Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Atomkraft vom 24.7.2026:
Inhalt:
Tschechien ebnet den Weg für modulare Reaktoren, der erste soll bei Temelín entstehen.
Temelín hält den Wasserverbrauch unter dem langfristigen Durchschnitt.
Temelín bereitet Sicherheitssysteme für die kommenden Jahrzehnte vor.
„Wir haben die Industrieunternehmen gerettet“
Vizepremier Karel Havlíček über Emissionshandel und die Verstaatlichung von ČEZ.
Temelín will Wasser sparen: Modernisierung der Wasseraufbereitungsanlage soll weitere Einsparungen bringen
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Tschechien ebnet den Weg für modulare Reaktoren, der erste soll bei Temelín entstehen
22. Juli 2026, Autoren: Tomáš Souček, ČTK
Tschechien hat einen weiteren Schritt zur Entwicklung kleiner modularer Reaktoren (SMR) unternommen. Der Industrieminister Karel Havlíček (ANO) unterzeichnete in Großbritannien ein Memorandum mit den Unternehmen ČEZ und Rolls-Royce SMR, das den Weg für die Vorbereitung weiterer Standorte ebnen soll.
Der erste tschechische kleine modulare Reaktor soll in der Nähe des Kernkraftwerks Temelín entstehen, und die Region möchte aus dem Projekt weit mehr als nur eine neue Energiequelle herausholen. Sie strebt die Einrichtung eines Entwicklungs- und Produktionszentrums an, das Tausende von qualifizierten Arbeitsplätzen schaffen könnte.
Regionen Budějovice, Karviná und Chomutov...
Die Unterzeichnung des Memorandums in London hebt die tschechischen Pläne für den Bau kleiner modularer Reaktoren in die nächste Phase. Das von Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) sowie Vertretern von ČEZ und Rolls-Royce SMR unterzeichnete Dokument betrifft die Vorbereitung weiterer möglicher Standorte in Tschechien. Das Ministerium für Industrie und Handel prüft derzeit beispielsweise Dětmarovice in der Region Karviná oder Tušimice in der Region Chomutov.
Für Südböhmen bleibt jedoch Temelín der Schlüsselort. Genau neben dem bestehenden Kernkraftwerk soll der erste tschechische kleine modulare Reaktor gebaut werden. Nach aktuellen Plänen soll der Bau in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre erfolgen.
„Die Kernenergie ist eine tragende Säule für eine stabile und sichere energetische Zukunft der Tschechischen Republik, und kleine modulare Reaktoren werden ein wichtiger Teil davon sein. Wir planen, den ersten dieser Reaktoren in Temelín zu bauen, und bereiten gleichzeitig weitere Standorte vor“, erklärte Havlíček bei der Unterzeichnung des Memorandums.
Kleine modulare Reaktoren sollen in Zukunft Großkraftwerksblöcke sowie erneuerbare Energiequellen ergänzen. Ihr Vorteil soll unter anderem in der Möglichkeit der Serienfertigung in Fabriken und der anschließenden Installation direkt an den jeweiligen Standorten liegen.
Die Region Südböhmen will die Chance nutzen...
Für Südböhmen endet das Projekt jedoch nicht beim Reaktor selbst. Die Region weist seit langem darauf hin, dass Temelín nur der Anfang einer breiteren Entwicklung eines neuen Industriezweigs sein kann. Der südböhmische Kreishauptmann Martin Kuba (Naše Česko) erklärte, die Region wolle das Projekt beispielsweise durch das Angebot von Grundstücken im Umfeld des Flughafens České Budějovice unterstützen, wo ein Service-, Entwicklungs- oder Produktionszentrum entstehen könnte.
„Wir sind natürlich nicht der Hauptakteur. Ich habe jedoch den Premierminister, den Minister sowie den Generaldirektor von ČEZ und die Kollegen von Rolls-Royce darauf aufmerksam gemacht, dass wir bereit sind, diese Aktivität stark zu unterstützen, und dass wir auch Grundstücke am Flughafen in der sich entwickelnden Industriezone bereitstehen haben, die wir anbieten können“, sagte Kuba. Laut dem Kreishauptmann ist die aktuelle Entwicklung auch deshalb vielversprechend, weil Rolls-Royce SMR weitere Aufträge erhält und sich das Projekt schrittweise von der Entwicklungsphase zur realen Umsetzung bewegt. „Der Reaktor sollte hier in der Tschechischen Republik, in der Region Südböhmen in Temelín, gebaut werden. Und wir als Region streben natürlich danach, dass auch die Produktion dieser Module zu uns verlagert wird“, fügte Kuba hinzu.
Energie und neue Arbeitsplätze...
Gerade die Möglichkeit zur Einbindung tschechischer und südböhmischer Unternehmen gehört zu den größten Chancen, die das Projekt bietet. Das Unternehmen ČEZ betont, dass kleine modulare Reaktoren eine bedeutende Chance für die heimische Industrie sein können. „Kleine modulare Reaktoren sind eine globale Chance für die tschechische Industrie. Unsere traditionellen Nuklearunternehmen blicken auf eine lange Geschichte und ein einzigartiges Know-how zurück, das sie durch ihre Teilnahme am Projekt der kleinen modularen Reaktoren weiter vertiefen können“, sagte Tomáš Pleskač, Mitglied des ČEZ-Vorstands.
Auch andere tschechische Unternehmen beteiligen sich bereits an dem Projekt. So hat sich beispielsweise Škoda JS aus Pilsen laut ČEZ zu einem von zwei Zulieferern von Komponenten für die kleinen Reaktoren von Rolls-Royce SMR entwickelt. Die Region Südböhmen schätzte in der Vergangenheit, dass eine breitere Entwicklung der Technologie bis zu dreitausend qualifizierte Arbeitsplätze in die Region bringen könnte. Die Region bietet Investoren daher neben den Grundstücken in Flughafennähe auch die Infrastruktur der Universität und die notwendige Verkehrsanbindung an.
„Wir tun das nicht wegen eines einzelnen Reaktors in Temelín. Wir tun es, weil ČEZ und Rolls-Royce SMR diese Technologien künftig an alle Orte liefern sollen, an denen sie entstehen werden. Das bedeutet, dass es uns im Südböhmen gelingen könnte, eine Fabrik aufzubauen, die diese Module unter Einbindung südböhmischer Unternehmen nach ganz Europa exportiert“, hatte Kuba bereits zuvor erklärt.
Ein Reaktor kann bis zu eine Million Haushalte versorgen...
Die Technologie von Rolls-Royce SMR sieht Reaktoren mit einer elektrischen Leistung von 470 Megawatt vor. Nach Angaben des Industrieministeriums könnte ein solcher Block den Verbrauch von rund einer Million Haushalten für einen Zeitraum von mindestens 60 Jahren decken.
Insgesamt drei tschechische Standorte – Temelín, Dětmarovice und Tušimice – könnten laut dem Chef von Rolls-Royce SMR den Bau von bis zu sechs Reaktoren ermöglichen. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit an drei tschechischen Standorten, die zusammen den Bau von bis zu sechs kleinen modularen Reaktoren von Rolls-Royce SMR ermöglichen. Diese können bis zu drei Gigawatt sauberen und sicheren Strom in der Tschechischen Republik erzeugen“, erklärte der Generaldirektor des Unternehmens, Chris Cholerton.
Modulare Reaktoren stehen in der Kritik...
Obwohl das Memorandum einen weiteren Fortschritt darstellt, bleibt der eigentliche Bau eine Frage der kommenden Jahre. Das Projekt muss noch Genehmigungsverfahren und weitere technische Schritte durchlaufen. Kritiker des Projekts weisen bereits jetzt auf Fragen der Finanzierung oder der Verfügbarkeit von Kühlwasser für die Reaktoren in Zeiten des Klimawandels hin. Die Umweltvereinigung Calla erklärte, dass das Memorandum ihrer Meinung nach keine konkreten Verpflichtungen beinhaltet.
„Ein Memorandum allein erzeugt keinen Strom. Die Tschechische Republik verliert jedoch wertvolle Zeit. Während die Mehrheit der europäischen Staaten massiv in Wind- und Solarkraftwerke, Energiespeicherung, intelligente Netze und Einsparungen investiert, verspricht die tschechische Regierung erneut eine nukleare Zukunft, die auf Technologien basiert, die bislang vor allem auf dem Papier existieren“, sagte Gabriela Reitingerová von der Bürgerinitiative für Umweltschutz.
Kritiker bemängeln zudem, dass die Bezeichnung „kleiner modularer Reaktor“ irreführend sei, da der geplante Reaktor eine Leistung aufweise, die nahe an der aktueller Kernkraftwerksblöcke liege.
Sie bezweifeln auch die wirtschaftliche Seite des Projekts. Der Vorteil von SMR soll in der Serienfertigung liegen, die die Kosten senken und die Bauzeit verkürzen soll. Laut den Gegnern existiert diese Produktion jedoch noch nicht, und in Europa ist kein kommerziell betriebener Reaktor dieses Typs am Netz. Ein weiteres Argument der Kritik ist, dass neue Nuklearprojekte Standard-Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen und ihre Auswirkungen, einschließlich möglicher grenzüberschreitender Einflüsse, offen geprüft werden müssen. Dies könnte gerade im Fall von Temelín eine wichtige Rolle spielen. Der Standort in Südböhmen liegt relativ nah an der österreichischen Grenze und hat in der Vergangenheit bereits bei Teilen der Bevölkerung der Nachbarregionen Besorgnis ausgelöst. Einige österreichische Bürgermeister wiesen vor allem auf Fragen der Sicherheit, den Umgang mit abgebrannten Brennelementen oder eine unzureichende Kommunikation hin.
Die Debatte über die Zukunft von Temelín wird daher voraussichtlich nicht nur eine Frage der neuen Technologie sein, sondern auch eine Suche nach dem Gleichgewicht zwischen Energiesicherheit, wirtschaftlichem Nutzen und den Sorgen eines Teils der Öffentlichkeit sowie der Nachbarstaaten.
Quelle:
https://budejcka.drbna.cz/zpravy/49354- ... ource=copy
/gr/
Temelín hält den Wasserverbrauch unter dem langfristigen Durchschnitt
23.7.2026 cez.cz
Das Kernkraftwerk Temelín optimiert langfristig die Stromerzeugung und versucht, den Rohwasserverbrauch unter dem langfristigen Durchschnitt zu halten. Im vergangenen Jahr benötigten die südböhmischen Energetiker für die Erzeugung einer Megawattstunde (MWh) Strom 2,476 Kubikmeter Wasser. Im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt des Vollbetriebs des Kraftwerks stellt dies einen Rückgang von rund zwei Prozent dar. Weitere Einsparungen erwarten die Energetiker nach dem Jahr 2027, wenn die Modernisierung der Kühlwasseraufbereitungsanlage abgeschlossen sein wird.
Wasser ist für Kernkraftwerke ein absolut essenzieller Rohstoff. Es dient der Kühlung von Technologiekreisläufen, und ohne seine zuverlässige Zufuhr wäre die Erzeugung von sauberem und emissionsfreiem Strom nicht möglich. Genau aus diesem Grund konzentriert sich die ČEZ-Gruppe in Temelín langfristig auf die Optimierung seiner Nutzung.
„Darüber hinaus erwarten wir nach Abschluss der umfassenden Modernisierung der Kühlwasseraufbereitungsanlage im Jahr 2027 eine weitere Einsparung im Bereich von einigen Prozent“, fügt Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín, hinzu.
Langfristiger Durchschnitt und historische Tiefststände...
Der langfristige Durchschnitt der Rohwasserentnahme seit dem Jahr 2004 liegt stabil bei 2,518 m³ pro erzeugter MWh. Ein erheblicher Teil davon fließt nach der Reinigung über das Wasserkraftwerk Kořensko II wieder in die Moldau zurück. Das Ergebnis des vergangenen Jahres bestätigt somit den positiven Trend des letzten Jahrzehnts, in dem es dank Modernisierungen und einer präziseren Betriebsführung gelingt, den Wasserverbrauch stabil unter dem langfristigen Durchschnitt zu halten.
„Wasser und Atom sind kommunizierende Röhren. Unser Ziel ist es jedoch, mit diesem wertvollen natürlichen Rohstoff mit maximaler Verantwortung umzugehen. Wir bemühen uns in unseren beiden Kernkraftwerken langfristig, den Jahresdurchschnitt des für die Produktion einer MWh benötigten Wassers zu senken“, sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied und Leiter der Division Kernenergie bei ČEZ.
Den historisch niedrigsten spezifischen Wasserverbrauch erreichte Temelín im Jahr 2016, als lediglich 2,069 m³ Wasser für eine erzeugte MWh ausreichten. Das aus hydrologischer und betrieblicher Sicht anspruchsvollste Jahr war dagegen 2017 mit einem Wert von 3,279 m³/MWh
https://www.cez.cz/nextcez/cs/pro-media ... rem-236484
/gr/
Temelín bereitet Sicherheitssysteme für die kommenden Jahrzehnte vor
24.07.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník
Budweis – Das Kernkraftwerk Temelín setzt die umfassende Modernisierung wichtiger Komponenten fort, die für die Steuerung der Sicherheitssysteme zuständig sind, darunter Sicherheitspumpen und wichtige Absperrventile. Bis zum Jahr 2029 werden die Energietechniker insgesamt 273 Komponenten der elektrischen Stromversorgung dieser Systeme austauschen. Das Ziel ist es, die langfristige Sicherheit und Betriebsfähigkeit des Kraftwerks zu gewährleisten.
Die von einem Unternehmen aus Příbram gelieferten Spezialkomponenten dienen als Schutzfilter und Adapter für eine der empfindlichsten Einrichtungen des Kraftwerks. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die übliche Netzspannung von 230 Volt auf sehr niedrige Werte zwischen 5 und 24 Volt zu reduzieren. Mit diesem umgewandelten und vollkommen stabilen, schwankungsfreien Strom wird die empfindliche Elektronik kontinuierlich versorgt, die die Sicherheit des gesamten Kraftwerksblocks überwacht.
„Die derzeitige Austauschkampagne konzentriert sich ausschließlich auf den zweiten Kraftwerksblock. Dabei geht es nicht nur um die Erneuerung der Technik selbst, sondern auch um die Strategie für das Ersatzteilmanagement. Die ursprünglichen Stromversorgungsgeräte, die nach wie vor voll funktionsfähig sind, werden nicht ausgemustert, sondern als Servicereserve für den ersten Block weiterverwendet“, erklärte der Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.
/gr/
„Wir haben die Industrieunternehmen gerettet“
Vizepremier Karel Havlíček über Emissionshandel und die Verstaatlichung von ČEZ
24.7.2026 MF DNES Seite 1 - Titelseite
Der Vizepremier und Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) erläutert im Interview mit MF DNES die Pläne zur Verstaatlichung des Energiekonzerns ČEZ, nennt Möglichkeiten für eine weitere Deckelung der Kraftstoffpreise und kritisiert Europas Umgang mit dem Emissionshandelssystem (ETS). Über Präsident Petr Pavel äußert er sich erneut indirekt als über den „Anführer der Opposition“.
-Frage: Einer der wichtigsten Programmpunkte Ihrer jüngsten Reise nach Großbritannien war die Unterzeichnung eines Memorandums über die Zusammenarbeit im Nuklearbereich zwischen der Tschechischen Republik, der ČEZ-Gruppe und dem britischen Unternehmen Rolls-Royce. Dies geschah nur wenige Tage, nachdem die Tschechische Republik die Laufzeit des Kernkraftwerks Temelín bis in die 2080er Jahre verlängert hatte.
Hat Tschechien die Gewissheit, dass sich das lohnt? Und wird das Land bis dahin über einen angemessenen Ersatz verfügen?
-Havlicek: Für Tschechien lohnt sich das hundertprozentig, denn neben den neuen Erzeugungskapazitäten wird es weiterhin über die bestehenden Anlagen in Dukovany und Temelín verfügen. Das rechnet sich wirtschaftlich, auch wenn dort weitere Investitionen erforderlich sind. Solche Investitionen fließen aber ebenso in praktisch neue Blöcke, sobald diese fertiggestellt werden. Nur zur Information: Temelín ist ein vergleichsweise junges Kraftwerk, das 2006 die Nutzungsbewilligung / Kollaudierungsentscheidung erhalten hat. Insgesamt wurden dort bereits 38 Milliarden Kronen investiert – das entspricht mehr als 1,5 Milliarden Kronen pro Jahr. Es muss kontinuierlich investiert werden, aber das zahlt sich aus.
-Frage: Für die tschechische Seite hat auch die ČEZ-Gruppe das Memorandum unterzeichnet. Ihre Regierung verfolgt seit Langem das Ziel, den Konzern zu verstaatlichen. Gibt es inzwischen einen konkreteren Zeitplan?
-Havlicek: Wir verfügen über einen ziemlich genauen Zeitplan. Dabei handelt es sich jedoch um kursrelevante Informationen, deshalb kann ich lediglich bestätigen, dass ČEZ unserer Aufforderung nachgekommen ist. Wir wollen den Erzeugungsbereich vollständig unter staatliche Kontrolle bringen – einschließlich neuer Investitionen, etwa in kleine modulare Reaktoren, aber auch der bestehenden Investitionen in ältere Kernreaktoren, Kohle-, Gas- und erneuerbare Energieanlagen sowie in Lithiumprojekte.
ČEZ hat bereits die dafür notwendigen Schritte eingeleitet. Wir wählen den fairsten Weg, der den Staatshaushalt im Hinblick auf die Dividendeneinnahmen nicht belastet, den Cashflow von ČEZ, der für weitere Investitionen benötigt wird, nicht aushöhlt und nach unserer Einschätzung auch vernünftige Auswirkungen auf die Prager Börse haben wird. Würde die Aktie von der Börse genommen, wäre das für den Kapitalmarkt problematisch.
Es gilt weiterhin das, was wir angekündigt haben: Die Anteile werden zu einem fairen Preis erworben. Der Staat wird außerdem weiterhin die Kontrolle über jene Bereiche behalten, die er teilweise abgibt – also Verteilung, Vertrieb und den ESCO-Bereich (eine Tochtergesellschaft der ČEZ-Gruppe). Statt wie bisher rund 70 Prozent wird der Staat dort künftig 51 Prozent halten, was für seine Entscheidungsbefugnisse völlig ausreichend ist.
Mit den dadurch frei werdenden Mitteln wird der Staat den überwiegenden Teil der Stromerzeugung zurückkaufen können – mit anderen Worten: Er wird die eigentliche ČEZ-Hauptgesellschaft kontrollieren. Das halten wir für außerordentlich wichtig.
-Frage: Sie sagen, die Anteile an ČEZ würden zu einem fairen Preis übernommen. Befürchten Sie nicht, dass dieses Vorhaben scheitern und am Ende sogar zu Schiedsverfahren führen könnte?
-Havlicek: Natürlich handelt es sich um die größte Unternehmenstransaktion in der Geschichte der Tschechischen Republik. Die heutige Eigentümerstruktur ist jedoch eindeutig überholt. Der Staat verfolgt andere Ziele als die Minderheitsaktionäre.
Dass das bisherige Modell eine Zeit lang funktioniert hat, lag daran, dass der Staat damals ein ähnliches Interesse hatte: ein Unternehmen zu besitzen, das solide Gewinne erwirtschaftet, Dividenden ausschüttet und seinen Wert steigert.
Heute investieren Staaten und Regierungen in ganz Europa jedoch nicht mehr in erster Linie in Energiequellen, sondern in Energiesicherheit. Jede neue große Erzeugungsanlage muss vom Staat garantiert werden – das Risiko trägt der Staat. Warum sollten also Minderheitsaktionäre davon profitieren, wenn sie dieses Risiko gar nicht tragen?
Hinzu kommt, dass verschiedene Ausgliederungen und Umstrukturierungen vorgenommen werden. Ein typisches Beispiel ist Dukovany II: Investor ist dort nicht mehr der große ČEZ-Konzern, sondern ein vom Staat kontrolliertes Unternehmen.
Aus allen Blickwinkeln ergibt dieses Vorgehen Sinn, und auch andere EU-Staaten gehen einen ähnlichen Weg. Natürlich wird der Prozess noch anspruchsvoll sein, denn der eigentliche Erwerb der Anteile ist eine komplexe Transaktion. Das ist uns bewusst. Wir wissen, wie und wann wir vorgehen wollen – und vor allem handeln wir berechenbar.
/gr/
Temelín will Wasser sparen: Modernisierung der Wasseraufbereitungsanlage soll weitere Einsparungen bringen
ČTK
21. Juli 2026, oenergetice.cz
Das Kernkraftwerk Temelín bei Budweis bemüht sich, seinen Wasserverbrauch weiter zu senken. Im vergangenen Jahr wurden für die Erzeugung einer Megawattstunde (MWh) Strom 2,476 Kubikmeter Wasser benötigt. Das waren zwei Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt. Weitere Einsparungen soll die Modernisierung der Kühlwasseraufbereitungsanlage bringen, die im kommenden Jahr abgeschlossen werden soll. Dies teilte der Kraftwerkssprecher Marek Sviták heute Journalisten mit.
Das Wasser dient im Kernkraftwerk zur Kühlung der technischen Kreisläufe; ohne Wasser wäre die Stromerzeugung nicht möglich.
„Wasser und Kernenergie sind untrennbar miteinander verbunden. Unser Ziel ist es jedoch, mit dieser wertvollen natürlichen Ressource so verantwortungsvoll wie möglich umzugehen“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter des Geschäftsbereichs Kernenergie.
Der langfristige Durchschnitt des Rohwasserverbrauchs in Temelín liegt seit dem Jahr 2004 bei 2,518 Kubikmetern pro erzeugter Megawattstunde. „Nach Abschluss der umfassenden Modernisierung der Kühlwasseraufbereitungsanlage im Jahr 2027 erwarten wir eine weitere Einsparung im Bereich einiger Prozent“, sagte Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.
Ein großer Teil des in Temelín genutzten Wassers wird nach der Reinigung über das Kleinwasserkraftwerk Kořensko II in die Moldau zurückgeleitet. Durch das Kraftwerk fließen jährlich rund 11 Millionen Kubikmeter Wasser. Dank des Höhenunterschieds von mehr als 130 Metern zwischen dem Kernkraftwerk und dem Flussbett speiste die Anlage im vergangenen Jahr 2,47 Gigawattstunden Strom in das Netz ein.
Seit Beginn dieses Jahres hat Temelín 8,9 Terawattstunden Strom erzeugt. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kraftwerks – 700 Millionen Kronen mehr als im Vorjahr.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... lsi-uspory
/gr/
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln zum Thema Atomenergie vom 27.Juli 2026:
Inhalt:
Plattform gegen das Atommüll-Endlager lehnt Novelle des Baugesetzes ab und will sich an die Senatoren wenden.
Plattform gegen das Endlager will sich wegen der Novelle des Baugesetzes an die Senatoren wenden.
Palisades erwacht zu neuem Leben: US-Kernkraftwerk steht vier Jahre nach der Stilllegung vor dem Neustart.
BIU / OIŽP: Memorandum mit Rolls-Royce ist keine Energiestrategie. Die Tschechische Republik braucht den Ausbau erneuerbarer Energien, nicht weitere Atomexperimente.
Solarenergie soll in sechs Jahren zur weltweit größten Stromquelle werden – der Zubau neuer Leistung wird jedoch in diesem Jahr erstmals zurückgehen.
Tschechien will die ehrgeizigen Ziele Kroatiens im Bereich der Kernenergie unterstützen
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Plattform gegen das Atommüll-Endlager lehnt Novelle des Baugesetzes ab und will sich an die Senatoren wenden
ČTK
26. Juli 2026, oenergetice.cz
Die Plattform gegen das Atommüll-Endlager (Platforma proti hlubinnému úložišti), in der sich 40 Gemeinden und Städte sowie 18 Umweltorganisationen aus Tschechien zusammengeschlossen haben, lehnt die Novelle des Baugesetzes ab, die im August vom Senat beraten werden soll. Nach dem Gesetzentwurf soll ein Endlager für radioaktive Abfälle, für das derzeit vier Standorte in Tschechien geprüft werden, als Bauvorhaben von öffentlichem Nutzen eingestuft werden. Dadurch würden die Möglichkeiten der Gemeinden und Regionen eingeschränkt, ihre berechtigten öffentlichen Interessen zu verteidigen, und Enteignungen erleichtert, teilte die Plattform in einer Pressemitteilung mit. Sie will sich daher an die Senatoren wenden und sie auffordern, die Novelle in ihrer jetzigen Form abzulehnen.
Der Senator für die Regionen Rokycany und Pilsen, Miroslav Kroc (parteilos für STAN), zugleich Bürgermeister der Gemeinde Břasy, erklärte heute gegenüber ČTK, dass er der Novelle des Baugesetzes nicht zustimmen werde und ihre Rückgabe an das Abgeordnetenhaus beantragen wolle. Als Berichterstatter des Verfassungs- und Rechtsausschusses sagte er, der Entwurf lasse sich kaum noch korrigieren, da allein das Grundgesetz rund 250 Seiten umfasse und zusätzlich Berge von Ergänzungen und Stellungnahmen vorlägen. „Wenn wir innerhalb von 30 Tagen Änderungen vornehmen würden, könnte am Ende ein noch schlechterer Gesetzestext entstehen“, sagte er.
Nach Angaben der Plattform soll das Tiefenlager künftig als Bauvorhaben für die Energiesicherheit des Staates eingestuft werden. „Gegen seine Genehmigung wäre dann kein Rechtsmittel mehr zulässig, und es würden kurze Genehmigungsfristen gelten, die nicht verlängert werden könnten. Selbst die betroffenen Behörden, die öffentliche Interessen schützen, hätten nur 20 Tage Zeit, um zu einem derart komplexen Vorhaben mit möglichen Auswirkungen auf das Leben Tausender künftiger Generationen eine Stellungnahme oder verbindliche Entscheidung abzugeben“, erklärte die Plattform. Für eine Klage gegen die erteilte Genehmigung bliebe ihrer Darstellung zufolge lediglich ein Monat Zeit.
„Die geplanten Gesetzesänderungen schränken die Eigentumsrechte der Bürger nicht nur bei der Genehmigung eines Endlagers drastisch ein, sondern bereits bei der Standortsuche. In der Praxis kann dies bedeuten, dass noch vor einer Entscheidung über den eigentlichen Bau erhebliche Eingriffe in ein Gebiet erfolgen. Es handelt sich um eine sogenannte Salamitaktik, die die Position der betroffenen Gemeinden und Grundstückseigentümer weiter schwächt“, sagte Michael Forman (parteilos), Sprecher der Plattform und Bürgermeister von Horažďovice für den Standort Březový potok im Böhmerwald.
Als weitere mögliche Standorte für das Endlager werden Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Janoch bei Temelín geprüft. Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) hat an einigen Standorten bereits mit tiefen geologischen Erkundungsbohrungen begonnen. Gemeinden aus allen betroffenen Regionen haben gegen die Genehmigungen für diese Untersuchungen geklagt. Die Gerichte wiesen die Klagen jedoch ab. Anschließend wurden Kassationsbeschwerden eingelegt, über die noch nicht entschieden wurde; ebenso wie die Klagen haben sie jedoch keine aufschiebende Wirkung.
Die Unternehmen, die die Bohrungen durchführen, müssen sich derzeit mit den Grundstückseigentümern einigen. Einige Gemeinden verweigern den Geologen inzwischen den Zutritt zu ihren Flächen. Nach Angaben der Plattform würde die Gesetzesnovelle jedoch ermöglichen, diese Zustimmung zu umgehen. Investoren oder beauftragte Unternehmen könnten Grundstücke künftig auch ohne Einverständnis der Eigentümer betreten, befahren und dort Untersuchungen durchführen.
„Wir glauben, dass das Gesetz in dieser Form keine Mehrheit finden wird“, sagte Forman.
Nach Ansicht der Gemeinden und Umweltverbände ist die Novelle aufgrund der enormen Zahl an Änderungen problematisch.
Senator Kroc erklärte, das Tiefenlager sei lediglich „ein Hundertstel des Problems“ der vorgeschlagenen Novelle. Er habe bereits rund 80 E-Mails erhalten, in denen er aufgefordert werde, dem Gesetz nicht zuzustimmen. „Nicht eine einzige Nachricht hat mich bisher gebeten, das Gesetz zu unterstützen“, sagte er. Die Novelle wurde am Donnerstag drei Senatsausschüssen zugewiesen.
„Ich weiß, wie ich abstimmen werde. Jetzt werde ich sehen, wie die anderen entscheiden. Vor allem muss ich den Entwurf gründlich studieren. Bereits am Dienstag steht dazu eine Sitzung an“, erklärte Kroc. Er kritisierte insbesondere die im Gesetzentwurf enthaltene Liste großer Infrastrukturprojekte, bei denen weder historische Werte noch Umweltbelange oder die Interessen der Anwohner ausreichend berücksichtigt würden.
„Das ist ein Gesetz für Projektentwickler. Wenn sich aber jemand auf dem Dorf eine Garage bauen möchte, wird er daran fast verzweifeln. Dagegen könnte ein 80-stöckiges Wohnhochhaus innerhalb von 30 Tagen genehmigt werden. Kein Beamter schafft es jedoch, in dieser Zeit 2.000 Seiten Unterlagen zu lesen“, sagte Kroc.
Das Tiefenlager, in dem in rund 500 Metern Tiefe vor allem Tausende Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken dauerhaft eingelagert werden sollen, soll in Tschechien bis zum Jahr 2050 errichtet werden. Der Standort soll bis zum Jahr 2030 ausgewählt werden. Neben Tschechien arbeiten auch andere Staaten an der Vorbereitung entsprechender Endlager.
Die Plattform setzt sich für eine grundlegende Änderung der staatlichen Strategie im Umgang mit abgebrannten Kernbrennstoffen und weiteren radioaktiven Abfällen ein, die sich nicht allein auf ein Tiefenlager beschränkt. Außerdem fordert sie, dass die Entscheidung über den Standort von der Zustimmung der betroffenen Gemeinden abhängig gemacht wird.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... a-senatory
/gr/
Plattform gegen das Endlager will sich wegen der Novelle des Baugesetzes an die Senatoren wenden
27. Juli 2026, Ekolist (ČTK)
Foto: Das weltweit erste Endlager für hochradioaktive Abfälle im finnischen Onkalo.
Die Plattform gegen das Atommüll-Endlager, in der sich 40 Gemeinden und Städte sowie 18 Umweltorganisationen aus Tschechien zusammengeschlossen haben, lehnt die Novelle des Baugesetzes ab, die im August vom Senat beraten werden soll. Nach dem Gesetzentwurf soll das Endlager für radioaktive Abfälle, für das derzeit vier Standorte in Tschechien geprüft werden, als Bauvorhaben von öffentlichem Nutzen eingestuft werden. Dies würde die Möglichkeiten der Gemeinden und Regionen einschränken, ihre berechtigten öffentlichen Interessen zu verteidigen, und Enteignungen erleichtern, erklärte die Plattform in einer Pressemitteilung. Sie will sich deshalb an die Senatoren wenden und sie auffordern, die Novelle in ihrer jetzigen Form abzulehnen.
Nach Angaben der Plattform soll das Tiefenlager künftig außerdem als Bauvorhaben für die Energiesicherheit des Staates gelten. „Gegen seine Genehmigung wäre dann kein Rechtsmittel mehr zulässig, und es würden kurze Genehmigungsfristen gelten, die nicht verlängert werden könnten. Selbst die zuständigen Behörden zum Schutz öffentlicher Interessen hätten nur 20 Tage Zeit, eine Stellungnahme oder ein verbindliches Gutachten zu einem derart komplexen Vorhaben abzugeben, das möglicherweise Auswirkungen auf das Leben Tausender künftiger Generationen haben wird“, erklärte die Plattform.
Für eine Klage gegen die erteilte Genehmigung bliebe ihrer Darstellung zufolge lediglich ein Monat Zeit.
„Die geplanten Gesetzesänderungen schränken die Eigentumsrechte der Bürger nicht nur bei der Genehmigung des Endlagers drastisch ein, sondern bereits bei der Standortsuche. In der Praxis kann dies bedeuten, dass noch vor einer Entscheidung über den eigentlichen Bau erhebliche Eingriffe in das betroffene Gebiet erfolgen. Es handelt sich um eine sogenannte Salamitaktik, die die Position der betroffenen Gemeinden und Grundstückseigentümer weiter schwächt“, sagte Michael Forman (parteilos), Sprecher der Plattform und Bürgermeister von Horažďovice für den Standort Březový potok im Böhmerwald.
Weitere in Betracht gezogene Standorte für das Endlager sind Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Janoch bei Temelín. Die tschechische Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) hat an einigen Standorten bereits mit tiefen geologischen Erkundungsbohrungen begonnen. Gemeinden aus allen betroffenen Regionen haben gegen die Genehmigungen für diese Untersuchungen geklagt. Die Gerichte wiesen die Klagen jedoch ab. Anschließend wurden Kassationsbeschwerden eingelegt, über die noch nicht entschieden wurde. Diese haben jedoch – ebenso wie die Klagen – keine aufschiebende Wirkung.
Die Unternehmen, die die Bohrungen durchführen, müssen sich derzeit mit den Grundstückseigentümern einigen. Einige Gemeinden verweigern den Geologen inzwischen den Zutritt zu ihren Flächen. Nach Angaben der Plattform würde die Gesetzesnovelle jedoch ermöglichen, diese Zustimmung zu umgehen. Investoren oder beauftragte Unternehmen könnten Grundstücke künftig auch ohne Einverständnis der Eigentümer betreten, befahren und dort Untersuchungen durchführen. „Wir glauben fest, dass das Gesetz in dieser Form keine Mehrheit finden wird“, sagte Forman.
Nach Auffassung der Gemeinden und Umweltverbände ist die Novelle aufgrund der außerordentlich großen Zahl an Änderungen problematisch.
Das Tiefenlager, in dem in einer Tiefe von rund 500 Metern vor allem Tausende Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken dauerhaft eingelagert werden sollen, soll in Tschechien bis zum Jahr 2050 errichtet werden. Der Standort soll bis zum Jahr 2030 ausgewählt werden. Neben Tschechien bereiten auch andere Staaten die Errichtung entsprechender Endlager vor.
Die Plattform setzt sich für eine grundlegende Änderung der staatlichen Strategie im Umgang mit abgebrannten Kernbrennstoffen und anderen radioaktiven Abfällen ein, die sich nicht allein auf ein Tiefenlager beschränkt. Darüber hinaus fordert sie, dass die Entscheidung über den Endlagerstandort von der Zustimmung der betroffenen Gemeinden abhängig gemacht wird.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/zpr ... a-senatory
/gr/
Palisades erwacht zu neuem Leben: US-Kernkraftwerk steht vier Jahre nach der Stilllegung vor dem Neustart
Autor: Jiří Salavec
25. Juli 2026, oenergetice.cz
Der Neustart des US-amerikanischen Kernkraftwerks Palisades mit einer installierten Leistung von 805 MW ist einen entscheidenden Schritt näher gerückt. Anfang Juli schlossen die Techniker die letzten wesentlichen Arbeiten mit der Installation des Turbogenerators an seinem endgültigen Standort ab. Vor dem Beladen des Reaktors mit Kernbrennstoff stehen zwar noch zahlreiche Inspektionen und Sicherheitsprüfungen an, die Wiederinbetriebnahme des Blocks wird jedoch noch im Laufe dieses Jahres erwartet. Das Kernkraftwerk im Südwesten des Bundesstaates Michigan erzeugte von 1971 bis 2022 Strom.
Das US-Energieunternehmen Holtec International teilte mit, dass das Projekt zur Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Kernkraftwerks Palisades erhebliche Fortschritte gemacht habe. Die Techniker vor Ort hätten die letzte der großen Modernisierungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen – die Installation des Turbogenerators. Vor der Inbetriebnahme stehen nun lediglich routinemäßige Wartungsarbeiten, Inspektionen sowie Tests zur Überprüfung der Betriebsbereitschaft an.
„Diese Meilensteine spiegeln die enorme Arbeit wider, die während des Restart-Projekts in allen Bereichen des Kraftwerks geleistet wurde. Nun konzentrieren wir uns auf die sichere Durchführung der verbleibenden Tests, Verifizierungen und betrieblichen Maßnahmen, die vor dem Anfahren erforderlich sind. Das Kraftwerk gewinnt seine Leistungsfähigkeit zurück, und die Professionalität sowie das Engagement unserer Mitarbeiter bringen das Projekt weiterhin voran“, erklärten der Leiter der Geschäftseinheit Steven Soler und der Standort-Vizepräsident Michael Schultheis.
Holtec hob außerdem hervor, dass auch das neue System zur Handhabung von Kernbrennstoff einen wichtigen Meilenstein darstellt. Neben zahlreichen neuen oder modernisierten Komponenten wurden auch die übrigen Anlagensysteme umfassend überprüft, um sicherzustellen, dass sie die Voraussetzungen für einen langfristig zuverlässigen Betrieb erfüllen.
Neustart nach vier Jahren….
Das Kernkraftwerk Palisades im US-Bundesstaat Michigan mit einer installierten Leistung von 805 MW produzierte von 1971 bis Mai 2022 Strom. Bereits im Jahr 2024 stellte die US-Regierung finanzielle Mittel für die Wiederinbetriebnahme der Anlage bereit, woraufhin Holtec konkrete Schritte zur Umsetzung des Projekts einleitete.
„Die in Palisades erzielten Fortschritte sind beeindruckend und spiegeln das Engagement sowie die Professionalität des Teams wider, das diesen historischen Neustart ermöglicht. Die Wiederinbetriebnahme dieser Anlage wird die Energiesicherheit stärken, gut bezahlte Arbeitsplätze sichern und die wichtige Rolle des Südwestens von Michigan für die Energiezukunft Amerikas und die Zukunft der Kernenergie weiter ausbauen“, erklärte der Kongressabgeordnete Bill Huizenga.
Palisades wird das erste Kernkraftwerk in den USA sein, das wieder in Betrieb genommen wird, nachdem sämtlicher Kernbrennstoff aus dem Reaktor entfernt worden war. Ein weiteres Projekt, das sich in der Endphase der Wiederinbetriebnahme befindet, ist das Crane Clean Energy Center (das frühere Kernkraftwerk Three Mile Island). Die Wiederinbetriebnahme bestehender Anlagen sowie die Vorbereitung neuer Kernkraftwerke werden vor allem durch die steigende Stromnachfrage von Rechenzentren angetrieben, die Anwendungen der künstlichen Intelligenz betreiben. Aus demselben Grund leitete auch der Eigentümer des Kernkraftwerks Duane Arnold im vergangenen Jahr Schritte zu dessen Wiederinbetriebnahme ein.
„Während wir in die Schlussphase dieses historischen Vorhabens eintreten, sind wir dankbar für die Unterstützung unserer Partner auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Der Neustart des Reaktors von Palisades wird dauerhaft als Beweis dafür dienen, was erreicht werden kann, wenn Regierung und Privatwirtschaft gemeinsam auf ein wichtiges nationales Ziel hinarbeiten“, erklärte Dr. Kris Singh, Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer von Holtec International.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ech-letech
BIU / OIŽP: Memorandum mit Rolls-Royce ist keine Energiestrategie. Die Tschechische Republik braucht den Ausbau erneuerbarer Energien, nicht weitere Atomexperimente
22. Juli 2026 oenergetice.cz
Autorin: Gabriela Reitingerová
Die Bürgerinitiative für Umweltschutz (BIU / OIŽP) betrachtet die Unterzeichnung des Memorandums zwischen dem tschechischen Ministerium für Industrie und Handel, dem Energieunternehmen ČEZ und dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR als einen weiteren Schritt, der von den tatsächlichen Prioritäten der tschechischen Energiepolitik ablenkt. Anstatt den Ausbau erneuerbarer Energien und die Modernisierung der Stromnetze zu beschleunigen, setzt die Regierung auf eine Technologie, die bislang nirgendwo in Europa kommerziell betrieben wird und deren wirtschaftliche sowie sicherheitstechnische Parameter weiterhin ungewiss sind.
„Ein Memorandum allein erzeugt keinen Strom. Die Tschechische Republik verliert jedoch wertvolle Zeit. Während die meisten europäischen Staaten massiv in Wind- und Solarenergie, Energiespeicher, intelligente Stromnetze und Energieeinsparungen investieren, verspricht die tschechische Regierung erneut eine nukleare Zukunft, die auf Technologien basiert, die bislang vor allem auf dem Papier existieren“, erklärte Gabriela Reitingerová von der BIU / OIŽP.
Die Regierung bezeichnet die geplanten Reaktoren von Rolls-Royce als Small Modular Reactors (SMR). Diese Bezeichnung kann jedoch irreführend sein. Die elektrische Leistung eines Rolls-Royce-SMR-Reaktors soll rund 470 MW betragen – also nur geringfügig weniger als die heutigen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany. Es handelt sich daher im üblichen Wortsinn keineswegs um „kleine“ Reaktoren, sondern um Anlagen mit einer Leistung, die mit den heutigen großen Kernkraftwerksblöcken vergleichbar ist.
Ebenso problematisch sind die wirtschaftlichen Argumente. Befürworter der SMR sprechen häufig von niedrigeren Baukosten aufgrund einer Serienfertigung. Eine solche Serienproduktion existiert jedoch bislang nicht und wurde in der Praxis auch nicht erprobt. Kein kommerziell betriebener Reaktor dieses Typs ist bisher in Europa in Betrieb. Daher lässt sich nicht behaupten, dass es sich um eine kostengünstige Technologie handelt. Im Gegenteil zeigen die Erfahrungen mit dem Bau neuer Kernkraftwerke in Europa und den USA, dass Kernenergieprojekte häufig mit erheblichen Kostensteigerungen und jahrelangen Verzögerungen verbunden sind.
Auch aus sicherheitstechnischer Sicht stellen kleine modulare Reaktoren keinen grundlegenden Durchbruch dar. Zwar verfügen einige Konzepte über modernere Sicherheitssysteme, dennoch handelt es sich weiterhin um kerntechnische Anlagen, die hochradioaktive Abfälle erzeugen und einen strengen Schutz vor Unfällen, Naturkatastrophen und möglichen Sicherheitsbedrohungen erfordern. Mit dem Bau neuer Reaktoren wird zugleich die Lösung der Endlagerfrage für hochradioaktive Abfälle weiter hinausgeschoben – ein Problem, für das die Tschechische Republik bis heute keine Lösung gefunden hat.
Die BIU / OIŽP erinnert zugleich daran, dass die Vorbereitung neuer Kernenergieprojekte vollständig im Einklang mit dem tschechischen und europäischen Recht erfolgen muss. Für die geplanten SMR am Standort Tušimice läuft bereits das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP/EIA). Daran beteiligen sich bereits Umweltverbände, Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland. Die BIU / OIŽP betont, dass dieses Verfahren keine bloße Formalität sein darf und dass alle geplanten Standorte für neue Kernreaktoren – Temelín in Südböhmen, Tušimice in der Region Ústí nad Labem sowie Dětmarovice in der Mährisch-Schlesischen Region – transparent geprüft werden müssen. Dies schließt auch die Bewertung kumulativer und grenzüberschreitender Auswirkungen sowie eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit und der Nachbarstaaten ein.
Die Tschechische Republik gehört zudem seit Langem zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit einem unterdurchschnittlichen Anteil der Stromerzeugung aus Windenergie. Der Ausbau erneuerbarer Energien bleibt deutlich hinter dem der meisten EU-Mitgliedstaaten zurück. Gerade hier besteht jedoch das größte Potenzial, die Energiesicherheit rasch zu stärken, die Treibhausgasemissionen zu senken und die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern.
„Jede Milliarde, die in Energieeinsparungen, Windkraftanlagen, Photovoltaik, Energiespeicher oder die Modernisierung der Verteilnetze investiert wird, bringt deutlich schneller Ergebnisse als neue Kernenergieprojekte. Die Tschechische Republik braucht eine Energieversorgung des 21. Jahrhunderts, die auf vielfältigen erneuerbaren Energiequellen und einem flexiblen Stromnetz basiert – und nicht eine weitere Abhängigkeit von einer Technologie, deren kommerzieller Erfolg erst noch bewiesen werden muss“, schließt Gabriela Reitingerová.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/tis ... ju-nikoliv
Solarenergie soll in sechs Jahren zur weltweit größten Stromquelle werden – der Zubau neuer Leistung wird jedoch in diesem Jahr erstmals zurückgehen
Autor: Jan Budín
24. Juli 2026, oenergetice.cz
Nach einer Prognose der Marktforscher von BloombergNEF (BNEF) könnten Solarkraftwerke bis zum Jahr 2032 Kohlekraftwerke als größte globale Stromquelle ablösen. Dies gilt, obwohl die neu installierte Solarleistung in diesem Jahr voraussichtlich erstmals zurückgehen wird – eine Folge des Einbruchs bei den Neuinstallationen in China.
Die jährlich neu installierte Leistung von Solaranlagen ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2016 lag sie bei rund 70 GW, im vergangenen Jahr bereits bei mehr als 650 GW. Für das laufende Jahr rechnen die Analysten von BNEF jedoch erstmals mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr – um knapp 2 % auf rund 640 GW.
Hauptursache für diesen Rückgang der Solarneuonstallationen ist die sinkende Zahl neuer Solaranlagen in China, wo in diesem Jahr voraussichtlich 310 GW neue Leistung installiert werden. Trotz dieses Rückgangs wird China den Weltmarkt weiterhin deutlich dominieren. Indien und die USA, die auf den Plätzen zwei und drei liegen, dürften jeweils rund 50 GW neue Solarleistung zubauen. In Europa werden Deutschland mit 17 GW, Spanien mit 10 GW und Italien mit 9 GW als wichtigste Wachstumsmärkte erwartet.
Trotz der vorübergehenden Abschwächung beim Ausbau wird die Bedeutung der Solarenergie in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Ab dem Jahr 2032 dürfte sie zur größten Stromquelle weltweit werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Anteil der Stromerzeugung aus Kohle- und Gaskraftwerken an der weltweiten Stromproduktion weiter sinkt, während Wind- und Solarenergie ihren Anteil mit vergleichsweise hohem Tempo ausbauen.
Quelle: https://oenergetice.cz/obnovitelne-zdro ... cne-klesne
/gr/
Tschechien will die ehrgeizigen Ziele Kroatiens im Bereich der Kernenergie unterstützen
25.07.2026 Tschechischer Rundfunk - ČRo Plus
Rubrik: 03:30 Nachtsendung
In der kroatischen Hauptstadt Zagreb treffen sich derzeit Vertreter tschechischer Unternehmen und Experten der Kernenergiebranche. Kroatien will den Anteil der Kernenergie an seinem Energiemix rasch erhöhen. Sowohl die tschechische als auch die kroatische Seite sehen darin wirtschaftliches Potenzial und die Chance auf eine engere Partnerschaft.
Moderator:
Der tschechische Außenminister Petr Macinka von der Partei Motoristé sobě / Motoristen eröffnete das tschechisch-kroatische Seminar zum Thema Kernenergie mit einem Lob für die ehrgeizigen Ziele Kroatiens in diesem Bereich.
Derzeit deckt die Kernenergie 16 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs des Landes – dank der Stromlieferungen aus dem Kernkraftwerk Krško. An dieser Anlage, die sich auf slowenischem Staatsgebiet befindet, ist Kroatien zu 50 Prozent beteiligt.
Die Regierung in Zagreb verabschiedete im Mai ein Gesetz, dessen strategisches Ziel darin besteht, den Anteil der Kernenergie am Energiemix auf mindestens 30 Prozent zu erhöhen – und zwar bereits bis zum Jahr 2040.
Aus Zagreb berichtete Tea Veseláková, Radiožurnál.
/gr/
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Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Plattform gegen das Atommüll-Endlager lehnt Novelle des Baugesetzes ab und will sich an die Senatoren wenden.
Plattform gegen das Endlager will sich wegen der Novelle des Baugesetzes an die Senatoren wenden.
Palisades erwacht zu neuem Leben: US-Kernkraftwerk steht vier Jahre nach der Stilllegung vor dem Neustart.
BIU / OIŽP: Memorandum mit Rolls-Royce ist keine Energiestrategie. Die Tschechische Republik braucht den Ausbau erneuerbarer Energien, nicht weitere Atomexperimente.
Solarenergie soll in sechs Jahren zur weltweit größten Stromquelle werden – der Zubau neuer Leistung wird jedoch in diesem Jahr erstmals zurückgehen.
Tschechien will die ehrgeizigen Ziele Kroatiens im Bereich der Kernenergie unterstützen
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Plattform gegen das Atommüll-Endlager lehnt Novelle des Baugesetzes ab und will sich an die Senatoren wenden
ČTK
26. Juli 2026, oenergetice.cz
Die Plattform gegen das Atommüll-Endlager (Platforma proti hlubinnému úložišti), in der sich 40 Gemeinden und Städte sowie 18 Umweltorganisationen aus Tschechien zusammengeschlossen haben, lehnt die Novelle des Baugesetzes ab, die im August vom Senat beraten werden soll. Nach dem Gesetzentwurf soll ein Endlager für radioaktive Abfälle, für das derzeit vier Standorte in Tschechien geprüft werden, als Bauvorhaben von öffentlichem Nutzen eingestuft werden. Dadurch würden die Möglichkeiten der Gemeinden und Regionen eingeschränkt, ihre berechtigten öffentlichen Interessen zu verteidigen, und Enteignungen erleichtert, teilte die Plattform in einer Pressemitteilung mit. Sie will sich daher an die Senatoren wenden und sie auffordern, die Novelle in ihrer jetzigen Form abzulehnen.
Der Senator für die Regionen Rokycany und Pilsen, Miroslav Kroc (parteilos für STAN), zugleich Bürgermeister der Gemeinde Břasy, erklärte heute gegenüber ČTK, dass er der Novelle des Baugesetzes nicht zustimmen werde und ihre Rückgabe an das Abgeordnetenhaus beantragen wolle. Als Berichterstatter des Verfassungs- und Rechtsausschusses sagte er, der Entwurf lasse sich kaum noch korrigieren, da allein das Grundgesetz rund 250 Seiten umfasse und zusätzlich Berge von Ergänzungen und Stellungnahmen vorlägen. „Wenn wir innerhalb von 30 Tagen Änderungen vornehmen würden, könnte am Ende ein noch schlechterer Gesetzestext entstehen“, sagte er.
Nach Angaben der Plattform soll das Tiefenlager künftig als Bauvorhaben für die Energiesicherheit des Staates eingestuft werden. „Gegen seine Genehmigung wäre dann kein Rechtsmittel mehr zulässig, und es würden kurze Genehmigungsfristen gelten, die nicht verlängert werden könnten. Selbst die betroffenen Behörden, die öffentliche Interessen schützen, hätten nur 20 Tage Zeit, um zu einem derart komplexen Vorhaben mit möglichen Auswirkungen auf das Leben Tausender künftiger Generationen eine Stellungnahme oder verbindliche Entscheidung abzugeben“, erklärte die Plattform. Für eine Klage gegen die erteilte Genehmigung bliebe ihrer Darstellung zufolge lediglich ein Monat Zeit.
„Die geplanten Gesetzesänderungen schränken die Eigentumsrechte der Bürger nicht nur bei der Genehmigung eines Endlagers drastisch ein, sondern bereits bei der Standortsuche. In der Praxis kann dies bedeuten, dass noch vor einer Entscheidung über den eigentlichen Bau erhebliche Eingriffe in ein Gebiet erfolgen. Es handelt sich um eine sogenannte Salamitaktik, die die Position der betroffenen Gemeinden und Grundstückseigentümer weiter schwächt“, sagte Michael Forman (parteilos), Sprecher der Plattform und Bürgermeister von Horažďovice für den Standort Březový potok im Böhmerwald.
Als weitere mögliche Standorte für das Endlager werden Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Janoch bei Temelín geprüft. Die Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) hat an einigen Standorten bereits mit tiefen geologischen Erkundungsbohrungen begonnen. Gemeinden aus allen betroffenen Regionen haben gegen die Genehmigungen für diese Untersuchungen geklagt. Die Gerichte wiesen die Klagen jedoch ab. Anschließend wurden Kassationsbeschwerden eingelegt, über die noch nicht entschieden wurde; ebenso wie die Klagen haben sie jedoch keine aufschiebende Wirkung.
Die Unternehmen, die die Bohrungen durchführen, müssen sich derzeit mit den Grundstückseigentümern einigen. Einige Gemeinden verweigern den Geologen inzwischen den Zutritt zu ihren Flächen. Nach Angaben der Plattform würde die Gesetzesnovelle jedoch ermöglichen, diese Zustimmung zu umgehen. Investoren oder beauftragte Unternehmen könnten Grundstücke künftig auch ohne Einverständnis der Eigentümer betreten, befahren und dort Untersuchungen durchführen.
„Wir glauben, dass das Gesetz in dieser Form keine Mehrheit finden wird“, sagte Forman.
Nach Ansicht der Gemeinden und Umweltverbände ist die Novelle aufgrund der enormen Zahl an Änderungen problematisch.
Senator Kroc erklärte, das Tiefenlager sei lediglich „ein Hundertstel des Problems“ der vorgeschlagenen Novelle. Er habe bereits rund 80 E-Mails erhalten, in denen er aufgefordert werde, dem Gesetz nicht zuzustimmen. „Nicht eine einzige Nachricht hat mich bisher gebeten, das Gesetz zu unterstützen“, sagte er. Die Novelle wurde am Donnerstag drei Senatsausschüssen zugewiesen.
„Ich weiß, wie ich abstimmen werde. Jetzt werde ich sehen, wie die anderen entscheiden. Vor allem muss ich den Entwurf gründlich studieren. Bereits am Dienstag steht dazu eine Sitzung an“, erklärte Kroc. Er kritisierte insbesondere die im Gesetzentwurf enthaltene Liste großer Infrastrukturprojekte, bei denen weder historische Werte noch Umweltbelange oder die Interessen der Anwohner ausreichend berücksichtigt würden.
„Das ist ein Gesetz für Projektentwickler. Wenn sich aber jemand auf dem Dorf eine Garage bauen möchte, wird er daran fast verzweifeln. Dagegen könnte ein 80-stöckiges Wohnhochhaus innerhalb von 30 Tagen genehmigt werden. Kein Beamter schafft es jedoch, in dieser Zeit 2.000 Seiten Unterlagen zu lesen“, sagte Kroc.
Das Tiefenlager, in dem in rund 500 Metern Tiefe vor allem Tausende Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken dauerhaft eingelagert werden sollen, soll in Tschechien bis zum Jahr 2050 errichtet werden. Der Standort soll bis zum Jahr 2030 ausgewählt werden. Neben Tschechien arbeiten auch andere Staaten an der Vorbereitung entsprechender Endlager.
Die Plattform setzt sich für eine grundlegende Änderung der staatlichen Strategie im Umgang mit abgebrannten Kernbrennstoffen und weiteren radioaktiven Abfällen ein, die sich nicht allein auf ein Tiefenlager beschränkt. Außerdem fordert sie, dass die Entscheidung über den Standort von der Zustimmung der betroffenen Gemeinden abhängig gemacht wird.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... a-senatory
/gr/
Plattform gegen das Endlager will sich wegen der Novelle des Baugesetzes an die Senatoren wenden
27. Juli 2026, Ekolist (ČTK)
Foto: Das weltweit erste Endlager für hochradioaktive Abfälle im finnischen Onkalo.
Die Plattform gegen das Atommüll-Endlager, in der sich 40 Gemeinden und Städte sowie 18 Umweltorganisationen aus Tschechien zusammengeschlossen haben, lehnt die Novelle des Baugesetzes ab, die im August vom Senat beraten werden soll. Nach dem Gesetzentwurf soll das Endlager für radioaktive Abfälle, für das derzeit vier Standorte in Tschechien geprüft werden, als Bauvorhaben von öffentlichem Nutzen eingestuft werden. Dies würde die Möglichkeiten der Gemeinden und Regionen einschränken, ihre berechtigten öffentlichen Interessen zu verteidigen, und Enteignungen erleichtern, erklärte die Plattform in einer Pressemitteilung. Sie will sich deshalb an die Senatoren wenden und sie auffordern, die Novelle in ihrer jetzigen Form abzulehnen.
Nach Angaben der Plattform soll das Tiefenlager künftig außerdem als Bauvorhaben für die Energiesicherheit des Staates gelten. „Gegen seine Genehmigung wäre dann kein Rechtsmittel mehr zulässig, und es würden kurze Genehmigungsfristen gelten, die nicht verlängert werden könnten. Selbst die zuständigen Behörden zum Schutz öffentlicher Interessen hätten nur 20 Tage Zeit, eine Stellungnahme oder ein verbindliches Gutachten zu einem derart komplexen Vorhaben abzugeben, das möglicherweise Auswirkungen auf das Leben Tausender künftiger Generationen haben wird“, erklärte die Plattform.
Für eine Klage gegen die erteilte Genehmigung bliebe ihrer Darstellung zufolge lediglich ein Monat Zeit.
„Die geplanten Gesetzesänderungen schränken die Eigentumsrechte der Bürger nicht nur bei der Genehmigung des Endlagers drastisch ein, sondern bereits bei der Standortsuche. In der Praxis kann dies bedeuten, dass noch vor einer Entscheidung über den eigentlichen Bau erhebliche Eingriffe in das betroffene Gebiet erfolgen. Es handelt sich um eine sogenannte Salamitaktik, die die Position der betroffenen Gemeinden und Grundstückseigentümer weiter schwächt“, sagte Michael Forman (parteilos), Sprecher der Plattform und Bürgermeister von Horažďovice für den Standort Březový potok im Böhmerwald.
Weitere in Betracht gezogene Standorte für das Endlager sind Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Janoch bei Temelín. Die tschechische Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) hat an einigen Standorten bereits mit tiefen geologischen Erkundungsbohrungen begonnen. Gemeinden aus allen betroffenen Regionen haben gegen die Genehmigungen für diese Untersuchungen geklagt. Die Gerichte wiesen die Klagen jedoch ab. Anschließend wurden Kassationsbeschwerden eingelegt, über die noch nicht entschieden wurde. Diese haben jedoch – ebenso wie die Klagen – keine aufschiebende Wirkung.
Die Unternehmen, die die Bohrungen durchführen, müssen sich derzeit mit den Grundstückseigentümern einigen. Einige Gemeinden verweigern den Geologen inzwischen den Zutritt zu ihren Flächen. Nach Angaben der Plattform würde die Gesetzesnovelle jedoch ermöglichen, diese Zustimmung zu umgehen. Investoren oder beauftragte Unternehmen könnten Grundstücke künftig auch ohne Einverständnis der Eigentümer betreten, befahren und dort Untersuchungen durchführen. „Wir glauben fest, dass das Gesetz in dieser Form keine Mehrheit finden wird“, sagte Forman.
Nach Auffassung der Gemeinden und Umweltverbände ist die Novelle aufgrund der außerordentlich großen Zahl an Änderungen problematisch.
Das Tiefenlager, in dem in einer Tiefe von rund 500 Metern vor allem Tausende Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken dauerhaft eingelagert werden sollen, soll in Tschechien bis zum Jahr 2050 errichtet werden. Der Standort soll bis zum Jahr 2030 ausgewählt werden. Neben Tschechien bereiten auch andere Staaten die Errichtung entsprechender Endlager vor.
Die Plattform setzt sich für eine grundlegende Änderung der staatlichen Strategie im Umgang mit abgebrannten Kernbrennstoffen und anderen radioaktiven Abfällen ein, die sich nicht allein auf ein Tiefenlager beschränkt. Darüber hinaus fordert sie, dass die Entscheidung über den Endlagerstandort von der Zustimmung der betroffenen Gemeinden abhängig gemacht wird.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/zpr ... a-senatory
/gr/
Palisades erwacht zu neuem Leben: US-Kernkraftwerk steht vier Jahre nach der Stilllegung vor dem Neustart
Autor: Jiří Salavec
25. Juli 2026, oenergetice.cz
Der Neustart des US-amerikanischen Kernkraftwerks Palisades mit einer installierten Leistung von 805 MW ist einen entscheidenden Schritt näher gerückt. Anfang Juli schlossen die Techniker die letzten wesentlichen Arbeiten mit der Installation des Turbogenerators an seinem endgültigen Standort ab. Vor dem Beladen des Reaktors mit Kernbrennstoff stehen zwar noch zahlreiche Inspektionen und Sicherheitsprüfungen an, die Wiederinbetriebnahme des Blocks wird jedoch noch im Laufe dieses Jahres erwartet. Das Kernkraftwerk im Südwesten des Bundesstaates Michigan erzeugte von 1971 bis 2022 Strom.
Das US-Energieunternehmen Holtec International teilte mit, dass das Projekt zur Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Kernkraftwerks Palisades erhebliche Fortschritte gemacht habe. Die Techniker vor Ort hätten die letzte der großen Modernisierungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen – die Installation des Turbogenerators. Vor der Inbetriebnahme stehen nun lediglich routinemäßige Wartungsarbeiten, Inspektionen sowie Tests zur Überprüfung der Betriebsbereitschaft an.
„Diese Meilensteine spiegeln die enorme Arbeit wider, die während des Restart-Projekts in allen Bereichen des Kraftwerks geleistet wurde. Nun konzentrieren wir uns auf die sichere Durchführung der verbleibenden Tests, Verifizierungen und betrieblichen Maßnahmen, die vor dem Anfahren erforderlich sind. Das Kraftwerk gewinnt seine Leistungsfähigkeit zurück, und die Professionalität sowie das Engagement unserer Mitarbeiter bringen das Projekt weiterhin voran“, erklärten der Leiter der Geschäftseinheit Steven Soler und der Standort-Vizepräsident Michael Schultheis.
Holtec hob außerdem hervor, dass auch das neue System zur Handhabung von Kernbrennstoff einen wichtigen Meilenstein darstellt. Neben zahlreichen neuen oder modernisierten Komponenten wurden auch die übrigen Anlagensysteme umfassend überprüft, um sicherzustellen, dass sie die Voraussetzungen für einen langfristig zuverlässigen Betrieb erfüllen.
Neustart nach vier Jahren….
Das Kernkraftwerk Palisades im US-Bundesstaat Michigan mit einer installierten Leistung von 805 MW produzierte von 1971 bis Mai 2022 Strom. Bereits im Jahr 2024 stellte die US-Regierung finanzielle Mittel für die Wiederinbetriebnahme der Anlage bereit, woraufhin Holtec konkrete Schritte zur Umsetzung des Projekts einleitete.
„Die in Palisades erzielten Fortschritte sind beeindruckend und spiegeln das Engagement sowie die Professionalität des Teams wider, das diesen historischen Neustart ermöglicht. Die Wiederinbetriebnahme dieser Anlage wird die Energiesicherheit stärken, gut bezahlte Arbeitsplätze sichern und die wichtige Rolle des Südwestens von Michigan für die Energiezukunft Amerikas und die Zukunft der Kernenergie weiter ausbauen“, erklärte der Kongressabgeordnete Bill Huizenga.
Palisades wird das erste Kernkraftwerk in den USA sein, das wieder in Betrieb genommen wird, nachdem sämtlicher Kernbrennstoff aus dem Reaktor entfernt worden war. Ein weiteres Projekt, das sich in der Endphase der Wiederinbetriebnahme befindet, ist das Crane Clean Energy Center (das frühere Kernkraftwerk Three Mile Island). Die Wiederinbetriebnahme bestehender Anlagen sowie die Vorbereitung neuer Kernkraftwerke werden vor allem durch die steigende Stromnachfrage von Rechenzentren angetrieben, die Anwendungen der künstlichen Intelligenz betreiben. Aus demselben Grund leitete auch der Eigentümer des Kernkraftwerks Duane Arnold im vergangenen Jahr Schritte zu dessen Wiederinbetriebnahme ein.
„Während wir in die Schlussphase dieses historischen Vorhabens eintreten, sind wir dankbar für die Unterstützung unserer Partner auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Der Neustart des Reaktors von Palisades wird dauerhaft als Beweis dafür dienen, was erreicht werden kann, wenn Regierung und Privatwirtschaft gemeinsam auf ein wichtiges nationales Ziel hinarbeiten“, erklärte Dr. Kris Singh, Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer von Holtec International.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... ech-letech
BIU / OIŽP: Memorandum mit Rolls-Royce ist keine Energiestrategie. Die Tschechische Republik braucht den Ausbau erneuerbarer Energien, nicht weitere Atomexperimente
22. Juli 2026 oenergetice.cz
Autorin: Gabriela Reitingerová
Die Bürgerinitiative für Umweltschutz (BIU / OIŽP) betrachtet die Unterzeichnung des Memorandums zwischen dem tschechischen Ministerium für Industrie und Handel, dem Energieunternehmen ČEZ und dem britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR als einen weiteren Schritt, der von den tatsächlichen Prioritäten der tschechischen Energiepolitik ablenkt. Anstatt den Ausbau erneuerbarer Energien und die Modernisierung der Stromnetze zu beschleunigen, setzt die Regierung auf eine Technologie, die bislang nirgendwo in Europa kommerziell betrieben wird und deren wirtschaftliche sowie sicherheitstechnische Parameter weiterhin ungewiss sind.
„Ein Memorandum allein erzeugt keinen Strom. Die Tschechische Republik verliert jedoch wertvolle Zeit. Während die meisten europäischen Staaten massiv in Wind- und Solarenergie, Energiespeicher, intelligente Stromnetze und Energieeinsparungen investieren, verspricht die tschechische Regierung erneut eine nukleare Zukunft, die auf Technologien basiert, die bislang vor allem auf dem Papier existieren“, erklärte Gabriela Reitingerová von der BIU / OIŽP.
Die Regierung bezeichnet die geplanten Reaktoren von Rolls-Royce als Small Modular Reactors (SMR). Diese Bezeichnung kann jedoch irreführend sein. Die elektrische Leistung eines Rolls-Royce-SMR-Reaktors soll rund 470 MW betragen – also nur geringfügig weniger als die heutigen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany. Es handelt sich daher im üblichen Wortsinn keineswegs um „kleine“ Reaktoren, sondern um Anlagen mit einer Leistung, die mit den heutigen großen Kernkraftwerksblöcken vergleichbar ist.
Ebenso problematisch sind die wirtschaftlichen Argumente. Befürworter der SMR sprechen häufig von niedrigeren Baukosten aufgrund einer Serienfertigung. Eine solche Serienproduktion existiert jedoch bislang nicht und wurde in der Praxis auch nicht erprobt. Kein kommerziell betriebener Reaktor dieses Typs ist bisher in Europa in Betrieb. Daher lässt sich nicht behaupten, dass es sich um eine kostengünstige Technologie handelt. Im Gegenteil zeigen die Erfahrungen mit dem Bau neuer Kernkraftwerke in Europa und den USA, dass Kernenergieprojekte häufig mit erheblichen Kostensteigerungen und jahrelangen Verzögerungen verbunden sind.
Auch aus sicherheitstechnischer Sicht stellen kleine modulare Reaktoren keinen grundlegenden Durchbruch dar. Zwar verfügen einige Konzepte über modernere Sicherheitssysteme, dennoch handelt es sich weiterhin um kerntechnische Anlagen, die hochradioaktive Abfälle erzeugen und einen strengen Schutz vor Unfällen, Naturkatastrophen und möglichen Sicherheitsbedrohungen erfordern. Mit dem Bau neuer Reaktoren wird zugleich die Lösung der Endlagerfrage für hochradioaktive Abfälle weiter hinausgeschoben – ein Problem, für das die Tschechische Republik bis heute keine Lösung gefunden hat.
Die BIU / OIŽP erinnert zugleich daran, dass die Vorbereitung neuer Kernenergieprojekte vollständig im Einklang mit dem tschechischen und europäischen Recht erfolgen muss. Für die geplanten SMR am Standort Tušimice läuft bereits das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP/EIA). Daran beteiligen sich bereits Umweltverbände, Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland. Die BIU / OIŽP betont, dass dieses Verfahren keine bloße Formalität sein darf und dass alle geplanten Standorte für neue Kernreaktoren – Temelín in Südböhmen, Tušimice in der Region Ústí nad Labem sowie Dětmarovice in der Mährisch-Schlesischen Region – transparent geprüft werden müssen. Dies schließt auch die Bewertung kumulativer und grenzüberschreitender Auswirkungen sowie eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit und der Nachbarstaaten ein.
Die Tschechische Republik gehört zudem seit Langem zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit einem unterdurchschnittlichen Anteil der Stromerzeugung aus Windenergie. Der Ausbau erneuerbarer Energien bleibt deutlich hinter dem der meisten EU-Mitgliedstaaten zurück. Gerade hier besteht jedoch das größte Potenzial, die Energiesicherheit rasch zu stärken, die Treibhausgasemissionen zu senken und die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern.
„Jede Milliarde, die in Energieeinsparungen, Windkraftanlagen, Photovoltaik, Energiespeicher oder die Modernisierung der Verteilnetze investiert wird, bringt deutlich schneller Ergebnisse als neue Kernenergieprojekte. Die Tschechische Republik braucht eine Energieversorgung des 21. Jahrhunderts, die auf vielfältigen erneuerbaren Energiequellen und einem flexiblen Stromnetz basiert – und nicht eine weitere Abhängigkeit von einer Technologie, deren kommerzieller Erfolg erst noch bewiesen werden muss“, schließt Gabriela Reitingerová.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/tis ... ju-nikoliv
Solarenergie soll in sechs Jahren zur weltweit größten Stromquelle werden – der Zubau neuer Leistung wird jedoch in diesem Jahr erstmals zurückgehen
Autor: Jan Budín
24. Juli 2026, oenergetice.cz
Nach einer Prognose der Marktforscher von BloombergNEF (BNEF) könnten Solarkraftwerke bis zum Jahr 2032 Kohlekraftwerke als größte globale Stromquelle ablösen. Dies gilt, obwohl die neu installierte Solarleistung in diesem Jahr voraussichtlich erstmals zurückgehen wird – eine Folge des Einbruchs bei den Neuinstallationen in China.
Die jährlich neu installierte Leistung von Solaranlagen ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2016 lag sie bei rund 70 GW, im vergangenen Jahr bereits bei mehr als 650 GW. Für das laufende Jahr rechnen die Analysten von BNEF jedoch erstmals mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr – um knapp 2 % auf rund 640 GW.
Hauptursache für diesen Rückgang der Solarneuonstallationen ist die sinkende Zahl neuer Solaranlagen in China, wo in diesem Jahr voraussichtlich 310 GW neue Leistung installiert werden. Trotz dieses Rückgangs wird China den Weltmarkt weiterhin deutlich dominieren. Indien und die USA, die auf den Plätzen zwei und drei liegen, dürften jeweils rund 50 GW neue Solarleistung zubauen. In Europa werden Deutschland mit 17 GW, Spanien mit 10 GW und Italien mit 9 GW als wichtigste Wachstumsmärkte erwartet.
Trotz der vorübergehenden Abschwächung beim Ausbau wird die Bedeutung der Solarenergie in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Ab dem Jahr 2032 dürfte sie zur größten Stromquelle weltweit werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Anteil der Stromerzeugung aus Kohle- und Gaskraftwerken an der weltweiten Stromproduktion weiter sinkt, während Wind- und Solarenergie ihren Anteil mit vergleichsweise hohem Tempo ausbauen.
Quelle: https://oenergetice.cz/obnovitelne-zdro ... cne-klesne
/gr/
Tschechien will die ehrgeizigen Ziele Kroatiens im Bereich der Kernenergie unterstützen
25.07.2026 Tschechischer Rundfunk - ČRo Plus
Rubrik: 03:30 Nachtsendung
In der kroatischen Hauptstadt Zagreb treffen sich derzeit Vertreter tschechischer Unternehmen und Experten der Kernenergiebranche. Kroatien will den Anteil der Kernenergie an seinem Energiemix rasch erhöhen. Sowohl die tschechische als auch die kroatische Seite sehen darin wirtschaftliches Potenzial und die Chance auf eine engere Partnerschaft.
Moderator:
Der tschechische Außenminister Petr Macinka von der Partei Motoristé sobě / Motoristen eröffnete das tschechisch-kroatische Seminar zum Thema Kernenergie mit einem Lob für die ehrgeizigen Ziele Kroatiens in diesem Bereich.
Derzeit deckt die Kernenergie 16 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs des Landes – dank der Stromlieferungen aus dem Kernkraftwerk Krško. An dieser Anlage, die sich auf slowenischem Staatsgebiet befindet, ist Kroatien zu 50 Prozent beteiligt.
Die Regierung in Zagreb verabschiedete im Mai ein Gesetz, dessen strategisches Ziel darin besteht, den Anteil der Kernenergie am Energiemix auf mindestens 30 Prozent zu erhöhen – und zwar bereits bis zum Jahr 2040.
Aus Zagreb berichtete Tea Veseláková, Radiožurnál.
/gr/
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Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
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Gabi Reitinger
- Beiträge: 653
- Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34
Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartiken aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 28.7.2026:
Inhalt:
Laufzeit von Temelín soll verlängert werden – Umweltverbände protestieren.
Kernkraftwerk Temelín will den Wasserverbrauch senken.
Die Regierung billigt deutlich verkleinerte Variante der Beschleunigungsgebiete für Windkraftanlagen.
Sommeruniversität im Kernkraftwerk Temelín: Ferien gegen Kernkraftwerk getauscht.
Sev.en errichtet riesigen Batteriespeicher.
Investitionen in das Stromverteilnetz in Tschechien steigen deutlich. Milliarden sollen Stromausfälle.
Regierung verkleinert Flächen für Beschleunigungsgebiete zum Bau von Windkraftanlagen
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Laufzeit von Temelín soll verlängert werden – Umweltverbände protestieren
18. Juli 2026 Nas region CTK
Autor: Simona Knotková
Die Bürgerinitiative Umweltschutz (OIŽP) und die Umweltorganisation Calla wenden sich gegen die geplante Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany um 20 Jahre ohne eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Ihrer Ansicht nach umgeht Tschechien damit europäisches Recht und setzt sich dem Risiko gerichtlicher Auseinandersetzungen aus. Der Energieversorger ČEZ hingegen ist der Auffassung, dass es sich nicht um ein neues Vorhaben handelt, das eine UVP erfordern würde. Die Kraftwerke verfügten über unbefristete Betriebsgenehmigungen.
Die Verlängerung der Laufzeit der bestehenden Reaktorblöcke in Temelín und Dukovany auf insgesamt 80 Betriebsjahre hatte Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) angekündigt.
„Der Betrieb eines Kernkraftwerks über einen Zeitraum von 80 Jahren kann nicht allein auf Grundlage technischer Gutachten des Betreibers und behördlicher Entscheidungen genehmigt werden. Eine derart grundlegende Änderung muss erneut hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung bewertet werden, und die Öffentlichkeit muss Gelegenheit erhalten, sich dazu zu äußern“, erklärte Gabriela Reitingerová von der OIŽP.
Nach ihrer Auffassung müsse das Verfahren auch eine grenzüberschreitende Umweltprüfung umfassen. Bürgerinnen und Bürger, Kommunen sowie Fachleute aus den Nachbarstaaten müssten die Möglichkeit erhalten, sich an diesem Verfahren zu beteiligen.
Auch nach Ansicht der Organisation Calla ist eine UVP keineswegs nur eine formale Angelegenheit.
„Mit einer längeren Betriebsdauer gehen neben umfangreichen technischen Veränderungen auch größere Mengen radioaktiver Abfälle einschließlich abgebrannter Brennelemente sowie ein höherer Bedarf an Kühlwasser und die damit verbundenen Auswirkungen auf Ökosysteme einher, die sich unter den Bedingungen des Klimawandels zusätzlich verändern“, erklärte Edvard Sequens von Calla.
Er kritisierte zudem, dass die entsprechenden Analysen von ČEZ nicht öffentlich zugänglich seien. Im Fall des Kernkraftwerks Dukovany habe ČEZ deren Herausgabe mit der Begründung verweigert, sie stellten ein Geschäftsgeheimnis dar.
Der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, erklärte hingegen, dass ČEZ sowohl beim Betrieb als auch bei der Planung der zukünftigen Nutzung der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín vollständig im Einklang mit der geltenden tschechischen und europäischen Gesetzgebung sowie den internationalen Standards handle.
„Für den Weiterbetrieb bereits bestehender und seit Langem in Betrieb befindlicher Kraftwerke über einen Zeitraum von 60 Jahren hinaus wird keine neue Genehmigung erteilt. Nach geltendem Recht handelt es sich daher nicht um ein neues Vorhaben, das ein anschließendes Genehmigungs- oder Umweltverträglichkeitsverfahren erfordern würde“, sagte Sviták.
Die Kernkraftwerke verfügen über unbefristete Betriebsgenehmigungen der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB).
„Unsere Bereitschaft für einen weiteren sicheren Betrieb weisen wir in regelmäßigen Zehnjahresabständen nach“, ergänzte Sviták. Nach Angaben von ČEZ hängt der langfristige Weiterbetrieb der Anlagen – neben der Erfüllung aller gesetzlichen Anforderungen – insbesondere von Investitionen in Wartung, Erneuerung und Modernisierung der Anlagen ab
Die Umweltverbände sind jedoch der Auffassung, dass die geplante Laufzeitverlängerung gegen europäisches Recht verstößt.
„Sollten die tschechischen Behörden versuchen, die gesetzlich vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung für die Laufzeitverlängerung von Dukovany und Temelín zu umgehen, setzen sie sich dem Risiko gerichtlicher Verfahren wegen eines Verstoßes gegen europäisches Recht aus“, erklärte Edvard Sequens.
Er verwies darauf, dass der Gerichtshof der Europäischen Union bereits im Zusammenhang mit der Verlängerung der Laufzeit belgischer Kernreaktoren um zehn Jahre ein wegweisendes Urteil gefällt habe. Danach stellt eine Laufzeitverlängerung im Sinne der UVP-Richtlinie ein Vorhaben dar, das eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung einschließlich grenzüberschreitender Konsultationen erfordert.
„Diese Prüfung muss stattfinden, bevor eine rechtsverbindliche Entscheidung über die Laufzeitverlängerung getroffen wird“, betonte Sequens.
Quelle: https://nasregion.cz/provoz-temelina-se ... ri-438312/
/gr/
Kernkraftwerk Temelín will den Wasserverbrauch senken
27. Juli 2026 Nas Region
Autorin: Simona Knotková
Das Kernkraftwerk Temelín in Südböhmen arbeitet daran, seinen Wasserverbrauch weiter zu reduzieren. Im vergangenen Jahr wurden für die Erzeugung einer Megawattstunde (MWh) Strom 2,476 Kubikmeter Wasser benötigt. Das entspricht einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt. Weitere Einsparungen soll die Modernisierung der Anlage zur Aufbereitung des Kühlwassers bringen, deren Abschluss für das kommende Jahr geplant ist. Dies teilte Kraftwerkssprecher Marek Sviták den Journalisten mit.
Wasser dient im Kernkraftwerk zur Kühlung der technologischen Kreisläufe; ohne Wasser wäre die Stromerzeugung nicht möglich.
„Wasser und Kernenergie sind untrennbar miteinander verbunden. Unser Ziel ist es jedoch, mit dieser wertvollen natürlichen Ressource so verantwortungsvoll wie möglich umzugehen“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter des Geschäftsbereichs Kernenergie.
Seit dem Jahr 2004 liegt der langfristige Durchschnitt des Rohwasserverbrauchs in Temelín bei 2,518 Kubikmetern pro erzeugter Megawattstunde.
„Nach Abschluss der umfassenden Modernisierung der Kühlwasseraufbereitungsanlage im Jahr 2027 erwarten wir eine weitere Einsparung im einstelligen Prozentbereich“, sagte Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.
Ein großer Teil des im Kraftwerk verwendeten Wassers wird nach der Aufbereitung über das Kleinwasserkraftwerk Kořensko II wieder in die Moldau zurückgeleitet. Durch dieses Kraftwerk fließen jährlich rund 11 Millionen Kubikmeter Wasser. Dank des Höhenunterschieds von mehr als 130 Metern zwischen dem Kernkraftwerk und dem Flussbett erzeugte Kořensko II im vergangenen Jahr 2,47 Gigawattstunden Strom, die in das öffentliche Netz eingespeist wurden.
Seit Beginn dieses Jahres hat das Kernkraftwerk Temelín 8,9 Terawattstunden Strom produziert. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung der Anlage – 700 Millionen Kronen mehr als im Vorjahr.
Quelle: https://nasregion.cz/jaderna-elektrarna ... dy-438689/
/gr/
Die Regierung billigt deutlich verkleinerte Variante der Beschleunigungsgebiete für Windkraftanlagen
28.07.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 2 ČTK
Die tschechische Regierung hat gestern die Ausweisung sogenannter Beschleunigungsgebiete (Akzelerationszonen) für den Ausbau erneuerbarer Energien in deutlich geringerem Umfang beschlossen als im Plan der vorherigen Regierung vorgesehen. Das Kabinett reduzierte die Fläche, auf der Windkraftanlagen künftig im beschleunigten Genehmigungsverfahren zugelassen werden könnten, auf rund elf Prozent der ursprünglich vorgeschlagenen Größe. Dies erklärte der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) auf der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung.
Havlíček zufolge hatte sich die vorherige Regierung gegenüber der Europäischen Union verpflichtet, Beschleunigungsgebiete mit einer Gesamtfläche von 2.685 Quadratkilometern auszuweisen. Die jetzige Regierung habe diesen Umfang auf 297 Quadratkilometer reduziert. Von ursprünglich 110 vorgesehenen Standorten blieben 61 übrig, davon 49 für Windkraftanlagen und die übrigen für Photovoltaikanlagen. Einige der Standorte wurden zudem verkleinert.
„Wir haben uns vom ersten Tag unserer Amtsübernahme an mit diesem Thema beschäftigt“, sagte Havlíček und verwies darauf, dass Tausende Stellungnahmen von Regionen und Gemeinden berücksichtigt wurden.
Der Minister betonte, dass sich die Regierung für eine „minimalistische Variante“ entschieden habe. Beschleunigungsgebiete bedeuteten nicht automatisch den Bau von Wind- oder Solaranlagen, sondern ermöglichten lediglich ein schnelleres Genehmigungsverfahren. Jedes einzelne Vorhaben müsse weiterhin das reguläre Genehmigungsverfahren durchlaufen.
„Die Gemeinden bleiben am Baugenehmigungsverfahren beteiligt, und gebaut wird nur dort, wo Einigkeit besteht und die Bevölkerung vor Ort das Vorhaben unterstützt“, sagte Havlíček. Gleichzeitig habe die Regierung jedoch zumindest einen begrenzten Umfang an Beschleunigungsgebieten beibehalten müssen, da Tschechien bei Nichterfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber der EU milliardenschwere Sanktionen im Rahmen des Nationalen Aufbauplans drohten.
Umweltorganisationen der Bewegung Hnutí Duha kritisieren die Entscheidung der Regierung seit Langem. „Die Streichung eines Teils der Beschleunigungsgebiete, die Verkleinerung vieler weiterer Flächen sowie die Einführung unsinniger Einschränkungen – etwa Höhenbegrenzungen für Windkraftanlagen – haben dazu geführt, dass die Beschleunigungsgebiete ihr eigentliches Ziel in der Praxis nicht erreichen werden“, erklärte der Energieexperte der Bewegung Duha , Jan Rovenský, in einer Pressemitteilung. Er fügte hinzu, dass gerade diese Gebiete mit den geringsten Konflikten mit anderen öffentlichen Interessen künftig schlechter nutzbar sein würden als andere Standorte.
Der Verband für moderne Energiewirtschaft (Svaz moderní energetiky) begrüßte in einer Pressemitteilung, dass die Regierung und die zuständigen Ministerien bei der Vorbereitung der Unterlagen einige der ursprünglich vorgeschlagenen Bedingungen angepasst haben. „Die Beschleunigungsgebiete dürfen jedoch nicht den Eindruck erwecken, dass Wind- und Solaranlagen nur an wenigen von der Regierung ausgewiesenen Standorten errichtet werden können. Tschechien muss den Ausbau erneuerbarer Energien im gesamten Land beschleunigen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Verbands, Marek Lang.
/gr/
Sommeruniversität im Kernkraftwerk Temelín: Ferien gegen Kernkraftwerk getauscht
28.7.2026 Prvni zpravy
Obwohl bis zum Beginn des neuen Studienjahres noch einige Wochen verbleiben, hat im Kernkraftwerk Temelín bereits der intensive Unterricht begonnen. Dort ist die diesjährige Sommeruniversität gestartet.
Sommeruniversität im Kernkraftwerk Temelín….
Im Rahmen des speziellen Ausbildungsprogramms nahmen 31 ausgewählte Studenten technischer Hochschulen, darunter fünf Studentinnen, in den Schulungsräumen des Kraftwerks Platz. Nach Angaben der Energieexperten haben Absolventinnen und Absolventen dieses einzigartigen Ausbildungsprogramms hervorragende Chancen auf eine berufliche Laufbahn in der Kernenergie.
Auswahl aus Hunderten Bewerbern und strenge Eignungstests….
Die Aufnahme in das Programm war alles andere als einfach. Die Organisatoren wählten die Teilnehmer aus nahezu 100 Bewerbungen von Studenten technischer Fakultäten aus ganz Tschechien aus.
Noch vor Beginn des Programms mussten die ausgewählten Studierenden anspruchsvolle psychodiagnostische Tests absolvieren, die denselben Anforderungen entsprechen wie jene für fest angestellte Mitarbeiter des Kernkraftwerks. Dadurch erhalten sie Zugang zu Bereichen, die der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleiben. Unter anderem besuchen sie den Kontrollbereich des Kraftwerks, den Maschinenraum, das Notfall-Leitzentrum sowie das Labor zur radiologischen Umweltüberwachung.
Insgesamt umfasst das Programm rund 30 Fachseminare und Exkursionen….
„Die Sommeruniversität ist für uns eines der wichtigsten Projekte zur Gewinnung zukünftiger Spitzenfachkräfte. Sie gibt uns die Möglichkeit, talentierten Studentinnen und Studenten technischer Fachrichtungen das Kernkraftwerk Temelín vorzustellen und vielen von ihnen den Weg zu einer späteren Tätigkeit bei uns zu eröffnen“, betont der Direktor des Kernkraftwerks Temelín, Petr Měšťan.
Karrieresprungbrett und mehr Frauen in der Kernenergie...
Die Sommeruniversität gilt seit Jahren als bewährte Talentschmiede und als wichtiges Sprungbrett – beispielsweise für angehende Reaktoroperateure. Das Ansehen des Programms wird zusätzlich durch persönliche Begegnungen mit führenden Vertretern der Branche unterstrichen, darunter dem Vorsitzenden der tschechischen Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB), Štěpán Kochánek, sowie Mitgliedern der Unternehmensleitung von ČEZ.
Auch in diesem Jahr setzt sich der wachsende Anteil weiblicher Teilnehmerinnen fort. Mit einem Anteil von 15 Prozent entspricht ihre Vertretung ungefähr dem Frauenanteil unter den Beschäftigten des Kernkraftwerks Temelín.
Abschluss mit einer Wissensprüfung….
Neben theoretischen Vorträgen, praktischen Demonstrationen und Abendveranstaltungen erwartet die Studenten am Ende ihres Praktikums eine abschließende Wissensprüfung. Diese findet am Freitag, den 2. August, statt.
Weitere Informationen zu den Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten der ČEZ-Gruppe sind auf dem Karriereportal „Kariéra | ...kde jinde“ verfügbar.
Autor: Marek Sviták, Pressesprecher des Kernkraftwerks Temelín, ČEZ, a.s.,
Quelle: https://www.prvnizpravy.cz/zpravy/regio ... lektrarnu/
/gr/
Sev.en errichtet riesigen Batteriespeicher
28.7.2026 MF DNES Seite 6 CTK
Energiewirtschaft
Die Energiegruppe Sev.en plant den Bau eines Batteriespeichers in Kladno in Mittelböhmen. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund eine halbe Milliarde Kronen. Die Inbetriebnahme ist für den Herbst dieses Jahres vorgesehen.
Der Batteriespeicher wird eine Kapazität von 90 Megawattstunden haben. Im Falle eines Stromausfalls soll er in der Lage sein, sämtliche Haushalte sowie die Einrichtungen der kritischen Infrastruktur der Stadt bis zu vier Stunden mit Strom zu versorgen.
Der Batteriespeicher in Kladno entsteht auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern neben einem Umspannwerk, das früher die Stahlwerke der ehemaligen Poldi-Hütte in Kladno versorgte.
/gr/
Investitionen in das Stromverteilnetz in Tschechien steigen deutlich. Milliarden sollen Stromausfälle verhindern
28.7.2026 Tschechischer Rundfunk / irozhlas.cz
Der zunehmende Ausbau von Photovoltaikanlagen sowie das Bestreben, Stromausfällen vorzubeugen – das sind die wichtigsten Gründe dafür, dass die Investitionen der Energieversorger in die Stromverteilnetze in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. So investierte ČEZ im vergangenen Jahr mehr als 19 Milliarden Kronen in den Ausbau seines Verteilnetzes – der zweithöchste Betrag in der Unternehmensgeschichte. Auch der staatliche Übertragungsnetzbetreiber ČEPS verzeichnete mit 10,8 Milliarden Kronen ein Rekordinvestitionsvolumen und plant, seine Investitionen in diesem Jahr weiter zu erhöhen.
Die Investitionen in das tschechische Stromnetz sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen...
Noch vor fünf Jahren investierte ČEZ rund zehn Milliarden Kronen pro Jahr in diesen Bereich. Im vergangenen Jahr war es bereits nahezu doppelt so viel – über 19 Milliarden Kronen –, und auch in diesem Jahr soll ein ähnlich hoher Betrag fließen. Bis zum Jahr 2030 will ČEZ insgesamt mehr als 93 Milliarden Kronen in den Ausbau der Verteilnetze investieren.
Auch EG.D investiert in diesem Jahr rund neun Milliarden Kronen in sein Verteilnetz – ähnlich viel wie im Vorjahr. Zum Vergleich: im Jahre 2023 lagen die Investitionen noch bei etwa sechs Milliarden Kronen.
Die Pražská energetika (PRE) wiederum hat ihre Investitionen gegenüber den Vorjahren um mehrere hundert Millionen Kronen auf mehr als drei Milliarden Kronen erhöht. Sowohl EG.D als auch PRE rechnen damit, dieses hohe Investitionsniveau auch in den kommenden Jahren beizubehalten.
Ein wesentlicher Grund für die steigenden Investitionen ist die wachsende Zahl von Anlagen, die an das Stromnetz angeschlossen werden. Im Netz von ČEZ sind derzeit 159.000 Stromerzeugungsanlagen angeschlossen – fast zehnmal so viele wie vor zehn Jahren. Nach Angaben des ČEZ-Sprechers Ladislav Kříž handelt es sich dabei vor allem um private Photovoltaikanlagen. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Wärmepumpen kontinuierlich zu.
„Allein in den vergangenen fünf Jahren ist ihre Zahl um 170 Prozent gestiegen. Ein neues Phänomen der nahen Zukunft ist zudem die Energiespeicherung – hierfür liegen uns bereits mehr als 8.000 Anträge auf Netzanschluss vor“, erklärte Kříž gegenüber dem Tschechischen Rundfunk.
Gemeint sind Batteriespeicher. Auch im Verteilnetz von EG.D nimmt ihre Zahl rasch zu. Nach Angaben des Unternehmenssprechers Lubomír Budný wurden allein im ersten Halbjahr dieses Jahres mehr als 2.500 Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher an das Netz angeschlossen. Das entspricht 85 Prozent aller neuen Photovoltaikinstallationen.
Anders stellt sich die Situation im Netzgebiet von PRE dar, wo Photovoltaikanlagen eine weniger bedeutende Rolle spielen: „Das Versorgungsgebiet von PREdistribuce ist durch ein dicht bebautes städtisches Umfeld geprägt, in dem große Kraftwerksanlagen mit hoher Leistung praktisch nicht errichtet werden können. Eine größere Rolle spielen hier individuelle Anforderungen von Rechenzentren, Batteriespeichern oder zusätzliche Netzanschlüsse für Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen in neuen Wohn- und Gewerbeprojekten“, erläutert Jan Bílek von der Pressestelle von PRE.
Dennoch waren Ende vergangenen Jahres auch im Netz von PRE bereits mehr als 9.000 Photovoltaikanlagen angeschlossen. Alle befragten Unternehmen sind sich darüber einig, dass die Gesamtleistung des tschechischen Stromübertragungs- und Verteilnetzes weiter zunimmt.
Modernisierung zum Schutz vor Stromausfällen….
Die Netzbetreiber müssen ihre Verteilnetze modernisieren, um Überlastungen und daraus resultierende Stromausfälle zu verhindern. Der staatliche Übertragungsnetzbetreiber ČEPS will deshalb in den kommenden zehn Jahren den größten Teil seiner Investitionen in den Ausbau des Höchstspannungsnetzes lenken.
Darüber hinaus verstärken die Energieunternehmen ihre Kabelnetze, errichten neue Transformatorenstationen und Umspannwerke oder modernisieren bestehende Anlagen.
„Neben dem physischen Ausbau investieren wir auch in die Automatisierung und Digitalisierung des Betriebs intelligenter Trafostationen, in die Fernsteuerung des Netzes, in fortschrittliche Leitungsüberwachung, eine schnellere Ortung von Störungen sowie in die Cybersicherheit“, erklärt EG.D-Sprecher Lubomír Budný.
Nach seinen Worten erleichtern Digitalisierung und intelligente Netzsteuerung auch die Einbindung und Regelung der zahlreichen privaten Photovoltaikanlagen, die über das gesamte Netz verteilt sind. Auch PRE investiert in den vergangenen Jahren verstärkt in die Digitalisierung, da die Fernsteuerung es den Technikern ermöglicht, Störungen schneller zu lokalisieren und die Zeit zwischen einem Stromausfall und der Wiederherstellung der Versorgung deutlich zu verkürzen.
Quelle:
https://www.irozhlas.cz/ekonomika/inves ... 280829_ako
/gr/
Regierung verkleinert Flächen für Beschleunigungsgebiete zum Bau von Windkraftanlagen
ČTK | 27. Juli 2026
oenergetice.cz
Die tschechische Regierung hat heute die Ausweisung sogenannter Beschleunigungsgebiete für den Ausbau erneuerbarer Energien in deutlich geringerem Umfang beschlossen als im Plan der vorherigen Regierung vorgesehen. Das Kabinett reduzierte die Flächen, auf denen Windkraftanlagen künftig in einem beschleunigten Genehmigungsverfahren zugelassen werden können, auf rund elf Prozent der ursprünglich vorgeschlagenen Fläche. Dies erklärte dertschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) auf der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung.
Havlíček erklärte, die vorherige Regierung habe sich gegenüber der Europäischen Union verpflichtet, Beschleunigungsgebiete mit einer Gesamtfläche von 2.685 Quadratkilometern auszuweisen. Die jetzige Regierung habe diesen Umfang auf 297 Quadratkilometer reduziert. Von den ursprünglich vorgesehenen 110 Standorten blieben 61 erhalten, davon 49 für Windkraftanlagen und die übrigen für Photovoltaikanlagen. Einige Standorte wurden zudem verkleinert.
„Wir haben uns vom ersten Tag unserer Amtsübernahme an mit diesem Thema beschäftigt“, sagte Havlíček und verwies darauf, dass Tausende Stellungnahmen von Regionen und Gemeinden berücksichtigt worden seien.
Der Minister betonte, dass sich die Regierung für eine minimalistische Variante entschieden habe. Beschleunigungsgebiete bedeuteten nicht automatisch den Bau von Wind- oder Solaranlagen, sondern ermöglichten lediglich ein schnelleres Genehmigungsverfahren. Jedes einzelne Vorhaben müsse weiterhin das reguläre Genehmigungsverfahren durchlaufen.
„Die Gemeinden bleiben am Genehmigungsverfahren beteiligt, und gebaut wird nur dort, wo Einigkeit besteht und die Bevölkerung vor Ort das Vorhaben unterstützt“, sagte Havlíček.
Nach seinen Worten musste die Regierung jedoch zumindest einen begrenzten Umfang an Beschleunigungsgebieten beibehalten. Andernfalls drohten Tschechien wegen der Nichterfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Union milliardenschwere Sanktionen im Rahmen des Nationalen Aufbauplans.
Der Minister begrüßte, dass die Regierung eine Lösung gefunden habe, die seiner Ansicht nach den möglichen Ausbau der Windenergie gegenüber dem ursprünglichen Plan deutlich einschränke und gleichzeitig die Erfüllung der europäischen Verpflichtungen sicherstelle. Über die Verkleinerung der ursprünglich vorgesehenen Beschleunigungsgebiete habe die Regierung mit der Europäischen Kommission verhandelt.
Umweltorganisationen der Bewegung Hnutí Duha kritisieren die Entscheidung der Regierung seit Langem.
„Die Streichung eines Teils der Beschleunigungsgebiete, die Verkleinerung vieler weiterer Flächen sowie die Einführung unsinniger Einschränkungen – etwa Höhenbegrenzungen für Windkraftanlagen – haben dazu geführt, dass die Beschleunigungsgebiete ihr eigentliches Ziel in der Praxis nicht erreichen werden“, erklärte der Energieexperte der Bewegung, Jan Rovenský, in einer Pressemitteilung.
Er fügte hinzu, dass gerade jene Gebiete, in denen die geringsten Konflikte mit anderen öffentlichen Interessen bestünden, dadurch schlechter nutzbar seien als andere Standorte.
Der Verband für moderne Energiewirtschaft (Svaz moderní energetiky) begrüßte in einer Pressemitteilung, dass die Regierung und die zuständigen Ministerien bei der Ausarbeitung der Unterlagen einige der ursprünglich vorgesehenen Bedingungen angepasst hätten.
„Die Beschleunigungsgebiete dürfen jedoch nicht den Eindruck erwecken, dass Wind- und Solaranlagen nur an einigen wenigen von der Regierung ausgewiesenen Standorten errichtet werden können. Tschechien muss den Ausbau erneuerbarer Energien im ganzen Land beschleunigen“, erklärte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Marek Lang.
Nach seinen Worten können die Beschleunigungsgebiete zwar Genehmigungsverfahren verkürzen, doch auch Projekte außerhalb dieser Gebiete benötigten schnellere Verfahren unter Berücksichtigung der lokalen Interessen.
Der Vorsitzende der Kammer für erneuerbare Energiequellen (Komora OZE), Štěpán Chalupa, erklärte, der vorliegende Entwurf bringe derzeit mehr Schaden als Nutzen. Er kritisierte insbesondere den geringen Umfang der Beschleunigungsgebiete, die Einschränkungen für den Bau neuer Anlagen sowie die in seinen Augen intransparente Art ihrer Festlegung, die Unsicherheit und Widerstand hervorrufe.
Quelle: https://oenergetice.cz/obnovitelne-zdro ... kompromisu
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Laufzeit von Temelín soll verlängert werden – Umweltverbände protestieren.
Kernkraftwerk Temelín will den Wasserverbrauch senken.
Die Regierung billigt deutlich verkleinerte Variante der Beschleunigungsgebiete für Windkraftanlagen.
Sommeruniversität im Kernkraftwerk Temelín: Ferien gegen Kernkraftwerk getauscht.
Sev.en errichtet riesigen Batteriespeicher.
Investitionen in das Stromverteilnetz in Tschechien steigen deutlich. Milliarden sollen Stromausfälle.
Regierung verkleinert Flächen für Beschleunigungsgebiete zum Bau von Windkraftanlagen
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Laufzeit von Temelín soll verlängert werden – Umweltverbände protestieren
18. Juli 2026 Nas region CTK
Autor: Simona Knotková
Die Bürgerinitiative Umweltschutz (OIŽP) und die Umweltorganisation Calla wenden sich gegen die geplante Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke Temelín und Dukovany um 20 Jahre ohne eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Ihrer Ansicht nach umgeht Tschechien damit europäisches Recht und setzt sich dem Risiko gerichtlicher Auseinandersetzungen aus. Der Energieversorger ČEZ hingegen ist der Auffassung, dass es sich nicht um ein neues Vorhaben handelt, das eine UVP erfordern würde. Die Kraftwerke verfügten über unbefristete Betriebsgenehmigungen.
Die Verlängerung der Laufzeit der bestehenden Reaktorblöcke in Temelín und Dukovany auf insgesamt 80 Betriebsjahre hatte Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) angekündigt.
„Der Betrieb eines Kernkraftwerks über einen Zeitraum von 80 Jahren kann nicht allein auf Grundlage technischer Gutachten des Betreibers und behördlicher Entscheidungen genehmigt werden. Eine derart grundlegende Änderung muss erneut hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung bewertet werden, und die Öffentlichkeit muss Gelegenheit erhalten, sich dazu zu äußern“, erklärte Gabriela Reitingerová von der OIŽP.
Nach ihrer Auffassung müsse das Verfahren auch eine grenzüberschreitende Umweltprüfung umfassen. Bürgerinnen und Bürger, Kommunen sowie Fachleute aus den Nachbarstaaten müssten die Möglichkeit erhalten, sich an diesem Verfahren zu beteiligen.
Auch nach Ansicht der Organisation Calla ist eine UVP keineswegs nur eine formale Angelegenheit.
„Mit einer längeren Betriebsdauer gehen neben umfangreichen technischen Veränderungen auch größere Mengen radioaktiver Abfälle einschließlich abgebrannter Brennelemente sowie ein höherer Bedarf an Kühlwasser und die damit verbundenen Auswirkungen auf Ökosysteme einher, die sich unter den Bedingungen des Klimawandels zusätzlich verändern“, erklärte Edvard Sequens von Calla.
Er kritisierte zudem, dass die entsprechenden Analysen von ČEZ nicht öffentlich zugänglich seien. Im Fall des Kernkraftwerks Dukovany habe ČEZ deren Herausgabe mit der Begründung verweigert, sie stellten ein Geschäftsgeheimnis dar.
Der Sprecher des Kernkraftwerks Temelín, Marek Sviták, erklärte hingegen, dass ČEZ sowohl beim Betrieb als auch bei der Planung der zukünftigen Nutzung der Kernkraftwerke Dukovany und Temelín vollständig im Einklang mit der geltenden tschechischen und europäischen Gesetzgebung sowie den internationalen Standards handle.
„Für den Weiterbetrieb bereits bestehender und seit Langem in Betrieb befindlicher Kraftwerke über einen Zeitraum von 60 Jahren hinaus wird keine neue Genehmigung erteilt. Nach geltendem Recht handelt es sich daher nicht um ein neues Vorhaben, das ein anschließendes Genehmigungs- oder Umweltverträglichkeitsverfahren erfordern würde“, sagte Sviták.
Die Kernkraftwerke verfügen über unbefristete Betriebsgenehmigungen der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB).
„Unsere Bereitschaft für einen weiteren sicheren Betrieb weisen wir in regelmäßigen Zehnjahresabständen nach“, ergänzte Sviták. Nach Angaben von ČEZ hängt der langfristige Weiterbetrieb der Anlagen – neben der Erfüllung aller gesetzlichen Anforderungen – insbesondere von Investitionen in Wartung, Erneuerung und Modernisierung der Anlagen ab
Die Umweltverbände sind jedoch der Auffassung, dass die geplante Laufzeitverlängerung gegen europäisches Recht verstößt.
„Sollten die tschechischen Behörden versuchen, die gesetzlich vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung für die Laufzeitverlängerung von Dukovany und Temelín zu umgehen, setzen sie sich dem Risiko gerichtlicher Verfahren wegen eines Verstoßes gegen europäisches Recht aus“, erklärte Edvard Sequens.
Er verwies darauf, dass der Gerichtshof der Europäischen Union bereits im Zusammenhang mit der Verlängerung der Laufzeit belgischer Kernreaktoren um zehn Jahre ein wegweisendes Urteil gefällt habe. Danach stellt eine Laufzeitverlängerung im Sinne der UVP-Richtlinie ein Vorhaben dar, das eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung einschließlich grenzüberschreitender Konsultationen erfordert.
„Diese Prüfung muss stattfinden, bevor eine rechtsverbindliche Entscheidung über die Laufzeitverlängerung getroffen wird“, betonte Sequens.
Quelle: https://nasregion.cz/provoz-temelina-se ... ri-438312/
/gr/
Kernkraftwerk Temelín will den Wasserverbrauch senken
27. Juli 2026 Nas Region
Autorin: Simona Knotková
Das Kernkraftwerk Temelín in Südböhmen arbeitet daran, seinen Wasserverbrauch weiter zu reduzieren. Im vergangenen Jahr wurden für die Erzeugung einer Megawattstunde (MWh) Strom 2,476 Kubikmeter Wasser benötigt. Das entspricht einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt. Weitere Einsparungen soll die Modernisierung der Anlage zur Aufbereitung des Kühlwassers bringen, deren Abschluss für das kommende Jahr geplant ist. Dies teilte Kraftwerkssprecher Marek Sviták den Journalisten mit.
Wasser dient im Kernkraftwerk zur Kühlung der technologischen Kreisläufe; ohne Wasser wäre die Stromerzeugung nicht möglich.
„Wasser und Kernenergie sind untrennbar miteinander verbunden. Unser Ziel ist es jedoch, mit dieser wertvollen natürlichen Ressource so verantwortungsvoll wie möglich umzugehen“, erklärte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter des Geschäftsbereichs Kernenergie.
Seit dem Jahr 2004 liegt der langfristige Durchschnitt des Rohwasserverbrauchs in Temelín bei 2,518 Kubikmetern pro erzeugter Megawattstunde.
„Nach Abschluss der umfassenden Modernisierung der Kühlwasseraufbereitungsanlage im Jahr 2027 erwarten wir eine weitere Einsparung im einstelligen Prozentbereich“, sagte Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.
Ein großer Teil des im Kraftwerk verwendeten Wassers wird nach der Aufbereitung über das Kleinwasserkraftwerk Kořensko II wieder in die Moldau zurückgeleitet. Durch dieses Kraftwerk fließen jährlich rund 11 Millionen Kubikmeter Wasser. Dank des Höhenunterschieds von mehr als 130 Metern zwischen dem Kernkraftwerk und dem Flussbett erzeugte Kořensko II im vergangenen Jahr 2,47 Gigawattstunden Strom, die in das öffentliche Netz eingespeist wurden.
Seit Beginn dieses Jahres hat das Kernkraftwerk Temelín 8,9 Terawattstunden Strom produziert. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung der Anlage – 700 Millionen Kronen mehr als im Vorjahr.
Quelle: https://nasregion.cz/jaderna-elektrarna ... dy-438689/
/gr/
Die Regierung billigt deutlich verkleinerte Variante der Beschleunigungsgebiete für Windkraftanlagen
28.07.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 2 ČTK
Die tschechische Regierung hat gestern die Ausweisung sogenannter Beschleunigungsgebiete (Akzelerationszonen) für den Ausbau erneuerbarer Energien in deutlich geringerem Umfang beschlossen als im Plan der vorherigen Regierung vorgesehen. Das Kabinett reduzierte die Fläche, auf der Windkraftanlagen künftig im beschleunigten Genehmigungsverfahren zugelassen werden könnten, auf rund elf Prozent der ursprünglich vorgeschlagenen Größe. Dies erklärte der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) auf der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung.
Havlíček zufolge hatte sich die vorherige Regierung gegenüber der Europäischen Union verpflichtet, Beschleunigungsgebiete mit einer Gesamtfläche von 2.685 Quadratkilometern auszuweisen. Die jetzige Regierung habe diesen Umfang auf 297 Quadratkilometer reduziert. Von ursprünglich 110 vorgesehenen Standorten blieben 61 übrig, davon 49 für Windkraftanlagen und die übrigen für Photovoltaikanlagen. Einige der Standorte wurden zudem verkleinert.
„Wir haben uns vom ersten Tag unserer Amtsübernahme an mit diesem Thema beschäftigt“, sagte Havlíček und verwies darauf, dass Tausende Stellungnahmen von Regionen und Gemeinden berücksichtigt wurden.
Der Minister betonte, dass sich die Regierung für eine „minimalistische Variante“ entschieden habe. Beschleunigungsgebiete bedeuteten nicht automatisch den Bau von Wind- oder Solaranlagen, sondern ermöglichten lediglich ein schnelleres Genehmigungsverfahren. Jedes einzelne Vorhaben müsse weiterhin das reguläre Genehmigungsverfahren durchlaufen.
„Die Gemeinden bleiben am Baugenehmigungsverfahren beteiligt, und gebaut wird nur dort, wo Einigkeit besteht und die Bevölkerung vor Ort das Vorhaben unterstützt“, sagte Havlíček. Gleichzeitig habe die Regierung jedoch zumindest einen begrenzten Umfang an Beschleunigungsgebieten beibehalten müssen, da Tschechien bei Nichterfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber der EU milliardenschwere Sanktionen im Rahmen des Nationalen Aufbauplans drohten.
Umweltorganisationen der Bewegung Hnutí Duha kritisieren die Entscheidung der Regierung seit Langem. „Die Streichung eines Teils der Beschleunigungsgebiete, die Verkleinerung vieler weiterer Flächen sowie die Einführung unsinniger Einschränkungen – etwa Höhenbegrenzungen für Windkraftanlagen – haben dazu geführt, dass die Beschleunigungsgebiete ihr eigentliches Ziel in der Praxis nicht erreichen werden“, erklärte der Energieexperte der Bewegung Duha , Jan Rovenský, in einer Pressemitteilung. Er fügte hinzu, dass gerade diese Gebiete mit den geringsten Konflikten mit anderen öffentlichen Interessen künftig schlechter nutzbar sein würden als andere Standorte.
Der Verband für moderne Energiewirtschaft (Svaz moderní energetiky) begrüßte in einer Pressemitteilung, dass die Regierung und die zuständigen Ministerien bei der Vorbereitung der Unterlagen einige der ursprünglich vorgeschlagenen Bedingungen angepasst haben. „Die Beschleunigungsgebiete dürfen jedoch nicht den Eindruck erwecken, dass Wind- und Solaranlagen nur an wenigen von der Regierung ausgewiesenen Standorten errichtet werden können. Tschechien muss den Ausbau erneuerbarer Energien im gesamten Land beschleunigen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Verbands, Marek Lang.
/gr/
Sommeruniversität im Kernkraftwerk Temelín: Ferien gegen Kernkraftwerk getauscht
28.7.2026 Prvni zpravy
Obwohl bis zum Beginn des neuen Studienjahres noch einige Wochen verbleiben, hat im Kernkraftwerk Temelín bereits der intensive Unterricht begonnen. Dort ist die diesjährige Sommeruniversität gestartet.
Sommeruniversität im Kernkraftwerk Temelín….
Im Rahmen des speziellen Ausbildungsprogramms nahmen 31 ausgewählte Studenten technischer Hochschulen, darunter fünf Studentinnen, in den Schulungsräumen des Kraftwerks Platz. Nach Angaben der Energieexperten haben Absolventinnen und Absolventen dieses einzigartigen Ausbildungsprogramms hervorragende Chancen auf eine berufliche Laufbahn in der Kernenergie.
Auswahl aus Hunderten Bewerbern und strenge Eignungstests….
Die Aufnahme in das Programm war alles andere als einfach. Die Organisatoren wählten die Teilnehmer aus nahezu 100 Bewerbungen von Studenten technischer Fakultäten aus ganz Tschechien aus.
Noch vor Beginn des Programms mussten die ausgewählten Studierenden anspruchsvolle psychodiagnostische Tests absolvieren, die denselben Anforderungen entsprechen wie jene für fest angestellte Mitarbeiter des Kernkraftwerks. Dadurch erhalten sie Zugang zu Bereichen, die der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleiben. Unter anderem besuchen sie den Kontrollbereich des Kraftwerks, den Maschinenraum, das Notfall-Leitzentrum sowie das Labor zur radiologischen Umweltüberwachung.
Insgesamt umfasst das Programm rund 30 Fachseminare und Exkursionen….
„Die Sommeruniversität ist für uns eines der wichtigsten Projekte zur Gewinnung zukünftiger Spitzenfachkräfte. Sie gibt uns die Möglichkeit, talentierten Studentinnen und Studenten technischer Fachrichtungen das Kernkraftwerk Temelín vorzustellen und vielen von ihnen den Weg zu einer späteren Tätigkeit bei uns zu eröffnen“, betont der Direktor des Kernkraftwerks Temelín, Petr Měšťan.
Karrieresprungbrett und mehr Frauen in der Kernenergie...
Die Sommeruniversität gilt seit Jahren als bewährte Talentschmiede und als wichtiges Sprungbrett – beispielsweise für angehende Reaktoroperateure. Das Ansehen des Programms wird zusätzlich durch persönliche Begegnungen mit führenden Vertretern der Branche unterstrichen, darunter dem Vorsitzenden der tschechischen Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SÚJB), Štěpán Kochánek, sowie Mitgliedern der Unternehmensleitung von ČEZ.
Auch in diesem Jahr setzt sich der wachsende Anteil weiblicher Teilnehmerinnen fort. Mit einem Anteil von 15 Prozent entspricht ihre Vertretung ungefähr dem Frauenanteil unter den Beschäftigten des Kernkraftwerks Temelín.
Abschluss mit einer Wissensprüfung….
Neben theoretischen Vorträgen, praktischen Demonstrationen und Abendveranstaltungen erwartet die Studenten am Ende ihres Praktikums eine abschließende Wissensprüfung. Diese findet am Freitag, den 2. August, statt.
Weitere Informationen zu den Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten der ČEZ-Gruppe sind auf dem Karriereportal „Kariéra | ...kde jinde“ verfügbar.
Autor: Marek Sviták, Pressesprecher des Kernkraftwerks Temelín, ČEZ, a.s.,
Quelle: https://www.prvnizpravy.cz/zpravy/regio ... lektrarnu/
/gr/
Sev.en errichtet riesigen Batteriespeicher
28.7.2026 MF DNES Seite 6 CTK
Energiewirtschaft
Die Energiegruppe Sev.en plant den Bau eines Batteriespeichers in Kladno in Mittelböhmen. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund eine halbe Milliarde Kronen. Die Inbetriebnahme ist für den Herbst dieses Jahres vorgesehen.
Der Batteriespeicher wird eine Kapazität von 90 Megawattstunden haben. Im Falle eines Stromausfalls soll er in der Lage sein, sämtliche Haushalte sowie die Einrichtungen der kritischen Infrastruktur der Stadt bis zu vier Stunden mit Strom zu versorgen.
Der Batteriespeicher in Kladno entsteht auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern neben einem Umspannwerk, das früher die Stahlwerke der ehemaligen Poldi-Hütte in Kladno versorgte.
/gr/
Investitionen in das Stromverteilnetz in Tschechien steigen deutlich. Milliarden sollen Stromausfälle verhindern
28.7.2026 Tschechischer Rundfunk / irozhlas.cz
Der zunehmende Ausbau von Photovoltaikanlagen sowie das Bestreben, Stromausfällen vorzubeugen – das sind die wichtigsten Gründe dafür, dass die Investitionen der Energieversorger in die Stromverteilnetze in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. So investierte ČEZ im vergangenen Jahr mehr als 19 Milliarden Kronen in den Ausbau seines Verteilnetzes – der zweithöchste Betrag in der Unternehmensgeschichte. Auch der staatliche Übertragungsnetzbetreiber ČEPS verzeichnete mit 10,8 Milliarden Kronen ein Rekordinvestitionsvolumen und plant, seine Investitionen in diesem Jahr weiter zu erhöhen.
Die Investitionen in das tschechische Stromnetz sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen...
Noch vor fünf Jahren investierte ČEZ rund zehn Milliarden Kronen pro Jahr in diesen Bereich. Im vergangenen Jahr war es bereits nahezu doppelt so viel – über 19 Milliarden Kronen –, und auch in diesem Jahr soll ein ähnlich hoher Betrag fließen. Bis zum Jahr 2030 will ČEZ insgesamt mehr als 93 Milliarden Kronen in den Ausbau der Verteilnetze investieren.
Auch EG.D investiert in diesem Jahr rund neun Milliarden Kronen in sein Verteilnetz – ähnlich viel wie im Vorjahr. Zum Vergleich: im Jahre 2023 lagen die Investitionen noch bei etwa sechs Milliarden Kronen.
Die Pražská energetika (PRE) wiederum hat ihre Investitionen gegenüber den Vorjahren um mehrere hundert Millionen Kronen auf mehr als drei Milliarden Kronen erhöht. Sowohl EG.D als auch PRE rechnen damit, dieses hohe Investitionsniveau auch in den kommenden Jahren beizubehalten.
Ein wesentlicher Grund für die steigenden Investitionen ist die wachsende Zahl von Anlagen, die an das Stromnetz angeschlossen werden. Im Netz von ČEZ sind derzeit 159.000 Stromerzeugungsanlagen angeschlossen – fast zehnmal so viele wie vor zehn Jahren. Nach Angaben des ČEZ-Sprechers Ladislav Kříž handelt es sich dabei vor allem um private Photovoltaikanlagen. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Wärmepumpen kontinuierlich zu.
„Allein in den vergangenen fünf Jahren ist ihre Zahl um 170 Prozent gestiegen. Ein neues Phänomen der nahen Zukunft ist zudem die Energiespeicherung – hierfür liegen uns bereits mehr als 8.000 Anträge auf Netzanschluss vor“, erklärte Kříž gegenüber dem Tschechischen Rundfunk.
Gemeint sind Batteriespeicher. Auch im Verteilnetz von EG.D nimmt ihre Zahl rasch zu. Nach Angaben des Unternehmenssprechers Lubomír Budný wurden allein im ersten Halbjahr dieses Jahres mehr als 2.500 Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher an das Netz angeschlossen. Das entspricht 85 Prozent aller neuen Photovoltaikinstallationen.
Anders stellt sich die Situation im Netzgebiet von PRE dar, wo Photovoltaikanlagen eine weniger bedeutende Rolle spielen: „Das Versorgungsgebiet von PREdistribuce ist durch ein dicht bebautes städtisches Umfeld geprägt, in dem große Kraftwerksanlagen mit hoher Leistung praktisch nicht errichtet werden können. Eine größere Rolle spielen hier individuelle Anforderungen von Rechenzentren, Batteriespeichern oder zusätzliche Netzanschlüsse für Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen in neuen Wohn- und Gewerbeprojekten“, erläutert Jan Bílek von der Pressestelle von PRE.
Dennoch waren Ende vergangenen Jahres auch im Netz von PRE bereits mehr als 9.000 Photovoltaikanlagen angeschlossen. Alle befragten Unternehmen sind sich darüber einig, dass die Gesamtleistung des tschechischen Stromübertragungs- und Verteilnetzes weiter zunimmt.
Modernisierung zum Schutz vor Stromausfällen….
Die Netzbetreiber müssen ihre Verteilnetze modernisieren, um Überlastungen und daraus resultierende Stromausfälle zu verhindern. Der staatliche Übertragungsnetzbetreiber ČEPS will deshalb in den kommenden zehn Jahren den größten Teil seiner Investitionen in den Ausbau des Höchstspannungsnetzes lenken.
Darüber hinaus verstärken die Energieunternehmen ihre Kabelnetze, errichten neue Transformatorenstationen und Umspannwerke oder modernisieren bestehende Anlagen.
„Neben dem physischen Ausbau investieren wir auch in die Automatisierung und Digitalisierung des Betriebs intelligenter Trafostationen, in die Fernsteuerung des Netzes, in fortschrittliche Leitungsüberwachung, eine schnellere Ortung von Störungen sowie in die Cybersicherheit“, erklärt EG.D-Sprecher Lubomír Budný.
Nach seinen Worten erleichtern Digitalisierung und intelligente Netzsteuerung auch die Einbindung und Regelung der zahlreichen privaten Photovoltaikanlagen, die über das gesamte Netz verteilt sind. Auch PRE investiert in den vergangenen Jahren verstärkt in die Digitalisierung, da die Fernsteuerung es den Technikern ermöglicht, Störungen schneller zu lokalisieren und die Zeit zwischen einem Stromausfall und der Wiederherstellung der Versorgung deutlich zu verkürzen.
Quelle:
https://www.irozhlas.cz/ekonomika/inves ... 280829_ako
/gr/
Regierung verkleinert Flächen für Beschleunigungsgebiete zum Bau von Windkraftanlagen
ČTK | 27. Juli 2026
oenergetice.cz
Die tschechische Regierung hat heute die Ausweisung sogenannter Beschleunigungsgebiete für den Ausbau erneuerbarer Energien in deutlich geringerem Umfang beschlossen als im Plan der vorherigen Regierung vorgesehen. Das Kabinett reduzierte die Flächen, auf denen Windkraftanlagen künftig in einem beschleunigten Genehmigungsverfahren zugelassen werden können, auf rund elf Prozent der ursprünglich vorgeschlagenen Fläche. Dies erklärte dertschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) auf der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung.
Havlíček erklärte, die vorherige Regierung habe sich gegenüber der Europäischen Union verpflichtet, Beschleunigungsgebiete mit einer Gesamtfläche von 2.685 Quadratkilometern auszuweisen. Die jetzige Regierung habe diesen Umfang auf 297 Quadratkilometer reduziert. Von den ursprünglich vorgesehenen 110 Standorten blieben 61 erhalten, davon 49 für Windkraftanlagen und die übrigen für Photovoltaikanlagen. Einige Standorte wurden zudem verkleinert.
„Wir haben uns vom ersten Tag unserer Amtsübernahme an mit diesem Thema beschäftigt“, sagte Havlíček und verwies darauf, dass Tausende Stellungnahmen von Regionen und Gemeinden berücksichtigt worden seien.
Der Minister betonte, dass sich die Regierung für eine minimalistische Variante entschieden habe. Beschleunigungsgebiete bedeuteten nicht automatisch den Bau von Wind- oder Solaranlagen, sondern ermöglichten lediglich ein schnelleres Genehmigungsverfahren. Jedes einzelne Vorhaben müsse weiterhin das reguläre Genehmigungsverfahren durchlaufen.
„Die Gemeinden bleiben am Genehmigungsverfahren beteiligt, und gebaut wird nur dort, wo Einigkeit besteht und die Bevölkerung vor Ort das Vorhaben unterstützt“, sagte Havlíček.
Nach seinen Worten musste die Regierung jedoch zumindest einen begrenzten Umfang an Beschleunigungsgebieten beibehalten. Andernfalls drohten Tschechien wegen der Nichterfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Union milliardenschwere Sanktionen im Rahmen des Nationalen Aufbauplans.
Der Minister begrüßte, dass die Regierung eine Lösung gefunden habe, die seiner Ansicht nach den möglichen Ausbau der Windenergie gegenüber dem ursprünglichen Plan deutlich einschränke und gleichzeitig die Erfüllung der europäischen Verpflichtungen sicherstelle. Über die Verkleinerung der ursprünglich vorgesehenen Beschleunigungsgebiete habe die Regierung mit der Europäischen Kommission verhandelt.
Umweltorganisationen der Bewegung Hnutí Duha kritisieren die Entscheidung der Regierung seit Langem.
„Die Streichung eines Teils der Beschleunigungsgebiete, die Verkleinerung vieler weiterer Flächen sowie die Einführung unsinniger Einschränkungen – etwa Höhenbegrenzungen für Windkraftanlagen – haben dazu geführt, dass die Beschleunigungsgebiete ihr eigentliches Ziel in der Praxis nicht erreichen werden“, erklärte der Energieexperte der Bewegung, Jan Rovenský, in einer Pressemitteilung.
Er fügte hinzu, dass gerade jene Gebiete, in denen die geringsten Konflikte mit anderen öffentlichen Interessen bestünden, dadurch schlechter nutzbar seien als andere Standorte.
Der Verband für moderne Energiewirtschaft (Svaz moderní energetiky) begrüßte in einer Pressemitteilung, dass die Regierung und die zuständigen Ministerien bei der Ausarbeitung der Unterlagen einige der ursprünglich vorgesehenen Bedingungen angepasst hätten.
„Die Beschleunigungsgebiete dürfen jedoch nicht den Eindruck erwecken, dass Wind- und Solaranlagen nur an einigen wenigen von der Regierung ausgewiesenen Standorten errichtet werden können. Tschechien muss den Ausbau erneuerbarer Energien im ganzen Land beschleunigen“, erklärte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Marek Lang.
Nach seinen Worten können die Beschleunigungsgebiete zwar Genehmigungsverfahren verkürzen, doch auch Projekte außerhalb dieser Gebiete benötigten schnellere Verfahren unter Berücksichtigung der lokalen Interessen.
Der Vorsitzende der Kammer für erneuerbare Energiequellen (Komora OZE), Štěpán Chalupa, erklärte, der vorliegende Entwurf bringe derzeit mehr Schaden als Nutzen. Er kritisierte insbesondere den geringen Umfang der Beschleunigungsgebiete, die Einschränkungen für den Bau neuer Anlagen sowie die in seinen Augen intransparente Art ihrer Festlegung, die Unsicherheit und Widerstand hervorrufe.
Quelle: https://oenergetice.cz/obnovitelne-zdro ... kompromisu
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Kernkraft vom 29.Juli 2026:
Obsah:
Das Oberste Verwaltungsgericht wies Beschwerde wegen Erkundung des Standorts Hrádek ab, es geht um ein geologisches Tiefenlager.
Statt 5 Beisitzern nur noch drei. Baugesetz-Zusatz verkleinert die Führung des Energieregulierers.
Interview des Tschechischen Fernsehens mit Karel Havlicek, dem tschechischen Industrieminister.
Erst Schiffe, jetzt Atomkraft: Austrocknende Donau bedroht Kernkraftwerk.
EDF verlängert die Stromerzeugung in seinen britischen Kernkraftwerken um weitere zwei Jahre.
Donaupegel sinkt, Druck auf die Energieversorgung wächst: Serbisches Wasserkraftwerk drosselt Leistung
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Das Oberste Verwaltungsgericht wies Beschwerde wegen Erkundung des Standorts Hrádek ab, es geht um ein geologisches Tiefenlager
Autor: ČTK
27. Juli 2026
Metro
Das Oberste Verwaltungsgericht (NSS) hat die Kassationsbeschwerde von Dolní Cerekev in der Region Jihlava abgewiesen und damit die Entscheidung über die Festlegung des Erkundungsgebiets Hrádek bestätigt. Das Ziel der Erkundung ist es, die Möglichkeit des Baus eines geologischen Tiefenlagers für abgebrannten Kernbrennstoff zu prüfen. In der Vorauswahl befinden sich vier Standorte, überall haben sich die umliegenden Kommunen an die Gerichte gewandt,
bislang ohne Erfolg. Die Beschwerde von Dolní Cerekev ist die erste, die das Oberste Verwaltungsgericht in dieser Phase bearbeitet hat, wie die ČTK-Agentur aus den Gerichtsdatenbanken erfahren hat. Die Erkundung der Standorte hat bereits begonnen.
Das Verwaltungsgericht warf Dolní Cerekev und ihrem Anwalt vor, dass die Kassationsbeschwerde schwer verständlich und thematisch inkohärent sei. Daher betonte es, dass es auf die Einwände der Marktgemeinde „nur in dem Umfang reagiert, der durch eine vernünftige Auslegung des Textes der Kassationsbeschwerde verstanden werden konnte“.
Einige Einwände hielt das Oberste Verwaltungsgericht für verfrüht. Es erinnerte daran, dass bisher nicht über den Standort des Endlagers entschieden wurde, sondern nur über die Erkundung, die das Potenzial des Standorts prüfen soll.
Das Umweltministerium musste in dieser Phase nicht aktiv prüfen, ob der Bau eines Tiefenlagers an dem gegebenen Standort überhaupt möglich ist. „Eine solche Schlussfolgerung würde nämlich den Sinn der Festlegung des Erkundungsgebiets und der Erkundung selbst leugnen, deren Ziel es ja gerade ist, die Möglichkeit des Baus eines Tiefenlagers zu prüfen“, heißt es im Urteil.
Das Erkundungsgebiet für besondere Eingriffe in die Erdkruste am Standort Hrádek wurde vom Ministerium im Jahr 2024 auf Antrag der Verwaltung von radioaktiven Abfalllagern (SÚRAO) festgelegt. Die Gemeinden aus der Umgebung legten zunächst erfolglos Widerspruch beim Umweltminister ein, wandten sich dann mit einer Verwaltungsklage an das Stadtgericht in Prag, das diese als unbegründet abwies.
Die Kassationsbeschwerde reichte nur noch Dolní Cerekev ein und scheiterte beispielsweise auch mit der Behauptung einer systemischen Befangenheit des Ministeriums.
Klagen wegen der Festlegung weiterer Erkundungsgebiete reichten auch Gemeinden aus der Umgebung der Standorte Březový potok in der Region Klatovy, Horka in der Region Třebíč und Janoch bei Temelín in der Region České Budějovice / Budweis ein. Das Stadtgericht in Prag hat keiner von ihnen stattgegeben. Mit weiteren Kassationsbeschwerden wird sich das Oberste Verwaltungsgericht noch befassen, bislang hat es nur diejenige erledigt, die Hrádek betraf.
Das geologische Tiefenlager für abgebrannten Brennstoff aus Kernkraftwerken soll in Tschechien bis zum Jahr 2050 entstehen. SÚRAO hat in diesem Jahr mit Erkundungsbohrungen an den einzelnen Standorten begonnen.
„Im Auswahlprozess für den finalen Standort und den Ausweichstandort handelt es sich um einen wichtigen Meilenstein. Zum ersten Mal blicken wir durch Bohrungen direkt unter die Erde und präzisieren unsere bisherigen, von der Oberfläche gewonnenen Erkenntnisse. Wir werden die geologische Umgebung detaillierter beschreiben und besser verstehen, wodurch wir qualitativ hochwertige Grundlagen für die Auswahl des finalen Standorts und des Ausweichstandorts erhalten“, erklärte der SURAO-Direktor Lukáš Vondrovic auf der Website von SÚRAO. Die Entscheidung soll im Jahr 2030 fallen.
Quelle: https://www.metro.cz/kraje/jihomoravsky ... zpravy_air
Statt 5 Beisitzern nur noch drei. Baugesetz-Zusatz verkleinert die Führung des Energieregulierers
28. 07. 2026
Ekonomicky deník
David Tramba
Foto: Der Vorsitzende des ERÚ-Rates Jan Šefránek
Die Führung der staatlichen Behörde, die über faire Bedingungen im Energiesektor wacht, wird in den kommenden Jahren verkleinert. Einer von mehreren Gesetz-Zusätzen zur Novelle des Baugesetzbuches beinhaltet nämlich die Reduzierung der Mitgliederzahl des Rates der Energiereulierungsbehörde (ERÚ) von fünf auf drei Mitglieder. Weitere Gesetz-Zusätze betreffen das Funktionieren von Kapazitätsmechanismen oder die Genehmigung von Atommülllagern.
Derselbe Entwurf, der die aktuelle Fassung des Energiegesetzes novelliert, spricht von einer Verlängerung der Amtszeit eines Mitglieds des ERÚ-Rates von fünf auf sechs Jahre. Die Mitglieder sollen nun jeweils nach zwei Jahren ausgetauscht werden; bisher geschah dies nach einem Jahr. Dieser und weitere Entwürfe sind in der aktuellen Fassung des Entwurfs zur Novelle des Baugesetzbuches und zusammenhängender Gesetze zu finden, der aus dem Abgeordnetenhaus in den Senat gelangt ist. Dieser wird sich im August mit dem Entwurf befassen.
Die Reduzierung hat faktisch bereits begonnen...
Die Idee, den ERÚ-Rat zu verkleinern, ist nicht ganz neu; der ehemalige Minister für Industrie und Handel, Jozef Síkela (STAN), sprach bereits vor mehr her als zwei Jahren darüber. Zum gleichen Entwurf gelangte die aktuelle Führung des Ministeriums unter der Leitung von Karel Havlíček (ANO). Die Reduzierung der ERÚ-Führung hat faktisch bereits begonnen. Als Stanislav Trávníček im März dieses Jahres von seinem Sitz im ERÚ-Rat zurücktrat, wählte die Regierung keinen Nachfolger. Der fünfte Sitz im Rat blieb unbesetzt.
Mit der Reduzierung der Mitgliederzahl des Rates ist die Behördenleitung unter dem Vorsitzenden Jan Šefránek einverstanden. „Seitens des ERÚ nehmen wir den Entwurf als rationalen Schritt wahr, der zur Effizienz der Behördenleitung beitragen und gleichzeitig Einsparungen im Budgetbereich bringen würde“, erklärte ERÚ-Sprecher Michal Kebort zu dem Entwurf.
Motivationsschema für Energieunternehmen...
Eine weitere Änderung des Energiegesetzes, versteckt in der Novelle der Baugesetzgebung, präzisiert die Regelung der Kapazitätsmechanismen. Der Energieregulierer hat hier eine neue Pflicht auferlegt bekommen. „Den Preis für den Kapazitätsmechanismus reguliert die Energiereulierungsbehörde so, dass er zumindest die wirtschaftlich begründeten Kosten des Übertragungsnetzbetreibers zur Sicherstellung des Kapazitätsmechanismus deckt“, ist im Gesetz-Zusatz zur Novelle des Baugesetzbuches zu lesen.
Wozu sind Kapazitätsmechanismen gut?
Ihr Zweck ist es, Energieunternehmen zu Investitionen in Backup-Kraftwerke zu motivieren, die den Betrieb in Zeiten aufnehmen, in denen ein Leistungsmangel auf dem Markt herrscht und der Preis steil nach oben schießt. In der Praxis soll es sich vor allem um Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke handeln. Viele europäische Länder haben dieses Modell der Energieförderung bereits eingeführt, Tschechien bereitet es gerade vor. Die Europäische Kommission hat die Regeln der tschechischen staatlichen Beihilfe für diesen Bereich Mitte Juli genehmigt.
Schnellere Stempel für das Atommülllager...
Auf eine weitere bemerkenswerte Gesetzesänderung im Energiebereich machte die Plattform gegen das Atommüll-Endlager aufmerksam. Die Realisierung des Lagers und des Tiefen-Endlagers für radioaktive Abfälle soll zu einem Bauwerk für die Energiesicherheit werden.
„Gegen die Genehmigung des Tiefenlagers wäre dann kein Widerspruch zulässig, und es würden kurze Fristen für die Genehmigung gelten, die nicht verlängert werden können. Für eine eventuelle Klage gegen die erteilte Genehmigung wird lediglich ein Monat Zeit sein“, erklärt Edvard Sequens, Sekretär der Plattform gegen das Atommüllendlager.
Zur Erinnerung. Es nähert sich der Termin, an dem die Regierung auf Grundlage der Empfehlung der Verwaltung von radioaktiven Abfalllagern (SÚRAO) über die Auswahl des Standorts für die Platzierung des unterirdischen Abfalllagers entscheiden soll. Im Spiel sind vier Standorte – Březový potok in der Region Horažďovice, Horka zwischen Velké Meziříčí und Třebíč, Hrádek in der Region Jihlava und Janoch beim Kraftwerk Temelín. Derzeit finden dort Erkundungsbohrungen mit dem Ziel statt, deren Eignung für die Platzierung des Endlagers zu prüfen.
Autor: David Tramba
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/misto-peti-r ... -prilepek/
Interview des Tschechischen Fernsehens mit Karel Havlicek, dem tschechischen Industrieminister
28.7.2026 Fernsehen CT24 18:25 Uhr
Teil zur Atomkraft:
-Daniel Takáč, Moderator:
Vergangene Woche haben Sie mit dem Unternehmen Rolls-Royce ein Memorandum zur Vorbereitung kleiner modularer Kernreaktoren unterzeichnet. Diese Reaktoren sind bislang praktisch nirgendwo im regulären Betrieb – wir sprechen von einer sehr kleinen Zahl von Beispielen, die sich überwiegend noch in der Entwicklung befinden. Inwieweit sprechen wir also über eine theoretische Vorbereitung auf eine künftige Stromerzeugung und inwieweit über tatsächlich erzeugte Kilowattstunden?
-Karel Havlíček, stellvertretender Ministerpräsident, Minister für Industrie und Handel, erster stellvertretender Vorsitzender der Bewegung ANO:
Wir befinden uns inzwischen nicht mehr in der Entwicklungsphase, sondern in einer Phase, in der die Reaktoren für Testläufe vorbereitet werden. Es handelt sich um eine der interessantesten Energiequellen der Zukunft. Wenn Sie zum Beispiel einmal …
-Daniel Takáč:
Zumindest sieht es jedoch nach Ansicht einiger Experten bislang so aus.
-Karel Havlíček:
So ist es, und längst geht es nicht mehr nur um Rolls-Royce, an dem die Tschechische Republik über ČEZ mit zwanzig Prozent beteiligt ist. Es gibt auch GE Hitachi, NuScale in den USA, chinesische Hersteller und weitere Unternehmen. Daraus entwickelt sich zunehmend ein sehr interessantes Produkt, das einen wesentlich flexibleren Ausbau der Kernenergie ermöglicht. Es bleibt Kernenergie – nur eben in kleinerem Maßstab und mit einem anderen Design.
-Daniel Takáč:
Wie klein ist denn dieses „kleine“ Kernkraftwerk eigentlich?
-Karel Havlíček:
Das ist interessant …
-Daniel Takáč:
Es ist ungefähr so klein wie ein Block in Dukovany – also so groß wie jetzt ein Reaktorblock in Dukovany.
-Karel Havlíček:
Moment, man muss zwei Dinge unterscheiden. Hinsichtlich der Leistung haben Sie recht – sie entspricht ungefähr einem älteren Block in Dukovany. Der neue Block in Dukovany wird allerdings etwa die dreifache Leistung eines kleinen modularen Reaktors haben.
-Daniel Takáč:
Ja, selbst der alte Block hat inzwischen eine etwas höhere Leistung.
-Karel Havlíček:
Was die Fläche betrifft, ist das sehr interessant: Sie ist deutlich kleiner als bei großen Reaktorblöcken, außerdem gibt es keine hohen Kühltürme. Vereinfacht gesagt: Man kann sich das wie einige Fußballfelder vorstellen, auf denen eine futuristisch wirkende Sportanlage errichtet wurde. Das Ganze fügt sich optisch sehr gut in die Landschaft ein und wirkt, würde ich sagen, landschaftsverträglicher als ein großes Kernkraftwerk. Es ist flexibel und …
-Daniel Takáč:
Gut. Aber ich wollte eigentlich auf etwas anderes eingehen. Kritische Stimmen sagen, dass sich die spezifischen Kosten im Vergleich zum Bau eines herkömmlichen großen Kernkraftwerks letztlich nicht lohnen. Beide Projekte kosten viele hundert Milliarden, aber die Kosten pro Leistungseinheit sollen hier höher sein.
-Karel Havlíček:
Dem würde ich im Moment teilweise zustimmen. Allerdings ist der Unterschied nicht besonders groß. Die Kosten nähern sich inzwischen denen großer Kernkraftwerke an. Wenn der garantierte Abnahmepreis für Strom aus einem großen Kernkraftwerk beispielsweise bei rund 100 Euro pro Megawattstunde liegt, dann sprechen wir hier derzeit vielleicht von 110 bis 120 Euro. Aber je mehr dieser Anlagen gebaut werden, desto stärker werden die Kosten sinken. Berücksichtigt man die Baugeschwindigkeit, die Genehmigungsverfahren und vor allem die Flexibilität, weil man diese Reaktoren in einzelnen Regionen – etwa in Industrieregionen – errichten kann, dann ist der anfängliche Investitionsaufwand natürlich auch geringer als bei einem großen Kernkraftwerk. Außerdem glaube ich, dass die Menschen diese Anlagen eher akzeptieren werden als große Kernkraftwerke, auch wenn man sich ansieht, wie sie aussehen. Deshalb halte ich sie für eine sehr interessante Energiequelle. Aber wir haben die großen Kernkraftwerke keineswegs aufgegeben. Sie wissen, dass wir neue große AKW-Blöcke in Dukovany bauen, wir denken über Temelín nach, und wir betrachten das als …
-Daniel Takáč:
Wäre es nicht sinnvoller, sich – solange diese Technologie noch nicht ausreichend erprobt ist – auf die großen Kernkraftwerke zu konzentrieren?
-Karel Havlíček:
Im Gegenteil. Ich denke, dass derjenige, der als Erster dabei ist, im Vorteil sein wird. Dabei geht es uns nicht nur darum, solche Reaktoren in Tschechien zu errichten, sondern auch darum, weltweit am Bau beteiligt zu sein und unserer Industrie Aufträge zu verschaffen. Die Tschechische Republik hat dadurch, dass wir es bis zu diesem Entwicklungsstand geschafft haben, heute eine hervorragende Ausgangsposition. Wir bereiten Projekte nicht nur in Tschechien vor – wir haben uns beispielsweise gerade mit Schweden verständigt. Das ist eine enorme Chance. Wir entwickeln uns tatsächlich zu einem der führenden Kernenergieländer Europas – vielleicht nicht hinsichtlich der installierten Leistung, wohl aber dadurch, dass wir sowohl auf große als auch auf kleine Kernreaktoren setzen und zudem noch ein Endlager für radioaktive Abfälle vorbereiten.
-Daniel Takáč:
Das Thema erneuerbare Energien lassen wir uns, Herr stellvertretender Ministerpräsident, mit Ihrer Erlaubnis auf das nächste Mal. Vielen Dank für das Gespräch bei Interview ČT24.
Karel Havlíček:
Ich danke Ihnen.
Daniel Takáč:
Auf Wiedersehen.
/gr/
Erst Schiffe, jetzt Atomkraft: Austrocknende Donau bedroht Kernkraftwerk
Autor: Jan Bezucha
28. Juli 2026
ZpravyAktualne.cz
Rumänien wird ab Dienstag vorsorglich einen seiner beiden Reaktoren des Kernkraftwerks Cernavodă abschalten. Grund dafür ist der historisch niedrige Wasserstand der Donau, deren Wasser zur Kühlung des Kraftwerks dient. Die Dürre, die in diesem Jahr weite Teile Europas erfasst hat, beginnt damit nicht nur die Landwirtschaft und die Binnenschifffahrt, sondern auch die Stromerzeugung zu gefährden.
Nach Angaben des rumänischen Energieministeriums ist der Wasserstand des zweitlängsten Flusses Europas auf den niedrigsten Stand der vergangenen 30 Jahre gesunken. Das staatliche Unternehmen Nuclearelectrica wird daher einen seiner beiden 706-Megawatt-Reaktorblöcke abschalten, um mögliche Schäden am Kühlsystem zu verhindern.
Der Wasserstand der Donau fiel am Wochenende auf den niedrigsten Stand seit 1996. | Video: Reuters
Beide Reaktoren erzeugen zusammen rund ein Fünftel des rumänischen Stroms. Den Ausfall eines Reaktors muss das Land durch Stromimporte ausgleichen. Der erwartete Spitzenverbrauch in dieser Woche liegt bei etwa 7.300 Megawatt, während die heimische Stromerzeugung maximal 4.300 Megawatt decken kann.
Hinter der kritischen Lage stehen die anhaltende Hitzewelle und die lang andauernde Dürre. Bereits in der vergangenen Woche teilte die rumänische Wasserwirtschaftsbehörde mit, dass der Durchfluss der Donau an der Landesgrenze auf nur noch 1.700 Kubikmeter pro Sekunde gesunken sei. Der übliche Julidurchschnitt liegt dagegen bei rund 4.700 Kubikmetern pro Sekunde.
Die Folgen sind entlang des gesamten Flusses sichtbar. An der Grenze zu Bulgarien sind ausgedehnte Sandbänke entstanden, mehrere Fährverbindungen mussten eingestellt werden und mit Getreide beladene Frachtschiffe sind auf Sandbänken auf Grund gelaufen.
Der niedrige Wasserstand erschwert die Lage auch im benachbarten Ungarn. Bei der Gemeinde Kölked nahe Mohács sind Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Donau aufgetaucht. Außerdem hat der Fluss nicht explodierte Munition freigelegt, die eine zusätzliche Gefahr für die Schifffahrt darstellt.
https://zpravy.aktualne.cz/galerie-a-vi ... 50c6/?lp=1
/gr/
EDF verlängert die Stromerzeugung in seinen britischen Kernkraftwerken um weitere zwei Jahre
Autor: Jiří Salavec
28. Juli 2026, oenergetice.cz
Der Betreiber der britischen Atomkraftwerksblöcke Hartlepool und Heysham 1 wird deren Betrieb um weitere 24 Monate verlängern. Demnach plant das Unternehmen nun, die Blöcke erst im März 2030 abzuschalten, zusammen mit den verbleibenden zwei Blöcken des Typs AGR, die es im Land betreibt. Der längere Betrieb der Blöcke wird dem Land 28 TWh elektrische Energie und damit eine größere Energieunabhängigkeit und -sicherheit vor der Inbetriebnahme der neuen Kernkraftwerksblöcke in Hinkley Point C garantieren.
Der Energiekonzern EDF Energy gab bekannt, dass er seine beiden britischen Kernkraftwerksblöcke Hartlepool und Heysham 1 bis März 2030 betreiben wird. Die ursprünglichen Pläne des Unternehmens sahen deren Abschaltung zwei Jahre früher vor. Während des verlängerten Betriebs werden die beiden AGR-Blöcke (Advanced Gas-cooled Reactor) mit einer installierten Bruttoleistung von 1310 MW und 1250 MW weitere rund 28 TWh Strom erzeugen.
„Wir haben deutlich gemacht, dass es unser Ziel ist, so lange Strom aus diesen Kraftwerken zu erzeugen, wie es sicher und kommerziell tragfähig ist. Daher ist es großartig, dass wir eine weitere zweijährige Verlängerung für Heysham 1 und Hartlepool bestätigen können“, sagte John Munro, Geschäftsführer des Kernkraftwerksbetriebs bei EDF.
Das Unternehmen stellt zudem fest, dass der längere Betrieb die Energiesicherheit des Vereinigten Königreichs unterstützen wird. Darüber hinaus sichert er jedoch auch die Arbeitsplätze von rund tausend Mitarbeitern.
„Die AGR-Blöcke sind seit fünf Jahrzehnten das Rückgrat der sicheren und kohlenstofffreien Stromerzeugung im Vereinigten Königreich. Die Nuklearflotte spielt auch eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung der Netzstabilität, was in einer Zeit, in der das gesamte System von erneuerbaren Energien beeinflusst wird, sehr wichtig ist. Die heutige Entscheidung wird eine stabile Grundlastquelle und die heimische Erzeugung sichern sowie die Abhängigkeit von Importen in Zeiten von Engpässen verringern“, so Munro.
Gemeinsames Ende der meisten britischen Kernkraftwerke im Jahr 2030?
EDF Energy betreibt derzeit alle britischen Kernkraftwerksblöcke. Seit der Übernahme von sieben AGR-Reaktoren im Jahr 2009 hat das Unternehmen nur drei davon abgeschaltet, obwohl alle eigentlich nur bis zum Jahr 2023 Strom erzeugen sollten. Dank Investitionen in den verlängerten Betrieb können nun alle vier verbleibenden Blöcke bis zum Jahr 2030 produzieren. Das Unternehmen schließt jedoch eine weitere Verlängerung nicht aus, sofern der technische Zustand der Kraftwerke dies zulässt.
„Wenn Kernkraftwerke abgeschaltet werden, wird ihre Erzeugung oft durch Gaskraftwerke ersetzt. Wenn es uns mit der Verringerung der Abhängigkeit des Vereinigten Königreichs von Gas und der Aufrechterhaltung der Systemstabilität ernst ist, macht es Sinn, diese Kraftwerke in Betrieb zu halten, um die Energiesicherheit und unsere CO2-Ziele zu unterstützen“, fügte Munro hinzu.
Sollte EDF die Flotte der AGR-Blöcke im Jahr 2030 abschalten, bliebe im Vereinigten Königreich nur noch ein einziger Block des Typs PWR in Sizewell B in Betrieb, und die installierte Kernkraftkapazität würde von rund 6,5 GW auf 1,25 GW sinken. Als Ersatz für die alten Kernkraftwerke entstehen im Land zwei neue EPR-Blöcke im Kraftwerk Hinkley Point C. Diese sollen Anfang der 2030er Jahre mit der Stromproduktion beginnen. Ein weiteres geplantes Kernkraftwerk ist das ebenfalls mit zwei Blöcken ausgestattete Sizewell C.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... i-dva-roky
/gr/
Donaupegel sinkt, Druck auf die Energieversorgung wächst: Serbisches Wasserkraftwerk drosselt Leistung
Autor: Vojtěch Kříž
28. Juli 2026, oenergetice.cz
Das serbisch-rumänische Wasserkraftwerk an der Donau, das von beiden Staaten gemeinsam betrieben wird, liefert derzeit nur rund ein Drittel seiner üblichen Leistung. Das Kraftwerk Đerdap 1 wurde im Jahre 1970 in Betrieb genommen und hat nach Angaben des Generaldirektors des serbischen Staatsunternehmens EPS im Mai und Juni dieses Jahres die schwierigste Phase seiner Geschichte erlebt. Die Ursache ist der deutliche Rückgang des Wasserstands der Donau.
Đerdap 1 verfügt über eine installierte Leistung von 1.140 MW. Nach Angaben des Direktors des staatlichen Betreibers erzeugt das Kraftwerk derzeit nur noch etwa 5.000 MWh Strom pro Tag – das entspricht rund einem Drittel seiner normalen Tagesproduktion. Dadurch gerät die serbische Energieversorgung zunehmend unter Druck.
Serbien erzeugt rund 60 Prozent seines Stroms aus Kohle. Die zweitwichtigste Energiequelle sind Wasserkraftwerke mit einem Anteil von etwa 32 Prozent, wobei Đerdap 1 das größte des Landes ist. Ergänzt wird der Energiemix durch Gaskraftwerke und erneuerbare Energien.
Die Dürre und die hohen Temperaturen beeinträchtigen jedoch auch die Kohlekraftwerke, da sie deren Kühlung erschweren. Einige Anlagen müssen deshalb ihre Stromproduktion drosseln. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters erklärte der serbische Energieminister, er rechne mit weiteren Problemen, versicherte jedoch zugleich, dass die Stromversorgung gewährleistet bleibe. Die Donau befinde sich derzeit auf ihrem „biologischen Minimum“.
Noch ist kein Ende in Sicht….
Nach Angaben der rumänischen Wasserbehörde betrug der Durchfluss der Donau am vergangenen Samstag beim Eintritt nach Rumänien etwa 1.700 Kubikmeter pro Sekunde, während der durchschnittliche Juliwert bei rund 4.700 Kubikmetern pro Sekunde liegt. In Rumänien wurde deshalb unter anderem die Wasserentnahme für die Landwirtschaft eingeschränkt, um einen ausreichenden Wasserstand für die Kühlung des Kernkraftwerks aufrechterhalten zu können.
An mehreren Stellen ist der Wasserstand der Donau inzwischen so weit gesunken, dass alte Schiffswracks erneut zum Vorschein gekommen sind. Die gesamte Situation wirkt sich sowohl auf den Güter- als auch auf den Personenverkehr auf dem Fluss aus und damit auch auf die Wirtschaft und die Energieversorgung der Staaten, die von Europas zweitlängstem Fluss abhängig sind. Die Schifffahrt auf der Donau ist eingeschränkt, was den Transport von Brennstoffen, Getreide und anderen Gütern erheblich erschwert.
Eine ähnliche Situation mit einem Rückgang der Stromproduktion des Kraftwerks hat es bereits mehrfach gegeben. Allerdings scheint sich die Intensität der Dürren weiter zu verstärken, wodurch ihre Auswirkungen immer gravierender werden. Bereits vor einigen Jahren wurde über einen Produktionsrückgang in demselben Kraftwerk berichtet – damals belief sich dieser jedoch lediglich auf rund 30 Prozent.
Quelle: https://oenergetice.cz/rychle-zpravy/du ... zuje-vykon
/gr/
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Obsah:
Das Oberste Verwaltungsgericht wies Beschwerde wegen Erkundung des Standorts Hrádek ab, es geht um ein geologisches Tiefenlager.
Statt 5 Beisitzern nur noch drei. Baugesetz-Zusatz verkleinert die Führung des Energieregulierers.
Interview des Tschechischen Fernsehens mit Karel Havlicek, dem tschechischen Industrieminister.
Erst Schiffe, jetzt Atomkraft: Austrocknende Donau bedroht Kernkraftwerk.
EDF verlängert die Stromerzeugung in seinen britischen Kernkraftwerken um weitere zwei Jahre.
Donaupegel sinkt, Druck auf die Energieversorgung wächst: Serbisches Wasserkraftwerk drosselt Leistung
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Das Oberste Verwaltungsgericht wies Beschwerde wegen Erkundung des Standorts Hrádek ab, es geht um ein geologisches Tiefenlager
Autor: ČTK
27. Juli 2026
Metro
Das Oberste Verwaltungsgericht (NSS) hat die Kassationsbeschwerde von Dolní Cerekev in der Region Jihlava abgewiesen und damit die Entscheidung über die Festlegung des Erkundungsgebiets Hrádek bestätigt. Das Ziel der Erkundung ist es, die Möglichkeit des Baus eines geologischen Tiefenlagers für abgebrannten Kernbrennstoff zu prüfen. In der Vorauswahl befinden sich vier Standorte, überall haben sich die umliegenden Kommunen an die Gerichte gewandt,
bislang ohne Erfolg. Die Beschwerde von Dolní Cerekev ist die erste, die das Oberste Verwaltungsgericht in dieser Phase bearbeitet hat, wie die ČTK-Agentur aus den Gerichtsdatenbanken erfahren hat. Die Erkundung der Standorte hat bereits begonnen.
Das Verwaltungsgericht warf Dolní Cerekev und ihrem Anwalt vor, dass die Kassationsbeschwerde schwer verständlich und thematisch inkohärent sei. Daher betonte es, dass es auf die Einwände der Marktgemeinde „nur in dem Umfang reagiert, der durch eine vernünftige Auslegung des Textes der Kassationsbeschwerde verstanden werden konnte“.
Einige Einwände hielt das Oberste Verwaltungsgericht für verfrüht. Es erinnerte daran, dass bisher nicht über den Standort des Endlagers entschieden wurde, sondern nur über die Erkundung, die das Potenzial des Standorts prüfen soll.
Das Umweltministerium musste in dieser Phase nicht aktiv prüfen, ob der Bau eines Tiefenlagers an dem gegebenen Standort überhaupt möglich ist. „Eine solche Schlussfolgerung würde nämlich den Sinn der Festlegung des Erkundungsgebiets und der Erkundung selbst leugnen, deren Ziel es ja gerade ist, die Möglichkeit des Baus eines Tiefenlagers zu prüfen“, heißt es im Urteil.
Das Erkundungsgebiet für besondere Eingriffe in die Erdkruste am Standort Hrádek wurde vom Ministerium im Jahr 2024 auf Antrag der Verwaltung von radioaktiven Abfalllagern (SÚRAO) festgelegt. Die Gemeinden aus der Umgebung legten zunächst erfolglos Widerspruch beim Umweltminister ein, wandten sich dann mit einer Verwaltungsklage an das Stadtgericht in Prag, das diese als unbegründet abwies.
Die Kassationsbeschwerde reichte nur noch Dolní Cerekev ein und scheiterte beispielsweise auch mit der Behauptung einer systemischen Befangenheit des Ministeriums.
Klagen wegen der Festlegung weiterer Erkundungsgebiete reichten auch Gemeinden aus der Umgebung der Standorte Březový potok in der Region Klatovy, Horka in der Region Třebíč und Janoch bei Temelín in der Region České Budějovice / Budweis ein. Das Stadtgericht in Prag hat keiner von ihnen stattgegeben. Mit weiteren Kassationsbeschwerden wird sich das Oberste Verwaltungsgericht noch befassen, bislang hat es nur diejenige erledigt, die Hrádek betraf.
Das geologische Tiefenlager für abgebrannten Brennstoff aus Kernkraftwerken soll in Tschechien bis zum Jahr 2050 entstehen. SÚRAO hat in diesem Jahr mit Erkundungsbohrungen an den einzelnen Standorten begonnen.
„Im Auswahlprozess für den finalen Standort und den Ausweichstandort handelt es sich um einen wichtigen Meilenstein. Zum ersten Mal blicken wir durch Bohrungen direkt unter die Erde und präzisieren unsere bisherigen, von der Oberfläche gewonnenen Erkenntnisse. Wir werden die geologische Umgebung detaillierter beschreiben und besser verstehen, wodurch wir qualitativ hochwertige Grundlagen für die Auswahl des finalen Standorts und des Ausweichstandorts erhalten“, erklärte der SURAO-Direktor Lukáš Vondrovic auf der Website von SÚRAO. Die Entscheidung soll im Jahr 2030 fallen.
Quelle: https://www.metro.cz/kraje/jihomoravsky ... zpravy_air
Statt 5 Beisitzern nur noch drei. Baugesetz-Zusatz verkleinert die Führung des Energieregulierers
28. 07. 2026
Ekonomicky deník
David Tramba
Foto: Der Vorsitzende des ERÚ-Rates Jan Šefránek
Die Führung der staatlichen Behörde, die über faire Bedingungen im Energiesektor wacht, wird in den kommenden Jahren verkleinert. Einer von mehreren Gesetz-Zusätzen zur Novelle des Baugesetzbuches beinhaltet nämlich die Reduzierung der Mitgliederzahl des Rates der Energiereulierungsbehörde (ERÚ) von fünf auf drei Mitglieder. Weitere Gesetz-Zusätze betreffen das Funktionieren von Kapazitätsmechanismen oder die Genehmigung von Atommülllagern.
Derselbe Entwurf, der die aktuelle Fassung des Energiegesetzes novelliert, spricht von einer Verlängerung der Amtszeit eines Mitglieds des ERÚ-Rates von fünf auf sechs Jahre. Die Mitglieder sollen nun jeweils nach zwei Jahren ausgetauscht werden; bisher geschah dies nach einem Jahr. Dieser und weitere Entwürfe sind in der aktuellen Fassung des Entwurfs zur Novelle des Baugesetzbuches und zusammenhängender Gesetze zu finden, der aus dem Abgeordnetenhaus in den Senat gelangt ist. Dieser wird sich im August mit dem Entwurf befassen.
Die Reduzierung hat faktisch bereits begonnen...
Die Idee, den ERÚ-Rat zu verkleinern, ist nicht ganz neu; der ehemalige Minister für Industrie und Handel, Jozef Síkela (STAN), sprach bereits vor mehr her als zwei Jahren darüber. Zum gleichen Entwurf gelangte die aktuelle Führung des Ministeriums unter der Leitung von Karel Havlíček (ANO). Die Reduzierung der ERÚ-Führung hat faktisch bereits begonnen. Als Stanislav Trávníček im März dieses Jahres von seinem Sitz im ERÚ-Rat zurücktrat, wählte die Regierung keinen Nachfolger. Der fünfte Sitz im Rat blieb unbesetzt.
Mit der Reduzierung der Mitgliederzahl des Rates ist die Behördenleitung unter dem Vorsitzenden Jan Šefránek einverstanden. „Seitens des ERÚ nehmen wir den Entwurf als rationalen Schritt wahr, der zur Effizienz der Behördenleitung beitragen und gleichzeitig Einsparungen im Budgetbereich bringen würde“, erklärte ERÚ-Sprecher Michal Kebort zu dem Entwurf.
Motivationsschema für Energieunternehmen...
Eine weitere Änderung des Energiegesetzes, versteckt in der Novelle der Baugesetzgebung, präzisiert die Regelung der Kapazitätsmechanismen. Der Energieregulierer hat hier eine neue Pflicht auferlegt bekommen. „Den Preis für den Kapazitätsmechanismus reguliert die Energiereulierungsbehörde so, dass er zumindest die wirtschaftlich begründeten Kosten des Übertragungsnetzbetreibers zur Sicherstellung des Kapazitätsmechanismus deckt“, ist im Gesetz-Zusatz zur Novelle des Baugesetzbuches zu lesen.
Wozu sind Kapazitätsmechanismen gut?
Ihr Zweck ist es, Energieunternehmen zu Investitionen in Backup-Kraftwerke zu motivieren, die den Betrieb in Zeiten aufnehmen, in denen ein Leistungsmangel auf dem Markt herrscht und der Preis steil nach oben schießt. In der Praxis soll es sich vor allem um Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke handeln. Viele europäische Länder haben dieses Modell der Energieförderung bereits eingeführt, Tschechien bereitet es gerade vor. Die Europäische Kommission hat die Regeln der tschechischen staatlichen Beihilfe für diesen Bereich Mitte Juli genehmigt.
Schnellere Stempel für das Atommülllager...
Auf eine weitere bemerkenswerte Gesetzesänderung im Energiebereich machte die Plattform gegen das Atommüll-Endlager aufmerksam. Die Realisierung des Lagers und des Tiefen-Endlagers für radioaktive Abfälle soll zu einem Bauwerk für die Energiesicherheit werden.
„Gegen die Genehmigung des Tiefenlagers wäre dann kein Widerspruch zulässig, und es würden kurze Fristen für die Genehmigung gelten, die nicht verlängert werden können. Für eine eventuelle Klage gegen die erteilte Genehmigung wird lediglich ein Monat Zeit sein“, erklärt Edvard Sequens, Sekretär der Plattform gegen das Atommüllendlager.
Zur Erinnerung. Es nähert sich der Termin, an dem die Regierung auf Grundlage der Empfehlung der Verwaltung von radioaktiven Abfalllagern (SÚRAO) über die Auswahl des Standorts für die Platzierung des unterirdischen Abfalllagers entscheiden soll. Im Spiel sind vier Standorte – Březový potok in der Region Horažďovice, Horka zwischen Velké Meziříčí und Třebíč, Hrádek in der Region Jihlava und Janoch beim Kraftwerk Temelín. Derzeit finden dort Erkundungsbohrungen mit dem Ziel statt, deren Eignung für die Platzierung des Endlagers zu prüfen.
Autor: David Tramba
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/misto-peti-r ... -prilepek/
Interview des Tschechischen Fernsehens mit Karel Havlicek, dem tschechischen Industrieminister
28.7.2026 Fernsehen CT24 18:25 Uhr
Teil zur Atomkraft:
-Daniel Takáč, Moderator:
Vergangene Woche haben Sie mit dem Unternehmen Rolls-Royce ein Memorandum zur Vorbereitung kleiner modularer Kernreaktoren unterzeichnet. Diese Reaktoren sind bislang praktisch nirgendwo im regulären Betrieb – wir sprechen von einer sehr kleinen Zahl von Beispielen, die sich überwiegend noch in der Entwicklung befinden. Inwieweit sprechen wir also über eine theoretische Vorbereitung auf eine künftige Stromerzeugung und inwieweit über tatsächlich erzeugte Kilowattstunden?
-Karel Havlíček, stellvertretender Ministerpräsident, Minister für Industrie und Handel, erster stellvertretender Vorsitzender der Bewegung ANO:
Wir befinden uns inzwischen nicht mehr in der Entwicklungsphase, sondern in einer Phase, in der die Reaktoren für Testläufe vorbereitet werden. Es handelt sich um eine der interessantesten Energiequellen der Zukunft. Wenn Sie zum Beispiel einmal …
-Daniel Takáč:
Zumindest sieht es jedoch nach Ansicht einiger Experten bislang so aus.
-Karel Havlíček:
So ist es, und längst geht es nicht mehr nur um Rolls-Royce, an dem die Tschechische Republik über ČEZ mit zwanzig Prozent beteiligt ist. Es gibt auch GE Hitachi, NuScale in den USA, chinesische Hersteller und weitere Unternehmen. Daraus entwickelt sich zunehmend ein sehr interessantes Produkt, das einen wesentlich flexibleren Ausbau der Kernenergie ermöglicht. Es bleibt Kernenergie – nur eben in kleinerem Maßstab und mit einem anderen Design.
-Daniel Takáč:
Wie klein ist denn dieses „kleine“ Kernkraftwerk eigentlich?
-Karel Havlíček:
Das ist interessant …
-Daniel Takáč:
Es ist ungefähr so klein wie ein Block in Dukovany – also so groß wie jetzt ein Reaktorblock in Dukovany.
-Karel Havlíček:
Moment, man muss zwei Dinge unterscheiden. Hinsichtlich der Leistung haben Sie recht – sie entspricht ungefähr einem älteren Block in Dukovany. Der neue Block in Dukovany wird allerdings etwa die dreifache Leistung eines kleinen modularen Reaktors haben.
-Daniel Takáč:
Ja, selbst der alte Block hat inzwischen eine etwas höhere Leistung.
-Karel Havlíček:
Was die Fläche betrifft, ist das sehr interessant: Sie ist deutlich kleiner als bei großen Reaktorblöcken, außerdem gibt es keine hohen Kühltürme. Vereinfacht gesagt: Man kann sich das wie einige Fußballfelder vorstellen, auf denen eine futuristisch wirkende Sportanlage errichtet wurde. Das Ganze fügt sich optisch sehr gut in die Landschaft ein und wirkt, würde ich sagen, landschaftsverträglicher als ein großes Kernkraftwerk. Es ist flexibel und …
-Daniel Takáč:
Gut. Aber ich wollte eigentlich auf etwas anderes eingehen. Kritische Stimmen sagen, dass sich die spezifischen Kosten im Vergleich zum Bau eines herkömmlichen großen Kernkraftwerks letztlich nicht lohnen. Beide Projekte kosten viele hundert Milliarden, aber die Kosten pro Leistungseinheit sollen hier höher sein.
-Karel Havlíček:
Dem würde ich im Moment teilweise zustimmen. Allerdings ist der Unterschied nicht besonders groß. Die Kosten nähern sich inzwischen denen großer Kernkraftwerke an. Wenn der garantierte Abnahmepreis für Strom aus einem großen Kernkraftwerk beispielsweise bei rund 100 Euro pro Megawattstunde liegt, dann sprechen wir hier derzeit vielleicht von 110 bis 120 Euro. Aber je mehr dieser Anlagen gebaut werden, desto stärker werden die Kosten sinken. Berücksichtigt man die Baugeschwindigkeit, die Genehmigungsverfahren und vor allem die Flexibilität, weil man diese Reaktoren in einzelnen Regionen – etwa in Industrieregionen – errichten kann, dann ist der anfängliche Investitionsaufwand natürlich auch geringer als bei einem großen Kernkraftwerk. Außerdem glaube ich, dass die Menschen diese Anlagen eher akzeptieren werden als große Kernkraftwerke, auch wenn man sich ansieht, wie sie aussehen. Deshalb halte ich sie für eine sehr interessante Energiequelle. Aber wir haben die großen Kernkraftwerke keineswegs aufgegeben. Sie wissen, dass wir neue große AKW-Blöcke in Dukovany bauen, wir denken über Temelín nach, und wir betrachten das als …
-Daniel Takáč:
Wäre es nicht sinnvoller, sich – solange diese Technologie noch nicht ausreichend erprobt ist – auf die großen Kernkraftwerke zu konzentrieren?
-Karel Havlíček:
Im Gegenteil. Ich denke, dass derjenige, der als Erster dabei ist, im Vorteil sein wird. Dabei geht es uns nicht nur darum, solche Reaktoren in Tschechien zu errichten, sondern auch darum, weltweit am Bau beteiligt zu sein und unserer Industrie Aufträge zu verschaffen. Die Tschechische Republik hat dadurch, dass wir es bis zu diesem Entwicklungsstand geschafft haben, heute eine hervorragende Ausgangsposition. Wir bereiten Projekte nicht nur in Tschechien vor – wir haben uns beispielsweise gerade mit Schweden verständigt. Das ist eine enorme Chance. Wir entwickeln uns tatsächlich zu einem der führenden Kernenergieländer Europas – vielleicht nicht hinsichtlich der installierten Leistung, wohl aber dadurch, dass wir sowohl auf große als auch auf kleine Kernreaktoren setzen und zudem noch ein Endlager für radioaktive Abfälle vorbereiten.
-Daniel Takáč:
Das Thema erneuerbare Energien lassen wir uns, Herr stellvertretender Ministerpräsident, mit Ihrer Erlaubnis auf das nächste Mal. Vielen Dank für das Gespräch bei Interview ČT24.
Karel Havlíček:
Ich danke Ihnen.
Daniel Takáč:
Auf Wiedersehen.
/gr/
Erst Schiffe, jetzt Atomkraft: Austrocknende Donau bedroht Kernkraftwerk
Autor: Jan Bezucha
28. Juli 2026
ZpravyAktualne.cz
Rumänien wird ab Dienstag vorsorglich einen seiner beiden Reaktoren des Kernkraftwerks Cernavodă abschalten. Grund dafür ist der historisch niedrige Wasserstand der Donau, deren Wasser zur Kühlung des Kraftwerks dient. Die Dürre, die in diesem Jahr weite Teile Europas erfasst hat, beginnt damit nicht nur die Landwirtschaft und die Binnenschifffahrt, sondern auch die Stromerzeugung zu gefährden.
Nach Angaben des rumänischen Energieministeriums ist der Wasserstand des zweitlängsten Flusses Europas auf den niedrigsten Stand der vergangenen 30 Jahre gesunken. Das staatliche Unternehmen Nuclearelectrica wird daher einen seiner beiden 706-Megawatt-Reaktorblöcke abschalten, um mögliche Schäden am Kühlsystem zu verhindern.
Der Wasserstand der Donau fiel am Wochenende auf den niedrigsten Stand seit 1996. | Video: Reuters
Beide Reaktoren erzeugen zusammen rund ein Fünftel des rumänischen Stroms. Den Ausfall eines Reaktors muss das Land durch Stromimporte ausgleichen. Der erwartete Spitzenverbrauch in dieser Woche liegt bei etwa 7.300 Megawatt, während die heimische Stromerzeugung maximal 4.300 Megawatt decken kann.
Hinter der kritischen Lage stehen die anhaltende Hitzewelle und die lang andauernde Dürre. Bereits in der vergangenen Woche teilte die rumänische Wasserwirtschaftsbehörde mit, dass der Durchfluss der Donau an der Landesgrenze auf nur noch 1.700 Kubikmeter pro Sekunde gesunken sei. Der übliche Julidurchschnitt liegt dagegen bei rund 4.700 Kubikmetern pro Sekunde.
Die Folgen sind entlang des gesamten Flusses sichtbar. An der Grenze zu Bulgarien sind ausgedehnte Sandbänke entstanden, mehrere Fährverbindungen mussten eingestellt werden und mit Getreide beladene Frachtschiffe sind auf Sandbänken auf Grund gelaufen.
Der niedrige Wasserstand erschwert die Lage auch im benachbarten Ungarn. Bei der Gemeinde Kölked nahe Mohács sind Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Donau aufgetaucht. Außerdem hat der Fluss nicht explodierte Munition freigelegt, die eine zusätzliche Gefahr für die Schifffahrt darstellt.
https://zpravy.aktualne.cz/galerie-a-vi ... 50c6/?lp=1
/gr/
EDF verlängert die Stromerzeugung in seinen britischen Kernkraftwerken um weitere zwei Jahre
Autor: Jiří Salavec
28. Juli 2026, oenergetice.cz
Der Betreiber der britischen Atomkraftwerksblöcke Hartlepool und Heysham 1 wird deren Betrieb um weitere 24 Monate verlängern. Demnach plant das Unternehmen nun, die Blöcke erst im März 2030 abzuschalten, zusammen mit den verbleibenden zwei Blöcken des Typs AGR, die es im Land betreibt. Der längere Betrieb der Blöcke wird dem Land 28 TWh elektrische Energie und damit eine größere Energieunabhängigkeit und -sicherheit vor der Inbetriebnahme der neuen Kernkraftwerksblöcke in Hinkley Point C garantieren.
Der Energiekonzern EDF Energy gab bekannt, dass er seine beiden britischen Kernkraftwerksblöcke Hartlepool und Heysham 1 bis März 2030 betreiben wird. Die ursprünglichen Pläne des Unternehmens sahen deren Abschaltung zwei Jahre früher vor. Während des verlängerten Betriebs werden die beiden AGR-Blöcke (Advanced Gas-cooled Reactor) mit einer installierten Bruttoleistung von 1310 MW und 1250 MW weitere rund 28 TWh Strom erzeugen.
„Wir haben deutlich gemacht, dass es unser Ziel ist, so lange Strom aus diesen Kraftwerken zu erzeugen, wie es sicher und kommerziell tragfähig ist. Daher ist es großartig, dass wir eine weitere zweijährige Verlängerung für Heysham 1 und Hartlepool bestätigen können“, sagte John Munro, Geschäftsführer des Kernkraftwerksbetriebs bei EDF.
Das Unternehmen stellt zudem fest, dass der längere Betrieb die Energiesicherheit des Vereinigten Königreichs unterstützen wird. Darüber hinaus sichert er jedoch auch die Arbeitsplätze von rund tausend Mitarbeitern.
„Die AGR-Blöcke sind seit fünf Jahrzehnten das Rückgrat der sicheren und kohlenstofffreien Stromerzeugung im Vereinigten Königreich. Die Nuklearflotte spielt auch eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung der Netzstabilität, was in einer Zeit, in der das gesamte System von erneuerbaren Energien beeinflusst wird, sehr wichtig ist. Die heutige Entscheidung wird eine stabile Grundlastquelle und die heimische Erzeugung sichern sowie die Abhängigkeit von Importen in Zeiten von Engpässen verringern“, so Munro.
Gemeinsames Ende der meisten britischen Kernkraftwerke im Jahr 2030?
EDF Energy betreibt derzeit alle britischen Kernkraftwerksblöcke. Seit der Übernahme von sieben AGR-Reaktoren im Jahr 2009 hat das Unternehmen nur drei davon abgeschaltet, obwohl alle eigentlich nur bis zum Jahr 2023 Strom erzeugen sollten. Dank Investitionen in den verlängerten Betrieb können nun alle vier verbleibenden Blöcke bis zum Jahr 2030 produzieren. Das Unternehmen schließt jedoch eine weitere Verlängerung nicht aus, sofern der technische Zustand der Kraftwerke dies zulässt.
„Wenn Kernkraftwerke abgeschaltet werden, wird ihre Erzeugung oft durch Gaskraftwerke ersetzt. Wenn es uns mit der Verringerung der Abhängigkeit des Vereinigten Königreichs von Gas und der Aufrechterhaltung der Systemstabilität ernst ist, macht es Sinn, diese Kraftwerke in Betrieb zu halten, um die Energiesicherheit und unsere CO2-Ziele zu unterstützen“, fügte Munro hinzu.
Sollte EDF die Flotte der AGR-Blöcke im Jahr 2030 abschalten, bliebe im Vereinigten Königreich nur noch ein einziger Block des Typs PWR in Sizewell B in Betrieb, und die installierte Kernkraftkapazität würde von rund 6,5 GW auf 1,25 GW sinken. Als Ersatz für die alten Kernkraftwerke entstehen im Land zwei neue EPR-Blöcke im Kraftwerk Hinkley Point C. Diese sollen Anfang der 2030er Jahre mit der Stromproduktion beginnen. Ein weiteres geplantes Kernkraftwerk ist das ebenfalls mit zwei Blöcken ausgestattete Sizewell C.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... i-dva-roky
/gr/
Donaupegel sinkt, Druck auf die Energieversorgung wächst: Serbisches Wasserkraftwerk drosselt Leistung
Autor: Vojtěch Kříž
28. Juli 2026, oenergetice.cz
Das serbisch-rumänische Wasserkraftwerk an der Donau, das von beiden Staaten gemeinsam betrieben wird, liefert derzeit nur rund ein Drittel seiner üblichen Leistung. Das Kraftwerk Đerdap 1 wurde im Jahre 1970 in Betrieb genommen und hat nach Angaben des Generaldirektors des serbischen Staatsunternehmens EPS im Mai und Juni dieses Jahres die schwierigste Phase seiner Geschichte erlebt. Die Ursache ist der deutliche Rückgang des Wasserstands der Donau.
Đerdap 1 verfügt über eine installierte Leistung von 1.140 MW. Nach Angaben des Direktors des staatlichen Betreibers erzeugt das Kraftwerk derzeit nur noch etwa 5.000 MWh Strom pro Tag – das entspricht rund einem Drittel seiner normalen Tagesproduktion. Dadurch gerät die serbische Energieversorgung zunehmend unter Druck.
Serbien erzeugt rund 60 Prozent seines Stroms aus Kohle. Die zweitwichtigste Energiequelle sind Wasserkraftwerke mit einem Anteil von etwa 32 Prozent, wobei Đerdap 1 das größte des Landes ist. Ergänzt wird der Energiemix durch Gaskraftwerke und erneuerbare Energien.
Die Dürre und die hohen Temperaturen beeinträchtigen jedoch auch die Kohlekraftwerke, da sie deren Kühlung erschweren. Einige Anlagen müssen deshalb ihre Stromproduktion drosseln. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters erklärte der serbische Energieminister, er rechne mit weiteren Problemen, versicherte jedoch zugleich, dass die Stromversorgung gewährleistet bleibe. Die Donau befinde sich derzeit auf ihrem „biologischen Minimum“.
Noch ist kein Ende in Sicht….
Nach Angaben der rumänischen Wasserbehörde betrug der Durchfluss der Donau am vergangenen Samstag beim Eintritt nach Rumänien etwa 1.700 Kubikmeter pro Sekunde, während der durchschnittliche Juliwert bei rund 4.700 Kubikmetern pro Sekunde liegt. In Rumänien wurde deshalb unter anderem die Wasserentnahme für die Landwirtschaft eingeschränkt, um einen ausreichenden Wasserstand für die Kühlung des Kernkraftwerks aufrechterhalten zu können.
An mehreren Stellen ist der Wasserstand der Donau inzwischen so weit gesunken, dass alte Schiffswracks erneut zum Vorschein gekommen sind. Die gesamte Situation wirkt sich sowohl auf den Güter- als auch auf den Personenverkehr auf dem Fluss aus und damit auch auf die Wirtschaft und die Energieversorgung der Staaten, die von Europas zweitlängstem Fluss abhängig sind. Die Schifffahrt auf der Donau ist eingeschränkt, was den Transport von Brennstoffen, Getreide und anderen Gütern erheblich erschwert.
Eine ähnliche Situation mit einem Rückgang der Stromproduktion des Kraftwerks hat es bereits mehrfach gegeben. Allerdings scheint sich die Intensität der Dürren weiter zu verstärken, wodurch ihre Auswirkungen immer gravierender werden. Bereits vor einigen Jahren wurde über einen Produktionsrückgang in demselben Kraftwerk berichtet – damals belief sich dieser jedoch lediglich auf rund 30 Prozent.
Quelle: https://oenergetice.cz/rychle-zpravy/du ... zuje-vykon
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus dem Energiebereich vom 30.Juli 2026:
Inhalt:
Baugesetz-Novelle könnte den Bau eines Atommüll-Endlagers beschleunigen – Senatoren aus der Region Pilsen warnen vor einer Schwächung der Gemeinden.
Tiefengeologisches Endlager in Tschechien: Gesetznovelle könnte Genehmigungsverfahren beschleunigen und Einspruchsrechte der Gemeinden einschränken.
Oberstes Verwaltungsgericht weist Beschwerde gegen Erkundungen am Standort Hrádek für Atommüll-Endlager zurück.
Mährisch-Schlesische Region setzt auf Energiemix – auch mit kleinen Atomreaktoren.
Mehrheit der Tschechen unterstützt Verstaatlichung von ČEZ.
ČEZ soll staatlich sein, meint die Mehrheit der Tschechen.
In Dukovany ist das Ausladen des Brennstoffs abgeschlossen – Block 3 steht vor einer anspruchsvollen Revision.
Rekordtief der Donau lähmt Verkehr und Energiewirtschaft, Paks schaltet Reaktor ab.
ČEZ will in diesem Jahr mehr als 180 neue Elektroauto – Ladepunkte errichten
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Baugesetz-Novelle könnte den Bau eines Atommüll-Endlagers beschleunigen – Senatoren aus der Region Pilsen warnen vor einer Schwächung der Gemeinden
Autorin: Michaela Prokopová
28. Juli 2026, Region Plzeň
Die Plattform gegen das Atommüll-Endlager will in den kommenden Tagen Senatorinnen und Senatoren wegen der Novelle des Baugesetzes ansprechen, die im August im Senat beraten wird. Gemeinden und Bürgerinitiativen warnen, dass der Gesetzentwurf die Genehmigung eines tiefengeologischen Endlagers erheblich beschleunigen und gleichzeitig die Rechtsschutzmöglichkeiten einschränken würde. Das Thema betrifft auch die Region Pilsen, da der Standort Březový potok bei Horažďovice im Böhmerwald zu den möglichen Endlagerstandorten gehört.
Auch Senator Miroslav Kroc (STAN) steht der Novelle kritisch gegenüber. In ihrer jetzigen Form wolle er sie nicht unterstützen und erwäge, sie an das Abgeordnetenhaus zurückzuverweisen. Er warnt insbesondere vor dem Umfang der Änderungen und davor, dass hastige Einzelanpassungen neue Unklarheiten und Probleme schaffen könnten.
Aschenbrenner: Gemeinden sollten das letzte Wort haben...
Der Pilsner Senator Lumír Aschenbrenner erklärte gegenüber REGIONPLZEN.CZ, dass Tschechien zwar eine sichere Lösung für die Lagerung radioaktiver Abfälle finden müsse. Ein derart bedeutendes Vorhaben dürfe jedoch nicht gegen den Willen der betroffenen Gemeinden und ihrer Einwohner durchgesetzt werden.
„Es ist offensichtlich, dass die Tschechische Republik die Frage der sicheren Lagerung radioaktiver Abfälle lösen muss. Ein so bedeutendes Bauvorhaben kann meiner Ansicht nach jedoch nicht gegen den Willen der Gemeinden und der dort lebenden Menschen durchgesetzt werden. Die betroffenen Kommunen sollten bei der endgültigen Entscheidung das entscheidende Wort haben.
Vor allem der Staat ist gefordert, offen mit den Gemeinden zu verhandeln und ihnen echte, langfristige Vorteile anzubieten. Dabei sollte es nicht nur um einmalige finanzielle Entschädigungen gehen, sondern beispielsweise um Investitionen in die kommunale Infrastruktur, Verkehrswege, Schulen sowie Gesundheits- und Sozialdienste oder in die weitere Entwicklung der gesamten Region.
Ein ähnliches Problem sehen wir auch beim Ausbau der Windenergie. Der Staat mag energiepolitische Ziele verfolgen, doch ohne Rücksicht auf die betroffene Bevölkerung und ohne konkrete Vorteile für die Gemeinden wird jedes derartige Projekt auf Widerstand stoßen. Schnellere Genehmigungsverfahren dürfen nicht zu einer Schwächung der Rechte von Gemeinden und Grundstückseigentümern führen.“ Lumir Aschenbrenner, Senator für Region Pilsen.
Kritik der Plattform…
Die Plattform kritisiert vor allem die geplante Einstufung des Endlagers als Bauvorhaben von Bedeutung für die Energiesicherheit des Staates. Nach Ansicht der Kritiker würde dies in der Praxis schnellere Genehmigungsverfahren und eine geringere Kontrolle eines Projekts ermöglichen, das die betroffenen Regionen über Jahrzehnte hinweg prägen könnte.
Eingeschränkte Rechtsmittel….
Die Gemeinden weisen darauf hin, dass gegen bestimmte Genehmigungsentscheidungen künftig kein Rechtsmittel mehr möglich sein soll. Behörden, die öffentliche Interessen vertreten, hätten nach Angaben der Plattform nur noch 20 Tage Zeit für Stellungnahmen; diese Frist könnte selbst in komplexen Verfahren nicht verlängert werden. Außerdem bliebe für eine Klage gegen eine erteilte Genehmigung lediglich ein Monat Zeit.
Zutritt zu Privatgrundstücken ohne Zustimmung...
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die geologischen Erkundungsarbeiten. Bislang müssen Unternehmen, die Bohrungen und Messungen durchführen, die Zustimmung der Grundstückseigentümer einholen. Nach Auffassung der Plattform eröffnet die Novelle jedoch die Möglichkeit, diese Zustimmung zu umgehen. Investoren oder von ihnen beauftragte Firmen könnten demnach Grundstücke auch ohne Einverständnis der Eigentümer betreten oder befahren.
Region Pilsen betroffen...
Für die Region Pilsen ist das Thema insbesondere wegen des potenziellen Endlagerstandorts Březový potok bei Horažďovice von Bedeutung. Von dort stammt auch der Sprecher der Plattform, Michael Forman, der Bürgermeister von Horažďovice ist. Nach Auffassung der Gemeinden erweitert die Novelle bereits in der Phase der Standortsuche die Eingriffe in Eigentumsrechte – also noch bevor überhaupt über den Bau eines Endlagers entschieden wurde.
Zu den weiteren untersuchten Standorten gehören Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Janoch bei Temelín. Die tschechische Verwaltung für die Endlagerung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) hat an einigen Standorten bereits tiefe geologische Erkundungsbohrungen begonnen. Gemeinden haben gegen die entsprechenden Genehmigungen geklagt, bislang jedoch ohne Erfolg. Anschließend wurden Kassationsbeschwerden eingelegt, über die weiterhin verhandelt wird. Nach Angaben der Gemeinden haben diese Beschwerden jedoch keine aufschiebende Wirkung.
Zeitplan des Staates….
Nach den langfristigen Plänen der Regierung soll das tschechische tiefengeologische Endlager bis zum Jahr 2050 errichtet werden. Der Standort soll bis zum Jahr 2030 festgelegt werden. In etwa 500 Metern Tiefe sollen vor allem Tausende Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken sowie weitere radioaktive Abfälle dauerhaft eingelagert werden. Vergleichbare Endlagerprojekte werden auch in anderen Ländern vorbereitet.
Wie geht es im Senat weiter?
Das Abgeordnetenhaus hat die Novelle am 10. Juli 2026 verabschiedet. Der Senat wird sich voraussichtlich im August mit dem Gesetzentwurf befassen. Bis dahin will die Plattform Gespräche mit den Senatorinnen und Senatoren führen, um sie davon zu überzeugen, den Entwurf zu ändern oder an das Abgeordnetenhaus zurückzuverweisen.
Quelle: https://www.regionplzen.cz/zpravodajstv ... e--305173/
/gr/
Tiefengeologisches Endlager in Tschechien: Gesetznovelle könnte Genehmigungsverfahren beschleunigen und Einspruchsrechte der Gemeinden einschränken
28.7.2026 Hrot 24
Eine umfassende Novelle des tschechischen Baugesetzes könnte die Genehmigung des geplanten tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle erheblich beschleunigen. Betroffene Gemeinden und Bürgerinitiativen warnen, dass die Gesetzesänderung Fristen verkürzt, Rechtsmittel einschränkt und geologische Erkundungsarbeiten auf Privatgrundstücken auch ohne Zustimmung der Eigentümer ermöglichen könnte.
Das Abgeordnetenhaus verabschiedete die Novelle am 10. Juli 2026; knapp zwei Wochen später wurde sie an den Senat weitergeleitet, der bis zum 22. August Zeit für die Beratung hat. Das Ministerium für regionale Entwicklung stellt den Gesetzentwurf als Maßnahme zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, zum Bürokratieabbau und zur klareren Aufgabenverteilung zwischen den Behörden dar. In den umfangreichen Änderungen finden sich jedoch auch Bestimmungen, die die Vorbereitung des tiefengeologischen Endlagers betreffen.
Nach Auffassung der Plattform gegen das Atommüll-Endlager soll das Endlager künftig als Bauvorhaben von Bedeutung für die Energiesicherheit des Staates eingestuft werden. Die Plattform interpretiert den verabschiedeten Gesetzestext dahingehend, dass gegen die Genehmigung des Endlagers kein Rechtsmittel mehr eingelegt werden könnte. Betroffene Behörden hätten für ihre Stellungnahmen nur noch 20 Tage Zeit, und eine verwaltungsgerichtliche Klage müsste innerhalb eines Monats erhoben werden. Außerdem soll das Endlager als Vorhaben im öffentlichen Interesse eingestuft werden, was Enteignungen der benötigten Grundstücke erleichtern könnte. Dabei handelt es sich um die Auslegung der Kritiker des Gesetzentwurfs und nicht um eine unabhängige rechtliche Bewertung aller Folgen der Novelle.
Streit um Privatgrundstücke...
Besonders umstritten ist der Teil der Novelle, der die geologischen Erkundungsarbeiten betrifft. Nach Angaben der Plattform könnten Investoren oder von ihnen beauftragte Unternehmen künftig betroffene Grundstücke betreten und befahren sowie Erkundungsarbeiten durchführen, ohne zuvor die Zustimmung der Eigentümer einzuholen.
„Die geplanten Gesetzesänderungen schränken die Eigentumsrechte der Bürger nicht nur im Genehmigungsverfahren für das Endlager erheblich ein, sondern bereits bei der Suche nach einem geeigneten Standort“, erklärte Michael Forman, Sprecher der Plattform und Bürgermeister von Horažďovice. Er bezeichnete das Vorgehen des Staates als „Salamitaktik“, durch die die Rechte der Gemeinden und Grundstückseigentümer schrittweise geschwächt würden.
Kritik auch aus dem Senat...
Kritik kommt auch von Senatoren aus der Region Pilsen, in der sich einer der vier potenziellen Endlagerstandorte befindet. Der für die Bewegung STAN gewählte Senator Miroslav Kroc will den Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form nicht unterstützen und erwägt, ihn an das Abgeordnetenhaus zurückzuverweisen.
Der Pilsner Senator Lumír Aschenbrenner (ODS) erklärte hingegen, dass zwar eine sichere Lösung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle gefunden werden müsse, ein derart bedeutendes Vorhaben jedoch nicht gegen den Willen der betroffenen Gemeinden und ihrer Einwohner durchgesetzt werden dürfe. Der Staat solle den Regionen langfristige Investitionen in Verkehr, Schulen, Gesundheitsversorgung und andere öffentliche Dienstleistungen anbieten und sich nicht auf einmalige finanzielle Entschädigungen beschränken.
Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/novela-hlu ... emku-Hzh7F
https://pro-energy.cz/news/detail/11683 ... olani-obci
/gr/
Oberstes Verwaltungsgericht weist Beschwerde gegen Erkundungen am Standort Hrádek für Atommüll-Endlager zurück
28. Juli 2026, 18:20 Uhr (ČTK)
Das Oberste Verwaltungsgericht (NSS) hat die Kassationsbeschwerde der Gemeinde Dolní Cerekev (Bezirk Jihlava) zurückgewiesen und damit die Entscheidung über die Ausweisung des Erkundungsgebiets Hrádek bestätigt. Das Ziel der Untersuchungen ist es, die Eignung des Standorts für den Bau eines tiefengeologischen Endlagers für abgebrannte Brennelemente zu prüfen.
Für das Endlager kommen derzeit vier Standorte in die engere Auswahl. In allen Fällen haben die betroffenen Gemeinden den Rechtsweg beschritten – bislang jedoch ohne Erfolg. Die Beschwerde von Dolní Cerekev ist die erste, über die das Oberste Verwaltungsgericht in diesem Verfahrensstadium entschieden hat, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht. Die Erkundungsarbeiten an den Standorten haben bereits begonnen.
Das Gericht kritisierte, dass die Kassationsbeschwerde der Gemeinde und ihres Rechtsanwalts schwer verständlich und thematisch uneinheitlich gewesen sei. Deshalb habe es sich nur mit den Einwänden befasst, „die sich bei vernünftiger Auslegung des Beschwerdetextes nachvollziehen ließen“.
Mehrere Einwände bewertete das Gericht zudem als verfrüht. Es verwies darauf, dass bislang nicht über den Bau des Endlagers, sondern lediglich über die Ausweisung eines Erkundungsgebiets entschieden worden sei, dessen Zweck gerade darin bestehe, die Eignung des Standorts zu überprüfen.
Nach Auffassung des Gerichts war das Umweltministerium in dieser Phase nicht verpflichtet, bereits zu prüfen, ob sich an dem Standort tatsächlich ein Endlager errichten lässt. „Ein solcher Schluss würde den Sinn der Ausweisung eines Erkundungsgebiets und der eigentlichen Erkundung infrage stellen, deren Ziel gerade darin besteht, die Möglichkeit des Baus eines tiefengeologischen Endlagers zu überprüfen“, heißt es in der Urteilsbegründung.
Das Umweltministerium hatte das Erkundungsgebiet für besondere Eingriffe in die Erdkruste am Standort Hrádek im Jahr 2024 auf Antrag der Verwaltung für die Endlagerung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) festgelegt. Die umliegenden Gemeinden legten zunächst erfolglos Beschwerde beim Umweltminister ein und erhoben anschließend Klage vor dem Stadtgericht Prag, das diese als unbegründet abwies. Die Kassationsbeschwerde wurde schließlich nur noch von Dolní Cerekev eingelegt. Auch mit dem Vorwurf einer strukturellen Befangenheit des Ministeriums hatte die Gemeinde keinen Erfolg.
Klagen gegen die Ausweisung weiterer Erkundungsgebiete wurden auch von Gemeinden an den Standorten Březový potok (Bezirk Klatovy), Horka (Bezirk Třebíč) und Janoch bei Temelín (Bezirk Budweis) eingereicht. Das Stadtgericht Prag wies sämtliche Klagen ab. Mit den weiteren Kassationsbeschwerden wird sich das Oberste Verwaltungsgericht noch befassen; bislang hat es lediglich über den Fall Hrádek entschieden.
Das tiefengeologische Endlager für abgebrannte Brennelemente aus tschechischen Kernkraftwerken soll bis zum Jahr 2050 errichtet werden. Die SÚRAO hat in diesem Jahr mit den Erkundungsbohrungen an den einzelnen Standorten begonnen.
„Im Auswahlverfahren für den endgültigen und den Ersatzstandort stellt dies einen wichtigen Meilenstein dar. Erstmals werden wir mithilfe von Bohrungen direkt in den Untergrund blicken und die bisherigen Erkenntnisse aus Oberflächenuntersuchungen präzisieren. Wir werden die geologischen Verhältnisse detaillierter beschreiben und besser verstehen und so eine hochwertige Grundlage für die Auswahl des endgültigen und des Ersatzstandorts schaffen“, erklärte SÚRAO-Direktor Lukáš Vondrovic auf der Website der Behörde.
Die Entscheidung über den endgültigen Endlagerstandort soll 2030 fallen.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/zpr ... e-uloziste
/gr/
Mährisch-Schlesische Region setzt auf Energiemix – auch mit kleinen Atomreaktoren
29.7.2026 Monatszeitung Patriot Seite 68
Die mährisch-schlesische Region befindet sich mitten im Strukturwandel nach dem Kohleausstieg. Nach Ansicht von Regionshauptmann Josef Bělica und Stanislav Mišák, Direktor des Zentrums für Energie- und Umwelttechnologien (CEET) der Technischen Universität Ostrava (VŠB-TUO), soll die Region auch künftig ein bedeutender Industriestandort bleiben. Voraussetzung dafür seien eine sichere Energieversorgung, Innovationen und moderne Technologien.
Mišák betont, dass die Energiewende nicht Selbstzweck sei, sondern die Grundlage für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Bereits heute werde in den Ausbau erneuerbarer Energien, Energiespeicher, Wasserstofftechnologien, Digitalisierung und die Modernisierung der Fernwärme investiert.
Für die Zukunft setzen beide Gesprächspartner auf einen ausgewogenen Energiemix. Erneuerbare Energien allein könnten den Bedarf einer industriestarken Region nicht decken. Deshalb müssten stabile zentrale Energiequellen mit dezentralen erneuerbaren Anlagen kombiniert werden.
Eine wichtige Rolle schreiben sie langfristig kleinen modularen Reaktoren (SMR) zu. Nach Mišák werde die Region auch nach dem Jahr 2050 verlässliche CO₂-arme Energiequellen benötigen. SMR seien keine Konkurrenz zu erneuerbaren Energien, sondern deren sinnvolle Ergänzung. Sie könnten nicht nur Strom liefern, sondern auch in bestehende Fernwärmenetze eingebunden werden und so Haushalte sowie Industrie mit emissionsarmer Wärme versorgen. Zudem könnten sie helfen, einen künftig erwarteten Strommangel infolge der Elektrifizierung von Verkehr, Industrie und Wärmesektor auszugleichen.
Als weiteres Zukunftsfeld nennt Mišák die Kombination von SMR und Wasserstofftechnologien. Überschüssiger Atomstrom könnte zur Wasserstoffproduktion genutzt werden, der anschließend als Energiespeicher oder Kraftstoff für Industrie und Verkehr dient.
Auch Regionshauptmann Bělica unterstützt die Vorbereitung auf den möglichen Einsatz kleiner modularer Reaktoren. Deren Einführung sei zwar keine kurzfristige Aufgabe, müsse aber bereits heute strategisch vorbereitet werden. Dazu gehörten die Diskussion geeigneter Standorte, der Anschluss an die Energie- und Fernwärmeinfrastruktur sowie die Berücksichtigung des künftigen Energiebedarfs von Industrie und Bevölkerung.
Nach Auffassung der beiden Gesprächspartner könnten gerade die Verbindung von Kernenergie, erneuerbaren Energien, Wasserstoff und moderner Fernwärme zu einem entscheidenden Baustein für eine wettbewerbsfähige und energiepolitisch sichere Zukunft der mährisch-schlesischen Region werden.
/gr/
Mehrheit der Tschechen unterstützt Verstaatlichung von ČEZ
30. Juli 2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES / ČTK
Knapp drei Fünftel der Tschechen befürworten eine stärkere Kontrolle des Staates über den Energieversorger ČEZ. Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor.
Nach Ansicht der Befragten würde eine stärkere staatliche Kontrolle die Unabhängigkeit des Landes bei der Stromerzeugung erhöhen.
Die Regierungskoalition aus ANO, SPD und den Motoristen will ČEZ gemäß ihrem Regierungsprogramm vollständig verstaatlichen. Dazu soll der rund 30-prozentige Anteil der Minderheitsaktionäre aufgekauft werden.
58 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Staat eine stärkere Kontrolle über ČEZ erhalten sollte. 27 Prozent lehnen dies ab, während 15 Prozent noch unentschlossen sind.
/gr/
ČEZ soll staatlich sein, meint die Mehrheit der Tschechen
Wochenzeitung Respekt
29.7.2026
Autor: Milan Jaroš
Fast drei Fünftel der Tschechen befürworten eine Stärkung der staatlichen Kontrolle über das Energieunternehmen ČEZ. Dies geht aus einer Umfrage der Agentur Ipsos hervor. Den Bürgern zufolge wird dies die Selbstversorgung des Landes bei der Stromerzeugung stärken.
Die Regierungskoalition aus ANO, SPD und Motoristé will ČEZ laut ihrer Regierungserklärung verstaatlichen, also den rund dreißigprozentigen Anteil von den Minderheitsaktionären aufkaufen. Die verbleibenden rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien besitzt der Staat bereits. ČEZ ist der größte Stromerzeuger in Tschechien.
Dass der Staat eine größere Kontrolle über ČEZ erlangen sollte, gaben 58 Prozent der Befragten an. Die gegenteilige Meinung vertreten 27 Prozent der Menschen, 15 Prozent sind unentschieden. Als Argument für die Stärkung der Kontrolle nannte der größte Anteil der Befürworter dieses Schritts – 59 Prozent – die Stärkung der Selbstversorgung Tschechiens bei der Stromproduktion. Fast die Hälfte der Unterstützer glaubt zudem, dass der Staat so die Energiesicherheit und die Kontrolle über die kritische Infrastruktur im Land erhöhen wird.
„Die Kunden haben in den vergangenen Jahren eine Energiekrise und steigende Preise für Strom und Gas durchlebt. Sie sind daher vorsichtiger und verfolgen das Thema Energie intensiver als früher. Es ist nur logisch, dass sie Preistabilität wollen und eine Selbstversorgung mit einer größeren Beteiligung des Staates bevorzugen, in diesem Fall die Kontrolle über das Unternehmen ČEZ“, erklärte Michal Straka, Analyst der Agentur Ipsos.
In der Frage der Auswirkungen einer Verstaatlichung von ČEZ auf die Energiepreise sind die Tschechen gespalten. Insgesamt 39 Prozent der Menschen glauben, dass dies zu günstigeren Energiepreisen führen würde. Laut 40 Prozent der Befragten werden sich die Preise nicht ändern, und laut 21 Prozent werden sie steigen. Eine Verbilligung der Energie erwarten vor allem die Befürworter einer stärkeren staatlichen Kontrolle über ČEZ.
Ausgeglichen sind die Anteile der Befürworter einer Dominanz entweder der Kernenergie oder der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung. Insgesamt 37 Prozent der Umfrageteilnehmer würden einen Energiemix bevorzugen, bei dem die Kernenergie den größten Anteil hat, gefolgt von erneuerbaren Quellen und dem geringsten Anteil an fossilen Energieträgern. Für einen Mix mit dem größten Anteil an erneuerbaren Energien, einem kleineren Teil aus Kernkraftwerken und dem geringsten Anteil aus fossilen Quellen sprachen sich 35 Prozent der Menschen aus. Für einen Mix, in dem fossile Brennstoffe den größten Anteil hätten, sind zusammen nur fünf Prozent der Menschen. Ein Zehntel würde einen Mix wählen, bei dem Kernenergie und fossile Quellen dominieren und erneuerbare Energien einen minimalen Anteil haben.
„Die Untersuchung offenbart einen interessanten Zusammenhang zwischen den bevorzugten Energiequellen und der Sicht auf die Rolle des Staates. Die Daten zeigen deutlich, dass gerade die Befürworter der Kernenergie am häufigsten sowohl die energetische Selbstversorgung als auch eine größere staatliche Kontrolle über die kritische Infrastruktur fordern“, sagte Straka.
Dem Bau neuer Kernkraftwerke und der Laufzeitverlängerung bestehender Atommeiler stimmen der Umfrage zufolge drei Viertel der Tschechen zu.
Die Umfrage wurde von der Agentur Ipsos vom 30. Juni bis zum 3. Juli durchgeführt. Daran nahmen 1029 Einwohner der Tschechischen Republik im Alter zwischen 18 und 65 Jahren teil.
Čtk
Quelle: https://www.respekt.cz/informacni-servi ... 7-29-09-34
/gr/
In Dukovany ist das Ausladen des Brennstoffs abgeschlossen – Block 3 steht vor einer anspruchsvollen Revision
30. Juli 2026 oenergetice.cz CTK
Im Kernkraftwerk Dukovany ist das Ausladen der Brennelemente aus dem Reaktor des planmäßig abgeschalteten dritten Blocks abgeschlossen. Während der Revision, die am 17. Juli begonnen hat, werden ein Teil des Kernbrennstoffs ausgetauscht sowie Hunderte Inspektionen, Prüfungen und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, teilte Kraftwerkssprecher Radek Doležal mit.
„Der Abschluss des Brennstoffausladens ist ein wichtiger Meilenstein der Blockabstellung. Dadurch können wir eine Reihe anspruchsvoller Wartungs- und Investitionsarbeiten an Anlagen beginnen, die während des normalen Betriebs nicht zugänglich sind. Alle Maßnahmen dienen dazu, dass der Block auch in den kommenden Jahren sicher und zuverlässig Strom erzeugen kann“, sagte der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Während der Revision wird etwa ein Fünftel der Brennelemente ausgetauscht. Für die übrigen Arbeiten müssen jedoch sämtliche Brennelemente aus dem Reaktor entfernt werden. Anschließend werden sie in das Lagerbecken überführt, wo sie während der Arbeiten bei abgesenktem Wasserstand im Reaktordruckbehälter verbleiben. Dadurch entsteht Raum für Wartungsarbeiten, etwa an Armaturen des Reaktorkühlsystems, sowie für Inspektionen ausgewählter Komponenten des Primärkreislaufs.
Nach Angaben von Doležal gehört die diesjährige Revision des dritten Blocks zu den technisch anspruchsvollsten der vergangenen Jahre. Neben dem routinemäßigen Brennstoffwechsel und einem umfangreichen Prüfprogramm umfasst sie unter anderem die Erneuerung der Nachkühlsysteme, die Reinigung eines weiteren Dampferzeugers, die Modernisierung der elektrischen Schutzeinrichtungen sicherheitsrelevanter Schaltanlagen, den Austausch alternder Kabel, Anpassungen der Systeme zur langfristigen Nachwärmeabfuhr sowie die turnusmäßige Zehnjahresinspektion eines Dieselgenerators.
Im August wird auch der benachbarte vierte Block für etwa einen Monat abgeschaltet. Der Grund dafür sind Arbeiten an technischen Einrichtungen, die von beiden Blöcken gemeinsam genutzt werden. Eine gleichzeitige Abschaltung zweier Blöcke in Dukovany ist erst wieder für das Jahr 2032 vorgesehen.
Die Kernkraftwerke der ČEZ-Gruppe sind in den vergangenen Jahren schrittweise auf verlängerte Brennstoffzyklen umgestellt worden. In Dukovany gilt seit dem Jahr 2024 ein 16-monatiger Brennstoffzyklus: Auf 14 Monate Betrieb folgt eine mehr als einmonatige Revision. Im Kernkraftwerk Temelín soll die Umstellung auf einen 18-monatigen Brennstoffzyklus noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das Ziel ist eine höhere Stromproduktion, eine effizientere Nutzung des Kernbrennstoffs und eine geringere Belastung der Anlagentechnik.
Die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany erzeugten im vergangenen Jahr zusammen 32,066 Terawattstunden (TWh) Strom, davon 14,68 TWh in Dukovany. Seit Jahresbeginn hat Dukovany bereits 8,577 TWh Strom ins Netz eingespeist.
Die vier Reaktorblöcke von Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Nach den Planungen von ČEZ sollen sie bis zu 80 Jahre betrieben werden können, also bis zu den Jahren 2065 bis 2067. Zwei weitere Reaktorblöcke am Standort Dukovany sollen vom südkoreanischen Unternehmen KHNP errichtet werden.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... a-odstavka
/gr/
Rekordtief der Donau lähmt Verkehr und Energiewirtschaft, Paks schaltet Reaktor ab
ČTK
29. Juli 2026, oenergetice.cz
Das ungarische Kernkraftwerk Paks schaltet einen Reaktor wegen des rekordtiefen Wasserstands der Donau ab, die zur Kühlung genutzt wird. Wie die Agentur Reuters berichtet, gab dies der Betreiber der Anlage, das Unternehmen MVM, heute bekannt. Für den aktuellen Rückgang des Donauwasserstands ist Medienberichten zufolge eine Kombination aus langanhaltender Dürre und einer sommerlichen Hitzewelle verantwortlich. Wegen des niedrigen Wasserstands der Donau hat am Dienstag auch das rumänische Kernkraftwerk Cernavoda einen Reaktor abgeschaltet.
Der Betreiber der rumänischen Anlage, das Unternehmen Nuclearelectrica, schloss in einer Erklärung auch die Abschaltung des zweiten Reaktors nicht aus. Die beiden Blöcke dieses Kernkraftwerks produzieren laut Reuters rund ein Fünftel des rumänischen Stroms.
Das ungarische Atomkraftwerk, das vier Reaktoren russischer Bauart betreibt und fast die Hälfte des ungarischen Stroms erzeugt, hat bereits am Montag die Leistung eines anderen Blocks reduziert, schreibt die Agentur Reuters. Die heutige Abschaltung des Reaktors wird der Agentur zufolge die Leistung des Kraftwerks auf etwa 60 Prozent der Kapazität senken.
Der ungarische Umweltminister László Gajdos erklärte, dass die ungarische Wasserwirtschaft in Bereitschaft sei, um die Versorgung des Kraftwerks mit Kühlwasser zu sichern. Den Behörden zufolge wurden bei der Anlage vier Pump-Pontons und zwei Schwimmkräne positioniert, um im Bedarfsfall die Wasserversorgung zu unterstützen, da für die kommenden Tage ein weiterer Rückgang des Flusspegels erwartet wird.
Paks hatte bereits während der Hitzewelle im Juni die Leistung wegen der hohen Wassertemperatur der Donau reduziert. Seitdem ist der Wasserstand auf Rekordtiefs gesunken, was auch die Binnenschifffahrt auf dem Fluss beeinträchtigt, der zu den am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas gehört, so Reuters. Die Donau ist der zweitlängste Fluss Europas und fließt durch zehn Länder.
Die Agentur MTI schrieb am Dienstag, dass auf dem ungarischen Donauabschnitt rund 15 Hotelschiffe festsitzen und der Großteil der Frachtschiffe die Fahrt wegen des rekordtiefen Wasserstands einstellen musste. Der Wassermangel betrifft laut der ungarischen Nachrichtenagentur den gesamten schiffbaren Abschnitt der Donau. In ihrem Einzugsgebiet werden keine nennenswerten Niederschläge erwartet, und eine neue Hitzewelle verschlimmert die Bedingungen weiter, so MTI.
In Bulgarien ist unterdessen das Ausflugschiff Viking Ullur, das unter Schweizer Flagge von Budapest aus auf der Donau unterwegs war, auf Grund gelaufen. Die bulgarische Grenzpolizei evakuierte am Dienstag fast zweihundert Passagiere. Das Schiff lief laut Innenministerium in der Nacht bei schlechter Sicht auf Grund.
Die Europäische Union hat heute zwei vergleichende Satellitenbilder veröffentlicht, die von den Sentinel-2-Satelliten im Rahmen des Copernicus-Programms aufgenommen wurden und einen Teil der Donau in Nordungarn zeigen. Auf dem ersten Foto ist zu sehen, wie der Ort im vergangenen Jahr am 14. Juli aussah, auf dem zweiten am 25. Juli dieses Jahres. Die wenige Tage alte Aufnahme zeigt an mehreren Stellen das freigelegte Flussbett an den Rändern des Flusses.
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... je-reaktor
ČEZ will in diesem Jahr mehr als 180 neue Elektroauto – Ladepunkte errichten
30.7.2026 Monatszeitung Automarkers Seite 50
Die ČEZ-Gruppe hat auf dem diesjährigen Forum Elektromobilität die nächste Ausbaustufe ihrer öffentlichen Elektroauto -Ladeinfrastruktur vorgestellt. Bis Ende des Jahres sollen mehr als 180 neue Ladepunkte in Betrieb gehen und die Gesamtleistung des Netzes um 39 MW steigen. Nach Angaben von ČEZ wächst auch die Nachfrage nach Ladevorgängen kontinuierlich – der gesamte Stromabsatz dürfte sich im Jahre 2026 der Marke von 20 Millionen kWh nähern. Finanziert wird der Ausbau durch EU-Programme (CEF und das Operationelle Programm Verkehr) sowie durch Eigeninvestitionen von ČEZ.
Mit derzeit mehr als 1.000 Ladepunkten, von denen jeder fünfte ein Ultraschnelllader ist, ist ČEZ der größte Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur in Tschechien. Noch in diesem Jahr soll das Netz auf rund 1.200 Ladepunkte anwachsen. Der Ausbau wird durch die steigende Verbreitung der Elektromobilität und die wachsende Nachfrage nach Schnellladeangeboten beschleunigt.
„Unser Ziel ist es, das Ladenetz konsequent an den Bedürfnissen der Fahrer auszurichten und mit der Entwicklung der Elektromobilität Schritt zu halten. Durch den weiteren Ausbau insbesondere der Ultraschnellladestationen wird die Gesamtleistung des Netzes auf rund 148 MW steigen und die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten in ganz Tschechien weiter verbessert“, erklärte Rostislav Díža, Leiter des Bereichs Elektromobilität bei ČEZ.
Nach seinen Angaben belegen sowohl die kontinuierlich steigende Stromabgabe als auch die Zahl von inzwischen mehr als 60.000 registrierten Kunden das wachsende Interesse an den Ladeangeboten des Unternehmens.
Der Ausbau konzentriert sich vor allem auf die wichtigsten Verkehrsachsen. Dort ermöglichen Ultraschnelllader, die innerhalb von zehn Minuten Energie für weitere 150 Kilometer Fahrstrecke nachladen können, besonders kurze Zwischenstopps.
„Um die Vorteile des ultraschnellen Ladens noch attraktiver zu machen, haben wir in diesem Jahr einige Tarife gesenkt. Registrierte Kunden können dadurch bis zu 17 Prozent sparen“, sagte Martin Schejbal, Manager des Bereichs Ladeservices bei ČEZ.
Während eines Ladevorgangs an einer Ultraschnellladestation mit einer Leistung von bis zu 400 kW können Fahrer eine kurze Pause einlegen und anschließend ihre Fahrt fortsetzen.
Die Standorte der Ladestationen sind in der Futurego-App verfügbar. Die App dient zugleich zur Authentifizierung an den Ladesäulen; alternativ kann eine RFID-Karte verwendet werden.
ČEZ engagiert sich seit dem Jahr 2009 im Bereich Elektromobilität. Neben dem Aufbau und Betrieb öffentlicher Ladeinfrastruktur bietet der Konzern heute umfassende Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden an. Dazu gehören Angebote für Endkunden über ČEZ Prodej sowie Energielösungen für Unternehmen, Städte und Regionen über ČEZ ESCO.
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Baugesetz-Novelle könnte den Bau eines Atommüll-Endlagers beschleunigen – Senatoren aus der Region Pilsen warnen vor einer Schwächung der Gemeinden.
Tiefengeologisches Endlager in Tschechien: Gesetznovelle könnte Genehmigungsverfahren beschleunigen und Einspruchsrechte der Gemeinden einschränken.
Oberstes Verwaltungsgericht weist Beschwerde gegen Erkundungen am Standort Hrádek für Atommüll-Endlager zurück.
Mährisch-Schlesische Region setzt auf Energiemix – auch mit kleinen Atomreaktoren.
Mehrheit der Tschechen unterstützt Verstaatlichung von ČEZ.
ČEZ soll staatlich sein, meint die Mehrheit der Tschechen.
In Dukovany ist das Ausladen des Brennstoffs abgeschlossen – Block 3 steht vor einer anspruchsvollen Revision.
Rekordtief der Donau lähmt Verkehr und Energiewirtschaft, Paks schaltet Reaktor ab.
ČEZ will in diesem Jahr mehr als 180 neue Elektroauto – Ladepunkte errichten
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Baugesetz-Novelle könnte den Bau eines Atommüll-Endlagers beschleunigen – Senatoren aus der Region Pilsen warnen vor einer Schwächung der Gemeinden
Autorin: Michaela Prokopová
28. Juli 2026, Region Plzeň
Die Plattform gegen das Atommüll-Endlager will in den kommenden Tagen Senatorinnen und Senatoren wegen der Novelle des Baugesetzes ansprechen, die im August im Senat beraten wird. Gemeinden und Bürgerinitiativen warnen, dass der Gesetzentwurf die Genehmigung eines tiefengeologischen Endlagers erheblich beschleunigen und gleichzeitig die Rechtsschutzmöglichkeiten einschränken würde. Das Thema betrifft auch die Region Pilsen, da der Standort Březový potok bei Horažďovice im Böhmerwald zu den möglichen Endlagerstandorten gehört.
Auch Senator Miroslav Kroc (STAN) steht der Novelle kritisch gegenüber. In ihrer jetzigen Form wolle er sie nicht unterstützen und erwäge, sie an das Abgeordnetenhaus zurückzuverweisen. Er warnt insbesondere vor dem Umfang der Änderungen und davor, dass hastige Einzelanpassungen neue Unklarheiten und Probleme schaffen könnten.
Aschenbrenner: Gemeinden sollten das letzte Wort haben...
Der Pilsner Senator Lumír Aschenbrenner erklärte gegenüber REGIONPLZEN.CZ, dass Tschechien zwar eine sichere Lösung für die Lagerung radioaktiver Abfälle finden müsse. Ein derart bedeutendes Vorhaben dürfe jedoch nicht gegen den Willen der betroffenen Gemeinden und ihrer Einwohner durchgesetzt werden.
„Es ist offensichtlich, dass die Tschechische Republik die Frage der sicheren Lagerung radioaktiver Abfälle lösen muss. Ein so bedeutendes Bauvorhaben kann meiner Ansicht nach jedoch nicht gegen den Willen der Gemeinden und der dort lebenden Menschen durchgesetzt werden. Die betroffenen Kommunen sollten bei der endgültigen Entscheidung das entscheidende Wort haben.
Vor allem der Staat ist gefordert, offen mit den Gemeinden zu verhandeln und ihnen echte, langfristige Vorteile anzubieten. Dabei sollte es nicht nur um einmalige finanzielle Entschädigungen gehen, sondern beispielsweise um Investitionen in die kommunale Infrastruktur, Verkehrswege, Schulen sowie Gesundheits- und Sozialdienste oder in die weitere Entwicklung der gesamten Region.
Ein ähnliches Problem sehen wir auch beim Ausbau der Windenergie. Der Staat mag energiepolitische Ziele verfolgen, doch ohne Rücksicht auf die betroffene Bevölkerung und ohne konkrete Vorteile für die Gemeinden wird jedes derartige Projekt auf Widerstand stoßen. Schnellere Genehmigungsverfahren dürfen nicht zu einer Schwächung der Rechte von Gemeinden und Grundstückseigentümern führen.“ Lumir Aschenbrenner, Senator für Region Pilsen.
Kritik der Plattform…
Die Plattform kritisiert vor allem die geplante Einstufung des Endlagers als Bauvorhaben von Bedeutung für die Energiesicherheit des Staates. Nach Ansicht der Kritiker würde dies in der Praxis schnellere Genehmigungsverfahren und eine geringere Kontrolle eines Projekts ermöglichen, das die betroffenen Regionen über Jahrzehnte hinweg prägen könnte.
Eingeschränkte Rechtsmittel….
Die Gemeinden weisen darauf hin, dass gegen bestimmte Genehmigungsentscheidungen künftig kein Rechtsmittel mehr möglich sein soll. Behörden, die öffentliche Interessen vertreten, hätten nach Angaben der Plattform nur noch 20 Tage Zeit für Stellungnahmen; diese Frist könnte selbst in komplexen Verfahren nicht verlängert werden. Außerdem bliebe für eine Klage gegen eine erteilte Genehmigung lediglich ein Monat Zeit.
Zutritt zu Privatgrundstücken ohne Zustimmung...
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die geologischen Erkundungsarbeiten. Bislang müssen Unternehmen, die Bohrungen und Messungen durchführen, die Zustimmung der Grundstückseigentümer einholen. Nach Auffassung der Plattform eröffnet die Novelle jedoch die Möglichkeit, diese Zustimmung zu umgehen. Investoren oder von ihnen beauftragte Firmen könnten demnach Grundstücke auch ohne Einverständnis der Eigentümer betreten oder befahren.
Region Pilsen betroffen...
Für die Region Pilsen ist das Thema insbesondere wegen des potenziellen Endlagerstandorts Březový potok bei Horažďovice von Bedeutung. Von dort stammt auch der Sprecher der Plattform, Michael Forman, der Bürgermeister von Horažďovice ist. Nach Auffassung der Gemeinden erweitert die Novelle bereits in der Phase der Standortsuche die Eingriffe in Eigentumsrechte – also noch bevor überhaupt über den Bau eines Endlagers entschieden wurde.
Zu den weiteren untersuchten Standorten gehören Horka und Hrádek in der Region Vysočina sowie Janoch bei Temelín. Die tschechische Verwaltung für die Endlagerung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) hat an einigen Standorten bereits tiefe geologische Erkundungsbohrungen begonnen. Gemeinden haben gegen die entsprechenden Genehmigungen geklagt, bislang jedoch ohne Erfolg. Anschließend wurden Kassationsbeschwerden eingelegt, über die weiterhin verhandelt wird. Nach Angaben der Gemeinden haben diese Beschwerden jedoch keine aufschiebende Wirkung.
Zeitplan des Staates….
Nach den langfristigen Plänen der Regierung soll das tschechische tiefengeologische Endlager bis zum Jahr 2050 errichtet werden. Der Standort soll bis zum Jahr 2030 festgelegt werden. In etwa 500 Metern Tiefe sollen vor allem Tausende Tonnen abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken sowie weitere radioaktive Abfälle dauerhaft eingelagert werden. Vergleichbare Endlagerprojekte werden auch in anderen Ländern vorbereitet.
Wie geht es im Senat weiter?
Das Abgeordnetenhaus hat die Novelle am 10. Juli 2026 verabschiedet. Der Senat wird sich voraussichtlich im August mit dem Gesetzentwurf befassen. Bis dahin will die Plattform Gespräche mit den Senatorinnen und Senatoren führen, um sie davon zu überzeugen, den Entwurf zu ändern oder an das Abgeordnetenhaus zurückzuverweisen.
Quelle: https://www.regionplzen.cz/zpravodajstv ... e--305173/
/gr/
Tiefengeologisches Endlager in Tschechien: Gesetznovelle könnte Genehmigungsverfahren beschleunigen und Einspruchsrechte der Gemeinden einschränken
28.7.2026 Hrot 24
Eine umfassende Novelle des tschechischen Baugesetzes könnte die Genehmigung des geplanten tiefengeologischen Endlagers für radioaktive Abfälle erheblich beschleunigen. Betroffene Gemeinden und Bürgerinitiativen warnen, dass die Gesetzesänderung Fristen verkürzt, Rechtsmittel einschränkt und geologische Erkundungsarbeiten auf Privatgrundstücken auch ohne Zustimmung der Eigentümer ermöglichen könnte.
Das Abgeordnetenhaus verabschiedete die Novelle am 10. Juli 2026; knapp zwei Wochen später wurde sie an den Senat weitergeleitet, der bis zum 22. August Zeit für die Beratung hat. Das Ministerium für regionale Entwicklung stellt den Gesetzentwurf als Maßnahme zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, zum Bürokratieabbau und zur klareren Aufgabenverteilung zwischen den Behörden dar. In den umfangreichen Änderungen finden sich jedoch auch Bestimmungen, die die Vorbereitung des tiefengeologischen Endlagers betreffen.
Nach Auffassung der Plattform gegen das Atommüll-Endlager soll das Endlager künftig als Bauvorhaben von Bedeutung für die Energiesicherheit des Staates eingestuft werden. Die Plattform interpretiert den verabschiedeten Gesetzestext dahingehend, dass gegen die Genehmigung des Endlagers kein Rechtsmittel mehr eingelegt werden könnte. Betroffene Behörden hätten für ihre Stellungnahmen nur noch 20 Tage Zeit, und eine verwaltungsgerichtliche Klage müsste innerhalb eines Monats erhoben werden. Außerdem soll das Endlager als Vorhaben im öffentlichen Interesse eingestuft werden, was Enteignungen der benötigten Grundstücke erleichtern könnte. Dabei handelt es sich um die Auslegung der Kritiker des Gesetzentwurfs und nicht um eine unabhängige rechtliche Bewertung aller Folgen der Novelle.
Streit um Privatgrundstücke...
Besonders umstritten ist der Teil der Novelle, der die geologischen Erkundungsarbeiten betrifft. Nach Angaben der Plattform könnten Investoren oder von ihnen beauftragte Unternehmen künftig betroffene Grundstücke betreten und befahren sowie Erkundungsarbeiten durchführen, ohne zuvor die Zustimmung der Eigentümer einzuholen.
„Die geplanten Gesetzesänderungen schränken die Eigentumsrechte der Bürger nicht nur im Genehmigungsverfahren für das Endlager erheblich ein, sondern bereits bei der Suche nach einem geeigneten Standort“, erklärte Michael Forman, Sprecher der Plattform und Bürgermeister von Horažďovice. Er bezeichnete das Vorgehen des Staates als „Salamitaktik“, durch die die Rechte der Gemeinden und Grundstückseigentümer schrittweise geschwächt würden.
Kritik auch aus dem Senat...
Kritik kommt auch von Senatoren aus der Region Pilsen, in der sich einer der vier potenziellen Endlagerstandorte befindet. Der für die Bewegung STAN gewählte Senator Miroslav Kroc will den Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form nicht unterstützen und erwägt, ihn an das Abgeordnetenhaus zurückzuverweisen.
Der Pilsner Senator Lumír Aschenbrenner (ODS) erklärte hingegen, dass zwar eine sichere Lösung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle gefunden werden müsse, ein derart bedeutendes Vorhaben jedoch nicht gegen den Willen der betroffenen Gemeinden und ihrer Einwohner durchgesetzt werden dürfe. Der Staat solle den Regionen langfristige Investitionen in Verkehr, Schulen, Gesundheitsversorgung und andere öffentliche Dienstleistungen anbieten und sich nicht auf einmalige finanzielle Entschädigungen beschränken.
Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/novela-hlu ... emku-Hzh7F
https://pro-energy.cz/news/detail/11683 ... olani-obci
/gr/
Oberstes Verwaltungsgericht weist Beschwerde gegen Erkundungen am Standort Hrádek für Atommüll-Endlager zurück
28. Juli 2026, 18:20 Uhr (ČTK)
Das Oberste Verwaltungsgericht (NSS) hat die Kassationsbeschwerde der Gemeinde Dolní Cerekev (Bezirk Jihlava) zurückgewiesen und damit die Entscheidung über die Ausweisung des Erkundungsgebiets Hrádek bestätigt. Das Ziel der Untersuchungen ist es, die Eignung des Standorts für den Bau eines tiefengeologischen Endlagers für abgebrannte Brennelemente zu prüfen.
Für das Endlager kommen derzeit vier Standorte in die engere Auswahl. In allen Fällen haben die betroffenen Gemeinden den Rechtsweg beschritten – bislang jedoch ohne Erfolg. Die Beschwerde von Dolní Cerekev ist die erste, über die das Oberste Verwaltungsgericht in diesem Verfahrensstadium entschieden hat, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht. Die Erkundungsarbeiten an den Standorten haben bereits begonnen.
Das Gericht kritisierte, dass die Kassationsbeschwerde der Gemeinde und ihres Rechtsanwalts schwer verständlich und thematisch uneinheitlich gewesen sei. Deshalb habe es sich nur mit den Einwänden befasst, „die sich bei vernünftiger Auslegung des Beschwerdetextes nachvollziehen ließen“.
Mehrere Einwände bewertete das Gericht zudem als verfrüht. Es verwies darauf, dass bislang nicht über den Bau des Endlagers, sondern lediglich über die Ausweisung eines Erkundungsgebiets entschieden worden sei, dessen Zweck gerade darin bestehe, die Eignung des Standorts zu überprüfen.
Nach Auffassung des Gerichts war das Umweltministerium in dieser Phase nicht verpflichtet, bereits zu prüfen, ob sich an dem Standort tatsächlich ein Endlager errichten lässt. „Ein solcher Schluss würde den Sinn der Ausweisung eines Erkundungsgebiets und der eigentlichen Erkundung infrage stellen, deren Ziel gerade darin besteht, die Möglichkeit des Baus eines tiefengeologischen Endlagers zu überprüfen“, heißt es in der Urteilsbegründung.
Das Umweltministerium hatte das Erkundungsgebiet für besondere Eingriffe in die Erdkruste am Standort Hrádek im Jahr 2024 auf Antrag der Verwaltung für die Endlagerung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) festgelegt. Die umliegenden Gemeinden legten zunächst erfolglos Beschwerde beim Umweltminister ein und erhoben anschließend Klage vor dem Stadtgericht Prag, das diese als unbegründet abwies. Die Kassationsbeschwerde wurde schließlich nur noch von Dolní Cerekev eingelegt. Auch mit dem Vorwurf einer strukturellen Befangenheit des Ministeriums hatte die Gemeinde keinen Erfolg.
Klagen gegen die Ausweisung weiterer Erkundungsgebiete wurden auch von Gemeinden an den Standorten Březový potok (Bezirk Klatovy), Horka (Bezirk Třebíč) und Janoch bei Temelín (Bezirk Budweis) eingereicht. Das Stadtgericht Prag wies sämtliche Klagen ab. Mit den weiteren Kassationsbeschwerden wird sich das Oberste Verwaltungsgericht noch befassen; bislang hat es lediglich über den Fall Hrádek entschieden.
Das tiefengeologische Endlager für abgebrannte Brennelemente aus tschechischen Kernkraftwerken soll bis zum Jahr 2050 errichtet werden. Die SÚRAO hat in diesem Jahr mit den Erkundungsbohrungen an den einzelnen Standorten begonnen.
„Im Auswahlverfahren für den endgültigen und den Ersatzstandort stellt dies einen wichtigen Meilenstein dar. Erstmals werden wir mithilfe von Bohrungen direkt in den Untergrund blicken und die bisherigen Erkenntnisse aus Oberflächenuntersuchungen präzisieren. Wir werden die geologischen Verhältnisse detaillierter beschreiben und besser verstehen und so eine hochwertige Grundlage für die Auswahl des endgültigen und des Ersatzstandorts schaffen“, erklärte SÚRAO-Direktor Lukáš Vondrovic auf der Website der Behörde.
Die Entscheidung über den endgültigen Endlagerstandort soll 2030 fallen.
Quelle: https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/zpr ... e-uloziste
/gr/
Mährisch-Schlesische Region setzt auf Energiemix – auch mit kleinen Atomreaktoren
29.7.2026 Monatszeitung Patriot Seite 68
Die mährisch-schlesische Region befindet sich mitten im Strukturwandel nach dem Kohleausstieg. Nach Ansicht von Regionshauptmann Josef Bělica und Stanislav Mišák, Direktor des Zentrums für Energie- und Umwelttechnologien (CEET) der Technischen Universität Ostrava (VŠB-TUO), soll die Region auch künftig ein bedeutender Industriestandort bleiben. Voraussetzung dafür seien eine sichere Energieversorgung, Innovationen und moderne Technologien.
Mišák betont, dass die Energiewende nicht Selbstzweck sei, sondern die Grundlage für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Bereits heute werde in den Ausbau erneuerbarer Energien, Energiespeicher, Wasserstofftechnologien, Digitalisierung und die Modernisierung der Fernwärme investiert.
Für die Zukunft setzen beide Gesprächspartner auf einen ausgewogenen Energiemix. Erneuerbare Energien allein könnten den Bedarf einer industriestarken Region nicht decken. Deshalb müssten stabile zentrale Energiequellen mit dezentralen erneuerbaren Anlagen kombiniert werden.
Eine wichtige Rolle schreiben sie langfristig kleinen modularen Reaktoren (SMR) zu. Nach Mišák werde die Region auch nach dem Jahr 2050 verlässliche CO₂-arme Energiequellen benötigen. SMR seien keine Konkurrenz zu erneuerbaren Energien, sondern deren sinnvolle Ergänzung. Sie könnten nicht nur Strom liefern, sondern auch in bestehende Fernwärmenetze eingebunden werden und so Haushalte sowie Industrie mit emissionsarmer Wärme versorgen. Zudem könnten sie helfen, einen künftig erwarteten Strommangel infolge der Elektrifizierung von Verkehr, Industrie und Wärmesektor auszugleichen.
Als weiteres Zukunftsfeld nennt Mišák die Kombination von SMR und Wasserstofftechnologien. Überschüssiger Atomstrom könnte zur Wasserstoffproduktion genutzt werden, der anschließend als Energiespeicher oder Kraftstoff für Industrie und Verkehr dient.
Auch Regionshauptmann Bělica unterstützt die Vorbereitung auf den möglichen Einsatz kleiner modularer Reaktoren. Deren Einführung sei zwar keine kurzfristige Aufgabe, müsse aber bereits heute strategisch vorbereitet werden. Dazu gehörten die Diskussion geeigneter Standorte, der Anschluss an die Energie- und Fernwärmeinfrastruktur sowie die Berücksichtigung des künftigen Energiebedarfs von Industrie und Bevölkerung.
Nach Auffassung der beiden Gesprächspartner könnten gerade die Verbindung von Kernenergie, erneuerbaren Energien, Wasserstoff und moderner Fernwärme zu einem entscheidenden Baustein für eine wettbewerbsfähige und energiepolitisch sichere Zukunft der mährisch-schlesischen Region werden.
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Mehrheit der Tschechen unterstützt Verstaatlichung von ČEZ
30. Juli 2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES / ČTK
Knapp drei Fünftel der Tschechen befürworten eine stärkere Kontrolle des Staates über den Energieversorger ČEZ. Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor.
Nach Ansicht der Befragten würde eine stärkere staatliche Kontrolle die Unabhängigkeit des Landes bei der Stromerzeugung erhöhen.
Die Regierungskoalition aus ANO, SPD und den Motoristen will ČEZ gemäß ihrem Regierungsprogramm vollständig verstaatlichen. Dazu soll der rund 30-prozentige Anteil der Minderheitsaktionäre aufgekauft werden.
58 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Staat eine stärkere Kontrolle über ČEZ erhalten sollte. 27 Prozent lehnen dies ab, während 15 Prozent noch unentschlossen sind.
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ČEZ soll staatlich sein, meint die Mehrheit der Tschechen
Wochenzeitung Respekt
29.7.2026
Autor: Milan Jaroš
Fast drei Fünftel der Tschechen befürworten eine Stärkung der staatlichen Kontrolle über das Energieunternehmen ČEZ. Dies geht aus einer Umfrage der Agentur Ipsos hervor. Den Bürgern zufolge wird dies die Selbstversorgung des Landes bei der Stromerzeugung stärken.
Die Regierungskoalition aus ANO, SPD und Motoristé will ČEZ laut ihrer Regierungserklärung verstaatlichen, also den rund dreißigprozentigen Anteil von den Minderheitsaktionären aufkaufen. Die verbleibenden rund 70 Prozent der ČEZ-Aktien besitzt der Staat bereits. ČEZ ist der größte Stromerzeuger in Tschechien.
Dass der Staat eine größere Kontrolle über ČEZ erlangen sollte, gaben 58 Prozent der Befragten an. Die gegenteilige Meinung vertreten 27 Prozent der Menschen, 15 Prozent sind unentschieden. Als Argument für die Stärkung der Kontrolle nannte der größte Anteil der Befürworter dieses Schritts – 59 Prozent – die Stärkung der Selbstversorgung Tschechiens bei der Stromproduktion. Fast die Hälfte der Unterstützer glaubt zudem, dass der Staat so die Energiesicherheit und die Kontrolle über die kritische Infrastruktur im Land erhöhen wird.
„Die Kunden haben in den vergangenen Jahren eine Energiekrise und steigende Preise für Strom und Gas durchlebt. Sie sind daher vorsichtiger und verfolgen das Thema Energie intensiver als früher. Es ist nur logisch, dass sie Preistabilität wollen und eine Selbstversorgung mit einer größeren Beteiligung des Staates bevorzugen, in diesem Fall die Kontrolle über das Unternehmen ČEZ“, erklärte Michal Straka, Analyst der Agentur Ipsos.
In der Frage der Auswirkungen einer Verstaatlichung von ČEZ auf die Energiepreise sind die Tschechen gespalten. Insgesamt 39 Prozent der Menschen glauben, dass dies zu günstigeren Energiepreisen führen würde. Laut 40 Prozent der Befragten werden sich die Preise nicht ändern, und laut 21 Prozent werden sie steigen. Eine Verbilligung der Energie erwarten vor allem die Befürworter einer stärkeren staatlichen Kontrolle über ČEZ.
Ausgeglichen sind die Anteile der Befürworter einer Dominanz entweder der Kernenergie oder der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung. Insgesamt 37 Prozent der Umfrageteilnehmer würden einen Energiemix bevorzugen, bei dem die Kernenergie den größten Anteil hat, gefolgt von erneuerbaren Quellen und dem geringsten Anteil an fossilen Energieträgern. Für einen Mix mit dem größten Anteil an erneuerbaren Energien, einem kleineren Teil aus Kernkraftwerken und dem geringsten Anteil aus fossilen Quellen sprachen sich 35 Prozent der Menschen aus. Für einen Mix, in dem fossile Brennstoffe den größten Anteil hätten, sind zusammen nur fünf Prozent der Menschen. Ein Zehntel würde einen Mix wählen, bei dem Kernenergie und fossile Quellen dominieren und erneuerbare Energien einen minimalen Anteil haben.
„Die Untersuchung offenbart einen interessanten Zusammenhang zwischen den bevorzugten Energiequellen und der Sicht auf die Rolle des Staates. Die Daten zeigen deutlich, dass gerade die Befürworter der Kernenergie am häufigsten sowohl die energetische Selbstversorgung als auch eine größere staatliche Kontrolle über die kritische Infrastruktur fordern“, sagte Straka.
Dem Bau neuer Kernkraftwerke und der Laufzeitverlängerung bestehender Atommeiler stimmen der Umfrage zufolge drei Viertel der Tschechen zu.
Die Umfrage wurde von der Agentur Ipsos vom 30. Juni bis zum 3. Juli durchgeführt. Daran nahmen 1029 Einwohner der Tschechischen Republik im Alter zwischen 18 und 65 Jahren teil.
Čtk
Quelle: https://www.respekt.cz/informacni-servi ... 7-29-09-34
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In Dukovany ist das Ausladen des Brennstoffs abgeschlossen – Block 3 steht vor einer anspruchsvollen Revision
30. Juli 2026 oenergetice.cz CTK
Im Kernkraftwerk Dukovany ist das Ausladen der Brennelemente aus dem Reaktor des planmäßig abgeschalteten dritten Blocks abgeschlossen. Während der Revision, die am 17. Juli begonnen hat, werden ein Teil des Kernbrennstoffs ausgetauscht sowie Hunderte Inspektionen, Prüfungen und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, teilte Kraftwerkssprecher Radek Doležal mit.
„Der Abschluss des Brennstoffausladens ist ein wichtiger Meilenstein der Blockabstellung. Dadurch können wir eine Reihe anspruchsvoller Wartungs- und Investitionsarbeiten an Anlagen beginnen, die während des normalen Betriebs nicht zugänglich sind. Alle Maßnahmen dienen dazu, dass der Block auch in den kommenden Jahren sicher und zuverlässig Strom erzeugen kann“, sagte der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Während der Revision wird etwa ein Fünftel der Brennelemente ausgetauscht. Für die übrigen Arbeiten müssen jedoch sämtliche Brennelemente aus dem Reaktor entfernt werden. Anschließend werden sie in das Lagerbecken überführt, wo sie während der Arbeiten bei abgesenktem Wasserstand im Reaktordruckbehälter verbleiben. Dadurch entsteht Raum für Wartungsarbeiten, etwa an Armaturen des Reaktorkühlsystems, sowie für Inspektionen ausgewählter Komponenten des Primärkreislaufs.
Nach Angaben von Doležal gehört die diesjährige Revision des dritten Blocks zu den technisch anspruchsvollsten der vergangenen Jahre. Neben dem routinemäßigen Brennstoffwechsel und einem umfangreichen Prüfprogramm umfasst sie unter anderem die Erneuerung der Nachkühlsysteme, die Reinigung eines weiteren Dampferzeugers, die Modernisierung der elektrischen Schutzeinrichtungen sicherheitsrelevanter Schaltanlagen, den Austausch alternder Kabel, Anpassungen der Systeme zur langfristigen Nachwärmeabfuhr sowie die turnusmäßige Zehnjahresinspektion eines Dieselgenerators.
Im August wird auch der benachbarte vierte Block für etwa einen Monat abgeschaltet. Der Grund dafür sind Arbeiten an technischen Einrichtungen, die von beiden Blöcken gemeinsam genutzt werden. Eine gleichzeitige Abschaltung zweier Blöcke in Dukovany ist erst wieder für das Jahr 2032 vorgesehen.
Die Kernkraftwerke der ČEZ-Gruppe sind in den vergangenen Jahren schrittweise auf verlängerte Brennstoffzyklen umgestellt worden. In Dukovany gilt seit dem Jahr 2024 ein 16-monatiger Brennstoffzyklus: Auf 14 Monate Betrieb folgt eine mehr als einmonatige Revision. Im Kernkraftwerk Temelín soll die Umstellung auf einen 18-monatigen Brennstoffzyklus noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das Ziel ist eine höhere Stromproduktion, eine effizientere Nutzung des Kernbrennstoffs und eine geringere Belastung der Anlagentechnik.
Die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany erzeugten im vergangenen Jahr zusammen 32,066 Terawattstunden (TWh) Strom, davon 14,68 TWh in Dukovany. Seit Jahresbeginn hat Dukovany bereits 8,577 TWh Strom ins Netz eingespeist.
Die vier Reaktorblöcke von Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Nach den Planungen von ČEZ sollen sie bis zu 80 Jahre betrieben werden können, also bis zu den Jahren 2065 bis 2067. Zwei weitere Reaktorblöcke am Standort Dukovany sollen vom südkoreanischen Unternehmen KHNP errichtet werden.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... a-odstavka
/gr/
Rekordtief der Donau lähmt Verkehr und Energiewirtschaft, Paks schaltet Reaktor ab
ČTK
29. Juli 2026, oenergetice.cz
Das ungarische Kernkraftwerk Paks schaltet einen Reaktor wegen des rekordtiefen Wasserstands der Donau ab, die zur Kühlung genutzt wird. Wie die Agentur Reuters berichtet, gab dies der Betreiber der Anlage, das Unternehmen MVM, heute bekannt. Für den aktuellen Rückgang des Donauwasserstands ist Medienberichten zufolge eine Kombination aus langanhaltender Dürre und einer sommerlichen Hitzewelle verantwortlich. Wegen des niedrigen Wasserstands der Donau hat am Dienstag auch das rumänische Kernkraftwerk Cernavoda einen Reaktor abgeschaltet.
Der Betreiber der rumänischen Anlage, das Unternehmen Nuclearelectrica, schloss in einer Erklärung auch die Abschaltung des zweiten Reaktors nicht aus. Die beiden Blöcke dieses Kernkraftwerks produzieren laut Reuters rund ein Fünftel des rumänischen Stroms.
Das ungarische Atomkraftwerk, das vier Reaktoren russischer Bauart betreibt und fast die Hälfte des ungarischen Stroms erzeugt, hat bereits am Montag die Leistung eines anderen Blocks reduziert, schreibt die Agentur Reuters. Die heutige Abschaltung des Reaktors wird der Agentur zufolge die Leistung des Kraftwerks auf etwa 60 Prozent der Kapazität senken.
Der ungarische Umweltminister László Gajdos erklärte, dass die ungarische Wasserwirtschaft in Bereitschaft sei, um die Versorgung des Kraftwerks mit Kühlwasser zu sichern. Den Behörden zufolge wurden bei der Anlage vier Pump-Pontons und zwei Schwimmkräne positioniert, um im Bedarfsfall die Wasserversorgung zu unterstützen, da für die kommenden Tage ein weiterer Rückgang des Flusspegels erwartet wird.
Paks hatte bereits während der Hitzewelle im Juni die Leistung wegen der hohen Wassertemperatur der Donau reduziert. Seitdem ist der Wasserstand auf Rekordtiefs gesunken, was auch die Binnenschifffahrt auf dem Fluss beeinträchtigt, der zu den am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas gehört, so Reuters. Die Donau ist der zweitlängste Fluss Europas und fließt durch zehn Länder.
Die Agentur MTI schrieb am Dienstag, dass auf dem ungarischen Donauabschnitt rund 15 Hotelschiffe festsitzen und der Großteil der Frachtschiffe die Fahrt wegen des rekordtiefen Wasserstands einstellen musste. Der Wassermangel betrifft laut der ungarischen Nachrichtenagentur den gesamten schiffbaren Abschnitt der Donau. In ihrem Einzugsgebiet werden keine nennenswerten Niederschläge erwartet, und eine neue Hitzewelle verschlimmert die Bedingungen weiter, so MTI.
In Bulgarien ist unterdessen das Ausflugschiff Viking Ullur, das unter Schweizer Flagge von Budapest aus auf der Donau unterwegs war, auf Grund gelaufen. Die bulgarische Grenzpolizei evakuierte am Dienstag fast zweihundert Passagiere. Das Schiff lief laut Innenministerium in der Nacht bei schlechter Sicht auf Grund.
Die Europäische Union hat heute zwei vergleichende Satellitenbilder veröffentlicht, die von den Sentinel-2-Satelliten im Rahmen des Copernicus-Programms aufgenommen wurden und einen Teil der Donau in Nordungarn zeigen. Auf dem ersten Foto ist zu sehen, wie der Ort im vergangenen Jahr am 14. Juli aussah, auf dem zweiten am 25. Juli dieses Jahres. Die wenige Tage alte Aufnahme zeigt an mehreren Stellen das freigelegte Flussbett an den Rändern des Flusses.
https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... je-reaktor
ČEZ will in diesem Jahr mehr als 180 neue Elektroauto – Ladepunkte errichten
30.7.2026 Monatszeitung Automarkers Seite 50
Die ČEZ-Gruppe hat auf dem diesjährigen Forum Elektromobilität die nächste Ausbaustufe ihrer öffentlichen Elektroauto -Ladeinfrastruktur vorgestellt. Bis Ende des Jahres sollen mehr als 180 neue Ladepunkte in Betrieb gehen und die Gesamtleistung des Netzes um 39 MW steigen. Nach Angaben von ČEZ wächst auch die Nachfrage nach Ladevorgängen kontinuierlich – der gesamte Stromabsatz dürfte sich im Jahre 2026 der Marke von 20 Millionen kWh nähern. Finanziert wird der Ausbau durch EU-Programme (CEF und das Operationelle Programm Verkehr) sowie durch Eigeninvestitionen von ČEZ.
Mit derzeit mehr als 1.000 Ladepunkten, von denen jeder fünfte ein Ultraschnelllader ist, ist ČEZ der größte Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur in Tschechien. Noch in diesem Jahr soll das Netz auf rund 1.200 Ladepunkte anwachsen. Der Ausbau wird durch die steigende Verbreitung der Elektromobilität und die wachsende Nachfrage nach Schnellladeangeboten beschleunigt.
„Unser Ziel ist es, das Ladenetz konsequent an den Bedürfnissen der Fahrer auszurichten und mit der Entwicklung der Elektromobilität Schritt zu halten. Durch den weiteren Ausbau insbesondere der Ultraschnellladestationen wird die Gesamtleistung des Netzes auf rund 148 MW steigen und die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten in ganz Tschechien weiter verbessert“, erklärte Rostislav Díža, Leiter des Bereichs Elektromobilität bei ČEZ.
Nach seinen Angaben belegen sowohl die kontinuierlich steigende Stromabgabe als auch die Zahl von inzwischen mehr als 60.000 registrierten Kunden das wachsende Interesse an den Ladeangeboten des Unternehmens.
Der Ausbau konzentriert sich vor allem auf die wichtigsten Verkehrsachsen. Dort ermöglichen Ultraschnelllader, die innerhalb von zehn Minuten Energie für weitere 150 Kilometer Fahrstrecke nachladen können, besonders kurze Zwischenstopps.
„Um die Vorteile des ultraschnellen Ladens noch attraktiver zu machen, haben wir in diesem Jahr einige Tarife gesenkt. Registrierte Kunden können dadurch bis zu 17 Prozent sparen“, sagte Martin Schejbal, Manager des Bereichs Ladeservices bei ČEZ.
Während eines Ladevorgangs an einer Ultraschnellladestation mit einer Leistung von bis zu 400 kW können Fahrer eine kurze Pause einlegen und anschließend ihre Fahrt fortsetzen.
Die Standorte der Ladestationen sind in der Futurego-App verfügbar. Die App dient zugleich zur Authentifizierung an den Ladesäulen; alternativ kann eine RFID-Karte verwendet werden.
ČEZ engagiert sich seit dem Jahr 2009 im Bereich Elektromobilität. Neben dem Aufbau und Betrieb öffentlicher Ladeinfrastruktur bietet der Konzern heute umfassende Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden an. Dazu gehören Angebote für Endkunden über ČEZ Prodej sowie Energielösungen für Unternehmen, Städte und Regionen über ČEZ ESCO.
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799