die Finanzministerin an. „Zunächst sah es nach mehr als 30 Milliarden aus, jetzt wird das präzisiert. Es ist aber immer noch eine schreckliche Zahl“, fügte sie hinzu.
Den größten zusätzlichen Finanzbedarf sieht die Ministerin bei begonnenen und laufenden Verkehrsprojekten. Dem Staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur fehlten für dieses Jahr bis zu 26 Milliarden Kronen.
„Natürlich musste ich auch etwas für Bildung, Gesundheitswesen und Landwirtschaft aufstocken“, erklärte Schillerová. Nach Angaben von Bildungsminister Robert Plaga (ANO) benötige der Bildungsbereich mindestens drei bis vier Milliarden Kronen zusätzlich.
Weniger als von der Fiala-Regierung geplant soll in diesem Jahr für die Verteidigung ausgegeben werden. Der Verteidigungsminister Jaromír Zůna (SPD) deutete bei der Sitzung des parlamentarischen Verteidigungsausschusses am Dienstag an, dass die derzeitige Regierung statt der ursprünglich vorgesehenen 2,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts um 20 bis 30 Milliarden Kronen weniger für die Verteidigung ausgeben werde. „In jedem Fall werden wir die gesetzlich vorgeschriebenen zwei Prozent für die Verteidigung einhalten“, versicherte Zůna. Dies bestätigte auch die Finanzministerin Schillerová.

Ausklammerung der Mittel für Dukovany…..
Neben Einsparungen soll der Regierung von Andrej Babiš auch die Herausnahme von rund 17 Milliarden Kronen helfen, die von der vorherigen Regierung für den Bau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany vorgesehen waren.
Diese Mittel werden – auch wegen der bislang nicht erteilten Notifizierung durch die Europäische Kommission – voraussichtlich erst im nächsten Jahr benötigt. Eine ähnlich hohe Summe gibt der Staat jedoch im Gegenzug aus, da er seit Januar die vollständige Finanzierung der erneuerbaren Energiequellen übernommen hat.
Insgesamt belaufen sich diese Zahlungen auf mehr als 41 Milliarden Kronen. Bislang hatten sich Staat und Verbraucher an der Finanzierung der erneuerbaren Energien beteiligt. Die Änderung soll die regulierten Strompreise senken. Für Haushalte sind sie im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gefallen.
Nach Angaben von Schillerová bemüht sich die Regierung um weitere Einsparungen. „Andernfalls wäre das Defizit riesig. Wir kürzen vor allem bei den Betriebsausgaben und bei Dingen, die nicht unbedingt notwendig sind“, sagte sie.

Seit dem 1. Januar wirtschaftet der Staat mit einem provisorischen Haushalt. Dieser basiert auf dem Haushalt des vergangenen Jahres und schränkt Investitionen, Subventionen sowie andere nicht obligatorische Ausgaben ein. Die Abgeordneten sollen den Haushaltsentwurf am 4. Februar erstmals beraten. Die endgültige Verabschiedung ist für Anfang März vorgesehen.
/gr/



Energieexperten laden Brennstoff wieder in den Reaktor des ersten Kraftwerksblocks von Dukovany
22.01.2026 Kurzy.cz

Die Energieexperten haben mit dem Wiedereinladen des Brennstoffs in den Reaktor des ersten Blocks des Kernkraftwerks Dukovany gestartet. Der Brennstoff war vor einem Monat aus dem Reaktor ausgelagert worden. Das erneute Beladen des Reaktors stellt einen wichtigen Meilenstein im Verlauf der gesamten planmäßigen Block-Abschaltung dar.

Reaktorkompletierung nach Arbeiten am Primärkreislauf
Die planmäßige Abschaltung des ersten Kraftwerksblocks wurde vom Kraftwerkspersonal am 12. Dezember eingeleitet und tritt nun in ihr letztes Drittel ein. Die Wartungsarbeiten verlaufen gemäß dem vorbereiteten Zeitplan, ihr vollständiger Abschluss wird von den Energieexperten in etwa einem Monat erwartet.

„Alle geplanten Arbeiten am Primärkreislauf, die nur bei abgesenktem Wasserstand im Reaktor durchgeführt werden können, haben wir erfolgreich abgeschlossen. Nun bereiten wir die schrittweise Komplettierung des Reaktors vor, wobei das Beladen mit Brennstoff den ersten Schritt darstellt. Natürlich stehen jedoch noch zahlreiche weitere Arbeiten und Kontrollen an“, erklärte Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.

Vor der Absenkung des Wasserstands, der als Schutzbarriere gegen Strahlung dient, musste der gesamte Brennstoff aus dem Reaktor in das benachbarte Abklingbecken ausgelagert werden. Nach Abschluss der Arbeiten an den Anlagen des Primärkreislaufs erhöhten die Operateure den Wasserstand wieder auf 21 Meter und begannen mit dem Wiedereinladen des Brennstoffs in den Reaktor.

Insgesamt haben die Energieexperten 84 Arbeits- und 6 Regelkassetten (Brennelemente) mit frischem Brennstoff vorbereitet, die in drei Lagerbehältern untergebracht sind. Der Beladeplan umfasst 386 einzelne Schritte, wobei ein Schritt etwa zehn Minuten dauert. Die Gesamtdauer des Brennstoffladens wird auf rund 80 Stunden geschätzt. Abschließend erfolgt eine Kontrolle der korrekten Beladung unter Beteiligung von Inspektoren des Staatsamtes für nukleare Sicherheit SUJB.

Nach Dukovany folgt Temelín: Für die Kernkraftwerke stehen in diesem Jahr mehr planmäßige Block-Abschaltungen an….
„Das Jahr 2026 wird für unsere Kernkraftwerke sehr anspruchsvoll. An die Arbeiten im Zusammenhang mit Kontrollen, Investitionen und dem Brennstoffwechsel im ersten Block von Dukovany schließt nahtlos die Abschaltung des zweiten Blocks von Temelín an. Wir schließen derzeit erfolgreich das Projekt zur Verlängerung der Brennstoffzyklen ab – in diesem Jahr mit zwei regulären Block-Abschaltungen“, sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Direktor der Division Kernenergie der ČEZ-Gruppe.

Das Ende der Abschaltung des ersten Blocks von Dukovany erwarten die Energieexperten Ende Februar. Der genaue Termin hängt jedoch vom Verlauf der verbleibenden geplanten Arbeiten sowie von den Ergebnissen der Kontrollen und Tests ab, die standardmäßig vor der Wiederinbetriebnahme des Blocks durchgeführt werden müssen.
Jiří Bezděk, Sprecher der Firma ČEZ, Kernkraftwerk Dukovany

Quelle: https://zpravy.kurzy.cz/845544-energeti ... -dukovany/



Ohne Milliardeninvestitionen in neue Energiequellen und Netze wird es nicht gehen, sind sich Experten einig
Autorin: Dáša Hyklová
22. Januar 2026 – iDNES.cz

Tschechien hat fünf bis sieben Jahre Zeit, um Kohlekraftwerke wirksam zu ersetzen und ein stabiles sowie vorhersehbares Umfeld für Investitionen in Höhe von Hunderten Milliarden Kronen zu schaffen. Darauf einigten sich die Teilnehmer der Energiekonferenz Power Shift. „Unsere Priorität wird die Einführung eines Systems sein, das Investoren durch staatliche Unterstützung zumindest eine teilweise Rendite ihrer Investitionen in neue Energiequellen garantiert“, bestätigte der neue tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček.
Die tschechische Energiewirtschaft durchläuft derzeit die größte Transformation ihrer modernen Geschichte. Der Ausstieg aus der Kohle könnte laut Prognosen von ČEPS und weiteren Analysen sogar früher als im Jahre 2033 erfolgen – vor allem aufgrund der wirtschaftlichen Unrentabilität von Kohlekraftwerken. Nach dem Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) wird Tschechien bis zum Jahr 2030 Investitionen in neue Energiequellen und Netze in Höhe von Hunderten Milliarden Kronen benötigen. Experten sind sich einig, dass der Ausbau der Netze und der Bau neuer Energiequellen keine Frage der Wahl mehr sind, sondern eine Notwendigkeit.

Tykač schließt Kraftwerke, die Stromerzeugung ist nicht mehr tragbar...
„Die Energiewirtschaft hat in den vergangenen Jahren eine völlig grundlegende Veränderung durchlaufen. Wer nicht erkennt, was heute auf dem Energiemarkt geschieht, verliert den Schritt. Wir bewegen uns in Richtung eines stark regulierten Umfelds – im Gegensatz zum marktorientierten Umfeld, das hier noch vor zehn Jahren herrschte“, betonte Havlíček. Einer der Gründe dafür sei die Energiekrise und die darauffolgenden geopolitischen Veränderungen.
Europa sei jedoch bei den Energiepreisen so stark unter Druck geraten, dass einzelne Staaten begannen, Energiequellen für zehn, zwanzig oder sogar dreißig Jahre im Voraus zu sichern – auf Basis vorab vereinbarter Bedingungen. Auf diese Weise sind dann die Staaten faktisch gezwungen, Investoren neuer Projekte zu unterstützen, auch wenn sie das Risiko eingehen, langfristig Verluste zu erleiden. „Damit kaufen wir uns jedoch Sicherheit und Versorgungssicherheit“, so Havlíček.

Fokus auf Netzstabilität und Sicherheit….
Das System zur Förderung des Ausbaus neuer Energiequellen sollte laut dem Minister die Form sogenannter Kapazitätsmechanismen annehmen, die eingesetzt werden, um ganzjährig ausreichend Energie im Netz sicherzustellen – auch in Zeiten der höchsten Nachfrage. Der Staat würde dabei Investoren eine Vergütung für die Bereitstellung von Erzeugungskapazitäten garantieren, etwa über Auktionen.
„Wir müssen für die kommenden Jahre ausreichend Energie und stabile Netze sichern. Jeder Investor wird eine angemessene Wahrscheinlichkeit oder Sicherheit verlangen, dass sich seine Investition in neue Energiequellen amortisiert. Kapazitätsmechanismen haben derzeit für uns Priorität“, erklärte der Minister.
Diese Mechanismen sollten vor allem in den nächsten Jahren insbesondere für Gaskraftwerke gelten, mit denen der Staat als zentralem Ersatz für schrittweise stillgelegte Kohlekraftwerke und Heizwerke rechnet.
„Es reicht nicht aus, lediglich das Lex Gas zu verabschieden. Wenn ein Investor keine gewisse Wahrscheinlichkeit hat, dass sich seine Investitionen auszahlen, wird er nicht einsteigen. Niemand wird hier neue Anlagen bauen, wenn sie ihm im Jahr 2035 wieder geschlossen werden“, spielte Havlíček auf die Pläne aus Brüssel an, wonach Erdgas nur als ‚Übergangsbrennstoff‘ gelten soll – zudem unter strengen Bedingungen für seine fossile Variante.

Interesse an Investitionen….
Die Notwendigkeit eines Systems zur Förderung von Investitionen in neue Energiequellen bestätigte auch das Vorstandsmitglied der ČSOB, Ján Lučan. „Wir sehen ein enormes Interesse von Unternehmen an Investitionen in ihre eigene energiepolitische Unabhängigkeit. Um jedoch das erforderliche Kapitalvolumen in Höhe von Hunderten Milliarden Kronen freizusetzen, braucht der Finanzsektor einen langfristig stabilen legislativen Rahmen und eine klare staatliche Vision, die das Investitionsrisiko minimiert“, betonte Lučan.
Havlíček räumte zudem ein, dass die Regierung mit einem weiteren Ausbau erneuerbarer Energiequellen rechnet, allerdings mit Anpassungen. „Wir müssen uns damit abfinden, dass es nicht mehr so umfangreiche Förderungen geben wird wie bisher“, sagte er. Die Mittel müssten laut dem Minister schrittweise beispielsweise zur Sicherstellung der Stabilität der Energiesysteme umgeschichtet werden.
Nach Ansicht des Programmdirektors des Verbands für moderne Energiewirtschaft, Martin Sedlák, sind erneuerbare Energiequellen ein integraler Bestandteil des Wachstums der tschechischen Wirtschaft und der Energiesicherheit. „Jetzt müssen wir einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens über konkrete Fördermechanismen finden, damit wir diese historische Chance zur Modernisierung der Industrie nicht verpassen und Unternehmen mit günstiger und verfügbarer Energie versorgen können“, sagte er.
Die Experten waren sich zudem einig, dass der Ausbau von Energiespeichern und die Verstärkung der Netze Priorität haben sollten, um die Leistung neuer Solar- und Windparks aufnehmen zu können. Nach Daten des Solarverbands und von AKU-BAT wurden allein im Jahr 2025 neue Photovoltaik-Leistungen von 0,7 GWp an das Netz angeschlossen.
Quelle: iDNES.cz: https://www.idnes.cz/ekonomika/domaci/c ... nomika_hyk
/gr/



In Dukovany laden Energieexperten Brennstoff wieder in den Reaktor des ersten Blocks, Abschaltung endet im Februar
ČTK
22. Januar 2026, oenergetice.cz
Im Kernkraftwerk Dukovany haben Energieexperten heute damit begonnen, den Brennstoff wieder in den Reaktor des ersten Blocks zu laden. Der Brennstoff war vor einem Monat ausgelagert worden, um während der planmäßigen Block- Abschaltung vorgesehene Arbeiten durchführen zu können. Von insgesamt 349 Brennelementen werden 90 durch frische ersetzt. Die Abschaltung begann am 12. Dezember, der Block soll Ende Februar wieder Strom ins Netz liefern. Dies teilte der Sprecher des Kraftwerks, Jiří Bezděk, der Nachrichtenagentur ČTK mit. Das Kraftwerk verfügt über vier Blöcke.

Die Arbeiten an den Anlagen des Primärkreislaufs des Blocks, die nur bei abgesenktem Wasserstand im Reaktor durchgeführt werden können, sind aktuell abgeschlossen. „Nun bereiten wir die schrittweise Komplettierung des Reaktors vor, wobei das Beladen mit Brennstoff der erste Schritt ist. Natürlich stehen jedoch noch zahlreiche weitere Arbeiten und Kontrollen an“, erklärte der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.

Vor der Absenkung des Wasserstands, der als Schutzbarriere gegen Strahlung dient, wurde der gesamte Brennstoff aus dem Reaktor in ein benachbartes Becken ausgelagert, in dem er ebenfalls unter Wasser gelagert ist. Vor dem Wiedereinladen des Brennstoffs erhöhten die Operateure den Wasserstand im Reaktor wieder auf 21 Meter. „Der Beladeplan umfasst 386 einzelne Schritte, wobei ein Schritt etwa zehn Minuten dauert. Die Gesamtdauer des Brennstoffladens wird auf rund 80 Stunden geschätzt“, so der Sprecher. An der abschließenden Kontrolle der korrekten Beladung werden auch Inspektoren der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB beteiligt sein.

Der während der Abschaltung des ersten Blocks geplante Service der Anlagen verläuft nach Angaben des Unternehmens ČEZ weiterhin planmäßig. Ein weiterer Block in Dukovany soll planmäßig Anfang April abgeschaltet werden. Neben den Abschaltungen einzelner Blöcke im Zusammenhang mit dem Brennstoffwechsel und der Wartung der Anlagen rechnet das Kraftwerk in diesem Jahr auch mit einer gleichzeitigen Abschaltung von zwei Blöcken. Dies erfolgt etwa alle acht Jahre aufgrund von Kontrollen von Anlagen, die beiden Blöcken gemeinsam sind.

Die derzeitigen vier Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany wurden in den Jahren 1985 bis 1987 in Betrieb genommen. Das Unternehmen ČEZ hatte bereits früher erklärt, dass es sie mindestens 60 Jahre lang betreiben möchte. Den Auftrag für den Bau von zwei weiteren Blöcken in Dukovany erhielt voriges Jahr das koreanische Unternehmen KHNP. Die geologische Erkundung für diese neuen Blöcke an Ort und Stelle begann im vergangenen August.
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auwahl von relevanten Zeitungsartikel aus tschechien Medien zum Thema Energie vom 26.1.2026:

Inhalt:
Dukovany: Vorbereitung für das neue Kernkraftwerk: geologische Erkundung.
Europa ist weiterhin von russischem Uran abhängig. Tschechien hat sich lieber Vorräte gemacht.
Ein verwirrter Bevollmächtigter.
Großer Absturz der ČEZ-Aktien? Es ist von Verstaatlichung und Rüstungsunternehmen die Rede.
Von Tykačs Kohlekraftwerken soll nur die Hälfte von Chvaletice überleben.
Die EU kauft weiterhin russisches Uran.
Arbeit der Temelíner Feuerwehrleute.
EDF will die bestehenden britischen Kernkraftwerke maximal nutzen

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Vorbereitung für das neue Kernkraftwerk: geologische Erkundung
24.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Autor: Tomáš Blažek
Rubrik: Region Vysočina - Seite: 9

Die geologische Erkundung des Baugeländes Dukovany II befindet sich derzeit etwa zur Hälfte….

DUKOVANY - Ein kräftiger Wind weht, die weitläufige Ebene bei dem Kraftwerk Dukovany ist von gefrorenem Schlamm und Krusten aus vereistem Schnee bedeckt. Hände ohne Handschuhe beginnen nach zehn Minuten in der Kälte ordentlich zu schmerzen. Die Männer an den Bohranlagen „genießen“ die Arbeit mit eisernen Segmenten in festgefrorenen Pfützen eiskalten Wassers bis auf die Knochen. Dabei handelt es sich um eines der wärmsten Gebiete der Region Vysočina. In diesem Jahr gilt das allerdings nicht.
Auf einer Fläche von 180 Hektar neben dem bestehenden Kernkraftwerk arbeiten elf Bohranlagen. Die finale geologische Erkundung des Bauplatzes des Kernkraftwerks Dukovany II (EDU II) ist zur Hälfte abgeschlossen.

Einige Anlagen sind 24 Stunden am Tag in Betrieb. Nachts sinkt die Temperatur auf der Ebene auf bis zu minus fünfzehn Grad. „Der diesjährige Winter bereitet der Erkundung eine Reihe von betrieblichen Problemen, doch es gelingt, sie zu überwinden. Es wird mit sogenannter Spülbohrung gearbeitet, wobei das Wasser natürlich schnell friert, sodass wir ständig frisches Wasser zu den Bohranlagen bringen und es nach den Schichten aus den Schläuchen ablassen müssen. Das stellt höhere Anforderungen an Wartung, Personal und Ausrüstung. Aber wir halten den Zeitplan ein“, erklärte vor Ort der Geologe Jan Štícha von der Firma ČEZ Energetické produkty, die die geologische Erkundung für den Generalauftragnehmer des Baus, das südkoreanische Unternehmen KHNP, durchführt.

An mehreren Bohranlagen haben die Bohrer beheizte Zelte. „Das betrifft genau die Bohranlagen, die im Dauerbetrieb laufen. Zum einen ist das nötig, damit die Arbeiten rechtzeitig fertig werden, zum anderen, damit wir die Anlage nicht jeden Morgen auftauen müssen“, sagte Štíchas Kollege Pavel Donát. „Minus acht Grad am Tag sind hier keine übliche Temperatur. Die örtlichen Landwirte sagen uns, dass solche Winter hier normalerweise nicht vorkommen“, fügte Donát hinzu. Insgesamt werden die Bohrer 301 Bohrungen niederbringen und Proben mit einer Gesamtlänge von 13 Kilometern Gestein gewinnen.
Die tiefste Bohrung wird 155 Meter erreichen. Einen Tiefenmeter bohrt die Maschine in einer Stunde. An den Standorten der künftigen Reaktoren und der Einrichtungen für die nukleare Sicherheit werden mehr Bohrungen durchgeführt.
Eine weitere Maschine, die man auf der Fläche des künftigen Kraftwerks sehen kann, ist ein spezielles Kastenfahrzeug zur Durchführung dynamischer Rammsondierungen. Insgesamt werden es 351 sein. „Dabei wird eine Stange in den Boden gedrückt, um die Eigenschaften des Bodens in den ersten Metern unter der Oberfläche festzustellen“, erklärte Donát.

Der eigentliche Bau der neuen Kraftwerksblöcke wird 80 Hektar beanspruchen, weitere 100 Hektar werden durch die Baustelleneinrichtung belegt.
Was fördern die Bohrer aus der Tiefe mit den Bohrgestängen zutage? In zwanzig Metern Tiefe etwa zylindrische Gesteinskerne, die fachlich als Amphibolit bezeichnet werden und eine Art Schiefer darstellen. „Ursprünglich könnte es sich um ein Sediment oder ein magmatisches Gestein gehandelt haben, dessen ursprüngliche Struktur sich im Zuge geologischer Prozesse verändert hat. Daraus ist ein völlig neues Gestein entstanden, das für den Bau geeignet ist. Es ist hart und fest, auf ihm lässt sich gut gründen“, sagte Štícha.

Die Geologen erwarten bei den Bohrungen keine Überraschungen; sie sollen bestätigen, was bereits frühere Untersuchungen angedeutet haben. „Eine Gründungstiefe von mehr als dreißig Metern erwarten wir nicht. Bohrungen unterhalb dieser Tiefe dienen dazu, die Spannungen unter dem Fundament zu berechnen“, wies Štícha hin.
Die erbohrten Kerne legen die Bohrer in Holzkisten ab, von wo sie zur Analyse in Labore gebracht werden. „Wir haben ein 3D-Modell des Standorts erstellt. Aufgabe der Bohrungen ist es, in größere Tiefen bis zum Fels vorzudringen, um zu bestätigen, dass sich der Fels dort befindet, wo ihn das Modell erwartet“, präzisierte Štícha.

Danach prüft das Labor….
Die Bohrerkundung soll bis Ende März abgeschlossen sein. Die Proben werden in inländischen Laboren in Prag, Brünn und Vřesová sowie – und neben Südkorea auch in Italien getestet.
Bis Oktober werden Experten den Abschlussbericht über die geotechnische Erkundung erstellen, den die Kraftwerksbauer anschließend dem Staatlichen Amt für nukleare Sicherheit (SUJB) zur Beurteilung vorlegen.
Auf dem Baugelände ist dauerhaft ein Team von zehn koreanischen Experten anwesend, das die Vorbereitungsarbeiten überwacht. An den aktuellen umfangreicheren Kontrollen zur Halbzeit der geologischen Erkundung nahmen fünfzig von ihnen teil.
EDU II beschäftigt derzeit rund 260 Mitarbeiter. „Nach und nach werden weitere Beschäftigte eingestellt, ab dem kommenden Jahr wird dies auch verstärkt technische Positionen betreffen. Nach Abschluss des Baus werden in beiden Kraftwerksblöcken insgesamt über tausend Mitarbeiter arbeiten“, informierte die Sprecherin von EDU II, Alice Horáková.

Fakten – Zeitlicher Überblick zur Kernenergie in Dukovany
• Der Bau des ersten Blocks des Kernkraftwerks Dukovany II soll im Jahr 2029 beginnen, die erste Einspeisung ins Netz ist für das Jahr 2036 vorgesehen.
• Der zweite Block der Dukovany-„Zwei“ soll im Jahre 2030 in Bau gehen und in den Jahren 2037 bis 2038 ans Netz angeschlossen werden.
• Der Bau des ersten Kernkraftwerks Dukovany begann im Jahre 1978. Parallel entstanden am Fluß Jihlava die Stauseen Dalešice und Mohelno, die Quelle des Kühlwassers sowie ein Pumpspeicherkraftwerk. Der erste der vier bestehenden Dukovany-Blöcke ging im Jahre 1985 in den Probebetrieb.
Redakteur MF DNES
/gr/



Europa ist weiterhin von russischem Uran abhängig. Tschechien hat sich lieber Vorräte gemacht
ČTK
24. Januar 2026
E15

Europäische Union ist auch fast vier Jahre nach Beginn des Krieges weiterhin zu etwa einem Viertel von russischem angereichertem Uran abhängig.
Tschechien hat die Einfuhren russischen Kernbrennstoffs deutlich erhöht und gehört zu den Ländern, die sich bevorratet haben.
Zwar bauen westliche Hersteller ihre Kapazitäten aus, doch ohne eine politische Entscheidung droht eine langfristige Abhängigkeit von Russland.

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bleiben auch vier Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine von russischem angereichertem Uran abhängig. Dieses deckt rund ein Viertel des Verbrauchs an Kernbrennstoff, informierte die Zeitung Financial Times (FT).

Im Jahr 2024 importierten die EU-Staaten 23 Prozent ihres angereicherten Urans aus Russland. Der Umgang damit unterscheidet sich von Land zu Land. Während Schweden russischen Brennstoff vollständig ablehnt, halten andere Länder die Importe auf einem Niveau nahe dem Vorkriegszustand aufrecht, und einige haben sich sogar mit russischem Brennstoff bevorratet.

Dies gilt auch für Tschechien, wo die Importe russischer Kernbrennstäbe laut Eurostat-Daten zwischen den Jahren 2022 und 2024 von 86,8 Millionen Euro (2,1 Milliarden Kronen) auf 303,3 Millionen Euro (7,37 Milliarden Kronen) gestiegen sind.

Die Unternehmen Urenco und Orano, führende westliche Uranproduzenten, bauen neue Anreicherungskapazitäten aus.
Die Nachfrage nach CO₂-armer Energie hat in Nordamerika und Europa zu einer Renaissance der Kernenergie geführt.

„Russland nutzt die Urananreicherung als geopolitisches Instrument“, sagte der Geschäftsführer des amerikanischen Unternehmens Urenco, Boris Schucht, der Zeitung Financial Times.

„Hier lässt sich eine starke Parallele zu den Seltenen Erden ziehen“, sagte der Chef des französischen Unternehmens Orano, Nicolas Maes, mit Blick auf die Abhängigkeit Europas von chinesischen Lieferungen von Rohstoffen, die in Technologien von Windturbinen bis zu Elektroautos verwendet werden. „Es liegt an den Politikern zu entscheiden, welches Maß sie zu akzeptieren bereit sind“, fügte er hinzu.

Orano investiert 1,7 Milliarden Euro in den Ausbau der Anreicherungsanlage Tricastin in Frankreich, während Urenco seine Kapazitäten in den Niederlanden erhöht. Ein großer Teil der neuen Produktion ist jedoch bereits im Voraus von amerikanischen Unternehmen vertraglich gebunden, die sich auf ein vollständiges Importverbot für russisches Uran in den USA ab dem Jahr 2028 vorbereiten.

Das Verbot wurde im Jahre 2024 von der Regierung des ehemaligen Präsidenten Joe Biden durchgesetzt. Bis zum Jahr 2028 können jedoch Ausnahmen gewährt werden. Die EU verfügt über keinen vergleichbaren Plan. „Ohne einen klaren Plan riskieren wir, über Jahrzehnte von russischem Brennstoff abhängig zu bleiben“, so Maes.

Widerstand aus der Slowakei und Ungarn....

Zwar hat die Europäische Union ihre Absicht angekündigt, russische Kernbrennstoffe und -technologien zu verbieten, doch der Vorschlag bleibt politisch empfindlich. Laut der Zeitung FT ist er ausgearbeitet, seine Verabschiedung wird jedoch durch den Widerstand einiger Mitgliedstaaten, insbesondere Ungarns und der Slowakei, blockiert.

„Unter den Betreibern von Kernreaktoren stellt sich weiterhin die Frage, ob sich die Beziehungen zu Russland normalisieren, weshalb sie nicht bereit sind, langfristige Lieferverträge mit Orano und Urenco abzuschließen, die weiterhin teurer sind als russische Verträge“, ergänzte Maes.

Schucht erklärte, Urenco benötige von der Politik klare Informationen darüber, was von dem Unternehmen erwartet werde. „Die alternde Flotte von Urenco erfordert Investitionen, und das Unternehmen muss wissen, welche Kapazitäten es planen soll“, sagte er. „Wir brauchen klare Signale vom Markt“, fügte er hinzu.

Russland kontrolliert über den staatlichen Konzern Rosatom rund 44 Prozent der weltweiten Kapazitäten. Neue alternative Quellen entstehen nur langsam. „Man kann nicht einfach auf den Markt kommen und einen anderen Lieferanten finden, denn der Aufbau von Kapazitäten braucht Zeit“, sagte der Analyst Ben McWilliam vom Brüsseler Thinktank Bruegel.

Quelle: https://www.e15.cz/byznys/prumysl-a-ene ... lo-1430338
/gr/



Ein verwirrter Bevollmächtigter
24.01.2026, Magazin Víkend DNES Autor: JAROSLAV VEIS Seite 10

Kommentar:
Ich habe auf ČRo Plus gehört, dass der amtierende Umweltminister Macinka beabsichtigt, die Mittel zu kürzen, die an Nichtregierungsorganisationen (NGOs) für Umweltbildung fließen, da gespart werden müsse. Vielleicht sollte er bremsen und zumindest einen Teil der Gelder in die Ausbildung innerhalb der Reihen seiner engsten Mitarbeiter umleiten.
Dazu veranlasst mich der Auftritt des Regierungsbevollmächtigten für Klimaschutz und den Green Deal, Filip Turek, in der sonntäglichen Fernsehsendung Otázky Václava Moravce / Fragen von Vaclav Moravec. Nachdem der Bevollmächtigte seine Sorge geäußert hatte, ob seine Diskussionsgegnerin, die stellvertretende Vorsitzende der Grünen Partei, Gabriela Svárovská, wisse, was eine Megawattstunde sei, teilte er ihr mit, dass die europäischen Bemühungen um eine CO₂-freie Energiewirtschaft vergebliche Liebesmüh seien, da man in China in diesem Jahr neue Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 94 Terawatt in Betrieb nehmen wolle. Angesichts der Tatsache, dass die Leistung aller Kohlekraftwerke weltweit nur etwas mehr als zwei Terawatt beträgt, wäre dies von den chinesischen Energieversorgern tatsächlich ein husarenhaftes Kunststück gewesen, und vermutlich hinderte Frau Svárovská lediglich Höflichkeit daran, sich zu vergewissern, ob der Bevollmächtigte wisse, was ein Terawatt ist. Die Diskutierenden auf zahlreichen Internet-Servern waren weniger höflich – aber so läuft es nun einmal im Netz.
In der Hitze der Debatte positionierte sich Turek auch klar gegen Emissionszertifikate, und seine Argumente waren ebenso stichhaltig wie jene Terawatts. Er belehrte die Öffentlichkeit, dass die Emissionszertifikate in Tschechien die teuersten der Welt seien, da sie hier 90 Euro kosten, während sie in Indien zwei bis vier Euro kosten. „Wenn ich mich nicht irre“, fügte er hinzu. Nun, er irrt sich. In Tschechien kostet ein Zertifikat genauso viel wie anderswo in der Europäischen Union – schließlich ist es eben eine Union – und in Indien werden handelbare Emisisonszertifikaze erst vorbereitet. Hätte er sich also ausgedacht, dass sie dort gratis verteilt werden, hätte er sich weniger geirrt.
/gr/




Großer Absturz der ČEZ-Aktien? Es ist von Verstaatlichung und Rüstungsunternehmen die Rede
26.01.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite: 6
Autor: PŘEMYSL SPĚVÁK

Die Aktien des Energiekonzerns ČEZ haben innerhalb weniger Tage so stark nachgegeben wie seit Jahren nicht mehr, und das Unternehmen verlor über 100 Milliarden Kronen am Marktwert. Analysten sind sich einig, dass hinter dem außergewöhnlichen Einbruch nicht nur ein einzelner Grund steckt. Der Markt reagiert auf eine Kombination aus politischen Äußerungen der Regierung und des Ministers für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), über eine mögliche Verstaatlichung, auf den aktuellen Börsengang der Rüstungsgruppe Czechoslovak Group sowie auf die langfristigen Unsicherheiten rund um die Finanzierung von neuen Kernenergieprojekten. Die Zeitung Deník.cz hat das Thema in Form von Fragen und Antworten beleuchtet.

-Was ist am Markt mit den ČEZ-Aktien passiert?
Allein im Dienstagshandel verloren die ČEZ-Aktien mehr als 11 Prozent und belasteten damit auch die Entwicklung des gesamten Prager Marktes deutlich. Insgesamt verlor das Unternehmen in den ersten beiden Handelstagen der Woche mehr als 15 Prozent seines Marktwertes, was einem Rückgang von über 130 Milliarden Kronen entspricht.
„Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals einen derart unbegründeten und völlig isolierten Kurseinbruch einer Aktie gegeben hätte“, schrieb der Investor und Minderheitsaktionär von ČEZ, Michal Šnobr, am Dienstag im Netzwerk X.
Am Mittwochvormittag stabilisierte sich der Aktienkurs.

-Warum ist der Kurssturz so außergewöhnlich?
Ein derart heftiger Einbruch zählt zu den größten der vergangenen Jahre und hebt sich laut Analysten auch im europäischen Kontext ab. Sollte der Rückgang in den kommenden Tagen anhalten, könnte es passieren, dass ČEZ nicht mehr das wertvollste börsennotierte Unternehmen Tschechiens ist. Überholen könnte es die Rüstungsgruppe Czechoslovak Group, die beim am Freitag erfolgten Börsengang in Amsterdam auf eine Marktkapitalisierung von rund 610 Milliarden Kronen abzielt. Der Marktwert von ČEZ liegt derzeit bei etwa 635 Milliarden Kronen.

-Was ist der Grund für den Absturz?
Vermutlich gibt es mehrere. Experten führen unter anderem an, dass aktuelle Kommentare zur möglichen Verstaatlichung von ČEZ maßgeblich dazu beigetragen haben. Der Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček, bestätigte den Beginn der Vorbereitungsarbeiten für den Erwerb eines hundertprozentigen Staatsanteils an ČEZ. „Wir werden das nicht hinauszögern“, sagte Havlíček und fügte hinzu, dass der Prozess etwa eineinhalb bis zwei Jahre dauern solle.
Investor Šnobr stimmt dieser Begründung für den Kursverfall nicht zu. „Über die Verstaatlichung von ČEZ wird seit einem Jahr gesprochen – vor den Wahlen, nach den Wahlen, sie ist Teil der Regierungserklärung (sogar mit der Zusicherung, dass sie so ablaufen wird, wie es auf entwickelten Märkten üblich ist). Es hieß immer, dass es sich um einen Prozess handelt, der eineinhalb bis zwei Jahre dauern kann“, erklärte er.
Einer der Auslöser des Ausverkaufs war nach Ansicht von Analysten auch ein Bericht der Investmentbank Morgan Stanley, die eine Empfehlung zur Reduzierung der ČEZ-Aktien in den Portfolios ausgesprochen hatte. Laut dem Chefökonomen der Trinity Bank, Lukáš Kovanda, handelt es sich um eine außergewöhnliche Entwicklung, die sich jedoch nicht allein durch die allgemein ungünstige Stimmung an den Märkten erklären lässt. Zu Beginn der Woche gaben die ČEZ-Aktien nämlich deutlich stärker nach als die Aktien anderer vergleichbarer europäischer Energieunternehmen. „Der Kursverfall der ČEZ-Aktien muss daher noch andere Gründe haben als nur die Einschätzung von Morgan Stanley oder ein ungünstiges internationales Umfeld“, meint Kovanda.

-Kann der Abfluss von Geld in Richtung Rüstungsunternehmen eine Rolle spielen?
Einige Analysten bringen den Ausverkauf teilweise mit dem Börsengang (IPO) der Rüstungsgruppe Czechoslovak Group (CSG) in Verbindung, deren Eigentümer der Unternehmer Michal Strnad ist. „Ein Faktor könnte auch das näher rückende IPO der Rüstungsgruppe CSG gewesen sein, die am Freitag mit dem Handel begonnen hat“, sagte der Analyst der Fio Bank, Martin Singer.
Nach Ansicht anderer habe dies vor allem die Nervosität am Markt verstärkt, und es werde über Umschichtungen von Investoren von ČEZ zu CSG spekuliert. In der aktuellen geopolitischen Lage könne CSG als aussichtsreicher erscheinen.

-Welche Rolle spielen Informationen zur Kernenergie und zu Brüssel?
Investoren könnten durch die Unsicherheiten bei der Finanzierung und Genehmigung neuer Kernkraftwerksblöcke verunsichert werden. ČEZ betreibt die Kernkraftwerke Dukovany und Temelín und soll der Hauptträger des geplanten Baus neuer Reaktoren sein. Eine Schlüsselfrage bleibt die Notwendigkeit der sogenannten Notifizierung staatlicher Beihilfen durch die Europäische Kommission für die Blöcke Dukovany 5 und 6. Das Ministerium für Industrie und Handel rechnet damit etwa im ersten Quartal 2027.
Der Ressortchef Havlíček sagte nun dem Server Aktuálně.cz, dass eine Notifizierung realistisch im ersten Halbjahr 2027 sei. Der erste Block soll nach den Plänen erst im Jahre 2036 fertiggestellt werden. Für Investoren bedeutet dies eine langfristige Unsicherheit hinsichtlich der Finanzierung des Projekts und seiner Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage von ČEZ, was sich in einer vorsichtigeren Bewertung der Aktie niederschlagen kann.

-Was bedeutet der Kursverfall der ČEZ-Aktien für den Staat?
Die Kosten einer möglichen Verstaatlichung sinken. Im vergangenen Jahr sagte Havlíček, dass ein möglicher Rückkaufpreis je Aktie bei über 1.500 Kronen liegen könnte; am Dienstag lag der Kurs bei 1.135 Kronen. Laut Kovanda könnte ein Teil des Marktes darauf spekulieren, dass der Staat mit dem Rückkauf der Aktien nicht eilen wird, sollten sich die Prognosen der Analysten erfüllen. Der Konsens der von der ausländischen Agentur Bloomberg befragten Experten geht davon aus, dass die ČEZ-Aktien in einem Jahr rund 31 Prozent günstiger sein werden als heute. Schon eine teilweise Umsetzung dieses Szenarios würde nach Kovandas Einschätzung Einsparungen in Höhe von mehreren zehn Milliarden Kronen bedeuten.
/gr/




Von Tykačs Kohlekraftwerken soll nur die Hälfte von Chvaletice überleben
26.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Titelseite - Seite: 1
Autor: Jan Brož

Energie – Nach Erkenntnissen der Zeitung HN empfiehlt der Übertragungsnetzbetreiber ČEPS, den Betrieb von zwei Blöcken des Kraftwerks Chvaletice fortzusetzen. Die Schließung von Počerady droht. Der Staat wird klären müssen, wie der verlustbringende Betrieb kompensiert wird.

Bereits morgen soll der Betreiber des Übertragungsnetzes ČEPS offiziell die mit Spannung erwartete Entscheidung über die Zukunft der Kohlekraftwerke der Sev.en-Gruppe des Milliardärs Pavel Tykač veröffentlichen. Ohne große Übertreibung handelt es sich um das wichtigste energiepolitische Ereignis des Jahres, das maßgeblich beeinflussen wird, was sich in den kommenden Monaten im gesamten Sektor abspielen wird.
Sev.en hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, wegen Unrentabilität den Betrieb der Kohlekraftwerke Počerady und Chvaletice sowie auch des Heizkraftwerks in Kladno spätestens im März 2027 einzustellen. Aufgabe von ČEPS war es zu beurteilen, inwieweit das Abschalten dieser Energiequellen die Energiesicherheit Tschechiens gefährden würde und damit den Weg für ihren weiteren, subventionierten Betrieb zu öffnen.

Nach Informationen der Zeitung HN sind die Netzbetreiber inzwischen zu einer Entscheidung gelangt:
Im Falle der Stilllegung der Kraftwerke dürfte Tschechien kein Strommangel drohen. Zu einem ähnlichen Schluss kam bereits eine Analyse des Thinktanks Fakta o klimatu / Klimafakten. ČEPS befasste sich jedoch auch mit der Frage, in welchem Maß die Anlagen für den sicheren Betrieb des Netzes und zur Vermeidung eines möglichen Blackouts notwendig sind. Die Kraftwerke erbringen nämlich für die Netzstabilisierung unverzichtbare Dienstleistungen wie Regelenergie, Frequenz- und Spannungsstabilisierung, Bereitstellung von Trägheit, Inselbetrieb oder den Schwarzstart nach einem Stromausfall.
Nach drei voneinander unabhängigen Quellen der Zeitung HN empfiehlt ČEPS, den Betrieb von zwei Blöcken des Kraftwerks Chvaletice fortzusetzen. Die Anlage verfügt derzeit über vier Blöcke mit jeweils 205 Megawatt Leistung. Insbesondere für den Schwarzstart gibt es im System derzeit keinen Ersatz. Die Sprecherin von ČEPS, Hana Klímová, wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern und verwies darauf, dass das Unternehmen seine Schlussfolgerungen in der kommenden Woche vorstellen werde. Auch Sev.en lehnte eine Stellungnahme ab. „Wir haben bislang keine Informationen und können uns daher auch nicht zu Spekulationen äußern“, sagte Sprecherin Eva Maříková.

Sollte sich die Situation auf dem Strommarkt nicht grundlegend ändern, bedeutet die Entscheidung vermutlich das Aus für das tausend Megawatt starke Kraftwerk Počerady im Most - Becken, das als das schmutzigste Kohlekraftwerk des Landes gilt. Bei der Bewertung spielte wahrscheinlich gerade die Lage eine Rolle. Počerady liegt am Rand des Landes und zudem in einem Gebiet mit mehreren weiteren leistungsstarken Kraftwerksblöcken. In etwa zwanzig Kilometern Entfernung befindet sich das Kraftwerk Ledvice von ČEZ, eine weitere Kohleanlage des teilstaatlichen Unternehmens Tušimice ist nur wenig weiter entfernt. Direkt am Standort Počerady steht zudem ein gleichnamiges Gas-und-Dampf-Kraftwerk, das ebenfalls ČEZ gehört. Die zentrale Lage der isolierten Energiequelle Chvaletice in der Region Pardubice ist für die Netzstabilität wichtiger.

Praktisch keine Bedeutung für das Übertragungsnetz hat auch das Heizkraftwerk in Kladno, das ebenfalls Strom erzeugt. Es ist jedoch nicht an die „großen“ Leitungen von ČEPS angeschlossen, sondern an das Verteilnetz von ČEZ Distribuce. Gleichzeitig ist es ein wichtiger Wärmelieferant für die Einwohner der größten Stadt der Region Mittelböhmen, weshalb sein Betrieb nicht ohne Ersatz eingestellt werden kann. Über sein weiteres Schicksal wird daher in einem etwas anderen Rahmen entschieden.
Die Stellungnahme von ČEPS wird die Grundlage für die Entscheidung der Energieregulierungsbehörde (ERÚ) bilden, für zwei Blöcke in Chvaletice den sogenannten Betrieb über den Rahmen der Lizenz hinaus anzuordnen. In den folgenden elf Monaten wird ERÚ festlegen müssen, auf welche Weise und in welcher Höhe der Betreiber für den verlustbringenden, aber notwendigen Betrieb entschädigt wird. Wie viel das kosten wird, ist unklar. Pavel Tykač selbst sprach davon, dass eine mögliche Unterstützung höchstens sechs Milliarden Kronen pro Jahr erfordern würde. Dies bezog sich jedoch auf alle drei Anlagen, sodass der endgültige Betrag niedriger ausfallen dürfte. „Das lässt sich nicht einfach teilen“, warnt jedoch eine Quelle der Zeitung HN und verweist darauf, dass die Festlegung der Kompensationshöhe ein noch komplexer Prozess sein wird, dessen Ergebnis sich nicht vorwegnehmen lässt.

Wenn in Chvaletice statt vier nur zwei Blöcke betrieben werden, bedeutet das nicht automatisch, dass die Betriebskosten auf die Hälfte sinken. Für den Betrieb des Kraftwerks wird weiterhin der Großteil der derzeit rund 300 Beschäftigten benötigt. Andererseits wird ČEPS voraussichtlich verlangen, dass das Kraftwerk nur während eines Teils des Jahres in Bereitschaft gehalten wird. „Es wird kein hundertprozentiger Betrieb sein. Die Kessel müssen nicht dauerhaft betriebsbereit gehalten werden“, beschrieb eine Quelle der Zeitung HN die Annahmen, von denen ERÚ ausgehen muss.
Nachdem ERÚ die Höhe der Unterstützung und die Bedingungen des weiteren Betriebs festgelegt hat, wird es an Sev.en liegen, ob das Unternehmen diese akzeptiert. Falls nicht, geht das Kohlekraftwerk Chvaletice in die Verwaltung eines anderen Betreibers über. Dies wäre vermutlich ČEZ, das das Kraftwerk vor 13 Jahren für 4,2 Milliarden Kronen an Tykačs damalige Firma Litvínovská uhelná verkauft hatte.
/gr/




Die EU kauft weiterhin russisches Uran
26.01.2026 Tageszeitung Právo Seite 12 ČTK

Den Staaten der Europäischen Union ist es auch fast vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine nicht gelungen, sich vollständig von der Abhängigkeit von russischem angereichertem Uran zu befreien. Dieses deckt weiterhin rund ein Viertel des Verbrauchs an Kernbrennstoff. Das berichtete die Website der Zeitung Financial Times.
Im Jahr 2024 importierten die EU-Staaten 23 Prozent ihres angereicherten Urans aus Russland. Der Umgang damit unterscheidet sich von Land zu Land. Während Schweden russischen Brennstoff vollständig abgelehnt hat, halten andere Länder die Importe auf einem Niveau nahe dem Vorkriegszustand, und einige haben sich sogar mit russischem Brennstoff auf Vorrat eingedeckt.

Dies betrifft auch Tschechien: Dort stieg der Import russischer Kernbrennstäbe zwischen den Jahren 2022 und 2024 laut Eurostat-Daten von 86,8 Millionen Euro (rund 2,1 Milliarden Kronen) auf 303,3 Millionen Euro, also etwa 7,37 Milliarden Kronen.

Die Unternehmen Urenco und Orano, führende westliche Uranproduzenten, bauen neue Anreicherungskapazitäten aus. Die Nachfrage nach emissionsarmer Energie hat in Nordamerika und Europa zu einer Rückkehr der Kernenergie geführt.
„Russland nutzt die Urananreicherung als geopolitisches Instrument“, sagte der Geschäftsführer des US-Unternehmens Urenco, Boris Schucht, der Zeitung.
„Hier lässt sich eine starke Parallele zu den Seltenen Erden ziehen“, erklärte der Chef des französischen Unternehmens Orano, Niclas Maes, mit Blick auf Europas Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen von Rohstoffen, die in Technologien von Windturbinen bis hin zu Elektroautos verwendet werden. „Es liegt an den Politikern zu entscheiden, welches Maß sie zu akzeptieren bereit sind“, fügte er hinzu.
Die Europäische Union hat zwar angekündigt, russische Kernbrennstoffe und -technologien verbieten zu wollen, doch der Vorschlag bleibt politisch sensibel.

„Die Urananreicherung nutzt Russland als geopolitisches Instrument.“
Boris Schucht, Geschäftsführer von Urenco
/gr/




Arbeit der Temelíner Feuerwehrleute
26.01.2026 TageszeitungPrávo Seite 17
Autor: Pavel Orholz

Die Feuerwehr­einheit des Kernkraftwerks Temelín hatte im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun. Sie rückte zu fünfzig Einsätzen aus. Am häufigsten halfen die Temelíner Feuerwehrleute bei Verkehrsunfällen, Bränden oder bei der Beseitigung der Folgen ungünstiger Witterung.
Bereits seit neun Jahren sind sie Teil des Alarmplans der Region Südböhmen, und die regionale Feuerwehrleitstelle alarmiert sie in Fällen, in denen Art oder Ort des Einsatzes dies erfordern. Im Kraftwerk selbst greifen die hiesigen Feuerwehrleute vor allem präventiv ein.

Einsätze bei Bränden und Verkehrsunfällen….
Im vergangenen Jahr rückten die Temelíner Feuerwehrleute insgesamt neunundvierzig Mal außerhalb ihres Werksgeländes aus. Dabei handelte es sich vor allem um Verkehrsunfälle, Brände und technische Einsätze. „Für alle ist es besser, wenn solche Einsätze nicht nötig sind. Wenn es jedoch dazu kommt, wollen wir auf diese Weise auch unserem Umfeld helfen“, sagte Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.
Direkt im Kraftwerk konzentrieren sich die Feuerwehrleute vor allem auf Prävention und technische Hilfe. Sie überwachen insbesondere Arbeiten mit erhöhtem Brandrisiko, wie Schweißarbeiten oder Tätigkeiten an Turbinen, Generatoren oder Transformatoren. Zudem sichern sie regelmäßig Beschäftigte in geschlossenen Räumen oder unterstützen Arbeiten in der Höhe. „Im vergangenen Jahr haben wir auf diese Weise bei 2.369 Arbeiten assistiert“, präzisierte Martin Novotný, Kommandant der Temelíner Feuerwehr.

Die Einsatzbereitschaft der Temeliner Feuerwehr - Einheit wurde in diesem Jahr weiter durch die Anschaffung von fünf speziellen Containern mit moderner Feuerwehrausrüstung erhöht. Dabei handelt es sich um mobile Container, die je nach Bedarf schnell für unterschiedliche Einsatzarten genutzt werden können.
Einer davon ist mit acht Pumpen ausgestattet, ein weiterer dient der Brandbekämpfung in speziellen Bereichen, etwa in Umspannwerken. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Container mit einem Tank für fünftausend Liter Wasser und zweihundert Liter Schaummittel, ein Container für chemische Ereignisse sowie ein spezialisierter Container für Einsätze bei Bränden von Elektrofahrzeugen.
„Die Feuerwehr ist ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitsgewährleistung von Kernkraftwerken. Deshalb ist es wichtig, dass sie über moderne Ausrüstung verfügt, die im Bedarfsfall ein schnelles und wirksames Eingreifen ermöglicht“, ergänzte Bohdan Zronek, Direktor der Abteilung Kernenergie und Vorstandsmitglied von ČEZ.

Neu in der Ausstattung sind auch akkubetriebene Werkzeuge, etwa elektrische Sägen, Trennschleifer, Hämmer oder Bohrmaschinen. Diese leichten und mobilen Mittel erhöhen die Flexibilität der Einsätze und eignen sich insbesondere für schwer zugängliche oder schlecht belüftete Räume.
Die Temelíner Einheit verfügt über mehr als achtzig Feuerwehrleute. Vier Schichten wechseln sich im Zwölf-Stunden-Rhythmus ab. Ihnen stehen vier Tanklöschfahrzeuge sowie Spezialtechnik für technische Einsätze zur Verfügung. Zur Ausrüstung gehören außerdem modernste mobile Löschtechnik, Atemschutzgeräte, spezielle Chemikalienschutzanzüge oder Anzüge gegen Strahlungswärme. Die Ausrückzeit innerhalb des Kraftwerksgeländes beträgt vier Minuten.
Auf Anforderung der Einsatz- und Informationszentrale der Feuerwehr des Südböhmischen Kreises helfen die Temeliner Feuerwehrleute auch außerhalb des Kraftwerksgeländes. In diesen Fällen muss stets gewährleistet sein, dass die vorgeschriebene Mindestzahl an Fachkräften und Technik vor Ort verbleibt, damit die Brandsicherheit des Kraftwerks nicht gefährdet wird.
„Wenn uns die Leitstelle ruft, fahren wir. Wir wollen unserer Umgebung helfen.“
Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín
Foto: Archiv AKW Temelin – Temelíner Feuerwehrleute bei einem Einsatz im Kernkraftwerk
/gr/






EDF will die bestehenden britischen Kernkraftwerke maximal nutzen
Autor: Jiří Puchnar
24. Januar 2026, oenergetice.cz

EDF Energy erklärte, dass die Stromproduktion seiner britischen Kernkraftwerke im Jahr 2025 „sehr gut“ gewesen sei und rund 12 % des gesamten Stromverbrauchs im Vereinigten Königreich gedeckt habe. Das Unternehmen plant, die letzten beiden Blöcke des Typs Advanced Gas-cooled Reactor (AGR) mindestens bis zum Jahr 2030 zu betreiben, und strebt für den Druckwasserreaktor Sizewell B (PWR) eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung um 20 Jahre an.
EDF Energy betreibt im Vereinigten Königreich acht Kernkraftwerksstandorte. Fünf Kraftwerke sind in Betrieb, drei befinden sich bereits in der Stilllegungsphase (Decommissioning). EDF übernahm diese Standorte im Jahr 2009 im Zuge der Akquisition von British Energy. Parallel dazu wird der Bau des neuen Kraftwerks Hinkley Point C in der Grafschaft Somerset fortgesetzt, und auch die Vorbereitung des Projekts Sizewell C in Suffolk schreitet voran, das als „Replik“ von Hinkley Point C konzipiert ist.

In Betrieb befindliche Kraftwerke (5):
• Sizewell B (PWR)
• Torness (AGR)
• Heysham 1 (AGR)
• Heysham 2 (AGR)
• Hartlepool (AGR)

Kraftwerke in der Stilllegung (3):
• Hunterston B (AGR)
• Hinkley Point B (AGR)
• Dungeness B (AGR)

-Produktion 2025 und Planung für 2026–2027...
In der jüngsten Ausgabe des Berichts UK Nuclear Fleet Stakeholder Update teilte EDF Energy mit, dass die fünf in Betrieb befindlichen Kraftwerke im Jahr 2025 insgesamt 32,9 TWh Strom erzeugt haben, was etwa 12 % weniger als im Jahr 2024 entspricht. Hauptgrund hierfür war ein verlängerter Stillstand des Kraftwerks Hartlepool.
Für 2026 plant das Unternehmen eine Produktion von rund 36 TWh und für 2027 etwa 37 Twh.

-Verlängerung des AGR-Betriebs „mindestens bis zum Jahr 2030“
EDF erinnert daran, dass bei der Übernahme im Jahr 2009 die Erwartungen an die Stromerzeugung dieser Flotte deutlich niedriger waren. Die jüngsten AGR-Blöcke (Torness und Heysham 2) sollten ursprünglich bereits im Jahre 2023 außer Betrieb gehen. Dank Investitionen und gezieltem Betriebsmanagement gelang es jedoch, vier AGR-Kraftwerke weiterhin am Netz zu halten.
Das Unternehmen gibt an, dass sich die bisherigen Investitionen in die britische Kernkraftflotte auf 8,6 Mrd. GBP (rund 240,4 Mrd. CZK) belaufen. Für den Zeitraum 2026–2028 plant EDF zusätzliche Investitionen von mehr als 1,2 Mrd. GBP (etwa 33,54 Mrd. CZK) in die in Betrieb befindlichen Anlagen.
Zugleich bezifferte EDF den kumulativen Nutzen der Laufzeitverlängerungen: Die AGR-Blöcke erzielten zusammen „38 Jahre zusätzlicher Betriebszeit“ und lieferten dadurch weitere 263 TWh CO₂-arme Elektrizität. Zum Vergleich führt das Unternehmen an, dass dies mehr ist als die gesamte Lebenszeitproduktion des Kraftwerks Heysham 1 (254 TWh) – ein Hinweis auf die Bedeutung von Laufzeitverlängerungen, wo immer sie möglich sind.
Im September 2025 verlängerte EDF die geschätzte Betriebsdauer zweier AGR-Blöcke um ein weiteres Jahr. Die Reaktoren Hartlepool und Heysham 1 sollen nun bis März 2028 betrieben werden. Darüber hinaus erklärt das Unternehmen die Ambition, vier laufende AGR-Kraftwerke mindestens bis zum Jahr 2030 weiter zu betreiben – allerdings unter Bedingungen, die an Inspektionsergebnisse, Zuverlässigkeit und regulatorische Unterstützung geknüpft sind. Gleichzeitig räumt EDF ein, dass aufgrund der späten Phase des Lebenszyklus mögliche weitere Verlängerungen eher kurzfristig sein und laufend bewertet werden dürften.

-Sizewell B: außergewöhnliches Jahr 2025 und Vorbereitung der Lizenzverlängerung bis zum Jahr 2055...
Der Druckwasserreaktor Sizewell B erzielte laut EDF im Jahr 2025 „außergewöhnliche“ Ergebnisse: Er erreichte einen Auslastungsfaktor von 99 % und produzierte 10,4 TWh Strom.
EDF erklärt, dass ein Betrieb des Kraftwerks über das Jahr 2035 hinaus technisch mindestens bis zum Jahr 2055 möglich sei. Vergleichbare Laufzeitverlängerungen wurden auch bei ähnlichen Anlagen weltweit erreicht. Zugleich betont das Unternehmen jedoch, dass die Volatilität der Energiemärkte in den vergangenen Jahren den Bedarf verstärkt habe, für den langfristigen Betrieb von Sizewell B ein „geeignetes kommerzielles Modell“ festzulegen.

-Weitere Entwicklung der Standorte Cottam, Hartlepool, Heysham und Torness...
EDF gibt zudem an, gemeinsam mit der Regierung und privaten Unternehmen an der Zukunft seiner Standorte zu arbeiten.
Es wird erwähnt, dass sich erste Pläne für neue Kernenergieprojekte an den Standorten Cottam und Hartlepool abzeichnen. Als Standorte mit „zahlreichen Vorteilen für neue Projekte“ nennt das Unternehmen außerdem Heysham in der Grafschaft Lancashire und Torness in Schottland.

-Stilllegung und Abtransport abgebrannter Brennelemente in Hunterston B und Hinkley Point B...
Drei AGR-Kraftwerke (Hunterston B, Hinkley Point B und Dungeness B) befinden sich bereits in der Stilllegungsphase. EDF berichtet, dass Hunterston B im April das Projekt zur Entfernung sämtlicher abgebrannter Brennelemente (Defueling) termingerecht und im Rahmen des Budgets abgeschlossen hat und damit zum ersten AGR-Kraftwerk wurde, das als Standort ohne abgebrannten Brennstoff erklärt wurde. Im November schloss auch Hinkley Point B den Abtransport sämtlicher abgebrannter Brennelemente aus seinen Reaktoren ab.
Nach Abschluss der Brennstoffentfernung soll jeder Standort an die britische Behörde Nuclear Decommissioning Authority (NDA) übergeben werden, konkret an deren Tochtergesellschaft Nuclear Restoration Services, die die weiteren Stilllegungsphasen sicherstellen soll. Als erstes soll das Kraftwerk Hunterston B im April 2026 übergeben werden, gefolgt von Hinkley Point B im Oktober 2026.


Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektrarny

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Antworten