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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 15.9.2026:

Inhalt:
Zwei Wege ins Atomgeschäft: Rolls-Royce hat Ausschreibungen online, KHNP prüft Unternehmen zunächst.
Gas an der Börse um 57 Prozent teurer – ČEZ hält Preise trotzdem niedrig.
Trump: Greift die Energieinfrastruktur nicht an – das schadet der Welt.
Google sichert sich für 20 Jahre Strom aus dem finnischen Kernkraftwerk Loviisa.
Siemens wird in Großbritannien wichtige Turbinenkomponenten für Rolls-Royce SMR fertigen

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Zwei Wege ins Atomgeschäft: Rolls-Royce hat Ausschreibungen online, KHNP prüft Unternehmen zunächst
15.09.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Viktor Votruba

Kernenergie
Wer Technologie für die kleinen Reaktoren von Rolls-Royce liefern will, kann bereits heute die Website aufrufen und sich konkrete Ausschreibungen ansehen. Die Wirtschaftskammer und der tschechische Energieverband haben ein neues Portal gestartet, das tschechischen Unternehmen den Zugang zu Aufträgen beim Bau kleiner modularer Reaktoren erleichtern soll. Auf der Website modulreaktor.cz finden Unternehmen konkrete Ausschreibungen, für die sie ihr Interesse bekunden können.
Der erste tschechische kleine modulare Reaktor soll in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre in Temelín entstehen. ČEZ prüft zugleich weitere Standorte, insbesondere Dětmarovice und Tušimice. Auch der koreanische Konzern KHNP hat für Zulieferer der neuen Reaktorblöcke in Dukovany bereits eine eigene Website, khnpcesko.cz, eingerichtet. Der Weg zu einem Auftrag ist hier allerdings ein anderer: Die Unternehmen müssen zunächst ein Registrierungs- und Qualifizierungsverfahren durchlaufen. Erst danach können sie sich um die geplanten Aufträge bewerben.

Der Unterschied zwischen den beiden Modellen zeigt, wie unterschiedlich sich zwei große Atomgeschäfte in Tschechien entwickeln. Rolls-Royce SMR veröffentlicht bereits konkrete Geschäftsmöglichkeiten. KHNP stellt zunächst einen Kreis qualifizierter Zulieferer zusammen. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen die ersten Ausschreibungen für Dukovany 5 und 6 vor. Für die tschechische Industrie handelt es sich in beiden Fällen um bedeutende Aufträge.
Auf modulreaktor.cz sind derzeit zehn Ausschreibungen veröffentlicht. Die Unternehmen finden dort grundlegende Informationen zu den nachgefragten Waren und Dienstleistungen und können ihr Interesse an einer konkreten Ausschreibung bekunden. Die Wirtschaftskammer und der Energieverband prüfen anschließend die grundlegende Eignung des Interessenten und leiten die Informationen über ČEZ an Rolls-Royce SMR weiter. Über die eigentliche Aufnahme in die Ausschreibung und die Auswahl des Lieferanten entscheidet jedoch das britische Unternehmen.
Bei Rolls-Royce SMR ist auch die Größenordnung der Geschäftsmöglichkeiten von Bedeutung. Die Ausschreibungen beziehen sich nämlich nicht nur auf die künftigen kleinen Reaktoren in Tschechien. Das Unternehmen baut eine globale Lieferkette für eine Reihe von Projekten in Großbritannien und Europa auf, mit der Möglichkeit einer weiteren Ausweitung. Die Auswahl der Lieferanten für die wichtigsten Warengruppen soll nach dem derzeitigen Zeitplan bis Ende 2027 fortgesetzt werden.
„Kleine modulare Reaktoren sind nicht mehr nur eine Zukunftstechnologie, sondern schaffen bereits konkrete Chancen für die tschechische Industrie“, sagt Josef Kotrba, geschäftsführender Direktor des tschechischen Energieverbands. Nach Ansicht der Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, Zuzana Krejčiříková, handelt es sich „um die Möglichkeit, über Jahrzehnte hinweg eine neue Säule der tschechischen Exportwirtschaft aufzubauen“. Tschechische Unternehmen müssten ihrer Ansicht nach nicht nur als direkte Lieferanten für Rolls-Royce SMR erfolgreich sein, sondern könnten auch als Subunternehmer strategischer Partner Aufträge erhalten.

In Dukovany ist das Verfahren weniger direkt. Unternehmen, die Lieferungen übernehmen wollen, müssen zunächst das Qualifizierungsverfahren von KHNP durchlaufen. Ende Februar teilte das koreanische Unternehmen mit, dass sich rund 160 tschechische Firmen im Registrierungsverfahren für qualifizierte Lieferanten für Dukovany befinden. Zugleich fordert KHNP die Unternehmen auf, sich möglichst frühzeitig zu registrieren, wenn sie problemlos an künftigen Ausschreibungen für Hilfseinrichtungen und Materialien, kurz AE&M, teilnehmen wollen.
KHNP geht nun in die nächste Phase über. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen ein Treffen mit potenziellen tschechischen Lieferanten an, das noch vor dem eigentlichen Beginn der Ausschreibungen stattfinden soll. Eingeladen sind Unternehmen, die gerade im Bereich AE&M die Aufnahme in den Kreis der qualifizierten Lieferanten beantragt haben. Bereits im Januar hatte KHNP tschechischen Unternehmen den Zeitplan für die Ausschreibungen, die technischen Anforderungen sowie die Kriterien zur Bewertung der Qualität und technischen Eignung vorgestellt. Nach Angaben von ČEZ sollen die ersten KHNP-Ausschreibungen im Bereich AE&M bis Ende dieses Jahres veröffentlicht werden.
/gr/



Gas an der Börse um 57 Prozent teurer – ČEZ hält Preise trotzdem niedrig
15.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES

Die Sommer- und frühen Herbstmonate sind normalerweise eine Zeit, in der nur wenige Menschen an das Heizen denken. Für das Familienbudget sind sie jedoch von entscheidender Bedeutung, denn in dieser Zeit wird über die Ausgaben für die kommende Heizsaison entschieden.
Die Entwicklung an den Energiebörsen zeigt, dass vergleichsweise ruhige Phasen aufgrund geopolitischer Ereignisse und Nachfrageschwankungen schnell von Preissprüngen abgelöst werden können. Tschechische Haushalte und Unternehmen suchen daher zunehmend nach Sicherheit durch Festpreisprodukte und den Wechsel zu größeren und stabileren Energieversorgern. Experten empfehlen deshalb, nicht zu warten und bereits im Sommer die eigenen Energieverträge zu überprüfen, wenn genügend Zeit für einen ruhigen Vergleich der Angebote bleibt.

Warum es sich lohnt, die Energiekosten noch vor der Heizsaison zu überprüfen….
Die Lage an den Großhandelsmärkten bleibt äußerst empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Die Preise an den wichtigsten europäischen Energiebörsen unterliegen im Jahresverlauf spürbaren Schwankungen. Sie reagieren unter anderem auf die weltweite Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG), das Ende traditioneller Transitwege durch Osteuropa sowie die angespannte Lage im Nahen Osten. Ähnliche Schwankungen haben in den vergangenen Jahren wiederholt die Energiepreise für Millionen Verbraucher in ganz Europa beeinflusst.
Während der Gasverbrauch in den warmen Monaten deutlich niedriger ist, steigt die Nachfrage auf dem gesamten europäischen Kontinent mit den ersten kalten Tagen stark an. Kommt es gleichzeitig zu einem geopolitischen Krisenereignis oder einem unerwarteten Temperatursturz, können die Großhandelspreise innerhalb weniger Tage um mehrere Dutzend Prozent steigen.
In einer solchen Situation zahlt es sich aus, einen starken Versorger zu haben, der Energie verantwortungsvoll im Voraus eingekauft hat und deshalb nicht gezwungen ist, einen sprunghaften Anstieg der Großhandelspreise sofort an seine Kunden weiterzugeben. Der Gaspreis ist von Mitte Februar bis Juli um 57 Prozent gestiegen. Auch Strom wurde teurer.
„Der Preisanstieg an der Börse erinnert daran, dass die derzeit günstigen Bedingungen nicht ewig anhalten müssen. Gerade jetzt können Kunden die günstigen Gaspreise nutzen und sich noch vor dem Winter die Versorgung durch einen starken und stabilen Partner sichern“, sagt Tomáš Kadlec, Generaldirektor von ČEZ Prodej.
Für die Verbraucher in Tschechien ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Die Überprüfung der Verträge und gegebenenfalls ein Wechsel des Energieversorgers noch vor Beginn der Heizsaison sind der wirksamste Schutz vor unerwarteten finanziellen Belastungen und ein Rezept für einen sorgenfreien Winter.

Günstiger Preis und starker Energieversorger als Absicherung….
Auch der Wahl des Energieversorgers sollte ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die stärksten Marktteilnehmer können Gas mit ausreichendem Vorlauf und in großen Mengen an den Börsen einkaufen. Dadurch können sie langfristig günstige Konditionen anbieten und Preisschwankungen an der Börse besser abfedern, ohne sie sofort an die Endkunden weitergeben zu müssen.
Zu den etablierten und stabilen Anbietern gehört beispielsweise ČEZ Prodej aus der ČEZ-Gruppe. Obwohl der Gaspreis steigt, hält ČEZ dank seiner starken Marktposition die Preise bislang niedrig – und zwar nicht nur für bestehende, sondern auch für neue Kunden, die von einem anderen Anbieter wechseln.
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, als der Zusammenbruch mehrerer Energieversorger Hunderttausende Menschen in Unsicherheit stürzte, wächst das Vertrauen in etablierte und bewährte Marken. Für die Verbraucher zahlt sich dies eindeutig aus. Die Menschen wollen nicht mehr riskieren, in die sogenannte Notversorgung durch den Versorger letzter Instanz zu geraten. In diesem Regime können die Preise deutlich steigen, da der Versorger die Energie zum jeweils aktuellen Preis am Großhandelsmarkt einkaufen muss.
Für immer mehr tschechische Familien, Selbstständige und Unternehmen ist dies ein entscheidendes Argument. Dabei geht es nicht nur um die Möglichkeit, Geld zu sparen, sondern vor allem um eine gesicherte Energieversorgung zu einem im Voraus bekannten Preis.

Digitalisierung und Anbieterwechsel online...
Eine Bank ohne Online-Banking und mobile App können sich heute nur noch wenige Menschen vorstellen. In der Energiewirtschaft ist die Situation bislang anders. Nicht jeder Energieversorger bietet digitale Online-Dienste an. Auch in diesem Fall kann es sich lohnen, auf einen größeren Anbieter zu setzen, der über ausreichende Mittel für Investitionen in die Digitalisierung und den Aufbau einer modernen IT-Infrastruktur verfügt.
Den Anbieterwechsel können Verbraucher heute vollständig online von zu Hause aus innerhalb weniger Minuten erledigen und sich dadurch den Gang zu den Filialen einzelner Unternehmen ersparen.
Bei dem bereits erwähnten Unternehmen ČEZ Prodej können Kunden, die sich für einen Wechsel ihrer Energieversorgung entscheiden, die Erledigung sämtlicher Formalitäten den Mitarbeitern von ČEZ Prodej überlassen. Dafür genügt eine Vollmacht. ČEZ übernimmt dann im Namen des Kunden sowohl die Kündigung beim bisherigen Anbieter als auch die gesamte weitere Kommunikation mit ihm.
Auch den Vertragsabschluss selbst möchte ČEZ seinen Kunden so einfach wie möglich machen. Entscheidet sich ein Kunde auf der Website für den Online-Vertragsabschluss, wird er durch einen übersichtlichen Prozess geführt. Wer sich die manuelle Eingabe seiner Daten ersparen möchte, kann einfach eine PDF-Datei mit seiner Abrechnung hochladen – die benötigten Angaben werden anschließend automatisch übernommen.
/gr/



Trump: Greift die Energieinfrastruktur nicht an – das schadet der Welt
15.9.2026 Tageszeitung MF DNES CTK

WASHINGTON – Die Ukraine und Russland haben sich darauf verständigt, gegenseitige Angriffe auf die Energieinfrastruktur einzustellen. Das erklärte der US-Präsident Donald Trump gestern. Seiner Ansicht nach waren diese Angriffe und nicht sein Krieg im Iran für den Anstieg der weltweiten Dieselpreise verantwortlich, was der ganzen Welt schade.
Sollten die Partner der Ukraine dafür sorgen, dass Russland ihre Energieinfrastruktur nicht mehr angreift, sei auch die Ukraine bereit, die Angriffe einzustellen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dazu.
„Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieanlagen anzugreifen. Russland hat dem ebenfalls zugestimmt! Der Anstieg der Dieselpreise auf den Weltmärkten ist vor allem auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zurückzuführen, nicht auf den Iran“, erklärte Trump. In den vergangenen beiden Tagen hatte er an die von Russland angegriffene Ukraine appelliert, keine russischen Raffinerien anzugreifen.
/gr/


Google sichert sich für 20 Jahre Strom aus dem finnischen Kernkraftwerk Loviisa
15.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiri Salavec

Das US-Technologieunternehmen Google hat einen Stromabnahmevertrag für das finnische Kernkraftwerk Loviisa abgeschlossen. Dank des Vertrags für die Jahre 2028 bis 2049 kann der Betreiber des Kraftwerks seine Investitionen zur Verlängerung der Betriebsdauer abschließen. Darüber hinaus steht eine Erhöhung der installierten Leistung des Kraftwerks im Raum, die derzeit bei rund 1 GW liegt. Google will in den kommenden zwei Jahren massiv in den Bau von Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur in Finnland investieren.
Das US-Technologieunternehmen Google hat seine Pläne für die technologische Entwicklung und seine Energieaktivitäten in Finnland vorgestellt. Im Rahmen dieser Aktivitäten schloss das Unternehmen mit Fortum einen Stromabnahmevertrag (PPA) über die Lieferung von Strom aus dem Kernkraftwerk Loviisa ab. Durch die Vereinbarung für den Zeitraum von 2028 bis 2049 erhält Google Zugriff auf bis zu 50 Prozent der Stromproduktion des aus zwei Blöcken bestehenden Kraftwerks mit einer installierten Leistung von 1014 MW.
„Finnland hat die einzigartige Chance, sein dekarbonisiertes, zuverlässiges Stromsystem und seine robuste industrielle Infrastruktur zur Grundlage für die nächste Welle nachhaltigen industriellen Wachstums zu machen. Langfristige Partnerschaften wie jene zwischen Fortum und Google sind für die Erreichung dieses Ziels unerlässlich, insbesondere im heutigen unsicheren Marktumfeld, das durch geringe Planungssicherheit und eine hohe Volatilität der Strompreise gekennzeichnet ist. Unsere Zusammenarbeit mit Google schafft zudem eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung und den zuverlässigen Betrieb unseres Kraftwerks Loviisa in den kommenden Jahrzehnten“, sagte Markus Rauramo, Präsident und Generaldirektor von Fortum.

Das Kernkraftwerk Loviisa verfügt über VVER-440-Reaktoren, die im Jahre 1977 in Betrieb genommen wurden und rund zehn Prozent der Stromerzeugung Finnlands abdecken. Fortum erhielt von der finnischen Regierung eine Betriebsgenehmigung für das Kraftwerk bis zum Jahr 2050 und setzt derzeit ein Investitionsprogramm zur Verlängerung seiner Betriebsdauer um. Dank der Vereinbarung mit Google kann Fortum dieses Programm abschließen und zudem eine mögliche weitere Erhöhung der installierten Leistung um 10 MW realisieren.
„Diese Investitionen sind in Finnland sehr willkommen und zeigen, dass Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz so gestaltet werden können, dass sie sowohl den lokalen Gemeinschaften als auch dem gesamten Energiesystem zugutekommen. Um Wert sowohl für Investoren als auch für die finnische Gesellschaft zu schaffen, brauchen wir eine langfristige Perspektive und Entschlossenheit. Eine langfristige Vereinbarung trägt dazu bei, sicherzustellen, dass neue Erzeugungskapazitäten so entwickelt werden, dass sie die wachsende Nachfrage decken können“, sagte Sari Multala, finnische Ministerin für Klima und Umwelt.

Massive Investitionen in Finnland...
Google plant, in den kommenden zwei Jahren mindestens 13 Milliarden Euro (rund 315 Milliarden tschechische Kronen) in Finnland zu investieren. Die Investitionen fließen vor allem in neue Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur. Im Rahmen seines Energieportfolios will Google neben der Kernenergie auch Windkraftprojekte mit einer installierten Leistung von 629 MW sowie den Bau eines Batteriespeichers mit einer Leistung von 94 MW unterstützen.
Im Rahmen des Investitionsprogramms hat Google zudem Mittel für den Naturschutz und die Unterstützung lokaler Gemeinschaften vorgesehen.
„Finnland ist ein attraktiver Investitionsstandort, und weitere Investitionen zu gewinnen, bleibt eine unserer Prioritäten. Die Entscheidung von Google ist ein klarer Beleg für unsere Stärken. Der Nutzen der Datenwirtschaft geht weit über direkte Investitionen hinaus und fördert Innovation, Forschung und Entwicklung. Die Vertiefung unserer Zusammenarbeit mit Google wird beiden Seiten langfristige Vorteile bringen“, sagte der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ny-loviisa
/gr/


Siemens wird in Großbritannien wichtige Turbinenkomponenten für Rolls-Royce SMR fertigen
14.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiri Puchnar

Siemens Energy wird in seinem Werk in Newcastle ausgewählte Komponenten des Turbinensystems für das britische Rolls-Royce-SMR-Programm fertigen. Der Auftrag soll die britische Lieferkette stärken und Produktionskapazitäten für die Kernenergie im Land erhalten.
Die Fertigung betrifft die ersten drei geplanten Blöcke des Projekts Gwyndod und umfasst unter anderem Hochdruckkomponenten von Dampfturbinen sowie Ventilgehäuse. Nach Angaben von Rolls-Royce SMR handelt es sich um die erste Fertigung dieser Komponenten für einen kleinen modularen Reaktor in Europa. Rolls-Royce SMR Die Einbindung des Siemens-Energy-Werks im Nordosten Englands soll zudem mehr als 550 Arbeitsplätze unterstützen.

Newcastle wird auch zum Servicezentrum...
Das Werk CA Parsons Works soll neben der Fertigung auch als Servicezentrum von Siemens Energy für wichtige Komponenten der britischen Rolls-Royce-SMR-Flotte dienen. Der Standort blickt auf eine lange Tradition in der Herstellung von Energietechnik zurück. Turbinen werden hier seit Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt. Das Werk war unter anderem an der Lieferung einer Dampfturbine für das britische Kernkraftwerk Calder Hall beteiligt, das 1956 mit der Stromproduktion begann.
Rolls-Royce SMR hatte Siemens Energy bereits im Februar 2025 als globalen Partner für Turbinensysteme ausgewählt. Die Zusammenarbeit umfasst die Entwicklung, Fertigung, Installation und Inbetriebnahme von Turbinen für künftige Projekte mit dieser Technologie. Siemens Energy Siemens Energy soll Dampfturbinen, Generatoren und zugehörige Hilfssysteme liefern.

Drei Blöcke sollen rund 1,4 GW Leistung liefern….
Das Kraftwerk Gwyndod soll am Standort Wylfa auf der Insel Anglesey im Norden von Wales entstehen. Die britische Regierung wählte Wylfa im November 2025 für das erste britische SMR-Projekt aus. Die erste Phase umfasst drei Rolls-Royce-SMR-Blöcke mit jeweils 470 MW elektrischer Leistung. Langfristig hält die britische Regierung eine Nutzung des Standorts für bis zu acht Reaktoren für möglich.
Great British Energy – Nuclear und Rolls-Royce SMR unterzeichneten im April dieses Jahres einen Vertrag, der den Beginn der Arbeiten an dem standortspezifischen Projekt ermöglichte. Die derzeitige erste Vertragsphase umfasst insbesondere Planungs- und Vorbereitungsarbeiten für die drei Blöcke. Der eigentliche Bau sowie die Lieferung und Installation der Anlagen sollen erst in einer zweiten Phase folgen. Voraussetzung dafür sind eine positive endgültige Investitionsentscheidung und weitere Projektgenehmigungen.
Auch das Reaktordesign durchläuft noch das britische Genehmigungsverfahren. Rolls-Royce SMR befindet sich in der dritten und detailliertesten Phase des Generic Design Assessment (GDA), das von der britischen Atomaufsichtsbehörde ONR gemeinsam mit der Environment Agency und Natural Resources Wales durchgeführt wird. Das Projekt kann daher bislang nicht als vollständig für den Bau genehmigt betrachtet werden.

Großbritannien will heimische Atomindustrie stärken….
Die Verlagerung der Fertigung wichtiger Turbinenkomponenten nach Newcastle steht im Zusammenhang mit den Bemühungen der britischen Regierung, den heimischen Anteil an der Lieferkette für neue Kernkraftprojekte zu erhöhen. Siemens Energy geht zugleich davon aus, dass das Werk Komponenten nicht nur für die ersten britischen Blöcke, sondern auch für künftige Rolls-Royce-SMR-Projekte auf Exportmärkten fertigen wird.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Nutzung des traditionsreichen Turbinenwerks dazu beitragen, spezialisierte Produktionskapazitäten und entsprechendes Fachwissen im Land zu erhalten. Die Fertigung der Ausrüstung für die ersten drei Reaktoren von Gwyndod stellt damit einen konkreten Schritt beim Aufbau einer britischen Lieferkette für das Programm der kleinen modularen Reaktoren dar.
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 16.9.2026:

Inhalt:

Gemeinden in der Region Vysočina atmen auf: Uranmine bei Brzkov wird nicht gebaut.
Dukovany als Katze im Sack.
In Brünn werden neue Kernkraftwerksoperatoren ausgebildet.
Neues Gutachten bestätigt Wert der ČEZ-Beteiligung an JESS, die die Slowakei übernehmen will.
Rückkehr nach vier Jahren: US-Kernkraftwerk Palisades steht vor dem Neustart.
Fortum beantragt in Schweden Unterstützung für neues Kernkraftprojekt mit bis zu 3,4 GW Leistung

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Gemeinden in der Region Vysočina atmen auf: Uranmine bei Brzkov wird nicht gebaut
15.09.2026 Jihlavske listy Autor: David Kratochvíl

Das tschechische Umweltministerium (MŽP) hat das Verfahren zur geplanten Uranförderung bei Brzkov endgültig eingestellt. Damit geht für die Bewohner des kleinen Dorfes unweit von Polná eine zehnjährige Phase der Ungewissheit und Sorge zu Ende.
In dem jahrelangen Verfahren hatte das staatliche Unternehmen DIAMO versucht, das geschützte Lagerstättengebiet für den Uranabbau in der Umgebung von Brzkov zu erweitern.
„Das Unternehmen konnte jedoch auch innerhalb der mehrfach verlängerten Fristen die gesetzlich vorgeschriebene Bescheinigung über die Existenz einer Lagerstätte von wirtschaftlichem Interesse nicht vorlegen“, teilte Rechtsanwalt Luboš Kliment mit, der die rechtlichen Schritte der betroffenen Gemeinden koordinierte.
Gegen die Wiederaufnahme des Uranabbaus hatten sich Brzkov sowie die Nachbargemeinden Věžnice, Polná und Přibyslav langfristig und systematisch gewehrt.

Gemeinden verbergen ihre Erleichterung nicht...
Der Antrag auf Erweiterung des geschützten Lagerstättengebiets lag mehr als zehn Jahre bei den Behörden. Das Umweltministerium hat das Verfahren nun jedoch rechtskräftig beendet, weil das staatliche Unternehmen DIAMO die entscheidenden Unterlagen nicht vorlegen konnte.
Der Bürgermeister von Brzkov, Aleš Bořil, zeigte sich erleichtert. „Wir betrachten die Einstellung des Verfahrens als großen Sieg des gesunden Menschenverstands und vor allem als Bestätigung dafür, dass die Stimme der Gemeinden und der örtlichen Bevölkerung gehört werden muss. Zehn Jahre lang haben wir uns Sorgen über die Auswirkungen des Abbaus auf die Landschaft, die Qualität des Grundwassers und die Lebensqualität in unserer Region gemacht. Die heutige Entscheidung des Ministeriums gibt uns und den kommenden Generationen die Gewissheit, dass unsere Heimat nicht durch den Bergbau zerstört wird“, sagte er.
Neben dem unmittelbaren Schutz der Natur und der Trinkwasserressourcen habe der erfolgreiche Widerstand der Gemeinden nach Angaben des Bürgermeisters auch verhindert, dass der Staat künftig enorme Kosten für die Sanierung der Landschaft nach einem möglichen Uranabbau tragen müsste.
Die Umweltorganisation Calla weist darauf hin, dass die Entscheidung des Ministeriums auch ein Gewinn für die Geldbeutel aller Bürgerinnen und Bürger Tschechiens sei. Wäre die Uranmine bei Brzkov eröffnet worden, hätten die Steuerzahler nicht nur den Bau der Mine, sondern auch die Errichtung einer neuen chemischen Aufbereitungsanlage für Uranerz mitfinanzieren müssen.

Uranabbau bereits vor Jahren beendet...
Edvard Sequens, Energieberater der Umweltorganisation Calla, erklärte dazu: „Der Uranabbau in Tschechien endete im Jahre 2017 mit der Förderung der letzten Tonnen in Rožná. Angesichts der Schäden in Milliardenhöhe, die die Uranindustrie in der Umwelt hinterlassen hat, sollte dies endgültig das Ende gewesen sein. Deshalb begrüßen wir, dass der Versuch, die Uran-Geister der Vergangenheit in der Region Vysočina wiederzubeleben, mit der Entscheidung des Umweltministeriums beendet ist.“
Die ursprünglich in Betracht gezogene Aufbereitungsanlage in Dolní Rožínka im Bezirk Žďár nad Sázavou befindet sich bereits in der Stilllegung. Tschechien muss bis heute in großem Umfang für die Hinterlassenschaften der Bergbauprojekte des vergangenen Jahrhunderts aufkommen.
Allein bis Ende 2025 hat der Staat rund 63 Milliarden Kronen für die Sanierung der Schäden durch den Uranabbau und die Uranverarbeitung ausgegeben. Darin sind die Sozialprogramme für die Bergleute noch nicht enthalten.
In den kommenden Jahren werden weitere Dutzende Milliarden Kronen aus dem Staatshaushalt für diese Zwecke aufgewendet werden müssen.
/gr/


Dukovany als Katze im Sack
16.09.2026 Zeitung A2 Autor: Edvard Sequens

Der tschechische Industrieminister Karel Havlíček dürfte Mitte August einige Menschen überrascht haben, als er die Karten über den Preis der beiden neuen Reaktoren in Dukovany auf den Tisch legte.
Erinnern Sie sich noch daran, wie Politiker und Journalisten immer wieder betonten, wie günstig das Angebot des südkoreanischen Staatsunternehmens KHNP sei, und sich selbst und ganz Tschechien versicherten, wir würden gerade einmal 400 Milliarden Kronen bezahlen? Genauer gesagt handelt es sich dabei um den Preisstand von 2024, als die Angebote für die Ausschreibung eingingen. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ein Jahr später waren es bereits 407 Milliarden Kronen, und die Inflation wird den Betrag bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts weiter in die Höhe treiben – bis die Reaktoren mit der Stromproduktion beginnen und die letzte Rate der Investition bezahlt ist.
Bereits im Jahre 2024 hatten zahlreiche Menschen und Nichtregierungsorganisationen darauf hingewiesen, dass zu dieser Summe noch die Kosten für die Finanzierung hinzukommen würden – etwa Zinsen für Kredite oder Anleihen. Genau das hat Minister Havlíček nun eingeräumt. Seiner Einschätzung zufolge könnte der Endpreis der neuen Dukovany-Reaktoren bei 700 Milliarden Kronen liegen. Hören Sie dieses Schweigen in den Medien?
Die Realität dürfte allerdings noch wesentlich schlimmer aussehen. Bei neuen Kernkraftwerken in Europa und den USA beobachten wir mit geradezu eiserner Regelmäßigkeit durchschnittliche Kostensteigerungen von mehr als 100 Prozent während der Bauphase. Hinzu kommt, dass die APR1000-Reaktoren, die das Unternehmen KHNP bauen soll, bislang nirgendwo auf der Welt in Betrieb sind. Es handelt sich um den ersten Reaktor dieses Typs, und in einem solchen Fall sind Bauverzögerungen und Kostensteigerungen üblich.
Außerdem müssen die Südkoreaner erst ihre Lieferketten in Europa aufbauen und werden auch mit regulatorischen Risiken konfrontiert sein. Welche Kostensteigerungen in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen zulasten des Auftragnehmers beziehungsweise des Investors gehen, bleibt in den veröffentlichten Verträgen allerdings geheim. Dabei hatte uns die Regierung bei der Unterzeichnung versichert, KHNP garantiere den Preis und Kostenüberschreitungen würden uns nicht betreffen.
Nur: Wahrscheinlich betreffen sie uns sehr wohl.

Überraschende Informationen finden sich in der kürzlich veröffentlichten Entscheidung der Europäischen Kommission über die Einleitung einer eingehenden Prüfung der Rechtmäßigkeit der geplanten staatlichen Beihilfe für Dukovany aus dem tschechischen Staatshaushalt.
Während der Bauphase soll ein zinsloses Darlehen, das ČEZ erhalten wird, auch mögliche Kostenüberschreitungen abdecken. Insgesamt geht es um bis zu 900 Milliarden Kronen für beide Blöcke. Diese Summe soll ČEZ anschließend über einen Zeitraum von 40 Jahren – möglicherweise sogar noch länger – aus den Einnahmen aus dem Verkauf des in den neuen Reaktoren erzeugten Stroms zurückzahlen.
Da der Strom aus den neuen Reaktoren bereits heute preislich nicht mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen konkurrieren kann, haben die Politiker eine Garantie für den Abnahmepreis vorbereitet. Die Differenz werden wir über den Preis jeder verbrauchten Kilowattstunde mitfinanzieren. Und das kann sich über Generationen hinziehen.
Wenn uns Dukovany also fast eine Billion Kronen kosten können, dürfte es bei den neuen Reaktoren in Temelín ähnlich aussehen, mit denen die derzeitige Regierung Tschechien noch stärker verschulden will.

Damit ist es allerdings noch nicht getan. Die Regierung würde gerne nach einem ähnlichen Mechanismus auch die Entwicklung kleiner modularer Reaktoren unterstützen, die ČEZ gemeinsam mit Rolls-Royce in Tschechien bauen will. Vorausgesetzt natürlich, dass deren Entwicklung überhaupt erfolgreich abgeschlossen werden kann.
In jedem Fall werden die Politiker entscheiden müssen, welche strategischen Prioritäten und welche Sozialprogramme sich Tschechien künftig noch leisten können wird.
Die Schlinge um die Katze im Sack namens Atomkraft zieht sich also weiter zu.
Obwohl der Bau der neuen Reaktoren mit staatlicher Unterstützung aus unseren Steuergeldern finanziert werden soll, schlägt das Industrieministerium vor, sämtliche Verträge im Bereich der Kernenergie – auch rückwirkend – nicht mehr im Vertragsregister zu veröffentlichen. Dieses Register soll eigentlich Transparenz, öffentliche Kontrolle und den Schutz des Wettbewerbs gewährleisten.
Die Änderung des Gesetzes über das Vertragsregister ist Bestandteil des derzeit zur Stellungnahme vorliegenden Entwurfs einer Novelle, des sogenannten Niedrigemissionsgesetzes.
Und wieder einmal – hören Sie dieses Schweigen?
/gr/



In Brünn werden neue Kernkraftwerksoperatoren ausgebildet
16.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Region Brünn-Seite 10 (adb)

BRÜNN - Zwei Jahre Ausbildung im Schulungszentrum, anschließend die Arbeit in der Blockwarte eines Kernkraftwerks.
Für 28 künftige Operatoren und Operatorinnen hat gestern in Brünn die fachliche Ausbildung begonnen. Unter ihnen sind auch acht künftige Mitarbeiter der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany, die bislang noch gar nicht gebaut sind.

ČEZ stellte bisher jährlich etwa 20 bis 24 neue Mitarbeiter ein. In diesem Jahr ist die Einstellung damit so umfangreich wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Grund dafür ist nicht nur der Generationenwechsel, sondern auch die Vorbereitung auf neue Kernkraftwerke.
„Mit der Aufstockung verfolgen wir zwei Ziele. Zum einen geht es natürlich darum, unser eigenes Personal zu ergänzen, zum anderen um die Vorbereitung von Personal für neue Kernkraftwerke – sowohl für Dukovany 5 und 6 als auch für kleine modulare Reaktoren“, erklärt Bohdan Zronek, Direktor der Abteilun Kernenergie der ČEZ-Gruppe.
Seinen Angaben zufolge wird der Konzern auch in den kommenden Jahren eine größere Zahl neuer Operatoren einstellen. Auf diese Weise will er rechtzeitig Personal ausbilden, damit die Mitarbeiter beim Start der neuen Dukovany-Blöcke bereits über die erforderliche praktische Erfahrung verfügen.
Der Weg zur selbstständigen Tätigkeit ist anspruchsvoll. Die Neulinge absolvieren zunächst eine rund zweijährige Grundausbildung. Dabei lernen sie die Technologie der Kernkraftwerke, Sicherheitsverfahren und die Bedienung der Anlagen kennen.Ein Bestandteil der Ausbildung ist auch ein praktisches Training an Simulatoren. Bereits während der Ausbildung absolvieren sie Praktika im Kraftwerk – stets unter der Aufsicht erfahrener Mitarbeiter.

Nur etwa jeder zehnte Bewerber erfüllt die Anforderungen...
Zu den neuen Operatoren gehört auch Jakub Michal. Er hat Energietechnik an der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Brünn studiert. An der Tätigkeit reizt ihn vor allem die Verantwortung.
„Ein Operator ist so etwas wie ein Arzt, zu dem das Kraftwerk zu Vorsorgeuntersuchungen kommt. Genauso wie ein Arzt seinen Patienten muss ein Operator sein Kraftwerk kennen. Er muss jedes Detail kennen und sich gut darum kümmern“, beschreibt er seine Tätigkeit.
Laut Zronek ist auch die psychische Belastbarkeit von großer Bedeutung. Aufgrund der spezifischen Anforderungen stellt ČEZ nur etwa ein Zehntel der Bewerber ein.
„Für die Arbeit in der Warte brauchen wir nun einmal Menschen mit einem bestimmten Profil, die in der Lage sind, auch unter Druck über längere Zeit zuverlässig Leistung zu erbringen“, betont er.
Das derzeitige Ausbildungszentrum ist in Tschechien einzigartig. In Zukunft dürfte jedoch wahrscheinlich ein weiteres hinzukommen.
„Wir wollen noch ein Schulungszentrum errichten, damit wir die Ausbildung für Temelín und Dukovany voneinander trennen und die Kapazität erhöhen können. Wir würden uns wünschen, dass es in den kommenden zwei bis drei Jahren entsteht“, schließt Zronek.
/gr/



Neues Gutachten bestätigt Wert der ČEZ-Beteiligung an JESS, die die Slowakei übernehmen will
16.9.2026 Seznam Zpravy Autor: Radek Vebr
ČTK

Ein neues Sachverständigengutachten bestätigt, dass die frühere Bewertung der Beteiligung des tschechischen Energiekonzerns ČEZ an der slowakischen Gesellschaft Jadrová energetická spoločnosť Slovenska (JESS) korrekt ist. Die slowakische Regierung will die Kontrolle über das Unternehmen übernehmen.
Wie slowakische Medien am Dienstag berichteten, informierte darüber das staatlich kontrollierte Unternehmen JAVYS, das 51 Prozent an JESS hält. Die Information wurde auch von ČEZ in einer Pressemitteilung bestätigt.
Laut einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, das bereits früher erstellt worden war, beträgt der Marktwert des 49-prozentigen Anteils von ČEZ an JESS 189,4 Millionen Euro (4,6 Milliarden Kronen). Diese Bewertung wurde nun durch eine fachliche Stellungnahme der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bestätigt.

Die JESS-Aktionäre hatten sich im August auf eine Überprüfung des EY-Gutachtens geeinigt. Der Anlass war dafür ein Streit zwischen dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico und dem Wirtschaftsministerium über den Preis, den der Staat für den Anteil von ČEZ zahlen soll. Das tschechische Unternehmen erklärte, dass es sowohl mit den Ergebnissen des EY-Gutachtens als auch mit der anschließenden Überprüfung durch KPMG übereinstimmt.
Die Slowakei und ČEZ gründeten JESS während der ersten Regierung Ficos im Jahr 2009. Die derzeitige Fico-Regierung hat jedoch beschlossen, dass das neue Kernkraftwerk in staatlichem Besitz sein soll. Dafür soll der Staat den Anteil von ČEZ an JESS übernehmen. Mit der Abwicklung der Transaktion wurde das Wirtschaftsministerium beauftragt, das dies jedoch auch innerhalb einer verlängerten Frist nicht geschafft hat. Diese Frist lief im Juli dieses Jahres ab. Das Ministerium erklärte anschließend, dass vor allem unterschiedliche Vorstellungen über den Wert der tschechischen Beteiligung den Abschluss der Transaktion verzögerten.
Der Hauptpartner Bratislavas beim Bau des neuen Kernkraftwerks in staatlichem Besitz soll nach früheren Informationen das US-Unternehmen Westinghouse werden. Für den Bau des neuen Kraftwerks mit einer Leistung von rund 1.200 Megawatt will der Staat die bestehende Infrastruktur in Jaslovské Bohunice nutzen. Dort hatte die Slowakei in den Jahren 2006 und 2008 aufgrund ihrer Verpflichtungen gegenüber der EU zwei Blöcke des älteren Kernkraftwerks V1 abgeschaltet.
Gleichzeitig betreibt der größte Stromerzeuger der Slowakei, das Unternehmen Slovenské elektrárne (SE) aus der Gruppe Energetický a průmyslový holding (EPH), an diesem Standort sein eigenes Kernkraftwerk.

https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... sko-315449
/gr/




Rückkehr nach vier Jahren: US-Kernkraftwerk Palisades steht vor dem Neustart
12.9.2026 oenergetice.cz Autor: Jiří Salavec

Das US-Kernkraftwerk Palisades ist seinem Neustart wieder ein Stück näher gekommen, nachdem es vier Jahre lang keinen Strom produziert hat. Techniker haben mit der Beladung des Reaktors mit Kernbrennstoff begonnen. Der Reaktorblock verfügt über eine installierte Leistung von 805 MW. Bei einem reibungslosen Verlauf soll der Kernkraftwerksblock noch in diesem Jahr wieder ans Netz gehen. Die Neustarts US-amerikanischer Kernkraftwerke werden vor allem durch den wachsenden Strombedarf von Rechenzentren vorangetrieben.
Das US-Energieunternehmen Holtec International hat bekannt gegeben, dass es mit der Beladung des Reaktors des Kernkraftwerks Palisades mit Kernbrennstoff begonnen hat. Insgesamt werden die Techniker 204 Brennelemente in den Reaktor laden. Einige davon wurden bereits vor der Abschaltung des Reaktors im Jahr 2022 teilweise eingesetzt.
„Die Beladung des Reaktors von Palisades mit Brennstoff ist ein wichtiger Meilenstein und ein Ausdruck der enormen Anstrengungen der Männer und Frauen, die dieses Kraftwerk bis zu diesem Punkt gebracht haben. Ich bin stolz darauf, eine Organisation mit so talentierten und engagierten Menschen zu leiten, die einen tiefen Stolz auf dieses Kraftwerk und ein großes Verantwortungsgefühl gegenüber ihrer Gemeinde empfinden“, erklärte Fadi Diya, bei Holtec International für den Nuklearbereich verantwortlicher Direktor.
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... k-restartu
/gr/


Fortum beantragt in Schweden Unterstützung für neues Kernkraftprojekt mit bis zu 3,4 GW Leistung
11.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiří Puchnar

Die Projektgesellschaft NuCore Energi aus dem Fortum-Konzern hat bei der schwedischen Regierung staatliche Unterstützung für die Vorbereitung eines neuen Kernkraftwerks am Standort des Kernkraftwerks Oskarshamn beantragt. Technologisch ist das Projekt bislang offen und sieht Varianten mit kleinen modularen sowie großen Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 1.200 bis 3.400 MW vor.
Der Antrag betrifft den Standort Ävrö in der Gemeinde Oskarshamn und leitet Gespräche mit der Regierung über die konkreten Bedingungen und den Umfang einer möglichen Unterstützung ein. Fortum und NuCore Energi haben bislang noch keine Investitionsentscheidung getroffen. Das weitere Vorgehen wird unter anderem vom Ausgang dieser Verhandlungen abhängen.

Technologie bislang nicht ausgewählt...
Der Entwurf sieht mehrere Varianten mit kleinen und großen Reaktoren vor. Fortum hatte bereits im Rahmen einer Machbarkeitsstudie drei Unternehmen für eine engere Zusammenarbeit ausgewählt: EDF mit der EPR-Technologie, Westinghouse und Hyundai E&C mit dem AP1000-Reaktor sowie GE Vernova Hitachi mit dem kleinen modularen Reaktor BWRX-300. Im Juni 2025 schloss Fortum mit diesen Unternehmen Vereinbarungen über die Zusammenarbeit in einer frühen Projektphase. Diese umfassen insbesondere die Projektplanung, die Anpassung der Designs an die jeweiligen Standorte sowie Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Genehmigungs- und Zulassungsverfahren. Für das Projekt in Oskarshamn wurde jedoch bislang noch keine konkrete Technologie ausgewählt.
Für die Vorbereitung des schwedischen Projekts gründete Fortum die eigenständige Gesellschaft NuCore Energi. Sie soll das geplante neue Kraftwerk und die dazugehörige Infrastruktur vorbereiten, errichten, besitzen und betreiben. NuCore Energi befindet sich derzeit vollständig im Besitz von Fortum. Nach und nach sollen jedoch weitere Investoren in das Projekt einsteigen. Fortum schließt auch eine Beteiligung des schwedischen Staates nicht aus und will seinen eigenen Anteil schrittweise reduzieren und langfristig nur noch Minderheitsaktionär bleiben.

Weitere Entwicklung hängt von Abnehmern und Zugang zum Standort ab….
Die Fortsetzung des Projekts wird nach Angaben von Fortum unter anderem von einer langfristigen politischen Unterstützung der Kernenergie sowie von Abnahmeverpflichtungen industrieller Kunden für den Strom aus der neuen Anlage abhängen. Die endgültige Größe des Kraftwerks soll außerdem von der gewählten Technologie, dem erwarteten Anstieg der Stromnachfrage und der Aufteilung der Risiken zwischen Investoren und Staat abhängen.
Eine weitere wichtige Voraussetzung ist die Sicherung des Zugangs zu den Grundstücken am Standort Ävrö sowie der Kontrolle über diese. Die Grundstücke gehören derzeit der Gesellschaft Oskarshamns Kraftgrupp AB (OKG), die das Kernkraftwerk Oskarshamn betreibt. Fortum hält an OKG einen Anteil von 45,5 Prozent, während Uniper mit 54,5 Prozent Mehrheitsaktionär ist.

Schweden teilt einen Teil der Investitionsrisiken...
Das schwedische Fördermodell für neue Kernkraftwerke kombiniert staatliche Kredite, einen zweiseitigen Differenzvertrag (Contract for Difference, CfD) und einen Mechanismus zur Teilung ausgewählter Risiken. Der Förderrahmen ist auf Investitionen in neue Kernkraftwerke mit einer gesamten installierten Leistung von rund 5 GW begrenzt.
Mit der Annahme des Antrags entsteht noch kein automatischer Anspruch auf staatliche Unterstützung. Es folgen Verhandlungen zwischen dem Investor und der Regierung; eine mögliche Förderung muss anschließend von der Europäischen Kommission nach den EU-Beihilfevorschriften genehmigt werden.
Am weitesten fortgeschritten ist bislang das Projekt Videberg Kraft am Kernkraftwerk Ringhals. Die schwedische Regierung beschloss im Juni, dass der Staat einen Anteil von 60 Prozent an der Projektgesellschaft übernehmen wird. Vattenfall und das Industriekonsortium Industrikraft sollen nach Abschluss der Übertragung jeweils 20 Prozent halten. Gleichzeitig wurden die wichtigsten Eckpunkte der finanziellen Unterstützung für das Projekt vereinbart.

NuCore hat fünften Antrag auf staatliche Unterstützung gestellt….
NuCore Energi ist bereits der fünfte Antragsteller auf staatliche Unterstützung nach dem neuen schwedischen Finanzierungsrahmen für den Bau von Kernkraftwerken. Zuvor hatten Videberg Kraft für das Projekt am Kernkraftwerk Ringhals, Blykalla für ein Kraftwerk in Norrsundet, Studsvik für Projekte an den Standorten Nyköping und Valdemarsvik sowie Nordic Baseload Power für zwei große Reaktorblöcke in Barsebäck entsprechende Anträge gestellt.
Blykalla stellte gleichzeitig einen Antrag auf Genehmigung eines weiteren Projekts am Standort Untra in der Gemeinde Tierp. Dieses umfasst acht bleigekühlte SEALER-Reaktoren mit einer Gesamtleistung von rund 440 MW. In diesem Fall handelt es sich jedoch um einen Genehmigungsantrag und nicht um einen Antrag auf staatliche finanzielle Unterstützung.
Die schwedische Regierung will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass bis zum Jahr 2035 neue Kernkraftwerke mit einer Leistung von mindestens 2,5 GW in Betrieb gehen können. Bis zum Jahr 2045 ist ein deutlich umfangreicherer Ausbau vorgesehen, dessen installierte Leistung etwa zehn großen Reaktoren entsprechen könnte. Der konkrete Anteil großer Reaktorblöcke und kleiner modularer Reaktoren soll von der Entwicklung der Stromnachfrage, den verfügbaren Technologien und den Anforderungen des Stromnetzes abhängen.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... u-az-34-gw
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 17.September 2026:

Inhalt:
Energietechniker nahmen den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín wegen eines Defekts vom Netz.
Umgehungsstraße von Třebíč: Straßen,-und Autobahndirektion will Bau innerhalb von drei Jahren beginnen – mit Grundstückseigentümern soll es eine „faire Vereinbarung“ geben.
Über 60 tschechische Unternehmen erfüllen Voraussetzungen für Dukovany – KHNP plant erste Ausschreibung bereits im November.
Wegen einer Störung wurde ein Block in Temelín abgeschaltet.
In Temelín wurde der zweite Block wegen einer Störung vom Netz genommen.
Dukovany-Projekt läuft nach Plan – derzeit stehen die Unterlagen für das Genehmigungsverfahren im Mittelpunkt.
USA schaffen Klimavorschriften für Kraftwerke ab – für die EU wird die Dekarbonisierung damit schwieriger
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Energietechniker nahmen den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín wegen eines Defekts vom Netz
ČTK
16.9.2026
Seznam Zpravy

Den zweiten Block des südböhmischen Kraftwerks mussten Techniker wegen eines Defekts im nicht-nuklearen Teil der Anlage vom Netz trennen. Die Techniker gehen davon aus, dass der Betrieb am Donnerstag wieder aufgenommen wird.

Wegen eines Defekts haben Energietechniker am Mittwoch den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín vom Netz genommen. Grund war eine Störung in einem Teil des Steuerungssystems im nicht-nuklearen Bereich der Anlage. Nach den Überprüfungen gehen die Techniker davon aus, dass der Block im Laufe des Donnerstags wieder mit der Stromproduktion beginnen wird, wie der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, am Mittwoch vor Journalisten mitteilte.

„Die Techniker haben das System überprüft und anschließend die betroffene Elektronikkarte im Schaltschrank ausgetauscht. Derzeit werden die Kontrollen abgeschlossen, woraufhin die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Blockbetriebs folgen“, erklärte Sviták. Der erste Block produziert Strom zu 100 Prozent.

Originalartikel unter Seznam Zpravy:

https://www.seznamzpravy.cz/clanek/doma ... t_tt_varBB
/gr/




Umgehungsstraße von Třebíč: Straßen,-und Autobahndirektion will Bau innerhalb von drei Jahren beginnen – mit Grundstückseigentümern soll es eine „faire Vereinbarung“ geben
16.09.2026 Z dopravy



Die tschechische Straßen- und Autobahndirektion ŘSD will innerhalb von drei Jahren mit dem Bau der Umgehungsstraße von Třebíč beginnen. Die neue, knapp sechs Kilometer lange Trasse soll das Stadtzentrum entlasten und den Verkehr stärker an den Stadtrand verlagern.

Kritiker wenden dagegen ein, dass die Straße vollständig außerhalb der Bebauung von Třebíč geführt werden sollte. Damit wiederum sind die umliegenden Gemeinden nicht einverstanden.

Die ŘSD hat inzwischen für das Vorhaben eine positive Stellungnahme im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erhalten. Dies geschah im zweiten Anlauf. Die ursprüngliche Stellungnahme, die das Kreisamt im Januar 2024 abgegeben hatte, wurde im März des vergangenen Jahres vom Umweltministerium aufgehoben – unter anderem, weil die Bevölkerung der Stadt nicht ausreichend in die Erörterung des Vorhabens einbezogen worden war.

Eine weiter von Třebíč entfernte Umgehungsstraße, etwa in einer elf Kilometer langen Variante, wurde nach Angaben des Verfassers der Projektdokumentation für die derzeit geplante Verlegung der Straße bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten von den umliegenden Gemeinden abgelehnt. Sie befürchteten, dass dadurch eine größere Verkehrsbelastung auf ihr Gebiet verlagert würde.

Gerade diese Variante wollen insbesondere die Bürgerinitiativen Obchvat Třebíč / Umgehungsstraße von Trebic und Děti Země/Kinder der Erde durchsetzen. Sie halten die derzeit geplante Trasse des sogenannten „Durchfahrtswegs“ für wirtschaftlich ineffizient. Zudem kritisieren sie, dass die Straße durch ein ökologisch wertvolles, bewaldetes Gebiet führen soll, in dem rund 30 besonders geschützte Tierarten vorkommen.

Die UVP-Stellungnahme ist allerdings nur ein Schritt im Genehmigungsverfahren. Die Straßen,- und Autobahndirektion ŘSD muss für das Vorhaben nun noch eine Baugenehmigung erlangen. Eine rechtskräftige Baugenehmigung möchte die Behörde innerhalb der nächsten zwei Jahre erhalten. Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die Straße im Jahre 2031 für den Verkehr freigegeben werden.

Originalartikel auf zdopravy.cz:
(https://zdopravy.cz/obchvat-trebice-hod ... hatgpt.com)
/gr/



Über 60 tschechische Unternehmen erfüllen Voraussetzungen für Dukovany – KHNP plant erste Ausschreibung bereits im November
16.9.2026 oenergetice.cz

Mehr als 60 tschechische Unternehmen haben bislang die Qualifikationsanforderungen des südkoreanischen Unternehmens KHNP für potenzielle Zulieferer beim Bau neuer Kernkraftwerksblöcke in Dukovany erfüllt. Die Unternehmen können sich damit an den geplanten Ausschreibungen beteiligen. Die erste Ausschreibung wollen die Koreaner bereits im November dieses Jahres starten. Dabei soll es zunächst um die Lieferung von Hilfsausrüstung und Materialien gehen. Dies sagte der für Geschäftsentwicklung und -management zuständige Executive Vizepräsident von KHNP, Choi Il-kyoung, am Mittwoch bei einem Seminar für potenzielle Zulieferer in Prag. KHNP hatte in der Vergangenheit einen Anteil tschechischer Unternehmen am Projekt von rund 60 Prozent als Ziel genannt.

KHNP bereitet derzeit den Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken in Dukovany vor. Die Kosten für beide Blöcke belaufen sich auf Grundlage des Preisniveaus von 2025 auf 407 Milliarden Kronen. Der erste der beiden neuen Reaktoren in Dukovany soll im Jahre 2036 fertiggestellt werden.
Die Vorbereitung des Gesamtprojekts verläuft nach Angaben der Koreaner planmäßig. In den vergangenen Monaten wurden geologische Untersuchungen am Standort durchgeführt. Derzeit werden unter anderem die Unterlagen für den Antrag auf Erteilung der Baugenehmigung vorbereitet. Nach Angaben des KHNP-Vizepräsidenten soll der Antrag im April des kommenden Jahres eingereicht werden.
Parallel dazu bereitet KHNP auch die ersten Ausschreibungen für Zulieferer vor. Im Rahmen dessen veranstaltete das Unternehmen heute in Prag ein Seminar, bei dem es den Interessenten den detaillierten Zeitplan und den Ablauf der geplanten Ausschreibungen für die Lieferung von Hilfsausrüstung und Materialien (AE&M) vorstellte. KHNP präsentierte unter anderem das elektronische Beschaffungssystem K-PRO, den Qualitätsmanagementplan für Zulieferer, die Vertragsbedingungen sowie die technischen Bewertungskriterien. Zudem standen B2B-Konsultationen zu technischen und qualitativen Fragen auf dem Programm.

„Die heutige Veranstaltung stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Vorbereitung potenzieller AE&M-Zulieferer auf die bevorstehende Ausschreibung dar. Sie ermöglicht ihnen insbesondere, besser zu verstehen, wann und auf welche Weise sie sich konkret beteiligen können. Die Technologien und die Erfahrung führender tschechischer Unternehmen werden eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Umsetzung der neuen Reaktoren spielen“, sagte Choi Il-kyoung.
Nach Ansicht von Petr Závodský, Generaldirektor des Projektinvestors, des staatlichen Unternehmens Elektrárna Dukovany II, haben tschechische Unternehmen dank ihrer langjährigen Erfahrung gute Chancen, sich an dem Projekt zu beteiligen. „Ein Kernkraftwerksprojekt verlangt von den Zulieferern selbstverständlich höchste Qualität. Ich bin jedoch überzeugt, dass zahlreiche tschechische Unternehmen alle Voraussetzungen mitbringen, um erfolgreich zu sein“, sagte Závodský.
Zu den Unternehmen, die die technischen und qualitativen Qualifikationsanforderungen bereits erfüllt haben, gehört der Hersteller von Industriepumpen und Pumpenaggregaten für die Kernenergiewirtschaft Sigma. „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, unsere Partner von unserer Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Wir bereiten uns intensiv und gewissenhaft auf das Projekt vor. Dazu gehört auch die Einleitung der internationalen ASME-Zertifizierung, damit wir für KHNP ein leistungsfähiger Zulieferer sein können“, sagte Luboš Michlík, Generaldirektor der Sigma Group.
Zu den weiteren Teilnehmern der heutigen Veranstaltung gehörten unter anderem Vertreter der Unternehmen ABB, ABO valve, Bilfinger Czech Republic, dataPartner, Škoda JS, IBC Praha und Nuvia.

Originalartikel unter oenergetice.cz:
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -listopadu
/gr/



Wegen einer Störung wurde ein Block in Temelín abgeschaltet
17.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES, ČTK
Energie

Die Energieversorger haben gestern wegen einer Störung den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín vom Netz genommen.
Der Grund war eine Störung in einem Teil des Leitsystems für den nichtnuklearen Bereich der Anlage. Nach den durchgeführten Kontrollen gehen die Techniker davon aus, dass der Block noch heute wieder Strom erzeugen wird. Sie tauschten eine elektronische Karte in einem Schaltschrank des Leitsystems aus.
Der erste Block produziert weiterhin Strom mit voller Leistung.
Zuletzt musste Temelín die Leistung des zweiten Blocks Mitte Januar dieses Jahres außerplanmäßig reduzieren. Damals wurde die Leistung auf rund 40 Prozent gesenkt. Grund war der Austausch eines Lagers in einer Pumpe.
/gr/




In Temelín wurde der zweite Block wegen einer Störung vom Netz genommen
16. September 2026 Regionalni noviny

Die Energieexperten des Kernkraftwerks Temelín haben am Mittwoch, dem 16. September, den zweiten Block wegen einer Störung vom Netz genommen. Der Grund dafür war eine Störung in einem Teil des Leitsystems für den nichtnuklearen Bereich der Anlage. Nach den durchgeführten Kontrollen gehen die Techniker davon aus, dass der Block im Laufe des Donnerstags wieder mit der Stromproduktion beginnen wird. Das teilte der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, Journalisten mit.
„Die Techniker haben das System überprüft und anschließend die betroffene elektronische Karte im Schaltschrank ausgetauscht. Derzeit schließen sie die Kontrollen ab. Anschließend wird der Block auf die Wiederaufnahme des Betriebs vorbereitet“, sagte Sviták.
Der erste Block produziert weiterhin Strom mit voller Leistung.

Originalartikel unter Regionalni noviny:
https://www.regionalninoviny.cz/detail. ... _PTxdL2r5B
/gr/


Dukovany-Projekt läuft nach Plan – derzeit stehen die Unterlagen für das Genehmigungsverfahren im Mittelpunkt
16. September 2026
Ekonomický deník – Energie

Foto beim Artikel: Geologische Untersuchungen finden buchstäblich im Schatten der Kühltürme der älteren Dukovany-Blöcke statt.

Verzögert sich die Vorbereitung der neuen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany? Bislang gibt es keine Verzögerungen, das Projekt verläuft nach Plan. Derzeit stellen Experten die Unterlagen für die Erteilung der Genehmigung für den Bau nach dem Atomgesetz zusammen. Die Dokumentation soll bis Mitte April des kommenden Jahres fertiggestellt und anschließend der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB) übergeben werden.
Wie der Generaldirektor des Unternehmens Elektrárna Dukovany II, Petr Závodský, gegenüber der Zeitung Ekonomický deník erklärte, muss die Atomaufsichtsbehörde laut Gesetz innerhalb von 18 Monaten über den Antrag entscheiden. Schneller sei dies angesichts des Umfangs der Unterlagen nicht möglich. „Bei diesem Umfang der Dokumentation ist das nicht realistisch. Die Staatliche Nuklearbehörde SÚJB bewertet nicht nur das Reaktordesign selbst, sondern führt auch Berechnungen zu möglichen Ereignissen durch und prüft den Umgang mit Kernbrennstoff sowie die personelle Ausstattung für den Betrieb des Kraftwerks“, sagte Petr Závodský.

Erster Beton soll im Jahre 2030 gegossen werden...
Wenn alles nach Plan läuft, soll SÚJB ihre Entscheidung bis Ende des Jahres 2028 treffen. Anschließend sollen bis Mitte 2029 noch eine Reihe weiterer Genehmigungsverfahren abgeschlossen werden. Unmittelbar danach beginnt die Vorbereitung des Baugeländes, die bereits in der Verantwortung des Generalunternehmers – des südkoreanischen Unternehmens KHNP – liegen wird. Anfang des Jahres 2030 könnte dann der eigentliche Bau des ersten Blocks des Projekts Dukovany II, also des fünften Dukovany-Blocks, mit dem Gießen des ersten Betons für die Fundamente beginnen.
Auch das Warten auf die Genehmigung durch die Europäische Kommission dürfte den Zeitplan für die Vorbereitung des Baus der neuen Reaktoren nicht gefährden. Dabei geht es um die Bedingungen für die staatliche Unterstützung, insbesondere um einen garantierten Abnahmepreis für den erzeugten Strom und die Gewährung eines vergünstigten staatlichen Kredits zur Finanzierung des Baus.
Nach Angaben von Petr Závodský haben die Beamten der Europäischen Kommission bereits Antworten auf die meisten ihrer Fragen erhalten; die noch offenen Punkte sollen bis Ende des Jahres geklärt werden. Danach liege es allein an der Kommission, wie schnell sie ihre endgültige Entscheidung trifft.

Einige Grundstücke müssen enteignet werden….
Wie die Zeitung Ekonomický deník Anfang August berichtete, hat Elektrárna Dukovany II (EDU II) beim Verkehrs- und Energiebaubehörde DESÚ die Genehmigung für die Vorbereitung des Baugeländes für die neuen Kernkraftwerksblöcke beantragt. Dabei geht es beispielsweise um Geländearbeiten, die Aufstellung von Wohncontainern, die Befestigung bestimmter Flächen sowie den Einsatz von Dieselaggregaten auf dem Baugelände.
Gleichzeitig beantragte das Unternehmen die Enteignung von Grundstücken eines Unternehmens und dreier Privatpersonen, die sich geweigert hatten, ihre Flächen an die Gesellschaft zu verkaufen.
Aus den Unterlagen zum Verfahren bei der Verkehrs,-und Energiebaubehörde DESÚ geht hervor, dass in allen strittigen Fällen keine Einigung über den Kaufpreis erzielt werden konnte. Das Unternehmen ESHG und zwei Privatpersonen verlangten einen Preis, der dem Wert von Bauland entspricht. Das Unternehmen bot dagegen einen deutlich niedrigeren Preis an, der dem Wert von Ackerland und dem entsprechenden Gutachten entspricht. Die vierte betroffene Person reagiert nicht auf die Aufforderungen zu Verhandlungen.
Nach Angaben von Petr Závodský gab es noch vor kurzem mehr solcher Streitfälle. Bei mehreren Grundstücken sei es jedoch „in letzter Minute“ gelungen, eine Einigung über den Kauf zu erzielen.

Geplanter Betriebsbeginn: 2037---
Nach dem derzeitigen Zeitplan sollen die beiden neuen Blöcke in Dukovany in den Jahren 2037 und 2038 mit der Stromproduktion beginnen. Vorgesehen sind zwei koreanische Blöcke mit APR1000-Reaktoren und einer Gesamtleistung von mehr als 2.000 Megawatt.
Investor der neuen Blöcke ist die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, die zu 80 Prozent dem Staat und zu 20 Prozent dem Energieunternehmen ČEZ gehört. Das Unternehmen hat mit den Koreanern zudem eine Option auf den möglichen Bau von zwei APR1000-Blöcken in Temelín vereinbart.
Den verbindlichen Vertrag über den Bau der beiden neuen Blöcke in Dukovany schloss Elektrárna Dukovany II im Juni vergangenen Jahres mit KHNP. Der vereinbarte Auftragswert beläuft sich auf Grundlage der heutigen Preise auf 407 Milliarden Kronen. Die tatsächlichen Kosten werden jedoch deutlich höher liegen. In den endgültigen Kosten werden sich die Inflation, zusätzliche Kosten für die Bauvorbereitung sowie die Zinsen niederschlagen, die Elektrárna Dukovany II dem Staat für den gewährten Kredit zahlen muss.
Autor: David Tramba

Originalartikel unter Ekonomicky denik:
https://ekonomickydenik.cz/dukovansky-p ... ni-rizeni/
/gr/


USA schaffen Klimavorschriften für Kraftwerke ab – für die EU wird die Dekarbonisierung damit schwieriger
17.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jakub Maly

Die US-Regierung schafft einen erheblichen Teil der Klimaschutzvorschriften für Kohle- und Gaskraftwerke ab. Die Änderung könnte den Betrieb fossiler Kraftwerke verlängern und den Rückgang der Emissionen verlangsamen. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch das Ende des Ausbaus erneuerbarer Energien in den USA. Für die Europäische Union könnte der Kurswechsel der USA eine schwächere Position bei den Bemühungen um eine globale Dekarbonisierung und zugleich eine Stärkung derjenigen Kräfte innerhalb Europas bedeuten, die für einen längeren Erhalt der Kohleverstromung und weniger ambitionierte Emissionsziele eintreten.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA gab am 14. September 2026 bekannt, dass sie die Aufhebung des Großteils der im Jahre 2024 verabschiedeten Emissionsvorschriften für Kraftwerke abgeschlossen hat. Gleichzeitig legte sie einen Vorschlag vor, auch die verbleibenden bundesweiten Standards für Treibhausgasemissionen fossiler Kraftwerke auf Grundlage der entsprechenden Bestimmung des Clean Air Act abzuschaffen. Es handelt sich damit um zwei unterschiedliche Schritte: eine bereits abgeschlossene Entscheidung und einen daran anschließenden Vorschlag, der noch das Stellungnahmeverfahren durchlaufen muss.
Offiziell begründet die US-Regierung die Deregulierung mit dem Ziel, Strom erschwinglicher zu machen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die nationale Sicherheit zu stärken. Sie argumentiert, die bisherigen Anforderungen hätten Kraftwerke zu vorzeitigen Stilllegungen gezwungen und die Nutzung heimischer Kohle- und Gasvorkommen eingeschränkt. Die EPA beziffert die erwarteten Einsparungen auf 310 Milliarden US-Dollar.
Der Schritt hat zugleich eine deutliche politische Dimension. Er steht im Einklang mit Trumps Programm zur Förderung heimischer fossiler Energieträger und zum Abbau von Klimaschutzmaßnahmen früherer demokratischer Regierungen. In diesem Verständnis gelten Kohle und Gas als Grundlage für Arbeitsplätze, Industrie und Energieunabhängigkeit, während Klimaschutzvorschriften als Hindernis für ihre Nutzung dargestellt werden. Der Versuch, auch die Handlungsmöglichkeiten künftiger Regierungen einzuschränken, zeigt, dass der Kurs der US-Bundesenergiepolitik langfristig verändert werden soll.
Nach Angaben der BBC sind umgehend Klagen vor Gericht zu erwarten. Umweltorganisationen warnen vor gesundheitlichen und klimatischen Folgen, während EPA-Chef Lee Zeldin betont, dass der Schutz vor gefährlichen Luftschadstoffen bestehen bleiben werde. Der Ausgang der juristischen Auseinandersetzungen könnte daher sowohl den Umfang der Deregulierung als auch ihre Dauer beeinflussen.


Für Europa könnte die politische Wirkung entscheidend sein….
Die Abkehr der USA, des zweitgrößten Treibhausgasemittenten der Welt, könnte die Möglichkeiten für einen gemeinsamen internationalen Druck zur Senkung der Emissionen schwächen. Daraus könnte sich für die EU eine schwierigere Ausgangslage ergeben, wenn sie andere große Volkswirtschaften davon überzeugen will, kostspielige Transformationsmaßnahmen umzusetzen. Der amerikanische Kurs könnte ihnen als Argument dienen, dass der Erschwinglichkeit von Energie und der heimischen Industrie Vorrang eingeräumt werden sollte, während Klimaverpflichtungen zurückgestellt werden können.
Der globale Kontext zeigt zugleich, dass zusätzlicher Spielraum für Emissionen ein Problem bleibt. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) stiegen die energiebedingten weltweiten CO₂-Emissionen im Jahre 2025 um rund 0,4 Prozent auf knapp 38,4 Milliarden Tonnen. Höhere Gaspreise förderten in den USA zugleich die Verlagerung eines Teils der Stromerzeugung auf Kohle, wodurch mehr als 75 Millionen Tonnen CO₂ zusätzlich ausgestoßen wurden. Dieses Beispiel zeigt, wie empfindlich die Emissionen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Betriebs einzelner Energiequellen reagieren; es stellt jedoch keine Quantifizierung der Auswirkungen der aktuellen EPA-Entscheidung dar.
Das gleiche Argument könnte innerhalb der Europäischen Union an Gewicht gewinnen. Befürworter eines langsameren Kohleausstiegs und weniger ambitionierter Emissionsziele erhalten ein weiteres Beispiel für eine große Volkswirtschaft, die die Unterstützung fossiler Energieträger mit Energiepreisen und Versorgungssicherheit begründet. Es ist daher zu erwarten, dass der amerikanische Kurswechsel in den Debatten über das Tempo der Dekarbonisierung, die Kosten von Emissionszertifikaten oder die Laufzeit von Kohlekraftwerken aufgegriffen wird. An den europäischen Regeln ändert dies zunächst nichts, es könnte jedoch schwieriger werden, die politische Unterstützung für ihre Umsetzung aufrechtzuerhalten.
Aus europäischer Sicht stellt sich damit die Frage, wie sich die Unterstützung für die Dekarbonisierung in einem Umfeld aufrechterhalten lässt, in dem eine der größten Volkswirtschaften der Welt offen einen entgegengesetzten politischen Kurs verfolgt. Wenn die Transformation vor allem mit Kosten und Einschränkungen verbunden wird, könnte das amerikanische Beispiel den Druck erhöhen, europäische Klimaziele aufzuschieben – selbst ohne einen nachgewiesenen Erfolg der Deregulierung in den USA. Umso wichtiger wird sein, ob die EU die Vorteile einer emissionsarmen Energieversorgung mit erschwinglichen und zuverlässigen Stromlieferungen, einer geringeren Abhängigkeit von Brennstoffimporten und tragbaren Kosten für Industrie und Haushalte belegen kann. Gerade daran könnte sich die Widerstandsfähigkeit der europäischen Klimapolitik gegenüber dem Kurswechsel in den USA entscheiden.

Originalartikel unter:
https://oenergetice.cz/emise-co2/usa-ru ... arbonizaci
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 18.9.2026:

Inhalt:
Zweiter Block von Temelín wieder in Betrieb, Techniker haben Stromerzeugung nach Abschaltung wieder aufgenommen.
Nachrichten: Zweiter Temelin-Block wieder im Betrieb.
„Welt der Energie“ in Temelín.
Temelin: Unternehmen will neben der Müllverbrennungsanlage auch eine Kompostieranlage errichten.
Zweiter Block von Temelín wieder in Betrieb.
IAEO hebt Atomkraft-Prognose an: Weltweite Kapazität könnte sich bis 2060 verdreifachen.
Künftige Operatoren von Dukovany II stehen vor jahrelanger Ausbildung – Koreaner werden auch einen Simulator bauen

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Zweiter Block von Temelín wieder in Betrieb, Techniker haben Stromerzeugung nach Abschaltung wieder aufgenommen
oEnergetice.cz, ČTK
17. September 2026, oenergetice.cz

Die Techniker haben den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín heute kurz vor 17 Uhr nach einer ungeplanten Abschaltung wieder ans Netz angeschlossen. Das Turbinenaggregat war am Mittwoch wegen einer Störung in einem Teil des Leitsystems der nichtnuklearen Anlagentechnik vom Stromnetz getrennt worden. Das teilte der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, der Nachrichtenagentur ČTK mit.
„Die Techniker haben das System überprüft und anschließend die betroffene Elektronikkarte im Schaltschrank ausgetauscht. Derzeit erhöht das Betriebspersonal die Reaktorleistung. Wir gehen davon aus, dass die volle Leistung in der Nacht auf morgen erreicht wird“, sagte Sviták.
Der erste Block erzeugt Strom mit 100 Prozent Leistung.

Zuletzt musste Temelín die Leistung des zweiten Blocks Mitte Januar dieses Jahres ungeplant reduzieren. Die Leistung wurde dabei auf rund 40 Prozent gesenkt. Der Grund dafúr war der Austausch eines Lagers in einer Umwälzpumpe im nichtnuklearen Bereich des Kraftwerks. Der Austausch kann bei voller Leistung nicht während des laufenden Betriebs durchgeführt werden. Zuvor hatte das Kraftwerk den zweiten Block beispielsweise im Juli 2024 ungeplant für mehrere Stunden vom Netz genommen – zunächst wegen der Reparatur einer Wasserarmatur, später aufgrund von Vibrationen an der Turbine.

Die geplante Abschaltung des zweiten Blocks von Temelín dauerte in diesem Jahr von Februar bis April. Währenddessen tauschten die Techniker einen Teil der Brennelemente aus und überprüften die Sicherheitssysteme sowie die Turbinen. Zudem schlossen die Energieexperten die Umstellung auf einen längeren Brennstoffzyklus ab. Für den ersten Block von Temelín ist ab Oktober eine geplante Abschaltung vorgesehen.
Der Energiekonzern ČEZ wird in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kernkraftwerks Temelín investieren. Das sind 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr.

https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ili-vyrobu
/gr/



Nachrichten: Zweiter Temelin-Block wieder im Betrieb
18.9.2026 Tschechischer Rundfunk Budweis 6.00 Uhr – Nachrichten

Redakteur.:
Die Techniker haben gestern am späten Nachmittag den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín wieder ans Netz angeschlossen. Die ungeplante Abschaltung war am Mittwoch durch eine Störung in einem Teil des Leitsystems im nichtnuklearen Bereich verursacht worden, teilte der Kraftwerkssprecher Marek Sviták mit.
Zuletzt hatte Temelín die Leistung des zweiten Blocks Mitte Januar dieses Jahres ungeplant reduzieren müssen. Grund dafür war der Austausch eines Lagers in einer Umwälzpumpe im nichtnuklearen Bereich.
/gr/


„Welt der Energie“ in Temelín
18.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES
Machen Sie sich in der neu eröffneten Ausstellung „Svet energie / Welt der Energie“ mit dem Betrieb eines Kernkraftwerks vertraut. Es erwarten Sie virtuelle Realität und zahlreiche unterhaltsame Spiele. Der Eintritt ist für alle kostenlos.
/gr/


Temelin: Unternehmen will neben der Müllverbrennungsanlage auch eine Kompostieranlage errichten
18.9.2026 Tageszeitung MF DNES Antonin Pelisek

In der Nähe von Temelín soll eine Großkompostieranlage entstehen. Die Projektgesellschaft Quail, die zum FCC-Konzern gehört, ergänzt damit das geplante Vorhaben einer Müllverbrennungsanlage, das bei den umliegenden Gemeinden auf Ablehnung gestoßen ist.
Die Gemeinderäte von Temelín haben dazu sogar ein Referendum angesetzt, das gleichzeitig mit den Kommunalwahlen im Oktober stattfinden soll. Die Einwohner werden gefragt, ob sie damit einverstanden sind, dass der Gemeinderat sämtliche Schritte unternimmt, um den Bau der Müllverbrennungsanlage zu verhindern. Gegen das Vorhaben wurde außerdem eine Petition mit den Unterschriften von mehr als 2.000 Menschen gestartet.
Der Kreis hat das Projekt im Frühjahr dem sogenannten vollständigen UVP-Verfahren zugeführt, in dem es von unabhängigen Sachverständigen geprüft wird und auch eine öffentliche Erörterung vorgesehen ist. Das Unternehmen hat die Unterlagen für das Vorprüfungsverfahren inzwischen zurückgezogen.
Nun hat es zusätzlich eine Kompostieranlage angekündigt, die auf demselben Gelände im Gebiet Hůrka entstehen soll. An der Müllverbrennungsanlage hält das Unternehmen jedoch weiterhin fest. Sie soll neben der Kompostieranlage errichtet werden. Diese soll rund zwei Drittel der Fläche des bestehenden Grundstücks einnehmen, auf dem sich eine Deponie für verschiedene Abfälle befindet, darunter auch Heizkraftwerksaschen.
Die Gemeinderäte von Temelín lehnen auch die Kompostieranlage ab. „Wir wollen keine weitere Verschlechterung der Umwelt durch Lkw-Verkehr und Emissionen. Außerdem befürchten wir, dass ihre Genehmigung den Weg für eine Müllverbrennungsanlage ebnen könnte“, erklärte die Gemeinderätin Hana Hájková. Sie erinnerte daran, dass bereits eine große Kompostieranlage im zwölf Kilometer von Hůrka entfernten Jarošovice in Betrieb ist.

Den Projektunterlagen zufolge soll die Anlage zur Vergärung biologisch abbaubarer Abfälle jährlich 27.000 Tonnen Material verarbeiten. Dazu gehören beispielsweise Holzreste, Bioabfälle aus Gärten und Klärschlämme aus Abwasserreinigungsanlagen. Der Betrieb soll den Lkw-Verkehr um 40 Lastwagen pro Tag erhöhen. Der Investor rechnet mit einer Inbetriebnahme im Jahr 2029.
„Beide Vorhaben bestehen weiterhin. Im Anschluss an die Entscheidung des Kreises werden neue Unterlagen für die Müllverbrennungsanlage vorbereitet, die wir erneut beim Kreisamt einreichen werden“, bestätigte die Sprecherin des FCC-Konzerns, Kristina Jakubcová.
Die Öffentlichkeit, die Gemeinden und Experten kritisieren bei dem Vorhaben der Müllverbrennungsanlage vor allem die unzureichende Identifizierung der zu entsorgenden Abfälle. Ein Teil davon gehört zur Kategorie der gefährlichen Abfälle, beispielsweise Abfälle aus dem Gesundheitswesen.
Die Anwohner sorgen sich zudem über die kumulative Wirkung der geplanten Industrievorhaben in der Umgebung. Dazu gehören weitere Kernreaktoren, ein Photovoltaikpark, ein mögliches Tiefenlager für radioaktive Abfälle, Windkraftanlagen, der Ausbau des Stromnetzes sowie eine mögliche Verstärkung der Kühlwasserversorgung für das Kernkraftwerk.
Die kumulativen Auswirkungen all dieser Vorhaben auf die Umwelt bezeichnete die Projektgesellschaft Quail als vernachlässigbar.
/gr/



Zweiter Block von Temelín wieder in Betrieb
17.9.2026 Regionalni noviny

Der zweite Block des Kernkraftwerks Temelín hat heute (17. September) kurz vor 17 Uhr die Stromerzeugung wieder aufgenommen. Der Block hatte die Stromproduktion am Vortag wegen einer Störung in einem Teil des digitalen Leitsystems der sekundären (nichtnuklearen) Anlagentechnik kurzzeitig unterbrochen.
„Die Techniker haben das System überprüft und anschließend die betroffene Elektronikkarte im Schaltschrank ausgetauscht. Derzeit erhöht das Betriebspersonal die Reaktorleistung. Die Energieexperten gehen davon aus, dass die volle Leistung in der Nacht auf morgen erreicht wird“, erklärte Kraftwerkssprecher Marek Sviták.

Quelle: https://www.regionalninoviny.cz/detail. ... _PTxdL2r5B
/gr/



IAEO hebt Atomkraft-Prognose an: Weltweite Kapazität könnte sich bis 2060 verdreifachen
Autor: Jiří Puchnar
17. September 2026, oenergetice.cz

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hat ihren langfristigen Ausblick auf die Entwicklung der Kernenergie erstmals bis zum Jahr 2060 verlängert. Neben einem weiteren Anstieg der weltweit installierten Kernkraftkapazität erwartet sie auch eine deutlich größere Rolle kleiner modularer Reaktoren (SMR). Im höchsten Szenario sollen sie 28 Prozent der neu hinzukommenden Kernkraftkapazitäten ausmachen.
Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) erwartet in ihrem höchsten Szenario einen Anstieg der weltweiten Kernkraftkapazität von 377,1 GWe Ende 2025 auf 1.045 GWe im Jahr 2050 und 1.284 GWe im Jahr 2060. Gegenüber dem heutigen Stand wäre dies mehr als eine Verdreifachung. Das konservativere Szenario geht von 641 GWe im Jahr 2050 und 696 GWe im Jahr 2060 aus. Damit hat die IAEO ihren langfristigen Ausblick bereits das sechste Jahr in Folge nach oben korrigiert.
Die weltweite Kernkraftflotte umfasste Ende des Jahres 2025 insgesamt 413 in Betrieb befindliche Leistungsreaktoren. Weitere 72 Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 77,2 GWe befanden sich im Bau. Kernkraftwerke erzeugten im Jahre 2025 weltweit 2.689,1 TWh Strom, 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Anteil an der weltweiten Stromerzeugung sank dennoch von 8,7 auf 8,4 Prozent, da die globale Stromproduktion insgesamt schneller wuchs.

SMR sollen mehr als ein Viertel der neuen Kapazitäten ausmachen….
Die Bedeutung kleiner modularer Reaktoren (SMR) ist in der neuen Projektion deutlich gestiegen. Im höchsten Szenario sollen bis zum Jahr 2060 insgesamt 1.017 GWe neue Kernkraftkapazität hinzukommen, davon 28 Prozent aus SMR. Das entspricht fast 285 GWe. Im konservativeren Szenario entfallen 23 Prozent der insgesamt 521 GWe neu hinzukommender Kapazität auf SMR, also rund 120 GWe. Im letztjährigen Ausblick hatte der SMR-Anteil im oberen Szenario noch 24 Prozent und im unteren Szenario lediglich 5 Prozent betragen.
Die IAEO nennt dabei keine konkrete Zahl künftiger kleiner modularer Reaktoren, sondern deren Anteil an der neu installierten Kernkraftkapazität. Als SMR bezeichnet die Organisation Reaktoren mit einer elektrischen Leistung von in der Regel bis zu 300 MWe. Würde die durchschnittliche Leistung eines Reaktors 300 MWe betragen, entsprächen die knapp 285 GWe rund 950 Einheiten. Bei einer durchschnittlichen Leistung von 250 MWe wären es etwa 1.140 Reaktoren.
Die Bedeutung von SMR dürfte sich zugleich von Region zu Region erheblich unterscheiden. In Nordamerika könnten sie nach Einschätzung der IAEO rund 60 Prozent der neu installierten Kernkraftkapazität ausmachen, während ihr Anteil in Lateinamerika und der Karibik sowie in Südostasien bei etwa 40 Prozent liegen könnte. Für Nord-, West- und Südeuropa geht die Organisation von einem Anteil von 10 Prozent im niedrigen und 15 Prozent im hohen Szenario aus. In Osteuropa sollen es 5 beziehungsweise 15 Prozent sein.
Wachstum wird auch von längeren Laufzeiten bestehender Reaktoren abhängen….
Der Neubau von Reaktoren allein reicht jedoch nicht aus, um das höhere Szenario zu erreichen. Rund zwei Drittel der derzeit betriebenen Reaktoren sind älter als 30 Jahre, etwa 46 Prozent bereits länger als 40 Jahre in Betrieb. Im höchsten Szenario rechnet die IAEO bis zum Jahr 2060 mit der Stilllegung von rund 128 GWe der heute vorhandenen Kapazität, während im niedrigen Szenario etwa 220 GWe vom Netz genommen werden sollen. Ein wichtiger Bestandteil der weiteren Entwicklung der Kernenergie wird daher auch die Verlängerung der Laufzeiten bestehender Reaktoren sein.
Die Verwirklichung des höheren Szenarios wird zugleich von einer Reihe weiterer Voraussetzungen abhängen. Dazu zählt die IAEO geeignete energiepolitische Rahmenbedingungen, eine ausreichende Finanzierung, genügend qualifizierte Fachkräfte, ausreichende Kapazitäten in den Lieferketten sowie die Zusammenarbeit der Regulierungsbehörden und eine Harmonisierung der Anforderungen an neue Reaktortechnologien.
Als positives Signal wertet die Organisation auch das wiedererwachte Interesse internationaler Finanzinstitutionen an der Kernenergie. Die Weltbank engagierte sich im Jahre 2025 nach mehreren Jahrzehnten wieder in diesem Sektor, anschließend änderte auch die Asiatische Entwicklungsbank ihre Energiepolitik, sodass sie nun ebenfalls Atomkraftprojekte unterstützen kann.

Prognose ist keine Vorhersage konkreter Projekte...
Die IAEO betont, dass die beiden Szenarien keine Vorhersage der künftigen Entwicklung darstellen, sondern mögliche Entwicklungspfade auf Grundlage der aktuellen Rahmenbedingungen und der erwarteten Entwicklung des Sektors. Sie werden nach einem „von unten nach oben“-Ansatz erstellt und berücksichtigen die derzeit betriebenen Reaktoren, mögliche Laufzeitverlängerungen, geplante Abschaltungen, Leistungssteigerungen sowie geplante Projekte, die von Experten als realistisch umsetzbar eingestuft wurden.
Das niedrige Szenario basiert überwiegend auf einer Fortsetzung der aktuellen Markt- und Technologietrends. Die höhere Variante berücksichtigt darüber hinaus nationale Ausbaupläne für die Kernenergie sowie politische Strategien zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit oder zur Verringerung der Emissionen.
Noch ambitionierter fällt der Ausblick der World Nuclear Association in ihrem Bericht World Nuclear Outlook Report aus. Danach könnte die weltweite Kernkraftkapazität im Jahr 2050 auf 1.457 GWe steigen, wenn die nationalen Ziele erreicht, die identifizierten Projekte umgesetzt und die bestehenden Reaktoren weiter betrieben werden.
Die Zahl ist jedoch nicht unmittelbar mit der IAEO-Projektion vergleichbar. Gründe dafür sind insbesondere die unterschiedlichen methodischen Ansätze sowie die Tatsache, dass die World Nuclear Association in ihrem Ausblick die Bruttoleistung der Kernkraftwerke verwendet.

https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... rojnasobit
/gr/



Künftige Operatoren von Dukovany II stehen vor jahrelanger Ausbildung – Koreaner werden auch einen Simulator bauen
Autor: Jiří Bárta
16. September 2026, oenergetice.cz
Dukovany (Region Třebíč)

Obwohl die geotechnische Untersuchung des Standorts, an dem zwei neue Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany II entstehen sollen, erst vor wenigen Monaten abgeschlossen wurde, hat das staatliche Unternehmen bereits mit der Ausbildung der künftigen Operatoren begonnen. Sie sollen bei der für das Jahr 2037 geplanten Aufnahme des Probebetriebs dabei sein. Der künftige Arbeitgeber hat Anfang September Verträge mit den ersten acht Interessenten unterzeichnet, darunter auch eine Frau.

Die ersten Operatoren für die neuen Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany beginnen ihre Ausbildung noch bevor in der Region Třebíč überhaupt mit dem Bau begonnen wird.

„Wenn alles nach Plan läuft, werden sie in einigen Jahren die ersten Operatoren für die völlig neuen APR1000-Blöcke sein, die am Standort Dukovany entstehen werden. Zunächst erwartet sie eine zweijährige Weiterbildung im Schulungszentrum von ČEZ in Brünn, anschließend eine praktische Ausbildung in den bestehenden Kernkraftwerken von ČEZ“, teilte Alice Horáková, Sprecherin von Elektrárna Dukovany II (EDU II), mit.
EDU II rechnet mit rund 1.500 Beschäftigten. Für den eigentlichen Betrieb der neuen Blöcke werden rund 60 Personen benötigt. In jeder Schicht werden ein Schichtingenieur und zwei Besatzungen der Blockwarten für den Betrieb des Kraftwerks zuständig sein. Jede Besatzung besteht aus dem Leiter des Reaktorblocks, dem Leiter der Blockwarte, einem Operator des Primärkreislaufs, einem Operator des Sekundärkreislaufs und einem Elektrooperator.
Auf die neuen Mitarbeiter warten zunächst jahrelange Ausbildung und praktische Erfahrung. „Das kann zwar verfrüht erscheinen, da mit dem Bau der neuen Blöcke noch nicht einmal begonnen wurde. Die fachliche Ausbildung einiger Spezialisten dauert jedoch Jahre. Bei Führungspositionen im Kraftwerksbetrieb sprechen wir von mehr als acht Jahren“, betonte Petr Závodský, Generaldirektor von EDU II.

Deshalb beginnen Rekrutierung und Ausbildung so früh
Im speziellen Ausbildungszentrum von ČEZ in Brünn wird auch Johana R., eine frische Absolventin der Fakultät für Maschinenbau, ihre Ausbildung aufnehmen. „Für EDU II habe ich mich entschieden, weil ich die Möglichkeit sehe, Teil von etwas Neuem und Großem im Bereich der Kernenergie zu werden“, erklärte sie.
Ihr Kollege Petr K. steht dagegen vor dem Wechsel von der Kohle zur Kernenergie. Bislang arbeitete er als Leiter eines Zweiblock-Kraftwerks in einem der tschechischen Kohlekraftwerke. „Der Wechsel von der konventionellen Energiewirtschaft zur Kernenergie ist für mich vor allem eine neue Herausforderung und eine Möglichkeit, mich beruflich weiterzuentwickeln“, sagte er. Ihn reize insbesondere die spezifische Technologie.

Wechsel von russischer zu koreanischer Technologie...
Zunächst müssen die neuen Mitarbeiter Erfahrungen mit den derzeit betriebenen Kernkraftwerksblöcken sammeln. Dazu werden sie am VVER-Reaktortyp ausgebildet, also an den russischen Druckwasserreaktoren, die in Dukovany und Temelín eingesetzt werden. „Anschließend werden sie in den Jahren 2033 bis 2035 auf die koreanische APR1000-Technologie umgeschult, die gerade in Dukovany gebaut werden soll“, erläuterte die Kraftwerkssprecherin.
Das Projekt Dukovany II wird von dem Gewinner der Großausschreibung, dem südkoreanischen Unternehmen KHNP, errichtet. Deshalb werden mehrere Ausbildungsingenieure direkt in Asien geschult und anschließend das Personal in Tschechien ausbilden. „Der Vertrag mit KHNP umfasst auch den Bau eines Simulators für die Blockwarte des APR1000, an dem die Operatoren trainieren werden. Es wird sich um die erste Anlage dieser Art weltweit handeln“, hob Horáková hervor.
Die vier bestehenden Blöcke von Dukovany sind seit der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre in Betrieb. Der Bau von zwei neuen Blöcken mit einer Gesamtleistung von 2.100 MWe soll dem Zeitplan zufolge im Jahr 2029 beginnen.

Foto: Auf einem Feld neben dem Kernkraftwerk Dukovany wurde vor wenigen Monaten die geotechnische Untersuchung abgeschlossen, die dem Bau der neuen Blöcke vorausgeht.

Quelle: https://www.novinky.cz/clanek/veda-skol ... r-40596434

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 21.September 2026:

Inhalt:
Wo soll ein modularer Reaktor gebaut werden? Ein Team von Studierenden der Südböhmischen Universität sucht nach der Antwort.
Drohne hat russisches Atomkraftwerk Kursk getroffen.
Temelin: Der zweite Block produziert wieder Strom.
In den Gasspeichern fehlt ein Viertel. Kein Engpass im Winter ist zu befürchten, beruhigt Havlíček.
ČEZ investiert mehr als fünf Milliarden Kronen in Wasserkraftwerke – größtes Projekt am Orlík.
Zweiter Block von Temelín wieder in Betrieb – Techniker haben die Stromproduktion nach der Abschaltung wieder aufgenommen.
Das Kernkraftwerk Dukovany nimmt den Betrieb von Block drei wieder auf

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Wo soll ein modularer Reaktor gebaut werden? Ein Team von Studierenden der Südböhmischen Universität sucht nach der Antwort

PR-Artikel
18. September 2026 Budejcka drbna


Die Südböhmische Universität in Budweis beteiligt sich an dem interuniversitären Wettbewerb „SMR Challenge“, der von der ČEZ-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Rolls-Royce SMR und der britischen Botschaft in Prag organisiert wird. Insgesamt haben sich neun tschechische Hochschulen für den Wettbewerb angemeldet.

Die SMR Challenge vernetzt Studierende verschiedener Fachrichtungen, die gemeinsam aktuelle Themen rund um die Zukunft der Energiewirtschaft lösen. Die Aufgabe der Studierendenteams besteht darin, eine Machbarkeitsstudie für die Platzierung eines kleinen modularen Reaktors von Rolls-Royce SMR an einem ausgewählten, nicht-nuklearen Standort in der Tschechischen Republik zu erstellen und die technischen, wirtschaftlichen, rechtlichen sowie ökologischen Aspekte dieses Projekts zu bewerten.

„Die Kernenergie ist dank des Kernkraftwerks Temelín ein integraler Bestandteil unserer Region. Kleine modulare Reaktoren könnten die Zukunft der Energieversorgung sein. Deshalb freuen wir uns sehr, dass auch unsere Südböhmische Universität als eine der ausgewählten Hochschulen für die Teilnahme angefragt wurde. Wir sind davon überzeugt, dass wir trotz der Tatsache, dass wir keine klassische technische Universität sind, im Wettbewerb definitiv viel zu bieten haben.

Der Veranstalter ČEZ empfiehlt, dass im Team Kompetenzen aus den Bereichen Energiewirtschaft, Technik, Strahlenschutz, Ökonomie und ähnlichen Disziplinen vertreten sind. Die Vielfalt unserer Fakultäten hat es uns ermöglicht, ein Team aufzustellen, das die geforderten Bereiche optimal abdeckt“, erklärt der Koordinator des Studierendenteams der Südböhmischen Universität, Ladislav Ptáček vom Institut für Physik der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Südböhmischen Uni.

Das Team der Südböhmischen Universität besteht aus fünf Studierenden von vier verschiedenen Fakultäten. Ihre Kompetenzen sind klar aufgeteilt und reichen von technischen über ökologische, rechtliche und wirtschaftliche Aspekte až hin zum Bevölkerungsschutz.

„Die Möglichkeit, an der SMR Challenge teilzunehmen, ist für unser Team eine Chance, Neues im Bereich der kleinen modularen Reaktoren zu lernen. Wir schätzen es sehr, dass uns die Südböhmische Universität die Teilnahme an diesem Projekt ermöglicht hat, um unser bisheriges Wissen weiterzuentwickeln. Wichtig ist für uns auch der regionale Bezug zu dieser Thematik“, beschreibt die Studentin Lucie Kosánková im Namen des gesamten Teams.

Das Team muss in seinem Entwurf die wesentlichen Auswirkungen des Projekts auf die Region, deren Industrie und den Arbeitsmarkt sowie auf die lokalen Kommunalverwaltungen berücksichtigen. Die Studierenden haben die Aufgabe, Finanzierungsmodelle für das Projekt vorzuschlagen und relevante Akteure einzubinden.

Die Wirtschaftlichkeitsstudie muss zudem den zeitlichen Cashflow / Finanzflüsse sowie die erwarteten Kosten und Erträge des Projekts enthalten. Das Team wird eine Bewertung des ausgewählten, nicht-nuklearen Standorts ausarbeiten, diesen nach der tschechischen Gesetzgebung prüfen und evaluieren, ob er aus Sicht der Geologie, Hydrologie, Raumplanung, der technischen Infrastruktur, der Transportlogistik oder der Netzanbindungsmöglichkeiten geeignet ist oder nicht.

Der Wettbewerb bietet den Studierenden die Möglichkeit, an einer realen Praxisaufgabe zu arbeiten, ihre Entwürfe mit Experten zu konsultieren und die Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit auszubauen. Das Projekt trägt gleichzeitig zur Entwicklung des Fachwissens der Studierenden im Bereich der modernen Energiewirtschaft bei und fördert die Vernetzung von akademischem Umfeld und industrieller Praxis.

Die drei besten Teams werden ihre Projekte im Dezember dieses Jahres bei einer feierlichen Preisverleihung in Prag in der Botschaft des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland präsentieren. Auf das Gewinnerteam wartet eine Reise zum Testzentrum von Rolls-Royce SMR in Sheffield sowie weitere wertvolle Preise.



Quelle: https://budejcka.drbna.cz/vzdelani/9003 ... rzity.html
/gr/




Drohne hat russisches Atomkraftwerk Kursk getroffen
18. September 2026, tn.cz

Eine Drohne hat den Kühlturm eines der Blöcke des Kernkraftwerks Kursk in Russland getroffen. Der Block war zu diesem Zeitpunkt in Betrieb, der Einschlag hatte jedoch nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) keine Auswirkungen auf dessen Betrieb und verursachte auch keinen Brand. Der IAEA-Chef Rafael Grossi rief angesichts des Vorfalls erneut zu maximaler militärischer Zurückhaltung auf.

Der Vorfall ereignete sich am frühen Donnerstag-Morgen. „Die IAEA hat Informationen erhalten, wonach eine Drohne den Kühlturm eines der Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Kursk in der Russischen Föderation getroffen hat“, teilte die Organisation auf der Plattform X mit. Demnach war der Block zum Zeitpunkt des Einschlags in Betrieb, der Betriebsmodus habe sich jedoch nicht geändert und es sei kein Feuer vor Ort ausgebrochen.

Das Kernkraftwerk Kursk liegt unweit der Grenze zur Ukraine, wie die Nachrichtenagentur AFP betonte. Diese berichtete ebenfalls, dass eine Drohne den Kühlturm des Kraftwerks getroffen habe. Aus den Informationen von AFP und IAEA geht nicht hervor, wem das unbemannte Luftfahrzeug gehörte.

Auf den Vorfall reagierte auch IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi. „Jegliche Angriffe auf nukleare Anlagen sind inakzeptabel, da sie die nukleare Sicherheit und Gefahrenabwehr gefährden können, unabhängig davon, wo sie stattfinden“, erklärte er.

Grossi appellierte zudem erneut an alle Parteien, im Umfeld von Atomanlagen mit Vorsicht vorzugehen. Er forderte „maximale militärische Zurückhaltung, um das Risiko eines nuklearen Unfalls zu vermeiden“. Die IAEA erwähnte in der bereitgestellten Erklärung keine weiteren Folgen des Einschlags vom Donnerstag.

Quelle: Zdroj: https://tn.nova.cz/zpravodajstvi/clanek ... _clipboard
/gr/



Der zweite Block produziert wieder Strom
19.09.2026 Tageszeitung MF DNES CTK Südböhmen Seite 10

TEMELÍN
Die Techniker haben den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín am Donnerstagnachmittag nach einer ungeplanten Abschaltung wieder ans Netz angeschlossen. Die Turbine war am Mittwoch wegen einer Störung in einem Teil des Leitsystems der nichtnuklearen Anlagentechnik vom Stromnetz getrennt worden.
„Die Techniker haben das System überprüft und anschließend die betroffene Elektronikkarte im Schaltschrank der Steuerung ausgetauscht“, erklärte der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták.
Der erste Block produziert jetzt wieder Strom mit voller Leistung. Zuletzt hatte Temelín die Leistung des zweiten Blocks Mitte Januar dieses Jahres ungeplant reduzieren müssen. Die Leistung wurde damals auf rund 40 Prozent abgesenkt. Der Grund dafür war damals der Austausch eines Lagers in einer Umwälzpumpe im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks. Der Austausch kann bei voller Leistung im laufenden Betrieb nicht durchgeführt werden.
Bereits zuvor hatte das Kraftwerk den zweiten Block beispielsweise im Juli 2024 ungeplant für mehrere Stunden vom Netz genommen – zunächst wegen der Reparatur einer Wasserklappe, anschließend aufgrund von Vibrationen an der Turbine.
/gr/



In den Gasspeichern fehlt ein Viertel. Kein Engpass im Winter ist zu befürchten, beruhigt Havlíček
20. September 2026 E15.cz

• Die Speicher werden wegen der hohen Gaspreise langsamer aufgefüllt.
• Tschechien liegt dennoch über dem EU-Durchschnitt und erfüllt die vorgeschriebene Mindestfüllmenge.
• Gas für Haushalte wird bald teurer, insbesondere bei neuen Preisbindungen.

Die Gasspeicher in Tschechien sind derzeit zu 74 Prozent gefüllt. Damit liegen die aktuellen Gasvorräte rund ein Fünftel unter dem Stand vor einem Jahr. Das sagte der tschechische Industrieminister Karel Havlíček (ANO) im Fernsehsender CNN Prima News. Seiner Ansicht nach müsse Gas angesichts der aktuellen Marktpreise derzeit mit Bedacht eingekauft werden. Einen Engpass im Winter befürchtet er jedoch nicht.
Analysten führen die langsamere Auffüllung der Gasspeicher auf die steigenden Gaspreise an den Börsen zurück. Der Großhandelspreis für Gas auf dem europäischen Markt überschritt zu Beginn dieser Woche die Marke von 84 Euro (rund 2.040 Kronen) pro Megawattstunde (MWh) und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Nach Einschätzung von Analysten reagiert der Markt auch auf die weitere Eskalation des Konflikts im Nahen Osten sowie auf die geringeren Gasvorräte in Europa.
„Derzeit gibt es in Europa kein Mengenproblem beim Gas, sondern ein Preisproblem. Wer jetzt vorsichtiger einkauft, kauft zu niedrigeren Preisen. Ein Vertrag für den Winter ist derzeit nämlich günstiger als die aktuellen Preise“, sagte Havlíček. Würde Gas dagegen um jeden Preis eingekauft, obwohl dies nicht notwendig sei, müssten die Verbraucher seiner Ansicht nach am Ende unnötig mehr bezahlen.

Tschechien liegt über dem EU-Durchschnitt...
Trotz der im Jahresvergleich niedrigeren Vorräte erfüllt Tschechien bislang die europäischen Zwischenziele. Diese sehen vor, dass die Gasspeicher zum 1. September zu mindestens 60 Prozent gefüllt sein müssen. Das Industrieministerium hatte in den vergangenen Wochen zudem angekündigt, dass auch das zentrale europäische Ziel einer Speicherauslastung von 80 Prozent für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 1. Dezember erreicht werden dürfte.
Die Gasspeicher in Tschechien sind derzeit stärker gefüllt als im EU-Durchschnitt. Nach Angaben der tschechischen Energieregulierungsbehörde sind die europäischen Speicher aktuell zu knapp 67 Prozent gefüllt.
Analysten zufolge wird der derzeitige Anstieg der Gaspreise an den Börsen in den kommenden Monaten schrittweise auch die Preise für Gaslieferungen an Haushalte in die Höhe treiben. Dabei werde es jedoch keine flächendeckenden Preiserhöhungen geben. Vor allem bei neuen Preisbindungen dürften die Preise steigen. Für die längerfristige Preisentwicklung werden nach Einschätzung der Analysten der bevorstehende Winter und die weitere Entwicklung der geopolitischen Lage entscheidend sein.
Der wichtigste Betreiber von Erdgasspeichern in Tschechien ist das staatseigene Unternehmen Gas Storage CZ. Es betreibt sechs unterirdische Speicher in Dolní Dunajovice, Tvrdonice, Lobodice, Štramberk und Třanovice in Mähren sowie in Háje bei Příbram. Ihr gesamtes Betriebsvolumen beträgt mehr als 2,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das entspricht etwa einem Drittel des jährlichen Gasverbrauchs in Tschechien. Weitere Gasvorräte werden von privaten Händlern verwaltet.
Quelle: https://www.e15.cz/byznys/prumysl-a-ene ... ek-1435923
/gr/



ČEZ investiert mehr als fünf Milliarden Kronen in Wasserkraftwerke – größtes Projekt am Orlík
17. September 2026, oenergetice.cz

Der Energieversorger ČEZ hat bislang 20 Wasserkraftwerke mit mehr als 40 Turbinen-Generator-Einheiten modernisiert. Die modernisierten Kraftwerke sind nach Angaben des Unternehmens fünf bis zehn Prozent effizienter und benötigen weniger Wasser. Die bisherigen Investitionen belaufen sich seit dem Jahr 2007 auf insgesamt mehr als fünf Milliarden Kronen. Weitere Modernisierungen sind in Vorbereitung. Das größte Projekt ist der Umbau des Kraftwerks Orlík zu einem Pumpspeicherkraftwerk für rund acht Milliarden Kronen. Das teilte ČEZ heute der tschechischen Nachrichtenagentur ČTK mit.
Die Wasserkraftwerke von ČEZ speisten im vergangenen Jahr rund 1,8 Terawattstunden (TWh) Strom ins Netz ein und deckten damit den Verbrauch von mehr als einer halben Million Haushalten.
ČEZ begann im Jahre 2007 mit der Modernisierung seiner Wasserkraftwerke. Die Arbeiten betreffen alle Arten von Wasserkraftwerken – von großen Speicherkraftwerken über Pumpspeicherkraftwerke bis hin zu kleinen Laufwasserkraftwerken. Abgeschlossen wurden die Modernisierungen bislang unter anderem in den Kraftwerken Dlouhé stráně, Lipno, Slapy, Kamýk und Vrané nad Vltavou. Bei den kleineren Anlagen wurden unter anderem Kraftwerke am Brünner Stausee, in Hradec Králové, Les Království und Pardubice modernisiert.
Die Gesamtleistung der Turbinen-Generator-Einheiten beträgt mehr als 1.500 Megawatt (MW) und entspricht damit etwa drei Vierteln der Leistung der Kernkraftwerke Dukovany oder Temelín. Die Modernisierungsmaßnahmen haben den Wirkungsgrad der großen Kraftwerke um bis zu fünf Prozent und den der kleinen Wasserkraftwerke um bis zu zehn Prozent erhöht.
Nach Angaben des Unternehmens müssen die Anlagen sowohl an die veränderten Bedingungen im Energiesektor als auch an die Veränderungen der hydrologischen Verhältnisse in der Natur angepasst werden. Dazu gehören etwa Dürreperioden und die damit verbundenen niedrigeren Wasserstände der Flüsse.
„Wasserkraftwerke sind für das Energiesystem wichtig, weil sie innerhalb weniger Dutzend Sekunden auf volle Leistung hochgefahren werden können und zur Stabilisierung des Netzes beitragen. Unsere Antwort auf die gestiegenen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Sicherheit ist die Modernisierung aller Kraftwerkstypen, in die wir in den vergangenen Jahren mehr als fünf Milliarden Kronen investiert haben. Dadurch konnten wir ihre Lebensdauer verlängern, die Effizienz steigern und den Betrieb auch bei Abflussmengen und Wasserständen aufrechterhalten, bei denen sie früher bereits hätten abgeschaltet werden müssen“, sagte Pavel Šleška, Leiter der Abteilung konventionelle Energie bei ČEZ.
Bei den Modernisierungen setzt das Unternehmen seinen Angaben zufolge wissenschaftliche und technische Erkenntnisse bei der Konstruktion mechanischer und elektrischer Komponenten der Turbinen-Generator-Einheiten ein, etwa bei der Geometrie der Turbinenlaufräder oder bei den Leitsystemen. Zu den Arbeiten gehören auch der Austausch oder die Reparatur wichtiger mechanischer und technologischer Komponenten der Kraftwerke, darunter Turbinenlaufräder, Generatoren und Leitsysteme.
„Derzeit laufen Reparaturarbeiten an den kleinen Wasserkraftwerken Kořensko und Lipno II an der Moldau. Das Wichtigste steht jedoch erst noch bevor. Die umfassende Modernisierung des größten Wasserkraftwerks an der Moldau, Orlík, nimmt Fahrt auf. Wir wollen es zur Hälfte in ein Pumpspeicherkraftwerk umbauen, das große Strommengen speichern und für eine spätere Nutzung bereitstellen kann. Vollständig modernisierte Turbinen-Generator-Einheiten werden in den kommenden Jahren auch das Pumpspeicherkraftwerk Dalešice, das Wasserkraftwerk Štěchovice an der Moldau sowie Střekov an der Elbe erhalten“, erläuterte Róbert Heczko, Leiter der Wasserkraftwerke von ČEZ, die weiteren Pläne des Unternehmens.

Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... ceka-orlik
/gr/


Zweiter Block von Temelín wieder in Betrieb – Techniker haben die Stromproduktion nach der Abschaltung wieder aufgenommen
17. September 2026, oenergetice.cz

Die Techniker haben den zweiten Block des Kernkraftwerks Temelín heute kurz vor 17 Uhr nach einer ungeplanten Abschaltung wieder ans Netz angeschlossen. Das Turbinenaggregat war am Mittwoch wegen einer Störung in einem Teil des Leitsystems der nichtnuklearen Anlagentechnik vom Stromnetz getrennt worden. Das teilte der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, der tschechischen Nachrichtenagentur ČTK mit.
„Die Techniker haben das System überprüft und anschließend die betroffene Elektronikkarte im Schaltschrank der Steuerung ausgetauscht. Derzeit erhöht das Betriebspersonal die Reaktorleistung. Wir gehen davon aus, dass die volle Leistung in der Nacht auf morgen erreicht wird“, sagte Sviták.
Der erste Block produziert jetzt Strom mit voller Leistung.

Zuletzt musste Temelín die Leistung des zweiten Blocks Mitte Januar dieses Jahres ungeplant reduzieren. Die Leistung wurde damals auf rund 40 Prozent gesenkt. Grund war der Austausch eines Lagers in einer Umwälzpumpe im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks. Der Austausch kann bei voller Leistung nicht im laufenden Betrieb durchgeführt werden.
Zuvor hatte das Kraftwerk den zweiten Block beispielsweise im Juli 2024 ungeplant für mehrere Stunden vom Netz genommen – zunächst wegen der Reparatur einer Wasserklappe und anschließend aufgrund von Vibrationen an der Turbine.
Die planmäßige Abschaltung des zweiten Blocks von Temelín dauerte in diesem Jahr von Februar bis April. Die Techniker tauschten dabei einen Teil der Brennelemente aus und überprüften die Sicherheitssysteme und Turbinen. Zudem schlossen die Fachleute die Umstellung auf einen längeren Brennstoffzyklus ab. Für den ersten Block von Temelín ist ab Oktober eine planmäßige Abschaltung vorgesehen.
ČEZ wird in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kernkraftwerks Temelín investieren. Das sind 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ili-vyrobu
/gr/


Das Kernkraftwerk Dukovany nimmt den Betrieb von Block drei wieder auf
21. September 2026 oenergetice.cz

Im Kernkraftwerk Dukovany haben die Energieexperten die Stromproduktion von Block drei wieder aufgenommen. Der Block war planmäßig seit dem 17. Juli abgeschaltet, um einen Teil der Brennelemente auszutauschen sowie Kontrollen und Wartungsarbeiten an den Anlagen durchzuführen.
„Dank sorgfältiger Vorbereitung, einer guten Koordinierung der Arbeiten sowie des Einsatzes unserer Mitarbeiter und Auftragnehmer konnten alle geplanten Arbeiten mehrere Tage vor dem vorgesehenen Termin erfolgreich abgeschlossen werden“, sagte der Leiter des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Das Kernkraftwerk Dukovany verfügt über vier Blöcke. Im August war parallel zu Block drei auch Block vier wegen Wartungsarbeiten an gemeinsam genutzten Anlagen abgeschaltet. Eine vergleichbare Situation wird nach den derzeitigen Planungen erst wieder im Jahr 2032 eintreten, teilte der Betreiber ČEZ mit.

Quelle: https://cesky.radio.cz/dukovany-obnovuj ... ku-8897827
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevante Zeitungsartikeln aus tschechischen Medien zum Thema Energie vom 22.9.2026:

Inhalt:
Das KKW Dukovany nimmt dritten Block vorzeitig wieder in Betrieb – Stillstand dauerte mehr als einen Monat.
Haushaltsarmageddon: Kupka rechnet 30 Milliarden für Dukovany zum Defizit hinzu.
Orlík lernt, Wasser gegen den Strom zu pumpen.
Google hilft, die Laufzeit finnischer Reaktoren zu verlängern.
Tschechien wird von Kohlezügen durchquert. Fossile Stromerzeugung lohnt sich wegen hoher Strompreise wieder
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Das KKW Dukovany nimmt dritten Block vorzeitig wieder in Betrieb – Stillstand dauerte mehr als einen Monat
21. September 2026 Nas region
Autorin: Simona Knotkova

Der dritte Block des Kernkraftwerks Dukovany wurde am Sonntag wieder an das Übertragungsnetz angeschlossen. Den Energieexperten gelang es, die geplanten Arbeiten einige Tage früher als vorgesehen erfolgreich abzuschließen.
Der dritte Reaktorblock des Kernkraftwerks Dukovany liefert seit Sonntag wieder Strom in das Übertragungsnetz. Der erste Turbosatz wurde um 11:35 Uhr angeschlossen, der zweite folgte um 16:00 Uhr. Der Block war seit dem 17. Juli abgeschaltet, um einen Teil des Brennstoffs auszutauschen sowie Kontrollen und Wartungsarbeiten durchzuführen.

Der Kraftwerksdirektor Roman Havlín würdigte die Leistung des gesamten Teams. „Dank sorgfältiger Vorbereitung, der Koordinierung der Arbeiten und des Einsatzes unserer Mitarbeiter und Auftragnehmer ist es gelungen, alle geplanten Maßnahmen einige Tage früher als vorgesehen abzuschließen“, sagte Havlín. Die Wiederinbetriebnahme des Blocks bestätigte auch Bohdan Zronek, Mitglied des Vorstands von ČEZ und Leiter der Abteilung Kernenergie.
Während des Stillstands führten die Energieexperten 50 Investitionsmaßnahmen durch. Dazu gehörten beispielsweise die Erneuerung von Nachkühlsystemen, die Modernisierung der elektrischen Schutzeinrichtungen von Sicherheitsschaltanlagen, der Austausch von Kabeln, deren Lebensdauer ausläuft, sowie Anpassungen an den Systemen zur langfristigen Wärmeabfuhr. Gemeinsam mit dem Unternehmen Framatome wurde außerdem eine Reinigung des Dampferzeugers durchgeführt.

Parallel zum dritten Block war im August auch der vierte Block abgeschaltet, und zwar wegen Wartungsarbeiten an den gemeinsamen Anlagen. Nach den aktuellen Planungen von ČEZ wird sich eine vergleichbare Situation erst wieder im Jahre 2032 wiederholen.
Alle vier Blöcke von Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. ČEZ geht davon aus, dass sie bis zu 80 Jahre lang betrieben werden können, also etwa bis 2065 bis 2067. „Der langfristige Betrieb von Dukovany ist keine Selbstverständlichkeit. Er ist das Ergebnis Tausender Kontrollen, regelmäßiger Investitionen und umfangreicher Modernisierungen“, betonte Zronek.
Auf dem Kraftwerksgelände sollen künftig zwei neue Reaktorblöcke hinzukommen, die vom südkoreanischen Unternehmen KHNP gebaut werden sollen. Die Baukosten für beide Reaktoren belaufen sich nach den Preisen des vergangenen Jahres auf 407 Milliarden Tschechische Kronen. Der erste Block soll im Jahre 2036 fertiggestellt werden.
Das Kernkraftwerk Dukovany hat seit Jahresbeginn 10,086 TWh Strom in das Netz eingespeist. Im vergangenen Jahr erzeugten die beiden tschechischen Kernkraftwerke Dukovany und Temelín zusammen 32,066 TWh Strom. Dukovany steuerte davon 14,68 TWh bei.
Quelle: eigener Bericht / ČTK
/gr/



Haushaltsarmageddon: Kupka rechnet 30 Milliarden für Dukovany zum Defizit hinzu
21.September 2026 · Domaci politika Nachrichten

Nach Angaben der ODS wird sich der tschechische Staat im kommenden Jahr mehr als eine Milliarde Kronen pro Tag leihen. ODS-Parteichef Martin Kupka hat zu dem geplanten Haushaltsdefizit von 389 Milliarden Kronen noch rund 30 Milliarden Kronen für die neuen Reaktorblöcke in Dukovany hinzugerechnet. Diese Mittel werden im Haushalt außerhalb des Defizits ausgewiesen. Damit kommt Kupka auf ein Defizit von insgesamt 419 Milliarden Kronen.
Kupka argumentiert, die Regierung habe ihre eigenen haushaltspolitischen Bremsen aus dem Weg geräumt. Die Lockerung der Regeln für die Haushaltsverantwortung vergleicht er mit dem Abbau von Ampeln an sämtlichen Kreuzungen. Die Koalition hatte geplant, die Novelle des Gesetzes über die Haushaltsverantwortung auch über das Veto des Präsidenten hinweg durchzusetzen. Die SPD hatte die Novelle damit verteidigt, dass sie der Regierung die Aufstellung eines realistischen Haushalts ermöglichen werde.
Nach Kupkas Einschätzung nähert sich das Defizit 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und liegt damit über dem Wert, den die Koalition versprochen hatte. Dabei wächst die Wirtschaft, und nach Ansicht des ODS-Vorsitzenden rechtfertigt weder eine Pandemie noch eine Krise ein derartiges Defizit.

Scharfe Kritik richtet Kupka auch an die kleineren Koalitionspartner. SPD und Motoristen hätten seiner Ansicht nach nur kosmetischen Widerstand geleistet, obwohl sich beide Parteien zur Haushaltsdisziplin bekennen. Der Vorsitzende der Motoristen, Petr Macinka, betont dagegen, seine Partei habe eine Verringerung des Defizits ausgehandelt. Nach der Einigung innerhalb der Koalition sei das Defizit jedoch nur um einige Milliarden Kronen gesunken.
Als Alternative schlägt die ODS Reformen vor. Im Bildungswesen spricht sie von einem Modell „acht plus zwei“, das dem Staatshaushalt nach Angaben der Partei bis zu 30 Milliarden Kronen einbringen könnte. Hinzu kommen eine Steuerreform zur Senkung der Abgabenbelastung auf Arbeit sowie Veränderungen im Gesundheitswesen, die auf der freien Wahl des Patienten beruhen sollen.
„Geld zu verteilen, kann jeder“, schrieb Kupka.

Quelle: https://domacipolitika.cz/zpravy/rozpoc ... -dukovany/
/gr/


Orlík lernt, Wasser gegen den Strom zu pumpen
22. September 2026 Wochenzeitung Technický týdeník

ČEZ bereitet den Umbau des Wasserkraftwerks Orlík zu einem Pumpspeicherkraftwerk vor. Das neue Maschinensystem hat bereits Tests an einem verkleinerten Modell durchlaufen, der Umbau der gesamten Anlage soll jedoch bis zum Jahr 2033 dauern.
Im Wasserkraftwerk Orlík erzeugt das Wasser heute Strom, indem es abwärts in den Stausee Kamýk fließt. Nach dem Umbau wird es auch wieder nach oben gepumpt werden können. ČEZ will die vier bisherigen Kaplan-Turbinen im Orlík-Stausee durch Francisturbinen ersetzen – zwei klassische und zwei reversible Maschinensätze, die das Wasser auch hochpumpen können. Aus einem herkömmlichen Wasserkraftwerk wird damit das vierte Pumpspeicherkraftwerk im tschechischen Portfolio des Unternehmens.
Ingenieure des Unternehmens Litostroj Engineering haben in Blansko die zweimonatigen Tests eines Modells der neuen Turbine abgeschlossen. Bei einem Besuch vor Ort konnten wir einen Blick „unter die Haube“ werfen und beobachten, wie die hydraulischen Eigenschaften, der Wirkungsgrad und die Betriebsstabilität untersucht wurden. Dabei kam unter anderem ein Stroboskop zum Einsatz. Dessen mit der Drehbewegung synchronisierte Lichtblitze erzeugen den Eindruck, dass sich die Turbinenschaufeln nicht bewegen, und ermöglichen so die Untersuchung von Details der Strömung sowie der möglichen Entstehung unerwünschter Kavitation.
Die tatsächliche Turbine wird 13-mal größer sein als das Modell und einen Durchmesser von fünf Metern haben. Gefertigt wird sie in einem Werk in Slowenien.

Zwei Stauseen sind bereits vorhanden...
Das wirtschaftliche Prinzip ist dasselbe wie bei anderen Pumpspeicherkraftwerken: Bei niedrigen Strompreisen wird Wasser aus dem Unterbecken – in diesem Fall Kamýk – in das höher gelegene Oberbecken, den Orlík-Stausee, gepumpt. Bei hohen Preisen wird es, insbesondere wenn Stromengpässe im Netz ausgeglichen werden müssen, wieder durch die Turbine nach unten geleitet. Mit dem zunehmenden Ausbau der Photovoltaik ergeben sich immer mehr Möglichkeiten, Wasser um die Mittagszeit hochzupumpen, während der erzeugte Strom in den Morgen- und Abendspitzen vermarktet werden kann. Für einen wirtschaftlichen Betrieb reicht allerdings ein beliebiger Preisunterschied nicht aus: Er muss auch die Energieverluste des gesamten Zyklus und die Kosten der Anlage abdecken.
Der Vorteil von Orlík besteht darin, dass das erforderliche Paar aus Ober- und Unterbecken bereits vorhanden ist. ČEZ muss keinen Standort für ein neues Oberbecken suchen. Die Eingriffe konzentrieren sich vor allem auf die Schächte der Maschinensätze und den Austausch der technischen Ausrüstung. Dennoch handelt es sich keineswegs um eine kleine Modernisierung: Das Projekt soll 8 Milliarden Tschechische Kronen kosten. Die eigentlichen Umbauarbeiten sollen im Jahre 2027 beginnen und 2033 abgeschlossen sein. Während der gesamten Bauzeit sollen dabei mindestens zwei Turbinen in Betrieb bleiben. Die Lebensdauer der neuen Maschinensätze wird auf mindestens 50 Jahre ausgelegt.
Der Umbau wird dem tschechischen Stromsystem somit erst langfristig eine zusätzliche Möglichkeit bieten, die Stromerzeugung in die jeweils benötigten Stunden zu verlagern. Zugleich zeigt das Projekt, warum es sich lohnt, nach Möglichkeiten zur Speicherung an bestehenden Anlagen zu suchen. Neben den Kosten der eigentlichen Technologie entscheidet auch die Frage, ob es einen geeigneten Speicherraum für das Wasser gibt, wie es zurückgeführt werden kann und wie sich die neue Technik in ein Kraftwerk integrieren lässt, das während des Umbaus weiter betrieben werden muss.
/gr/



Google hilft, die Laufzeit finnischer Reaktoren zu verlängern
22.9.2026 Wochenzeitung Technick tydenik Seite 26

Ein langfristiger Stromabnahmevertrag mit Google soll dazu beitragen, einen älteren finnischen Atomreaktor bis zum Jahr 2050 in Betrieb zu halten. Die Vereinbarung zeigt, wie ein Großabnehmer die Unsicherheit eines Atomprojekts verringern kann – auch wenn es dabei nicht um den Bau eines neuen Reaktors geht.

Das finnische Kernkraftwerk Loviisa verfügt seit dem Jahr 2023 über die Genehmigung, bis Ende des Jahres 2050 Strom zu erzeugen. Die Genehmigung allein finanziert jedoch nicht die Modernisierungen, die für einen weiteren jahrzehntelangen Betrieb erforderlich sind. Der Betreiber Fortum hat deshalb mit Google einen langfristigen Stromabnahmevertrag geschlossen. Dieser soll im Jahre 2028 zunächst in kleinerem Umfang beginnen und in den Jahren 2030 bis 2049 laut dem Portal World Nuclear News die Hälfte der Kraftwerksleistung abdecken.
Die beiden Druckwasserreaktoren des Typs VVER-440 gingen in den Jahren 1977 und 1981 in den kommerziellen Betrieb. Für die Verlängerung ihrer Laufzeit bereitet Fortum ein Investitionsprogramm im Umfang von rund einer Milliarde Euro vor. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Vertrags waren Investitionsentscheidungen für einen Teil der Vorhaben im Wert von rund 700 Millionen Euro noch ausstehend. Die planbaren Einnahmen von Google sollen es dem Betreiber jedoch ermöglichen, diese Investitionen abzuschließen. Ohne grundlegende Modernisierungen könnte das Kraftwerk nach dem Jahr 2030 die Stromproduktion nicht fortsetzen.

Ein Kunde für zwei Jahrzehnte….
Der Zweck eines solchen Vertrags, der als PPA (Power Purchase Agreement) bezeichnet wird, besteht darin, den langfristigen Strombedarf eines Abnehmers mit den Investitionen des Erzeugers zu verbinden. Der Betreiber muss seine Investitionsentscheidungen dadurch nicht allein auf Prognosen über die künftige Entwicklung der Marktpreise stützen. Google wiederum sichert sich Stromlieferungen für seinen wachsenden Verbrauch: In den Jahren 2027 und 2028 will das Unternehmen in Finnland 13 Milliarden Euro in Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur investieren. Angaben zum im Vertrag vereinbarten Strompreis wurden nicht veröffentlicht.
Bei der Vereinbarung handelt es sich weder um einen Kauf der Hälfte des Kraftwerks noch um die Ankündigung eines entsprechend großen Zuwachses bei der Stromproduktion. Der wichtigste Vorteil liegt für Fortum vielmehr darin, die bestehende Stromquelle erhalten zu können. Darüber hinaus soll die Vereinbarung eine weitere Leistungssteigerung um 10 MW ermöglichen. Dies ist ein eigenständiger Schritt zusätzlich zu der bereits laufenden Erhöhung um 38 MW, die im Jahre 2028 abgeschlossen werden soll.

Die Partner wollen außerdem Möglichkeiten für neue Reaktoren in Loviisa, erneuerbare Energien und eine flexiblere Nutzung des Stromsystems untersuchen. Der Bau eines weiteren Kernkraftwerks ist damit jedoch noch nicht beschlossen.
Konkreter ist dagegen die Zusammenarbeit bei der Steuerung eines Batteriespeichers an einem Rechenzentrum in Kajaani. Die Anlage mit einer angegebenen Leistung von 94 MW soll von Google gemeinsam mit einem Subunternehmer geliefert werden, während Fortum für die Optimierung ihres Betriebs sorgen soll.
Für das finnische Stromsystem ist entscheidend, ob mit dem zusätzlichen Strombedarf auch ausreichend Erzeugungskapazität neu hinzukommt oder erhalten bleibt, um den Bedarf anderer Verbraucher weiterhin zu decken. Beide Unternehmen versprechen einen Beitrag zur Verfügbarkeit von Strom für andere Kunden. Ohne Einzelheiten zur genauen Ausgestaltung des Vertrags lässt sich dies allerdings nur schwer als gesichert betrachten.
Die Vereinbarung zeigt vor allem einen möglichen Weg, langfristige Nachfrage in Investitionsentscheidungen über Stromerzeugungskapazitäten einzubeziehen: Ältere Kraftwerke erhalten einen Kunden, auf dessen langfristige Abnahmeverpflichtung sich die Finanzierung von Investitionen stützen lässt.
Das Kernkraftwerk Loviisa verfügt über zwei sowjetische VVER-440-Reaktoren, die allerdings bereits beim Bau mit einigen westlichen Technologien ergänzt wurden.
/gr/



Tschechien wird von Kohlezügen durchquert. Fossile Stromerzeugung lohnt sich wegen hoher Strompreise wieder
22.6.2026 Tageszeitung HN Autoren: Jan Broz, T.Beranek

Energie
Kraftwerke und Heizkraftwerke in Tschechien erleben derzeit eine kleine Renaissance der Kohle. Darauf deuten unter anderem Angaben der Eisenbahnunternehmen hin, die die Anlagen mit Brennstoff versorgen. „Derzeit transportieren wir rund 100.000 Tonnen Kohle pro Monat mehr“, sagte der ČD-Cargo-Chef Radim Ječný gegenüber der Zeitung HN. Das entspricht einem Zuwachs von etwa zwei Prozent. Insgesamt transportiert das Unternehmen jährlich rund 57 Millionen Tonnen dieses Rohstoffs. Der gestiegene Bedarf hat damit einen erheblichen Teil des Rückgangs beim Kohletransport im Jahresvergleich wieder wettgemacht. Dieser war unter anderem auf das Ende des Steinkohleabbaus in der Region Karviná sowie auf die Umstellung von Heizkraftwerken auf Erdgas zurückzuführen.
Nach Angaben des tschechischen Industrieministeriums verbrauchten die heimischen Kraftwerksbetreiber im ersten Halbjahr 13,3 Millionen Tonnen Kraftwerkskohle. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es knapp 13 Millionen Tonnen. Der Preis für den Rohstoff ist in den vergangenen Monaten weltweit deutlich gestiegen. Nach dem europäischen ARA-Index kostet eine Tonne Kraftwerkskohle derzeit mehr als 140 US-Dollar.
Der starke Preisanstieg fiel in die Zeit des US-Angriffs auf Iran. Zuvor hatte der Preis bei rund 100 Dollar pro Tonne gelegen.
Der Grund für das gestiegene Interesse an Kohle und ihren Transport ist, dass sich die Stromerzeugung in fossilen Kraftwerken trotz vergleichsweise hoher Preise für Emissionszertifikate und Brennstoffe wieder lohnt. Der US-Angriff auf Iran im Februar und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus, die für die Versorgung des Weltmarkts mit Öl und verflüssigtem Erdgas von zentraler Bedeutung ist, trieben die Gaspreise in die Höhe. Von ihnen hängt auch der Strompreis ab. Am europäischen Gas-Hub TTF lag der Erdgaspreis zu Jahresbeginn noch unter 30 Euro je Megawattstunde. Bei den Monatskontrakten bis März 2027 fällt er inzwischen nicht mehr unter 70 Euro je Megawattstunde.
Seitdem sind auch die Strompreise gestiegen. Den Gewinn aus der Stromerzeugung mit Kohle schmälern normalerweise zu einem großen Teil die Kosten für Kohle und Emissionszertifikate. Im vergangenen Jahr, als die Strompreise relativ niedrig waren, deckten sie in zahlreichen Stunden die Kosten nicht. Betreiber fossiler Kraftwerke fuhren ihre Kohleanlagen deshalb vergleichsweise selten hoch. Schon ein Preisunterschied von wenigen Euro kann darüber entscheiden, ob sich der Betrieb eines Kraftwerks lohnt.
Ein Beispiel dafür ist das Braunkohlekraftwerk in Kladno aus der Gruppe von Pavel Tykač, das sein Eigentümer noch vor Kurzem wegen der mangelnden Rentabilität der Stromproduktion schließen wollte. Offiziell wird die Anlage als Heizkraftwerk bezeichnet, doch die aktuelle Versorgung mit Kohle entspricht kaum ihrem Einsatz für die Fernwärme. Die Heizsaison begann erst am 21. September, doch bereits Wochen zuvor fuhren volle Kohlezüge aus dem nordböhmischen Kohlerevier nach Kladno. Manchmal waren es drei, manchmal sogar vier Züge pro Tag: 48 bis 64 Waggons mit Kohle, also bis zu 3500 Tonnen täglich.
Damit bewegt sich die Versorgung im Grunde bereits an der Grenze des maximalen Kohleverbrauchs der Anlage. Gleichzeitig war der Kohlelagerplatz vor Beginn der Heizsaison keineswegs leer. Eine logische Erklärung gibt es dafür nur: Das Kraftwerk produzierte große Mengen Strom.

Der Vergleich der von der Anwendung Energy Charts veröffentlichten Produktionsdaten der einzelnen Kraftwerke für dieses und das vergangene Jahr bestätigt dies. Im Heizkraftwerk Kladno etwa produzierten in der vergangenen Woche alle drei Blöcke Strom. Lediglich Block 7 wurde am Wochenende, als der Stromverbrauch traditionell deutlich niedriger ist, auf null heruntergefahren. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres war dagegen nur Block 7 in Betrieb – und das bei kaum halber Leistung.
Zusammengenommen erreichten die tschechischen Braunkohlekraftwerke in der vergangenen Woche eine maximale Leistung von 4053 Megawatt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich 2662 Megawatt.
Der Grund ist der Preis. Die Braunkohlekraftwerke erreichten ihren Höchststand vergangene Woche am Donnerstag zwischen 19:45 und 20:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt stieg der Strompreis am Spotmarkt auf 260 Euro je Megawattstunde. Zum gleichen Zeitpunkt ein Jahr zuvor waren es 90 Euro weniger. Im Durchschnitt bewegte sich der Strompreis im Verlauf der gesamten vergangenen Woche im Vorjahr zwischen 74 und 101 Euro je Megawattstunde, in diesem Jahr dagegen zwischen 111 und 252 Euro.
Auch andere Betreiber haben ihre Produktion deshalb im Vergleich zum Vorjahr erhöht. „Unsere Kraftwerke laufen im Juli und August mit voller Leistung. Selbst bei den derzeit hohen Preisen für Emissionszertifikate lohnt sich das. Wir haben eher mit dem Problem zu kämpfen, dass die Betreiber nicht genügend Kohle oder Biomasse haben“, sagt Tomáš Novotný, Gründer der Gruppe ResInvest. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr von der ČEZ-Gruppe die polnischen Kohlekraftwerke Skawina und Chorzów sowie vom Energiekonzern Uniper das Kraftwerk Datteln 4 in Nordrhein-Westfalen gekauft.
Auch die ČEZ-Gruppe hatte deshalb bereits im Frühjahr ihre Erwartungen für die diesjährige Produktion ihrer Kohlekraftwerke Tušimice, Ledvice und Prunéřov nach oben korrigiert. Diese Anlagen erzeugten im vergangenen Jahr zusammen 13,9 Terawattstunden Strom. Für dieses Jahr rechnet der Konzern damit, dass die Produktion auf bis zu 15,3 Terawattstunden steigen könnte – ein Plus von elf Prozent.
„Für uns ergibt es Sinn, die Produktion in den Kohlekraftwerken, die wir ursprünglich nicht eingeplant hatten, relativ deutlich zu erhöhen“, sagte bereits im Mai der ČEZ-Finanzvorstand Martin Novák.
ČEZ erwartet zugleich, dass bei den Severočeské doly in diesem Jahr mehr Kohle gefördert wird als ursprünglich vorgesehen. Das Gleiche gilt für weitere Bergbauunternehmen. Auch Sokolovská uhelná hat ihren Förderplan für dieses Jahr von ursprünglich 1,57 Millionen auf rund zwei Millionen Tonnen Kohle erhöht.
Im ersten Halbjahr förderten die tschechischen Bergbauunternehmen rund eine halbe Million Tonnen mehr Braunkohle als im Vorjahr. „In diesem Jahr werden wir für uns selbst und für unsere Kunden rund sechs Millionen Tonnen Kohle beschaffen“, bestätigte auch Tomáš Novotný das hohe Interesse an dem fossilen Rohstoff. Seine Gruppe ResInvest gehört derzeit zu den größten Händlern von Steinkohle in Europa.
Autoren: HN.cz, unter Mitwirkung von Petr Zenkner
/gr/



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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Kubatova 6
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 23.9.2026:

Inhalt:
Vertrag unterzeichnet: Škoda JS wird exklusiver Lieferant von Antrieben für Rolls-Royce-Reaktoren.
Škoda JS liefert Rolls-Royce SMR Antriebe für kleine modulare Reaktoren, der erste entsteht in Temelín.
Ficos Atomtraum weckt erhebliche Zweifel.
Kernkraftwerke bis zu 80 Jahre in Betrieb.
Europa entdeckt die Kernenergie neu. Der Staat zahlt, bürgt und übernimmt Risiken, die privates Kapital scheut.
IRENA bewertet die von der Dürre geprägte Energiewirtschaft im August

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Vertrag unterzeichnet: Škoda JS wird exklusiver Lieferant von Antrieben für Rolls-Royce-Reaktoren
Autor: ČTK, iDNES.cz
23. September 2026

Die zum ČEZ-Konzern gehörende Gesellschaft Škoda JS hat mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR einen Vertrag über die Lieferung von Antrieben für kleine modulare Reaktoren (SMR) geschlossen. Der Vertrag sieht vor, dass das Unternehmen aus Pilsen künftig exklusiver Entwickler und Lieferant der Antriebe für die Reaktoren sein wird.
Bei einzelnen Aufträgen werde es um Lieferungen im Wert von rund einer Milliarde tschechischen Kronen gehen, sagte Industrieminister Karel Havlíček. Der erste modulare Reaktor in Tschechien soll Mitte der 2030er-Jahre in Temelín entstehen.
Škoda JS wird zunächst einen Prototypen des Antriebs für kleine modulare Reaktoren entwickeln und diese anschließend auch an das britische Unternehmen liefern. „Der Vertrag umfasst außerdem die Vorbereitung der Serienproduktion bei Škoda JS sowie die Grundlagen für einen künftigen Vertrag über die weltweite Lieferung des Steuerungssystems für sämtliche Rolls-Royce-SMR-Reaktoren. Für uns bedeutet das künftig wiederkehrende Aufträge im Wert von mehr als einer Milliarde Kronen für jeden einzelnen SMR“, sagte der Škoda-JS-Generaldirektor Karel Bednář.

Rolls-Royce wählt Škoda JS aus Pilsen als Lieferanten für Komponenten modularer Reaktoren...
Nach Angaben von Rolls-Royce-SMR-Chef Chris Cholerton hat Škoda JS unter Beweis gestellt, dass das Unternehmen zu den wenigen Firmen in Europa gehört, die in der Lage sind, eine der wichtigsten Komponenten eines Kernkraftwerks zu liefern.
Damit knüpft das Unternehmen aus Pilsen an die bereits zuvor vereinbarte Zusammenarbeit mit dem britischen Konzern an. Bereits im Mai hatte Rolls-Royce SMR bekannt gegeben, Škoda JS als einen von zwei Lieferanten wichtiger Komponenten für seine kleinen modularen Reaktoren ausgewählt zu haben. Dabei ging es konkret um die Lieferung von Reaktordruckbehältern, deren Einbauten sowie weiterer Ausrüstung für den Primärkreislauf.
Nach Angaben von ČEZ entsteht derzeit eine globale Lieferkette für kleine modulare Reaktoren. Deshalb sei es notwendig, dass sich tschechische Unternehmen möglichst früh daran beteiligen. „Die Chance ist einzigartig. Wenn es ihnen gelingt, sich gleich zu Beginn in diese Lieferkette einzubringen, können sie für viele Jahrzehnte attraktive Aufträge gewinnen“, sagte der ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš.

Ohne Kernenergie geht es in Tschechien nicht, sagt Škoda-JS-Chef...
Beneš erinnerte daran, dass ČEZ im Jahre 2024 eine strategische Partnerschaft mit Rolls-Royce SMR geschlossen und rund 20 Prozent an dem britischen Unternehmen erworben hat. ČEZ solle damit eine strategische Rolle dabei spielen, tschechische Unternehmen in die Lieferkette für die Entwicklung modularer Reaktoren einzubinden.
ČEZ plant gemeinsam mit Rolls-Royce SMR, in Tschechien kleine modulare Reaktoren mit einer Gesamtleistung von bis zu drei Gigawatt zu errichten. Der erste tschechische Reaktor soll Mitte der 2030er-Jahre auf dem Gelände des Kernkraftwerks Temelín entstehen. Daneben werden modulare Reaktoren an den Standorten Dětmarovice in der Region Karviná und Tušimice in der Region Chomutov vorbereitet. Der erste Reaktor, an dem die beiden Unternehmen gemeinsam arbeiten werden, soll jedoch am Standort Wylfa in Großbritannien entstehen.
Modulare Reaktoren können in Fabriken in Serie gefertigt und anschließend schrittweise in Form einzelner Module an einem Standort zusammengeführt werden. Nach Einschätzung von Experten für Kernenergie unterscheiden sie sich von großen Kernkraftwerksblöcken vor allem durch ihre geringere Leistung sowie durch eine schnellere und einfachere Errichtung. Der Betrieb könnte dagegen ähnlich ablaufen.
Quelle: iDNES.cz
https://www.idnes.cz/ekonomika/domaci/s ... nomika_ven
/gr/


Škoda JS liefert Rolls-Royce SMR Antriebe für kleine modulare Reaktoren, der erste entsteht in Temelín
23. September 2026, E15.cz CTK

• Das Unternehmen aus Pilsen wird exklusiver Entwickler und Lieferant von Antrieben für die Reaktoren.
• Der Wert einer einzelnen Lieferung wird bei rund einer Milliarde tschechischen Kronen liegen.
• Der erste Reaktor in Tschechien soll Mitte der 2030er-Jahre in Temelín entstehen

Die zum ČEZ-Konzern gehörende Škoda JS hat mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR einen Vertrag über die Lieferung von Antrieben für kleine modulare Reaktoren geschlossen. Der Vertrag sieht vor, dass das Unternehmen aus Pilsen exklusiver Entwickler und Lieferant der Antriebe für die Reaktoren sein wird. Bei einzelnen Lieferungen wird es um einen Wert von rund einer Milliarde tschechischen Kronen gehen.
Škoda JS wird zunächst einen Prototypen des Antriebs für kleine modulare Reaktoren entwickeln und diese anschließend auch an das britische Unternehmen liefern. „Der Vertrag umfasst außerdem die Vorbereitung der Serienproduktion bei Škoda JS sowie die Grundlagen für einen künftigen Vertrag über die weltweite Lieferung des Steuerungssystems für sämtliche Rolls-Royce-SMR-Reaktoren. Für uns bedeutet das künftig wiederkehrende Aufträge im Wert von mehr als einer Milliarde Kronen für jeden einzelnen SMR“, sagte Škoda-JS-Generaldirektor Karel Bednář.

Škoda JS gehört zu den wenigen europäischen Unternehmen….
Nach Angaben des Generaldirektors von Rolls-Royce SMR, Chris Cholerton, hat Škoda JS unter Beweis gestellt, dass das Unternehmen zu den wenigen Firmen in Europa gehört, die in der Lage sind, eine der wichtigsten Komponenten eines Kernkraftwerks zu liefern. Damit knüpft das Unternehmen aus Pilsen an die bereits zuvor vereinbarte Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen an. Bereits im Mai hatte Rolls-Royce SMR bekannt gegeben, Škoda JS als einen von zwei Lieferanten wichtiger Komponenten für seine kleinen modularen Reaktoren ausgewählt zu haben. Konkret ging es um die Lieferung von Reaktordruckbehältern, deren Einbauten sowie weiterer Ausrüstung für den Primärkreislauf.
Nach Angaben von ČEZ entsteht derzeit eine globale Lieferkette für kleine modulare Reaktoren. Deshalb sei es notwendig, dass sich tschechische Unternehmen möglichst früh daran beteiligen. „Die Chance ist einzigartig. Wenn es ihnen gelingt, sich gleich zu Beginn in diese Lieferkette einzubringen, können sie für viele Jahrzehnte attraktive Aufträge gewinnen“, sagte ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš.
Beneš erinnerte daran, dass ČEZ im Jahre 2024 eine strategische Partnerschaft mit Rolls-Royce SMR geschlossen und rund 20 Prozent an dem britischen Unternehmen erworben hat. ČEZ solle damit eine strategische Rolle bei der Einbindung tschechischer Unternehmen in die Lieferkette für die Entwicklung modularer Reaktoren spielen.

Bis zu drei Gigawatt an SMR in Tschechien geplant...
ČEZ plant gemeinsam mit Rolls-Royce SMR, in Tschechien kleine modulare Reaktoren mit einer Gesamtleistung von bis zu drei Gigawatt zu errichten. Der erste tschechische Reaktor soll Mitte der 2030er-Jahre auf dem Gelände des Kernkraftwerks Temelín entstehen. Daneben werden modulare Reaktoren an den Standorten Dětmarovice in der Region Karviná und Tušimice in der Region Chomutov vorbereitet. Der erste Reaktor, an dem die beiden Unternehmen gemeinsam arbeiten werden, soll jedoch am Standort Wylfa in Großbritannien entstehen.
Modulare Reaktoren können in Fabriken in Serie gefertigt und anschließend schrittweise in Form einzelner Module an einem Standort zusammengeführt werden. Nach Einschätzung von Experten für Kernenergie unterscheiden sie sich von großen Kernkraftwerksblöcken vor allem durch ihre geringere Leistung sowie durch eine schnellere und einfachere Errichtung. Der Betrieb könnte dagegen ähnlich ablaufen.

Quelle: e15.cz
https://www.e15.cz/byznys/prumysl-a-ene ... ne-1435982
/gr/


Ficos Atomtraum weckt erhebliche Zweifel
23.09.2026 Magazin Demokratický střed · Autor:Marián Balázs

Der vierfache slowakische Ministerpräsident und Vorsitzende der Partei Smer, Robert Fico, hält daran fest, dass die Slowakei ein weiteres Kernkraftwerk braucht. Obwohl es sich keineswegs um eine dringliche Angelegenheit handelt, will der Regierungschef seinen Plan ungeachtet der Kosten und verschiedener Komplikationen durchsetzen. Und das in einer Situation, in der die öffentlichen Finanzen kurz vor dem Kollaps stehen. Doch nichts zu machen: Ministerpräsident Fico hat sich bereits entschieden. Warum aber gerade jetzt, mit solcher Dringlichkeit und zu einem derart hohen Preis?
Robert Fico brachte den Plan zum Bau eines neuen Atomkraftwerks bereits im Jahre 2009 ins Spiel. Er begründete ihn mit der Notwendigkeit, die Energieautarkie der Slowakei nach der Stilllegung zweier älterer Blöcke des Kernkraftwerks Jaslovské Bohunice und der vorübergehenden Unterbrechung des russischen Gastransits im Januar 2009 wiederherzustellen. Vor dem damaligen Hintergrund war dies nachvollziehbar.
Die erste Regierung Fico (2006 bis 2010) beschloss zugleich die Gründung der Gesellschaft Jadrová energetická spoločnosť Slovenska (JESS). An ihr erhielt das staatliche Unternehmen JAVYS einen Anteil von 51 Prozent, die übrigen 49 Prozent gingen an den tschechischen ČEZ. Der neue Reaktorblock in Jaslovské Bohunice sollte für drei Milliarden Euro errichtet werden, die Inbetriebnahme war für das Jahr 2020 vorgesehen. Die Notwendigkeit, das Kernkraftwerk Mochovce fertigzustellen, rückte diese Pläne jedoch in den Hintergrund.
Unter den heutigen Bedingungen scheint die Slowakei jedenfalls keinen Grund zu haben, beim Bau eines neuen Atomkraftwerks zu drängen. Nach öffentlich zugänglichen Informationen dürften die beiden verbliebenen Blöcke in Jaslovské Bohunice noch fast zwanzig Jahre betrieben werden können. Die beiden Blöcke in Mochovce sollen etwa bis 2060 laufen, zwei weitere bis 2085. Das ist ausreichend Zeit, um auch in der Energiepolitik die neuen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel einschließlich energetischer Innovationen zu berücksichtigen und umzusetzen. Die Regierung Fico lässt sich von solchen Überlegungen jedoch nicht beirren.
Nach der Aufnahme des Volllastbetriebs von Block 4 in Mochovce wird die Slowakei mit einem Atomanteil von 77 Prozent am Energiemix zu einer Atommacht. Gleichzeitig wird sich die Position des Landes als Stromexporteur weiter stärken. Trotzdem begründet Ministerpräsident Fico sein wieder aufgegriffenes Vorhaben genauso wie im Jahre 2009 – mit der Notwendigkeit, die Energieautarkie des Landes sicherzustellen.
Die Kosten für den neuen Reaktor werden auf 15 Milliarden Euro geschätzt. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass weder der Zeitplan noch die veranschlagten Ausgaben eingehalten werden dürften. Hinzu kommen die Zinsen für den Kredit, ohne den der Staat das Vorhaben nicht finanzieren kann. Ein Beispiel dafür sind auch die Reaktoren 3 und 4 in Mochovce, deren Kosten gegenüber dem ursprünglichen Budget um rund 140 Prozent gestiegen sind.
In diesem Zusammenhang wiesen Journalisten der slowakischen Zeitung Denník N darauf hin, dass die tatsächlichen Kosten für Ficos neuen Reaktor in Jaslovské Bohunice selbst in einem optimistischen Szenario mindestens doppelt so hoch ausfallen könnten wie geplant – also bei rund 30 Milliarden Euro oder mehr liegen würden. Bis der letzte Kredit zurückgezahlt ist, könnten bis zu 30 Jahre vergehen. Das gesamte Projekt würde damit eine Belastung von mehr als 20.000 Euro pro Haushalt bedeuten.
Hinzu kommen enorme Kosten für die Stilllegung der auslaufenden Reaktoren und weitere damit verbundene unvermeidliche Maßnahmen. Berechnungen zufolge wäre der Strompreis bei Berücksichtigung sämtlicher genannter Ausgaben dreimal so hoch wie sein heutiger Marktwert. Für die Bürger würde dies eine weitere enorme Belastung bedeuten.

Ein verlockender Geldtopf...
Für Ficos Plan ist jedoch eine erhebliche Komplikation aufgetaucht. Die Wirtschaftsministerin Denisa Saková von der Partei Hlas lehnt den Kauf des 49-prozentigen Anteils des Unternehmens ČEZ an der Gesellschaft Jadrová energetická spoločnosť Slovenska (JESS) zu dem von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY festgelegten Preis ab. Es geht um 190 Millionen Euro. Saková erklärt, diese Summe sei für die Slowakei nachteilig. Zugleich verlangt sie eine Überprüfung durch ein unabhängiges internationales Gutachten und fordert, dass ČEZ an dessen Erstellung mitwirkt.
Unter Druck stimmte der Ministerpräsident dem schließlich zu. Zugleich kritisierte er Ministerin Saková wegen der Verzögerungen. Auch Experten verstehen jedoch nicht, warum Robert Fico auf einen schnellen Kauf des ČEZ-Anteils drängt, obwohl er in der Vergangenheit die Zusammenarbeit mit dem erfahrenen tschechischen Energieunternehmen für die geeignetste Lösung gehalten hatte.
Darüber hinaus teilte das Regierungsamt mit, die Regierung werde „alle notwendigen Entscheidungen treffen, damit das Projekt einer neuen nuklearen Energiequelle und die damit verbundenen Entscheidungen vom Wirtschaftsministerium der Slowakischen Republik vollständig unter die Kontrolle des Regierungsamtes der Slowakischen Republik und des zuständigen Regierungsbevollmächtigten übergehen“. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist allerdings noch unklar. Die Übertragung der Zuständigkeiten muss nämlich von der Regierung gebilligt werden, was für Fico ein Risiko darstellt. Sollten die Minister dies nicht genehmigen – was angesichts der derzeitigen Beziehungen innerhalb der Regierungskoalition durchaus vorstellbar ist –, wäre dies eine Niederlage für ihn. Sein traditionell konfrontativer Ton würde ihm dabei nicht helfen.
Offen bleibt auch, ob ČEZ überhaupt Interesse daran hat, ein neues Atomkraftwerk zu bauen. Falls nicht, wird die Regierung in dieser Angelegenheit ohne den Kauf seines Anteils nicht weiterkommen.
Was sagt Ficos Vorgehen eigentlich aus? Wenn er nicht will, dass ein angesehenes und von der tschechischen Regierung kontrolliertes Energieunternehmen Einblick in den Prozess des Baus einer neuen nuklearen Energiequelle hat, weckt dies Spekulationen über mögliche unlautere Geschäfte. Würde das gesamte Verfahren dem Regierungsamt unterstehen und von einem staatlichen Unternehmen kontrolliert, das keiner Kontrolle unterliegt, könnte niemand mehr überwachen, wie der Staat mit dem riesigen Geldtopf umgeht. Und nicht zuletzt würden davon Rechtsanwaltskanzleien profitieren, die der Partei Smer nahestehen.
Hinzu kommt, dass der derzeitige Leiter des Regierungsamtes, Juraj Gedra, wegen Manipulationen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und wegen Verletzung seiner Pflichten bei der Verwaltung fremden Vermögens beschuldigt wird. Der Fall steht im Zusammenhang mit einem Skandal um überteuerte Rechtsdienstleistungen aus der Zeit der dritten Regierung Robert Ficos in den Jahren 2016 bis 2018.
Ob Überlegungen zum Bau eines neuen Atomreaktors tatsächlich angebracht sind, ist eine Frage für Experten. Wenn anerkannte Fachleute relevante Argumente für den Bau vorlegen, hätten weder Medien noch Öffentlichkeit Grund zu Zweifeln. Bislang ist dies jedoch nicht geschehen.
Die Tageszeitung Sme befragte mehrere anerkannte Experten und schrieb auf Grundlage ihrer Aussagen: „Es gibt keinen Grund dafür, dass ein neuer Kernkraftwerksblock ein Projekt sein sollte, das zu 100 Prozent dem Staat gehört und bei dem das tschechische Energieunternehmen ČEZ schnellstmöglich ausscheiden muss – darin sind sich die meisten befragten Energieexperten einig.“ Die Experten erklären zugleich, dass eine Zusammenarbeit mit ČEZ für die Slowakei ausschließlich Vorteile bringen könne. Diese Ansicht vertritt auch Karel Hirman, ehemaliger Wirtschaftsminister in der Regierung von Eduard Heger.
Wie bereits erwähnt, weckt Ficos beharrliches Bemühen, dieses Vorhaben durchzusetzen und unter die Kontrolle des Regierungsamtes zu bringen, bereits an sich verschiedene Zweifel. Umso mehr, als wir bei der Vergabe öffentlicher Aufträge einen Skandal nach dem anderen beobachten. Die Entscheidung, eine neue nukleare Energiequelle zu bauen, bedeutet, zumindest mit den Vorbereitungsarbeiten zu beginnen. Und diese versprechen ein Geschäftsparadies für verbundene Unternehmen.

Ein entlarvter Ministerpräsident...
Wegen der Probleme im Zusammenhang mit der Vorbereitung des neuen Kernkraftwerks fordert die oppositionelle Partei Sloboda a Solidarita (SaS) die Absetzung von Denisa Saková. Der Vorsitzende der SaS, Branislav Gröhling, nannte drei mögliche Erklärungen dafür, was in dieser Angelegenheit geschehen ist und weiterhin geschieht: Entweder wusste die Wirtschaftsministerin nichts von einer möglichen Überteuerung des Auftrags, oder sie unternahm bewusst keine Schritte zum Schutz öffentlicher Finanzmittel, oder dahinter steht ein Konflikt zwischen den Koalitionsparteien Smer und Hlas um die mit dem Projekt verbundenen Gelder.
Nach Ansicht der SaS ist keine dieser Möglichkeiten ein Argument dafür, Denisa Saková im Regierungsamt zu belassen. Fico will sie bislang jedoch nicht entlassen. Es stellt sich die Frage, ob sich die Spannungen zwischen dem Ministerpräsidenten und der Wirtschaftsministerin vor den bevorstehenden Wahlen auch auf das Verhältnis zwischen Smer und Hlas auswirken werden.
„Es liegt in meinem Interesse, alles für die Vorbereitung des Baus dieses Atomkraftwerks zu tun“, erklärte Robert Fico nach seinem Sommerurlaub. Damit hat er uns offenbar weit mehr verraten, als er beabsichtigt hatte.
Wenn die Slowakei tatsächlich einen neuen Reaktor benötigt, wäre es zweifellos besser, wenn die Vorbereitung eines solchen Projekts von einer Regierung übernommen würde, bei der mehr Transparenz, Verantwortlichkeit und Professionalität gewährleistet wären als bei der derzeitigen. Die regulären Parlamentswahlen sollen bereits in einem Jahr stattfinden, und gerade Investitionen in die Kernenergie könnten zu einem ihrer wichtigen Themen werden.
/gr/



Kernkraftwerke bis zu 80 Jahre in Betrieb
23.9.2026 Monatszeitung Zrcadlo Seite 1
Autor: DI Radek Dolezal

Der Rückgang der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken, der Ausbau von Rechenzentren und künstlicher Intelligenz, die Elektrifizierung des Verkehrs oder die Modernisierung der Industrie. Auch angesichts dieser Entwicklung gewinnen stabile emissionsfreie Energiequellen weiter an Bedeutung. Dazu gehören sowohl die geplanten neuen Kernkraftwerke als auch der langfristige Weiterbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke Dukovany und Temelín. Für beide hat ČEZ angekündigt, sie bis zu 80 Jahre lang betreiben zu wollen.
„Ein Betrieb von Kernkraftwerken über bis zu 80 Jahre ist keine einmalige Entscheidung. Er ist das Ergebnis langfristiger Arbeit, die auf regelmäßigen Zustandsbewertungen der Anlagen, umfangreichen Modernisierungsprogrammen und der Sicherstellung der Einhaltung von Sicherheitsanforderungen beruht. Teil dieser Entwicklung sind auch neue Technologien, die wir einsetzen oder sogar selbst entwickeln“, sagt Bohdan Zronek, Mitglied des Vorstands und Leiter der CEZ-Abteilung Kernenergie.
ČEZ rechnet im Durchschnitt mit jährlichen Investitionen von 10 bis 12 Milliarden Kronen in die Kernkraftwerke. Sie fließen in die Erneuerung technologischer Anlagen, die Modernisierung von Steuerungssystemen und Diagnostik sowie in die Verstärkung von Sicherheitseinrichtungen. Hinzu kommen die Kosten für die Entwicklung und Beschaffung von Kernbrennstoff.
Bereits in den vergangenen Jahren ist es durch Modernisierungsmaßnahmen gelungen, die Leistung beider tschechischer Kernkraftwerke sicher zu steigern. Die tschechischen Kernkraftwerke verfügen heute über eine um rund 500 MW höhere Leistung als zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme.
Einer der sichtbarsten Trends der vergangenen Jahre ist die umfassende Digitalisierung des Betriebs. „Ohne zu übertreiben, gehören wir bei der Digitalisierung zur Weltspitze. Wir verfügen über detaillierte digitale Modelle wichtiger technologischer Systeme und Bauwerke. Dadurch können wir Wartungsarbeiten und Modernisierungen präzise planen oder den Zustand der Anlagen in Echtzeit überwachen. Im Grunde haben wir Papier vollständig abgeschafft. Gleichzeitig ändern wir aber nichts an dem Grundsatz, dass die endgültige Entscheidung und die Verantwortung bei einem qualifizierten Fachmann liegen. Neue Technologien sind ein Instrument zur Unterstützung der Menschen, nicht zu deren Ersatz“, erklärt Miroslav Choura, Executive Manager für IT in der Kernenergiedivision.
Auch fortschrittliche Methoden zur Diagnostik und Kontrolle der Anlagen spielen eine wichtige Rolle für den sicheren Betrieb. Die tschechischen Kernkraftwerke nutzen digitale Röntgentechnik sowie hochmoderne Ultraschallverfahren.
Auch im Bereich des Schweißens gibt es erhebliche Fortschritte. Moderne automatisierte Systeme können viele Stunden lang ununterbrochen arbeiten und gewährleisten eine hohe Qualität sowie eine gleichbleibende Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Gleichzeitig werden neue Verfahren und Materialien für die Oberflächenbehandlung und die Reparatur von Werkstoffen in die Praxis eingeführt, beispielsweise das Cold-Spray-Verfahren sowie moderne Laser-Schweiß- und Reinigungsverfahren für Anlagen.
/gr/


Europa entdeckt die Kernenergie neu. Der Staat zahlt, bürgt und übernimmt Risiken, die privates Kapital scheut
23.9.2026 Tageszeitung HN Seite 11
Autor: Martin Petricek

Die europäische Renaissance der Kernenergie hat einen gemeinsamen Nenner: den Staat. Regierungen von Schweden über die Niederlande und Polen bis Großbritannien stellen fest, dass der Bau neuer Kernkraftwerke nach rein kommerziellen Gesichtspunkten äußerst schwierig ist. Deshalb steigen sie in unterschiedlichen Rollen in die Projekte ein: als Investor oder Eigentümer, als Kreditgeber oder Garant oder indem sie einen Teil des Baurisikos übernehmen.
Dabei handelt es sich keineswegs um eine europäische Besonderheit. Die Internationale Energieagentur (IEA) beschreibt in ihrem jüngsten Ausblick die Rückkehr der Kernenergie auf die energiepolitische Bühne als globalen Trend. Mehr als 40 Länder beziehen Kernenergie in ihre Energiestrategien ein und bereiten neue Projekte vor. Weltweit befinden sich derzeit mehr als 70 Gigawatt neue nukleare Kapazitäten im Bau – einer der höchsten Werte der vergangenen drei Jahrzehnte. Die weltweite Gesamtkapazität lag Ende 2025 bei rund 420 Gigawatt. In ihren Szenarien erwartet die IEA, dass die globale nukleare Kapazität bis 2035 um mindestens ein Drittel wachsen wird.
Hinter der Rückkehr der Kernenergie steht vor allem die veränderte Nachfrage nach Strom. Der Verbrauch steigt durch die Elektrifizierung von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie, gleichzeitig wächst die Zahl der Rechenzentren rasant. Hinzu kommt die Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Die IEA erwartet, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren von 485 Terawattstunden im Jahr 2025 auf rund 950 Terawattstunden im Jahr 2030 steigen wird.

Kernenergie ist nicht nur eine Klimafrage….
Auch in Europa hat sich die Debatte über Kernenergie verschoben. Neben der Reduzierung von Emissionen geht es zunehmend um Energiesicherheit, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und die Notwendigkeit einer heimischen Stromerzeugung.
In ihrer letztjährigen Rede zur Lage der Union verband EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen günstigere heimische saubere Energie mit erneuerbaren Energien und Kernenergie. In diesem Jahr betonte sie diesen Rahmen erneut: Europa brauche mehr heimische saubere Energie, darunter erneuerbare Energien und Kernenergie, um die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern und die zunehmende Elektrifizierung zu bewältigen. Kernenergie wird in der europäischen Politik inzwischen ausdrücklich zu den emissionsarmen Energiequellen gezählt, die neben den erneuerbaren Energien zur Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft beitragen sollen. Im Jahr 2024 erzeugten Kernkraftwerke in der EU 23,3 Prozent des gesamten Stroms. Den größten Anteil an der Stromerzeugung hat Frankreich, das mehr als 50 Reaktoren betreibt.
Das achte Nuclear Illustrative Programme geht zugleich davon aus, dass bis zum Jahr 2050 Investitionen von rund 241 Milliarden Euro in die Kernenergie in der EU erforderlich sein werden – zu heutigen Preisen. Rund 205 Milliarden Euro davon sollen auf den Bau neuer großer Reaktoren entfallen, etwa 36 Milliarden Euro auf die Verlängerung der Laufzeiten bestehender Kraftwerke. Weitere Investitionen werden auch im Zusammenhang mit neuen Technologien wie kleinen modularen Reaktoren (SMR) erforderlich sein, deren Kosten derzeit noch schwer zuverlässig abzuschätzen sind.
Für die Unterstützung der ersten kommerziellen SMR-Projekte steht eine Garantie in Höhe von 200 Millionen Euro bereit, die die Einbindung privaten Kapitals erleichtern soll. Im September 2026 kündigte die Europäische Investitionsbank ihre erste Investition in ein SMR-Entwicklungsunternehmen an: Sie stellt dem finnischen Unternehmen Steady Energy bis zu 40 Millionen Euro für die Entwicklung, Erprobung und Lizenzierung seiner Technologie zur Verfügung. Teil des europäischen Ansatzes ist auch das Bestreben, die Lizenzierung einzelner Reaktortypen zu beschleunigen, da unterschiedliche Anforderungen der nationalen Aufsichtsbehörden die Bauvorhaben verlängern können.
Nichts davon ist ein Argument dafür, dass die Kernenergie die erneuerbaren Energien ersetzen sollte. Die europäischen Szenarien setzen auf eine Kombination verschiedener emissionsarmer Technologien. Die Kernenergie ist in diesem Konzept eine Säule, nicht die einzige Lösung.

Schweden: Der Staat soll das Risiko mit dem Investor teilen...
Wie weit sich die Debatte verschoben hat, zeigt das Beispiel Schweden. Das Unternehmen NuCore Energi, das sich zu 100 Prozent im Besitz von Fortum befindet, hat beim schwedischen Staat staatliche Unterstützung für die Vorbereitung eines neuen Kernkraftwerks bei Oskarshamn beantragt. Das Projekt hat bislang noch keine Technologie ausgewählt und sieht Varianten von kleinen modularen Reaktoren bis hin zu großen Blöcken mit einer Gesamtleistung von 1,2 bis 3,4 GW vor.
Entscheidend ist, dass Fortum das Projekt nicht allein tragen will. Das Unternehmen rechnet damit, dass sich schrittweise weitere Investoren beteiligen, möglicherweise auch der schwedische Staat. Fortum selbst will seinen Anteil nach und nach reduzieren und langfristig Minderheitsaktionär bleiben. Die Fortführung des Projekts macht das Unternehmen dabei nicht nur von einer langfristigen politischen Unterstützung abhängig, sondern auch von Abnahmeverträgen industrieller Großkunden für den erzeugten Strom. Die Größe des Kraftwerks soll sich nach der künftigen Nachfrage, der eingesetzten Technologie und der Frage richten, wie die Risiken zwischen Staat und Investoren verteilt werden.
Schweden verfügt bereits über einen eigenen Förderrahmen für neue Kernkraftwerke. Seit August des vergangenen Jahres können Interessenten finanzielle Unterstützung in Form staatlicher Kredite und zweiseitiger Differenzverträge beantragen. Der Gesamtrahmen ist auf neue Reaktoren mit einer installierten Leistung von rund 5 GW begrenzt. Über die konkreten Förderbedingungen wird zwischen Regierung und Investor verhandelt; die Vereinbarkeit der Förderung mit den EU-Beihilfevorschriften wird im Dialog mit der Europäischen Kommission geprüft.
Schweden ist bei einem anderen Projekt sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Im Juni 2026 einigte sich der Staat auf den Erwerb von 60 Prozent des Unternehmens Videberg Kraft, das neue Reaktoren bei Ringhals vorbereitet. Das vollständig staatliche Unternehmen Vattenfall und das Industriekonsortium Industrikraft i Sverige sollen jeweils 20 Prozent halten. Der formelle Abschluss der Aktienübertragung wird erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 erwartet.
Das schwedische Modell zeigt damit, dass der Staat nicht nur Fördermittel bereitstellen muss. Er kann direkt zum Anteilseigner eines Projekts werden und einen Teil des Risikos übernehmen, das andernfalls privates Kapital tragen müsste.

Niederlande: Privates Kapital will den ersten Schritt nicht finanzieren...
Noch deutlicher zeigt sich dies in den Niederlanden. Die Regierung untersuchte dort, ob private Investoren zwei neue Kernkraftwerksblöcke vorbereiten und finanzieren könnten. Die Analyse ergab, dass eine von Beginn an vollständig private Finanzierung ohne umfangreiche staatliche Garantien und die Übernahme eines erheblichen Teils der Risiken durch den Staat nicht realistisch ist.
Die Regierung gründete deshalb das vollständig staatliche Unternehmen NEO NL, das das Projekt vorbereiten und in einer späteren Phase auch dessen Bau, Eigentum und Betrieb sicherstellen soll. Der Staat tritt damit in der Energiewirtschaft nicht nur als Regulierer auf. Er wird zum Investor und künftigen Eigentümer der Infrastruktur.
Im Juni 2026 kündigte die niederländische Regierung an, dass sie für die ersten beiden neuen großen Reaktoren zumindest bis zur ersten Bauphase eine vollständig staatliche Finanzierung vorsieht. Die konkrete Finanzierungsstruktur kann sich im Laufe des Projekts ändern; das Modell soll auch einen späteren Einstieg privaten Kapitals ermöglichen.
Der Grund dafür ist einfach und für die Kernenergie von zentraler Bedeutung: Ein Kernkraftwerk benötigt enorme Kapitalmengen lange bevor es Einnahmen erwirtschaftet. Der Investor muss Projektvorbereitung, Genehmigungsverfahren und Bau finanzieren. Während dieser gesamten Zeit weiß er jedoch nicht genau, wie lange der Bau dauern, wie viel das Projekt letztlich kosten und zu welchem Preis der erzeugte Strom verkauft werden kann.
Die niederländische Regierung ließ sich bei der Entwicklung ihres Modells unter anderem vom tschechischen Vorgehen bei Dukovany inspirieren. Eine Analyse der Unternehmensberatung KPMG zeigte, dass eine öffentliche Finanzierung aufgrund der niedrigeren Kapitalkosten zu geringeren Stromgestehungskosten führt als eine rein private Finanzierung. KPMG empfahl deshalb, das Projekt zunächst vollständig öffentlich zu finanzieren, dies mit einem Differenzvertrag zu kombinieren und einen späteren Einstieg privaten Kapitals zu ermöglichen.
Wenn ein Projekt als strategische Infrastruktur betrachtet wird, kann es für den Staat relevant sein, einen Teil des Risikos zu übernehmen, das ein privater Investor wegen der langen Amortisationszeit und der bestehenden Unsicherheiten ablehnt. Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, welchen Anteil des Risikos die Steuerzahler und Stromkunden tragen sollen.

Wenn das Risiko auf den Staat übergeht...
Dieses Modell hat allerdings auch eine Kehrseite. Wenn der Staat das Risiko übernimmt, verschwindet es nicht. Es wird lediglich von der Bilanz des Investors auf die öffentlichen Finanzen, regulierte Preise oder künftige Rechnungen der Verbraucher verlagert.
Kritiker weisen darauf hin, dass das in einige wenige Großprojekte investierte Kapital schneller in erneuerbaren Energien, Netzen, Speichern oder Maßnahmen zur Energieeinsparung eingesetzt werden könnte. Greenpeace verweist auf die hohen Anfangskosten, Verzögerungen beim Bau und das Risiko, dass letztlich der Staat oder die Stromkunden einen Teil der finanziellen Belastung tragen müssen. Außerdem argumentiert die Organisation, dass neue Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien bei zahlreichen Projekten schneller errichtet werden können.
Das Problem ist nicht nur theoretischer Natur. Auch die IEA weist darauf hin, dass neue große Reaktoren in fortgeschrittenen Volkswirtschaften in den vergangenen Jahren häufig mit erheblichen Verzögerungen und Kostenüberschreitungen konfrontiert waren. Sie weist zudem auf die Konzentration der Lieferketten hin: 94 Prozent der Reaktoren, mit deren Bau im vergangenen Jahrzehnt begonnen wurde, basieren auf chinesischem oder russischem Design. Auch der Abbau von Uran sowie die Kapazitäten für dessen Verarbeitung und Anreicherung sind stark konzentriert. Vier Länder fördern mehr als drei Viertel des weltweit gewonnenen Urans, und eine Handvoll Anbieter kontrolliert den überwiegenden Teil der weltweiten Anreicherungskapazitäten.
Die Kritik betrifft außerdem die langfristige Lagerung radioaktiver Abfälle, Sicherheitsrisiken und die Tatsache, dass das in ein Kraftwerk investierte Kapital jahrzehntelang in dem Projekt gebunden bleibt. Befürworter eines schnelleren Ausbaus erneuerbarer Energien setzen dagegen auf eine Kombination aus Solar- und Windenergie mit Netzen, Speichern, Lastmanagement und weiteren flexiblen Energiequellen.
martin.petricek@economia.cz
Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit ČEZ.
/gr/



IRENA bewertet die von der Dürre geprägte Energiewirtschaft im August
Autor: Erik Novotný
21. September 2026, oenergetice.cz

Die diesjährige Hitzewelle im August hat an der Donau gezeigt, was passiert, wenn ein Energiemix zu stark auf eine einzige Energiequelle setzt. Nach einer neuen Analyse der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) sank die Leistung des ungarischen Kernkraftwerks Paks wegen des Mangels an Kühlwasser zeitweise auf nur neun Prozent der installierten Leistung. Das rumänische Kernkraftwerk Cernavodă wurde für einen Tag vollständig abgeschaltet.
Die meisten thermischen Kraftwerke – Kernkraftwerke ebenso wie Kohle- und Gas-und-Dampfkraftwerke – arbeiten nach dem Prinzip eines Dampfkreislaufs, der einen Kühlkreislauf benötigt. Durchlaufkühlungen entnehmen große Mengen Wasser aus Flüssen, Seen oder dem Meer. Bei Trockenheit sinken Wasserstand und Abflussmenge, gleichzeitig erwärmt sich das Wasser. Gesetzliche Vorgaben begrenzen dann, wie viel Wärme ein Kraftwerk wieder in das Gewässer einleiten darf.
IRENA hat in Europa 207 thermische Kraftwerksstandorte mit einer Gesamtleistung von 154 GW identifiziert, die weniger als zehn Kilometer von einem größeren Fluss entfernt liegen. Fast ein Drittel davon entfällt auf Kernkraftwerke. 27 dieser Anlagen befinden sich an der Donau.
In Frankreich verstopfte im August dieses Jahres ein großer Schwarm Quallen die Kühlwasserfilter eines Küsten-Kernkraftwerks und führte zur Abschaltung von drei Reaktoren. Die Ursache war eine andere, das Ergebnis jedoch dasselbe: Eine von der Wasserkühlung abhängige Energiequelle fällt plötzlich im Stromnetz aus.

Der Fall Ungarn in Zahlen...
Daten der Plattform ENTSO-E zeigen, wie das System darauf reagierte. Zwischen den beiden verglichenen Wochen sank die Leistung des Kernkraftwerks Paks um 90 Prozent – von 1.826 MW auf 178 MW. Die Situation wurde durch die Diversifizierung des Energiemixes abgefedert: Ungarn verfügt über eine installierte Photovoltaikleistung von mehr als acht Gigawatt, und zur Mittagszeit deckte die Solarstromproduktion bis zu 81 Prozent des Stromverbrauchs.
Nach Sonnenuntergang blieb die Nachfrage jedoch hoch. Der Anteil der Stromimporte stieg auf 60 Prozent, während Gas 20 Prozent der Stromerzeugung ausmachte. Dies schlug sich auch auf die Preise nieder: Der abendliche Spotmarktpreis stieg im Vergleichszeitraum von 170 auf 282 Euro pro MWh, während er zur Mittagszeit von 34 auf 60 Euro pro MWh zunahm.

Die tschechische Erfahrung ist eine andere...
Für Tschechien ist vor allem der technologische Unterschied von Bedeutung. Weder Dukovany noch Temelín sind auf eine Durchlaufkühlung aus Flüssen angewiesen. Beide Kraftwerke nutzen Kühltürme und eigene Wasserversorgungssysteme. Dukovany wird mit Prozesswasser aus dem Wasserkraftwerk Dalešice am Fluss Jihlava versorgt, während Temelín vor allem Wasser aus dem Hněvkovice-Stausee an der Moldau nutzt.
Die diesjährige Hitze und Trockenheit haben die tschechischen Kernkraftwerke daher kaum beeinträchtigt. Nach Angaben des tschechischen Amtes für nukleare Sicherheit (SÚJB) kam es lediglich zu einem leichten Rückgang der elektrischen Leistung, nicht jedoch zu einer Begrenzung der Reaktorleistung. Dennoch bleibt Wasser für den Betrieb der Anlagen von entscheidender Bedeutung, und seine Verfügbarkeit ist Bestandteil des langfristigen Managements betrieblicher Risiken.

Diversifizierung als Absicherung für heiße Sommer….
Je wärmer und trockener das Klima wird, desto häufiger dürfte sich das Szenario dieses Augusts wiederholen. Die Antwort darauf ist weder ein Ausstieg aus der Kernenergie noch aus der Wasserkraft, sondern eine breitere Palette an Energiequellen, leistungsfähigere Stromnetze und mehr Flexibilität auf der Nachfrageseite. Ein Energiesystem, das verschiedene Technologien miteinander kombinieren kann, erweist sich als widerstandsfähiger als eines, das alles auf eine Karte setzt – ganz gleich, ob diese Karte Uran, Wasser oder Sonne heißt.
IRENA weist auf das Potenzial einer Kombination von Photovoltaik und Batteriespeichern hin, die einen Teil der tagsüber erzeugten Energie in die Abendstunden mit hoher Nachfrage verschieben können. Für Standorte mit hohem Solarpotenzial nennt die Agentur Kosten von 54 bis 82 US-Dollar pro MWh bei einer angestrebten Versorgungssicherheit von 95 Prozent.
Quelle: oenergetice.cz
https://oenergetice.cz/rychle-zpravy/ir ... nou-suchem
/gr/



--
Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Atomenergie vom 24.September 2026:

Inhalt:
Operateure für Dukovany werden bereits ausgebildet.
Škoda JS hat Aussicht auf Aufträge in Milliardenhöhe.
Škoda wird Lieferant für Rolls-Royce.
Slovenske Elektrárne haben die energetische Inbetriebnahme von Block 4 in Mochovce gestartet.
Braucht Ungarn Paks II.? Regierung will noch in diesem Jahr entscheiden.
Tschechische Nuklearindustrie feiert Erfolg: Škoda JS steigt in das Rolls-Royce-SMR-Projekt ein

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Operateure für Dukovany werden bereits ausgebildet
24.9.2026 Wochenzeitung Kvety Seite 9

Im Ausbildungszentrum in Brünn hat die Ausbildung von 28 künftigen Operateuren für die Kernkraftwerke der ČEZ-Gruppe begonnen. Unter ihnen sind auch acht künftige Mitarbeiter der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany – darunter eine Frau.
„Zunächst erwartet sie eine zweijährige fachliche Ausbildung, anschließend werden sie praktische Erfahrungen in den bestehenden Kernkraftwerken von ČEZ sammeln“, teilte Alice Horáková, Sprecherin des Projekts Elektrárna Dukovany II (EDU II), mit.
Nach Angaben von ČEZ schafft es etwa jeder zehnte Bewerber durch das anspruchsvolle Auswahlverfahren. Die Ausbildung umfasst theoretische Kenntnisse zur Technologie von Kernkraftwerken, zu Betriebsabläufen und Sicherheitssystemen. Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung sind Simulatoren, die die tatsächlichen Kraftwerksblöcke möglichst realitätsgetreu nachbilden.

Mit dem Bau der zusätzlichen Blöcke in Dukovany will das südkoreanische Unternehmen KHNP im Jahr 2029 beginnen. Der Probebetrieb soll sechs Jahre später aufgenommen werden. Derzeit werden die Unterlagen für die Erteilung der Baugenehmigung nach dem Atomgesetz zusammengestellt. Die Dokumentation soll bis Mitte April kommenden Jahres fertiggestellt und der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB) vorgelegt werden.
Die Anforderungen für eine Beteiligung am Bauprojekt erfüllen bislang mehr als 60 tschechische Unternehmen.
/gr/



Škoda JS hat Aussicht auf Aufträge in Milliardenhöhe
24.9.2026 Tageszeitung MF DNES Martin Prochazka Westböhmen – Seite 9

PRAG, PILSEN – Wiederkehrende Aufträge im Wert von mehr als einer Milliarde Kronen für jeden kleinen modularen Reaktor (SMR) sichert dem Pilsner Unternehmen ŠKODA JS ein Vertrag, den der Generaldirektor von ŠKODA JS, Karel Bednář, mit dem Generaldirektor von Rolls-Royce SMR, Chris Cholerton, unterzeichnet hat. Er umfasst die Herstellung und Lieferung von Linearantrieben für die Steuerstabkassetten sowie des Steuerungssystems für alle SMR des britischen Unternehmens.
Bereits Ende Mai 2026 hatte Rolls-Royce SMR bekannt gegeben, dass ŠKODA JS auch als einer von zwei Lieferanten für wichtige nukleare Komponenten seiner SMR ausgewählt worden sei. Dazu gehören Komponenten der nuklearen Insel des Reaktors, dessen innere Bauteile sowie weitere Ausrüstungen des Primärkreislaufs.
„ŠKODA JS hat unter Beweis gestellt, dass das Unternehmen zu den wenigen Firmen in Europa gehört, die in der Lage sind, eine der wichtigsten Komponenten unseres Kraftwerks zu liefern. Wir sind stolz darauf, dass ŠKODA JS zu unserem Partner geworden ist. Unsere Zusammenarbeit zeigt deutlich, welche Vorteile dieses Projekt für Industrieunternehmen mit sich bringt“, erklärte Rolls-Royce-SMR-Generaldirektor Chris Cholerton.

Das Reaktorsteuerungssystem, an dessen Entwicklung ŠKODA JS bereits gemeinsam mit Rolls-Royce für den SMR arbeitet, umfasst 89 Linearantriebe für die Steuerstabkassetten sowie ein eigenes Steuerungssystem. Jeder Antrieb ist ein einzigartiger elektromechanischer Linearmotor von fast acht Metern Länge und einem Gewicht von 450 Kilogramm. Er steuert die Position der Steuerstabkassette im Reaktor und sorgt damit für einen sicheren Betrieb.
„Für unser ŠKODA-Team ist das ein ausgesprochen prestigeträchtiger Auftrag. Die Antriebe sind das ,Herz‘ des Reaktors – die einzige und zugleich wichtigste bewegliche Komponente, die für den sicheren Betrieb jedes Kernkraftwerks entscheidend ist“, erläuterte Miloslav Ruchař, Leiter der Konstruktion bei ŠKODA JS.
Im Bereich des nuklearen Maschinenbaus handelt es sich um präzise „Uhrmacherarbeit“ mit einer Genauigkeit im Tausendstelmillimeterbereich – ein Know-how, über das nur wenige Unternehmen verfügen. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Konzept im internationalen Wettbewerb erfolgreich waren“, fügte Generaldirektor Bednář hinzu.
/gr/


Škoda wird Lieferant für Rolls-Royce
24.9.2026 Tageszeitung MF DNES CTK Seite 14

Modulare Reaktoren
Das Unternehmen Škoda JS aus der ČEZ-Gruppe hat mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR einen Vertrag über die Lieferung von Antrieben für kleine modulare Reaktoren (SMR) abgeschlossen. Der Vertrag sieht vor, dass das Pilsner Unternehmen Škoda JS exklusiver Entwickler und Lieferant der Antriebe für die Reaktoren wird.
/gr/





Slovenske Elektrárne haben die energetische Inbetriebnahme von Block 4 in Mochovce gestartet
24.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiri Salavec

Der neue slowakische Kernkraftwerksblock Mochovce 4 mit einer installierten Leistung von 440 MW ist der Aufnahme des kommerziellen Betriebs einen weiteren Schritt näher gekommen. Die Techniker haben die energetische Inbetriebnahme des Blocks gestartet. Dabei wird der Block mit dem Stromnetz verbunden und beginnt mit der Stromerzeugung. Vor der offiziellen Inbetriebnahme stehen noch Tests bei verschiedenen Leistungsstufen an. Mit dem Bau des VVER-440-Blocks wurde bereits im Jahre 1987 begonnen, nach sechs Jahren wurden die Arbeiten jedoch offiziell eingestellt und erst im Jahre 2009 wieder aufgenommen.
Das Unternehmen Slovenské elektrárne (SE) teilte mit, dass sein neuer Kernkraftwerksblock Mochovce 4 am Montagnachmittag von der Phase der physikalischen Inbetriebnahme in die Phase der energetischen Inbetriebnahme übergegangen ist. Für den VVER-440-Kernkraftwerksblock mit einer installierten Nettoleistung von 440 MW ist dies ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum kommerziellen Betrieb.
„Während der energetischen Inbetriebnahme wird die Reaktorleistung schrittweise bis auf das Nennniveau erhöht. Auf jeder Leistungsstufe werden die vorgeschriebenen Betriebsprüfungen und Messungen durchgeführt. Dabei wird die ordnungsgemäße Funktion der technologischen Systeme und Sicherheitseinrichtungen sowie das Verhalten des Reaktors in verschiedenen Betriebszuständen überprüft“, erklärte Branislav Strýček, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor von Slovenské elektrárne.

Nun wird die Leistung des neuen Reaktors schrittweise erhöht. Zunächst werden die Techniker bei einer Leistung von fünf Prozent die grundlegenden Betriebsparameter überprüfen. Bei 20 Prozent Leistung wird die erzeugte Dampfmenge ausreichen, um die Turbogeneratoren des Blocks mit dem Stromnetz zu verbinden und mit der Stromlieferung zu beginnen. Vor dem abschließenden 144-stündigen Test bei voller Leistung werden die Operatoren das Verhalten des Blocks außerdem bei Leistungsstufen von 35, 55, 75 und 90 Prozent überprüfen.
„Die Phasen der Brennstoffbeladung und der physikalischen Inbetriebnahme haben wir erfolgreich abgeschlossen. Vor uns liegt nun eine Reihe von Betriebsprüfungen, bei denen wir die Leistung des Blocks schrittweise erhöhen und die Bereitschaft der einzelnen Anlagen für den langfristigen Betrieb bestätigen werden. Der erreichte Meilenstein ist eine Bestätigung der hohen fachlichen Kompetenz des Projektteams von Slovenské elektrárne“, ergänzte Martin Mráz, Projektdirektor für die Fertigstellung des Kraftwerks Mochovce.

Fertigstellung nach langer Unterbrechung...
Mit dem Bau des dritten und vierten Kernkraftwerksblocks von Mochovce begann die damalige Tschechoslowakei im Jahre 1987. Im Jahre 1993 stellten die Bauunternehmen die Arbeiten jedoch ein. Erst 2009 konnten die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden. Mochovce 3 nahm 2023 den kommerziellen Betrieb auf, Mochovce 4 soll noch in diesem Jahr folgen.
Nach der Fertigstellung des letzten Blocks wird die Leistung der slowakischen Kernkraftwerke auf 2,75 GW steigen. Bereits der dritte Block in Mochovce hat dazu beigetragen, dass die Slowakei zum Nettoexporteur von Strom wurde. Nach der Fertigstellung des vierten Blocks wird das Land einen sehr hohen Anteil von nahezu 80 Prozent emissionsfreier Kernenergie am heimischen Stromverbrauch erreichen.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... mochovce-4
¨
/gr/



Braucht Ungarn Paks II.? Regierung will noch in diesem Jahr entscheiden
23.9.2026 oenergetice
Autorin: Barbora Zimova

Sieben Monate nach dem offiziellen Baubeginn des Kernkraftwerks Paks II. überprüft die neue ungarische Regierung, ob sie die von Russland geplanten neuen Reaktorblöcke tatsächlich benötigt. Der Wirtschafts- und Energieminister verweist auf den Ausbau der Photovoltaik sowie auf die Dürre, die den Betrieb der bestehenden Blöcke eingeschränkt hat. Zugleich erklärt er, dass das Land bereits in einem Jahr ohne russisches Gas auskommen könnte, sofern sich die Entwicklung günstig gestaltet. Unabhängige Daten zeigen allerdings, dass der Anteil russischen Gases an den Importen in den vergangenen Jahren im Gegenteil gestiegen ist.

Im Februar dieses Jahres erfolgte der erste Betonguss, mit dem Ungarn offiziell den Bau des fünften Blocks mit einem VVER-1200-Reaktor einleitete. Es war der erste Baubeginn eines Kernkraftwerks in Europa seit mehr als sechs Jahren und zugleich das erste russische Atomprojekt, mit dessen Bau in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union begonnen wurde. Beide neuen Blöcke sollen nach den bisherigen Plänen ab Beginn der 2030er-Jahre Strom liefern. Nun gibt es aus Budapest Signale, dass die neue Regierung prüft, ob auf den bereits errichteten Betonfundamenten überhaupt weitergebaut werden soll.
Der ungarische Wirtschafts- und Energieminister István Kapitány kündigte in einem Interview mit dem ungarischen Nachrichtenportal Telex an, dass die Regierung die Überprüfung des Kernkraftwerksprojekts Paks II. bis Ende des Jahres abschließen werde. Anschließend soll entschieden werden, ob die neuen Reaktoren für das ungarische Energiesystem tatsächlich benötigt werden. Der frühere globale Executive Vice President des Shell-Konzerns für den Bereich Mobilität und Einzelhandel argumentiert nun damit, dass die energiepolitische Realität im Jahr 2026 eine andere sei als vor zwölf Jahren.

Quelle: https://oenergetice.cz/rychle-zpravy/po ... keho-plynu
/gr/



Tschechische Nuklearindustrie feiert Erfolg: Škoda JS steigt in das Rolls-Royce-SMR-Projekt ein
23.9.2026 oenergetice.cz

Das Unternehmen Škoda JS aus der ČEZ-Gruppe hat heute einen Vertrag mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR über die Lieferung von Antrieben für kleine modulare Reaktoren abgeschlossen. Der Vertrag sieht vor, dass das Pilsner Unternehmen Škoda JS exklusiver Entwickler und Lieferant der Antriebe für die Reaktoren wird. In den einzelnen Fällen wird es sich um Lieferungen im Wert von rund einer Milliarde Kronen handeln. Dies erklärte der tschechische Industrieminister und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) auf einer heutigen Pressekonferenz. Der erste modulare Reaktor in Tschechien soll Mitte der 2030er-Jahre in Temelín entstehen.

Škoda JS wird damit für die Entwicklung des Prototyps des Antriebs für die kleinen modularen Reaktoren verantwortlich sein und diese anschließend auch an das britische Unternehmen liefern. „Der Vertrag umfasst außerdem die Vorbereitungen für die Serienproduktion bei Škoda JS sowie die Grundlagen für einen künftigen Vertrag über die weltweite Lieferung des Steuerungssystems für alle Reaktoren von Rolls-Royce SMR. Dies bedeutet für uns künftig wiederkehrende Aufträge im Wert von mehr als einer Milliarde Kronen für jeden einzelnen SMR“, erklärte Škoda-JS-Generaldirektor Karel Bednář.
Nach Angaben des Generaldirektors von Rolls-Royce SMR, Chris Cholerton, hat Škoda JS unter Beweis gestellt, dass das Unternehmen als eines von wenigen in Europa in der Lage ist, eine der wichtigsten Komponenten eines Kraftwerks zu liefern.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -royce-smr
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 25.9.2026:

Inhalt:
Gemeinden unterstützen Bau der Fernwärmeleitung nach Brünn.
Gemeinden in der Region Vysočina setzen sich durch: Das Gebiet für den Uranabbau wird nicht erweitert.
Vaňková verspricht, dass die Fernwärmeleitung günstige Wärme sichern wird. Sie kann sie aber auch verteuern.
Die Fernwärmeleitung bindet Brünns Energieversorgung auf Jahrzehnte. Die Stadt hat Alternativen jedoch nicht verglichen.
Nach Tschernobyl verabschiedete sich Italien von der Atomkraft. Jetzt plant das Land die große Rückkehr.
EDF plant zehn modulare Reaktoren – der erste soll bereits im Jahre 2035 Strom liefern

.....


Gemeinden unterstützen Bau der Fernwärmeleitung nach Brünn
25.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Südmähren – Seite 9

Vertreter von elf Gemeinden entlang der geplanten Fernwärmeleitung vom Kernkraftwerk Dukovany nach Brünn haben mit den Brünner Heizwerken (Teplárny Brno) eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Vorbereitung des Projekts unterzeichnet.
Die 42 Kilometer lange Trasse führt durch insgesamt 14 Gemeinden und Städte. Einer der Bürgermeister wird das Memorandum zu einem späteren Zeitpunkt unterzeichnen, zwei weitere Gemeinden warten noch auf die Zustimmung ihrer Gemeinderäte.
Die Zusammenarbeit soll unter anderem die Anbindung der geplanten Leitung an die bestehende Infrastruktur, die Minimierung der Auswirkungen der Bauarbeiten auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung sowie die Prüfung der Möglichkeit umfassen, die Gemeinden an die Fernwärmeleitung anzuschließen.
/gr/


Gemeinden in der Region Vysočina setzen sich durch: Das Gebiet für den Uranabbau wird nicht erweitert
Autor: Edvard Sequens
Deník Referendum

Selbst in einem Land, in dem Politiker unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit die Atomenergie fördern, lässt sich der Uranabbau verhindern. Denn die Zusammenarbeit von Gemeinden und Zivilgesellschaft funktioniert. Und genau diese Möglichkeit will die Regierung nun beseitigen.

Die Bürgermeister und Einwohner von Brzkov, Věžnice, Přibyslav und Polná auf der Böhmisch-Mährischen Höhe können zumindest vorerst aufatmen. Mehr als zehn Jahre nach Einreichung des Antrags hat das Umweltministerium das Verfahren eingestellt, in dem das staatliche Unternehmen DIAMO versucht hatte, das geschützte Lagerstättengebiet für den Uranabbau in der Nähe dieser Gemeinden auf das Dreifache zu erweitern.

Das Unternehmen war nämlich auch innerhalb der wiederholt verlängerten Frist nicht in der Lage, den Nachweis über eine Uranlagerstätte vorzulegen. Dafür hätte es, wie gesetzlich vorgeschrieben, zunächst ein Erkundungsgebiet für geologische Untersuchungen festlegen lassen müssen. Doch genau daran scheiterte das Unternehmen am hartnäckigen Widerstand der genannten Gemeinden. Sie nutzten sämtliche rechtlichen Möglichkeiten, um sich gegen das Vorhaben des Staates zu wehren, unter ihren Gemeinden Uran abzubauen.

In der Nähe von Brzkov wurde zwischen den Jahren 1981 und 1990 Uran abgebaut. Die Förderung war jedoch minimal und beschränkte sich auf Erkundungsstollen. Insgesamt wurden hier lediglich 64 Tonnen Uranerz in Form von Pechblende gewonnen. Im Jahre 2004 wurde das Bergwerk endgültig stillgelegt und der Schacht verfüllt.

Im 35 Kilometer entfernten Rožná hingegen, wo Uran in großem Umfang gefördert wurde, gingen die wirtschaftlich abbaubaren Vorräte zur Neige. Die Uranindustrie suchte daher nach einer Möglichkeit, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten und die etwa zwei Jahrzehnte zu überbrücken, nach denen es nach den Vorstellungen ihrer Vertreter wieder denkbar sein könnte, Uran im Raum Liberec durch chemische Laugung zu gewinnen.

Dafür bot sich die Lagerstätte bei Brzkov mit geschätzten Uranvorräten von 3.000 bis 4.500 Tonnen geradezu an – obwohl dies milliardenschwere staatliche Investitionen für den Bau eines Bergwerks und den Umbau der Uranerzaufbereitungsanlage in Dolní Rožínka, unmittelbar neben Rožná, bedeutet hätte.

Auch das Argument der Energieautarkie Tschechiens war schon damals ziemlich fragwürdig. Das Uran aus Brzkov hätte den vollständigen Betrieb der beiden tschechischen Atomkraftwerke lediglich für etwa fünf bis sieben Jahre sichern können. Und dafür hätte das Uran zunächst in Russland verarbeitet und angereichert und dort zu Brennelementen verarbeitet werden müssen.

Trotz der hohen Kosten erhielt das Vorhaben im Jahr 2014 die Unterstützung des damaligen Ministerpräsidenten Bohuslav Sobotka – und damit nahm die Sache ihren Lauf.

 Uran um jeden Preis

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden schlossen sich damals rasch zusammen. Engagierte Bürger vor Ort gründeten anschließend den Verein *Naše budoucnost bez uranu* („Unsere Zukunft ohne Uran“), der sich ebenfalls an den Aktivitäten beteiligte und gemeinsam mit den Gemeinden öffentliche Protestveranstaltungen organisierte. Die Bürgerorganisation Calla brachte die Fotoausstellung „Tváře uranu“ („Gesichter des Urans“) von Václav Vašků nach Brzkov, organisierte mehrere Diskussionsveranstaltungen zu dem Thema und unterstützte die Menschen vor Ort mit fachlichen Informationen. Die damalige Situation wurde auch in der Sendung „Obavy ze zářných zítřků“ („Ängste vor strahlenden Zukunftstagen“) aus der tschechischen Fernsehreihe *Nedej se* eindrucksvoll dokumentiert.

Unter diesem gebündelten gemeinsamen Druck verkündete der damalige Industrie- und Handelsminister Jan Mládek Anfang des Jahres 2016 schließlich, dass das Vorhaben aufgegeben werde und der Uranabbau in Rožná, der letzten Uranmine Mitteleuropas, aus wirtschaftlichen Gründen beendet werde. Im Jahre 2017 wurde der Abbau tatsächlich eingestellt. Heute laufen dort Sanierungsarbeiten – nicht nur im Bergwerk und in dessen Umgebung, sondern auch bei der chemischen Aufbereitungsanlage.


Doch tatsächlich liefen im Hintergrund die behördlichen Schritte weiter, mit denen die Lagerstätte bei Brzkov für eine mögliche spätere Nutzung vorbereitet werden sollte. Die Ausweisung geschützter Lagerstättengebiete für den Rohstoffabbau erfolgt in Tschechien nach Gesetzen, die noch aus der Zeit der kommunistischen Herrschaft stammen. Kommunale Selbstverwaltungen und Grundstückseigentümer werden dabei nicht beteiligt – obwohl die damit verbundenen Einschränkungen ihnen die Bewirtschaftung ihres Eigentums oder die Entwicklung ihrer Gemeinden nach eigenen Vorstellungen unmöglich machen können.

Da der Antragsteller jedoch eindeutig nachweisen muss, wo sich welche Rohstoffvorkommen befinden, sind geologische Untersuchungen in einem genehmigten Erkundungsgebiet erforderlich. Die Erkenntnisse aus den späten 1990er-Jahren reichten im Fall von Brzkov dafür nicht aus.

An der Genehmigung eines Erkundungsgebiets können sich die betroffenen Gemeinden bereits beteiligen. Bevor die entsprechenden Gesetze geändert wurden, konnten auch Umweltverbände als Verfahrensbeteiligte auftreten. Wir alle haben diese Möglichkeiten genutzt – Calla, die Gemeinden und der örtliche Verein, unterstützt von einem qualifizierten Rechtsvertreter. Unser klares Ziel war es, selbst einen potenziellen Uranabbau zu verhindern oder den Rechtsstreit gegebenenfalls bis zur Aufhebung des unserer Ansicht nach verfassungswidrigen Ausschlusses der Gemeinden von Entscheidungen über die Ausweisung geschützter Lagerstättengebiete zu führen.

Dieses jahrelange Engagement war schließlich erfolgreich.

Kein falscher Optimismus...

Angesichts der Schäden in Milliardenhöhe, die der Uranbergbau in Tschechien hinterlassen hat, sollte damit eigentlich endgültig Schluss sein. Bis Ende des z2025 hat der Staat für die Sanierung der Schäden durch Uranabbau und -verarbeitung – Sozialprogramme für Bergleute nicht eingerechnet – rund 63 Milliarden Kronen ausgegeben.

Weitere Dutzende Milliarden werden noch für die laufende Sanierung anfallen. Dabei geht es vor allem um die Beseitigung der Folgen des chemischen Uranabbaus im Raum Stráž pod Ralskem. Zwischen den Jahren 1968 und 1996 wurden dort über technologische Lösungen fast 4,1 Millionen Tonnen Schwefelsäure, 320.000 Tonnen Salpetersäure, 111.000 Tonnen Ammoniak und 26.000 Tonnen Flusssäure in den Untergrund gepumpt.

Dies führte zu einer massiven Verschmutzung und Kontamination der unterirdischen Wasserspeicher der Nordböhmischen Kreide. Doch dies sind bei weitem nicht die einzigen toxischen Hinterlassenschaften der Uranindustrie in Tschechien. In der Landschaft befinden sich noch 386 Halden aus dem Uranerzbergbau mit einem Gesamtvolumen von 46 Millionen Kubikmetern sowie 20 Absetzbecken mit radioaktivem Schlamm mit einem Gesamtvolumen von 57,3 Millionen Kubikmetern. Ein Teil davon befindet sich im bereits erwähnten Rožná.

Angesichts der äußerst ambitionierten Atomprogramme der tschechischen Regierungen und des steigenden Uranpreises auf den Weltmärkten sollten wir jedoch wachsam bleiben. Die Versuche, die Uran-Geister der Vergangenheit wiederzubeleben, sind mit der jüngsten Entscheidung des Umweltministeriums im Fall Brzkov keineswegs beendet.

Große Uranvorkommen befinden sich weiterhin im Norden des Landes und sind – mit wenigen Ausnahmen – nur durch chemische Laugungsverfahren zugänglich. Das Industrieministerium finanziert über die Technologische Agentur die Erforschung von Verfahren, mit denen sich diese Uranvorkommen erschließen lassen.

Und wie die erst kürzlich verabschiedete Novelle des Baugesetzes und von mehr als vierzig weiteren Gesetzen zeigt, kehren wir in eine Vergangenheit zurück, in der die Interessen von Grundstückseigentümern und kommunalen Selbstverwaltungen keine Rolle spielen.
Quelle: https://denikreferendum.cz/clanek/23938 ... vat-nebude
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Vaňková verspricht, dass die Fernwärmeleitung günstige Wärme sichern wird. Sie kann sie aber auch verteuern
24.9.2026 Deník Referendum
Autor: Daniel Kotecky



Das zweitgrößte Energieprojekt des Landes verspricht, Brünn über eine 42 Kilometer lange Leitung mit Wärme aus Dukovany zu versorgen. Es drohen jedoch Verzögerungen und Kostensteigerungen. Zudem kann die Stadt die niedrigen Wärmepreise nicht transparent belegen.

Die Fernwärmeleitung von Dukovany nach Brünn ist das zweitgrößte Energieprojekt in der Tschechischen Republik. Bei dem Projekt besteht ein erhebliches Risiko von Verzögerungen und Kostensteigerungen. Zudem werden niedrigere Preise versprochen, die jedoch nicht transparent belegt werden können. Trotzdem genießt das Vorhaben in Brünn praktisch volle politische Unterstützung.

Im Juni dieses Jahres tauchte in den Straßen von Brünn eine neue großflächige Werbekampagne auf, und zwar auf den Straßenbahnen des Verkehrsbetriebs. Eine nach dem Physiker Armin Delong, einem Pionier der Elektronenmikroskopie, dessen Arbeit eng mit Brünn verbunden ist, benannte Straßenbahn begann vier Monate vor den Kommunalwahlen zu verkünden: „Fernwärmeleitung von Dukovany nach Brünn – Ihre Fahrkarte zu günstiger Wärme.“

Die Kampagne des städtischen Unternehmens Teplárny Brno, die bis Mitte Februar laufen soll, wirbt für das derzeit zweitgrößte Energieprojekt des Landes. Teurer ist nur der Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany selbst. Gerade der Umfang der Investition weckt jedoch Zweifel daran, ob das derzeit bei rund 18 Milliarden Kronen liegende Budget eingehalten werden kann. Sollte dies nicht gelingen, könnte das Projekt, das günstige Wärme verspricht, letztlich nicht nur das städtische Unternehmen, sondern auch die Brünnerinnen und Brünner belasten.

Eine Fernwätmeleitung für 18 Milliarden

Die Fernwärmeleitung vom Kernkraftwerk Dukovany nach Brünn wird von Teplárny Brno gemeinsam mit der halbstaatlichen ČEZ-Gruppe vorbereitet. Nach dem aktuellen Budget sollen sich die Baukosten auf 17,8 Milliarden Kronen belaufen.

Die Stadt verspricht sich von dem Projekt eine Senkung der Treibhausgasemissionen in ihrer Wärmeversorgung, vor allem aber eine Befreiung von der Abhängigkeit von Erdgas und damit eine Stabilisierung der Wärmepreise für die Brünner Bevölkerung. Besondere Dringlichkeit erhielt das Vorhaben durch die Energiekrise der Jahre 2021 bis 2023, als der Ausfall russischer Erdgaslieferungen zu einem drastischen Anstieg der Energiepreise führte.

Die Fernwärmeleitung ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, diese Ziele zu erreichen. Und ob die Stadt die Fernwärmeleitung auch transparent mit anderen Varianten verglichen hat, ist eine zentrale Frage, der wir uns in einem gesonderten Text widmen werden.

Der größere Teil der knapp 18 Milliarden soll durch die bislang höchste Förderung aus dem Modernisierungsfonds gedeckt werden. Dieser hat zum Ziel, aus den Einnahmen aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten die Ökologisierung der Wirtschaft in einkommensschwächeren EU-Mitgliedstaaten zu finanzieren. Konkret beläuft sich die Förderung auf 10,6 Milliarden Kronen. Bewilligt wurde sie den Brünner Heizwerken noch im vergangenen Winter, am Ende seiner Amtszeit, vom damaligen Umweltminister und in Brünn lebenden Christdemokraten Petr Hladík.

Den Rest wollen die Teplárny Brno überwiegend über einen Kredit finanzieren. Darüber hinaus soll die ČEZ-Gruppe weitere drei Milliarden Kronen direkt in Dukovany investieren, um die Wärme aus dem Kraftwerk herauszuführen.

Es wird sich allerdings nicht um Abwärme handeln, wie einige Vertreter der früheren Regierung wiederholt behauptet haben. Die falsche Information verbreitete beispielsweise der ehemalige Arbeitsminister Marian Jurečka (KDU-ČSL), auch Ex-Premier Petr Fiala (ODS) sprach von „ungenutzter Wärme“. Die Aussagen der Politiker wurden anschließend auch von den Medien wiederholt.

Tatsächlich werden die Dukovany-Reaktoren für die Wärmeerzeugung für Brünn einen Teil des Dampfes aus der Turbine entnehmen, der ansonsten zur Stromerzeugung dienen würde. Aus Sicht des gesamten Kraftwerks handelt es sich jedoch um eine relativ geringe Menge.

Die Wärme aus Dukovany soll anschließend über eine 42 Kilometer lange, größtenteils unterirdisch verlegte Leitung nach Brünn transportiert werden. Der zehn Meter breite Leitungskorridor wird durch unbebautes Gelände in der Nähe von vierzehn Gemeinden in der Region Vysočina und in der Region Südmähren in die Stadt führen. Zu den größeren Orten zählen neben Dukovany Moravský Krumlov, Ivančice, Oslavany und Střelice. Über Rohrleitungsbrücken wird die Fernwärmeleitung zwei Flüsse überqueren: die Jihlava und die Oslava. Außerdem soll die Leitung durch drei Tunnel führen. Ein mehr als einen Kilometer langer Tunnel wird unter dem Berg Bučín bei der Gemeinde Tetčice verlaufen, der Teil des Naturparks Bobrava ist.

Nachdem das Warmwasser über das städtische Rohrleitungsnetz in Brünn verteilt und beispielsweise in Heizkörpern genutzt wurde, wird das bereits abgekühlte Wasser über eine zweite Leitung zurück nach Dukovany geleitet, um dort erneut erwärmt zu werden. Bestandteil des Projekts ist auch der Anschluss einiger Randbezirke an das zentrale Fernwärmenetz. Diese Stadtteile werden dann nicht mehr von örtlichen Gasheizwerken abhängig sein.

Aus einer Präsentation der Heizkraftwerk / Teplárny Brno für die Stadtverordneten, die Deník Referendum vorliegt, geht hervor, wie sich das Budget aufteilt: Der größere Teil entfällt auf die Fernwärmeleitung selbst, der kleinere auf das Verteilungsnetz in Brünn. Die Verteilungsleitungen hatte die Stadt allerdings auch unabhängig von der Fernwärmeleitung geplant.

Das Projekt befindet sich derzeit in der Phase der eigentumsrechtlichen Vorbereitung. Die Unterlagen für die Baugenehmigung und für die Ausschreibung der einzelnen Bauabschnitte werden erstellt. In diesem Jahr haben die Teplárny Brno mit den Unternehmen Afry und Sagasta Verträge über die Planung der einzelnen Bauabschnitte unterzeichnet. Allein für diese frühe Phase werden die beiden Unternehmen mehr als eine Milliarde Kronen erhalten.

Wird sich das Szenario der Temelín-Fernwärmeleitung wiederholen?

„Das größte Risiko bei Projekten dieser Größenordnung besteht darin, sicherzustellen, dass sie nicht zu einem schwarzen Loch für Geld werden“, meint die langjährige Bürgermeisterin von Nový Lískovec und Oppositions-Stadtverordnete von Brünn Jana Drápalová (Grüne). Bei den Entscheidungen über die Fernwärmeleitung enthält sie sich im Stadtrat seit Langem der Stimme.

„Bei einer Investition dieser Größenordnung ist es sehr schwierig, jede einzelne Krone im Auge zu behalten“, ergänzt Drápalová und erinnert mit einem ironischen Lächeln an den Bau des Prager Tunnels Blanka. Das berüchtigte Prager Bauwerk hatte schließlich einen Zeitverzug von vier Jahren und kostete mehr als das Zweieinhalbfache des ursprünglichen Preises.

Dabei handelt es sich keineswegs um eine unbegründete Sorge. Die ČEZ-Gruppe baute zwischen den Jahren 2019 und 2023 eine Fernwärmeleitung vom Kernkraftwerk Temelín nach České Budějovice. Obwohl es sich um ein um ein Vielfaches günstigeres Projekt handelte, verzögerte sich der Bau um zwei Jahre und verteuerte sich von ursprünglich 1,5 Milliarden um sechzig Prozent auf 2,4 Milliarden Kronen.

Auf die Frage, ob sich ein ähnliches Szenario auch bei der Fernwärmeleitung von Dukovany nach Brünn wiederholen könnte, werden bereits jetzt Bedenken geäußert. „Es geht um den Bau einer 42 Kilometer langen Fernwärmeleitung, zu der unterirdische Tunnel gehören – einer davon wurde bereits vorzeitig gebaut –, sowie insgesamt vier Pumpstationen, die für eine kontinuierliche Bewegung des Wassers in der Fernwärmeleitung sorgen. Allein im Hinblick auf den Ankauf oder die Enteignung von Grundstücken wird das anspruchsvoll sein“, erklärt der Energieexperte Oldřich Sklenář von der Association for International Affairs die Besonderheiten der Dukovany-Fernwärmeleitung. Allein auf der Strecke zwischen Dukovany und Brünn soll die Leitung mehr als 7.000 Grundstücke queren.

Der Bürgermeister des Brünner Stadtteils Židenice, Petr Kunc (Hlas pro Židenice), der von Beruf Projektingenieur ist, ist noch kritischer. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die Fernwärmeleitung aus Dukovany teurer werden wird als jene nach České Budějovice. Ihr Bau wird wesentlich anspruchsvoller sein“, meint Kunc und verweist auf die komplizierten eigentumsrechtlichen Regelungen, die längere Leitung und das schwierige Gelände. Die Trasse überquert zwei Flüsse und erfordert den Bau von Tunneln.

Auch Petr Hladík, heute Mitglied des Brünner Stadtrats, räumt Verzögerungen ein. „Das kann genauso passieren wie bei anderen großen linearen Bauprojekten“, sagt er. Einen wesentlichen Unterschied gegenüber České Budějovice sieht er jedoch darin, wer den Bau durchführt: Das städtische Heizkraftwerksunternehmen habe in den vergangenen fünfzehn Jahren in großem Umfang die Brünner Dampfleitungen in Fernwärmeleitungen umgebaut. „Ihre Erfahrung mit dieser Art von Investitionen ist objektiv groß, sie machen das nicht zum ersten Mal“, meint Hladík.

Das Budget wächst und der Termin rückt in die Ferne, ohne dass ein Spatenstich erfolgt ist

Das Ausmaß des Risikos lässt sich im Voraus nur schwer einschätzen. Ein gewisser Hinweis ist jedoch, dass es bereits heute zu Verzögerungen und Budgeterhöhungen kommt. Im Mai 2023 sprach der damalige Premierminister Petr Fiala von den ersten Wärmelieferungen im Jahr 2030. Mit dem Bau sollte im Jahr 2026 begonnen werden.

Seit September vergangenen Jahres sprechen die Heizwerke/ Teplárny Brno davon, dass der Bau „im.Jahre 2027 beginnen könnte“ und der Probebetrieb 2032 aufgenommen werden sollte. Der Generaldirektor der Teplárny Brno, Petr Fajmon, nannte in diesem Jahr in einem Interview für Šalina, das Monatsmagazin des Brünner Verkehrsbetriebs, sogar das Jahr 2028 als Baubeginn. Das Projekt befindet sich erst in der Phase der eigentumsrechtlichen Vorbereitung, und dennoch hat sich der Termin für die Inbetriebnahme bereits verschoben.

Ähnlich sieht es beim Budget aus. Ursprünglich waren Investitionskosten von 16,3 Milliarden Kronen vorgesehen. Diese Summe nannte noch im vergangenen Sommer auch der damalige Minister Petr Hladík.

Die jüngste Zahl, die die Teplárny Brno in diesem Sommer vorstellten, beziffert die Kosten auf 17,8 Milliarden Kronen. Auch wenn dabei die Inflationswelle der Jahre 2022 und 2023 und ihre Nachwirkungen eine Rolle gespielt haben mögen, ist das Budget gegenüber der ursprünglichen Kalkulation um etwa neun Prozent gestiegen.

Nach Ansicht von Oldřich Sklenář können die bisherigen Verzögerungen und Budgetänderungen ein Hinweis darauf sein, dass das Projekt unter Verzögerungen und steigenden Kosten leiden wird. „Bei linearen Bauvorhaben dieser Art und Größenordnung ist das nichts Außergewöhnliches. Der Plan unterscheidet sich am Ende fast immer erheblich von der Realität. Und dabei wurde noch nicht einmal der erste Spatenstich getan“, fügt Sklenář hinzu. Er weist allerdings darauf hin, dass auch andere Lösungen für die Wärmeversorgung Brünns unter denselben Problemen leiden könnten.

Deník Referendum fragte Oberbürgermeisterin Markéta Vaňková und den Direktor der Teplárny Brno, Petr Fajmon, welche Maßnahmen die Stadt und das Unternehmen ergriffen hätten, damit sich das Szenario aus České Budějovice nicht wiederholt und der Bau sowohl im Budget als auch im Zeitplan bleibt. Die Oberbürgermeisterin koordinierte ihre Antworten mit der Sprecherin der Teplárny Brno und erklärte, das städtische Unternehmen habe keine Anzeichen dafür, dass die Lieferungen nicht nach dem vorgesehenen Zeitplan beginnen würden.

„Im Hinblick auf das Projektbudget unternehmen die Teplárny Brno maximale Anstrengungen, um eine günstige Finanzierung des Projekts zu erreichen, ebenso wie eine geeignete Aufteilung in Bauabschnitte, um den Wettbewerb zu erhöhen und damit die Angebotspreise bei den späteren Ausschreibungen für die Umsetzung des Baus zu senken“, schrieb die Oberbürgermeisterin an Deník Referendum.

Risiken durch eine Verlängerung des Baus der Fernwärmeleitung und seine Verteuerung

Eine mögliche Verzögerung der Fernwärmeleitung könnte zu einer Kürzung der Förderung aus dem Modernisierungsfonds führen. Eine solche Sanktion greift, wenn der Bau nicht innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss des Fördervertrags mit dem Staat fertiggestellt ist. Eine logische Folge wäre dann eine Erhöhung des Budgets aufseiten der Heizwerke.

Brünn hat eine solche Erfahrung bereits in jüngster Zeit gemacht. Bei dem Bau des dritten Kessels der städtischen Müllverbrennungsanlage wird es vermutlich zu einer Kürzung der Förderung kommen – auch dieser soll künftig Wärme in das Brünner Netz einspeisen.

Der Bau verzögerte sich um zwei Jahre und verteuerte sich um mehr als eine Milliarde Kronen, nachdem Politiker von ODS, TOP 09, ANO und SOCDEM im Oktober 2023 im Brünner Stadtrat eine geheime Abstimmung über die Überarbeitung des Projekts durchgesetzt hatten. Anders als bei der Müllverbrennungsanlage ist der Fördervertrag für die Fernwärmeleitung allerdings noch nicht abgeschlossen. Das Risiko lässt sich daher erst anhand dieses Vertrags und anhand des tatsächlichen Bauverlaufs bewerten.

Eine Verzögerung des Fernwärmeprojekts würde jedoch in jedem Fall zu einer Verteuerung führen. Oldřich Sklenář weist darauf hin, dass eine Erhöhung der veranschlagten Baukosten nicht nur die Kasse der Heizwerke/ Teplárny Brno belasten würde, sondern auch deren Kunden – Haushalte und Unternehmen.

Der weitaus größte Teil des nicht durch Fördermittel gedeckten Budgets soll nämlich über einen Kredit finanziert werden, und die Rückzahlungen werden sich im Wärmepreis niederschlagen. Je größer der Anteil ist, den die Heizwerke / Teplárny aus eigenen Mitteln finanzieren müssen, desto höher könnte der Wärmepreis in Brünn ausfallen.

Nach Ansicht von Jana Drápalová liegt die größte Schwachstelle der Fernwärmeleitung darin, dass das gewaltige Projekt das Unternehmen für lange Zeit verschulden wird. Sollte die Verschuldung aufgrund einer Verteuerung des Baus oder einer Kürzung der Förderung zu stark steigen, müsste das Unternehmen dies in den Wärmepreisen berücksichtigen.

„Wenn die Teplárny den Wärmepreis erhöhen müssten, um sich vor dem Bankrott zu retten, könnten sie an eine gefährliche Preisgrenze gelangen, deren Überschreitung eine Lawine von Abmeldungen vom zentralen Fernwärmenetz auslösen würde“, skizziert Drápalová das düsterste Szenario.

„Die Brünner Heizwerke könnten sich mit ihrem größenwahnsinnigen Projekt selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen“, fasst Drápalová zusammen.

Eine Kalkulation, die niemand gesehen hat...

Der Direktor der Teplárny Brno, Petr Fajmon, zeigte sich in einem Interview mit der Tageszeitung E15 in diesem Sommer optimistisch: „Wenn ich versuchen würde, eine Prognose für die Zukunft zu erstellen und alles gelingt, was gelingen soll, dann werden wir in der Lage sein, einen dreißig Jahre lang stabilen Wärmepreis anzubieten, der völlig unabhängig davon sein wird, was hier passiert. Ganz gleich, ob es um den Gaspreis oder um die Strompreise geht.“

Vor zwei Jahren äußerte sich Oberbürgermeisterin Markéta Vaňková noch wesentlich selbstbewusster: Der Wärmepreis aus der Fernwärmeleitung werde ihrer Aussage nach „stabil und niedriger als jeder andere Preis aus anderen Quellen“ sein. Auf der offiziellen Website der Heizwerke / Teplárny Brno hieß es zur selben Zeit allerdings, dass sich der genaue Endpreis der Wärme für Brünner Haushalte unter den gegebenen Bedingungen nicht berechnen lasse. Versprochen wurde lediglich ein Preis, der mit den damaligen Marktpreisen vergleichbar sei.

Ob es sich dabei nicht nur um leere Versprechungen handelt, ist allerdings die Frage. Die langfristig günstigste Wärme in Brünn liefert die Müllverbrennungsanlage des städtischen Unternehmens SAKO Brno: Als einzige Quelle erhält sie Geld für ihren Brennstoff, was den Preis senkt. Schon heute ist also klar, dass die Fernwärmeleitung nicht die günstigste Wärmequelle sein wird.

Schwer zu beantworten ist auch die Frage, wie die Teplárny einen dauerhaft niedrigen Wärmepreis garantieren können, der – wie Direktor Fajmon verspricht – vollständig unabhängig von den Strom- und Gaspreisen ist. Nach Ansicht des Bürgermeisters von Židenice, Petr Kunc, werden die Preise, zu denen die Teplárny Wärme von ČEZ einkaufen, zwangsläufig von Schwankungen des Strompreises beeinflusst werden.

„ČEZ muss wirtschaftlich denken und wird daher eine angemessene Entschädigung für die entgangene elektrische Energie verlangen, die es statt ins Netz in Form von Wärme nach Brünn liefern wird“, sagt Kunc. Verärgert fügt er hinzu: „Wenn man herausfinden will, wie hoch dieser Preis ist, dann verschleiern die Heizwerke /Teplárny Brno die Sache unglaublich. Diese Wärme wird infolge der Fernwärmeleitung letztlich nicht billiger werden.“

Auch Petr Hladík stimmt zu, dass der Preis nicht völlig unabhängig von äußeren Einflüssen sein wird: „Ich denke das auch, der Preis wird logischerweise an den Strompreis gekoppelt sein.“ Die geringere Abhängigkeit von Erdgas – die Heizwerke /Teplárny Brno sind derzeit der größte Erdgasverbraucher in der Tschechischen Republik – werde den Preis zumindest von einem Teil der Schwankungen befreien.

Auf die Frage, ob der Wärmepreis angesichts des Beschriebenen tatsächlich vollständig unabhängig von den Strompreisen sein werde, antwortete Oberbürgermeisterin Vaňková gemeinsam mit der Sprecherin der Teplárny Brno wenig konkret. „Der Mechanismus zur Festlegung des Einkaufspreises für Wärme von der ČEZ-Gruppe in Kombination mit dem Einkaufsportfolio der übrigen Quellen eliminiert die Abhängigkeit des Wärmepreises von der Volatilität der Erdgas- und Strompreise in ganz entscheidendem Maße“, schrieb Vaňková an Deník Referendum.

Mit anderen Worten: Die Oberbürgermeisterin behauptet ebenso wie die Heizwerke /Teplárny, dass der Wärmepreis künftig weniger stark von den Schwankungen der Marktpreise für Erdgas und Strom abhängig sein werde – gerade dank der Fernwärmeleitung, weiterer Quellen und des Vertrags mit ČEZ.

Unter welchen Bedingungen die Teplárny Brno Wärme von der ČEZ-Gruppe einkaufen werden, ist bislang jedoch nicht bekannt. „Uns Stadtverordneten haben sie die Preisspanne mitgeteilt, den gesamten Vertrag haben sie uns aber nicht gezeigt“, sagt Jana Drápalová.

Der Vertrag, der heute im öffentlichen Vertragsregister einsehbar ist, ist im Abschnitt über den Wärmepreis und die Zahlungsbedingungen praktisch vollständig geschwärzt. Nach Angaben der Unternehmenssprecherin Radka Mistrová können die Heizwerke /Teplárny Brno aufgrund einer Vertraulichkeitsvereinbarung ohne Zustimmung der ČEZ-Gruppe die Vertragsbedingungen Dritten nicht zugänglich machen.

Nach Ansicht von Petr Hladík ist die ungeklärte Frage des Endpreises für die Kunden ein „Schönheitsfehler des Projekts“. „Vor einer derart wichtigen Investition muss man wissen, wie hoch der endgültige Wärmepreis für die Verbraucher sein wird. Die endgültige Kalkulation haben wir objektiv nicht gesehen“, sagt der ehemalige Minister, der die Förderung für die Fernwärmeleitung bewilligt hatte.

Ist es für eine solche Frage nicht bereits zu spät? Und lässt sich ein bereits angelaufenes Projekt überhaupt noch stoppen, wenn bereits Verträge über die Planung für mehr als eine Milliarde Kronen unterzeichnet wurden? Petr Hladík antwortet mit einem Lächeln: „Alles lässt sich stoppen.“

Vieles hängt also davon ab, ob sich die pessimistischeren Prognosen nicht bewahrheiten. Die optimistischen Versprechen lassen sich bislang nicht belegen, und seitens der Stadt besteht offenbar auch kein Wille dazu. Brünn wird mit dem Bau beginnen, ohne dass seine Einwohner die Gewissheit haben, dass die Fernwärmeleitung für sie tatsächlich die „Fahrkarte zu günstiger Wärme“ sein wird.

Das größte Paradox bleibt, dass das zweitgrößte Energieprojekt des Landes, bei dem ein hohes Risiko von Verzögerungen und Kostensteigerungen besteht und das zudem niedrigere Preise verspricht, die jedoch nicht transparent belegt werden können, in Brünn praktisch vollständige politische Unterstützung genießt. Und das, obwohl einige Mitglieder des Stadtrats es bereits jetzt kritisieren.

Quelle:
https://denikreferendum.cz/clanek/23938 ... -prodrazit

Der Text entstand mit Unterstützung des Fonds für unabhängigen Journalismus
/gr/



Die Fernwärmeleitung bindet Brünns Energieversorgung auf Jahrzehnte. Die Stadt hat Alternativen jedoch nicht verglichen
25.9.2026 Denik Referendum
Autor: Daniel Kotecký

Brünn will unter Führung der ODS eine Fernwärmeleitung aus Dukovany für 18 Milliarden Kronen bauen. Sie soll die Stadt von der Abhängigkeit vom teuren Erdgas befreien. Dieses Ziel ließe sich jedoch auch auf andere Weise erreichen. Warum hat sich die Stadtführung nicht mit den anderen Möglichkeiten beschäftigt?

Die Fernwärmeleitung von Dukovany nach Brünn ist derzeit das zweitgrößte Energieprojekt in Tschechien. Noch teurer sind nur die geplanten neuen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany selbst.
Gebaut wird die Leitung von der städtischen Gesellschaft Teplárny Brno / Heizkwerke Brünn. Die ODS setzte das Projekt unter dem Versprechen durch, Brünn von teurem – und russischem – Erdgas unabhängig zu machen. Die Wärme soll über eine 42 Kilometer lange Trasse in die Stadt gelangen, von wo aus sie weiter auf die einzelnen Stadtteile verteilt wird. Nach dem aktuellen Budget wird die Fernwärmeleitung fast 18 Milliarden Kronen kosten. Wie wir bereits berichtet haben, könnte das Projekt jedoch noch teurer werden – und damit auch die Wärmepreise für Brünner Haushalte steigen lassen.
Die Stadtführung und die Brünner Heizwerke versprechen dagegen seit Langem das Gegenteil: günstige und stabile Wärme. Zugleich hat Brünn andere Wege, sich von der Abhängigkeit vom Erdgas zu lösen, nicht ausreichend geprüft. Gerade das Erdgas hatte während der Serie von Energiekrisen der vergangenen Jahre die Wärmepreise in die Höhe getrieben.

Wenn eines der Negativszenarien eintritt….
Kritiker argumentieren überzeugend, dass ein Projekt mit einem hohen Maß an Risiken teurer werden könnte, was wiederum zu höheren Wärmepreisen führen würde. Die Verantwortung dafür läge neben den Managern der Brünner Heizwerke auch bei denjenigen, die das Projekt vorantreiben. Konkret also bei der Brünner Oberbürgermeisterin Markéta Vaňková und dem für Energie zuständigen Vizebürgermeister Robert Kerndl (beide ODS), der als ihre rechte Hand gilt.
Die Idee einer Fernwärmeleitung taucht in unterschiedlichen Varianten bereits seit der Zeit der Normalisierung wieder in der energiepolitischen Debatte auf. Finanziell war das Projekt jedoch lange Zeit nicht tragfähig. Die ODS griff es im April 2022 während der Energiekrise nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine wieder auf und nahm es in ihr Programm für die damaligen Kommunalwahlen auf. Nach dem Programm der Brünner Konservativen sollte die Fernwärmeleitung „die Brünner Bevölkerung mit sicherer, emissionsfreier und möglichst günstiger Wärme versorgen“.
Zu den Unterstützern des Projekts beziehungsweise in das Expertenteam, das dem Vorhaben Fachwissen und politisches Gewicht verleihen soll, beriefen die Bürgerdemokraten weitere eigene Mitglieder: den Bürgermeister von Blansko und Vizepräsidenten der Region Südmähren Jiří Crha sowie den Europaabgeordneten Ondřej Krutílek. Krutílek bezeichnete sich nach eigenen Angaben als „Fühler“ des Fernwärmeprojekts in den Brüsseler Institutionen und half dabei, ihm dort den Weg zu ebnen. Auf unsere wiederholten Anfragen nach einem Interview reagierte der Europaabgeordnete jedoch nicht.
Weitere politische Mitglieder des Expertenteams sind die ANO-Europaabgeordneten Ondřej Knotek und Tomáš Kubín sowie der Abgeordnete Filip Turek von der Partei Motoristé.

Einen Vergleich, den in Brünn niemand angestellt hat….
Es lässt sich nicht belegen, dass der Entscheidung zum Bau der Fernwärmeleitung eine transparente und fachlich fundierte Debatte vorausgegangen wäre. Vieles deutet vielmehr darauf hin, dass es sich um eine rein politische Entscheidung handelt.
Der frühere Umweltminister und Brünner Stadtrat Petr Hladík (KDU-ČSL) führt dies auf die politischen Kräfteverhältnisse in der Stadt zurück. „Wir haben nicht gewonnen, die ODS hat gewonnen. Die ODS stellt die Oberbürgermeisterin, die ODS hat den Energiebereich übernommen und die ODS ist den Weg gegangen, den sie selbst in ihrem Wahlprogramm vorgeschlagen hatte, nämlich die Fernwärmeleitung aus Dukovany“, sagt Hladík.
Tatsache ist allerdings, dass die Christdemokraten den Bau der Fernwärmeleitung akzeptiert haben und auch in ihrem aktuellen Programm damit rechnen. Immerhin war es Hladík selbst, der im vergangenen Winter noch als Umweltminister eine Rekordförderung aus dem Modernisierungsfonds für die Dukovany-Fernwärmeleitung genehmigte. „Ich weiß nicht, ob ein wirklich valider Vergleich angestellt wurde, der die Fernwärmeleitung aus Dukovany etwa mit großen Wärmepumpen verglichen hätte“, beschrieb Hladík gegenüber Deník Referendum das Niveau der fachlichen Debatte.
Genau darin liegt das grundlegende Problem bei der Entscheidung über den Bau der Fernwärmeleitung: Die Stadtführung von Brünn und die Brünner Heizwerke haben sich nicht ausreichend mit anderen Möglichkeiten beschäftigt, wie sich die Stadt von ihrer Abhängigkeit vom Erdgas lösen könnte.


Wir fragten die Brünner Oberbürgermeisterin Markéta Vaňková und den Direktor der Brünner Heizwerke, Petr Fajmon, ob sich die Stadt beziehungsweise das Unternehmen mit anderen Energieszenarien beschäftigt habe. Die Antwort für Deník Referendum wurde koordiniert; Oberbürgermeisterin Vaňková antwortete uns gemeinsam mit der Sprecherin der Brünner Heizwerke, Radka Mistrová:
„Varianten für die künftige Wärmeversorgung Brünns wurden im Rahmen der Aktualisierung des im Jahre 2024 verabschiedeten kommunalen Energiekonzepts der Stadt Brünn geprüft.“
Brünn hat im Jahre 2024 tatsächlich ein aktualisiertes kommunales Energiekonzept verabschiedet. Fachlich verantwortlich dafür war jedoch ausgerechnet die städtische Gesellschaft Teplárny Brno selbst.
Das Konzept vergleicht das Szenario mit der Fernwärmeleitung lediglich mit einer weiteren Variante – einer Variante, bei der die Wärmeversorgung des zentralen Netzes weiterhin überwiegend vom Erdgas abhängig bliebe. Mit anderen Worten: Es wird lediglich eine leicht verbesserte Version der bestehenden Situation betrachtet, nicht aber eine grundsätzlich andere Lösung.
Prag ging anders vor. Ende August dieses Jahres verabschiedete der Prager Stadtrat eine neue Energiestrategie, die sich speziell mit der Fernwärmeversorgung befasst. Das von Experten der Tschechischen Technischen Universität (ČVUT) ausgearbeitete Dokument vergleicht eine Reihe von Varianten für die künftige Wärmeversorgung der Hauptstadt.
Das empfohlene Szenario setzt auf einen höheren Anteil erneuerbarer Energien, die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme sowie die Nutzung von Abwärme – vor allem mithilfe großer Wärmepumpen, die Wärme aus Kläranlagen gewinnen sollen.
Das Brünner Konzept sieht dagegen in den kommenden Jahren keinen deutlich stärkeren Einsatz alternativer emissionsfreier Energiequellen vor. Zwar geht es davon aus, dass verschiedene Arten von Wärmepumpen rund zehn Prozent des Wärmebedarfs in Brünn decken könnten. In den detaillierter ausgearbeiteten Szenarien für die Versorgung des zentralen Netzes spielen große Wärmepumpen jedoch praktisch keine Rolle.

Was Brünn statt der Fernwärmeleitung hätte bauen können….
Wärmepumpen nutzen Wärme aus der Umgebung, beispielsweise Abwärme aus Kläranlagen oder industriellen Prozessen. Vereinfacht gesagt wird diese Wärme mithilfe von Strom und einem verdichteten Kältemittel weiter erwärmt und anschließend an die Verbraucher verteilt.
Eine Reihe europäischer Städte hat große Wärmepumpen bereits in ihre Wärmeversorgung integriert oder plant deren Bau. Die leistungsstärkste europäische Wärmepumpe, die Wärme aus einer Kläranlage nutzt, steht im Wiener Stadtteil Simmering. Die Stadt plant bereits ihren Ausbau.
„Der derzeitige Ausbauplan für Wärmepumpen, der im Brünner Energiekonzept erwähnt wird, ist nicht besonders ambitioniert“, warnt der Energieexperte Oldřich Sklenář von der Assoziation für internationale Fragen (AMO).
Nach einer vor zwei Jahren veröffentlichten Studie des tschechischen Verbands der Fernwärmewirtschaft könnten Wärmepumpen bis zum Jahr 2040 immerhin ein Drittel der Wärmeversorgung auch in Tschechien übernehmen. „Einen solchen Anteil von Wärmepumpen in Brünn würde ich tatsächlich als ambitioniert bezeichnen“, sagt Sklenář.
In Brünn bietet sich vor allem die Kläranlage in Modřice für die Nutzung mit einer Wärmepumpe an; die Stadt beschäftigt sich bereits mit dieser Möglichkeit. Im Gespräch ist aber auch Abwärme aus Kühlanlagen, Rechenzentren oder Industriebetrieben, darunter einer nahe gelegenen Zementfabrik in Mokrá.
Auf einen stärkeren Einsatz von Wärmepumpen setzten die Christdemokraten vor den Kommunalwahlen im Jahre 2022. „Bei der Ausarbeitung unseres Programms für Brünn am Ende der vergangenen Wahlperiode haben wir darüber nachgedacht – und wir hatten es auch so im Programm formuliert –, eher emissionsfreie Energiequellen modernerer Art zu nutzen, vor allem große Wärmepumpen, wie es sie beispielsweise in Wien gibt“, beschreibt Hladík, in welche Richtung sich die Brünner Energiepolitik theoretisch hätte entwickeln können, wenn seine Partei 2022 die Wahl gewonnen hätte.
„Heute befinden wir uns in einer anderen Situation. Die Fernwärmeleitung wird vorbereitet, und die Förderung dafür ist bereits genehmigt“, erklärt Hladík, warum die Christdemokraten von der Absicht abgerückt sind, öffentliche Mittel in Wärmepumpen zu investieren.
Auch die Brünner Müllverbrennungsanlage könnte erheblich dazu beitragen, die Abhängigkeit vom Erdgas zu verringern.
„Ein wesentlicher Bestandteil eines alternativen Energieszenarios für Brünn müsste eine deutliche Steigerung der Wärmemenge aus der Müllverbrennungsanlage sein“, sagte ein Experte aus dem Bereich der Brünner Fernwärmeinfrastruktur gegenüber Deník Referendum. Er möchte wegen seiner kritischen Haltung zur Fernwärmeleitung nicht namentlich genannt werden.
Voraussetzung für ein solches Szenario wäre die Fertigstellung des bereits begonnenen Baus eines dritten Kessels der Müllverbrennungsanlage sowie Investitionen in die Infrastruktur, über die die Wärme aus der Anlage abtransportiert wird. Ohne diese Maßnahmen lässt sich das Potenzial der Müllverbrennungsanlage nicht ausschöpfen.
Derzeit liefert die Anlage rund 1200 Terajoule Wärme pro Jahr. Nach Einschätzung des genannten Experten könnte sie realistisch auch 2000 Terajoule liefern – also eine ähnliche Wärmemenge, wie sie sich die Brünner Heizwerke von der Fernwärmeleitung versprechen.
Eine vergleichbare Wärmemenge, die die ODS über eine mehr als 40 Kilometer lange Leitung aus Dukovany nach Brünn bringen will, ist damit im Grunde schon heute direkt in der Stadt verfügbar und wird lediglich teilweise genutzt.
Der Bau der Fernwärmeleitung wird dazu führen, dass das Wärmepotenzial der Müllverbrennungsanlage nicht vollständig genutzt wird.
„Wir haben eine bestimmte Größe des Wärmenetzes. Aus der Müllverbrennungsanlage könnten bis zu 2000 Terajoule eingespeist werden. Aber dazu wird es nicht kommen, weil die Kapazität von anderen Quellen beansprucht wird, vor allem von der Fernwärmeleitung“, erklärt der Experte.
Dabei liefert gerade die Müllverbrennungsanlage seit Langem die mit Abstand günstigste Wärme für das Brünner Netz, weil sie für die Entsorgung des Abfalls bezahlt wird. Die Müllverbrennung und die Stromerzeugung wird die Anlage auch dann fortsetzen, wenn Brünn die dabei entstehende Wärme nicht vollständig nutzt.
Es entsteht damit das Paradox, dass die Stadt aufwendig Wärme herantransportieren will, die eigens in einem Kernkraftwerk erzeugt wird, anstatt die Wärme zu nutzen, die buchstäblich bereits vor Ort vorhanden ist. Die Wärme aus der Müllverbrennungsanlage würde damit unnötig verloren gehen.
Ähnlich hätte sich Brünn auch wesentlich stärker auf Energieeinsparungen konzentrieren können. Das kommunale Energiekonzept beziffert das Potenzial für Wärmeeinsparungen in ganz Brünn auf mehr als ein Drittel der Wärmemenge, die die Fernwärmeleitung in die Stadt bringen soll.
Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass diese Zahl alle Gebäude in Brünn umfasst, also auch Häuser außerhalb des zentralen Wärmenetzes. Die Fernwärmeleitung wird dagegen ausschließlich das zentrale Netz versorgen.
Die Erfahrung der langjährigen Bürgermeisterin des Stadtteils Nový Lískovec, Jana Drápalová (Grüne), zeigt jedoch, dass die Ambitionen der Stadt durchaus größer hätten sein können. Das Bezirksrathaus von Nový Lískovec konzentrierte sich unter ihrer Führung in den vergangenen Jahrzehnten auf die Modernisierung von Plattenbauten und machte den Stadtteil zu einem Vorbild für das ganze Land.
„Das Einsparpotenzial wird in den kommunalen Energiekonzepten immer sehr vorsichtig geschätzt. In früheren Konzepten hat sich gezeigt, dass die Einsparungen schneller erreicht wurden als ursprünglich angenommen“, weist Drápalová darauf hin.
Ihrer Erfahrung zufolge hätten sich die Brünner Heizwerke historisch eher gegen Energieeinsparungen in Gebäuden gewehrt – schließlich verringern diese in ihrem derzeitigen Geschäftsmodell die Gewinne.

Alles auf eine Karte
Der Bau des zweitgrößten Energieprojekts in Tschechien wurde ohne eine offene politische Debatte auf den Weg gebracht, die auf fachlichen Szenarien verschiedener Möglichkeiten zur Befreiung Brünns von der Erdgasabhängigkeit beruht hätte.
Heute unterstützen oder tolerieren alle politischen Lager den Bau der Fernwärmeleitung – obwohl viele ihrer Vertreter dem Projekt kritisch gegenüberstehen. Tatsächliche politische Gegner hat das Projekt damit kaum.
Doch wie wird sich die heutige Entscheidung, die zweitgrößte Energieinvestition der Gegenwart in Tschechien umzusetzen, auf die Zukunft der Brünner Energieversorgung auswirken?
Oberbürgermeisterin Vaňková glaubt nicht, dass sich Brünn mit dem Bau der Fernwärmeleitung langfristig festlegt. „Die Stadt Brünn und die Brünner Heizwerke gehen nicht davon aus, dass die Umsetzung des Projekts automatisch den Verzicht auf weitere Projekte bedeuten würde, die zur Diversifizierung der Wärmequellen und zu einer höheren Effizienz des gesamten Systems beitragen können“, sagte Vaňková gegenüber Deník Referendum.
Mit der Fernwärmeleitung bindet sich Brünn jedoch an eine finanzielle Belastung, die seinen Handlungsspielraum über viele Jahre einschränken wird. Gleichzeitig ergibt es weniger Sinn, beispielsweise gleichzeitig in Wärmepumpen und die Fernwärmeleitung zu investieren – selbst wenn dafür ausreichend Geld zur Verfügung stünde.
„Die Investition wird das künftige Profil des Erzeugungsportfolios der Brünner Heizwerke erheblich beeinflussen“, erklärt Sklenář.
Lokale Energiequellen wie Wärmepumpen sowie eine stärkere energetische Sanierung von Gebäuden würden die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber Marktschwankungen erhöhen. Mit der Fernwärmeleitung bleibt Brünn dagegen stark von einem externen Lieferanten abhängig.
„Der Aufbau alternativer Energiequellen, beispielsweise von Wärmepumpen, ist heute ins Abseits geraten. Die Brünner Heizwerke werden sich in erster Linie darum bemühen, die Fernwärmeleitung abzubezahlen, damit sie die Investition möglichst schnell vom Tisch haben“, ergänzt Sklenář.
Indem Brünn alles auf eine Karte setzt, verliert die Stadt zudem die Chance, zum Vorreiter bei Energieinnovationen zu werden. Die Ausgangslage dafür wäre eigentlich sehr günstig: Die Stadt kontrolliert nicht nur die Wärmequellen, sondern auch das Verteilnetz.
Diese Kombination ermöglicht es ihr, die Zusammensetzung ihrer Energieversorgung selbst zu beeinflussen – und dem ganzen Land beispielsweise beim Einsatz großer lokaler Wärmepumpen einen Weg aufzuzeigen.
Aus der bereits erwähnten Studie des Verbands der Fernwärmewirtschaft geht hervor, dass Investitionen von 14,4 Milliarden Kronen bis zum Jahr 2030 in Tschechien realistisch eine Wärmemenge aus großen Wärmepumpen bereitstellen könnten, die dreimal so hoch wäre wie die Wärmemenge, die über die Fernwärmeleitung geliefert werden soll.
Selbst wenn die Förderung denselben Anteil der Kosten abdecken würde wie bei der gesamten Fernwärmeleitung, wäre der erforderliche Betrag immer noch niedriger.
„Mit anderen Worten: Mit weniger Geld ließe sich theoretisch innerhalb desselben Zeitraums bis zu dreimal so viel an ungeeigneten fossilen Energiequellen ersetzen“, fasst Sklenář zusammen, warum er die Fernwärmeleitung nicht für eine effiziente Nutzung von Fördermitteln zur Dekarbonisierung hält.
„Nationale und europäische Mittel stehen heute zur Verfügung. Morgen werden sie nicht mehr da sein, und es ist nicht gleichgültig, wie wir sie ausgeben“, sagt er abschließend.
Die politische Führung Brünns entscheidet sich damit für einen Weg, zu dem tschechische Politiker angesichts ihrer Vorliebe für Großprojekte immer wieder greifen.
Statt naturbasierter Hochwasserschutzmaßnahmen – etwa renaturierter Flussläufe oder trockener Rückhaltebecken – bauen wir große Talsperren. Statt massiv in erneuerbare Energien zu investieren, bauen wir neue Atomreaktoren. Und statt Wärmepumpen und anderer lokaler Wärmequellen will Brünn eine Fernwärmeleitung bauen.
In allen Fällen geht es um megalomane Großprojekte, die bereits in ihrer Entstehung für Verzögerungen und Komplikationen prädestiniert sind.
/gr/


Nach Tschernobyl verabschiedete sich Italien von der Atomkraft. Jetzt plant das Land die große Rückkehr
25.9.2026 Seznam Zprávy

Der italienische Senat hat ein Gesetz verabschiedet, das den Bau einer neuen Generation von Kernreaktoren ermöglichen soll – Jahrzehnte nachdem das Land seine damaligen Atomkraftwerke abgeschaltet hatte.

Der Versuch von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Italiens seit Langem weitgehend brachliegenden Atomsektor wiederzubeleben, hat am Mittwoch einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Das Parlament verabschiedete endgültig ein Gesetz, das den Weg für eine neue Generation von Kernkraftwerken ebnen soll, berichtet die Zeitung Financial Times.
Italien nahm bis zum Jahr 1990 alle seine Kernkraftwerke vom Netz. Vorausgegangen war nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 ein starker Widerstand in der Bevölkerung gegen diese Technologie. Da die italienische Industrie jedoch aufgrund der starken Abhängigkeit des Landes von Erdgasimporten mit einem der höchsten Energiepreisniveaus Europas zu kämpfen hat, betrachtet die Regierung von Giorgia Meloni – ebenso wie zahlreiche Vertreter der Wirtschaft – die Rückkehr zur Kernenergie als entscheidend für die Energiesicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.
„Italien muss zur Kernenergie zurückkehren, also in einen Bereich, in dem das Land einst eine führende Rolle spielte“, sagte der frühere Industrieminister Carlo Calenda, heute Senator der liberalen Partei Azione, vor der Abstimmung am Mittwoch. Calenda forderte die Regierung von Giorgia Meloni auf, schnell zu handeln und die durch landesweite Referenden verursachten „Schäden zu beheben“, die in der Vergangenheit zur Abschaltung der italienischen Atomkraftwerke geführt und im Jahre 2011 einen Versuch zum Neustart der Kernenergie vereitelt hatten.
„Ich will, dass Italien eine bedeutende Industriemacht ist. Und das ist ohne Kernenergie nicht möglich“, sagte er. „Legen wir los. Und zwar schnell.“
Das neue Atomgesetz – vom Senat mit 81 Ja- gegen 51 Nein-Stimmen verabschiedet – legt die Grundzüge des regulatorischen Rahmens fest, der künftig für den Nuklearsektor gelten soll.
Das Gesetz ermächtigt die Regierung in Rom, Dekrete über den Bau und Betrieb einer Reihe nuklearer Anlagen zu erlassen, darunter auch kleine modulare Reaktoren (SMR). Zugleich legt es Regeln für den Umgang mit abgebranntem Kernbrennstoff sowie Vorschriften für die nukleare Sicherheit fest.

Italiens Energieminister: Erste eigene Reaktoren bis zum Jahr 2035...
Italiens Energieminister Gilberto Pichetto Fratin, ein langjähriger Befürworter der Kernenergie, bezeichnete die Verabschiedung des Gesetzes als einen „historischen Tag für Italien“. Er erklärte, dass die Arbeiten an vielen der entsprechenden Vorschriften bereits begonnen hätten.
Er äußerte die Hoffnung, dass Italien, das derzeit erhebliche Mengen Atomstrom aus dem benachbarten Frankreich importiert, bis zum Jahr 2035 über die ersten eigenen Reaktoren verfügen könnte.
„Das letztendliche Ziel bleibt, sicherzustellen, dass künftige Generationen über ein sicheres, nachhaltiges und wettbewerbsfähiges Energiesystem verfügen, das die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Italiens unterstützen kann“, sagte der Minister noch vor der Abstimmung.

Ausbau der Atomkraft wird Jahre dauern, kritisiert die Opposition….
Kritiker aus den Reihen der Opposition bezeichnen die Bemühungen der Regierung um eine Wiederbelebung der Kernenergie dagegen als zynisches Ablenkungsmanöver von der dringenden Aufgabe, die Kapazitäten der konventionellen erneuerbaren Energien, darunter Solar- und Windkraft, deutlich auszubauen. In diesem Bereich liege Italien weit hinter vielen anderen europäischen Ländern zurück.
Die Kernenergie werde nach Ansicht der Kritiker Jahre benötigen, bevor sie Ergebnisse liefern könne – und das zu einer Zeit, in der die hohen Energiepreise sowohl Verbraucher als auch Unternehmen erheblich belasteten.

„Sie sprechen über Technologien, die in Wirklichkeit noch gar nicht existieren“, sagte Peppe De Cristofaro, Senator der linken Allianz Grüne und Linke. „Sie tun das nur, weil es eine Möglichkeit ist, der Debatte über erneuerbare Energien aus dem Weg zu gehen.“
Luigi Nave, Senator der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, bezeichnete den Gesetzentwurf als lediglich „ein weiteres Wahlversprechen“ und sagte voraus, dass „diese Technologien mindestens zwei Jahrzehnte lang nicht in Betrieb sein werden“. In Italien stehen Ende kommenden Jahres Parlamentswahlen an.
Nicola Irto, Senator der mitte-links orientierten oppositionellen Demokratischen Partei, erklärte, das Gesetz sei lediglich der erste Schritt auf einem langen Weg, wobei die schwierigsten Entscheidungen der Regierung noch bevorstünden.
„Die Regierung präsentiert diese Maßnahme als Beginn einer neuen Ära in der Energiepolitik“, sagte er. „Aber sagen wir es offen: Das ist reine Propaganda.“

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... rat-316136
/gr/



EDF plant zehn modulare Reaktoren – der erste soll bereits im Jahre 2035 Strom liefern
Autor: Jiří Puchnar
24. September 2026, oenergetice.cz

Die französische Gesellschaft NUWARD aus dem EDF-Konzern will die erste europäische Serie von zehn kleinen modularen Reaktoren (SMR) in fünf EU-Ländern bauen. Mit dem Bau der ersten Einheit soll im Jahre 2030 begonnen werden, im Jahre 2035 soll sie erstmals Strom liefern.
Details zum geplanten europäischen Einsatz der Technologie stellte NUWARD-Generaldirektor Julien Garrel bei einer Begleitveranstaltung der Generalkonferenz der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) in Wien vor.
Der erste Reaktor soll in Frankreich entstehen, ein weiteres Projekt wird in Italien vorbereitet. EDF führt zudem Gespräche über einen möglichen Einsatz der Technologie in Polen, Belgien und Finnland.

Erste Bauarbeiten sollen im Jahre 2030 beginnen...
NUWARD will den neuen Reaktor noch vor dem Jahr 2029 kommerziell anbieten können und im Jahre 2030 mit dem Bau der ersten Einheit beginnen. Nach Angaben Garrels soll sie im Jahre 2035 mit der Stromproduktion beginnen. Die eigentliche Bauzeit veranschlagt das Unternehmen auf 48 Monate.
Das aktuelle Reaktordesign von NUWARD basiert auf der bewährten Technologie eines Druckwasserreaktors der Generation III+. Der Reaktor soll eine thermische Leistung von 1150 MWth haben und im reinen Strombetrieb bis zu 400 MWe liefern.
Das Konzept sieht außerdem eine Kraft-Wärme-Kopplung vor. Damit will NUWARD insbesondere Industrieareale, energieintensive Betriebe und Fernwärmenetze als Kunden ansprechen.

EDF hat das ursprüngliche Konzept überarbeitet...
Das NUWARD-Projekt wurde im Jahre 2019 von EDF, CEA, Naval Group und TechnicAtome vorgestellt. Das ursprüngliche Konzept sah zwei Druckwasserreaktoren mit jeweils 170 MWe, also insgesamt 340 MWe, vor.
EDF änderte jedoch im jahre 2024 nach Rückmeldungen potenzieller Kunden ihre Strategie und beschloss, das neue Design stärker auf bereits eingesetzte und industriell erprobte Technologien zu stützen. Das heutige Design unterscheidet sich daher deutlich von der ursprünglichen Konfiguration mit zwei Reaktoren à 170 MWe.
Parallel zur Entwicklung des überarbeiteten Designs läuft dessen Vorprüfung durch europäische Atomaufsichtsbehörden. An der dritten Phase des sogenannten Joint Early Review beteiligen sich die Aufsichtsbehörden aus Frankreich, Tschechien, Finnland, Polen, Schweden, den Niederlanden, Belgien und Italien.
Das Verfahren findet vor einem möglichen formellen Genehmigungsverfahren statt. Das Ziel ist es, frühzeitig Rückmeldungen zu den Sicherheitsaspekten des Designs und zu den regulatorischen Anforderungen der einzelnen Länder zu erhalten. Die Ergebnisse der dritten Phase werden Anfang des Jahres 2027 erwartet.

Europäische Allianz unterstützt Serienproduktion von SMR...
NUWARD gehört außerdem zu den Projekten der Europäischen Industrieallianz für kleine modulare Reaktoren. Die Allianz wurde gegründet, um die Entwicklung und den Einsatz von SMR in Europa zu beschleunigen. Nach Abschluss der zweiten Ausschreibungsrunde werden derzeit weitere Projekte ausgewählt, die Unterstützung erhalten sollen.
Die Europäische Kommission erwartet, dass die ersten SMR in der EU Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb gehen könnten. Nach vorläufigen Schätzungen der Kommission könnte ihre gesamte installierte Leistung bis zum Jahr 2050 17 bis 53 GW erreichen.
Die Strategie von NUWARD setzt auf Serienproduktion und die Einbindung der europäischen Lieferkette. Nach Angaben des Unternehmens soll ein erheblicher Teil der Arbeiten, die bei konventionellen Atomprojekten direkt auf der Baustelle ausgeführt werden, in Produktionsstätten verlagert werden.
Die erste Serie von zehn Einheiten soll es ermöglichen, die Vorteile von Standardisierung und wiederholtem Bau zu nutzen, wenn die Reaktoren in mehreren europäischen Ländern errichtet werden.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -roce-2035
/gr/



Ukraine will Uranförderung wieder aufnehmen und reagiert damit auf den weltweiten Trend zu mehr nuklearer Eigenversorgung
Autor: Eduard Majling
23. September 2026, oenergetice.cz

Die Ukraine plant, ihre heimische Uranförderung auf 750 bis 800 Tonnen pro Jahr zu steigern. Damit könnte das Land rund 30 Prozent seines jährlichen Bedarfs an Kernbrennstoff decken. Dies gab der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal auf der Industriekonferenz Roadmaps to New Nuclear 2026 in Paris bekannt.
Der Schritt ist Teil einer umfassenderen Strategie der ukrainischen Regierung. Ziel ist der Aufbau einer vollständigen und von Russland unabhängigen Lieferkette für die heimische Kernenergie – vom Uranabbau über die Herstellung von Komponenten bis hin zur eigentlichen Stromerzeugung.
Für die Ukraine würde eine Rückkehr zu diesen Fördermengen eine Wiederherstellung des Niveaus aus der Zeit vor dem russischen Einmarsch im Februar 2022 bedeuten. Nach Angaben der World Nuclear Association (WNA) förderte das Land im Jahre 2019 noch 800 Tonnen Uran. Infolge des Kriegsgeschehens sank die Förderung im Jahre 2022 jedoch auf lediglich 100 Tonnen. In den Folgejahren begann sie sich langsam zu erholen, lag im Jahre 2024 aber weiterhin nur bei 288 Tonnen.
Um die Produktion wieder hochzufahren, stellt der staatliche ukrainische Energiekonzern Energoatom dem Bergbauunternehmen SkhidGZK Finanzmittel zur Verfügung. Die Kredite fließen laut S&P Global in die Modernisierung der Bergbauanlagen, den Bau neuer unterirdischer Stollen sowie in die Planung und möglicherweise auch den Bau einer neuen Anlage zur Herstellung von Schwefelsäure, die für die Verarbeitung des Erzes benötigt wird.
Gleichzeitig plant die Ukraine nach Angaben Schmyhals die lokale Herstellung von Komponenten für VVER-Brennelemente des US-Unternehmens Westinghouse sowie den Aufbau eigener Kapazitäten für deren Endmontage.

Globale Abkehr von Russland und Rückkehr zur Uran-Eigenversorgung...
Die ukrainischen Pläne zur Steigerung der heimischen Uranförderung stehen im Zusammenhang mit einem weltweiten Trend. Westliche Staaten überprüfen seit Beginn des Krieges in der Ukraine ihre Abhängigkeit vom russischen Brennstoffkreislauf und bemühen sich verstärkt darum, eigene Förder- und Verarbeitungskapazitäten wieder aufzubauen.



Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... estacnosti
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 689
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus dem Energiebereich vom 29.9.2026:

Inhalt:
Förderung für Kraftwerke als Kohle-Ersatz verschiebt sich um ein Jahr
Staatliche Bedingungen waren zu streng.
Die Zukunft der Energieversorgung liegt nicht nur in der Erzeugung. Entscheidend sind Speicher und Flexibilität.
Sorge vor hohen Energiepreisen wächst: Bereits 60 Prozent der Tschechen rechnen mit höheren Kosten.
Italiens Senat stimmt für Rückkehr zur Kernenergie – EDF will 2035 ersten Reaktor in Betrieb nehmen.
China beginnt mit Vorarbeiten für den Bau des weiterentwickelten Reaktors Hualong One 2.0.
Europäische Investitionsbank investiert bis zu 40 Millionen Euro in SMR – erste Unterstützung dieser Technologie

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Förderung für Kraftwerke als Kohle-Ersatz verschiebt sich um ein Jahr
Staatliche Bedingungen waren zu streng
29.09.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Jan Brož

Energie
Für tschechische Verhältnisse ging zunächst alles erstaunlich schnell. Im Juli genehmigte die Europäische Kommission die Einführung sogenannter Kapazitätsmechanismen in Tschechien. Sie sollen den Bau moderner Gaskraftwerke ermöglichen, die die auslaufenden Kohlekraftwerke ersetzen sollen. Bereits im Oktober sollte feststehen, wer die auf 75 bis 150 Milliarden Kronen geschätzte Förderung für neue Kraftwerke über einen Zeitraum von 15 Jahren erhalten würde. Nun verschiebt sich jedoch alles um ein Jahr. Investoren können mit den Zahlungen erst ab November 2031 rechnen.

Auf einer von der Beratungsgesellschaft EGU veranstalteten Energiekonferenz in Brünn bestätigte dies Petr Binhack, Leiter der Abteilung Strategie und internationale Zusammenarbeit im Energiebereich des tschechischen Industrieministeriums. „Die ursprüngliche Vorgabe lautete: Macht es schnell. Wir haben jedoch festgestellt, dass sich die äußeren Rahmenbedingungen verändert haben und das Jahr 2030 nicht mehr ganz so dringend erscheint wie noch vor einem Jahr. Deshalb haben wir Kapazitätszahlungen ab dem 1. November 2031 als akzeptabel bewertet“, sagte Binhack.
Im Rahmen der Kapazitätsmechanismen erhalten Kraftwerksbetreiber Zahlungen dafür, dass sie Leistung bereitstellen. Es handelt sich also nicht um eine Vergütung für die tatsächlich erzeugte Elektrizität. Die Einführung der Mechanismen dient vor allem der Versorgungssicherheit für Zeiten, in denen erneuerbare Energien keinen Strom produzieren. Derzeit können in solchen Situationen Kohlekraftwerke einspringen. Das Ende der stark fossil geprägten Stromerzeugung wird jedoch bereits in den kommenden Jahren erwartet. Angesichts der derzeit schwer vorhersehbaren Entwicklung auf den Energiemärkten ist eine Investition in Milliardenhöhe in ein neues Kraftwerk für Energieunternehmen jedoch mit erheblichen Risiken verbunden. Ohne entsprechende Absicherung werden sie ein solches Projekt kaum in Angriff nehmen.
Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollten sich Interessenten für Kapazitätszahlungen bis zum 20. September beim Übertragungsnetzbetreiber ČEPS zur sogenannten Präqualifikation anmelden. Die ersten Kapazitätsauktionen sollten im Laufe des Oktober stattfinden. Erfolgreiche Bieter hätten damit Anspruch auf Förderzahlungen ab November 2030 erhalten. Der Termin für die Präqualifikation wurde jedoch um zwei Monate verschoben – und damit auch die Auktionen. Nach den europäischen Regeln können die Zahlungen jeweils ab November aufgenommen werden. Das gesamte System wird deshalb erst im Herbst 2031 in Kraft treten.

Zu hohe Risiken für Investoren...
Auf staatlicher Seite bestand unterdessen die Sorge, dass die Förderung an Betreiber bestehender Kraftwerke oder an Investoren fließen könnte, die Anlagen errichten, die sich nicht für die Bereitstellung von Reserveleistung eignen. Die ursprünglich festgelegten Bedingungen waren daher vergleichsweise streng. Nach Einschätzung von Branchenvertretern wälzten sie sämtliche Risiken auf die Investoren ab.
„Die Bedingungen sind nicht so attraktiv und risikofrei, wie wir ursprünglich erwartet hatten“, sagte Blahoslav Němeček, Vorstandsmitglied des Energieversorgers innogy, gegenüber der Zeitung HN. Der größte Gaslieferant Tschechiens hatte erst kürzlich Pläne für den Bau eines eigenen Gas-und-Dampfkraftwerks angekündigt.
Den Investoren hätten beispielsweise hohe Sanktionen gedroht, wenn sie das neue Kraftwerk nicht rechtzeitig fertiggestellt hätten. Gleichzeitig herrscht auf dem Weltmarkt ein Mangel an Turbinen und anderen Kraftwerkskomponenten, verbunden mit langen Lieferzeiten. Viele Unternehmen befürchten deshalb Verzögerungen. Auch Kraftwerksbetreibern hätten Strafzahlungen gedroht, wenn sie die versteigerte Leistung nicht hätten bereitstellen können – und zwar selbst im Falle eines begründeten Anlagenstillstands.
Der Staat hatte sich zudem die Möglichkeit vorbehalten, die Zahlungen jederzeit einzustellen. In diesem Fall wären Banken mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls nicht bereit gewesen, die Bauvorhaben zu finanzieren.
Die Regeln sollen deshalb nun angepasst werden, kündigte Binhack an. Der Staat erwartet, dass sich dadurch mehr Interessenten an den Auktionen beteiligen und der Wettbewerb zunimmt. Die Höhe der Zahlungen, die sich unmittelbar auf den Strompreis auswirken werden, könnte dadurch sinken.

Ungewisse Zukunft...
Die Verschiebung löste in der Branche unterschiedliche Reaktionen aus. „Unter unseren Mitgliedern gibt es Unternehmen, die auch unter den bisherigen Bedingungen teilnehmen wollten. Andere waren dagegen zögerlich und hatten Einwände gegen konkrete Bestimmungen der Vertragsunterlagen“, sagte Josef Kotrba, Geschäftsführer des tschechischen Energieverbands, in dem die führenden Unternehmen der Branche zusammengeschlossen sind.
Einige potenzielle Investoren begrüßen, dass ihnen nun mehr Zeit für die Vorbereitung bleibt und die Regeln letztlich weniger strikt ausfallen dürften. Auch angesichts des erwähnten Mangels an Turbinen könnte ein zusätzliches Jahr von Vorteil sein.
Es ist allerdings nicht sicher, ob sich die Situation nicht noch weiter zuspitzen wird. Im benachbarten Deutschland fand bereits Anfang September die erste Auktion für neue Gaskraftwerke statt. Insgesamt plant das Nachbarland, über den Kapazitätsmechanismus den Bau von bis zu 11 Gigawatt neuer Kraftwerksleistung zu fördern. Dies dürfte die Nachfrage nach Turbinen weiter erhöhen und den bestehenden Engpass verschärfen.
Gleichzeitig hatte der tschechische Staat die Einführung der Mechanismen aus Sorge vorangetrieben, dass der Ersatz für die Kohlekraftwerke rechtzeitig geschaffen werden muss. Noch vor kurzem arbeiteten die Kohlekraftwerke an der Grenze zur Wirtschaftlichkeit. So hat etwa die Unternehmensgruppe Sev.en bereits ihre Absicht angekündigt, ihre Kohlekraftwerke zu schließen. Infolge des Krieges im Nahen Osten sind die Strompreise jedoch gestiegen, sodass sich der Betrieb der Kraftwerke wieder lohnt.
„Kohle befindet sich in einer strukturellen Rückzugsphase. Es stellt sich jedoch die Frage, ob dieser Rückzug tatsächlich so verlaufen wird, wie wir noch vor einem Jahr oder einem halben Jahr darüber gesprochen haben“, sagt Binhack.
Über die Rentabilität von Kohlekraftwerken entscheiden allerdings häufig bereits geringe Veränderungen bei den Strompreisen. Sollte der Strompreis sinken – oder der Preis für CO₂-Zertifikate steigen –, könnte sich das Ende der Kohleverstromung erneut rasch nähern.
/gr/



Die Zukunft der Energieversorgung liegt nicht nur in der Erzeugung. Entscheidend sind Speicher und Flexibilität
29.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Beilage Energie+ PR-Artikel

Energiewirtschaft
Die Energiewirtschaft verändert sich schneller als je zuvor. Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Elektromobilität und dezentrale Erzeugung nehmen zu. Die Energieerzeugung allein ist jedoch längst nicht mehr die einzige Frage. Immer wichtiger wird, wann Energie erzeugt wird, wann sie tatsächlich benötigt wird und ob es gelingt, sie zwischen diesen Zeitpunkten zu verschieben.
Deshalb werden Speicherung und Flexibilität zu zwei Schlüsselbegriffen der modernen Energiewirtschaft.
Ein typisches Beispiel ist die Photovoltaik. Sie erzeugt tagsüber am meisten Strom, während ein erheblicher Teil des Verbrauchs morgens, abends oder zu anderen Zeiten anfällt. Die Lösung besteht daher nicht allein darin, weitere Erzeugungskapazitäten aufzubauen. Ein Teil der Energie muss gespeichert oder der Verbrauch in Zeiten verlagert werden, in denen Energie besser verfügbar ist.

Energie lässt sich auf unterschiedliche Weise speichern...
Die bekannteste Form der Energiespeicherung sind Batterien, aber sie sind nicht die einzige Möglichkeit. Strom kann zum Erhitzen von Wasser, zum Laden eines Wärmespeichers oder zum Betrieb einer Wärmepumpe bzw. eines anderen Geräts genutzt werden, dessen Verbrauch zeitlich gesteuert werden kann. In der Industrie, der Fernwärmeversorgung oder größeren Gebäuden können solche Möglichkeiten eine erhebliche Flexibilität bieten, ohne dass die gesamte Energie in Batterien gespeichert werden muss.
Flexibilität bedeutet, den Verbrauch oder die Erzeugung zu einem bestimmten Zeitpunkt erhöhen, reduzieren oder zeitlich verschieben zu können. Das muss nicht zwangsläufig mit Einschränkungen beim Komfort oder bei der Produktion verbunden sein. Eine Wärmepumpe kann einen Teil der benötigten Wärme im Voraus erzeugen, eine Batterie kann bei einem Stromüberschuss geladen werden, ein Elektrofahrzeug zu Zeiten einer geringeren Netzauslastung. Auch bestimmte industrielle Prozesse lassen sich innerhalb ihrer betrieblichen Möglichkeiten zeitlich steuern.

Gebäude werden Teil des Energiesystems….
Damit wird ein Gebäude oder ein Produktionsstandort zu einem aktiven Bestandteil des Energiesystems. Es geht nicht mehr nur darum, wie viel Strom ein Objekt verbraucht, sondern auch darum, wann es ihn verbraucht und ob es auf die Anforderungen des Netzes oder des Marktes reagieren kann. Gerade diese Fähigkeit zur Reaktion wird künftig zunehmend einen wirtschaftlichen Wert haben.
Eine wichtige Rolle bei diesem Wandel spielen deshalb intelligente Stromzähler und die viertelstündliche bzw. kontinuierliche Verbrauchsmessung. Sie ermöglichen eine genauere Erfassung, wann ein Objekt Strom verbraucht oder erzeugt, und die Nutzung dieser Daten für die automatische Steuerung von Technologien.
Zum digitalen Rückgrat der neuen Energiewirtschaft in Tschechien entwickelt sich das Elektroenergetische Datenzentrum (EDC). Es übernimmt derzeit Datenprozesse im Zusammenhang mit dem Stromteilen. Seine Aufgaben werden schrittweise auch auf die Bereiche Speicherung, Aggregation und Flexibilität ausgeweitet. Denn ohne hochwertige Daten lässt sich ein Energiesystem nicht steuern, in dem neben Verbrauchern zunehmend auch Erzeuger, Batteriespeicher, Elektrofahrzeuge und andere aktive Komponenten eine Rolle spielen.
Auch die Tarifstruktur verändert sich schrittweise in diese Richtung. Ziel ist es, die tatsächliche Netznutzung, die reservierte Kapazität und Lastspitzen stärker zu berücksichtigen. Für die Verbraucher wird daher nicht nur entscheidend sein, wie viel Energie sie verbrauchen, sondern zunehmend auch, wann und auf welche Weise sie das Netz nutzen.
Die Energiewirtschaft bewegt sich damit weg von einem einfachen Abrechnungssystem für die entnommene Kilowattstunde hin zu einer stärkeren Berücksichtigung des zeitlichen Verbrauchsverhaltens eines Anschlusses. Hier zeigt sich die Bedeutung eines übergeordneten Energiemanagements besonders deutlich.
Es reicht nicht aus, einzelne Technologien nebeneinander zu installieren. Das System muss kontinuierlich Erzeugung, Verbrauch und Ladezustand der Speicher analysieren und darauf basierend die wirtschaftlich günstigste Betriebsweise wählen. Das wird eine grundlegende Veränderung sein.

Eine einzelne Technologie reicht nicht aus
Die moderne Energiewirtschaft wird nicht auf einer einzigen Technologie beruhen. Photovoltaik, Batterien, Wärmepumpen, Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmespeicher und Elektromobilität haben jeweils unterschiedliche Eigenschaften. Entscheidend wird ihre Vernetzung, Messung und automatische Steuerung sein.
Wenn eine Photovoltaikanlage mehr Strom erzeugt, als ein Gebäude gerade verbraucht, kann das Energiemanagementsystem entscheiden, ob die Energie in einer Batterie gespeichert, zur Warmwasserbereitung genutzt, die Wärmepumpe eingeschaltet, ein anderer Verbrauch zeitlich vorgezogen oder der Strom ins Netz eingespeist wird. Am Abend kann dann umgekehrt die tagsüber gespeicherte Energie genutzt werden.
Dasselbe gilt für größere Anlagen und Betriebsstandorte, bei denen Technologien zur Wärmeversorgung, Kühlung, Produktion oder das Laden von Fahrzeugen als flexible Komponenten eingesetzt werden können.
Die Zukunft der Energiewirtschaft wird daher nicht allein darin bestehen, mehr Strom zu erzeugen. Es wird vielmehr darum gehen, Energie speichern, Verbrauch zeitlich verschieben und das gesamte System datenbasiert steuern zu können.
Die entscheidende Frage wird künftig also nicht mehr nur lauten: „Wie viel Energie können wir erzeugen?“ Immer häufiger wird sie auch lauten: „Schaffen wir es, diese Energie zum richtigen Zeitpunkt zu nutzen?“
/gr/



Sorge vor hohen Energiepreisen wächst: Bereits 60 Prozent der Tschechen rechnen mit höheren Kosten
28.9.2026 oEnergetice.cz ČTK

Die Sorge tschechischer Haushalte vor einer weiteren Entwicklung der Energiepreise nimmt zu. 60 Prozent der Tschechen rechnen inzwischen mit höheren Preisen – so viele wie seit zwei Jahren nicht mehr. Dagegen glauben nur sieben Prozent der Bevölkerung an sinkende Energiepreise. Als wichtigste Gründe für einen weiteren Anstieg nennen die Menschen am häufigsten den Krieg im Nahen Osten und die Politik der Vereinigten Staaten. Die pessimistischer gewordenen Erwartungen wirken sich bislang jedoch kaum auf das Verhalten der Verbraucher aus: Nur etwa jeder Siebte plant einen Anbieterwechsel, mehr als drei Viertel ziehen ihn überhaupt nicht in Betracht. Dies geht aus einer Umfrage des Energieunternehmens epet energie hervor, die der Nachrichtenagentur ČTK vorliegt.

Der Anteil der Tschechen, die mit weiter steigenden Energiepreisen rechnen, ist im Vergleich zu den Vorjahren sprunghaft gestiegen. Im vergangenen Herbst äußerten rund 49 Prozent der Befragten die Sorge vor höheren Preisen, im Frühjahr 2024 war es etwa ein Drittel. Gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die mit günstigeren Energiepreisen rechnen – von 15 Prozent im vergangenen Jahr auf aktuell nur noch sieben Prozent.
Mit der zunehmenden Sorge über die Preisentwicklung haben sich auch die Gründe verändert, mit denen die Tschechen die erwarteten Preissteigerungen erklären. Als wichtigsten Faktor nennen in diesem Jahr die Hälfte der Befragten den Krieg zwischen den USA und Iran beziehungsweise die Politik der Vereinigten Staaten. Rund ein Viertel sieht Risiken auch in den Maßnahmen der derzeitigen Regierung und in der Innenpolitik. Den Krieg in der Ukraine nennen dagegen nur 18 Prozent der Tschechen. Noch im vergangenen Herbst war der Ukraine-Krieg – neben den Wahlen zum Abgeordnetenhaus – die wichtigste Quelle der Sorgen.
„Der Energiemarkt reagiert sehr sensibel auf geopolitische Ereignisse, und die Haushalte nehmen diese Unsicherheit offensichtlich wahr. Was noch vor einem Jahr nicht zu den wichtigsten Sorgen gehörte, kann innerhalb weniger Monate in den Vordergrund rücken“, erklärte Roman Šmíd, Vertriebsdirektor des Energieunternehmens epet energie.
Trotz der wachsenden Sorgen über die weitere Preisentwicklung plant laut der Umfrage derzeit nur etwa jeder siebte Tscheche einen Wechsel des Energieanbieters. Mehr als drei Viertel der Haushalte haben dies dagegen nicht vor. Bei denjenigen, die einen Wechsel planen, ist vor allem der Preis ausschlaggebend. In 86 Prozent der Fälle nennen sie als Grund, dass die Preise im Vergleich zur Konkurrenz zu hoch seien.

Deutlich häufiger versuchen die Tschechen der Umfrage zufolge, direkt beim eigenen Verbrauch zu sparen. In der vergangenen Heizsaison sparten fast sieben von zehn Haushalten bewusst Energie. Auch in diesem Jahr wollen sie ihre Sparmaßnahmen nicht zurückfahren. Rund 85 Prozent der Haushalte planen, genauso viel zu heizen wie im vergangenen Jahr, weitere 13 Prozent wollen die Heizung sogar noch stärker zurückdrehen.
„Die schnellste Reaktion auf die Sorge vor höheren Energiepreisen besteht häufig darin, die Heizung herunterzudrehen. Das muss jedoch nicht der effektivste Weg sein. Bei mehr als der Hälfte der Haushalte, die ihren Verbrauch bewusst reduziert haben, lag die Einsparung bei höchstens 20 Prozent. Bevor ich meinen Komfort einschränke, sollte ich zunächst prüfen, wie viel ich für eine Megawattstunde bezahle, welche Vertragsbedingungen für mich gelten und ob mein Preis noch dem Marktniveau entspricht“, betonte Šmíd.
Die Umfrage wurde mithilfe des Tschechischen Nationalen Panels Ende August und Anfang September durchgeführt. Daran nahmen 1.024 Befragte teil.

Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... ocent-lidi
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Italiens Senat stimmt für Rückkehr zur Kernenergie – EDF will 2035 ersten Reaktor in Betrieb nehmen
27.9.2026 oenergetice.cz
Autorin: Barbora Zimová

Der italienische Senat hat das Ermächtigungsgesetz zur Kernenergie endgültig verabschiedet. Die Regierung von Giorgia Meloni hat nun ein Jahr Zeit, die entsprechenden Ausführungsbestimmungen auszuarbeiten. Die ersten Reaktoren könnten nach Angaben des zuständigen Ministers bereits in den Jahren 2033 oder 2034 in Betrieb gehen, die EDF-Gruppe und ihre italienischen Partner peilen das Jahr 2035 an. Kritiker bezweifeln die Kosten und den Zeitplan und bezeichnen das Gesetz als vorwahlpolitisches Manöver.

Seit den 1960er-Jahren betrieb Italien vier Kernreaktoren mit einer installierten Gesamtleistung von 1.423 Megawatt elektrisch, wie die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) angibt. Die letzten beiden Reaktoren wurden nach dem Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl stillgelegt. Ein Versuch, im neuen Jahrtausend zur Kernenergie zurückzukehren, wurde im Jahre 2011 infolge der Katastrophe von Fukushima und einer Volksabstimmung gestoppt, bei der 94 Prozent der Wähler einen Neubau von Kernkraftwerken ablehnten.
Eine Meinungsumfrage aus dem Jahr 2021 zeigte, dass rund ein Drittel der Italiener eine Neubewertung der Nutzung der Kernenergie befürwortete. Mehr als die Hälfte der Befragten schloss zugleich eine künftige Nutzung neuer fortgeschrittener Nukleartechnologien nicht aus.
Der italienische Ministerrat als kollektives Organ der Exekutive verabschiedete bereits im Februar des vergangenen Jahres einen Gesetzentwurf, der der Regierung die Befugnis gibt, die rechtlichen Voraussetzungen für die Rückkehr zur Kernenergie zu schaffen. Nachdem der Entwurf das Abgeordnetenhaus passiert hatte, stimmte am 23. September auch die zweite Parlamentskammer dem Gesetzentwurf Nr. 1924 mit dem Titel „Ermächtigung der Regierung im Bereich der nachhaltigen Kernenergie“ zu. Von den 140 anwesenden Senatoren stimmten 81 dafür, 51 dagegen und sieben enthielten sich.

Regierung hat zwölf Monate Zeit für den regulatorischen Rahmen….
Das Gesetz sieht ausdrücklich den Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) und fortgeschrittener modularer Reaktoren (AMR) vor. Die Verabschiedung des Gesetzes allein erlaubt jedoch noch nicht den Bau neuer Kernkraftwerke. Die Regierung hat zwölf Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes Zeit, den erforderlichen regulatorischen Rahmen zu schaffen. Dies soll durch entsprechende Ausführungsdekrete geschehen.
„Heute macht Italien einen Schritt in Richtung Zukunft: Mit der Ermächtigung der Regierung zum Aufbau eines neuen nachhaltigen Nuklearsystems wird ein Weg abgeschlossen, der vor drei Jahren begonnen hat und darauf abzielt, das Potenzial dieser neuen, sauberen und nachhaltigen Technologie zu untersuchen. Kernenergie ist keine Rückkehr in die Vergangenheit: Sie ist eine zukunftsfähige Technologie, die in Kombination mit erneuerbaren Energien außergewöhnliche Ergebnisse für unsere Energieversorgungssicherheit auf dem Weg zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 bringen kann“, erklärte Gilberto Pichetto, Minister für Umwelt und Energiesicherheit.
Mit der nun verabschiedeten Gesetzgebung steht die Regierung vor einer Reihe von Aufgaben. Sie muss ein nationales Programm zur Entwicklung der Energieerzeugung aus Kernspaltung und Kernfusion ausarbeiten. Außerdem soll sie die Regeln für die Erprobung, Standortwahl, Errichtung und den Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen festlegen.
Die Ermächtigung umfasst auch die Stilllegung und den Rückbau bestehender kerntechnischer Anlagen aus der Vergangenheit. Darüber hinaus geht es um den Umgang mit Kernbrennstoffen, die Lagerung und Endlagerung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente. Die Regierung soll außerdem die Vorschriften für nukleare Sicherheit, Aufsicht und Kontrolle überarbeiten.
Nicht zuletzt verpflichtet das Gesetz die Regierung dazu, die wissenschaftliche und industrielle Forschung sowie die Ausbildung neuer Fachkräfte zu stärken.

Hohe Energiepreise setzen Italiens Industrie unter Druck….
Die italienische Industrie kämpft – wie in zahlreichen anderen europäischen Ländern – mit hohen Strompreisen. Sie fordert die Regierung deshalb seit längerer Zeit zum Handeln auf und verlangt unter anderem, Tausende Projekte für erneuerbare Energien zu ermöglichen und die Abhängigkeit des Landes von teurem Gas zu verringern.
In den vergangenen zwei Jahren wurde fast die Hälfte des in Italien erzeugten Stroms von Gaskraftwerken produziert, die auf importierte Brennstoffe angewiesen sind.


Interesse italienischer und ausländischer Unternehmen an SMR….
Nach Informationen von World Nuclear News entstehen in Italien bereits mehrere Projekte für kleine modulare und fortgeschrittene Reaktoren. Am Tag der Abstimmung kündigten die französische EDF-Gruppe, ihre Tochtergesellschaften Nuward und Edison sowie die italienischen Unternehmen Ansaldo und Maire ihr Interesse am italienischen Markt an. Gemeinsam haben sie sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 den ersten SMR in Italien in Betrieb zu nehmen.
Nuward hatte bereits zuvor Pläne angekündigt, zehn Reaktoren in fünf EU-Ländern zu bauen, wobei die Errichtung ab dem Jahr 2030 beginnen soll. Das Unternehmen erklärte auf LinkedIn zudem, das Projekt eröffne der italienischen Industrie den Zugang zur europäischen SMR-Lieferkette.
Auch das französische Unternehmen Newcleo ist in Italien aktiv. Es entwickelt bleigekühlte schnelle Reaktoren. Dort hat das Unternehmen bereits einen ersten nichtnuklearen Prototypen errichtet und im vergangenen Jahr erste Schritte zur Prüfung einer möglichen Nutzung seiner Technologien in Zementwerken eingeleitet.

Opposition kritisiert Ablenkungsmanöver...
Die wichtigste italienische Nachrichtenagentur ANSA veröffentlichte die Einwände der Oppositionsparteien. Ihrer Ansicht nach handelt es sich um ein politisches Instrument, um von den hohen Energiepreisen abzulenken, und um ein Produkt des beginnenden Wahlkampfs. Italien steht bereits im kommenden Jahr vor Parlamentswahlen.
Die Kritiker stellen zudem die technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Regierungsplans infrage. „Nach viereinhalb Jahren Regierungszeit, in denen Italien zu den Ländern mit den höchsten Energiekosten in Europa gehört, zieht Meloni nun SMR aus dem Hut. Eine Technologie, die heute weltweit keine kommerzielle Anwendung hat. Das ist ein Instrument, um die Unfähigkeit einer Regierung zu verschleiern, die die erneuerbaren Energien eingeschränkt und große Energieunternehmen und deren Gewinne begünstigt hat“, sagte der Abgeordnete Angelo Bonelli von der Allianz der Grünen und der Linken.
Auch beim Zeitplan herrscht Skepsis. Der Minister für Umwelt und Energiesicherheit rechnet mit den ersten Reaktoren bereits in den Jahren 2033 bis 2034. Nach Einschätzung des italienischen Magazins Materia Rinnovabile ist diese Prognose sehr ambitioniert. Unter anderem weist das Magazin darauf hin, dass der nationale Klima- und Energieplan die Installation von SMR erst ab dem Jahr 2035 vorsieht.
Bis zum Jahr 2050 sollen die kleinen modularen Reaktoren zwischen 11 und 22 Prozent des nationalen Strombedarfs decken.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ni-reaktor
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China beginnt mit Vorarbeiten für den Bau des weiterentwickelten Reaktors Hualong One 2.0
28.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiří Salavec

In der chinesischen Provinz Zhejiang haben Techniker mit den Vorbereitungsarbeiten für die zweite Bauphase des Kernkraftwerks Jinqimen begonnen. Die erste Phase mit zwei Hualong-One-Reaktoren befindet sich seit August des vergangenen Jahres offiziell im Bau. In der zweiten Phase sollen erneut zwei Kernreaktoren errichtet werden – diesmal in der weiterentwickelten Ausführung Hualong One 2.0. Insgesamt soll das Kernkraftwerk über eine installierte Leistung von 7,2 GW verfügen und jährlich rund 55 TWh Strom ins Netz einspeisen.

Der chinesische Energiekonzern CNNC (China National Nuclear Corporation) gab bekannt, dass die Vorbereitungsarbeiten für den ersten Demonstrationsblock des Typs Hualong One 2.0 begonnen haben. Die beiden neuen Blöcke basieren auf dem Reaktordesign Hualong One und werden als zweite Bauphase des Kernkraftwerks Jinqimen errichtet. Die Bruttoleistung eines Blocks beträgt 1.200 MW. Nach dem offiziellen Baubeginn soll die Errichtung bis zu fünf Jahre dauern.
„Hualong One 2.0 verbessert die Gesamtsicherheit weiter und vereinfacht gleichzeitig umfassend die Konfiguration der Hilfssysteme. Die Zahl der Komponenten wird deutlich reduziert, wodurch sich der Arbeitsaufwand und die Baukosten verringern. Darüber hinaus wird die Anordnung der Anlagentechnik optimiert. In großem Umfang kommen fortschrittliche modulare Bautechnologien zum Einsatz, wodurch der Arbeitsaufwand auf der Baustelle erheblich reduziert, die Bauzeit verkürzt und die Baurisiken gesenkt werden“, erklärte CNNC in einer Pressemitteilung.
Den Bau der weiterentwickelten Hualong-One-Reaktoren hatte der chinesische Staatsrat im August dieses Jahres genehmigt. Neben dem Kernkraftwerk Jinqimen sollen auch zwei Blöcke im Kernkraftwerk Taipingling errichtet werden.
Den Bau der ersten Phase des Kernkraftwerks Jinqimen hatte China Ende des Jahres 2023 genehmigt. Im Jahre 2024 begannen die Vorbereitungsarbeiten, im August des vergangenen Jahres wurde der Baubeginn offiziell mit dem ersten Betonguss eingeleitet. In drei Bauphasen sollen am Standort insgesamt sechs Kernreaktoren mit einer installierten Gesamtleistung von 7,2 GW entstehen. Die jährliche Stromproduktion soll bei rund 55 TWh liegen.
„Im Hinblick auf die Sicherheit nutzt die Version Hualong One 2.0 optimierte aktive und passive Sicherheitstechnologien und verbessert die Sicherheitssysteme des ursprünglichen Konzepts der gestaffelten Sicherheitsbarrieren. Der Reaktor kann nach einem Unfall 72 Stunden lang ohne Eingreifen des Bedienpersonals sicher betrieben werden und sieben Tage lang im Selbstregelungsbetrieb bleiben. Seine Sicherheitskennwerte gehören bereits heute zu den besten unter den großen Druckwasserreaktoren weltweit“, teilte CNNC weiter mit.

Aufstieg chinesischer Reaktoren….
CNNC betreibt derzeit zehn Kernreaktoren des Typs Hualong One. Weitere 37 Blöcke befinden sich im Bau oder wurden für den Bau genehmigt.
Hualong One ist ein chinesischer Reaktortyp, der aus der Zusammenarbeit von CNNC und dem ebenfalls chinesischen Energiekonzern CGN (China General Nuclear) hervorgegangen ist. Für den Export wird das Reaktordesign von den Unternehmen auch als HPR1000 bezeichnet.
CNNC hatte die weiterentwickelte Version des Hualong One ursprünglich unter der Bezeichnung Hualong Two angekündigt. Inzwischen wird sie jedoch als Hualong One 2.0 bezeichnet. Das Ziel der Weiterentwicklung ist es, Sicherheit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu verbessern und zugleich die Bauzeit auf bis zu vier Jahre zu verkürzen.
China genehmigt seit mehreren Jahren den Bau von jährlich zehn neuen Reaktoren. Mit dem massiven Ausbau der Kernenergie strebt das Land an die Spitze der Rangliste bei der installierten Kernkraftwerksleistung. Nach der Fertigstellung der derzeit im Bau befindlichen Projekte könnte China die USA von der Spitze verdrängen.
Bei der Mehrheit der neuen Kernkraftwerke kommen inzwischen chinesische Reaktordesigns zum Einsatz, an denen das Land die vollständigen geistigen Eigentumsrechte hält. Neben Hualong One entwickelt das chinesische Unternehmen State Power Investment Corporation (SPIC) mit dem Guohe One (CAP1400) einen weiteren Reaktortyp.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ng-one-2-0
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Europäische Investitionsbank investiert bis zu 40 Millionen Euro in SMR – erste Unterstützung dieser Technologie
28.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Lukáš Lepič

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat am 15. September angekündigt, dem finnischen Unternehmen Steady Energy bis zu 40 Millionen Euro für die Entwicklung seines Wärmereaktors LDR-50 zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um die erste Investition der EIB in die Technologie kleiner modularer Reaktoren (SMR) und zugleich um einen Bestandteil einer umfassenderen Finanzierung im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang des Unternehmens am finnischen Nasdaq First North.

Für Steady Energy dient die Finanzierung der Entwicklung, Erprobung und Lizenzierung des Reaktors in den Jahren 2026 bis 2028. Für die europäische Kernenergie bedeutet sie zugleich eine wichtige Veränderung im Umgang einer Institution mit der Technologie, die neue Nukleartechnologien bislang nur in begrenztem Umfang unterstützt hat. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höhe der Mittel, sondern auch die Form der Finanzierung und die Tatsache, dass das Projekt auf die Erzeugung von Wärme und nicht von Strom ausgerichtet ist.
Hinter der Ankündigung steht eine Verbindung von öffentlicher Finanzierung und Kapitalmarkt. Dies könnte einen Hinweis darauf geben, wie Europa die ersten Projekte kleiner modularer Reaktoren unterstützen will, bevor diese zu kommerziellen Kraftwerken werden.

Neuer Schritt der EIB bei der Finanzierung der Kernenergie….
Die EIB erklärte, die Investition in Steady Energy sei ihre erste Unterstützung für die SMR-Technologie. In der Vergangenheit hatte sich die Bank bei neuen Nuklearprojekten in der Regel zurückgehalten und vor allem Sicherheitsmaßnahmen finanziert, etwa im Zusammenhang mit Tschernobyl. In den vergangenen Jahren gewährte sie jedoch auch einen Kredit für die Modernisierung eines rumänischen Reaktors sowie für den Ausbau einer französischen Urananreicherungsanlage.
Die Bank stellt Steady Energy bis zu 40 Millionen Euro in Form eines unbesicherten Wandeldarlehens zur Verfügung. Es handelt sich somit nicht um einen herkömmlichen, durch Unternehmensvermögen besicherten Kredit. Die EIB erhält vielmehr die Möglichkeit, ihre Investition künftig in Aktien umzuwandeln, sofern die entsprechenden Voraussetzungen für die Umwandlung erfüllt sind.
Die Finanzierung wird durch das Programm InvestEU unterstützt und ist Teil eines umfassenderen Finanzierungspakets, an dem institutionelle, strategische und private Investoren beteiligt sind. Aus der Mitteilung der EIB geht zudem hervor, dass Steady Energy und die finnische Investmentgesellschaft 3North Partners einen Zusammenschluss sowie den geplanten Börsengang des kombinierten Unternehmens am Nasdaq First North Growth Market Finland vorbereiten.
Für das junge Technologieunternehmen stellt die öffentliche Institution damit nicht die einzige Kapitalquelle dar, sondern einen wichtigen Partner auf dem Weg an den Kapitalmarkt.
Die EIB ordnet ihre Investition in die Strategie der Europäischen Kommission ein, die vorsieht, dass die ersten europäischen SMR Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb gehen. Die Unterstützung kommt somit in einer Phase, in der sich die Projekte erst von der Entwicklung hin zur Lizenzierung und zur Vorbereitung konkreter Anwendungen bewegen.
Dies ist eine kapitalintensive Phase, in der die Technologie noch keine Betriebserfahrung mit einem kommerziellen Reaktor vorweisen kann, auf die sich Investoren stützen könnten.

Reaktor für die Wärmeversorgung...
Der LDR-50 ist ein kleiner modularer Reaktor mit einer thermischen Leistung von 50 MW. Er soll Wärme mit einer Temperatur von etwa 150 °C liefern und keinen Strom erzeugen. Das Unternehmen plant den Einsatz in Fernwärmesystemen, aber auch bei der industriellen Dampferzeugung und in Entsalzungsprojekten.
Steady Energy entstand im Jahre 2023 als Spin-off des finnischen Forschungszentrums VTT. Das Unternehmen gibt an, in Finnland Vereinbarungen über 15 Reaktoren abgeschlossen zu haben. Mit dem Bau der ersten kommerziellen Anlage soll im Jahre 2029 begonnen werden.
In Helsinki errichtet das Unternehmen derzeit eine nichtnukleare Pilotanlage, mit der die Systeme erprobt und die Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens unterstützt werden sollen.

Europäische Kommission rechnet mit Ausbau der SMR nach dem Jahr 2030...
In ihrer SMR-Strategie betont die Europäische Kommission die Koordinierung zwischen Mitgliedstaaten, Industrie, Regulierungsbehörden und Investoren. Damit soll verhindert werden, dass sich die Projekte isoliert in einzelnen nationalen Märkten entwickeln.
Das Dokument geht zugleich davon aus, dass die installierte SMR-Leistung in der EU bis zum Jahr 2050 zwischen 17 und 53 GW erreichen könnte. Die Reaktoren sollen neben der Stromerzeugung auch eine CO₂-arme Wärmeversorgung und industrielle Anwendungen unterstützen.
Die europäische Unterstützung einer Technologie für die Fernwärmeversorgung erweitert damit die Debatte über den Einsatz der Kernenergie über die reine Stromerzeugung hinaus. Dies könnte auch für Überlegungen zur künftigen Dekarbonisierung der Wärmeversorgung relevant sein.
Die Investition der EIB allein bedeutet allerdings noch nicht, dass der Reaktor tatsächlich den kommerziellen Betrieb erreichen wird. Für den Erfolg des Projekts werden weiterhin das Ergebnis des Genehmigungsverfahrens, die Fähigkeit, weiteres Kapital einzuwerben, sowie der Übergang von der Pilotanlage zum kommerziellen Bau entscheidend sein.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... echnologie
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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