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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 24.Februar 2026:

Inhalt:
Die Menschen aus der Umgebung von Temelín wehren sich gegen die geplante Müllverbrennungsanlage.
Manöver in Dalešice wegen eines Tauchers.
Die Slowakei stoppt Stromlieferungen an die Ukraine, bis der Öltransit wieder aufgenommen wird.
Havlicek versus Motoristen: Hohes Spiel um Windkraftwerke spaltet die Regierungskoalition.
Finnland hat mit dem Bau einer Pilotanlage für das Konzept eines kleinen modularen Reaktors begonnen.
Überlastete Netze in den Niederlanden zwingen Entwickler zur Installation von Batterien bei Wind- und Solarparks

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Die Menschen aus der Umgebung von Temelín wehren sich gegen die geplante Müllverbrennungsanlage
24.02.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 2 (ČTK)

Fast 2.400 Menschen haben innerhalb von fünf Tagen eine Petition gegen den Plan unterzeichnet, in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis eine Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle zu errichten. Die Einwohner fordern darin, dass die Region die Ausarbeitung einer vollständigen Dokumentation im Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung, der sogenannten großen UVP, anordnet.

Budweis – Am Sonntag endete die Frist für Stellungnahmen im UVP-Verfahren, am Freitag übergaben die Vertreter die Petition beim Kreisamt. Die Gegner des Baus wollen zudem die umliegenden Gemeinden dazu bewegen, ein lokales Referendum auszurufen. Das teilte der Sprecher des Petitionsausschusses, Pavel Píha, aus der Nachbargemeinde Litoradlice der Nachrichtenagentur ČTK mit.

„Gegen die Verbrennungsanlage haben sich nicht nur die Gemeindevertretung von Temelín entschieden gestellt, sondern auch die Stadtführung von Týn nad Vltavou. Dem Widerstand haben sich außerdem die Gemeinden Olešník, Všemyslice, Dříteň sowie Horní Kněžeklady mit ihren Ortsteilen angeschlossen. Einige der betroffenen Gemeinden erwägen zudem die Möglichkeit, lokale Referenden auszurufen, die den Gemeindevertretungen die Pflicht auferlegen könnten, den Bau der Verbrennungsanlage mit allen verfügbaren rechtlichen und kommunalen Mitteln zu blockieren“, erklärte Píha. Vertreter der umliegenden Gemeinden wollen die Gemeindevertretung von Temelín unterstützen, die den Bau der Müllverbrennungsanlage einstimmig abgelehnt hat.

Píha fügte hinzu, nach Ansicht von Experten unterschätze die Dokumentation des Investors die Belastung der Region, weise erhebliche Unvollständigkeiten bei den Eingangsdaten auf und biete keine ausreichenden Garantien für den Schutz der öffentlichen Gesundheit, der Wasserqualität und der landwirtschaftlichen Produktion in der Region. „Die Vertreter der Region bestehen darauf, dass das Kreisamt der Region Südböhmen die Ausarbeitung einer vollständigen Dokumentation, der sogenannten großen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung), anordnet. Wir können nicht zulassen, dass über ein Projekt mit derart grundlegenden Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit in einem verkürzten Verfahren auf Grundlage unvollständiger Informationen entschieden wird. Wir fordern ein transparentes Verfahren, in dem alle Risiken unabhängig geprüft werden“, betonte Píha.

Die Gemeindevertreter von Temelín lehnten am 4. Februar den Bau einer Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle im Gebiet Hůrka ab. Geplant ist die Anlage von der Firma Quail, die zur spanischen Gesellschaft FCC gehört. Das Vorhaben muss nun das UVP-Verfahren durchlaufen. Die Anwohner befürchten eine Zunahme des Schwerlastverkehrs. Nach Angaben der Unternehmensleitung soll sich jedoch der Betrieb auf dem Gelände, auf dem bereits jetzt Abfälle verarbeitet werden, nur minimal erhöhen.
Das Investitionsvorhaben „Industrieabfallverbrennungsanlage in Hůrka“ betrifft vor allem die Verarbeitung gefährlicher Industrie- und kommunaler Abfälle und kann auch medizinische Abfälle behandeln. Nach Angaben der Sprecherin von FCC Česká republika, Kristina Jakubcová, erfüllt der Bau sämtliche Anforderungen an eine sichere Abfallbeseitigung. Die Verbrennungsanlage, deren Errichtung Investitionen von einer bis zwei Milliarden Kronen erfordert, soll jährlich 20.000 Tonnen Abfall verarbeiten. Sollte das Vorhaben die Umweltverträglichkeitsprüfung bestehen, will die Firma Quail in etwa drei Jahren mit den Bauarbeiten beginnen und die Anlage im Jahr 2030 in Betrieb nehmen.
/gr/


Manöver in Dalešice wegen eines Tauchers
24.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 3
Autoren: Radek Laudin, Václav Janouš

DALEŠICE - Am Stausee Dalešice im Bezirk Třebíč waren gestern alle Einheiten des Integrierten Rettungssystems im Einsatz.
Gegen Abend bestätigte die Polizei, dass nach einem Polizeitaucher gesucht wird. Dieser tauchte bei einer gestrigen Übung an einer Stelle mit etwa vierzig Metern Tiefe nicht mehr auf.
„Im Stausee fand ein Training der Polizeitaucher statt, und leider ist einer der Kollegen bisher nicht wieder aufgetaucht“, informierte nach 18 Uhr der Sprecher des Polizeipräsidiums Ondřej Moravčík.

In Zusammenarbeit mit den übrigen Einheiten des Integrierten Rettungssystems dauerte die Suche bis in die Abendstunden an. „Erschwert wird sie vor allem durch die Wassertemperatur und die Tatsache, dass die Tiefe an der betreffenden Stelle etwa 40 Meter beträgt“, ergänzte Sprecher Moravčík.
Die Zufahrt zum Stausee von Kramolín her ist gesperrt. „Über die Straße ist ein Polizeiband gespannt, daneben steht auch eine Polizeiwache“, schilderte ein Reporter von MF DNES vor Ort. Der Polizist lässt Feuerwehrfahrzeuge passieren; vor 18 Uhr traf eine Kolonne von Transportern ein. „Der Einsatz wird nach Angaben der Polizei vermutlich bis morgen (Dienstag – Anm. d. Red.) andauern“, fügte der Reporter hinzu. Die Suche konzentriert sich auf den tieferen Teil des Stausees und reicht bis zur Staumauer nahe Kramolín.

Der Stausee Dalešice ist das tiefste Gewässer in der Tschechischen Republik; die maximale Tiefe beträgt bis zu 85 Meter. „Wir wurden gebeten, wegen der Suchaktion den Betrieb des Wasserkraftwerks einzustellen“, teilte Jiří Bezděk, Sprecher des Kernkraftwerks Dukovany, mit, dem der Stausee Dalešice untersteht.
Der Stausee am Fluss Jihlava südöstlich von Třebíč wurde im Jahre1970 als Speicher für technisches Wasser für das Kernkraftwerk Dukovany zu bauen begonnen. Er fasst bis zu 127 Millionen Kubikmeter Wasser.
„Wir wurden zur Unterstützung der Polizei gerufen. Eine Besatzung ist vor Ort“, sagte der Sprecher des Rettungsdienstes der Region Vysočina, Petr Janáček.
Die Kreisfeuerwehr rückte gegen 13.30 Uhr zum Stausee aus. Vor Ort waren Einheiten aus Hrotovice und Náměšť nad Oslavou mit Fahrzeugen und Bootsanhängern.
/gr/


Die Slowakei stoppt Stromlieferungen an die Ukraine, bis der Öltransit wieder aufgenommen wird
ČTK
Seznam Zpravy 24.2.2026

Bratislava wird die Maßnahme laut Premierminister Robert Fico aufheben, wenn die Ukraine den Öltransit in die Slowakei wieder aufnimmt.

Die Slowakei hat die Unterstützung der Ukraine in Form von Notstromlieferungen eingestellt, teilte der slowakische Premierminister Robert Fico am Montag mit. Bratislava werde diese Maßnahme aufheben, sobald die Ukraine den Transit von Erdöl in die Slowakei wieder aufnehme. Fico drohte Kiew zugleich mit weiteren Vergeltungsmaßnahmen, die er jedoch nicht näher präzisierte.
Am Montagabend erklärte Bratislava zudem, dass die Ukraine den Termin für die geplante Wiederaufnahme der Öllieferungen in die Slowakei erneut verschoben habe. Das ukrainische Energieunternehmen Ukrenerho teilte am Montagabend mit, die Entscheidung der Slowakei werde keinerlei Auswirkungen auf das Funktionieren des ukrainischen Energiesystems haben.
Öl in die Slowakei und nach Ungarn fließt seit den Januarangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur nicht mehr durch die Pipeline Druschba. Nach Angaben aus Bratislava und Budapest habe die Ukraine den Transport von russischem Öl aus politischen Gründen nicht wieder aufgenommen.

„Ab heute gilt: Wenn sich die ukrainische Seite mit der Bitte um Unterstützung bei der Stabilisierung des ukrainischen Energienetzes an die Slowakei wendet, wird sie eine solche Hilfe nicht erhalten“, sagte Fico, der bereits am vergangenen Wochenende mit einem Stopp der Stromlieferungen an die Ukraine gedroht hatte. Diese Lieferungen werden in der Slowakei vom staatlich kontrollierten Übertragungsnetzbetreiber SEPS sichergestellt, der in der Vergangenheit mit seinem ukrainischen Partner Ukrenerho einen Vertrag über Notstromlieferungen geschlossen hatte.
Ukrenerho erklärte, man habe die Slowakei zuletzt vor mehr als einem Monat um Nothilfe ersucht, und zwar in sehr begrenztem Umfang. „Eine mögliche Einstellung der Notstromlieferungen aus der Slowakei wird keinerlei Auswirkungen auf das Funktionieren des vereinten Energiesystems der Ukraine haben“, fügte das Unternehmen hinzu.

Nach Angaben Ficos ist die slowakische Regierung zu diesem Schritt befugt, ohne gegen internationale Regeln oder Verpflichtungen zu verstoßen. Das Portal Euractiv.sk schrieb jedoch, ein Stopp der Stromexporte aus der Slowakei in die Ukraine würde gegen EU-Marktvorschriften sowie gegen das Prinzip der Energiesolidarität verstoßen.
Der slowakische Premier fügte hinzu, sollte die Ukraine „weiterhin die Interessen der Slowakei bei der Lieferung strategischer Rohstoffe schädigen“, werde die slowakische Regierung auch ihre bisherigen Positionen zur EU-Mitgliedschaft der Ukraine überdenken und weitere Maßnahmen vorbereiten. Gegen die Ambitionen Kiews auf einen EU-Beitritt tritt auch Ungarn auf.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/zahr ... opy-299561
/gr/



Havlicek versus Motoristen: Hohes Spiel um Windkraftwerke spaltet die Regierungskoalition
24.2.2026 Info.cz

Filip Turek und seine Motoristen sind gegen Karel Havlíček in die Offensive gegangen. Und warum? Wegen Windrädern! Ja, Sie hören richtig – der unerwartete Streit dreht sich um eine scheinbare Marginalie, nämlich die Planung von Beschleunigungszonen für Windkraftanlagen. Doch im Hintergrund des Konflikts, der derzeit die Regierungskoalition spaltet, steckt weit mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Und wie Martin Schmarcz anmerkt, lohnt es sich am meisten zu verfolgen, wohin das Geld fließt.

Es handelt sich um einen der ersten deutlichen Konflikte innerhalb der Regierungskoalition. Diese war bislang in der Lage, unterschiedliche Positionen zu zahlreichen Themen überwiegend hinter verschlossenen Türen zu überbrücken. Das hat sich nun geändert. Der Streit über Beschleunigungszonen für Windkraftanlagen stellt Karel Havlíček und Filip Turek einander gegenüber – beziehungsweise den Minister Igor Červený, der „Turek jeden Wunsch von den Augen abliest“.
Während Turek vor einigen Wochen zum Kampf gegen Windkraftanlagen und die Beschleunigungszonen, die Voraussetzung für ihren stärkeren Ausbau sind, aufrief, rechnet Havlíček in der kürzlich vorgestellten wirtschaftspolitischen Strategie der Regierung weiterhin vorsichtig mit ihnen.
Aus Sicht von Karel Havlíček sind an heimische Windkraftanlagen sowohl europäische Mittel als auch die Unterstützung der inländischen Wirtschaft geknüpft, die von ihrem Bau profitieren wird. Und das verschafft dem Ministerium für Industrie und Handel selbstverständlich Pluspunkte.
Mehr zum Thema im Gespräch (auf Tschechisch) hier: https://www.info.cz/podcasty/ceska-jizd ... elektrarny
/gr/


Finnland hat mit dem Bau einer Pilotanlage für das Konzept eines kleinen modularen Reaktors begonnen
Autor: Jiří Puchnar
23. Februar 2026, oenergetice.cz

Das finnische Unternehmen Steady Energy hat mit dem Bau einer vollmaßstäblichen, nichtnuklearen Pilotanlage für sein Konzept des kleinen modularen Reaktors LDR-50 begonnen, der für die Fernwärmeversorgung bestimmt ist. Der erste Beton wurde am 12. Februar in der Maschinenhalle des stillgelegten Kohlekraftwerks Salmisaari B in Helsinki gegossen. An der Zeremonie nahm auch die finnische Klima- und Umweltministerin Sari Multala teil.
Die Piloteinheit soll als Betriebsmodell eines Reaktormoduls im Maßstab 1:1 dienen. Im Gegensatz zur künftigen Nuklearanlage wird sie keinen Kernbrennstoff verwenden – die Wärmequelle wird ein elektrisches Heizelement sein, das sich im Inneren des Reaktordruckbehälters (der Kapsel) befindet. Das Ziel ist es, die Betriebseigenschaften zu testen und zugleich die Fertigungs- und Lieferketten zu validieren, die für den Bau kommerzieller Blöcke erforderlich sind.

Anbindung an das Fernwärmenetz von Helen….
Nach der Fertigstellung soll die Anlage Wärme mit einer Leistung von rund 6 MWt in das Fernwärmenetz des Energieunternehmens Helen einspeisen. Das Investitionsbudget des Projekts wird mit 15–20 Millionen Euro (364–485 Mio. CZK) angegeben und soll aus Kapital finanziert werden, das Steady Energy zuvor von Investoren eingeworben hat.
Steady Energy und Helen haben eine Vereinbarung über die Anmietung des Gebäudes des stillgelegten Kraftwerks Salmisaari B für die Zwecke des Pilotprojekts geschlossen. Der Mietvertrag gilt bis zum Jahr 2028. Nach Angaben von Steady Energy passt das gesamte Reaktormodul in die Maschinenhalle und wird das Stadtbild nicht beeinträchtigen.

Ende des Kohlekraftwerks in Helsinki...
Helen stellte im vergangenen Jahr mit der Schließung des Kohlekraftwerks Salmisaari die Kohleverbrennung zur Energieerzeugung ein. Nach Angaben des Unternehmens sollte dieser Schritt die CO₂-Emissionen in Helsinki um etwa 30 % senken. Das Unternehmen strebt an, bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität zu erreichen und bis zum Jahr 2040 vollständig auf eine Wärmeerzeugung ohne Brennstoffverbrennung umzustellen.
Laut einer Studie von VTT Technical Research Centre of Finland, einer der führenden europäischen Forschungseinrichtungen, könnte der Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) im Wärmesektor erheblich zur Senkung der CO₂-Emissionen beitragen, da sie als emissionsfreie Wärmequelle schrittweise Kohle- und Gasheizwerke ersetzen können.

Grundparameter des SMR LDR-50….
Das Konzept LDR-50 wird seit dem Jahr 2020 am VTT Technical Research Centre of Finland entwickelt. Es handelt sich um einen Heiz-SMR mit einer thermischen Leistung von 50 MWt für Fernwärmesysteme. Steady Energy gibt an, dass das Design einen Betrieb bei einer Nenntemperatur von etwa 150 °C und einem Druck unter 1 MPa vorsieht. Dabei handelt es sich um weniger anspruchsvolle Druck- und Temperaturbedingungen sowie geringere Anforderungen an Konstruktionsmaterialien als bei konventionellen Leistungsreaktoren. Dies soll technische Lösungen vereinfachen und gleichzeitig die hohen Sicherheitsstandards der Nuklearindustrie wahren.
Nach Angaben des Unternehmens ist das Reaktormodul etwa so groß wie ein Schiffscontainer; künftige kommerzielle Anlagen sollen unterirdisch errichtet werden.

Weitere Projekte und internationale Expansion….
Steady Energy, das im Mai 2023 als Spin-off von VTT gegründet wurde, entwickelt nach eigenen Angaben mehrere Projekte in Finnland und plant weitere Vorhaben in Polen, Schweden und Südkorea. In einem kürzlichen Beitrag auf LinkedIn teilte das Unternehmen zudem die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) mit Fermi Energia mit. Das Ziel ist es, den Einsatz des Fernwärme-SMR-Konzepts LDR-50 in Deutschland voranzubringen, insbesondere im Hinblick auf die Dekarbonisierung des Wärmesektors.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... o-reaktoru



Überlastete Netze in den Niederlanden zwingen Entwickler zur Installation von Batterien bei Wind- und Solarparks
David Vobořil
21. Februar 2026, oenergetice.cz



Lange Wartezeiten für den Netzanschluss und häufige negative Strompreise beschleunigen in den Niederlanden den Ausbau von Batteriespeichern, die direkt bei Wind- und Solarkraftwerken installiert werden. Batterien, die sich einen Netzanschluss mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen teilen, ermöglichen es den Produzenten, bestehende Anschlusskapazitäten zu nutzen und eine erzwungene Drosselung der Erzeugung zu begrenzen.
Die Niederlande stehen – ebenso wie beispielsweise Deutschland – seit mehreren Jahren vor einer erheblichen Überlastung sowohl der Übertragungs- als auch der Verteilnetze. Zahlreiche neue Stromerzeuger wie auch große Verbraucher warten jahrelang auf einen Netzanschluss. Diese Situation schafft starke Anreize für Projekte, die bereits vorhandene oder genehmigte Anschlusskapazitäten nutzen können. Eine Lösung ist die Installation von Batteriespeichern direkt bei erneuerbaren Energiequellen, typischerweise bei Solar- und Windparks.

Schneller Aufschwung von Batterien mit gemeinsamem Netzanschluss….
Der Markt für Batteriespeicher, die direkt an eine Erzeugungsanlage angeschlossen sind, formiert sich in den Niederlanden erst seit zwei Jahren, es wird jedoch mit einer raschen Expansion gerechnet. Nach Schätzungen des Übertragungsnetzbetreibers TenneT könnte die Leistung dieser Anlagen bis 2030 1 GW und bis 2035 nahezu 2 GW erreichen.
Der Verteilnetzbetreiber Liander gibt an, dass sich in seinem Projektportfolio rund fünfzig Vorhaben befinden, die erneuerbare Erzeugung mit Batteriespeichern kombinieren. Ein Teil davon sind nachträgliche Batterieinstallationen bei bereits bestehenden Parks, andere wurden von Anfang an als neue Erzeugungsstandorte mit integriertem Speicher konzipiert.
Ein entscheidender Vorteil dieser Projekte ist die Möglichkeit, bestehende oder bereits genehmigte Netzanschlüsse zu nutzen. In einer Situation, in der neue Anschlüsse aufgrund fehlender Übertragungskapazitäten häufig abgelehnt werden, stellt das Teilen eines Anschlusses zwischen Erzeugungsanlage und Batterie einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar.

Schutz vor negativen Preisen und Einschränkung der Stromerzeugung….
Die Zahl der Stunden mit Null- oder Negativpreisen am Day-Ahead-Markt steigt in den Niederlanden seit dem Jahr 2021 kontinuierlich an und erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert. Laut einer Studie von Montel EnAppSys führten diese Situationen zu einer Einschränkung der Erzeugung von rund 0,8 TWh. Betreiber erneuerbarer Anlagen sehen sich daher unter Druck bei ihren Markterlösen.
Die Kopplung eines Solar- oder Windparks mit einer Batterie ermöglicht es den Erzeugern, die Einspeisung ins Netz in Zeiten höherer Marktpreise zu verschieben, anstatt Strom sofort zu negativen oder sehr niedrigen Preisen zu verkaufen. Nach Angaben der Bank Rabobank erhöht die Möglichkeit einer gesteuerten Stromlieferung die wirtschaftliche Attraktivität der Projekte, da erneuerbare Energien damit eine Flexibilität erhalten, die bislang vor allem konventionelle Kraftwerke boten.
Analysten des Unternehmens Kyos zeigten in einer aktuellen Studie, dass eine an einen Solarpark angeschlossene Batterie am Day-Ahead-Markt um 16 % höhere Erlöse erzielte als ein eigenständiger Batteriespeicher. Der Grund dafür ist die Möglichkeit, direkt aus der eigenen Erzeugung zu laden, ohne Strom am Großhandelsmarkt zukaufen zu müssen.
„Die Zusammenarbeit eines Batteriespeichers mit Solar- oder Windanlagen bringt mehrere strukturelle Vorteile mit sich, mit denen eigenständige Projekte schlicht nicht konkurrieren können“, erklärte eine Sprecherin des niederländischen Unternehmens Greenchoice, das im Bereich erneuerbare Energien tätig ist.

Neue Form der Förderung?
Die niederländische Regierung bereitet derzeit eine neue Form der Förderung für gesteuerte Stromlieferungen aus erneuerbaren Energien ins Netz unter Nutzung von Batterien vor.
Netzbetreiber mahnen jedoch zur Vorsicht bei einer schnellen Einführung von Batteriespeichern. Würden diese ausschließlich marktorientiert betrieben, könnten sie die lokale Situation insbesondere in Verteilnetzen verschärfen.
„Auch Batterien, die sich einen Anschluss mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen teilen, können mitunter zusätzliche Engpässe verursachen. Zum Beispiel dann, wenn Batterien Strom ins Netz einspeisen, während in der betreffenden Region bereits große Mengen an Solar- oder Windstrom verfügbar sind“, erklärte ein Sprecher des niederländischen Verteilnetzbetreibers Stedin.

Quelle: https://oenergetice.cz/zahranicni/preti ... nich-parku
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 25.2.2026:

Inhalt:
Das Spiel um den nuklearen Thron. Nach Drábovás Tod bewarben sich sechs Personen um ihren Posten – erstmals auch Kollegen aus der Behörde.
Die Abschaltung eines Block des Kernkraftwerks ist beendet.
Der erste Block des Kernkraftwerks Dukovany wieder auf voller Leistung.
Havlíček: Wenn der Staat neue Kraftwerke bezahlt, sollte er sie auch besitzen. Was geschieht mit ČEZ?
Die Förderverfahren der CEZ-Stiftung erfreuen sich großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurden rekordverdächtige 2.354 Projekte unterstützt.
Russischer Regulator erteilt Lizenz für weiteren Block des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja

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Das Spiel um den nuklearen Thron. Nach Drábovás Tod bewarben sich sechs Personen um ihren Posten – erstmals auch Kollegen aus der Behörde
25.2.2026 irozhlas.cz /Tschechischer Rundfunk

Die Staatsbehörde für nukleare Sicherheit SUJB hat einen neuen Vorsitzenden. Die Regierung von Andrej Babiš (ANO) ernannte ihn vergangene Woche – es wurde einer der Sektionsdirektoren der Behörde, Štěpán Kochánek. Die Redaktion von iROZHLAS.cz ermittelte Details zum Auswahlverfahren. Um die Position der im vergangenen Jahr verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Dana Drábová bewarben sich sechs Kandidaten, vier von ihnen waren zuvor ihre Kollegen. Dies geht aus einem Regierungsdokument hervor, das der Redaktion vorliegt.
Štěpán Kochánek leitet die Staatsbehörde für nukleare Sicherheit seit dem 18. Februar. Sofern nichts Außergewöhnliches geschieht, wird er das Amt weitere fünf Jahre ausüben. Er folgt auf Dana Drábová, die die Behörde seit dem Jahr1999 geführt hatte und im vergangenen Herbst nach schwerer Krankheit verstarb.
Zuletzt war Drábová von der Regierung von Petr Fiala (ODS) zum 1. November 2023 im Amt bestätigt worden – erstmals nach einem Auswahlverfahren mit auf fünf Jahre befristetem Mandat. Damals war sie die einzige Bewerberin. Bereits im Jahre 2016 hatte sie sich – ebenfalls ohne Gegenkandidaten – in einem Auswahlverfahren durchgesetzt; die Ernennung erfolgte damals noch auf unbestimmte Zeit, bevor das Beamtengesetz geändert wurde.
Die Ernennung von Kochánek gab die Regierung von Andrej Babiš vergangenen Montag bekannt. Mit einer einjährigen Unterbrechung arbeitet er seit dem Jahr 2003 in der Behörde, wo er als juristischer Referent begann. In den letzten zweieinhalb Jahren leitete er die Sektion für nukleare Sicherheit. Wie iROZHLAS.cz nun feststellte, gab es diesmal ein reguläres Auswahlverfahren – der spätere Sieger hatte fünf Mitbewerber.

20 Jahre an Drábovás Seite….
Neben Kochánek bewarb sich Michal Merxbauer, der die Behörde nach Drábovás Tod interimistisch leitete. Seit September 2021 war er als Direktor der Sektion für Verwaltung und technische Unterstützung ihr Statutar - Stellvertreter. Zuvor leitete er elf Jahre lang die Abteilung für die Kontrolle der Nichtverbreitung von Kernwaffen. In der Behörde ist er seit dem Jahr2001 tätig.
Eine weitere Bewerberin war Karla Petrová, Absolventin der Tschechischen Technischen Universität (ČVUT), die seit dem Jahr 2005 als stellvertretende Leiterin für Strahlenschutz fungierte und heute die Sektion für Strahlenschutz und Krisenmanagement leitet.
Als weitere interne Kandidatin trat Michaela Ratajová an, die seit dem Jahr 2016 die Abteilung für die Bewertung der nuklearen Sicherheit führt. Vor dem Auswahlverfahren war Kochánek als Sektionsdirektor ihr direkter Vorgesetzter.
Zwei Kandidaten von außerhalb….
Am Wettbewerb beteiligten sich auch zwei externe Bewerber. Einer von ihnen war Radek Škoda, Experte für Kernreaktoren und Professor an mehreren Universitäten, darunter an der Technischen Universität Liberec, wo er die Fakultät für Energieanlagen leitet.
Der zweite externe Kandidat und zugleich einzige Vertreter des privaten Sektors war Josef Běláč. Seit 14 Jahren steht er an der Spitze des Unternehmens Alvel, das ingenieurtechnische Dienstleistungen im Bereich des nuklearen Brennstoffkreislaufs und innovativer Technologien anbietet. In den 1990er-Jahren arbeitete er beim Energieunternehmen ČEZ, später war er acht Jahre am Kernforschungsinstitut Řež tätig.

Auswahlkommission und Entscheidung….
Die Auswahlkommission wurde am 22. Dezember von der Regierung Babiš eingesetzt. Den Vorsitz führte Zuzana Brücknerová vom Innenministerium. Weitere Mitglieder waren Jan Kněžínek (Regierungsamt), Tomáš Ehler (Industrie- und Handelsministerium) sowie Professor Karel Katovský von der Technischen Universität Brünn.
Die Vorstellungsgespräche fanden am 6. Februar statt. Aus den Unterlagen geht hervor, dass neben Kochánek auch Merxbauer und der Unternehmer Běláč die Kommission am meisten überzeugten. Die endgültige Entscheidung traf Premierminister Andrej Babiš.
„Der Vorsitzende der Regierung schlägt der Regierung der Tschechischen Republik auf Grundlage des Ergebnisses des Auswahlverfahrens vor, Mgr. Štěpán Kochánek mit Wirkung vom 18. Februar 2026 zum Vorsitzenden des Staatlichen Amts für nukleare Sicherheit zu ernennen“, heißt es im Regierungsdokument.

Eine Zeit voller Herausforderungen….
Die Aufgabe des Staattlichen Amtes für nukleare Sicherheit SUJB besteht vereinfacht gesagt darin, die gesetzmäßige und sichere Nutzung der Kernenergie und ionisierender Strahlung zu überwachen. Zudem ist sie als Kontrollorgan für die Nichtverbreitung nuklearer, chemischer und biologischer Waffen zuständig und arbeitet dabei mit internationalen Partnerorganisationen zusammen.
Kochánek betonte in seinem Konzept, dass die Behörde und der gesamte Bereich der friedlichen Nutzung der Kernenergie vor großen Herausforderungen stünden – angesichts des steigenden Interesses an Kernenergie im Zuge der Dekarbonisierung, der Einführung neuer Technologien einschließlich KI sowie wachsender Sicherheitsbedrohungen.
Zudem verwies er auf die stark wachsende Zahl an Aufgaben. Es sei entscheidend, die Weiterentwicklung der Behörde fortzusetzen, neue Abteilungen aufzubauen und eine Strategie zur Gewinnung neuer Experten zu entwickeln. Angesichts attraktiverer Bedingungen in Industrie und Forschung müsse man Wege finden, Gehalts- und Sozialunterschiede auszugleichen.

Seine Vorgängerin Dana Drábová starb am 6. Oktober des vergangenen Jahres. Bereits im Jahre 2014 hatte ihr der damalige Präsident Miloš Zeman die Medaille für Verdienste verliehen. Präsident Petr Pavel zeichnete sie im vergangenen Jahr im memoriam mit dem Orden des Weißen Löwen aus.
„Es ist eine Persönlichkeit von uns gegangen, die Außergewöhnliches für die Sicherheit unseres Landes geleistet hat. Ich schätzte sie für ihren Mut, ihre Menschlichkeit und ihren Sinn für Humor“, erklärte Pavel unmittelbar nach ihrem Tod.

Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/hr ... -internetu
/gr/


Die Abschaltung eines Block des Kernkraftwerks ist beendet
24.02.2026 0:00   Jihlavské listy (ČTK) Rubrik: Region - Seite: 4

Im Kernkraftwerk Dukovany wurde in der Nacht auf heute die zweimonatige Abschaltung des ersten Produktionsblocks beendet, die mit dem Austausch eines Teils des Brennstoffs und Wartungsarbeiten an den Anlagen verbunden war.
Die kontrollierte Kettenreaktion nahmen die AKW- Operateure am Samstag, dem 21.2., nach Mittag wieder auf. Die Information teilte der Sprecher des Kraftwerks, Jiří Bezděk, mit.
/gr/


Der erste Block des Kernkraftwerks Dukovany wieder auf voller Leistung
Zakazka.cz
24.2.2026

Die Energiefachleute in Dukovany haben am ersten Produktionsblock eine Leistung von 100 % erreicht. Nach der geplanten Abschaltung wurde der Block zu Beginn der Woche wieder ans Netz angeschlossen. Alle vier Produktionsblöcke des Kernkraftwerks Dukovany verfügen aktuell über eine erhöhte Leistung von bis zu 512 MWe.
Die AKW - Oprateure schlossen beide Turbinen in den frühen Morgenstunden am Montag, dem 16. Februar, wieder ans Netz an. Der Block war im Dezember desvergangenen Jahres wegen des Brennstoffwechsels sowie umfangreicher Modernisierungs- und Wartungsarbeiten abgeschaltet worden. Die Gesamtleistung beider Turbosätze des ersten Blocks beträgt nun 512 MWe.
„Das Hochfahren eines Kernkraftwerksblocks aus der Abschaltung auf volle Leistung dauert standardmäßig mehrere Tage. Auf verschiedenen Leistungsniveaus überprüfen wir stets die Parameter und führen die erforderlichen Tests und Kontrollen durch. Unsere Priorität ist dabei immer die Sicherheit und ein stabiler Betrieb“, erklärt Roman Havlín, Direktor des Kraftwerks Dukovany.

Höhere Blockleistung als in den Vorjahren
Die Produktionsblöcke des Kernkraftwerks Dukovany haben bereits zwei Etappen einer sicheren Leistungserhöhung hinter sich — zunächst von ursprünglich 440 auf 500 MWe, anschließend im vergangenen Jahr auf bis zu 512 MWe bei allen Blöcken. Dadurch erzeugt das Kraftwerk jährlich rund 300.000 MWh Strom mehr, was etwa dem Dreifachen der Jahresproduktion des Wasserkraftwerks am Fuß der Talsperre Brno entspricht.

Nuklearstandorte Dukovany und Temelín
Derzeit sind alle vier Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany sowie der erste Block des Kernkraftwerks Temelín in Betrieb. Der zweite Block in Temelín befindet sich in einer planmäßigen Abschaltung im Zusammenhang mit dem Brennstoffwechsel und Investitionsarbeiten.

Jiří Bezděk, Sprecher von ČEZ, Kernkraftwerk Dukovany
Quelle: ČEZ, a.s.
https://www.zakazka.cz/prvni-blok-jader ... em-vykonu/


Havlíček: Wenn der Staat neue Kraftwerke bezahlt, sollte er sie auch besitzen. Was geschieht mit ČEZ?
25.02.2026 Ekonomický deník
Autor: David Tramba
Wie wird sich die Energiewirtschaft in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter entwickeln? Woraus werden wir Strom erzeugen – und zu welchem Preis? Der stellvertretende Ministerpräsident und Industrieminister Karel Havlíček möchte statt langjähriger Grundsatzkonzepte jeweils zum Jahresende einen kurzen Energieplan vorlegen, der auf die aktuelle Marktentwicklung reagiert.
Die Zeitung Ekonomický deník sprach mit Karel Havlíček auch über die Notifizierung neuer Kern- und Gaskraftwerke bei der Europäischen Kommission, über die ungesunde Abhängigkeit von Energieinvestitionen von Subventionen sowie über die Absicht der Regierung, den Anteil am Energieunternehmen ČEZ auf 100 Prozent zu erhöhen. „Wenn der Staat sämtliche Risiken einschließlich einer garantierten Preisregelung übernimmt oder das Ganze vollständig finanziert, dann sollte er auch zu hundert Prozent Eigentümer sein“, sagte Havlíček.

Staatliche Kontrolle über ČEZ?
Zu den Prioritäten der Regierung gehört es, ČEZ vollständig unter staatliche Kontrolle zu bringen. Auf das Argument, es genüge, lediglich die Tochtergesellschaften für den Bau der neuen Kernkraftwerke Dukovany 2 und Temelín 2 zu übernehmen und einen verkleinerten Konzern börsennotiert zu lassen, entgegnet Havlíček:
„Der Staat erlange die absolute Kontrolle über Energieinvestitionen, übernehme sämtliche Risiken und kontrolliere den Preis. Wo ist dann noch der Markt? Warum soll der Staat die Risiken tragen und nicht hundert Prozent des Gewinns erhalten? Der Staat müsse zahlreiche Schritte setzen, um die Energiesicherheit zu stärken – auch solche, die Minderheitsaktionäre nicht erfreuen würden. Es gehe nicht nur um Kernenergie, sondern etwa auch um langfristige Gaslieferverträge. Im Fall der ČEZ-Gruppe stehe vor allem die Stromerzeugung im Fokus.“
Ob Randaktivitäten wie die stabil profitablen Verteilnetze über die Börse verkauft werden könnten, um Mittel für den Aktienrückkauf zu gewinnen, wollte Havlíček nicht kommentieren – dies seien kursrelevante Informationen. Entscheidend sei nicht der Strompreis, sondern die Kontrolle über Investitionen. Andernfalls drohe eine schrittweise „Zerlegung“ von ČEZ wegen Projekten wie Dukovany 2, Temelín 2 oder kleinen modularen Reaktoren.
„Wenn der Staat sämtliche Risiken inklusive Preisgarantie übernimmt oder alles finanziert – wo bleibt dann das Risiko der übrigen Aktionäre?“

Energiekonzept ist kein Dogma
Auf die Frage nach einer staatlichen Energiekonzeption erklärte Havlíček, man solle daraus kein Dogma machen. Ein einfaches, jährlich aktualisiertes Dokument genüge. In turbulenten Zeiten sei ein Fünfjahresplan wenig sinnvoll.
Der erste Energieplan solle Ende dieses Jahres vorgelegt werden. Er werde einen realistischen Ausblick für etwa 15 Jahre enthalten – mit Perspektiven für Kernenergie, Gaskraftwerke, den Kohleausstieg und erneuerbare Energien.
Zwei neue Blöcke in Dukovany würden voraussichtlich nicht ausreichen; als nächster Schritt gelte daher die Genehmigung weiterer Blöcke in Temelín. Falls die Regierung zustimme, werde die Option mit dem koreanischen Unternehmen KHNP genutzt. Sollte jedoch ein weiterer Anbieter – vermutlich die französische EDF – ein Angebot vorlegen wollen, werde man dies prüfen. Das Ziel sei das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter Einbindung der tschechischen Industrie.
Havlíček betonte, dass die tschechische Energiewirtschaft international hohes Ansehen genieße. Bei einem Treffen mit der deutschen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sei mit Respekt über die „tschechische Energieschule“ gesprochen worden.

Warten auf die Genehmigung der Kommission...
Die Notifizierung staatlicher Unterstützung für Dukovany 2 durch die Europäische Kommission sei nach Ansicht Havlíčeks nicht gefährdet, verlaufe aber möglicherweise langsamer als ursprünglich erwartet. Statt Ende dieses Jahres rechne er eher mit einer Entscheidung in der ersten Hälfte des kommenden Jahres. Der Bauzeitplan werde dadurch jedoch nicht gebremst; die Zwischenfinanzierung erfolge zu kommerziellen Bedingungen.
Bei der Notifizierung für Gaskraftwerke sehe es günstiger aus. Eine Genehmigung bis Ende Juni sei das Ziel, ab Oktober könnten neue Kapazitäten ausgeschrieben werden – im Umfang von etwa vier bis fünf Gigawatt.

Kritik an Subventionsabhängigkeit….
Havlíček gilt als Kritiker einer auf Subventionen basierenden Wirtschaft. Kraftwerke sollten nicht gebaut werden, weil es Fördermittel gebe, sondern weil sich Investitionen durch Stromverkäufe oder Eigenversorgung rechneten.
Der Staat könne unterstützen, indem er günstige Kredite bereitstelle. „Aber wir können nicht weiterhin alles subventionieren – der Staatshaushalt ist nicht unbegrenzt.“


https://ekonomickydenik.cz/havlicek-sta ... plati-cez/
/gr/


Die Förderverfahren der CEZ-Stiftung erfreuen sich großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurden rekordverdächtige 2.354 Projekte unterstützt

25.02.2026 0:00   Týdeník Lounska / Wochenzeitung Lounsko Seite 4

Noch bis Ende Februar, konkret bis Freitag, den 27.2., können Städte und Gemeinden bei der Nadace ČEZ / CEZ-Stiftung einen Zuschuss aus dem Programm „Oranger Fußgängerüberweg“ in Höhe von bis zu 120.000 Kronen für die Beleuchtung gefährlicher Fußgängerüberwege beantragen.
Der gleiche Termin gilt auch für die erste diesjährige Runde des Förderprogramms „Loipen und Trassen“, über das Gemeinden, Vereine und gemeinnützige Organisationen bis zu eine halbe Million Kronen für die Instandsetzung von Wanderwegen, Radwegen oder Langlaufloipen beantragen können. Dieses jüngste Förderprogramm der Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung wurde erstmals im Jahr 2023 unter dem Titel „Anpassung von Wanderwegen a Langlaufstrecken“ ausgeschrieben.
„Sein Hauptziel ist die Unterstützung sportlicher Aktivitäten und die Entwicklung des Tourismus in den Regionen. In der Tschechischen Republik gibt es rund 44.000 Kilometer markierte Wanderwege und nahezu 10.000 Kilometer Langlaufloipen. Es ist daher kein Wunder, dass das Programm auf großes Interesse stößt und in zwei Runden durchgeführt wird – jetzt im Februar und anschließend nochmals im September“, sagt Michaela Ziková, Direktorin der Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung.
Anhaltend groß sei auch das Interesse am Programm „Oranžový přechod / Oranger Fußgängerüberwege“, das auf die Beleuchtung gefährlicher Fußgängerüberwege ausgerichtet ist. „Das Programm wird insbesondere von Gemeinden mit starkem Verkehrsaufkommen genutzt, häufig im Umfeld von Schulen, Kindergärten, Jugendzentren, aber auch an Bahn- und Bushaltestellen oder in der Nähe von Krankenhäusern und Gesundheitszentren. In ganz Tschechien sind derzeit mehr als 290 sogenannte Orange Fußgängerüberwege in Betrieb, weitere kommen schrittweise hinzu.“
In den 23 Jahren ihres Bestehens hat die Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung mehr als 21.000 Projekte mit insgesamt 4,3 Milliarden Kronen unterstützt (allein im vergangenen Jahr waren es 2.354 Projekte – ein bisheriger Rekord in ihrer Geschichte).
Im vergangenen Jahr förderte die Stiftung im Rahmen ihrer Programme in der Region Ústí nad Labem 230 Projekte mit knapp 36,42 Millionen Kronen. In der Region Liberec wurden 81 Projekte mit nahezu 16,35 Millionen Kronen unterstützt.
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit unseren Stiftungsprogrammen Energie und Mittel dorthin lenken können, wo sie wirklich gebraucht werden. Die Zahl der Anträge und das Fördervolumen wachsen von Jahr zu Jahr, und im vergangenen Jahr haben wir mehr als 2.300 Projekte in ganz Tschechien unterstützt. Wichtig ist auch die Vielfalt der Projekte und unser landesweites Engagement, mit dem wir die Lebensqualität in vielen Teilen unseres Landes verbessern können“, ergänzte Michaela Ziková.
Im vergangenen Jahr entstanden oder wurden beispielsweise 51 Kinder- und Sportspielplätze neu gebaut oder erneuert. An 130 Standorten wurden neue Grünflächen bepflanzt, und 20 problematische Fußgängerüberwege erhielten eine neue Beleuchtung.
Ganzjährig und ohne zeitliche Begrenzung kann zudem eine Förderung im Programm „Unterstützung von Regionen“ beantragt werden, in dem verschiedenste gemeinnützige Projekte vom Stiftungsrat der Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung bewertet werden. Ein weiteres ganzjähriges Programm ist „Oranger Spielplatz“.
Die Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung wurde im Jahr 2002 als Unternehmensstiftung des Energieunternehmens ČEZ gegründet, um dessen gemeinnützige Aktivitäten zu bündeln. Im Jahre 2003 startete sie die ersten Förderprogramme „Unterstützung von Regionen“ und „Regenbogen (heute Orange) Spielplätze“, die sie bis heute ununterbrochen durchführt.
Die Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung belegt regelmäßig Spitzenplätze im Ranking der großzügigsten Unternehmensstiftungen (im Jahr 2025 verteidigte sie den 1. Platz). Jährlich unterstützt sie in allen Regionen Hunderte Projekte mit Fördermitteln in Höhe von mehreren Dutzend Millionen Kronen.
Mehr über die Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung und die einzelnen Förderprogramme unter www.nadacecez.cz.
/gr/




Russischer Regulator erteilt Lizenz für weiteren Block des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja
Autor: Eduard Majling
25. Februar 2026, oenergetice.cz

Russland unternimmt Schritte zur Wiederinbetriebnahme des größten Kernkraftwerks Europas: Die russische Atomaufsichtsbehörde hat eine Betriebslizenz für den zweiten Block erteilt. Das Kraftwerk befindet sich jedoch nicht auf russischem Territorium, sondern es handelt sich um das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja. Russland begann 2022 im Zuge seiner militärischen Invasion in die Ukraine mit der Besetzung der Anlage.
Das Kernkraftwerk Saporischschja steht seit nahezu vier Jahren unter russischer Kontrolle. Aufgrund seiner Nähe zur Frontlinie gilt es seit Langem als besonderer Fokus europäischer Regierungen, nationaler Atomaufsichtsbehörden und internationaler Organisationen. Die Anlage kämpft dauerhaft mit Problemen bei der Stromversorgung; Russland und die Ukraine werfen sich wiederholt gegenseitig Angriffe auf die umliegende Energieinfrastruktur vor. Alle sechs Reaktorblöcke sind derzeit abgeschaltet, sodass das Kraftwerk auf externe Stromlieferungen angewiesen ist, um die Kühlung sicherzustellen.

Mit einer installierten Leistung von 5,7 Gigawatt ist die Anlage das leistungsstärkste Kernkraftwerk Europas. Sie könnte der Ukraine dringend benötigte Kapazitäten liefern, nachdem umfangreiche russische Angriffe die Energieinfrastruktur des Landes beschädigt haben. Derzeit deutet jedoch vieles darauf hin, dass eine mögliche Wiederinbetriebnahme unter russischer Kontrolle erfolgen würde.
Nach Angaben des Portals World Nuclear News hat die russische Aufsichtsbehörde Rostekhnadzor im Laufe des Februars eine zehnjährige Betriebslizenz für den zweiten Block erteilt. Der erste Block hatte bereits Ende vergangenen Jahres eine entsprechende Genehmigung erhalten. Auch für den sechsten Block wurde ein Antrag gestellt; die verbleibenden drei Blöcke sollen bis Ende dieses Jahres folgen.

Zahlreiche Hürden für eine Wiederinbetriebnahme….
Seit September 2022 überwachen Experten unter dem Dach der International Agentur fúr Atomenergie (IAEA) dauerhaft den Betrieb und die nukleare Sicherheit der Anlage. Nach Ansicht der Ukraine würde die Rückgabe des Kraftwerks an Kiew am meisten zur sicheren Betriebsführung beitragen.
Die Situation und eine mögliche Wiederinbetriebnahme erörterte IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi im vergangenen Juni mit dem Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow. Grossi erklärte anschließend auf einer Pressekonferenz, es bestehe Einigkeit darüber, dass ein Neustart unter den aktuellen Bedingungen nicht angemessen wäre.
„Es gibt weitere, eher technische Aspekte, etwa die Verfügbarkeit ausreichender Wassermengen zur Kühlung der Reaktoren oder eine stabile externe Stromversorgung, um sicherzustellen, dass es nach dem Hochfahren nicht zu Stromausfällen kommt und die Anlage zuverlässig betrieben werden kann“, zitierte World Nuclear News Grossi nach dem Treffen mit Lichatschow.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektrarny

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Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten tschechischen Zeitungsartikeln aus dem Energiebereich vom 27.2.2026:

Inhalt:
Die Abhängigkeit bleibt auch ohne Gas und Öl bestehen. Dukovany läuft weiter mit russischem Brennstoff.
Auch mit einer Petition kämpfen die Menschen gegen die Müllverbrennungsanlage.
Windenergie: Tschechien liegt deutlich hinter Europa zurück.
Studenten lernen, Ökologie in der Praxis anzuwenden.
Temelín stellte im vergangenen Jahr mehr als hundert neue Mitarbeiter ein.
Bei dem Kernkraftwerk Saporischschja wurde wegen Reparaturen ein Waffenstillstand eingeführt

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Die Abhängigkeit bleibt auch ohne Gas und Öl bestehen. Dukovany läuft weiter mit russischem Brennstoff
26.2.2026 Seznam Zpravy
Oldřich Sklenář - Der Autor ist Analyst der Assoziation für Internationale Fragen (AMO)

Nach vier Jahren Krieg und Bemühungen, die energiepolitischen Verbindungen zu Russland zu kappen, bleibt eine großer offener Rest bestehen. Ein Ersatz für russischen Kernbrennstoff fehlt – Tschechien wird ihn noch bis zum Jahr 2028 kaufen. Das Geld landet an einer sehr problematischen Adresse.

Die europäische Debatte über die Abhängigkeit von russischen Energieträgern konzentrierte sich in den vergangenen vier Jahren vor allem auf Sanktionen oder Importverbote für Gas und Öl. Weniger Beachtung fand dagegen der Kernbrennstoff, der weiterhin aus Russland geliefert wird.
Das gilt für mehrere europäische Staaten, darunter auch Tschechien. ČEZ als Betreiber der beiden tschechischen Kernkraftwerke sucht zwar seit Jahren entlang des gesamten Lieferzyklus nach Alternativen, doch die Abhängigkeit von Russland besteht weiterhin – und wird noch zwei Jahre andauern.
Zugleich versucht Russland, seine Position auf dem EU-Markt als Subunternehmer über andere Firmen zu sichern. Das hat neben der fortbestehenden Verwundbarkeit der europäischen Energieversorgung auch weitere sicherheitspolitische Dimensionen. Das zivile und das militärische Atomprogramm Russlands stehen unter einem Dach, sodass Zahlungen für Brennstoff auch der Entwicklung und Herstellung von Atomwaffen dienen können.

Der Einkauf von Kernbrennstoff umfasst mehrere aufeinanderfolgende Schritte. In der Praxis werden der Kauf von Uran, dessen Verarbeitung und Anreicherung auf das gewünschte Niveau meist getrennt vertraglich geregelt. Die finale Phase ist die Herstellung des eigentlichen Brennstoffs.
Konstruktion und Parameter der Brennelemente unterscheiden sich je nach Reaktortyp. Mit anderen Worten: Der Brennstoff wird stets für einen konkreten Kraftwerkstyp bestellt, wobei auch dessen Geschichte eine wichtige Rolle spielt. In der EU sind neunzehn Reaktoren sowjetischer bzw. russischer Bauart in Betrieb. Ein zwanzigster steht in Mochovce in der Slowakei vor der Inbetriebnahme.
Für einige gibt es bereits Ersatzlösungen. In den meisten Fällen (16 von 20) handelt es sich jedoch um Reaktoren des Typs VVER-440. Dort begann eine intensive Suche nach Alternativen erst nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor vier Jahren. Das betrifft auch Dukovany, wo ČEZ an dem Plan festhält, zunächst die bestehenden Verträge mit Russland auslaufen zu lassen und erst im Jahre 2028 vollständig auf andere Lieferanten umzusteigen.
In Temelín existiert für die neueren Reaktoren des Typs VVER-1000 bereits eine Alternative. Die Diversifizierung begann im Jahre 2018, als ČEZ eine Ausschreibung für einen neuen Lieferanten startete. Im Juni 2022 gingen daraus zwei Gewinner hervor: das kanadisch-amerikanische Unternehmen Westinghouse und die französische Firma Framatome.
Westinghouse hatte Temelín bereits in den ersten zehn Betriebsjahren mit Brennstoff beliefert. Danach wurde das Unternehmen durch die russische TVEL ersetzt, doch dank früherer Erfahrungen konnte man anknüpfen. Im Mai des vergangenen Jahres kehrte Westinghouse-Brennstoff nach Temelín zurück, Framatome soll in diesem Jahr folgen.

Reaktoren des Typs VVER-1000 betreibt auch das bulgarische Kernkraftwerk Kozloduj, wo der Ersatz ähnlich verlief. Westinghouse erhielt im Jahre 2022 den Auftrag zur Belieferung eines der beiden Blöcke und lieferte im Jahre 2024 die ersten Brennelemente. Für den zweiten Block soll Framatome den Brennstoff liefern. Die Lieferungen russischen Kernbrennstoffs nach Bulgarien endeten 2025.

Während bei VVER-1000-Reaktoren an frühere Kooperationen mit nicht-russischen Lieferanten angeknüpft werden konnte, war die Situation bei VVER-440 deutlich komplizierter. Zum Zeitpunkt des russischen Angriffs auf die Ukraine gab es keinen anderen Hersteller von Brennelementen als das russische Staatsunternehmen TVEL.
Um mögliche Lieferausfälle zu vermeiden, wurde bereits im März 2022 eine Notversorgung vereinbart. Dafür erhielt Russland eine Ausnahme vom EU-Flugverbot. Der zuvor übliche Bahntransport über die Ukraine ist aufgrund des Krieges nicht möglich.
Die Lieferungen russischen Brennstoffs in die EU erreichten im Jahre 2023 (in Tschechien ein Jahr später) ihren Höhepunkt, um Vorräte anzulegen. Laut der europäischen Datenbank Access2Markets wurden seit Beginn der russischen Aggression bis Ende 2024 russische Kernbrennstoffe im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro importiert.
Den größten Anteil hatte Tschechien mit Importen im Wert von umgerechnet rund 16,5 Milliarden Kronen. In die Slowakei gingen Kernbrennstoff - Lieferungen im Wert von etwa 8,7 Milliarden Kronen, nach Ungarn für rund 7,1 Milliarden. Das Verhältnis entspricht ungefähr der Stromproduktion der jeweiligen Kernkraftwerke.

Im Vergleich zu anderen Energieträgern sind diese Summen zwar niedriger – seit Kriegsbeginn bis Ende 2024 importierte Tschechien russisches Öl im Wert von etwa 138 Milliarden Kronen. Dennoch überwies Tschechien zwischen den Jahren 2022 und 2024 mehr Geld für Kernbrennstoff nach Russland als für humanitäre Hilfe und Militärtechnik für die Ukraine zusammen.
Allein im vergangenen Jahr gingen laut tschechischem Statistikamt fast 2,6 Milliarden Kronen für Kernbrennstoff nach Russland. TVEL gehört zum Rosatom-Konsortium, das nicht nur das zivile Atomprogramm, sondern auch Entwicklung, Produktion und Wartung des russischen Atomwaffenarsenals umfasst.
Der Kauf des russischen Kernbrennstoffs unterstützt somit nicht nur Russlands Krieg in der Ukraine, sondern stärkt auch die Einsatzfähigkeit seiner Nuklearstreitkräfte – jener Kräfte, mit deren Einsatz russische Staatsvertreter Europa regelmäßig drohen.
Tschechien wurde zudem bereits vor dem Einmarsch in die Ukraine auf die russische Liste „unfreundlicher Staaten“ gesetzt. Russland führt auch auf tschechischem Gebiet hybride Operationen durch, darunter Sabotage, Brandanschläge, Einflussoperationen und Cyberangriffe gegen zivile Infrastruktur.

Suche nach einem Ersatz...
Als erstes Land begannen die Finnen mit der Suche nach Ersatz für VVER-440-Brennstoff. Im November 2022 unterzeichneten sie einen Vertrag mit Westinghouse. Im Jahre 2024 wurde erstmals neuer Brennstoff in Loviisa eingesetzt. Formal besteht der russische Liefervertrag noch bis zum Jahr 2030, doch bei erfolgreicher Umstellung könnte die Abhängigkeit früher enden.
Allerdings enthalten Brennstoffverträge häufig sogenannte Take-or-Pay-Klauseln. Das bedeutet: Der Kunde muss zahlen, selbst wenn er die Abnahme reduziert oder beendet. Da Kernbrennstoff bislang nicht von Sanktionen erfasst ist, gibt es keine Möglichkeit, bestehende Verträge wegen höherer Gewalt zu kündigen.
ČEZ schloss im Jahre 2023 einen Vertrag mit Westinghouse für Dukovany. Im Juni 2025 trafen die ersten Brennelemente ein, benötigen jedoch noch die Genehmigung der tschechischen Atomaufsicht. Der bestehende Vertrag mit Russland läuft bis zum Jahr 2028. ČEZ will ihn aus wirtschaftlichen Gründen erfüllen – auch weil die vollständige Umstellung erst bis 2028 möglich ist.
Ungarn und die Slowakei verfolgen ähnliche Strategien: Beide Länder haben langfristige Verträge mit TVEL, suchen aber parallel nach Alternativen bei Westinghouse und Framatome.

Doch die Abhängigkeit betrifft nicht nur fertige Brennelemente, sondern auch frühere Stufen des Brennstoffkreislaufs – Uranabbau, Konversion und Anreicherung. Russland verfügt über erhebliche Kapazitäten, insbesondere bei der Urananreicherung (rund 46 Prozent der weltweiten Kapazität). Ein vollständiger Ersatz würde umfangreiche Investitionen in die Erweiterung der Kapazitäten in Europa und den USA erfordern und dürfte laut Financial Times erst nach dem Jahr 2032 vollständig möglich sein.
Trotz dieser Bemühungen muss es jedoch nicht zu einem vollständigen Ausschluss Russlands kommen. Ein Beispiel dafür ist die geplante Herstellung von Brennstoff für VVER-Reaktoren im deutschen Lingen. Diese soll von einem Gemeinschaftsunternehmen der Firmen Framatome und TVEL übernommen werden. Nach Angaben von Framatome sollen aus Russland bereits fertige Brennstäbe mit Pellets aus angereichertem Uran geliefert und in Lingen lediglich zu Brennelementen zusammengesetzt werden. Lieferant des Endprodukts wäre zwar Framatome, die Produktion bliebe jedoch von der russischen Seite abhängig, die Inhaberin der Lizenz ist und als Subunternehmer auftreten soll.
Zugleich gilt weiterhin, dass die Bindung an Russland in der Kernenergie bei einigen Ländern noch eine Ebene höher reicht – es geht nicht nur um Brennstoff, sondern direkt um den Bau neuer Reaktorblöcke russischer Bauart.
Finnland hat nach der russischen Invasion in die Ukraine das geplante russisch-finnische Projekt des Kernkraftwerks Hanhikivi gestrichen, Ungarn setzt eine ähnliche Zusammenarbeit jedoch fort. Auf Grundlage eines zwischenstaatlichen Abkommens aus dem Jahr 2014 sollen neben den bestehenden Blöcken des Kernkraftwerks Paks zwei neue Reaktoren mit jeweils 1200 MW Leistung entstehen. Den Bau übernimmt Rosatom, finanziert werden soll das Projekt über ein zwischenstaatliches Darlehen Russlands, das rund 80 Prozent der Kosten decken soll.
Die fortgesetzte Zusammenarbeit mit russischen Lieferanten ermöglicht es letztlich, Druck auf einzelne EU-Staaten auszuüben und deren Außenpolitik zu beeinflussen. Diese Tatsache – zusammen mit der fortbestehenden Abhängigkeit von russischen Importen – ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Sanktionen gegen den Import russischer Nuklearmaterialien auf Ebene der Europäischen Kommission erst im Mai 2025 offiziell und zudem nur in sehr begrenztem Umfang diskutiert wurden. Die Verabschiedung eines einheitlichen europäischen Rahmens zur Begrenzung der Einfuhr russischer Brennstoffe und Technologien wird derzeit durch unterschiedliche Positionen der Mitgliedstaaten gebremst.

Wenn wir die Risiken dieser Abhängigkeit vermeiden wollen, müssen wir gegenüber russischen Unternehmen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene deutlich entschlossener auftreten.

Der Text entstand in Zusammenarbeit mit dem Prager Büro der Heinrich-Böll-Stiftung.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... ivo-299650



Auch mit einer Petition kämpfen die Menschen gegen die Müllverbrennungsanlage
27.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9
Autor: Antonín Pelíšek

TEMELÍN – Eine Verbrennungsanlage für Industrieabfälle wird von den Bewohnern der Gemeinden rund um den geplanten Standort abgelehnt. Dieser befindet sich in der Nähe des Kernkraftwerks Temelín. Der Widerstand war so stark, dass innerhalb weniger Tage mehr als zweitausend Menschen eine Petition gegen das Vorhaben unterzeichneten.
Den Bau kündigte kürzlich ein multinationales Unternehmen mit österreichischem Kapital an. Am vergangenen Freitag wurde die Petition beim Kreisamt eingereicht, das für das Projekt ein sogenanntes Feststellungsverfahren durchführt.
„Unterschriften wurden an zwölf Orten gesammelt, beispielsweise in Týn nad Vltavou und in den umliegenden Gemeinden. Unserer Ansicht nach unterschätzt die veröffentlichte Dokumentation des Investors die Besonderheiten unserer Region sowie deren kumulative Belastung durch weitere risikoreichen Bauvorhaben. Unser Ziel ist eine objektive Prüfung im Rahmen der sogenannten großen UVP“, erklärte Pavel Píha aus Litoradlice im Namen des Petitionsausschusses.

Auch die Gemeinderäte von Temelín sprachen sich gegen das Projekt aus und übermittelten ihre ablehnende Stellungnahme der Umweltabteilung des Kreisamts. Die durch das Kernkraftwerk belasteten Gemeinden befürchten eine Zunahme des Verkehrs und weitere negative Auswirkungen. Sie schließen auch eine Verteidigung mittels Referendum nicht aus.
Die Anlage soll jährlich 20.000 Tonnen Abfälle, darunter auch gefährliche, beseitigen. Aus der entstehenden Energie soll Strom erzeugt werden. Nach der Verbrennung bleibt etwa ein Drittel der Menge in Form von Flugasche und Schlacke zurück.
Die meisten Gegner weisen auf das Zusammentreffen weiterer geplanter Bauvorhaben in der Region hin, etwa ein geplantes Endlager für radioaktive Abfälle oder die Erweiterung des Kernkraftwerks sowie den Bau eines modularen Reaktors.
Kristýna Jakubcová, Sprecherin der Gesellschaft FCC, zu der der Investor gehört, räumte kürzlich ein, dass das Projekt zwar ein regionales Vorhaben sei, eine größere Reichweite jedoch nicht ausgeschlossen werde.
Bessere Chancen auf eine Baugenehmigung dürfte hingegen offenbar das Vorhaben des Unternehmens ČEZ haben, nördlich des Kernkraftwerks einen großen Solarpark zu errichten. Dieser soll auf einem als Schutzzone ausgewiesenen Areal des Kraftwerkes entstehen, auf dem weder gebaut noch landwirtschaftlich gewirtschaftet werden darf. Der Investor erhielt bereits im vergangenen Dezember eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung und wies nun Umweltverbände darauf hin. Die Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 4.314 kWp soll dreißig Jahre in Betrieb sein. Jährlich soll sie so viel Strom erzeugen, wie etwa tausend Haushalte verbrauchen.
/gr/


Windenergie: Tschechien liegt deutlich hinter Europa zurück
27.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 11 (ČTK)

Tschechien gehört zu den Ländern mit der langsamsten Entwicklung der Windenergie in Europa. Auf dem Kontinent kamen im vergangenen Jahr 19,1 Gigawatt (GW) an Windkraftanlagen hinzu, wovon Tschechien mit 13 Megawatt (MW) lediglich 0,07 Prozent ausmachte.
Tschechien liegt auch beim Anteil der Windenergie an der gesamten Stromproduktion deutlich zurück. Dies geht aus den Statistiken des Verbands WindEurope hervor. Laut Daten der Branchenverbände gibt es in Tschechien mehr als 200 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 372 MW; ihr Anteil an der Stromerzeugung beträgt rund ein Prozent.
/gr/


Studenten lernen, Ökologie in der Praxis anzuwenden
27.02.2026 Tageszeitung Právo Seite 6
Autor: Michael Polák

Die Arbeit mit Energiequellen verändert sich. Der Bergmann ist nicht mehr „Herr im Haus“, die Bergwerke werden geschlossen, und es gilt, sich an eine neue Realität anzupassen. Fachkräfte, die das Ende des Kohleabbaus nicht überrascht, will man an der Universität in Ústí nad Labem ausbilden. Bereits im September wird dort ein neuer Bachelorstudiengang eröffnet.
Seine Absolventen sollen ökologisch wie auch ökonomisch denken können, mit erneuerbaren Energiequellen arbeiten, Recycling nutzen und neue Lösungen für die Nutzung von Rohstoffen suchen. Interesse an den Studenten haben bereits die Unternehmen Orlen Unipetrol und ČEZ bekundet.
Das Studienprogramm „Nachhaltigkeit erneuerbarer Rohstoffquellen“ wird von der Fakultät für Umwelt der Jan Evangelista Purkyne - Universität (UJEP) getragen.

„Die Zusammenarbeit mit der regionalen Industrie wird für die Studenten entscheidend sein. Organisationen sollen Themen für Abschlussarbeiten maßgeschneidert nach ihren Bedürfnissen vergeben. Die Studierenden werden dann Forschung betreiben, die sich in der Praxis nutzen lässt“, erklärte die Sprecherin der UJEP, Jana Kasaničová.
Nach Ansicht von Martin Růžička, Direktor für Dekarbonisierung bei Orlen Unipetrol, werden solche Fachleute für die Zukunft der Region Ústí unerlässlich sein.
„Sie werden sich in den hiesigen Unternehmen direkt an der Transformation der Industrie beteiligen, und ihre Spezialisierung wird auch für lokale Unternehmer attraktiv sein. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch nach dem Hochschulabschluss hier bleiben“, sagte Růžička.
Die Fakultät für Umwelt der UJEP feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen. Ihre Geschichte ist eng mit dem Schicksal Nordböhmens verbunden. Sie entstand im Jahre1991, um bei der Wiederherstellung einer durch die damalige Industrie stark geschädigten Landschaft zu helfen.
/gr/


Temelín stellte im vergangenen Jahr mehr als hundert neue Mitarbeiter ein
27.02.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite: 4

Temelín – Genau 108 neue Mitarbeiter nahm ČEZ im vergangenen Jahr im Kernkraftwerk Temelín auf. Der Grund dafür sind ein Generationenwechsel sowie die Vorbereitung neuer Projekte. Auch in diesem Jahr planen das Energieunternehmen CEZ, knapp einhundert weitere Mitarbeiter für Temelin einzustellen.
Insgesamt fanden im vergangenen Jahr 1.268 Beschäftigte bei ČEZ eine Anstellung. In Temelín traten vor allem Maschinenbauer, Elektriker und Werkstoffingenieure ihre Stellen an. Unter den neuen Mitarbeitern waren auch 27 Frauen, dreizehn Operatoren sowie Beschäftigte für ein Team, das das Projekt eines kleinen modularen Reaktors vorbereiten wird.
„Das Kraftwerk durchläuft einen Generationenwechsel. Erfahrene Mitarbeiter gehen in den Ruhestand, und wir benötigen neue Kräfte als Ersatz. Neben Operatoren und unterstützendem technischem Personal suchen wir auch Techniker, die beispielsweise geplante Investitionsmaßnahmen betreuen werden“, erklärte der Direktor des Kernkraftwerks Temelín, Petr Měšťan.
Im Zusammenhang mit dem Generationenwechsel plant das Kraftwerk in diesem Jahr die Einstellung von knapp einhundert Personen. „Wir liegen ungefähr bei der Mitarbeiterzahl, die wir für den derzeitigen Betrieb benötigen. Neben dem Generationenwechsel hängen weitere Neueinstellungen vor allem mit neuen Projekten zusammen“, ergänzte Měšťan.
/gr/



Bei dem Kernkraftwerk Saporischschja wurde wegen Reparaturen ein Waffenstillstand eingeführt
27.2.2026 Seznam Zpravy
ČTK

Laut dem russischen Staatsunternehmen Rosatom wurde am Kernkraftwerk Saporischschja eine lokale Waffenruhe eingeführt. Dies geschieht aufgrund von Reparaturen an Stromleitungen, die vor Ort von Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation überwacht werden.

Am von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja wurde eine lokale Waffenruhe eingeführt, damit Techniker die Stromleitungen reparieren können, sagte am Freitag laut russischen Agenturen der Leiter des russischen Staatsunternehmens Rosatom, Alexej Lichačow. Die ukrainische Seite hat sich bislang nicht zu der Waffenruhe geäußert.

An der Vermittlung der Vereinbarung über eine lokale Waffenruhe war nach Angaben Lichačows auch der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, sowie Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums, der Rosgwardija und des Außenministeriums beteiligt. „Vor Ort sind Experten der IAEO und überwachen die Reparaturarbeiten“, erklärte der Rosatom-Chef.
Die Russen brachten das Kernkraftwerk Saporischschja, die größte Anlage dieser Art in Europa, vor vier Jahren wenige Tage nach dem Einmarsch in die Ukraine unter ihre Kontrolle. Das Kraftwerk befindet sich nahe der Frontlinie, und beide Seiten werfen einander vor, es zu beschießen. Seine Reaktoren sind abgeschaltet.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/zahr ... ani-299838
/gr/




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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 2.3.2026:

Inhalt:
Rund um das von Russland besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja gilt eine Waffenruhe.
Havlíček: Wir wissen schon, wie wir ČEZ verstaatlichen werden.
Städte in der Nähe von Dukovany erwarten Bevölkerungszuwachs.
Náměšť nad Oslavou saniert die Straße beim Schloss.
Ausbau von Dukovany: Alles läuft nach Plan, die geologischen Untersuchungen gehen weiter.
Immobilienpreise im Raum Třebíč steigen. Wegen des Baus neuer Reaktorblöcke in Dukovany sind die Kaufkosten fast um ein Drittel gestiegen

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Rund um das von Russland besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja gilt eine Waffenruhe
28.02.2026 Tageszeitung Ceskobudejovicky denik / Budweiser Tageszeitung Seite 4 (ČTK)
Rubrik: 24 Stunden zu Hause und in der Welt

Moskau – Beim von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja wurde eine lokale Waffenruhe eingeführt, damit Techniker die Stromleitungen reparieren können, sagte gestern laut russischen Agenturen der Chef des russischen Staatskonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow. An der Vereinbarung über die lokale Waffenruhe war nach Angaben Lichatschows auch der Leiter der Internationale Atomenergie-Organisation, Rafael Grossi, beteiligt.

Die Russen brachten das Kernkraftwerk Saporischschja, die größte Anlage dieser Art in Europa, vor vier Jahren wenige Tage nach dem Einmarsch in die Ukraine unter ihre Kontrolle. Das Kraftwerk liegt nahe der Frontlinie, und beide Seiten werfen sich gegenseitig seinen Beschuss vor.
/gr/



Havlíček: Wir wissen schon, wie wir ČEZ verstaatlichen werden
28.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 11
Autor: Vladimir Vokal

Details werde ich aber nicht nennen, das würde die Aktien bewegen, sagt Industrieminister Karel Havlíček….

Der Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček erklärte in der Sendung Rozstřel auf iDNES.cz, dass die Regierung ein Szenario für den Aufkauf der Minderheitsanteile von ČEZ habe. Konkrete Schritte wollte er jedoch mit Verweis auf die Marktsensibilität der Informationen nicht kommentieren. Zugleich räumte er ein, dass das Ende der Kohle nicht festgeschrieben sei. Einige Kraftwerke könnten auch noch im Jahr 2040 in Betrieb sein.

-Frage: In Ihrem Regierungsprogramm schreiben Sie, dass der Aufkauf privater ČEZ-Aktien nicht aus dem Staatshaushalt, sondern durch einen unternehmenseigenen Rückkauf finanziert werden soll. Haben Sie einen Zeitplan? Wann beginnt das?
-Wir werden es nicht aufschieben. Das Szenario steht, aber da es sich um kursrelevante Informationen handelt, werde ich keine Details nennen. Jede Information könnte sich sofort auf den Aktienkurs auswirken, daher bitte ich um Geduld. Es ist eine Verpflichtung aus dem Regierungsprogramm, und wir werden sie erfüllen.

-Frage: Wird es noch in diesem Jahr passieren?
-Dieses Jahr ist es auf keinen Fall zu schaffen. Ich habe immer gesagt, dass es sich um eine anspruchsvolle Transaktion handelt, aber wir werden sie bewältigen. Wir werden sie nicht aufschieben und ich bin überzeugt, dass es in der ersten Hälfte der Legislaturperiode dazu kommt. Wir wissen schon , wie wir dabei vorgehen werden.

-Frage: Die Menschen interessiert, ob sich ČEZ verschulden wird, ob es aus seinen Vermögenswerten finanziert wird oder etwa durch die Ausgabe von Anleihen. Sind diese Varianten im Spiel?
-Ich verstehe das Interesse. Gerade wegen der großen Zahl von Aktionären und weil die Aktien täglich gehandelt werden, würde jede öffentliche Äußerung Spekulationen auslösen, ob der Kurs steigt oder fällt. Daher bitte ich um Geduld.

-Frage: Sie behaupten, die Verstaatlichung ermögliche Investitionen in Kernenergie und Gas. Warum geht das nicht bei der jetzigen Mehrheitskontrolle des Staates?
-Es geht, aber sehr kompliziert. Das energiepolitische Umfeld hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert, und der Staat investiert heute nicht nur in Erzeugungsquellen, sondern auch in Energiesicherheit. In ganz Europa sichern Regierungen Produktionskapazitäten vorab, garantieren Abnahmepreise und Kredite für Investoren und beteiligen sich in gewissem Sinne an einer „Verstaatlichung“ der Risiken. Diese Situation ist nicht kurzfristig. Die Interessen der Minderheitsaktionäre, die verständlicherweise die Rendite maximieren wollen, und die des Staates, der Sicherheit gewährleisten muss, gehen daher auseinander. Beim Gas etwa kann der Staat eine langfristige Versorgungssicherung anstreben statt Käufe am Tagesmarkt. Das stärkt die Sicherheit, kann aber teurer sein, was Aktionäre kritisieren könnten.

-Frage: Ist das also eine strategische Frage?
-Ja. Wenn der Staat nahezu alle Risiken trägt, sollte er entsprechend über Eigentum und künftige Gewinne verfügen. Zugleich muss es für die Minderheitsaktionäre ein faires Angebot sein – sie dürfen nicht benachteiligt werden. Es ist ein Schritt, der in erheblichem Maße durch die Energiesituation in Europa erzwungen wird.

-Frage: Ist das Mantra der unsichtbaren Hand des Marktes in der Energiewirtschaft vorbei?
-Eindeutig. Der Energiemarkt hat sich verändert. Heute baut niemand mehr ein großes Kraftwerk, ohne dass der Staat Abnahmepreise und Kredite garantiert. Investitionen in die Kernenergie tätigt ohnehin nicht mehr ČEZ allein, sondern der Staat über die Gesellschaft Dukovany II, die er vollständig kontrolliert und über Garantien sowie ein Darlehen finanziert.

-Frage: Im Regierungsprogramm steht, dass Sie das Baugenehmigungsverfahren für die neuen Kernkraftwerksblöcke Dukovany 5 und 6 sowie die Vorbereitung der Projekte Temelín 3 und 4 einleiten. Ist der Baubeginn des ersten neuen Blocks in Dukovany 2029 realistisch?
-Ja, das ist zu schaffen. Wir halten uns weiterhin an den Zeitplan, den wir im Jahre 2019 im Rahmen des neuen Kernenergieprogramms vorbereitet haben. Der Zeitplan wird eingehalten. Ich habe mich auch mit dem südkoreanischen Industrieminister getroffen, und wir haben bestätigt, dass der Zeitplan realistisch ist.

-Frage: Und der Probebetrieb bis Ende 2036 sowie der kommerzielle Betrieb 2038? Gilt das noch oder gibt es bereits Verzögerungen?
-Das gilt. Diskutiert wird, ob der Probebetrieb Ende 2036 oder Anfang 2037 beginnt. Es handelt sich jedoch um eine Verschiebung um Monate, was meiner Ansicht nach keine entscheidende Rolle spielt. Der ursprüngliche Plan gilt weiterhin.

-Frage: Und Temelín? Die Ausschreibung für Dukovany enthielt eine Option auf weitere Blöcke. Wäre es strategisch nicht sinnvoller, für Temelín einen anderen Lieferanten zu wählen?
-Nach unserem Amtsantritt haben wir sofort die Vorbereitung von zwei weiteren Blöcken in Temelín aufgenommen. Die Regierung sollte im Laufe des Jahres 2027 – voraussichtlich im ersten Halbjahr – entscheiden, ob sie fortfährt. Wenn ja, beauftragt sie den Investor, also ČEZ oder seine Tochtergesellschaft, mit der Vorbereitung. ČEZ wird gemäß der festgelegten Strategie und weitgehend auch entsprechend den Vereinbarungen mit dem südkoreanischen Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power vorgehen, also die Option auslösen. Das Recht auf das erste Angebot hätten die Südkoreaner. Das schließt jedoch nicht aus, dass sich auch andere an der Vorbereitung einer Ausschreibung beteiligen. Realistisch kämen eher die Franzosen in Betracht; die Amerikaner arbeiten in gewisser Form mit KHNP zusammen, aber ich möchte nichts vorwegnehmen. In jedem Fall werden wir das beste Angebot auswählen.

-Frage: Und wird das schon mit einem verstaatlichten ČEZ geschehen?
-Das kann ich jetzt nicht sagen. Wenn der Staat im nächsten Jahr nach einer positiven Entscheidung ČEZ mit der Vorbereitung beauftragt, betrifft das Temelín. Gleichzeitig wird auch darüber entschieden, ob an demselben Standort ein kleiner modularer Reaktor vorbereitet wird. Das muss gemeinsam unter logistischen, zeitlichen und finanziellen Gesichtspunkten bewertet werden. ČEZ erhält dann einen Zeitrahmen von maximal einem Jahr, um die Angebote abzuschließen, und im Laufe des Jahres 2028 würde eine endgültige Lösung für zwei große Blöcke, gegebenenfalls auch für einen kleinen modularen Reaktor, vorgelegt. Im Jahre 2028 würde dann die Regierung entscheiden.

-Frage: Verschieben Sie das Ende der Stromerzeugung aus Braunkohle?
-Bei den Strompreisen haben wir die regulierte Komponente beeinflusst: Netzentgelte, erneuerbare Energien und Ähnliches. Das haben wir gleich zu Beginn unserer Amtszeit getan. Die Fachöffentlichkeit bewertet das positiv. Die Kritik, dass „der Staat dafür zahlt“, halte ich nicht für stichhaltig – es fließt über Einnahmen an den Staat zurück. Und wir machen weiter: Wir konzentrieren uns auf energieintensive Branchen. Noch in diesem Jahr werde ich sicherstellen, dass rückwirkend die Kompensation indirekter Kosten für 2025 erfolgt und wir sie auf weitere 22 Branchen ausweiten.
/Auszug/
/gr/



Städte in der Nähe von Dukovany erwarten Bevölkerungszuwachs
02.03.2026 Wochenzeitung Náš region Jižní Morava / Unsere Region Südmähren
Rubrik: Nachrichten - Seite: 8

Die Bürgermeister von Städten in den Regionen Brno und Znojmo, die nahe am Kernkraftwerk Dukovany liegen, rechnen in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Bevölkerungswachstum im Zusammenhang mit dem Bau neuer Reaktorblöcke. Der Baubeginn ist für das Jahr 2029 geplant, vorbereitende Arbeiten sollen vorausgehen. Erwartet werden Tausende Arbeiter sowie qualifizierte Ingenieure und weitere Fachkräfte. Gemeinsam mit Entwicklern bereiten die Städte eine relativ umfangreiche Errichtung von Wohnungen und Einfamilienhäusern vor.
Der Anstieg der Wohnungspreise war in den vergangenen vier Jahren jedoch sehr unterschiedlich, wie aus einer Analyse der Nachrichtenagentur ČTK auf Grundlage der Preiskarte auf dem Portal Sreality.cz hervorgeht.

Während sich in Ivančice, Oslavany und Zbýšov die Preise verkaufter Wohnungen bis 100 Quadratmeter zwischen den Jahren 2022 und 2025 um bis zu zehn Prozent erhöhten, waren es in Rosice 13,8 Prozent und in Moravský Krumlov sogar 58,2 Prozent. In der Regionalhauptstadt Brno stiegen die Preise im selben Zeitraum um 19,5 Prozent.
Der extreme Preisanstieg in Moravský Krumlov ist darauf zurückzuführen, dass der Quadratmeterpreis dort im Jahre 2022 deutlich niedriger war als in den anderen Städten – nämlich 38.300 Kronen. Zweitgünstigster Ort war Zbýšov mit 51.000 Kronen pro Quadratmeter. Am teuersten waren die Wohnungen damals in Rosice mit 74.900 Kronen pro Quadratmeter, da Rosice von diesen Orten am besten an Brno angebunden sind. In Brno lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis damals bei 99.200 Kronen, im vergangenen Jahr bei 118.500 Kronen.
Mit Ausnahme von Moravský Krumlov verzeichneten alle Städte in der Nähe von Dukovany eine ähnliche Entwicklung: im Jahre 2023 sanken die Preise im Jahresvergleich. In Zbýšov setzte sich der Rückgang auch im Jahre 2024 fort, während in den übrigen Städten die Preise bereits wieder stiegen. Im vergangenen Jahr erhöhten sie sich überall.

Trotz des stärksten relativen Wachstums bleibt Krumlov die günstigste Stadt für Wohnungskäufe. Im vergangenen Jahr zahlten Käufer dort 60.600 Kronen pro Quadratmeter, in Oslavany 67.850 Kronen. Für etwa 74.000 Kronen pro Quadratmeter wurden Wohnungen in Ivančice und Zbýšov verkauft, am teuersten waren sie in Rosice mit 85.200 Kronen pro Quadratmeter. Die Statistik unterscheidet nicht zwischen Neubauten und älteren Wohnungen.
Am weitesten fortgeschritten ist die Bautätigkeit in Oslavany, wo sich das Gebiet „Pod starou horou“ in einem fortgeschrittenen Baustadium befindet.
Vizebürgermeister Svatopluk Staněk erklärte, dort könnten rund 1.200 Menschen ein neues Zuhause finden, davon etwa 800 neue Einwohner; der Rest werde voraussichtlich aus der örtlichen Bevölkerung stammen.
In Ivančice soll noch in diesem Jahr im Gebiet Horní Pancíře mit dem Bau begonnen werden, wo Wohnraum für 1.400 bis 1.600 Menschen entstehen soll. Auch im Gebiet Černá Pole ist ein Projekt für 500 bis 600 Bewohner geplant.
Moravský Krumlov hat drei Standorte vorbereitet.„Die Stadt könnte um etwa 1.000 neue Einwohner wachsen“, sagte Stadtrat Tomáš Třetina.
Zbýšov könnte laut Bürgermeister Jakub Dobšík in der Nähe des Stadions neuen Wohnraum für bis zu 1.300 Menschen anbieten. Rosice entwickeln sich angesichts der Nähe zu Brno und der dauerhaften Nachfrage bereits seit Langem kontinuierlich weiter.
/gr/



Náměšť nad Oslavou saniert die Straße beim Schloss
02.03.2026 Tageszeitung Právo Region Vysocina – Seite 15 ČTK

Die Stadt Náměšť nad Oslavou im Bezirk Třebíč lässt eine Projektdokumentation für die Sanierung der Straße beim Schloss erstellen. Die Kosten belaufen sich auf mehr als 850.000 Kronen.
Nach Angaben von Bürgermeister Jan Kotačka ist es notwendig, den Bau von Gehwegen, Fußgängerüberwegen oder Parkplätzen vorzubereiten, bevor die Sanierung der Straße in Richtung Jinošov beginnt. Diese Straße gehört zu den sogenannten Zuliefertrassen für den Bau neuer Reaktorblöcke des Kernkraftwerk Dukovany.
Eine wesentliche Veränderung für Fußgänger wird laut Kotačka darin bestehen, dass die Straße im Bereich der Zufahrt zum Schloss näher an das Wildgehege verlegt wird. Das Ziel der Anpassung ist es, mehr Raum für den Gehweg entlang der Gebäude zu gewinnen, der sich an deren Ecke verengt und derzeit direkt in die Fahrbahn mündet. Zudem soll auch der Parkplatz beim Schloss umgestaltet werden.
/gr/


Ausbau von Dukovany: Alles läuft nach Plan, die geologischen Untersuchungen gehen weiter
27.2.2026 Nas region
Autorin: Simona Knotková

Die im vergangenen August begonnenen geologischen Untersuchungen für zwei neue Blöcke der Atomkraftwerks Dukovany verlaufen planmäßig. Die Feldarbeiten werden im April abgeschlossen sein, sagte am Donnerstag in Třebíč Martin Uhlíř von der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), die als Investor des Projekts fungiert. Die bei den Untersuchungen entnommenen Proben werden fachlich ausgewertet und dienen als Grundlage für die Projektplanung. Einige werden bereits von Fachleuten an Hochschulen in Brünn und Prag sowie von Experten im Ausland analysiert.
Die Untersuchungen werden für das koreanische Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) durchgeführt, das den Auftrag zum Bau der neuen Dukovany-Blöcke erhalten hat. Insgesamt sollen rund 300 Bohrungen unterschiedlicher Tiefe vorgenommen werden. „Insgesamt werden wir etwa 13 Kilometer Bohrungen durchgeführt haben“, sagte Uhlíř bei einem Treffen, das der Verein Energetické Třebíčsko zum Ausbau von Dukovany organisiert hatte.
Die derzeitigen Bohrarbeiten haben laut Uhlíř keine Überraschungen gebracht. „Wir haben diese geologischen Untersuchungen im Voraus durchgeführt, um sicherzugehen, dass wir an diesem Standort tatsächlich ein Kernkraftwerk bauen können“, erklärte er. Die Bohrlöcher werden anschließend versiegelt, und die Grundstücke werden vorläufig wieder den Landwirten zur Nutzung überlassen.

„Im Januar 2029 möchten wir die Baustelle an den Lieferanten übergeben“, sagte Uhlíř. Es folgen Erdarbeiten zur Vorbereitung der Baufläche. Ein Jahr später soll mit den Betonarbeiten begonnen werden, und 2033 soll der Reaktor installiert werden. „Mit dem Einbringen des Brennstoffs in den ersten neuen Block rechnen wir im Jahr 2036“, so Uhlíř.
Für den Betrieb eines Blocks werden rund 800 Beschäftigte benötigt, für beide neuen Blöcke etwa 1.500. Die Koreaner führen derzeit in der Region Gespräche über Unterbringungsmöglichkeiten für die beim Bau des Kernkraftwerks benötigten Arbeitskräfte. Zu Beginn werden es etwa 2.000 Personen sein, in der Hochphase im Jahr 2034 rund 6.000, erklärte Uhlíř.
Neben den geologischen Untersuchungen besteht die Vorbereitung des Baus der Dukovany-Blöcke derzeit vor allem in der Projektierung, sagte Uhlíř, der bei EDU II für Bau, Inbetriebnahme und künftigen Betrieb der Kernkraftwerksblöcke zuständig ist. Im Sommer dieses Jahres wird vor Ort ein neues Verwaltungsgebäude fertiggestellt. „Künftig wird es zum Steuerungszentrum des gesamten Projekts. Eine der Etagen in diesem Verwaltungsgebäude ist für die Firma KHNP vorgesehen“, sagte Uhlíř.
Der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke in Tschechien dürfte der größte inländische Auftrag sein. Die Kosten für den Bau von zwei Reaktoren in Dukovany belaufen sich zu aktuellen Preisen auf 407 Milliarden Kronen. Das Kraftwerk Dukovany verfügt derzeit über vier Blöcke, die in den Jahren 1985 bis 1987 in Betrieb genommen wurden.
Quelle: ČTK
/gr/


Immobilienpreise im Raum Třebíč steigen. Wegen des Baus neuer Reaktorblöcke in Dukovany sind die Kaufkosten fast um ein Drittel gestiegen
2.3.2026 irozhlas.cz / Tschechischer Rundfunk

Der Bau neuer Reaktorblöcke des Atomkraftwerkes Dukovany treibt die Immobilienpreise im Raum Třebíč in die Höhe. Die Kosten für den Erwerb einer Wohnung stiegen dort im vergangenen Jahr im Jahresvergleich um nahezu 30 Prozent. Das geht aus einer Blitzumfrage des Tschechischen Rundfunks hervor. Der landesweite Durchschnitt lag hingegen nur bei rund 13 Prozent. Nach Angaben befragter Makler kann das Angebot die Nachfrage nicht decken. Auch Einheimische, die über einen Kauf nachdenken, bemerken den Preisanstieg.

Jakub Kovář aus Dalešice schaut täglich in Immobilienangebote. Der Gartenbautechniker lebt derzeit noch bei seinen Eltern und möchte sich mit 26 Jahren gerne eine eigene Wohnung in Třebíč kaufen.
„Ich beobachte das seit etwa einem Jahr intensiv, insgesamt beschäftige ich mich damit zwei bis drei Jahre. Man kann sagen, dass die Preise bei allen Wohnungen um etwa 750.000 bis eine Million Kronen gestiegen sind. Vor drei Vierteljahr gab es eine Anzeige für eine 3+1-Wohnung vor der Renovierung für 3,5 Millionen Kronen, aber damals war ich noch nicht schnell genug, um so eine Wohnung sofort zu kaufen“, sagt er gegenüber dem Regionalsender Tschechischer Rundfunk Vysočina.
Bohuslav aus Slavětice vermietet hingegen Wohnungen – vier in Třebíč und zwei auf dem Land. „Ich habe kein Problem, sie zu vermieten. Alle warten, verkaufen und kaufen in der Erwartung, dass es für das Atomkraftwerk sein wird“, beschreibt er.
Nach Ansicht regionaler Immobilienmakler ist die geplante Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany der Hauptgrund für den rasanten Preisanstieg. Der Třebíč - Immobilienhändler Miroslav Prokeš bezifferte den Anstieg der Wohnungspreise im vergangenen Jahr auf nahezu 30 Prozent.

„Es war lange Spekulation, ob gebaut wird oder nicht. Als öffentlich darüber gesprochen wurde und bereits die vorige Regierung intensiv davon sprach, nahm das Ganze konkrete Formen an. In diesem Moment hörten die Leute auf zu verkaufen, und es gab nur noch wenige Wohnungen auf dem Markt“, sagt der Makler.
Einen Preisanstieg im Bereich mehrerer Zehnprozentpunkte verzeichnet auch der Třebíč - Makler Jakub Křeček. „Der Ausbau ist ein starker Faktor, der Menschen in die Region zieht – sei es zum Wohnen oder als Investoren. Ich befürchte, dass die Preise weiter steigen werden. Natürlich haben wir keine Kristallkugel und wissen nicht, in welche Höhen es noch gehen kann“, erklärt Křeček.
Auch andere Makler bestätigen diesen Trend. Laut einer Studie zu den Auswirkungen des Ausbaus auf die Region fehlen im Umfeld des Kraftwerks rund 3.000 Wohneinheiten für etwa 10.000 neu hinzukommende Arbeitskräfte einschließlich ihrer Familien.

Quelle:
https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/ce ... 020712_epo
/gr/



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Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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