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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
Beiträge: 678
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln zum Thema Energie vom 21.August 2026:

Inhalt:
Wie geht man mit Drohnen über Temelín um?
ČEZ und andere Betreiber sollen die Befugnis erhalten, unbekannte Drohnen zu zerstören. Sie werden jedoch nicht über die Technologien verfügen, die dies ermöglichen.
Kraftwerk bietet an vier Freitagen Nachtführungen an.
Bei Potštát stürzte eine Windkraftanlage ein, niemand wurde verletzt.
Wegen der Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke investiert ČEZ jährlich bis zu 12 Milliarden Kronen.
Ferienlager in Temelin begeisterte Kinder von Mitarbeitern: Statt am Computer- eine Reise ins Weltall und Ritterkämpfe.
Dukovany und Temelín planen Nachtführungen für die Öffentlichkeit – die Kapazität ist begrenzt

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Wie geht man mit Drohnen über Temelín um?
21.8.2026 Tageszeitung HN Titelseite
ČEZ und andere Betreiber erhalten die Befugnis, unbekannte Drohnen zu zerstören. Sie werden jedoch nicht über die Technologien verfügen, die dies ermöglichen.
Seite 3


ČEZ und andere Betreiber sollen die Befugnis erhalten, unbekannte Drohnen zu zerstören. Sie werden jedoch nicht über die Technologien verfügen, die dies ermöglichen
21.08.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 3 Autor: Jan Brož

Energie und Sicherheit
Die Zahl der Fälle, in denen nicht identifizierte Drohnen in der Nähe von Flughäfen, Eisenbahnknotenpunkten, Umspannwerken, Kernkraftwerken, Brennstofflagern und anderen Einrichtungen der kritischen Infrastruktur gesichtet werden, nimmt zu. Ihre Betreiber haben jedoch keinerlei Möglichkeiten, eine potenzielle Gefahr zu beseitigen. Diese Befugnis haben bislang nur Armee und Polizei – und auch sie nur eingeschränkt. Auf ein unbekanntes Flugobjekt muss jedoch innerhalb von Minuten oder sogar Sekunden reagiert werden, sodass keine Zeit bleibt, auf das Eintreffen der Polizei zu warten.
Auf diese Situation reagiert jetzt eine Novelle des Luftfahrtgesetzes und weiterer Rechtsvorschriften aus der Feder des Innen- und des Verkehrsministeriums. Sie soll den Mitarbeitern von Betreibern kritischer Infrastruktur beim Kampf gegen Drohnen mehr Handlungsspielraum geben. Der relativ begrenzte Gesetzentwurf, der derzeit das Stellungnahmeverfahren durchläuft, eröffnet diese Möglichkeit bislang jedoch eher nur theoretisch. Denn es ist unklar, womit ein unbemanntes Flugobjekt, das auf Temelín, Dukovany oder einen Gasspeicher zusteuert, abgeschossen werden könnte.
Der Entwurf birgt zugleich eine Reihe weiterer Unklarheiten. „Im Falle der Verabschiedung des vorgelegten Gesetzentwurfs werden zivile Betreiber kritischer Infrastruktur überhaupt keinen Drohnenschutz aufbauen“, reagiert beispielsweise die Wirtschaftskammer (HK) gleich zu Beginn ihrer Stellungnahme. Für Ernüchterung sorgte dabei weniger der eigentliche Entwurf als vielmehr die etwas chaotische Begründung. Deren Text sei laut Lenka Janáková, Leiterin des Bereichs Gesetzgebung, Recht und Analysen der Handelskammer HK, „etwas unklar bis unverständlich und widerspricht im Grunde dem Text der Novelle“. Die Begründung soll dabei auch als Orientierung dafür dienen, wie das Gesetz künftig auszulegen ist.


Eine Liste dessen, was nicht eingesetzt werden kann...
Die Begründung führt auf relativ breitem Raum Beispiele für Mittel und Technologien an, die gegen Drohnen eingesetzt werden können. Gleichzeitig wird bei den meisten von ihnen unmittelbar erläutert, warum dies selbst nach der Änderung der Rechtsvorschriften für Betreiber kritischer Infrastruktur wahrscheinlich nicht möglich sein wird. Die Gründe dafür sind entweder Konflikte mit anderen Rechtsvorschriften, die noch geringe Erfahrung mit der sich rasch entwickelnden Technologie oder schlicht die Tatsache, dass beispielsweise der Abschuss von Drohnen mit Raketen eine größere Sicherheitsbedrohung darstellen würde als die Drohne selbst.
Die Begründung rechnet daher kaum mit dem Einsatz von Langwaffen, Lasern und ähnlichen Technologien. Unklar ist jedoch auch der Einsatz von Signalstörsendern oder Systemen, die in der Lage sind, die Kontrolle über die Steuerung einer Drohne zu übernehmen. Denn dadurch könnten andere Kommunikationsgeräte und -netze gestört werden. „In der derzeitigen Fassung geht der Entwurf davon aus, dass ein Betreiber kritischer Infrastruktur nur ein Mittel auswählen kann, zu dessen Einsatz er aufgrund anderer, bereits bestehender Rechtsvorschriften berechtigt ist“, antwortet die Sprecherin des Innenministeriums, Ivana Nguyenová, etwas vage auf die Frage, welche Mittel die betroffenen Betreiber in der Praxis einsetzen können werden.
Theoretisch kommt der Abschuss von Drohnen mit einer Schrotflinte oder deren Abfangen mithilfe eines aus einer Vorrichtung abgeschossenen Netzes infrage. Beide Möglichkeiten sind jedoch durch die relativ kurze Reichweite begrenzt. Und wie die HK warnt, könnte der Abschuss einer Drohne beispielsweise über einem Chemiewerk mit brennbaren Stoffen oder über einem Umspannwerk katastrophale Folgen haben. Eine weitere Möglichkeit wäre, ein unbekanntes unbemanntes Luftfahrzeug mithilfe einer anderen Drohne unschädlich zu machen. Würde diese jedoch einen Sprengstoff oder eine Schusswaffe tragen, bestünde erneut die Gefahr potenziell größerer Sekundärschäden.

Eine Lösung gibt es bislang nicht...
„Eine Lösung gibt es nicht. Das Problem ist jedoch enorm, und wer es löst, wird Tausende und Abertausende Kunden haben, denn Einrichtungen der kritischen Infrastruktur gibt es unendlich viele. Bislang gibt es eine solche Lösung aber nicht“, sagt Martin Saska von der Fakultät für Elektrotechnik der Tschechischen Technischen Universität in Prag (ČVUT), einer der führenden tschechischen Experten für Technologien unbemannter Luftfahrzeuge.
Die Ausweitung der Befugnisse zur Abwehr von Drohnen auf ČEZ, ČEPS, Čepro, die tschechische Eisenbahnverwaltung / Správa železnic und weitere Betreiber sei seiner Ansicht nach dennoch bereits jetzt sinnvoll. Je weniger gesetzliche Hindernisse es gebe, desto größer sei die Chance, dass letztlich ein funktionierendes System auf dem Markt erscheine. „Es ist wichtig, dass die Gesetzgebung bereits in der frühen Entwicklungsphase keine Tests solcher Systeme verhindert“, fügt Saska hinzu.
Ähnlich argumentiert grundsätzlich auch das Innenministerium. „Die gewählte Lösung trägt der rasanten technologischen Entwicklung im Bereich des Schutzes vor unbemannten Systemen Rechnung. Daher legt der Entwurf keine konkreten Mittel fest“, erklärt Ministeriumssprecherin Nguyenová.
Die HK fordert unterdessen von den zuständigen Ministerien, die Widersprüche zu beseitigen. Laut Janáková gehe es beispielsweise darum, eindeutig festzulegen, dass zur Beseitigung von Drohnen in einem Sperrgebiet auch elektronische Mittel eingesetzt werden können. In diesem Fall werde das Fluggerät nämlich nicht zerstört, wodurch sich auch das Risiko von Schäden verringere, die ein herabfallendes Gerät verursachen könnte. Die Kammer weist zudem darauf hin, dass ein Signal nicht dauerhaft, sondern nur in außergewöhnlichen Situationen gestört würde. Das Risiko einer Beeinträchtigung anderer Signale wäre daher relativ gering.

„Welche Methode zur Beseitigung in einer konkreten Situation beim Schutz einer Anlage eingesetzt wird, wird von den konkreten Umständen des jeweiligen Falles und deren Bewertung durch den eingreifenden Betreiber der kritischen Infrastruktur abhängen“, sagt Janáková und betont, dass es sich keineswegs um die einzige Methode handle.
Weitere Verbände, die zu dem Entwurf Stellung genommen haben, etwa der Energieverband und der Industrieverband, weisen ebenfalls auf weitere problematische Punkte hin, die eine wirksame Abwehr in der Praxis unmöglich machen könnten. So könnten beispielsweise nur Mitarbeiter des jeweiligen Infrastrukturbetreibers gegen unbemannte Fluggeräte vorgehen. Die Sicherheit der Anlagen wird jedoch in der Regel von privaten Sicherheitsdiensten gewährleistet.
Die Vertreter der betroffenen Unternehmen kritisieren außerdem den Plan, dass auch Mitarbeiter, die ausschließlich mit der Suche nach einer gefährlichen Drohne und nicht mit deren anschließender Beseitigung befasst sind, eine entsprechende Berechtigung zum Führen unbemannter Luftfahrzeuge besitzen müssten. Die Beschäftigung entsprechend qualifizierter Personen allein zur Überwachung außergewöhnlicher Ereignisse würde unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen.
Autor: Jan Broz: jan.broz@hn.cz
/gr/


Kraftwerk bietet an vier Freitagen Nachtführungen an
21.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Tschechische Presseagentur

DUKOVANY - Das Kernkraftwerk Dukovany bietet an vier Freitagen im September Nachtführungen an. Die Führungen führen unter anderem auch in die Maschinenhäuser und das Lager für abgebrannte Kernbrennstoffe. Teilnehmen können tschechische Staatsbürger ab 15 Jahren. Aus Sicherheitsgründen ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Interessierte können sich bis Ende August für die Exkursionen anmelden.


Die erste Führung findet am 4. September, die letzte am 25. September statt. Sie beginnen jeweils um 21:00 Uhr und enden eine Stunde nach Mitternacht. Sie knüpfen an frühere Tage der offenen Tür an, die in der Öffentlichkeit auf großes Interesse stießen. In Dukovany besuchen die Teilnehmer auch das Besucherzentrum mit Virtual-Reality-Angeboten.
/gr/


Bei Potštát stürzte eine Windkraftanlage ein, niemand wurde verletzt
20. August 2026, oEnergetice.cz, ČTK

Bei Potštát im Bezirk Přerov stürzte am Vormittag eine etwa 30 Meter hohe Windkraftanlage mit einer installierten Leistung von 0,15 MW auf ein Feld. Niemand wurde verletzt. Nach Angaben der Polizei könnte der Einsturz durch starken Wind verursacht worden sein. Die Anlage hatte nämlich blockierte Turbinenblätter und war seit Anfang Juli außer Betrieb. Ihr Eigentümer bezifferte den Schaden auf 200.000 Kronen. Dies teilte der Polizeisprecher Libor Hejtman heute der Tschechischen Presseagentur (ČTK) mit. Nach Angaben der Tschechischen Windenergiegesellschaft (ČSVE) handelt es sich um den ersten Einsturz einer Windkraftanlage in der Tschechischen Republik.

Nach Angaben Hejtmans war eines der motorbetriebenen Stellglieder in den Rotorblättern beschädigt, sodass diese in geöffneter Stellung verblieben. „Der Defekt verhinderte, dass sie in die Ruhestellung gebracht werden konnten“, erklärte er. In dieser Position wirkten die Rotorblätter wie ein Segel, in das der Wind hineinbläst. „Heute Morgen gab es in Potštát sehr starke Windböen, die zum Einsturz der Anlage geführt haben könnten“, fügte Hejtman hinzu. Industrieminister Karel Havlíček (ANO) sagte gegenüber der ČTK, dass er sich vorerst nicht zu dem Unfall bei Potštát äußern werde und auf detailliertere Informationen von den Energieexperten warte.
Martin Mikeska von der Kammer für erneuerbare Energiequellen teilte der ČTK mit, dass die eingestürzte Windkraftanlage 31 Jahre alt war. Der Turm war 30 Meter hoch und die Rotorblätter waren jeweils 20 Meter lang, sodass es sich um eine kleine Windkraftanlage handelte. Die Windkraftanlage wurde von der Firma Bonus hergestellt. „An dem Standort stehen noch drei baugleiche Windkraftanlagen, für die bereits eine gründliche Kontrolle vorbereitet wird“, erklärte er. Windkraftanlagen der Firma Bonus gibt es sonst nirgendwo in Tschechien. „Das Unternehmen Bonus hat ihre Produktion im Jahr 2005 eingestellt“, fügte er hinzu.
Auf den Fotos von der Unfallstelle ist zu erkennen, dass der gesamte Turm der Windkraftanlage umgestürzt ist und die Turbine mit den Rotorblättern beim Aufprall auf den Boden beschädigt wurde. Der Vorsitzende der ČSVE, Michal Janeček, sagte gegenüber der ČTK, dass in Tschechien bislang noch keine Windkraftanlage eingestürzt sei. „Der Einsturz der Windkraftanlage bei Potštát ist eine Anomalie“, betonte er. Nach Angaben Mikeskas haben Techniker bereits mit der Beseitigung der Trümmer der eingestürzten Windkraftanlage begonnen.


Die Windkraftanlage auf einem Feld bei Potštát war Teil eines Windparks mit vier Türmen und Turbinen. Betrieben wird der Windpark von der Firma Vapol CZ. „Im Namen der Stadt werden wir vom Betreiber eine sofortige Überprüfung der Sicherheit der verbliebenen Windkraftanlagen verlangen. Nach einem derart schwerwiegenden Vorfall halte ich eine gründliche fachliche Kontrolle für eine absolute Selbstverständlichkeit“, erklärte der Bürgermeister von Potštát, René Passinger. Die ČTK bemüht sich um Stellungnahmen des Unternehmens Vapol CZ und des Industrieministeriums.
Der Bürgermeister forderte die Einwohner auf, sich weder der Unfallstelle noch den einzelnen Teilen der Anlage zu nähern und nichts zu berühren oder zu bewegen. „Es handelt sich um eine technische Anlage, bei der ohne fachkundige Begutachtung weitere Risiken nicht ausgeschlossen werden können“, warnte er.
Aus den Daten der ČSVE geht hervor, dass die erste der vier Windkraftanlagen bei Potštát im Jahr 2005 installiert wurde und die letzte im Jahr 2011. Das tatsächliche Alter der Anlagen könnte jedoch höher sein, da einige von ihnen nach Informationen der ČTK bereits vor ihrer Installation in Tschechien im Ausland Strom erzeugt haben könnten.
Unfälle mit Windkraftanlagen sind in Tschechien äußerst selten. Im vergangenen August brach in der Gemeinde Karle im Bezirk Svitavy ein Rotorblatt einer Windkraftanlage ab. Ein Teil davon stürzte zu Boden, woraufhin die Anlage außer Betrieb genommen wurde.

Quelle: https://oenergetice.cz/vetrne-elektrarn ... byl-zranen
/gr/



Wegen der Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke investiert ČEZ jährlich bis zu 12 Milliarden Kronen
18. August 2026, Novinky.cz CTK

Der Energiekonzern ČEZ rechnet wegen der Verlängerung des Betriebs der tschechischen Kernkraftwerke auf 80 Jahre mit jährlichen Investitionen von 10 bis 12 Milliarden Kronen in diese Anlagen. Das Geld soll insbesondere in die Erneuerung der Technologie, die Modernisierung der Leitsysteme und die Verbesserung der Sicherheit fließen. Außerdem will sich das Unternehmen auf die Digitalisierung des Betriebs konzentrieren. Geplant sind jährlich Dutzende technologische Innovationen. Dies sagte am Dienstag Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Direktor der Kernenergieabteilung von ČEZ, gegenüber Journalisten.

Über die Verlängerung der Lebensdauer der Kernkraftwerksblöcke in Dukovany und Temelín auf 80 Jahre ab ihrer Inbetriebnahme hat das Unternehmen in diesem Jahr auf Grundlage wirtschaftlicher und technischer Analysen entschieden. Ursprünglich war ein Betrieb von 60 Jahren ab der Inbetriebnahme vorgesehen. Die bestehenden Blöcke in Dukovany können nach den neuen Plänen somit bis 2065 bzw. 2067 betrieben werden, die Blöcke in Temelín bis 2080 bzw. 2082.
„Ein bis zu achtzigjähriger Betrieb der Kernkraftwerke ist keine einmalige Entscheidung. Er ist das Ergebnis langfristiger Arbeit, die auf einer regelmäßigen Bewertung des Zustands der Anlagen, umfangreichen Modernisierungsprogrammen und der Sicherstellung der Einhaltung der Sicherheitsanforderungen beruht. Teil dieser Entwicklung sind dabei auch neue Technologien, die wir einsetzen oder sogar selbst entwickeln“, sagte Zronek.
Einer der sichtbarsten Investitionstrends der vergangenen Zeit ist dem Unternehmen zufolge die Digitalisierung des Betriebs. „Wir verfügen über digitale Modelle der wichtigsten technologischen Systeme und Bauwerke. Dadurch können wir Wartungsarbeiten und Modernisierungen präzise planen und den Zustand der Anlagen in Echtzeit überwachen. Im Grunde haben wir Papier vollständig abgeschafft“, sagte Miroslav Choura, Executive Manager für IT der Kernenergiesparte. Er wies jedoch darauf hin, dass die endgültige Entscheidung weiterhin bei einem qualifizierten Fachmann liege.

Zur effizienteren Gestaltung des Betriebs werden ČEZ zufolge 3D-Druck, künstliche Intelligenz, fortschrittliche Diagnose- und Prüfverfahren, digitale Röntgentechnik, Ultraschallverfahren sowie spezialisierte Robotersysteme eingesetzt.
„Diese Instrumente ermöglichen es uns, den Zustand der Anlagen mit außerordentlicher Präzision zu überwachen, darunter auch die Reaktordruckbehälter, Rohrleitungssysteme, Dampferzeuger und weitere sicherheitsrelevante Komponenten“, betonte Zdeněk Čančura, Leiter der Abteilung Qualität der Kernenergieabteilung.
ČEZ hat in den vergangenen Jahren in seinen Kraftwerken schrittweise auch auf verlängerte Brennstoffzyklen umgestellt. Das Ziel ist es, die Stromerzeugung zu erhöhen und den Brennstoff effizienter zu nutzen.
In Dukovany sind vier Kernkraftwerksblöcke in Betrieb, die jeweils eine Leistung von 510 Megawatt (MW) haben. Zwei weitere Blöcke mit einer Leistung von jeweils etwa 1.000 Megawatt (MW) befinden sich im südböhmischen Temelín.
Das koreanische Unternehmen KHNP bereitet derzeit in Dukovany den Bau von zwei weiteren Blöcken vor. Der erste davon soll im Jahr 2036 fertiggestellt sein. Im kommenden Jahr soll die Regierung zudem über den Bau neuer Blöcke in Temelín entscheiden.

Quelle: https://www.novinky.cz/clanek/ekonomika ... d-40593197
/gr/


Ferienlager in Temelin begeisterte Kinder von Mitarbeitern: Statt am Computer- eine Reise ins Weltall und Ritterkämpfe
21.8.2026 prvnizpravy.cz

Eine Woche voller Abenteuer, Bewegung und neuer Erlebnisse verbrachten während drei einwöchiger Ferienlager knapp hundert Kinder auf dem Gelände des Kernkraftwerks Temelín.
Foto: Die Kinder besuchten auch das Trainingszentrum von Temelín.

Die ČEZ-Gruppe organisierte hier bereits zum zwölften Mal ein Ferienlager für die Kinder ihrer Mitarbeiter. Das Ziel der beliebten Sommeraktion war es nicht nur, den Kindern ein abwechslungsreiches Programm zu bieten, sondern auch den Eltern die Betreuung ihrer Kinder während der Schulferien zu erleichtern.

Von Märchen über das Weltall bis zur bildenden Kunst...
Für das abwechslungsreiche Programm an den einzelnen Tagen sorgt der bewährte Verein Poškolák. Jeder der drei Durchgänge hat sein eigenes Thema.
„Die erste Woche stand ganz im Zeichen von Rittern und Prinzessinnen, in der darauffolgenden Woche begaben sich die Kinder auf eine geheimnisvolle Reise ins Weltall, und der letzte Durchgang war im Rahmen der Kunstwoche der kreativen Gestaltung gewidmet. Auch Ausflüge in die Umgebung durften nicht fehlen, die wir jeweils an die aktuelle Wettervorhersage anpassen“, fasst Valerie Chromá, Leiterin des Zentrums Poškolák, das Programm zusammen.

Quiz, Simulator und Spaß in Hluboká...
Als Basis des gesamten Ferienlagers diente das Schulungszentrum. Im Rahmen des Programms gelangten die Kinder auch an Orte, an denen künftige Operatoren ausgebildet werden. Ihr erworbenes Wissen konnten sie anschließend bei einem vorbereiteten Quiz unter Beweis stellen, für dessen erfolgreiche Lösung sie eine Belohnung erhielten.
Neben Themen rund um das Kraftwerk kamen auch Sport und Erholung nicht zu kurz. Die Kinder besuchten das Sportgelände in Hluboká nad Vltavou und konnten sich auch im Freibad abkühlen. Zum gemeinsamen Mittagessen gingen alle direkt in die Kantine des Kraftwerks.
„Ich genieße das Ferienlager sehr. Wir haben tolle Ausflüge gemacht, zum Beispiel nach Hluboká, und viel über das Weltall gesprochen. Am meisten hat mich der Simulator der Blockwarte beeindruckt. Ich bewundere die Operatoren wirklich sehr dafür, dass sie das gesamte Kraftwerk auf diese Weise steuern können“, erzählt die zehnjährige Juliana Nader von ihren Eindrücken.
„Das Ferienlager ist toll, hier passiert ständig etwas. Wenn das Wetter schön ist, sind wir draußen, machen Ausflüge, aber wir lernen auch etwas Neues. In Hluboká haben wir Baseball ausprobiert, waren im Planschbecken und haben auch die Feuerwehrleute von Temelín getroffen, die uns mit Wasser bespritzt haben, damit wir uns bei der Hitze abkühlen konnten. Und es ist großartig, dass wir uns den Simulator anschauen und selbst ein bisschen ausprobieren können“, berichtet die achtjährige Majdalena Hrdličková.

Unterstützung für Familien und saubere Energie...
Das Freizeitprogramm für Kinder findet in Temelín während drei Sommerwochen statt. Die Betreuung der Mitarbeiterkinder direkt am Arbeitsplatz ist für das Kraftwerk eine Form der praktischen Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Während der drei Sommerdurchgänge werden in Temelín insgesamt fast hundert Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren betreut.
Autor: Marek Sviták, Pressesprecher des Kernkraftwerks Temelín, ČEZ, a. s.
/gr/


Dukovany und Temelín planen Nachtführungen für die Öffentlichkeit – die Kapazität ist begrenzt
20. August 2026, Tyden.cz

Die Atmosphäre eines laufenden Kernkraftwerks bei Dunkelheit erleben? Temelín und Dukovany bereiten für September eine Reihe von Nachtführungen vor, bei denen Besucher auch normalerweise nicht zugängliche Bereiche wie Maschinenhäuser mit Turbosätzen oder Lager für abgebrannte Brennelemente besichtigen können. Wer dieses einzigartige Erlebnis nicht verpassen möchte, muss sich jedoch spätestens bis Ende August anmelden.

Die Kernkraftwerke Dukovany und Temelín bieten an vier Freitagen im September Nachtführungen an. Diese führen unter anderem auch in die Maschinenhäuser und die Lager für abgebrannte Kernbrennstoffe. Teilnehmen können tschechische Staatsbürger ab 15 Jahren. Aus Sicherheitsgründen ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Interessierte können sich an beiden Standorten bis zum 31. August für die Exkursionen anmelden. Dies teilten die Sprecher der Kraftwerke mit.
Die erste Führung findet in beiden Kraftwerken am 4. September statt, die letzte am 25. September. Sie beginnen jeweils um 21:00 Uhr und enden eine Stunde nach Mitternacht. Die Nachtführungen knüpfen an frühere Tage der offenen Tür an, die in der Öffentlichkeit auf großes Interesse stießen. Die Gesamtkapazität der Führungen im südböhmischen Temelín beträgt 128 Teilnehmer. Einzelheiten finden sich auf der Website von ČEZ.
Das vierstündige Programm im Kernkraftwerk Temelín beginnt im modernisierten Besucherzentrum, wo die Teilnehmer das Kraftwerk zunächst virtuell besichtigen. Anschließend betreten sie das gesicherte Kraftwerksgelände. „Wir zeigen das Maschinenhaus mit dem in Betrieb befindlichen Turbosatz sowie das Lager für abgebrannte Kernbrennstoffe“, erklärte Vít Pavlík, Leiter der Besucherzentren von ČEZ.
Auch in Dukovany besuchen die Teilnehmer der nächtlichen Führungen das Besucherzentrum mit Virtual-Reality-Angeboten und gelangen ebenfalls in das Maschinenhaus und das Lager für abgebrannte Brennelemente. „Gerade die Atmosphäre bei Nacht verleiht der gesamten Führung eine einzigartige Dimension“, sagte der Direktor des Kraftwerks Dukovany, Roman Havlín. Interessierte können sich per E-Mail unter infocentrum.edu@cez.cz anmelden.
Die Kraftwerke Temelín und Dukovany erzeugten im vergangenen Jahr zusammen 32,066 Terawattstunden (TWh) Strom. In Dukovany sind vier Kernreaktorblöcke in Betrieb, die jeweils eine Leistung von 510 Megawatt (MW) haben. Temelín verfügt über zwei Blöcke mit einer Leistung von jeweils etwa 1.000 Megawatt.

Quelle: https://www.tyden.cz/dukovany-a-temelin ... je-omezena
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 24.August 2026:

Inhalt:
Dieses Jahr gehen bis zu 15 neue Kernreaktoren in Betrieb. Einschließlich eines in der Slowakei.
Calla: Nach zehn Jahren endet das Bestreben, das Uranabbaugebiet bei Brzkov zu erweitern.
Dukovany und Temelín sollen bis zu 80 Jahre in Betrieb bleiben.
Das Interesse an den Nachtführungen in Temelín war enorm:
Die Kapazität der Nachtführungen im Kernkraftwerk Temelín war innerhalb eines einzigen Tages ausgebucht.
Gas an der Börse um 57 % teurer. ČEZ hält die Preise trotzdem niedrig.
Energiepreise werden bis Jahresende steigen, Analysten erwarten jedoch keinen sprunghaften Anstieg.
Google half in Österreich ein Schlupfloch im Gesetz. Sein KI-Rechenzentrum sorgt jedoch für Besorgnis

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Dieses Jahr gehen bis zu 15 neue Kernreaktoren in Betrieb. Einschließlich eines in der Slowakei
23.08.2026
Oenergetice.cz

Foto: Das Kernkraftwerk Mochovce im Süden der Slowakei.

Die Kernenergie könnte in diesem Jahr nach einer Phase des Rückgangs bessere Ergebnisse vorweisen. Wenn nichts schiefgeht – was in der Nuklearbranche ein allgegenwärtiges Risiko ist –, werden 15 neue Kernreaktoren den Betrieb aufnehmen. Haupttreiber soll China mit sieben neuen Reaktoren und Indien mit dreien sein, berichtet die Weltnuklearvereinigung (WNA) auf ihrer Website.
Auch der vierte Block des slowakischen Kernkraftwerks Mochovce nimmt den Betrieb auf.

Ein schlechtes Zeugnis für die westliche Nuklearindustrie ist die Tatsache, dass hinter den meisten neuen Reaktoren Lieferanten aus Russland, China und Indien stehen. Der russische Rosatom soll bis Ende des Jahres gleich fünf Reaktorblöcke hochfahren – im bangladeschischen Rooppur, im chinesischen Tianwan, im indischen Kudankulam, im russischen Kursk und im türkischen Akkuyu. Den Chinesen ist es seit Jahresbeginn bereits gelungen, vier Blöcke des heimischen Typs Hualong One in Betrieb zu nehmen.

Slowaken nehmen Mochovce 4 in Betrieb...

Wenn man Russland ausnimmt, ist der einzige neue Kernkraftwerksblock, der dieses Jahr in Europa in Betrieb genommen wird, Mochovce 4 in der Slowakei. Nach Angaben des Unternehmens Slovenské elektrárne, das sich mehrheitlich im Besitz der von Daniel Křetínský geleiteten Holding EPH befindet, hat der vierte Block am Donnerstag, dem 6. August, die erste Kernspaltungsreaktion gestartet. Es handelt sich um einen Block des Typs WWER-440, dessen Schlüsselkomponenten von tschechischen Unternehmen hergestellt und geliefert wurden.

Es sollen weitere Tests der Anlagen und eine schrittweise Leistungserhöhung des Blocks Mochovce 4 folgen. Wie der Übertragungsnetzbetreiber SEPS diese Woche mitteilte, soll noch im August die erste Netzsynchronisation des neuen Blocks und die erste Stromeinspeisung ins Netz erfolgen. Die volle Leistung von 471 Megawatt könnte Mochovce 4 Ende des Jahres erreichen.

Koreaner bauen, Westinghouse nichts...

Aus tschechischer Sicht ist auch die Inbetriebnahme des Blocks Saeul 3 in Südkorea bemerkenswert. Auch dieser befindet sich in der Phase der schrittweisen Leistungserhöhung und soll ab Oktober im regulären kommerziellen Betrieb sein. Für den Bau war das Unternehmen KHNP verantwortlich, also der Gewinner der Nuklearausschreibung in der Tschechischen Republik. Die Koreaner sollen nach dem Jahr 2030 zwei 1050-Megawatt-Blöcke in Dukovany und später voraussichtlich zwei weitere in Temelín bauen.

Die westlichen Konkurrenten von KHNP, das amerikanische Unternehmen Westinghouse und die französische EDF, werden in diesem Jahr keinen einzigen neuen Reaktor in Betrieb nehmen.
Westinghouse hat derzeit nicht einmal einen im Bau. EDF steht etwas besser da und baut zwei Blöcke im britischen Kraftwerk Hinkley Point C. Der Fertigstellungstermin verschiebt sich jedoch immer weiter nach hinten und die Kosten steigen. Der erste der beiden Reaktoren wird schätzungsweise im Jahr 2030 den Betrieb aufnehmen.

Nach Informationen auf der Website der Nuklearvereinigung WNA hat seit Beginn dieses Jahres der Bau von neun neuen Kernkraftwerksblöcken begonnen. Drei befinden sich in China, zwei in Indien und jeweils einer in Russland und Südkorea. Bemerkenswert sind jedoch vor allem die beiden verbleibenden – der russische Block des Typs WWER-1200 im ungarischen Paks und der modulare Reaktor BWRX-300 im kanadischen Darlington.

Vorbild oder Abschreckung?

Der Bau des Kernkraftwerks Paks II begann offiziell mit der ersten Betonierung des Fundaments Anfang Februar. Generalunternehmer ist die russische Rosatom, was viele Fragezeichen und Spekulationen aufwirft. Diese verstärkten sich, nachdem im Mai der pro-westlich orientierte Péter Magyar (TISZA) den pro-russischen Premierminister Viktor Orbán (FIDESZ) ablöste. Die neue Regierung hat den eigentlichen Vertrag mit Rosatom bislang nicht infrage gestellt, möchte aber die späteren geheimen Zusatzvereinbarungen zum ursprünglichen Abkommen aus dem Jahr 2014 „genauer unter die Lupe nehmen“.

Das kanadische Unternehmen Ontario Power Generation (OPG) informierte im Frühjahr über das Gießen der Fundamentplatte für den neuen Block des Kernkraftwerks Darlington. Technologie-Lieferant des 300-Megawatt-Siedewasserreaktors ist das amerikanisch-japanische Konsortium GE Vernova Hitachi. Es handelt sich um den ersten Baubeginn eines kleinen oder mittleren modularen Reaktors (SMR) in der westlichen Welt. Dieses Projekt soll nach Fertigstellung zeigen, ob modulare Reaktoren die Zukunft der Branche oder eine Sackgasse sind.

Quelle: https://ekonomickydenik.cz/letos-zahaji ... -reaktoru/
/gr/



Calla: Nach zehn Jahren endet das Bestreben, das Uranabbaugebiet bei Brzkov zu erweitern
22.8.2026 Ekolist.cz

Das Umweltministerium hat das Verfahren eingestellt, in dem der Staatsbetrieb DIAMO versuchte, das geschützte Lagerstättengebiet für den Uranabbau bei Brzkov in der Region Vysočina zu erweitern. Der Staatsbetrieb war innerhalb der mehrfach verlängerten Frist nicht in der Lage, das Zertifikat über die exklusive Uranlagerstätte Brzkov vorzulegen. Dies geschieht mehr als zehn Jahre nach der Antragstellung. Es ist ein Sieg für die direkt betroffenen Gemeinden – Brzkov, Věžnice, Polná und Přibyslav –, die den Plänen, die die Eröffnung einer Uranmine drohten, scharf widersprachen. Aber auch als Steuerzahler sparen wir Milliarden Kronen, da wir nicht nur den Bau der Mine, sondern auch die chemische Aufbereitungsanlage für Uranerz hätten subventionieren müssen, weil die ursprünglich geplante Anlage in Dolní Rožínka bereits liquidiert wird.

Bis Ende des Jahres 2025 zahlte der Staat für die Sanierung von Schäden durch den Abbau und die Verarbeitung von Uran – ohne die Sozialprogramme der Bergleute – ca. 63 Milliarden Kronen. Weitere Dutzende Milliarden wird er noch für die fortlaufende Schadenssanierung zahlen. Dabei geht es vor allem um die Beseitigung der Folgen des chemischen Uranabbaus im Gebiet Stráž pod Ralskem. Von 1968 bis 1996 wurden hier durch technologische Lösungen fast 4,1 Millionen Tonnen Schwefelsäure, 320 Tausend Tonnen Salpetersäure, 111 Tausend Tonnen Ammoniak und 26 Tausend Tonnen Flusssäure in den Untergrund gepresst. Dies verursachte eine enorme Verschmutzung und Kontamination der unterirdischen Wasserreservoirs der Nordböhmischen Kreide. Dies sind jedoch nicht die einzigen toxischen Überreste der Uranindustrie in Tschechien. In der Landschaft verbleiben 386 Abraumhalden aus dem Uranerzbergbau mit einem Volumen von 46 Millionen m³ und 20 Schlammteiche mit radioaktivem Schlamm mit einem Gesamtvolumen von 57,3 Millionen m³.

Edvard Sequens, Energieberater von Calla, sagte: „Der Uranabbau in der Tschechischen Republik endete im Jahr 2017 mit dem Abbau der letzten Tonnen in Rožná. Angesichts der Umweltschäden in Milliardenhöhe, die die Uranindustrie hinterlassen hat, sollte dies ein endgültiges Ende sein. Aus diesem Grund begrüßen wir es, dass die Bemühungen, die Urangeister der Vergangenheit in der Region Vysočina wiederzubeleben, mit der Entscheidung des Umweltministeriums beendet wurden.“

Quelle: Ekolist.cz
/gr/



Dukovany und Temelín sollen bis zu 80 Jahre in Betrieb bleiben
21.08.2026 Monatszeitung CENTRUM news Seite: 4

ČEZ plant, die Kernkraftwerke Dukovany und Temelín bis zu 80 Jahre lang zu betreiben. Ein langfristiger Betrieb soll durch regelmäßige Modernisierungen, Anlagenkontrollen und die Einführung neuer Technologien ermöglicht werden. Das Energieunternehmen gibt an, jedes Jahr mehr als 20 technologische Neuerungen einzuführen und im Durchschnitt jährlich 10 bis 12 Milliarden Kronen in beide Kraftwerke investieren zu wollen. Eine immer größere Rolle spielen dabei Digitalisierung, Online-Diagnostik, künstliche Intelligenz, Robotersysteme und 3D-Druck.
Die Verlängerung der Lebensdauer bestehender Kernkraftwerke gewinnt laut ČEZ auch im Zusammenhang mit dem schrittweisen Rückgang der Stromerzeugung aus Kohle und dem erwarteten Anstieg des Stromverbrauchs an Bedeutung. Die Absicht, Dukovany und Temelín bis zu 80 Jahre zu betreiben, ist jedoch keine einmalige Entscheidung. Voraussetzung sind eine langfristige Bewertung des Anlagenzustands, Modernisierungen und die kontinuierliche Erfüllung der Sicherheitsanforderungen. ČEZ rechnet mit jährlichen Investitionen von 10 bis 12 Milliarden Kronen, die beispielsweise in die Erneuerung technologischer Einheiten, Steuerungs- und Diagnosesysteme, Sicherheitselemente oder Kernbrennstoff fließen sollen.
Technologische Veränderungen haben bereits in der Vergangenheit eine Steigerung der Leistung beider Kraftwerke ermöglicht. Dukovany und Temelín verfügen nach Angaben von ČEZ zusammen über eine um rund 500 Megawatt höhere Leistung als zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme. Weitere Modernisierungen stützen sich in erheblichem Maße auf digitale Technologien. Die Kraftwerke nutzen digitale Modelle wichtiger Systeme und Bauwerke, die bei der Wartungsplanung und der Überwachung des Anlagenzustands helfen. Künstliche Intelligenz kann die Betreiber bei der Optimierung von Hilfssystemen oder bei der Auswertung von Betriebsdaten und Kontrollergebnissen unterstützen. Die endgültige Entscheidung und Verantwortung bleiben jedoch weiterhin bei qualifizierten Fachkräften.

Für den langfristigen Betrieb sind auch fortschrittliche Diagnoseverfahren von Bedeutung. In Dukovany und Temelín kommen digitale Röntgentechnik, Ultraschallverfahren, automatisierte Datenauswertung und spezialisierte Robotersysteme zum Einsatz. Die Kontrollen betreffen unter anderem die Reaktordruckbehälter, Rohrleitungssysteme und Dampferzeuger. Auch die Reparaturmethoden werden weiterentwickelt. ČEZ führt beispielsweise die Cold-Spray-Technologie, Laserschweißen und Verfahren zur Reinigung von Anlagen ein. Auch der 3D-Druck gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Kraftwerke nutzen ihn unter anderem zur Herstellung von Ersatzteilen einschließlich metallischer Komponenten, insbesondere wenn diese auf dem Markt nicht mehr regulär erhältlich sind.
Zu den Veränderungen gehören auch längere Brennstoffzyklen. In Dukovany ist seit dem Jahr 2024 ein sechzehnmonatiger Brennstoffzyklus Standard, bei dem ein Block vierzehn Monate lang betrieben wird und anschließend eine mehr als einmonatige Abschaltung erfolgt. Temelín schließt in diesem Jahr die Umstellung auf einen achtzehnmonatigen Brennstoffzyklus ab, also etwa sechzehn Monate Betrieb und zwei Monate Stillstand. Der zweite Temelín-Block arbeitet bereits in diesem Betriebsmodus, der erste soll im Herbst dieses Jahres in die letzte Phase der Umstellung eintreten. Ziel ist es, die Stromproduktion zu erhöhen und den Kernbrennstoff effizienter zu nutzen.
Dukovany und Temelín haben nach Angaben des Unternehmens seit Beginn dieses Jahres 19,5 Terawattstunden Strom erzeugt. ČEZ gibt zugleich an, dass durch die Stromproduktion in seinen Kernkraftwerken jährlich rund 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermieden werden. Modernisierungen und neue Technologien sollen eine der Voraussetzungen dafür sein, dass beide tschechischen Kernkraftwerke auch in den kommenden Jahrzehnten sicher betrieben werden können.
/gr/


Das Interesse an den Nachtführungen in Temelín war enorm

Die Kapazität der Nachtführungen im Kernkraftwerk Temelín war innerhalb eines einzigen Tages ausgebucht.
23. August 2026 Prvni zpravy

Das außergewöhnliche Erlebnis eines nächtlichen Besuchs des bewachten Geländes des Kernkraftwerks Temelín lockte rund hundert Interessenten an. Sie belegten die für die Freitagstermine im September vorgesehenen 128 Plätze innerhalb von 24 Stunden. Die registrierten Teilnehmer können sich auf eine Besichtigung des nächtlichen Maschinenhauses während des laufenden Betriebs sowie des Lagers für abgebrannten Kernbrennstoff freuen. Für die übrigen Interessenten bietet ČEZ ab September Führungen durch das modernisierte Besucherzentrum an.

Die Plätze waren innerhalb eines Tages vergeben….
Die Anmeldung für die nächtlichen Führungen im September wurde ursprünglich mit einem Anmeldeschluss Ende August eröffnet. Der enorme Andrang von Interessenten führte jedoch dazu, dass die Kapazität aller vier Termine bereits am ersten Tag vollständig ausgeschöpft war.
„Das enorme Interesse freut uns. Es zeigt, dass die Möglichkeit, den Betrieb eines Kernkraftwerks bei Nacht zu erleben und einen Blick in Bereiche zu werfen, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind, für die Menschen sehr attraktiv ist. Aus Sicherheits- und organisatorischen Gründen ist die Kapazität strikt auf 128 Teilnehmer begrenzt. Deshalb müssen wir weiteren Interessenten unsere regulären Programme anbieten“, erklärte Vít Pavlík, Leiter der Besucherzentren von ČEZ.

Maschinenhaus bei Nacht und Brennstofflager...
Die Teilnehmer, denen es gelungen ist, rechtzeitig einen Platz zu reservieren, erwartet an den vier Freitagen im September (4., 11., 18. und 25. September) ein vierstündiges Programm von 21:00 bis 1:00 Uhr.
Die Führung beginnt im modernisierten Besucherzentrum im Schlösschen Vysoký Hrádek. Anschließend betreten die Teilnehmer direkt das beleuchtete, bewachte Kraftwerksgelände, wo sie das Maschinenhaus mit einem in Betrieb befindlichen Turbosatz sowie das Lager für abgebrannten Kernbrennstoff besichtigen können.

Ab September präsentiert sich das Besucherzentrum in neuem Gewand...
Alle anderen Interessenten, die bei den September-Terminen der Nachtführungen keinen Platz mehr bekommen haben, lädt ČEZ in das modernisierte Besucherzentrum des Kernkraftwerks Temelín ein. In seiner neuen Form wird es ab dem 1. September zugänglich sein.
Die Besucher können sich auf virtuelle Führungen und Dutzende interaktive Elemente, Touchscreens, Videos, Simulationen und Spiele freuen, mit denen sie ausprobieren können, wie wichtige Prozesse in einem Kernkraftwerk funktionieren.

Autor: Marek Sviták, Pressesprecher des Kernkraftwerks Temelín, ČEZ,
Quelle: https://www.prvnizpravy.cz/zpravy/regio ... mni-zajem/
/gr/


Gas an der Börse um 57 % teurer. ČEZ hält die Preise trotzdem niedrig
24.08.2026 Wochenmagazin TV magazín Seite: 13

In den Sommermonaten denkt kaum jemand ans Heizen, dennoch wird gerade in dieser Zeit über die Ausgaben für den kommenden Winter entschieden. Die Situation im Energiesektor ist wechselhaft, und aufgrund der weltpolitischen Lage kommt es zu Preissprüngen. Mit dem Einsetzen kalter Tage steigt die Nachfrage nach Gas regelmäßig an, was die Preise in die Höhe treiben kann. Um finanzielle Überraschungen bei der Energierechnung zu vermeiden, empfiehlt es sich, Verträge rechtzeitig vor Beginn der Heizsaison zu überprüfen.
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, als der Zusammenbruch mehrerer Anbieter Hunderttausende Menschen in Unsicherheit stürzte, steigt das Vertrauen in etablierte Marken – und das zahlt sich eindeutig aus. Tschechische Haushalte suchen daher nach Sicherheit in Form von Preisgarantien und dem Wechsel zu größeren Anbietern. Diese können Gas im Voraus in großen Mengen einkaufen und dadurch auch in Zeiten von Preisschwankungen günstige Preise aufrechterhalten. Ein Beispiel dafür ist der Anbieter ČEZ Prodej, der derzeit sowohl für bestehende als auch für neue Kunden niedrige Preise beibehält.
ČEZ bemüht sich außerdem, seinen Kunden auch die Unterzeichnung des Vertrags und den Wechsel von einem anderen Anbieter so einfach wie möglich zu machen. Der Vertrag kann online unterzeichnet werden. ČEZ übernimmt sowohl die Kündigung beim bisherigen Anbieter als auch die gesamte weitere Kommunikation mit ihm
/gr/


Energiepreise werden bis Jahresende steigen, Analysten erwarten jedoch keinen sprunghaften Anstieg
oEnergetice.cz, ČTK
20. August 2026,

Die Energiepreise am Markt werden nach Einschätzung von Analysten in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich steigen. Das größte Risiko stellt dabei vor allem Gas dar, dessen Preis durch die langsame Auffüllung der europäischen Gasspeicher und die unsichere Entwicklung im Nahen Osten negativ beeinflusst wird. Einen sprunghaften Preisanstieg müssen die Haushalte jedoch nicht befürchten. Die Anbieter werden ihre Preise insbesondere bei Preisbindungen schrittweise erhöhen. Für die längerfristige Preisentwicklung wird der Winter entscheidend sein. Dies geht aus Stellungnahmen von Analysten gegenüber der ČTK hervor.
Das Basisszenario für die Entwicklung auf dem Energiemarkt im restlichen laufenden Jahr und zu Beginn des kommenden Jahres ist laut dem Analysten von XTB, Jiří Tyleček, ein Anstieg der Strom- und Gaspreise. „Die Großhandelspreise für Gas und Strom liegen deutlich höher als vor einem Jahr, und Europa geht mit niedrigen Gasvorräten, einer eingeschränkten Stromerzeugung einiger Kraftwerke und Unsicherheit über die LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus in den Herbst“, erklärte Tyleček.
Der Mitgründer des Unternehmens Electree, Lubomír Káňa, erwartet bis zum Jahresende auf dem Markt eher eine Phase höherer und vor allem deutlich volatilerer Energiepreise. Das größte Risiko sieht er bei der Entwicklung auf dem Gasmarkt. „Europa geht mit unterdurchschnittlich gefüllten Speichern in die zweite Jahreshälfte und ist gleichzeitig stark vom globalen LNG-Markt abhängig“, sagte Káňa. Die derzeitigen Preise von rund 60 Euro (1.450 Kč) pro Megawattstunde (MWh) enthalten seiner Ansicht nach daher bereits eine relativ hohe geopolitische Prämie.
Die Gaspreise werden laut Káňa zudem auch die Strompreise beeinflussen. In den teureren Stunden wird der Strompreis nach wie vor maßgeblich durch die Stromerzeugung aus Gas bestimmt. „Hinzu kommen die Kosten für Emissionszertifikate und der zunehmend größere Einfluss des Wetters – die Stromerzeugung aus Wind, Photovoltaik und Wasserkraft sowie die Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke“, ergänzte Káňa.

Einen sprunghaften Preisanstieg erwarten die Analysten jedoch nicht. „Die Anbieter kaufen Energie schrittweise ein, und ein großer Teil der Kunden hat seine Preise fixiert. Außerdem ist der Anstieg der Börsenpreise nicht extrem. Die Wende am Großhandelsmarkt wird sich jedoch in neuen Angeboten widerspiegeln“, sagte Tyleček. Einen spürbareren Anstieg erwartet er bei Gas. Im Basisszenario könnte die Gesamtrechnung dort um 10 bis 20 Prozent steigen.
Auch nach Einschätzung des Bidli-Analysten Petr Špirit können die Verbraucher eine größere Stabilität auf dem Markt erwarten als in der Vergangenheit, allerdings nicht die Rückkehr zu billiger Energie. „Die Endpreise für die Verbraucher werden nicht nur von der Entwicklung der Börsenpreise für Gas und Strom abhängen, sondern auch von regulierten Gebühren, Netzentgelten und der Geschäftspolitik der Anbieter. Die Unternehmen werden weiterhin vor allem auf die Planbarkeit der Preise achten, denn stabile Energiekosten sind für Investitionen und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie von entscheidender Bedeutung“, beschrieb er die Situation.
Das größte Risiko auf dem Energiemarkt bleibt seiner Ansicht nach die geopolitische Lage. „Wer dessen Preisbindung ausläuft, sollte sich jetzt darum kümmern und über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr hinausblicken“, fügte Špirit hinzu.
Für die längerfristige Entwicklung wird laut dem Chefökonomen von Greenbuddies, Tomáš Krejčí, der bevorstehende Winter entscheidend sein. „Die europäische Nachfrage wird nur dann auf dem Niveau des vergangenen Jahres bleiben, wenn der Winter um zwei Grad wärmer als der Durchschnitt ausfällt. Das ist in den vergangenen 25 Jahren nur zweimal vorgekommen. Ein starkes El Niño, das die US-amerikanische NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) Mitte August bestätigt hat, bringt typischerweise ein kälteres erstes Quartal mit sich“, erklärte Krejčí.
Die Preise europäischer Referenzkontrakte für den Gaseinkauf stiegen nach Beginn des Krieges im Nahen Osten um mehrere Dutzend Prozent. Der Konflikt begann am letzten Februartag mit einem amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran. Gas fungiert in Europa bei der Stromerzeugung zudem als sogenannter Grenzkosten bestimmender bzw. preissetzender Energieträger. Mit dem Anstieg der Gaspreise verteuerte sich daher schrittweise auch der Strom an den Märkten. Trotz der derzeitigen Beruhigung der Lage im Nahen Osten liegen die Energiepreise am Markt weiterhin über dem Niveau vor Beginn des Konflikts.

Quelle: https://oenergetice.cz/komoditni-trhy/c ... i-necekaji
/gr/



Google half in Österreich ein Schlupfloch im Gesetz. Sein KI-Rechenzentrum sorgt jedoch für Besorgnis
22. August 2026 Tschechischer Rundfunk / irozhlas.cz
Autorin: Klara Malinovska

Google baut bei Linz in Österreich eines der größten auf künstliche Intelligenz (KI) ausgerichteten Rechenzentren Europas. Die Stadt Kronstorf war für das Unternehmen wegen der Stromquellen in der Umgebung interessant – dennoch dürfte die Region die hohe Stromnachfrage des Projekts zu spüren bekommen. Die maximale momentane Leistung könnte bis zu 500 Megawatt erreichen. Warum sind die Einheimischen darüber besorgt? „Man braucht dafür gleich einen Reaktor aus Dukovany, um das mit Strom versorgen zu können“, erklärt der Analyst Tomáš Protivínský gegenüber iROZHLAS.cz.


Google kaufte bereits vor 18 Jahren 70 Hektar Land bei Kronstorf. Mit dem Bau wurde jedoch erst im April dieses Jahres begonnen. In seiner derzeitigen Form soll das Projekt eine Fläche von 42.000 Quadratmetern umfassen. Der geplante Strombezug aus dem öffentlichen Netz soll bei etwa 150 Megawatt liegen. Das entspricht laut der österreichischen Zeitung Der Falter dem Verbrauch von 150.000 Haushalten, also einem Viertel Oberösterreichs.
Die Fläche könnte letztlich jedoch noch größer werden. „Sie haben eine Erweiterung beantragt. Ich bin mir sehr sicher, dass sie genehmigt wird, weil das Unternehmen das Grundstück besitzt und dies bereits zuvor ausgehandelt hat. Wenn die derzeitigen Proteste nicht sehr stark ausfallen, wird die Landesregierung das genehmigen“, sagt Katharina Kopshofer, österreichische Journalistin beim Der Falter, die den Artikel über das Rechenzentrum verfasst hat, gegenüber iROZHLAS.cz.
Nach der Erweiterung könnte die maximale Leistungsaufnahme bis zu 500 Megawatt erreichen. Nach Schätzungen von Fachleuten könnte dies einen jährlichen Stromverbrauch von 4,4 Terawattstunden bedeuten. Kronstorf würde damit laut der österreichischen Tageszeitung Der Standard eines der größten Rechenzentren Europas beherbergen.
„Dann braucht man gleich einen Reaktor aus Dukovany, um das mit Strom versorgen zu können“, erklärt Tomáš Protivínský vom Institut Fakten über das Klima und dem wirtschaftswissenschaftlichen Thinktank IDEA gegenüber iROZHLAS.cz. Aber auch die ursprünglichen 150 Megawatt seien ein hoher Verbrauch. „Selbst eine große Fabrik kann häufig weniger Strom abnehmen“, sagt Protivínský.
Zum Vergleich: In Tschechien haben vergleichbare Rechenzentren derzeit eine Leistung von einigen Dutzend Megawatt. „Die großen Projekte hier sind 23- bis 30-mal kleiner als das, worüber wir in Österreich sprechen“, weist Protivínský hin.
Der Bau in Kronstorf sorgt jedoch nicht nur wegen seiner Größe für Aufmerksamkeit. Er wirft auch grundsätzliche Fragen darüber auf, wie Österreich mit dem Umweltschutz umgeht und was wir als Gesellschaft benötigen, um unseren Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Die Debatte ist auch deshalb aktuell, weil Kronstorf möglicherweise schon bald nicht der einzige Standort in Österreich mit einem derart großen Rechenzentrum sein wird.

Verpflichtungen und Skepsis….
Wasserkraftwerke an der Enns können das Rechenzentrum in Kronstorf mit Strom und Wasser zur Kühlung der Computer versorgen. Das ist einer der Gründe, warum Google gerade diesen Standort gewählt hat.
Laut Protivínský befürchten die Menschen in der Umgebung bei Projekten mit einem derart hohen Stromverbrauch normalerweise Auswirkungen auf die Strompreise und eine Belastung der Energieinfrastruktur. Das gilt auch für Kronstorf. Solarenergie, auf die Google teilweise setzen will, kann nach Ansicht örtlicher Aktivisten bei Weitem nicht ausreichen, um den Verbrauch zu decken.
Das Projekt wird daher von Widerstand und Warnungen vor negativen Auswirkungen auf die Umwelt begleitet. Im Juli organisierten Aktivisten vor Ort eine Protestaktion, an der laut der österreichischen Tageszeitung Der Standard mehr als 200 Menschen aus verschiedenen Teilen Österreichs teilnahmen. Googles Erklärung zur Nachhaltigkeit des gesamten Projekts halten sie für Greenwashing, also für eine irreführende Darstellung der ökologischen Auswirkungen.

Was verspricht Google?
Das Unternehmen hat sich zur Schaffung von 100 qualifizierten Arbeitsplätzen und 15.000 indirekten Arbeitsplätzen verpflichtet. „Hundert Stellen sind für etwas in dieser Größenordnung allerdings nicht besonders viel, und ich glaube nicht, dass dort Menschen aus der Umgebung arbeiten werden“, kommentiert Kopshofer die erste Zusage.
Das Unternehmen hat sich außerdem zu Nachhaltigkeit und zum Schutz der Gesundheit der örtlichen Bevölkerung verpflichtet. Dies soll in der Praxis unter anderem durch einen Fonds zur Verbesserung der Wasserqualität der Enns, den Bau eines Gründachs mit Solarpaneelen und die Zusammenarbeit mit einer örtlichen Universität umgesetzt werden.
„Das Ziel von Google ist es, die österreichischen Dekarbonisierungsziele direkt zu unterstützen und zur Schaffung eines sauberen, zuverlässigen und erschwinglichen Energiesystems für alle beizutragen“, schreibt Google.
Das Gründach begrüßt auch Thomas Schiefer (Grüne), Gemeinderat in Kronstorf: „Wir können es nicht verhindern, sondern nur in eine grüne Richtung lenken, damit die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich sind“, sagt er gegenüber iROZHLAS.cz. Er gehörte zu denjenigen, die sich für das Gründach eingesetzt hatten.
Google verspricht außerdem, das Rechenzentrum so zu konzipieren, dass die Nutzung der Abwärme außerhalb des Geländes möglich ist. „Die neue Anlage in Kronstorf wird für die Abführung von Wärme außerhalb des Geländes vorbereitet sein. Sobald ein Abnehmer gefunden wird, kann die Wärme berechtigten Partnern kostenlos zur Verfügung gestellt werden, um die Dekarbonisierung der lokalen Wärmeversorgung zu unterstützen. Die Nutzung der Wärme aus dem Rechenzentrum bietet die Möglichkeit, Energie einzusparen, und trägt auf lokaler Ebene zur Energiewende bei“, erklärt Google.

30 Grad warmes Wasser...
Kritisch gegenüber dem Projekt äußert sich auch Stefan Kaineder (Grüne), Mitglied der oberösterreichischen Landesregierung. „Ein Projekt dieser Größenordnung sollte einen messbaren Mehrwert bieten, etwa durch die Nutzung des Abwassers für unsere Schulen und Häuser“, sagt er gegenüber iROZHLAS.cz.
Gerade das Abwasser gehört zu den weiteren Sorgen – wegen möglicher Auswirkungen auf die Enns. Das Rechenzentrum darf laut Der Falter im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte über mehrere Brunnen 200 Liter Wasser pro Sekunde entnehmen, um damit die Computer zu kühlen. Bis zu 5,8 Millionen Liter täglich darf das Wasser anschließend mit einer Temperatur von bis zu 30 Grad in den Fluss zurückgeleitet werden.
In Verbindung mit der globalen Erwärmung und den Kraftwerken in der Umgebung ist dies nach Ansicht der Aktivisten problematisch und könnte negative Auswirkungen auf das Ökosystem des Flusses haben.
„Ich persönlich glaube, dass die Anlage auch so konzipiert sein wird, dass die Auswirkungen auf die Ökosysteme vertretbar bleiben“, sagt Protivínský zu den Sorgen der Demonstranten.
iROZHLAS.cz wandte sich mit der Bitte um Stellungnahme an die österreichische Google-Niederlassung, das Unternehmen reagierte jedoch nicht. Zuvor hatte Google allerdings erklärt, man bemühe sich um eine möglichst umweltfreundliche Lösung: „Neben unseren betrieblichen Aktivitäten hat sich Google zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mehr Süßwasser zurückzuführen, als das Unternehmen verbraucht, und an der Verbesserung des Zustands der lokalen Einzugsgebiete mitzuwirken“, schrieb das Unternehmen.

Ein Schlupfloch im Gesetz...
Das Land bei Kronstorf ist laut Kritikern fruchtbar und kann Wasser gut speichern. Da der Bodenschutz in Österreich jedoch kein eigenständiger Rechtsbegriff ist, war für den Bau des Google-Rechenzentrums keine spezielle Genehmigung erforderlich. Ähnlich verhält es sich mit der umliegenden Fauna, da in der Region keine geschützten Arten vorkommen.
Das Rechenzentrum benötigt auch keine spezielle Umweltverträglichkeitsprüfung, weil die Notstromgeneratoren in Oberösterreich nicht als Kraftwerk eingestuft werden.
„Aus rechtlicher Sicht haben sie alles richtig gemacht. Das Problem besteht darin, dass das Gesetz keinen Präzedenzfall für Rechenzentren wie dieses vorsieht. Deshalb wird das Projekt ähnlich eingestuft wie beispielsweise der Bau eines gewöhnlichen Lagerhauses“, erklärt Kopshofer.
In Österreich hat jedes Bundesland seine eigenen Regelungen. Niederösterreich beispielsweise hat laut Der Falter seine Raumplanung angepasst, nachdem die dortige Landesregierung gleich mehrere Anträge auf den Bau kleinerer Rechenzentren erhalten hatte.
Die Demonstranten in Kronstorf fordern nun ebenfalls eine Änderung des Gesetzes. Sie wollen, dass solche Projekte auf Bundesebene genehmigt werden. „In diesem Fall ist es passiert, dass eine kleine Gemeinde, im Grunde ein Dorf, ein derart großes Projekt genehmigen konnte. Darum geht es bei den derzeitigen Protesten zu einem großen Teil“, erklärt Kopshofer, die mit den Aktivisten gesprochen hat.
Der Kronstorfer Gemeinderat Schiefer, der dem Projekt aufgeschlossener gegenübersteht, widerspricht dem allerdings. „Die Gemeinde kann nur Einschränkungen für den Bau selbst festlegen, etwa hinsichtlich seiner Höhe. Andere Aspekte, wie die Auswirkungen auf die Umwelt, werden auf Ebene Oberösterreichs geregelt“, weist Schiefer darauf hin.
Die für die Umweltauswirkungen solcher Projekte zuständigen Behörden in Oberösterreich behaupten ihm zufolge außerdem, dass die derzeitigen Vorschriften ausreichend seien. „Sie sagten, dass die Umsetzung dieses Projekts so umweltfreundlich sei, dass es auch strengere Kontrollen bestehen würde.“
Das gesetzliche Schlupfloch kritisiert gegenüber iROZHLAS.cz allerdings auch sein Parteikollege Kaineder: „Die Genehmigungen auf lokaler Ebene werden zwar von der Gemeinde und den Behörden im Raum Linz bearbeitet, die politische Verantwortung liegt jedoch bei der Landesregierung. Dieses Schlupfloch müssen wir schließen. Es kann nicht sein, dass jede Windkraftanlage bis ins Detail geprüft wird, während riesige Rechenzentren einfach genehmigt werden.“
Die Sozialdemokratie, die derzeit Teil der österreichischen Regierungskoalition ist, könnte diese Änderung laut Kopshofer unterstützen – sie habe sie sogar bereits beantragt. Die Frage sei allerdings, ob das Thema im öffentlichen Diskurs präsent bleiben werde, bis das Parlament nach der Sommerpause wieder zusammentritt.

Widerstand weltweit...
Rechenzentren beziehen große Mengen Energie an einem einzigen Standort, während die Wertschöpfung an anderer Stelle entsteht – im Fall von Google in Kalifornien, weist Der Falter hin.
Neben dem Stromverbrauch wird laut Protivínský im Zusammenhang mit Rechenzentren auch häufig der Wasserverbrauch diskutiert. Dieser verändert sich jedoch mit der technologischen Entwicklung.„Früher wurde häufig mit Wasser gekühlt, das in Rechenzentren beispielsweise einfach verdunstete und deshalb aus Wasserquellen entnommen werden musste. Heute sind Kühlsysteme häufig geschlossen. Insbesondere bei Rechenzentren, die auf künstliche Intelligenz ausgerichtet sind, handelt es sich in der Regel um einen geschlossenen Kühlkreislauf, bei dem praktisch keine Verluste entstehen. Deshalb ist für mich der Stromverbrauch die primäre Frage“, sagt Protivínský.
„Dann kommt es darauf an, ob es sich um eine Region handelt, in der ausreichend Strom vorhanden ist und das Netz diese Belastung verkraftet – beispielsweise weil ein großer Teil der Energie aus Wasserkraft stammt. Wenn das Rechenzentrum auf diese Weise mit Strom versorgt werden könnte und es keine größeren Probleme mit der Kühlung gäbe, müsste das nicht unbedingt so problematisch sein“, fährt Protivínský fort.
Kronstorf entspricht dieser Beschreibung, wie auch Schiefer bestätigt.
Dennoch stößt das Projekt auf Widerstand, der kein rein österreichisches Phänomen ist – auch in den USA gibt es ähnliche Proteste. So verhängte beispielsweise der Bundesstaat New York im Juli laut Der Standard ein Moratorium für neue Rechenzentren.
„In Amerika gibt es Regionen, in denen diese Zentren bereits heute einen Stromverbrauch von mehreren Gigawatt haben. Das ist ein Vielfaches dessen, worüber wir in Österreich sprechen“, sagt Protivínský. Rechenzentren mit einer solchen Leistung könnten seiner Ansicht nach nicht einmal von den tschechischen Kernkraftwerken ausreichend versorgt werden. Solche Zentren gebe es jedoch nur an wenigen Standorten, in den USA beispielsweise entlang der Ostküste.

Digitale Souveränität
Ein Argument für den Bau in Kronstorf ist auch die Stärkung der europäischen digitalen Souveränität.
„Es geht natürlich darum, die Auswirkungen auf der einen Seite gegen das Bestreben abzuwägen, dass Europa technologisch nicht zurückfällt und auch wir über eigene Rechenzentren verfügen“, sagt Protivínský.
Ähnlich argumentiert auch Schiefer. „Wenn wir schnelles Internet und alles Digitale wollen, brauchen wir das. Es ist genauso, wie wenn wir mit dem Flugzeug fliegen oder mit dem Auto fahren wollen – auch das verbraucht Ressourcen. Es hängt davon ab, ob wir es für unsere Lebensqualität brauchen.“
Protivínský ergänzt zur digitalen Souveränität, dass er ein europäisches Unternehmen stärker begrüßen würde. „Ich kann mir allerdings vorstellen, dass in einer Situation, in der es in einem sehr hypothetischen Szenario zu einem gravierenden Zerwürfnis zwischen Europa und Amerika käme und amerikanische Unternehmen aufhören würden, uns ihre Dienstleistungen anzubieten, kaum darauf Rücksicht genommen würde, dass das Rechenzentrum einem amerikanischen Unternehmen gehört.“
„Wenn sie uns ihre Dienstleistungen nicht mehr zur Verfügung stellen würden, käme es darauf an, wo das Rechenzentrum tatsächlich steht. Auch aus diesem Blickwinkel halte ich es weiterhin für sinnvoll, diese Art von Infrastruktur hier zu haben“, fährt Protivínský fort.
Argumente für den Bau in Kronstorf werden daher auch von zahlreichen österreichischen Politikern mit Verweis auf die digitale Souveränität der EU vorgebracht, unter anderem vom Bürgermeister der Stadt, Christian Kolarik (ÖVP), und seinem Parteikollegen Thomas Stelzer, dem Landeshauptmann von Oberösterreich. Stelzer bezeichnete das Projekt bereits früher als Chance, in der Region einen „Hub für Wirtschaft und Innovation“ aufzubauen. iROZHLAS.cz kontaktierte beide, erhielt jedoch keine Antwort.
Letztlich müsse laut Protivínský allerdings berücksichtigt werden, dass KI-Rechenzentren zwar viel Strom benötigen, ihr Verbrauch laut Prognosen der Internationalen Energieagentur bis zum Jahr 2030 jedoch in einer Größenordnung liegen dürfte, die mit dem Stromverbrauch von Elektrofahrzeugen oder Klimaanlagen vergleichbar ist.
Schiefer ergänzt, dass es sich um eine gesellschaftliche Entscheidung handelt. „Wenn wir mehr Digitalisierung wollen, brauchen wir mehr Rechenzentren“, sagt er nüchtern und fügt hinzu, dass wir deshalb darüber nachdenken sollten, was wir tatsächlich brauchen.

Quelle:
https://www.irozhlas.cz/veda-technologi ... 220700_kma



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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 678
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 25.August 2026:

Inhalt:
Neuer Präsident von KHNP: Das Projekt Dukovany gehört zu den wichtigsten Prioritäten des Unternehmens.
Dukovany tauscht Millionen-Liter-Wassertanks aus. Investition in Millionenhöhe soll dem Kraftwerk helfen, bis zu 80 Jahre in Betrieb zu bleiben.
Streit um den Wert der ČEZ-Beteiligung an JESS geht weiter, neues Gutachten soll entscheiden.
Gehört zu den leistungsstärksten in Tschechien. Bei Hodonín gibt es einen neuen Energiespeicher.
Das Kernkraftwerk Dukovany erneuert die größten Vorratstanks – jeder fasst eine Million Liter Wasser

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Neuer Präsident von KHNP: Das Projekt Dukovany gehört zu den wichtigsten Prioritäten des Unternehmens
24. August 2026 All for Power

Der Präsident und Generaldirektor von Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP), Hoe Chun Kim, hat im Rahmen seiner ersten Auslandsdienstreise seit seinem Amtsantritt die Tschechische Republik besucht. Damit unterstrich er die strategische Bedeutung des Projekts zum Bau neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany.

Während seines Besuchs traf er sich mit wichtigen tschechischen Partnern, darunter Vertretern der Regierung, des Auftraggebers des Projekts, der Aufsichtsbehörden und der lokalen Selbstverwaltungen. Das Ziel der Reise war es, sich in seiner neuen Funktion vorzustellen und die Verpflichtung von KHNP zur Fortsetzung des Projekts in Dukovany zu bekräftigen.
„Der erfolgreiche Bau der Blöcke in Dukovany unter Einhaltung der vereinbarten Termine ist eines unserer wichtigsten Ziele“, sagte Kim. „Als Vorreiter der globalen Nuklearindustrie gehen wir die Umsetzung mit größter Verantwortung und in enger Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Partnern an“, fügte er hinzu.

In Prag traf er sich mit Vertretern der Regierung und weiterer Institutionen, darunter dem ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček, dem Verkehrsminister Ivan Bednárik sowie dem stellvertretenden Vorsitzenden des Staatlichen Amtes für nukleare Sicherheit (SÚJB) Michal Merxbauer. Die Gespräche boten nicht nur Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen, sondern unterstrichen auch die Bedeutung, die das Projekt zum Bau neuer Blöcke in Dukovany für KHNP hat.
„Ich begrüße es, dass der neue Präsident von KHNP die Tschechische Republik kurz nach seiner Ernennung besucht hat. Wir haben einen direkten Kontakt hergestellt und unsere Zusammenarbeit sowohl auf bilateraler Ebene als auch im Rahmen des ministeriellen Lenkungsausschusses bestätigt, dem auch die Generaldirektoren von KHNP und Elektrárna Dukovany II angehören. Wir haben bestätigt, dass wir gemeinsame Prioritäten haben, insbesondere die Einhaltung des Zeitplans und der Kosten sowie eine umfassende Beteiligung tschechischer Unternehmen. Wir haben auch über das Projekt zweier neuer Blöcke in Temelín gesprochen, über das die Regierung im kommenden Jahr beraten wird und an dessen Umsetzung KHNP interessiert ist“, sagte der erste stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček.
Der Besuch, der nur wenige Wochen nach dem Amtsantritt von Hoe Chun Kim stattfand, unterstreicht das Bestreben von KHNP, von Beginn an enge Beziehungen zwischen der neuen Unternehmensführung und den tschechischen Partnern zu pflegen. Kim betonte, dass Dukovany sowohl für die Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik und Korea als auch für die Erreichung der tschechischen Ziele im Bereich der Energieversorgungssicherheit und der Klimaneutralität eine zentrale Säule darstellt.
Bei einem Treffen mit den Generaldirektoren von ČEZ und Elektrárna Dukovany II (EDU II) hob er die Bedeutung einer engen Koordinierung mit dem Investor und den wichtigsten Partnern hervor. Dies soll unter anderem auch künftige Möglichkeiten für eine breitere Zusammenarbeit unterstützen.
„Seit Beginn der Zusammenarbeit legen wir Wert darauf, KHNP nicht nur als Lieferanten, sondern vor allem als Partner zu betrachten. Wir wollen uns aktiv am gesamten Prozess der Vorbereitung, des Baus und der Inbetriebnahme der neuen Kernkraftwerksblöcke beteiligen und dadurch das tschechische Know-how im Bereich der Kernenergie stärken. Ich freue mich, dass die neue Führung von KHNP diese Vision mit uns teilt und unterstützt“, sagte Petr Závodský, Generaldirektor von EDU II.
Nach Ansicht von Hoe Chun Kim ist für den langfristigen Erfolg des Bauprojekts auch eine starke Unterstützung durch die Regionen und Gemeinden von entscheidender Bedeutung, einschließlich der Fortsetzung der bisherigen Zusammenarbeit. Der Präsident von KHNP traf sich daher während seines Besuchs in Dukovany auch mit Vertretern der Region, darunter dem Hauptmann der Region Vysočina, Martin Kukla, und dem Hauptmann der Region Südmähren, Jan Grolich.
Auf dem künftigen Baustellengelände beobachtete er außerdem den Abschluss der Bohrarbeiten im Rahmen der geologischen Untersuchung des Standorts. Der Abschluss der Arbeiten gemäß dem genehmigten Zeitplan stellt einen notwendigen vorbereitenden Schritt für die nachfolgenden Projektphasen dar. Die entnommenen Proben werden derzeit weiter analysiert.
-red-

Quelle: https://allforpower.cz/jaderna-energeti ... firmy-1034
/gr/



Dukovany tauscht Millionen-Liter-Wassertanks aus. Investition in Millionenhöhe soll dem Kraftwerk helfen, bis zu 80 Jahre in Betrieb zu bleiben

ČEZ rekonstruiert in Dukovany sechs Tanks mit einem Fassungsvermögen von je einer Million Liter Wasser

24.8.2026
Tomáš Novák, Hrot24

Dukovany tauscht Millionen-Liter-Wassertanks aus. Investition in Millionenhöhe soll dem Kraftwerk helfen, bis zu 80 Jahre in Betrieb zu bleiben

Das Kernkraftwerk Dukovany hat mit der Erneuerung von sechs großen Speichertanks für demineralisiertes Wasser begonnen. Jeder dieser Tanks fasst eine Million Liter und gehört zu den wichtigen Reserven für die technologischen und sicherheitstechnischen Systeme des Kraftwerks. Das Projekt im Wert von mehreren Hundert Millionen Kronen wird bis Anfang des Jahres 2028 dauern und ist ein weiterer Teil der umfangreichen Investitionen, mit denen ČEZ die vier bestehenden Blöcke in Dukovany auf einen Betrieb von bis zu 80 Jahren vorbereitet.

Die Tanks stehen dem Kraftwerk seit seiner Inbetriebnahme vor mehr als vierzig Jahren zur Verfügung. Insgesamt können sie sechs Millionen Liter demineralisiertes Wasser aufnehmen. Dieses wird in den technologischen Systemen verwendet und kann in Notsituationen auch als Quelle für die Systeme zur Nachkühlung der Dampferzeuger dienen.

„Die rekonstruierten Tanks werden verstärkte Wände, einen gefestigten Boden, eine modernere Isolierung sowie eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen außergewöhnliche Einflüsse einschließlich Seismizität aufweisen. Das Projekt ist Teil des Programms zur Sicherung des langfristigen Betriebs des Kraftwerks“, erklärte der Direktor von Dukovany, Roman Havlín. Nach Informationen von ČEZ für die Presseagentur ČTK wird sich die Gesamtinvestition im Bereich von Hunderten Millionen Kronen bewegen.

Die Tanks werden vom Dach abwärts gebaut...

Die Erneuerung folgt einem ungewöhnlichen technologischen Verfahren. Die neuen Speicher sind etwa 16 Meter hoch und haben einen Durchmesser von rund zehn Metern. Statt des klassischen Aufbaus vom Fundament an montieren die Arbeiter sie vom Dach abwärts nach unten. Dadurch findet der Großteil der Schweißarbeiten etwa zwei Meter über dem Boden statt, was laut ČEZ die Risiken von Arbeiten in der Höhe verringert.

Die Konstruktion entsteht direkt auf dem Gelände aus gebogenen Stahlblechen mit Abmessungen von etwa zwei mal vier Metern. Jeder Tank wird mehr als tausend Schweißnähte mit einer Gesamtlänge von über einem Kilometer aufweisen. Die Arbeiten haben diesen Sommer begonnen und sollen schrittweise auf alle sechs Speicher ausgeweitet werden. Die Fertigstellung ist für Anfang des Jahres 2028 geplant.

Dabei handelt es sich nicht um eine isolierte Modernisierung. ČEZ plant in diesem Jahr in Dukovany 4,4 Milliarden Kronen in Sicherheit und Effizienz zu investieren. Es werden Turbinen, Pumpen und andere Schlüsselanlagen modernisiert, und die Energietechniker bereiten das Kraftwerk auf einen deutlich längeren Betrieb vor, als noch vor wenigen Jahren angenommen wurde.

ČEZ will Dukovany bis zu 80 Jahre betreiben....

Die vier bestehenden Blöcke in Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. ČEZ hat in diesem Jahr den Prozess eingeleitet, der darauf abzielt, ihren Betrieb für bis zu 80 Jahre zu ermöglichen, also etwa bis zu den Jahren 2065 bis 2067. Voraussetzung dafür sind kontinuierliche Überprüfungen des technischen Zustands, die Modernisierung der Anlagen und die Genehmigung der Atomsicherheitsbehörde.

Die Rekonstruktion der Wassertanks ist eines der Projekte, die diese Lebensdauer ermöglichen sollen. ČEZ hat in den letzten Jahren auch die Systeme zur Bewältigung von Notsituationen gestärkt. In diesem Jahr wurde beispielsweise ein neues System zur langfristigen Wärmeabfuhr fertiggestellt, das die Fähigkeit der Blöcke erhöhen soll, selbst sehr unwahrscheinliche betriebliche und externe Ereignisse zu bewältigen.

Die eigentliche Erneuerung der Tanks ist nicht direkt mit der derzeitigen Abschaltung von zwei Produktionsblöcken verbunden. Der dritte Block ist seit dem 17. Juli wegen eines Teilbrennelementwechsels, Kontrollen und Dutzenden von Investitionsmaßnahmen außer Betrieb. Seit Anfang August ist parallel auch der vierte Block abgeschaltet, damit die Mitarbeiter die gemeinsamen Anlagen beider Blöcke modernisieren können. Der erste und der zweite Block bleiben in Betrieb.

ČEZ gibt an, den Zeitplan für die Rekonstruktion der Tanks so gestaltet zu haben, dass die erforderliche Reserve an demineralisiertem Wasser für den Kraftwerksbetrieb sowie für Manipulationen während der Abschaltungen jederzeit aufrechterhalten bleibt.


Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/dukovany-r ... -let-H4XSp
/gr/



Streit um den Wert der ČEZ-Beteiligung an JESS geht weiter, neues Gutachten soll entscheiden
oEnergetice.cz, ČTK
24. August 2026

Bratislava, 24. August (ČTK-Korrespondent) – Die Bewertung der Beteiligung der tschechischen ČEZ-Gruppe an dem slowakischen Unternehmen Jadrová energetická spoločnosť Slovenska (JESS), das den Bau eines neuen Kernkraftwerks in der Slowakei vorbereitet, soll von einem weiteren Beratungsunternehmen überprüft werden. Dies teilte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico heute in einer Erklärung mit. Er reagierte damit auf den Streit mit dem Wirtschaftsministerium über den Preis, den der Staat für den Erwerb der ČEZ-Beteiligung zahlen soll.
Die Slowakei und ČEZ gründeten JESS während der ersten Regierung Ficos im Jahr 2009. Die derzeitige Regierung Fico hat jedoch beschlossen, dass das neue Kernkraftwerk in staatlichem Besitz sein soll. Zu diesem Zweck soll der Staat die 49-prozentige Beteiligung von ČEZ an JESS übernehmen. Mit der Transaktion wurde das Wirtschaftsministerium beauftragt, das dies jedoch auch innerhalb der verlängerten Frist nicht umgesetzt hat. Diese lief im Juli dieses Jahres ab. Das Ministerium erklärte vergangene Woche, dass der Abschluss der Transaktion vor allem durch unterschiedliche Vorstellungen über den Wert der ČEZ-Beteiligung verzögert werde.
Laut einem Gutachten, das zuvor von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY erstellt worden war, beträgt der Marktwert der ČEZ-Beteiligung an JESS 189 Millionen Euro (mehr als 4,55 Milliarden Kč).

Fico erklärte, dass die Aktionäre von JESS, also ČEZ und das staatlich kontrollierte slowakische Unternehmen JAVYS, seinem Vorschlag zugestimmt hätten, das genannte Gutachten von einem weiteren Beratungsunternehmen überprüfen zu lassen. Dieses sollen ČEZ und JAVYS auswählen. Einen ähnlichen Schritt hatte das slowakische Wirtschaftsministerium bereits zuvor vorgeschlagen. Fico hatte das Ministerium damals jedoch vor allem wegen der Nichteinhaltung der Frist für die vermögensrechtliche Abwicklung der Eigentumsanteile an JESS kritisiert.
Der slowakische Ministerpräsident kündigte gleichzeitig an, dass die Regierung einen Beschluss fassen werde, wonach künftig das Regierungsamt und der zuständige Regierungsbeauftragte für das Projekt zum Bau des neuen Kernkraftwerks und die damit verbundenen Entscheidungen zuständig sein sollen – und nicht mehr das Wirtschaftsministerium.

ČEZ erklärte vergangene Woche, dass das Unternehmen rechtliche Schritte wegen der Spekulationen über seine Beteiligung an JESS prüfen werde. Spekulationen in den Medien, wonach der Wert der ČEZ-Beteiligung an JESS nicht transparent ermittelt worden sei, seien nach Ansicht des tschechischen Unternehmens unsinnig und schädigten das Unternehmen.
Hauptpartner Bratislavas beim Bau des neuen Kernkraftwerks in staatlichem Besitz soll nach früheren Informationen das US-Unternehmen Westinghouse werden. Beim Bau des neuen Kraftwerks mit einer Leistung von rund 1.200 Megawatt will der Staat die bestehende Infrastruktur in Jaslovské Bohunice nutzen. Dort hatte die Slowakei in den Jahren 2006 und 2008 aufgrund von Verpflichtungen gegenüber der EU zwei Blöcke des älteren Kernkraftwerks V1 abgeschaltet. Gleichzeitig betreibt der größte Stromerzeuger der Slowakei, das Unternehmen Slovenské elektrárne (SE) aus der Gruppe Energetický a průmyslový holding (EPH), an diesem Standort ein eigenes Kernkraftwerk.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... vy-posudek
/gr/



Gehört zu den leistungsstärksten in Tschechien. Bei Hodonín gibt es einen neuen Energiespeicher
25.08.2026, Wochenzeitung Slovácko – Regionales Wochenblatt Seite 5
Autor: Petr Turek

Bei Hodonín in Richtung Dubňany ist ein neues großkapazitives Batteriespeicherwerk in Betrieb. Unter den freistehenden Anlagen dieser Art gehört es zu den leistungsstärksten im Land. MND knüpft damit auf dem Gebiet seiner Heimatstadt an den riesigen Stromspeicher in Břeclav an. Dort hatten die Moravské naftové doly im April dieses Jahres die damals größte Anlage ihrer Art in Tschechien vorgestellt.

VIER BLÖCKE IN BŘECLAV….
In der Nähe des Hodoníner Stadtteils Pánov zeigte das Unternehmen Mitte August Fortschritte bei der Anordnung der Lithium-Eisenphosphat-Batterien. „Břeclav nutzt vier unabhängig gesteuerte Blöcke, während der Speicher in Hodonín in fünf unabhängige Einheiten aufgeteilt ist. Dadurch können wir die einzelnen Teile der Batterie noch effizienter entsprechend dem aktuellen Bedarf des Marktes und des Stromnetzes steuern“, sagte Michal Sasín, Direktor für neue Geschäftsbereiche.
Ansonsten ähneln sich die Batteriespeicherwerke in Břeclav und Hodonín. Břeclav verfügt über eine Leistung von 12 Megawatt und eine Kapazität von 31 Megawattstunden, während Hodonín eine Leistung von 10 MW und eine Kapazität von 25 MWh aufweist. Großkapazitive Batteriespeicher, sogenannte BESS, sollen die Frequenz und Spannung im Netz stabilisieren, Überschüsse aus erneuerbaren Energiequellen speichern, bei niedrigem Verbrauch beispielsweise nachts geladen werden und in Spitzenzeiten Energie liefern. Vor allem sollen sie zu einem leistungsfähigen Instrument für den Stromhandel werden.

WAS MIT DEM STROM GESCHEHEN SOLL….
Die Betreiber in Hodonín setzen bei ihrem Vorhaben auf eine sehr kurze Reaktionszeit im Millisekundenbereich und einen durch fortschrittliche Algorithmen gesteuerten Betrieb. Diese sollen kontinuierlich die aktuelle Marktsituation, Prognosen zum Verbrauch und zur Stromerzeugung, das Wetter, die Verfügbarkeit grenzüberschreitender Kapazitäten sowie die technischen Parameter des Speichers selbst überwachen.
„Auf Grundlage dieser Daten entscheiden sie, wann Strom gespeichert und wann er wieder ins Netz eingespeist wird“, erklärte Jiří Ječmen, Vorstandsvorsitzender der MND-Gruppe.
Die Batteriespeicher erweitern nach seinen Worten das Portfolio des Unternehmens im Bereich der modernen Energiewirtschaft. „Dazu gehören heute auch Photovoltaik- und Windkraftanlagen, Geothermie sowie Dienstleistungen im Bereich Flexibilität und Stromhandel“, erinnerte Ječmen.
Wie die Leiterin der Energiesparte des Unternehmens, Jana Hamršmídová, ergänzte, sollen die diesjährigen Unternehmensinvestitionen in großkapazitive Batteriespeicher eine Milliarde Kronen übersteigen. Die Gruppe des aus Hodonín stammenden Unternehmers Karel Komárek plant weitere neue Stromspeicher in Mähren und Schlesien. Darüber hinaus bereitet sie weitere Projekte in Deutschland und der Ukraine vor.

DIE BEDEUTUNG GROSSER BATTERIEN NIMMT ZU...
Jan Fousek, Geschäftsführer des Verbands für Energiespeicherung AKU-BAT, wies darauf hin, dass großkapazitive Batteriespeicher in Europa sehr schnell zum Mainstream der Energiewirtschaft werden.
„Im Jahr 2025 wurden sie erstmals zum größten Segment der neu installierten Batteriespeicher, und in diesem Jahr dürften sie bereits fast zwei Drittel der neuen Installationen ausmachen. Gleichzeitig verändert sich die Art ihrer Nutzung. Die Wirtschaftlichkeit großer Batterien beruht heute nicht mehr nur darauf, Strom bei niedrigen Preisen einzukaufen und bei höheren Preisen zu verkaufen, sondern zunehmend auf einer Kombination aus Stromhandel, Dienstleistungen zur Aufrechterhaltung des Leistungsgleichgewichts und weiteren Formen der Flexibilität“, fügte Fousek hinzu.
Das Projekt in Hodonín gehe nach seinen Worten in dieselbe Richtung. Die tschechische Energiewirtschaft werde künftig weitere ähnliche Projekte benötigen.

Der Batteriespeicher in Hodonín in Zahlen:
• Leistung: 10 MW
• Kapazität: 25 MWh
• Nutzbare Kapazität: 20 MWh
• Beginn des Testbetriebs: Juli 2026
• Vollbetrieb: August 2026
• Anzahl der unabhängig gesteuerten Einheiten: 5
• Technologie: Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LiFePO₄)
• Voraussichtliche Lebensdauer: 15 Jahre
• Finanzierung: ohne Nutzung von Fördermitteln
• Generalunternehmer: Konsortium für MND – BUILDSYS & IBG
• Technologielieferant: RCT Power
Quelle: MND
/gr/



Das Kernkraftwerk Dukovany erneuert die größten Vorratstanks – jeder fasst eine Million Liter Wasser
25.8.2026 Kurzy.cz

Im Kernkraftwerk Dukovany werden sechs Vorratstanks für demineralisiertes Wasser modernisiert, die seit der Inbetriebnahme des Kraftwerks im Einsatz sind. Es handelt sich um die größten Tanks dieser Art auf dem Kraftwerksgelände. Jeder von ihnen hat ein Volumen von 1.000 Kubikmetern, also eine Million Liter Wasser. Das ist mehr, als ein gewöhnliches 25-Meter-Schwimmbecken fasst.

Die Tanks stellen einen wichtigen Vorrat an demineralisiertem Wasser für die technischen und sicherheitsrelevanten Systeme des Kraftwerks dar. Im Falle außergewöhnlicher Situationen dienen sie als Wasserquelle für die Systeme zur Sicherstellung der Nachkühlung der Dampferzeuger.
„Die rekonstruierten Tanks werden verstärkte Wände, einen verstärkten Boden, eine modernere Isolierung und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber außergewöhnlichen Einwirkungen einschließlich seismischer Belastungen aufweisen. Das Projekt ist Teil des Programms zur Sicherstellung des langfristigen Betriebs des Kraftwerks“, sagt der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Die Arbeiten zur Erneuerung der Tanks haben die Energieversorger in diesem Sommer aufgenommen und werden schrittweise an den einzelnen Tanks bis Anfang 2028 fortgesetzt.

Die Erneuerung erfolgt auf einzigartige Weise. Die neuen Tanks, die etwa 16 Meter hoch sind und einen Durchmesser von rund zehn Metern haben, werden von oben nach unten errichtet. Die Konstruktion „wächst“ also buchstäblich von oben in Richtung Fundament. Dieses Verfahren reduziert die mit Arbeiten in großer Höhe verbundenen Risiken erheblich, da das Schweißen der einzelnen Teile die meiste Zeit nur etwa zwei Meter über dem Boden erfolgt.
Die Tanks werden direkt vor Ort aus einzelnen gerollten Stahlblechen mit einer Größe von etwa 2 × 4 Metern montiert. Jeder Tank enthält mehr als 1.000 Schweißnähte mit einer Gesamtlänge von über einem Kilometer.
„Die ursprünglichen Tanks sind seit mehr als vier Jahrzehnten im Kraftwerk im Einsatz. Die neue Ausführung berücksichtigt die heutigen Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und langfristigen Betrieb. Die Erneuerung der Tanks ist Teil der Vorbereitungen auf einen möglichen Betrieb des Kernkraftwerks Dukovany über einen Zeitraum von bis zu 80 Jahren“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Direktor der Abteilung Kernenergie von ČEZ.
Die Erneuerung der Tanks ist kein direkter Bestandteil der derzeit laufenden Abschaltungen der beiden Kraftwerksblöcke in Dukovany. Sie steht jedoch in engem Zusammenhang mit deren langfristigem und sicherem Betrieb. Der Zeitplan der Arbeiten ist so gestaltet, dass stets die erforderlichen Vorräte an demineralisiertem Wasser für den sicheren Betrieb sowie für alle geplanten Arbeiten an den Blöcken zur Verfügung stehen.

Die Kernkraftwerke der ČEZ-Gruppe sind in den vergangenen Jahren schrittweise auf verlängerte Brennstoffzyklen umgestellt worden. In Dukovany ist seit dem Jahr 2024 ein 16-monatiger Brennstoffzyklus Standard. Dabei dauert der Betrieb der Blöcke zwischen den Abschaltungen 14 Monate, gefolgt von einer mehr als einmonatigen Abschaltung.
Die Umstellung auf einen längeren, konkret 18-monatigen Brennstoffzyklus wird in diesem Jahr auch in Temelín abgeschlossen. In diesem Fall bedeutet das 16 Monate Betrieb und eine etwa zweimonatige Abschaltung. Der zweite Block des Kernkraftwerks Temelín arbeitet bereits in diesem Betriebsmodus, während der erste Block im Herbst dieses Jahres in die letzte Phase der längeren Brennstoffkampagne übergehen wird. Ziel dieser Änderungen ist es, die gesamte Stromerzeugung zu steigern, den Einsatz des Kernbrennstoffs effizienter zu gestalten und die Belastung der technischen Anlagen durch die Stabilität der Betriebsparameter zu verringern.

Autor: Radek Doležal, Sprecher von ČEZ, Kernkraftwerk Dukovany
Quelle: https://www.kurzy.cz/tema/10166055.html
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 26.August 2026:

Liebe Leute,

ab morgen Donnerstag den 27.8. bis Freitag den 4. Setepmber bin ich auf Urlaub,
die nächsten CZAP - Übersetzungen des tschechischen Medienmonitorings werden daher am Montag den 7.September kommen.

Herzliche Grüße aus Budweis
Gabi Reitingerova


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Inhalt:
ČEZ hat mit der Rekonstruktion großer Wasserspeicher begonnen.
ČEZ: Extrem großes Interesse an nächtlichen Führungen durch Temelín.
Kleines Kraftwerk, große Warnung. Der jüngste Cyberangriff zeigt, wie sich die Energiesicherheit verändert.
Kraftwerk Chvaletice bleibt in den roten Zahlen, konnte den Verlust aber deutlich reduzieren.
In Dukovany hat die traditionelle Sommeruniversität begonnen
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ČEZ hat mit der Rekonstruktion großer Wasserspeicher begonnen
26.08.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES – Region Vysocina Seite 9 (ČTK)

DUKOVANY
Im Kernkraftwerk Dukovany wird das Unternehmen ČEZ schrittweise sechs große Speichertanks für demineralisiertes Wasser sanieren. Jeder Tank fasst eine Million Liter. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Wasservorrat für die technischen und sicherheitsrelevanten Systeme des Kraftwerks. Im Falle außergewöhnlicher Situationen dient das Wasser den Systemen zur Sicherstellung der Nachkühlung der Dampferzeuger. „Die Energiefachleute haben mit den Arbeiten in diesem Sommer begonnen. An den einzelnen Tanks werden sie bis Anfang 2028 weiterarbeiten“, sagte Kraftwerkssprecher Radek Doležal. Insgesamt handelt es sich um eine Investition von mehreren hundert Millionen Kronen.
Die Tanks sind seit der Inbetriebnahme des Kraftwerks, also seit mehr als vier Jahrzehnten, in Betrieb. Jeder von ihnen fasst mehr Wasser als ein gewöhnliches 25 Meter langes Schwimmbecken.

„Die sanierten Tanks werden verstärkte Wände, einen verstärkten Boden, eine modernere Isolierung sowie eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber außergewöhnlichen Einwirkungen einschließlich seismischer Ereignisse aufweisen. Das Projekt ist Teil des Programms zur Sicherstellung des langfristigen Betriebs des Kraftwerks“, sagte der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Die neuen Tanks sind rund 16 Meter hoch und haben einen Durchmesser von etwa zehn Metern. Die Arbeiter errichten sie von oben in Richtung Fundament. Die Tanks werden vor Ort aus gewalzten Stahlblechen mit einer Größe von etwa zwei mal vier Metern montiert. Jeder Tank wird mehr als 1.000 Schweißnähte mit einer Gesamtlänge von über einem Kilometer aufweisen.

Im Kernkraftwerk Dukovany sind derzeit planmäßig zwei der vier Reaktorblöcke wegen der Kontrolle und Erneuerung gemeinsamer Anlagen abgeschaltet. Block 3 speist seit dem 17. Juli keinen Strom mehr ins Netz ein, Block 4 seit dem 1. August. ČEZ hatte zuvor mitgeteilt, dass die gemeinsame Abschaltung etwa einen Monat dauern werde.
Die Sanierung der Tanks ist nicht direkt Bestandteil dieser Abschaltungen. Der Zeitplan für die Arbeiten wurde so festgelegt, dass stets die erforderlichen Vorräte an demineralisiertem Wasser für den sicheren Betrieb sowie für alle geplanten Arbeiten an den Blöcken zur Verfügung stehen, teilte ČEZ mit.
Das Kernkraftwerk Dukovany erzeugte im vergangenen Jahr 14,68 Terawattstunden (TWh) Strom, seit Beginn dieses Jahres waren es bislang 9,23 TWh. Die Blöcke von Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Nach den Annahmen von ČEZ können sie bis zu 80 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme betrieben werden, also bis zu den Jahren 2065 bis 2067. Zwei weitere Reaktorblöcke in Dukovany wird das südkoreanische Unternehmen KHNP bauen.
/gr/


ČEZ: Extrem großes Interesse an nächtlichen Führungen durch Temelín
24.08.2026, Parlamentni listy

Das außergewöhnliche Erlebnis eines nächtlichen Besuchs des gesicherten Geländes des Kernkraftwerks Temelín lockte hundert Interessierte an.
ČEZ: Extrem großes Interesse an nächtlichen Führungen durch Temelín

Die Plätze waren innerhalb eines Tages vergeben….
Die für die Freitagstermine im September vorgesehene Kapazität von 128 Plätzen war innerhalb von 24 Stunden ausgebucht. Die registrierten Teilnehmer können sich auf einen nächtlichen Rundgang durch das während des Betriebs besichtigte Maschinenhaus oder durch das Lager für abgebrannte Kernbrennstoffe freuen. Für die übrigen Interessierten bietet ČEZ ab September Führungen durch das modernisierte Besucherzentrum an.
Die Anmeldung für die nächtlichen Exkursionen im September wurde ursprünglich mit einer Anmeldefrist bis Ende August geöffnet. Der enorme Andrang führte jedoch dazu, dass die Kapazität für alle vier Termine bereits am ersten Tag vollständig ausgeschöpft war.
„Wir freuen uns über das enorme Interesse. Es zeigt sich, dass die Möglichkeit, den Betrieb eines Kernkraftwerks bei Nacht zu erleben und einen Blick in Bereiche zu werfen, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind, für die Menschen sehr attraktiv ist. Aus Sicherheits- und organisatorischen Gründen ist die Kapazität strikt auf 128 Teilnehmer begrenzt. Deshalb müssen wir weiteren Interessenten unsere regulären Programme anbieten“, sagte Vít Pavlík, Leiter der Besucherzentren von ČEZ.

Maschinenhaus bei Nacht und Brennstofflager….
Die Teilnehmer, denen es gelungen ist, rechtzeitig einen Platz zu reservieren, erwartet an vier Freitagen im September (4., 11., 18. und 25. September) ein vierstündiges Programm von 21:00 bis 1:00 Uhr. Es beginnt im modernisierten Besucherzentrum im Schloss Vysoký Hrádek. Anschließend betreten die Teilnehmer direkt das beleuchtete, gesicherte Kraftwerksgelände, wo sie das Maschinenhaus mit einem in Betrieb befindlichen Turbosatz sowie das Lager für abgebrannte Kernbrennstoffe besichtigen.

Ab September präsentiert sich das Besucherzentrum in neuem Gewand….
Allen anderen Interessierten, die bei den nächtlichen Septemberterminen keinen Platz mehr bekommen haben, bietet ČEZ einen Besuch des modernisierten Besucherzentrums des Kernkraftwerks Temelín an. In neuem Gewand wird es ab dem 1. September zugänglich sein. Die Besucher können sich auf virtuelle Rundgänge sowie Dutzende interaktive Elemente, Touchscreens, Videos, Simulationen und Spiele freuen, mit denen sie selbst ausprobieren können, wie wichtige Prozesse in einem Kernkraftwerk funktionieren.
Weitere Informationen finden Sie bei Svět energie: https://www.svetenergie.cz/

Seit Jahresbeginn hat das Kernkraftwerk Temelín 10,4 Terawattstunden Strom erzeugt. Zusammen mit Dukovany gehört es zu den Anlagen, die die größte Menge an sauberem Strom produzieren, und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur emissionsfreien Stromerzeugung der ČEZ-Gruppe. Dank der Kernkraftwerke werden jährlich rund 20 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen in die Atmosphäre vermieden.

Quelle: https://www.parlamentnilisty.cz/zpravy/ ... jem-795862
/gr/



Kleines Kraftwerk, große Warnung. Der jüngste Cyberangriff zeigt, wie sich die Energiesicherheit verändert
Autorin: Veronika Jurcová
26. August 2026, oenergetice.cz

Ein Cyberangriff, der mit mit Iran verbundenen Hackern in Verbindung gebracht wird, hat eine kleine Energieanlage im Vereinigten Königreich für vier Tage außer Betrieb gesetzt. Für das britische Stromnetz stellte dies in diesem Fall kein Problem dar. Für die Energiesicherheit ist der Vorfall jedoch eine wichtige Warnung. Der Vorfall bestätigte die Befürchtungen von Experten für Cybersicherheit, dass sich Cyberangriffe nicht mehr nur gegen Daten und Informationssysteme richten müssen, sondern auch direkte Auswirkungen auf den physischen Betrieb von Energieanlagen haben können, berichtet die Agentur Montel News. Russland hat diesen Weg in der Ukraine bereits vor Jahren eingeschlagen.

Der Energiesektor wird seit einigen Jahren rasch digitalisiert. Kraftwerke, Übertragungsnetze und Tausende kleinerer Anlagen werden zunehmend über Sensoren, Steuerungssysteme und Fernzugänge miteinander vernetzt. Das erhöht die Effizienz des Betriebs, bringt aber gleichzeitig neue Schwachstellen mit sich. Die Internationale Energieagentur (IEA) weist seit Langem darauf hin, dass die Zahl der Cyberangriffe auf den Energiesektor zunimmt und die Digitalisierung die Zahl potenzieller Zugangspunkte für Angreifer erweitert.
Genau in diesen Kontext gehört auch der jüngste Vorfall im Vereinigten Königreich. Die britische Regierung beruhigt die Öffentlichkeit und betont, dass das überregionale Stromnetz nicht gefährdet gewesen sei und niemand ohne Stromversorgung geblieben sei. Die betroffene Anlage war den verfügbaren Informationen zufolge klein und stellte für die Stabilität des Netzes keinen entscheidenden Faktor dar. Dennoch berief die Regierung nach dem Vorfall Vertreter der Energieunternehmen ein und wies sie auf die Notwendigkeit hin, ihre Abwehr gegen Cyberbedrohungen zu verstärken.
Der Grund dafür ist einfach. Der Wert eines solchen Angriffs liegt nicht nur in der Zahl der Megawatt, die damit außer Betrieb genommen werden können. Es geht auch um den Nachweis einer bestimmten Fähigkeit. Wenn ein Angreifer in die Steuerungssysteme eines Kraftwerks eindringt und die Anlage tatsächlich abschalten kann, gewinnt er Erfahrungen, die er bei einem nächsten, koordinierten Angriff nutzen kann. Der britische Vorfall fügt sich daher in einen breiteren Trend ein, bei dem Cyberoperationen zu einem Bestandteil des Machtkampfs zwischen Staaten werden.

Die Ukraine hat gezeigt, was nach einem Eindringen geschehen kann….
Die deutlichste Parallele führt in die Ukraine. Im Dezember 2015 griffen russische Hacker Verteilnetzbetreiber an und öffneten aus der Ferne Schalter im Stromnetz. Damals waren rund 230.000 Stromkunden ohne Elektrizität, in einigen Regionen dauerte der Ausfall bis zu sechs Stunden. Die Angreifer legten zudem die Telefonleitungen der Energieunternehmen lahm und setzten Malware ein, die die Wiederherstellung des Betriebs erschweren sollte.
Die Ähnlichkeit mit dem Vorfall im Vereinigten Königreich liegt nicht im Ausmaß der Schäden, sondern in der Logik des Angriffs. Der Energiesektor ist ein physisches System, das zunehmend digital gesteuert wird. Ein Cyberangriff kann daher die Grenze zwischen Datendiebstahl und einem physischen Eingriff in die Infrastruktur überschreiten.
Genau darin liegt sein Potenzial als Instrument eines hybriden Konflikts. Es ist nicht notwendig, einen landesweiten Blackout zu verursachen. Ein Angreifer kann zunächst die Abwehr testen, nach Schwachstellen suchen und Kenntnisse über den Betrieb sammeln. Eine kleine Anlage kann aus dieser Perspektive ein wertvolleres Ziel sein, als ihre Leistung vermuten lässt.

Eine Warnung, die der Energiesektor nicht ignorieren darf….
Der britische Angriff bestätigt zugleich die Schlussfolgerungen einer Analyse der Internationalen Energieagentur (IEA). Diese weist darauf hin, dass die Zahl der Cyberangriffe auf Energieunternehmen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Gleichzeitig nimmt die Zahl digitaler Technologien, Sensoren, Kommunikationsgeräte und Fernzugänge zu, wodurch sich die Zahl potenzieller Zugangspunkte für Angreifer erweitert. Zudem haben Energieunternehmen mit einem Mangel an Fachkräften für Cybersicherheit zu kämpfen.
Mit anderen Worten: Energiewende und Digitalisierung erhöhen die Effizienz des Betriebs, schaffen aber gleichzeitig neue Schwachstellen. Jedes neu vernetzte System kann für die Steuerung des Netzes von Vorteil sein, aber zugleich eine potenzielle Chance für einen Angreifer darstellen.
Wie andere europäische Länder widmet daher auch die Tschechische Republik dem Schutz der Energieinfrastruktur vor Cyberbedrohungen zunehmend Aufmerksamkeit, insbesondere im Bereich industrieller Steuerungssysteme und operativer Technologien.
Der britische Vorfall ist gerade deshalb wichtig, weil er die zentrale Warnung der IEA bestätigt: Der Energiesektor ist zunehmend von digitalen Technologien abhängig, doch das Niveau seiner Cyberresilienz muss nicht zwangsläufig mit dem Tempo dieses Wandels Schritt halten.
Die Auswirkungen des Vorfalls auf das britische Energiesystem waren begrenzt. Seine Bedeutung liegt vor allem darin, dass er die Möglichkeit bestätigt hat, einen Cyberangriff aus der digitalen Umgebung in den physischen Betrieb der Energieinfrastruktur zu übertragen. Genau solche Szenarien gehören zu den größten Sorgen von Experten für den Schutz kritischer Infrastrukturen.

Quelle: https://oenergetice.cz/zahranicni/mala- ... bezpecnost
/gr/



Kraftwerk Chvaletice bleibt in den roten Zahlen, konnte den Verlust aber deutlich reduzieren
oEnergetice.cz, ČTK
25. August 2026

Das Kohlekraftwerk Chvaletice hat im vergangenen Jahr seinen Verlust auf 310 Millionen Kronen reduziert. Im Jahr zuvor hatte der Verlust noch 1,308 Milliarden Kronen betragen. Die Geschäftsergebnisse werden durch die Kosten für Emissionszertifikate belastet. Dies geht aus dem von der ČTK ausgewerteten Geschäftsbericht hervor, der in der Urkundensammlung des tschechischen Handelsregisters veröffentlicht wurde. Die Energiegruppe Sev.en, der das Kraftwerk gehört, plant, das Kraftwerk im Dezember dieses Jahres, spätestens jedoch im März 2027, stillzulegen.
Der Umsatz ging im Jahresvergleich um knapp drei Prozent auf 6,273 Milliarden Kronen zurück. Die Kosten für Emissionszertifikate beliefen sich im vergangenen Jahr auf 4,981 Milliarden Kronen, im Jahr zuvor waren es 5,114 Milliarden Kronen.
Das Betriebsergebnis belief sich auf minus 237 Millionen Kronen, nach minus 1,325 Milliarden Kronen im Jahr 2024. Das Finanzergebnis verschlechterte sich im Jahresvergleich von plus 17 Millionen auf minus 73 Millionen Kronen. Einen ausführlicheren Kommentar zu den Ergebnissen des vergangenen Jahres veröffentlichte das Unternehmen nicht.

Kraftwerk Chvaletice….
Die Energiegruppe Sev.en plant, das Kraftwerk Chvaletice im Dezember dieses Jahres, spätestens jedoch im März 2027, stillzulegen. Die geplante kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten, die die Europäische Kommission auch nach 2030 beibehalten will, dürfte diese Entscheidung offenbar nicht beeinflussen. In den kommenden Jahren könnten zwei der vier Blöcke weiterbetrieben werden. Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS werden sie für den sicheren Betrieb des tschechischen Stromnetzes benötigt.
Die Stromerzeugung in der Region Pardubice ging im Jahre 2025 im Jahresvergleich um 11,5 Prozent zurück, vor allem aufgrund der geringeren Produktion in den Wärmekraftwerken. Zu diesem Rückgang trugen die Kraftwerke in Chvaletice und Opatovice nad Labem bei, die den überwiegenden Teil der installierten Leistung der Region ausmachen. In diesen Kraftwerken wurden im Vergleich zu 2024 insgesamt 483 Gigawattstunden (GWh) weniger Strom erzeugt, was einem Rückgang von 13,5 Prozent entspricht.
Das Kraftwerk Chvaletice ist das jüngste Braunkohlekraftwerk in Tschechien und befindet sich seit dem Jahr 1979 im Volllastbetrieb. Seine installierte Leistung beträgt 820 Megawatt. Die Wärmeerzeugung für Trnávka und Chvaletice wurde bereits eingestellt. Das Unternehmen Severní energetická (Sev.en) kaufte das Kraftwerk Chvaletice im Jahre 2013 von ČEZ für 4,12 Milliarden Kronen. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten lag im vergangenen Jahr bei 298 und damit um sieben niedriger als im Vorjahr.
Die Sev.en-Gruppe von Pavel Tykač plant in Chvaletice den Bau eines großen Batteriespeichers. Dieser soll eine Leistung von 100 Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von 200 Megawattstunden (MWh) haben und noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Quelle: https://oenergetice.cz/uhli/elektrarna- ... ne-snizila
/gr/



In Dukovany hat die traditionelle Sommeruniversität begonnen
26.8.2026 Zakazka.cz

Am Montag starteten 35 Studenten technischer Hochschulen aus ganz Tschechien in den 18. Jahrgang der Sommeruniversität der ČEZ-Gruppe im Kernkraftwerk Dukovany. Sie kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Energieexperten unter anderem den Betrieb der tschechischen Kernkraftwerksblöcke für bis zu 80 Jahre vorbereiten. Gerade die heutigen Studierenden könnten daher an Projekten beteiligt sein, die die tschechische Energiewirtschaft für den größten Teil dieses Jahrhunderts prägen werden.
An der Sommeruniversität nehmen Studierende der Tschechischen Technischen Universität ČVUT in Prag, der Universität für Technik VUT in Brünn, der VŠB – Technischen Universität Ostrava, der Technisch – Chemischen Universität VŠCHT in Prag, der Technisch – Ökonomischen Universität VŠTE in České Budějovice und der Tomáš-Baťa-Universität in Zlín teil. Die traditionell stärkste Vertretung stellt die Technische Universität Brünn. Vertreten sind Studienrichtungen von Kerntechnik, Maschinenbau und Elektrotechnik bis hin zu Bauwesen, Chemie und Krisenmanagement. Unter den Teilnehmern sind auch fünf Studentinnen.
Während des zweiwöchigen Programms erwarten die Studierenden Dutzende Fachvorträge, Diskussionen mit Experten und Exkursionen in normalerweise nicht zugängliche Bereiche des Kraftwerks. Gemeinsam mit Mitarbeitern besichtigen sie zentrale Technologien des Primär- und Sekundärkreislaufs, das Maschinenhaus, den Simulator der Blockwarte, das Lager für abgebrannte Kernbrennstoffe sowie den Reaktorsaal. Zum Programm gehört auch ein Besuch des Schulungszentrums in Brünn, wo sie Modelle des Reaktors und weiterer technischer Anlagen kennenlernen.
„Dukovany hat dank umfangreicher Modernisierungen eine Perspektive für einen Betrieb von mindestens 80 Jahren. Die tschechische Energiewirtschaft wird deshalb Hunderte neue Fachkräfte benötigen. Die Sommeruniversität ermöglicht es den Studierenden, die Energiewirtschaft direkt im laufenden Betrieb kennenzulernen, und hilft uns dabei, talentierte junge Menschen zu finden, die sich an ihrer Zukunft beteiligen können“, sagt Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.

An dem Programm beteiligen sich rund 80 Fachleute aus der gesamten ČEZ-Gruppe, darunter auch Spezialisten der Unternehmen ČEZ Distribuce und ČEZ Energoservis. Während der zwei Wochen treffen die Studierenden auf zahlreiche Experten, die den Betrieb einer der größten technologischen Anlagen Tschechiens sicherstellen.
„Ich habe mich schon seit mehreren Monaten auf die Sommeruniversität gefreut. Die Möglichkeit, direkt einen Blick in den Betrieb eines Kernkraftwerks zu werfen und Menschen zu treffen, die es steuern und instand halten, ist etwas, das man nicht alle Tage erlebt. Meine Erwartungen sind wirklich hoch“, sagt Simona Mozgová von der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Brünn, eine der Teilnehmerinnen des diesjährigen Jahrgangs.
Die Sommeruniversität gehört zu den erfolgreichsten Bildungsprogrammen der ČEZ-Gruppe. Rund zwei Drittel der Absolventen früherer Jahrgänge arbeiten heute in verschiedenen Fachpositionen innerhalb der gesamten ČEZ-Gruppe. Studierenden, die Interesse an einer späteren beruflichen Tätigkeit zeigen, bieten die Energieexperten bereits während des Studiums Stipendien und weitere Formen der Zusammenarbeit an.

Autor: Radek Doležal, Sprecher von ČEZ, Kernkraftwerk Dukovany

Quelle: https://www.zakazka.cz/dukovany-hosti-b ... niverzita/
/gr/

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Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Auswahl von relevanten Zeitungsartiken aus tschechischen Medien zum Thema Energie vom 7.9.2026:

Inhalt:
PA: EDU II: Acht Unerschrockene: EDU II unterzeichnet Verträge mit den ersten künftigen Bedienern – mehrere Jahre Ausbildung und Praxiserfahrung stehen bevor.
Oberstes Verwaltungsgericht weist Beschwerde von Chanovice zurück. In der Umgebung könnte ein Endlager für radioaktive Abfälle entstehen.
Gemeinde Chanovice scheiterte mit ihrer Beschwerde, die Erkundung für das Atomendlager kann fortgesetzt werden..
Die Erkundung für das Atomendlager kann fortgesetzt werden
Das Kernkraftwerk Saporischschja ist seit mehr als zwei Wochen ohne externe Stromversorgung

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PA: EDU II: Acht Unerschrockene: EDU II unterzeichnet Verträge mit den ersten künftigen Bedienern – mehrere Jahre Ausbildung und Praxiserfahrung stehen bevor
2.9.2026 Zeitung Czech Industry

Acht Interessenten, sieben Männer und eine Frau, haben heute einen Vertrag über ihre künftige Beschäftigung mit der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II unterzeichnet. Wenn alles nach Plan verläuft, werden sie in einigen Jahren die allerersten Bediener der völlig neuen APR1000-Blöcke sein, die am Standort Dukovany entstehen sollen. Zunächst erwartet sie eine zweijährige Weiterbildung im Schulungszentrum der ČEZ-Gruppe in Brünn, anschließend eine praktische Ausbildung in den bestehenden Kernkraftwerken der ČEZ-Gruppe. Das neue Kraftwerk in Dukovany soll künftig rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigen, allein für die Bedienung der Blöcke werden etwa sechs Dutzend Personen benötigt.
Ihr künftiger Arbeitsplatz wird erst noch gebaut, mit der Vorbereitung auf ihre zukünftige Rolle beginnen sie jedoch bereits in wenigen Tagen. Die Möglichkeit, sich am sicheren Betrieb der neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany zu beteiligen, hat sie überzeugt. Deshalb unterzeichneten sie heute mit dem Projektinvestor, der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, ihre Verträge. Wenn sie die Ausbildung und die anschließende Praxis erfolgreich absolvieren, werden sie die allerersten Bediener des neuen Kraftwerks sein.

„Das kann zwar verfrüht erscheinen, da der Bau der neuen Blöcke noch nicht einmal begonnen hat. Die fachliche Ausbildung einiger Spezialisten dauert jedoch mehrere Jahre. Bei Führungspositionen im Kraftwerksbetrieb sprechen wir von mehr als acht Jahren. Damit wir personell ausreichend auf die Inbetriebnahme der Blöcke in den Jahren 2037 und 2038 vorbereitet sind, müssen wir bereits jetzt mit der Rekrutierung und Ausbildung beginnen. Ich wünsche allen heutigen Unterzeichnern, dass ihnen der gewählte Karriereweg Freude bereitet und dass sie erfolgreich sein werden“, erklärte Petr Závodský, Generaldirektor der Elektrárna Dukovany II.

Die Gruppe, die aus sechs frischen Absolventen und zwei jungen Mitarbeitern besteht, die bereits Berufserfahrung gesammelt haben, erwartet nun eine zweijährige Ausbildung in einem speziellen Trainingszentrum der ČEZ-Gruppe in Brünn.
„Es freut mich, dass sich in diesem Jahr auch die Bediener der künftigen Kernkraftwerksblöcke unserem Ausbildungssystem anschließen. Gerade die Erfahrungen und die praktische Ausbildung, die sie in den bestehenden Kernkraftwerken sammeln, sind eine notwendige Voraussetzung für den Aufstieg in höhere Funktionen sowie für ihre künftige Tätigkeit an den neuen Blöcken und die Besetzung wichtiger Betriebspositionen“, ergänzt Bohdan Zronek, Mitglied des Vorstands und Direktor der Abteilung Kernenergie der ČEZ-Gruppe.

Zu den Unterzeichnern gehörte heute auch Johana R., eine frischw Absolventin der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Brünn (VUT). „Für EDU II habe ich mich aufgrund der Möglichkeit entschieden, Teil von etwas Neuem und Großem im Bereich der Kernenergie zu werden. Gerade die Arbeit an etwas völlig Neuem motiviert mich, meine Kenntnisse zu vertiefen. Mein Ziel ist es, nicht nur die technischen Anlagen von EDU II zu verstehen, sondern mich auch mit den Themen der Energiewirtschaft insgesamt auseinanderzusetzen. Ich hoffe, dass ich diese Erfahrungen in Zukunft weitergeben kann“, erklärte sie.
Auch Petr K. freut sich auf die Ausbildung. Er hat sich für einen Karrierewechsel entschieden und war bisher als Leiter eines Doppelblocks in einem der tschechischen Kohlekraftwerke tätig: „Der Wechsel von der konventionellen Energiewirtschaft zur Kernenergie stellt für mich vor allem eine neue Herausforderung und die Möglichkeit dar, mich beruflich weiterzuentwickeln. Dukovany haben mich aufgrund ihrer besonderen Technologie, ihrer anspruchsvollen Aufgaben und des Umfelds angesprochen, in dem man seine Kenntnisse ständig weiterentwickeln muss.“
Die künftigen Bediener werden zunächst für die derzeit betriebenen VVER-Blöcke ausgebildet. Anschließend werden sie in den Jahren 2033 bis 2035 auf die koreanische APR1000-Technologie umgeschult, die in Dukovany zum Einsatz kommen soll. EDU II plant langfristig, mehrere Ausbildungstechniker direkt in Korea schulen zu lassen, die anschließend das Personal in der Tschechischen Republik ausbilden werden. Der Vertrag mit KHNP sieht außerdem den Bau eines Simulators für die Blockwarte eines APR1000-Blocks vor, an dem die Bediener trainieren werden. Es wird sich um die erste Anlage dieser Art weltweit handeln.
Die Gesellshaft Elektrárna Dukovany II / EDU II wird künftig rund 1.500 Menschen beschäftigen. Für den sicheren Betrieb des Kraftwerks werden während jeder Schicht ein Schichtingenieur und zwei Besatzungen der Blockwarten verantwortlich sein. Jede Besatzung wird aus einem Blockleiter, einem Leiter der Blockwarte, einem Bediener des Primärkreislaufs, einem Bediener des Sekundärkreislaufs und einem Elektrobediener bestehen. Die Ausbildung dieser rund 60 Fachkräfte wird eine Schlüsselrolle im Projekt zum Bau der neuen Blöcke in Dukovany spielen.

Autorin: Alice Horáková
Pressesprecherin EDU II, E-Mail: alice.horakova@njzedu.cz, Tel.: +420 211 042 460

Quelle: https://www.casopisczechindustry.cz/pro ... u-a-praxe/
/gr/



Oberstes Verwaltungsgericht weist Beschwerde von Chanovice zurück. In der Umgebung könnte ein Endlager für radioaktive Abfälle entstehen
4.9.2026, iROZHLAS / Tschechischer Rundfunk CTK

Das Oberste Verwaltungsgericht (NSS) hat die Beschwerde der Gemeinde Chanovice im Bezirk Klatovy zurückgewiesen und damit die Entscheidung über die Festlegung des Erkundungsgebiets Březový potok bestätigt. Das Ziel der Erkundung ist es, die Möglichkeit der Errichtung eines Tiefenlagers für abgebrannte Brennelemente zu prüfen. Auf die gleiche Weise hatte das Gericht bereits im Juli über die Beschwerde der Gemeinde Dolní Cerekev im Bezirk Jihlava entschieden, die das Erkundungsgebiet Hrádek betraf. Die neue Entscheidung ist vorübergehend an der elektronischen Amtstafel veröffentlicht.
Die Gemeinde Chanovice hatte die Entscheidung des Umweltministeriums angefochten, mit der die Erkundung genehmigt worden war. Sie war weder vor dem Stadtgericht in Prag noch vor dem Obersten Verwaltungsgericht erfolgreich. Dieses bestätigte seine bisherige Rechtsprechung. Es betonte, dass das Ziel der Erkundung lediglich darin bestehe, festzustellen, ob der Standort überhaupt für ein Endlager geeignet sei. „Es geht weiterhin lediglich um die Überprüfung der Voraussetzungen“, heißt es in der Entscheidung.
Es ist nicht sicher, dass auf die Erkundung später tatsächlich ein Bauvorhaben folgen wird. Die Anforderungen an die Begründung und die Abwägung öffentlicher Interessen sind daher nicht so hoch wie bei der Erkundung von Rohstoffvorkommen. Gemeinden und andere Beteiligte können ihre Interessen in späteren Phasen geltend machen.

Suche nach einem geeigneten Standort...
Das Erkundungsgebiet für besondere Eingriffe in die Erdkruste am Standort Březový potok legte das Ministerium im Jahr 2024 auf Antrag der Verwaltung für radioaktive Abfälle (SÚRAO) fest. Die umliegenden Gemeinden legten zunächst erfolglos Widerspruch beim Umweltminister ein. Anschließend wandten sie sich mit einer verwaltungsrechtlichen Klage an das Stadtgericht in Prag, das diese als unbegründet abwies. Eine Kassationsbeschwerde legte schließlich nur noch Chanovice ein.
Klagen gegen die Festlegung weiterer Erkundungsgebiete reichten auch Gemeinden aus der Umgebung der Standorte Horka im Bezirk Třebíč und Janoch bei Temelín im Bezirk České Budějovice ein. Das Stadtgericht in Prag gab keiner dieser Klagen statt. Mit den weiteren Kassationsbeschwerden wird sich das Oberste Verwaltungsgericht noch befassen.
Das Tiefenlager für abgebrannte Brennelemente aus tschechischen Kernkraftwerken soll in Tschechien bis zum Jahr 2050 errichtet werden. Die SÚRAO hat in diesem Jahr mit Erkundungsbohrungen an den einzelnen Standorten begonnen.
„Im Auswahlverfahren für den endgültigen und den Reserve-Standort handelt es sich um einen wichtigen Meilenstein. Erstmals werden wir mithilfe der Bohrungen direkt unter die Erdoberfläche schauen und unsere bisherigen Erkenntnisse aus den Untersuchungen an der Oberfläche präzisieren. Wir werden die geologische Umgebung detaillierter beschreiben und besser verstehen und damit eine solide Grundlage für die Auswahl des endgültigen und des Reserve-Standorts schaffen“, erklärte SÚRAO-Direktor Lukáš Vondrovic auf der Website der Behörde. Die Entscheidung soll im Jahr 2030 fallen.
Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/ne ... 041526_kch
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Gemeinde Chanovice scheiterte mit ihrer Beschwerde, die Erkundung für das Atomendlager kann fortgesetzt werden
4. September 2026 Autor: ČTK, iDNES.cz


Das Oberste Verwaltungsgericht (NSS) hat die Beschwerde der Gemeinde Chanovice im Bezirk Klatovy zurückgewiesen und damit die Entscheidung über die Festlegung des Erkundungsgebiets Březový potok bestätigt. Ziel der Erkundung ist es, die Möglichkeit der Errichtung eines tiefengeologischen Endlagers für abgebrannte Brennelemente zu überprüfen.
Auf die gleiche Weise hat das Oberste Verwaltungsgericht bereits im Juli die Beschwerde der Gemeinde Dolní Cerekev im Bezirk Jihlava behandelt, die das Erkundungsgebiet Hrádek betraf. Die neue Entscheidung ist an der amtlichen Anschlagtafel veröffentlicht worden.
In der Vorauswahl befinden sich vier Standorte. An allen vier Standorten haben sich die umliegenden Kommunen an die Gerichte gewandt – bislang ohne Erfolg. Die Erkundung der Standorte hat bereits begonnen.
Die Gemeinde Chanovice hatte die Entscheidung des Umweltministeriums angefochten, mit der die Erkundung genehmigt worden war. Sie hatte weder beim Stadtgericht in Prag noch beim Obersten Verwaltungsgericht Erfolg. Das Oberste Verwaltungsgericht bestätigte seine bisherige Rechtsprechung. Es betonte, dass das Ziel der Erkundung lediglich darin bestehe, festzustellen, ob der Standort überhaupt für ein Endlager geeignet sei. „Weiterhin geht es lediglich um die Überprüfung der Voraussetzungen“, heißt es in der Entscheidung.

Die Gewissheit, dass an die Erkundung später tatsächlich die Errichtung des Endlagers anschließen wird, besteht nicht. Die Anforderungen an die Begründung und die Abwägung öffentlicher Interessen sind daher nicht so hoch wie bei der Erkundung von Mineralvorkommen. Die Gemeinden und andere Beteiligte können ihre Interessen in späteren Phasen des Verfahrens geltend machen.
Das Erkundungsgebiet für besondere Eingriffe in die Erdkruste am Standort Březový potok wurde vom Ministerium im Jahr 2024 auf Antrag der Verwaltung für radioaktive Abfälle (SÚRAO) festgelegt. Die umliegenden Gemeinden legten zunächst erfolglos Widerspruch beim Umweltminister ein. Anschließend erhoben sie beim Stadtgericht in Prag eine verwaltungsgerichtliche Klage, die das Gericht als unbegründet abwies. Eine Kassationsbeschwerde legte anschließend nur noch Chanovice ein.
Klagen gegen die Festlegung weiterer Erkundungsgebiete erhoben auch Gemeinden aus dem Umfeld der Standorte Horka im Bezirk Třebíč und Janoch bei Temelín im Bezirk České Budějovice. Das Stadtgericht in Prag gab keiner dieser Klagen statt. Mit weiteren Kassationsbeschwerden wird sich das Oberste Verwaltungsgericht noch befassen.

Ein tiefengeologisches Endlager für abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken soll in Tschechien bis zum Jahr 2050 errichtet werden. SÚRAO hat in diesem Jahr mit Erkundungsbohrungen an den einzelnen Standorten begonnen.
„Im Auswahlprozess für den endgültigen und den Reserve-Standort ist dies ein wichtiger Meilenstein. Zum ersten Mal werden wir mithilfe von Bohrungen direkt unter die Erdoberfläche blicken und unsere bisherigen Erkenntnisse, die wir an der Oberfläche gewonnen haben, präzisieren. Wir werden die geologischen Verhältnisse detaillierter beschreiben und besser verstehen und dadurch eine solide Grundlage für die Auswahl des endgültigen und des Reserve-Standorts erhalten“, erklärte SÚRAO-Direktor Lukáš Vondrovic auf der Website der Verwaltung.
Die Entscheidung soll im Jahr 2030 fallen.
Quelle: https://www.idnes.cz/plzen/zpravy/chano ... -zpravy_vb
/gr/


Die Erkundung für das Atomendlager kann fortgesetzt werden
05.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Tschechische Presseagentur (ČTK)
Rubrik: Westböhmen - Seite: 11

Chanovice
Das Oberste Verwaltungsgericht hat die Beschwerde der Gemeinde Chanovice im Bezirk Klatovy zurückgewiesen und die Entscheidung über die Festlegung des Erkundungsgebiets Březový potok bestätigt. Ziel der Arbeiten ist es, die Möglichkeit der Errichtung eines tiefengeologischen Endlagers für abgebrannte Brennelemente zu überprüfen. Die Gemeinde hatte die Entscheidung des Umweltministeriums angefochten, war jedoch weder vor dem Stadtgericht in Prag noch vor dem Obersten Verwaltungsgericht erfolgreich.
Das Gericht betonte, dass es lediglich darum gehe, die Eignung des Standorts festzustellen. Auch die Kommunen an den anderen in Betracht kommenden Standorten kämpfen bislang erfolglos gegen die Erkundung.
/gr/


Das Kernkraftwerk Saporischschja ist seit mehr als zwei Wochen ohne externe Stromversorgung
Jiří Puchnar
5. September 2026, oenergetice.cz

Das Kernkraftwerk Saporischschja ist seit dem 20. August ohne externe Stromversorgung und auf Notstrom-Dieselgeneratoren angewiesen. Am 28. August teilte das Kraftwerk mit, dass seine Dieselvorräte noch für etwa zehn Tage Generatorbetrieb ausreichen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) warnte, dass es ohne die Wiederherstellung der externen Stromversorgung oder weitere Brennstofflieferungen zu einem vollständigen Verlust der Stromversorgung des Kraftwerks kommen könnte.
Das Kernkraftwerk Saporischschja verlor am 20. August die Verbindung zur 330-kV-Leitung Ferosplavna-1, die seine letzte verfügbare externe Stromquelle war. Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) kam es zur Unterbrechung nach militärischen Aktivitäten auf der Nordseite des Dnepr. Seitdem wird der Strom für den Eigenbedarf des Kraftwerks von mehreren Notstrom-Dieselgeneratoren bereitgestellt, vor allem für die Versorgung der Systeme zur Abfuhr der Restwärme aus den Reaktoren und zur Kühlung der Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente.

Dieselvorräte an der Grenze zum regulatorischen Minimum…..
Ein IAEO-Team besuchte am 24. August die meisten der 20 Notstrom-Dieselgeneratoren auf dem Kraftwerksgelände und überprüfte den Brennstoffstand in deren Betriebstanks. Das Kraftwerk informierte die Agentur anschließend am 28. August darüber, dass die verfügbaren Dieselvorräte noch für etwa zehn weitere Tage Generatorbetrieb ausreichen. Nach Angaben der IAEO handelt es sich dabei um die Mindestmenge, die von den regulatorischen Vorschriften verlangt wird.

Die Situation wird durch die eingeschränkten Möglichkeiten zur Nachlieferung von Brennstoff erschwert. Die letzte Lieferung an das externe Diesel-Lager des Kraftwerks erfolgte den der IAEO übermittelten Informationen zufolge im März. Eine weitere für Mai geplante Lieferung wurde offenbar aufgrund wiederholter militärischer Aktivitäten in der Umgebung verzögert. Darüber hinaus konnten die IAEO-Inspektoren dieses externe Lager seit März 2025 nicht mehr besuchen. Die Kraftwerksleitung begründet dies mit der Sicherheitslage.
Am Donnerstag und Freitag vor der Veröffentlichung des Berichts beobachtete das Team der Agentur jedoch den Transport von mehreren Dutzend Tonnen Diesel zum Kraftwerk von zwei anderen Standorten außerhalb des Kraftwerksgeländes. Das IAEO-Team überwachte die Transporte ebenfalls aus Sicherheitsgründen. Die Agentur machte keine Angaben dazu, in welchem Umfang sich diese Lieferungen auf die angegebene Schätzung der zehntägigen Brennstoffreserve ausgewirkt haben.

Ohne Wiederherstellung der Stromversorgung droht ein vollständiger Blackout….
Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Mariano Grossi, wies darauf hin, dass für die Sicherheit des Kraftwerks nicht nur die Verfügbarkeit von Diesel, sondern auch die Aufrechterhaltung sicherer Versorgungswege von entscheidender Bedeutung sei. Sollte die externe Stromversorgung nicht wiederhergestellt werden oder kein weiterer Brennstoff im Kraftwerk eintreffen, könnte es seiner Einschätzung zufolge innerhalb von etwa zehn Tagen zu einem vollständigen Verlust der Stromversorgung, einem sogenannten Station Blackout, kommen.
In einer solchen Situation würde das Kraftwerk neben der bereits nicht verfügbaren externen Stromversorgung auch seine Notstromversorgung durch Dieselgeneratoren verlieren. Zwar sind alle sechs Reaktoren abgeschaltet und erzeugen keinen Strom, die Systeme des Kraftwerks benötigen jedoch weiterhin elektrische Energie zur Abfuhr der Restwärme und zur Kühlung des Kernbrennstoffs. Das Kraftwerksgelände umfasst sechs Blöcke mit Druckwasserreaktoren des Typs WWER-1000/320 und einer installierten elektrischen Gesamtleistung von 6.000 MW.

Die IAEO arbeitet derzeit an der Vereinbarung einer lokalen Waffenruhe, die eine sichere Reparatur der Leitung Ferosplavna-1 ermöglichen würde. Es wäre bereits die siebte ähnliche Vereinbarung, die die Agentur seit Ende vergangenen Jahres vermittelt hat. Vor Beginn des Krieges verfügte das Kraftwerk über zehn externe Stromversorgungsleitungen. Seine wichtigste 750-kV-Leitung Dniprovska ist seit März außer Betrieb. Obwohl die Leitung selbst im Juni repariert werden konnte, war es aufgrund der umfangreichen Schäden am zugehörigen Umspannwerk nicht möglich, sie wieder unter Spannung zu setzen.

Kämpfe dauern auch in der Umgebung des Kraftwerks an….
Die Sicherheitslage in der Umgebung des Kraftwerksgeländes bleibt instabil. In der letzten Augustwoche wurde die IAEO über drei Drohnenvorfälle direkt auf dem Kraftwerksgelände informiert. Bei einem dieser Vorfälle wurden nach den der Agentur übermittelten Angaben zwei Mitarbeiter verletzt; eine weitere Drohne explodierte im Bereich des Trockenlagers für abgebrannte Brennelemente. Gleichzeitig teilte die IAEO mit, dass die Strahlungssituation im Kraftwerk normal bleibe.
Das Kernkraftwerk Saporischschja steht seit März 2022 unter der Kontrolle russischer Streitkräfte. Die IAEO schrieb keine der Konfliktparteien die Ursache für die aktuelle Unterbrechung der Stromleitung zu und verwies lediglich auf einen Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten nördlich des Dnepr. Das Team der Agentur ist seit September 2022 dauerhaft im Kraftwerk präsent und überwacht dessen nukleare Sicherheit und Sicherung.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... o-napajeni
/gr/



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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevaten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 8.9.2026 zum Thema Energie:

Inhalt:
Wer bauen will, soll zahlen: Atomaufsicht fordert höhere Gebühren für Reaktoren.
Braunkohleförderung in Tschechien steigt trotz geplantem Ausstieg.
Deutsche Polizei wegen Serie von Sabotageakten an Umspannwerken im Einsatz – niemand wurde festgenommen.
Windkraftanlage kann einer Gemeinde mehr als eine Million Kronen jährlich einbringen, sagt Sedlák vom Verband für moderne Energie.
Frankreich genehmigt Vorarbeiten für neue Atomreaktoren in Gravelines

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Wer bauen will, soll zahlen: Atomaufsicht fordert höhere Gebühren für Reaktoren
8.9.2026 Ekonomicky denik
Autor: David Tramba

Wer in Tschechien ein Kernkraftwerk bauen will, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Zunächst werden 30 Millionen tschechische Kronen für die Genehmigung des Standorts fällig. Hinzu kommen 150 Millionen Kronen für die Baugenehmigung und weitere 60 Millionen Kronen für die Betriebsgenehmigung. Diese neuen Gebührensätze hat das tschechische Staatliche Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB) vorgeschlagen.
Die neuen Sätze sind im Entwurf einer Regierungsverordnung über die Gebühren für die fachlichen Tätigkeiten des SÚJB enthalten. Die Atomaufsichtsbehörde hat den Entwurf zur Stellungnahme vorgelegt. Sie begründet die Erhöhung damit, dass die Gebühren seit dem Jahr 2017 unverändert geblieben sind. Seither ist das Preisniveau im Durchschnitt um 55 Prozent gestiegen. Das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit SÚJB fordert allerdings eine deutlich geringere Anpassung und will die Gebühren „nur“ um 25 Prozent erhöhen.

„Die Genehmigung eines neuen Reaktors ist die anspruchsvollste Aufgabe“...
Wie die Behörde in der Begründung des Verordnungsentwurfs schreibt, werden die höheren Gebühren insbesondere die Genehmigungsverfahren für neue Kernkraftwerksblöcke in Tschechien verteuern. SÚJB rechnet in den kommenden fünf Jahren mit der Prüfung von drei neuen Reaktoren.
Zwei neue Blöcke des koreanischen Typs APR1000 sollen am Standort Dukovany entstehen. Hinzu kommt ein 440-MW-Reaktor des Typs Rolls-Royce SMR am Standort Temelín. Investor des ersten Projekts ist die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), beim zweiten Projekt ist ČEZ der Investor.
„Bei einem Genehmigungsantrag handelt es sich um die mit Abstand fachlich und administrativ anspruchsvollste Tätigkeit, die das Statliche Amt für nukleare Sicherheit SÚJB durchführt. Im Rahmen dieses Verfahrens werden Tausende Seiten an Unterlagen geprüft, Analysen und Inspektionen durchgeführt und weitere Bewertungsmaßnahmen vorgenommen. Dafür ist die Zusammenarbeit aller Abteilungen des SÚJB und seiner unterstützenden Organisationen erforderlich. Häufig müssen zudem externe Experten beauftragt werden, um bestimmte sicherheitstechnische Analysen und Bewertungen durchzuführen“, erklärte die Behörde in der Begründung.
Neben den Gebühren für Genehmigungen sollen auch die laufenden Gebühren für Betreiber von Kernkraftwerken um ein Viertel steigen. Betroffen sind jedoch nicht nur die Betreiber von Kernkraftwerken. Der Gebührentarif für Genehmigung und Betrieb gilt auch für nukleare Forschungseinrichtungen, die Lagerung abgebrannter Brennelemente sowie den Betrieb von Anlagen zur Lagerung radioaktiver Abfälle.
Der Vorschlag knüpft an die kürzlich verabschiedete Novelle des tschechischen Atomgesetzes an.
Wer wie viel an laufenden Gebühren zahlt
Zahlungspflichtiger Derzeit Nach der Erhöhung
ČEZ 220,1 Mio. CZK 275,2 Mio. CZK
Diamo 8,5 Mio. CZK 10,6 Mio. CZK
SÚRAO 5,8 Mio. CZK 7,2 Mio. CZK
Gesamt 234,4 Mio. CZK 293 Mio. CZK
Quelle: Entwurf der Regierungsverordnung über die Gebührensätze des SÚJB

Höheres Budget und mehr Personal….
Nach dem Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 soll SÚJB über mehr finanzielle Mittel verfügen. Die Ausgaben der Behörde sollen 624,7 Millionen Kronen erreichen – 24 Millionen Kronen mehr als im laufenden Jahr. Die eigenen Einnahmen des SÚJB sollen sich auf 386 Millionen Kronen belaufen und stammen zu einem großen Teil aus den Gebühren für den Betrieb nuklearer Anlagen und Lagerstätten.
Die zusätzlichen Mittel sollen vor allem in die Personalkosten fließen. Das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit SÚJB muss personell aufgestockt werden, um in den kommenden Jahren die anspruchsvollen Genehmigungsverfahren für die neuen Kernkraftwerksblöcke in Dukovany und Temelín bewältigen zu können.
Die tschechische Regierung hatte bereits im Jahre 2024 beschlossen, die Behörde zwischen den Jahren 2025 und 2027 um 52 neue Stellen zu verstärken. Laut dem Jahresbericht für das vergangene Jahr verfügte die tschechische Atomaufsicht über 237 systemisierte Arbeitsplätze.

Quelle: https://ekonomickydenik.cz/jaderny-regu ... -reaktory/
/gr/


Braunkohleförderung in Tschechien steigt trotz geplantem Ausstieg
8.9.2026 Tageszeitung Hospodarske noviny Seite 2

Die Kohleförderung in den tschechischen Braunkohletagebauen steigt trotz des geplanten schrittweisen Ausstiegs aus der Kohle in diesem Jahr weiter an. Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 13,04 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert – fast vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Steinkohleförderung ist dagegen endgültig Geschichte. Anfang Februar wurde das letzte Steinkohlebergwerk in Tschechien geschlossen.

Experten führen den Anstieg der Braunkohleförderung unter anderem auf die gestiegenen Gas- und Strompreise am Energiemarkt nach dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten im Frühjahr dieses Jahres zurück. Auch die Angaben der Produzenten bestätigen diese Entwicklung. So hat beispielsweise ČEZ im Laufe des Jahres die Stromerzeugung in seinen Kohlekraftwerken erhöht. Der höhere erzielte Strompreis verbesserte deren Rentabilität.
Auch die Energiegruppe Sev.en schließt angesichts der Entwicklung auf dem Energiemarkt eine Verlängerung des Kohlebetriebs in den Kraftwerken Počerady und Chvaletice nicht aus. Ursprünglich hatte die vom Milliardär Pavel Tykač kontrollierte Unternehmensgruppe geplant, den Betrieb der beiden Kraftwerke zum Jahreswechsel 2026/2027 einzustellen.
Der überwiegende Teil der geförderten Braunkohle wurde für industrielle Zwecke eingesetzt. Auf diesen Bereich entfielen 95 Prozent der gesamten Förderung. Der Rest bestand aus Sortenkohle, die vor allem für private Haushalte und kleinere Heizwerke bestimmt ist.

Nach mehr als 200 Jahren ist in Tschechien dagegen die Steinkohleförderung beendet. Aus dem letzten tschechischen Steinkohlebergwerk ČSM in Stonava bei Karviná wurde am 4. Februar dieses Jahres der letzte Wagen mit Kohle herausgefördert.
In Tschechien wird damit derzeit nur noch Braunkohle gefördert. Sie wird im Tagebau in mehreren Gruben im Nordwesten des Landes gewonnen. Auch diese Förderung soll nach den derzeitigen Plänen in einigen Jahren eingestellt werden. Energieexperten räumten in den vergangenen Monaten allerdings ein, dass die aktuelle Entwicklung auf den Energiemärkten den Einsatz von Kohle noch etwas verlängern könnte.
/gr/



Deutsche Polizei wegen Serie von Sabotageakten an Umspannwerken im Einsatz – niemand wurde festgenommen
7.9.2026 oenergetice.cz

Die deutsche Polizei hat heute bei Wuppertal im Westen des Landes einen größeren Einsatz an einer Umspannanlage durchgeführt, nachdem dort eine verdächtige Person gesichtet worden war. Festgenommen wurde jedoch niemand. Weitere Polizeieinsätze gab es auch an anderen Orten in Deutschland, unter anderem bei einem Kraftwerk in Weisweiler bei Aachen. Dort wurden an einer Hochspannungsleitung mehrere Sprengvorrichtungen entdeckt, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Deutschland ist in den vergangenen Tagen mit einer Serie von Sabotageakten an Stromanlagen konfrontiert.

Ein Sprecher der Polizei in Köln erklärte, der Einsatz bei Wuppertal habe bereits am Vormittag begonnen und stehe im Zusammenhang mit einer Fahndung. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. Die Agentur DPA erinnerte daran, dass die deutsche Polizei seit mehreren Tagen nach dem 48-jährigen Daniel V. aus Gevelsberg im Westen Deutschlands fahndet. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete ihn als Klimaaktivisten. Der Mann hat sich in Schreiben zu den Sabotageakten bekannt.
Die Polizei in Wuppertal teilte mit, Zeugen hätten an einer elektrischen Umspannanlage im nahe gelegenen Remscheid eine verdächtige Person mit einem Rucksack beobachtet. Ob es sich dabei um den gesuchten Mann gehandelt haben könnte, ist bislang unklar. „Das werden wir feststellen, wenn wir diese Person gefunden haben. Das ist bislang nicht der Fall“, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Polizei.

An dem heutigen Einsatz war auch ein Polizeihubschrauber beteiligt, der über dem Gebiet zwischen Remscheid und Wuppertal kreiste. Nach Angaben der Agentur DPA gab es heute auch einen größeren Polizeieinsatz an einer Umspannanlage in Wesel nördlich von Düsseldorf und Wuppertal.
Wegen des Einsatzes in Weisweiler wurde der betreffende Abschnitt der Autobahn A4 in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Der Polizeieinsatz vor Ort dauerte nach Angaben der Behörden an, die Autobahn war am Abend jedoch wieder befahrbar. Auch dort hatte die Polizei eine Meldung über eine verdächtige Person in der Nähe des Kraftwerks erhalten.
Die Polizei, die zunächst keine weiteren Einzelheiten veröffentlichte, bat die Bevölkerung um mögliche Aufnahmen von Überwachungskameras oder Wildkameras.
Am Sonntagabend hatten Polizeibeamte im westdeutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen einen aufgeschnittenen Sicherheitszaun an einer Umspannanlage in Wesel entdeckt. Medien vermuten einen Zusammenhang mit mehreren Sabotageakten an Stromanlagen in der vergangenen Woche.
Am Dienstag vergangener Woche war eine Umspannanlage in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde in Brandenburg Ziel eines Sabotageakts geworden. Es folgten Angriffe auf Stromanlagen in Bergheim und Dormagen im Westen Deutschlands. Insgesamt 21 selbstgebaute Sprengvorrichtungen, die nach Einschätzung der Polizei einen Kurzschluss verursachen sollten, fanden Ermittler zudem an zwei Orten im Osten Sachsens.

Quelle: https://oenergetice.cz/nemecko/nemecka- ... i-vrtulnik
/gr/



Windkraftanlage kann einer Gemeinde mehr als eine Million Kronen jährlich einbringen, sagt Sedlák vom Verband für moderne Energie
8.9.2026 E15

Der Bau von Windkraftanlagen ist von zahlreichen Mythen begleitet, und die Regierung hat deren Bedeutung bislang nicht ausreichend erklärt. Das sagt Martin Sedlák vom Verband für moderne Energie im Gespräch mit dem Nachrichtenformat FLOW. Ohne einen rechtzeitigen Ausbau der erneuerbaren Energien drohe der tschechischen Industrie ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Umfragen zufolge befürwortet die Mehrheit der Tschechen den Bau von Windkraftanlagen, in den sozialen Medien seien jedoch vor allem deren Gegner zu hören.

Tschechien hinkt bei der Windenergie dem übrigen Europa deutlich hinterher. Windkraft deckt derzeit weniger als ein Prozent des tschechischen Stromverbrauchs. Die Vorbereitung neuer Projekte wird nach Einschätzung von Experten unter anderem durch falsch gesetzte Vorgaben für sogenannte Beschleunigungsgebiete sowie durch eine fehlende Informationskampagne des Staates gegenüber den Gemeinden gebremst.
Martin Sedlák, Programmdirektor des Verbands für moderne Energie, warnt, dass Tschechien ohne einen Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung den Verlust seiner industriellen Wettbewerbsfähigkeit und eine Abwanderung von Investitionen riskieren könnte.
Sedlák, der zugleich Vertreter der Initiative Nová energie Česka / Neue Energie Tschechiens ist, warnt im Format FLOW vor einer Stagnation Tschechiens beim Ausbau erneuerbarer Energien. Er kritisiert, dass der Staat die Vorteile von Windkraftanlagen gegenüber den Gemeinden nicht ausreichend kommuniziert und dadurch Raum für Desinformation schafft, die teilweise auch von Regierungsmitgliedern weiter befeuert werde.
„Die Menschen haben oft unnötig Angst vor Windkraftanlagen, weil sie in den sozialen Medien mit verkürzten Informationen konfrontiert werden. Dabei handelt es sich um ein Instrument, das unsere Energieversorgung sicherer macht und die Strompreise senkt“, erklärt Sedlák.

Mangelhafte Kommunikation des Staates...
Die Regierung hat Ende Juli die sogenannten Beschleunigungsgebiete für den schnelleren Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen. Dies sollte ein wichtiges Instrument sein, um den Ausbau der Windenergie zu beschleunigen. Nach Ansicht Sedláks ist es zwar positiv, dass der Staat diesen Prozess im Sommer abgeschlossen hat. In der Praxis stoße er jedoch auf falsch gesetzte Rahmenbedingungen und eine unzureichende Kommunikation.
In einigen Gebieten gilt eine Höhenbegrenzung von 185 Metern für Windkraftanlagen. Dadurch wird nach Sedláks Einschätzung die Installation moderner und effizienterer Anlagen verhindert.
„Für den Investor ist es bereits schwierig, die entsprechende Technologie überhaupt zu kaufen. Und wenn er sie installiert, wird das Potenzial des Standorts nicht so genutzt, wie es möglich wäre“, warnt Sedlák.

Angst vor Mikroplastik und Lärm...
Eine STEM-Umfrage aus Ende Mai und Anfang Juni zeigt, dass die Bevölkerung dem Bau von Windkraftanlagen eher positiv gegenübersteht. 39 Prozent der Befragten würden sich in einem Referendum für Windkraftanlagen aussprechen, 35 Prozent dagegen. Weitere 22 Prozent sind unentschieden.
Der Ausbau der Windenergie wird in Tschechien dennoch durch zahlreiche Mythen gebremst, die sich in der Öffentlichkeit verbreiten. Einer der häufigsten betrifft angebliche Mengen von mehreren Hundert Kilogramm Mikroplastik, die jährlich aus Windkraftanlagen freigesetzt werden sollen.
Sedlák weist diese Behauptungen entschieden zurück: „Die Realität sieht so aus, dass es sich um Gramm handelt – etwa 100 bis 150 Gramm pro Windkraftanlage und Jahr. Von einem Kohlekraftwerk oder durch den Reifenabrieb von Autos werden wesentlich größere Mengen an Feinstaub freigesetzt“, erklärt er im Interview.
Auch die Befürchtungen hinsichtlich Lärms oder eines Wertverlusts von Immobilien weist Sedlák zurück. Die tschechischen Lärmgrenzwerte gehörten zu den strengsten in Europa. Zudem gebe es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Windparks den Wert von Immobilien in ihrer Umgebung verringerten.
Für die Gemeinden können Windkraftprojekte darüber hinaus eine zusätzliche Einnahmequelle darstellen. Die Kommunen können die erhaltenen Mittel beispielsweise für den Betrieb von Kindergruppen, die Sanierung von Denkmälern oder direkte Zuschüsse zu den Stromkosten der Einwohner verwenden. Eine Windkraftanlage kann einer Gemeinde laut Sedlák jährlich mehr als eine Million tschechische Kronen einbringen.


Gefahr für die tschechische Industrie und Abwanderung von Investitionen...
Ausreichend verfügbarer Ökostrom ist nach Ansicht Sedláks längst nicht mehr nur eine ökologische Frage, sondern eine entscheidende Voraussetzung für das Überleben der tschechischen Industrie.
Große Arbeitgeber und Exporteure wie Škoda Auto oder die Brauerei Plzeňský Prazdroj / Pilsner Urquell suchen aktiv nach langfristigen Stromlieferverträgen für erneuerbare Energien, um die Anforderungen ihrer internationalen Lieferketten erfüllen zu können.
Wenn es Tschechien nicht gelingt, die installierte Leistung der Windkraftanlagen bis 2030 deutlich zu erhöhen, könnte es nach Sedláks Einschätzung zu einer Abwanderung von Investitionen in die Nachbarländer kommen, beispielsweise nach Polen.

Quelle: https://www.e15.cz/videoporady/flow/vet ... ky-1435603
Bei diesem Artikel ist ein Video mit Martin Sedlak vom Verband für moderne Energie
/gr/



Frankreich genehmigt Vorarbeiten für neue Atomreaktoren in Gravelines
1.9.2026 oenergetice.cz
Autor: Jiri Salavec

Der französische Energiekonzern EDF hat von der Regierung die Genehmigung erhalten, mit den Vorarbeiten für zwei neue Kernreaktoren zu beginnen. Das geplante Doppelprojekt des Typs EPR2 mit einer installierten Leistung von rund 3,3 GW soll am nordfranzösischen Kernkraftwerksstandort Gravelines entstehen. Frankreich plant darüber hinaus vier weitere neue Reaktoren an den Standorten Penly und Bugey. Die endgültige Investitionsentscheidung für das erste Reaktorpaar wird in naher Zukunft erwartet.

Die französische Regierung hat Ende August grünes Licht für den Beginn der Vorbereitungsarbeiten für die neuen Kernreaktoren gegeben. EDF kann damit die Vorbereitung des Standorts Gravelines für den Bau von zwei neuen Reaktoren des Typs EPR2 aufnehmen. Am Standort Gravelines betreibt das Unternehmen derzeit sechs Kernreaktoren mit einer installierten Leistung von jeweils 910 MW.
Die Genehmigung umfasst unter anderem die Errichtung der Infrastruktur für die künftige Baustelle, die Verlegung des bestehenden Eisenbahnterminals des Kraftwerks sowie den Bau von Parkplätzen für die Beschäftigten auf der Baustelle. EDF kann außerdem mit Ingenieurarbeiten beginnen und die Entwässerung des Geländes unter dem künftigen Reaktorgebäude vorbereiten. Darüber hinaus sieht die Genehmigung den Bau eines Informationszentrums sowie die Umsiedlung geschützter Tier- und Pflanzenarten in geeigneten Zeiträumen vor.

Frankreichs nukleare Renaissance….
Der französische Präsident Emmanuel Macron stellte im Jahre 2022 ein als „nukleare Renaissance“ bezeichnetes Atomprogramm vor. Es umfasst neben der Verlängerung der Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke auch den Bau neuer Reaktoren. In der ersten Phase sieht das Programm den Bau von sechs EPR2-Reaktoren vor, die auf dem Design des Druckwasserreaktors EPR basieren. Ein Reaktor dieses Typs ist in Frankreich bereits am Standort Flamanville in Betrieb.
Die erwarteten Investitionskosten für die neuen Reaktoren mit einer Gesamtleistung von knapp 10 GW belaufen sich auf 72,8 Milliarden Euro (rund 1,76 Billionen tschechische Kronen). Die ersten beiden Reaktoren sollen am Standort Penly entstehen, anschließend ist Gravelines an der Reihe, gefolgt vom Kraftwerk Bugey.
Die französische Regierung plant eine finanzielle Unterstützung des Projekts. Die ersten neuen Reaktoren sollen Ende der 2030er-Jahre den Betrieb aufnehmen. EDF hat angekündigt, noch in diesem Jahr die endgültige Investitionsentscheidung über den Bau in Penly zu treffen.
Anschließend will Frankreich abhängig vom Baufortschritt sein Nuklearprogramm fortsetzen und bis zu acht weitere EPR2-Reaktoren errichten.
Der Bau der EPR-Reaktoren in Frankreich und Finnland hat sich allerdings erheblich verzögert.

Quelle: https://oenergetice.cz/elektrarny-evrop ... gravelines
/gr/

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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zur Kernkraft vom 9.September 2026:

Inhalt:
Kernkraftwerk Saporischschja ist wieder an externe Stromversorgung angeschlossen.
Dukovany nahm vierten Block früher als geplant wieder in Betrieb – gleichzeitige Abschaltung zweier Reaktoren war historisch außergewöhnlich.
Russlands Rosatom im Verzug: Neue Reaktoren in Ungarn verzögern sich laut Leak um Jahre.
AKW Dukovany eröffnete Studenten erneut den Weg in die Welt der Kernenergie.
Chinesische Beteiligung an Dukovany. Unterschiedliche Technologien können das Kraftwerk überwachen – der Staat sieht darin kein Problem.
Kernkraftwerk Dukovany beginnt mit der Ausbildung der ersten Bediener für die neuen Blöcke – die Vorbereitung dauert mehr als acht Jahre.
Finnisches Endlager beginnt mit dem Bohren der Einlagerungsbohrungen – Tschechien sucht weiterhin seinen eigenen Weg

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Kernkraftwerk Saporischschja ist wieder an externe Stromversorgung angeschlossen

8. September 2026 Novinky.cz
Autor: Alex Švamberk

Den ukrainischen Energietechnikern ist es gelungen, das Kernkraftwerk Saporischschja wieder an eine externe Stromquelle anzuschließen. Die Anlage wurde erneut mit dem Stromnetz verbunden. Dies teilte der ukrainische Energieversorger Enerhoatom mit. Auch der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, bestätigte die Wiederherstellung der externen Stromversorgung für Saporischschja.

„Am 7. September um 19:02 Uhr wurden die Anlagen im vorübergehend besetzten Kernkraftwerk Saporischschja wieder an die 330-kV-Leitung Ferosplavna 1 angeschlossen. Derzeit verbraucht das Kraftwerk 11 MW“, teilte Enerhoatom mit.
Den Schritt, der durch die Unterbrechung der Kampfhandlungen in der Region ermöglicht wurde, begrüßte auch die Internationale Atomenergie- Agentur IAEO.
„In einem entscheidenden Schritt zur Vermeidung eines nuklearen Unfalls wurde das Kernkraftwerk Saporischschja während einer von der IAEO vermittelten lokalen Waffenruhe wieder an das Stromnetz angeschlossen“, erklärte IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi.
Die Stromleitung Ferosplavna 1 war am 20. August um 0:44 Uhr während der Kämpfe unterbrochen worden.

Quelle: https://www.novinky.cz/clanek/valka-na- ... i-40596540
/gr/



Dukovany nahm vierten Block früher als geplant wieder in Betrieb – gleichzeitige Abschaltung zweier Reaktoren war historisch außergewöhnlich
28. August 2026 Nas region
Simona Knotková

Der vierte Block des Kernkraftwerks Dukovany ist am Donnerstag mit einem leichten Vorsprung vor dem Zeitplan wieder in Betrieb gegangen. Eine vergleichbare gleichzeitige Abschaltung von zwei Reaktorblöcken wird es laut aktuellem Zeitplan erst wieder im Jahr 2032 geben.

Das Kernkraftwerk Dukovany hat den vierten Block am Donnerstag früher als ursprünglich geplant wieder an das Stromnetz angeschlossen. Das erste Turbosatz ging um 12:36 Uhr in Betrieb, das zweite folgte um 17:52 Uhr. Kraftwerkssprecher Radek Doležal bestätigte, dass der Block am 1. August abgeschaltet worden war – gleichzeitig mit dem dritten Block, der sich bereits seit dem 17. Juli in der planmäßigen Abschaltung befindet und bis Ende September außer Betrieb bleiben soll.
Die gleichzeitige Abschaltung von zwei der vier Dukovany-Blöcke war aufgrund von Wartungsarbeiten an gemeinsamen Anlagen erforderlich. Dabei ging es insbesondere um Kühl- und Wasserversorgungssysteme, die die beiden teilweise miteinander verbundenen Erzeugungseinheiten mit Kühl- und Prozesswasser versorgen. Im Zuge der Arbeiten wurden zahlreiche Komponenten ausgetauscht und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. An den Arbeiten waren Hunderte Fachkräfte von ČEZ sowie externer Zulieferunternehmen beteiligt.
Der Kraftwerksdirektor Roman Havlín beschrieb den Umfang der Arbeiten mit den Worten: „Wir haben eine umfassende Erneuerung zahlreicher Anlagen abgeschlossen, darunter auch Komponenten, die zum ersten Mal überhaupt ausgetauscht wurden.“ Die vorzeitige Wiederinbetriebnahme des Blocks führt er auf die sehr gute Vorbereitung und den reibungslosen Ablauf der gesamten Maßnahme zurück.
Am dritten Block werden die Arbeiten fortgesetzt. Die dortige Abschaltung umfasst unter anderem den Austausch eines Teils der Kernbrennelemente, Hunderte Kontrollen und Prüfungen, Dutzende Investitionsmaßnahmen sowie umfangreichere Modernisierungsarbeiten.
Eine derart außergewöhnliche gleichzeitige Abschaltung von zwei Blöcken wird sich nach dem Zeitplan des Kraftwerks erst im Jahr 2032 wiederholen. Alle vier Blöcke von Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Nach Schätzungen von ČEZ könnten sie bis zum Jahr 2065, bzw. bis 2067 betrieben werden. Im vergangenen Jahr erzeugte das Kraftwerk 14,68 TWh Strom; in diesem Jahr hat es bislang 9,3 TWh ins Netz eingespeist.

Quelle: https://nasregion.cz/dukovany-spustily- ... na-443793/
/gr/




Vierter Block von Dukovany wieder im Volllastbetrieb
1. September 2026 Nas region
Autorin: Simona Knotková

Der vierte Block des Kernkraftwerks Dukovany ist nach einer knapp einmonatigen Abschaltung wieder auf voller Leistung. Der dritte Block bleibt bis Ende September außer Betrieb.

Der vierte Block des Kernkraftwerks Dukovany im Bezirk Třebíč ist wieder vollständig in Betrieb. Nach einer knapp einmonatigen planmäßigen Abschaltung schlossen die Energietechniker am Donnerstag das erste Turbosatz um 12:36 Uhr und das zweite um 17:52 Uhr wieder an das Stromnetz an. Damit erzeugen derzeit drei der vier Dukovany-Blöcke Strom. Der dritte Block ist seit dem 17. Juli abgeschaltet, die Stromproduktion soll dort frühestens Ende September wieder aufgenommen werden.
Beide Blöcke waren gleichzeitig abgeschaltet worden, da sie einen Teil der gemeinsamen Anlagen nutzen. Die Energietechniker nutzten die Gelegenheit, um die Kühl- und Wasserversorgungssysteme zu modernisieren, die beide Erzeugungseinheiten mit Kühl- und Prozesswasser versorgen. Außerdem wurden Armaturen und Teile der Rohrleitungssysteme ausgetauscht. Am dritten Block wurde zusätzlich ein Teil der Kernbrennelemente ausgetauscht. Im September stehen dort anschließend noch die vorgeschriebenen Prüfungen und Tests an.
Seit Beginn dieses Jahres hat Dukovany knapp 9,5 Terawattstunden Strom erzeugt. Im vergangenen Jahr erreichte das Kraftwerk eine Stromproduktion von 14,68 TWh. Zusammen mit dem Kernkraftwerk Temelín speisten die beiden tschechischen Kernkraftwerke insgesamt 32,066 TWh Strom ins Netz ein.
Die vier Blöcke von Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 schrittweise in Betrieb genommen. Nach Schätzungen von ČEZ könnten sie bis zu 80 Jahre lang betrieben werden, also etwa bis 2065 bis 2067. Mit dem Bau von zwei weiteren Blöcken am Standort wurde das koreanische Unternehmen KHNP beauftragt.
ČTK
Quelle: https://nasregion.cz/ctvrty-blok-dukova ... zu-445332/
/gr/




Russlands Rosatom im Verzug: Neue Reaktoren in Ungarn verzögern sich laut Leak um Jahre.
7.9.2026 Hrot24.cz


Der russische Staatskonzern Rosatom hinkt beim Bau des Kernkraftwerks Paks II in Ungarn offenbar deutlich hinterher. Einem geleakten Zeitplan zufolge wird der letzte der zwei neuen Reaktoren erst Ende 2034 fertiggestellt und könnte 2035 in den Vollbetrieb gehen.


Das von Rosatom errichtete ungarische Atomkraftwerk Paks II wird laut einem internen Zeitplan mindestens zwei Jahre später fertiggestellt als von Budapest bislang kommuniziert. Ein vertrauliches Dokument, das dem Nachrichtenportal Politico vorliegt, sieht die Fertigstellung des letzten der beiden neuen Reaktoren für Ende Dezember 2034 vor. Damit dürfte das Kraftwerk erst im Jahr 2035 die volle Betriebsbereitschaft erreichen.

Das Projekt Paks II basiert auf einem Abkommen aus dem Jahr 2014 zwischen dem damaligen Premierminister Viktor Orbán und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die zwei neuen Blöcke sollen eine Gesamtleistung von 2.400 Megawatt erbringen und das bestehende Kraftwerk Paks ersetzen. Dieses erzeugt derzeit fast die Hälfte des ungarischen Stroms; seine Reaktoren sollen zwischen 2032 und 2037 schrittweise vom Netz gehen.

Der neue Zeitplan verdeutlicht die anhaltenden Verzögerungen des Projekts. Dem Dokument zufolge war die erste Betonage für den fünften Block ursprünglich für März 2025 geplant, erfolgte jedoch erst im Februar dieses Jahres. Beim sechsten Block soll der erste Beton im September 2026 gegossen werden. Die vorläufige Abnahme des letzten Reaktors ist laut der Übersicht für den 30. Dezember 2034 vorgesehen.


Die Gesamtkosten des Projekts werden auf 12,5 Milliarden Euro geschätzt. Der ehemalige ungarische Parlamentsabgeordnete Benedek Jávor erklärte, dass Budapest bereits umgerechnet rund 2,8 Milliarden Euro (70 Milliarden Kronen) in das Vorhaben investiert habe.

Rosatom lehnte eine Stellungnahme zur Echtheit oder Aktualität des geleakten Zeitplans mit der Begründung ab, das Dokument nicht zu kennen. Der Konzern betonte jedoch, dass die Reaktoren nach dem aktuellen offiziellen Plan fristgerecht fertiggestellt würden. Die ungarische Betreibergesellschaft Paks II Ltd. verwies zudem darauf, dass es sich angesichts der Komplexität der Investition um einen von Natur aus zeitintensiven Prozess handele.

Siemens zieht sich aus dem Projekt zurück...

Zusätzlich wird die Zukunft des Projekts von der neuen ungarischen Regierung unter Premierminister Péter Magyar geprüft, der gegenüber Russland eine kritischere Haltung einnimmt als Orbán. Das Vorhaben steht wegen der engen Bindung an Moskau seit jeher in der Kritik. Im Februar 2026 zog sich zudem die deutsche Siemens Energy nach einem Streit um Exportgenehmigungen für die Leittechnik aus der Zusammenarbeit mit Rosatom zurück.

Damit bleibt Paks II ein zentrales, aber politisch wie finanziell hochgradig sensibles Projekt der ungarischen Energiewirtschaft. Der neue Zeitplan deutet darauf hin, dass das Land wesentlich länger auf den Strom aus den russischen Reaktoren warten muss, als Budapest noch zu Beginn dieses Jahres prognostiziert hatte.

Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/rosatom-pa ... 2035-HswH3
/gr/




AKW Dukovany eröffnete Studenten erneut den Weg in die Welt der Kernenergie
9.9.2026 Zakazka.cz

Zwei Wochen mit Fachvorträgen, Exkursionen und Begegnungen mit Experten aus der Praxis liegen hinter den Teilnehmern des 18. Jahrgangs der Sommeruniversität der ČEZ-Gruppe im Kernkraftwerk Dukovany. In diesem Jahr nahmen 35 Studenten technischer Hochschulen aus der gesamten Tschechischen Republik an dem Programm teil. Die jungen künftigen Ingenieure erhielten Einblicke in den Betrieb des Kernkraftwerks, seine Technologien sowie in die Perspektiven für die weitere Entwicklung der tschechischen Energiewirtschaft.

Die Studenten besichtigten die Betriebsanlagen des Kernkraftwerks Dukovany, den Simulator der Blockwarte, das Lager für abgebrannte Brennelemente, die Reaktorhalle sowie weitere Facharbeitsplätze, die mit dem Betrieb des Kraftwerks verbunden sind. Zum Programm gehörten Dutzende Vorträge und Diskussionen mit Experten aus der gesamten ČEZ-Gruppe. Sie stellten den Studenten die Funktionsweise der Kernenergie ebenso vor wie aktuelle Projekte zur Modernisierung und zum langfristigen Betrieb der tschechischen Kernkraftwerke.
„Die Kernenergie hat in der Tschechischen Republik langfristig eine Perspektive und wird neue Fachkräfte benötigen. Die Sommeruniversität ermöglicht den Studenten, die Energiewirtschaft direkt im praktischen Betrieb kennenzulernen, und gibt uns zugleich die Möglichkeit, ihnen ein Fachgebiet vorzustellen, das interessante und sinnstiftende berufliche Perspektiven bietet. Es freut uns, dass viele Absolventen nach Abschluss ihres Studiums nach Dukovany zurückkehren und zu unseren Kollegen werden“, sagt Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.
Am diesjährigen Jahrgang der Sommeruniversität nahmen Studenten der Tschechischen Technischen Hochschule ČVUT in Prag, der Technischen Universität VUT in Brünn, der VŠB-Technische Bergbau - Universität Ostrava, der der Technisch – Chemischen Universität VŠCHT Prag, der Technisch – Ökonomischen Universität VŠTE in České Budějovice/Budweis und der Universität Tomáš Baťa in Zlín teil. Neben den traditionellen technischen Fachrichtungen waren auch Studenten der Chemie, des Bauwesens und des Krisenmanagements vertreten. Unter den Teilnehmern waren außerdem fünf Frauen.

„Die Möglichkeit, direkt in den Kraftwerksbetrieb hineinzuschauen und mit Menschen zu diskutieren, die die einzelnen Technologien entwickeln, warten und steuern, war eine sehr wertvolle Erfahrung. Die Sommeruniversität hat mir geholfen, mir besser vorzustellen, wie mein zukünftiger beruflicher Weg in der Energiewirtschaft aussehen könnte“, sagte Ondřej Kopecký, Teilnehmer der diesjährigen Sommeruniversität und Student an der Fakultät für Elektrotechnik und Kommunikationstechnologien der Technischen Universität aus Brünn.
Die Sommeruniversität gehört zu den erfolgreichsten Bildungsprogrammen der ČEZ-Gruppe. In den vergangenen 18 Jahren haben Hunderte Hochschulstudenten daran teilgenommen. Rund zwei Drittel der Absolventen arbeiten heute im Kernkraftwerk Dukovany oder in anderen Fachpositionen innerhalb der ČEZ-Gruppe. Studenten, die sich für die Branche interessieren, bieten die Energieunternehmen bereits während des Studiums Praktika, Stipendien sowie Möglichkeiten für eine spätere berufliche Tätigkeit an.
Auf dem Foto: ČEZ / Studenten der Sommeruniversität
Am diesjährigen Jahrgang waren rund 80 Fachleute aus der gesamten ČEZ-Gruppe beteiligt, darunter Spezialisten der Unternehmen ČEZ Distribuce und ČEZ Energoservis. Weitere Informationen zu offenen Stellen und Bildungsangeboten sind auf der speziellen Website kdejinde.cz zu finden.
Autor: Radek Doležal, Sprecher von ČEZ, Kernkraftwerk Dukovany, ČEZ, a.s.

Quelle: https://www.zakazka.cz/dukovany-opet-ot ... nergetiky/
/gr/



Chinesische Beteiligung an Dukovany. Unterschiedliche Technologien können das Kraftwerk überwachen – der Staat sieht darin kein Problem
Autor: Jan Novotný
9. September 2026 E15.cz

• Chinesische Technologien in den neuen Reaktorblöcken von Dukovany müssen nach Ansicht der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB kein Risiko darstellen.
• Es gibt jedoch keine detaillierte Übersicht darüber, welche konkreten Komponenten aus China beim Ausbau von Dukovany zum Einsatz kommen könnten.
• Der Staat will beim Ausbau von Dukovany vor allem die wichtigsten Lieferanten kontrollieren.

Die Frage der chinesischen Beteiligung an strategischen tschechischen Projekten hat in diesem Juni neue Brisanz erhalten. Der Leiter des Staatlichen Instituts für nuklearen, chemischen und biologischen Schutz, Tomáš Dropa, musste sein Amt aufgeben, nachdem bekannt geworden war, dass das Institut wiederholt Experten einer Pekinger Militärakademie geschult hatte, die mit der chinesischen Armee verbunden ist. Innenminister Lubomír Metnar (ANO) bezeichnete dies als schwerwiegenden Sicherheitsvorfall.
Damit endet die chinesische Einflussnahme auf die tschechische nukleare Sicherheit jedoch nicht. Der Staat befasst sich derzeit intensiv mit der Frage, inwieweit er den Zustrom chinesischer Technologien beim Ausbau von Dukovany begrenzen sollte und welche konkrete Sicherheitsbedrohung von ihnen ausgeht. Eine Beteiligung chinesischer Technologien am Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany lehnt er dabei grundsätzlich nicht ab.

Geheime Sicherheitsmaßnahmen….
Welche konkreten Sicherheitsmaßnahmen gelten, nach welchen Verfahren die Bewertungen vorgenommen werden, welche Teilergebnisse die Sicherheitsprüfungen erbracht haben oder welche konkreten Stellungnahmen der Sicherheitsbehörden vorliegen, ist allerdings nicht bekannt. Das Ministerium für Industrie und Handel, das die strategischen und sicherheitsrelevanten Fragen beim Bau der neuen Dukovany-Blöcke koordiniert, lehnte es auf Anfrage von E15 ab, diese Informationen zu veröffentlichen. Es verwies auf den „Charakter dieser Informationen“.
„Im Rahmen des Kontrollsystems wird der Staat laufend über die Auswahl der Lieferanten informiert. Der vertragliche Rahmen zwischen Staat und Investor umfasst auch Mechanismen zur Wahrung der Sicherheitsinteressen des Staates. Aufgrund des Charakters dieser Thematik können wir keine weiteren Einzelheiten mitteilen“, erklärte Tadeáš Provazník, Sprecher des Ministeriums für Industrie und Handel.
Er fügte hinzu, dass der Staat auf Grundlage seiner vertraglichen Beziehung zum Investor des Ausbauprojekts, der mehrheitlich von ihm kontrollierten Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, seine Sicherheitsanforderungen festgelegt habe. Zudem überwache und bewerte er fortlaufend die Risiken sowie die Wahrung der Sicherheitsinteressen des Staates, die auch die Lieferkette beträfen.

Unklar ist allerdings, worauf sich die Bewertungen genau erstrecken werden. Fest steht, dass der Staat nicht sämtliche Komponenten kontrollieren wird. Wahrscheinlich wird seine Kontrolle einfachere Technologien wie kleinere, in China hergestellte Komponenten oder handelsübliche Computertechnik nicht erfassen.
„Jede Lieferung von Schlüsselkomponenten wird im Hinblick auf die Sicherheitsinteressen des Staates bewertet“, sagt Martin Michalica vom Ministerium für Industrie und Handel.

Chinesische Technologien – problematisch und doch kein Problem….
Die Staatliche Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB), deren Aufgabe es unter anderem ist zu kontrollieren, ob der Investor bei der Auswahl der Lieferanten für Dukovany korrekt vorgeht, betont, dass die Herkunft einer Komponente aus China allein noch kein Sicherheitsproblem darstellt.
„Allein die Tatsache, dass Lieferungen aus einem bestimmten Land, konkret aus China, stammen, muss für sich genommen weder ein Risiko noch ein Hindernis darstellen. Die einzelnen Fälle müssen individuell bewertet werden, abhängig von der Art der gelieferten Technologie und vom jeweiligen Lieferanten“, erklärte der SÚJB-Vorsitzende Štěpán Kochánek. Die mit China verbundenen Risiken würden von der Behörde jedoch bewertet, fügte er hinzu.
Auch das Nationale Amt für Cyber- und Informationssicherheit (NÚKIB) bestätigt, dass die mit China verbundenen Risiken keineswegs nur ein hypothetisches Thema sind, mit dem sich die Behörden nicht beschäftigen würden.
„Auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen können wir bestätigen, dass sowohl die Risiken im Zusammenhang mit der Nutzung von Produktions-, Service-, Software- oder Projektkapazitäten in China als auch Cyberrisiken im Zusammenhang mit Subunternehmerleistungen von Unternehmen mit Sitz in China bewertet wurden und werden“, erklärte Vít Hrazdíra, Leiter der Rechtsabteilung des Cyberamtes.
Das Amt verfügt jedoch über keine Informationen darüber, ob konkrete Anforderungen für solche Bewertungen direkt an die Unternehmen gestellt wurden, die das koreanische Lieferkonsortium bilden – also KHNP, Daewoo, Doosan und KEPCO E&C – oder wie etwaige Überprüfungen ausgefallen sind.
„NÚKIB liegen keine Informationen darüber vor, ob und welche Kriterien für die abschließende Bewertung von Subunternehmern mit Sitz in China festgelegt wurden“, sagte Hrazdíra. Zugleich erklärte das Amt, über keine eigene Stellungnahme zur Beteiligung chinesischer Unternehmen an der Lieferkette des Projekts zu verfügen. Es wisse auch nicht, ob andere Behörden über ein entsprechendes Dokument verfügten.

Dabei warnt das Cyberamt seit Langem vor chinesischen Technologien und deren Nutzung durch staatliche Stellen. Ein Beispiel sind chinesische Automobile, die nach Angaben des NÚKIB möglicherweise eine übermäßige Menge sensibler Daten sammeln können.
„Der Betrieb chinesischer Elektrofahrzeuge und vernetzter Fahrzeuge im Allgemeinen – unabhängig vom Herstellungsort – in der Umgebung von Objekten, die für die Infrastruktur und die Verteidigung des Staates von Bedeutung sind, stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Gleiches gilt für ihre Nutzung durch Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung, die mit sensiblen Informationen arbeiten, sowie durch Institutionen, die sich mit wichtiger Forschung befassen“, schrieb NÚKIB in seinem Bericht vom August vergangenen Jahres.
Die polnische Armee hat beispielsweise bereits Fahrzeugen aus chinesischer Produktion die Zufahrt zu Militärgeländen untersagt. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Sensoren und Kommunikationssysteme der Fahrzeuge sensible Daten erfassen und übertragen könnten. Auch die Europäische Union kündigte im Mai dieses Jahres einen Plan an, die Verwendung chinesischer Wechselrichter bei aus EU-Mitteln finanzierten Projekten zu beenden.
Lieferungen von Technologien für Kernkraftwerke unterliegen strengen internationalen Kontrollregimen. Einige davon können dazu führen, dass der Import bestimmter Technologien nicht genehmigt wird oder einer verschärften Kontrolle unterliegt.
Das Ministerium für Industrie und Handel verweist zudem auf das Gesetz über Maßnahmen für den Übergang Tschechiens zu einer kohlenstoffarmen Energiewirtschaft. Dieses schreibt vor, dass Bau und Betrieb einer Anlage zur kohlenstoffarmen Stromerzeugung weder direkt noch indirekt von Technologien eines Lieferanten aus einem Staat abhängig sein dürfen, der dem Übereinkommen der Welthandelsorganisation über das öffentliche Beschaffungswesen (GPA) nicht beigetreten ist. Das gilt auch für von einem solchen Lieferanten kontrollierte Unternehmen oder Unternehmen, die ihn kontrollieren.
China ist bislang keine Vertragspartei dieses Übereinkommens. Das Land hat lediglich Beobachterstatus; die Beitrittsverhandlungen laufen weiter.

Derzeit befindet sich eine Novelle des genannten Gesetzes im Begutachtungsverfahren. Sie befasst sich allerdings vor allem mit Fragen des Stromabkaufs nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks und nicht mit den Technologien, die der koreanische Lieferant einsetzen könnte. Nach Angaben des Ministeriums wurden die Sicherheitsanforderungen auch in den Vertrag zwischen Elektrárna Dukovany II (EDU II)und dem koreanischen Unternehmen KHNP aufgenommen, das als Hauptlieferant der beiden neuen Reaktorblöcke fungiert.
Der Staat bestätigt somit öffentlich, dass Sicherheitsvorkehrungen bestehen und die mit China verbundenen Risiken laufend bewertet werden. Wie dieses System in der Praxis funktioniert, bleibt jedoch zu einem großen Teil unter Verschluss.
ČEZ und die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II, die als Investor für den Bau verantwortlich ist, lehnten eine Stellungnahme zu den Sicherheitsfragen ab. Aus den verfügbaren Antworten geht vor allem nicht hervor, dass der Skandal um die Schulung chinesischer Militärexperten im Juni zur Einführung eines neuen Sicherheitsregimes für Dukovany geführt hätte.
Chinesische Unternehmen wurden aus Sicherheitsgründen vom direkten Wettbewerb um die neuen Dukovany-Blöcke ausgeschlossen, und die tschechische Gesetzgebung verhindert, dass das Kraftwerk direkt oder indirekt von Technologien aus China abhängig wird. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass innerhalb der umfangreichen internationalen Lieferkette keine chinesischen Zulieferungen zum Einsatz kommen können.
Die Prüfung möglicher Sicherheitsbedrohungen wird insbesondere dann an Bedeutung gewinnen, wenn das Projekt schrittweise von der Vertrags- und Planungsphase zur Auswahl konkreter Subunternehmer und Komponenten übergeht.

Quelle: https://www.e15.cz/byznys/prumysl-a-ene ... em-1435618
/gr/



Kernkraftwerk Dukovany beginnt mit der Ausbildung der ersten Bediener für die neuen Blöcke – die Vorbereitung dauert mehr als acht Jahre
2. September 2026 Nas region
Autorin: Simona Knotková

Die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II) hat Verträge mit den ersten acht künftigen Bedienern der neuen Kernkraftwerksblöcke unterzeichnet. Auf sie warten eine zweijährige Zusatzqualifizierung und anschließend praktische Erfahrungen in bereits betriebenen Kernkraftwerken.

Elektrárna Dukovany II (EDU II) hat Verträge mit den ersten acht künftigen Bedienern abgeschlossen, die eines Tages die neuen Reaktorblöcke in Dukovany steuern werden. Unter den neuen Mitarbeitern sind sieben Männer und eine Frau, eine Absolventin der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Hochschule in Brünn. Alle absolvieren zunächst eine zweijährige Zusatzqualifizierung im Ausbildungszentrum von ČEZ in Brünn und wechseln anschließend zur praktischen Ausbildung in bereits betriebenen Kernkraftwerken.

Die diesjährige Einstellung fällt im Vergleich zu den Vorjahren deutlich umfangreicher aus. Bisher stellte ČEZ jährlich rund 20 bis 24 neue Reaktorbediener ein, in diesem Jahr sind es insgesamt 28, darunter vier Frauen. Die übrigen 20 werden für den Betrieb der bestehenden Blöcke in Dukovany und Temelín oder der künftigen kleinen modularen Reaktoren ausgebildet. Die Rekordzahl der Neueinstellungen spiegelt das Zusammentreffen zweier Erfordernisse wider: den natürlichen Generationenwechsel und die Vorbereitung auf völlig neue Energiequellen.
Der Weg vom Berufsanfänger zum voll ausgebildeten Kernkraftwerksoperator ist lang. Die Einstiegsposition ist die Bedienung des Sekundärkreislaufs, also des nichtnuklearen Teils der Anlage. Erst danach folgt der Primärkreislauf mit dem Kernreaktor. Nach entsprechender praktischer Erfahrung kann ein Operator schließlich zum Leiter der Blockwarte oder zum Leiter des Reaktorblocks aufsteigen.
„Das ist der Grund, warum wir bereits jetzt neue Operatoren einstellen. In den neuen Blöcken müssen erfahrene Mitarbeiter eingesetzt werden, die zunächst praktische Erfahrungen in den bestehenden Kernkraftwerken sammeln und die erforderlichen Fähigkeiten, Routinen und Qualifikationen erwerben. Das nimmt viele Jahre in Anspruch“, erklärte Petr Závodský, Generaldirektor von EDU II.

Der neue Kraftwerkskomplex in Dukovany wird insgesamt rund 1500 Mitarbeiter benötigen. Für die eigentliche Bedienung der Blöcke werden etwa 60 Operatoren erforderlich sein. Závodský präzisierte, dass sich die Ausbildung für Führungspositionen auf mehr als acht Jahre erstrecken wird. Die geplante Inbetriebnahme der neuen Blöcke in den Jahren 2037 und 2038 wird durch die Einstellungen im Jahr 2025 daher zeitlich nicht vorweggenommen.
Die künftigen Operatoren werden zunächst den Umgang mit VVER-Reaktoren an den bestehenden Blöcken erlernen. In den Jahren 2033 bis 2035 werden sie anschließend auf die Ausbildung an der APR1000-Technologie umsteigen, die das südkoreanische Unternehmen KHNP in Dukovany errichten wird.
Bestandteil des Vertrags mit KHNP ist auch der Bau eines Blockwarten-Simulators für diesen Reaktortyp. Nach Angaben der EDU-II-Sprecherin Alice Horáková wird es sich um die erste Anlage dieser Art weltweit handeln. Mehrere Ausbildungsexperten werden unterdessen direkt in Südkorea geschult. Nach ihrer Rückkehr sollen sie in der Tschechischen Republik das weitere Personal ausbilden.
Der Bau des ersten der neuen Dukovany-Blöcke soll im Jahr 2029 beginnen.
ČTK
Quelle: https://nasregion.cz/dukovany-zacaly-sk ... et-445437/
/gr/



Finnisches Endlager beginnt mit dem Bohren der Einlagerungsbohrungen – Tschechien sucht weiterhin seinen eigenen Weg
Autor: Eduard Majling
3. September 2026, oenergetice.cz

Das finnische Endlager für hochradioaktive Abfälle Onkalo ist in eine weitere Vorbereitungsphase für die Einlagerung abgebrannter Brennelemente eingetreten. Das Unternehmen Posiva hat mit dem Bohren der ersten tatsächlichen Einlagerungsbohrung begonnen, die Teil des endgültigen Endlagers werden soll. Damit geht das Projekt von Testarbeiten zur Errichtung der Infrastruktur für den späteren regulären Betrieb über.
Die Bohrarbeiten haben in dem unterirdischen Komplex im Felsmassiv von Olkiluoto in einer Tiefe von mehr als 400 Metern begonnen. Die erste Bohrung entsteht im Boden eines bereits aufgefahrenen Einlagerungstunnels. Ihre technischen Parameter zeigen, wie hohe Anforderungen Posiva an die Präzision des künftigen Betriebs stellt. Finnland unternimmt damit weitere Schritte bei einem Projekt, über das bereits seit Jahrzehnten diskutiert wird und das nun dem tatsächlichen Einsatz näherkommt.
Die fertige Einlagerungsbohrung soll 8,4 Meter tief und 1,75 Meter im Durchmesser sein. Ihre Mittelachse darf über die gesamte Länge höchstens 25 Millimeter von der vertikalen Achse abweichen. Wird dieser Grenzwert überschritten, kann die Bohrung nicht für die endgültige Einlagerung der Brennelemente verwendet werden.
Die ersten mindestens drei Bohrungen werden deshalb besonders gründlich kontrolliert und unmittelbar nach ihrer Fertigstellung erneut vermessen, bevor weitere Bohrungen vorgenommen werden. Dies ist eine wichtige Betriebsphase, da dabei nicht nur die Bohrtechnik selbst überprüft wird, sondern auch die Fähigkeit, den Vorgang unter den Bedingungen eines tatsächlichen Endlagers wiederholbar durchzuführen.
Die verwendete Bohrmaschine wurde im Juni 2022 von der deutschen Gesellschaft Herrenknecht AG nach Onkalo geliefert. Posiva hat damit bereits eine Reihe von Testbohrungen durchgeführt, zunächst gemeinsam mit dem Lieferanten und anschließend mit dem eigenen Team. Nach Angaben des Betreibers dauert das eigentliche Bohren einer rund acht Meter langen Bohrung etwa zehn Stunden.
Im regulären Betrieb sollen pro Arbeitswoche etwa zwei Einlagerungsbohrungen fertiggestellt werden. Für die künftige Wirtschaftlichkeit des Betriebs wird die Fähigkeit, ein gleichmäßiges Arbeitstempo, eine gleichbleibende Bohrqualität und ein zuverlässiges Kontrollsystem aufrechtzuerhalten, zu den entscheidenden Faktoren gehören.

Endlager in 450 Metern Tiefe….
Die abgebrannten Brennelemente sollen in Onkalo in einer Tiefe von etwa 450 Metern im Felsgestein eingelagert werden. Das Konzept sieht hermetisch verschlossene Behälter aus Eisen und Kupfer, eine Bentonitbarriere, eine tonhaltige Verfüllung der Tunnel, Verschlusskonstruktionen sowie das umgebende Wirtsgestein vor.
Der erste Einlagerungstunnel, in dessen Boden derzeit gebohrt wird, ist rund 330 Meter lang und soll etwa 30 Einlagerungsbohrungen aufnehmen. Während des gesamten geplanten Betriebszeitraums sollen rund 100 Einlagerungstunnel mit einer Gesamtlänge von etwa 35 Kilometern entstehen.
Finnland entwickelt damit nicht lediglich eine einmalige technische Lösung, sondern einen langfristigen industriellen Prozess. Für den europäischen Nuklearsektor ist von Bedeutung, dass Onkalo einen konkreten Weg von der geologischen Erkundung über den Bau unterirdischer Anlagen bis hin zur wiederholbaren Einlagerung abgebrannter Brennelemente aufzeigt.

Entscheidung über die Betriebsgenehmigung steht noch aus...
Posiva hat laut dem Nachrichtenportal World Nuclear News am 30. Dezember 2021 einen Antrag auf eine Betriebsgenehmigung für die Verpackungsanlage und das endgültige Endlager eingereicht. Der Antrag sieht einen Betrieb von März 2024 bis Ende 2070 vor. Die endgültige Entscheidung liegt bei der finnischen Regierung. Voraussetzung dafür ist eine positive Stellungnahme der finnischen Strahlenschutz- und Nuklearsicherheitsbehörde STUK.
STUK begann im Mai 2022 mit der Prüfung des Antrags und hatte nach früheren Angaben bereits festgestellt, dass die Sicherheitsanforderungen für die Erteilung der Betriebsgenehmigung erfüllt sind. Posiva gibt nun an, bis Ende 2026 die betriebliche Bereitschaft für den Beginn der endgültigen Einlagerung erreichen zu wollen.

Für Tschechien ist das finnische Vorgehen eine wichtige Referenz...
Das finnische Endlager ist seiner Inbetriebnahme einen Schritt näher. Für die tschechische Debatte bleibt dagegen vor allem die Standortauswahl entscheidend. Weitere zentrale Fragen sind das Vertrauen der betroffenen Gemeinden und die Festlegung eines langfristig stabilen Zeitplans. Onkalo zeigt, dass es nicht ausreicht, lediglich geeignete geologische Bedingungen auszuwählen. Ebenso wichtig ist es, jahrzehntelange Vorbereitungen in ein betrieblich beherrschbares System zu überführen.
Für die Tschechische Republik wird die finnische Erfahrung insbesondere bei der Bewertung der technischen Umsetzung, der Genehmigungsverfahren und der Kommunikation mit den betroffenen Regionen von Bedeutung sein. Die praktischen Erfahrungen aus Onkalo können somit einen wichtigen Referenzpunkt für die Entscheidungsfindung in Tschechien darstellen.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... stni-cestu
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Kubatova 6
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Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 678
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus tschechischer Presse zur Kernkraft vom 10.September 2026:

Inhalt:
Russischer Brennstoff in Temelín endgültig Geschichte, ČEZ erhält Genehmigung für den Einsatz von Westinghouse-Brennstoff.
ČEZ erhält Genehmigung für den Einsatz des neuen Westinghouse-Brennstoffs in Temelín.
Das Atomkraftwerk Temelín kann russischen Brennstoff ersetzen.
Größte Google-Investition in Europa: In Finnland setzt der Konzern auf Kernenergie.
Vietnams Pläne für die Kernenergie: KEPCO verhandelt über das Kraftwerk Ninh Thuan 2

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Russischer Brennstoff in Temelín endgültig Geschichte, ČEZ erhält Genehmigung für den Einsatz von Westinghouse-Brennstoff
9.9.2026 irozhlas / Tschechischer Rundfunk

Das Kernkraftwerk Temelín kann künftig neuen Brennstoff des US-Unternehmens Westinghouse einsetzen, teilte der Energiekonzern ČEZ am Mittwoch mit. Der Schritt wurde vom Staatlichen Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB) genehmigt. Bisher verwendet das Kraftwerk Brennstoff des russischen Herstellers TVEL. Die neuen Brennelemente sollen während der geplanten Blockabschaltung Ende dieses Jahres in den Reaktor eingesetzt werden. Auch das Kernkraftwerk Dukovany soll auf neuen Brennstoff umgestellt werden.

Das Amt erteilte die Genehmigung nach einem mehrjährigen Prozess der Vorbereitung, Erprobung und Sicherheitsanalysen. Die neuen Brennelemente befinden sich bereits auf dem Gelände des Kraftwerks. Nach ihrer Übernahme wurden sie einer Reihe von Kontrollen unterzogen, bei denen ihr technischer Zustand sowie die Einhaltung der Anforderungen für einen sicheren Einsatz überprüft wurden.
„Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Energiesicherheit der Tschechischen Republik und zur Diversifizierung der Lieferanten von Kernbrennstoff. Außerdem verfügen wir in beiden unseren Kernkraftwerken über strategische Brennstoffreserven“, sagte der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor von ČEZ, Daniel Beneš.

Mit dem Ziel, die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten zu verringern und die Unabhängigkeit bei der Brennstoffversorgung zu erhöhen, arbeitet ČEZ seit Ende des vergangenen Jahrzehnts an einer Diversifizierung seiner Brennstofflieferanten. Neben Westinghouse, das bereits die ersten Brennelemente für Dukovany geliefert hat, hat ČEZ für Temelín auch einen Vertrag mit dem französischen Unternehmen Framatome abgeschlossen.
Der neue Brennstoff ist für die Betreiber in Temelín nicht unbekannt. Das Kraftwerk hat bereits in den vergangenen Jahren mehrere Westinghouse-Testbrennelemente erfolgreich erprobt, die direkt im Reaktor eingesetzt und im regulären Betrieb getestet wurden. Dabei konnte ČEZ auch auf Erfahrungen mit Brennstofflieferungen für andere Kernkraftwerke desselben oder eines vergleichbaren Reaktortyps zurückgreifen.
Bestandteil des Genehmigungsverfahrens war unter anderem eine detaillierte Sicherheitsbewertung. Nach Angaben von ČEZ untersuchten Experten fast zwei Jahre lang das Verhalten des Brennstoffs im Normalbetrieb, seine sicherheitstechnischen Eigenschaften und seine Kompatibilität mit dem Reaktor sowie die Verfahren für seine Handhabung und Lagerung.
„Die erste Beladung mit dem neuen Brennstoff planen wir noch in diesem Jahr während der geplanten Abschaltung des ersten Blocks von Temelín. Gleichzeitig werden wir mit den Vorbereitungen für das Genehmigungsverfahren für die Brennelemente von Dukovany beginnen“, sagte Bohdan Zronek, Mitglied des ČEZ-Vorstands und Direktor der Abteilung Kernenergie.

Im südböhmischen Kernkraftwerk Temelín sind derzeit zwei Kernkraftwerksblöcke mit einer Leistung von jeweils rund 1.000 Megawatt (MW) in Betrieb. Seit Jahresbeginn haben sie bislang rund 12 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugt.
Weitere vier Kernkraftwerksblöcke stehen im Kernkraftwerk Dukovany. Jeder von ihnen verfügt über eine Leistung von 510 MW.

Quelle: https://www.irozhlas.cz/ekonomika/energ ... 91241_elev




ČEZ erhält Genehmigung für den Einsatz des neuen Westinghouse-Brennstoffs in Temelín
CEZ.cz
09.09.2026 Zprávy Kurzy

Das Staatliche Amt für Atomsicherheit (SÚJB) hat dem Unternehmen ČEZ die Genehmigung für die Verwendung des neuen Kernbrennstoffs von Westinghouse im Kernkraftwerk Temelín erteilt. Die Energietechniker planen, die neuen Brennelemente während der geplanten Abschaltung Ende dieses Jahres in den Reaktor des ersten Blocks einzusetzen.

Die Genehmigung erfolgt nach einem mehrjährigen Prozess von Vorbereitungen, Tests und Sicherheitsanalysen.

„Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Energiesicherheit der Tschechischen Republik und zur Diversifizierung der Lieferanten von Kernbrennstoff. Zudem gilt, dass wir in beiden unserer Kernkraftwerke auch strategische Vorräte halten“, sagt Daniel Beneš, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der ČEZ-Gruppe.

ČEZ arbeitet langfristig daran, die Anzahl der Kernbrennstofflieferanten zu erweitern. Neben Westinghouse, das bereits die ersten Brennelemente für Dukovany geliefert hat, besteht für Temelín auch ein Vertrag mit dem französischen Unternehmen Framatome. Die Energiegruppe schafft damit die Voraussetzungen für eine größere Unabhängigkeit von einem einzigen Lieferanten und erhöht die Widerstandsfähigkeit der tschechischen Energiewirtschaft.

Der neue Brennstoff ist für die Mitarbeiter in Temelín nicht unbekannt. Bereits in den vergangenen Jahren hat das Kraftwerk erfolgreich mehrere Testbrennelemente von Westinghouse getestet, die direkt im Reaktorbetrieb liefen. Gleichzeitig knüpfte man an Lieferungen für andere Kernkraftwerke ähnlichen Typs an.
Teil des umfangreichen Genehmigungsverfahrens war auch eine detaillierte Sicherheitsbewertung. Experten bewerteten fast zwei Jahre lang das Verhalten des Brennstoffs im Normalbetrieb unter Sicherheitsaspekten, seine Kompatibilität mit dem Reaktor sowie die Art der Handhabung und Lagerung.

Die Brennelemente von Westinghouse befinden sich bereits auf dem Kraftwerksgelände. Nach der Übernahme durchliefen sie eine Reihe von Kontrollen, die ihren technischen Zustand und die Einhaltung der Anforderungen für eine sichere Nutzung überprüften.
„Das erste Einbringen des neuen Brennstoffes planen wir noch in diesem Jahr während der geplanten Abschaltung des ersten Blocks in Temelín. Und gleichzeitig werden wir mit der Vorbereitung der Lizenzierung auch für die Brennelemente von Dukovany fortfahren“, fügt Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Direktor der Division Kernenergie, hinzu.

Die Stärkung der Energiesicherheit gehört zu den wichtigsten strategischen Zielen der ČEZ-Gruppe. Die Kombination mehrerer Lieferanten und strategischer Reserven an Kernbrennstoff verringert die Risiken im Zusammenhang mit eventuellen Lieferausfällen erheblich.

Die ČEZ-Gruppe hat in den letzten Jahren schrittweise auf längere Brennstoffzyklen umgestellt. In Dukovany ist seit dem Jahr 2024 ein 16-monatiger Zyklus Standard. Temelín wird in diesem Jahr den Übergang zu einem 18-monatigen Brennstoffzyklus abschließen. Der längere Betrieb zwischen den Abschaltungen erhöht die Stromproduktion und trägt zu einer höheren Effizienz des Betriebs beider Kraftwerke bei.

Die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany sind wichtige tschechische Quellen für emissionsfreien Strom. Ihre Produktion deckt derzeit rund 40 % des tschechischen Stromverbrauchs.

Seit Jahresbeginn hat das Kraftwerk Temelín 11,5 Terawattstunden Strom erzeugt. Zusammen mit Dukovany handelt es sich um Quellen, die die größte Menge an sauberer elektrischer Energie produzieren und somit erheblich zur emissionsfreien Erzeugung der ČEZ-Gruppe beitragen. Jährlich werden dank der Kernkraftwerke rund zwanzig Millionen Tonnen CO2 nicht in die Atmosphäre freigesetzt.

Autor: Ladislav Kříž, Pressesprecher von ČEZ
Quelle: https://zpravy.kurzy.cz/874124-cez-zisk ... -temelina/
/gr/



Das Atomkraftwerk Temelín kann russischen Brennstoff ersetzen
10.09.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 2

Das Kernkraftwerk Temelín darf künftig neuen Brennstoff des US-Unternehmens Westinghouse einsetzen. Der Energiekonzern ČEZ hat dafür die Genehmigung des Staatlichen Amtes für nukleare Sicherheit (SÚJB) erhalten. Das teilte ČEZ gestern mit.
Bisher verwendet das Kraftwerk Brennstoff des russischen Herstellers TVEL.

Die Energieexperten planen nun, die neuen Brennelemente während der turnusmäßigen Abschaltung Ende dieses Jahres in den Reaktor des ersten Blocks einzusetzen, teilte ČEZ mit.
Auch das Kernkraftwerk Dukovany soll auf neuen Brennstoff umgestellt werden.

Das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit (SUJB) erteilte die Genehmigung nach einem mehrjährigen Prozess der Vorbereitung, Erprobung und Sicherheitsanalysen.
Die neuen Brennelemente befinden sich bereits auf dem Gelände des Kernkraftwerks. Nach ihrer Übernahme wurden sie einer Reihe von Kontrollen unterzogen, bei denen sowohl ihr technischer Zustand als auch die Einhaltung der Anforderungen für einen sicheren Einsatz überprüft wurden.
„Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Energiesicherheit der Tschechischen Republik und zur Diversifizierung der Lieferanten von Kernbrennstoff“, sagte ČEZ-Vorstandsvorsitzender Daniel Beneš gestern.
(ČTK)
/gr/



Größte Google-Investition in Europa: In Finnland setzt der Konzern auf Kernenergie
Autoren: Lenka Rauerová, Vojtěch Scheinost
9. September 2026, Novinky.cz

Mit Kernenergie betriebene Rechenzentren plant der US-Konzern Google in Finnland. Das Unternehmen will in dem nordischen Land mindestens 13 Milliarden Euro in die Entwicklung künstlicher Intelligenz investieren, umgerechnet rund 316 Milliarden tschechische Kronen. Zudem hat Google erstmals außerhalb der USA einen Vertrag über den Bezug von Kernenergie abgeschlossen. Das Unternehmen bezeichnete den Schritt als seine bislang größte Einzelinvestition in Europa.
Im Rahmen des auf 22 Jahre geschlossenen Vertrags wird Google bis zu die Hälfte der Leistung eines der beiden finnischen Kernkraftwerke abnehmen – konkret des Kernkraftwerks Loviisa im Süden des Landes, das vom Energieunternehmen Fortum betrieben wird. Darüber berichteten das finnische Nachrichtenportal Yle und die Nachrichtenagentur Reuters.
„Dies ist Googles allererste Vereinbarung über Kernenergie außerhalb der USA“, sagte die Investmentchefin des US-Technologiekonzerns, Ruth Porat, vor Journalisten. Nach der Nachricht legten die Aktien von Fortum um 10 Prozent zu, während der Helsinkier Börsenindex lediglich um 1,4 Prozent stieg.
Kernenergie als Quelle großer Mengen CO₂-armer Elektrizität gehört zu den wichtigsten Gründen, warum sich auch andere Unternehmen wie Microsoft oder TikTok für Finnland als Standort für Rechenzentren entscheiden. Sie ermöglicht es den Unternehmen, die Kosten niedrig zu halten und gleichzeitig ihre Klimaziele zu erreichen.

Größte europäische Investition in künstliche Intelligenz….
Es handelt sich um die bislang größte Investition in künstliche Intelligenz in Europa. Google ist seit dem Jahr 2009 in Finnland tätig. Damals kaufte das Unternehmen in der Stadt Hamina östlich von Helsinki eine ehemalige Papierfabrik und wandelte sie in ein Rechenzentrum um. Nun plant Google, die Anlage zu erweitern und weitere Rechenzentren in anderen Städten zu errichten.
Die Investition soll der finnischen Wirtschaft in den Jahren 2027 und 2028 rund 3,6 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 75,2 Milliarden tschechische Kronen, einbringen. Nach Angaben von Porat könnte die Bauphase in Finnland mehr als 37.000 Arbeitsplätze schaffen. Nach der Inbetriebnahme sollen die Rechenzentren Tausende langfristige Arbeitsplätze bieten.
„Von der Investition werden zudem erhebliche Steuereinnahmen für die Kommunen und den Staatshaushalt erwartet“, sagte der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo. Die Ansiedlung von Investitionen in Rechenzentren gehört zu den Prioritäten seiner Regierung. Finnland kämpft seit Längerem mit einer rekordhohen Arbeitslosigkeit und einem langsamen Wirtschaftswachstum, wie die Nachrichtenagentur AFP hervorhob.

Google gehört zur Alphabet-Gruppe, die ihre weltweiten Investitionen in diesem Jahr auf 195 bis 205 Milliarden US-Dollar erhöht hat. Damit soll die wachsende Nachfrage nach Rechenkapazitäten gedeckt werden.
Regierungen weltweit begrüßen solche Investitionen in der Regel als Wachstumsmotor. Gleichzeitig stehen die Technologiekonzerne seit Langem in der Kritik, weil sie Gewinne in Länder mit niedrigeren Steuern verlagern.
Google zahlte beispielsweise im vergangenen Jahr in Tschechien lediglich rund 18 Millionen tschechische Kronen Körperschaftsteuer, da ein großer Teil der Werbeeinnahmen über ausländische Tochtergesellschaften abgerechnet wird.
Foto: Das Kernkraftwerk Loviisa im Süden Finnlands

Quelle: https://www.novinky.cz/clanek/ekonomika ... i-40596813
/gr/



Vietnams Pläne für die Kernenergie: KEPCO verhandelt über das Kraftwerk Ninh Thuan 2
Libor Láník, 10. September 2026, oenergetice.cz

Vietnam setzt die Wiederbelebung seiner Pläne zum Ausbau der Kernenergie fort. Nachdem das Land beschlossen hat, eines der geplanten Projekte dem russischen Staatskonzern Rosatom anzuvertrauen, sucht es nun einen ausländischen Partner für das zweite Kernkraftwerk, Ninh Thuan 2.
Dabei rückt erneut die südkoreanische Korea Electric Power Corporation (KEPCO) in den Mittelpunkt. Deren Präsident Kim Dong-cheol traf sich diese Woche in Seoul mit dem Chef des vietnamesischen staatlichen Energieunternehmens Petrovietnam, Le Manh Cuong. Darüber berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Bei den Gesprächen ging es vor allem um eine weitere Zusammenarbeit im Nuklearsektor, den Austausch technischer Erfahrungen sowie mögliche Investitionen und Finanzierungsmodelle für künftige Projekte. KEPCO gehört zu den potenziellen Partnern für das Projekt Ninh Thuan 2, das von Petrovietnam betreut wird. Für eine Beteiligung des südkoreanischen Unternehmens sprechen auch die von beiden Ländern in jüngerer Vergangenheit unterzeichneten Memoranden of Understanding.
Die Vorbereitungen für das Projekt laufen unterdessen weiter. Nach Angaben von Petrovietnam sind bereits rund 97,5 Prozent der für die Umsetzung benötigten Grundstücke geräumt worden. Die verbleibenden Arbeiten sollen in naher Zukunft abgeschlossen werden.
Das Kraftwerk soll Teil der umfassenderen Rückkehr Vietnams zur Kernenergie sein. Das Land verspricht sich davon eine stabile Stromquelle für seine schnell wachsende Wirtschaft.
Vietnam hatte bereits vor mehr als zehn Jahren den Ausbau der Kernenergie geplant. Konkrete Projekte wurden nach dem Jahr 2010 vorbereitet. Im Jahr 2016 setzte die Regierung ihre Umsetzung jedoch wegen Bedenken hinsichtlich der hohen wirtschaftlichen Kosten aus. Erst m Jahre 2024 beschloss Hanoi, sein Nuklearprogramm wiederzubeleben.

Bei Ninh Thuan 1 setzt das Land inzwischen auf den russischen Staatskonzern Rosatom. Vietnam und Russland haben kürzlich ein neues zwischenstaatliches Abkommen unterzeichnet, das den Bau von zwei VVER-1200-Reaktorblöcken mit einer Gesamtleistung von 2,4 GW ermöglichen soll.
Konkrete Angaben zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der beiden Blöcke oder zu den voraussichtlichen Kosten wurden bislang allerdings nicht veröffentlicht. Das im vergangenen Jahr formulierte Ziel, das Projekt bis zum Jahr 2030 fertigzustellen, bleibt daher weiterhin unsicher.
Beim zweiten Projekt hatte Vietnam ursprünglich mit einer Beteiligung Japans gerechnet. Japan zog sich jedoch wegen des aus seiner Sicht zu kurzen Zeitrahmens für die Umsetzung aus dem Projekt zurück. Hanoi begann daraufhin mit der Suche nach neuen Partnern. Neben Südkorea haben auch die französische und die US-amerikanische Industrie Interesse an vietnamesischen Nuklearprojekten bekundet.
Nach Jahren, in denen Vietnam sein Nuklearprogramm immer wieder aufgeschoben hatte, kehren die einzelnen Projekte damit allmählich auf die politische Agenda zurück. Während bei Ninh Thuan 1 Russland die führende Rolle übernimmt, bleibt beim zweiten Projekt die Entscheidung offen. KEPCO gehört derzeit zu den ernsthaftesten Interessenten.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nh-thuan-2
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von reevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 11.9.2026:

Inhalt:
Interesse an Nuklearfächern wächst: SMR und neue Reaktoren locken Studierende.
Sicherheitsbehörde genehmigt neuen Brennstoff für Temelín, ČEZ plant erste Beladung noch in diesem Jahr.
ČEZ will Solarleistung deutlich ausbauen, auch Batteriespeicher sind geplant.
Vietnams Pläne für die Kernenergie: KEPCO verhandelt über das Kraftwerk Ninh Thuan 2.
Das Versenden dieser Nachricht war für uns wichtig: Atommül-Endlager und Warnung für künftige Generationen

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Interesse an Nuklearfächern wächst: SMR und neue Reaktoren locken Studierende
10.9.2026 oEnergetice.cz, ČTK

Die geplanten Neubauten von Kernreaktoren in den Kraftwerken Dukovany und Temelín sowie von kleinen modularen Reaktoren (SMR) in Tschechien steigern das Interesse der Studierenden an der Nukleartechnik. Dies zeigt sich bereits an den – bislang noch leicht – steigenden Studierendenzahlen in Masterstudiengängen mit Schwerpunkt Kernenergie. An der Tschechischen Technischen Universität (ČVUT) in Prag, sowohl an der Fakultät für Maschinenbau als auch an der Fakultät für Nuklearwissenschaften und Physikalische Ingenieurwissenschaften, an der Technischen Universität Brünn (VUT), an der Westböhmischen Universität (ZČU) sowie an der Technischen Universität Ostrava (VŠB) studieren derzeit mehrere Dutzend angehende Ingenieure. Tschechien würde jedoch Hunderte bis Tausende von Fachkräften benötigen. Das sagte Jan Zdebor, der in Pilsen und Prag lehrt und als wissenschaftlicher Leiter der internationalen Konferenz „Jaderné dny“ (Nukleartage) fungiert, gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.
„Für die systematische Förderung der nuklearen Ausbildung wird alles Erdenkliche getan – einiges an den Universitäten, inzwischen auch an den Fachmittelschulen Schulen sowie auf staatlicher Ebene und bei großen Arbeitgebern wie ČEZ“, sagte er.
Nach Zdebors Einschätzung erlebt das vor 21 Jahren gegründete Netzwerk CENEN derzeit vor allem dank der Hochschulen eine Art Wiederbelebung. Ihm gehören Bildungs-, Forschungs- und Industrieeinrichtungen aus den Bereichen Nukleartechnik und Kernenergie in Tschechien an. CENEN ist ein Ableger des europäischen Netzwerks ENEN. „Für die Renaissance der Kernenergie in Tschechien brauchen wir ein funktionierendes CENEN“, sagte Zdebor.
Um das Interesse an dem Fachgebiet neu zu wecken, müsse man nach Zdebors Ansicht nicht nur Kinder, sondern auch ihre Eltern überzeugen. „Man muss ihnen vermitteln, dass der Bereich aus allen möglichen Perspektiven attraktiv ist – nicht nur wegen der guten Beschäftigungsmöglichkeiten und der Aussicht auf eine qualifizierte berufliche Entwicklung, ein gutes Gehalt und interessante Arbeit, sondern auch, weil es sich um ein gesellschaftlich anerkanntes Fachgebiet handelt. Und das war hier über viele Jahre nicht der Fall.“
In der Zeit nach der politischen Wende von 1989 sei die technische Ausbildung zurückgedrängt worden, während geisteswissenschaftliche Fächer bevorzugt worden seien. „Jetzt haben wir zwar viele Philosophen, aber die technischen Studiengänge sind auf das Abstellgleis des Desinteresses geraten, und das ist falsch“, sagte Zdebor.
Aus einem technischen Ingenieur könne seiner Ansicht nach ein sehr guter Geschäftsmann, Lehrer oder Ökonom werden. Umgekehrt funktioniere das jedoch nicht – ein Philosoph oder Politikwissenschaftler könne nicht ohne Weiteres zum technischen Ingenieur werden.

Im Mittelpunkt der Konferenz „Nuklartage / Jaderné dny“ in Pilsen standen die Energieautonomie Europas, die Renaissance der Kernenergie, modulare Reaktoren sowie die Ausbildung von Fachkräften. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass die Kernenergie das Potenzial habe, zum Rückgrat der europäischen Energieversorgungssouveränität und zu einem Motor der Industrie zu werden. Auch für die tschechische Regierung hat sie Priorität.
Das Ministerium für Industrie und Handel weist jedoch wiederholt auf einen künftig gravierenden Fachkräftemangel in den Kernkraftwerken und bei deren Zulieferern hin. Für den Bau der neuen Reaktoren in Dukovany und einen möglichen künftigen Ausbau des Kraftwerks Temelín werden Tausende von Fachkräften benötigt, die in Tschechien bislang fehlen. Die technischen Hochschulen bereiten sich intensiv darauf vor.
Die Westböhmische Universität (ZČU) bildet an drei Fakultäten Fachkräfte für die Energiewirtschaft aus – an der Fakultät für Maschinenbau, der Fakultät für Elektrotechnik und der Fakultät für angewandte Wissenschaften. Seit dem Jahr 1963 werden an der Fakultät für Maschinenbau Ingenieure in einem Studiengang mit Schwerpunkt auf dem Bau kerntechnischer Anlagen ausgebildet.
Die Absolventen hätten hervorragende Berufsaussichten, da sie sowohl in einem Industrieunternehmen wie dem Pilsener Unternehmen Škoda JS als auch in einem Kraftwerk oder in der öffentlichen Verwaltung arbeiten könnten, sagte Zdebor.
„Derzeit bieten wir den Studiengang Management des Nuklearingenieurwesens an. Dank unserer Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) haben wir eine Art Controlling durchlaufen und erfüllen die Anforderungen an einen umfassend ausgebildeten Ingenieur, der in der Lage ist, in unterschiedlichen Bereichen eines Kernkraftwerks aktiv tätig zu sein“, sagte Jana Jiřičková, Expertin für die Ausbildung im Bereich Kernenergie an der elektrotechnischen Fakultät der ZČU.
Die Absolventen sollen Kenntnisse in Technik, Management und Recht erwerben. Nach Angaben Jiřičkovás hat die Hälfte der Studierenden bereits vor dem Abschluss eine Arbeitsstelle sicher. Die ZČU bietet in diesem Bereich auch Umschulungsprogramme an.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... i-studenty
/gr/



Sicherheitsbehörde genehmigt neuen Brennstoff für Temelín, ČEZ plant erste Beladung noch in diesem Jahr
10.9.2026 oEnergetice.cz, ČTK

Das Kernkraftwerk Temelín darf künftig neuen Brennstoff des US-Unternehmens Westinghouse einsetzen. Der tschechische Energiekonzern ČEZ hat dafür die Genehmigung der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB) erhalten. Die Energieexperten planen nun, die neuen Brennelemente während der planmäßigen Abschaltung Ende dieses Jahres in den Reaktor des ersten Blocks einzusetzen. Das teilte ČEZ heute in einer Pressemitteilung der Nachrichtenagentur ČTK mit. Bislang verwendet das Kraftwerk Brennstoff des russischen Herstellers TVEL. Auch das Kernkraftwerk Dukovany soll auf einen neuen Brennstofflieferanten umgestellt werden.
Die Behörde erteilte die Genehmigung nach einem mehrjährigen Prozess aus Vorbereitungen, Tests und Sicherheitsanalysen. Die neuen Brennelemente befinden sich bereits auf dem Kraftwerksgelände. Nach ihrer Übernahme wurden sie einer Reihe von Kontrollen unterzogen, bei denen sowohl ihr technischer Zustand als auch ihre Übereinstimmung mit den Anforderungen an einen sicheren Betrieb überprüft wurden.
„Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit der Tschechischen Republik und zur Diversifizierung der Lieferanten von Kernbrennstoff. Darüber hinaus verfügen wir in beiden unseren Kernkraftwerken über strategische Brennstoffreserven“, sagte ČEZ-Vorstandsvorsitzender und CEO Daniel Beneš.

Mit dem Ziel, unabhängiger von einem einzelnen Lieferanten zu werden, begann ČEZ bereits Ende des vergangenen Jahrzehnts mit der Erweiterung des Kreises seiner Brennstofflieferanten. Neben dem US-Unternehmen Westinghouse, das bereits die ersten Brennelemente für Dukovany geliefert hat, hat ČEZ für Temelín auch einen Vertrag mit dem französischen Unternehmen Framatome abgeschlossen.
Der neue Brennstoff ist für die Techniker in Temelín nicht völlig unbekannt. Bereits in den vergangenen Jahren hat das Kraftwerk mehrere Test-Brennelemente von Westinghouse erfolgreich erprobt, die direkt im Reaktor im Einsatz waren. Dabei konnte ČEZ zugleich auf Erfahrungen mit Lieferungen für weitere Kernkraftwerke desselben Reaktortyps zurückgreifen.
Ein Teil des Genehmigungsverfahrens war unter anderem eine detaillierte Sicherheitsbewertung. Nach Angaben von ČEZ untersuchten Experten fast zwei Jahre lang das Verhalten des Brennstoffs im Normalbetrieb, seine sicherheitstechnischen Eigenschaften, seine Kompatibilität mit dem Reaktor sowie die Verfahren für seine Handhabung und Lagerung.

„Die erste Beladung mit dem neuen Brennstoff planen wir noch in diesem Jahr während der regulären Abschaltung des ersten Blocks in Temelín. Gleichzeitig werden wir mit der Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens für die Brennelemente in Dukovany beginnen“, sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Leiter der Sparte Kernenergie.
Auch das Kernkraftwerk Dukovany bereitet sich auf die Umstellung auf neuen Brennstoff vor. Die ersten Brennelemente von Westinghouse hatte das Kraftwerk bereits im vergangenen Jahr übernommen. Derzeit testen die Energieexperten dort den neuen Brennstoff.
ČEZ kündigte zudem in diesem Jahr an, gemeinsam mit dem französischen Unternehmen Framatome und weiteren europäischen Betreibern an der Entwicklung einer neuen Generation von Brennelementen für Reaktoren des in Dukovany eingesetzten Typs zusammenzuarbeiten.
Im südböhmischen Temelín sind derzeit zwei Kernreaktoren in Betrieb, jeweils mit einer Leistung von rund 1.000 Megawatt (MW). Seit Beginn dieses Jahres haben sie bislang rund 12 Terawattstunden Strom erzeugt.
Weitere vier Kernreaktoren befinden sich in Dukovany. Jeder von ihnen verfügt über eine Leistung von 510 MW.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... este-letos
/gr/



ČEZ will Solarleistung deutlich ausbauen, auch Batteriespeicher sind geplant
oEnergetice.cz, ČTK
9. September 2026

Der Energiekonzern ČEZ will in den kommenden Jahren den Ausbau von Solarkraftwerken deutlich beschleunigen. Im kommenden Jahr sollen Anlagen mit einer Leistung von 200 Megawatt (MW) in Betrieb gehen, im Jhre 2028 dann Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 500 MW. Dabei will sich das Unternehmen unter anderem auf große Solarparks konzentrieren. Bis zum Ende des Jahrzehnts will ČEZ bis zu 40 Milliarden Kronen (CZK) in erneuerbare Energien investieren. Darüber informierte das Unternehmen heute die tschechische Nachrichtenagentur ČTK. In diesem Jahr hat ČEZ bislang fünf neue Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 23 MW in Betrieb genommen. Bis Ende dieses Jahres soll das Photovoltaik-Portfolio von ČEZ insgesamt eine Leistung von 240 MW erreichen.
„Wir schaffen es, jedes Jahr neue Photovoltaikanlagen in Betrieb zu nehmen und die Stromerzeugung aus Sonnenenergie zu steigern. Photovoltaik trägt dazu bei, die Produktion anderer emissionsfreier Energiequellen zuverlässig zu ergänzen und den Wandel des tschechischen Energiemixes voranzutreiben. Eine deutliche Beschleunigung des Ausbaus erwarten wir in den Jahren 2027 und 2028, wenn neue Projekte eine Leistung von mehreren hundert Megawatt bereitstellen werden“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von ČEZ, Pavel Cyrani.
Seit Beginn dieses Jahres hat ČEZ Solarkraftwerke an den Standorten Nákladka, Vajmanka, Chladicí věže, Vlečka sowie Osek bei Rokycany in Betrieb genommen. Für die kommenden Jahre bereitet ČEZ Projekte für große Solarparks mit Leistungen im zweistelligen Megawattbereich vor. Dazu gehören beispielsweise ein Photovoltaikpark auf dem Gelände des Tagebaus Nástup Tušimice mit einer Gesamtleistung von mehr als 100 MW sowie die Photovoltaikanlage Prunéřov Letiště mit einer Leistung von mehr als 80 MW.
Die Anlagen sollen auf rekultivierten Flächen ehemaliger Bergbaugebiete und auf Abraumhalden zwischen den Kraftwerken Prunéřov und Tušimice entstehen. Ein Teil der großen Photovoltaikparks soll mit Batteriespeichersystemen kombiniert werden.

„Wir versuchen, Brachflächen möglichst umfassend zu nutzen. Industrie- und Energieareale mit bereits vorhandener Infrastruktur ermöglichen es uns zudem, sowohl den Bau selbst als auch den Anschluss der Anlagen an das Verteilnetz deutlich zu beschleunigen. Typische Beispiele dafür sind die Kraftwerke Nákladka, Vajmanka und Chladicí věže auf dem Gelände des Kraftwerks Ledvice in der Region Teplice“, erklärte Ondřej Douša, Generaldirektor von ČEZ Obnovitelné zdroje.
Der Ausbau der Solarenergie in Tschechien insgesamt hat sich zuletzt hingegen eher verlangsamt. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden 9364 Photovoltaikanlagen an die tschechischen Netze angeschlossen, rund 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die neu installierte Leistung ging auf 295 Megawatt (MW) zurück. Insgesamt gab es in Tschechien zur Jahresmitte 248.346 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 5,36 Gigawatt.

Quellle: https://oenergetice.cz/obnovitelne-zdro ... a-uloziste
/gr/


Vietnams Pläne für die Kernenergie: KEPCO verhandelt über das Kraftwerk Ninh Thuan 2
Libor Láník
10. September 2026, oenergetice.cz

Vietnam treibt die Wiederbelebung seiner Pläne zum Ausbau der Kernenergie weiter voran. Nachdem das Land beschlossen hat, eines der geplanten Projekte dem russischen Staatskonzern Rosatom anzuvertrauen, sucht es nun einen ausländischen Partner für das zweite Kraftwerk, Ninh Thuan 2. Wieder stärker in den Fokus rückt dabei die südkoreanische Korea Electric Power Corporation (KEPCO). Deren Präsident Kim Dong-cheol traf sich diese Woche in Seoul mit Le Manh Cuong, dem Chef des staatlichen vietnamesischen Energiekonzerns Petrovietnam. Darüber berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Bei den Gesprächen ging es vor allem um eine weitere Zusammenarbeit im Nuklearsektor, den Austausch technischer Erfahrungen sowie mögliche Investitionen und Finanzierungsmodelle für künftige Projekte. KEPCO gehört zu den potenziellen Partnern für das Projekt Ninh Thuan 2, für das Petrovietnam verantwortlich ist. Für die südkoreanische Seite sprechen unter anderem die von beiden Ländern in jüngerer Vergangenheit gemeinsam unterzeichneten Memoranden.
Die Vorbereitungen für das Projekt laufen unterdessen weiter. Nach Angaben von Petrovietnam sind bereits rund 97,5 Prozent der für die Umsetzung benötigten Grundstücke geräumt worden. Die verbleibenden Arbeiten sollen in naher Zukunft abgeschlossen werden. Das Kraftwerk ist Teil der umfassenderen Rückkehr Vietnams zu seinen Plänen für die Kernenergie. Das Land verspricht sich davon eine stabile Stromquelle für seine schnell wachsende Wirtschaft.
Vietnam hatte den Ausbau der Kernenergie bereits vor mehr als zehn Jahren geplant. Konkrete Projekte wurden nach dem Jahr im Jahre 2010 vorbereitet, doch 2016 setzte die Regierung deren Umsetzung wegen Bedenken hinsichtlich der hohen wirtschaftlichen Kosten aus. Erst im Jahre 2024 entschied sich Hanoi für die Wiederaufnahme seines Atomprogramms.
Bei Ninh Thuan 1 setzt das Land inzwischen auf den russischen Staatskonzern Rosatom. Vietnam und Russland haben vor Kurzem ein neues zwischenstaatliches Abkommen unterzeichnet, das den Bau von zwei VVER-1200-Reaktorblöcken mit einer installierten Gesamtleistung von 2,4 GW ermöglichen soll. Konkreter Termin für die Inbetriebnahme der Blöcke und deren voraussichtliche Kosten wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht. Das im vergangenen Jahr formulierte Ziel, das Projekt bis 2030 fertigzustellen, bleibt daher unsicher.
Beim zweiten Projekt hatte Vietnam ursprünglich mit einer Beteiligung Japans gerechnet. Japan zog sich jedoch wegen des zu kurzen Zeitrahmens für die Umsetzung aus dem Projekt zurück. Hanoi begann deshalb mit der Suche nach neuen Partnern. Neben Südkorea haben auch die französische und die US-amerikanische Nuklearindustrie Interesse an Atomprojekten in dem Land bekundet.
Nach Jahren, in denen Vietnam sein Atomprogramm immer wieder verschoben hatte, kehren die einzelnen Projekte damit schrittweise auf die politische Agenda zurück. Während bei Ninh Thuan 1 Russland den entscheidenden Partner stellt, bleibt beim zweiten Projekt die Auswahl noch offen. KEPCO gehört derzeit zu den ernsthaftesten Interessenten.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... nh-thuan-2
/gr/

Das Versenden dieser Nachricht war für uns wichtig
11.09.2026 Magazin Wired Autor: Jakub Žofčák

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen den Auftrag, eine Nachricht für jemanden zu verfassen, der sie erst in hunderttausend Jahren lesen wird. Sie wissen nicht, wie diese Person aussehen, kommunizieren oder denken wird. Wenn sie die Nachricht jedoch nicht versteht, wird sie mit ziemlicher Sicherheit sterben. Zur Lösung dieses Problems wurden auch Science-Fiction-Autoren hinzugezogen – doch mit Science-Fiction hat das Ganze nichts zu tun. Es handelt sich um ein reales Problem, mit dem man sich derzeit in Finnland beschäftigt.
Rein aus wirtschaftlicher Sicht hat die Kernenergie ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Sie gehört zu den saubersten Energiequellen. Es wird davon ausgegangen, dass Kernenergie über ihren gesamten Lebenszyklus rund 12 Gramm CO₂-Äquivalent pro erzeugter Kilowattstunde verursacht – etwa viermal weniger als Photovoltaikanlagen auf Dächern, 40-mal weniger als Erdgas und 68-mal weniger als Kohle. Sie ist zwar keine erneuerbare Energiequelle (Uran muss nach wie vor aus der Erde gewonnen werden), aber solange es uns noch nicht gelingt, Wind-, Solar- und Wasserkraft effizient zu nutzen, stellt sie eine durchaus brauchbare Lösung dar. Was den CO₂-Fußabdruck betrifft, ist nur Windenergie besser als Kernenergie.
Die Kernenergie hat allerdings drei wesentliche Nachteile. Erstens ist der Bau eines Kernkraftwerks enorm teuer (der Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany soll 400 Milliarden Kronen kosten, und selbst dieser Preis ist Experten zufolge erheblich zu niedrig angesetzt). Zweitens ist es keine gute Idee, Kernkraftwerke in Reichweite von Tsunami-Wellen oder in einem ideologischen Umfeld zu bauen, das Dilettantismus und Lügen belohnt. Und drittens entstehen bei der Erzeugung von Kernenergie als Nebenprodukt einige der giftigsten und gefährlichsten Stoffe, die die Menschheit je kennengelernt hat.
Während es uns in den vergangenen Jahrzehnten gelungen ist, die Wahrscheinlichkeit von Reaktorunfällen drastisch zu reduzieren, haben wir auf die Frage, was wir mit den 250.000 Tonnen hoch radioaktiven Abfalls anfangen sollen, noch keine zufriedenstellende Antwort.

Derzeit wird abgebrannter Kernbrennstoff, der sich nicht für andere Zwecke nutzen lässt (beispielsweise in der Medizin), zunächst fünf bis zehn Jahre lang in Wasserbecken direkt in den Kraftwerken gelagert. Anschließend kommt er für weitere Jahre in spezielle Lager, die jedoch ständig gewartet und mit Energie versorgt werden müssen und eine dauerhafte menschliche Überwachung erfordern.
Bei der überwiegenden Mehrheit des Kernbrennstoffs nimmt die Radioaktivität innerhalb weniger Jahrzehnte ab. Einige Prozent des Materials – bei jeder Tonne angereicherten Brennstoffs handelt es sich um einige Dutzend Kilogramm – bleiben jedoch für weitere Zehntausende Jahre hochradioaktiv.
Was also tun? Abenteuerliche Ideen wie der Transport des gefährlichen Abfalls mit Raketen in Richtung Sonne sind äußerst riskant. Wenn eine solche Rakete beispielsweise zehn Tonnen Abfall transportieren würde, müsste nur eine von 25.000 Raketen beim Start verunglücken, und wir könnten eine Fortsetzung der Miniserie Tschernobyl drehen. Auch die Einlagerung des Abfalls auf dem Meeresboden birgt ein zu hohes Risiko einer Umweltkontamination.
Eine tatsächlich endgültige Lösung haben die Finnen im bereits erwähnten Finnland entwickelt. Auf den ersten Blick wirkt sie geradezu absurd einfach: Die Brennstäbe aus den Kraftwerken werden in Stahlbehälter eingeschlossen, diese wiederum in Kupferkapseln eingeschlossen und das Ganze wird einen halben Kilometer tief unter der Erde vergraben.
Das fast zwei Milliarden Jahre alte finnische Granitgestein ist dafür ideal. Über einen Zeitraum von hunderttausend Jahren sind hier weder tektonische Bewegungen, Tsunamis, Vulkane noch andere geologische Aktivitäten zu erwarten, die Radioaktivität freisetzen könnten. Es handelt sich um eine der stabilsten Umgebungen auf dem Planeten, die weder überwacht noch ständig verwaltet werden muss. Es genügt, das Endlager bis zum Jahr 2100 mit Abfällen zu füllen, es zuzuschütten und seinem Schicksal zu überlassen.
Die größte Gefahr bleibt also der Mensch. Was, wenn wir in den nächsten Zehntausenden von Jahren vergessen, was wir unter der Erde vergraben haben, und anfangen, unsere Nase in Dinge zu stecken, die uns nichts angehen?
Also noch einmal: Wie schreibt man eine Nachricht für jemanden, der sie erst in hunderttausend Jahren lesen wird?

DIE BEREITS ERWÄHNTE FINNISCHE LÖSUNG heißt Endlager für abgebrannten Kernbrennstoff Onkalo. Es befindet sich in der Gemeinde Eurajoki im Westen Finnlands und wird zum Zeitpunkt, da dieser Artikel geschrieben wird, gerade in Betrieb genommen. Größere Bekanntheit erlangte Onkalo vor allem durch den hervorragenden Dokumentarfilm Into Eternity des Regisseurs Michael Madsen aus dem Jahr 2010. Der Film beginnt mit einem Monolog des Regisseurs:
„Jetzt bist du an einem Ort, an dem wir etwas vergraben haben, um dich zu schützen. Wir haben uns große Mühe gemacht, um sicherzustellen, dass wir dich geschützt haben. Wir möchten, dass du weißt, dass dieser Ort nicht gestört werden soll. Wir möchten, dass du weißt, dass dieser Ort nicht dafür bestimmt ist, dass du dort lebst. Wenn du diesen Ort meidest, bist du sicher. Wir nennen ihn Onkalo, was ‚verborgener Ort‘ bedeutet. Zu meiner Zeit ist er noch nicht fertiggestellt, obwohl die Arbeiten im 20. Jahrhundert begonnen haben, als ich noch ein Kind war. Die Arbeiten werden im 22. Jahrhundert abgeschlossen sein, lange nach meinem Tod. Onkalo muss 100.000 Jahre überdauern. Nichts, was der Mensch geschaffen hat, hat auch nur ein Zehntel dieser Zeit überdauert. Doch wir halten uns für eine sehr mächtige Zivilisation. Wenn wir Erfolg haben, wird Onkalo mit großer Wahrscheinlichkeit der älteste Beweis für unsere Zivilisation sein. Wenn du es irgendwann in ferner Zukunft findest – was würde das über uns aussagen?“
Veranschaulichen wir uns zunächst, was 100.000 Jahre überhaupt bedeuten. Die ägyptischen Pyramiden sind ungefähr 4.500 Jahre alt, die erste Schrift entstand vor etwa 5.500 Jahren, und erst vor rund 10.000 Jahren hörten die Menschen auf zu jagen und zu sammeln und begannen, Tiere zu züchten und Pflanzen anzubauen.
Das finnische Onkalo muss also zehnmal länger bestehen, als die Zeitspanne seit der neolithischen Revolution bis heute beträgt – und länger, als es den Homo sapiens in seiner heutigen Form gibt. Hunderttausend Jahre liegen schlicht außerhalb unseres Vorstellungsvermögens. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass über einen derart langen Zeitraum die Kontinuität der heutigen westlichen Zivilisation, unserer Sprache oder praktisch irgendetwas anderes, das mit unserer Kultur verbunden ist, erhalten bleibt.
Das Römische Reich – vermutlich die erfolgreichste und mächtigste Zivilisation, die jemals den Planeten Erde beherrschte – blieb nur einige hundert Jahre an der Macht. Selbst Institutionen, die Informationen äußerst erfolgreich über lange Zeiträume an zukünftige Generationen weitergegeben haben, wie etwa die katholische Kirche durch religiöse Texte, existieren erst seit wenigen tausend Jahren.
Wir können uns also weder auf Sprache noch auf Symbole oder Kultur verlassen. Auf eines können wir uns jedoch hundertprozentig verlassen: auf die menschliche Neugier. Sie hat der Menschheit dabei geholfen, den Planeten zu beherrschen und letztlich auch die Kernenergie zu entdecken.
Wenn also jemand in 40.000 Jahren auf mysteriöse, tausende Jahre alte, versiegelte Behälter stößt, die einen halben Kilometer unter der Erde liegen, können wir beinahe mit Sicherheit davon ausgehen, dass er anfangen wird zu graben – und dabei tödliche Radioaktivität freisetzt.

Der Ökonom Tyler Cowen fasst dieses Problem mit den Worten der Autorin Alexandra Erin zusammen: „Stellen Sie sich eine Warnung vor, die auf einem ägyptischen Grab angebracht wäre und Howard Carter davon abhalten sollte, es zu öffnen.“
Diese Frage ist keineswegs neu. Linguisten haben sie sich bereits vor vierzig Jahren gestellt. Die deutsche Zeitschrift für Semiotik – eine Fachzeitschrift für Semiotik, also die Lehre von Zeichensystemen – warf 1982 und 1983 folgende Frage auf: „Wie könnte man unsere Nachkommen in den nächsten 10.000 Jahren über den Ort der Lagerung und die Gefahren radioaktiver Abfälle informieren?“
Die Zeitschrift erhielt zwölf Antworten, von denen einige geradezu legendär wurden.
Thomas Sebeok, ein ursprünglich aus Ungarn stammender Linguist, lehnte gleich zu Beginn die Verwendung von Tonaufnahmen oder allem anderen ab, was eine kontinuierliche Energieversorgung benötigt. Über einen derart langen Zeitraum verlieren selbst grundlegende Piktogramme ihre Bedeutung.
Was bedeutet beispielsweise ein Totenkopf mit gekreuzten Knochen? Schon heute hat dieses Zeichen mehrere Bedeutungen – Piraterie, Gift, Tod, Halloween … Und wer weiß, was es in 10.000 Jahren bedeuten wird?
Sebeok schlug stattdessen vor, sich auf Rituale und Mythen zu verlassen, die mithilfe einer neu geschaffenen Religion – einer „atomaren Priesterschaft“ (atomic priesthood) – entwickelt werden sollten.
An der Spitze dieser Religion sollten ausgewählte Experten stehen, deren Aufgabe es wäre, durch Rituale Informationen über die Lagerung von Atommüll, verbotene Zonen und die Auswirkungen von Strahlung auf den Menschen weiterzugeben. Ähnlich wie die katholische Kirche durch Mythen und heilige Texte Gläubigen beispielsweise eine Abneigung gegen Unzucht vermittelt hat.



Ein BBC-Artikel aus dem Jahr 2020 erwähnt, dass die US-amerikanischen Künstler Bryan McGovern Wilson und Robert Williams für die Priester dieses Ordens Gewänder entworfen haben, die von der Kleidung des „Vaters der Atombombe“, Robert Oppenheimer, inspiriert waren.
Die Idee einer atomaren Religion stößt allerdings auf dieselben Probleme, mit denen auch etablierte Religionen zu kämpfen haben – insbesondere die Gefahr des Missbrauchs von Hierarchien oder der Konzentration von Macht.

Der polnische Science-Fiction-Autor Stanisław Lem schlug vor, DNA als Informationsmedium zu nutzen. Über dem Endlager sollten „atomare Blumen“ gepflanzt werden, deren DNA Informationen über den radioaktiven Abfall und dessen Lagerstätte enthalten würde – natürlich erst, sobald dies technologisch möglich wäre.
Darüber hinaus schlug Lem vor, einen speziellen Satelliten in eine Umlaufbahn zu bringen, der diese Informationen noch Tausende von Jahren zur Erde übertragen würde.
Eine etwas nüchternere Idee hatte der ungarische Semiotiker Vilmos Voigt. Er schlug vor, Warnungen in der heutigen Sprache direkt über dem Ort der Abfalllagerung anzubringen und diese Inschriften nach einer gewissen Zeit in die dann aktuelle Sprache zu übersetzen und auf Hinweistafeln in immer größer werdenden Kreisen um den Lagerort herum anzubringen – ohne die alten Inschriften zu entfernen.
So würde die Warnung auch in Zukunft trotz des Sprachwandels verständlich bleiben und regelmäßig aktualisiert werden.

Der wohl bekannteste Vorschlag aus dieser Zeit sind jedoch die Strahlenkatzen (ray cats).
Die Philosophinnen Françoise Bastide und Paolo Fabbri gingen davon aus, dass man bei einer Sache mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen könne, dass Menschen auch in Zukunft Katzen halten würden. Sie schlugen deshalb vor, die DNA von Katzen so zu verändern, dass die Tiere in Gegenwart von Radioaktivität ihre Farbe verändern.
Diese genetische Mutation sollte durch Märchen und Mythen ergänzt werden, die diese besondere Fähigkeit der Katzen im kollektiven Bewusstsein verankern würden – ähnlich wie bei Sebeoks Vorschlag. Die Menschen sollten dadurch dazu gebracht werden, schleunigst das Weite zu suchen, sobald ihre Katze ihre Farbe verändert.
Im Jahr 2014 griffen die Macher des Podcasts 99% Invisible diese Idee auf. Sie beauftragten den Musiker Emperor X mit einem Lied, das „so eingängig und nervig sein sollte, dass es 10.000 Jahre lang von Generation zu Generation weitergegeben wird“.
Ob das gelungen ist, können Sie selbst auf YouTube beurteilen. Suchen Sie nach dem Titel 10,000-Year Earworm to Discourage Settlement Near Nuclear Waste Repositories (Don’t Change Color, Kitty).
Sie wurden gewarnt.


ZEHN JAHRE NACH DER SEMIOTISCHEN DISKUSSION über atomare Blumen und Strahlenkatzen entstand der sogenannte Sandia Report. Er untersuchte den Einsatz nuklearer Semiotik für die praktischen Anforderungen der Kennzeichnung und Warnung vor Orten, an denen in den USA radioaktiver Abfall gelagert wird.
Zu diesen Orten gehört unter anderem das Endlager Waste Isolation Pilot Plant (WIPP) in New Mexico in der Nähe der Stadt Carlsbad, die nach Karlsbad – dem heutigen Karlovy Vary – benannt wurde.
Der Sandia Report unterscheidet vier grundlegende Ebenen der zu übermittelnden Botschaft:
Erstens: Hier befindet sich etwas, das von Menschen geschaffen wurde.
Zweitens: Dieses von Menschen geschaffene Objekt ist gefährlich.
Drittens: Worum handelt es sich, wann wurde es geschaffen, von wem, wie und warum?
Und viertens: konkrete, detaillierte Informationen einschließlich Texten, Aufzeichnungen oder Bildern.

Da weder die Sprache noch die Art der Kommunikation der Menschen in einigen Zehntausend Jahren bekannt sein wird, schlägt der Bericht eine feindselig wirkende Architektur vor: riesige Landschaften voller Dornen, Stacheln oder Ruinen, die Verfall und Gefahr vermitteln sollen, kombiniert mit Piktogrammen – beispielsweise einem verzerrten Gesicht nach dem Vorbild von Edvard Munchs Der Schrei – und schriftlichen Warnungen.
Was die Gestaltung des Geländes über dem Endlager WIPP betrifft, setzte sich schließlich ein relativ konservativer Entwurf durch.
Über der eigentlichen Anlage wird ein etwa zehn Meter hoher Hügel mit einer quadratischen Grundfläche von rund 900 Metern Seitenlänge errichtet. In seinem Fundament werden 294 Metalltafeln angebracht, die grundlegende Warnungen über die unterirdisch gelagerten Materialien enthalten – in sieben Weltsprachen.
Unter diesem Hügel werden sich zwei weitere „Informationszentren“ befinden, in denen detaillierte Informationen über die gesamte Anlage in Granitblöcke eingemeißelt werden.
Vor allem aber brachte der Sandia Report einen inzwischen berühmten Text hervor, der die wichtigsten Informationen zusammenfasst, die ein zukünftiger Besucher dieses Ortes verstehen sollte.
An der Entstehung dieses Textes waren – ähnlich wie bei der Umfrage der Zeitschrift für Semiotik – Menschen aus unterschiedlichsten Fachgebieten beteiligt: Historiker, Zukunftsforscher, Ökonomen, Juristen, Physiker, Soziologen, Geografen, Politikwissenschaftler und andere. Sie versuchten vorherzusagen, warum jemand in 10.000 Jahren mitten in der Wüste fünfhundert Meter tief graben sollte:
„Dieser Ort ist eine Botschaft … und Teil eines Systems von Botschaften … schenken Sie ihm Aufmerksamkeit!
Das Versenden dieser Nachricht war für uns wichtig. Wir hielten uns für eine mächtige Kultur.
Dieser Ort ist kein bedeutender Ort … hier wird an keine hoch angesehene Tat erinnert … hier gibt es nichts Wertvolles.
Was sich hier befindet, war für uns gefährlich und abstoßend.
Diese Botschaft ist eine Warnung vor einer Gefahr.
Diese Gefahr befindet sich an einem bestimmten Ort … sie nimmt zu, je näher man dem Zentrum kommt … das Zentrum der Gefahr befindet sich hier … sie hat eine bestimmte Größe und Form und liegt unter uns.
Diese Gefahr ist auch in eurer Zeit noch vorhanden, ebenso wie in unserer.
Diese Gefahr wirkt auf den menschlichen Körper und kann töten.
Die Form dieser Gefahr ist die Abgabe von Energie in Form von Strahlung.
Diese Gefahr wird nur freigesetzt, wenn ihr diesen Ort erheblich physisch stört.
Es ist am besten, diesen Ort verlassen und unbewohnt zu lassen.“

Zur Sprachbarriere fügt der bereits erwähnte Ökonom Tyler Cowen noch eine weitere Bemerkung hinzu: Das Problem, einer hochentwickelten Zivilisation Informationen zu vermitteln, ist durchaus lösbar, sofern diese Zivilisation ein wenig Geduld besitzt.
Man müsste ihr die Informationen lediglich in einfachem Englisch zur Verfügung stellen und gleichzeitig genügend englischen Text liefern, damit sie die Sprache entschlüsseln kann.
Handelt es sich dagegen um eine postapokalyptische Zivilisation à la Mad Max, wäre die Sprachbarriere ohnehin kein so großes Problem – denn eine solche Zivilisation würde sich wahrscheinlich gar nicht fünfhundert Meter tief in die Erde vorarbeiten.
Zu einer ähnlichen Erkenntnis kommt der Designprofessor und YouTuber John Mauriello. Er erinnert an die Geschichte des Sultans Al-Aziz Uthman, der sich Ende des 12. Jahrhunderts entschloss, die Großen Pyramiden von Gizeh abzureißen.
Nach acht Monaten war es ihm lediglich gelungen, die kleinste der Pyramiden geringfügig zu beschädigen. Schließlich gab er sein Vorhaben auf.
Die Lehre daraus lautet: Wenn man möchte, dass etwas 5.000 Jahre lang Bestand hat, sollte man es so bauen, dass es zu teuer wäre, es zu zerstören.

Was nukleare Endlager betrifft, schlägt Mauriello deshalb vor, künftige Archäologen und Neugierige mit einem langweiligen bürokratischen System abzuschrecken – mit Registrierungen, Formularen, Akten und immer wiederkehrenden Verwaltungsverfahren.
Tatsache bleibt jedoch, dass keine Methode der Nachrichtenübermittlung ideal ist. Wir müssen uns daher auf eine Kombination verschiedener Methoden verlassen: eine schriftliche Botschaft, Bilder und Piktogramme, mündlich überlieferte Mythen, möglicherweise eine Zeitkapsel und in Zukunft vielleicht sogar die Züchtung von Strahlenkatzen.
Imposante Bauwerke, die an Tempel erinnern, oder abschreckende Stacheln haben leider die negative Eigenschaft, dass sie die Aufmerksamkeit und Neugier der Besucher umso stärker auf sich ziehen, je mehr ihre Erbauer versucht haben, diese Neugier zu unterdrücken.
Vielleicht ist tatsächlich der Vorschlag einiger Wissenschaftler in Onkalo die beste Idee: den Abfall einfach zu vergraben und ihn zu vergessen.
Vergessen wir nicht, dass selbst aus Tschernobyl, über das wir nahezu perfekte Informationen besitzen – einschließlich der Geschichte, der Ursachen des Unfalls und seiner Folgen –, im Laufe der Zeit praktisch ein Freizeitpark geworden ist, in den Menschen Geld an spezialisierte Reiseveranstalter zahlen, um dorthin gebracht zu werden.
/gr/

--
Mgr. Gabriela Reitingerova
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Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 14.September 2026:

Inhalt:
ČEZ darf im Kernkraftwerk Temelín Brennstoff von Westinghouse einsetzen.
Die französische Lektion für ČEZ – oder: Wie lässt sich die Kernenergie am besten finanzieren?
NIMBY im Zeitalter der KI.
„Zehn Jahre lang haben wir die Auswirkungen des Uranabbaus auf die Landschaft gefürchtet“.
Die Welt der Energie in Temelín.
Von Hinkley Point C zu SMR: Wie die britische Regierung beim Bau neuer Kernkraftwerke das Ruder übernommen hat

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ČEZ darf im Kernkraftwerk Temelín Brennstoff von Westinghouse einsetzen
12.9.2026 Tageszeitung Ceskobudejovicky denik Seite 2 ks

Das Staatliche Amt für nukleare Sicherheit (SÚJB) hat dem Energiekonzern ČEZ die Genehmigung erteilt, im Kernkraftwerk Temelín neuen Kernbrennstoff des US-Unternehmens Westinghouse einzusetzen. Die CEZ-Energietechniker planen, die neuen Brennelemente während der planmäßigen Abschaltung Ende dieses Jahres in den Reaktor des ersten Blocks einzusetzen.

Die Genehmigung ist das Ergebnis eines mehrjährigen Vorbereitungs-, Test- und Sicherheitsanalyseprozesses. „Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit der Tschechischen Republik und zur Diversifizierung der Lieferanten von Kernbrennstoff. Darüber hinaus halten wir in beiden unseren Kernkraftwerken strategische Brennstoffreserven vor“, sagte ČEZ-Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor Daniel Beneš. ČEZ arbeitet seit Langem daran, die Zahl seiner Kernbrennstofflieferanten zu erhöhen.
Neben Westinghouse, das bereits die ersten Brennelemente für Dukovany geliefert hat, hat ČEZ für Temelín auch einen Vertrag mit dem französischen Unternehmen Framatome abgeschlossen. Der Energiekonzern schafft damit die Voraussetzungen für eine größere Unabhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten und erhöht die Widerstandsfähigkeit der tschechischen Energiewirtschaft.
Der neue Brennstoff ist für die Temelíner Energieexperten nicht unbekannt. Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Kernkraftwerk mehrere Test-Brennelemente von Westinghouse erfolgreich erprobt, die direkt im Reaktor eingesetzt und im Betrieb getestet wurden. Dabei konnte das Kraftwerk auch auf Erfahrungen mit Lieferungen für andere Kernkraftwerke desselben oder eines vergleichbaren Typs zurückgreifen.

Ein Bestandteil des Genehmigungsverfahrens war auch eine detaillierte Sicherheitsbewertung. Experten untersuchten fast zwei Jahre lang das Verhalten des Brennstoffs im Normalbetrieb, seine sicherheitstechnischen Eigenschaften und seine Kompatibilität mit dem Reaktor sowie die Verfahren für seine Handhabung und Lagerung.
Die Westinghouse-Brennelemente befinden sich bereits auf dem Kraftwerksgelände. Nach ihrer Übernahme wurden sie einer Reihe von Kontrollen unterzogen.
Die Stärkung der Energieversorgungssicherheit gehört zu den wichtigsten strategischen Zielen der ČEZ-Gruppe. Die Kombination mehrerer Lieferanten und strategischer Reserven an Kernbrennstoff reduziert die Risiken, die mit möglichen Lieferausfällen verbunden sind, erheblich.
„Die erste Beladung mit dem neuen Brennstoff planen wir noch in diesem Jahr während der planmäßigen Abschaltung des ersten Temelín-Blocks. Gleichzeitig werden wir mit der Vorbereitung der Lizenzierung der Dukovany-Brennelemente beginnen“, ergänzte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Leiter der Abteilung Kernenergie.
Die ČEZ-Gruppe ist in den vergangenen Jahren auf längere Brennstoffzyklen umgestiegen. In Dukovany ist seit dem Jahr 2024 ein 16-monatiger Brennstoffzyklus Standard. Temelín wird in diesem Jahr die Umstellung auf einen 18-monatigen Brennstoffzyklus abschließen.
/gr/



Die französische Lektion für ČEZ – oder: Wie lässt sich die Kernenergie am besten finanzieren?
14.9.2026 Tageszeitung Hospodarske noviny Seite 11
Autor: Martin Petricek

Die Vorbereitung neuer Kernkraftwerke stellt den tschechischen Staat und den Energiekonzern ČEZ vor eine Entscheidung, die nicht nur energiepolitischer, sondern vor allem auch finanzieller Natur ist: Wer soll das Risiko von Investitionen tragen, deren Amortisation sich über Jahrzehnte erstrecken kann?
Die ČEZ-Hauptversammlung hat im Juni die Neuorganisation des Konzerns gebilligt. Dabei soll das Kundengeschäft – also Verteilung, Verkauf und Handel mit Strom und Gas – in eine eigenständige Tochtergesellschaft ausgelagert werden. Die Erzeugungsanlagen verbleiben im Mutterkonzern ČEZ. Gleichzeitig strebt die Regierung die vollständige Kontrolle über die Stromerzeugung des Konzerns an.
Hinter dieser Neuorganisation steht eine umfassendere Frage: Wie soll ein Energiekonzern funktionieren, wenn vor ihm Investitionen mit einem Zeithorizont von mehreren Jahrzehnten liegen? Tschechien bereitet neue Reaktorblöcke in Dukovany vor, erwägt zwei weitere große Kernkraftwerke in Temelín und startet gleichzeitig ein Programm für kleine modulare Reaktoren.

Darüber hinaus muss das Land seine Fernwärmeversorgung modernisieren, die noch in erheblichem Umfang von Kohle abhängig ist, die Stromnetze ausbauen und auch neue Gaskraftwerke errichten. Bei nahezu allen diesen Projekten bestimmt der Staat nicht nur die Rahmenbedingungen, sondern gibt ihnen auch unmittelbar ihren Zweck vor: Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung und Energieautarkie des Landes. Je mehr solcher Aufgaben auf ČEZ übertragen werden, desto weniger ähneln seine Entscheidungen einer gewöhnlichen kommerziellen Investition.
Das ist keine tschechische Besonderheit. Neue Kernkraftwerke gehören zu den kapital- und zeitintensivsten Infrastrukturprojekten überhaupt. Ihr Bau ist mit langwierigen Genehmigungsverfahren, hoher technischer Komplexität sowie dem Risiko von Verzögerungen und Kostensteigerungen verbunden. Die Internationale Energieagentur (IEA) weist in ihren Analysen darauf hin, dass sich neue große Reaktoren unter Umständen erst 20 bis 30 Jahre nach Projektbeginn amortisieren. Ein solcher Zeithorizont lässt sich nur schwer mit den üblichen Investitionsentscheidungen privaten Kapitals vereinbaren. Zugleich verändert er die Risikoverteilung grundlegend. Der Investor muss Kapital lange vor dem Zeitpunkt bereitstellen, an dem das Kraftwerk Einnahmen erwirtschaftet.
Deshalb greifen Staaten bei neuen Kernenergieprojekten auf Mechanismen zurück, mit denen ein Teil des Bau- oder Marktrisikos auf den öffentlichen Sektor verlagert und zugleich für besser kalkulierbare künftige Einnahmen gesorgt wird. Bei den zwei neuen Reaktorblöcken des Kernkraftwerks Dukovany will Tschechien einen zinsgünstigen Staatskredit mit einem langfristigen, 40 Jahre laufenden Mechanismus zur Stabilisierung der Einnahmen aus dem erzeugten Strom sowie einem Schutz vor nachteiligen politischen und gesetzlichen Änderungen kombinieren. Die Europäische Kommission prüft gleichzeitig, ob die Unterstützung mit den Beihilfevorschriften vereinbar ist.
Die wirtschaftliche Frage rund um ČEZ lautet daher nicht nur: Wie viel wird die neue Kernenergie kosten? Sie lautet auch: Wer trägt das Risiko, wenn das Projekt teurer oder später fertig wird oder der Strom nach seiner Inbetriebnahme billiger ist als heute angenommen?

Die französische Erfahrung….
Ein ähnliches Problem hatte Frankreich vor einigen Jahren mit dem Energiekonzern EDF. Der Staat hielt bereits vor der vollständigen Verstaatlichung knapp 84 Prozent des Kapitals und 89 Prozent der theoretischen Stimmrechte. Dennoch entschied er sich, auch die verbleibenden Aktien zu übernehmen und das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Das Angebot lag bei 12 Euro je Aktie. Nur ein Teil der Aktionäre nahm das freiwillige Übernahmeangebot an, doch dies ermöglichte es dem Staat, die verbleibenden Anteilseigner herauszudrängen und im Juni 2023 die vollständige Kontrolle über EDF zu übernehmen.
Die Entscheidung fiel mitten in der europäischen Energiekrise und wenige Monate nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Die französische Regierung begründete den Schritt unter anderem mit der Notwendigkeit, langfristig Investitionen in die Kernenergie planen zu können.
EDF sollte gleichzeitig die bestehende Reaktorflotte betreiben und ein Programm für sechs neue EPR2-Reaktoren mit einem Zeithorizont bis zum Jahr 2050 vorbereiten. Die vollständige staatliche Kontrolle sollte die Entscheidungen über Kapital und Unternehmensstrategie in einer Situation vereinfachen, in der der Investitionshorizont des Unternehmens mehrere Legislaturperioden überstieg.
Frankreich verstaatlichte den Konzern allerdings in einer außerordentlich schwierigen finanziellen Lage. EDF wies für das Jahr 2022 einen Nettoverlust von 17,9 Milliarden Euro aus, die Nettoverschuldung belief sich auf 64,5 Milliarden Euro. Die Stromproduktion wurde durch Reaktorausfälle infolge von Korrosionsproblemen belastet, während staatliche Eingriffe in die Strompreise die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zusätzlich verschlechterten. Die Ratingagentur S&P senkte daraufhin die Bonitätsnote von EDF auf BBB mit negativem Ausblick.
Genau das ist die entscheidende Lehre aus dem französischen Beispiel. Die Verstaatlichung allein löste die finanziellen Probleme von EDF nicht. Sie beseitigte jedoch die letzte Eigentumsbarriere zwischen dem Staat und einem Unternehmen, das gleichzeitig die bestehende Reaktorflotte erhalten und eine neue finanzieren sollte.
Die französische Erfahrung ist daher zwar kein einfaches Argument für eine Verstaatlichung von ČEZ, sie zeigt aber den Preis strategischer Energiepolitik: Der Staat kann eine größere Kontrolle über Investitionen gewinnen, übernimmt damit aber zugleich einen größeren Teil der damit verbundenen Risiken.

Der Preis der Entscheidungsfreiheit….
ČEZ geht mit einer deutlich besseren finanziellen Ausgangslage als EDF zum Zeitpunkt seiner Verstaatlichung in diese Debatte. Für das Jahr 2025 meldete der Konzern ein EBITDA von 137 Milliarden Kronen und einen Nettogewinn von 27,4 Milliarden Kronen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die neuen Investitionen für das Unternehmen einfach sein werden. Die Kernenergieprojekte werden mit anderen Investitionen in Gaskraftwerke, Fernwärme und Stromnetze um Kapital konkurrieren. Wenn ČEZ gleichzeitig die Rendite für seine Aktionäre maximieren und die Ziele der tschechischen Energiepolitik erfüllen soll, können diese beiden Rollen miteinander in Konflikt geraten.
Der Staat kann beispielsweise darauf bestehen, Erzeugungskapazitäten aus Gründen der Versorgungssicherheit zu erhalten, auch wenn deren Rendite aus Sicht der Aktionäre nicht optimal ist. Er kann auch eine Investition mit langer Amortisationszeit gegenüber einem Projekt bevorzugen, das innerhalb eines kürzeren Zeitraums eine höhere Rendite abwerfen würde.
Hier prallen die Logik des Staates und die Logik des Kapitalmarktes aufeinander. Für den Staat haben auch Versorgungssicherheit, Energiesouveränität oder die Möglichkeit, in einer Krisensituation Einfluss auf die Verfügbarkeit von Strom zu nehmen, einen Wert. Für einen Minderheitsaktionär sind dagegen vor allem der Wert seiner Beteiligung, die Dividende und die Rendite des eingesetzten Kapitals entscheidend.
Die tschechische Regierung will daher nicht lediglich die Eigentümerstruktur von ČEZ verändern. Sie will eine größere Kontrolle darüber gewinnen, wie das Unternehmen sein Kapital in den kommenden Jahrzehnten einsetzt.

Strategischer Wert ist kein Blankoscheck….
Tschechien hat einen ähnlichen Ansatz bereits bei der Gasinfrastruktur verfolgt. Der staatliche Netzbetreiber ČEPS kaufte im Jahre 2023 von RWE sechs unterirdische Gasspeicher für 360 Millionen Euro und übernahm anschließend auch Net4Gas, den Betreiber des tschechischen Gasfernleitungsnetzes.
Bei Net4Gas betrug der Kaufpreis zunächst drei Milliarden Kronen, weitere bis zu zwei Milliarden Kronen konnten abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung ausgezahlt werden. Das wichtigste Argument war die Energieversorgungssicherheit.
Gerade dieser Fall zeigt jedoch auch die andere Seite staatlichen Eigentums. Die strategische Bedeutung eines Vermögenswerts kann eine Investition rechtfertigen, die nach rein kommerziellen Kriterien anders bewertet würde. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Preis keine Rolle mehr spielt. Die neue Regierung ließ den Kauf von Net4Gas deshalb von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG überprüfen.
Dasselbe Prinzip wird nun auf ČEZ übertragen. Der Staat hält knapp 70 Prozent der Aktien und will die vollständige Kontrolle über die Stromerzeugung erlangen. Die Neuorganisation trennt gleichzeitig das Kundengeschäft ab und ermöglicht eine mögliche Monetarisierung seines Wertes. ČEZ soll an dem neuen Unternehmen mindestens 51 Prozent halten.
Gerade der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung könnte eine der Finanzierungsquellen für den nächsten Schritt sein. Analysten schätzen den Wert des zum Verkauf stehenden Anteils auf bis zu rund 200 Milliarden Kronen.
Sollten diese Mittel tatsächlich dazu beitragen, die Übernahme des Erzeugungsgeschäfts von ČEZ zu finanzieren, entstünde eine wirtschaftlich bemerkenswerte Konstruktion: Der Staat würde durch die Neuorganisation eine umfassendere Kontrolle über jene Vermögenswerte erlangen, die das größte Investitionsrisiko tragen, während er einen Teil des dafür benötigten Kapitals aus dem Verkauf des kommerzielleren Geschäftsbereichs des Konzerns gewinnen würde.
Genau daran wird sich entscheiden, ob die Neuorganisation lediglich eine Eigentumstransaktion oder tatsächlich eine Veränderung der Art und Weise darstellt, wie Tschechien seine energiepolitische Zukunft finanziert.
Wenn ČEZ in den kommenden Jahrzehnten als Instrument der tschechischen Energiepolitik fungieren soll, kann eine vollständige staatliche Kontrolle eine logische Lösung sein. Sie beseitigt jedoch nicht die Risiken der neuen Kernkraftwerke. Sie verändert lediglich, wer diese Risiken letztlich trägt.
martin.petricek@economia.cz
Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit ČEZ.
Foto: Libor Fojtík
Bildunterschrift: Wer trägt das Risiko? Wenn ČEZ in den kommenden Jahrzehnten als Instrument der tschechischen Energiepolitik fungieren soll, kann eine vollständige staatliche Kontrolle eine logische Lösung sein. Sie beseitigt jedoch nicht die Risiken der neuen Kernenergie.
/gr/



NIMBY im Zeitalter der KI
12.9.2026 Magazin Weekend DNES Seite 10

Auch im Tschechischen hat sich inzwischen das englische Kürzel NIMBY eingebürgert – „Not In My Backyard“, also: nicht in meinem Hinterhof. Aufgekommen ist der Begriff Ende der 1980er-Jahre in den USA, als nach geeigneten Endlagern für abgebrannten Kernbrennstoff aus Kernkraftwerken gesucht wurde. Geprägt wurde er von frustrierten Kraftwerksbetreibern, die einen Ort suchten, an dem sie den Brennstoff vergraben konnten, aber überall abgewiesen wurden. Das Kürzel setzte sich rasch für alle Fälle durch, in denen ein systemisches, der gesamten Gesellschaft dienendes Projekt auf lokale Belastungen und Kosten trifft.
Also etwa Autobahn gegen Lärmbelastung für die Anwohner. Windkraftanlagen gegen die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Eine Anlaufstelle für Menschen mit problematischem Drogenkonsum gegen Sicherheitsbedenken in der Nachbarschaft. Oder auch: ein Seniorenheim in der Nähe einer Grundschule gegen die Sorge von Eltern, der Anblick alter Menschen mit Alzheimer könnte ihre Kinder nachhaltig schädigen.
Und nun sind riesige Rechenzentren (Gigafactories) hinzugekommen, ohne die sich die Entwicklung der künstlichen Intelligenz nicht bewältigen lässt. Der Hinterhof hat inzwischen die Größe ganzer Bundesstaaten angenommen – vor allem in den USA –, um schließlich zu einem gesamtamerikanischen Thema zu werden.
Ihre Gegner, einfache Bürger ebenso wie Politiker, argumentieren vor allem damit, dass ein solches Gigarechenzentrum mehr Strom verbrauche als eine durchaus große Stadt, lauter sei als eine endlose Kolonne von Lastwagen auf der Autobahn und gewaltige Mengen an Abwärme produziere. Für die Kühlung werde deshalb so viel Wasser benötigt, dass für die Landwirte in der weiteren Umgebung kaum noch etwas übrig bleibe. Um die Rechenzentren mit Strom zu versorgen, müssten zudem alte, mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke wieder hochgefahren werden. Und weil die Nachfrage das Stromangebot übersteige, steige in der gesamten Umgebung auch noch der Strompreis.
Die Einheimischen – ob Sozialdemokraten oder MAGA-Anhänger – mögen diese Zentren so wenig, dass sie ihnen laut einer Umfrage auf ihrem metaphorischen Hinterhof sogar ein Kernkraftwerk, ein Gefängnis oder eine Methadonklinik vorziehen würden.
Doch die Besitzer der Hinterhöfe haben mächtige Gegner. Wer verfügt heute auf der Welt über mehr Geld, um die besten Lobbyisten zu bezahlen, als die Technologiekonzerne, die KI entwickeln? Und wer hat ein schlagkräftigeres Argument gegen jede Regulierung dieser Branche als sie, wenn sie behaupten, Amerika müsse aus Gründen der nationalen Sicherheit alles tun, damit China die USA nicht auch auf diesem Gebiet überholt? Wie das wohl ausgehen wird?

Aber nun zurück zum tschechischen Hinterhof – genauer gesagt in einen Wald irgendwo zwischen Zbraslav und Jíloviště. Dort soll die KI Gigafactory CZ entstehen, die laut Minister Havlíček ein Schlüsselprojekt der Prager Erklärung zur künstlichen Intelligenz ist, die vor wenigen Tagen von neun mittel- und osteuropäischen Ländern unterzeichnet wurde.
(Offenbar eine attraktive Gegend: Irgendwo hier hatten die Kommunisten einst den Bau eines Kernkraftwerks geplant – jenes Kraftwerks, das heute in Temelín steht.)
Die Argumente dafür liegen auf der Hand: den Rückstand gegenüber den USA und China verringern und die Sicherheit im Cyberraum stärken. Die Argumente dagegen ebenfalls: Wasser, Abwärme, Lärm, Belastung der Landschaft.
Ich bin gespannt, was die Bewohner des tschechischen Hinterhofs dazu sagen werden – jene Menschen, die sich so vehement gegen Windräder, Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken, Autobahnabschnitte und, wenn es darauf ankommt, sogar gegen Seniorenheime zur Wehr setzen können.
/gr/



„Zehn Jahre lang haben wir die Auswirkungen des Uranabbaus auf die Landschaft gefürchtet“
14.9.2026 MF DNES Region Vysocina – Seite 9
Autor: Martin Vokac

Das Umweltministerium hat ein Verfahren eingestellt, in dem das staatliche Unternehmen Diamo die Erweiterung eines geschützten Lagerstättengebiets bei Brzkov beantragt hatte. Bei den Menschen in der Region sorgt dies nun für eine deutliche Erleichterung.

PŘIBYSLAV, BRZKOV. Der Abbau von Uranerz in Tschechien wird in absehbarer Zeit nicht wieder aufgenommen. Das Umweltministerium hat ein jahrelanges Verfahren eingestellt, in dem das staatliche Unternehmen Diamo versucht hatte, das geschützte Lagerstättengebiet bei der Gemeinde Brzkov zu erweitern. Diamo hatte zuletzt keine weitere Verlängerung des Verfahrens mehr beantragt. Für die betroffenen Gemeinden ist dies eine große Erleichterung.
„Mit dieser Entscheidung endet faktisch eine zehnjährige Phase der Ungewissheit, die die Einwohner und die Gemeindeverwaltungen seit dem Jahr 2016 begleitet hat. Gegen eine Wiederaufnahme des Uranabbaus haben sich langfristig nicht nur die Gemeinde Brzkov, sondern auch die benachbarten Gemeinden Věžnice, Polná und Přibyslav gestellt“, erklärte der Rechtsanwalt Luboš Kliment, der die Interessen der Gemeinden in der Angelegenheit vertritt.

Gemeinden waren schockiert und wehrten sich...
Den Antrag auf Erweiterung des geschützten Lagerstättengebiets stellte das staatliche Unternehmen Diamo, das auf die Beseitigung der Folgen des Bergbaus nach der Förderung von Uranerz, Erzen und teilweise auch Kohle spezialisiert ist, im Jahr 2019. Bereits einige Jahre zuvor hatte sich das Unternehmen mit der Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Abbaus in der Region beschäftigt, in der bereits Ende der 1980er-Jahre Erkundungsarbeiten stattgefunden hatten.
Diamo beantragte beim Umweltministerium die Ausweisung eines neuen Erkundungsgebiets. Dieses Gebiet wäre anschließend für eine mögliche künftige Förderung geschützt gewesen. Die vier unmittelbar betroffenen Gemeinden waren darüber schockiert. Das vorgesehene Gebiet hätte nämlich dreimal so groß sein sollen wie das bisherige. Erst nach der Ausweisung des Erkundungsgebiets hätte Diamo die Uranvorkommen im Untergrund genauer bestimmen können.
Die Gemeinden wehrten sich gegen diesen Schritt und legten Einwände ein. „Unser Ziel ist, dass das Ministerium die Ausweisung des Erkundungsgebiets nicht genehmigt. Sie würde Einschränkungen für die Grundstückseigentümer mit sich bringen. Außerdem sehen wir darin einen der Schritte hin zu einer tatsächlichen Erschließung der Lagerstätte“, sagte der Bürgermeister von Přibyslav, Martin Kamarád, vor mehr als sechs Jahren.
Die Kommunalverwaltungen und Einwohner der betroffenen Gemeinden können nun aufatmen. „Wir betrachten die Einstellung des Verfahrens als einen großen Sieg des gesunden Menschenverstands und vor allem als Bestätigung dafür, dass die Stimme der Gemeinden und der örtlichen Bevölkerung gehört werden muss“, erklärte der Bürgermeister von Brzkov, Aleš Bořil.
„Zehn Jahre lang haben wir mit der Sorge vor den Auswirkungen des Abbaus auf die Landschaft, die Qualität des Grundwassers und die Lebensqualität in unserer Region gelebt. Die Entscheidung des Ministeriums gibt uns und auch künftigen Generationen die Gewissheit, dass unsere Heimat nicht durch den Bergbau zerstört wird“, fügte der Bürgermeister hinzu.
Der Grund für die Einstellung des Verfahrens war, dass Diamo die erforderlichen Unterlagen für die Festlegung des geschützten Lagerstättengebiets nicht vorgelegt hatte. Wie Kristýna Hanušová, Kommunikationsspezialistin des Unternehmens, gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK erklärte, hatte das staatliche Unternehmen allerdings auch nicht gezielt eine weitere Verlängerung des Verfahrens angestrebt.
„Das staatliche Unternehmen Diamo hat beschlossen, keine weitere Verlängerung zu beantragen – aus einem einfachen Grund: Heute werden zur Berechnung der Vorräte andere Methoden verwendet als zum Zeitpunkt der letzten Berechnung“, erläuterte Hanušová.

Noch ist der Sieg nicht endgültig….
Für die Gemeinden muss dies allerdings noch nicht der endgültige Sieg sein. Nach dem tschechischen Bergbaugesetz ist der Staat verpflichtet, sämtliche ausschließlichen Lagerstätten durch die Ausweisung eines geschützten Lagerstättengebiets zu sichern. Sollten künftige Berechnungen die Existenz der Lagerstätte bestätigen, würden die Grenzen des Schutzgebiets auf Grundlage neuer, aktualisierter Daten festgelegt.
„Das endgültige geschützte Lagerstättengebiet wird damit besser der Realität entsprechen und wahrscheinlich anders aussehen als das vor zehn Jahren geplante Gebiet“, erklärte Hanušová.
Der Uranabbau in Tschechien wurde im Jahre 2017 eingestellt. „Angesichts der Schäden in Milliardenhöhe, die die Uranindustrie in der Umwelt hinterlassen hat, sollte dies endgültig sein. Deshalb begrüßen wir, dass der Versuch, die Uran-Geister der Vergangenheit im Hochland Vysočina wiederzubeleben, mit der Entscheidung des Umweltministeriums beendet wurde“, sagte Edvard Sequens, Energieberater der Umweltorganisation Calla, die sich seit Langem gegen den Uranabbau einsetzt.
In der Umgebung von Přibyslav und Brzkov wurde Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre Erkundungsbergbau betrieben. Anschließend wurde das Bergwerk geflutet und mit Beton verfüllt. Heute erinnert nur noch eine Informationstafel am Standort des stillgelegten Schachts an diese Zeit.
Das Bergwerk war 300 Meter tief und verfügte über fünf Sohlen. Insgesamt wurden dort 63 Tonnen Uran gefördert. In der Vergangenheit hatte sich unter anderem auch der damalige Ministerpräsident Bohuslav Sobotka für eine Wiederaufnahme des Abbaus ausgesprochen.
In Rožná wurden 20.000 Tonnen Uran gefördert….
Nach Angaben der Umweltorganisation Calla werden durch die Einstellung der Bemühungen um eine Wiederaufnahme des Uranabbaus bei Brzkov Milliardenbeträge an Steuergeldern eingespart.
„Der Staat müsste nicht nur den Bau eines Bergwerks subventionieren, sondern auch die chemische Aufbereitungsanlage für Uranerz, da die ursprünglich in Dolní Rožínka vorgesehene Anlage bereits stillgelegt und zurückgebaut wird“, schrieb Calla in einer Stellungnahme.

Im Bergwerk Rožná im Bezirk Žďár nad Sázavou wurde bis in die Frühjahrsmona­te 2017 als im letzten Uranbergwerk Tschechiens Uran gefördert. Die Vorräte gingen jedoch zur Neige, und angesichts des sinkenden Preises für den Rohstoff lohnte sich ihre weitere Förderung nicht mehr.
Während der fast sechzigjährigen Betriebszeit wurden aus dem Bergwerk mehr als 20.000 Tonnen Uran gefördert. Seit dem Jahr 2017 wird das Bergwerk stillgelegt und zurückgebaut; ein Teil der Anlage dient Forschungszwecken.
Die größten Uranvorkommen Tschechiens und sogar Europas befinden sich in Stráž pod Ralskem im Bezirk Česká Lípa. Durch eine Kombination aus untertägigem Bergbau sowie Bohrungen und chemischer Auslaugung mit Schwefelsäure wurden dort zwischen den Jahre 1967 und 1996 mehr als 26.000 Tonnen Uran aus dem Untergrund gewonnen.
Obwohl die verbleibenden Vorräte auf viele Zehntausend Tonnen geschätzt werden, ist die Lagerstätte wegen der verursachten Umweltschäden für eine weitere Förderung gesperrt.
Nach Angaben der Umweltorganisation Calla hat der tschechische Staat bis Ende des Jahres 2025 außerhalb der Sozialprogramme für Bergleute rund 63 Milliarden Kronen für die Sanierung der Schäden durch den Uranabbau und die Uranverarbeitung ausgegeben. Weitere Dutzende Milliarden Kronen werden noch folgen. Den größten Teil dieser Summe verschlang die Beseitigung der Umweltschäden rund um Stráž pod Ralskem.
In Tschechien gibt es laut Calla weiterhin 386 Halden aus dem Uranbergbau sowie 20 Absetzbecken mit radioaktivem Schlamm mit einem Gesamtvolumen von 57,3 Millionen …
Redaktion MF DNES
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Von Hinkley Point C zu SMR: Wie die britische Regierung beim Bau neuer Kernkraftwerke das Ruder übernommen hat
Autor: Martin Voříšek
14. September 2026, oenergetice

Das britische Finanzierungsmodell für neue Kernkraftwerke hat sich im vergangenen Jahrzehnt grundlegend verändert. Von der langfristigen Preisgarantie in Form eines Differenzvertrags (Contract for Difference) für Hinkley Point C über die staatliche Beteiligung an Kernenergieprojekten und Zahlungen der Verbraucher bereits während der Bauphase des neuen Kraftwerks Sizewell C hat sich das Modell bis hin zur vollständig staatlichen Entwicklung kleiner modularer Reaktoren am Standort Wylfa weiterentwickelt.
Das Vereinigte Königreich gehört in Europa zweifellos zu den Ländern, die der Kernenergie positiv gegenüberstehen. Auch bei neuen Kernenergieprojekten zählt das Land zu den aktivsten. Am weitesten fortgeschritten ist der Bau des Kernkraftwerks Hinkley Point C. Ein weiteres bedeutendes Projekt, für das bereits eine Investitionsentscheidung getroffen wurde, ist Sizewell C.
Zugleich treibt das Vereinigte Königreich den Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR) weiter voran. Erst vor Kurzem wurde Rolls-Royce als Hauptlieferant der kleinen modularen Reaktoren für den Standort Wylfa ausgewählt.
Wie in anderen Ländern, die den Bau neuer Reaktorblöcke planen, wird auch im Vereinigten Königreich über die Rolle des Staates bei den Projekten und über die Unterstützung der Betreiber neuer Reaktoren diskutiert. Großbritannien hat dabei eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen, die inzwischen bei vollständig staatlich entwickelten und gebauten kleinen modularen Reaktoren angekommen ist.

Hinkley Point C: Privates Investitionsprojekt mit großzügiger Preisgarantie...
Hinkley Point C wurde als Projekt konzipiert, bei dem private Investoren die Baukosten finanzieren, während der Staat die künftigen Einnahmen über einen 35 Jahre laufenden Differenzvertrag absichert. Der vereinbarte Ausübungspreis lag bei 92,50 GBP/MWh zu Preisen von 2012. Er sollte auf 89,50 GBP/MWh sinken, falls EDF auch für Sizewell C eine endgültige Investitionsentscheidung treffen würde. Dies geschah schließlich. Unter Berücksichtigung der Inflation beträgt der aktuelle Ausübungspreis für Hinkley Point C 130,79 GBP / MWh, also rund !“ Euro / MWh.
Das Fördermodell sollte ein grundlegendes Problem großer Kernenergieprojekte lösen: die Unsicherheit über künftige Strompreise, die hohen Investitionskosten und die lange Bauzeit. Dank des Differenzvertrags wird Hinkley Point C nach der Inbetriebnahme durch eine garantierte Strompreisregelung unterstützt. Diese Unterstützung greift allerdings erst, wenn das Kraftwerk Strom produziert. Das Risiko von Kostensteigerungen und Verzögerungen beim Bau blieb daher formal vor allem bei EDF. Eine längere Bauzeit oder höhere Baukosten werden bei der Höhe des Ausübungspreises nicht berücksichtigt.
Dieser Ansatz wurde seinerzeit als Möglichkeit präsentiert, den Bau außerhalb der Bilanz des britischen Staates zu halten und gleichzeitig eine planbare Rendite für die Investoren sicherzustellen. Das britische National Audit Office (NAO) warnte jedoch bereits im Jahre 2017 davor, dass sich die Verbraucher langfristig zu Zahlungen verpflichten, obwohl sich die Kosten alternativer emissionsarmer Technologien in Zukunft erheblich verändern könnten.
Inzwischen ist das britische Experiment auf die Realität des Baus europäischer Kernreaktoren gestoßen. EDF rechnet mittlerweile damit, dass der erste Block von Hinkley Point C erst im Jahre 2030 mit der Stromproduktion beginnen wird. Die Kosten für die Fertigstellung des Projekts werden auf 35 Milliarden britische Pfund zu Preisen von 2015 geschätzt. Das entspricht heute etwa 50 Milliarden britischen Pfund beziehungsweise 58 Milliarden Euro für eine Leistung von 3,2 GW.

Wylfa als Weckruf für die britische Regierung….
Die erste große Warnung, dass das für Hinkley Point C entwickelte Modell für Investoren nicht vollständig geeignet war, lieferte das Projekt Wylfa Newydd.
Die britische Regierung verhandelte im Jahre 2019 mit Hitachi über das Projekt und bot dem Unternehmen eine großzügige Unterstützung an – sogar eine noch großzügigere als bei Hinkley Point C. Die Regierung war bereit, ein Drittel der Projektanteile zu übernehmen, die gesamte Baufinanzierung bereitzustellen und einen Differenzvertrag mit eine Ausübungspreis von 75 BGP / MWh anzubieten.
Doch selbst diese Kombination reichte nicht aus. Hitachi setzte das Projekt aus und begründete dies damit, dass es für das Unternehmen weiterhin eine zu große Belastung darstelle, unter anderem wegen der unzureichenden erwarteten Rendite.
Wylfa war kein Einzelfall. Auch das privatwirtschaftliche Projekt Moorside, das zu den weiteren großen britischen Kernenergievorhaben gehören sollte, kam zum Stillstand, nachdem Toshiba in finanzielle Schwierigkeiten geraten war.
Die ursprüngliche Vorstellung, Hinkley Point C werde den Weg für eine ganze Reihe ähnlich finanzierter Projekte ebnen, erfüllte sich damit nicht.

Sizewell C verlagert einen Teil des Risikos auf die Verbraucher….
Die britische Regierung änderte daraufhin ihren Ansatz bei der Förderung des Baus neuer Kernkraftwerke. Wie das Beispiel Hinkley Point C zeigte, machen Finanzierungskosten einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus – bei Hinkley Point C bis zu zwei Drittel.
Das Fördermodell musste daher angepasst werden. Es ging nun nicht mehr allein darum, den Strompreis nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks zu garantieren. Das Ziel war vielmehr, die Kapitalkosten während der Bauphase zu senken und Investoren vor dem Risiko von Kostensteigerungen und Verzögerungen zu schützen.
Die Regierung entschied sich schließlich für das Modell der Regulated Asset Base (RAB), das bei Betreibern regulierter Energieinfrastruktur bereits etabliert ist. In Tschechien wird ein vergleichbarer Ansatz bei der Regulierung der Preise für die Verteilung von Strom und Gas sowie für die Stromübertragung eingesetzt.
Der Mechanismus ermöglicht es einem ausgewählten Kernenergieprojekt, bereits während der Vorbereitungs-, Bau- und Inbetriebnahmephase Einnahmen zu erzielen – und nicht erst nach der Fertigstellung und dem Beginn des Stromverkaufs.
Die Mittel für den Bau des Kraftwerks werden von den Verbrauchern über Gebühren aufgebracht, die den Energieversorgern in Rechnung gestellt werden. Auf den Stromrechnungen erscheint damit eine neue Abgabe, noch bevor überhaupt Strom aus dem Projekt ins Netz eingespeist wird.
Das Ziel ist es, die Finanzierungskosten zu senken, die der Kraftwerksbetreiber andernfalls tragen müsste, wenn er während der Bauphase Kredite aufnehmen und diese erst viele Jahre später nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks zurückzahlen könnte. Das RAB-Modell beseitigt die Risiken und Finanzierungskosten also nicht vollständig, sondern verteilt sie zwischen Investoren, Staat und Verbrauchern.
Das erste Projekt, das nach diesem Modell unterstützt wird, ist Sizewell C. Für das Kraftwerk traf die britische Regierung im Juli 2025 die endgültige Investitionsentscheidung. Der Staat übernahm 44,9 Prozent der Projektanteile und wurde damit neben EDF, Centrica, La Caisse und Amber Infrastructure zum größten Anteilseigner.
Die Zahlungen der Verbraucher sind dabei längst keine bloße Möglichkeit auf dem Papier mehr. Die britische Energieregulierungsbehörde Ofgem hat die zulässigen Einnahmen von Sizewell C für die erste Abrechnungsperiode vom 4. November 2025 bis zum 31. März 2027 auf 1,443 Milliarden britische Pfund festgesetzt. Die Verbraucher tragen damit bereits heute über ihre Stromrechnungen zu diesen Einnahmen bei.
Die britische Regierung gibt an, dass die Belastung eines durchschnittlichen Haushalts während der Bauphase bei etwa einem Pfund pro Monat liegen soll. Aus Sicht der Investoren ist jedoch ein anderer Effekt wichtiger: Die regelmäßigen Einnahmen bereits während der Bauphase begrenzen die Finanzierungskosten erheblich. Diese hatten sich bei Hinkley Point C als eine der größten Ursachen für die insgesamt stark gestiegenen Projektkosten erwiesen.
Auch für die neuen Reaktorblöcke in Dukovany wurde das RAB-Modell in Betracht gezogen. Nach Angaben eines Schreibens der Europäischen Kommission entschieden sich die tschechischen Behörden letztlich dagegen, weil sie Auswirkungen eines solchen Modells auf den Wettbewerb befürchteten.

In Wylfa unterstützt der Staat das Projekt nicht nur – er ist auch direkter Investor….
Noch einen Schritt weiter ist die britische Regierung bei kleinen modularen Reaktoren gegangen. Die zentrale Rolle hat das vollständig staatliche Unternehmen Great British Energy – Nuclear übernommen, das für die Umsetzung des britischen Kernenergieprogramms zuständig ist.
Auf seiner offiziellen Website erklärt das Unternehmen, zunächst mit kleinen modularen Reaktoren zu beginnen. Dies deutet zugleich darauf hin, dass es künftig auch den Bau großer Reaktorblöcke übernehmen könnte. Great British Energy – Nuclear hat bereits erste Schritte unternommen. Im November 2025 wurde Wylfa als Standort für das erste britische SMR-Projektausgewählt.
Im April 2026 unterzeichnete das Unternehmen anschließend einen Vertrag mit Rolls-Royce SMR. Damit wurden die Arbeiten an der konkreten Standortplanung und an den Genehmigungsvorbereitungen aufgenommen, bevor die endgültige Investitionsentscheidung getroffen wird.
Derzeit ist von einer Leistung von mindestens 1,4 GWe und drei kleinen modularen Reaktoren die Rede. Die britische Regierung hat für das Programm bereits 2,6 Milliarden britische Pfund bereitgestellt.
An der Entwicklung der britischen Fördermodelle lässt sich somit gut erkennen, wie sich die Erwartungen an den Bau neuer Kernkraftwerke verändert haben. Ein reiner Differenzvertrag muss für ein großes Kernenergieprojekt nicht ausreichen, wenn der Investor die gesamte Unsicherheit einer langen Bauphase trägt.
Auch für Tschechien ist die Entwicklung der SMR relevant. Der britische Regierungsplan von 2024 erwähnte ausdrücklich eine Zusammenarbeit mit Tschechien im Bereich kleiner mudularer Reaktoren sowie die Verbindung zwischen Rolls Royce SMR und dem Unternehmen CEZ.
Rolls-Royce SMR geht inzwischen davon aus, dass neben den ersten drei britischen Reaktorblöcken bis zu sechs weitere Blöcke in der Tschechischen Republik gebaut werden könnten.

Quelle:https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... veho-jadra
/gr/




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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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