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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsatikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 11.3.2026:

Inhalt:
Europas Abkehr von der Kernenergie war ein Fehler, räumte von der Leyen auf dem Gipfel ein.
Die BIU / OIZP mahnt in den südböhmischen Städten an die Havarie in Fukushima.
Rochade in der Führung von ČEPS: Durčák an der Spitze endet.
Havlíček: Die Energiepolitik darf nicht wie unter der vorherigen Regierung vom Umweltressort bestimmt werden. Jurečka wurde von Lobbyisten beeinflusst.
Gespräch mit dem 1. Vizepremierminister und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO)
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Europas Abkehr von der Kernenergie war ein Fehler, räumte von der Leyen auf dem Gipfel ein
Tschechisches Fernsehen Quelle: ČTK, jch
10. 3. 2026

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bezeichnete am Dienstag auf dem Pariser Gipfel über die zivile Nutzung der Kernenergie die europäische Abkehr von der Kernenergie in der jüngeren Vergangenheit als Fehler. Kernenergie sei der Schlüssel zur Erreichung der europäischen Energieunabhängigkeit, sagte zu Beginn der Veranstaltung der französische Präsident Emmanuel Macron. Europa müsse seiner Meinung nach seine Standards vereinheitlichen, den Energiemarkt besser vernetzen und den Rahmen für staatliche Unterstützung konsolidieren. Für die Förderung der Kernenergie sprach sich auch der slowakische Premierminister Robert Fico (Smer) aus.
„Ich denke, es war ein strategischer Fehler, dass Europa einem zuverlässigen und verfügbaren Quellen niedriger Emissionen den Rücken gekehrt hat“, sagte von der Leyen mit Bezug auf die europäische Abkehr von der Kernenergie zu Beginn dieses Jahrhunderts, als sich beispielsweise auch ihr Heimatland Deutschland von dieser Energiequelle verabschiedete.
Während in den 1990er Jahren noch bis zu ein Drittel des europäischen Stroms aus Kernenergie stammte, sind es heute etwa fünfzehn Prozent, fügte sie hinzu. Brüssel bereite laut ihr eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der Regeln für die Kernenergie vor, die Unterstützung bei der Einführung kleiner modularer Reaktoren sowie einen Fonds in Höhe von 200 Millionen Euro (4,9 Milliarden Kronen) für Garantien für private Investitionen in innovative Nuklearprojekte.

Auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält das Ende der Kernenergie in Deutschland für einen Fehler. Er betrachtet diese Entscheidung jedoch als unumkehrbar. „Die Entscheidung ist irreversibel. Ich bedauere das, aber so ist es“, fügte er vor Journalisten nach einem Treffen mit dem tschechischen Premierminister Andrej Babiš (ANO) hinzu.
Über die Beendigung der Stromerzeugung aus Kernenergie in Deutschland hatte ursprünglich bereits im Mai 2011 die Regierung der Bundeskanzlerin Angela Merkel von der Christlich Demokratischen Union entschieden, deren Mitglied auch Merz ist. Auslöser war die Havarie des Kernkraftwerks im japanischen Fukushima im selben Jahr. Die letzten drei Kernkraftwerke schaltete Deutschland im Jahr 2023 vom Netz ab und stellte damit nach mehr als sechzig Jahren die Stromerzeugung aus Kernenergie ein. Merz sagte, Deutschland konzentriere sich nun auf die Optimierung seiner Energiepolitik; auch die Stromnetze müssten seiner Meinung nach ausgebaut werden.

Kernenergie ist der Schlüssel zur Energieunabhängigkeit der EU, meint Macron….
„Die Kernenergie ist der Schlüssel, um Energieunabhängigkeit und zugleich Energiesouveränität, Dekarbonisierung und damit auch Klimaneutralität mit Blick auf das Jahr 2050 sowie Wettbewerbsfähigkeit und damit auch neue Arbeitsplätze in unserer Wirtschaft zu erreichen“, zitierte AFP aus der Rede von Präsident Macron.
Die Europäische Union habe laut Macron erhebliche Defizite, etwa weil sie die Kernenergie nicht konsequent unterstütze. In der sogenannten EU-Taxonomie, die für die Förderung von Energiequellen entscheidend ist, wird die Kernenergie derzeit als vorübergehend grüne Energiequelle eingestuft. Frankreich und einige weitere Länder, darunter auch Tschechien, setzen sich dafür ein, sie als langfristige Energiequelle anzuerkennen. Gegen die Nutzung der Kernenergie stellen sich jedoch beispielsweise Deutschland oder Österreich.

Zur Unterstützung dieses Energietyps durch die EU rief am Dienstag auch der slowakische Premierminister Fico auf. Der nächste Haushalt der Europäischen Union für den Zeitraum 2028 bis 2034 sollte seiner Meinung nach die Kernenergie als dekarbonisierte Energiequelle anerkennen. Das bedeute keine direkte Finanzierung von Kernreaktoren aus EU-Mitteln, sondern einen gleichberechtigten Zugang zu Finanzmitteln wie bei anderen Energiequellen, erklärte Fico laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Eine stärkere Aktivität seines Landes im Bereich der Kernenergie kündigte etwa auch der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis an. Die Regierung in Athen werde eine Ministerkommission einrichten, um die Entwicklung der genannten kleinen modularen Reaktoren zu planen, die zum Energiemix des Landes beitragen sollen, berichtete Reuters.
Die EU-Staaten sollten nach Ansicht des französischen Präsidenten außerdem mehr Anstrengungen in eigene Kapazitäten zur Urananreicherung investieren, die zu zentralen innovativen Projekten innerhalb der Union werden sollten. Zwar bauen westliche Unternehmen ihre Kapazitäten aus, doch laut der Zeitung Financial Times importiert die EU weiterhin fast ein Viertel ihres Urans aus Russland, was Moskau ermöglicht, Druck auf die Siebenundzwanzig auszuüben.
Quelle: https://ct24.ceskatelevize.cz/clanek/sv ... ova-371148
/gr/


Die BIU / OIZP mahnt in den südböhmischen Städten an die Havarie in Fukushima
11.3.2026 Ekolist.cz

Fünfzehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima

    Fünfzehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima, der zweitschwersten Nuklearkatastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie, bleibt dieses Ereignis ein bedeutender Meilenstein in der weltweiten Debatte über die Sicherheit der Kernenergie, das Krisenmanagement sowie die Transparenz öffentlicher Institutionen gegenüber der Bevölkerung.
    Obwohl die direkten gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlenexposition nach bisherigen Erkenntnissen relativ begrenzt waren, sind die langfristigen sozialen, wirtschaftlichen und psychologischen Folgen der Katastrophe erheblich und beeinflussen bis heute das Leben von Hunderttausenden von Menschen. Die Beseitigung der Folgen der Havarie gehört zu den größten technischen und logistischen Projekten unserer Zeit und wird noch mehrere Jahrzehnte andauern.
    Gleichzeitig planen zahlreiche Staaten den Bau neuer Kernkraftwerke, häufig auch in geopolitisch instabilen Regionen. Ein Beispiel ist der Iran, wo sich der Krieg auch in der Nähe des in Betrieb befindlichen Kernkraftwerks Buschehr bemerkbar gemacht hat. Bisher wurden zwar keine direkten Angriffe auf die Anlage oder auf die Baustellen weiterer Reaktorblöcke gemeldet, doch wurde der Bau nach Ausbruch des Konflikts vorübergehend unterbrochen, und Mitarbeiter des russischen Lieferunternehmens führen derzeit lediglich notwendige Arbeiten zu Ende. Zusammen mit der Ukraine wird damit auch der Iran zu einem weiteren Beispiel dafür, wie nukleare Anlagen Risiken ausgesetzt sein können, die sich aus bewaffneten Konflikten ergeben.
    Die Bürgerinitiative Umweltschutz (OIŽP) bereitet daher anlässlich des Jahrestages der Katastrophe auch Informations- und Aufklärungsaktivitäten für die Öffentlichkeit vor. Diese sollen an die Erfahrungen aus Fukushima erinnern und zugleich auf die Risiken aufmerksam machen, die mit der Nutzung der Kernenergie in der heutigen Welt verbunden sind.
    „Genau am Tag des fünfzehnten Jahrestages der Katastrophe von Fukushima, also am Mittwoch, werden wir den Bürgerinnen und Bürgern auf den Straßen von České Budějovice, Tábor und Soběslav zur Verfügung stehen. Wir möchten diesen Jahrestag gemeinsam mit der Öffentlichkeit begehen und offen über die Erfahrungen aus dieser Katastrophe sowie über die weiteren Zusammenhänge der Nutzung der Kernenergie sprechen“, erklärt Pavel Vlček von der Bürgerinitiative zum Schutz der Umwelt.
    Bei den Treffen werden Vertreter der Vereinigung OIŽP Informationsflyer verteilen, die zu diesem Jahrestag vorbereitet wurden, und mit den Bürgerinnen und Bürgern über sicherheitspolitische, ökologische und gesellschaftliche Aspekte der Kernenergie diskutieren.

https://ekolist.cz/cz/zpravodajstvi/tis ... y-fukusima



Rochade in der Führung von ČEPS: Durčák an der Spitze endet
11.03.2026 Tageszeitug Hospodářské noviny
Autor: Jan Brož

Im vergangenen Sommer griff der damalige Oppositionspolitiker Andrej Babiš (ANO) die Führung des staatlichen Unternehmens ČEPS, das das inländische Übertragungsnetz verwaltet, scharf an. Er machte sie für den massiven Stromausfall zu Beginn der Sommerferien verantwortlich, obwohl damals über die genauen Ursachen noch kaum etwas bekannt war und auch spätere Untersuchungen kein Verschulden konkreter Personen nachweisen konnten.
Nach dem Amtsantritt der neuen Regierung mit Babiš als Premierminister galten daher die Positionen der Führung von ČEPS als besonders gefährdet. Dies hat sich nun bestätigt. Wie die Unternehmenssprecherin Hana Klímová informierte, hat der nach den Wahlen neu zusammengesetzte Aufsichtsrat am Montag den Vorstandsvorsitzenden Martin Durčák abberufen, der mit dem letzten Märztag ausscheiden wird. Über die geplante Abberufung Durčáks berichtete zuerst das Portal Echo24.cz.

In den Vorstand kehrt dagegen Jan Kalina zurück, derzeit Mitglied des Vorstands des Energiekonzerns ČEZ, wo er die Abteilung für erneuerbare und konventionelle Energie leitet. Für Kalina ist ČEPS kein unbekanntes Umfeld. Er leitete das Unternehmen zwischen den Jahren 2016 und 2018, als er von dem früheren Leiter der Benzina-Tankstellen Martin Durčák abgelöst wurde. Dieser war während der damaligen Regierung Babiš an die Spitze von ČEPS berufen worden und blieb auch während der gesamten Amtszeit der Regierung von Premierminister Petr Fiala (ODS) im Amt.

Neben dem Stromausfall im vergangenen Jahr, dessen ursprüngliche Ursache der Sturz eines Leiters auf der Leitung V411 war, geriet ČEPS zuletzt vor allem im Zusammenhang mit der geplanten Stilllegung der Kohlekraftwerke der Gruppe Sev.en in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Aufgabe des Betreibers des Übertragungsnetzes war es, zu bewerten, ob die Abschaltung dieser Anlagen die Energiesicherheit Tschechiens gefährden würde und ob es daher sinnvoll sei, ihren Betrieb weiterhin zu subventionieren.
Es gab Befürchtungen, dass die Führung von ČEPS unter starkem politischen Druck stehen würde, um das Ergebnis zu beeinflussen. Letztlich entschied der Netzbetreiber jedoch im Wesentlichen im Einklang mit seinen früheren Analysen. Das Kraftwerk Počerady und das Heizkraftwerk Kladno sind für die Stromversorgung Tschechiens nicht besonders entscheidend. Das Kraftwerk Chvaletice muss lediglich in einem eingeschränkten Betriebsmodus aufrechterhalten werden.
/gr/

Havlíček: Die Energiepolitik darf nicht wie unter der vorherigen Regierung vom Umweltressort bestimmt werden. Jurečka wurde von Lobbyisten beeinflusst.
11.3.2026 irozhlas.cz /Tschechischer Rundfunk

Gespräch mit dem 1. Vizepremierminister und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO)

Das Ziel der tschechischen Energiepolitik ist ein ausgewogener Energiemix. „Die Stimmen der erneuerbaren Quellen, der Kernenergie, des Gases und auch der Kohle müssen gehört werden“, beschreibt der 1. Vizepremierminister Karel Havlíček (ANO). In einem Interview für iROZHLAS.cz / für den Tschechischen Rundfunk lobt er die Koalitionszusammenarbeit auf einer mitte-rechts orientierten Grundlage mit SPD und Motoristen und vergleicht sie mit der Funktionsweise der vorherigen Regierung. Das Industrieministerium sei seiner Meinung nach damals zu einem zweitrangigen Ressort geworden und sei von den Ministerien für Finanzen oder Umwelt beeinflusst worden.


-Frage: Wie verliefen die Koalitionsverhandlungen über die wirtschaftliche Strategie der Regierung?Bis auf einige wenige Details handelt es sich nämlich praktisch Wort für Wort um die ursprüngliche Wirtschaftsstrategie der Bewegung ANO, die Sie ausgearbeitet und im Wahlkampf vorgestellt haben. Dabei haben sowohl SPD als auch Motoristen in manchen Punkten andere Positionen. Die SPD etwa wendet sich gegen ausländische Arbeitskräfte, und auch in der Koalition gibt es keine vollständige Einigkeit etwa beim Umgang mit erneuerbaren Stromquellen.
-Es war eine sehr sachliche Debatte. Ich sage es offen: Ich bin den Regierungsmitgliedern, aber auch den Koalitionspartnern dankbar, dass sie mir so viel Raum gegeben haben, diese Wirtschaftsstrategie nicht nur aus dem Programm der Bewegung ANO zu übernehmen, und dass sie sie nicht zerlegen wollten.
Natürlich gab es einzelne kleinere Punkte, die wir klären mussten, aber sie sagten ganz pragmatisch: „Du bist verantwortlich für die Wirtschaft des Landes, du bist verantwortlich für die Teams, die du aufstellst, du bist verantwortlich dafür, dass du das erfüllst, und wir werden dir da nicht hineinreden, weil die Vision und die Richtung richtig sind – und letztlich wirst du ohnehin dafür verantwortlich sein.“

-Sie verweisen darauf, dass Sie den Inhalt der Wirtschaftsstrategie mit Fachorganisationen, Industriellen und Ökonomen koordiniert und konsultiert haben. Als Sie dies später in der Koalition besprachen – wer war Ihr Ansprechpartner unter den Koalitionspartnern?
-Auf Koalitionsebene habe ich das mit Radim Fiala besprochen, der für die Wirtschaftspolitik der SPD zuständig ist und zugleich Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Abgeordnetenhauses ist. Deshalb musste ich diese Dinge unbedingt mit ihm abstimmen. Bis auf die erwähnten Kleinigkeiten waren wir uns einig. Dasselbe galt für die Motoristen, wo ich das vor allem mit ihrem Vorsitzenden Petr Macinka besprochen habe. Erst heute wird mir bewusst, wie wichtig diese Koalition ist.

-Wie meinen Sie das? Glauben Sie nicht, dass Sie sich auch mit anderen Parteien hätten einigen können – etwa mit den Parteien der vorherigen Regierung oder mit jenen, die nicht in das Parlament gekommen sind?
-Die Vorstellung, wir müssten zum Beispiel mit Stačilo! regieren … da würde ich mich aufhängen, weil ich mich mit ihnen nicht einigen könnte. Es geht nicht um Hass, aber mit Kateřina Konečná oder Jana Maláčová könnte ich mich nicht darauf einigen, wie unsere wirtschaftliche Strategie aussehen soll.

-Stimmt, für sie wäre sie wohl zu rechts …
-Ich habe sie marktwirtschaftlich aufgebaut, der Motor des Wachstums muss der private Sektor sein. Wir haben eindeutig eine mitte-rechte Koalition. Die Bewegung ANO repräsentiert die Mitte, ich selbst bin innerhalb von ANO eher stärker marktwirtschaftlich und unternehmensfreundlich orientiert. Die Motoristen stehen klar im rechten Spektrum, und die SPD ebenfalls – das bedeutet, dass sich diese Strategie ideologisch im Grunde gut erarbeiten ließ.

Dukovany und Temelín
-Wenn wir uns auf die Energiepolitik innerhalb der Wirtschaftsstrategie konzentrieren, ergibt sich daraus, dass die Kernenergie künftig eine absolut zentrale Quelle sein wird. Sie möchten auf EU-Ebene die Taxonomie überarbeiten und die Kernenergie unter die sauberen Energiequellen einordnen …
-Ich ergänze gleich: Die Strategie im Energiebereich basiert vor allem auf einem Gleichgewicht zwischen stabilen und instabilen Energiequellen. Davon leitet sich vieles ab, denn wir können nicht eine stabile Quelle schließen, um stattdessen eine andere, instabile Quelle zu haben. Deshalb wollen wir Gas als Übergangsquelle nutzen.

-Wie sehen Sie die Zukunft weiterer tschechischer Investitionen in Kernkraftwerke?
-Wir haben Kernkraftwerke in Dukovany und Temelín, außerdem wird ein Projekt kleiner modularer Reaktoren vorbereitet. In welcher Phase befinden sich diese einzelnen Teile der tschechischen Kernenergie?
-Mit der vorherigen Regierung waren wir uns im strategischen Blick darauf einig, wie der tschechische Energiemix aussehen sollte. Aber ihnen fehlte der Durchsetzungswille und die Dynamik. Sie sagten zwar, Kernenergie sei gut, taten aber nicht viel dafür, und auch bei kleinen modularen Reaktoren bewegte sich nichts. Das erledigte alles ČEZ – all diese Schritte. Abgesehen davon, dass ein Vertrag mit KHNP unterzeichnet wurde, den wir vorbereitet hatten, kam es zu keinen grundlegenden strategischen Fortschritten.

-Werden die Koreaner die neuen Blöcke in Dukovany tatsächlich bauen können?
-Auf jeden Fall. Ein koreanischer Minister ist bereits zu uns gekommen, um sich kennenzulernen. Ich habe zwei Tage mit ihm verbracht, es war ein ausgezeichnetes Treffen. Wir haben den Zeitplan bestätigt, die Partnerschaft für die ersten beiden Blöcke bestätigt und alles bestätigt, was notwendig war.
Ich habe auch das sensible Thema der Lieferungen tschechischer Firmen und der Beteiligung unserer Industrie angesprochen. Wir sind zu einigen Schlussfolgerungen gekommen, und der Zeitplan gilt. Im Jahre 2029 soll mit dem Bau begonnen werden, und Ende 2036 oder Anfang 2037 soll alles fertig sein.

-Und was ist mit der Erweiterung von Temelín?
-Wir haben sofort mit der Vorbereitung von zwei weiteren Blöcken in Temelín begonnen. Gleichzeitig arbeiten wir an einem vollständigen Finanz-, Investitions- und Geschäftsmodell für kleine modulare Reaktoren. Das ist eine grundlegende Sache.
Das Industrieministerium bereitet Unterlagen für die Regierung vor, die im nächsten Jahr über die Fortsetzung des Kernenergieprogramms auf der Ebene von Temelín sowie über kleine modulare Reaktoren entscheiden soll. Das musste ich in Bewegung bringen – ebenso wie den weiteren Bau stabiler Energiequellen, unter anderem von Gaskraftwerken. Ein ganzes Team arbeitet daran, aber unser Antrieb ist grundlegend anders als bei der vorherigen Regierung.

Wirtschaftsministerium
-Sie kritisieren die vorherige Regierung. Sie waren ein großer Kritiker Ihres Nachfolgers im Amt des Industrieministers Jozef Síkela. Hat sich die Situation verbessert, nachdem er ein Jahr vor den Wahlen durch Lukáš Vlček (beide STAN) ersetzt wurde?
-Ich möchte mich dazu nicht mehr äußern, für mich ist das abgeschlossen. Ich könnte viele Beispiele aus dem Energie- oder Industriesektor anführen, wie es damals funktioniert hat, aber ich werde das nicht tun. Wir werden unsere Politik nicht darauf aufbauen, was in der vergangenen Periode nicht gelungen ist.
Eine Sache sage ich allerdings – auch wenn sie mir nicht leichtfällt: In den letzten vier Jahren wurde aus einem erstklassigen Ministerium mit starkem Gewicht in der Regierung, das ich in der vorvorigen Amtsperiode aufgebaut hatte, im Grunde ein Ressort ohne großen Einfluss. Der Finanzminister Zbyněk Stanjura (ODS) hat den Industrieminister regelrecht überrollt. Mir wäre so etwas nie passiert.

Das gesamte Interview:
https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/ha ... 110700_jgr



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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 12.3.2026 zum Thema Energie:

Inhalt:
Tschechien plant einen umfangreichen Ausbau der Kernenergie. Nach Dukovany und Temelín sollen auch in weiteren Regionen neue Reaktoren entstehen.
Havlíček verhandelt in den USA über einen riesigen Gasvertrag und startet Zusammenarbeit mit Texas.
In der Nähe von Kernkraftwerken ist die Krebssterblichkeit höher.
Virtuelle Exkursionen führten die Schüler in CEZ – Kraftwerke.
1000 Ladestationen für Elektroautos von ČEZ.
Die Vorbereitung neuer Blöcke in Dukovany hat begonnen.
Wir haben uns mit der Kernenergie geirrt, räumen Merz und von der Leyen ein.
In der Tschernobyl-Sperrzone könnten künftig kleine modulare Reaktoren entstehen

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Tschechien plant einen umfangreichen Ausbau der Kernenergie. Nach Dukovany und Temelín sollen auch in weiteren Regionen neue Reaktoren entstehen
Autorin: Jindřiška Janoušková
8. 3. 2026 Energozrouti.cz

Der Bau neuer Kernreaktoren in Tschechien wird sich künftig nicht nur auf die Standorte Dukovany und Temelín beschränken. Der Staat plant den Ausbau der Kernenergie auch in weiteren Regionen, um der steigenden Nachfrage nach Strom gerecht zu werden, wenn die alten Kohlekraftwerke ihren Betrieb einstellen.

In Dukovany sollen zwei neue Reaktoren gebaut werden….
Die Stromerzeugung aus Kohle in der Tschechischen Republik geht schrittweise zu Ende und muss ersetzt werden. Obwohl der Anteil der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen steigt, wird dies zur Deckung der Stromnachfrage nicht ausreichen. Trotz energieeffizienter Geräte und LED-Lampen bleibt der Stromverbrauch in Haushalten und Unternehmen hoch, ganz zu schweigen von der zunehmenden Beliebtheit von Elektroautos. Der Staat suchte daher nach neuen Wegen, um eine stabile Stromversorgung für kommende Generationen zu sichern, und richtete seine Aufmerksamkeit auf die Kernenergie.

Dukovany werden durch zwei Reaktoren verstärkt…...
Am nächsten an der Umsetzung sind derzeit zwei neue große Reaktoren in Dukovany, deren Bau im Jahr 2029 beginnen soll. Ihr Lieferant wird das südkoreanische Unternehmen KHNP sein, das weltweit 26 Kernkraftwerke betreibt und modernste Lösungen, die Zuverlässigkeit passiver Sicherheitssysteme, Widerstandsfähigkeit bei Flugzeugabstürzen sowie Schutz vor Cyberangriffen verspricht.
Das Projekt mit Kosten von über 400 Milliarden Kronen wird voraussichtlich der teuerste Auftrag in der Geschichte Tschechiens sein. Wenn alles nach Plan verläuft, sollen die neuen Reaktoren im Jahr 2036 den Probebetrieb aufnehmen.
Nach Ansicht von Experten werden die Reaktoren in Dukovany künftig jedoch nicht ausreichen. Der Energieexperte Vladimír Hlavinka wies auf steigende Energieanforderungen aufgrund des Trends zur Elektromobilität, des Aufkommens künstlicher Intelligenz und der Notwendigkeit des Baus großer Rechenzentren hin.
„Der Stromverbrauch wird einfach deutlich steigen. Und die neuen Blöcke in Dukovany ersetzen lediglich jene, die derzeit in Betrieb sind“, erklärte Hlavinka.

Die Regierung von Andrej Babiš erwägt daher auch den Bau von zwei weiteren großen Reaktoren auf dem Gelände von Temelín – doch dabei soll es nicht bleiben.

Ergänzende Module….
Die Stromproduktion in Tschechien sollen künftig auch kleine modulare Reaktoren unterstützen, die schneller und günstiger gebaut werden können. Die großen Anlagen in Dukovany und Temelín können diese zwar nicht ersetzen, sie sollen jedoch als praktisches lokales Ergänzungssystem dienen. Ihr Bau wird vor allem an Orten erwogen, an denen derzeit alternde Wärmekraftwerke stehen.
Einer dieser Standorte ist Tušimice im Bezirk Chomutov, wo bereits geologische Untersuchungen zur Stabilität des Untergrunds und zu weiteren Sicherheitsaspekten laufen. Mit einem modularen Reaktor wird inzwischen auch in Dětmarovice im Bezirk Karviná gerechnet, weitere werden in Neratovice, Kralupy nad Vltavou und Mělník erwogen. Im Gespräch sind ebenfalls die bestehenden Kraftwerke in Prunéřov und Ledvice in der Region Ústí nad Labem.

Bis zu zwanzig kleine Reaktoren...
Der Vorsitzende der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit (SUJB), Štěpán Kochánek, der in dieser Funktion die verstorbene Dana Drábová ersetzte, schätzt die Zahl der geplanten modularen Reaktoren auf etwa zwanzig. Der größte Investor wird dabei das Unternehmen ČEZ sein, das innerhalb von 15 bis 20 Jahren bis zu zehn kleine Reaktoren in Temelín, Tušimice und weiteren Standorten bauen möchte.
„Das Unternehmen Sokolovská uhelná würde gern eines seiner Wärmekraftwerke durch einen kleinen Reaktor ersetzen. Der dritte Akteur ist Orlen, der erwägt, seine Energiequellen in Kralupy und Neratovice zu ersetzen“, erklärte Kochánek.

Die Bewohner der genannten Regionen könnten verständlicherweise Bedenken hinsichtlich der Sicherheit haben. Štěpán Kochánek versichert jedoch, dass die Sicherheitsverfahren bei kleinen modularen Reaktoren dieselben sind wie bei großen Reaktoren.
„Entscheidend ist, dass das Projekt qualitativ hochwertig ist, alles gut hergestellt und gebaut wird, das Personal geschult ist und keine Angriffe stattfinden. Das betrifft auch die Cybersicherheit“, erklärte Kochánek im Interview.
Sollten sich die Pläne der Regierung und der Energieunternehmen erfüllen, wird Tschechien in den kommenden Jahrzehnten den größten Ausbau der Kernenergie in seiner Geschichte erleben. Bis zur Mitte des Jahrhunderts könnte der Anteil der Stromerzeugung aus Kernenergie 50 bis 60 Prozent erreichen. Auch wenn Kernkraftwerke aufgrund möglicher Unfälle und radioaktiver Lecks Ängste hervorrufen, können sie Strom stabil und in großen Mengen ohne Kohlendioxidemissionen erzeugen. Letztlich sollen sie daher zur energetischen Selbstständigkeit des Staates beitragen und gleichzeitig eine saubere Luft gewährleisten.

Quelle: https://energozrouti.cz/clanek/modulove-reaktory-cesko
/gr/


Havlíček verhandelt in den USA über einen riesigen Gasvertrag und startet Zusammenarbeit mit Texas
12.03.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Michael Mareš

Energiesicherheit
Der tschechische Vizepremier und Minister für Industrie und Handel Karel Havlíček (ANO) brachte eine tschechische Unternehmerdelegation in die Vereinigten Staaten. Mit seinen amerikanischen Partnern sprach er über künstliche Intelligenz und Innovationen sowie über Handelsbeziehungen und Lieferungen von verflüssigtem Erdgas. Dieses betrachtet die derzeitige Regierung als eine zentrale Energiequelle für die kommenden Jahre.
Mit Handelsminister Howard Lutnick sprach er über einen geplanten Vertrag über Gaslieferungen aus den Vereinigten Staaten.
„Eine der wichtigen Missionen besteht darin, die Bedingungen für den Abschluss eines Schlüsselvertrags zwischen der Tschechischen Republik über ČEZ und den Vereinigten Staaten im Bereich LNG vorzubereiten. Wir sprechen über 1,5 Milliarden Kubikmeter, die wir für einen Zeitraum von etwa 15 bis 20 Jahren vertraglich sichern würden“, sagte Havlíček bei einem Treffen mit Journalisten in Washington.
Seinen Worten zufolge handelt es sich dabei um eine Investition in die Energiesicherheit und um einen logischen Schritt angesichts der reservierten Kapazitäten, über die Tschechien an einigen LNG-Terminals in Nordeuropa verfügt.

„Wir verhandeln mit den drei größten Gaslieferanten, die Terminals in den Vereinigten Staaten betreiben. Natürlich wird am Ende das beste Angebot und die besten Bedingungen entscheiden“, fügte Havlíček hinzu und betonte, dass für einen solchen Vertrag auch politische Unterstützung notwendig sei.
„Die Diskussion mit Minister Lutnick war ausgezeichnet. Er kommt aus der Wirtschaft, daher hat er sofort verstanden, worum es uns geht, und sagte, dass er uns zur Verfügung steht und helfen kann, das Ganze zum Abschluss zu bringen.“
In der US-Hauptstadt traf er sich in diesem Zusammenhang auch mit dem Vizepräsidenten des Energieunternehmens Cheniere, Robert Fee. Außerdem traf Havlíček am Dienstag stellvertretende Minister der Finanz- und Energieministerien sowie den Leiter des Büros für Wissenschaft und Technologie Michael Kratsios. Laut Havlíček sprachen die Amerikaner während der Gespräche nicht über die tschechischen Verteidigungsausgaben, die derzeit häufig Thema sind.

An der Unternehmermission nehmen neben dem Vizepremier auch der Generaldirektor der Agentur CzechInvest, Jan Michal, der Hauptmann der Region Zlín Radim Holiš sowie Vertreter von Innovationszentren aus den Regionen Südmähren, Ústí und Mittelböhmen teil. Zudem sind Vertreter von mehr als 50 tschechischen Unternehmen dabei – von größeren Firmen bis zu Start-ups.
„Wir haben hochinnovative Unternehmen in die USA gebracht, und dem Leiter des Büros für Wissenschaft und Technologie, Michael Kratsios, habe ich Tschechien als selbstbewussten Akteur im Bereich Innovation und Forschung vorgestellt und einige konkrete Erfolgsgeschichten präsentiert“, sagte Havlíček.
Die amerikanische Mission wird am Mittwoch in Austin, der Hauptstadt von Texas, fortgesetzt. Tschechien bereitet nämlich mit diesem US-Bundesstaat die erste gemeinsame Kooperationsdeklaration in der Geschichte vor. Texas ist bereits jetzt der wichtigste Handelspartner tschechischer Firmen innerhalb der USA. Laut Havlíček soll dies ein Schlüsselwerkzeug sein, um tschechischen Innovationen den Zugang zu einem der dynamischsten Märkte der Welt zu öffnen.
„Texas ist für uns ein äußerst interessanter Ort – die zweitgrößte Wirtschaft der Vereinigten Staaten. Es gehört zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt: starke Energiebranche einschließlich Gas, fortschrittliche Technologien sowie ein dynamisches Unternehmens- und Start-up-Umfeld. Genau dort möchten wir als Tschechische Republik präsent sein“, sagt David Müller, Direktor der Abteilung Außenhandel im Ministerium für Industrie und Handel.
Die Zusammenarbeit soll sich vor allem auf Start-ups und Forschung konzentrieren. Dies bestätigt auch die Einrichtung eines Büros von CzechTrade in Austin sowie die Beteiligung am derzeit stattfindenden Festival South by Southwest (SXSW), das an der Schnittstelle von Innovation und Kultur zu den renommiertesten Veranstaltungen der Welt zählt.
Tschechien verfügt beim SXSW in Austin über ein sogenanntes Czech House, in dem unter anderem auch mehrere tschechische Start-ups vorgestellt werden. Laut Havlíček besteht das Ziel darin, das Bild Tschechiens in den USA zu verändern – vom traditionellen Lieferanten hin zu einem modernen Land mit Schwerpunkt auf Technologien, IT und kreativen Industrien. Dazu beitragen soll auch die starke historische Verbindung dank der zahlreichen tschechischen Gemeinschaft in Texas.
/gr/


In der Nähe von Kernkraftwerken ist die Krebssterblichkeit höher
12.3.2026 Wochenzeitung Kvety Seite 17

Eine umfangreiche Studie der Harvard-Universität in den USA kam zu dem Schluss, dass in Landkreisen, die an Kernkraftwerke angrenzen, die Sterblichkeit an verschiedenen Krebsarten höher ist als in weiter entfernten Regionen.
Nach Angaben der Autoren der Studie bedeutet dies jedoch nicht, dass sie die Kernkraftwerke für diesen Umstand verantwortlich machen. Der gesamte Sachverhalt müsse weiter untersucht werden.
/gr/



Virtuelle Exkursionen führten die Schüler in CEZ – Kraftwerke
11.3.2026 Region Podporanska Seite 6

Eine interessante Bereicherung des Physikunterrichts bereitete in den letzten vier Monaten für die Schüler der zweiten Stufe der Grundschule Kryry die Lehrerin Mirka Dušková vor. Im Rahmen des Programms des Unternehmens ČEZ „Virtuell im Kraftwerk“ nahmen die Schüler der 7., 8. und 9. Klassen an vier Online-Vorträgen teil, die sie mithilfe von Videos, 3D-Modellen und Live-Erklärungen in verschiedene Energieanlagen führten.
Die virtuellen Exkursionen ermöglichten auch Einblicke in Bereiche, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. Begleiter aus den Reihen der Kraftwerksmitarbeiter erklärten den Schülern die Stromerzeugung. Während der Übertragung hatten die Teilnehmer außerdem die Möglichkeit, Fragen zu stellen und viele interessante Informationen aus der Praxis zu erfahren. Ein Bestandteil jedes Vortrags war auch ein kurzer Wissens-Quiz.
Zum Abschluss fehlte auch ein Wettbewerb um kleine Preise nicht, zum Beispiel einen Sportbeutel, einen Kugelschreiber, einen Lernblock oder eine Powerbank. Aus jedem Vortrag ging ein Gewinner hervor — Lukáš Kináč aus der 6. Klasse, Amy Herynková aus der 8. Klasse, Adéla Semerádová aus der 9. Klasse und Karel Rubáš aus der 8. Klasse.

Die einzelnen Vorträge stellten verschiedene Arten von Energiequellen vor. Die Schüler besuchten zum Beispiel virtuell das Kernkraftwerk Temelín, wo sie einen Blick in den Reaktorsaal, den Maschinenraum oder in die Lager für abgebrannte Brennelemente werfen konnten.
Ein weiteres Treffen war dem Pumpspeicherkraftwerk Dlouhé stráně gewidmet, das zu den größten seiner Art in der Welt gehört. Dort lernten die Schüler unter anderem die unterirdischen Kavernen, Turbogeneratoren sowie das System des oberen und unteren Speicherbeckens kennen.
Einer der Vorträge war außerdem auf Energiebildung ausgerichtet. Die Schüler erfuhren, wie der Strom vom Kraftwerk bis in die Steckdosen der Haushalte gelangt, wie das Verteilnetz funktioniert oder wie man Energie sparen kann.
Der abschließende Vortrag stellte erneuerbare Energiequellen vor, etwa Wind-, Wasser- oder Solarkraftwerke, und ihre Bedeutung für eine umweltfreundlichere Stromerzeugung.
Die virtuellen Exkursionen waren für die Schüler somit nicht nur eine interessante Abwechslung im Physikunterricht, sondern auch eine Gelegenheit, das Funktionieren der Energiewirtschaft besser zu verstehen.
/gr/


1000 Ladestationen für Elektroautos von ČEZ
12.3.2026 Autoservis a Mobilita Seite 12
Vladimir Rybecky

Der Energieversorger ČEZ hat als erstes Unternehmen in der Tschechischen Republik die 1000. Ladestation für Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen.
Das größte und leistungsstärkste Ladenetz des Landes startete offiziell Station Nummer 1000. Die Jubiläumsstation ist Teil eines großen Ladehubs von ČEZ, der sich im Gelände des Retailparks Portin in Tuchoměřice in Mittelböhmen befindet.

Priorität für ČEZ in den kommenden Monaten ist der Bau leistungsstarker Ladestationen, die die Ladezeiten verkürzen. Heute ist bereits jede fünfte Station von ČEZ ultraschnell. Noch in diesem Jahr soll ihr Anteil im Netz 30 % übersteigen. Das Netz wächst sowohl dank Mitteln aus dem Operationalen Programm Verkehr als auch durch eigene Investitionen der ČEZ-Gruppe.
Fast genau 15 Jahre liegen zwischen der Inbetriebnahme der ersten und der tausendsten Ladestation für Elektroautos durch die ČEZ-Gruppe, die in dieser Zeit die Entwicklung der Elektromobilität in der Tschechischen Republik umfassend unterstützt hat. Die erste Station nahm am 30. November 2011 ihren Betrieb beim ČEZ-Hauptsitz in der Duhová-Straße auf.
Die tausendste Station entstand im Areal des Retailparks in Tuchoměřice nahe dem Prager Flughafen, wo den Fahrern insgesamt neun ultraschnelle Ladestationen zur Verfügung stehen.
„Die Elektromobilität hat sich in der Zeit, in der wir uns mit ihr beschäftigen, unglaublich weiterentwickelt. Beim ersten Ladepunkt dauerte das Aufladen mehrere Stunden, unsere neuesten Stationen können den Großteil der Fahrzeugbatterie in etwa 15 Minuten laden. Während die ersten hundert Stationen über sechs Jahre entstanden, bauen wir heute hundert Stationen in etwa fünf Monaten. Auch für die kommenden Jahre haben wir ambitionierte Pläne – wir wollen am Ausbau des nationalen Hauptnetzes mitwirken und zugleich die Abdeckung sowie die Ladeparameter weiter verbessern. Bis Ende dieses Jahres möchten wir mehr als 1250 Ladepunkte betreiben und die Gesamtleistung des Netzes auf etwa 130 MW erhöhen“, sagt Pavel Cyrani, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von ČEZ.
Im vergangenen Jahr wuchs das Netz um 206 neue Stationen, davon waren 133 ultraschnelle Ladepunkte mit Leistungen von 150 bis 360 kW. ČEZ überschritt außerdem als erstes Unternehmen in der Tschechischen Republik die Marke von 100 MW Gesamtleistung im Ladenetz.

Die größte Zahl von ČEZ-Ladestationen steht Autofahrern in der Region Mittelböhmen, in Prag, sowie in den Regionen Ústí, Mährisch-Schlesien und Hradec Králové zur Verfügung.
Im vergangenen Jahr luden Fahrer an ČEZ-Stationen 14,9 Millionen kWh zertifizierten grünen Strom in die Batterien ihrer Fahrzeuge – ein Rekordwert. Elektroautos bezogen damit 56 % mehr Energie als im Jahr 2024. Fahrer stoppten mehr als 600 000-mal zum Laden an den Stationen von ČEZ, was 45 % mehr als im Jahr zuvor war.
Während im Jahr 2024 der durchschnittliche Energiebezug pro Ladevorgang 22 kWh betrug, stieg er im vergangenen Jahr auf 23,2 kWh. Die am stärksten ausgelasteten Stationen des Netzes waren die ultraschnellen Ladepunkte an den Autobahnen D1, D5, D10, D11 und D55.
/gr/


Die Vorbereitung neuer Blöcke in Dukovany hat begonnen
12.3.2026 Tageszeitung Ceskobudeovicky denik Seite 5

Auch wenn es beim Blick auf ein unscheinbares Mietshaus im Prager Stadtteil Bubeneč nicht so wirkt, beginnt genau hier derzeit der erwartete Bau eines Kernkraftwerks – zumindest im übertragenen Sinne. In seinem Innenhof befinden sich nämlich die Labore des Instituts für Struktur und Mechanik von Gesteinen der Akademie der Wissenschaften, deren Experten hier derzeit Proben aus Bohrungen untersuchen und die Eigenschaften des Baugrunds und des Felsuntergrunds aus Dukovany analysieren.
Dort sollen neben dem bereits betriebenen ältesten tschechischen Kernkraftwerk in den kommenden Jahren zwei neue Reaktorblöcke mit Kosten von über 400 Milliarden Kronen entstehen. Warum werden die Proben gerade wenige Schritte vom Prager Park Stromovka entfernt untersucht?
„Wir sind eines der wenigen spezialisierten Zentren für die Mechanik von Felsgestein in Tschechien und in der Lage, das gesamte Spektrum der Materialeigenschaften zu messen“, erklärte der Wissenschaftler Jan Blahůt. Gemeinsam mit seinen Kollegen untersucht er derzeit mit modernsten Methoden Bohrkernproben, um festzustellen, wie ihre Eigenschaften beim Fundamentbau der künftigen Anlage berücksichtigt werden müssen.

Nach dem Zuschneiden und Schleifen der ursprünglich zylindrischen Bohrkernproben auf die erforderlichen Maße führen die Forscher eine Reihe von Tests durch. Dabei setzen sie unter anderem Ultraschall ein und prüfen die Festigkeit des Materials in mechanischen Belastungstests. Die Untersuchungen dauern mehrere Wochen und betreffen mehrere Dutzend Proben aus Bohrkernen aus Dukovany.
„Im Verhältnis dazu, dass dort viele Kilometer Bohrungen durchgeführt wurden, mag das relativ wenig erscheinen. Die Proben wurden jedoch so ausgewählt, dass sie die Bedingungen in jeder einzelnen Bohrung charakterisieren“, erläuterte Blahůt.

Sicherheit steht an erster Stelle….
Weitere Proben für den künftigen Bau werden auch in Laboren in Brünn untersucht.
„Ein weiteres Institut, mit dem wir zusammenarbeiten, befindet sich in Rom in Italien. Es liefert uns wiederum Charakteristiken der Gesteine im Hinblick auf die Ausbreitung seismischer Wellen“, erklärte Martin Uhlíř, Direktor für Bau, Inbetriebnahme und Betrieb des Projekts Elektrárna Dukovany II.
Eine detaillierte Untersuchung der Proben aus dem Standort sei seiner Ansicht nach notwendig, da es sich um ein Projekt handle, das nicht nur in Tschechien seinesgleichen sucht.

Das südkoreanische Unternehmen KHNP, mit dem die Regierung einen Vertrag über den Bau der zwei neuen Reaktorblöcke abgeschlossen hat, begann im August vergangenen Jahres mit den geologischen Arbeiten vor Ort.
„Im Rahmen der geologischen Untersuchungen wird eine ganze Reihe von Bohrungen unterschiedlicher Tiefe bis zu 150 Metern durchgeführt“, erklärte Uhlíř. Die Bohrarbeiten sollen bis zum 10. April fortgesetzt werden.
Mit ähnlich großer Sorgfalt werde auch der gesamte Bau weitergeführt, einschließlich der Gewährleistung der Sicherheit des Kraftwerks in einer Zeit, in der aufgrund der internationalen Lage neue Risiken entstehen.
„Es wird eine ganze Reihe von Verbesserungen und technischen Weiterentwicklungen geben, damit dieses Projekt allen Erfahrungen aus Ereignissen standhält, die sich in der Vergangenheit in Kernkraftwerken ereignet haben“, fügte Uhlíř hinzu.
/gr/


Wir haben uns mit der Kernenergie geirrt, räumen Merz und von der Leyen ein
12.3.2026 MF DNES Titelseite

BRÜSSEL – Über dem Iran fliegen tödliche Drohnen und Raketen, durch die enge Straße von Hormus fließt immer weniger Öl, und Europa überlegt nervös, was nun zu tun ist. Wo sind alternative Energiequellen? In diesem Moment kommt die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen mit der Feststellung, dass Europa zu stark von fossilen Energieträgern abhängig ist und der Ausstieg aus der Kernenergie ein „strategischer Fehler“ gewesen sei. Ähnlich äußerte sich auch der derzeitige deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz.
Von der Leyen fügte jedoch nicht hinzu, dass nach der Reaktorkatastrophe im Jahr 2011 in Fukushima in Japan Deutschland an der Spitze der europäischen Bewegung gegen die Kernenergie stand – konkret die Regierung von Angela Merkel, in der von der Leyen lange verschiedene Ministerposten innehatte. Nun hat die Brüsseler Politikerin ihre Haltung geändert.

Abhängigkeit von Energieimporten….
Nach Angaben von von der Leyen bringt die „vollständige Abhängigkeit von teuren und instabilen Energieimporten“ Europa im Vergleich zu anderen globalen Akteuren in eine ungünstige Position. Die Chefin der EU-Exekutive bedauert, dass sich die EU von der Kernenergie abgewandt hat – einer zuverlässigen und relativ preisgünstigen Energiequelle mit niedrigen Emissionen.
Die Politikerin unterstützte Kernenergie jedoch nicht nur 2011 nach der Katastrophe von Fukushima wenig, sondern auch später, als darüber diskutiert wurde, in welche Kategorie sie in der EU eingeordnet werden sollte.
Kernenergie gehört nicht zu den erneuerbaren Quellen wie Windkraft, Photovoltaik, Biomasse oder Geothermie. Sie gilt lediglich als nachhaltige Energiequelle, wenn sie zur Dekarbonisierung beiträgt. Frankreich, Tschechien und weitere Staaten bemühen sich darum, dass sie in der sogenannten EU-Taxonomie als langfristige Energiequelle anerkannt wird.
Die Debatte nach Fukushima….
In den alarmistischen deutschen Debatten, denen die Regierung Angela Merkel vor 15 Jahren nachgab, wurde die japanische Katastrophe infolge von Erdbeben und Tsunami als systemisches Versagen und dauerhafte Bedrohung dargestellt.
Die Historikerin Anna Veronika Wendland, die sich auf Reaktorsicherheit spezialisiert hat, erklärte jedoch in der Zeitung Die Welt, dass die größten gesundheitlichen Schäden nicht durch Strahlung verursacht wurden, sondern eher durch überstürzte Evakuierungen oder mangelnde medizinische Versorgung.
Dennoch zeichneten deutsche Medien damals ein Bild einer „radioaktiven Hölle“, während nüchterne Bewertungen kaum Beachtung fanden. Die Debatte verlief irrational, und Angela Merkel passte sich dieser Stimmung an.
Deutsche Kernkraftwerke – teilweise sogar für extreme Szenarien wie Jahrtausendhochwasser ausgelegt – wurden schrittweise stillgelegt. Im Jahr 2023 gingen schließlich die letzten drei Reaktoren vom Netz.
„Jetzt, 15 Jahre nach der Tragödie von Fukushima, ist es Zeit, die deutschen Mythen rund um Kernkraftwerke zu hinterfragen“, sagt die Historikerin Wendland – fügt jedoch hinzu, dass alle Risiken weiterhin sorgfältig abgewogen werden müssten.

Unterschiedliche Wege in Europa...
Nachbarländer wie Frankreich oder Belgien setzen weiterhin auf den Ausbau der Kernenergie, während Deutschland oder Österreich zu den schärfsten Kritikern zählen. Einige Staaten wie Niederlande oder Dänemark haben ihre frühere Kritik zuletzt etwas abgeschwächt.
Der Anteil der Kernenergie in Europa ist dennoch langfristig gesunken – von etwa einem Drittel Anfang der 1990er-Jahre auf heute rund 15 %.
Die EU hat zwar den Anteil erneuerbarer Energien ausgebaut, doch Gaskraftwerke bleiben ein wichtiger Bestandteil des Energiemixes. Fossile Brennstoffe dominieren weiterhin in Bereichen wie Verkehr und Heizung. Eine Rückkehr zu diesen Energieträgern – und damit auch zu Importen aus Russland – wäre laut von der Leyen jedoch ein großer Fehler.

Unterstützung für neue Kerntechnologien….
Europa müsse stattdessen voranschreiten. Deshalb kündigte von der Leyen einen Fonds in Höhe von 200 Millionen Euro an, um private Investitionen in europäische Innovationen im Bereich der Kernenergie zu fördern.
Dem stimmte auch der französische Präsident Emmanuel Macron zu. Seiner Ansicht nach ist Kernenergie „der Schlüssel, um Unabhängigkeit mit Klimaneutralität zu verbinden“.
Von der Leyen kündigte außerdem an, in der gesamten EU kleine modulare Reaktoren (SMR) zu fördern und deren Regulierung in den Mitgliedstaaten zu harmonisieren. Diese Reaktoren erzeugen zwar nur etwa 300 Megawatt, sind jedoch günstiger und schneller zu bauen.
Macron schlägt sogar eine europaweite Standardisierung solcher Reaktoren vor. Davon würde der französische Staatskonzern EDF (Électricité de France) profitieren, der zuletzt mehrere attraktive europäische Aufträge verlor – unter anderem beim Bau neuer Reaktorblöcke im tschechischen Dukovany.

Druck auf Brüssel...
Brüssel steht inzwischen unter wachsendem Druck. Einige Länder wie Österreich oder Italien äußerten deutlich ihre Unzufriedenheit mit der bisherigen Reaktion der Europäischen Kommission auf die Energiekrise.
Diese Staaten verlieren die Geduld und fordern eine sofortige Reaktion – etwa durch Notfallmaßnahmen oder die Aussetzung beziehungsweise Änderung des Emissionshandels – anstatt nur langfristige Visionen zu präsentieren.
/gr/




In der Tschernobyl-Sperrzone könnten künftig kleine modulare Reaktoren entstehen
Autor: Eduard Majling
12. März 2026, oenergetice.cz

Das Kernkraftwerk Tschernobyl und seine Umgebung sind berüchtigt wegen der Nuklearkatastrophe aus den 1980er-Jahren. Dennoch blieben auch nach dem Unfall die drei übrigen Reaktorblöcke weiterhin in Betrieb; der letzte von ihnen wurde erst im Jahr 2000 endgültig abgeschaltet. In Zukunft könnte die Stromerzeugung aus Kernenergie jedoch wieder in die Sperrzone zurückkehren. Die ukrainische staatliche Agentur hat nämlich in der Zone mögliche Standorte für die Errichtung kleiner modularer Reaktoren (SMR) identifiziert.
Die Staatliche Agentur der Ukraine für die Verwaltung der Sperrzone führte laut dem Portal World Nuclear News im vergangenen Jahr intensive Messungen in der Zone durch. Zu den Tätigkeiten der Agentur gehörten die Entnahme von mehr als 4.000 Proben sowie mehr als 15.000 Messungen im Gelände, ebenso wie über 9.000 Laboranalysen. Laut der Agentur bleibt die Strahlungssituation in der Sperrzone stabil, es wurden keine bedeutenden Veränderungen festgestellt.
Dem Bericht der Agentur zufolge bietet die Sperrzone ein vielversprechendes Potenzial für die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen, insbesondere durch den Bau von Solarkraftwerken und weiteren Anlagen. Die Agentur führte gemeinsam mit dem staatlichen Unternehmen Energoatom, das in der Ukraine alle Kernkraftwerke betreibt, auch Arbeiten im Zusammenhang mit einer möglichen Platzierung kleiner modularer Reaktoren durch.

Während dieses Prozesses wurden mögliche Standorte für neue nukleare Energiequellen identifiziert; konkret handelt es sich um die Dörfer Kopači und Leliv. Beide Orte liegen in einem Umkreis von zehn Kilometern um das Kernkraftwerk Tschernobyl und sind seit der Katastrophe verlassen.
Die Agentur führte außerdem Aktivitäten im Bereich der Entwicklung von Infrastruktur für den Umgang mit radioaktiven Abfällen durch, einschließlich Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit dem Bau eines dauerhaften Endlagers. Nach Angaben der Agentur fanden im vergangenen Jahr 210 organisierte Besuche in der Zone statt, an denen Vertreter der Europäischen Kommission, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie Diplomaten und Regierungsvertreter aus Deutschland, Frankreich, den USA, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und weiteren Ländern teilnahmen. Unter den Delegationsmitgliedern befanden sich auch Fachleute aus den Bereichen nukleare und radiologische Sicherheit.
Neben dem Bau neuer konventioneller Kernkraftwerke prüft die Ukraine auch Möglichkeiten zum Bau modularer Reaktoren. Das Unternehmen Energoatom hat bereits früher eine Vereinbarung mit der Firma Holtec geschlossen, führt jedoch auch Gespräche mit weiteren potenziellen Lieferanten modularer Reaktoren.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... i-reaktory
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 13.3.2026:

Inhalt:
EDF gründet internationalen Beirat zur Finanzierung von Nuklearprojekten.
Strom wird billiger, ČEZ wird immer weniger verdienen. Eine Unsicherheit könnte die Entwicklung jedoch umkehren.
ČEZ erzielte einen Gewinn von 27,4 Milliarden.
Temelín bereitet Austausch der Elektroinstallationen für 800 Millionen Kronen vor.
Im Kernkraftwerk Temelín wird der Austausch der Generatoren vorbereitet.
Wegen Dukovany wird eine Brücke in Havlíčkův Brod umgebaut.
Analysten: Das letztjährige Ergebnis von ČEZ erfüllte die Ziele, der Ausblick für dieses Jahr bleibt hinter den Erwartungen zurück.
Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein Fehler, räumen von der Leyen und Merz ein

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EDF gründet internationalen Beirat zur Finanzierung von Nuklearprojekten
Autorin: Veronika Jurcová
13. März 2026, oenergetice.cz

Die französische Energiegruppe EDF hat einen neuen Beirat eingerichtet, der dabei helfen soll, Finanzierungsmodelle für den Bau von Kernkraftwerken zu finden. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem zahlreiche Länder den Ausbau der Kernenergie planen, zugleich jedoch nach Wegen suchen, milliardenschwere Investitionen in große Reaktoren sowie kleinere modulare Einheiten zu finanzieren, wie EDF in einer Pressemitteilung informiert.

Der französische staatliche Energiekonzern EDF gründet einen internationalen Beirat, der sich auf die Finanzierung neuer Kernenergieprojekte konzentrieren wird. Sein Ziel ist es, den Energie- und Finanzsektor zu vernetzen und Modelle zu entwickeln, die Investitionen in den Bau von Kernkraftwerken weltweit erleichtern.
Das neue Gremium mit dem Namen FINABe (Financing and Investing in Nuclear – Advisory Board EDF) wurde auf dem Kernenergie-Gipfel in Paris vorgestellt. Der Beirat vereint Vertreter großer Finanzinstitutionen, darunter etwa die Banken ABN AMRO, BNP Paribas, Royal Bank of Canada oder HSBC, aber auch Export- und Investitionsinstitutionen.
EDF betreibt die größte Flotte von Kernkraftwerken der Welt und zählt zu den wichtigsten Akteuren beim Bau neuer Reaktoren. Das Unternehmen reagiert damit auf das wachsende Interesse vieler Staaten an der Kernenergie, die stabile Stromlieferungen sichern und gleichzeitig die Emissionen von Treibhausgasen reduzieren soll.

Die weltweite Leistung der Kernenergie soll stark wachsen...
Laut Szenarien der International Energy Agency könnte die weltweit installierte Leistung von Kernkraftwerken in den kommenden zwei bis drei Jahrzehnten von heute rund 400 Gigawatt auf 600 bis 1000 Gigawatt steigen. Ein solches Wachstum würde jedoch massive Investitionen von Staaten, Banken und privaten Investoren erfordern – eine ähnliche Debatte wird auch in Europa geführt.
Die europäische Energiewirtschaft wird in den kommenden Jahrzehnten enorme Investitionen in Kernkraftwerke benötigen und sucht nach Wegen, deren Finanzierung sicherzustellen. Laut einer im Juni des vergangenen Jahres veröffentlichten Studie der Europäischen Kommission muss die Europäische Union bis zum Jahr 2050 etwa 241 Milliarden Euro in die Kernenergie investieren. Davon entfallen rund 205 Milliarden Euro auf den Bau neuer Reaktoren, der Rest auf die Verlängerung der Laufzeiten bestehender Anlagen.
Die Kommission betonte zugleich, dass die Einbindung öffentlicher und privater Finanzierungsquellen entscheidend sein werde, ebenso wie der Einsatz von Instrumenten wie staatlichen Garantien, Differenzverträgen (CfD), Krediten der Europäischen Investitionsbank oder Exportfinanzierungen. Genau nach solchen Finanzierungsmodellen soll auch der neue Beirat FINABe suchen.
Dabei soll der neue Beirat unterstützen. Seine Aufgabe wird es sein, die Erwartungen der Finanzmärkte zu identifizieren, Erfahrungen mit der Finanzierung großer Energieprojekte auszutauschen und schrittweise robuste Finanzierungsmechanismen für neue Kernenergiequellen zu entwickeln.

Der Beirat wird sich auf kleine und große Reaktoren konzentrieren...
Nach Angaben von EDF wird ein wichtiger Teil der Arbeit des Beirats auch die Suche nach Finanzierungsmodellen für kleine modulare Reaktoren (SMR) sein, die künftig die traditionellen großen Kernkraftwerksblöcke ergänzen sollen. Diese Technologien versprechen geringere Investitionskosten und einen flexibleren Einsatz, verfügen jedoch bislang noch nicht über erprobte Finanzierungsmodelle.
„Für viele Länder, die neue Kernenergieprogramme in Erwägung ziehen, ist die Sicherstellung glaubwürdiger Finanzierungs­lösungen heute ebenso entscheidend wie die Auswahl der richtigen Technologie“, sagte der Finanzdirektor von EDF, Claude Laruelle. „Über FINABe wollen wir unsere Erfahrungen nutzen und mit führenden Finanzinstitutionen zusammenarbeiten, um robuste Finanzierungsrahmen zu schaffen, die den Ausbau neuer Kernkraftkapazitäten unterstützen.“
EDF betont, dass das Unternehmen bei der Strukturierung von Projekten seine Erfahrungen beim Bau großer und technologisch anspruchsvoller Energieanlagen einbringen kann. Zugleich ist der Konzern an Kernenergieprogrammen in Frankreich, Großbritannien und weiteren Ländern beteiligt und liefert über seine Tochterunternehmen Framatome und Arabelle Solutions Technologien für die Kernenergieindustrie.
Die Gründung des neuen Beirats spiegelt damit einen breiteren Trend einer „nuklearen Renaissance“ in den Strategien vieler Staaten wider, die eine Kombination aus stabilen Stromquellen und emissionsarmen Technologien suchen. Nach Einschätzung von Experten wird dabei insbesondere die Verfügbarkeit von Kapital einer der entscheidenden Faktoren sein, der das Tempo des Baus neuer Kernkraftwerke in den kommenden Jahrzehnten bestimmen wird.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... h-projektu
/gr/




Strom wird billiger, ČEZ wird immer weniger verdienen. Eine Unsicherheit könnte die Entwicklung jedoch umkehren
13.03.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny
Autor: Jan Brož

Analyse
Um zu verstehen, wie es dem Energieunternehmen ČEZ geht und wie es sich künftig entwickeln wird, sind vor allem zwei Zahlen entscheidend. Die erste ist der aktuelle durchschnittliche Preis für den in diesem Jahr erzeugten Strom, die zweite, wie stark dieser Wert im Laufe des Jahres noch steigen kann. Diese Zahlen sind auch wichtig dafür, wie viel Verbraucher für Strom bezahlen werden und gegebenenfalls, wie teuer der geplante Aufkauf der Anteile von Minderheitsaktionären durch die Regierung wird.
Den größten Teil der diesjährigen Stromproduktion – konkret 87 Prozent – hat ČEZ bereits im Voraus zu einem durchschnittlichen Preis von 95 Euro pro Megawattstunde verkauft. Das sind 26 Euro weniger als im vergangenen Jahr. Gerade der Strompreis ist jedoch der wichtigste Indikator dafür, wie viel ČEZ verdienen und wie viel das Unternehmen als Dividende an den Staat und die Minderheitsaktionäre ausschütten kann. Die für die folgenden Jahre erzielten Preise liegen sogar noch niedriger.

Gerade die sinkenden Energiepreise an den Börsen sind auch der Grund dafür, warum ČEZ nach dem Gewinn von 28,1 Milliarden Kronen im vergangenen Jahr seine Gewinnprognose für dieses Jahr eher vorsichtig ansetzt – was Analysten als Enttäuschung bezeichneten. Niedrigere Strompreise werden sich nämlich in diesem Jahr mit einem Minus von 18 bis 22 Milliarden Kronen beim operativen Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) bemerkbar machen. Diesen schätzt ČEZ auf 103 bis 108 Milliarden Kronen, gegenüber 137 Milliarden Kronen im vergangenen Jahr.
Weitere fünf Milliarden Kronen kosten häufigere Block-Abschaltungen der Kernkraftwerke, die mit dem Übergang zu einem sogenannten 18-monatigen Brennstoffzyklus zusammenhängen. Das wird jedoch teilweise dadurch ausgeglichen, dass die Kernkraftwerke Temelín und Dukovany im vergangenen Jahr überdurchschnittlich viel Strom produziert haben. Für das Jahr 2027 sind weniger planmäßige Abschaltungen vorgesehen – und damit eine höhere Produktion und höhere Gewinne.
Der Rückgang des EBITDA aufgrund günstigerer Strompreise wird jedoch auch durch die wachsende Bedeutung der Netzverteilung nicht ausgeglichen. Mit der in diesem Jahr abgeschlossenen Übernahme der Gesellschaft Gas Distribution kontrolliert ČEZ nun vollständig die Gasverteilung in ganz Tschechien – mit Ausnahme von Prag.

Der Preisrückgang frisst auch die Windfall-Steuer auf...
Der Preisverfall beim Strom „frisst“ außerdem das Ende der sogenannten Windfall Tax, also der Steuer auf außerordentliche Gewinne. In den vergangenen drei Jahren zahlte ČEZ daraus etwa 30 Milliarden Kronen jährlich an den Staat, in diesem Jahr wird diese Steuer jedoch nicht mehr abgeführt. Trotz dieses wegfallenden Kostenpostens rechnet der Konzern mit einem bereinigten Nettogewinn von 27 bis 31 Milliarden Kronen. Von dieser Kennzahl hängt auch die Höhe der Dividende für die Aktionäre ab.
Der bereinigte Nettogewinn würde damit ungefähr auf dem Niveau des vergangenen Jahres liegen, als er 28,1 Milliarden Kronen erreichte – obwohl das EBITDA damals aufgrund höherer Strompreise deutlich größer war.

Eine zweite wichtige Zahl….
Daneben gibt es jedoch noch die zweite erwähnte Zahl. ČEZ schätzt, dass der durchschnittliche Preis für den in diesem Jahr verkauften Strom letztlich bis zu 108 Euro pro Megawattstunde erreichen könnte. Die verbleibenden 13 Prozent der noch nicht verkauften Produktion müsste der Konzern zu deutlich höheren Preisen verkaufen als jene Mengen, die bereits abgesichert wurden.
Nach Angaben des Finanzchefs von ČEZ Martin Novák hängt der positive Ausblick teilweise damit zusammen, dass der „letzte“ Strom auf dem Spotmarkt gehandelt wird, wo die Preise höher sind als an langfristigen Strombörsen.
Gleichzeitig lässt sich der jüngste deutliche Anstieg der Gaspreise nicht übersehen, der durch den Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormus für Tanker mit verflüssigtem Erdgas verursacht wurde. Vom Gaspreis hängt üblicherweise auch der Strompreis ab.
„Der Markt erwartet weiterhin einen Rückgang der Großhandelspreise für Strom“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von ČEZ Pavel Cyrani. Gleichzeitig fügt er hinzu, dass dies keineswegs sicher sei.

Was erwartet die Verbraucher?
In der Präsentation für Investoren hat ČEZ die mögliche Entwicklung für Verbraucher auf ungewöhnliche Weise dargestellt. Im Ausblick auf die weitere Entwicklung wurden Strompreise an langfristigen Märkten vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran und danach verglichen.
Daraus wird deutlich, dass zumindest für die Jahre 2026 und 2027 die Prognosen relativ unsicher sind und Strom letztlich deutlich teurer werden könnte, als noch vor kurzem erwartet wurde.
„Die Märkte sehen die Situation bisher als kurzfristig an und sie zeigt sich vor allem in den Jahren 2026 und 2027. Ab 2028 ist der Effekt minimal. Wie kurzfristig das tatsächlich sein wird, können wir natürlich nicht sagen. Es hängt davon ab, wie lange die Krise dauert, wie lange die Straße von Hormus geschlossen bleibt und wie lange der LNG-Transport kompliziert bleibt“, erklärte Cyrani.
Ein länger andauernder Konflikt im Persischen Golf würde somit höhere Gewinne für ČEZ und höhere Dividenden für Minderheitsaktionäre bedeuten. Gleichzeitig könnte er auch zu steigenden Aktienkursen und höheren Kosten beim geplanten Aufkauf der Minderheitsanteile führen. Mit einem Anteil von drei Prozent ist der größte Minderheitsaktionär der Milliardär Pavel Tykač.
Mit größerem zeitlichen Abstand würden jedoch auch Verbraucher die Folgen in ihren Stromrechnungen spüren.
„Im Moment spiegelt sich das nicht in den Preisen wider und wir planen auch nichts in dieser Richtung. Sollte der Konflikt jedoch über viele Monate andauern, werden wir darauf reagieren müssen“, fügte Cyrani hinzu.

Infrastruktur auf beiden Seiten des Atlantiks….
Mit den Gaspreisen und der Versorgungssicherheit hängt auch die derzeitige Reise des tschechischen Industrieministers Karel Havlíček (ANO) in die USA zusammen. Dort traf er den amerikanischen Handelsminister Howard Lutnick, mit dem er über einen geplanten Vertrag über Gaslieferungen sprach.
Laut Cyrani geht es dabei auch um die Anmietung von Kapazitäten in einem LNG-Verflüssigungsterminal an der amerikanischen Küste. ČEZ hat derzeit ein Regasifizierungsterminal im niederländischen Eemshaven gemietet.
Sollte die Transaktion abgeschlossen werden, würde das Unternehmen über Infrastruktur auf beiden Seiten des Atlantiks verfügen.
„Damit hätten wir direkten Zugang zu amerikanischem Erdgas, das wir selbst verflüssigen und nach Europa transportieren könnten. Momentan kauft ČEZ Gas auf Schiffen und konkurriert damit direkt mit Asien, da ein Schiff sowohl nach Europa als auch nach Asien fahren kann. Wenn wir Gas direkt in Amerika kaufen, sind wir dieser Konkurrenz nicht ausgesetzt“, erklärte Cyrani.

Personalwechsel im Top-Management
Schließlich bestätigte die Veröffentlichung der Ergebnisse am Donnerstag auch eine Personalveränderung im Top-Management von ČEZ. Wie Vorstandsvorsitzender Daniel Beneš erklärte, verlässt Jan Kalina, Direktor der Abteilung für erneuerbare und konventionelle Energie, den Vorstand.
Kalina wurde kürzlich in die Führung des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS gewählt, den er bereits früher geleitet hatte. Es wird erwartet, dass er auch zum Vorsitzenden des Vorstands des Netzbetreibers ernannt wird, nachdem der Aufsichtsrat am Montag Martin Durčák abberufen hatte. Wer Kalina bei ČEZ ersetzen wird, ist bislang nicht bekannt.
/gr/


ČEZ erzielte einen Gewinn von 27,4 Milliarden
13.03.2026, Tageszeitung Právo Seite 20 ČTK

Der Nettogewinn des Energiekonzerns ČEZ sank im vergangenen Jahr im Jahresvergleich um 5,8 Prozent auf 27,4 Milliarden Kronen. Die Hauptursache für den Rückgang des Nettogewinns waren laut dem Unternehmen vor allem höhere Abschreibungen in Höhe von 13,1 Milliarden Kronen. Diese wurden insbesondere durch die Einbeziehung der vorletzten Jahres erfolgten Übernahme des Gasunternehmens GasNet beeinflusst. Zudem machte sich eine beschleunigte Abschreibung der Kohle-Aktiva bemerkbar. Dennoch übertraf das Unternehmen seine ursprünglichen Erwartungen.
/gr/


Temelín bereitet Austausch der Elektroinstallationen für 800 Millionen Kronen vor
12.03.2026 Seznam Zprávy
ČTK

Das Kernkraftwerk Temelín hat die Vorbereitungen für eine der größten technologischen Modernisierungen seiner Geschichte gestartet. Die Modernisierung von Hunderten Schaltschränken im Wert von mehr als 800 Millionen Kronen soll den sicheren Betrieb der Blöcke für weitere Jahrzehnte gewährleisten.

Das Kernkraftwerk Temelín hat mit den Vorbereitungen zur Modernisierung seiner Elektroinstallationen begonnen. Der Austausch, der Hunderte Schaltschränke betrifft, ist eine der größten technologischen Austauschaktionen seit der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks im Jahr 2002. Den Auftrag wird in den Jahren 2028 bis 2032 die Tochtergesellschaft der ČEZ-Gruppe Škoda JS für mehr als 800 Millionen Kronen ausführen, wie Kraftwerkssprecher Marek Sviták heute Journalisten mitteilte.

Im Rahmen der Modernisierung werden 172 Niederspannungsschaltanlagen und mehr als 700 Schaltfelder ausgetauscht.
„Elektrizität ist für den Betrieb und die Sicherheit des Kraftwerks absolut entscheidend. Wir müssen sie nicht nur sicher erzeugen können, sondern auch zu unseren Anlagen transportieren, die den Betrieb und die Sicherheit des Kraftwerks gewährleisten. Im Bereich der Elektroinstallationen handelt es sich für uns um den wichtigsten Austausch seit Beginn des Betriebs“, erklärte Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.

Für das Kernkraftwerk Temelín ist der Austausch vor allem im Hinblick auf einen langfristig sicheren und stabilen Betrieb wichtig.
„In beide tschechischen Kernkraftwerke investieren wir im Durchschnitt rund sieben Milliarden Kronen pro Jahr, um einen sicheren, effizienten und damit langfristigen Betrieb zu gewährleisten. Die Modernisierung der Schaltanlagen und der dazugehörigen Einrichtungen gehört genau in diesen Bereich“, sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Division Kernenergie.

Den Auftrag im Wert von über 800 Millionen Kronen erhielt in einem Ausschreibungsverfahren das Pilsener Unternehmen Škoda JS. Auch für das Unternehmen handelt es sich um ein bedeutendes Projekt im Bereich Engineering.
„Der Gewinn dieses Auftrags bestätigt für uns, dass wir die strengsten Anforderungen an technische Lösungen und Qualität in der Kernenergie erfüllen können. Unsere Expertenteams werden das komplette Engineering, die Projektdokumentation sowie die Koordination der Montage und der Tests direkt im Umfeld des Kraftwerks sicherstellen“, sagte František Krček, Generaldirektor der ŠKODA JS a.s.

ČEZ modernisiert beide Kernkraftwerke kontinuierlich, um einen Betrieb von mindestens sechzig Jahren sicherzustellen. Allein in Temelín sind für dieses Jahr 238 Investitionsprojekte im Wert von 3,8 Milliarden Kronen geplant.
Die Firma ŠKODA JS a.s., die Teil der ČEZ-Gruppe ist, gehört zu den führenden europäischen Engineering- und Produktionsunternehmen mit Erfahrung im Bau und Service von Kernkraftwerken. Das Unternehmen Škoda wurde im Jahre 1859 gegründet; die Geschichte der heutigen ŠKODA JS begann im Jahre 1956, und das Pilsener Unternehmen begeht in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen. In der Kernenergie ist es seit seiner Gründung tätig. Es arbeitet für Kernkraftwerke, Forschungsreaktoren und Lager für abgebrannte Kernbrennstoffe in Mittel- und Osteuropa, Skandinavien, Frankreich, Deutschland, den USA, Österreich, Finnland, Belgien, Großbritannien, China, Armenien und weiteren Ländern.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... run-301475
/gr/




Im Kernkraftwerk Temelín wird der Austausch der Generatoren vorbereitet
13.03.2026, Tageszeitung Českobudějovický deník (ma)
Rubrik: Budweis und Umgebung - Seite: 3

Temelín – Einen der ersten Vorbereitungsschritte für den Austausch der elektrischen Generatoren im Kernkraftwerk Temelín haben Techniker von Doosan Škoda Power bereits abgeschlossen. Vier Wochen lang scannten sie im Kraftwerk die Technologie in der Umgebung der Anlagen, in denen der Strom erzeugt wird, der etwa ein Fünftel der Tschechischen Republik versorgt.
Dabei sammelten sie 1,5 Terabyte an Daten, die für die Erstellung einer 3D-Projektdokumentation genutzt werden sollen. Den eigentlichen Austausch der Generatoren plant das Energieunternehmen ČEZ für die Jahre 2029 und 2030.

Ein Laserstrahl wird ausgesendet, die Zeit berechnet, nach der er zurückkehrt, und anschließend wird alles in ein farbiges digitales 3D-Bild umgewandelt – so lässt sich das 3D-Scannen vereinfacht beschreiben. Das Ziel ist es, ein digitales Modell mit präzisen Koordinaten der Anlagen in der Umgebung des elektrischen Generators zu erstellen.
„Das hilft uns, die genaue Position der Technologie zu bestimmen, die an den Generator angeschlossen ist. Das Scannen ist wesentlich präziser als klassische Papierzeichnungen und zeigt außerdem den aktuellen Zustand“, erklärte Jan Schwarz von der Firma Doosan Škoda Power.
Das Scannen eines einzelnen Standorts im Umfang von 360 Grad und die Erstellung eines farbigen Bildes dauert ungefähr zwei Minuten.
/gr/



Wegen Dukovany wird eine Brücke in Havlíčkův Brod umgebaut
13.03.2026, Tageszeitung Právo ČTK
Rubrik: Südmähren – Vysočina - Seite: 15

Die Straßen- und Autobahndirektion (ŘSD) wird im Frühjahr mit dem Umbau einer Brücke über die Sázava in Havlíčkův Brod beginnen, da die bestehende Brücke nicht über ausreichende Tragfähigkeit für den Transport schwerer Bauteile der neuen Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany verfügt.
Die Arbeiten werden sich über zwei Bausaisons erstrecken. Wegen Dukovany wird die Behörde außerdem einen Kreisverkehr auf der südöstlichen Umgehungsstraße der Stadt anpassen. Die Arbeiten dort beginnen im April. Der Verkehr wird teilweise eingeschränkt sein, teilte Jiří Veselý aus der Kommunikationsabteilung der Straßen,-und Autobahndirektion ŘSD mit.

Der Bau der südöstlichen Umgehungsstraße von Havlíčkův Brod begann Ende 2019. Seit Dezember 2023 ist sie für den Verkehr freigegeben. Veselý erklärte, dass das Unternehmen ČEZ bei der Planung der Umgehungsstraße eine Route für den Transport der schweren Komponenten der neuen Dukovany-Blöcke vorgeschlagen habe. Die Straßenverwaltung wollte das bereits laufende Projekt jedoch nicht mehr ändern, da sich der Bau sonst verlängert hätte.
Nach der letzten Verkehrszählung passieren täglich bis zu 10 000 Fahrzeuge den Kreisverkehr. An der Verstärkung des Kreisverkehrs werden Bauarbeiter von April bis Mai arbeiten; der Autoverkehr wird teilweise eingeschränkt sein. Den Auftrag erhielt in der Ausschreibung das Unternehmen M-Silnice.
Der Umbau der Brücke über die Sázava wird laut dem Amtsblatt für öffentliche Aufträge 158 Millionen Kronen kosten. Den Auftrag erhielt das Unternehmen Strabag.
/gr/


Analysten: Das letztjährige Ergebnis von ČEZ erfüllte die Ziele, der Ausblick für dieses Jahr bleibt hinter den Erwartungen zurück
12. März 2026, CTK
oenergetice.cz

Die Geschäftsergebnisse des Energiekonzerns ČEZ haben im vergangenen Jahr die Erwartungen erfüllt und damit die stabile finanzielle Lage des Unternehmens bestätigt. Das geht aus Kommentaren von Analysten für die Nachrichtenagentur ČTK hervor. Hinter den Erwartungen bleibt ihrer Ansicht nach jedoch der Ausblick des Unternehmens für das laufende Jahr, was vor allem auf niedrigere Einnahmen infolge sinkender Strompreise zurückzuführen ist. Zudem könnte laut Analysten auch die Lage im Nahen Osten die Finanzergebnisse in diesem Jahr beeinflussen.

ČEZ erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 27,4 Milliarden Kronen. Der Nettogewinn des Unternehmens sank damit im Jahresvergleich um 1,7 Milliarden Kronen, also um 5,8 Prozent. Hauptursache für den Rückgang waren höhere Abschreibungen. Leicht zurück gingen auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), die Betriebserträge sowie der um außerordentliche Einflüsse bereinigte Gewinn, der für die Dividende maßgeblich ist.
Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen laut Prognose einen Rückgang des EBITDA von 137 Milliarden Kronen im vergangenen Jahr auf 103 bis 108 Milliarden Kronen. Der bereinigte Nettogewinn, der im Vorjahr 28,1 Milliarden Kronen betrug, soll zwischen 27 und 31 Milliarden Kronen liegen.
Trotz des Rückgangs haben die Ergebnisse von ČEZ nach Ansicht der Analysten die aktuellen Erwartungen des Unternehmens erfüllt.
„Ein EBITDA am oberen Rand der erwarteten Bandbreite sowie das Übertreffen der Management-Prognose beim Nettogewinn bestätigen die solide Verfassung des Unternehmens“, sagte der Analyst von XTB Tomáš Cverna. Ähnlich bewertete die Ergebnisse auch Jan Raška, Analyst der Fio Bank. „Sie lagen nahezu im Einklang sowohl mit unserer Erwartung als auch mit dem Marktkonsens“, bemerkte er.

Hinter den Erwartungen bleibt laut Analysten jedoch der heute präsentierte Ausblick des Unternehmens für dieses Jahr. So hatte etwa der Analyst der J&T Banka Milan Lávička einen operativen Gewinn von rund 115 Milliarden Kronen und einen bereinigten Nettogewinn von etwa 40 Milliarden Kronen erwartet. Neben dem prognostizierten Rückgang der Stromproduktion aufgrund niedrigerer realisierter Strompreise überraschten ihn auch die geringeren erwarteten Gewinne aus Verteilung und Vertrieb.
Nach Einschätzung von Cverna könnten außerdem Faktoren im Zusammenhang mit der Entwicklung im Nahen Osten den Ausblick des Konzerns beeinflussen.
Insgesamt bewerten die Analysten den heute veröffentlichten Finanzbericht von ČEZ daher eher negativ, vor allem wegen des schwächeren Ausblicks. „Wir erwarten eine negative Reaktion des Marktes“, ergänzte Lávička.
Die Dividende für die Aktionäre erwarten Analysten am oberen Rand der aktuellen Dividendenpolitik des Unternehmens, die eine Ausschüttung von 60 bis 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns vorsieht. In diesem Fall würde sie 42 Kronen je Aktie betragen. Der Vorstand wird seinen Vorschlag jedoch voraussichtlich erst später vorlegen; das endgültige Wort hat die Hauptversammlung des Unternehmens.
Im vergangenen Jahr zahlte das Unternehmen eine Dividende von 47 Kronen je Aktie, insgesamt 25,3 Milliarden Kronen.
/gr/


Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein Fehler, räumen von der Leyen und Merz ein
13.03.2026, Tageszeitung Právo Seite 20
Autor: Martin Procházka

Die Debatte über eine Rückkehr zur Kernenergie in Europa ist erneut entbrannt. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bezeichnete den Ausstieg aus der Kernenergie in einigen Ländern als strategischen Fehler und versprach Unterstützung für neue Kraftwerke. Deutschland bleibt jedoch außen vor. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, eine Rückkehr zur Kernenergie sei politisch nicht möglich, auch wenn er sie persönlich für sinnvoll halten würde.
„Ich bedauere das, aber so ist die Realität, und wir konzentrieren uns auf die Energiepolitik, die wir heute haben“, sagte Merz zum Beschluss Deutschlands, die Stromerzeugung aus Kernenergie endgültig zu beenden.

Von der Leyen erklärte auf einem Nukleargipfel in Frankreich laut der Website dw.com, Kernenergie sei eine zuverlässige und bezahlbare Quelle emissionsarmer Elektrizität und die Europäische Union wolle neuen Projekten finanzielle Unterstützung anbieten.
Deutschland schaltete jedoch seine letzten Kernkraftwerksblöcke im Jahr 2023 ab, und eine Rückkehr wäre laut dem Kanzler im Parlament nicht durchsetzbar.

Merz gehört zwar der konservativen CDU an, die die Kernenergie traditionell unterstützt, lehnt jedoch eine Zusammenarbeit mit der rechtsextremen AfD ab. Ohne deren Stimmen wäre eine Rückkehr zur Kernenergie im Bundestag kaum mehrheitsfähig.
Auch die sozialdemokratischen Koalitionspartner lehnen den Bau neuer Kernkraftwerke ab. Umweltminister Carsten Schneider erinnerte daran, dass die Kernenergie die deutschen Steuerzahler bereits in der Vergangenheit Milliarden Euro gekostet habe.
„Wenn eine riskante Technologie auch nach drei Vierteln eines Jahrhunderts weiterhin auf staatliche Unterstützung angewiesen ist und bessere Alternativen existieren, müssen daraus Konsequenzen gezogen werden“, sagte er.
Er wies zudem das Argument zurück, kleine modulare Reaktoren könnten eine Lösung sein. Über sie werde seit Jahrzehnten gesprochen, doch bislang sei weder ein technologischer Durchbruch gelungen noch ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit gesichert worden.

Skeptisch zeigt sich auch der Energiesektor. Der Chef des größten deutschen Energiekonzerns RWE, Markus Krebber, erklärte, Investitionen in kleine modulare Reaktoren ergäben für private Unternehmen derzeit wirtschaftlich keinen Sinn.
„Unter den derzeitigen Bedingungen ist eine solche Investition für ein privates Unternehmen nicht realisierbar“, sagte er und fügte hinzu, dass derzeit kein Lieferant feste Preise oder einen verbindlichen Bauzeitplan garantieren könne.
Viele andere europäische Staaten gehen jedoch in die entgegengesetzte Richtung. Frankreich, das 57 Reaktoren betreibt, hat eine Allianz von fünfzehn EU-Ländern gegründet, die den Bau neuer Kernkraftwerke unterstützen. Dazu gehören unter anderem Schweden, Italien und auch Tschechien.
Die Debatte über Kernenergie kehrt in Deutschland regelmäßig zurück, insbesondere in Zeiten von Energiekrisen. Schwankungen bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen wie Solar- und Windkraft sowie Unterbrechungen bei Gasimporten während geopolitischer Konflikte werfen erneut die Frage auf, ob stabile nukleare Energiequellen nicht doch ihren Platz im Energiemix haben sollten.
/gr/

--
Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von Zeitungsartikeln vom 16.3.2026:

Inhalt:
Am Bau der neuen Reaktorblöcke in Dukovany wird sich neben dem koreanischen Unternehmen KHNP auch die amerikanische Firma Westinghouse beteiligen.
Temelín plant Austausch der Elektroinstallationen für 800 Millionen Kronen.
Ich glaube nicht an eine Verstaatlichung von ČEZ, sagt größter Minderheitsaktionär Tykač. Wenn die Regierung wollte, könnte sie das in wenigen Monaten machen.
ŠKODA JS – siebzig Jahre seit dem Beginn des Nuklearprogramms bei Škoda.
Temelín bereitet Austausch der Elektroinstallationen vor.
Erster natriumgekühlter Kernreaktor Natrium erhält in den USA eine Baugenehmigung.
Israel an einem Scheideweg: Energiesicherheit im Kontext des Krieges mit dem Iran

........


Am Bau der neuen Reaktorblöcke in Dukovany wird sich neben dem koreanischen Unternehmen KHNP auch die amerikanische Firma Westinghouse beteiligen.
13.03.2026
Radio Prague International

Das US-Unternehmen Westinghouse wird sich am Bau von zwei neuen Kernkraftwerksblöcken im Kraftwerk Dukovany beteiligen. In das Projekt wird es gemeinsam mit dem Gewinner der Ausschreibung – dem koreanischen Unternehmen KHNP – eingebunden. Dies bestätigte dem Tschechischen Rundfunk der Vorsitzende der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB, Štěpán Kochánek.
Die amerikanische Firma soll das System zur Kontrolle und Steuerung der Kernreaktoren li,efern. Es handelt sich um einen Auftrag im Wert von rund 40 Milliarden Kronen, was etwa einem Zehntel des Gesamtwerts des Projekts entspricht. Für den Bau der beiden Blöcke wird der Staat dem koreanischen Unternehmen KHNP mehr als 400 Milliarden Kronen zahlen.

Quelle: https://cesky.radio.cz/na-dostavbe-duko ... se-8880476



Temelín plant Austausch der Elektroinstallationen für 800 Millionen Kronen
16.03.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 2 ČTK

Quelle: ceskobudejovicky.denik.cz
/
Region České Budějovice/ Budweis – Das Kernkraftwerk Temelín hat mit den Vorbereitungen für eine Modernisierung der Elektroinstallationen begonnen. Der Austausch, der Hunderte von Schaltanlagen betrifft, ist eine der größten technologischen Austauschaktionen seit Beginn des Betriebs im Jahr 2002. Den Auftrag wird in den Jahren 2028 bis 2032 die Tochtergesellschaft der ČEZ-Gruppe Škoda JS für mehr als 800 Millionen Kronen ausführen, teilte der Kraftwerkssprecher Marek Sviták mit.

Schlüsselrolle der Elektrizität
Im Zuge der Modernisierung werden 172 Niederspannungsschaltanlagen sowie mehr als 700 Schaltfelder ersetzt.
„Elektrizität ist für den Betrieb und die Sicherheit des Kraftwerks absolut entscheidend. Wir müssen sie nicht nur sicher erzeugen, sondern auch zu unseren Anlagen transportieren können, die den Betrieb und die Sicherheit des Kraftwerks gewährleisten. Im Bereich der Elektroinstallationen ist dies für uns die wichtigste Modernisierung seit Beginn des Betriebs,“ sagte Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.

Für das Kernkraftwerk Temelín ist der Austausch vor allem im Hinblick auf einen langfristig sicheren und stabilen Betrieb wichtig.
„In beide tschechischen Kernkraftwerke investieren wir im Durchschnitt rund sieben Milliarden Kronen jährlich, mit dem Ziel, einen sicheren, effizienten und damit langfristigen Betrieb zu gewährleisten. Die Modernisierung der Schaltanlagen und der dazugehörigen Einrichtungen gehört genau in diesen Bereich,“ sagte Bohdan Zronek, Mitglied des Vorstands von ČEZ und Direktor der Abteilung Kernenergie.

Den Auftrag im Wert von über 800 Millionen Kronen erhielt im Ausschreibungsverfahren das Unternehmen Škoda JS aus Plzeň. Auch für dieses handelt es sich um ein bedeutendes Projekt im Bereich Engineering.
„Der Gewinn dieses Auftrags bestätigt für uns, dass wir die strengsten Anforderungen an technische Lösungen und Qualität in der Kernenergie erfüllen können. Unsere Expertenteams werden das komplette Engineering, die Projektdokumentation sowie die Koordination der Montage und der Tests direkt im Umfeld des Kraftwerks sicherstellen,“ erklärte František Krček, Generaldirektor der ŠKODA JS a.s.
/gr/



Ich glaube nicht an eine Verstaatlichung von ČEZ, sagt größter Minderheitsaktionär Tykač. Wenn die Regierung wollte, könnte sie das in wenigen Monaten machen
16.03.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Autor: Jan Brož Seite 10

Energie
Der größte Minderheitsaktionär des Energiekonzerns ČEZ zeigt sich skeptisch. Er glaubt nicht, dass die Regierung ihr Wahlversprechen und zugleich die in ihrer eigenen Wirtschaftsstrategie festgelegte Aufgabe erfüllen und die vollständige Kontrolle über den Energiekonzern übernehmen wird.
„Wenn Sie mich fragen, ob ich ihnen eher glaube oder eher nicht glaube, dann glaube ich ihnen eher nicht“, sagte der Milliardär Pavel Tykač im Podcast Stepeni über das Kabinett von Andrej Babiš (ANO) über den Investor (und Minderheitsaktionär von ČEZ) Michal Šnobr und die Journalistin Markéta Malá.

Tykač selbst hatte dabei vor kurzem über die zyprische Gesellschaft Belviport Trading weitere ČEZ-Aktien zugekauft, womit sein Anteil auf drei Prozent der Aktien im Wert von nahezu 20 Milliarden Kronen gestiegen ist. Das könnte darauf hindeuten, dass der Eigentümer der Energiegruppe Sev.en auf einen staatlichen Aufkauf der Minderheitsaktionäre und damit auf eine Aufwertung seiner Investition spekuliert. Tykač behauptet jedoch, dass genau das Gegenteil der Fall sei.
Tykač begann vor etwa vier Jahren, ČEZ-Aktien zu erwerben. Laut dem Halbjahresbericht des halbstaatlichen Konzerns erreichte sein Anteil im vergangenen Sommer 2,89 Prozent des Grundkapitals. Die Debatte über eine mögliche Verstaatlichung, die bereits von der früheren Regierung von Petr Fiala (ODS) angestoßen wurde, fand deshalb stets vor dem Hintergrund statt, dass vor allem der laut Forbes fünftreichste Tscheche von der Transaktion profitieren würde.

Regierung hat Frist bis 2029….
Im Wahlkampf wurde das Thema dabei anschließend zu einem der zentralen Versprechen des späteren Wahlsiegers – der Bewegung ANO. Nach ihrer Ansicht würde eine staatliche Stromerzeugung eine bessere Kontrolle der Energiepreise sowie den Bau neuer Energiequellen ermöglichen, insbesondere von Kernkraftwerken.
Das veranlasste Tykač, der betont, dass sein Engagement bei ČEZ nur eine von vielen Investitionen sei, seinen Anteil zunächst nicht weiter zu erhöhen.
„Ich stand vor der Frage: Wenn ich weiter kaufe, bin ich eigentlich der Bösewicht, der daran verdienen will, dass der Staat die Anteile aufkauft und ich eine Prämie verlange. Also habe ich darauf gepfiffen und es bleiben lassen. ČEZ ist nicht die einzige Aktie am Markt“, erklärte Tykač.
Seine Aussage bestätigt auch eine „Episode“ von Ende Januar. Damals fiel der Aktienkurs des Konzerns um 15 Prozent, weil einige große Investoren verkauften, um Kapital für eine Investition in die Rüstungsgruppe CSG freizumachen, die gerade an die Börse ging. Für andere bot sich damit eine Gelegenheit, ihre Anteile günstig zu erhöhen – dennoch kaufte kaum jemand ČEZ-Aktien.

Der Finanzinvestor änderte seine Meinung jedoch erneut, nachdem er auch drei Monate nach Amtsantritt der neuen Regierung keinen Fortschritt in dieser Angelegenheit sieht. Laut Tykač ließe sich die gesamte Operation sehr schnell bis zum Ende der diesjährigen Sommerferien durchführen.
„Es ist keine Raketenwissenschaft, das zu verstaatlichen“, meint Tykač.
In ihrer Wirtschaftsstrategie hat sich die Regierung von Babiš jedoch das Ziel gesetzt, den gesamten Prozess erst bis 2029 – also gegen Ende ihrer Amtszeit – abzuschließen.
„Es ist ein Prozess von eineinhalb bis zwei Jahren. Die Hauptarbeit wird nicht im Jahr 2026 stattfinden, aber das bedeutet nicht, dass nicht konkrete Vorbereitungsschritte eingeleitet werden“, sagte Industrieminister Karel Havlíček (ANO) im Januar.
Das führte Tykač zu dem Schluss, dass es die Regierung mit der Verstaatlichung nicht ernst meint und er sich daher nicht mehr zurückhalten müsse:
„Im Grunde ist das eine triviale Operation, von der ich überzeugt bin, dass sie nicht länger als fünf Monate dauern kann. Und wenn ich den Industrieminister höre, der sagt, das sei kompliziert und werde mindestens bis Ende 2027 dauern, dann hören meine Ohren: Wir haben keinen Plan.“

Für Beneš gibt es jedoch keinen Ersatz...
Seiner Meinung nach wird der Prozess auch vom Management von ČEZ blockiert, das kein Interesse an einer Verstaatlichung des Konzerns hat. Gleichzeitig fügt er jedoch hinzu, dass es für den Generaldirektor Daniel Beneš keinen Ersatz gebe und dass er zusammen mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Pavel Cyrani für ihre Positionen die besten seien.
„Sie machen ihre Arbeit sehr gut, und ich hätte Angst davor, dass jemand sie ersetzt“, sagte Tykač.
Trotz der Tatsache, dass die am Donnerstag präsentierte Gewinnprognose von ČEZ für dieses Jahr enttäuschte, glaubt Tykač weiterhin an den Konzern. Die Energiemärkte sind derzeit aufgrund des Krieges im Persischen Golf und der Blockade der Straße von Hormus – einer wichtigen Transportader für Flüssigerdgas und Erdöl – unsicher. Das treibt die Rohstoffpreise nach oben.
Sollte es laut Tykač bis Ende April nicht gelingen, die LNG-Lieferungen aus Katar – die etwa ein Fünftel des weltweiten Volumens ausmachen – wieder in Gang zu bringen, droht eine Wiederholung einer Krise ähnlich derjenigen, die Europa nach Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine erlebte. Andernfalls könnte sich die Situation rasch wieder beruhigen. In beiden Szenarien werde ČEZ nach Ansicht des Milliardärs profitieren.
Offenbar hat er deshalb wieder mit dem Kauf von Aktien begonnen und ist zum „Drei-Prozent-Minderheitsaktionär“ von ČEZ geworden. Und mit seinem Vertrauen in den Erfolg des Konzerns steht er nicht allein – nach früheren Informationen halten auch die Investoren Petr Nešetřil und Tomáš Kaňka, die als langjährige Tykač-Mitarbeiter gelten, jeweils mehr als ein Prozent der Anteile.
/gr/


ŠKODA JS – siebzig Jahre seit dem Beginn des Nuklearprogramms bei Škoda
16.03.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES
Rubrik: Westböhmen - Seite: 10

ŠKODA JS, ein Mitglied der ČEZ-Gruppe, gehört heute zu den führenden europäischen Engineering- und Produktionsunternehmen mit Erfahrung im Bau und Service von Kernkraftwerken. Während ihrer gesamten Existenz hat das Unternehmen Engineering-Leistungen, Anlagen und Service für Kernkraftwerke, Forschungsreaktoren sowie Lager für abgebrannte Kernbrennstoffe praktisch in der ganzen Welt geliefert und liefert sie weiter.

Die Division Service für Kernkraftwerke ist eine von vier Divisionen von ŠKODA JS. Sie entwickelte sich schrittweise entsprechend den Anforderungen der Kunden, denen sie ein breites Portfolio an Dienstleistungen anbietet. Zu ihren Aufgaben gehören Arbeiten während der planmäßigen Abschaltungen von Kraftwerksblöcken, aber auch eine Reihe einzigartiger Reparaturen, die auf langjährigem und einzigartigem Know-how in der Instandhaltung, auf hoher Fachkompetenz sowie auf der technischen und organisatorischen Basis des gesamten Unternehmens beruhen.

Der Service an kerntechnischen Anlagen und ihre Instandhaltung stellen ein sehr spezifisches und äußerst komplexes Gebiet des nuklearen Maschinenbaus dar. Eine entscheidende Rolle spielen dabei neue Materialien und Technologien, moderne Festigkeitsberechnungen mit der Methode der Finiten Elemente sowie sogenannte Simulationen technologischer Prozesse, die es ermöglichen, Eingriffe in Anlagen zu optimieren und Stillstandszeiten zu minimieren. Hinter diesen Aktivitäten steht ein qualifiziertes Team von Fachleuten, darunter Projektingenieure, Montage- und Inspektionsspezialisten sowie unterstützende Berufsgruppen. Die langjährigen Erfahrungen aus dem Betrieb der tschechischen Kernkraftwerke ermöglichen es der Division, flexibel auf neue Kundenanforderungen und auf sich verändernde gesetzliche Rahmenbedingungen zu reagieren.
Bereits in den 1980er-Jahren gelang es, erste Technologien für Reparaturen an der Trennfuge des Reaktordruckbehälters, an Gewindenestern sowie an inneren Korrosionsschutzschweißungen und unterliegenden Schweißbereichen zu entwickeln. Im Jahr 2008 wurden zwischen ŠKODA JS und ČEZ die ersten Verträge über die Sicherstellung der umfassenden Wartung der Anlagen des Primärkreislaufs der tschechischen Kernkraftwerke unterzeichnet. Damit wurde das Unternehmen zum Generalauftragnehmer im Bereich Service und übernahm auch die Leitung von Dutzenden Subunternehmerfirmen.

ŠKODA JS erbringt Serviceleistungen im Zusammenhang mit der Lieferung eigener Produkte und bietet Serviceunterstützung auch für ausländische Kraftwerke an. Bei der Generalabschaltung der Blöcke 1 und 2 des Kernkraftwerks Mochovce beteiligte sich ihr Team zuletzt am Projekt „Seismische Härtung großer Komponenten“. Kürzlich gewann das Unternehmen auch eine Ausschreibung zur Durchführung von Servicearbeiten und zur Lieferung von Ersatzteilen für die Antriebe der Regelorgane des Kernkraftwerks Paks in Ungarn. Es war ebenfalls an der Modernisierung des einzigen Kernkraftwerks im südlichen Kaukasus beteiligt – des Kernkraftwerks Metsamor in Armenien.
Weitere ähnliche Projekte führt das Unternehmen auch in Finnland oder in der Ukraine durch.

In den letzten Jahren wurden einzigartige Arbeitsverfahren für den Service von Komponenten des Primärkreislaufs von Kernkraftwerken des Typs VVER-440 und VVER-1000 entwickelt. In vielen Fällen handelt es sich um einzigartige Technologien, die bisher nirgendwo auf der Welt eingesetzt wurden. ŠKODA JS nutzt in diesem Bereich auch 3D-Druck.
ŠKODA JS strebt danach, mit seinen Kompetenzen den gesamten Lebenszyklus eines Kernkraftwerks abzudecken – von der Herstellung wichtiger Komponenten über Bau, Modernisierung und Lebensdauerverlängerung, die Lieferung von Ersatzteilen und Wartung bis hin zur Stilllegung (sogenanntes Decommissioning). Damit knüpft das Unternehmen an mehr als siebzig Jahre Tradition des nuklearen Maschinenbaus bei Škoda an und entwickelt zugleich Kompetenzen weiter, die für zukünftige Projekte im Bereich der Kernenergie erforderlich sind.
/gr


Temelín bereitet Austausch der Elektroinstallationen vor
16.03.2026 Tageszeitung Právo
Rubrik: Märkte & Wirtschaft - Seite: 10

Das Kernkraftwerk Temelín hat mit den Vorbereitungen für die Modernisierung von Hunderten Schaltanlagen und Schaltfeldern begonnen. Der Austausch stellt eine der größten technologischen Veränderungen seit dem Beginn des Betriebs im Jahr 2002 dar.
Den Auftrag wird in den Jahren 2028 bis 2032 die Tochtergesellschaft der ČEZ-Gruppe, Škoda JS, für mehr als 800 Millionen Kronen ausführen. Das teilte der Sprecher des Kraftwerks, Marek Sviták, mit.
Der Austausch ist wichtig für die Sicherheit des Betriebs des Atomkraftwerkes.
/gr/



Erster natriumgekühlter Kernreaktor Natrium erhält in den USA eine Baugenehmigung
Jiří Salavec
16. März 2026 – oenergetice.cz


Die amerikanische Atomaufsichtsbehörde hat eine Baugenehmigung für das Projekt des fortschrittlichen Kernreaktors Natrium im Kraftwerk Kemmerer erteilt. Der natriumgekühlte schnelle Reaktor mit einer Leistung von 345 MW nutzt ein Energiespeichersystem auf Basis von geschmolzenen Salzen. Dadurch kann er seine Leistung für mehrere Stunden auf bis zu 500 MW erhöhen. Das Unternehmen TerraPower begann bereits vor zwei Jahren mit vorbereitenden Arbeiten; nun kann der offizielle Bau beginnen. Der Block soll im Jahr 2030 in Betrieb gehen.

Das amerikanische Unternehmen TerraPower gab bekannt, dass es von der Atomaufsichtsbehörde Nuclear Regulatory Commission (NRC) die Baugenehmigung für seinen Kernreaktor Natrium erhalten hat. Der erste kommerzielle natriumgekühlte schnelle Reaktor soll am Standort Kemmerer im Bundesstaat Wyoming entstehen. Der Reaktor mit einer elektrischen Leistung von 345 MW verfügt über ein Energiespeichersystem auf Basis geschmolzener Salze und kann seine Leistung kurzfristig auf bis zu 500 MW steigern.
„Heute ist ein historischer Tag für die Nuklearindustrie der Vereinigten Staaten. Wir sind äußerst stolz darauf, von den Kommissaren der nuklearen Aufsichtsbehörde eine positive Entscheidung über die Erteilung der Baugenehmigung für den ersten Block des Kraftwerks Kemmerer erhalten zu haben. Es handelt sich um das erste moderne Kernkraftwerk im kommerziellen Maßstab, das diese Genehmigung erhalten hat,“ sagte der Geschäftsführer von TerraPower, Chris Levesque.

TerraPower reichte den Antrag auf eine Baugenehmigung im März 2024 ein, und die formale Prüfung durch die NRC begann im Mai 2024. Vorbereitende Bauarbeiten starteten bereits im Juni 2024, und nun steht der offiziellen Bauphase nichts mehr im Wege. Das Projekt Kemmerer ist Teil des Demonstrationsprogramms für fortschrittliche Reaktoren des US-Energieministeriums.
„Um diesen bedeutenden Erfolg zu erreichen, haben wir Tausende Arbeitsstunden investiert. In den kommenden Wochen planen wir, mit dem Bau des Kraftwerks zu beginnen, und wir freuen uns darauf, den ersten Natriumreaktor mit Energiespeichersystem auf den Markt zu bringen,“ fügte Levesque hinzu.

Fortschrittlicher Kernreaktor innerhalb von fünf Jahren in Betrieb….
Natriumgekühlte schnelle Reaktoren gehören zur sogenannten vierten Generation von Kernreaktoren. Das Unternehmen TerraPower, das von Bill Gates gegründet wurde und dessen Vorsitz er innehat, arbeitet bei der Entwicklung des Natrium-Projekts mit dem Unternehmen GE Hitachi zusammen. Mit dem Reaktordesign will das Unternehmen auch außerhalb der USA tätig werden und meldete es im Februar dieses Jahres zum Generic Design Assessment (GDA) im Vereinigten Königreich an.
„Dies ist ein historischer Schritt nach vorne für die fortschrittliche Kernenergie in den Vereinigten Staaten und spiegelt unser Engagement wider, rechtzeitige und vorhersehbare Entscheidungen zu treffen, die auf einer strengen und unabhängigen Sicherheitsprüfung beruhen,“ erklärte der Vorsitzende der NRC, Ho Nieh.
TerraPower erwartet, den Block Kemmerer 1 im Jahr 2030 fertigzustellen. Er soll damit das erste fortschrittliche Kernkraftwerk im Versorgungsmaßstab in den Vereinigten Staaten werden. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks ist jedoch noch an den Erhalt einer Betriebsgenehmigung durch die NRC gebunden.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... i-povoleni
/gr/


Israel an einem Scheideweg: Energiesicherheit im Kontext des Krieges mit dem Iran
Autor: Libor Láník
7. März 2026, oenergetice.cz

Die Energiesicherheit wird in Israel zu einem der zentralen Themen des aktuellen Krieges mit dem Iran. Die Eskalation des Konflikts im Persischen Golf und die Störungen bei der Lieferung von Energie­rohstoffen haben erneut die Verwundbarkeit globaler und regionaler Energiesysteme aufgezeigt. Nach Ansicht des Technologieunternehmers Eliahu Drori, Geschäftsführer des Start-ups Organuz, könnte gerade die aktuelle Krise ein Impuls für eine grundlegende Transformation der israelischen Energiewirtschaft sein.
Die Spannungen in der Region spiegelten sich auch auf den Weltmärkten wider. Im Zusammenhang mit dem Konflikt und der Gefahr einer Unterbrechung des Energietransports in der Straße von Hormus stiegen die Preise für Öl und Gas deutlich an, was laut Analysten weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen haben könnte. Solche Schocks zeigen nach Ansicht von Drori, wie riskant eine langfristige Abhängigkeit von zentralisierten Energiesystemen und fossilen Brennstoffen ist.
Israel hat in den letzten Jahren seine Abhängigkeit von Erdgas deutlich erhöht. Rund 70 % des Stroms im Land stammen aus Gaskraftwerken, während erneuerbare Energien nur einen deutlich kleineren Anteil am Energiemix haben. Laut Drori war diese Strategie ursprünglich als Übergangslösung gedacht – gewissermaßen als „Brücke“ zu einer moderneren Energiewirtschaft. Allmählich entwickelte sie sich jedoch zu einer langfristigen Abhängigkeit.

Rasch wachsender Stromverbrauch….
Die steigende Nachfrage nach Strom erschwert die Situation zusätzlich. Israel verzeichnet einen schnellen Anstieg des Stromverbrauchs infolge des Ausbaus von Rechenzentren, der Elektromobilität sowie des demografischen Wachstums. Wenn sich das Energiemodell nicht ändert, könnte dies laut Drori nicht nur zu höheren Preisen führen, sondern auch die Stabilität des gesamten Systems gefährden.
Eine mögliche Lösung sieht er im Übergang zu einem dezentralisierten Energiemodell. Eine Schlüsselrolle könnten lokale Energienetze – sogenannte Microgrids – spielen. Diese würden es ermöglichen, kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Entsalzungsanlagen oder Militärbasen auch bei einem Ausfall des zentralen Stromnetzes weiter zu betreiben. Solche Systeme würden Solarenergie mit Batteriespeichern kombinieren.
Ein Teil dieser Strategie sollte auch eine stärkere Integration der Solarenergie in städtische und industrielle Umgebungen sein. Dächer von Fabriken, öffentlichen Gebäuden oder Parkhäusern könnten sich laut Drori in kleine Kraftwerke verwandeln. Gleichzeitig verweist er auf das Potenzial der sogenannten Agrivoltaik, also der Kombination von Landwirtschaft und Solaranlagen auf derselben Fläche.

Nicht nur mehr Energiesicherheit
Die Energiewende würde nach Ansicht von Drori nicht nur die Sicherheit Israels stärken. Sie könnte auch neue wirtschaftliche Chancen eröffnen. Wenn das Land zu einem „lebenden Labor“ für dezentrale Energiewirtschaft würde, könnte es sein technologisches Know-how in andere Staaten exportieren.
Nach Drori stellt die aktuelle Krise daher einen historischen Moment dar. Israel müsse sich entscheiden zwischen einer fortgesetzten Abhängigkeit von traditionellen Energiequellen oder dem Anspruch, zu einem Vorreiter einer neuen Energieära zu werden – einer Ära, die auf erneuerbaren Energien, technologischen Innovationen und einer höheren Widerstandsfähigkeit gegenüber geopolitischen Erschütterungen basiert.

Quelle: https://oenergetice.cz/zahranicni/izrae ... y-s-iranem
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 17.3.2026:

Inhalt:
„Wir können Funde aus der Urgeschichte und dem Mittelalter erwarten“
Archäologe Balázs Komorózcy über Untersuchungen vor dem Bau des Kraftwerks Dukovany II.
ČEZ Distribuce stellt Investitionsplan von 23 Milliarden für den Netzausbau bis 2035 vor.
Tschechen teilen sechsmal mehr Strom als im Vorjahr.
Havlíček: Tschechien wird bis zu 30 % seines Gases aus den USA beziehen.
Das Bedauern von von der Leyen über die Kernenergie reicht nicht. Die EU muss ihre gesamte Energiepolitik überdenken.
EU-Auszeichnung für Merkel oder „Kreml-Pferde“ sorgt für heftige Debatten

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„Wir können Funde aus der Urgeschichte und dem Mittelalter erwarten“
Archäologe Balázs Komorózcy über Untersuchungen vor dem Bau des Kraftwerks Dukovany II
17.03.2026 Tgeszeitung Mladá fronta DNES Tomáš Blažek

DUKOVANY, BRÜNN – Die bislang umfangreichste archäologische Untersuchung in der Geschichte der heutigen Region Vysočina wird voraussichtlich noch in diesem Jahr in dem Gebiet beginnen, in dem in den kommenden Jahren das Kernkraftwerk Dukovany II entstehen soll. Der Bau wird eine Fläche von 180 Hektar betreffen.
Für Archäologen wie auch Bauunternehmen wird es aufgrund des Zeitplans eine anspruchsvolle und stressige Arbeit sein. „Das Untersuchungsgebiet bietet nämlich große Chancen auf interessante archäologische Entdeckungen“, sagt im Interview der Direktor des Brünner Archäologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften, Balázs Komorózcy.
Oder – in der Sprache der Bauleute – es handelt sich um ein Gebiet mit hohem Risiko für das Vorkommen archäologischer Denkmäler.

-Frage: Angesichts der Größe und des Charakters des Gebiets – wird diese Untersuchung mit anderen großen archäologischen Projekten in Tschechien vergleichbar sein?
-Ich würde es mit großflächigen Bauprojekten wie Autobahnen oder Umgehungsstraßen großer Städte vergleichen, wobei die Fläche hier wahrscheinlich größer ist als bei den meisten dieser Projekte. Allerdings ist es auch so, dass der Charakter der Region hier kein so vielschichtiges früheres Siedlungsbild erwarten lässt. Bei Autobahnen haben wir vielleicht nur ein Drittel oder die Hälfte dieser Fläche, aber wenn sie etwa im Elbtal oder in Südmähren liegen, kann es dort sogar noch mehr archäologische Funde geben, weil die Siedlungsdichte höher ist. Ja, ich würde es mit Bauprojekten vergleichen, über die man gelegentlich auch in den Medien hört, wie eben Autobahnbauten. Es ist ein überdurchschnittlich anspruchsvoller Auftrag für Archäologen.

-Frage: Wann beginnt die archäologische Untersuchung des Baugebiets Dukovany II?
-Die klassische archäologische Feldforschung hat dort noch nicht begonnen. Ich bin nicht ganz die richtige Person, um einen Termin zu nennen, da dieser auch vom Bauzeitplan abhängt. Wir haben im Jahr 2024 grundlegende Unterlagen erarbeitet, wie eine solche Untersuchung auf dieser großen Fläche durchgeführt werden könnte, und kommunizieren derzeit mit den Verantwortlichen für den Bau darüber, wie diese umgesetzt werden sollen. Ich kann nicht sagen, ob es im Juli, August oder später beginnt. Ein genaues Startdatum habe ich nicht, aber logischerweise sollte es spätestens in diesem Jahr beginnen.

-Frage: Erwarten Archäologen interessante Funde?
-Auf jeden Fall. Es handelt sich jedoch um ein sehr großes Gebiet, und nicht die gesamte Fläche hat das gleiche Potenzial. Es gibt kleinere und größere Bereiche, bei denen wir davon ausgehen, dass sie archäologisch interessant sind.


-Frage: Gab es bereits Voruntersuchungen, die Hinweise geliefert haben?
-Ja, es gab eine Phase sogenannter prädiktiver Sondierungen, um die Dichte archäologischer Risiken abzuschätzen. Im Rahmen der Bauvorbereitung haben wir die Verteilung dieser Risiken kartiert, und es gibt Flächen, die wir als Gebiete mit hohem Risiko für archäologische Denkmäler definieren.

-Frage: Was ist über das Gebiet bereits bekannt? Gibt es Hinweise auf Besiedlung oder mögliche Kulturen?
-Ja, das ist interessant. Die Region liegt eher am Rand dichter Besiedlung, wo sich über verschiedene Phasen der Urgeschichte hinweg weniger intensive Siedlungen befanden. Gleichzeitig gibt es jedoch eine relativ hohe Konzentration von Fundstellen aus dem Paläolithikum, also der Altsteinzeit. An manchen Stellen lassen sich sogar Spuren der frühesten landwirtschaftlichen Perioden – Neolithikum und Äneolithikum – erkennen. Es ist ein sehr großes Gebiet mit verschiedenen Fundstellen an unterschiedlichen Orten, nicht als übereinanderliegende Schichten, sondern räumlich verteilt. Es gibt auch Spuren der Eisenzeit, einschließlich vorkeltischer Phasen, sowie mittelalterliche Denkmäler.

-Frage: Können Sie auf Erkenntnisse aus der Zeit zurückgreifen, als in den 1980er-Jahren das erste Kraftwerk Dukovany gebaut wurde?
-Leider kaum. Damals galten andere gesetzliche Rahmenbedingungen für die Archäologie, und auch der Denkmalschutz war anders organisiert. Deshalb stehen uns aus dieser Zeit praktisch keine Informationen zur Verfügung. Dennoch gab es in der Region seit etwa 100 bis 120 Jahren kleinere archäologische Aktivitäten. Diese zeigen, dass das Gebiet keineswegs unbesiedelt war, was uns bei der Einschätzung des archäologischen Risikos hilft. Besonders die Zone entlang des Flusses Jihlava weist eine ältere Besiedlung auf, während hügeligere Regionen oft erst seit dem Mittelalter besiedelt sind.

-Frage: Der Bau selbst wird 80 Hektar einnehmen, weitere 100 Hektar die Baustelleneinrichtung. Haben Sie eine Schätzung, wie viele Archäologen benötigt werden?
-Eine Schätzung gibt es, aber ich bin nicht befugt, sie öffentlich zu nennen. Es hängt auch von den vertraglichen Vereinbarungen und dem Zeitplan ab. Allgemein lässt sich sagen, dass der Zeitplan angesichts der großen Fläche sehr eng ist. Daher wird eine anspruchsvolle Organisation mit einer großen Zahl von Fachkräften erforderlich sein.

-Frage: Wann werden genauere Informationen zum Zeitplan vorliegen?
-Wir arbeiten intensiv an den Unterlagen, die die Durchführung der Untersuchungen ermöglichen sollen. Ich gehe davon aus, dass wir bis zum späten Frühjahr – spätestens bis Ende des Frühlings – mehr Klarheit haben werden.


-Wer wird diese große archäologische Aufgabe übernehmen?
Das liegt nicht in meiner Entscheidung. Als Archäologisches Institut sind wir die größte Einrichtung dieser Art im Land und gesetzlich für solche Aufgaben vorgesehen. Der Auftraggeber steht mit uns in Kontakt, und ich halte es für wahrscheinlich, dass wir die Untersuchungen durchführen werden, aber derzeit gibt es noch keine vertragliche Grundlage. Ende April oder Anfang Mai dürfte Klarheit bestehen.


Kurzprofil: Balázs Komorózcy
Geboren am 24. August 1970 in Budapest. Archäologe, tätig in der Tschechischen Republik, spezialisiert auf römische Provinzen und die Archäologie der Germanen. Studium der Klassischen Archäologie und Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Postgraduales Studium der provinzialrömischen Archäologie an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest. Beschäftigte sich mit den Markomannenkriegen und deren Spuren in Mähren sowie mit der Archäologie der Römerzeit und der Völkerwanderungszeit.
/gr/



ČEZ Distribuce stellt Investitionsplan von 23 Milliarden für den Netzausbau bis 2035 vor
Autor: Jakub Malý
17. März 2026, oenergetice.cz

ČEZ Distribuce hat den Entwurf eines zehnjährigen Entwicklungsplans für ihr regionales Verteilnetz für den Zeitraum 2026–2035 veröffentlicht. Das Dokument fasst systematisch die geplanten Investitionen in Leitungen, Umspannwerke und die Modernisierung des Netzes zusammen. Das Ziel ist es, auf die steigende Nachfrage nach dem Anschluss neuer Erzeugungsquellen – insbesondere Photovoltaik – sowie auf den wachsenden Stromverbrauch im Zusammenhang mit Elektromobilität und Wärmepumpen zu reagieren. Die Gesamtinvestitionen in die wichtigsten Netzprojekte sollen in den ersten fünf Jahren 22,9 Milliarden Kronen übersteigen.
ČEZ Distribuce betreibt das größte regionale Verteilnetz in der Tschechischen Republik. Die Infrastruktur deckt etwa 66 % der Landesfläche ab und versorgt mehr als 3,8 Millionen Entnahmestellen mit Strom. Die Gesamtlänge der Leitungen übersteigt 170.000 km, davon entfallen rund 10.000 km auf Hochspannungsleitungen (110 kV).
Das Verteilnetz dient dem Anschluss von Verbrauchern und kleineren Erzeugungsanlagen. Ende des Jahres 2025 waren im Netz mehr als 155.000 Erzeugungsanlagen registriert, wobei die überwiegende Mehrheit erneuerbare Energiequellen sind, insbesondere Photovoltaikanlagen.

Aus Sicht der Netzplanung ist auch die erwartete Belastung entscheidend. Das Unternehmen geht davon aus, dass die maximale Netzlast bis zum Jahr 2035 auf etwa 6,2 bis 6,48 GW steigen könnte, was einen schrittweisen Anstieg gegenüber den aktuellen Werten darstellt.
Der Entwicklungsplan umfasst Dutzende konkreter Projekte zum Bau und zur Rekonstruktion von Leitungen auf der 110-kV-Ebene, die das Rückgrat der regionalen Stromverteilinfrastruktur bildet. Der Plan kann bis zum 6. April 2026 kommentiert werden.

Zu den wichtigsten geplanten Projekten gehören beispielsweise:
• die Verdoppelung der Leitung Drmoul – Tachov (2027–2028),
• eine neue Leitung Nový Bydžov – Staré Místo (2027–2028),
• eine neue Leitung Horní Heřmanice – Králíky (2027–2029),
• die Verbindung der Leitungen Česká Lípa – Varnsdorf (2027–2030),
• eine neue Leitung Moravský Beroun – Šternberk (2027–2030)

Ein bedeutender Teil der Investitionen betrifft den Ausbau von Umspannwerken und Transformationsanlagen, die die Umwandlung zwischen verschiedenen Spannungsebenen sicherstellen. Zu den neuen oder erweiterten Knoten gehören beispielsweise:
• ein neues Umspannwerk Cheb (Dvory),
• ein neues Umspannwerk Úžín bei Ústí nad Labem,
• neue Umspannwerke in Dobřichovice, Kosmonosy und Klecany in der Region Mittelböhmen,
• neue Schaltanlagen in Komořany und Tachlovice.

Kapazitätsgrenzen in einigen Regionen….
Im Hinblick auf den Anschluss neuer Erzeugungsanlagen oder großer Verbraucher sind auch die Daten zur verfügbaren Transformationskapazität einzelner Knoten relevant. Informationen dazu sind auf den Webseiten von ČEZ abrufbar.
So verfügen in der Region Mittelböhmen mehrere Umspannwerke bereits über keine freie Kapazität mehr – konkret Český Brod, Kutná Hora, Nymburk, Slaný, Strančice, Třeboradice und Vrané. Eine ähnliche Situation besteht auch in anderen Regionen: In Ostböhmen haben etwa Náchod, Nový Bydžov, Pardubice Nord oder Ústí nad Orlicí keine freie Kapazität, während im mährisch-schlesischen Raum Kapazitätsgrenzen beispielsweise in Dolní Benešov, Kojetín oder Studénka auftreten.

Die Einschränkungen beim Netzanschluss konzentrieren sich laut Plan vor allem im nördlichen Teil der Region Mittelböhmen. Dort soll sich die Situation erst nach der Umsetzung von Verstärkungsprojekten zwischen den Jahren 2028 und 2032 verbessern. Weitere Milliardeninvestitionen werden in technologische Projekte fließen, etwa in die Einführung intelligenter Messsysteme oder die Digitalisierung von Trafostationen.
Der Plan befasst sich auch mit der Nutzung von Flexibilität, also der gesteuerten Anpassung von Stromverbrauch oder -einspeisung entsprechend den aktuellen Netzanforderungen. Potenzielle Anbieter sind Verbraucher, die ihren Verbrauch zeitlich verschieben können, Erzeugungsanlagen oder Energiespeicher wie Batterien, Wärmepumpen oder gesteuertes Laden von Elektrofahrzeugen.
ČEZ Distribuce weist zugleich darauf hin, dass eine gewisse Form der Nachfragesteuerung bereits über Zweitarifmodelle im Niederspannungsbereich existiert. Flexibilität wird jedoch bislang nicht als Standardinstrument zur Steuerung von Netzüberlastungen genutzt, weshalb ihr Bedarf im Plan nicht quantifiziert wird. Zudem basiert das Dokument auf dem bestehenden Tarifsystem und berücksichtigt keine möglichen Änderungen der Tarifstruktur.
/gr/


Tschechen teilen sechsmal mehr Strom als im Vorjahr
17.03.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Titelseite
Autor: Přemysl Spěvák

Die Tschechen teilen sechsmal mehr Strom als im vergangenen Jahr. Das Interesse wächst zwar, die Effizienz ist jedoch oft gering. Abhilfe sollen neue Bedingungen sowie Plattformen schaffen, etwa eine Art „Partnerbörse“ für das Teilen.
Das Gesamtvolumen des seit dem Start dieses Dienstes im August 2024 geteilten Stroms hat 63,4 GWh erreicht. „Zur Veranschaulichung entspricht das dem Jahresverbrauch einer kleineren Stadt mit fünfzehn- bis zwanzigtausend Haushalten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende von EDC, Petr Kusý.
Ihm zufolge ist der Fortschritt bei der Nutzung des Teilens besonders in den Januardaten sichtbar. „Das Volumen des geteilten Stroms übersteigt die Werte des ersten Monats des Vorjahres um mehr als das Sechsfache“, sagte Kusý.

Wer sind die wichtigsten Akteure in diesem entstehenden Bereich? „Das größte Interesse sehen wir derzeit bei Gemeinden, Mehrfamilienhäusern sowie kleinen und mittleren Unternehmen. Auch Haushalte beteiligen sich stärker, stoßen jedoch häufiger auf administrative und organisatorische Hürden“, sagte der Mitgründer des spezialisierten Unternehmens Electree, Lubomír Káňa. Kommunen teilen Strom beispielsweise zwischen Gemeindegebäuden, Schulen oder Sportanlagen.
Nach Ansicht Káňas wird sich der Markt in den kommenden Jahren von einfachem Überschuss-Sharing hin zu vollständig aktiv gesteuerten Energiegemeinschaften entwickeln, die lokale Erzeugung, Batteriespeicher, Verbrauchssteuerung und die Teilnahme am Flexibilitätsmarkt kombinieren. „Die Zukunft liegt nicht nur darin, wer Überschüsse hat, sondern darin, wer die gesamte Energiegemeinschaft professionell entwerfen und als funktionierendes System steuern kann“, meint er.
Derzeit gibt es fast 22.000 Sharing-Gruppen. Allein das Energieunternehmen E.ON hat Interessenten bei der Gründung von mehr als 1.200 solcher Gruppen unterstützt. Neu bietet es zudem die Plattform E.ON Propojeno an, die geeignete Partner für das Teilen empfiehlt – sowohl Erzeuger als auch weitere Abnehmer – und zugleich die Verwaltung der gesamten Gruppe einschließlich der Abrechnung übernimmt.
/gr/


Havlíček: Tschechien wird bis zu 30 % seines Gases aus den USA beziehen
17.03.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 1 – Titelseite
Autor: Jiří Vachtl

Der stellvertretende Ministerpräsident und Industrieminister Karel Havlíček (ANO) hat während seiner einwöchigen Reise in die Vereinigten Staaten einen Vertrag über Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) vorverhandelt. „Das Unternehmen ČEZ verhandelt derzeit bereits die Details eines Vertrags über Gasreservierungen. Das ist eindeutig ein Schritt zur Energiesicherheit. Damit werden wir 20 bis 30 Prozent des jährlichen Gasverbrauchs in Tschechien abgesichert haben“, sagte Havlíček in einem Interview für MF DNES nach seiner Rückkehr aus den USA.
In den Vereinigten Staaten verhandelte er über Gaslieferungen sowohl mit Vertretern der Trump-Administration als auch mit den drei größten LNG-Exporteuren. „Ich möchte nicht bewerten, wer besser ist. Das hängt davon ab, welche endgültigen Bedingungen das Unternehmen ČEZ mit den jeweiligen Handelspartnern aushandelt. Entscheidend ist aber, dass sie bereit sind, uns dieses Gas zu liefern. Es ist ein weiterer Schritt zur Stärkung der transatlantischen Beziehungen sowie der Energiesicherheit und ihrer Diversifizierung“, erklärte Havlíček.
Autor:Sonderkorrespondent von MF DNES in den USA
/gr/


Das Bedauern von von der Leyen über die Kernenergie reicht nicht. Die EU muss ihre gesamte Energiepolitik überdenken
17.03.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 15
Autor: Filip Dvořák

Europa - Das Eingeständnis von Ursula von der Leyen, die auf einem Gipfel in Paris erklärte, dass der europäische Ausstieg aus der Kernenergie ein „strategischer Fehler“ gewesen sei, ist kein Grund zum Applaus. Vielmehr handelt es sich um ein stilles Eingeständnis, dass die Energiepolitik der Europäischen Union der vergangenen Jahre schwerwiegende wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen hat. Diese spürt Europa bei den Energiepreisen, der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sowie beim Lebensstandard der Haushalte.
Das Problem besteht nämlich nicht nur darin, dass Brüssel der Kernenergie kühl gegenüberstand. Das eigentliche Problem ist, dass die gesamte Energiestrategie der EU viel stärker auf Ideologie und politischen Optimismus als auf wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Analysen beruhte. Das kann nicht ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen bleiben.
Die europäische Energiepolitik des letzten Jahrzehnts wurde maßgeblich durch das Projekt des European Green Deal geprägt. Erneuerbare Energien haben jedoch eine grundlegende Eigenschaft: Sie sind instabil. Der Wind weht nicht immer und die Sonne scheint nachts nicht. Das Energiesystem benötigt jedoch stabile Stromquellen – die sogenannte Grundlast.

Historisch wurde diese Rolle in Europa vor allem von Energiequellen übernommen, die auf Kernenergie und Kohle basierten. Die europäische Politik begann jedoch, beide Pfeiler gleichzeitig zu begrenzen. Kohle sollte wegen der Emissionen auslaufen, die Kernenergie wurde vor allem unter dem Einfluss Deutschlands politisch problematisch, das auf eine Kombination aus erneuerbaren Energien und russischem Gas setzte.
Die Folge ist eine zunehmende Abhängigkeit von instabilen Energiequellen, wobei China der dominierende Lieferant von Produktionstechnologien ist, sowie von Erdgasimporten. Weitere Folgen sind hohe Energiepreise, ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und ein wirtschaftlicher Niedergang Europas. Wenn Energie teurer wird, wird alles teurer.
Es reicht daher keineswegs aus, wenn Ursula von der Leyen heute erklärt, dass der Ausstieg aus der Kernenergie ein strategischer Fehler war, den wir nun großzügig zu korrigieren beginnen. Fehler können natürlich passieren, doch in diesem Fall handelte es sich keineswegs um einen Irrtum aus Unwissenheit.


Die Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit Russland sowie die Lage im Nahen Osten waren nie ein Geheimnis. Viele haben über Jahre hinweg beharrlich auf diese Risiken hingewiesen. Leider wurden sie nicht nur nicht gehört, sondern im Gegenteil zum Schweigen gebracht, stigmatisiert und verspottet. Deshalb ist es notwendig, aus dieser derart katastrophalen Energiepolitik Konsequenzen zu ziehen.
In erster Linie muss die EU ihre Energiepolitik ändern. Statt Ideologie müssen Wirtschaft und Sicherheit Priorität haben. Die Förderung der Kernenergie ist zweifellos richtig. Es ist jedoch zu bedenken, dass die Kernenergie allein die europäische Energiepolitik nicht retten wird. Europa muss seine gesamte Strategie überdenken.
Vor allem geht es um das extrem schnelle Tempo der Dekarbonisierung der Industrie, die Ausgestaltung des Emissionshandelssystems, Regulierungen, die den Bau von Energieanlagen verteuern, unrealistische Zeitpläne für den Übergang zu neuen Technologien sowie nicht zuletzt die zunehmende Abhängigkeit von China und von Rohstoffimporten aus instabilen Regionen.
Die europäische Energiepolitik erinnert heute an ein komplexes System aus Regulierungen, Subventionen und Verboten, das oft von der wirtschaftlichen Realität abgekoppelt ist. Wenn Europa seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen will, wird eine umfassende Revision notwendig sein. Diese sollten jedoch nicht mehr diejenigen durchführen, die sich geirrt haben, sondern Ökonomen und Techniker.
Autor ist Vizepräsident der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik.
/gr/


EU-Auszeichnung für Merkel oder „Kreml-Pferde“ sorgt für heftige Debatten
17.03.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 5
Autor: Luboš Palata

Jeder ordentliche Staat muss seinen eigenen Orden haben. Die Europäische Union, die seit dem Vertrag von Lissabon viele staatliche Merkmale aufweist – wenn auch im Vergleich zu der nicht verabschiedeten Europäischen Verfassung nur teilweise –, hat sich daher im vergangenen Jahr entschieden, ihren eigenen Europäischen Verdienstorden zu schaffen.
Unter den zwanzig Ausgezeichneten ist kein einziger Tscheche, dafür aber zwei Polen und mehrere Politiker aus Nicht-EU-Staaten. Zu den Trägern der höchsten Auszeichnung gehört neben drei Hauptpreisträgern auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj; in der mittleren Kategorie finden sich etwa die moldauische Präsidentin Maia Sandu sowie der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

DIE UMSTRITTENE MERKEL….
Unter den Europaabgeordneten – und nicht nur unter denen aus dem rechtsextremen Spektrum – wurde diskutiert, ob auch die langjährige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (im Bild) die höchste europäische Auszeichnung erhalten sollte.
„Ich könnte mir sehr schnell fünf andere Europäer vorstellen, die einen solchen Orden verdienen würden“, sagte etwa der ODS-Europaabgeordnete und ehemalige Außenminister Alexandr Vondra auf Anfrage der Zeitung. „Nichts gegen Angela Merkel, sie ist eine anständige Frau. Aber wir beschäftigen uns hier im Europäischen Parlament seit mehreren Jahren damit, Fehler zu korrigieren – grundlegende Fehler, die sie gemacht hat.“
„Sei es die hysterische Reaktion auf die Nuklearkatastrophe in Fukushima und die zivile Atompolitik, die übermäßige Offenheit gegenüber unkontrollierter Migration oder die Kosten der Energiepolitik“, fügte Vondra hinzu, womit sich das Europäische Parlament seiner Meinung nach derzeit „achtzig Prozent der Zeit“ beschäftige. Merkel habe diese Dinge zwar vermutlich aus idealistischen Gründen vorangetrieben, doch das ändere nichts daran, dass es Fehler gewesen seien. „Deshalb wiederhole ich, dass ich sofort fünf geeignetere Kandidaten nennen könnte“, ergänzte Vondra.

VERDIENSTE ODER FEHLER?
Zweifel rufen auch einige Punkte der Begründung hervor, etwa die Aussage, sie habe „die Energiewende eingeleitet, die bis zum Jahr 2022 schrittweise die Kernenergie in Deutschland beendete und den Ausbau erneuerbarer Energien vorantrieb“.
Dabei hat die derzeitige Präsidentin der Europäischen Kommission und frühere Ministerin in den Regierungen Merkels, Ursula von der Leyen, in den vergangenen Tagen auf einem Gipfel zur Kernenergie in Paris den Ausstieg aus der Kernenergie als Fehler bezeichnet. „Ich denke, es war ein strategischer Fehler, dass Europa einem zuverlässigen und verfügbaren kohlenstoffarmen Stromquelle den Rücken gekehrt hat“, sagte von der Leyen.
In ähnlichem Ton äußerte sich auch der derzeitige deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz. Auch er erklärte, der Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie und das Abschalten der Kernkraftwerke seien ein Fehler gewesen, aus seiner Sicht jedoch für die Bundesrepublik nicht mehr umkehrbar. „Ich bedaure das, aber so ist es“, fügte Merz hinzu.
Andere Verdienste Merkels sind weniger umstritten. „Sie spielte eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen über den Vertrag von Lissabon und beim Zusammenhalt der EU“, heißt es etwa in der Begründung.

ARBEIT FÜR DEN KREML
Problematische Persönlichkeiten finden sich auch unter den weiteren Preisträgern. So holte etwa der ehemalige österreichische ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel die rechtsextreme FPÖ in die Regierung, woraufhin Österreich sogar politischen Sanktionen europäischer Staaten ausgesetzt war.
Nach seiner politischen Karriere war er mehrere Jahre auch in der Führung des russischen Ölkonzerns Lukoil tätig – und zwar in den Jahren 2019–2022, als Russland bereits die ukrainische Krim besetzt hielt und Separatisten im Osten der Ukraine unterstützte.
Die ersten Europäischen Verdienstorden werden feierlich im Mai während der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg verliehen. Die Aufmerksamkeit für die Politiker dürfte jedoch von der Musikgruppe U2 überlagert werden, die ebenfalls zu den Nominierten gehört.
Mehr auf Deník.cz
Korrespondent in Straßburg
/gr/
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 18.3.2026:

Inhalt:
In Havlickuv Brod müssen Bauarbeiter wegen Dukovany eine Brücke umbauen und eine Kreuzung anpassen.
In Temelín wurde abgebrannter Brennstoff aus dem zweiten Block herausgenommen, das Lager ist zur Hälfte gefüllt.
Ein Geschoss schlug in einem Gebiet in der Nähe des iranischen Kernkraftwerks in Buschehr ein.
Im Kernkraftwerk Temelín wurde verbrauchter Brennstoff aus dem zweiten Block ausgelagert.
Über Temelín entscheidet die Regierung nächstes Jahr.
Ukraine plant Reparatur des beschädigten Tschernobyl-Sarkophags bis 2030

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In Havlickuv Brod müssen Bauarbeiter wegen Dukovany eine Brücke umbauen und eine Kreuzung anpassen
16.3.2026 Havlickobrodsky denik ČTK

Region Havlíčkův Brod

Foto: Die Brücke beim Einkaufzentrum Billa in Havlíčkův Brod, die renoviert werden soll.

Die anspruchsvolle und langwierige Rekonstruktion der Brücke über die Sázava in Havlíčkův Brod rückt näher. Die ersten Arbeiten beginnen bereits im April, derzeit werden vor Ort jedoch vor allem alte Bäume gefällt.
Die Straßen- und Autobahndirektion (ŘSD) wird im Frühjahr in Havlíčkův Brod mit dem Umbau der Brücke über den Fluß Sázava beginnen, da die bestehende Brücke nicht über eine ausreichende Tragfähigkeit für den Transport schwerer Komponenten für die neuen Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Dukovany verfügt. Das Projekt wird sich über zwei Bausaisons erstrecken.

Wegen Dukovany wird die Straßen,-und Autobahndirektion außerdem einen Kreisverkehr an der südöstlichen Umgehungsstraße der Stadt anpassen. Die Arbeiten dort beginnen im April. Der Verkehr wird teilweise eingeschränkt sein, teilte heute Jiří Veselý von der Kommunikationsabteilung der ŘSD der Nachrichtenagentur ČTK mit.
Der Bau der südöstlichen Umgehungsstraße von Havlíčkův Brod begann Ende des Jahres 2019. Seit Dezember 2023 ist sie für den Verkehr geöffnet. Die aktuelle Baumaßnahme im Wert von 8,9 Millionen Kronen ohne Mehrwertsteuer betrifft den Kreisverkehr an der Straße I/38 in Richtung Jihlava. Laut Veselý stellte das Unternehmen ČEZ die Route für den Transport schwerer Komponenten der neuen Dukovany-Blöcke erst während des Baus der Umgehungsstraße vor, und die Direktion wollte das bereits laufende Projekt nicht mehr ändern, da dies den Bau verzögert hätte.
Nach der letzten Verkehrszählung passieren täglich bis zu 10.000 Fahrzeuge den Kreisverkehr. Die Bauarbeiten zur Verstärkung der Kreuzung sollen von April bis Mai dauern, der Verkehr wird teilweise eingeschränkt sein. Den Auftrag erhielt nach der Ausschreibung das Unternehmen M-Silnice.

Der Umbau der Brücke über die Sázava an der Straße I/38 in Havlíčkův Brod wird laut dem Amtsblatt für öffentliche Aufträge 158 Millionen Kronen ohne Mehrwertsteuer kosten. Den Auftrag erhielt das Unternehmen Strabag. Die bestehende Brücke wird abgerissen, die neue Konstruktion soll eine Tragfähigkeit von bis zu 900 Tonnen haben.
Bauarbeiten auf der Straße I/38 werden Autofahrer in diesem Jahr auch auf der Strecke von Havlíčkův Brod in Richtung Habry und die mittelböhmische Stadt Čáslav aufhalten. Die ŘSD wird 7,5 Kilometer Fahrbahn zwischen Havlíčkův Brod und der Gemeinde Skuhrov reparieren. Fahrzeuge sollen diesen Abschnitt abwechselnd in beiden Richtungen passieren können. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 125,6 Millionen Kronen ohne Mehrwertsteuer.

https://havlickobrodsky.denik.cz/zpravy ... vatka.html




In Temelín wurde abgebrannter Brennstoff aus dem zweiten Block herausgenommen, das Lager ist zur Hälfte gefüllt
ČTK
17. März 2026, oenergetice.cz

Techniker im Kernkraftwerk Temelín haben drei Behälter mit abgebranntem Kernbrennstoff in das dortige Lager transportiert. Dem Transport des Brennstoffs während der geplanten Abschaltung des zweiten Blocks gingen Kontrollen durch Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und von Euratom voraus. Nach der Einlagerung der Behälter wird die Gesamtkapazität des Lagers, die 152 Stellplätze beträgt, zur Hälfte genutzt sein, teilte heute der Kraftwerkssprecher Marek Sviták Journalisten mit.

„Derzeit befinden sich die Behälter im Lager an Serviceplätzen. Dort erwarten sie weitere Kontrollen und die Vorbereitung auf den Transport an die endgültige Lagerposition. Die Primärdeckel der Lagerbehälter haben die Inspektoren bereits versiegelt, weitere Siegel werden in den kommenden Wochen angebracht“, erklärte der Kraftwerksdirektor Petr Měšťan.

Die Inspektoren kontrollieren bereits das Beladen des Brennstoffs in die Behälter innerhalb des Schutzgebäudes um den Reaktor. Spezielle Geräte und Kameras überwachen, dass die gemeldeten Brennelemente in die Behälter eingebracht werden. Weitere Kameras kontrollieren das Geschehen im Reaktorsaal oder direkt im Lager für abgebrannten Brennstoff. Wenn alles in Ordnung ist, versiegeln die Inspektoren den Vorgang fortlaufend.

Auf zwei der drei Deckel eines Behälters bringen internationale Inspektoren vier Siegel an. Die Staatliche Behörde für nukleare Sicherheit SUJB überwacht dies ebenfalls. Ähnliche Kontrollen sind bei allen Kernkraftwerken üblich, deren Betreiber ein Abkommen über die friedliche Nutzung der Kernenergie unterzeichnet haben. „Die ständige Überwachung durch Kameras und die Anwesenheit tschechischer sowie internationaler Inspektoren belegen, dass mit nuklearem Material vorschriftsmäßig umgegangen wird und kein Risiko eines Missbrauchs für nicht friedliche Zwecke besteht“, sagte Sviták.

Im Lager, das die Größe einer großen Halle hat und das ČEZ direkt auf dem Gelände des Kraftwerks im Jahr 2010 in Betrieb genommen hat, können die Behälter bis zu 60 Jahre stehen. Während dieser gesamten Zeit werden sie von Kameras der IAEO überwacht. Einmal jährlich reisen internationale Inspektoren an, um die Siegel zu überprüfen. In vier Behältern findet Brennstoff Platz, der zur Erzeugung eines Fünftels des jährlichen Stromverbrauchs der Tschechischen Republik beigetragen hat.

Die geplante Abschaltung des zweiten Blocks von Temelín begann am 13. Februar und ist derzeit etwa zur Hälfte abgeschlossen. Die Energietechniker haben den Brennstoff überprüft und setzen die Kontrollen der Sicherheitssysteme sowie Arbeiten am Turbogenerator fort. Der Zeitplan der Abschaltung umfasst über 18.000 Tätigkeiten.

Seit Jahresbeginn hat das Kraftwerk Temelín 3,1 Terawattstunden Strom erzeugt. ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kernkraftwerks Temelín. Das sind 700 Millionen Kronen mehr als im vergangenen Jahr.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... z-poloviny
/gr/


Ein Geschoss schlug in einem Gebiet in der Nähe des iranischen Kernkraftwerks in Buschehr ein
17.3.2026 Reuters

17. März (Reuters) – Am Dienstagabend schlug ein Geschoss in einem Gebiet in der Nähe des iranischen Kernkraftwerks in Buschehr ein, verursachte jedoch weder Schäden noch Verletzte, teilte Iran der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) mit.

„Iran informierte die IAEO, dass am Dienstagabend ein Projektil auf das Gelände des Kernkraftwerks in Buschehr gefallen ist. Es wurden weder Schäden am Kraftwerk noch Verletzungen des Personals gemeldet“, erklärte die Atomenergiebehörde der Vereinten Nationen.

Quelle: https://www.reuters.com/world/projectil ... hatgpt.com


Im Kernkraftwerk Temelín wurde verbrauchter Brennstoff aus dem zweiten Block ausgelagert
18.03.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 2

Temelín – Techniker des Kernkraftwerks Temelín haben drei Container mit verbrauchtem Kernbrennstoff in das Lager gebracht. Nach weiteren Kontrollen werden sie dort die Lagerplätze Nr. 76 bis 78 belegen. Die Gesamtkapazität des Lagers mit 152 Plätzen ist derzeit zur Hälfte ausgelastet.
Dem Transport des Brennstoffs gingen Kontrollen, eine Reihe von Protokollen sowie Versiegelungen durch Inspektoren der Internationalen Agentur für Atomenergie / International Atomic Energy Agency und von Euratom voraus. Diese überwachen bereits das Beladen des Containers mit Brennstoff, das innerhalb des Schutzgebäudes um den Reaktor erfolgt.

Dafür stehen ihnen spezielle Geräte und Kameras zur Verfügung, die überwachen, dass genau die gemeldeten Brennelemente in den Container geladen wurden. Weitere Kameras verfolgen die Vorgänge im Reaktorsaal oder direkt im Lager für verbrauchten Brennstoff.Dass alles ordnungsgemäß abläuft, bestätigen die Inspektoren durch fortlaufendes Versiegeln.
„Derzeit befinden sich die Container im Lager an Serviceplätzen. Dort erwarten sie weitere Kontrollen sowie die Vorbereitung für den Transport auf ihre endgültigen Lagerpositionen“, erklärte Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.
/gr/



Über Temelín entscheidet die Regierung nächstes Jahr
18.03.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 11 (ČTK)
Rubrik: Wirtschaft

Energie
Der Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček erklärte, dass die Regierung vermutlich im nächsten Jahr über einen möglichen Bau neuer Kernkraftwerksblöcke in Kernkraftwerk Temelín entscheiden werde.
Seiner Ansicht nach werde die Entscheidung positiv ausfallen. Den Bau neuer Blöcke erwähnte er auf der Messe Amper als Teil des Weges zur Energiesicherheit der Tschechische Republik.
Die Regierung hat bisher den Bau neuer Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Dukovany beschlossen, die vom südkoreanischen Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) gebaut werden.
/gr/




Ukraine plant Reparatur des beschädigten Tschernobyl-Sarkophags bis 2030
Autor: Jiří Salavec
18. März 2026, oenergetice.cz

Die vollständige Reparatur des beschädigten Sarkophags des vierten Blocks des Kernkraftwerk Tschernobyl wird etwa vier Jahre dauern. Die Ukraine plant, die Schäden zu beheben, die durch eine russische Drohne im Februar vergangenen Jahres verursacht wurden, und zwar in Zusammenarbeit mit französischen Lieferanten von Metallkonstruktionen.
Der Sarkophag mit einer Lebensdauer von 100 Jahren wurde vor zehn Jahren installiert und ersetzte den vorherigen Betonsarkophag. Die Beschädigung der Hülle wirkt sich negativ auf mögliche Korrosion der Konstruktion aus, weshalb Mitarbeiter sie bereits im Oktober vergangenen Jahres provisorisch reparierten.
Vertreter des Kraftwerks Tschernobyl erklärten, dass sie mit französischen Unternehmen über die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des neuen Sarkophags des vierten Blocks verhandeln. Der metallene Sarkophag aus dem Jahr 2016 bedeckt den havarierten Reaktor des Kraftwerks einschließlich des ursprünglichen Betonsarkophags und verhindert das Austreten von Strahlung in die Umgebung. Die Hülle wurde im Februar 2025 durch den Einschlag einer russischen Drohne beschädigt.

„Im Oktober des vergangenen Jahres gelang es dem Personal des Kraftwerks, eine Reihe von Maßnahmen umzusetzen und die Öffnung in der Außenhülle des durch eine russische Drohne beschädigten Sarkophags zu schließen. Dadurch konnte die Herbst- und Winterperiode relativ problemlos überstanden und ein übermäßiges Eindringen von Niederschlägen in die Konstruktion verhindert werden. Diese Lösung ist jedoch nur vorübergehend. Nun müssen umfassende Reparaturen und eine vollständige Wiederherstellung der Funktion durchgeführt werden“, sagte Serhij Tarakanov, Generaldirektor des Kraftwerks Tschernobyl.
An der Reparatur der Außenhülle sollen sich die französischen Unternehmen Bouygues und Vinci beteiligen, die den Sarkophag im Rahmen des Konsortiums NOVARKA entworfen und gebaut haben. Vertreter aller beteiligten Unternehmen haben Gespräche über das Konzept der Wiederherstellung, den Zeitrahmen und die Strahlenbelastung für das Personal aufgenommen, das die Reparaturen durchführen wird.
Neben der Wiederherstellung der Dichtheit der äußeren Hülle müssen auch einige Stahlkonstruktionen sowie das Wartungssystem der Hauptkräne repariert werden. Die Unternehmen rechnen damit, die Arbeiten bis zum Jahr 2030 abzuschließen, um Korrosion der Konstruktion durch äußere Einflüsse zu verhindern.

100-jährige Lebensdauer des Sarkophags….
Der vierte Reaktor von Kernkraftwerk Tschernobyl wurde durch die Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1986 vollständig zerstört und enthält bis heute etwa 200 Tonnen hochradioaktiven Materials. Innerhalb weniger Monate entstand am Ort des Unglücks ein Betonsarkophag, der die Umgebung vor Strahlung schützen sollte.
Aufgrund seiner begrenzten Lebensdauer und sinkenden Wirksamkeit wurde jedoch zwischen den Jahren 2010 und 2016 vor Ort ein neuer metallener Sarkophag mit einem Gewicht von 36.000 Tonnen und einer geplanten Lebensdauer von 100 Jahren errichtet.
„Es ist sehr wichtig, die Funktion zur Rückhaltung radioaktiver Stoffe sowie den aktiven Korrosionsschutz wiederherzustellen, damit die Funktionsfähigkeit des Sarkophags für die geplanten hundert Jahre gewährleistet ist. Nach Abschluss der umfassenden Reparaturen können wir zur Umsetzung der Hauptaufgabe übergehen – der Demontage der instabilen alten Konstruktionen“, erinnerte Tarakanov.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -roku-2030

/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 576
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 19.3.2026:

Inhalt:
Pro und Contra: Duskussion - Tomáš Ehler (Direktor der Sektion Kernenergie und neue Technologien), Edvard Sequens (Vereinigung Calla).
Zahlungen auf das Konto von SÚRAO sind um mehr als ein Drittel gestiegen, es befinden sich dort 46 Milliarden.
EG.D stellte einen Zehnjahresplan zur Entwicklung des Verteilnetzes vor.
Zukunft der spanischen Kernenergie? Iberdrola beantragt Laufzeitverlängerung – Reaktoren könnten bis zu 80 Jahre erreichen

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Pro und Contra: Tomáš Ehler (Direktor der Sektion Kernenergie und neue Technologien), Edvard Sequens (Vereinigung Calla)
18.03.2026, 9:35 Uhr Tschechischer Rundfunk - ČRo Plus

Lukáš Matoška, Moderator
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hält es für einen strategischen Fehler, dass sich einige Länder von der Kernenergie abgewandt haben. Sie betrachtet sie als zuverlässige und emissionsarme Energiequelle. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat ihr in diesem Punkt zugestimmt, hält den Ausstieg seines Landes aus der Kernenergie jedoch für unumkehrbar. Tschechien hingegen gehört traditionell zu den Staaten, die bei der Erreichung ihrer Klimaziele auf Kernenergie setzen. Erweist sich das als vorausschauend? Oder sollte man stärker auf erneuerbare Energien setzen? Unsere Gäste im Studio sind der Direktor der Sektion Kernenergie und neue Technologien im Ministerium für Industrie und Handel, Tomáš Ehler – guten Tag.

Tomáš Ehler
Guten Tag.

Lukáš Matoška, Moderator
Und im Studio des Tschechischen Rundfunks in České Budějovice/ Budweis begrüßen wir den Energieberater der Umweltorganisation Calla, Edvard Sequens. Guten Tag nach Budweis.

Edvard Sequens
Guten Tag an alle, auch nach Prag.

-Lukáš Matoška, Moderator
Herr Ehler, war es ein Fehler, dass sich ein Teil Europas – allen voran Deutschland – von der Kernenergie abgewandt hat?
-Tomáš Ehler
Erlauben Sie mir zunächst, Herrn Sequens zu seinem Namenstag zu gratulieren. Und nun zur Frage: Strategisch gesehen – und das hat Friedrich Merz bereits früher gesagt – war es ein großer Fehler, insbesondere im Hinblick auf die Ziele, die sich die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten gesetzt haben und die auch in nationalen energiepolitischen Strategien verankert sind.

-Lukáš Matoška, Moderator
Sie meinen die Klimaziele?
-Tomáš Ehler
Nicht nur die Klimaziele. Es geht um die drei grundlegenden Ziele der Energiepolitik: Versorgungssicherheit und Stabilität der Energieversorgung, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sowie Umweltverträglichkeit, also die Minimierung negativer Auswirkungen auf die Umwelt. Deshalb sollte man Kernenergie nicht nur aus klimapolitischer Sicht betrachten, sondern im gesamten energiepolitischen Kontext.

-Lukáš Matoška, Moderator
Herr Sequens, war es Ihrer Meinung nach ein Fehler?
-Edvard Sequens
Ich würde es nicht als Fehler bezeichnen. Es war eine Entscheidung zu einem bestimmten Zeitpunkt, als man davon ausging, dass Erdgas als Übergangsbrennstoff dienen könnte. Deutschland und andere Länder haben zudem den Schutz der Gesundheit ihrer Bürger und die Risiken der Kernenergie stärker gewichtet und haben diese Entscheidung getroffen.

-Lukáš Matoška, Moderator
Herr Ehler, hatten Sie damals Verständnis für die Entscheidung Deutschlands nach der Fukushima-Katastrophe 2011?
-Tomáš Ehler
Ich habe damals in Deutschland gelebt und war überrascht. Noch im Jahre 2009 hatte die Regierung eine Verlängerung der Laufzeiten geplant. Nach Fukushima wurde diese Strategie jedoch abrupt geändert. Ich möchte da, ähnlich wie Herr Sequens, Respekt zur deutschen Entscheidung äußern, Sicherheit ist natürlich ein Thema, aber die Katastrophe hatte keinen direkten Einfluss auf die Sicherheitsstandards deutscher Kernkraftwerke. Die Entscheidung war auch politisch motiviert.

-Lukáš Matoška, Moderator
Herr Sequens, zweifeln Sie heute noch an der Sicherheit von Kernkraftwerken in Europa?
-Edvard Sequens
Ich denke, dass es notwendig ist, ständig Zweifel zu haben, denn sonst geraten wir in eine Situation, in der die Risiken unterschätzt werden. Zweifel sind also angebracht. Es ist notwendig – wie auch in den entsprechenden Erklärungen betont wird – eine starke und unabhängige Aufsicht über die Kernenergie zu gewährleisten. Und was ich mir darüber hinaus von den gemeinsamen europäischen Bemühungen erwarten würde, ist eine gewisse Harmonisierung der Haftung für nukleare Schäden. Derzeit regelt dies jeder Staat in seinen eigenen Gesetzen, und in Europa existieren zudem zwei unterschiedliche Haftungsregime für nukleare Schäden. Es gibt also keinerlei wirkliche Vereinheitlichung oder gemeinsames Vorgehen auf europäischer Ebene – und genau das fehlt bislang.

-Lukáš Matoška, Moderator
Aber stimmen Sie zu, dass die kerntechnischen Anlagen in Europa sicher sind?
-Edvard Sequens, Energieberater der Umweltorganisation Calla
Die kerntechnischen Anlagen stehen unter Kontrolle; gerade nach Fukushima haben sie recht strenge Stresstests durchlaufen. Dabei hat sich gezeigt, dass in bestimmte Maßnahmen investiert werden muss – auch in Tschechien, wo einige Risiken möglicherweise unterschätzt wurden. Die Milliarden, die in Temelín und Dukovany investiert wurden, haben die Sicherheit beider Kernkraftwerke sicherlich erhöht; ähnlich ist die Situation auch in anderen europäischen Anlagen. Problematisch ist jedoch der alternde Kraftwerkspark. Kernkraftwerke lassen sich nicht unbegrenzt in Betrieb halten – das zeigen Beispiele aus Frankreich und Belgien, wo viele Reaktoren bereits seit über 40 Jahren laufen und dennoch ein anderes Niveau der nuklearen Sicherheit aufweisen.

-Lukáš Matoška, Moderator
Herr Ehler, viele Anlagen in Europa sind alt. Ist das ein Problem?
-Tomáš Ehler
Ja, sie altern. Gleichzeitig wird jedoch jährlich massiv in Wartung und Sicherheit investiert. Die Verlängerung der Laufzeiten ist ein globaler Trend – in den USA gibt es Genehmigungen für bis zu 80 Jahre, in Finnland etwa 70 Jahre. Unter strenger Aufsicht ist das sinnvoll.

-Lukáš Matoška, Moderator
Herr Sequens, wie sehen Sie die Verlängerung der Laufzeiten?
-Edvard Sequens
Bei neuen Anlagen ist eine längere Laufzeit logisch. Bei bestehenden ist die Frage, wie lange das sinnvoll ist. Wichtig ist, dass die Aufsicht unabhängig bleibt und Sicherheitsstandards nicht aufgeweicht werden. Ich möchte hier noch an Herrn Ehler anknüpfen: Er hat die Vereinigten Staaten erwähnt. Ich hätte ein wenig Bedenken, wenn sich hier der Trend durchsetzen würde, die Unabhängigkeit der nuklearen Aufsicht zu verringern, wie er in den Vereinigten Staaten unter der Politik von Präsident Trump zu beobachten ist, und wie er sich auch in Europa bemerkbar macht – nämlich dass es notwendig sei, die bürokratischen Hürden für den Bau neuer Kernkraftwerke weiter abzubauen. Und das klingt zum Teil auch in Richtung der nuklearen Aufsichtsbehörden, als seien diese zu kompliziert. Doch die Vorschriften, die sie haben, und das, was sie überwachen, betreffen unsere zukünftige nukleare Sicherheit – und deshalb würde ich das ganz sicher nicht begrüßen.

-Lukáš Matoška, Moderator
Die EU erwägt, Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Ist das sinnvoll?
-Tomáš Ehler
Ja, aber es geht dabei vor allem um Verwaltungsverfahren außerhalb des Atomrechts. Sicherheitsstandards werden nicht gesenkt, sondern Prozesse effizienter gestaltet.
-Edvard Sequens
Ich hoffe, dass das so bleibt. Es gibt aber Stimmen, die Sicherheitsvorschriften als zu streng ansehen – das ist problematisch.

-Lukáš Matoška, Moderator
Kommen wir zu Tschechien: Es wird über neue Reaktoren in Temelín diskutiert. Der Industrieminister erklärte gestern, die Regirung wird über den Bau neuer Blöcke in Temelin im kommenden Jahr entscheiden. Bedeutet es, dass man im Indusrieinisterium bereits ein neues Auswahlverfahren vorbereitet, Herr Ehler?
-Tomáš Ehler
Wir arbeiten seit Jahren am Projekt neuer Atomblöcke in Temelin. Neue Blöcke sind Teil strategischer Pläne. Sie sollen unter anderem den Import von Strom reduzieren.
Der Herr Minister hat das mehrfach erläutert. Die Tschechische Republik geht nicht davon aus, dass für diese zwei weiteren Blöcke eine Ausschreibung durchgeführt wird, da im Rahmen der Ausschreibung für Dukovany von den Bietern auch ein sogenanntes verbindliches Angebot für zwei Blöcke in Temelín vorgelegt wurde; die besten Bedingungen hat das koreanische Unternehmen KHNP angeboten. Gleichzeitig hat der Herr Minister klar erklärt, dass, sollte sich in der Zwischenzeit ein besseres Angebot ergeben, beispielsweise von der französischen EDF, er bereit ist, sich damit zu befassen. Zugleich kann jedoch niemand von der Tschechischen Republik erwarten, dass sie schlechtere Bedingungen wählt als jene, die in diesem verbindlichen Angebot von KHNP festgelegt sind. Dass also in drei Jahren mit dem Bau von zwei neuen Blöcken in Dukovany begonnen werden soll, ist entschieden; nun stellt sich die Frage, wann gegebenenfalls auch der Ausbau von Temelín beginnen würde. Wie bewerten Sie diese Aussagen von Minister Havlíček, Herr Sequens?

-Edvard Sequens, Energieberater der Umweltorganisation Calla
Das steht langfristig in den Regierungsplänen. Andererseits erscheint es mir zu früh, da es noch keine praktischen Erfahrungen und auch keine abgeschlossenen Verträge über Subunternehmerbeziehungen im Fall von Dukovany gibt. In diesem Fall wäre es besser, abzuwarten, bis der Bau zumindest begonnen hat. Natürlich wartet man vermutlich auch auf die Ergebnisse der Notifizierung der staatlichen Beihilfe für die zwei Blöcke in Dukovany, damit überhaupt über das Angebot für Temelín entschieden werden kann. Und dann stellt sich die Frage der Wirtschaftlichkeit: Wir kennen zwar die Gesamtzahlen, aber die Vertragsdetails – wer welche Verantwortung trägt und wie – sind nicht öffentlich, sie sind vertraulich.

-Lukáš Matoška, Moderator
Und wenn Sie, Herr Sequens, sagen, man sollte abwarten, wie sich der Bau der bereits vereinbarten und ausgeschriebenen Blöcke in Dukovany entwickelt, und erst danach über den Ausbau von Temelín nachdenken – haben wir dafür genug Zeit, können wir es uns leisten, so zu warten?
-Edvard Sequens, Energieberater der Umweltorganisation Calla
Nun, wir verlieren Zeit im Bereich der erneuerbaren Energien. Dort liegt Tschechien beim Einsatz erneuerbarer Quellen praktisch am Ende der EU-Staaten, und wir treten auf der Stelle. Wir müssen unsere Aufmerksamkeit auf diesen Sektor richten – das wird zwar von den Kollegen von Herrn Ehler im Ministerium behandelt –, aber der Ausbau der Windenergie ist stark blockiert, ebenso der problematische Ausbau der Photovoltaik. Dabei gibt es hier ein sehr großes ungenutztes Potenzial, und wir werden die Ziele, die wir uns für das Jahr 2030 gesetzt haben, wahrscheinlich nicht erreichen – schlicht deshalb, weil wir bisher nicht viel dafür getan haben.


-Tomáš Ehler
Der Energiemix muss ausgewogen sein – Kernenergie, erneuerbare Energien und vorübergehend auch Gas. Nur so lassen sich Versorgungssicherheit und Stabilität gewährleisten.

-Lukáš Matoška, Moderator
Hinkt Tschechien bei erneuerbaren Energien hinterher?
-Tomáš Ehler
Der Staat schafft Rahmenbedingungen, Investitionen kommen vor allem vom privaten Sektor. Es gibt Maßnahmen wie Förderauktionen oder sogenannte Beschleunigungszonen.
-Edvard Sequens
Die Ziele sind selbst bei moderaten Vorgaben schwer erreichbar, weil die Umsetzung stockt.

-Lukáš Matoška, Moderator
Herr Sequens, entschuldigen Sie, damit wir konkret sind: Wie sollte es Ihrer Meinung nach idealerweise aussehen, welches Verhältnis zwischen dem Ausbau der Kernenergie und der erneuerbaren Energien sollte die Regierung festlegen?
-Edvard Sequens, Energieberater der Umweltorganisation Calla
Im Grunde genommen könnten wir, wenn wir unser Potenzial laut den verfügbaren Studien nutzen würden, allein aus erneuerbaren Quellen – aus Wind und Photovoltaik – vielleicht bis zur Hälfte unseres Stroms erzeugen. Das ist viel…

-Lukáš Matoška, Moderator
Entschuldigen Sie. Ist das in einem so industriell geprägten Land wie Tschechien überhaupt vorstellbar, das eine stabile Stromquelle benötigt, die die Kernenergie bietet?
-Edvard Sequens
Natürlich brauchen wir auch stabile Quellen. Aber man muss noch sagen: Wir brauchen die Vernetzung mit Mitteleuropa, überhaupt mit den Nachbarländern. Ohne das können wir hier kein eigenständiges Energiesystem wie eine Insel aufbauen. Und wenn es Stimmen gibt, die fordern, sich abzukoppeln, die Strombörsen zu verlassen und ein eigenes System mit eigenen Preisen zu betreiben, dann sind das Wege, die ganz sicher nicht dazu führen, dass wir ausreichend und günstigen Strom für die Industrie haben.

-Lukáš Matoška, Moderator
Herr Ehler, was sagen Sie zu der Kritik, dass Tschechien bisher nicht einmal seine eher realistischen Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien erfüllt?
-Tomáš Ehler
Ich würde damit beginnen, Herrn Sequens im Punkt der Vernetzung der Übertragungsnetze recht zu geben – das ist sehr wichtig für die Stabilität und die Versorgungssicherheit.


-Lukáš Matoška, Moderator
Da sind Sie sich einig, aber bitte: Wie steht es um den Ausbau der erneuerbaren Energien in Tschechien? Herr Sequens sagte, wir konzentrieren uns auf die Kernenergie, dort haben wir Pläne und setzen sie offenbar um, bei den erneuerbaren Energien jedoch nicht.
-Tomáš Ehler
Ein Teil der Ziele ergibt sich aus der europäischen Ebene. Wenn Sie sich die staatliche Energiepolitik ansehen – sie stammt zwar aus dem Jahr 2015, ist aber weiterhin gültig –, dann gibt es dort einen gewissen Korridor, also keinen festen Wert. Das sollte meiner Meinung nach auch für die Kernenergie gelten – nicht exakt zu sagen, es werden 55 % sein, sondern mit einem strategischen Korridor zu arbeiten. Am Bedarf, erneuerbare Energien auszubauen, zweifle ich nicht; das ist besonders im mittelfristigen Horizont wichtig, in dem neue Kernkraftwerke noch nicht zur Verfügung stehen. Für uns hat die Sicherstellung des langfristigen Betriebs Priorität. Ich möchte aber betonen, dass ein höherer Anteil der Kernenergie keine spezifisch tschechische Strategie ist. Frankreich verfolgt sie, Schweden ebenso und weitere Länder. Es gibt dazu zahlreiche Studien, etwa der OECD, also der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die zeigen, dass ein höherer Anteil der Kernenergie auch wirtschaftliche Vorteile bringen kann – etwa geringere Kosten für den Ausbau und Betrieb der Übertragungsnetze, also niedrigere Systemkosten insgesamt. Und abschließend: Die Kernenergie wird perspektivisch häufig Gaskraftwerke ersetzen und kann somit auch zur Senkung der Gaspreise oder zumindest der Strompreise beitragen.

-Lukáš Matoška, Moderator
Meine Herren, es scheint, dass wir mit dem, was jetzt gesagt wurde, am Ende wieder beim Ausgangspunkt angekommen sind – bei der sogenannten Renaissance der Kernenergie in Europa, über die in den letzten Monaten gesprochen wird. Wie sehen Sie das, Herr Sequens, als – wenn ich Sie so nennen darf – Befürworter erneuerbarer Energien, dass sich so viele EU-Länder zuletzt wieder zur Kernenergie bekennen?
-Edvard Sequens
Ich sehe das eher auf der Ebene von Erklärungen, etwa zur Verdreifachung der Kernenergiekapazität, wie sie auf dem Pariser Gipfel vergangene Woche beschlossen wurden. Es sind jedoch verschiedene Deklarationen, die sich bisher nicht in der Realität niederschlagen. In Europa werden derzeit zwei große Reaktoren in Großbritannien gebaut, zudem werden Mochovce fertiggestellt – ansonsten nichts.

-Lukáš Matoška, Moderator
Gut, aber Polen und die Slowakei planen eigene Projekte, und wir werden zwei weitere Blöcke bauen.
-Edvard Sequens
Das stimmt zweifellos, und einige Länder überdenken ihren Ausstieg aus der Kernenergie – aber nicht alle. Man muss dennoch sehen, dass neue Kernkraftwerke eher das ersetzen werden, was in Europa vom Netz geht. Es gibt viele alte Reaktoren, und es sieht nicht so aus, als würde der Anteil der Kernenergie in Europa insgesamt steigen.
-Lukáš Matoška, Moderator
Das war der Energieberater der Umweltorganisation Calla, Edvard Sequens, im Gespräch mit dem Direktor der Sektion Kernenergie und neue Technologien im Ministerium für Industrie und Handel, Tomáš Ehler. Meine Herren, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, und danke für die Diskussion.
/gr/



Zahlungen auf das Konto von SÚRAO sind um mehr als ein Drittel gestiegen, es befinden sich dort 46 Milliarden
17.03.2026

Quelle: Ceskenoviny.cz Autor: ČTK

Prag – Die Beiträge auf das Kernenergie-Konto, aus dem die Tätigkeit der Verwaltung für die Endlagerung radioaktiver Abfälle (SÚRAO) finanziert wird, sind in diesem Jahr um mehr als ein Drittel gestiegen. Neu werden die Verursacher radioaktiver Abfälle, also vor allem ČEZ, 88 Kronen pro Megawattstunde (MWh) in einem Kernkraftwerk erzeugten Stroms zahlen. Im vergangenen Jahr zahlte ČEZ mehr als 1,76 Milliarden Kronen an Gebühren, in diesem Jahr dürfte es mehr sein. Dies teilten die Sprecherin von SÚRAO, Martina Bílá, und der Sprecher von ČEZ, Ladislav Kříž, der Nachrichtenagentur ČTK mit. Ende des vergangenen Jahres befanden sich auf dem Kernenergie-Konto über 46,3 Milliarden Kronen.

In das Kernenergie-Konto, das vom Finanzministerium verwaltet wird und bei der Tschechischen Nationalbank eingerichtet ist, müssen die Verursacher radioaktiver Abfälle gesetzlich einzahlen. Der größte Beitragszahler ist das teilstaatliche Unternehmen ČEZ als Betreiber der Kernkraftwerke in Dukovany und Temelín. Darüber hinaus zahlen auch weitere Einrichtungen Gebühren, die bei ihrer Tätigkeit radioaktive Abfälle erzeugen. Dazu gehören beispielsweise Forschungsinstitute oder Einrichtungen, die Radionuklide in der Medizin oder Industrie einsetzen. Ihre Beiträge sind jedoch im Vergleich zur Energiewirtschaft deutlich geringer.

Bis zum vergangenen Jahr betrug der Satz für Betreiber von Kernkraftwerken 55 Kronen pro erzeugter MWh. In diesem Jahr wurde der Beitrag durch Regierungsbeschluss auf 88 Kronen pro erzeugter MWh erhöht. Er soll bis zum Jahr 2030 gelten.

ČEZ zahlte nach der letztjährigen Rekordproduktion in den inländischen Kernkraftwerksblöcken, die 32,066 Terawattstunden betrug, 1,76 Milliarden Kronen an Gebühren. Im Jahr zuvor waren es 1,63 Milliarden Kronen. In diesem Jahr dürfte der Beitrag trotz erwarteter geringerer Produktion erneut steigen.

Andere Verursacher radioaktiver Abfälle zahlen laut SÚRAO für die Lagerung von Abfällen in einem etwa 216 Liter großen Behälter/Container einen Betrag von 38.124 Kronen. Die Mittel auf dem Kernenergie-Konto dürfen laut Gesetz ausschließlich über SÚRAO zur Erfüllung der im Atomgesetz festgelegten Aufgaben verwendet werden, die im Tätigkeitsplan enthalten sind.

SÚRAO ist eine staatliche Organisation, die für den sicheren Umgang mit radioaktiven Abfällen in der Tschechischen Republik zuständig ist. Derzeit betreibt sie mehrere Endlager für Abfälle aus Kernkraftwerken sowie aus Industrie, Forschung und Gesundheitswesen.

Die Verwaltung bereitet zudem ein tiefengeologisches Endlager für abgebrannten Kernbrennstoff und hochradioaktive Abfälle vor, die nicht in bestehenden oberflächennahen Lagern untergebracht werden können. In diesem Endlager sollen in etwa einem halben Kilometer Tiefe vor allem Tausende Tonnen abgebrannten Brennstoffs aus Kernkraftwerken dauerhaft gelagert werden. Der Staat soll den geeignetsten Standort bis zum Jahr 2030 auswählen. Derzeit werden vier Standorte geprüft: Horka und Hrádek in der Region Vysočina, Janoch bei Temelín in Südböhmen sowie Březový potok in der Region Klatovy.

Quelle: https://www.ceskenoviny.cz/zpravy/platb ... rd/2800301
/gr/



EG.D stellte einen Zehnjahresplan zur Entwicklung des Verteilnetzes vor
Autor: Jakub Malý
18. März 2026, oenergetice.cz

EG.D hat den Entwurf eines zehnjährigen Plans zur Entwicklung ihres Verteilnetzes für den Zeitraum 2026–2035 veröffentlicht. Das Dokument fasst die geplanten Investitionen in Leitungen, Umspannwerke und die Modernisierung des Netzes zusammen, die auf die wachsende Nachfrage nach dem Anschluss neuer Stromquellen – insbesondere Photovoltaikanlagen – sowie auf den schrittweisen Anstieg des Verbrauchs im Zusammenhang mit Elektromobilität, der Elektrifizierung der Wärmeversorgung und neuen Industrieprojekten reagieren sollen. Der Plan wird derzeit – ebenso wie die beiden übrigen Pläne der anderen Verteilnetzbetreiber ČEZ Distribuce und PREdistribuce – öffentlich konsultiert, bevor er der Energieregulierungsbehörde vorgelegt wird.

EG.D ist gemessen an der Größe des versorgten Gebiets der zweitgrößte Stromverteilnetzbetreiber in der Tschechischen Republik. Das Verteilnetz des Unternehmens erstreckt sich über etwa 26.499 km², was ungefähr einem Drittel der Fläche des Landes entspricht. Das Unternehmen versorgt mehr als 1,59 Millionen Entnahmestellen mit Strom, von denen die überwiegende Mehrheit an das Niederspannungsnetz angeschlossen ist.
Die Gesamtlänge der Leitungen im Verteilnetz von EG.D beträgt nahezu 66.000 Kilometer. Davon entfallen etwa 2.425 km auf Höchstspannungsleitungen (110 kV), mehr als 22.000 Kilometer auf Hochspannungsleitungen und über 41.000 Kilometer auf Niederspannungsleitungen. Die Verteilinfrastruktur wird außerdem durch 90 Umspannwerke 110/22 kV und mehr als 21.000 Verteiltransformatorenstationen 22/0,4 kV ergänzt, die die Transformation des Stroms in lokale Netze sicherstellen.
Aus Sicht der Netzplanung ist auch die erwartete Entwicklung der Last von Bedeutung. Laut den im Plan enthaltenen Szenarien kann die maximale Belastung des Verteilnetzes von EG.D bis zum Jahr 2035 auf 3,6–3,8 GW ansteigen, während sie derzeit etwa bei 2,4–2,5 GW liegt. Das Wachstum hängt vor allem mit der fortschreitenden Elektrifizierung im Verkehrs- und Wärmesektor sowie mit dem Anschluss neuer dezentraler Erzeugungsanlagen zusammen.

Teil des Plans sind auch Projekte im Zusammenhang mit bedeutenden Infrastrukturvorhaben. Der Verteilnetzbetreiber rechnet beispielsweise mit einer Verstärkung des Netzes aufgrund der Fernwärmeleitung Dukovany–Brno, dem Anschluss des NÚKIB-Gebäudes in Brno oder der Infrastruktur der Eisenbahnstrecke Brno–Přerov. In einigen Standorten, etwa in Blučina oder Milotice, soll die Kapazität des Verteilnetzes um bis zu 40 MW erhöht werden.
Ein weiterer Teil der Investitionen soll in die technologische Modernisierung des Netzes fließen. EG.D plant beispielsweise die schrittweise Einführung intelligenter Stromzähler – bis zum Jahr 2027 sollen etwa 550.000 Smart Meter installiert werden, während derzeit rund 158.000 in Betrieb sind. Gleichzeitig sollen in Tausenden von Verteiltransformatorenstationen Überwachungsgeräte installiert werden, die eine bessere Kontrolle des Netzbetriebs und ein effizienteres Lastmanagement ermöglichen.

Kapazitätsgrenzen in einigen Regionen
Das Dokument enthält zudem eine Übersicht über die verfügbare Verteilungskapazität auf Höchstspannungsleitungen (110 kV), die für den Anschluss größerer Stromerzeugungsanlagen entscheidend ist. In einigen Teilen des Netzes bleibt die verfügbare Kapazität relativ hoch – beispielsweise auf der Leitung Čebín – Bystřice nad Pernštejnem, wo etwa 97 MW verfügbar sind, oder auf der Strecke Komárov – Teplárna / Heizwerke Brno mit einer freien Kapazität von rund 81 MW.
Eine Reihe weiterer Leitungen weist hingegen bereits keine verfügbare Kapazität mehr auf. Einschränkungen beim Anschluss neuer Quellen treten beispielsweise auf den Leitungen Suchohrdly – Přímětice, Hodonín – Pánov oder Otrokovice – Kyjov auf, wo die freie Kapazität laut Plan bereits ausgeschöpft ist.

Der Plan befasst sich auch mit Standorten, an denen der Anschluss neuer Abnehmer eingeschränkt ist. Ein Beispiel ist die Region České Velenice in Südböhmen, wo EG.D seit mehr als zehn Jahren eine Verstärkung des Verteilnetzes durch den Bau einer neuen 110-kV-Leitung und eines Umspannwerks vorbereitet. Die Umsetzung des Projekts wird jedoch bislang durch ein kompliziertes Genehmigungsverfahren und eigentumsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Trassenführung blockiert.
Ähnlich wie bei anderen Verteilnetzbetreibern widmet sich der Plan auch der Nutzung von Flexibilität, also der gesteuerten Änderung von Stromverbrauch oder -einspeisung je nach aktuellem Bedarf des Netzes. EG.D weist jedoch darauf hin, dass Flexibilität bislang nicht als Standardinstrument zur Lösung von Kapazitätsproblemen im Verteilnetz eingesetzt wird und nicht als vollwertiger Ersatz für Investitionen in den Netzausbau angesehen werden kann. Im Rahmen dieses Plans kann sie eher als ergänzende und vorübergehende Lösung in Situationen dienen, in denen die Netzlast kurzfristig die technischen Grenzen überschreitet.

Quelle: https://oenergetice.cz/elektroenergetik ... et-dopredu
/gr/




Zukunft der spanischen Kernenergie? Iberdrola beantragt Laufzeitverlängerung – Reaktoren könnten bis zu 80 Jahre erreichen
Autor: Lukáš Lepič
17. März 2026, oenergetice.cz

Der spanische Energieversorger Iberdrola erwartet, einen Antrag auf Verlängerung des Betriebs weiterer Kernkraftwerke im Land zu stellen. Derzeit wartet das Unternehmen auf die Stellungnahme der Regulierungsbehörden zum Kraftwerk Almaraz, das nach dem aktuellen Plan bereits in den Jahren 2027–2028 stillgelegt werden soll. Die Betreiber wollen seine Laufzeit bis etwa 2030 verlängern. Kernkraftwerke decken derzeit rund ein Fünftel der Stromerzeugung in Spanien ab, und Energieunternehmen argumentieren, dass ein längerer Betrieb bis zu 80 Jahren zur Stabilisierung des Energiesystems sowie der Strompreise beitragen könnte.
Iberdrola geht davon aus, sich für eine Laufzeitverlängerung aller Kernkraftwerke im Land einzusetzen. Die Debatte wurde durch den Antrag auf Verlängerung der Lebensdauer des Kraftwerks Almaraz angestoßen, das nach dem Vorschlag etwa drei Jahre länger betrieben werden könnte, als es der aktuelle Zeitplan für den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie vorsieht. Die Diskussion findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Spanien offiziell plant, die Stromerzeugung aus Kernenergie bis zum Jahr 2035 zu beenden.

Gerade das Kraftwerk Almaraz in der Region Extremadura soll als erstes vom Abschaltplan betroffen sein. Nach dem aktuellen Zeitplan soll sein erster Block im Jahr 2027 und der zweite ein Jahr später stillgelegt werden.
Die Betreiber des Kraftwerks einigten sich bereits im Jahre 2025 auf eine Verlängerung des Betriebs. Den formellen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung beider Reaktoren bis zum Jahr 2030 reichten sie Ende Oktober 2025 beim spanischen Ministerium für den ökologischen Wandel ein. Über den Antrag entscheiden nun die Regulierungsbehörden.

Sollte die Aufsichtsbehörde dem Antrag stattgeben, wäre dies die erste Abweichung von der Vereinbarung zwischen Regierung und Energieunternehmen aus dem Jahr 2019, die eine schrittweise Stilllegung aller Kernkraftwerke im Land zwischen den Jahren 2027 und 2035 vorsieht.
Das Kraftwerk Almaraz gehört zu den größten Kernenergieanlagen in Spanien. Es befindet sich im Besitz eines Konsortiums aus drei Energieunternehmen – Iberdrola hält etwa 53 Prozent, Endesa rund 36 Prozent und Naturgy etwa 11 Prozent. Eine Laufzeitverlängerung würde ihrer Ansicht nach zur Stabilisierung des Energiesystems beitragen und zugleich den Druck auf die Strompreise mindern.

Kernenergie bleibt ein zentraler Bestandteil der spanischen Energieversorgung und erzeugt etwa ein Fünftel des Stroms
Spanien betreibt derzeit fünf Kernkraftwerke mit sieben Reaktoren – neben Almaraz sind dies Ascó, Cofrentes, Vandellós II und Trillo. Zusammen erzeugen sie etwa ein Fünftel der heimischen Stromproduktion. Die meisten Reaktoren wurden in den 1980er Jahren in Betrieb genommen und nähern sich schrittweise dem Ende ihrer ursprünglich geplanten Laufzeit von 40 Jahren.
Energieunternehmen argumentieren daher, dass ihre Abschaltung bei dem aktuellen Tempo des Ausbaus erneuerbarer Energien ein Risiko für die Stabilität des Energiesystems darstellen könnte. Kernkraftwerke liefern nämlich eine stabile, emissionsfreie Stromerzeugung, die Schwankungen aus Solar- und Windkraft ausgleichen hilft.
Nach Angaben der Führung von Iberdrola können modernisierte Reaktoren deutlich länger betrieben werden als ursprünglich angenommen. Einige Kernkraftwerksblöcke weltweit können laut Energieexperten bei Einhaltung der Sicherheitsanforderungen eine Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren erreichen. In einem solchen Fall würde eine Verlängerung um einige Jahre im Vergleich zum Bau neuer Anlagen relativ begrenzte Investitionen erfordern.

Die Diskussion über die Zukunft der Kernenergie in Spanien ist jedoch nicht nur eine technische Frage, sondern auch ein sensibles politisches Thema. Die derzeitige Regierung unterstützt langfristig eine Strategie des raschen Ausbaus erneuerbarer Energien, insbesondere von Solar- und Windkraftanlagen, die schrittweise fossile Brennstoffe sowie Kernenergie ersetzen sollen.
Eine etwaige Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken müsste daher mehrere Bedingungen erfüllen. Dazu zählen insbesondere die Bestätigung der Sicherheit der Reaktoren durch die nukleare Aufsichtsbehörde, die Sicherstellung der Stabilität der Stromversorgung sowie die Voraussetzung, dass die Verlängerung keine zusätzlichen Kosten für den Staat oder die Verbraucher verursacht.
Ein weiterer Streitpunkt sind die Steuern, die die spanische Regierung auf den Betrieb von Kernkraftwerken erhoben hat. Energieunternehmen argumentieren seit Langem, dass diese Abgaben die Betriebskosten erheblich erhöhen und den Weiterbetrieb wirtschaftlich benachteiligen könnten.

Der Ansatz spanischer Unternehmen entspricht aktuellen Bestrebungen zur Wiederbelebung der Kernenergie in der EU und den USA...
Die Debatte über die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken in Spanien fügt sich in einen breiteren europäischen Trend ein. Viele Reaktoren in Europa wurden in den 1970er und 1980er Jahren gebaut, und ihre Betreiber stehen nun vor der Entscheidung, ob sie in Modernisierungen investieren und die Laufzeiten verlängern oder die Anlagen schrittweise stilllegen.
In den letzten Jahren tendieren viele Länder eher zur ersten Option. Dazu passt auch die jüngste Aussage führender deutscher Politiker, dass der Atomausstieg ein strategischer Fehler gewesen sei. Frankreich plant beispielsweise, den Betrieb einiger Reaktoren auf bis zu 60 Jahre zu verlängern. Belgien, das noch vor wenigen Jahren einen vollständigen Ausstieg aus der Kernenergie plante, hat sich letztlich entschieden, ausgewählte Reaktoren aus Gründen der Energiesicherheit länger in Betrieb zu halten.
Noch ausgeprägter ist dieser Trend in den Vereinigten Staaten, wo einige Kernkraftwerke Betriebsgenehmigungen für bis zu 80 Jahre erhalten. Die Betreiber argumentieren ähnlich wie in Europa – die Verlängerung der Lebensdauer von Reaktoren ist häufig günstiger als der Bau neuer Anlagen und trägt gleichzeitig zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei.
Über die Verlängerung des Betriebs des Kraftwerks Almaraz entscheidet derzeit die spanische nukleare Aufsichtsbehörde. Sollte sie dem Antrag stattgeben, könnte dies den Weg für ähnliche Anträge bei weiteren Kernkraftwerken im Land ebnen.
Das Ergebnis der Entscheidung könnte somit die Gestalt der spanischen Energieversorgung in den kommenden Jahrzehnten maßgeblich beeinflussen. Sollte der Betrieb einiger Reaktoren tatsächlich verlängert werden, würde dies eine bedeutende Abkehr von der ursprünglichen Strategie darstellen, die Kernenergie bis Mitte des kommenden Jahrzehnts vollständig abzuschaffen.


Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... -na-80-let
/gr/




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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 576
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 20.3.2026:


Inhalt:
Temelín kündigt Referendum über Müllverbrennungsanlage an: Einwohner sollen über Projekt im Areal Hůrka entscheiden.
Umfrage: Zwei Drittel der Deutschen bewerten die Energiepolitik der Bundesregierung negativ.
Europäische Union diskutiert über die Zukunft der Emissionszertifikate: Reform oder Aussetzung?
Emissionszertifikate funktionieren, brauchen aber Modernisierung, sagt von der Leyen.
Langsamer auf Autobahnen, weniger Flüge, Homeoffice: Internationale Energieagentur veröffentlicht Empfehlungen zur Energiekrise

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Temelín kündigt Referendum über Müllverbrennungsanlage an: Einwohner sollen über Projekt im Areal Hůrka entscheiden
JC Ted
20. März 2026 Autorin: Eliska Penkavova

TEMELÍN – Das Vorhaben, im Areal Hůrka bei Temelín eine Verbrennungsanlage für Industrie- und gefährliche Abfälle zu errichten, ist in eine weitere Phase eingetreten. Der Gemeinderat von Temelín hat auf seiner Sitzung am Donnerstag, dem 19. März, einstimmig beschlossen, ein lokales Referendum auszurufen, in dem sich die Einwohner der Gemeinde direkt zu dem Projekt äußern können.

Die geplante Verbrennungsanlage, die das Unternehmen Quail im Areal Hůrka errichten möchte, stößt in der Region seit Langem auf starken Widerstand. Laut der im Januar veröffentlichten Projektankündigung soll vor Ort eine technologische Linie zur Verbrennung von Industrie- und gefährlichen Abfällen mit einer Kapazität von 2,67 Tonnen pro Stunde entstehen. Bei einem geplanten Betrieb von 7.500 Stunden jährlich könnte die Anlage bis zu 20.000 Tonnen Abfall pro Jahr verarbeiten.
Die Entscheidung zur Ausrufung des Referendums knüpft an die frühere ablehnende Haltung der Gemeinde Temelín sowie an die starke Reaktion der Öffentlichkeit an. Gegen das Vorhaben wurde bereits eine Petition initiiert, die laut Petitionsausschuss von 2.393 Personen unterzeichnet wurde.
Der Sprecher des Petitionsausschusses, Pavel Píha, bezeichnete die Entscheidung des Gemeinderats als wichtigen Schritt. „Das Referendum betrachten wir als einen natürlichen Schritt. Über eine so grundlegende Angelegenheit sollten die Menschen entscheiden können, die direkt davon betroffen sind“, erklärte er in einer Pressemitteilung des Petitionsausschusses Litoradlice.
Nach Ansicht des Ausschusses stellt ein lokales Referendum eines der stärksten Instrumente dar, mit denen die Einwohner ihre Meinung äußern können. Das Ergebnis soll für den Gemeinderat eine wichtige Grundlage für das weitere Vorgehen in den anschließenden Verfahren sein, einschließlich der Umweltverträglichkeitsprüfung.

Projekt geht in große Umweltprüfung (UVP)…..
Die Kreisbehörde der Region Südböhmen hat bereits bestätigt, dass das Projekt der Verbrennungsanlage in die Kategorie von Vorhaben fällt, die eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen müssen – die sogenannte „große UVP“.
Gerade die Forderung nach einer gründlichen und transparenten Bewertung der Auswirkungen gehört zu den Hauptargumenten der Gemeinden und des Petitionsausschusses. In ihren Stellungnahmen weisen sie insbesondere auf mögliche Auswirkungen auf die Luftqualität, das Grundwasser, den Verkehr, die öffentliche Gesundheit sowie auf die kumulative Belastung der Umgebung von Temelín hin.
Das Vorhaben betrifft nicht nur Temelín selbst. Kritisch äußerten sich auch weitere Gemeinden in der Region, darunter Týn nad Vltavou, Olešník, Všemyslice, Dříteň, Horní Kněžeklady oder Hluboká nad Vltavou.
Gerade Týn nad Vltavou hat sich wiederholt mit dem Thema befasst. Bereits bei früheren Beratungen wurden Bedenken hinsichtlich einer weiteren Belastung der Region geäußert, in der sich bereits heute große Energie- und Industrieprojekte konzentrieren. Der Bürgermeister von Týn nad Vltavou, Karel Hladeček, wies zuvor unter anderem auf das Zusammentreffen des Vorhabens mit weiteren geplanten Projekten in der Umgebung von Temelín sowie auf eine mögliche Zunahme der Verkehrsbelastung hin.

Týn kann kein Referendum ausrufen...
Im Gegensatz zu Temelín kann Týn nad Vltavou laut seiner Stadtverwaltung jedoch kein lokales Referendum zu dieser Angelegenheit durchführen. Karel Hladeček erklärte dazu: „Wir haben dies direkt beim Kreisamt geprüft. Uns wurde mitgeteilt, dass wir keine katastermäßig betroffene Gemeinde sind, daher können wir in dieser Angelegenheit kein Referendum ausrufen“, sagte er. „Auch die Variante, die Bürger zu fragen, ob sie dem Bau auf dem Gebiet von Temelín zustimmen, wurde vom Kreis nicht empfohlen“, ergänzte der Bürgermeister.
Die Stadt kann daher nach seinen Worten vorerst anders vorgehen – die weitere Entwicklung beobachten, Unterlagen sammeln, sich mit anderen Gemeinden abstimmen und sich an der öffentlichen Debatte beteiligen. „Jetzt, da eine große UVP durchgeführt wird, haben wir die Möglichkeit, uns detaillierter damit auseinanderzusetzen – sowohl im Gemeinderat als auch gegenüber der Öffentlichkeit“, so Hladeček.
Nach Ansicht des Petitionsausschusses und einiger Kommunalvertreter entwickelt sich das Thema zunehmend zu einer breiteren regionalen Frage. Die betroffenen Gemeinden sind zudem Teil des Verbands der Städte und Gemeinden Vltava, der als Plattform für die Koordination des weiteren Vorgehens dienen kann. Der Petitionsausschuss und die Gemeinden betonen weiterhin, dass sie vor allem einen offenen Prozess und eine gründliche fachliche Bewertung aller möglichen Auswirkungen des Vorhabens fordern.

Quelle: https://www.jcted.cz/temelin-vyhlasi-re ... alu-hurka/


Umfrage: Zwei Drittel der Deutschen bewerten die Energiepolitik der Bundesregierung negativ
Autor: Eduard Majling
19. März 2026, oenergetice.cz

Die Transformation des deutschen Energiesektors ist seit Langem ein bedeutendes Thema und hat sowohl Befürworter als auch Gegner. Der Übergang von fossiler und nuklearer Energie zu erneuerbaren Quellen genoss traditionell eine starke Unterstützung in der Bevölkerung. Sorgen über steigende Energiepreise und Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit untergraben jedoch diese Unterstützung, was die Bundesregierung dazu veranlasst, den Druck auf den Ausbau erneuerbarer Energien zu verringern. In Deutschland entsteht somit eine widersprüchliche Situation: Die Bevölkerung beginnt, die Auswirkungen hoher Kosten zu fürchten, lehnt jedoch gleichzeitig eine Einschränkung der Förderung neuer Energiequellen ab.

In den letzten Jahren hat sich die Unterstützung der deutschen Bevölkerung verändert: Bedenken hinsichtlich wirtschaftlicher Auswirkungen, hoher Energiepreise und der Wettbewerbsfähigkeit überwiegen zunehmend gegenüber klimapolitischen Prioritäten. Dennoch stoßen auch Pläne zur Einschränkung der Förderung erneuerbarer Energien oder zur Lockerung von Vorschriften für Heizsysteme in der Bevölkerung auf Ablehnung.

Laut einer aktuellen Umfrage des Unternehmens naturstrom, eines der dortigen Anbieter sauberer Energie, sind zwei von drei Einwohnern des Landes mit der Energiepolitik der Bundesregierung nicht einverstanden. Mehr als die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass die kürzlich vorgeschlagenen Änderungen in der Heizgesetzgebung größere Unsicherheit für die zukünftige Planung schaffen.
Die deutsche Regierung hat sich nämlich kürzlich für eine grundlegende Änderung entschieden: die Abschaffung der Vorgabe eines Mindestanteils von 65 % erneuerbarer Energien in neuen Heizsystemen. Ebenso lehnt mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer die Regierungspläne ab, die Betriebsförderung für neue kleine Photovoltaikanlagen möglicherweise abzuschaffen. In diesem Zusammenhang argumentiert die Regierung, dass diese Anlagen bereits in der Regel rentabel seien und größtenteils dem Eigenverbrauch dienten.
„Die Bundesregierung betreibt Energiepolitik ohne Rücksicht auf die öffentliche Meinung. Pläne, Subventionen für Solaranlagen abrupt zu beenden und gleichzeitig die Anforderungen für die Installation neuer Gasheizungen zu lockern, senden ein fatales Signal: Diese Bundesregierung nimmt die Energiewende nicht ernst“, erklärte laut dem Portal Clean Energy Wire Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens naturstrom.

Quelle: https://oenergetice.cz/nemecko/pruzkum- ... -negativne
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Europäische Union diskutiert über die Zukunft der Emissionszertifikate: Reform oder Aussetzung?
Autorin: Zuzana Vrbová
19. März 2026 oenergetice.cz

Die Zukunft des EU-Marktes für Emissionszertifikate entwickelt sich zu einem zentralen Thema in den Debatten über die europäische Klima- und Industriepolitik. Dennoch bleibt sie weiterhin ungewiss.

Das EU-ETS-System steht in letzter Zeit verstärkt in der Kritik, unter anderem auch seitens tschechischer Vertreter. Wie das Portal Clean Energy Wire berichtet, schlagen einige Umweltorganisationen und Mitgliedstaaten Alarm und rufen die Vertreter der Union dazu auf, das System zu schützen. Ihrer Ansicht nach handelt es sich nicht nur um einen Grundpfeiler zur Emissionsminderung, sondern auch zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sauberer Technologien.
Das Emissionshandelssystem der Europäischen Union (EU ETS), das Verschmutzer verpflichtet, für jede ausgestoßene Tonne CO₂ zu zahlen, bildet seit fast zwei Jahrzehnten die Grundlage der EU-Klimapolitik. Nichtregierungsorganisationen wie WWF und Climate Action Network Europe argumentieren nun, dass eine Abschwächung des Systems die Investitionssicherheit untergraben und den Übergang Europas zu nachhaltigen Industrien verlangsamen würde. Sie betonen, dass ein stabiler CO₂-Preis entscheidend für langfristige Unternehmensentscheidungen sowie für die Attraktivität Europas für Projekte im Bereich sauberer Industrie ist.
Der Druck seitens der Nichtregierungsorganisationen geht einem wichtigen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel voraus, bei dem erwartet wird, dass Themen wie Wettbewerbsfähigkeit und wachsende Sorgen um die Energieversorgung im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen – unter anderem rund um den Iran – die Diskussion dominieren werden. Es wird nicht erwartet, dass auf dem Gipfel formelle gesetzgeberische Entscheidungen getroffen werden, doch könnten die Staats- und Regierungschefs die Richtung für die bevorstehenden Reformen des ETS-Systems vorgeben, das in diesem Jahr einer verpflichtenden Überprüfung unterzogen wird.

Der Druck auf Anpassungen des Systems wächst
Länder wie Italien und Tschechien fordern eine vorübergehende Aussetzung des Systems und begründen dies mit Sorgen über Energiepreise und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Gleichzeitig warnt eine Koalition von Mitgliedstaaten – darunter Dänemark, Finnland, Spanien, Portugal und Schweden –, dass eine Abschwächung der CO₂-Preise das Vertrauen der Investoren beschädigen und Innovationen im Bereich grüner Technologien benachteiligen würde. Zudem befürchten sie Eingriffe in den Wettbewerb innerhalb der EU.
Im Allgemeinen liegt der Hauptstreitpunkt in der langfristigen Entwicklung des Systems. Nach den derzeitigen Regeln soll die Emissionsobergrenze des ETS-Systems etwa im Jahr 2039 auf null sinken. Damit würde die Ausgabe neuer Zertifikate faktisch enden.
Kritiker, darunter politische Entscheidungsträger und Vertreter der Industrie, argumentieren, dass eine vollständige Dekarbonisierung in Sektoren wie Stahl, Zement und Luftfahrt bis zu diesem Zeitpunkt unrealistisch sei. Kommissionspräsidentin von der Leyen hat diese Bedenken anerkannt und angedeutet, dass die Reformen darauf abzielen werden, einen praktikableren Plan zur Emissionsreduktion nach dem Jahr 2030 zu definieren.


Quelle: https://oenergetice.cz/emise-co2/debata ... -pokracuje





Emissionszertifikate funktionieren, brauchen aber Modernisierung, sagt von der Leyen
ČTK
20. März 2026, oenergetice.cz

Brüssel, 20. März (ČTK-Korrespondentin) – Laut der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, funktioniert das Emissionshandelssystem ETS. Es müsse jedoch modernisiert und flexibler gestaltet werden, sagte sie auf einer Pressekonferenz nach dem EU-Gipfel. Die Europäische Kommission wolle sich daher auf vier Hauptbereiche konzentrieren, die den Strompreis bestimmen: die eigentlichen Erzeugungskosten, Netz- und Übertragungsgebühren, Steuern und Abgaben sowie die Kosten für Emissionszertifikate.
Von der Leyen wiederholte weitgehend frühere Vorschläge, die sie bereits in einem Brief zu Beginn dieser Woche erwähnt hatte. Sie rief die EU-Staaten dazu auf, bestehende EU-Regeln zu nutzen, um Steuern zu senken, und die Vorschriften für staatliche Beihilfen flexibler anzuwenden, um Unternehmen und Haushalte in Schwierigkeiten zu unterstützen.
Die Kommission werde zudem einen Gesetzesvorschlag zur Senkung der Netzgebühren für „sensible Sektoren“ vorlegen und mit den Mitgliedstaaten an der Schaffung „nationaler Regelungen“ arbeiten, die den Preisdruck abmildern sollen.
Angesichts steigender Energiepreise sei es laut von der Leyen notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, die „vorübergehend und gezielt“ sind und Bürgern sowie Unternehmen „sofortige Entlastung“ verschaffen.

Eine Änderung des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) fordert unter anderem der tschechische Premierminister Andrej Babiš. Tschechien werde weiterhin Verbündete für seine Vorschläge suchen, darunter die Ausnahmeregelung für energieintensive Industrien vom Emissionshandelssystem bis zum Jahr 2034. Dies erklärte der tschechische Premier nach Abschluss des Gipfels am Donnerstag.
Babiš sagte in der Nacht nach dem Ende des EU-Treffens, dass die Kommission bis Juni einen Vorschlag zur Überarbeitung des Emissionshandelssystems vorlegen werde. „Es ist uns gelungen durchzusetzen – ursprünglich war der Termin Juli –, dass die Europäische Kommission einen konkreten Plan zur Überarbeitung der Richtlinie über Emissionszertifikate vorbereitet … und dass dies im Juni im Europäischen Rat behandelt wird“, erklärte er.

Einen Hinweis auf energieintensive Industrien konnte Tschechien auch in die Schlussfolgerungen des Gipfels einbringen. „Gleichzeitig sind kurzfristig gezielte Lösungen erforderlich, um erschwingliche Energie sicherzustellen, unter Berücksichtigung technologischer Neutralität und der spezifischen Situationen der Mitgliedstaaten, der besonderen Gefährdung bestimmter Industriezweige durch Abwanderung sowie der Notwendigkeit, die Bedingungen für energieintensive innovative Branchen zu verbessern, ohne die Vorhersehbarkeit und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu gefährden“, heißt es in dem Dokument.
Das Emissionshandelssystem ETS soll Unternehmen dazu motivieren, ihre Emissionen zu senken. Firmen müssen für jede ausgestoßene Tonne CO₂ Zertifikate erwerben. Je höher die Emissionen, desto höher die Kosten – weshalb sich Investitionen in sauberere Technologien lohnen. Von der Leyen hatte bereits zuvor erklärt, dass das ETS-System ein „bewährtes Instrument zur Förderung der industriellen Transformation“ bleibe.

Quelle: https://oenergetice.cz/emise-co2/emisni ... r-leyenova
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Langsamer auf Autobahnen, weniger Flüge, Homeoffice: Internationale Energieagentur veröffentlicht Empfehlungen zur Energiekrise
Autor: Jaroslav Soukup, ČTK
20. März 2026 Novinky.cz

Von zu Hause aus arbeiten, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Autos teilen oder Tempolimits auf Autobahnen senken – das sind einige der Empfehlungen, die die Internationale Energieagentur als Möglichkeiten nennt, um die Auswirkungen der aktuellen Energiekrise sofort abzumildern. Diese könnte im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten eskalieren.
Zu den weiteren Empfehlungen gehört es, Flugreisen einzuschränken, wenn Alternativen bestehen, sowie beim Kochen verstärkt Strom statt Gas zu nutzen.

„Diese Maßnahmen konzentrieren sich vor allem auf den Straßenverkehr, der etwa 45 Prozent der weltweiten Ölnachfrage ausmacht. Sie betreffen außerdem die Luftfahrt, das Kochen und die Industrie“, erklärte die IEA.
Homeoffice führt naturgemäß zu einer geringeren Nachfrage nach Kraftstoffen für das Pendeln. Eine Senkung der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen um mindestens 10 Kilometer pro Stunde kann den Kraftstoffverbrauch deutlich reduzieren.

Die Maßnahmen richten sich sowohl an Unternehmen als auch an Haushalte und geben Regierungen Orientierung, wie sie schnell auf die Situation reagieren können. „Erfahrungen aus früheren Krisen zeigen, dass gezielt ausgerichtete Unterstützungsmechanismen wirksamer und fiskalisch nachhaltiger sind als breit angelegte Subventionen“, so die Agentur.
Die IEA ist eine zwischenstaatliche Organisation, die vor allem entwickelte Volkswirtschaften vereint und deren Ziel es ist, bei Energiepolitik, Versorgungssicherheit und Marktstabilität zu unterstützen. Ihre Empfehlungen haben in erster Linie beratenden und koordinierenden Charakter und sind rechtlich nicht bindend.

Quelle: https://www.novinky.cz/clanek/ekonomika ... bzVvaD8vcA
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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Tel: 603 805 799
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