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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus tschechien Medien zur Kernkraft vom 30.9.2026:

Inhalt:
Temelín erweitert Lagerkapazitäten für Kernbrennstoff.
Die Entwicklung der Kernenergie scheitert an den hohen Kosten, meint der skeptische Experte Schneider.
Škoda JS beteiligt sich an Projekten mit Rolls-Royce SMR.
Erstes geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle nähert sich der Inbetriebnahme.
Polen startet Atom-Megaprojekt: Vertrag soll bis Jahresende stehen

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Temelín erweitert Lagerkapazitäten für Kernbrennstoff
30.9.2026 Jihoceska televize / Sübböhmisches Fernsehen 5.30 Uhr – Nachrichten

Am Kernkraftwerk Temelín wird derzeit eine wichtige Phase beim Ausbau der Lagerkapazitäten für Kernbrennstoff abgeschlossen. Insgesamt entstehen 102 neue Lagerplätze, die Brennstoffreserven für bis zu drei Jahre Kraftwerksbetrieb ermöglichen sollen.
Für die Eigenständigkeit und einen stabilen Betrieb des Kernkraftwerks Temelín ist eine ausreichende Brennstoffreserve von entscheidender Bedeutung. In diesen Tagen wird eine wichtige Etappe beim Ausbau der Lagerkapazitäten für frischen Kernbrennstoff abgeschlossen. Die 102 neuen Lagerplätze reichen für bis zu drei Jahre Kraftwerksbetrieb.
Bisher verfügt Temelín über Brennstoffreserven für mehr als zwei Jahre. Mit diesem Schritt stärkt ČEZ nach eigenen Angaben die Energieversorgungssicherheit der Tschechischen Republik.
/gr/


Die Entwicklung der Kernenergie scheitert an den hohen Kosten, meint der skeptische Experte Schneider
30. September 2026 Ekonomicky denik
Autor: David Tramba

Foto: Während Politiker darauf hoffen, bei der Eröffnung eines neuen Kernkraftwerks das Band durchschneiden zu können, könnte die Realität deutlich düsterer aussehen.

Auf eine große Renaissance der Kernenergie sollte man sich nicht einstellen, warnt der deutsche Energieexperte Mycle Schneider in seinem jüngst veröffentlichten World Nuclear Industry Status Report (WNISR). Der Hauptgrund sind die Kosten. Kernkraftwerke sind demnach deutlich teurer als andere emissionsarme Stromquellen. Wind- und Solarkraftwerke in Kombination mit Batteriespeichern könnten dieselbe Leistung zu geringeren Kosten erbringen, argumentiert Schneider in seinem Bericht. (https://www.worldnuclearreport.org/IMG/ ... 026-v1.pdf)
Als Beleg verweist er auf die diesjährige Studie des US-Beratungsunternehmens Lazard zu den sogenannten Levelized Cost of Energy (LCOE), also den Gesamtkosten für Bau und Betrieb verschiedener Kraftwerkstypen. Bei marktüblichen Kosten für Eigen- und Fremdkapital erweist sich ein neues Kernkraftwerk demnach als teuerste Stromquelle mit Kosten von rund 215 US-Dollar pro Megawattstunde (MWh). Zum Vergleich: Die Stromgestehungskosten großer Solar- und Windkraftanlagen liegen bei etwa einem Drittel, nämlich rund 70 US-Dollar pro MWh.

Große Batteriespeicher haben die Spielregeln verändert…..
Die wirtschaftliche Rentabilität von Kernkraftwerken steht und fällt somit mit den Kapitalkosten. Bietet der Staat günstige Kredite an, können die LCOE von Kernkraftwerken bis auf etwa 100 US-Dollar pro MWh sinken. Die von tschechischen Politikern genannten Kosten der neuen Reaktorblöcke in Dukovany von rund 90 Euro pro MWh erzeugten Stroms könnten damit realistisch sein. Doch mit günstigem Kapital sinken auch die Kosten für Wind- und Solarkraftwerke. Deren LCOE könnten auf rund 50 US-Dollar (45 Euro) pro MWh fallen.
Skeptiker werden natürlich einwenden, dass ein Kernkraftwerk rund um die Uhr und sieben Tage die Woche kontinuierlich Strom ins Netz einspeist. Die Leistung von Wind- und Solaranlagen schwankt dagegen je nach Wetter- und anderen natürlichen Bedingungen. Doch hier, so Mycle Schneider, seien Batteriespeicher zum „Gamechanger“ geworden. Die Kosten für den Bau solcher Speicher sind allein zwischen den Jahren 2022 und 2025 um 63 Prozent gesunken. Viele Investoren setzen daher inzwischen auch ohne staatliche Förderung oder andere öffentliche Unterstützung auf den Bau von Batteriespeichern.

Gesamtkosten verschiedener Kraftwerkstypen (USD/MWh) in Abhängigkeit von den Kapitalkosten
Kraftwerkstyp Eigenkapital 6 %, Fremdkapital 5 % Eigenkapital 10 %, Fremdkapital 7 % Eigenkapital 12 %, Fremdkapital 8 %
Kernkraft 130 182 215
Gaskraftwerke (Backup) 160 192 210
Offshore-Wind 105 125 135
Kohlekraft 89 111 125
Gas-und-Dampf-Kraftwerke 74 84 90
Großflächige Solarenergie 53 62 69
Windenergie 53 62 68
Quelle: Lazard (Berechnung für Kraftwerke in den USA)

Das Ergebnis sind teilweise gigantische Megaprojekte mit Investitionsvolumen in Milliardenhöhe. Ein Beispiel ist ein 5,2 Gigawatt (GW) großer Photovoltaikpark, der mit Batteriespeichern mit einer Kapazität von 19 GWh kombiniert wird. Das Projekt wird vom Konzern Masdar in den Vereinigten Arabischen Emiraten gebaut. Nach seiner für das kommende Jahr geplanten Fertigstellung soll es eine stabile, steuerbare Energiequelle zu wettbewerbsfähigen Preisen darstellen.
Allerdings ist anzumerken, dass weder Schneider noch das Lazard-Team die Situation von Ländern berücksichtigen, in denen die Bedingungen für den Bau von Wind- und Solaranlagen weniger günstig sind. Beispiele dafür könnten Tschechien oder die Slowakei sein. Unter solchen Bedingungen kann die Kernenergie wirtschaftlich günstiger abschneiden als erneuerbare Energien.

Der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung sinkt….
Mycle Schneider vergleicht in seinem World Nuclear Industry Status Report (WNISR) auch die Entwicklung der erneuerbaren Energien mit jener der Kernenergie. Die weltweit installierte Leistung von Photovoltaikanlagen stieg im vergangenen Jahr um 510 GW auf 2383 GW – ein Zuwachs von 27 Prozent. Die Windkraft legte um 159 GW auf 1291 GW zu – ebenfalls innerhalb nur eines Jahres. Die Leistung der Kernkraftwerke erhöhte sich dagegen lediglich um 1,5 GW auf 399,5 GW. Ein großer Teil der zusätzlichen Leistung neuer Reaktoren wurde durch die Stilllegung älterer Anlagen wieder aufgezehrt.
Anstelle der erhofften „nuklearen Renaissance“ beobachten wir laut Schneider somit einen langfristigen Bedeutungsverlust der Kernenergie. Vor 15 Jahren erzeugten Kernkraftwerke 12,8 Prozent des weltweit produzierten Stroms. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 8,8 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien, einschließlich der Wasserkraft, stieg im gleichen Zeitraum dagegen von 19,4 auf 33,4 Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil der Kohlekraft an der weltweiten Stromproduktion sank im vergangenen Jahr auf 32,6 Prozent.

Große tschechische Atompläne….
Die tschechische Regierung setzt trotz der genannten Argumente auf einen ambitionierten Ausbau der Kernenergie. Geplant sind nicht nur vier große Reaktorblöcke des Typs APR1000 in Dukovany und Temelín, sondern gemeinsam mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR auch sechs Reaktoren mittlerer Leistung. Insgesamt könnten damit bis 2050 in Tschechien bis zu 7.000 Megawatt neue nukleare Kapazitäten hinzukommen.
Dabei handelt es sich allerdings lediglich um Pläne der Energiegruppe ČEZ. Auch andere Investoren erwägen den Bau eigener Kernreaktoren. Dazu gehören die Energiegruppe SUAZ Group sowie der Konzern Orlen, der in Tschechien die Erdölraffinerien in Litvínov und Kralupy nad Vltavou besitzt. Auch Veolia interessiert sich für die künftige Nutzung kleiner nuklearer Reaktoren, insbesondere zur Wärmeerzeugung.
/gr/


Škoda JS beteiligt sich an Projekten mit Rolls-Royce SMR
29.09.2026 Wochenzeitung Technický týdeník

Die traditionelle tschechische Nukleartechnikfirma Škoda JS aus der ČEZ-Gruppe hat einen weiteren Erfolg im Bereich der kleinen modularen Reaktoren (SMR) erzielt. Für die britische Gesellschaft Rolls-Royce SMR, in die ČEZ im vergangenen Jahr umfangreich investiert hat, wird Škoda JS eine zentrale Komponente für die Steuerung des Reaktors liefern.
Rolls-Royce SMR hat Škoda JS als einzigen Lieferanten einer wichtigen Komponente des Kernreaktors ausgewählt. Das Unternehmen aus Plzeň wird Antriebe für die Steuerstäbe liefern, die für die Regelung der Reaktorleistung unerlässlich sind. Jeder modulare Reaktor von Rolls-Royce SMR wird mit Antrieben von Škoda JS ausgestattet sein – unabhängig davon, wo auf der Welt er gebaut wird.
Damit knüpft Škoda JS an einen früheren Erfolg an: Das Unternehmen wurde bereits als einer von zwei Lieferanten weiterer wichtiger Komponenten der nuklearen Insel ausgewählt. Der erste kleine modulare Reaktor in Tschechien soll in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre in Temelín entstehen.
„Die globale Lieferkette für kleine modulare Reaktoren entsteht gerade, und für unsere Industrieunternehmen ist es entscheidend, jetzt schnell zu handeln. Die Chance ist einzigartig. Wenn es ihnen gelingt, sich gleich zu Beginn in diese Lieferkette einzubinden, können sie über Jahrzehnte hinweg attraktive Aufträge erhalten“, sagte Daniel Beneš, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor von ČEZ. Er fügte hinzu: „Vor Škoda JS steht nun die Aufgabe, einen Prototyp speziell für kleine modulare Reaktoren zu entwickeln, um diese anschließend weltweit für Rolls-Royce SMR liefern zu können.“
Die Antriebsmechanismen der Steuerstäbe gehören zu den wichtigen Komponenten von Kernreaktoren und sind ein zentraler Bestandteil des Designs von Rolls-Royce SMR. Sie gewährleisten die präzise Bewegung der Steuerstäbe, mit denen die Reaktorleistung geregelt wird. Dadurch tragen sie zu einem sicheren Betrieb bei und ermöglichen bei Bedarf eine schnelle Abschaltung des Reaktors. Jeder Antrieb ist ein einzigartiger elektromechanischer Linearmotor mit einer Länge von knapp acht Metern und einem Gewicht von 450 Kilogramm. Er ist in der Lage, den Reaktor in allen Betriebszuständen sicher zu steuern.
„Der Vertrag umfasst auch die Vorbereitungen für die Serienproduktion bei Škoda JS sowie die Eckpunkte eines künftigen Vertrags über die weltweite Lieferung des Steuerungssystems für alle Rolls-Royce-SMR-Reaktoren. Dies könnte für uns künftig wiederkehrende Aufträge im Wert von mehr als einer Milliarde Kronen pro einzelnem SMR bedeuten“, erklärte Karel Bednář, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor von Škoda JS.
„Škoda JS hat unter Beweis gestellt, dass das Unternehmen zu den wenigen Firmen in Europa gehört, die in der Lage sind, eine der wichtigsten Komponenten unseres Kraftwerks zu liefern. Wir sind stolz darauf, dass Škoda JS zu unserem Partner geworden ist. Unsere Zusammenarbeit zeigt deutlich, welche Vorteile dieses Projekt für Industrieunternehmen mit sich bringt“, ergänzte Chris Cholerton, Generaldiektor von Rolls-Royce SMR.

Kleine modulare Reaktoren sind eine der Säulen der langfristigen Strategie von ČEZ und der modernen Energieversorgung der Tschechischen Republik. Sie sollen künftig Teil des tschechischen Energiemixes sein und neben großen Kernkraftwerksblöcken und erneuerbaren Energien zum Einsatz kommen. Der erste kleine modulare Reaktor soll in unmittelbarer Nachbarschaft des bestehenden Kernkraftwerks Temelín errichtet werden.
ČEZ schloss im Jahre 2024 eine strategische Partnerschaft mit Rolls-Royce SMR. Dadurch beteiligt sich das Unternehmen direkt an der Entwicklung und Vorbereitung der SMR-Technologie. ČEZ wurde zu einem bedeutenden Minderheitsaktionär des britischen Unternehmens und erwarb einen Anteil von rund 20 Prozent. Damit ist ČEZ ein strategischer Investor mit weitreichenden Rechten innerhalb des Unternehmens.
Die Kraftwerke von Rolls-Royce SMR werden eine Leistung von 470 MWe haben. Sie sollen eine stabile, erschwingliche und emissionsfreie Stromversorgung gewährleisten. Die Leistung eines einzelnen SMR würde ausreichen, um den jährlichen Strombedarf von einer Million tschechischer Haushalte zu decken.
Kleine modulare Reaktoren sollen künftig neben großen Kernkraftwerken, Gaskraftwerken und erneuerbaren Energiequellen Bestandteil des Energiemixes der Tschechischen Republik sein.
/gr/


Erstes geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle nähert sich der Inbetriebnahme
29.09.2026 Wochnzeitung Technický týdeník

Das finnische Tiefenlager für radioaktive Abfälle Onkalo ist in eine weitere Vorbereitungsphase für die Endlagerung abgebrannter Kernbrennstoffe eingetreten.
Das Unternehmen Posiva hat mit den Arbeiten an der ersten tatsächlichen Einlagerungsbohrung begonnen, die Bestandteil des endgültigen Tiefenlagers werden soll. Das Projekt geht damit von den Erprobungsarbeiten zur Errichtung der Infrastruktur für den regulären Betrieb über. Finnland macht damit einen weiteren Schritt bei einem Projekt, über das seit Jahrzehnten diskutiert wird und das nun der tatsächlichen Nutzung näherkommt.
Die Bohrarbeiten haben in dem unterirdischen Komplex im Felsmassiv von Olkiluoto in einer Tiefe von mehr als 400 Metern begonnen. Die erste Bohrung entsteht im Boden eines bereits aufgefahrenen Einlagerungstunnels. Ihre Parameter zeigen, wie hohe Anforderungen Posiva an die Präzision stellt. Die fertige Einlagerungsbohrung soll 8,4 Meter tief und 1,75 Meter breit sein. Dabei darf ihre Mittelachse über die gesamte Länge nicht mehr als 25 Millimeter von der vertikalen Achse abweichen. Wird dieser Grenzwert überschritten, kann die Bohrung nicht für die endgültige Einlagerung des Brennstoffs genutzt werden.
Mindestens die ersten drei Bohrungen werden deshalb besonders eingehend kontrolliert und unmittelbar nach ihrer Fertigstellung erneut vermessen – noch bevor mit den nächsten Bohrungen begonnen wird. Es handelt sich um eine wichtige Betriebsphase, in der nicht nur die Bohrtechnik selbst überprüft wird, sondern auch die Fähigkeit, sie unter den Bedingungen des tatsächlichen Tiefenlagers wiederholt anzuwenden.
Im regulären Betrieb sollen etwa zwei Einlagerungsbohrungen pro Arbeitswoche fertiggestellt werden. Für die künftige Wirtschaftlichkeit des Betriebs wird es entscheidend sein, ein konstantes Arbeitstempo, eine gleichbleibend hohe Bohrqualität und die entsprechenden Kontrollverfahren aufrechtzuerhalten.

Ein halber Kilometer unter der Erde nach Jahrzehnten der Vorbereitung….
Der abgebrannte Brennstoff soll in Onkalo in einer Tiefe von rund 450 Metern im Felsgestein eingelagert werden. Das Konzept sieht hermetisch verschlossene Behälter aus Eisen und Kupfer, eine Bentonitbarriere, eine Verfüllung der Tunnel mit Tonmaterial, Verschlussbauwerke und das umgebende Gestein als weitere Barrieren vor.
Der erste Einlagerungstunnel, in dem derzeit die Bohrarbeiten stattfinden, ist rund 330 Meter lang und bietet Platz für etwa 30 Einlagerungsbohrungen. Während des gesamten geplanten Betriebszeitraums sollen rund 100 Einlagerungstunnel mit einer Gesamtlänge von etwa 35 Kilometern entstehen.
Finnland entwickelt damit nicht lediglich eine einmalige technische Lösung, sondern einen langfristigen industriellen Prozess. Für den europäischen Nuklearsektor ist von Bedeutung, dass Onkalo einen konkreten Weg vom geologischen Erkundungsprozess über den Bau unterirdischer Anlagen bis hin zur wiederholbaren Einlagerung von Brennstoff aufzeigt.
Nach Angaben von World Nuclear News stellte Posiva am 30. Dezember 2021 den Antrag auf eine Betriebsgenehmigung für die Anlage zur Verkapselung und das endgültige Tiefenlager. Der Antrag bezieht sich auf einen Betrieb von März 2024 bis Ende 2070. Die endgültige Entscheidung liegt bei der finnischen Regierung; Voraussetzung dafür ist eine positive Stellungnahme der finnischen Strahlenschutz- und Nuklearaufsichtsbehörde STUK.
STUK begann im Mai 2022 mit der Prüfung und stellte nach früheren Angaben bereits fest, dass die sicherheitstechnischen Anforderungen für die Erteilung der Betriebsgenehmigung erfüllt sind. Posiva gibt inzwischen an, bis Ende 2026 die betriebliche Bereitschaft für den Beginn der endgültigen Einlagerung erreichen zu wollen.
Ein ähnliches Tiefenlager ist auch in Tschechien seit Langem geplant. Während das weltweit erste Tiefenlager dieser Art und Zweckbestimmung nun einen weiteren Schritt in Richtung regulären Betriebs macht, wird in Tschechien weiterhin über die Auswahl eines geeigneten Standorts diskutiert. Problematisch ist dabei insbesondere, dass bislang kein Verfahren etabliert wurde, das das Vertrauen der betroffenen Gemeinden gewinnen könnte. Auch ein langfristig stabiler Zeitplan ist noch nicht festgelegt.
Onkalo zeigt, dass es nicht ausreicht, lediglich ein geeignetes geologisches Umfeld auszuwählen. Entscheidend ist auch, jahrzehntelange Vorbereitungen in ein unter betrieblichen Bedingungen beherrschbares System zu überführen.
/gr/



Polen startet Atom-Megaprojekt: Vertrag soll bis Jahresende stehen
Autor: Martin Voříšek
30. September 2026, oenergetice.cz

Die für den Bau des ersten polnischen Kernkraftwerks verantwortliche Gesellschaft Polskie Elektrownie Jądrowe (PEJ) hat sich mit dem Konsortium Westinghouse-Bechtel auf die Bedingungen des Hauptvertrags für den Bau der neuen Reakorblöcke geeinigt. Die Verhandlungen gehen weiter, beide Seiten wollen den Vertrag bis zum Ende dieses Jahres abschließen. Gleichzeitig schreitet das Projekt von der Vorbereitungsphase zu ersten Arbeiten auf dem Baugelände voran. Was ist rund um Polens erstes Kernkraftwerk bisher geschehen?
Polen reihte sich erst im Oktober 2022 in die Gruppe der Staaten ein, die in der Europäischen Union ein neues Kernkraftwerk bauen wollen. Die polnische Regierung wählte damals den US-Konzern Westinghouse als Partner für das Projekt in Pommern. Das Projekt am Standort Lubiatowo-Kopalino sieht drei Reaktoren des Typs AP1000 vor. Darüber hinaus erhielt das Projekt eine wichtige Genehmigung bzw. Notifizierung durch die Europäische Kommission. Auch in Polen spielt beim Ausbau der Kernenergie somit der Staat die zentrale Rolle und nicht ein privater Investor. PEJ erwartet, dass der erste Reaktorblock 2036 den Betrieb aufnehmen wird.
Nach einer längeren Pause gibt es nun neue Informationen zu dem Projekt. Die Vorbereitung des sogenannten EPC-Vertrags, nach dem das Konsortium Westinghouse-Bechtel alle drei Reaktorblöcke errichten soll, soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Der Bau soll schlüsselfertig erfolgen.
Von der Einigung über die Vertragsbedingungen zum vollständigen EPC-Vertrag….
Die im September erzielte Vereinbarung betrifft die wichtigsten wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen. Nach Angaben von PEJ bildet sie die Grundlage für die weiteren Verhandlungen über die noch offenen Bestimmungen der Zusammenarbeit und die Anhänge zum Vertrag. Sowohl das Konsortium als auch der Investor erklären, dass sie den gesamten Prozess bis zum Jahresende abschließen wollen. Die Vereinbarung stellt somit bislang einen wichtigen Meilenstein dar, bedeutet jedoch noch nicht, dass der endgültige Bauvertrag unterzeichnet wurde.
Die Fertigstellung des Vertrags läuft parallel zu den Vorbereitungen des Standorts und dem Genehmigungsverfahren. PEJ stellte im März beim polnischen Nationalen Atomamt einen Antrag auf eine Baugenehmigung und bereitet die Unterlagen für weitere erforderliche Genehmigungen vor. Im August übergab das Unternehmen das Baugelände an Bechtel, das damit die Koordinierung der Arbeiten und die Zusammenarbeit mit den Subunternehmern übernahm.

Baugelände wird vorbereitet, Lieferkette wächst….
Die ersten Arbeiten am Standort umfassen die Erschließung des weitläufigen Geländes, Entwässerungsarbeiten und den Aufbau einer temporären Infrastruktur. Das polnische Unternehmen Budimex soll beispielsweise rund 16 Kilometer provisorische Straßen errichten. Die Vorbereitungen umfassen außerdem Entwässerungsgräben sowie Einrichtungen für Logistik und Arbeitskräfte. Die genehmigten Arbeiten sollen vom dritten Quartal 2026 bis zum ersten Quartal 2029 dauern. Es handelt sich dabei allerdings zunächst um die Vorbereitung des Standorts für die weiteren Projektphasen und noch nicht um den eigentlichen Bau der Reaktorblöcke.
Gleichzeitig beteiligen sich immer mehr polnische Unternehmen an dem Projekt. Bechtel hat beispielsweise einen Vertrag mit Polimex Mostpostal über die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von zwei großen Montagehallen abgeschlossen. Dort sollen große Bau- und Maschinenmodule zusammengebaut werden, die aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts nicht als fertige Einheiten zur Baustelle transportiert werden können.

PEJ und die polnische Regierung betonen, dass die Einbindung heimischer Unternehmen Erfahrungen schaffen soll, die auch nach Fertigstellung des ersten Kraftwerks genutzt werden können. Nach Angaben der Regierung hat der Gesamtwert der Verträge mit polnischen Unternehmen im Projekt Lubiatowo-Kopalino 2,2 Milliarden Zloty überschritten.(Anm.: Die Gesamtkosten werden auf 42 bis 45 Milliarden Euro beziehungsweise 178 bis 192 Milliarden polnische Złoty geschätzt. Bislang entspricht dies lediglich rund 1,1 Prozent der Gesamtsumme.) Diese Summe allein sagt daher nichts darüber aus, welcher Anteil des Gesamtwerts des Kraftwerks letztlich auf heimische Zulieferer entfallen wird.
Auch beim tschechischen Projekt zum Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany sollen heimische Zulieferer eingebunden werden. Die Forderung, dass tschechische Unternehmen 60 Prozent des Projekts übernehmen sollen, war eines der zentralen Themen der inzwischen abgeschlossenen Ausschreibung. Die bei Lieferungen und Arbeiten am heimischen Projekt gesammelten Erfahrungen sollen dazu beitragen, die Kompetenzen der tschechischen Industrie für weitere Nuklearprojekte weltweit auszubauen.
Nach jüngsten Angaben des KHNP-Chefs haben 13 tschechische Unternehmen mit der Registrierung als potenzielle Zulieferer für den nichtnuklearen Teil des Projekts begonnen. Mit im Mai geschlossenen Vorverträgen soll KHNP bereits 30 Prozent der Lieferungen abgesichert haben.

Staatliche Unterstützung soll finanzielle Unsicherheit verringern – Strompreis im Rahmen des CfD auf maximal 114 Euro/MWh geschätzt…
Die Europäische Kommission genehmigte die polnische staatliche Unterstützung für den Bau und Betrieb des Kraftwerks Ende vergangenen Jahres. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für den EPC-Vertrag, denn die Vereinbarung zwischen Investor und Lieferant allein regelt weder die Finanzierung des Projekts noch die Überbrückung des langen Zeitraums zwischen Baubeginn und Betriebsaufnahme.
Das genehmigte Unterstützungspaket beruht auf drei Instrumenten: einer direkten finanziellen Unterstützung durch den Staat in Höhe von bis zu 30 Prozent, staatlichen Garantien für die gesamte Fremdfinanzierung des Projekts – für die verbleibenden 70 Prozent der Finanzierung übernimmt der Staat eine Garantie, die günstigere Kreditkonditionen ermöglichen soll – sowie einem zweiseitigen Differenzvertrag (CfD).
Der Differenzvertrag soll 40 Jahre gelten, obwohl der ursprüngliche polnische Vorschlag eine Laufzeit von 60 Jahren vorgesehen hatte – ähnlich wie bei der ersten Notifizierung der staatlichen Unterstützung für den Ausbau von Dukovany.
Die von der Europäischen Kommission festgelegten Bedingungen sehen auch Einschränkungen beim Verkauf des erzeugten Stroms vor. Der Stromverkauf soll eine Kombination aus längerfristigen Verträgen und dem Handel an der Strombörse umfassen. Die polnische Regierung gibt an, dass bis zu 30 Prozent der Produktion über Auktionen und die verbleibenden 70 Prozent auf organisierten Märkten bzw. Börsen verkauft werden sollen.
Der im Rahmen des Differenzvertrags garantierte Ausübungspreis soll 500 Złoty pro MWh – also etwa 115 Euro/MWh – nicht überschreiten. Damit läge er etwas über der Spanne von 85 bis 105 Euro/MWh, mit der die tschechische Notifizierung der staatlichen Unterstützung für zwei neue Reaktorblöcke in Dukovany im Basisszenario rechnet.
Wie in anderen Ländern wird auch dieses Projekt von einem Unternehmen umgesetzt, das sich vollständig im Besitz des polnischen Staates befindet. Die Regierung tritt somit nicht nur als Unterstützer auf, sondern über PEJ auch als Investor und künftiger Eigentümer des Kraftwerks. Dieses Modell ist in Europa nicht unbekannt. Einen ähnlichen Ansatz beim Bau von Kernkraftwerken verfolgen unter anderem das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Frankreich und auch Tschechien.

Zweites Kernkraftwerk: Regierung sucht nach einem anderen Finanzierungsmodell...
Polen bereitet außerdem den Bau eines zweiten großen Kernkraftwerks vor. Die im Juni 2026 aktualisierte staatliche Nuklearstrategie sieht zwei große Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 6 bis 9 GW vor. Für das zweite Kraftwerk, das als EJ2 bezeichnet wird, gelten Bełchatów und Konin als bevorzugte Standorte. Die Regierung will den strategischen Partner und die Technologie im Jahre 2027 auswählen, etwa im Jahre 2032 mit dem Bau beginnen und den ersten Reaktorblock um das Jahr 2040 in Betrieb nehmen.
Das Programm ist bislang allerdings nur ein Vorschlag, der noch von der Regierung beraten werden muss. Im Gegensatz zum ersten Kraftwerk steht weder die Investorenstruktur fest noch ist das Projekt über die Anfangsphase hinausgekommen.
Die polnische Regierung bemüht sich darum, dass das neue Projekt nicht ausschließlich auf öffentlichen Geldern basiert. Der Wettbewerbsdialog mit potenziellen Partnern soll nicht ur die Technologie, sondern auch die Finanzierung des Projekts umfassen. Die Regierung möchte, dass sich der strategische Partner bereits in einer frühen Phase mit Kapital beteiligt. Auch eine Einbindung künftiger Stromabnehmer über Unternehmensverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA), oder über Beteiligungsmodelle wird erwogen.
Der Staat soll sich aus dem Projekt jedoch nicht vollständig zurückziehen: Die Regierung geht davon aus, dass auch in diesem Fall eine staatliche Unterstützung erforderlich sein wird, beispielsweise in Form eines Differenzvertrags.
Polen sucht beim zweiten Kraftwerk somit eine andere Verteilung der Risiken als beim Projekt Lubiatowo-Kopalino – nicht jedoch einen Weg ohne staatliche Unterstützung. Vor der Beteiligung des Staates soll der Technologiepartner eine größere Rolle übernehmen, während der Staat weiterhin dazu beitragen soll, die Finanzierbarkeit des Projekts sicherzustellen.
Wie bereits erwähnt, steht das Projekt allerdings noch ganz am Anfang. Polen muss potenzielle Investoren davon überzeugen, dass das Vorhaben für sie wirtschaftlich attraktiv ist. Eine solche Aufgabe konnte bei keinem der Kernkraftwerksneubauten der vergangenen Jahre vollständig gelöst werden. Auch das zweite polnische Atomprojekt könnte daher letztlich wieder unter vollständige staatliche Kontrolle geraten.

Quelle: https://oenergetice.cz/zahranicni/polsk ... konce-roku
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus tschechischer Presse aus dem Energiebereich vom 5.10.2026:

Inhalt:
Temelín erneuert 25 Kilometer Wasserleitungen.
Temelín erweitert Lagerkapazität für Kernbrennstoff – Vorrat reicht neu für bis zu drei Jahre.
US-Regulierungsbehörde genehmigt Bau eines Kernreaktors – bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr.
Strom war im September so teuer wie seit 2022 nicht mehr – tschechische Kohlekraftwerke steigerten Produktion deutlich.
Parkhaus am Atomkraftwerk Dukovany.
Hundert Meter hoher Lüftungsschornstein in Dukovany erhält neue Flugkennzeichnung

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Temelín erneuert 25 Kilometer Wasserleitungen
03.10.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Autorin: Klára Skálová

Das Kernkraftwerk Temelín hat eine umfassende Modernisierung der zentralen Wasserversorgungsnetze auf dem gesamten Kraftwerksgelände begonnen. Insgesamt sollen 25 Kilometer Rohrleitungen für Lösch- und Trinkwasser vollständig erneuert werden. Das Ziel des Großprojekts ist es, die Infrastruktur auf einen langfristigen Betrieb der Anlage von bis zu 80 Jahren vorzubereiten. Die erste und technisch anspruchsvollste Bauphase soll bis zum Jahr 2029 dauern. Die gesamte Modernisierung soll Mitte der 2030er-Jahre abgeschlossen sein.

Region České Budějovice / Budweis – Die Stahlrohre aus der Bauzeit des Kraftwerks werden durch langlebige und widerstandsfähige Polyethylenleitungen ersetzt. Wie bei anderen großen Modernisierungsprojekten dürfen die Arbeiten weder die Sicherheit noch den Betrieb des Kraftwerks beeinträchtigen.
„Die Erneuerung der Wasserversorgungsnetze ist eine der Investitionen im Zusammenhang mit dem langfristigen Betrieb von Temelín. Wir gehen systematisch vor und beginnen mit den wichtigsten technischen Anlagen. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass die Sicherheit der Einrichtungen zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt wird“, erklärt Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der CEZ-Abteilung Kernenergie.

Polyethylen ersetzt die ursprünglichen Stahlrohre...
Die Arbeiten begannen im Bereich der Hauptblöcke. Die Bauarbeiter haben bereits einen rund 800 Meter langen Leitungsabschnitt in Richtung eines der Nebengebäude fertiggestellt. Alle 100 Meter der neuen Rohrleitung werden einer Druckprüfung unterzogen. Neben den Rohrleitungen werden die Techniker auch rund 100 Absperrventile austauschen.
Die erste Bauphase ist sowohl aus Sicherheits- als auch aus Koordinationsgründen anspruchsvoll, da die Leitungen rund um die Reaktorblöcke an einigen Stellen bis zu sieben Meter tief unter der Erde liegen.
„Bei solchen Tiefen steht die Sicherheit der Beschäftigten an erster Stelle. Deshalb mussten wir an vielen Abschnitten spezielle Sicherheitsgerüste errichten und die Baugruben zusätzlich absichern. Die Arbeiten finden das ganze Jahr über statt. Änderungen am Brandschutzsystem zur Löschung von Transformatorbränden können wir jedoch ausschließlich während der planmäßigen Abschaltungen der Kraftwerksblöcke durchführen“, erklärt Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.
Für die Beschäftigten des Kraftwerks soll der Austausch der Leitungen nur minimale Auswirkungen haben. „Wichtige Gebäude verfügen über drei bis vier separate Anschlüsse. Dadurch können wir an einem Teil des Systems arbeiten, während die übrigen Anschlüsse die Versorgung vollständig sicherstellen. Bei den anderen Gebäuden reichen kurze, im Voraus geplante Unterbrechungen aus“, ergänzt Jan Hrdlička, der Projektmanager.
Die Modernisierung der Wasserversorgungsnetze ist Teil des langfristigen Betriebskonzepts für die tschechischen Kernkraftwerke, das einen Betrieb von bis zu 80 Jahren vorsieht.
Eine zentrale Voraussetzung dafür ist, ein hohes Niveau der nuklearen Sicherheit aufrechtzuerhalten und gleichzeitig eine effiziente und zuverlässige Erzeugung von emissionsfreiem Strom zu gewährleisten.
/gr/



Temelín erweitert Lagerkapazität für Kernbrennstoff – Vorrat reicht neu für bis zu drei Jahre
2.10.2026 Aktualne.cz CTK

Das Kernkraftwerk Temelín erweitert die Kapazität seines Lagers für Kernbrennstoff. Künftig soll der dort gelagerte Brennstoff für bis zu drei Jahre Betrieb ausreichen. Das Kraftwerk wird seine Kapazität schrittweise um 102 zusätzliche Lagerplätze erhöhen. Darüber informierte der Temelíner Sprecher Marek Sviták in einer Pressemitteilung.
„Die Schaffung einer zusätzlichen Brennstoffreserve ist entscheidend für die Unabhängigkeit und den stabilen Betrieb von Temelín sowie für die Energiesicherheit der Tschechischen Republik. Sie gibt uns die Gewissheit, dass das Kraftwerk unabhängig von Schwankungen auf den Märkten oder in der Logistik kontinuierlich Strom erzeugen kann“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der Abteilung Kernenergie.
Zunächst passten die Kraftwerksmitarbeiter die bestehenden Lagergestelle für die hermetischen Brennstoffbehälter an und schufen dadurch 54 zusätzliche Lagerplätze. Weitere 48 Plätze wurden durch die Installation eines speziellen Lagergitters geschaffen.
„Derzeit verfügen wir über Brennstoffreserven für mehr als zwei Jahre. Wir schließen gerade einen wichtigen Schritt ab, durch den wir diese Vorräte auf mehr als drei Jahre ausweiten können“, sagte Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.
Die Herstellung, Montage und Prüfung des neuen Lagergitters übernahm das in Plzeň ansässige Unternehmen Škoda JS, das zur ČEZ-Gruppe gehört. Die Anlage wurde speziell für die Bedingungen in Temelín entwickelt.
„Bei der Herstellung des neuen Lagergitters konnten wir auf unsere bisherigen Erfahrungen mit schlüsselfertigen Lieferungen vergleichbarer Lager für frischen Kernbrennstoff in Dukovany sowie in slowakischen und ungarischen Kraftwerken zurückgreifen. Die anschließenden Funktionstests direkt im Lager für frischen Brennstoff haben bestätigt, dass die Anlage alle strengen Anforderungen der nuklearen Sicherheit erfüllt“, sagte Karel Bednář, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor von Škoda JS.


Das neue Lagergitter ist drei mal drei Meter groß und knapp fünf Meter hoch. Es wiegt 18 Tonnen und bietet Platz für 48 Brennelemente. Eine Neuerung sind insbesondere die schützenden sechseckigen Behälter.
Temelín hat Verträge mit zwei Brennstofflieferanten abgeschlossen. Dabei handelt es sich um Westinghouse und das französische Unternehmen Framatome.
Darüber hinaus erhielt das Kraftwerk kürzlich vom Staatlichen Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB) die Genehmigung für den Einsatz des neuen Brennstoffs von Westinghouse.
Seit Jahresbeginn hat das Kernkraftwerk Temelín 12,5 Terawattstunden Strom erzeugt.

Quelle: https://zpravy.aktualne.cz/ekonomika/te ... a072/?lp=1
/gr/



US-Regulierungsbehörde genehmigt Bau eines Kernreaktors – bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr
04.10.2026 Ekonomicky denik
Autor: David Tramba

Nach Jahren des Zögerns kommt der Bau neuer Kernkraftwerke in den USA wieder in Gang. Die US-amerikanische Atomaufsichtsbehörde hat der Gesellschaft Tennessee Valley Authority (TVA) die Genehmigung für den Bau eines kleinen modularen Reaktors am Standort Oak Ridge im Bundesstaat Tennessee erteilt. Es handelt sich um die zweite vergleichbare Baugenehmigung, die seit Jahresbeginn erteilt wurde.
Die US Nuclear Regulatory Commission (NRC) wies darauf hin, dass sie die Genehmigung bereits 14 Monate nach Eingang des Antrags auf Genehmigung des Reaktors erteilt habe. Gesetzlich stehen der Behörde für die Entscheidung 18 Monate zur Verfügung.
„So funktioniert die neue NRC – vier Monate früher als geplant“, sagte Ho K. Nieh, Vorsitzender der US-Atomaufsichtsbehörde. Er fügte hinzu, dass der Betreiber vor der Beladung des Reaktors mit Brennstoff und der Aufnahme des Betriebs noch eine Betriebsgenehmigung für den neuen Reaktor benötigen werde.
US-japanisches Reaktordesign….
Die staatliche Gesellschaft TVA plant den Bau eines Siedewasserreaktors mit einer Leistung von 300 Megawatt. Zum Einsatz kommen soll die Technologie des Konsortiums aus GE Vernova und Hitachi, das damit seine Position auf dem Markt für mittelgroße modulare Reaktoren weiter stärkt.
GE Vernova Hitachi errichtet bereits den ersten Reaktor des Typs BWRX-300 im kanadischen Darlington. Dutzende dieser Reaktoren will das Konsortium der Unternehmen Orlen und Synthos in Polen und anderen europäischen Ländern bauen.
Im September dieses Jahres beantragte das Unternehmen Blue Energy bei der NRC eine Genehmigung für den Bau weiterer Reaktoren des Typs BWRX-300. Der Investor plant einen innovativen Kraftwerkskomplex mit einer Leistung von 2500 Megawatt, der Kernreaktoren und Gasturbinen miteinander kombinieren soll. Die Anlage soll ein geplantes Rechenzentrum in der Nähe der Stadt Victoria im Süden des Bundesstaates Texas mit Strom versorgen.
„Für den groß angelegten Ausbau der Kernenergie in den USA ist der Einsatz ganzer Reaktorflotten entscheidend. Ein standardisiertes Design in Kombination mit einem vorhersehbaren und effizienten regulatorischen Umfeld ermöglicht es uns, dieselben Technologien und Kapazitäten der Lieferkette zu nutzen und die bei einem Projekt gewonnenen Erfahrungen bei der Umsetzung weiterer Projekte anzuwenden“, erklärt Jason Cooper, Generaldirektor von GE Vernova Hitachi Nuclear Energy.

TerraPower war schneller….
Die staatliche TVA ist allerdings nicht das erste Unternehmen, das in diesem Jahr von der NRC eine Genehmigung für den Bau eines neuen Kernreaktors erhalten hat. Ihr kam TerraPower zuvor. Das Unternehmen erhielt bereits im März die Genehmigung für den Bau seines eigenen, 345 Megawatt starken, natriumgekühlten schnellen Reaktors „Natrium“.
Bereits im April begann TerraPower mit den Bauarbeiten an dem ausgewählten Standort nahe dem ehemaligen Kohlekraftwerk Kemmerer im Bundesstaat Wyoming.
TerraPower profitiert von finanzstarken Investoren, die die Ambitionen des Unternehmens unterstützen. Zu ihnen gehört Microsoft-Gründer Bill Gates, der als Ehrenvorsitzender des Verwaltungsrats des Unternehmens fungiert. Weitere Investoren sind die südkoreanischen Konzerne Hyundai und SK Group sowie der US-Technologiekonzern Nvidia.
Nach einer Vereinbarung mit dem Technologiekonzern Meta soll TerraPower bis zum Jahr 2035 bis zu acht Natrium-Reaktoren errichten.

Quelle:
https://ekonomickydenik.cz/americky-reg ... ktoru-tva/
/gr/



Strom war im September so teuer wie seit 2022 nicht mehr – tschechische Kohlekraftwerke steigerten Produktion deutlich
Autor: Jan Budín
2. Oktober 2026, oenergetice.cz

Die tschechische Stromerzeugung ist im September im Jahresvergleich um mehr als 1 TWh gestiegen, obwohl sich der Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr praktisch nicht verändert hat. Am stärksten legte die Stromproduktion aus Kohlekraftwerken zu. Sie profitierten von steigenden Margen infolge der hohen Strommarktpreise. Diese wiederum wurden durch einen starken Anstieg der Gaspreise gestützt. Gleichzeitig starten die europäischen Gasspeicher mit einem deutlich niedrigeren Füllstand als in den vergangenen Jahren in den Herbst.
Die tschechischen Kraftwerke erzeugten im September 2026 insgesamt rund 6,22 TWh Strom, gegenüber etwa 5,11 TWh im September des Vorjahres. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr betrug damit mehr als 1,1 TWh.
Die größte Veränderung war bei den Braunkohlekraftwerken zu verzeichnen. Ihre Stromerzeugung stieg von rund 1,38 TWh auf 2,09 TWh – ein Plus von mehr als der Hälfte. Die Steinkohle legte um rund 27 GWh zu. Insgesamt erhöhte sich die Stromproduktion aus Braun- und Steinkohle um etwa 742 GWh. Kohlekraftwerke gehörten damit zu den wichtigsten Treibern des Anstiegs der Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahr.
Teures Gas trieb die Strompreise nach oben...
Der durchschnittliche Strompreis am tschechischen Day-Ahead-Markt stieg im September im Jahresvergleich um mehr als 60 Prozent und überschritt die Marke von 150 Euro/MWh. Damit wurde der höchste durchschnittliche monatliche Spotmarktpreis seit dem Jahr 2022 erreicht.
Der maximale Viertelstundenpreis näherte sich Mitte September der Marke von 700 Euro/MWh.

Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... ily-vyrobu
/gr/



Parkhaus am Atomkraftwerk Dukovany
Autor: Milan Krčmář
5.10.2026 Tageszeitung Třebíčsky denik

Am Kernkraftwerk Dukovany soll ein Parkhaus entstehen, das die angespannte Parksituation für die KKW-Beschäftigten deutlich verbessern soll. Die Zeitung Deník beantwortet die wichtigsten Fragen: Wann und wo soll das Parkhaus gebaut werden, wie wird es aussehen und wer wird dort vor allem parken können?
Die Parkplatzsituation rund um das Kernkraftwerk Dukovany (JE Dukovany) ist seit Langem schwierig. Abhilfe schaffen soll ein Parkhaus, dessen Bau das Kraftwerk vorbereitet und der in Kürze beginnen soll. Auf Grundlage der Bauunterlagen haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zum geplanten Gebäude zusammengestellt.
Wo wird das Parkhaus entstehen und wie wird es funktionieren?
Geplant ist ein mehrgeschossiges Parkhaus, das einen Teil des bestehenden Außenparkplatzes bei dem Verwaltungsgebäude AB3 ersetzen wird.
Das Parkhaus soll rund um die Uhr in Betrieb sein. Die Zufahrt erfolgt über Schranken und Kennzeichenerkennung. Behindertenparkplätze für Menschen mit Schwerbehindertenausweis (ZTP) sollen sich außerhalb des eigentlichen Parkhauses befinden.


Quelle: https://trebicsky.denik.cz/zpravy-regio ... a-terminy/?
/gr/



Hundert Meter hoher Lüftungsschornstein in Dukovany erhält neue Flugkennzeichnung
30.9.2026 Zakazka.cz

Der Lüftungsschornstein des Gebäudes HVB II (Hauptproduktionsgebäude II) im Kernkraftwerk Dukovany hat nach zehn Jahren eine neue Tageskennzeichnung als Luftfahrthindernis erhalten. Die Erneuerung der markanten rot-weißen Streifen, die das hohe Bauwerk für Flugzeugbesatzungen besser sichtbar machen, wurde von Spezialisten mithilfe von Industrieklettertechnik durchgeführt. Das Hauptproduktionsgebäude II (HVB II) umfasst die Reaktorblöcke 3 und 4 des Kraftwerks.
Im Rahmen der Arbeiten wurden zwei jeweils 20 Meter hohe Streifen der Hindernismarkierung erneuert. Eine solche sogenannte Tageskennzeichnung von Luftfahrthindernissen wird bei vergleichbaren Bauwerken gemäß den luftfahrtrechtlichen Vorschriften etwa alle zehn bis 15 Jahre erneuert. Der zweite Lüftungsschornstein des Kraftwerks, der zu den Blöcken 1 und 2 (HVB I) gehört, erhielt bereits im vergangenen Jahr einen neuen Anstrich.
Der Lüftungsschornstein ist Bestandteil des Lüftungssystems der Nebenanlagen des Kraftwerks. Er dient dazu, die Luft aus den technischen Bereichen sicher abzuleiten und zu verteilen, sodass unter allen Betriebsbedingungen die strengen Anforderungen an Sicherheit und Umweltschutz eingehalten werden. Es handelt sich also nicht um einen Schornstein für Verbrennungsprozesse, sondern um einen wichtigen Bestandteil des Lüftungssystems des Kraftwerks.
„Sicherheit steht in der Kernenergie immer an erster Stelle. Das gilt nicht nur für den eigentlichen Betrieb des Kraftwerks, sondern auch für alle damit verbundenen Einrichtungen. Die Erneuerung der Hindernismarkierung an hohen Bauwerken sorgt dafür, dass diese für den Luftverkehr gut sichtbar bleiben. Sie ist eine von zahlreichen Maßnahmen, mit denen wir langfristig ein hohes Sicherheitsniveau auf dem Kraftwerksgelände gewährleisten“, erklärt Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.

Autor: Radek Doležal, Sprecher von ČEZ, Kernkraftwerk Dukovany

Quelle und Fotogalerie beim Artikel: https://www.zakazka.cz/stometrovy-venti ... e-znaceni/
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Tema Energie vom 6.10.2026:

Inhalt:
Tschechien löst sich aus der Abhängigkeit von Russland. Temelín setzt auf westlichen Brennstoff.
Unternehmen aus der Region Třebíč wollen das Kernkraftwerk Dukovany erweitern. Bauarbeiten beginnen in drei Jahren.
Bei Temelín fand die letzte Hochzeit des Jahres statt.
Temelín wird Brennstoffvorräte für bis zu drei Jahre haben.
SÜDBÖHMEN: Das Kernkraftwerk Temelín erneuert 25 Kilometer der Hauptwasserleitungen auf dem Kraftwerksgelände

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Tschechien löst sich aus der Abhängigkeit von Russland. Temelín setzt auf westlichen Brennstoff
06.10.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník
Autor: Přemysl Spěvák

Tschechien macht einen weiteren wichtigen Schritt weg vom russischen Lieferanten für Kernbrennstoff. Während der für Ende des Jahres geplanten Abschaltung des ersten Blocks des Kernkraftwerks Temelín werden die Techniker des Energiekonzerns ČEZ dort Brennelemente des US-Unternehmens Westinghouse einsetzen. Auf der Konferenz EGU Energetika in Brünn bestätigte Bohdan Zronek, Mitglied des ČEZ-Vorstands und Leiter der Abteilung Kernenergie, den Kurswechsel in Richtung Westen. „In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, die Brennstofflieferanten von der russischen Firma TVEL auf Westinghouse und Framatome umzustellen“, sagte er.
Dabei handelt es sich keineswegs um eine Veränderung, die innerhalb weniger Monate vollzogen wurde. ČEZ arbeitet bereits seit mehreren Jahren an der Diversifizierung seiner Lieferanten. Erst Ende August genehmigte die tschechische Staatliche Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB) jedoch den Einsatz eines neuen Brennstofftyps RWFA-T der schwedischen Tochtergesellschaft von Westinghouse.
Nach Angaben Zroneks war die Unterzeichnung des Vertrags erst der Beginn eines langen Prozesses, in dessen Verlauf der neue Brennstoff entwickelt, sicherheitstechnisch bewertet und zugelassen werden musste. „Das ist die Realität. Allein das Genehmigungsverfahren dauert mehrere Jahre, auch wenn Tschechien dabei relativ schnell ist“, erklärte er.

Temelin kennt Westinghouse bereits...
Für ČEZ ist die Zusammenarbeit mit Westinghouse nicht völlig neu. Das Unternehmen lieferte bereits zwischen den Jahren 2000 und 2010 Brennelemente für die VVER-1000-Reaktoren beider Blöcke des Kernkraftwerks Temelín. Anschließend wurde Westinghouse vom russischen TVEL abgelöst. Der neue Brennstoff für Temelín wird von Westinghouse im schwedischen Västerås hergestellt. Obwohl es sich um ein US-Unternehmen handelt, ist das schwedische Werk ein wichtiger Bestandteil der europäischen Brennstoffproduktion für Reaktoren sowjetischer Bauart vom Typ VVER.
Ähnliche Brennelemente liefert Westinghouse bereits in die Ukraine. ČEZ hat inzwischen auch die ersten Westinghouse-Brennelemente für Dukovany erhalten. Die Lieferung traf im vergangenen Jahr im Kernkraftwerk ein. „Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Energiesicherheit der Tschechischen Republik und zur Diversifizierung der Lieferanten für Kernbrennstoff“, sagte ČEZ-Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor Daniel Beneš. Nach seinen Angaben verfügt das Unternehmen zudem in beiden Kernkraftwerken über strategische Brennstoffreserven.
Bei dem Wechsel geht es allerdings nicht einfach darum, russisches Uran durch amerikanisches zu ersetzen. Kernbrennstoff entsteht in mehreren Schritten – vom Abbau und der Aufbereitung des Urans über dessen Konversion und Anreicherung bis hin zur Herstellung der eigentlichen Brennelemente. So hat ČEZ beispielsweise seit dem vergangenen Jahr einen Vertrag über einen Teil seiner Lieferungen von Natururan aus Kasachstan. Die Brennelemente selbst werden jedoch in Schweden hergestellt.

Ein Lieferant mit russischer Spur...
ČEZ will sich zudem nicht ausschließlich auf ein einziges westliches Unternehmen verlassen. Für Temelín besteht auch ein Vertrag mit dem französischen Unternehmen Framatome. Dessen Brennstoff soll zu einem späteren Zeitpunkt geliefert werden.
Daran zeigt sich, wie komplex die Lieferketten in der Kernenergie sind. In Europa gibt es weiterhin Kernkraftwerke mit Reaktoren russischer Bauart, für die westliche Brennelemente erst entwickelt oder zugelassen werden müssen.
Ein Beispiel ist das deutsche Werk Advanced Nuclear Fuels im niedersächsischen Lingen, das zum französischen Konzern Framatome gehört. Die deutschen Behörden genehmigten im Juli dieses Jahres die Erweiterung der Produktion von Brennelementen für VVER-1000-Reaktoren.
Das Projekt sieht in seiner derzeitigen Form allerdings die Nutzung einer russischen Lizenz und Technologie des Unternehmens TVEL vor, das zum russischen Staatskonzern Rosatom gehört. Wie die Zeitung Politico berichtete, ist die deutsche Genehmigung deshalb mit einer Reihe von Sicherheitsauflagen verbunden. Mitarbeiter von TVEL und Rosatom dürfen das Werk nur in Ausnahmefällen und unter Aufsicht betreten. Die Behörden verlangen zudem Sicherheitskontrollen für russische Anlagen und Materialien sowie Maßnahmen gegen Spionage und Sabotage.
Die Situation in Lingen soll eine Übergangslösung sein. Framatome will schrittweise einen eigenen europäischen Brennstoff entwickeln, der die russische Lizenz und Technologie ersetzen soll.

Weniger Abschaltungen, mehr Strom...
Der Wechsel der Brennstofflieferanten ist nicht die einzige Veränderung, die die tschechischen Kernkraftwerke in den vergangenen Jahren durchlaufen haben. ČEZ verlängert beispielsweise die Zeiträume, in denen die Reaktoren zwischen den planmäßigen Abschaltungen betrieben werden können.
Dukovany arbeitet seit dem Jahr 2024 mit einem regulären Brennstoffzyklus von 16 Monaten. Temelín schließt in diesem Jahr die Umstellung auf einen 18-monatigen Betriebszyklus ab. „Die Umstellung erfolgte nicht auf einmal, sondern schrittweise in drei Etappen seit dem Jahr 2023. Jeder Schritt verlängerte den Betrieb zwischen den Abschaltungen um zwei Monate“, erklärte Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.
Längere Betriebszeiten zwischen den Abschaltungen ermöglichen es den Kernkraftwerken, mehr Strom zu produzieren. Nach Angaben von ČEZ decken Temelín und Dukovany zusammen rund 40 Prozent des Stromverbrauchs in Tschechien.
/gr/

Unternehmen aus der Region Třebíč wollen das Kernkraftwerk Dukovany erweitern. Bauarbeiten beginnen in drei Jahren
5.10.2026 Tschechischer Runfunk

Unternehmen aus der Region Třebíč haben großes Interesse daran, sich an der Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany zu beteiligen. Nach Angaben der dortigen Bezirkswirtschaftskammer stehen insgesamt zehn Mitgliedsunternehmen mit dem südkoreanischen Konzern KHNP, der den Auftrag für den Bau gewonnen hat, in Kontakt. Darunter sind sowohl Technologie- als auch Bauunternehmen. Die ersten Bauarbeiten für die Erweiterung des Kraftwerks sollen in drei Jahren beginnen.

„Wir befinden uns jetzt auf unserem Produktionsgelände hier in Hrotovice, und was Sie hier hören, ist reger Betrieb“, beschreibt Bronislav Vala, Geschäftsführer des Unternehmens V-STAV, gegenüber dem Tschechischen Rundfunk Vysočina die aktuelle Situation. Das Unternehmen ist im Baugewerbe tätig und hat seinen Sitz weniger als zehn Kilometer vom Kernkraftwerk Dukovany entfernt.
„Unser Unternehmen ist durch Bauarbeiten und Lieferungen für das Kernkraftwerk Dukovany gewachsen“, erklärt der Geschäftsführer. Bereits jetzt beteiligt sich die Firma an vorbereitenden Arbeiten für die Erweiterung des Kraftwerks.
„Wir bauen eine neue Verbindung zwischen dem Kraftwerk Dukovany und dem Umspannwerk Slavětice, erweitern verschiedene Parkflächen und Zufahrten. Das sind Arbeiten im Zusammenhang mit dem geplanten Bauprojekt“, sagt Bronislav Vala. Das Unternehmen nehme außerdem an Konferenzen mit KHNP sowie mit Firmen teil, die sich an dem Projekt beteiligen wollen.

Perspektiven für die weitere Entwicklung
Auch das Unternehmen TES aus Třebíč, das Ingenieurleistungen im Bereich der Kernenergie anbietet, hat Interesse an einer Zusammenarbeit.
„Wir verhandeln bereits mit koreanischen Unternehmen. Konkrete Verträge haben wir noch keine, allerdings haben wir zahlreiche verschiedene Memoranden über eine Zusammenarbeit unterzeichnet. Zu festen, konkreten Verträgen ist es bislang noch nicht gekommen“, erläutert Jan Frélich, Leiter des internationalen Vertriebs.
Eine Zusammenarbeit würde für das Unternehmen auch bedeuten, sich mit einer neuen Technologie vertraut zu machen. „Das wäre eine Perspektive für Jahrzehnte und damit sicherlich eine enorme Chance für die weitere Entwicklung“, nennt Frélich einen der möglichen Vorteile einer künftigen Kooperation.
KHNP-Sprecher Vojtěch Meravý erklärte, dass das südkoreanische Unternehmen bislang 16 Verträge mit tschechischen Firmen abgeschlossen habe. Noch im Herbst sollen weitere Ausschreibungen veröffentlicht werden.

Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/ja ... 050600_bva
/gr/



Bei Temelín fand die letzte Hochzeit des Jahres statt
06.10.2026 Českobudějovický deník
Autorin: Klára Skálová

Die Hochzeitssaison im Schlosspark beim Besucherzentrum des Kernkraftwerks Temelín ist für dieses Jahr zu Ende. Am Samstag, dem 3. Oktober, fand dort um 12 Uhr die sechste und zugleich letzte Trauung des Jahres statt. Im Schloss Vysoký Hrádek gaben sich Jana Bláhová und Vladimír Kučera aus Mydlovary das Jawort. Für den Temelín-Schlosspark war es seit dem Jahr 2006 bereits die 154. Hochzeit.

Temelín – Anders als Brautpaare, die gezielt nach einem besonderen oder symbolträchtigen Datum suchen, wählten die Frischvermählten den Termin im Oktober eher zufällig. „Das Datum hatte für uns keinerlei symbolische Bedeutung oder versteckte Botschaft. Wir mögen den Herbst und hofften, dass das Wetter mitspielt“, erklärt die Braut Jana Bláhová.
Die Trauung fand in kleinem, familiärem Rahmen statt. „Wir hatten eine kleine Hochzeit im Kreis der Familie, deshalb waren auch die Vorbereitungen nicht so zeitaufwendig.
Und warum gerade hier? Weil die Trauung in unmittelbarer Nähe der Kühltürme für uns und auch für die anderen Hochzeitsgäste ein unvergessliches Erlebnis war“, ergänzte der Bräutigam Vladimír Kučera.
Für den Bräutigam war die Umgebung zudem keineswegs unbekannt. Er arbeitete viele Jahre im Kernkraftwerk Temelín und wusste daher von der Möglichkeit, im Schlosspark zu heiraten.
„Das Schloss mit seinem Park ist ein wunderschöner und außergewöhnlicher Ort. Als wir ihn besichtigten, war für uns sofort klar, dass wir hier heiraten möchten“, sagte Vladimír Kučera.
Auch das Besucherzentrum ist den frisch Vermählten vertraut. Sie haben es bereits mehrmals besucht und dabei auch eine virtuelle Führung durch die für Besucher nicht zugänglichen Bereiche des Kernkraftwerks ausprobiert.
Die gemeinsame Geschichte des Ehepaares dauert bereits 20 Jahre. Für die Zukunft sind ihnen vor allem Gesundheit, gemeinsame Zeit, Reisen und die Freude an ihrer Enkelin wichtig.
Der Schlosspark beim Besucherzentrum des Kernkraftwerks Temelín gehört seit mittlerweile 20 Jahren zu den beliebten Hochzeitslokalitäten. Die ČEZ-Gruppe stellt den Brautpaaren den Park und die Innenräume des Schlosses kostenlos zur Verfügung und kümmert sich auch um die Hochzeitsdekoration.
/gr/


Temelín wird Brennstoffvorräte für bis zu drei Jahre haben
1.10.2026 Radio Prague International

Das Kernkraftwerk Temelín erweitert die Kapazität seines Lagers für Kernbrennstoff. Künftig könnte das Kraftwerk dort Brennstoffvorräte für bis zu drei Betriebsjahre lagern. Die Kapazität soll schrittweise um 102 neue Lagerplätze erweitert werden, teilte der Temelín-Sprecher Marek Sviták mit.
Nach Angaben von ČEZ ist der Aufbau zusätzlicher Brennstoffreserven entscheidend für die Eigenständigkeit und den stabilen Betrieb von Temelín sowie für die Energiesicherheit der Tschechischen Republik.
Temelín hat Verträge mit zwei Brennstofflieferanten abgeschlossen: dem US-Unternehmen Westinghouse und dem französischen Unternehmen Framatome. Zudem erhielt das Kraftwerk vor Kurzem von der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB) die Genehmigung, neuen Brennstoff von Westinghouse einzusetzen.
Seit Jahresbeginn hat das Kernkraftwerk Temelín 12,5 Terawattstunden Strom erzeugt.

Quelle: https://cesky.radio.cz/temelin-bude-mit ... ky-8898558
/gr/


SÜDBÖHMEN: Das Kernkraftwerk Temelín erneuert 25 Kilometer der Hauptwasserleitungen auf dem Kraftwerksgelände
3. Oktober 2026 Za krasnejsi Vimperk

Das Kernkraftwerk Temelín hat eine umfassende Modernisierung der Hauptwasserleitungen auf dem gesamten Kraftwerksgelände begonnen. Insgesamt werden schrittweise 25 Kilometer Rohrleitungen für Lösch- und Trinkwasser vollständig erneuert. Das Ziel des umfangreichen Projekts ist es, die Infrastruktur auf einen langfristigen Betrieb von bis zu 80 Jahren vorzubereiten. Die erste und technisch anspruchsvollste Phase soll bis zum Jahr 2029 dauern. Die gesamte Modernisierung soll Mitte der 2030er-Jahre abgeschlossen sein.
Die Stahlrohre aus der Bauzeit des Kraftwerks werden durch langlebige und widerstandsfähige Polyethylenrohre ersetzt. Wie bei anderen großen Modernisierungsprojekten dürfen die Arbeiten weder die Sicherheit noch den Betrieb des Kraftwerks beeinträchtigen.
„Die Erneuerung der Wasserleitungen ist eine der Investitionen im Zusammenhang mit dem langfristigen Betrieb von Temelín. Wir gehen systematisch vor, beginnend mit den wichtigsten technischen Anlagen, und stellen gleichzeitig sicher, dass die Sicherheit der Anlagen zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt wird“, erklärt Bohdan Zronek, Mitglied des Vorstands von ČEZ und Leiter der CEZ-Abteilung Kernenergie.

Polyethylen ersetzt die ursprünglichen Stahlrohre...
Die Arbeiten haben an den Hauptblöcken des Kraftwerks begonnen. Die Bauarbeiter haben bereits einen rund 800 Meter langen Leitungsabschnitt in Richtung eines der Nebengebäude fertiggestellt. Alle 100 Meter der neu verlegten Rohrleitungen werden einer Druckprüfung unterzogen. Neben den eigentlichen Rohren werden die Energieanlagenbetreiber auch rund 100 Absperrventile austauschen.

Baugruben bis zu sieben Meter tief...
Die erste Phase stellt hohe Anforderungen an Sicherheit und Koordination, da die Rohrleitungen rund um die Reaktorblöcke an einigen Stellen bis zu sieben Meter tief unter der Erde liegen.
„In solchen Tiefen hat die Sicherheit der Mitarbeiter oberste Priorität. Deshalb mussten wir in vielen Bereichen spezielle Sicherheitsgerüste und zusätzliche Sicherungen für die Baugruben errichten. Die Arbeiten finden das ganze Jahr über statt. Anpassungen am Brandschutzsystem zur Löschung von Transformatorbränden können wir beispielsweise jedoch ausschließlich während der planmäßigen Blockabschaltungen durchführen“, erklärt Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.

Für die Mitarbeiter hat der Austausch nur minimale Auswirkungen...
„Wichtige Gebäude verfügen über drei bis vier separate Anschlüsse. Dadurch können wir an einem Teil des Systems arbeiten, während die übrigen Leitungen die Versorgung vollständig sicherstellen. Bei den anderen Gebäuden kommen wir mit kurzen, im Voraus geplanten Unterbrechungen aus“, ergänzt Jan Hrdlička, Projektmanager.
Die Modernisierung der Wasserleitungsnetze ist Teil des langfristigen Betriebskonzepts für die tschechischen Kernkraftwerke, das einen Betrieb von bis zu 80 Jahren vorsieht.
Eine zentrale Voraussetzung dafür ist die Aufrechterhaltung eines hohen Niveaus der nuklearen Sicherheit sowie einer effizienten und zuverlässigen Stromerzeugung ohne CO₂-Emissionen.
Text und Foto: Marek SVITÁK, Kernkraftwerk Temelín
/gr/


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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 7.Oktober 2026:

Inhalt:
Heute werden im Kernkraftwerk Dukovany die Sirenen getestet.
Kernkraftwerk Temelin testet heute die Sirenen.
In Temelín und Dukovany werden die Sirenen getestet – auch in der Umgebung zu hören.
Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček: Teurer Strom liegt nicht nur an den Emissionszertifikaten. Tschechien braucht neue Erzeugungskapazitäten und stärkere Netze.
Die Zusammenarbeit zwischen Tschechien und Bayern wird fortgesetzt.
Niederlande können Betrieb ihres einzigen Kernkraftwerks verlängern – Staat übernimmt zudem Mehrheitsanteil

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Heute werden im Kernkraftwerk Dukovany die Sirenen getestet
7.10.2026 MF DNES Region Vysocina- Seite 9 CTK

Dukovany – In den Kernkraftwerken Dukovany und Temelín findet am Mittwochmittag ein außerplanmäßiger Sirenentest auf dem jeweiligen Kraftwerksgelände statt. Der Test dauert etwa 15 Minuten. Die Betreiber müssen diese Tests zweimal jährlich durchführen, neben Oktober auch im April. Der Sirenenton kann auch in den umliegenden Gemeinden zu hören sein, teilte der Energiekonzern ČEZ mit.
Für den Test der Sirenen auf dem Kraftwerksgelände nutzt der Betreiber den regelmäßigen landesweiten Test des einheitlichen Warn- und Benachrichtigungssystems, der an jedem ersten Mittwoch im Monat stattfindet.
/gr/


Kernkraftwerk Temelin testet heute die Sirenen
7.10.2026 MF DNES Südböhmen – Seite 9 Lukas Marek

Temelín – Heute um Punkt zwölf Uhr findet im Kernkraftwerk Temelín ein regelmäßiger Sirenentest statt. Laut den gesetzlichen Vorschriften müssen die Betreiber den Test zweimal jährlich durchführen. Er dauert knapp 15 Minuten. Die Sirenen werden insgesamt viermal ertönen, ihr Signal kann auch von den Bewohnern der umliegenden Gemeinden gehört werden.
Das Ziel des Tests ist es, die Funktionsfähigkeit des Warnsystems zu überprüfen.
/gr/


In Temelín und Dukovany werden die Sirenen getestet – auch in der Umgebung zu hören
ČTK
6. Oktober 2026, Budejcka Drbna

Am Mittwochmittag werden auf dem Gelände der Kernkraftwerke Dukovany im Bezirk Třebíč und Temelín im Bezirk Budweis / České Budějovice die Sirenen ertönen. Es handelt sich um einen planmäßigen Sondertest, der etwa 15 Minuten dauern wird. Der Sirenenton kann auch in den umliegenden Gemeinden zu hören sein.
Der Energiekonzern ČEZ teilte mit, dass solche Tests zweimal jährlich – im April und Oktober – durchgeführt werden. Für die Überprüfung der Sirenen auf dem Kraftwerksgelände nutzen die Energietechniker den regelmäßigen landesweiten Test des einheitlichen Warn- und Benachrichtigungssystems, der an jedem ersten Mittwoch im Monat stattfindet. Die Sirenen der Kraftwerke verfügen über ein anderes akustisches Signal.
Im Kernkraftwerk Dukovany werden die Sirenen um 12:00 Uhr und anschließend um 12:15 Uhr ertönen. Der auf- und abschwellende Heulton wird jeweils 140 Sekunden lang zu hören sein. „Diese Sirenen dienen in erster Linie dazu, Personen direkt auf dem Kraftwerksgelände zu warnen. Ihre akustische Reichweite ist jedoch beträchtlich, sodass der auf- und abschwellende Ton auch in zahlreichen umliegenden Gemeinden zu hören sein kann. Wir informieren daher im Voraus über den geplanten Test, damit es nicht zu unnötigen Sorgen kommt“, erklärte der Leiter des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, erklärte, dass die Sirenen insgesamt viermal ertönen werden. Die ersten beiden Tests werden über die Lautsprecheranlage des Kraftwerks durchgeführt, beim dritten und vierten Test werden die Sirenen auf dem gesamten Kraftwerksgelände überprüft. „Gerade diese beiden Tests sind akustisch deutlich wahrnehmbarer und können auch außerhalb des Kraftwerks zu hören sein“, sagte er. ČEZ hat die Bürgermeister der nächstgelegenen Gemeinden sowie die Nutzer des SMS-Informationssystems vorab darüber informiert.
Die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany erzeugten im vergangenen Jahr zusammen 32 Terawattstunden (TWh) Strom. In Dukovany sind vier Reaktorblöcke in Betrieb, von denen jeder eine Leistung von 510 Megawatt (MW) hat. In Temelín gibt es zwei Blöcke mit einer Leistung von jeweils rund 1.000 Megawatt (MW).

Quelle: https://budejcka.drbna.cz/spolecnost/90 ... okoli.html
/gr/


Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček: Teurer Strom liegt nicht nur an den Emissionszertifikaten. Tschechien braucht neue Erzeugungskapazitäten und stärkere Netze
7. Oktober 2026 Hrot24
Autor: Tomáš Tománek

Teurer Strom ist nach Ansicht des tschechischen Industrie- und Handelsministers Karel Havlíček nicht allein auf die Kosten der Emissionszertifikate zurückzuführen. Tschechien brauche neue stabile Erzeugungskapazitäten, müsse die Stromnetze ausbauen und zugleich die Regeln des Emissionshandelssystems ETS ändern. Im Interview spricht Havlíček außerdem über Kernenergie, kleine modulare Reaktoren (SMR), die tschechische Industrie und ihre Abhängigkeit von Deutschland.
Nach Ansicht von Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček steht Tschechien vor der Frage, wie sich Haushaltsverantwortung mit Investitionen verbinden lässt, auf die das Land nicht verzichten kann. Das geplante Haushaltsdefizit von 386 Milliarden Kronen verteidigt er mit dem Hinweis, dass ein Teil der neuen Schulden in Verkehrsinfrastruktur, Energie und Verteidigung fließen soll. In fünf Jahren müsse man jedoch konkrete Ergebnisse sehen: neue Erzeugungskapazitäten, stärkere Netze, Infrastruktur und eine höhere Produktivität.
Die Energiepolitik ist eines der zentralen Themen des Interviews. Havlíček fordert Änderungen am Emissionshandelssystem ETS, räumt aber zugleich ein, dass die Emissionszertifikate allein das Problem der hohen Strompreise nicht lösen werden. Er spricht über neue Kernkraftwerke, kleine modulare Reaktoren, erneuerbare Energien, den Ausbau der Netze und die Unterstützung der Industrie. Sollten sich die tschechischen Forderungen in Brüssel nicht durchsetzen lassen, will er nationale und europäische Förderinstrumente nutzen – allerdings nicht, um dauerhaft hohe Energierechnungen zu subventionieren.
Im Interview erläutert Havlíček zugleich seine Vision für die tschechische Industrie im kommenden Jahrzehnt. Tschechien müsse sich seiner Ansicht nach von seiner Rolle als günstiger Zulieferer lösen und stärker mit eigenen Technologien, Forschung und Entwicklung sowie Endprodukten verdienen. Neben der traditionellen Automobilindustrie setzt er auf Kernenergie, Verteidigung, Luftfahrt, Robotik, Halbleiter und den Maschinenbau. Außerdem spricht er über eine Diversifizierung der Exporte weg von Deutschland, eine stärkere Beteiligung tschechischer Unternehmen an Atomenergieprojekten und darüber, wo der Staat aktiv in die Wirtschaft eingreifen sollte – und wo er den Unternehmen den Vortritt lassen sollte.

-Frage: Die Regierung plant für das kommende Jahr ein Haushaltsdefizit von 386 Milliarden Kronen. Sie sagen, ein deutlich geringeres Defizit würde Einschnitte bei Energie, Verkehr oder Sicherheit bedeuten. Wo aber liegt die Grenze zwischen notwendigen Investitionen und dem Versuch, das derzeitige Wachstum schlicht auf Pump zu finanzieren? Und was muss in fünf Jahren sichtbar sein, damit Sie sagen können: Ja, diese Verschuldung hat der tschechischen Wirtschaft tatsächlich geholfen?
Havlicek: Entscheidend ist, wofür man sich Geld leiht. Wenn man das Geld für den laufenden Betrieb des Staates ausgibt, ist das schlecht. Wenn man damit aber Energieinfrastruktur, Autobahnen und Eisenbahnstrecken baut, die Verteidigungsfähigkeit des Landes stärkt oder die Voraussetzungen für neue Investitionen schafft, ist das etwas völlig anderes.
Wir hätten das Defizit um mehrere Dutzend Milliarden Kronen niedriger ansetzen können. Dann hätten wir aber gleichzeitig sagen müssen, dass ein Teil der Verkehrsinfrastruktur nicht gebaut wird, dass wir Energieprojekte verlangsamen oder die Sicherheit nicht in dem Umfang finanzieren, den wir heute brauchen. Das wäre meiner Meinung nach eine falsche Form von Haushaltsverantwortung.
In fünf Jahren möchte ich deshalb nicht nur auf die Entwicklung des BIP verweisen können. Es müssen konkrete Vermögenswerte sichtbar sein: fertiggestellte Verkehrsinfrastruktur, neue Energiequellen, die in Betrieb gegangen sind, ausgebaute Übertragungs- und Verteilnetze, höhere private Investitionen und eine höhere Produktivität der Wirtschaft.
Gleichzeitig können wir nicht auf eine Konsolidierung verzichten. Ein Investitionsdefizit ist kein Blankoscheck für die Regierung. Sobald die Wirtschaft anzieht und ein großer Teil der außerordentlichen Investitionen in die Umsetzung geht, muss das Defizit schrittweise sinken. Die Grenze ist für mich relativ einfach: Die Verschuldung muss die künftige Leistungsfähigkeit der Wirtschaft erhöhen. Wenn in fünf Jahren lediglich eine höhere Staatsverschuldung und dieselben Probleme wie heute übrig bleiben, war es eine falsche Politik.

-Frage: Die hohen Energiepreise werden von tschechischen Industrieunternehmen als einer der größten Wettbewerbsnachteile bezeichnet, und Sie wollen das ETS-System grundlegend ändern. Das Emissionszertifikat ist aber nur ein Teil des Energiepreises. Was ist Ihr konkreter Plan, damit ein tschechisches Werk in einigen Jahren tatsächlich günstigeren Strom hat als heute? Und besteht nicht die Gefahr, dass wir uns auf den Kampf gegen die Emissionszertifikate konzentrieren und gleichzeitig die Stromerzeugung, die Netze und neue Energiequellen langsamer angehen?
Havlicek: Natürlich ist das Emissionszertifikat nicht das einzige Problem. Wenn ich behaupten würde, dass eine Änderung des ETS ausreicht und damit die Energieprobleme gelöst wären, wäre das nicht seriös.
Wir müssen mehrere Dinge gleichzeitig angehen. Das Erste ist der Preis für den Strom selbst. Wir brauchen ausreichende stabile heimische Erzeugungskapazitäten – Kernenergie, schrittweise auch kleine modulare Reaktoren, erneuerbare Energien dort, wo sie technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind, und für eine Übergangszeit auch flexible Kraftwerke, die das System stabilisieren.
Der zweite Punkt sind die Netze. Ohne einen massiven Ausbau werden weder die Dezentralisierung, neue industrielle Abnehmer noch eine weitere Elektrifizierung funktionieren. Deshalb sprechen wir von „Energieautobahnen“, die neue Erzeugungsanlagen miteinander verbinden und zugleich den europäischen Strommarkt besser vernetzen müssen.
Der dritte Punkt ist der regulierte Bestandteil des Strompreises. Auch hier verfügt der Staat über Instrumente, um einen Teil der Kosten, die heute von Haushalten und Unternehmen getragen werden, auf andere Weise zu bewältigen.
Und das vierte Problem ist das ETS. Das Emissionszertifikat ist inzwischen zu einem wichtigen Preisfaktor geworden und belastet zugleich die energieintensive europäische Industrie sehr stark. Deshalb setzen wir uns für Eingriffe in das System, die Nutzung der Zertifikatereserve, einen besseren Schutz gefährdeter Industriesektoren und eine Begrenzung von Mechanismen ein, die den Preis unnötig nach oben treiben.
Die Antwort lautet also nicht: ETS oder neue Kraftwerke. Wir müssen ETS, Erzeugungskapazitäten, Netze und den regulierten Preisbestandteil gleichzeitig angehen. Das Ergebnis muss sein, dass ein Industrieunternehmen nicht mit deutlich höheren Energiekosten und einem um ein Vielfaches komplexeren Regelwerk gegen amerikanische oder asiatische Wettbewerber antreten muss.

-Frage: Sie fordern eine grundlegende Neubewertung von ETS 1 und eine Verschiebung von ETS 2. Tschechien kann die europäischen Regeln aber nicht allein ändern. Haben Sie einen Plan B für den Fall, dass Sie keine ausreichende Unterstützung für eine grundlegende Reform des Systems bekommen? Kann die tschechische Regierung die energieintensive Industrie auch im Rahmen der heutigen europäischen Regeln schützen, ohne ihre Energierechnungen einfach dauerhaft zu subventionieren?
Havlicek: Wir müssen beides tun: in Brüssel hart verhandeln und uns gleichzeitig auf die Möglichkeit vorbereiten, dass wir nicht alles durchsetzen können, was wir fordern.
Erstens sind wir damit nicht allein. Die Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie ist längst kein tschechisches Thema mehr. Dasselbe Problem haben Italien, Deutschland und zahlreiche weitere Industrieländer.
Sollte eine europäische Einigung jedoch nicht ausreichen, verfügen wir auch über Instrumente im eigenen Land. Ich will allerdings kein System, in dem wir jedes Jahr Milliarden dafür ausgeben, Stromrechnungen zu bezahlen. Das führt nirgendwohin.

Ich will nicht um jedes ausländische Montagewerk konkurrieren. Ich will um Entwicklungszentren, Technologieproduktion, Halbleiter, Luftfahrt und Energie konkurrieren.

Der Staat muss Unternehmen dabei unterstützen, in Technologien zu investieren, die ihren Energieverbrauch langfristig senken, die Infrastruktur ausbauen, langfristige Energieverträge ermöglichen und den europäischen Rahmen für staatliche Beihilfen für jene Sektoren nutzen, die tatsächlich dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind.
Bei der energieintensiven Industrie sprechen wir deshalb über gezielte Investitionsförderung für die Transformation und nicht darüber, jede Fabrik unabhängig von ihren Zukunftsperspektiven am Leben zu halten.
Der Plan B besteht also nicht darin, teure Energie auf Dauer zu subventionieren. Plan B bedeutet, den Spielraum zu nutzen, den die europäischen Regeln bieten, die regulierten heimischen Kosten zu senken, in Erzeugungskapazitäten und Netze zu investieren und Unternehmen beim Übergang zu einer energieeffizienteren Produktion zu unterstützen.

Frage: Die tschechische Industrie ist außerordentlich eng mit Deutschland verflochten, das seit mehreren Jahren mit sehr schwachem Wachstum und Problemen seines Industriemodells zu kämpfen hat. Wenn es einem deutschen Automobil- oder Maschinenbauunternehmen schlecht geht, spürt das der tschechische Zulieferer sehr schnell. Wie wollen Sie diese Abhängigkeit tatsächlich verringern? Und welche drei Regionen außerhalb Europas sollten Ihrer Ansicht nach in den kommenden zehn Jahren für tschechische Unternehmen Priorität haben?
Havlicek: Deutschland wird selbstverständlich unser wichtigster Handelspartner bleiben, und es wäre ein Fehler, den Eindruck zu erwecken, wir müssten uns von Deutschland abkoppeln. Im Gegenteil: Wir brauchen einen erfolgreichen deutschen Industriesektor, weil wir wirtschaftlich enger miteinander verflochten sind als möglicherweise jedes andere Land.
Die vergangenen Jahre haben jedoch gerade gezeigt, dass eine derart hohe territoriale Konzentration ein Risiko darstellt. Eine Diversifizierung der Exporte darf deshalb kein bloßes Schlagwort bleiben. Wir müssen tschechische Unternehmen direkt zu Endkunden auf Märkten bringen, auf denen die Nachfrage nach Technologien, Energie, Rüstungsgütern, Verkehrstechnik, Medizintechnik oder hochentwickeltem Maschinenbau wächst.
Wenn ich drei Regionen außerhalb Europas auswählen soll, stehen an erster Stelle die Vereinigten Staaten und Nordamerika. Das ist ein riesiger Markt für tschechische Unternehmen mit hoher Wertschöpfung, insbesondere in den Bereichen Technologie, Energie, Luftfahrt, Verteidigung und fortgeschrittene Industrie.
Die zweite Region ist Indien. Es handelt sich um eine Volkswirtschaft, deren globale Bedeutung in den kommenden Jahrzehnten wachsen wird und in der ich große Chancen für den tschechischen Maschinenbau, die Automobilindustrie, die Energiewirtschaft und Technologieunternehmen sehe.
Und die dritte Richtung ist Südost- und Ostasien, also insbesondere die ASEAN-Staaten, Korea und Japan. Dort bieten sich uns große Chancen in der Rüstungsindustrie, der Luftfahrt, der Energiewirtschaft und bei Technologien.
Die Abhängigkeit von Deutschland werden wir nicht dadurch verringern, dass wir dorthin weniger exportieren. Wir werden sie dadurch verringern, dass wir deutlich mehr in andere Länder exportieren.

-Frage: Tschechien kann sehr gut Industrieprodukte herstellen und exportieren. Langfristig sprechen wir aber darüber, dass wir eine höhere Wertschöpfung, eigene Technologien, Marken und Endprodukte brauchen. Warum vollzieht sich dieser Wandel immer noch langsamer, als wir uns wünschen? Und was kann die Regierung anders machen, damit tschechische Unternehmen nicht lediglich immer effizientere Zulieferer ausländischer Konzerne werden?
-Havlicek: Weil wir uns über viele Jahre an ein Modell gewöhnt haben, das außerordentlich erfolgreich war, aber seine Grenzen hatte: niedrigere Energiepreise als im Westen, qualifizierte und vergleichsweise günstige Arbeitskräfte, die Nähe zu Deutschland und eine sehr gute industrielle Infrastruktur. Darauf haben wir eine enorme Zahl von Produktionskapazitäten aufgebaut.
Dieser Wettbewerbsvorteil verschwindet jedoch allmählich. Die Antwort darauf kann nicht darin bestehen, zu versuchen, ein noch günstigerer Zulieferer zu werden. Wir müssen technologisch besser werden.
Das bedeutet mehrere Veränderungen. Wir müssen mehr privates Kapital in innovative Unternehmen lenken, den Transfer von Forschung aus den Universitäten in die Wirtschaft verbessern, funktionierende Bedingungen für Start-ups und Mitarbeiterbeteiligungen schaffen und zugleich die Investitionspolitik verändern.
Der zweite Punkt ist die Internationalisierung tschechischer Unternehmen. Ein Unternehmen sollte nicht mehrere staatliche Organisationen aufsuchen müssen, je nachdem, ob es gerade eine Investition, Innovation oder einen Export benötigt. Es sollte einen Partner haben, der es vom Wachstum im Inland bis zum Eintritt in den amerikanischen oder indischen Markt begleitet.
Und der dritte Punkt sind große staatlich beeinflussbare Projekte. Dukovany ist ein typisches Beispiel. Mir geht es nicht nur darum, dass ein tschechisches Unternehmen Beton oder Kabel liefert. Ich will, dass es Turbinen, Steuerungssysteme, Kernkomponenten und Technologien liefert, die es anschließend auch in andere Länder exportieren kann. Das ist der tatsächliche Übergang von einer Zuliefererwirtschaft zu einer Wirtschaft mit höherer Wertschöpfung.

-Frage: Škoda JS steigt nun direkt in die globale Lieferkette für kleine modulare Reaktoren von Rolls-Royce ein, und eine ähnliche Chance könnten Dutzende weitere tschechische Unternehmen bekommen. Welchen Anteil der tschechischen Industrie wollen Sie realistisch am Bau großer Kernkraftwerke und von SMR beteiligen? Und was muss der Staat tun, damit Tschechien in zehn oder fünfzehn Jahren nicht nur ein Land ist, in dem neue Reaktoren gebaut werden, sondern auch ein Land, das ihre Technologien in die Welt exportiert?
Havlicek: Bei den großen Reaktorblöcken streben wir einen Anteil der tschechischen Beteiligung von etwa 60 Prozent an. Aber ich möchte eine wichtige Sache wiederholen: Für mich ist nicht entscheidend, ob es am Ende 58, 62 oder 65 Prozent sind. Entscheidend ist, was die tschechischen Unternehmen liefern werden.
Wenn wir einen hohen Anteil lediglich aufgrund von Bauarbeiten erreichen, wird die Chance nicht maximal genutzt. Ich will tschechische Turbinen, Pumpen, Armaturen, Steuerungssysteme, Planungsleistungen und vor allem Kernkomponenten mit hoher Wertschöpfung.
Škoda JS ist genau ein Beispiel dafür, was wir erreichen wollen. Wenn ein tschechisches Unternehmen in die globale Lieferkette eines SMR-Herstellers gelangt, arbeitet es nicht mehr nur für ein tschechisches Projekt. Es kann für jedes Projekt dieses Herstellers überall auf der Welt liefern.

Sobald die Wirtschaft anzieht und ein großer Teil der außerordentlichen Investitionen in die Umsetzung geht, muss das Defizit schrittweise sinken.
Das ist ein völlig anderes Modell, als einfach ein Kraftwerk in Temelín zu bauen.
Der Staat muss deshalb drei Dinge tun. Erstens muss er das heimische Atomprogramm als Referenz für tschechische Unternehmen nutzen. Zweitens muss er deren Einbindung in die Lieferkette konsequent vorantreiben. Und drittens muss er langfristige Kontinuität gewährleisten – Dukovany, die Vorbereitung von Temelín und anschließend eine Flotte von SMR.
Wenn man tschechischen Unternehmen eine Perspektive für zwanzig oder dreißig Jahre gibt, lohnt es sich für sie, in Fachkräfte, Zertifizierungen, Maschinen und eigene Entwicklung zu investieren. Dann konkurrieren sie nicht mehr nur um Dukovany, sondern um Projekte in Großbritannien, Schweden, Polen oder anderen Ländern.
Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/havlicek-d ... site-Htn94
/gr/


Die Zusammenarbeit zwischen Tschechien und Bayern wird fortgesetzt
7.10.2026 Regiony nas bavi Seite 28

Tschechien und Bayern wollen ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch nach dem Jahr 2028 fortsetzen. Beide Seiten wollen die Entwicklung der Grenzregionen weiterhin unterstützen. Den ersten Schritt zur Vorbereitung des inzwischen fünften Interreg-Programms machten sie am 10. September mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung durch die stellvertretende Ministerin für Regionalentwicklung Olga Nebeská und den Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Energie, Tobias Gotthardt.
„Die tschechisch-bayerische grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat eine mehr als dreißigjährige Tradition. In dieser Zeit hat sie zahlreiche konkrete Ergebnisse für die Menschen und Regionen auf beiden Seiten der Grenze hervorgebracht. Interreg ist ein etabliertes und funktionierendes Instrument, das dabei hilft, gemeinsam Themen anzugehen, die nicht an der Grenze enden“, erklärte die stellvertretende Ministerin für Regionalentwicklung Olga Nebeská.
/gr/



Niederlande können Betrieb ihres einzigen Kernkraftwerks verlängern – Staat übernimmt zudem Mehrheitsanteil
Autor: Jiří Salavec
6. Oktober 2026, oenergetice.cz

Der niederländische Senat hat eine Änderung des Atomgesetzes verabschiedet, die künftig eine Verlängerung der Laufzeit von Kernkraftwerken ermöglicht. Borssele, das einzige Kernkraftwerk des Landes, das im Jahre 1973 in Betrieb genommen wurde, kann damit künftig eine Betriebsgenehmigung auch über das Jahr 2033 hinaus beantragen. Zudem wird der niederländische Staat 70 Prozent der Anteile am Betreiber des Kraftwerks mit einer installierten Leistung von 515 MW übernehmen. In den kommenden zehn Jahren plant das Land außerdem den Bau von zwei weiteren neuen Reaktorblöcken.

Der Betreiber des niederländischen Kernkraftwerks Borssele, das Unternehmen EPZ, teilte mit, dass die verabschiedete Änderung des Atomgesetzes eine weitere Verlängerung der Laufzeit des Kraftwerks ermöglichen wird. Bislang sah das Gesetz vor, dass Borssele bis zum Jahr 2033 Strom erzeugen darf und eine längere Betriebsgenehmigung nicht erteilt werden kann.
„Die Zustimmung des Senats ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Verlängerung der Betriebslaufzeit. Nachdem dieses rechtliche Hindernis nun beseitigt ist, können wir die Vorbereitungen für den Genehmigungsantrag fortsetzen. Damit können wir nachweisen, dass das Kernkraftwerk auch in Zukunft sicher, zuverlässig und verantwortungsvoll zur Stromversorgung beitragen wird“, erklärte EPZ-Geschäftsführer Marco Muilenburg.
Die niederländische Regierung hatte den Gesetzentwurf zur Aktualisierung des Atomgesetzes im Oktober vergangenen Jahres vorgelegt. Das Abgeordnetenhaus verabschiedete ihn im Juni dieses Jahres, der Senat stimmte ihm am 22. September zu. Das im Jahre 1973 in Betrieb genommene Kernkraftwerk Borssele mit einer installierten Bruttoleistung von 515 MW kann nun eine Verlängerung seiner Betriebsgenehmigung über die bisherige Grenze von 60 Betriebsjahren hinaus beantragen. EPZ geht davon aus, den offiziellen Antrag im Laufe des kommenden Jahres einzureichen. Die geplante Laufzeitverlängerung soll 10 bis 20 Jahre betragen. Im Rahmen des Verfahrens werden der Betreiber und die Atomaufsichtsbehörde den technischen Zustand des Kraftwerks sowie Möglichkeiten für weitere Sicherheitsverbesserungen umfassend prüfen.
„Neben der Sicherheit untersuchen wir auch weitere wichtige Aspekte im Zusammenhang mit einer längeren Laufzeit, etwa den Brennstoffkreislauf und die notwendigen Investitionen für die kommenden Jahrzehnte“, teilte EPZ in einer Pressemitteilung mit.

Staat steigt in die Kernenergie ein...
Im Zusammenhang mit dem neuen Gesetz kündigte die niederländische Regierung außerdem an, sich mit ZEH Energy auf die Bedingungen für die Übernahme eines 70-prozentigen Anteils an EPZ geeinigt zu haben. Für den ZEH Energy- Anteil, das sich im Besitz regionaler und kommunaler Gebietskörperschaften befindet, wird der Staat 115,7 Millionen Euro (rund 2,8 Milliarden Kronen) zahlen. Weitere knapp 120 Millionen Euro hat die Regierung zur Sicherung der betrieblichen Stabilität des Unternehmens bereitgestellt. Die verbleibenden 30 Prozent am Kernkraftwerk hält das deutsche Unternehmen RWE.
„Die Kernenergie wird eine wichtige Rolle bei der Sicherung einer diversifizierten und stabilen Energieversorgung des Landes spielen. Die Übernahme der Beteiligung ist ein wichtiger Schritt, um den langfristigen Betrieb des Kernkraftwerks zu sichern“, erklärte Jo-Annes de Bat, Staatssekretär für Klima und grünes Wachstum.
Neben der Laufzeitverlängerung des bestehenden Kernkraftwerks plant die niederländische Regierung außerdem den Bau von bis zu vier konventionellen Reaktoren mit einer Leistung von jeweils bis zu 1.650 MWe. Diese sollen voraussichtlich am Standort des Kernkraftwerks Borssele errichtet werden. Als mögliche Lieferanten kommen EDF und Westinghouse infrage. Bis zum Jahr 2050 strebt die Regierung eine installierte nukleare Leistung von 7 GW an, einschließlich kleiner modularer Reaktoren (SMR).
Quelle:
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... novy-podil
/gr/




--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
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Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevaten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 8.10.2026:

Inhalt:
Kooperationsmöglichkeiten für tschechische Unternehmen.
Im Atlantik lagern alte radioaktive Abfälle.
ČEZ verkauft der Slowakei Beteiligung an Unternehmen, das ein neues Kraftwerk plant.
ČEZ steigt aus Projekt für neues slowakisches Atomkraftwerk aus – Fico erhält die volle Kontrolle.
Sechs Referenden in Südböhmen – Bürger stimmen über Windkraftanlagen, Müllverbrennungsanlagen und eine Umgehungsstraße ab.
Erneuerbare Energien deckten in Deutschland in den ersten drei Quartalen rekordhohe 61 Prozent des Stromverbrauchs


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Kooperationsmöglichkeiten für tschechische Unternehmen
08.10.2026 Monatsmagazin Kammer / Komora
Autorin: Tereza Šnajdrová | Rubrik: Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik

Für die tschechische Industrie eröffnen sich neue Geschäftsmöglichkeiten im Bereich der kleinen modularen Reaktoren (SMR). Der Verband der Energieindustrie der Tschechischen Republik und die Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik (HK ČR) haben das Portal modulreaktor.cz gestartet. Es soll tschechischen Unternehmen den Zugang zu aktuellen Ausschreibungen des Unternehmens Rolls-Royce SMR erleichtern.
Auf dem Portal finden Unternehmen gebündelte Informationen über die nachgefragten Waren und Dienstleistungen einschließlich einer grundlegenden Beschreibung. Außerdem können sie dort ihr Interesse an einer Beteiligung an einer konkreten Ausschreibung bekunden. Derzeit sind zehn Ausschreibungen auf dem Portal veröffentlicht. Weitere sollen schrittweise hinzukommen, je nachdem, wie Rolls-Royce SMR die einzelnen Bereiche seiner Lieferkette besetzt.

Die Chancen gehen deutlich über das tschechische Projekt hinaus...
Die Möglichkeiten für tschechische Unternehmen beschränken sich dabei keineswegs auf den heimischen Markt. Rolls-Royce SMR baut eine globale Lieferkette für eine Flotte kleiner modularer Reaktoren in Großbritannien und Europa auf, mit Potenzial für eine weitere internationale Expansion. Die Auswahl der Lieferanten für die wichtigsten Komponenten soll nach dem derzeitigen Zeitplan bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Ein neues Zeitfenster für Chancen….
„Mit dem Projekt von Rolls-Royce SMR eröffnet sich für die tschechische Industrie ein neues Zeitfenster für Chancen. Es bietet die Möglichkeit, über Jahrzehnte hinweg eine neue Säule der tschechischen Exportwirtschaft aufzubauen. Wir können dabei auf vorhandenes Know-how aufbauen. Unsere nukleare Kompetenz umfasst die Fähigkeit, anspruchsvolle Technologien zu entwickeln, herzustellen, zu testen und langfristig zu warten. Die Chancen beschränken sich dabei nicht auf direkte Lieferungen an Rolls-Royce SMR. Tschechische Unternehmen können auch als Zulieferer bereits ausgewählter strategischer Partner zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Lieferungen für die Turbineninsel“, sagt Zuzana Krejčiříková, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik.
Grundvoraussetzung ist die direkte Registrierung des Unternehmens bei Rolls-Royce SMR. Anschließend kann es sich auf modulreaktor.cz registrieren und Interesse an einer konkreten Ausschreibung bekunden.
Die HK ČR (Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik) und der Verband der Energieindustrie der Tschechischen Republik prüfen die grundlegende Eignung des Interessenten und leiten die Informationen über ČEZ an Rolls-Royce SMR weiter. Das Unternehmen entscheidet anschließend über die Aufnahme des Bewerbers in das Ausschreibungsverfahren sowie über die Auswahl des Lieferanten.
Die Registrierung auf dem Portal ist kostenlos. Tschechische Unternehmen können dadurch nicht nur Zugang zu direkten Lieferaufträgen von Rolls-Royce SMR erhalten, sondern auch zu Geschäftsmöglichkeiten bei dessen strategischen Partnern.
HK ČR
/gr/


Im Atlantik lagern alte radioaktive Abfälle
08.10.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník (ros)

Europäische Vertreter ließen zwischen den Jahren 1949 und 1982 mehr als zweihunderttausend Fässer mit schwach radioaktiven Abfällen auf dem Grund des Atlantischen Ozeans versenken. In Tiefen von drei- bis fünftausend Metern befinden sich heute schätzungsweise 150.000 Tonnen radioaktiver Stoffe. Nun haben Forscher des Projekts NODSSUM festgestellt, dass die Abfälle bereits Auswirkungen auf ihre Umgebung haben.
Viele der Fässer sind im Laufe der Jahrzehnte im Salzwasser korrodiert. Dadurch wurden sie beschädigt und radioaktive Stoffe freigesetzt, die unter anderem aus medizinischen und industriellen Anwendungen stammen. Die Abfälle enthielten geringere Konzentrationen langlebiger Radionuklide, deren Halbwertszeit Tausende bis Millionen Jahre betragen kann. Gleichzeitig können sie eine Gefahr darstellen. Die beschädigten Fässer haben den Ozean zwar bereits kontaminiert, das Ausmaß der Radioaktivität ist nach Einschätzung von Experten bislang jedoch gering.
„Dadurch konnte sich das Robotertauchboot dem Meeresboden nähern und mit den Abfällen umgehen, ohne dass umfangreiche Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich waren“, erklärte der Geophysiker Javier Escartin.
Die entnommenen Proben sollen in Laboruntersuchungen Aufschluss darüber geben, wie sich die Strahlung auf die dortige Umwelt auswirkt und welche Stoffe im Atlantik vorkommen. Das Team hat bereits Spuren von Cäsium-137, verschiedenen Plutoniumisotopen und Tritium nachgewiesen. Diese Stoffe werden unter anderem in der Industrie zur Kalibrierung von Messgeräten und in der Strahlentherapie eingesetzt; einige finden auch Anwendung als Energiequelle für Raumsonden oder bei der Kernspaltung zur Herstellung von Atomwaffen.

Analyse der Kontamination...
Auch die Aufnahmen der Fässer zeigen, dass die Natur sie längst in ihr Umfeld integriert hat. Auf den Fässern haben sich Seeanemonen, Weichtiere und Krebstiere angesiedelt. Fische und Krabben suchen dort ebenfalls nach Nahrung und Unterschlupf.
Die radioaktiven Fässer sind damit Teil des dortigen Ökosystems geworden. Das wirft für die Wissenschaftler die Frage auf, in welchem Ausmaß freigesetzte radioaktive Stoffe bereits in die Körper der dort lebenden Tiere gelangt sind. Deshalb fingen sie auch mehrere Exemplare, um sie zu untersuchen. Auf diese Weise wollen sie die Auswirkungen der radioaktiven Abfälle auf die dortige Tierwelt untersuchen.
Gleichzeitig versuchen die Forscher des Projekts NODSSUM, die genauen Standorte der Fässer zu bestimmen. Im vergangenen Jahrhundert wurden die Abfälle kurzerhand im Meer versenkt, ohne dass sich anschließend weiter um ihr Schicksal gekümmert wurde. Nun bemühen sich die Experten darum, eine detaillierte Karte der Standorte der radioaktiven Abfälle zu erstellen.
„Es handelt sich um eine der ersten radioökologischen Studien in der Tiefsee“, sagte der Ingenieur für nukleare Messtechnik Patrick Chardon vom Laboratoire de physique in Clermont-Auvergne, der an der Mission beteiligt war, gegenüber The Conversation.
/gr/



ČEZ verkauft der Slowakei Beteiligung an Unternehmen, das ein neues Kraftwerk plant
08.10.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny ČTK

Die ČEZ-Gruppe hat am Mittwoch mit der Slowakei einen Vertrag über den Verkauf ihrer 49-prozentigen Beteiligung an der Gesellschaft Jadrová energetická spoločnosť Slovenska (JESS) unterzeichnet. Das Unternehmen bereitet den Bau eines neuen Atomkraftwerks vor. Damit wird das Unternehmen künftig vollständig vom slowakischen Staat kontrolliert. Der Kaufpreis beträgt 189 Millionen Euro (4,6 Milliarden tschechische Kronen). Nach Angaben von ČEZ soll die Transaktion in den kommenden Tagen abgeschlossen werden.
Verkäufer der Minderheitsbeteiligung an JESS ist ČEZ Invest Slovensko, eine Tochtergesellschaft von ČEZ. Die Aktien übernimmt das staatlich kontrollierte slowakische Unternehmen Jadrová a vyraďovacia spoločnosť (JAVYS), das bislang 51 Prozent der Anteile an JESS hielt.

Slowakei und ČEZ gründeten JESS im Jahr 2009….
Die Slowakei und ČEZ gründeten das Unternehmen JESS im Jahr 2009, während der ersten Amtszeit des heutigen slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico. Zu den Aufgaben von ČEZ gehörte unter anderem die Bereitstellung von Know-how. Die derzeitige Regierung von Fico hat entschieden, dass der neue Atomreaktor in staatlichem Besitz sein soll.
„Als wir vor fast 17 Jahren das Gemeinschaftsunternehmen gründeten, war es unser Ziel, das Projekt so vorzubereiten, dass die Slowakei in Jaslovské Bohunice ein Atomkraftwerk errichten kann. Der Standort Bohunice ist derzeit der am besten vorbereitete Standort für den Bau eines Atomkraftwerks in ganz Europa“, sagte der Vorstandsvorsitzende und Generaldiektor von ČEZ, Daniel Beneš, nach der Unterzeichnung des Vertrags.
/gr/



ČEZ steigt aus Projekt für neues slowakisches Atomkraftwerk aus – Fico erhält die volle Kontrolle
7.10.2026 E15 CTK

• ČEZ verkauft der Slowakei seine 49-prozentige Beteiligung am Atomprojekt JESS für 4,6 Milliarden tschechische Kronen.
• Damit erhält der slowakische Staat die volle Kontrolle über das geplante neue Kraftwerk in Jaslovské Bohunice.
• Der Verkauf der Beteiligung hat in der Slowakei einen politischen Streit ausgelöst. Die Opposition kritisiert das Vorgehen der Regierung von Robert Fico.

Die ČEZ-Gruppe hat am Mittwoch mit der Slowakei einen Vertrag über den Verkauf ihrer 49-prozentigen Beteiligung an der Firma Jadrová energetická spoločnosť Slovenska (JESS) unterzeichnet. Das Unternehmen bereitet den Bau eines neuen Atomkraftwerks vor. Damit wird JESS künftig vollständig vom slowakischen Staat kontrolliert. Der Kaufpreis beträgt 189 Millionen Euro (4,6 Milliarden tschechische Kronen). Nach Angaben von ČEZ soll die Transaktion in den kommenden Tagen abgeschlossen werden.
Projekt in Bohunice laut ČEZ bereit für die nächste Phase...
Verkäufer der Minderheitsbeteiligung an JESS ist ČEZ Invest Slovensko, eine Tochtergesellschaft von ČEZ. Käufer der Aktien ist das staatlich kontrollierte slowakische Unternehmen Jadrová a vyraďovacia spoločnosť (JAVYS), das bislang 51 Prozent der Anteile an JESS hielt.
Die Slowakei und ČEZ gründeten JESS im Jahr 2009 während der ersten Amtszeit des heutigen slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico. Zu den Aufgaben von ČEZ gehörte unter anderem die Bereitstellung von Know-how. Die derzeitige Regierung Fico hat entschieden, dass der neue Atomreaktor in staatlichem Besitz sein soll.
„Als wir vor fast 17 Jahren das Gemeinschaftsunternehmen gründeten, war es unser Ziel, das Projekt so vorzubereiten, dass die Slowakei in Jaslovské Bohunice ein Atomkraftwerk errichten kann. Der Standort Bohunice ist derzeit der am besten vorbereitete Standort für den Bau eines Atomkraftwerks in ganz Europa“, sagte der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor von ČEZ, Daniel Beneš, nach der Unterzeichnung des Vertrags.
Ihm zufolge wurden im Rahmen der Vorbereitung des neuen Kraftwerks bereits eine Machbarkeitsstudie genehmigt, Bescheinigungen über die Reservierung der Leistung ausgestellt, eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) abgeschlossen, eine Standortgenehmigung nach dem Atomgesetz erteilt und die für das Projekt erforderlichen Grundstücke gesichert. Zudem wurde das Verfahren für den Erlass der entsprechenden Standortentscheidung eingeleitet.

Opposition kritisiert Ficos volle Kontrolle über das Projekt….
„Ich möchte ČEZ und der tschechischen Seite für die korrekte Zusammenarbeit danken. Wir können den Bau des neuen Atomkraftwerks erheblich beschleunigen“, sagte Fico.
Der Kaufpreis für die ČEZ-Beteiligung an JESS hatte einen Streit zwischen Fico und dem slowakischen Wirtschaftsministerium ausgelöst. Ein neues Gutachten bestätigte jedoch die ursprüngliche Bewertung der Beteiligung der ČEZ-Gruppe an JESS. Anschließend übertrug die Regierung die Zuständigkeit für die Vorbereitung des Baus des neuen Atomkraftwerks vom Wirtschaftsministerium auf den Regierungsbeauftragten für die Entwicklung der Kernenergie sowie auf das Regierungsamt.
Nach Ansicht der slowakischen Opposition hat Fico ČEZ aus dem Projekt für das neue Atomkraftwerk in der Slowakei gedrängt, um über die gesamte Investition allein entscheiden zu können. Der Abgeordnete der liberalen Partei Freiheit und Solidarität (SaS) und ehemalige Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Karol Galek sagte gegenüber Journalisten, ČEZ habe dem gesamten Projekt einen Mehrwert verliehen.
Hauptpartner Bratislavas beim Bau des neuen Atomkraftwerks mit einer Leistung von rund 1200 Megawatt soll nach früheren Angaben das US-Unternehmen Westinghouse werden.
In Jaslovské Bohunice hatte Bratislava in den Jahren 2006 und 2008 aufgrund von Verpflichtungen gegenüber der EU zwei Blöcke des älteren Atomkraftwerks V1 stillgelegt. Gleichzeitig betreibt der größte Stromerzeuger der Slowakei, Slovenské elektrárne (SE) aus der Energetický a průmyslový holding (EPH)-Gruppe, an diesem Standort ein eigenes Atomkraftwerk.
/gr/



Sechs Referenden in Südböhmen – Bürger stimmen über Windkraftanlagen, Müllverbrennungsanlagen und eine Umgehungsstraße ab
8.10.2026 irozhlas.cz (Tschechischer Rundfunk)

Die Bewohner von sechs Gemeinden in Südböhmen werden am Freitag und Samstag parallel zu den Kommunalwahlen auch in Referenden abstimmen. Dabei geht es um Müllverbrennungsanlagen bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis und in Přísečná im Bezirk Český Krumlov / Krumau. In Volary im Bezirk Prachatice werden die Bürger über eine geplante Umgehungsstraße entscheiden. In Šebířov und Radenín im Bezirk Tábor geht es um Windkraftanlagen, während in Putim im Bezirk Písek über die Sanierung einer Straße abgestimmt wird.



In Hůrka bei Temelín plant das Unternehmen Quail den Bau einer Anlage zur Verbrennung gefährlicher Industrieabfälle. Die Anlage mit Investitionskosten von ein bis zwei Milliarden tschechischen Kronen soll jährlich bis zu 20.000 Tonnen Abfall verarbeiten. Gegen das Vorhaben wurde eine Petition mit 2.400 Unterschriften gestartet. Neben Temelín schlossen sich 16 weitere Städte und Gemeinden dem Protest an. Im Referendum werden die Einwohner von Temelín darüber entscheiden, ob die Gemeindeverwaltung alle möglichen Schritte unternehmen soll, um den Bau zu verhindern, sagte Bürgermeister Josef Váca (parteilos), der bei den Kommunalwahlen im Oktober erneut kandidiert.
In Přísečná im Bezirk Český Krumlov / Krumau werden die Einwohner über die geplante Erweiterung und Änderung der Verbrennungstechnologie im privaten Heizkraftwerk Energoblok Domoradice entscheiden. Das Kraftwerk versorgt ein Viertel der Stadt Český Krumlov mit Wärme und Warmwasser. Bereits vor drei Jahren hatten Einwohner von Přísečná eine Petition gegen das Vorhaben unterzeichnet.
„Mit dem Referendum wollen wir feststellen, ob die Bürger nach wie vor dagegen sind und ob wir die Schritte, die wir gegen dieses Vorhaben unternehmen, fortsetzen sollen“, sagte Bürgermeister Jiří Němeček (parteilos), der bei den Kommunalwahlen im Oktober kandidiert. Die rund 200 Einwohner zählende Gemeinde befürchtet eine Zunahme von Lärm und Verkehr.

Umgehungsstraße für Volary sorgt für Streit...
Auch die Bewohner von Volary im Bezirk Prachatice kämpfen mit zunehmendem Verkehr. Die Opposition und Verbände aus dem Böhmerwald kritisieren den vom Bezirk geplanten Ausbau der Straße von Blažejovice nach Volary. Ihrer Ansicht nach würde dadurch mehr Schwerverkehr in die Stadt gelangen. Die Situation ließe sich ihrer Ansicht nach durch eine vollständige Umgehungsstraße lösen. Eine Petition für ein Referendum über deren Bau unterzeichneten 689 Menschen.
Die Stadt befürchtet einen weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens auch aufgrund geplanter Logistikzentren im Bezirk České Budějovice/ Budweis.
„Die kürzeste und schnellste Verbindung für den Lkw-Transit von diesen neuen Lagerzentren nach Süden in Richtung Deutschland und Österreich führt direkt durch die Stadt. Wenn wir die Umgehungsstraße jetzt nicht durchsetzen, wird die nächste Welle des Güterverkehrs unsere Stadt völlig lahmlegen“, sagte Tomáš Válek (Piráti), Beauftragter des Initiativkomitees und Oppositionsmitglied im Stadtrat, der bei den Kommunalwahlen im Oktober kandidiert.

Die Einwohner von Šebířov und Radenín im Bezirk Tábor werden am 9. und 10. Oktober über den Bau von Windkraftanlagen entscheiden.
In Putim im Bezirk Písek geht es beim Referendum am Freitag und Samstag um den Umbau einer Straße entlang eines Teiches. „Wir haben die Ausschreibung bereits durchgeführt und eine Förderung erhalten. Genau zu diesem Zeitpunkt kam der Antrag auf Durchführung eines Referendums. Wie auch immer es ausgeht, eines ist sicher: Günstiger werden wir die Straße nicht sanieren können“, sagte Bürgermeisterin Eva Marušková (Za rozvoj obce Putim).

Quelle: https://www.irozhlas.cz/volby/sest-refe ... 071545_jor
/gr/



Erneuerbare Energien deckten in Deutschland in den ersten drei Quartalen rekordhohe 61 Prozent des Stromverbrauchs
Autor: David Vobořil
6. Oktober 2026 oenergetice.cz

Erneuerbare Energien haben nach vorläufigen Angaben von ZSW und BDEW in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 60,7 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Damit wurde ein neuer Rekord erreicht – gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg um vier Prozentpunkte. Gleichzeitig stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um 8,7 Prozent auf 237,5 TWh. Maßgeblich dazu beigetragen haben günstige Bedingungen für die Windstromerzeugung sowie der rasche Ausbau der Photovoltaik.
Von Januar bis September erzeugten die erneuerbaren Energien in Deutschland insgesamt 237,5 TWh Strom. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es 218,6 TWh. Der Bruttostromverbrauch erreichte 391,6 TWh, was einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Obwohl der Stromverbrauch somit leicht zunahm, ermöglichte der deutlich stärkere Anstieg der Erzeugung aus erneuerbaren Energien eine Erhöhung ihres Anteils am Stromverbrauch von rund 57 Prozent in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres auf 60,7 Prozent in diesem Jahr.
Am stärksten trug die Windenergie zum Wachstum bei. Die Stromerzeugung aus Onshore-Windkraftanlagen stieg gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Prozent, bei Offshore-Windkraftanlagen sogar um 19,8 Prozent. Die Solarstromerzeugung nahm um 13,9 Prozent zu. Dazu trugen sowohl der weitere Ausbau der installierten Leistung als auch günstige Erzeugungsbedingungen bei.
Dagegen erzeugten Wasserkraftwerke aufgrund geringerer Niederschlagsmengen 14,3 Prozent weniger Strom als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025. Die Stromerzeugung aus Biomasse ging um 2,1 Prozent zurück.

Ziel für das Jahr 2030: 80 Prozent...
Deutschland will den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch laut Gesetz bis zum Jahr 2030 auf mindestens 80 Prozent erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Anteil der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren daher weiter deutlich steigen.
Die aktuelle Entwicklung zeigt zugleich, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht die einzige Herausforderung darstellt. Der Ausbau der Stromnetze hinkt dem Zubau neuer Wind- und Solaranlagen hinterher. Dies erschwert deren Anschluss und Integration in das Stromnetz.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert daher eine rasche Verabschiedung der geplanten Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sowie eine Beschleunigung des vorgesehenen Ausbaus der Verteilnetze.
Nach Angaben der BDEW-Vorsitzenden Kerstin Andreae müssen zugleich klare Regeln für den Anschluss neuer Anlagen geschaffen werden. Denn um die begrenzten Netzkapazitäten konkurrieren zunehmend erneuerbare Energien, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Industrieunternehmen.

Quelle: https://oenergetice.cz/zahranicni/obnov ... -elektriny
/gr/


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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 9.10.2026:

Inhalt:
Fernwärmeleitung Dukovany–Brünn: Zwölf Gemeinden entlang der geplanten Trasse arbeiten am Projekt mit.
Der Lüftungsschornstein im Kernkraftwerk Dukovany hat eine neue Luftfahrtkennzeichnung.
Das CEZ-Bildungsprogramm „Virtuell im Kraftwerk“.
Bei Dukovany werden Kabel mit einer Pflugtechnik unterirdisch verlegt.
„Der neue Drábová“: Das Kernkraftwerk Dukovany kann weiterlaufen. Über die Zukunft entscheidet nicht das Alter.
Polnische Unternehmer investieren 500 Millionen Złoty in das SMR-Programm von SGE

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Fernwärmeleitung Dukovany–Brünn: Zwölf Gemeinden entlang der geplanten Trasse arbeiten am Projekt mit
09.10.2026 Monatszeitung Zrcadlo

Zwölf Gemeinden entlang der geplanten Trasse der Fernwärmeleitung von Dukovany nach Brünn haben der Zusammenarbeit mit den Brünner Heizwerken (Teplárny Brno) bei der Vorbereitung und Umsetzung dieses bedeutenden Energieprojekts zugestimmt.
Die entsprechende Vereinbarung bestätigt das Interesse der Gemeinden an einer Fortsetzung der Projektvorbereitung. Ihre Vertreter wollen mit den Brünner Heizwerken regelmäßig in Kontakt bleiben, konkrete Fragen klären und gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, wie die Fernwärmeleitung den einzelnen Gemeinden zugutekommen kann.
„Bei einem derart umfangreichen Infrastrukturprojekt ist die Zusammenarbeit mit den Gemeinden von entscheidender Bedeutung. Sie ist ein wichtiges Signal dafür, dass das Projekt vor Ort Unterstützung findet. Wir wollen es gemeinsam, transparent und unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten vorbereiten. Die Bürgermeister kennen ihre Gemeinden am besten, und wir brauchen sie von Anfang an als Partner. Wir schätzen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit sehr“, erklärte Petr Fajmon, Generaldirektor der Heizwerke Brünn / Teplárny Brno.
Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden umfasst die Abstimmung mit der örtlichen Raumplanung, die Einbindung in die bestehende Infrastruktur sowie Bemühungen, die Auswirkungen der künftigen Bauarbeiten auf die Bevölkerung möglichst gering zu halten. Das Memorandum schafft einen Rahmen für diese langfristige Koordination und Kommunikation.

Auch die Gemeinden entlang der Trasse könnten von der Fernwärmeleitung profitieren...
Die Zusammenarbeit muss sich dabei nicht auf die Vorbereitung und den Bau der Fernwärmeleitung beschränken. Die Heizwerke Brünn / Teplárny Brno werden mit den einzelnen Gemeinden auch prüfen, ob diese künftig an die Leitung angeschlossen werden können – sofern dies technisch, wirtschaftlich und rechtlich machbar ist.
Darüber hinaus eröffnet sich Raum für eine breiter angelegte Zusammenarbeit im Energiebereich, beispielsweise bei der Ladeinfrastruktur, bei lokalen Wärme- und Kälteerzeugungsanlagen, Verteilnetzen sowie beim Energiemanagement und bei der Energieberatung. Das Memorandum ersetzt weder die einzelnen Genehmigungsverfahren noch die Zustimmung zu einem konkreten Trassenverlauf oder einer bestimmten technischen Lösung.

Über das Projekt Fernwärmeleitung Dukovany–Brünn….
Die Fernwärmeleitung Dukovany–Brünn ist ein gemeinsames Projekt der Heizwerke Brünnn /Teplárny Brno und des Energieunternehmens ČEZ. Das Ziel ist es, emissionsarme Wärme aus dem Kernkraftwerk Dukovany nach Brünn zu transportieren. Die Heizwerke Brünn / Teplárny Brno sind für die Vorbereitung der Fernwärmeleitung und der anschließenden Wärmeverteilungsinfrastruktur zuständig. ČEZ bereitet die Technologie zur Wärmeauskopplung direkt in Dukovany vor.
Die Hauptleitung wird rund 42 Kilometer lang sein. In Brünn soll daran eine neue Wärmeverteilungsinfrastruktur anschließen. Nach Fertigstellung soll die aus Dukovany gelieferte Wärme bis zu 50 Prozent des Wärmebedarfs von Brünn decken, den Erdgasverbrauch und die CO₂-Emissionen deutlich senken und die schrittweise Ablösung von mehr als 110 lokalen gasbetriebenen Heizwerken ermöglichen.
Das Projekt befindet sich derzeit in der Planungsphase sowie in der Genehmigungs- und Grundstücksvorbereitung. Die Heizwerke Brünn / Teplárny Brno rechnen mit der Fertigstellung und der Aufnahme des Probebetriebs im Jahr 2032.
Heizwerke Brünn / Teplárny Brno, a. s.
/gr/



Der Lüftungsschornstein im Kernkraftwerk Dukovany hat eine neue Luftfahrtkennzeichnung
09.10.2026 Monatszeitung Zrcadlo

Der Lüftungsschornstein des Gebäudes HVB II im Kernkraftwerk Dukovany hat nach zehn Jahren eine erneuerte Tageskennzeichnung als Luftfahrthindernis erhalten. Im Rahmen der Arbeiten wurden zwei jeweils 20 Meter hohe Markierungsstreifen erneuert. Nach den Luftfahrtvorschriften muss die Kennzeichnung solcher Bauwerke etwa alle zehn bis 15 Jahre aufgefrischt werden. Der zweite Lüftungsschornstein des Kraftwerks erhielt bereits im vergangenen Jahr einen neuen Anstrich.
Der Lüftungsschornstein ist Teil der Lüftungsanlage der Nebenbetriebe des Kraftwerks. Er dient dazu, Luft aus den technischen Betriebsräumen sicher abzuführen und zu verteilen, damit die strengen Anforderungen an die Sicherheit und den Umweltschutz unter allen Betriebsbedingungen eingehalten werden. Es handelt sich also nicht um einen Schornstein zur Verbrennung von Brennstoffen, sondern um einen wichtigen Bestandteil des Lüftungssystems des Kraftwerks.
„In der Kernenergie hat Sicherheit stets oberste Priorität. Das betrifft nicht nur den Kraftwerksbetrieb selbst, sondern auch alle zugehörigen Anlagen. Die Erneuerung der Hinderniskennzeichnung hoher Bauwerke sorgt dafür, dass sie für den Luftverkehr gut sichtbar sind. Sie ist eine von vielen Maßnahmen, mit denen wir das hohe Sicherheitsniveau auf dem Kraftwerksgelände langfristig gewährleisten“, erklärt Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.
/gr/

Das CEZ-Bildungsprogramm „Virtuell im Kraftwerk“
09.10.2026 Monatszeitung Zrcadlo

Die ČEZ-Gruppe setzt ihre Bemühungen fort, das Interesse an Energiethemen zu fördern. Das Bildungsprogramm „Virtuell im Kraftwerk“ startet in seine siebte Staffel. Interessierte können dabei einen Blick in Bereiche bedeutender Kraftwerke werfen, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind. Am letztjährigen Jahrgang nahmen mehr als 1.500 Schulklassen aus knapp 600 Grund- und weiterführenden Schulen teil. Die Anmeldung erfolgt über die Website www.svetenergie.cz.
Eine Vorführung des Berieselungssystems eines Kühlturms, ein Blick in einen Kernreaktor oder ein virtueller Besuch in der Blockwarte: Mit solchen Erlebnissen bereichert die beliebte Live-Sendung aus dem TV-Studio der ČEZ-Gruppe den regulären Physikunterricht an Schulen. Allein in der vergangenen Staffel nahmen knapp 36.000 Zuschauerinnen und Zuschauer an dem Bildungsprogramm teil. Beteiligt waren 433 Grundschulen und 165 weiterführende Schulen aus ganz Tschechien. Darüber hinaus erreichte die Sendung Tausende weitere Interessierte aus der breiten Öffentlichkeit.
„Virtuell im Kraftwerk“ wird über die Plattform MS Teams übertragen. Ein erfahrenes Moderationsteam führt die Zuschauer durch die Welt der Energie. Dazu gehören auch fachkundige Mitarbeiterinnen der Besucherzentren der einzelnen Kraftwerke. Innerhalb von 45 Minuten beschäftigen sich die Teilnehmenden mit einem von sechs angebotenen Themen – von physikalischen Grundlagen bis hin zu Einzelheiten des Kraftwerksbetriebs.
Das Programm steht nicht nur Schulen, sondern auch der breiten Öffentlichkeit offen. So können Interessierte beispielsweise erfahren, wie das Stromverteilungsnetz funktioniert – nicht nur aus dem Klassenzimmer, sondern auch bequem von zu Hause oder vom Büro aus. Weitere Informationen unter www.svetenergie.cz.
/gr/


Bei Dukovany werden Kabel mit einer Pflugtechnik unterirdisch verlegt
09.10.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9 - Region Vysocina (ČTK)

DUKOVANY – Auf einem Feld beim Kernkraftwerk Dukovany im Bezirk Třebíč verlegt der Netzbetreiber EG.D mithilfe einer Pflugmaschine gleichzeitig drei Hochspannungskabeltrassen unterirdisch. Zusammen mit den Kabeln werden auch Warnfolien und Schutzrohre für Glasfaserkabel in den Boden eingebracht. Mit dieser Pflugtechnik will das Unternehmen in der Region insgesamt acht Kilometer Kabel verlegen.
Nach Angaben des Unternehmens verkürzt die Methode die Arbeiten im Vergleich zu herkömmlichen Erdarbeiten um Wochen oder sogar Monate. Die Kosten sollen dabei um bis zu 35 Prozent sinken. „Diese Methode ist in Tschechien einzigartig“, erklärte Lubomír Budný, Sprecher von E.ON.
Der Netzbetreiber bereitet das Stromnetz rund um Dukovany auf einen steigenden Bedarf vor, der unter anderem durch den geplanten Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken entstehen dürfte. EG.D wird dort nun mehrere Bauvorhaben mit einem Gesamtvolumen von knapp 25 Millionen Kronen umsetzen.

EG.D setzt die Pflugtechnik zur Kabelverlegung seit dem Jahr 2023 ein. Bei 27 Bauprojekten hat das Unternehmen auf diese Weise bereits 66 Kilometer Kabel unterirdisch verlegt. Zuletzt wurden im September bei Okříšky im Bezirk Třebíč zwei Kabel gleichzeitig verlegt.
„Bei Dukovany entwickeln wir die Pflugtechnik einen weiteren Schritt weiter. Als erster Stromnetzbetreiber in Tschechien verlegen wir bei einer einzigen Fahrt der Maschine gleichzeitig drei Hochspannungskabeltrassen“, erklärte Jan Vaculík, Leiter des Pilotprojekts zur Kabelverlegung mittels Pflugtechnik bei EG.D.
Mit dem Pflug lassen sich an einem Tag bis zu 1.500 Meter Kabel verlegen. Beim herkömmlichen Aushub mit einem Bagger sind es dagegen nur einige Dutzend bis wenige Hundert Meter. Neben der Zeit- und Kostenersparnis sieht Vaculík einen wesentlichen Vorteil der Technologie in ihrer Umweltfreundlichkeit. Der Arbeitsstreifen ist schmaler als bei herkömmlichen Erdarbeiten, der Aushub muss nicht abtransportiert werden und das Gelände lässt sich nach der Durchfahrt der Maschine problemlos wiederherstellen.
Die Kabel, Warnfolien und Schutzrohre für Glasfaserkabel werden mit einem Pflug in den Boden eingebracht, der von einer Raupenzugmaschine an Seilen gezogen wird. Die Zugmaschine kann eine Zugkraft von bis zu 160 Tonnen entwickeln. Der Pflug ist mit einem GPS-Navigationssystem ausgestattet, das eine präzise Steuerung der Kabelverlegung und zugleich deren automatische Dokumentation ermöglicht.
Sechs große Trommeln, von denen drei schwarze Stromkabel und drei rote Schutzrohre abgewickelt wurden, befanden sich auf einem Tieflader hinter dem Pflug. Für die Kabelverlegung musste ein Bagger lediglich eine kurze Startgrube ausheben.
Robin Cimr, Vertreter des deutschen Unternehmens SpiderPlow, das die Verlegearbeiten durchführt, betonte, dass eine solche Maßnahme sorgfältig vorbereitet werden müsse. Es sei notwendig, den Verlauf anderer Versorgungsleitungen sowie die geologischen Verhältnisse des Untergrunds genau zu kennen.
Die Maschine kann auch mit Gesteinsbrocken von bis zu einem Kubikmeter Volumen umgehen. Nach Angaben Cimrs ermöglicht die Technologie, Kabel in einer Tiefe von mehr als drei Metern zu verlegen. Auf dem Feld beim Kernkraftwerk Dukovany wurden die Kabel in 1,3 Metern Tiefe eingebracht.
„Auf diese Tiefe haben wir uns verständigt, damit die Landwirte die Kabel nicht beschädigen“, erklärte Cimr. Bei möglichen späteren Reparaturen sei es zugleich wichtig, dass die Kabel nicht zu tief im Boden lägen.
/gr/



„Der neue Drábová“: Das Kernkraftwerk Dukovany kann weiterlaufen. Über die Zukunft entscheidet nicht das Alter
8.10.2026 Sendung Vysoke napeti / Hochspannung - Teil 128

Für das Kernkraftwerk Dukovany gibt es kein festgelegtes Betriebsende. Entscheidend sind der tatsächliche technische Zustand der Anlage und die laufenden Sicherheitsüberprüfungen, sagt Štěpán Kochánek, der neue Vorsitzende der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB).
In der Sendung Vysoké napětí / Hohe Spannung spricht er darüber, ob die alten und die neuen Reaktorblöcke in Dukovany gleichzeitig betrieben werden können, warum Europa in einen Wettlauf um Lieferanten und Fachkräfte für neue Atomprojekte gerät und welche Hürden kleine modulare Reaktoren an neuen Standorten überwinden müssen. Außerdem geht er auf die Auswirkungen des Klimawandels auf den Kraftwerksbetrieb und auf die Sicherheit der Atomanlagen in der Ukraine ein.
https://youtu.be/bGuGRzIFmRI?si=ueBV5qFonXe1A9kW

Auszug aus dem Gespräch:
1. Kühlung der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín im heißen Sommer
8:54–9:37
Temelín und Dukovany haben den Sommer dagegen völlig problemlos überstanden. Obwohl die Wasserläufe, aus denen die Kraftwerke Wasser beziehen, natürlich nicht mit der Donau vergleichbar sind, funktioniert die Kühltechnik offensichtlich einwandfrei und muss nicht angepasst werden. Und das, obwohl die Temperaturen bis zu 40 Grad erreichten.
Das liegt auch daran, dass es bei beiden Kraftwerken spezielle Stauseen gibt, die als Wasserreservoir dienen. Wären die Kraftwerke ausschließlich auf den natürlichen Durchfluss der Flüsse angewiesen, hätte Dukovany wahrscheinlich Probleme, denn die Wasserführung des Flusses ist nicht ausreichend groß. Die Moldau bietet für das Kernkraftwerk Temelín deutlich bessere Bedingungen. Dank der Stauseen steht jedoch bei beiden Kraftwerken genügend Wasser zur Verfügung, und das sollte auch in Zukunft so bleiben.

2. Verlängerung der Lebensdauer von Kernkraftwerken
15:46–18:56
Moderator: Ein großes Thema, insbesondere in der Tschechischen Republik, ist die Verlängerung der Lebensdauer von Kernkraftwerken. Es zeichnet sich ab, dass Dukovany möglicherweise noch bis in die 2060er-Jahre betrieben werden könnte. Das wäre für die Tschechische Republik und ihre Energieversorgung zweifellos von großer Bedeutung.
Wie beurteilen Sie diese Entwicklung? Das älteste derzeit noch in Betrieb befindliche Kernkraftwerk der Welt ist meines Wissens Beznau 1 in der Schweiz, das bereits seit 57 Jahren in Betrieb ist. In Finnland wird eine Betriebsdauer von 70 Jahren genehmigt, in den Vereinigten Staaten sogar von 80 Jahren.

Vorsitzender der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB): Das scheint ein weltweiter Trend zu sein. Je älter die Anlagen werden, desto häufiger werden wir mit dieser Entwicklung konfrontiert sein. Interessant ist, dass sich der weltweit zweitälteste noch betriebene Reaktor in Indien befindet. Die indischen Kollegen haben in den vergangenen Wochen ebenfalls eine Genehmigung für einen Betrieb über 60 Jahre hinaus erteilt.
In der Übersicht ist gut zu erkennen, wie viele Reaktoren bereits länger als 50 Jahre in Betrieb sind. In den Vereinigten Staaten ist ihre Zahl beträchtlich; ich würde sagen, dass es sich um fast ein Viertel aller Reaktoren handelt. In Frankreich ist die Situation ähnlich. Auch Belgien, die Schweiz, Finnland und die Niederlande befassen sich mit dieser Frage.
Als Atomaufsichtsbehörde müssen wir die Entwicklung sorgfältig beobachten, denn dabei spielen grundlegende Sicherheitsfragen eine Rolle. Wir müssen sicherstellen, dass sich die Anlage, ihre einzelnen Komponenten und ihre Systeme in einem Zustand befinden, der einen weiteren Betrieb ermöglicht.
In der Tschechischen Republik beurteilen wir die Betriebsfähigkeit einer Anlage allerdings nicht einfach danach, ob sie noch weitere 20, 30 oder 40 Jahre betrieben werden kann. Wir müssen ihren aktuellen Zustand und ihre Entwicklungsperspektive über einen mittelfristigen Zeitraum hinweg beobachten, innerhalb dessen sich das Verhalten der einzelnen Komponenten und ihrer Werkstoffe noch modellieren lässt.
Jeder Betreiber eines Kernkraftwerks weltweit muss heute über ein System für das Alterungsmanagement verfügen. Das bedeutet, sicherheitsrelevante Komponenten zu überwachen, die Auswirkungen verschiedener Einflüsse während des Betriebs zu bewerten und ein genaues Programm für ihren Austausch, die Modernisierung und die Erneuerung der Anlage zu haben.
Dabei geht es nicht nur um die technische Ausrüstung selbst, sondern auch um Kontroll- und Leittechnik, Software und Ähnliches. All dies muss kontinuierlich überwacht werden, unabhängig davon, wie alt die Anlage ist.
Der Betreiber darf nicht erst dann reagieren, wenn er feststellt, dass eine Armatur nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Er muss rechtzeitig handeln, sie reparieren oder austauschen. Genau das geschieht auch laufend.
Es handelt sich um ein außerordentlich komplexes Programm, über das jeder Betreiber eines Kernkraftwerks verfügen muss. Auf Grundlage der laufenden Zustandsüberwachung muss er die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.

3. Was würde eine Beschädigung des Reaktordruckbehälters bedeuten?
18:56–20:24
Sollte sich beispielsweise herausstellen, dass der Reaktordruckbehälter den Sicherheitsanforderungen nicht mehr entspricht, weil sich darin etwa Risse gebildet haben, müsste der Reaktor wahrscheinlich abgeschaltet werden. Und zwar unabhängig davon, ob eine Genehmigung für weitere 80 oder 100 Betriebsjahre vorliegt oder ob sich die Anlage bereits kurz vor dem Ende ihrer Betriebsdauer befindet.
Es ist nicht richtig, sich vorzustellen, dass eine kerntechnische Anlage bis zu einem bestimmten Alter betrieben wird und dann plötzlich eine Art magische Grenze überschreitet, nach der sie von einem Tag auf den anderen unbrauchbar wird. So funktioniert das natürlich nicht.
Eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen versucht, die Betreiber dazu zu bewegen, nach Ablauf bestimmter Zeiträume umfassendere Sicherheitsbewertungen durchzuführen. Solche Bewertungen finden tatsächlich statt, und alle Betreiber müssen sie regelmäßig alle zehn Jahre wiederholen.
Gleichzeitig muss es sich jedoch um einen kontinuierlichen Prozess handeln, der den aktuellen Zustand der Anlage und die Perspektiven für ihren weiteren Betrieb widerspiegelt. Einen unbestimmten Zeitraum von weiteren 60 oder 70 Jahren anzusetzen, ist eher eine wirtschaftliche und politische als eine sicherheitstechnische Frage.

Moderator: Damit hängt auch zusammen, dass es in unserem Teil der Welt immer schwieriger und teurer wird, einen neuen Kernkraftwerksblock zu bauen. Deshalb gewinnt die Verlängerung der Lebensdauer bestehender Anlagen zunehmend an Bedeutung.

Vorsitzender der SÚJB: Das ist zweifellos nicht kostenlos. Die erforderlichen Investitionen sind enorm. Tatsächlich wird jedoch kontinuierlich investiert, unabhängig davon, wie alt die Anlage ist. Ein Kernkraftwerk ist ein außerordentlich komplexes industrielles Gesamtsystem, das aus Zehntausenden von Komponenten und Bauteilen besteht.
Die Anlage altert, verschleißt, korrodiert, und einzelne Bauteile gehen kaputt. Deshalb muss ihr Zustand täglich überwacht werden. Wenn nötig, müssen Komponenten ausgetauscht, angepasst oder verbessert werden. Der Betreiber muss über ausreichende finanzielle Mittel für die Instandhaltung und die weitere Entwicklung der Anlage verfügen.

4. Die Pflicht zur kontinuierlichen Verbesserung der nuklearen Sicherheit
21:30–22:58
Eine der zentralen Pflichten jedes Kernkraftwerksbetreibers besteht darin, ausreichende finanzielle Mittel für die Instandhaltung der Anlage und ihre weitere Entwicklung bereitzustellen.
In der Tschechischen Republik sind wir sogar gesetzlich verpflichtet, die nukleare Sicherheit kontinuierlich zu verbessern. Es reicht nicht aus, lediglich das bereits erreichte Sicherheitsniveau aufrechtzuerhalten. Der Betreiber muss nach Möglichkeiten suchen, die Sicherheit weiter zu erhöhen.
Ziel ist es, möglichen negativen Einflüssen und Ereignissen vorzubeugen, die sich nicht ohne Weiteres vorhersehen lassen.
Nehmen wir beispielsweise Fukushima. Eine Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit wäre gewesen, die seismische Entwicklung in der Umgebung der Insel kontinuierlich zu beobachten und gleichzeitig etwa die Schutzmauern gegen einen möglichen Tsunami schrittweise zu erhöhen.
Letzteres geschah dort nicht in ausreichendem Maße, und es kam zu der bekannten Katastrophe. Wäre dieses System auch dort konsequent und streng angewendet worden, hätte sich der Unfall möglicherweise verhindern lassen.
Wir versuchen also, auch solche Situationen vorherzusehen, die bislang niemand erlebt hat. Gleichzeitig lernen wir voneinander und aus den Betriebserfahrungen anderer Länder. Das heutige System der nuklearen Aufsicht ist sehr robust und leistungsfähig. Es kann zahlreiche potenziell gefährliche Situationen erkennen, noch bevor sie überhaupt eintreten.

5. Wie lange können die Kernkraftwerke Dukovany tatsächlich betrieben werden?
22:58–24:40
Moderator: Was Dukovany betrifft, könnte die Öffentlichkeit etwas verwirrt sein. Es sind Artikel erschienen, denen zufolge das Kraftwerk noch bis in die 2060er-Jahre betrieben werden könnte. Wenn ich das richtig verstanden habe, ergibt sich das bislang lediglich aus einer Studie.
Dukovany hat von Ihnen eine gültige Betriebsgenehmigung bis in die 2030er-Jahre, wenn ich mich nicht irre.

Vorsitzender der SÚJB: Von unserer Behörde haben sie eine Genehmigung für den Betrieb auf unbestimmte Zeit.
Moderator: Ach so.

Vorsitzender der SÚJB: Als Dukovany 30 Betriebsjahre erreicht hatte, lief die damalige Betriebsgenehmigung aus. Ursprünglich war sie allerdings nicht für 30 Jahre erteilt worden, sondern wurde in Zehnjahreszyklen erneuert.
Zu dieser Zeit bereitete unsere Behörde jedoch neue Rechtsvorschriften vor. Auf Grundlage von Analysen und Erfahrungen aus dem Ausland kamen wir zu dem Schluss, dass der Betreiber den Zustand der Anlage kontinuierlich überwachen und den Betrieb einstellen oder die Anlage abschalten muss, wenn ihr Zustand nicht mehr ausreichend gut ist.
Deshalb gibt es keinen Grund, eine feste Frist festzulegen, bis zu der das Kraftwerk betrieben werden darf. Denn der Zustand der Anlage entwickelt sich ständig weiter.
Damals wurde daher auf strategischer Ebene entschieden, dass weitere Betriebsgenehmigungen nicht mehr für einen konkreten Zeitraum, sondern auf unbestimmte Zeit erteilt werden. Das Kernkraftwerk Dukovany verfügt heute also über eine Betriebsgenehmigung unserer Behörde auf unbestimmte Zeit.
Aus dem Gesetz ergibt sich, dass der Betreiber den Betrieb einstellen und die Stilllegung einleiten sollte, wenn die Anlage nicht mehr weiterbetrieben werden kann – sei es aus technischen oder beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen. Zu dieser Entscheidung kann letztlich auch der Betreiber selbst gelangen.

6. Sicherheitsbewertungen und Modernisierung des Kernkraftwerks Dukovany
24:40–25:42
Moderator: Führen Sie also keine Zehnjahresbewertungen mehr durch?
Vorsitzender der SÚJB: Doch, natürlich. Sie finden weiterhin statt, allerdings in einem anderen Rahmen. Sie sind nicht mehr an die Erteilung der Betriebsgenehmigung gekoppelt. Der Betreiber ist gesetzlich verpflichtet, alle zehn Jahre eine sogenannte periodische Sicherheitsüberprüfung durchzuführen.
Dieser Zehnjahreszyklus sollte allerdings nicht den Eindruck erwecken, dass zwischen den einzelnen Überprüfungen nichts geschieht. Unsere Rechtsvorschriften verpflichten den Betreiber auch zu einer kontinuierlichen Sicherheitsbewertung.
Es werden Teilbewertungen des Zustands einzelner Systeme und Komponenten vorgenommen. Wenn der Betreiber eine umfassende Modernisierung, eine grundlegende technische Änderung oder den Austausch eines defekten Bauteils plant, wird dieses Vorhaben von uns bewertet und bedarf in bestimmten Fällen auch einer Genehmigung.
Wir erteilen daher jedes Jahr 15 bis 20 Genehmigungen für Änderungen und Modernisierungen an Kernkraftwerken.
/gr/


Polnische Unternehmer investieren 500 Millionen Złoty in das SMR-Programm von SGE
Jiří Puchnar
9. Oktober 2026, oenergetice.cz

Eine Gruppe polnischer Unternehmer investiert insgesamt 500 Millionen Złoty in das Programm für kleine modulare Reaktoren (SMR) des Typs BWRX-300 von SGE. Das neue private Kapital soll die Projektvorbereitung in Polen und anderen europäischen Ländern unterstützen. Unterdessen befindet sich der erste Reaktor dieses Typs in Kanada bereits im Bau, während ein weiterer in den USA eine Baugenehmigung erhalten hat.
Die Investition gab SGE-Gründer Michał Sołowow auf der Konferenz The Company National Conference in Warschau bekannt. Zu den Investoren zählen unter anderem InPost-Chef Rafał Brzoska, die ElevenLabs-Gründer Mati Staniszewski und Piotr Dąbkowski, Michał Brański, Miteigentümer der Wirtualna Polska Holding, sowie Dariusz Gałęzewski und Dominik Doliński, Mitgründer des Getränkeherstellers OSHEE. Beteiligt sind außerdem Krzysztof und Marta Pawiński von der Silesia House Family Foundation, Michał Wypychewicz vom Koronea Family Office und Bruno Wejchert von Strike Capital.
Nach Angaben Sołowows ist der Einstieg der polnischen Unternehmer vor allem ein Zeichen des Vertrauens privater Kapitalgeber in das geplante Programm. Gleichzeitig teilte SGE mit, Zusagen internationaler Investoren für Kapitalinvestitionen in Höhe von insgesamt 1,35 Milliarden Złoty erhalten zu haben.

In Polen wird die erste Flotte von BWRX-300-Reaktoren vorbereitet...
SGE, früher unter dem Namen Synthos Green Energy bekannt, ist als Investor und Projektentwickler für Vorhaben tätig, die auf der BWRX-300-Technologie von GE Vernova Hitachi Nuclear Energy basieren.
In Polen bereitet das Unternehmen diese Projekte gemeinsam mit dem Energiekonzern ORLEN über das Joint Venture Orlen Synthos Green Energy (OSGE) vor.
Das polnische Programm sieht den möglichen Bau von bis zu 26 BWRX-300-Reaktoren an sechs Standorten vor. Derzeit konzentrieren sich die Vorbereitungen vor allem auf Włocławek, Stawy Monowskie bei Auschwitz und Stalowa Wola.
OSGE hat in diesem Jahr bei der polnischen Regierung die Einführung eines Fördermechanismus auf Grundlage von Differenzverträgen (Contracts for Difference, CfD) für die erste Ausbaustufe beantragt. Diese umfasst 14 Reaktorblöcke an den drei genannten Standorten. Nach dem derzeitigen Zeitplan will das Unternehmen den ersten Reaktor 2032 in Betrieb nehmen.
SGE will Differenzverträge auch zur Finanzierung seiner Atomprojekte nutzen. In Großbritannien legte das Unternehmen in diesem Jahr einen Vorschlag für den Bau von 14 BWRX-300-Reaktoren an drei Standorten mit einer Gesamtleistung von 4,2 GW vor. Das Projekt wird derzeit im Rahmen des britischen Programms Advanced Nuclear Framework geprüft.

BWRX-300 macht Fortschritte in Kanada und den USA...
Der BWRX-300 ist ein Siedewasser-Leichtwasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von rund 300 MW. Er nutzt die natürliche Zirkulation des Kühlmittels sowie passive Sicherheitssysteme. Sein Design baut auf der lizenzierungs- und technologischen Grundlage des Siedewasserreaktors ESBWR auf und verwendet GNF2-Brennelemente.
Der erste BWRX-300 entsteht am Standort Darlington in Kanada. Bauherr ist das Unternehmen Ontario Power Generation (OPG). Die kanadische Atomaufsichtsbehörde CNSC erteilte im April 2025 die Baugenehmigung für den ersten Reaktor. Im März dieses Jahres bestätigte sie, dass die Voraussetzungen für den ersten regulatorischen Kontrollpunkt erfüllt waren. Damit konnten die anschließenden Bauarbeiten fortgesetzt werden. OPG plant, in Darlington schrittweise bis zu vier Reaktoren dieses Typs zu errichten.
Ein weiterer wichtiger Schritt folgte Ende September in den USA. Die amerikanische Nuclear Regulatory Commission erteilte der Tennessee Valley Authority (TVA) die Baugenehmigung für den ersten BWRX-300 am Standort Clinch River im Bundesstaat Tennessee. Es handelt sich um die erste Baugenehmigung für diesen Reaktortyp in den Vereinigten Staaten.
SGE arbeitet gemeinsam mit GE Vernova Hitachi, Ontario Power Generation und der Tennessee Valley Authority an der Standardisierung des BWRX-300-Designs, um den Einsatz des Reaktors in mehreren Märkten zu ermöglichen.
Darüber hinaus schlossen SGE, GE Vernova, Hitachi und Samsung C&T im September eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Einführung dieser Technologie in Mittel- und Osteuropa sowie in Großbritannien. Die Kooperation soll die Verwendung eines einheitlichen Reaktordesigns, einer gemeinsamen Lieferkette und eines standardisierten, wiederholbaren Baukonzepts fördern.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... cnosti-sge
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 8
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