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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 24.Februar 2026:

Inhalt:
Die Menschen aus der Umgebung von Temelín wehren sich gegen die geplante Müllverbrennungsanlage.
Manöver in Dalešice wegen eines Tauchers.
Die Slowakei stoppt Stromlieferungen an die Ukraine, bis der Öltransit wieder aufgenommen wird.
Havlicek versus Motoristen: Hohes Spiel um Windkraftwerke spaltet die Regierungskoalition.
Finnland hat mit dem Bau einer Pilotanlage für das Konzept eines kleinen modularen Reaktors begonnen.
Überlastete Netze in den Niederlanden zwingen Entwickler zur Installation von Batterien bei Wind- und Solarparks

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Die Menschen aus der Umgebung von Temelín wehren sich gegen die geplante Müllverbrennungsanlage
24.02.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 2 (ČTK)

Fast 2.400 Menschen haben innerhalb von fünf Tagen eine Petition gegen den Plan unterzeichnet, in Hůrka bei Temelín im Bezirk České Budějovice / Budweis eine Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle zu errichten. Die Einwohner fordern darin, dass die Region die Ausarbeitung einer vollständigen Dokumentation im Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung, der sogenannten großen UVP, anordnet.

Budweis – Am Sonntag endete die Frist für Stellungnahmen im UVP-Verfahren, am Freitag übergaben die Vertreter die Petition beim Kreisamt. Die Gegner des Baus wollen zudem die umliegenden Gemeinden dazu bewegen, ein lokales Referendum auszurufen. Das teilte der Sprecher des Petitionsausschusses, Pavel Píha, aus der Nachbargemeinde Litoradlice der Nachrichtenagentur ČTK mit.

„Gegen die Verbrennungsanlage haben sich nicht nur die Gemeindevertretung von Temelín entschieden gestellt, sondern auch die Stadtführung von Týn nad Vltavou. Dem Widerstand haben sich außerdem die Gemeinden Olešník, Všemyslice, Dříteň sowie Horní Kněžeklady mit ihren Ortsteilen angeschlossen. Einige der betroffenen Gemeinden erwägen zudem die Möglichkeit, lokale Referenden auszurufen, die den Gemeindevertretungen die Pflicht auferlegen könnten, den Bau der Verbrennungsanlage mit allen verfügbaren rechtlichen und kommunalen Mitteln zu blockieren“, erklärte Píha. Vertreter der umliegenden Gemeinden wollen die Gemeindevertretung von Temelín unterstützen, die den Bau der Müllverbrennungsanlage einstimmig abgelehnt hat.

Píha fügte hinzu, nach Ansicht von Experten unterschätze die Dokumentation des Investors die Belastung der Region, weise erhebliche Unvollständigkeiten bei den Eingangsdaten auf und biete keine ausreichenden Garantien für den Schutz der öffentlichen Gesundheit, der Wasserqualität und der landwirtschaftlichen Produktion in der Region. „Die Vertreter der Region bestehen darauf, dass das Kreisamt der Region Südböhmen die Ausarbeitung einer vollständigen Dokumentation, der sogenannten großen UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung), anordnet. Wir können nicht zulassen, dass über ein Projekt mit derart grundlegenden Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit in einem verkürzten Verfahren auf Grundlage unvollständiger Informationen entschieden wird. Wir fordern ein transparentes Verfahren, in dem alle Risiken unabhängig geprüft werden“, betonte Píha.

Die Gemeindevertreter von Temelín lehnten am 4. Februar den Bau einer Verbrennungsanlage für gefährliche Industrieabfälle im Gebiet Hůrka ab. Geplant ist die Anlage von der Firma Quail, die zur spanischen Gesellschaft FCC gehört. Das Vorhaben muss nun das UVP-Verfahren durchlaufen. Die Anwohner befürchten eine Zunahme des Schwerlastverkehrs. Nach Angaben der Unternehmensleitung soll sich jedoch der Betrieb auf dem Gelände, auf dem bereits jetzt Abfälle verarbeitet werden, nur minimal erhöhen.
Das Investitionsvorhaben „Industrieabfallverbrennungsanlage in Hůrka“ betrifft vor allem die Verarbeitung gefährlicher Industrie- und kommunaler Abfälle und kann auch medizinische Abfälle behandeln. Nach Angaben der Sprecherin von FCC Česká republika, Kristina Jakubcová, erfüllt der Bau sämtliche Anforderungen an eine sichere Abfallbeseitigung. Die Verbrennungsanlage, deren Errichtung Investitionen von einer bis zwei Milliarden Kronen erfordert, soll jährlich 20.000 Tonnen Abfall verarbeiten. Sollte das Vorhaben die Umweltverträglichkeitsprüfung bestehen, will die Firma Quail in etwa drei Jahren mit den Bauarbeiten beginnen und die Anlage im Jahr 2030 in Betrieb nehmen.
/gr/


Manöver in Dalešice wegen eines Tauchers
24.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 3
Autoren: Radek Laudin, Václav Janouš

DALEŠICE - Am Stausee Dalešice im Bezirk Třebíč waren gestern alle Einheiten des Integrierten Rettungssystems im Einsatz.
Gegen Abend bestätigte die Polizei, dass nach einem Polizeitaucher gesucht wird. Dieser tauchte bei einer gestrigen Übung an einer Stelle mit etwa vierzig Metern Tiefe nicht mehr auf.
„Im Stausee fand ein Training der Polizeitaucher statt, und leider ist einer der Kollegen bisher nicht wieder aufgetaucht“, informierte nach 18 Uhr der Sprecher des Polizeipräsidiums Ondřej Moravčík.

In Zusammenarbeit mit den übrigen Einheiten des Integrierten Rettungssystems dauerte die Suche bis in die Abendstunden an. „Erschwert wird sie vor allem durch die Wassertemperatur und die Tatsache, dass die Tiefe an der betreffenden Stelle etwa 40 Meter beträgt“, ergänzte Sprecher Moravčík.
Die Zufahrt zum Stausee von Kramolín her ist gesperrt. „Über die Straße ist ein Polizeiband gespannt, daneben steht auch eine Polizeiwache“, schilderte ein Reporter von MF DNES vor Ort. Der Polizist lässt Feuerwehrfahrzeuge passieren; vor 18 Uhr traf eine Kolonne von Transportern ein. „Der Einsatz wird nach Angaben der Polizei vermutlich bis morgen (Dienstag – Anm. d. Red.) andauern“, fügte der Reporter hinzu. Die Suche konzentriert sich auf den tieferen Teil des Stausees und reicht bis zur Staumauer nahe Kramolín.

Der Stausee Dalešice ist das tiefste Gewässer in der Tschechischen Republik; die maximale Tiefe beträgt bis zu 85 Meter. „Wir wurden gebeten, wegen der Suchaktion den Betrieb des Wasserkraftwerks einzustellen“, teilte Jiří Bezděk, Sprecher des Kernkraftwerks Dukovany, mit, dem der Stausee Dalešice untersteht.
Der Stausee am Fluss Jihlava südöstlich von Třebíč wurde im Jahre1970 als Speicher für technisches Wasser für das Kernkraftwerk Dukovany zu bauen begonnen. Er fasst bis zu 127 Millionen Kubikmeter Wasser.
„Wir wurden zur Unterstützung der Polizei gerufen. Eine Besatzung ist vor Ort“, sagte der Sprecher des Rettungsdienstes der Region Vysočina, Petr Janáček.
Die Kreisfeuerwehr rückte gegen 13.30 Uhr zum Stausee aus. Vor Ort waren Einheiten aus Hrotovice und Náměšť nad Oslavou mit Fahrzeugen und Bootsanhängern.
/gr/


Die Slowakei stoppt Stromlieferungen an die Ukraine, bis der Öltransit wieder aufgenommen wird
ČTK
Seznam Zpravy 24.2.2026

Bratislava wird die Maßnahme laut Premierminister Robert Fico aufheben, wenn die Ukraine den Öltransit in die Slowakei wieder aufnimmt.

Die Slowakei hat die Unterstützung der Ukraine in Form von Notstromlieferungen eingestellt, teilte der slowakische Premierminister Robert Fico am Montag mit. Bratislava werde diese Maßnahme aufheben, sobald die Ukraine den Transit von Erdöl in die Slowakei wieder aufnehme. Fico drohte Kiew zugleich mit weiteren Vergeltungsmaßnahmen, die er jedoch nicht näher präzisierte.
Am Montagabend erklärte Bratislava zudem, dass die Ukraine den Termin für die geplante Wiederaufnahme der Öllieferungen in die Slowakei erneut verschoben habe. Das ukrainische Energieunternehmen Ukrenerho teilte am Montagabend mit, die Entscheidung der Slowakei werde keinerlei Auswirkungen auf das Funktionieren des ukrainischen Energiesystems haben.
Öl in die Slowakei und nach Ungarn fließt seit den Januarangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur nicht mehr durch die Pipeline Druschba. Nach Angaben aus Bratislava und Budapest habe die Ukraine den Transport von russischem Öl aus politischen Gründen nicht wieder aufgenommen.

„Ab heute gilt: Wenn sich die ukrainische Seite mit der Bitte um Unterstützung bei der Stabilisierung des ukrainischen Energienetzes an die Slowakei wendet, wird sie eine solche Hilfe nicht erhalten“, sagte Fico, der bereits am vergangenen Wochenende mit einem Stopp der Stromlieferungen an die Ukraine gedroht hatte. Diese Lieferungen werden in der Slowakei vom staatlich kontrollierten Übertragungsnetzbetreiber SEPS sichergestellt, der in der Vergangenheit mit seinem ukrainischen Partner Ukrenerho einen Vertrag über Notstromlieferungen geschlossen hatte.
Ukrenerho erklärte, man habe die Slowakei zuletzt vor mehr als einem Monat um Nothilfe ersucht, und zwar in sehr begrenztem Umfang. „Eine mögliche Einstellung der Notstromlieferungen aus der Slowakei wird keinerlei Auswirkungen auf das Funktionieren des vereinten Energiesystems der Ukraine haben“, fügte das Unternehmen hinzu.

Nach Angaben Ficos ist die slowakische Regierung zu diesem Schritt befugt, ohne gegen internationale Regeln oder Verpflichtungen zu verstoßen. Das Portal Euractiv.sk schrieb jedoch, ein Stopp der Stromexporte aus der Slowakei in die Ukraine würde gegen EU-Marktvorschriften sowie gegen das Prinzip der Energiesolidarität verstoßen.
Der slowakische Premier fügte hinzu, sollte die Ukraine „weiterhin die Interessen der Slowakei bei der Lieferung strategischer Rohstoffe schädigen“, werde die slowakische Regierung auch ihre bisherigen Positionen zur EU-Mitgliedschaft der Ukraine überdenken und weitere Maßnahmen vorbereiten. Gegen die Ambitionen Kiews auf einen EU-Beitritt tritt auch Ungarn auf.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/zahr ... opy-299561
/gr/



Havlicek versus Motoristen: Hohes Spiel um Windkraftwerke spaltet die Regierungskoalition
24.2.2026 Info.cz

Filip Turek und seine Motoristen sind gegen Karel Havlíček in die Offensive gegangen. Und warum? Wegen Windrädern! Ja, Sie hören richtig – der unerwartete Streit dreht sich um eine scheinbare Marginalie, nämlich die Planung von Beschleunigungszonen für Windkraftanlagen. Doch im Hintergrund des Konflikts, der derzeit die Regierungskoalition spaltet, steckt weit mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Und wie Martin Schmarcz anmerkt, lohnt es sich am meisten zu verfolgen, wohin das Geld fließt.

Es handelt sich um einen der ersten deutlichen Konflikte innerhalb der Regierungskoalition. Diese war bislang in der Lage, unterschiedliche Positionen zu zahlreichen Themen überwiegend hinter verschlossenen Türen zu überbrücken. Das hat sich nun geändert. Der Streit über Beschleunigungszonen für Windkraftanlagen stellt Karel Havlíček und Filip Turek einander gegenüber – beziehungsweise den Minister Igor Červený, der „Turek jeden Wunsch von den Augen abliest“.
Während Turek vor einigen Wochen zum Kampf gegen Windkraftanlagen und die Beschleunigungszonen, die Voraussetzung für ihren stärkeren Ausbau sind, aufrief, rechnet Havlíček in der kürzlich vorgestellten wirtschaftspolitischen Strategie der Regierung weiterhin vorsichtig mit ihnen.
Aus Sicht von Karel Havlíček sind an heimische Windkraftanlagen sowohl europäische Mittel als auch die Unterstützung der inländischen Wirtschaft geknüpft, die von ihrem Bau profitieren wird. Und das verschafft dem Ministerium für Industrie und Handel selbstverständlich Pluspunkte.
Mehr zum Thema im Gespräch (auf Tschechisch) hier: https://www.info.cz/podcasty/ceska-jizd ... elektrarny
/gr/


Finnland hat mit dem Bau einer Pilotanlage für das Konzept eines kleinen modularen Reaktors begonnen
Autor: Jiří Puchnar
23. Februar 2026, oenergetice.cz

Das finnische Unternehmen Steady Energy hat mit dem Bau einer vollmaßstäblichen, nichtnuklearen Pilotanlage für sein Konzept des kleinen modularen Reaktors LDR-50 begonnen, der für die Fernwärmeversorgung bestimmt ist. Der erste Beton wurde am 12. Februar in der Maschinenhalle des stillgelegten Kohlekraftwerks Salmisaari B in Helsinki gegossen. An der Zeremonie nahm auch die finnische Klima- und Umweltministerin Sari Multala teil.
Die Piloteinheit soll als Betriebsmodell eines Reaktormoduls im Maßstab 1:1 dienen. Im Gegensatz zur künftigen Nuklearanlage wird sie keinen Kernbrennstoff verwenden – die Wärmequelle wird ein elektrisches Heizelement sein, das sich im Inneren des Reaktordruckbehälters (der Kapsel) befindet. Das Ziel ist es, die Betriebseigenschaften zu testen und zugleich die Fertigungs- und Lieferketten zu validieren, die für den Bau kommerzieller Blöcke erforderlich sind.

Anbindung an das Fernwärmenetz von Helen….
Nach der Fertigstellung soll die Anlage Wärme mit einer Leistung von rund 6 MWt in das Fernwärmenetz des Energieunternehmens Helen einspeisen. Das Investitionsbudget des Projekts wird mit 15–20 Millionen Euro (364–485 Mio. CZK) angegeben und soll aus Kapital finanziert werden, das Steady Energy zuvor von Investoren eingeworben hat.
Steady Energy und Helen haben eine Vereinbarung über die Anmietung des Gebäudes des stillgelegten Kraftwerks Salmisaari B für die Zwecke des Pilotprojekts geschlossen. Der Mietvertrag gilt bis zum Jahr 2028. Nach Angaben von Steady Energy passt das gesamte Reaktormodul in die Maschinenhalle und wird das Stadtbild nicht beeinträchtigen.

Ende des Kohlekraftwerks in Helsinki...
Helen stellte im vergangenen Jahr mit der Schließung des Kohlekraftwerks Salmisaari die Kohleverbrennung zur Energieerzeugung ein. Nach Angaben des Unternehmens sollte dieser Schritt die CO₂-Emissionen in Helsinki um etwa 30 % senken. Das Unternehmen strebt an, bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität zu erreichen und bis zum Jahr 2040 vollständig auf eine Wärmeerzeugung ohne Brennstoffverbrennung umzustellen.
Laut einer Studie von VTT Technical Research Centre of Finland, einer der führenden europäischen Forschungseinrichtungen, könnte der Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) im Wärmesektor erheblich zur Senkung der CO₂-Emissionen beitragen, da sie als emissionsfreie Wärmequelle schrittweise Kohle- und Gasheizwerke ersetzen können.

Grundparameter des SMR LDR-50….
Das Konzept LDR-50 wird seit dem Jahr 2020 am VTT Technical Research Centre of Finland entwickelt. Es handelt sich um einen Heiz-SMR mit einer thermischen Leistung von 50 MWt für Fernwärmesysteme. Steady Energy gibt an, dass das Design einen Betrieb bei einer Nenntemperatur von etwa 150 °C und einem Druck unter 1 MPa vorsieht. Dabei handelt es sich um weniger anspruchsvolle Druck- und Temperaturbedingungen sowie geringere Anforderungen an Konstruktionsmaterialien als bei konventionellen Leistungsreaktoren. Dies soll technische Lösungen vereinfachen und gleichzeitig die hohen Sicherheitsstandards der Nuklearindustrie wahren.
Nach Angaben des Unternehmens ist das Reaktormodul etwa so groß wie ein Schiffscontainer; künftige kommerzielle Anlagen sollen unterirdisch errichtet werden.

Weitere Projekte und internationale Expansion….
Steady Energy, das im Mai 2023 als Spin-off von VTT gegründet wurde, entwickelt nach eigenen Angaben mehrere Projekte in Finnland und plant weitere Vorhaben in Polen, Schweden und Südkorea. In einem kürzlichen Beitrag auf LinkedIn teilte das Unternehmen zudem die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) mit Fermi Energia mit. Das Ziel ist es, den Einsatz des Fernwärme-SMR-Konzepts LDR-50 in Deutschland voranzubringen, insbesondere im Hinblick auf die Dekarbonisierung des Wärmesektors.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... o-reaktoru



Überlastete Netze in den Niederlanden zwingen Entwickler zur Installation von Batterien bei Wind- und Solarparks
David Vobořil
21. Februar 2026, oenergetice.cz



Lange Wartezeiten für den Netzanschluss und häufige negative Strompreise beschleunigen in den Niederlanden den Ausbau von Batteriespeichern, die direkt bei Wind- und Solarkraftwerken installiert werden. Batterien, die sich einen Netzanschluss mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen teilen, ermöglichen es den Produzenten, bestehende Anschlusskapazitäten zu nutzen und eine erzwungene Drosselung der Erzeugung zu begrenzen.
Die Niederlande stehen – ebenso wie beispielsweise Deutschland – seit mehreren Jahren vor einer erheblichen Überlastung sowohl der Übertragungs- als auch der Verteilnetze. Zahlreiche neue Stromerzeuger wie auch große Verbraucher warten jahrelang auf einen Netzanschluss. Diese Situation schafft starke Anreize für Projekte, die bereits vorhandene oder genehmigte Anschlusskapazitäten nutzen können. Eine Lösung ist die Installation von Batteriespeichern direkt bei erneuerbaren Energiequellen, typischerweise bei Solar- und Windparks.

Schneller Aufschwung von Batterien mit gemeinsamem Netzanschluss….
Der Markt für Batteriespeicher, die direkt an eine Erzeugungsanlage angeschlossen sind, formiert sich in den Niederlanden erst seit zwei Jahren, es wird jedoch mit einer raschen Expansion gerechnet. Nach Schätzungen des Übertragungsnetzbetreibers TenneT könnte die Leistung dieser Anlagen bis 2030 1 GW und bis 2035 nahezu 2 GW erreichen.
Der Verteilnetzbetreiber Liander gibt an, dass sich in seinem Projektportfolio rund fünfzig Vorhaben befinden, die erneuerbare Erzeugung mit Batteriespeichern kombinieren. Ein Teil davon sind nachträgliche Batterieinstallationen bei bereits bestehenden Parks, andere wurden von Anfang an als neue Erzeugungsstandorte mit integriertem Speicher konzipiert.
Ein entscheidender Vorteil dieser Projekte ist die Möglichkeit, bestehende oder bereits genehmigte Netzanschlüsse zu nutzen. In einer Situation, in der neue Anschlüsse aufgrund fehlender Übertragungskapazitäten häufig abgelehnt werden, stellt das Teilen eines Anschlusses zwischen Erzeugungsanlage und Batterie einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar.

Schutz vor negativen Preisen und Einschränkung der Stromerzeugung….
Die Zahl der Stunden mit Null- oder Negativpreisen am Day-Ahead-Markt steigt in den Niederlanden seit dem Jahr 2021 kontinuierlich an und erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert. Laut einer Studie von Montel EnAppSys führten diese Situationen zu einer Einschränkung der Erzeugung von rund 0,8 TWh. Betreiber erneuerbarer Anlagen sehen sich daher unter Druck bei ihren Markterlösen.
Die Kopplung eines Solar- oder Windparks mit einer Batterie ermöglicht es den Erzeugern, die Einspeisung ins Netz in Zeiten höherer Marktpreise zu verschieben, anstatt Strom sofort zu negativen oder sehr niedrigen Preisen zu verkaufen. Nach Angaben der Bank Rabobank erhöht die Möglichkeit einer gesteuerten Stromlieferung die wirtschaftliche Attraktivität der Projekte, da erneuerbare Energien damit eine Flexibilität erhalten, die bislang vor allem konventionelle Kraftwerke boten.
Analysten des Unternehmens Kyos zeigten in einer aktuellen Studie, dass eine an einen Solarpark angeschlossene Batterie am Day-Ahead-Markt um 16 % höhere Erlöse erzielte als ein eigenständiger Batteriespeicher. Der Grund dafür ist die Möglichkeit, direkt aus der eigenen Erzeugung zu laden, ohne Strom am Großhandelsmarkt zukaufen zu müssen.
„Die Zusammenarbeit eines Batteriespeichers mit Solar- oder Windanlagen bringt mehrere strukturelle Vorteile mit sich, mit denen eigenständige Projekte schlicht nicht konkurrieren können“, erklärte eine Sprecherin des niederländischen Unternehmens Greenchoice, das im Bereich erneuerbare Energien tätig ist.

Neue Form der Förderung?
Die niederländische Regierung bereitet derzeit eine neue Form der Förderung für gesteuerte Stromlieferungen aus erneuerbaren Energien ins Netz unter Nutzung von Batterien vor.
Netzbetreiber mahnen jedoch zur Vorsicht bei einer schnellen Einführung von Batteriespeichern. Würden diese ausschließlich marktorientiert betrieben, könnten sie die lokale Situation insbesondere in Verteilnetzen verschärfen.
„Auch Batterien, die sich einen Anschluss mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen teilen, können mitunter zusätzliche Engpässe verursachen. Zum Beispiel dann, wenn Batterien Strom ins Netz einspeisen, während in der betreffenden Region bereits große Mengen an Solar- oder Windstrom verfügbar sind“, erklärte ein Sprecher des niederländischen Verteilnetzbetreibers Stedin.

Quelle: https://oenergetice.cz/zahranicni/preti ... nich-parku
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 25.2.2026:

Inhalt:
Das Spiel um den nuklearen Thron. Nach Drábovás Tod bewarben sich sechs Personen um ihren Posten – erstmals auch Kollegen aus der Behörde.
Die Abschaltung eines Block des Kernkraftwerks ist beendet.
Der erste Block des Kernkraftwerks Dukovany wieder auf voller Leistung.
Havlíček: Wenn der Staat neue Kraftwerke bezahlt, sollte er sie auch besitzen. Was geschieht mit ČEZ?
Die Förderverfahren der CEZ-Stiftung erfreuen sich großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurden rekordverdächtige 2.354 Projekte unterstützt.
Russischer Regulator erteilt Lizenz für weiteren Block des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja

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Das Spiel um den nuklearen Thron. Nach Drábovás Tod bewarben sich sechs Personen um ihren Posten – erstmals auch Kollegen aus der Behörde
25.2.2026 irozhlas.cz /Tschechischer Rundfunk

Die Staatsbehörde für nukleare Sicherheit SUJB hat einen neuen Vorsitzenden. Die Regierung von Andrej Babiš (ANO) ernannte ihn vergangene Woche – es wurde einer der Sektionsdirektoren der Behörde, Štěpán Kochánek. Die Redaktion von iROZHLAS.cz ermittelte Details zum Auswahlverfahren. Um die Position der im vergangenen Jahr verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Dana Drábová bewarben sich sechs Kandidaten, vier von ihnen waren zuvor ihre Kollegen. Dies geht aus einem Regierungsdokument hervor, das der Redaktion vorliegt.
Štěpán Kochánek leitet die Staatsbehörde für nukleare Sicherheit seit dem 18. Februar. Sofern nichts Außergewöhnliches geschieht, wird er das Amt weitere fünf Jahre ausüben. Er folgt auf Dana Drábová, die die Behörde seit dem Jahr1999 geführt hatte und im vergangenen Herbst nach schwerer Krankheit verstarb.
Zuletzt war Drábová von der Regierung von Petr Fiala (ODS) zum 1. November 2023 im Amt bestätigt worden – erstmals nach einem Auswahlverfahren mit auf fünf Jahre befristetem Mandat. Damals war sie die einzige Bewerberin. Bereits im Jahre 2016 hatte sie sich – ebenfalls ohne Gegenkandidaten – in einem Auswahlverfahren durchgesetzt; die Ernennung erfolgte damals noch auf unbestimmte Zeit, bevor das Beamtengesetz geändert wurde.
Die Ernennung von Kochánek gab die Regierung von Andrej Babiš vergangenen Montag bekannt. Mit einer einjährigen Unterbrechung arbeitet er seit dem Jahr 2003 in der Behörde, wo er als juristischer Referent begann. In den letzten zweieinhalb Jahren leitete er die Sektion für nukleare Sicherheit. Wie iROZHLAS.cz nun feststellte, gab es diesmal ein reguläres Auswahlverfahren – der spätere Sieger hatte fünf Mitbewerber.

20 Jahre an Drábovás Seite….
Neben Kochánek bewarb sich Michal Merxbauer, der die Behörde nach Drábovás Tod interimistisch leitete. Seit September 2021 war er als Direktor der Sektion für Verwaltung und technische Unterstützung ihr Statutar - Stellvertreter. Zuvor leitete er elf Jahre lang die Abteilung für die Kontrolle der Nichtverbreitung von Kernwaffen. In der Behörde ist er seit dem Jahr2001 tätig.
Eine weitere Bewerberin war Karla Petrová, Absolventin der Tschechischen Technischen Universität (ČVUT), die seit dem Jahr 2005 als stellvertretende Leiterin für Strahlenschutz fungierte und heute die Sektion für Strahlenschutz und Krisenmanagement leitet.
Als weitere interne Kandidatin trat Michaela Ratajová an, die seit dem Jahr 2016 die Abteilung für die Bewertung der nuklearen Sicherheit führt. Vor dem Auswahlverfahren war Kochánek als Sektionsdirektor ihr direkter Vorgesetzter.
Zwei Kandidaten von außerhalb….
Am Wettbewerb beteiligten sich auch zwei externe Bewerber. Einer von ihnen war Radek Škoda, Experte für Kernreaktoren und Professor an mehreren Universitäten, darunter an der Technischen Universität Liberec, wo er die Fakultät für Energieanlagen leitet.
Der zweite externe Kandidat und zugleich einzige Vertreter des privaten Sektors war Josef Běláč. Seit 14 Jahren steht er an der Spitze des Unternehmens Alvel, das ingenieurtechnische Dienstleistungen im Bereich des nuklearen Brennstoffkreislaufs und innovativer Technologien anbietet. In den 1990er-Jahren arbeitete er beim Energieunternehmen ČEZ, später war er acht Jahre am Kernforschungsinstitut Řež tätig.

Auswahlkommission und Entscheidung….
Die Auswahlkommission wurde am 22. Dezember von der Regierung Babiš eingesetzt. Den Vorsitz führte Zuzana Brücknerová vom Innenministerium. Weitere Mitglieder waren Jan Kněžínek (Regierungsamt), Tomáš Ehler (Industrie- und Handelsministerium) sowie Professor Karel Katovský von der Technischen Universität Brünn.
Die Vorstellungsgespräche fanden am 6. Februar statt. Aus den Unterlagen geht hervor, dass neben Kochánek auch Merxbauer und der Unternehmer Běláč die Kommission am meisten überzeugten. Die endgültige Entscheidung traf Premierminister Andrej Babiš.
„Der Vorsitzende der Regierung schlägt der Regierung der Tschechischen Republik auf Grundlage des Ergebnisses des Auswahlverfahrens vor, Mgr. Štěpán Kochánek mit Wirkung vom 18. Februar 2026 zum Vorsitzenden des Staatlichen Amts für nukleare Sicherheit zu ernennen“, heißt es im Regierungsdokument.

Eine Zeit voller Herausforderungen….
Die Aufgabe des Staattlichen Amtes für nukleare Sicherheit SUJB besteht vereinfacht gesagt darin, die gesetzmäßige und sichere Nutzung der Kernenergie und ionisierender Strahlung zu überwachen. Zudem ist sie als Kontrollorgan für die Nichtverbreitung nuklearer, chemischer und biologischer Waffen zuständig und arbeitet dabei mit internationalen Partnerorganisationen zusammen.
Kochánek betonte in seinem Konzept, dass die Behörde und der gesamte Bereich der friedlichen Nutzung der Kernenergie vor großen Herausforderungen stünden – angesichts des steigenden Interesses an Kernenergie im Zuge der Dekarbonisierung, der Einführung neuer Technologien einschließlich KI sowie wachsender Sicherheitsbedrohungen.
Zudem verwies er auf die stark wachsende Zahl an Aufgaben. Es sei entscheidend, die Weiterentwicklung der Behörde fortzusetzen, neue Abteilungen aufzubauen und eine Strategie zur Gewinnung neuer Experten zu entwickeln. Angesichts attraktiverer Bedingungen in Industrie und Forschung müsse man Wege finden, Gehalts- und Sozialunterschiede auszugleichen.

Seine Vorgängerin Dana Drábová starb am 6. Oktober des vergangenen Jahres. Bereits im Jahre 2014 hatte ihr der damalige Präsident Miloš Zeman die Medaille für Verdienste verliehen. Präsident Petr Pavel zeichnete sie im vergangenen Jahr im memoriam mit dem Orden des Weißen Löwen aus.
„Es ist eine Persönlichkeit von uns gegangen, die Außergewöhnliches für die Sicherheit unseres Landes geleistet hat. Ich schätzte sie für ihren Mut, ihre Menschlichkeit und ihren Sinn für Humor“, erklärte Pavel unmittelbar nach ihrem Tod.

Quelle: https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/hr ... -internetu
/gr/


Die Abschaltung eines Block des Kernkraftwerks ist beendet
24.02.2026 0:00   Jihlavské listy (ČTK) Rubrik: Region - Seite: 4

Im Kernkraftwerk Dukovany wurde in der Nacht auf heute die zweimonatige Abschaltung des ersten Produktionsblocks beendet, die mit dem Austausch eines Teils des Brennstoffs und Wartungsarbeiten an den Anlagen verbunden war.
Die kontrollierte Kettenreaktion nahmen die AKW- Operateure am Samstag, dem 21.2., nach Mittag wieder auf. Die Information teilte der Sprecher des Kraftwerks, Jiří Bezděk, mit.
/gr/


Der erste Block des Kernkraftwerks Dukovany wieder auf voller Leistung
Zakazka.cz
24.2.2026

Die Energiefachleute in Dukovany haben am ersten Produktionsblock eine Leistung von 100 % erreicht. Nach der geplanten Abschaltung wurde der Block zu Beginn der Woche wieder ans Netz angeschlossen. Alle vier Produktionsblöcke des Kernkraftwerks Dukovany verfügen aktuell über eine erhöhte Leistung von bis zu 512 MWe.
Die AKW - Oprateure schlossen beide Turbinen in den frühen Morgenstunden am Montag, dem 16. Februar, wieder ans Netz an. Der Block war im Dezember desvergangenen Jahres wegen des Brennstoffwechsels sowie umfangreicher Modernisierungs- und Wartungsarbeiten abgeschaltet worden. Die Gesamtleistung beider Turbosätze des ersten Blocks beträgt nun 512 MWe.
„Das Hochfahren eines Kernkraftwerksblocks aus der Abschaltung auf volle Leistung dauert standardmäßig mehrere Tage. Auf verschiedenen Leistungsniveaus überprüfen wir stets die Parameter und führen die erforderlichen Tests und Kontrollen durch. Unsere Priorität ist dabei immer die Sicherheit und ein stabiler Betrieb“, erklärt Roman Havlín, Direktor des Kraftwerks Dukovany.

Höhere Blockleistung als in den Vorjahren
Die Produktionsblöcke des Kernkraftwerks Dukovany haben bereits zwei Etappen einer sicheren Leistungserhöhung hinter sich — zunächst von ursprünglich 440 auf 500 MWe, anschließend im vergangenen Jahr auf bis zu 512 MWe bei allen Blöcken. Dadurch erzeugt das Kraftwerk jährlich rund 300.000 MWh Strom mehr, was etwa dem Dreifachen der Jahresproduktion des Wasserkraftwerks am Fuß der Talsperre Brno entspricht.

Nuklearstandorte Dukovany und Temelín
Derzeit sind alle vier Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany sowie der erste Block des Kernkraftwerks Temelín in Betrieb. Der zweite Block in Temelín befindet sich in einer planmäßigen Abschaltung im Zusammenhang mit dem Brennstoffwechsel und Investitionsarbeiten.

Jiří Bezděk, Sprecher von ČEZ, Kernkraftwerk Dukovany
Quelle: ČEZ, a.s.
https://www.zakazka.cz/prvni-blok-jader ... em-vykonu/


Havlíček: Wenn der Staat neue Kraftwerke bezahlt, sollte er sie auch besitzen. Was geschieht mit ČEZ?
25.02.2026 Ekonomický deník
Autor: David Tramba
Wie wird sich die Energiewirtschaft in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter entwickeln? Woraus werden wir Strom erzeugen – und zu welchem Preis? Der stellvertretende Ministerpräsident und Industrieminister Karel Havlíček möchte statt langjähriger Grundsatzkonzepte jeweils zum Jahresende einen kurzen Energieplan vorlegen, der auf die aktuelle Marktentwicklung reagiert.
Die Zeitung Ekonomický deník sprach mit Karel Havlíček auch über die Notifizierung neuer Kern- und Gaskraftwerke bei der Europäischen Kommission, über die ungesunde Abhängigkeit von Energieinvestitionen von Subventionen sowie über die Absicht der Regierung, den Anteil am Energieunternehmen ČEZ auf 100 Prozent zu erhöhen. „Wenn der Staat sämtliche Risiken einschließlich einer garantierten Preisregelung übernimmt oder das Ganze vollständig finanziert, dann sollte er auch zu hundert Prozent Eigentümer sein“, sagte Havlíček.

Staatliche Kontrolle über ČEZ?
Zu den Prioritäten der Regierung gehört es, ČEZ vollständig unter staatliche Kontrolle zu bringen. Auf das Argument, es genüge, lediglich die Tochtergesellschaften für den Bau der neuen Kernkraftwerke Dukovany 2 und Temelín 2 zu übernehmen und einen verkleinerten Konzern börsennotiert zu lassen, entgegnet Havlíček:
„Der Staat erlange die absolute Kontrolle über Energieinvestitionen, übernehme sämtliche Risiken und kontrolliere den Preis. Wo ist dann noch der Markt? Warum soll der Staat die Risiken tragen und nicht hundert Prozent des Gewinns erhalten? Der Staat müsse zahlreiche Schritte setzen, um die Energiesicherheit zu stärken – auch solche, die Minderheitsaktionäre nicht erfreuen würden. Es gehe nicht nur um Kernenergie, sondern etwa auch um langfristige Gaslieferverträge. Im Fall der ČEZ-Gruppe stehe vor allem die Stromerzeugung im Fokus.“
Ob Randaktivitäten wie die stabil profitablen Verteilnetze über die Börse verkauft werden könnten, um Mittel für den Aktienrückkauf zu gewinnen, wollte Havlíček nicht kommentieren – dies seien kursrelevante Informationen. Entscheidend sei nicht der Strompreis, sondern die Kontrolle über Investitionen. Andernfalls drohe eine schrittweise „Zerlegung“ von ČEZ wegen Projekten wie Dukovany 2, Temelín 2 oder kleinen modularen Reaktoren.
„Wenn der Staat sämtliche Risiken inklusive Preisgarantie übernimmt oder alles finanziert – wo bleibt dann das Risiko der übrigen Aktionäre?“

Energiekonzept ist kein Dogma
Auf die Frage nach einer staatlichen Energiekonzeption erklärte Havlíček, man solle daraus kein Dogma machen. Ein einfaches, jährlich aktualisiertes Dokument genüge. In turbulenten Zeiten sei ein Fünfjahresplan wenig sinnvoll.
Der erste Energieplan solle Ende dieses Jahres vorgelegt werden. Er werde einen realistischen Ausblick für etwa 15 Jahre enthalten – mit Perspektiven für Kernenergie, Gaskraftwerke, den Kohleausstieg und erneuerbare Energien.
Zwei neue Blöcke in Dukovany würden voraussichtlich nicht ausreichen; als nächster Schritt gelte daher die Genehmigung weiterer Blöcke in Temelín. Falls die Regierung zustimme, werde die Option mit dem koreanischen Unternehmen KHNP genutzt. Sollte jedoch ein weiterer Anbieter – vermutlich die französische EDF – ein Angebot vorlegen wollen, werde man dies prüfen. Das Ziel sei das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter Einbindung der tschechischen Industrie.
Havlíček betonte, dass die tschechische Energiewirtschaft international hohes Ansehen genieße. Bei einem Treffen mit der deutschen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sei mit Respekt über die „tschechische Energieschule“ gesprochen worden.

Warten auf die Genehmigung der Kommission...
Die Notifizierung staatlicher Unterstützung für Dukovany 2 durch die Europäische Kommission sei nach Ansicht Havlíčeks nicht gefährdet, verlaufe aber möglicherweise langsamer als ursprünglich erwartet. Statt Ende dieses Jahres rechne er eher mit einer Entscheidung in der ersten Hälfte des kommenden Jahres. Der Bauzeitplan werde dadurch jedoch nicht gebremst; die Zwischenfinanzierung erfolge zu kommerziellen Bedingungen.
Bei der Notifizierung für Gaskraftwerke sehe es günstiger aus. Eine Genehmigung bis Ende Juni sei das Ziel, ab Oktober könnten neue Kapazitäten ausgeschrieben werden – im Umfang von etwa vier bis fünf Gigawatt.

Kritik an Subventionsabhängigkeit….
Havlíček gilt als Kritiker einer auf Subventionen basierenden Wirtschaft. Kraftwerke sollten nicht gebaut werden, weil es Fördermittel gebe, sondern weil sich Investitionen durch Stromverkäufe oder Eigenversorgung rechneten.
Der Staat könne unterstützen, indem er günstige Kredite bereitstelle. „Aber wir können nicht weiterhin alles subventionieren – der Staatshaushalt ist nicht unbegrenzt.“


https://ekonomickydenik.cz/havlicek-sta ... plati-cez/
/gr/


Die Förderverfahren der CEZ-Stiftung erfreuen sich großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurden rekordverdächtige 2.354 Projekte unterstützt

25.02.2026 0:00   Týdeník Lounska / Wochenzeitung Lounsko Seite 4

Noch bis Ende Februar, konkret bis Freitag, den 27.2., können Städte und Gemeinden bei der Nadace ČEZ / CEZ-Stiftung einen Zuschuss aus dem Programm „Oranger Fußgängerüberweg“ in Höhe von bis zu 120.000 Kronen für die Beleuchtung gefährlicher Fußgängerüberwege beantragen.
Der gleiche Termin gilt auch für die erste diesjährige Runde des Förderprogramms „Loipen und Trassen“, über das Gemeinden, Vereine und gemeinnützige Organisationen bis zu eine halbe Million Kronen für die Instandsetzung von Wanderwegen, Radwegen oder Langlaufloipen beantragen können. Dieses jüngste Förderprogramm der Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung wurde erstmals im Jahr 2023 unter dem Titel „Anpassung von Wanderwegen a Langlaufstrecken“ ausgeschrieben.
„Sein Hauptziel ist die Unterstützung sportlicher Aktivitäten und die Entwicklung des Tourismus in den Regionen. In der Tschechischen Republik gibt es rund 44.000 Kilometer markierte Wanderwege und nahezu 10.000 Kilometer Langlaufloipen. Es ist daher kein Wunder, dass das Programm auf großes Interesse stößt und in zwei Runden durchgeführt wird – jetzt im Februar und anschließend nochmals im September“, sagt Michaela Ziková, Direktorin der Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung.
Anhaltend groß sei auch das Interesse am Programm „Oranžový přechod / Oranger Fußgängerüberwege“, das auf die Beleuchtung gefährlicher Fußgängerüberwege ausgerichtet ist. „Das Programm wird insbesondere von Gemeinden mit starkem Verkehrsaufkommen genutzt, häufig im Umfeld von Schulen, Kindergärten, Jugendzentren, aber auch an Bahn- und Bushaltestellen oder in der Nähe von Krankenhäusern und Gesundheitszentren. In ganz Tschechien sind derzeit mehr als 290 sogenannte Orange Fußgängerüberwege in Betrieb, weitere kommen schrittweise hinzu.“
In den 23 Jahren ihres Bestehens hat die Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung mehr als 21.000 Projekte mit insgesamt 4,3 Milliarden Kronen unterstützt (allein im vergangenen Jahr waren es 2.354 Projekte – ein bisheriger Rekord in ihrer Geschichte).
Im vergangenen Jahr förderte die Stiftung im Rahmen ihrer Programme in der Region Ústí nad Labem 230 Projekte mit knapp 36,42 Millionen Kronen. In der Region Liberec wurden 81 Projekte mit nahezu 16,35 Millionen Kronen unterstützt.
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit unseren Stiftungsprogrammen Energie und Mittel dorthin lenken können, wo sie wirklich gebraucht werden. Die Zahl der Anträge und das Fördervolumen wachsen von Jahr zu Jahr, und im vergangenen Jahr haben wir mehr als 2.300 Projekte in ganz Tschechien unterstützt. Wichtig ist auch die Vielfalt der Projekte und unser landesweites Engagement, mit dem wir die Lebensqualität in vielen Teilen unseres Landes verbessern können“, ergänzte Michaela Ziková.
Im vergangenen Jahr entstanden oder wurden beispielsweise 51 Kinder- und Sportspielplätze neu gebaut oder erneuert. An 130 Standorten wurden neue Grünflächen bepflanzt, und 20 problematische Fußgängerüberwege erhielten eine neue Beleuchtung.
Ganzjährig und ohne zeitliche Begrenzung kann zudem eine Förderung im Programm „Unterstützung von Regionen“ beantragt werden, in dem verschiedenste gemeinnützige Projekte vom Stiftungsrat der Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung bewertet werden. Ein weiteres ganzjähriges Programm ist „Oranger Spielplatz“.
Die Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung wurde im Jahr 2002 als Unternehmensstiftung des Energieunternehmens ČEZ gegründet, um dessen gemeinnützige Aktivitäten zu bündeln. Im Jahre 2003 startete sie die ersten Förderprogramme „Unterstützung von Regionen“ und „Regenbogen (heute Orange) Spielplätze“, die sie bis heute ununterbrochen durchführt.
Die Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung belegt regelmäßig Spitzenplätze im Ranking der großzügigsten Unternehmensstiftungen (im Jahr 2025 verteidigte sie den 1. Platz). Jährlich unterstützt sie in allen Regionen Hunderte Projekte mit Fördermitteln in Höhe von mehreren Dutzend Millionen Kronen.
Mehr über die Nadace ČEZ / CEZ - Stiftung und die einzelnen Förderprogramme unter www.nadacecez.cz.
/gr/




Russischer Regulator erteilt Lizenz für weiteren Block des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja
Autor: Eduard Majling
25. Februar 2026, oenergetice.cz

Russland unternimmt Schritte zur Wiederinbetriebnahme des größten Kernkraftwerks Europas: Die russische Atomaufsichtsbehörde hat eine Betriebslizenz für den zweiten Block erteilt. Das Kraftwerk befindet sich jedoch nicht auf russischem Territorium, sondern es handelt sich um das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja. Russland begann 2022 im Zuge seiner militärischen Invasion in die Ukraine mit der Besetzung der Anlage.
Das Kernkraftwerk Saporischschja steht seit nahezu vier Jahren unter russischer Kontrolle. Aufgrund seiner Nähe zur Frontlinie gilt es seit Langem als besonderer Fokus europäischer Regierungen, nationaler Atomaufsichtsbehörden und internationaler Organisationen. Die Anlage kämpft dauerhaft mit Problemen bei der Stromversorgung; Russland und die Ukraine werfen sich wiederholt gegenseitig Angriffe auf die umliegende Energieinfrastruktur vor. Alle sechs Reaktorblöcke sind derzeit abgeschaltet, sodass das Kraftwerk auf externe Stromlieferungen angewiesen ist, um die Kühlung sicherzustellen.

Mit einer installierten Leistung von 5,7 Gigawatt ist die Anlage das leistungsstärkste Kernkraftwerk Europas. Sie könnte der Ukraine dringend benötigte Kapazitäten liefern, nachdem umfangreiche russische Angriffe die Energieinfrastruktur des Landes beschädigt haben. Derzeit deutet jedoch vieles darauf hin, dass eine mögliche Wiederinbetriebnahme unter russischer Kontrolle erfolgen würde.
Nach Angaben des Portals World Nuclear News hat die russische Aufsichtsbehörde Rostekhnadzor im Laufe des Februars eine zehnjährige Betriebslizenz für den zweiten Block erteilt. Der erste Block hatte bereits Ende vergangenen Jahres eine entsprechende Genehmigung erhalten. Auch für den sechsten Block wurde ein Antrag gestellt; die verbleibenden drei Blöcke sollen bis Ende dieses Jahres folgen.

Zahlreiche Hürden für eine Wiederinbetriebnahme….
Seit September 2022 überwachen Experten unter dem Dach der International Agentur fúr Atomenergie (IAEA) dauerhaft den Betrieb und die nukleare Sicherheit der Anlage. Nach Ansicht der Ukraine würde die Rückgabe des Kraftwerks an Kiew am meisten zur sicheren Betriebsführung beitragen.
Die Situation und eine mögliche Wiederinbetriebnahme erörterte IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi im vergangenen Juni mit dem Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow. Grossi erklärte anschließend auf einer Pressekonferenz, es bestehe Einigkeit darüber, dass ein Neustart unter den aktuellen Bedingungen nicht angemessen wäre.
„Es gibt weitere, eher technische Aspekte, etwa die Verfügbarkeit ausreichender Wassermengen zur Kühlung der Reaktoren oder eine stabile externe Stromversorgung, um sicherzustellen, dass es nach dem Hochfahren nicht zu Stromausfällen kommt und die Anlage zuverlässig betrieben werden kann“, zitierte World Nuclear News Grossi nach dem Treffen mit Lichatschow.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektrarny

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Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten tschechischen Zeitungsartikeln aus dem Energiebereich vom 27.2.2026:

Inhalt:
Die Abhängigkeit bleibt auch ohne Gas und Öl bestehen. Dukovany läuft weiter mit russischem Brennstoff.
Auch mit einer Petition kämpfen die Menschen gegen die Müllverbrennungsanlage.
Windenergie: Tschechien liegt deutlich hinter Europa zurück.
Studenten lernen, Ökologie in der Praxis anzuwenden.
Temelín stellte im vergangenen Jahr mehr als hundert neue Mitarbeiter ein.
Bei dem Kernkraftwerk Saporischschja wurde wegen Reparaturen ein Waffenstillstand eingeführt

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Die Abhängigkeit bleibt auch ohne Gas und Öl bestehen. Dukovany läuft weiter mit russischem Brennstoff
26.2.2026 Seznam Zpravy
Oldřich Sklenář - Der Autor ist Analyst der Assoziation für Internationale Fragen (AMO)

Nach vier Jahren Krieg und Bemühungen, die energiepolitischen Verbindungen zu Russland zu kappen, bleibt eine großer offener Rest bestehen. Ein Ersatz für russischen Kernbrennstoff fehlt – Tschechien wird ihn noch bis zum Jahr 2028 kaufen. Das Geld landet an einer sehr problematischen Adresse.

Die europäische Debatte über die Abhängigkeit von russischen Energieträgern konzentrierte sich in den vergangenen vier Jahren vor allem auf Sanktionen oder Importverbote für Gas und Öl. Weniger Beachtung fand dagegen der Kernbrennstoff, der weiterhin aus Russland geliefert wird.
Das gilt für mehrere europäische Staaten, darunter auch Tschechien. ČEZ als Betreiber der beiden tschechischen Kernkraftwerke sucht zwar seit Jahren entlang des gesamten Lieferzyklus nach Alternativen, doch die Abhängigkeit von Russland besteht weiterhin – und wird noch zwei Jahre andauern.
Zugleich versucht Russland, seine Position auf dem EU-Markt als Subunternehmer über andere Firmen zu sichern. Das hat neben der fortbestehenden Verwundbarkeit der europäischen Energieversorgung auch weitere sicherheitspolitische Dimensionen. Das zivile und das militärische Atomprogramm Russlands stehen unter einem Dach, sodass Zahlungen für Brennstoff auch der Entwicklung und Herstellung von Atomwaffen dienen können.

Der Einkauf von Kernbrennstoff umfasst mehrere aufeinanderfolgende Schritte. In der Praxis werden der Kauf von Uran, dessen Verarbeitung und Anreicherung auf das gewünschte Niveau meist getrennt vertraglich geregelt. Die finale Phase ist die Herstellung des eigentlichen Brennstoffs.
Konstruktion und Parameter der Brennelemente unterscheiden sich je nach Reaktortyp. Mit anderen Worten: Der Brennstoff wird stets für einen konkreten Kraftwerkstyp bestellt, wobei auch dessen Geschichte eine wichtige Rolle spielt. In der EU sind neunzehn Reaktoren sowjetischer bzw. russischer Bauart in Betrieb. Ein zwanzigster steht in Mochovce in der Slowakei vor der Inbetriebnahme.
Für einige gibt es bereits Ersatzlösungen. In den meisten Fällen (16 von 20) handelt es sich jedoch um Reaktoren des Typs VVER-440. Dort begann eine intensive Suche nach Alternativen erst nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor vier Jahren. Das betrifft auch Dukovany, wo ČEZ an dem Plan festhält, zunächst die bestehenden Verträge mit Russland auslaufen zu lassen und erst im Jahre 2028 vollständig auf andere Lieferanten umzusteigen.
In Temelín existiert für die neueren Reaktoren des Typs VVER-1000 bereits eine Alternative. Die Diversifizierung begann im Jahre 2018, als ČEZ eine Ausschreibung für einen neuen Lieferanten startete. Im Juni 2022 gingen daraus zwei Gewinner hervor: das kanadisch-amerikanische Unternehmen Westinghouse und die französische Firma Framatome.
Westinghouse hatte Temelín bereits in den ersten zehn Betriebsjahren mit Brennstoff beliefert. Danach wurde das Unternehmen durch die russische TVEL ersetzt, doch dank früherer Erfahrungen konnte man anknüpfen. Im Mai des vergangenen Jahres kehrte Westinghouse-Brennstoff nach Temelín zurück, Framatome soll in diesem Jahr folgen.

Reaktoren des Typs VVER-1000 betreibt auch das bulgarische Kernkraftwerk Kozloduj, wo der Ersatz ähnlich verlief. Westinghouse erhielt im Jahre 2022 den Auftrag zur Belieferung eines der beiden Blöcke und lieferte im Jahre 2024 die ersten Brennelemente. Für den zweiten Block soll Framatome den Brennstoff liefern. Die Lieferungen russischen Kernbrennstoffs nach Bulgarien endeten 2025.

Während bei VVER-1000-Reaktoren an frühere Kooperationen mit nicht-russischen Lieferanten angeknüpft werden konnte, war die Situation bei VVER-440 deutlich komplizierter. Zum Zeitpunkt des russischen Angriffs auf die Ukraine gab es keinen anderen Hersteller von Brennelementen als das russische Staatsunternehmen TVEL.
Um mögliche Lieferausfälle zu vermeiden, wurde bereits im März 2022 eine Notversorgung vereinbart. Dafür erhielt Russland eine Ausnahme vom EU-Flugverbot. Der zuvor übliche Bahntransport über die Ukraine ist aufgrund des Krieges nicht möglich.
Die Lieferungen russischen Brennstoffs in die EU erreichten im Jahre 2023 (in Tschechien ein Jahr später) ihren Höhepunkt, um Vorräte anzulegen. Laut der europäischen Datenbank Access2Markets wurden seit Beginn der russischen Aggression bis Ende 2024 russische Kernbrennstoffe im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro importiert.
Den größten Anteil hatte Tschechien mit Importen im Wert von umgerechnet rund 16,5 Milliarden Kronen. In die Slowakei gingen Kernbrennstoff - Lieferungen im Wert von etwa 8,7 Milliarden Kronen, nach Ungarn für rund 7,1 Milliarden. Das Verhältnis entspricht ungefähr der Stromproduktion der jeweiligen Kernkraftwerke.

Im Vergleich zu anderen Energieträgern sind diese Summen zwar niedriger – seit Kriegsbeginn bis Ende 2024 importierte Tschechien russisches Öl im Wert von etwa 138 Milliarden Kronen. Dennoch überwies Tschechien zwischen den Jahren 2022 und 2024 mehr Geld für Kernbrennstoff nach Russland als für humanitäre Hilfe und Militärtechnik für die Ukraine zusammen.
Allein im vergangenen Jahr gingen laut tschechischem Statistikamt fast 2,6 Milliarden Kronen für Kernbrennstoff nach Russland. TVEL gehört zum Rosatom-Konsortium, das nicht nur das zivile Atomprogramm, sondern auch Entwicklung, Produktion und Wartung des russischen Atomwaffenarsenals umfasst.
Der Kauf des russischen Kernbrennstoffs unterstützt somit nicht nur Russlands Krieg in der Ukraine, sondern stärkt auch die Einsatzfähigkeit seiner Nuklearstreitkräfte – jener Kräfte, mit deren Einsatz russische Staatsvertreter Europa regelmäßig drohen.
Tschechien wurde zudem bereits vor dem Einmarsch in die Ukraine auf die russische Liste „unfreundlicher Staaten“ gesetzt. Russland führt auch auf tschechischem Gebiet hybride Operationen durch, darunter Sabotage, Brandanschläge, Einflussoperationen und Cyberangriffe gegen zivile Infrastruktur.

Suche nach einem Ersatz...
Als erstes Land begannen die Finnen mit der Suche nach Ersatz für VVER-440-Brennstoff. Im November 2022 unterzeichneten sie einen Vertrag mit Westinghouse. Im Jahre 2024 wurde erstmals neuer Brennstoff in Loviisa eingesetzt. Formal besteht der russische Liefervertrag noch bis zum Jahr 2030, doch bei erfolgreicher Umstellung könnte die Abhängigkeit früher enden.
Allerdings enthalten Brennstoffverträge häufig sogenannte Take-or-Pay-Klauseln. Das bedeutet: Der Kunde muss zahlen, selbst wenn er die Abnahme reduziert oder beendet. Da Kernbrennstoff bislang nicht von Sanktionen erfasst ist, gibt es keine Möglichkeit, bestehende Verträge wegen höherer Gewalt zu kündigen.
ČEZ schloss im Jahre 2023 einen Vertrag mit Westinghouse für Dukovany. Im Juni 2025 trafen die ersten Brennelemente ein, benötigen jedoch noch die Genehmigung der tschechischen Atomaufsicht. Der bestehende Vertrag mit Russland läuft bis zum Jahr 2028. ČEZ will ihn aus wirtschaftlichen Gründen erfüllen – auch weil die vollständige Umstellung erst bis 2028 möglich ist.
Ungarn und die Slowakei verfolgen ähnliche Strategien: Beide Länder haben langfristige Verträge mit TVEL, suchen aber parallel nach Alternativen bei Westinghouse und Framatome.

Doch die Abhängigkeit betrifft nicht nur fertige Brennelemente, sondern auch frühere Stufen des Brennstoffkreislaufs – Uranabbau, Konversion und Anreicherung. Russland verfügt über erhebliche Kapazitäten, insbesondere bei der Urananreicherung (rund 46 Prozent der weltweiten Kapazität). Ein vollständiger Ersatz würde umfangreiche Investitionen in die Erweiterung der Kapazitäten in Europa und den USA erfordern und dürfte laut Financial Times erst nach dem Jahr 2032 vollständig möglich sein.
Trotz dieser Bemühungen muss es jedoch nicht zu einem vollständigen Ausschluss Russlands kommen. Ein Beispiel dafür ist die geplante Herstellung von Brennstoff für VVER-Reaktoren im deutschen Lingen. Diese soll von einem Gemeinschaftsunternehmen der Firmen Framatome und TVEL übernommen werden. Nach Angaben von Framatome sollen aus Russland bereits fertige Brennstäbe mit Pellets aus angereichertem Uran geliefert und in Lingen lediglich zu Brennelementen zusammengesetzt werden. Lieferant des Endprodukts wäre zwar Framatome, die Produktion bliebe jedoch von der russischen Seite abhängig, die Inhaberin der Lizenz ist und als Subunternehmer auftreten soll.
Zugleich gilt weiterhin, dass die Bindung an Russland in der Kernenergie bei einigen Ländern noch eine Ebene höher reicht – es geht nicht nur um Brennstoff, sondern direkt um den Bau neuer Reaktorblöcke russischer Bauart.
Finnland hat nach der russischen Invasion in die Ukraine das geplante russisch-finnische Projekt des Kernkraftwerks Hanhikivi gestrichen, Ungarn setzt eine ähnliche Zusammenarbeit jedoch fort. Auf Grundlage eines zwischenstaatlichen Abkommens aus dem Jahr 2014 sollen neben den bestehenden Blöcken des Kernkraftwerks Paks zwei neue Reaktoren mit jeweils 1200 MW Leistung entstehen. Den Bau übernimmt Rosatom, finanziert werden soll das Projekt über ein zwischenstaatliches Darlehen Russlands, das rund 80 Prozent der Kosten decken soll.
Die fortgesetzte Zusammenarbeit mit russischen Lieferanten ermöglicht es letztlich, Druck auf einzelne EU-Staaten auszuüben und deren Außenpolitik zu beeinflussen. Diese Tatsache – zusammen mit der fortbestehenden Abhängigkeit von russischen Importen – ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Sanktionen gegen den Import russischer Nuklearmaterialien auf Ebene der Europäischen Kommission erst im Mai 2025 offiziell und zudem nur in sehr begrenztem Umfang diskutiert wurden. Die Verabschiedung eines einheitlichen europäischen Rahmens zur Begrenzung der Einfuhr russischer Brennstoffe und Technologien wird derzeit durch unterschiedliche Positionen der Mitgliedstaaten gebremst.

Wenn wir die Risiken dieser Abhängigkeit vermeiden wollen, müssen wir gegenüber russischen Unternehmen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene deutlich entschlossener auftreten.

Der Text entstand in Zusammenarbeit mit dem Prager Büro der Heinrich-Böll-Stiftung.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... ivo-299650



Auch mit einer Petition kämpfen die Menschen gegen die Müllverbrennungsanlage
27.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9
Autor: Antonín Pelíšek

TEMELÍN – Eine Verbrennungsanlage für Industrieabfälle wird von den Bewohnern der Gemeinden rund um den geplanten Standort abgelehnt. Dieser befindet sich in der Nähe des Kernkraftwerks Temelín. Der Widerstand war so stark, dass innerhalb weniger Tage mehr als zweitausend Menschen eine Petition gegen das Vorhaben unterzeichneten.
Den Bau kündigte kürzlich ein multinationales Unternehmen mit österreichischem Kapital an. Am vergangenen Freitag wurde die Petition beim Kreisamt eingereicht, das für das Projekt ein sogenanntes Feststellungsverfahren durchführt.
„Unterschriften wurden an zwölf Orten gesammelt, beispielsweise in Týn nad Vltavou und in den umliegenden Gemeinden. Unserer Ansicht nach unterschätzt die veröffentlichte Dokumentation des Investors die Besonderheiten unserer Region sowie deren kumulative Belastung durch weitere risikoreichen Bauvorhaben. Unser Ziel ist eine objektive Prüfung im Rahmen der sogenannten großen UVP“, erklärte Pavel Píha aus Litoradlice im Namen des Petitionsausschusses.

Auch die Gemeinderäte von Temelín sprachen sich gegen das Projekt aus und übermittelten ihre ablehnende Stellungnahme der Umweltabteilung des Kreisamts. Die durch das Kernkraftwerk belasteten Gemeinden befürchten eine Zunahme des Verkehrs und weitere negative Auswirkungen. Sie schließen auch eine Verteidigung mittels Referendum nicht aus.
Die Anlage soll jährlich 20.000 Tonnen Abfälle, darunter auch gefährliche, beseitigen. Aus der entstehenden Energie soll Strom erzeugt werden. Nach der Verbrennung bleibt etwa ein Drittel der Menge in Form von Flugasche und Schlacke zurück.
Die meisten Gegner weisen auf das Zusammentreffen weiterer geplanter Bauvorhaben in der Region hin, etwa ein geplantes Endlager für radioaktive Abfälle oder die Erweiterung des Kernkraftwerks sowie den Bau eines modularen Reaktors.
Kristýna Jakubcová, Sprecherin der Gesellschaft FCC, zu der der Investor gehört, räumte kürzlich ein, dass das Projekt zwar ein regionales Vorhaben sei, eine größere Reichweite jedoch nicht ausgeschlossen werde.
Bessere Chancen auf eine Baugenehmigung dürfte hingegen offenbar das Vorhaben des Unternehmens ČEZ haben, nördlich des Kernkraftwerks einen großen Solarpark zu errichten. Dieser soll auf einem als Schutzzone ausgewiesenen Areal des Kraftwerkes entstehen, auf dem weder gebaut noch landwirtschaftlich gewirtschaftet werden darf. Der Investor erhielt bereits im vergangenen Dezember eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung und wies nun Umweltverbände darauf hin. Die Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 4.314 kWp soll dreißig Jahre in Betrieb sein. Jährlich soll sie so viel Strom erzeugen, wie etwa tausend Haushalte verbrauchen.
/gr/


Windenergie: Tschechien liegt deutlich hinter Europa zurück
27.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 11 (ČTK)

Tschechien gehört zu den Ländern mit der langsamsten Entwicklung der Windenergie in Europa. Auf dem Kontinent kamen im vergangenen Jahr 19,1 Gigawatt (GW) an Windkraftanlagen hinzu, wovon Tschechien mit 13 Megawatt (MW) lediglich 0,07 Prozent ausmachte.
Tschechien liegt auch beim Anteil der Windenergie an der gesamten Stromproduktion deutlich zurück. Dies geht aus den Statistiken des Verbands WindEurope hervor. Laut Daten der Branchenverbände gibt es in Tschechien mehr als 200 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 372 MW; ihr Anteil an der Stromerzeugung beträgt rund ein Prozent.
/gr/


Studenten lernen, Ökologie in der Praxis anzuwenden
27.02.2026 Tageszeitung Právo Seite 6
Autor: Michael Polák

Die Arbeit mit Energiequellen verändert sich. Der Bergmann ist nicht mehr „Herr im Haus“, die Bergwerke werden geschlossen, und es gilt, sich an eine neue Realität anzupassen. Fachkräfte, die das Ende des Kohleabbaus nicht überrascht, will man an der Universität in Ústí nad Labem ausbilden. Bereits im September wird dort ein neuer Bachelorstudiengang eröffnet.
Seine Absolventen sollen ökologisch wie auch ökonomisch denken können, mit erneuerbaren Energiequellen arbeiten, Recycling nutzen und neue Lösungen für die Nutzung von Rohstoffen suchen. Interesse an den Studenten haben bereits die Unternehmen Orlen Unipetrol und ČEZ bekundet.
Das Studienprogramm „Nachhaltigkeit erneuerbarer Rohstoffquellen“ wird von der Fakultät für Umwelt der Jan Evangelista Purkyne - Universität (UJEP) getragen.

„Die Zusammenarbeit mit der regionalen Industrie wird für die Studenten entscheidend sein. Organisationen sollen Themen für Abschlussarbeiten maßgeschneidert nach ihren Bedürfnissen vergeben. Die Studierenden werden dann Forschung betreiben, die sich in der Praxis nutzen lässt“, erklärte die Sprecherin der UJEP, Jana Kasaničová.
Nach Ansicht von Martin Růžička, Direktor für Dekarbonisierung bei Orlen Unipetrol, werden solche Fachleute für die Zukunft der Region Ústí unerlässlich sein.
„Sie werden sich in den hiesigen Unternehmen direkt an der Transformation der Industrie beteiligen, und ihre Spezialisierung wird auch für lokale Unternehmer attraktiv sein. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch nach dem Hochschulabschluss hier bleiben“, sagte Růžička.
Die Fakultät für Umwelt der UJEP feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen. Ihre Geschichte ist eng mit dem Schicksal Nordböhmens verbunden. Sie entstand im Jahre1991, um bei der Wiederherstellung einer durch die damalige Industrie stark geschädigten Landschaft zu helfen.
/gr/


Temelín stellte im vergangenen Jahr mehr als hundert neue Mitarbeiter ein
27.02.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite: 4

Temelín – Genau 108 neue Mitarbeiter nahm ČEZ im vergangenen Jahr im Kernkraftwerk Temelín auf. Der Grund dafür sind ein Generationenwechsel sowie die Vorbereitung neuer Projekte. Auch in diesem Jahr planen das Energieunternehmen CEZ, knapp einhundert weitere Mitarbeiter für Temelin einzustellen.
Insgesamt fanden im vergangenen Jahr 1.268 Beschäftigte bei ČEZ eine Anstellung. In Temelín traten vor allem Maschinenbauer, Elektriker und Werkstoffingenieure ihre Stellen an. Unter den neuen Mitarbeitern waren auch 27 Frauen, dreizehn Operatoren sowie Beschäftigte für ein Team, das das Projekt eines kleinen modularen Reaktors vorbereiten wird.
„Das Kraftwerk durchläuft einen Generationenwechsel. Erfahrene Mitarbeiter gehen in den Ruhestand, und wir benötigen neue Kräfte als Ersatz. Neben Operatoren und unterstützendem technischem Personal suchen wir auch Techniker, die beispielsweise geplante Investitionsmaßnahmen betreuen werden“, erklärte der Direktor des Kernkraftwerks Temelín, Petr Měšťan.
Im Zusammenhang mit dem Generationenwechsel plant das Kraftwerk in diesem Jahr die Einstellung von knapp einhundert Personen. „Wir liegen ungefähr bei der Mitarbeiterzahl, die wir für den derzeitigen Betrieb benötigen. Neben dem Generationenwechsel hängen weitere Neueinstellungen vor allem mit neuen Projekten zusammen“, ergänzte Měšťan.
/gr/



Bei dem Kernkraftwerk Saporischschja wurde wegen Reparaturen ein Waffenstillstand eingeführt
27.2.2026 Seznam Zpravy
ČTK

Laut dem russischen Staatsunternehmen Rosatom wurde am Kernkraftwerk Saporischschja eine lokale Waffenruhe eingeführt. Dies geschieht aufgrund von Reparaturen an Stromleitungen, die vor Ort von Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation überwacht werden.

Am von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja wurde eine lokale Waffenruhe eingeführt, damit Techniker die Stromleitungen reparieren können, sagte am Freitag laut russischen Agenturen der Leiter des russischen Staatsunternehmens Rosatom, Alexej Lichačow. Die ukrainische Seite hat sich bislang nicht zu der Waffenruhe geäußert.

An der Vermittlung der Vereinbarung über eine lokale Waffenruhe war nach Angaben Lichačows auch der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, sowie Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums, der Rosgwardija und des Außenministeriums beteiligt. „Vor Ort sind Experten der IAEO und überwachen die Reparaturarbeiten“, erklärte der Rosatom-Chef.
Die Russen brachten das Kernkraftwerk Saporischschja, die größte Anlage dieser Art in Europa, vor vier Jahren wenige Tage nach dem Einmarsch in die Ukraine unter ihre Kontrolle. Das Kraftwerk befindet sich nahe der Frontlinie, und beide Seiten werfen einander vor, es zu beschießen. Seine Reaktoren sind abgeschaltet.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/zahr ... ani-299838
/gr/




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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

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Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 2.3.2026:

Inhalt:
Rund um das von Russland besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja gilt eine Waffenruhe.
Havlíček: Wir wissen schon, wie wir ČEZ verstaatlichen werden.
Städte in der Nähe von Dukovany erwarten Bevölkerungszuwachs.
Náměšť nad Oslavou saniert die Straße beim Schloss.
Ausbau von Dukovany: Alles läuft nach Plan, die geologischen Untersuchungen gehen weiter.
Immobilienpreise im Raum Třebíč steigen. Wegen des Baus neuer Reaktorblöcke in Dukovany sind die Kaufkosten fast um ein Drittel gestiegen

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Rund um das von Russland besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja gilt eine Waffenruhe
28.02.2026 Tageszeitung Ceskobudejovicky denik / Budweiser Tageszeitung Seite 4 (ČTK)
Rubrik: 24 Stunden zu Hause und in der Welt

Moskau – Beim von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja wurde eine lokale Waffenruhe eingeführt, damit Techniker die Stromleitungen reparieren können, sagte gestern laut russischen Agenturen der Chef des russischen Staatskonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow. An der Vereinbarung über die lokale Waffenruhe war nach Angaben Lichatschows auch der Leiter der Internationale Atomenergie-Organisation, Rafael Grossi, beteiligt.

Die Russen brachten das Kernkraftwerk Saporischschja, die größte Anlage dieser Art in Europa, vor vier Jahren wenige Tage nach dem Einmarsch in die Ukraine unter ihre Kontrolle. Das Kraftwerk liegt nahe der Frontlinie, und beide Seiten werfen sich gegenseitig seinen Beschuss vor.
/gr/



Havlíček: Wir wissen schon, wie wir ČEZ verstaatlichen werden
28.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 11
Autor: Vladimir Vokal

Details werde ich aber nicht nennen, das würde die Aktien bewegen, sagt Industrieminister Karel Havlíček….

Der Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček erklärte in der Sendung Rozstřel auf iDNES.cz, dass die Regierung ein Szenario für den Aufkauf der Minderheitsanteile von ČEZ habe. Konkrete Schritte wollte er jedoch mit Verweis auf die Marktsensibilität der Informationen nicht kommentieren. Zugleich räumte er ein, dass das Ende der Kohle nicht festgeschrieben sei. Einige Kraftwerke könnten auch noch im Jahr 2040 in Betrieb sein.

-Frage: In Ihrem Regierungsprogramm schreiben Sie, dass der Aufkauf privater ČEZ-Aktien nicht aus dem Staatshaushalt, sondern durch einen unternehmenseigenen Rückkauf finanziert werden soll. Haben Sie einen Zeitplan? Wann beginnt das?
-Wir werden es nicht aufschieben. Das Szenario steht, aber da es sich um kursrelevante Informationen handelt, werde ich keine Details nennen. Jede Information könnte sich sofort auf den Aktienkurs auswirken, daher bitte ich um Geduld. Es ist eine Verpflichtung aus dem Regierungsprogramm, und wir werden sie erfüllen.

-Frage: Wird es noch in diesem Jahr passieren?
-Dieses Jahr ist es auf keinen Fall zu schaffen. Ich habe immer gesagt, dass es sich um eine anspruchsvolle Transaktion handelt, aber wir werden sie bewältigen. Wir werden sie nicht aufschieben und ich bin überzeugt, dass es in der ersten Hälfte der Legislaturperiode dazu kommt. Wir wissen schon , wie wir dabei vorgehen werden.

-Frage: Die Menschen interessiert, ob sich ČEZ verschulden wird, ob es aus seinen Vermögenswerten finanziert wird oder etwa durch die Ausgabe von Anleihen. Sind diese Varianten im Spiel?
-Ich verstehe das Interesse. Gerade wegen der großen Zahl von Aktionären und weil die Aktien täglich gehandelt werden, würde jede öffentliche Äußerung Spekulationen auslösen, ob der Kurs steigt oder fällt. Daher bitte ich um Geduld.

-Frage: Sie behaupten, die Verstaatlichung ermögliche Investitionen in Kernenergie und Gas. Warum geht das nicht bei der jetzigen Mehrheitskontrolle des Staates?
-Es geht, aber sehr kompliziert. Das energiepolitische Umfeld hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert, und der Staat investiert heute nicht nur in Erzeugungsquellen, sondern auch in Energiesicherheit. In ganz Europa sichern Regierungen Produktionskapazitäten vorab, garantieren Abnahmepreise und Kredite für Investoren und beteiligen sich in gewissem Sinne an einer „Verstaatlichung“ der Risiken. Diese Situation ist nicht kurzfristig. Die Interessen der Minderheitsaktionäre, die verständlicherweise die Rendite maximieren wollen, und die des Staates, der Sicherheit gewährleisten muss, gehen daher auseinander. Beim Gas etwa kann der Staat eine langfristige Versorgungssicherung anstreben statt Käufe am Tagesmarkt. Das stärkt die Sicherheit, kann aber teurer sein, was Aktionäre kritisieren könnten.

-Frage: Ist das also eine strategische Frage?
-Ja. Wenn der Staat nahezu alle Risiken trägt, sollte er entsprechend über Eigentum und künftige Gewinne verfügen. Zugleich muss es für die Minderheitsaktionäre ein faires Angebot sein – sie dürfen nicht benachteiligt werden. Es ist ein Schritt, der in erheblichem Maße durch die Energiesituation in Europa erzwungen wird.

-Frage: Ist das Mantra der unsichtbaren Hand des Marktes in der Energiewirtschaft vorbei?
-Eindeutig. Der Energiemarkt hat sich verändert. Heute baut niemand mehr ein großes Kraftwerk, ohne dass der Staat Abnahmepreise und Kredite garantiert. Investitionen in die Kernenergie tätigt ohnehin nicht mehr ČEZ allein, sondern der Staat über die Gesellschaft Dukovany II, die er vollständig kontrolliert und über Garantien sowie ein Darlehen finanziert.

-Frage: Im Regierungsprogramm steht, dass Sie das Baugenehmigungsverfahren für die neuen Kernkraftwerksblöcke Dukovany 5 und 6 sowie die Vorbereitung der Projekte Temelín 3 und 4 einleiten. Ist der Baubeginn des ersten neuen Blocks in Dukovany 2029 realistisch?
-Ja, das ist zu schaffen. Wir halten uns weiterhin an den Zeitplan, den wir im Jahre 2019 im Rahmen des neuen Kernenergieprogramms vorbereitet haben. Der Zeitplan wird eingehalten. Ich habe mich auch mit dem südkoreanischen Industrieminister getroffen, und wir haben bestätigt, dass der Zeitplan realistisch ist.

-Frage: Und der Probebetrieb bis Ende 2036 sowie der kommerzielle Betrieb 2038? Gilt das noch oder gibt es bereits Verzögerungen?
-Das gilt. Diskutiert wird, ob der Probebetrieb Ende 2036 oder Anfang 2037 beginnt. Es handelt sich jedoch um eine Verschiebung um Monate, was meiner Ansicht nach keine entscheidende Rolle spielt. Der ursprüngliche Plan gilt weiterhin.

-Frage: Und Temelín? Die Ausschreibung für Dukovany enthielt eine Option auf weitere Blöcke. Wäre es strategisch nicht sinnvoller, für Temelín einen anderen Lieferanten zu wählen?
-Nach unserem Amtsantritt haben wir sofort die Vorbereitung von zwei weiteren Blöcken in Temelín aufgenommen. Die Regierung sollte im Laufe des Jahres 2027 – voraussichtlich im ersten Halbjahr – entscheiden, ob sie fortfährt. Wenn ja, beauftragt sie den Investor, also ČEZ oder seine Tochtergesellschaft, mit der Vorbereitung. ČEZ wird gemäß der festgelegten Strategie und weitgehend auch entsprechend den Vereinbarungen mit dem südkoreanischen Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power vorgehen, also die Option auslösen. Das Recht auf das erste Angebot hätten die Südkoreaner. Das schließt jedoch nicht aus, dass sich auch andere an der Vorbereitung einer Ausschreibung beteiligen. Realistisch kämen eher die Franzosen in Betracht; die Amerikaner arbeiten in gewisser Form mit KHNP zusammen, aber ich möchte nichts vorwegnehmen. In jedem Fall werden wir das beste Angebot auswählen.

-Frage: Und wird das schon mit einem verstaatlichten ČEZ geschehen?
-Das kann ich jetzt nicht sagen. Wenn der Staat im nächsten Jahr nach einer positiven Entscheidung ČEZ mit der Vorbereitung beauftragt, betrifft das Temelín. Gleichzeitig wird auch darüber entschieden, ob an demselben Standort ein kleiner modularer Reaktor vorbereitet wird. Das muss gemeinsam unter logistischen, zeitlichen und finanziellen Gesichtspunkten bewertet werden. ČEZ erhält dann einen Zeitrahmen von maximal einem Jahr, um die Angebote abzuschließen, und im Laufe des Jahres 2028 würde eine endgültige Lösung für zwei große Blöcke, gegebenenfalls auch für einen kleinen modularen Reaktor, vorgelegt. Im Jahre 2028 würde dann die Regierung entscheiden.

-Frage: Verschieben Sie das Ende der Stromerzeugung aus Braunkohle?
-Bei den Strompreisen haben wir die regulierte Komponente beeinflusst: Netzentgelte, erneuerbare Energien und Ähnliches. Das haben wir gleich zu Beginn unserer Amtszeit getan. Die Fachöffentlichkeit bewertet das positiv. Die Kritik, dass „der Staat dafür zahlt“, halte ich nicht für stichhaltig – es fließt über Einnahmen an den Staat zurück. Und wir machen weiter: Wir konzentrieren uns auf energieintensive Branchen. Noch in diesem Jahr werde ich sicherstellen, dass rückwirkend die Kompensation indirekter Kosten für 2025 erfolgt und wir sie auf weitere 22 Branchen ausweiten.
/Auszug/
/gr/



Städte in der Nähe von Dukovany erwarten Bevölkerungszuwachs
02.03.2026 Wochenzeitung Náš region Jižní Morava / Unsere Region Südmähren
Rubrik: Nachrichten - Seite: 8

Die Bürgermeister von Städten in den Regionen Brno und Znojmo, die nahe am Kernkraftwerk Dukovany liegen, rechnen in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Bevölkerungswachstum im Zusammenhang mit dem Bau neuer Reaktorblöcke. Der Baubeginn ist für das Jahr 2029 geplant, vorbereitende Arbeiten sollen vorausgehen. Erwartet werden Tausende Arbeiter sowie qualifizierte Ingenieure und weitere Fachkräfte. Gemeinsam mit Entwicklern bereiten die Städte eine relativ umfangreiche Errichtung von Wohnungen und Einfamilienhäusern vor.
Der Anstieg der Wohnungspreise war in den vergangenen vier Jahren jedoch sehr unterschiedlich, wie aus einer Analyse der Nachrichtenagentur ČTK auf Grundlage der Preiskarte auf dem Portal Sreality.cz hervorgeht.

Während sich in Ivančice, Oslavany und Zbýšov die Preise verkaufter Wohnungen bis 100 Quadratmeter zwischen den Jahren 2022 und 2025 um bis zu zehn Prozent erhöhten, waren es in Rosice 13,8 Prozent und in Moravský Krumlov sogar 58,2 Prozent. In der Regionalhauptstadt Brno stiegen die Preise im selben Zeitraum um 19,5 Prozent.
Der extreme Preisanstieg in Moravský Krumlov ist darauf zurückzuführen, dass der Quadratmeterpreis dort im Jahre 2022 deutlich niedriger war als in den anderen Städten – nämlich 38.300 Kronen. Zweitgünstigster Ort war Zbýšov mit 51.000 Kronen pro Quadratmeter. Am teuersten waren die Wohnungen damals in Rosice mit 74.900 Kronen pro Quadratmeter, da Rosice von diesen Orten am besten an Brno angebunden sind. In Brno lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis damals bei 99.200 Kronen, im vergangenen Jahr bei 118.500 Kronen.
Mit Ausnahme von Moravský Krumlov verzeichneten alle Städte in der Nähe von Dukovany eine ähnliche Entwicklung: im Jahre 2023 sanken die Preise im Jahresvergleich. In Zbýšov setzte sich der Rückgang auch im Jahre 2024 fort, während in den übrigen Städten die Preise bereits wieder stiegen. Im vergangenen Jahr erhöhten sie sich überall.

Trotz des stärksten relativen Wachstums bleibt Krumlov die günstigste Stadt für Wohnungskäufe. Im vergangenen Jahr zahlten Käufer dort 60.600 Kronen pro Quadratmeter, in Oslavany 67.850 Kronen. Für etwa 74.000 Kronen pro Quadratmeter wurden Wohnungen in Ivančice und Zbýšov verkauft, am teuersten waren sie in Rosice mit 85.200 Kronen pro Quadratmeter. Die Statistik unterscheidet nicht zwischen Neubauten und älteren Wohnungen.
Am weitesten fortgeschritten ist die Bautätigkeit in Oslavany, wo sich das Gebiet „Pod starou horou“ in einem fortgeschrittenen Baustadium befindet.
Vizebürgermeister Svatopluk Staněk erklärte, dort könnten rund 1.200 Menschen ein neues Zuhause finden, davon etwa 800 neue Einwohner; der Rest werde voraussichtlich aus der örtlichen Bevölkerung stammen.
In Ivančice soll noch in diesem Jahr im Gebiet Horní Pancíře mit dem Bau begonnen werden, wo Wohnraum für 1.400 bis 1.600 Menschen entstehen soll. Auch im Gebiet Černá Pole ist ein Projekt für 500 bis 600 Bewohner geplant.
Moravský Krumlov hat drei Standorte vorbereitet.„Die Stadt könnte um etwa 1.000 neue Einwohner wachsen“, sagte Stadtrat Tomáš Třetina.
Zbýšov könnte laut Bürgermeister Jakub Dobšík in der Nähe des Stadions neuen Wohnraum für bis zu 1.300 Menschen anbieten. Rosice entwickeln sich angesichts der Nähe zu Brno und der dauerhaften Nachfrage bereits seit Langem kontinuierlich weiter.
/gr/



Náměšť nad Oslavou saniert die Straße beim Schloss
02.03.2026 Tageszeitung Právo Region Vysocina – Seite 15 ČTK

Die Stadt Náměšť nad Oslavou im Bezirk Třebíč lässt eine Projektdokumentation für die Sanierung der Straße beim Schloss erstellen. Die Kosten belaufen sich auf mehr als 850.000 Kronen.
Nach Angaben von Bürgermeister Jan Kotačka ist es notwendig, den Bau von Gehwegen, Fußgängerüberwegen oder Parkplätzen vorzubereiten, bevor die Sanierung der Straße in Richtung Jinošov beginnt. Diese Straße gehört zu den sogenannten Zuliefertrassen für den Bau neuer Reaktorblöcke des Kernkraftwerk Dukovany.
Eine wesentliche Veränderung für Fußgänger wird laut Kotačka darin bestehen, dass die Straße im Bereich der Zufahrt zum Schloss näher an das Wildgehege verlegt wird. Das Ziel der Anpassung ist es, mehr Raum für den Gehweg entlang der Gebäude zu gewinnen, der sich an deren Ecke verengt und derzeit direkt in die Fahrbahn mündet. Zudem soll auch der Parkplatz beim Schloss umgestaltet werden.
/gr/


Ausbau von Dukovany: Alles läuft nach Plan, die geologischen Untersuchungen gehen weiter
27.2.2026 Nas region
Autorin: Simona Knotková

Die im vergangenen August begonnenen geologischen Untersuchungen für zwei neue Blöcke der Atomkraftwerks Dukovany verlaufen planmäßig. Die Feldarbeiten werden im April abgeschlossen sein, sagte am Donnerstag in Třebíč Martin Uhlíř von der Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), die als Investor des Projekts fungiert. Die bei den Untersuchungen entnommenen Proben werden fachlich ausgewertet und dienen als Grundlage für die Projektplanung. Einige werden bereits von Fachleuten an Hochschulen in Brünn und Prag sowie von Experten im Ausland analysiert.
Die Untersuchungen werden für das koreanische Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) durchgeführt, das den Auftrag zum Bau der neuen Dukovany-Blöcke erhalten hat. Insgesamt sollen rund 300 Bohrungen unterschiedlicher Tiefe vorgenommen werden. „Insgesamt werden wir etwa 13 Kilometer Bohrungen durchgeführt haben“, sagte Uhlíř bei einem Treffen, das der Verein Energetické Třebíčsko zum Ausbau von Dukovany organisiert hatte.
Die derzeitigen Bohrarbeiten haben laut Uhlíř keine Überraschungen gebracht. „Wir haben diese geologischen Untersuchungen im Voraus durchgeführt, um sicherzugehen, dass wir an diesem Standort tatsächlich ein Kernkraftwerk bauen können“, erklärte er. Die Bohrlöcher werden anschließend versiegelt, und die Grundstücke werden vorläufig wieder den Landwirten zur Nutzung überlassen.

„Im Januar 2029 möchten wir die Baustelle an den Lieferanten übergeben“, sagte Uhlíř. Es folgen Erdarbeiten zur Vorbereitung der Baufläche. Ein Jahr später soll mit den Betonarbeiten begonnen werden, und 2033 soll der Reaktor installiert werden. „Mit dem Einbringen des Brennstoffs in den ersten neuen Block rechnen wir im Jahr 2036“, so Uhlíř.
Für den Betrieb eines Blocks werden rund 800 Beschäftigte benötigt, für beide neuen Blöcke etwa 1.500. Die Koreaner führen derzeit in der Region Gespräche über Unterbringungsmöglichkeiten für die beim Bau des Kernkraftwerks benötigten Arbeitskräfte. Zu Beginn werden es etwa 2.000 Personen sein, in der Hochphase im Jahr 2034 rund 6.000, erklärte Uhlíř.
Neben den geologischen Untersuchungen besteht die Vorbereitung des Baus der Dukovany-Blöcke derzeit vor allem in der Projektierung, sagte Uhlíř, der bei EDU II für Bau, Inbetriebnahme und künftigen Betrieb der Kernkraftwerksblöcke zuständig ist. Im Sommer dieses Jahres wird vor Ort ein neues Verwaltungsgebäude fertiggestellt. „Künftig wird es zum Steuerungszentrum des gesamten Projekts. Eine der Etagen in diesem Verwaltungsgebäude ist für die Firma KHNP vorgesehen“, sagte Uhlíř.
Der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke in Tschechien dürfte der größte inländische Auftrag sein. Die Kosten für den Bau von zwei Reaktoren in Dukovany belaufen sich zu aktuellen Preisen auf 407 Milliarden Kronen. Das Kraftwerk Dukovany verfügt derzeit über vier Blöcke, die in den Jahren 1985 bis 1987 in Betrieb genommen wurden.
Quelle: ČTK
/gr/


Immobilienpreise im Raum Třebíč steigen. Wegen des Baus neuer Reaktorblöcke in Dukovany sind die Kaufkosten fast um ein Drittel gestiegen
2.3.2026 irozhlas.cz / Tschechischer Rundfunk

Der Bau neuer Reaktorblöcke des Atomkraftwerkes Dukovany treibt die Immobilienpreise im Raum Třebíč in die Höhe. Die Kosten für den Erwerb einer Wohnung stiegen dort im vergangenen Jahr im Jahresvergleich um nahezu 30 Prozent. Das geht aus einer Blitzumfrage des Tschechischen Rundfunks hervor. Der landesweite Durchschnitt lag hingegen nur bei rund 13 Prozent. Nach Angaben befragter Makler kann das Angebot die Nachfrage nicht decken. Auch Einheimische, die über einen Kauf nachdenken, bemerken den Preisanstieg.

Jakub Kovář aus Dalešice schaut täglich in Immobilienangebote. Der Gartenbautechniker lebt derzeit noch bei seinen Eltern und möchte sich mit 26 Jahren gerne eine eigene Wohnung in Třebíč kaufen.
„Ich beobachte das seit etwa einem Jahr intensiv, insgesamt beschäftige ich mich damit zwei bis drei Jahre. Man kann sagen, dass die Preise bei allen Wohnungen um etwa 750.000 bis eine Million Kronen gestiegen sind. Vor drei Vierteljahr gab es eine Anzeige für eine 3+1-Wohnung vor der Renovierung für 3,5 Millionen Kronen, aber damals war ich noch nicht schnell genug, um so eine Wohnung sofort zu kaufen“, sagt er gegenüber dem Regionalsender Tschechischer Rundfunk Vysočina.
Bohuslav aus Slavětice vermietet hingegen Wohnungen – vier in Třebíč und zwei auf dem Land. „Ich habe kein Problem, sie zu vermieten. Alle warten, verkaufen und kaufen in der Erwartung, dass es für das Atomkraftwerk sein wird“, beschreibt er.
Nach Ansicht regionaler Immobilienmakler ist die geplante Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany der Hauptgrund für den rasanten Preisanstieg. Der Třebíč - Immobilienhändler Miroslav Prokeš bezifferte den Anstieg der Wohnungspreise im vergangenen Jahr auf nahezu 30 Prozent.

„Es war lange Spekulation, ob gebaut wird oder nicht. Als öffentlich darüber gesprochen wurde und bereits die vorige Regierung intensiv davon sprach, nahm das Ganze konkrete Formen an. In diesem Moment hörten die Leute auf zu verkaufen, und es gab nur noch wenige Wohnungen auf dem Markt“, sagt der Makler.
Einen Preisanstieg im Bereich mehrerer Zehnprozentpunkte verzeichnet auch der Třebíč - Makler Jakub Křeček. „Der Ausbau ist ein starker Faktor, der Menschen in die Region zieht – sei es zum Wohnen oder als Investoren. Ich befürchte, dass die Preise weiter steigen werden. Natürlich haben wir keine Kristallkugel und wissen nicht, in welche Höhen es noch gehen kann“, erklärt Křeček.
Auch andere Makler bestätigen diesen Trend. Laut einer Studie zu den Auswirkungen des Ausbaus auf die Region fehlen im Umfeld des Kraftwerks rund 3.000 Wohneinheiten für etwa 10.000 neu hinzukommende Arbeitskräfte einschließlich ihrer Familien.

Quelle:
https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/ce ... 020712_epo
/gr/



--
Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Ausgewählte Zeitungsaurtikel aus Tschechien zum Thema Energie vom 3.3.2026:

Inhalt:
ČEZ stellte im vergangenen Jahr 108 neue Mitarbeiter für das Kernkraftwerk Temelín ein.
Immobilienpreise bei Třebíč steigen. Wegen des Dukovany - Ausbaus sind die Kaufkosten fast um ein Drittel gestiegen.
Nachmittagsnachrichten – Sicherheitslage in der Tschechischen Republik.
Keine der japanischen Präfekturen ist bereit, kontaminierte Erde aus Fukushima aufzunehmen.
Werden Gas oder Diesel und Benzin in Tschechien teurer? Der Fokus richtet sich auf die Straße von Hormus

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ČEZ stellte im vergangenen Jahr 108 neue Mitarbeiter für das Kernkraftwerk Temelín ein
2.3.2026 Regionalni Novinky

ČEZ will die Einstellung neuer Mitarbeiter in Temelín auch in diesem Jahr fortsetzen.
Einstellungen neuer Mitarbeiter in Temelín

Genau 108 neue Mitarbeiter nahm die Energiegesellschaft ČEZ im vergangenen Jahr im Kernkraftwerk Temelín auf. Der Grund dafür sind der Generationenwechsel sowie die Vorbereitung auf neue Projekte. Auch in diesem Jahr plant das Kernkraftwerk, knapp einhundert neue Beschäftigte einzustellen. Insgesamt fanden im vergangenen Jahr 1.268 neue Mitarbeiter eine Anstellung in der ČEZ-Gruppe.
In Temelín traten im vergangenen Jahr vor allem Maschinenbauer, Elektriker sowie Werkstoffingenieure ihren Dienst an. Unter den neuen Mitarbeitern befanden sich auch 27 Frauen, dreizehn Operatoren sowie Beschäftigte für das Team, das in Temelín das Projekt eines kleinen modularen Reaktors vorbereiten wird. „Das Kraftwerk durchläuft einen Generationenwechsel. Erfahrene Mitarbeiter gehen in den Ruhestand, und wir benötigen neue Kräfte als Ersatz. Neben Operatoren und unterstützendem technischem Personal suchen wir auch Techniker, die beispielsweise geplante Investitionsprojekte sicherstellen werden“, erklärte der Direktor des Kernkraftwerks Temelín, Petr Měšťan.

Temelín stellt in diesem Jahr knapp einhundert Mitarbeiter ein….
Im Zusammenhang mit dem Generationenwechsel plant das Kraftwerk, in diesem Jahr knapp einhundert Personen einzustellen. Derzeit arbeiten im Kernkraftwerk Temelín 1.552 Menschen, davon 212 Frauen.
„Aktuell verfügen wir ungefähr über die Anzahl an Mitarbeitern, die wir für den bestehenden Betrieb benötigen. Neben dem Generationenwechsel stehen weitere Einstellungen vor allem im Zusammenhang mit neuen Projekten, wie beispielsweise dem kleinen modularen Reaktor“, ergänzte Petr Měšťan.

Rund dreihundert neue Mitarbeiter gingen im vergangenen Jahr bei ČEZ in den Kernenergiebereich...
Insgesamt 307 neue Beschäftigte begannen im vergangenen Jahr ihre Tätigkeit im Bereich der Kernenergie innerhalb der ČEZ-Gruppe – also etwa jeder vierte aller neu eingestellten Mitarbeiter. Zwei Drittel von ihnen traten ihren Dienst in den bestehenden Kernkraftwerken Temelín und Dukovany an, der Rest beteiligt sich an der Vorbereitung künftiger Kernenergiequellen in Dukovany und Temelín.
„Die Möglichkeit, sich an der Vorbereitung neuer Kernenergiequellen zu beteiligen, ist ein großer Anreiz. Aber nicht nur das – die gesamte Energiewirtschaft und ČEZ werden für Bewerber zunehmend attraktiver, was sich an der steigenden Zahl von Interessenten für offene Stellen in der ČEZ-Gruppe zeigt. Im vergangenen Jahr bewarben sich durchschnittlich 20 Kandidaten auf eine Stelle, im Jahr davor waren es 16“, sagte das Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiterin der Verwaltungsdivision, Michaela Chaloupková.

Seit Jahresbeginn hat das Kraftwerk Temelín 2,6 Terawattstunden Strom erzeugt. Gemeinsam mit Dukovany gehören diese Anlagen zu den größten Produzenten sauberer elektrischer Energie und tragen damit wesentlich zur emissionsfreien Stromerzeugung der ČEZ-Gruppe bei. Dank der Kernkraftwerke werden jährlich rund zwanzig Millionen Tonnen CO₂ nicht in die Atmosphäre ausgestoßen.
Autor: Marek Sviták, Pressesprecher des Kernkraftwerks Temelín, ČEZ
Quelle: https://www.regionalninovinky.cz/zpravy ... vych-lidi/
/gr/



Immobilienpreise bei Třebíč steigen. Wegen des Dukovany - Ausbaus sind die Kaufkosten fast um ein Drittel gestiegen
3.3.2026 Tschechischer Rundfunk
Autorin: Veronika Vohralikova

Der Bau neuer Blöcke des Atomkraftwerkes Dukovany treibt die Immobilienpreise im Bezirk Třebíč in die Höhe. Die Kosten für den Erwerb einer Wohnung stiegen dort im vergangenen Jahr im Jahresvergleich um nahezu 30 Prozent. Das geht aus einer Blitzumfrage des Tschechischen Rundfunks hervor. Der landesweite Durchschnitt lag hingegen nur bei rund 13 Prozent. Nach Angaben befragter Makler kann das Angebot die Nachfrage nicht decken. Auch Einheimische, die über einen Kauf nachdenken, bemerken den Preisanstieg.

Jakub Kovář aus Dalešice schaut täglich in Immobilienangebote. Der Gartenbautechniker lebt derzeit noch bei seinen Eltern und möchte sich mit 26 Jahren gerne eine eigene Wohnung in Třebíč kaufen.
„Ich beobachte das seit etwa einem Jahr intensiv, insgesamt beschäftige ich mich damit zwei bis drei Jahre. Man kann sagen, dass die Preise bei allen Wohnungen um etwa 750.000 bis eine Million Kronen gestiegen sind. Vor drei Vierteljahr gab es eine Anzeige für eine 3+1-Wohnung vor der Renovierung für 3,5 Millionen Kronen, aber damals war ich noch nicht schnell genug, um so eine Wohnung sofort zu kaufen“, sagt er gegenüber dem Regionalsender Tschechischer Rundfunk Vysočina.
Bohuslav aus Slavětice vermietet hingegen Wohnungen – vier in Třebíč und zwei auf dem Land. „Ich habe kein Problem, sie zu vermieten. Alle warten, verkaufen und kaufen in der Erwartung, dass es für das Atomkraftwerk sein wird“, beschreibt er.
Nach Ansicht regionaler Immobilienmakler ist die geplante Erweiterung des Kernkraftwerks Dukovany der Hauptgrund für den rasanten Preisanstieg. Der Třebíč - Immobilienhändler Miroslav Prokeš bezifferte den Anstieg der Wohnungspreise im vergangenen Jahr auf nahezu 30 Prozent.

„Es war lange Spekulation, ob gebaut wird oder nicht. Als öffentlich darüber gesprochen wurde und bereits die vorige Regierung intensiv davon sprach, nahm das Ganze konkrete Formen an. In diesem Moment hörten die Leute auf zu verkaufen, und es gab nur noch wenige Wohnungen auf dem Markt“, sagt der Makler.
Einen Preisanstieg im Bereich mehrerer Zehnprozentpunkte verzeichnet auch der Třebíč - Makler Jakub Křeček. „Der Ausbau ist ein starker Faktor, der Menschen in die Region zieht – sei es zum Wohnen oder als Investoren. Ich befürchte, dass die Preise weiter steigen werden. Natürlich haben wir keine Kristallkugel und wissen nicht, in welche Höhen es noch gehen kann“, erklärt Křeček.
Auch andere Makler bestätigen diesen Trend. Laut einer Studie zu den Auswirkungen des Ausbaus auf die Region fehlen im Umfeld des Kraftwerks rund 3.000 Wohneinheiten für etwa 10.000 neu hinzukommende Arbeitskräfte einschließlich ihrer Familien.

Quelle:
https://www.irozhlas.cz/zpravy-domov/ce ... 020712_epo
/gr/


Nachmittagsnachrichten – Sicherheitslage in der Tschechischen Republik
02.03.2026 Tschechisches Fernsehen ČT24 Rubrik: 12:30 Nachmittagsnachrichten

Moderator:
Einen schönen Montagnachmittag noch einmal auch von mir. E stehen zahlreiche Themen auf dem Programm, unter anderem und vor allem die Entwicklungen im Nahen Osten. Zunächst haben wir eine Nachrichtenübersicht für Sie.
Drei amerikanische Kampfjets vom Typ F-15 wurden über Kuwait irrtümlich von der eigenen Luftabwehr abgeschossen. Die Behörden untersuchen, wie es dazu kommen konnte. Nach verfügbaren Informationen konnten sich die Piloten rechtzeitig mit dem Schleudersitz retten und sind wohlauf. Die iranische Armee teilte inzwischen mit, sie habe einen US-Luftwaffenstützpunkt in Kuwait sowie Schiffe im Indischen Ozean angegriffen.
Die Europäische Kommission sieht laut der Nachrichtenagentur Reuters derzeit keine unmittelbare Gefährdung der Ölversorgung der EU infolge des Konflikts im Nahen Osten. Dies geht aus einer angeblichen E-Mail hervor, die an die Regierungen der Mitgliedstaaten gerichtet war. Zugleich fordert die EU-Exekutive die 27 Mitgliedstaaten auf, ihre Einschätzungen zur Versorgungslage zu übermitteln. Außerdem erwägt sie offenbar, noch in dieser Woche eine Sitzung der sogenannten Koordinierungsgruppe für Öl einzuberufen.
Die Sicherheitslage der tschechischen Kernkraftwerke Dukovany und Temelín ändert sich aufgrund des Konflikts nicht. Seit den Terroranschlägen in Brüssel im Jahr 2016 befinden sie sich langfristig in der Gefährdungsstufe B. Darüber informiert die ČEZ-Gruppe.

CEZ - Sprecher:
Beide tschechischen Kernkraftwerke befinden sich bereits seit Längerem in der Gefährdungsstufe B. Das bedeutet beispielsweise eine intensivere Überwachung des unmittelbaren Umfelds des Kraftwerks oder ein strengeres Besuchsregime sowie weitere technisch-organisatorische Maßnahmen, die wir jedoch leider nicht näher kommentieren können.
/gr/



Keine der japanischen Präfekturen ist bereit, kontaminierte Erde aus Fukushima aufzunehmen
3.3.2026 Odpady online ČTK

Kein Gouverneur der japanischen Präfektur hat angegeben, bereit zu sein, Erde aus den Dekontaminationsarbeiten an der von der Katastrophe betroffenen Nuklearanlage Fukushima Daiichi aufzunehmen – zumindest nicht ohne weitere Informationen zur Sicherheit und ohne Unterstützung der Zentralregierung. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News unter Berufung auf eine eigene Umfrage.

Warten in Zwischenlagern…..
Die Suche nach endgültigen Lagerstätten für 14 Millionen Kubikmeter abgetragene Erde und weiteren Abfall aus Fukushima nach der Nuklearkatastrophe im März 2011 ist ein zentraler Bestandteil der staatlichen Bemühungen um den Wiederaufbau der Präfektur Fukushima im Osten Japans.
Die Regierung plant, um das Jahr 2030 mit der Auswahl möglicher Standorte für die Lagerung der Erde zu beginnen. Derzeit befindet sich der Erdabfall in einem Zwischenlager in der Nähe des beschädigten Kernkraftwerks Fukushima Daiichi und muss gesetzlich bis März 2045 außerhalb der Präfektur verbracht werden.
In der Umfrage unter allen Präfekturgouverneuren – mit Ausnahme des Gouverneurs von Fukushima – gaben 24 der 46 Befragten an, aufgrund unzureichender Informationen seitens der Zentralregierung nicht bereit zu sein, die Annahme der kontaminierten Erde aus Fukushima in Erwägung zu ziehen. Weitere sechs erklärten, sie hätten nicht die Absicht, die Erde aufzunehmen, was einige mit Umweltbedenken begründeten. Weitere 16 Gouverneure, darunter auch der Gouverneur der Hauptstadt, gaben keine Antwort.

Strengere Sicherheitsanforderungen...
Vor dem Unfall in Fukushima verfügte Japan über 54 aktive Reaktoren in verschiedenen Teilen des Landes, und rund 30 Prozent der Stromerzeugung stammten aus Kernenergie. Nach dem verheerenden Erdbeben und der gewaltigen Tsunami-Welle versagten die Kühlsysteme der Reaktoren im Komplex Fukushima Daiichi, wodurch radioaktive Stoffe in die Atmosphäre gelangten und Hunderttausende Menschen evakuiert werden mussten. Japan schaltete vorübergehend alle Reaktoren ab und nahm seit dem Jahr 2015 nur jene wieder in Betrieb, die strengere Sicherheitsanforderungen erfüllten.
Die Katastrophe von Fukushima hatte weitreichende Folgen. So änderte etwa die deutsche Regierung damals grundlegend ihre Haltung zur Kernenergie. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte kurz nach dem Unfall an, dass Deutschland schrittweise alle Kernkraftwerksblöcke abschalten werde. Die letzten drei Kernkraftwerke wurden im Jahre 2023 vom Netz genommen; damit beendete Deutschland nach mehr als 60 Jahren die Stromerzeugung aus Kernenergie.
Japan ist administrativ in 47 Präfekturen gegliedert; jede Präfektur wird von einem gewählten Gouverneur geleitet.

Quelle: https://odpady-online.cz/zadna-z-japons ... -fukusimy/
/gr/



Werden Gas oder Diesel und Benzin in Tschechien teurer? Der Fokus richtet sich auf die Straße von Hormus
2.3.2026 irozhlas.cz / Tschechischer Rundfunk

Der Großhandelspreis für Gas auf dem europäischen Markt stieg um die Mittagszeit um fast 45 Prozent auf über 46 Euro pro Megawattstunde. Damit reagierte er auf die Nachricht, dass Katar die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) eingestellt hat. Der Grund ist der Konflikt im Nahen Osten.


Sollte sich die Lage nicht bald beruhigen, werden steigende Gas- und Kraftstoffpreise auch von tschechischen Verbrauchern und Unternehmen zu spüren sein

Die Gaspreise waren bereits am Vormittag stark gestiegen. Die meisten Tankerbesitzer, Ölgesellschaften und Händler haben nämlich die Lieferungen von Öl und LNG durch die Straße von Hormus ausgesetzt, die zwischen Oman und Iran liegt.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, hatte Teheran selbst Schiffe vor der Durchfahrt durch diese Wasserstraße gewarnt. Am Nachmittag lag der Preis an der niederländischen Gasbörse TTF bei 44 Euro pro Megawattstunde, was einem Anstieg von 38 Prozent entsprach.
Im Zusammenhang mit dem Konflikt stiegen auch die Ölpreise. Die Nordseesorte Brent crude verteuerte sich im Tagesverlauf zeitweise um bis zu 13 Prozent.
Sollte sich die Situation in absehbarer Zeit nicht beruhigen, werden steigende Preise für Gas und Kraftstoffe auch tschechische Verbraucher und Unternehmen treffen.

„Die Verknüpfung der Preise auf dem tschechischen Markt mit den europäischen und damit auch mit den globalen Preisen ist seit der Energiekrise sehr eng. Spot-LNG-Lieferungen sind der wichtigste preisbildende Faktor für den europäischen Markt, und genau dieses LNG wird infolge der eingeschränkten Exporte aus dem Persischen Golf einer höheren Nachfrage ausgesetzt sein“, sagte der Gasanalyst Michal Kocůrek vom Beratungsunternehmen EGÚ gegenüber dem Tschechischen Rundfunk.

Die Schlüsselrolle der Straße von Hormus….
Europa, einschließlich Tschechiens, hat in den vergangenen Jahren die LNG-Importe erhöht, da es versucht, nach der russischen Invasion in der Ukraine schrittweise auf russisches Gas zu verzichten.
Rohstoffe wie Flüssigerdgas und Erdöl aus dem Persischen Golf werden per Schiff durch die Straße von Hormus transportiert; beim LNG handelt es sich dabei um etwa 20 Prozent der weltweiten Lieferungen.
Eine längerfristige oder vollständige Blockade dieser Route würde den globalen Wettbewerb um alternative Gasquellen verschärfen und damit zu einem dauerhaften Preisanstieg führen.

Nach Angaben von Kocůrek gehen 90 Prozent des LNG aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Asien, vor allem nach China, Indien und Taiwan.
„Eine schnelle Ersatzquelle ist gerade Spot-LNG, auf das auch die EU in verstärktem Maße setzt. Die Preise in der EU steigen daher zu Recht, und es ist nur eine Frage, wie hoch sie klettern können. Das hängt von der Dauer der Blockade der Straße von Hormus und vom Umfang des Konflikts ab“, so der Analyst.

Quelle:
https://www.irozhlas.cz/ekonomika/podra ... 021709_ako
/gr/



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Gabriela Reitingerova
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 4.3.2026:

Inhalt:
ČEZ baut Heizwerke und plant modulare Reaktoren.
Sieben entscheidende Jahre für die tschechische Energiewirtschaft beginnen.
Der Bau neuer Blöcke in Dukovany rückt näher.
Nuvia: die tschechische Atomindustrie gehört zu den stärksten in Europa:
Gespräch mit dem Nuvia - Geschäftsführer Ales Dokulil
ERÚ bereitet mögliche Anordnung zum Weiterbetrieb des Heizkraftwerks Kladno vor, Wärme könnte teurer werden

.....


ČEZ baut Heizwerke und plant modulare Reaktoren
25.02.2026 Monatszeitung Reportaze z prumyslu / Reportagen aus der Industrie, Rubrik: Energiewirtschaft - Seite: 92

Die ČEZ-Gruppe durchläuft eine grundlegende Transformation ihres Erzeugungsportfolios. In den vergangenen Monaten nahm sie die ersten Gaskesselanlagen in der Region Ústí in Betrieb, schloss die strategische Übernahme eines Gasverteilers ab und unterzeichnete eine Vereinbarung über den Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR) mit dem britischen Partner Rolls-Royce SMR.

ČEZ-GRUPPE….
An den Standorten Prunéřov und Tušimice wurden im vergangenen Jahr die ersten Gaskesselanlagen in Betrieb genommen, die schrittweise die auslaufenden Kohlequellen ersetzen sollen. In Prunéřov ist ein Heizwerk mit einer Wärmeleistung von 26 MWt und einem 24 Meter hohen Schornstein in Betrieb, in Tušimice eine Reservequelle mit einer Leistung von 10 MWt. Der Heißwasserkessel für Prunéřov wurde aus dem bayerischen Gunzenhausen geliefert. Die Gesamtinvestition in die Umgestaltung des Areals Prunéřov übersteigt sechs Milliarden Kronen und umfasst auch geplante Biomassekessel mit einer Leistung von 2 × 17,5 MWt, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie eine neue 5,7 Kilometer lange Fernwärmeleitung nach Kadaň. Die Wärme aus diesen Quellen versorgt Chomutov, Jirkov, Klášterec nad Ohří und nach Fertigstellung der Fernwärmeleitung auch Kadaň. Die geplanten Investitionen von ČEZ in die Fernwärme in der Region Usti übersteigen 20 Milliarden Kronen.

ČEZ erwarb einen Anteil von rund zwanzig Prozent am britischen Unternehmen Rolls-Royce SMR und unterzeichnete im Juli des vergangenen Jahres eine Vereinbarung über den Beginn der Vorbereitungsarbeiten für den ersten tschechischen kleinen modularen Reaktor. Dieser soll etwa Mitte der 2030er Jahre am Standort des Kernkraftwerks Temelín in Südböhmen entstehen. Der Druckwasserreaktor soll eine elektrische Leistung von 470 MW erreichen und eine geplante Lebensdauer von mindestens sechzig Jahren haben. Als weitere bevorzugte Standorte für SMR wurden die Areale der Kohlekraftwerke in Tušimice und Dětmarovice ausgewählt, wo modulare Reaktoren auch die Wärmeversorgung für umliegende Städte sichern würden. „Mit dem britischen Partner Rolls-Royce SMR werden wir eng bei der Vorbereitung des Baus des ersten kleinen modularen Reaktors in der Tschechischen Republik zusammenarbeiten“, sagte das Vorstandsmitglied von ČEZ, Tomáš Pleskač. Bis zum Jahr 2050 will die Gruppe in Tschechien modulare Reaktoren mit einer Gesamtleistung von drei Gigawatt errichten.

Im Dezember schloss ČEZ die zweijährige Modernisierung des Pumpspeicherkraftwerks Dlouhé stráně im Bezirk Šumperk im Wert von 840 Millionen Kronen ab. Techniker ersetzten die Statorwicklungen beider Turbosätze, die seit fast dreißig Jahren in Betrieb sind, und führten ein Upgrade des Steuerungssystems durch. Das Kraftwerk mit einer installierten Leistung von 2 × 325 MW und der größten reversiblen Wasserturbine Europas spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Übertragungsnetzes im Zusammenhang mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energiequellen.

Im Januar dieses Jahres schloss ČEZ die Übernahme der Gesellschaft Gas Distribution von E. On ab. Damit erhielt das Unternehmen ein Gasnetz mit einer Länge von 4 600 Kilometern und 111 000 Entnahmestellen in der Region Südböhmen und in Teilen der Region Vysočina. Über die Tochtergesellschaft GasNet verteilt die Gruppe nun Gas in ganz Tschechien mit Ausnahme von Prag. GasNet betreibt 65 000 Kilometer Gasleitungen und versorgt 2,2 Millionen Entnahmestellen. „Gas wird eines der Schlüsselmedien zur Sicherstellung der Energiesicherheit der Tschechischen Republik sein. Es wird eine entscheidende Rolle bei der Modernisierung der Fernwärme sowie bei der Gewährleistung stabiler Stromlieferungen nach dem Ende der Kohlekraftwerke spielen“, erklärte der Generaldirektor von ČEZ, Daniel Beneš. Die Integration beider Verteiler wird für das Jahr 2027 erwartet.

Die Gesellschaft ČEZ PV & Wind bereitet im ehemaligen Militärgelände Ralsko im Bezirk Česká Lípa den Bau des größten Windparks in Tschechien vor. Das Projekt sieht 16 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 115 MW vor. Die Masthöhe soll 166 Meter erreichen, der Rotordurchmesser 163 Meter und die Gesamthöhe der Turbinen bis zu 250 Meter. Der Stadt Ralsko bot das Unternehmen eine Vergütung von bis zu 600 Millionen Kronen über dreißig Jahre Betriebszeit an. Der Baubeginn wird für das Jahr 2027 erwartet, die Fertigstellung zwei Jahre später. An diesem Standort betreibt ČEZ bereits fünf Photovoltaikkraftwerke mit einer Leistung von 56 MW und bereitet eine weitere Solaranlage mit 70 MW vor.
/gr/



Sieben entscheidende Jahre für die tschechische Energiewirtschaft beginnen
25.02.2026 0:00 Monatzeitung Reportaze z prumyslu / Reportagen aus der Industrie - Rubrik: Konferenzen - Seite: 94

Führende Vertreter des Staates, großer Energieunternehmen sowie Giganten des Finanzsektors sind sich einig: Tschechien hat fünf bis sieben Jahre Zeit, um Kohlequellen effektiv zu ersetzen und ein stabiles, vorhersehbares Umfeld für Investitionen in Höhe von Hunderten Milliarden Kronen zu schaffen. Dies wurde auf der Konferenz Power Shift deutlich, die vom Verband moderner Energie / Svaz moderní energetiky veranstaltet wurde. Die Konferenz bestätigte, dass der Netzausbau und der Bau neuer Erzeugungsquellen keine Frage der Wahl mehr sind, sondern eine grundlegende Voraussetzung dafür, tschechische Hersteller in globalen Lieferketten zu halten.

Die tschechische Energiewirtschaft durchläuft die größte Transformation ihrer jüngeren Geschichte. Der Kohleausstieg, der laut Prognosen des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS und weiteren Analysen aufgrund der wirtschaftlichen Unrentabilität von Kohlekraftwerken möglicherweise schon vor dem Jahr 2033 eintreten könnte, erfordert sofortiges Handeln. Nach dem Nationalen Energie- und Klimaplan (NKEP) wird Tschechien bis zum Jahr 2030 Investitionen in neue Erzeugungsquellen und Netze in Höhe von Hunderten Milliarden Kronen benötigen.
Die Transformation erfordert daher die Einbindung des privaten Kapitals. Der Staatshaushalt und europäische Fördermittel (z. B. der Modernisierungsfonds) werden für den umfassenden Wandel nicht ausreichen. Der Schlüssel liegt in der Schaffung von Rahmenbedingungen, die Banken und private Investoren dazu motivieren, Mittel in die Energieinfrastruktur zu investieren.
„Die Rolle des Bankensektors ist in dieser Transformation unersetzlich. Wir sehen ein enormes Interesse von Unternehmen an Investitionen in ihre eigene Energie-Unabhängigkeit. Damit wir jedoch das erforderliche Kapitalvolumen in Höhe von Hunderten Milliarden Kronen mobilisieren können, benötigt der Finanzsektor einen langfristig stabilen gesetzlichen Rahmen und eine klare staatliche Vision, die das Investitionsrisiko minimiert“, erklärte Ján Lučan, Vorstandsmitglied der ČSOB - Bank, auf der Konferenz.

„Erneuerbare Energiequellen sind ein integraler Bestandteil des Wachstums der tschechischen Wirtschaft und der Energiesicherheit. Nun müssen wir einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens über konkrete Fördermechanismen finden, damit wir diese historische Chance zur Modernisierung der Industrie nicht verpassen und den Unternehmen günstige und verfügbare Energie sichern“, ergänzte Martin Sedlák, Programmdirektor des Verbands moderner Energie.
Auf der Konferenz wurde außerdem deutlich betont, dass der Staat bereit ist, den Ausbau erneuerbarer Energiequellen zu unterstützen – allerdings mit besonderem Augenmerk auf die Stabilität des Übertragungs- und Verteilnetzes. Priorität haben weiterhin der Ausbau von Speicherlösungen und die Verstärkung der Netze, damit diese die Leistung neuer Solar- und Windparks aufnehmen können. Nach Angaben der Solar-Assoziation und der Organisation AKU-BAT CZ wurden allein im Jahr 2025 neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 0,7 GWp ans Netz angeschlossen.
„Für die Umsetzung von Projekten im Bereich moderner und grüner Energien brauchen wir eine eindeutige Gesetzgebung. Wenn Sie den Bau einer Anlage abschließen und in den Probebetrieb gehen, müssen Sie tatsächlich arbeiten können – und nicht auf weitere und weitere Genehmigungen warten. Entscheidend ist auch die Wirtschaftlichkeit der Anlagen und ihre Wettbewerbsfähigkeit am Markt“, sagt Darina Merdassi, Direktorin der Decci-Gruppe und Vorstandsmitglied von E.nest Energy.
Kamil Čermák, Generaldirektor von ČEZ Esco, wies auf der Konferenz auf eine weitere wichtige Dimension der Transformation für die tschechische Wirtschaft hin: „Die tschechische Industrie und wir Energieunternehmen stehen vor einer klaren Herausforderung: saubere und preislich wettbewerbsfähige Energie zur Verfügung zu haben. Sie ist entscheidend für die Nachhaltigkeit der tschechischen Industrie und Wirtschaft. Bei ČEZ Esco sehen wir täglich, dass die Nachfrage nach komplexen Lösungen – von Batterien über Energieeinsparungen bis hin zu erneuerbaren Quellen – schnell wächst.“

Die Teilnehmer der Konferenz Power Shift waren sich einig, dass die Hauptpfeiler für den erfolgreichen Umbau der tschechischen Energiewirtschaft in den kommenden Jahrzehnten folgende sind:
• Vorhersehbarkeit – ein klarer Zeitplan für die Abschaltung von Kohlequellen und deren Ersatz,
• Investitionsbereitschaft – die Schaffung von Modellen zur Einbindung des privaten Kapitals,
• Moderne Infrastruktur – massive Investitionen in Verteilung und Speicherung zur Sicherung der Stabilität.

Jiří Janda, Vertriebsdirektor von LTW battery, ergänzt: „Die neue Welle in der Energiewirtschaft kommt nicht ohne eine sofistizierte Speicherung aus. Speicherkapazitäten sind entscheidend, um eine kontinuierliche Versorgung von Industrieunternehmen sicherzustellen. Langlebige Technologien sind bereit – jetzt gilt es, Low-Cost-Technologien zu eliminieren, die die Entwicklung von Marktbedingungen behindern, welche den technologischen Fortschritt und den Einsatz in Tschechien ermöglichen.“
Ähnlich sieht es Michal Petřek, Innovationsmanager bei Raylyst Solar: „Digitalisierung und effizientes Management von Energieanlagen sind der Schlüssel dafür, dass die neue Energiewirtschaft als Ganzes funktioniert. Auf der Konferenz Power Shift haben wir gezeigt, dass sich dank Daten und intelligenter Steuerung die Erträge aus erneuerbaren Quellen maximieren, die Netzstabilität stärken und die weitere Entwicklung der Energiewirtschaft in Tschechien besser planen lassen. Genau das braucht der tschechische Markt.“
/gr/



Der Bau neuer Blöcke in Dukovany rückt näher
3.3.2026 Jihlavske listy

Foto von der Sitzung am Donnerstag mit Unternehmen, Unternehmern und Vertretern des Kernkraftwerks Dukovany in Třebíč. Autor: Antonín Zvěřina

Die Vorbereitungen für den Bau von zwei neuen Blöcken am Standort des Kernkraftwerks Dukovany gehen in die finale Phase. Dies bestätigte ein Rundtisch- Gespräch, das am vergangenen Donnerstag im Hotel Atom in Třebíč stattfand.
Den Vorsitzenden des Trägerverbands Energetické Třebíčsko, Vítězslav Jonáš, erfreute die hohe Beteiligung – der Saal war vollständig gefüllt. Zu Beginn fielen auch einige Worte über das Unternehmen KHNP, das sich in der Region unter anderem durch die Unterstützung des Eishockeys in Třebíč einen Namen gemacht hat.
In Südkorea handelt es sich um ein Unternehmen, das dort rund ein Drittel des Stroms produziert, 26 Reaktoren betreibt und weitere vier baut. Die Firma erzeugt zudem Elektrizität aus anderen Energiequellen. Im Bereich der Kernenergie ist sie seit etwa 50 Jahren tätig und errichtet Kraftwerksblöcke auch außerhalb Südkoreas.

Partner von KHNP in der Tschechischen Republik ist die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II), die derzeit zu 80 Prozent dem Staat gehört; künftig ist eine vollständige staatliche Eigentümerschaft vorgesehen.
Das Projekt für den Bau der neuen Blöcke soll bis 2029 fertiggestellt sein, dann beginnen die Erdarbeiten. Ein Jahr später soll der eigentliche Bau starten. Mit dem Probebetrieb wird in den Jahren 2037 und 2038 gerechnet. Das südkoreanische Unternehmen gilt als Garantie dafür, dass alle Termine eingehalten werden.

Informationen:
Einer der wichtigsten Programmpunkte war der Auftritt des KHNP-Vertreters aus Südkorea, Youngjin Kwag, der die anwesenden Unternehmer über die Möglichkeit informierte, sich an Ausschreibungen für Lieferanten zu beteiligen. Die Vergabeverfahren sollen transparent sein, und den Zuschlag werden nur die Besten erhalten.
Er stellte einen genauen Zeitplan vor, was Unternehmen machen müssen, um sich an der Realisierung der beiden Blöcke beteiligen zu können. Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört die genaue Kenntnis des Zeitplans, die eine präzise Registrierung im Programm ermöglicht. Die ersten Ausschreibungen sollen noch in diesem Jahr stattfinden.

Martin Uhlíř von Elektrárna Dukovany II (EDU II), die für die Umsetzung des Baus verantwortlich ist, betonte, dass es sich um ein außergewöhnliches Projekt handelt – nicht nur im Rahmen der Tschechischen Republik, sondern in ganz Europa.
„Es ist eine enorme Chance für Unternehmer, für Unternehmen und vor allem für junge Menschen, denn ich gehe davon aus, dass bei diesem Projekt neue Nuklearexperten heranwachsen werden“, erklärte er.
Er geht zudem davon aus, dass auch lokale Unternehmen an dem Projekt wachsen werden und sich anschließend an weiteren Vorhaben in diesem Bereich beteiligen können – etwa am Bau neuer Blöcke in Temelín, an kleinen modularen Reaktoren oder an weiteren Projekten, die in Europa oder anderswo im Ausland vorbereitet werden.

https://www.jihlavske-listy.cz/clanek/5 ... h-se-blizi
/gr/



Nuvia: die tschechische Atomindustrie gehört zu den stärksten in Europa.
04.03.2026 Monatszeitung TECH MAGAZÍN Rubrik-Energie und Energiewirtschaft -Seite: 36

Führend im Bereich Strahlenschutz und Detektion in der Tschechischen Republik ist das Unternehmen NUVIA mit Sitz in Třebíč. Seine Geräte und Systeme sind neben der Tschechischen und der Slowakischen Republik beispielsweise auch in Kernkraftwerken in Belgien, Frankreich, Rumänien, der Ukraine und weiteren – vor allem europäischen – Ländern im Einsatz.

Über das Angebot des Unternehmens für das neue AKW-Bau-Projekt in Dukovany sowie über weitere nukleare Aufträge im In- und Ausland sprachen wir mit dem Geschäftsführer von NUVIA, Aleš Dokulil.

-Frage: Im Zusammenhang mit der Nuklearausschreibung hat KHNP zugesagt, die tschechische Industrie zu 60 Prozent am Ausbau von Dukovany zu beteiligen. Wie möchten Sie sich in das Projekt einbringen?
-Mit dem koreanischen Partner KHNP stehen wir seit mehr als zehn Jahren in Kontakt und sind ebenso lange als qualifizierter Lieferant in deren System registriert. Es handelt sich also nicht um eine neu entstehende Beziehung – die Koreaner kennen uns gut und wissen, was wir anbieten können.
In das Projekt Dukovany können wir als technischer Partner mit einem umfassenden Portfolio einsteigen – vom Engineering über die Lieferung technologischer Komplettsysteme bis hin zur Bereitstellung von Fachkapazitäten für Installation, Inbetriebnahme und anschließenden Service. Als Teil einer internationalen Gruppe mit mehr als viertausend Mitarbeitern können wir zudem Know-how aus Projekten in Europa und Nordamerika übertragen. Konkret betrifft dies insbesondere die Bereiche Strahlenmonitoring, Automatisierung, Entsorgung radioaktiver Abfälle sowie Softwarelösungen, die wir entweder selbst entwickeln oder integrieren.

-Frage: Welche Dienstleistungen bieten Sie den tschechischen Kernkraftwerken an
-Auf dem tschechischen Markt ist für uns die langfristige Zusammenarbeit mit beiden Kernkraftwerken der ČEZ-Gruppe entscheidend. Im Laufe der Jahre waren wir an zahlreichen Lieferungen von Technologien und Fachdienstleistungen beteiligt, die mit dem sicheren und zuverlässigen Betrieb der Kraftwerke zusammenhängen. Schrittweise haben wir uns zu größeren EPC-Aufträgen (schlüsselfertige Lieferungen) entwickelt.
In diesen Projekten bringen wir unser Know-how in den Bereichen Automatisierung, Elektrotechnik, Mess-, Steuer- und Regelungssysteme, IT, Strahlenmonitoring sowie in den letzten Jahren auch im Brandschutz und im Gerüstbau ein. Ein großer Vorteil ist unsere Fähigkeit, diese Fachgebiete zu einem funktionierenden Gesamtsystem zu verbinden.

-Frage: In welcher Phase der Verhandlungen mit KHNP befinden Sie sich derzeit?
-Mitte des vergangenen Jahres haben wir mit KHNP eine Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit beim Bau neuer AKW-Blöcke in Dukovany unterzeichnet. Diese bestätigt unsere Position als empfohlener lokaler Subunternehmer für eine mögliche Beteiligung an weiteren Projektphasen.
Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung betrachten wir als konkreten Beleg für das Interesse von KHNP an der Zusammenarbeit mit tschechischen Unternehmen und zugleich als Anerkennung unserer technischen und projektbezogenen Kompetenzen.

-Frage: Ende September des vergangenen Jahres sind Sie eine strategische Partnerschaft mit Mirion Technologies eingegangen, einem Anbieter fortschrittlicher Systeme zur Strahlenüberwachung. Was beinhaltet diese Vereinbarung?
-Die Zusammenarbeit mit Mirion Technologies konzentriert sich auf die Unterstützung aktueller und künftiger Nuklearprojekte in der Tschechischen Republik. Sie betrifft sowohl den Bau neuer Blöcke in Dukovany als auch Modernisierungen bestehender Blöcke in Dukovany und Temelín sowie potenzielle Projekte kleiner modularer Reaktoren.
Mirion ist ein globaler Marktführer im Bereich Strahlensicherheit und nuklearer Messsysteme, während NUVIA detaillierte Kenntnisse des lokalen Umfelds, des Kraftwerksbetriebs, der Regulierung sowie der Lieferketten einbringt. Durch die Bündelung dieser Stärken können wir Lösungen von sicherheitsklassifizierten Systemen bis hin zur umfassenden technologischen Modernisierung anbieten – stets im Einklang mit tschechischen und internationalen Anforderungen. Gleichzeitig bereiten wir weitere Partnerschaften mit ausländischen Unternehmen vor, einschließlich koreanischer Firmen.

-Frage: An welchen weiteren Projekten in Kernkraftwerken arbeiten Sie derzeit?
-Derzeit sind wir maßgeblich an einem Automatisierungsprojekt im Rahmen der Stilllegung eines westeuropäischen Kernkraftwerks beteiligt. Es handelt sich um einen technisch anspruchsvollen Auftrag, der neue und effizientere Ansätze zur Freigabe und Dekontamination von Materialien bringt. Das Projekt realisieren wir unter anderem unter der Produktmarke NUVIATech Instruments. Zugleich ist es eines der ersten größeren gemeinsamen Projekte mit Mirion.
Hauptziel ist die Erhöhung der Sicherheit und die Effizienzsteigerung beim Umgang mit radioaktiven Materialien.

-Frage: Sie haben NUVIATech Instruments erwähnt – was verbirgt sich dahinter?
-NUVIATech Instruments ist unsere Produktmarke für die Messung ionisierender Strahlung über den gesamten Lebenszyklus nuklearer Anlagen hinweg. Wir bieten nicht nur Standardprodukte, sondern auch maßgeschneiderte Lösungen für spezifische Anwendungen.
Das Portfolio umfasst einzelne Komponenten wie Detektoren, Analysatoren und Software ebenso wie komplette Monitoringsysteme. Diese finden Anwendung im Strahlenschutz, in der Abfallwirtschaft, bei Labormessungen, in der inneren Sicherheit, beim kontinuierlichen Prozessmonitoring oder bei der Umweltüberwachung.
NUVIA ist Teil des multinationalen Konzerns VINCI, der zu den weltweiten Marktführern im Bereich Energiedienstleistungen zählt.

-Frage: Hilft Ihnen diese Zugehörigkeit auch bei Nuklearausschreibungen?
-Der VINCI-Gruppe sind wir vor dreizehn Jahren beigetreten, um unsere Position auf Auslandsmärkten zu stärken und eine solidere Basis für größere und komplexere Projekte zu erhalten. Die Mitgliedschaft in einer multinationalen Gruppe verschafft uns insbesondere bei internationalen Ausschreibungen Vorteile – sowohl in Bezug auf Glaubwürdigkeit als auch auf projektbezogene und finanzielle Ressourcen.
Gleichzeitig hat sich NUVIA eine starke lokale Identität, ein eigenes technisches Team und tiefgehende Kenntnisse der tschechischen Kernenergie bewahrt. Gerade diese Kombination halten wir für entscheidend.

-Frage: Mitte des vergangenen Jahres haben Sie zudem neue Verwaltungs- und Produktionsräume eröffnet. Welche Kapazitäten wurden erweitert?
-Die neuen Verwaltungs- und Produktionsräume haben wir in Třebíč symbolisch anlässlich des dreißigjährigen Bestehens des Unternehmens eröffnet. In dieser Zeit hat sich unser Know-how erheblich erweitert – sei es in der Kernenergie, Automatisierung, Radiometrie, Detektionstechnologien oder Softwareentwicklung – und die ursprünglichen Kapazitäten reichten nicht mehr aus.
In den letzten Jahren haben wir daher systematisch in Technologien, Ausstattung und den Ausbau unserer Expertenteams investiert. Das neue Gebäude ermöglicht es uns, Entwicklung, Engineering, Produktion und Unternehmensleitung an einem Ort zu bündeln, was sich direkt auf die Zusammenarbeit zwischen den Teams und die Projekteffizienz auswirkt.
Für unsere Kunden bedeutet dies mehr Flexibilität, schnellere Reaktionszeiten und die Fähigkeit, komplexe Aufträge aus einer Hand zu realisieren.

-Frage: Sie sind Teil der Allianz der tschechischen Energiewirtschaft (CPIA), die die größten tschechischen Zulieferer der Nuklearindustrie vereint. Wie bewerten Sie deren Position sowie die des neu gegründeten Verbands der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik?
-Die Allianz der tschechischen Energiewirtschaft sowie der Verband der Energiewirtschaft der Tschechischen Republik sind für uns eine sehr wichtige gemeinsame Plattform für das Auftreten tschechischer Zulieferer in der Nuklearindustrie.
Ihr größter Nutzen besteht für uns darin, zu zeigen, dass tschechische Unternehmen reale Erfahrungen, Kapazitäten und technische Kompetenzen sowohl für große Nuklearprojekte als auch für kleine modulare Reaktoren besitzen. Ebenso wichtig ist der Informationsaustausch und die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen einzelnen Unternehmen.
Dies fördert ein koordiniertes Vorgehen mit einem klaren Ziel: eine möglichst umfassende Einbindung der tschechischen Industrie in Nuklearprojekte im In- und Ausland.
Tschechische Unternehmen verfügen über technische Kompetenzen für große Nuklearprojekte ebenso wie für kleine modulare Reaktoren.
/gr/


ERÚ bereitet mögliche Anordnung zum Weiterbetrieb des Heizkraftwerks Kladno vor, Wärme könnte teurer werden
ČTK
4. März 2026, oenergetice.cz

Die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) bereitet sich auf die Möglichkeit vor, den weiteren Betrieb des Heizkraftwerks Kladno anzuordnen. Das Heizkraftwerk hatte die Behörde zuvor wegen der Verluste seines Betriebs aufgefordert, ab April einen neuen Wärmelieferanten für die Stadt auszuwählen. Nach Angaben der Energieregulierungsbehörde ERÚ könnte die Wärme teurer werden, Ziel sei jedoch die Sicherstellung der Wärmeversorgung.
Die Behörde bemüht sich seit Langem um eine Einigung zwischen der Führung des Rathauses von Kladno und dem Heizkraftwerk, bislang jedoch ohne Erfolg. Daher könnte es notwendig werden, den Betrieb durch eine sogenannte Maßnahme „über den Rahmen der Lizenz hinaus“ sicherzustellen, teilte heute der ERÚ-Sprecher Jan Hamrník der Nachrichtenagentur ČTK mit. Das Heizkraftwerk gehört zur Gruppe Sev.en des Unternehmers Pavel Tykač und erzeugt Wärme aus Kohle.

Die Stadt hat mit dem Heizkraftwerk einen Zehnjahresvertrag bis zum Jahr 2030 einschließlich einer Preisregelung abgeschlossen. Aufgrund der Energiekrise und des Anstiegs der Preise für Emissionszertifikate geriet das Unternehmen jedoch in die Verlustzone. Der Wärmepreis deckt die Produktionskosten nicht mehr; laut Direktor Michal Hons schreibt das Werk jährlich Verluste in Höhe von mehreren Dutzend Millionen Kronen.
Im vergangenen Jahr fanden mehr als zehn Verhandlungen unter Beteiligung von Vertretern der Energieregulierungsbehörde ERÚ zwischen Heizkraftwerk Kladno und der städtischen Gesellschaft Tepo statt. „Trotz unseres Appells führen die Gespräche nicht zu einer einvernehmlichen Lösung, und das Heizkraftwerk Kladno hat öffentlich angekündigt, die Lieferungen einstellen zu wollen. Daher haben wir bereits vorbereitende Schritte für eine mögliche Sicherstellung des Betriebs in Form einer Anordnung über den Rahmen der Lizenz hinaus eingeleitet“, erklärte der ERÚ-Vorsitzende Jan Šefránek.

Nach seinen Worten geht es der Behörde ERÚ in erster Linie um die Aufrechterhaltung der Wärmeversorgung für die Abnehmer in Kladno. „Gleichzeitig muss jedoch festgestellt werden, dass im Falle einer Maßnahme über den Rahmen der Lizenz hinaus das Gesetz dem neuen Betreiber die Erstattung sämtlicher berechtigter Kosten garantiert, was zu einer Erhöhung der derzeitigen Wärmepreise führen kann“, fügte der Vorsitzende hinzu.

Das Energiegesetz erlaubt es der Energieregulierungsbehörde ERÚ, durch eine Maßnahme über den Rahmen der Lizenz hinaus einen Ersatz-Wärmelieferanten zu bestimmen, wenn der Lizenzinhaber (der Betreiber des Heizkraftwerks) die Wärmelieferung einstellt oder deren Einstellung unmittelbar droht – und zwar aus „objektiven Gründen“. Die Behörde ERÚ forderte das Heizkraftwerk auf, die Behauptungen, auf deren Grundlage die Einstellung des Betriebs angekündigt wurde, zu präzisieren und zu belegen, und leitete eine Kontrolle ein, um die erforderlichen Fakten festzustellen.

Die Art und Weise einer möglichen Einstellung der Lieferungen wurde laut Sprecher bislang nicht genau festgelegt; ERÚ muss davon ausgehen, dass das Heizkraftwerk mit den Abnehmern Verträge abgeschlossen hat, die es zu erfüllen verpflichtet ist. Für die Einleitung eines Verfahrens zur Auswahl eines neuen Betreibers sind nach Angaben von Šefránek die gesetzlichen Voraussetzungen derzeit noch nicht erfüllt.
Neben der Problematik der Wärmeversorgung in Kladno befasst sich die Energieregulierungsbehörde ERÚ auch mit der Sicherstellung des Betriebs der Kohlekraftwerke der Sev.en-Gruppe. Ende November des vergangenen Jahres kündigte die Gruppe an, neben der Wärmequelle Kladno auch die Kohlekraftwerke Počerady und Chvaletice stillzulegen. Der Übertragungsnetzbetreiber ČEPS veröffentlichte im Januar eine Analyse, in der er empfahl, den Betrieb von zwei der vier Blöcke des Kraftwerks Chvaletice vorübergehend aufrechtzuerhalten, da diese für den sicheren Betrieb des tschechischen Elektrizitätssystems notwendig seien. Die Schließung des Kraftwerks Počerady und des kohlebefeuerten Teils des Heizkraftwerks Kladno – das zugleich auch Strom erzeugt – gefährde hingegen den Netzbetrieb nicht.

Quelle: https://oenergetice.cz/teplarenstvi/eru ... ze-zdrazit
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 592
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Risiken der Kernkraft vom 5.3.2026:

Inhalt:
Im Atomkraftwerk Temelín wurde der Reaktor geöffnet und der Brennstoff ausgelagert, das Kraftwerk veröffentlichte ein Zeitraffervideo.
In Temelín wurde der Reaktor geöffnet und Brennstoff entladen.
Die Regierung plant die Übernahme von ČEZ bis zum Jahr 2029.
Der Hunger nach Kernenergie treibt den Uranpreis nach oben.
Auch Kernreaktoren müssen Drohnenangriffen standhalten:
Gespräch mit dem SUJJB - Vorsitzenden Stepan Kochanek.
Chinesische Drohnen filmten Dukovany. Der Staat ignorierte die Warnung.
Kernkraftwerk Dukovany erhält ein neues Steuerungssystem – Auftrag ging an tschechische Firmen


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Im Atomkraftwerk Temelín wurde der Reaktor geöffnet und der Brennstoff ausgelagert, das Kraftwerk veröffentlichte ein Zeitraffervideo

Autor: mrk
4. März 2026, idnes.cz

Alles beginnt mit dem Entfernen der Siegel der Internationalen Agentur für Atomenergie. Danach kann mit der Öffnung des Kernreaktors und dem Brennstoffwechsel begonnen werden. Die Öffnung dauert etwa eine Woche, weitere vier Tage nimmt anschließend das Ausladen des Brennstoffs in Anspruch. In Temelín hat man diese außerordentlich komplexe Aktion nun erfolgreich abgeschlossen, und die Energieexperten haben den gesamten Prozess dokumentiert.

Der zweite Block des Kernkraftwerks Temelín ist abgeschaltet, sodass sich die Fachleute einer der anspruchsvollsten Tätigkeiten widmen konnten, die im Kraftwerk durchgeführt werden. Den Brennstoffwechsel haben sie erfolgreich abgeschlossen.

„Zu den Haupttätigkeiten gehört das Abtrennen von mehr als hundert In-Reaktor-Messsystemen und Antrieben der Steuerstäbe. Danach entfernen die Techniker schrittweise die Hauptkomponenten, die Teil des Reaktordruckbehälters sind“, beschrieb Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.

In Temelín wurde der Brennstoff aus dem Reaktor ausgelagert

Der Auslagerung des Brennstoffs ging die Öffnung des Reaktors voraus. Es handelt sich um einen anspruchsvollen Prozess, der die Techniker etwa eine Woche in Anspruch nimmt.

Nach und nach demontieren die AKW- Mitarbeiter den Block der elektrischen Verteilungen, die Antriebe und Messsysteme, den oberen Block oder den Block der Schutzrohre. Meist handelt es sich um riesige Anlagen mit einem Gewicht von mehreren Dutzend Tonnen. Anspruchsvoll ist auch das Lösen von 54 massiven Spannbolzen, mit denen der Reaktordeckel am Druckbehälter befestigt ist. Jeder dieser speziellen Bolzen misst fast zwei Meter und wiegt über 300 Kilogramm.

„Zum Lösen und Anziehen wird eine Spezialmaschine verwendet. Sie kann alle 54 Bolzen gleichzeitig lösen. Dennoch dauert allein das Lösen der Bolzen rund zehn Stunden“, ergänzte Měšťan. Die demontierten Teile werden anschließend von den Energietechnikern an genau festgelegten Orten abgelegt.

Nach der Öffnung des Reaktors fluten die Techniker den Korridor für den Brennstofftransport mit Wasser. Der Transport in das benachbarte Lagerbecken dauert etwa vier Tage. Das erneute Einsetzen des Brennstoffs planen die Energieexperten für Ende März. In der Zwischenzeit stehen zahlreiche Kontrollen sowie der Transport spezieller Container mit abgebranntem Brennstoff in das Lager auf dem Kraftwerksgelände an.

„Mit dem erneuten Beladen des Brennstoffs wird der zweite Block von Temelín vollständig in einen verlängerten Brennstoffzyklus übergehen. Künftig wird er zwischen den zweimonatigen Abschaltungen sechzehn Monate in Betrieb sein, also ein halbes Jahr länger als noch vor einigen Jahren. Dadurch können wir das Potenzial beider unserer Kernkraftwerke effizienter nutzen“, betonte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Sparte Kernenergie.

Im Abschaltplan stehen über 18.000 Aufgaben, darunter 80 Investitionsprojekte. Einschließlich der Zulieferfirmen beteiligen sich rund tausend Personen an der Block-Abschaltung. In diesem Jahr handelt es sich um die erste geplante Abschaltung in Temelín. Die zweimonatige Abschaltung des ersten Blocks beginnt Mitte Oktober.

Video unter: https://www.idnes.cz/ceske-budejovice/z ... zpravy_mrl




In Temelín wurde der Reaktor geöffnet und Brennstoff entladen
5.3.2026 Tageszeitung Ceskobudejovicky denik Südböhmen – Seite 2

Temelín – Im Kernkraftwerk Temelín haben Techniker während der geplanten Abschaltung des zweiten Blocks den Reaktor geöffnet und den Brennstoff daraus entladen. Das Öffnen des Reaktors gehört laut Energieexperten zu den anspruchsvollsten Arbeiten und dauert etwa eine Woche. Weitere vier Tage nahm das Entladen des Brennstoffs in Anspruch, das die Techniker in diesen Tagen abgeschlossen haben.
„Mit der Block-Abschaltung, die auf zwei Monate geplant ist, wird der Block auf einen längeren Brennstoffzyklus umgestellt“, erinnerte der Sprecher des Kraftwerks, Marek Sviták.

Das Öffnen des Reaktors, das Hunderte von Teilarbeiten umfasst, beginnt mit dem Entfernen der Siegel der Internationalen Atomenergiebehörde. „Zu den Haupttätigkeiten gehört das Abkoppeln von mehr als hundert In-Reaktor-Messsystemen sowie der Antriebe der Steuerstäbe. Danach entfernen die Techniker schrittweise die Hauptkomponenten, die Teil des Reaktordruckbehälters sind“, erklärte der Direktor des Kernkraftwerks Temelín, Petr Měšťan.

Die Techniker demontieren schrittweise auch den Elektroverteilungsblock, die Antriebe und Messsysteme, den oberen Block sowie den Block der Schutzrohre – Anlagen, die mehrere Dutzend Tonnen wiegen. Außerdem mussten sie 54 massive Bolzen lösen, mit denen der Reaktordeckel am Druckbehälter befestigt ist. Jeder dieser speziellen Bolzen ist knapp zwei Meter lang und wiegt über 300 Kilogramm.
„Zum Lösen und Anziehen wird eine spezielle Maschine verwendet. Sie kann alle Bolzen gleichzeitig lösen. Trotzdem dauert das Lösen der Bolzen etwa zehn Stunden“, fügte Měšťan hinzu. Die demontierten Teile legen die Energieexperten an genau festgelegten Stellen ab.
/gr/




Die Regierung plant die Übernahme von ČEZ bis zum Jahr 2029
5.3.2026 Volty.cz

Der Staat möchte volle Kontrolle über die Stromerzeugung durch eine vollständige Übernahme des Unternehmens ČEZ erlangen. Laut dem Industrieminister Karel Havlíček sollen die Aktien von Minderheitsaktionären aufgekauft werden, sodass der Staat zum alleinigen Aktionär wird – und zwar bis zum Jahr 2029 in Form eines eigenen Rückkaufs des Unternehmens. Derzeit hält der Staat etwa 70 % der Aktienanteile.
Die Regierungsstrategie sieht gleichzeitig einen Ausbau der Kernenergie vor. Bis zum Jahr 2029 soll der Bau von zwei Blöcken des Kraftwerks Dukovany beginnen, wobei der erste bis zum Jahr 2036 in Betrieb gehen soll. Außerdem werden Bedingungen für kleine modulare Reaktoren vorbereitet, und Projekte für neue Energiequellen im Kraftwerk Temelín werden fortgesetzt.
Der Premierminister Andrej Babiš bezeichnete den Plan als entscheidend für das Wirtschaftswachstum und betonte das Bestreben, die Energiepreise auch durch eine Anpassung der Emissionszertifikate zu senken. Laut Daten der Europäischen Kommission hat deren Preis die früheren Schätzungen deutlich übertroffen. Das Emissionshandelssystem funktioniert innerhalb der Europäischen Union seit dem Jahr 2005 und legt Emissionsgrenzen für Energie, Industrie und Luftfahrt fest.
/gr/



Der Hunger nach Kernenergie treibt den Uranpreis nach oben
5.3.2026 Volty.cz

Die globale Nachfrage nach Uran steigt parallel zum Ausbau der Kernenergie, und es wird erwartet, dass sich der Preisanstieg auch in den kommenden Jahren fortsetzt.
Der Preis der Rohstoffs liegt derzeit etwa zwischen 85 und 100 US-Dollar pro Pfund, und die Prognosen gehen von einem deutlichen Anstieg bis zum Jahr 2027 aus. (Uran wird in Pfund gehandelt, hauptsächlich aufgrund des historischen Einflusses der USA und der Marktträgheit. Es handelt sich nicht um eine technische Notwendigkeit, sondern um einen etablierten Handelsstandard, den alle Marktteilnehmer respektieren. Der Preis wird pro Pfund U₃O₈ – Uranoxid – angegeben.)
Der Haupttreiber ist der geplante Bau neuer Kernenergiequellen sowie der wachsende Bedarf an stabiler Stromversorgung für energieintensive Technologien und Rechenzentren. Investoren erhöhen daher ihr Interesse an Aktien von Uranförderern und -verarbeitern, deren Werte in diesem Jahr sowie im vergangenen Jahr deutlich gestiegen sind, teilweise jedoch auch aufgrund spekulativer Erwartungen an die zukünftige Nachfrage.
Die Uranproduktion ist vor allem auf wenige Staaten konzentriert, und der Abbau soll weiter ausgeweitet werden. Gleichzeitig macht Uran selbst nur einen kleineren Teil der Betriebskosten von Kernkraftwerken aus, sodass sein Preisanstieg keinen wesentlichen Einfluss auf den Strompreis hat.
/gr/



Auch Kernreaktoren müssen Drohnenangriffen standhalten
5.3.2026 MF DNES Seite 4

Der Bau neuer großer Kernkraftwerksblöcke sowie kleiner modularer Reaktoren und deren Sicherung und Schutz gehören laut dem Vorsitzenden der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit SUJB , Štěpán Kochánek, zu den wichtigsten Herausforderungen, vor denen die Behörde derzeit steht.

-Frage: In welcher Phase befindet sich aktuell der Genehmigungsprozess für die neuen Blöcke in Dukovany?
-Wir befinden uns derzeit in der Vorbereitungsphase vor der Genehmigung des Baus. Der gesamte Prozess besteht aus mehreren Phasen, in denen wir mehrere aufeinanderfolgende Genehmigungen erteilen. Die erste Phase – die Standortgenehmigung – ist bereits abgeschlossen. Nun steht die Genehmigung für den Bau an, also der tatsächliche Beginn der Bauarbeiten, der Bau der Reaktoren und der zugehörigen Systeme. Danach folgt die Genehmigung zur Inbetriebnahme, die Tests, Prüfungen und das erste Beladen mit Brennstoff erlaubt. Sobald die Anlage getestet wurde und klar ist, dass sie vollständig sicher ist, folgt die letzte Phase – die Betriebsgenehmigung.

-Frage: In welchem Maße überwacht Ihre Behörde die Sicherheit der Technologien der Unternehmen, die die Ausschreibung gewonnen haben?
-Damit beschäftigen wir uns mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf. Würden wir erst bis zur eigentlichen Genehmigungsphase warten, könnten wir unangenehm überrascht werden. Besonders wichtig ist das bei neuen Technologien.

-Frage: Was sind derzeit die wichtigsten sicherheitstechnischen Herausforderungen?
-Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren. Ein Kernkraftwerk ist eine äußerst komplexe Anlage mit einer großen Zahl an Systemen und Technologien, die perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen. Ein Unfall kann durch verschiedene Mechanismen entstehen – durch technisches Versagen, menschliche Fehler, aber auch durch einen Angriff von außen. Aktuell wird viel über Drohnen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine diskutiert. Drohnenangriffe sind zu einem massiven Instrument geworden, um jede Art von Technologie zu beschädigen. Daher besteht die Möglichkeit, dass jemand dies auch gegen Kernkraftwerke einsetzen könnte. Auch das beobachten wir.

-Frage: Temelín und Dukovany verfügen über sehr robuste Schutzsysteme. Wie würde jedoch die Sicherheit beim Betrieb einer größeren Zahl kleiner modularer Reaktoren gewährleistet?
-Die Verfahren müssen im Grunde dieselben sein wie bei großen Kraftwerken. Kleine modulare Reaktoren, über die im tschechischen Kontext nachgedacht wird, basieren auf traditioneller Technologie. Beispielsweise basiert der Reaktor von Rolls-Royce auf der klassischen Druckwasserreaktortechnologie, ähnlich wie sie heute in Dukovany verwendet wird. Die Prinzipien und Verfahren zur Gewährleistung der Sicherheit unterscheiden sich nicht. Entscheidend ist, dass das Projekt qualitativ hochwertig ist, alles korrekt hergestellt und gebaut wird, das Personal geschult ist und es zu keinem Angriff kommt. Dazu gehört auch die Cybersicherheit.

-Frage: Gibt es überhaupt Kapazitäten zum Schutz weiterer Reaktoren?
-Das ist natürlich eine Herausforderung. Dukovany und Temelín verfügen bereits über eine entsprechende Infrastruktur, einschließlich spezialisierter Polizeieinheiten. Bei neuen Anlagen wird es jedoch notwendig sein, die Infrastruktur von Grund auf aufzubauen. Das kann auch Anforderungen an die lokalen Einheiten des integrierten Rettungssystems stellen – im Falle eines Unfalls greifen etwa Feuerwehrkräfte ein. Der Aufbau solcher Kapazitäten dauert relativ lange. Am schwierigsten ist es immer, Menschen auszubilden, ihnen das nötige Wissen zu vermitteln und ihnen Zeit zu geben, Erfahrung zu sammeln. Deshalb muss bereits jetzt koordiniert daran gearbeitet werden – in Zusammenarbeit zwischen dem zukünftigen Betreiber, uns als Regulierungsbehörde und den Ministerien.

-Frage: Gibt es bereits Pläne, wie viele kleine modulare Reaktoren hier entstehen sollen?
-Ja. Derzeit gibt es drei potenzielle Investoren. Das Unternehmen ČEZ plant, die Technologie von Rolls-Royce zu nutzen. Es denkt über einen Reaktor direkt in Temelín nach, weitere bis zu drei in Tušimice und anschließend über weitere Standorte. Die mittelfristige Strategie sieht vor, innerhalb von 15 bis 20 Jahren bis zu zehn Reaktoren dieses Typs zu betreiben. Das Unternehmen Sokolovská uhelná möchte eines seiner Kohlekraftwerke durch einen kleinen Reaktor ersetzen. Und Orlen erwägt, seine Anlagen in Kralupy und Neratovice zu ersetzen – dort steht die Technologie BWRX-300 zur Diskussion.

-Frage: Cyberangriffe sind heute bereits alltäglich. Haben Sie einen solchen Versuch auch im Zusammenhang mit Kernkraftwerken erlebt?
-Diese Informationen können wir nicht offenlegen. Man kann jedoch sagen, dass solche Dinge auch im europäischen Kontext vorkommen. In Tschechien ist das System beim Betreiber ČEZ jedoch so robust aufgebaut, dass ein solcher Angriff die wirklich wichtigen Systeme nicht erreichen kann.

-Frage: Was könnte passieren, wenn ein solcher Angriff dennoch erfolgreich wäre?
-Sollte ein Angriff stattfinden und die Steuerungssysteme ausfallen, würde das Kraftwerk sicher heruntergefahren werden. Ein ernsthaftes Risiko bestünde daher nicht.

-Frage: Nach dem russischen Angriff auf das Kernkraftwerk Saporischschja im Jahr 2022 sagte Ihre Vorgängerin Dana Drábová, dass für sie eine Welt zusammengebrochen sei, da Kernkraftwerke zuvor aufgrund internationaler Verträge als unantastbar galten.
-Für uns alle, die in diesem Bereich arbeiten, ist eine Welt zusammengebrochen. Das, was Russland getan hat und weiterhin tut, ist völlig beispiellos. Ein Kernkraftwerk ist etwas, dem man mit großer Demut und Verantwortung begegnen muss – und das geschieht von russischer Seite nicht.


-Frage: Das Kraftwerk Saporischschja ist nicht das einzige Kernkraftwerk in der Ukraine. Derzeit sind etwa vier oder fünf in Betrieb. Wie verwundbar sind sie?
-Die ukrainischen Kollegen mussten die Bewachung verstärken und führen völlig neue Methoden ein, die zuvor niemand anwenden musste – etwa Schutzmaßnahmen gegen Drohnen. Diese Kraftwerke sind entscheidend dafür, dass die Ukraine über elektrische Energie verfügt. Russland greift sie weiterhin an, konzentriert sich jedoch eher auf Nebensysteme, etwa die externe Stromversorgung, um den Betrieb zu erschweren und die Ukraine in eine Situation zu bringen, in der sie nicht genügend Strom hat.

-Frage: Wie gefährlich wäre für die Zivilbevölkerung eine Abschaltung dieser Kraftwerke oder ein möglicher Unfall? Und wie weit könnten die Folgen in Europa reichen?
-Diese Anlagen sind so gut konstruiert und werden so sicher betrieben, dass wir nicht davon ausgehen, dass ein Ausfall der externen Stromversorgung zu einem Unfall führen würde. Kommt es zu einem solchen Ausfall, reduziert das Kraftwerk seine Leistung oder wird abgeschaltet. Sollte es jedoch zu einem Angriff kommen, der den Reaktor beschädigt und zur Freisetzung von Radionukliden führt, würde dies mit Sicherheit Auswirkungen auf die ukrainische Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung haben. Die heutigen Sicherheitssysteme sind jedoch anders aufgebaut als zur Zeit von Tschernobyl. Wir gehen davon aus, dass sich eine solche Situation auf einen relativ begrenzten Umkreis beschränken ließe und keine Auswirkungen auf Europa oder die Tschechische Republik hätte.
/gr/


Chinesische Drohnen filmten Dukovany. Der Staat ignorierte die Warnung
Autor: Lukáš Valášek
5. 3. 2026
Seznam Zprávy

Das Unternehmen DJI ist gesetzlich verpflichtet, mit den chinesischen Geheimdiensten zusammenzuarbeiten. Dass es sich jedoch an Spionage für die kommunistische Regierung beteilige, weist die Firma zurück.

Der Staat vergab Fördermittel in Millionenhöhe für ein Projekt, das testet, wie mithilfe von Drohnen kritische Infrastruktur überwacht werden kann. Die Forscher setzten dabei jedoch Technik ein, bei der Experten zufolge das Risiko besteht, dass sie der kommunistischen Volksrepublik China dienen könnte.

Das Kernkraftwerk Dukovany ist ein streng bewachter Teil der kritischen Infrastruktur des Staates. Es wird damit gerechnet, dass gerade das Atomkraftwerk eines der Ziele von Angriffen sein könnte, die das Funktionieren des Staates erheblich beeinträchtigen würden. Die Anlage wird von bewaffnetem Sicherheitspersonal und Spezialeinheiten der Polizei geschützt, zudem gilt über dem Gelände eine Flugverbotszone.

Wie Recherchen von Seznam Zprávy zeigen, gelangte dennoch im vergangenen Sommer eine hochentwickelte Drohne mit Aufzeichnungsgerät des chinesischen Herstellers DJI in unmittelbare Nähe. Vor diesem Hersteller hatten US-Sicherheitsbehörden wiederholt gewarnt und darauf hingewiesen, dass die Geräte China zur Spionage dienen könnten.

Dabei handelte es sich weder um Zufall noch um eine Geheimdienstoperation eines fremden Staates. Im Gegenteil: Damit die Drohne, von der Daten direkt auf Server der chinesischen Firma flossen, die Umgebung von Dukovany überwachen konnte, stellte der Staat sogar Fördermittel bereit – ebenso wie für ähnliche Einsätze in der Nähe von Gefängnissen, Stromleitungen oder eines Flughafens.

Sechs Millionen Kronen erhielt die tschechische Firma Telink, der Vertriebspartner von DJI in Tschechien. Ihr Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Tschechischen Technischen Universität (ČVUT) und der Flugverkehrsicherung durchgeführt wird, soll untersuchen, ob kritische Infrastruktur mithilfe von Drohnen bewacht werden kann.

Die chinesischen Drohnen filmten testweise die Umgebung sensibler Einrichtungen – obwohl im vergangenen September auch die Nationale Behörde für Cyber- und Informationssicherheit (NÚKIB) eine allgemeine Warnung vor chinesischen Technologien ausgesprochen hatte.

ČEZ: Test wurde nicht konsultiert....

Der teilstaatliche Energiekonzern ČEZ räumt ein, dass vor der Einbindung von Dukovany in das Projekt keine Abstimmung mit den tschechischen Sicherheitsbehörden stattfand. Chinesische Drohnen flogen auch rund um das Photovoltaikkraftwerk Ševětín in Südböhmen, das drittgrößte in Tschechien.

„Zu einer schriftlichen Konsultation zwischen uns und den Sicherheitsbehörden kam es nicht, da es sich nur um einen streng begrenzten Test handelte. Wir richten uns nach den Empfehlungen des NÚKIB, der derzeit lediglich allgemein vor der Nutzung chinesischer Technologien gewarnt hat, ohne DJI konkret zu nennen“, erklärte ČEZ-Sprecher Ladislav Kříž.

Die Warnung des NÚKIB war bewusst allgemein gehalten. Sie basiert darauf, dass in China jedes Unternehmen gesetzlich verpflichtet ist, mit den dortigen Sicherheitsorganen zusammenzuarbeiten – andernfalls drohen drakonische Strafen.

„Wer seine Daten und die Verwaltung seiner Technologien der Volksrepublik China anvertraut, riskiert deren Missbrauch. Das ist keine Panikmache, sondern Realität, bestätigt durch konkrete Cyberangriffe gegen die Tschechische Republik und unsere Verbündeten“, erklärte damals Lukáš Kintr, Direktor des NÚKIB.

Auf Anfrage von Seznam Zprávy äußerte sich die Behörde auch zu den Risiken chinesischer Drohnen: „NÚKIB hält den Einsatz dieser Technologien bei der Überwachung kritischer Infrastruktur grundsätzlich für riskant und empfiehlt, ihre Verwendung im Einzelfall einer gründlichen Risikoanalyse zu unterziehen“, so Sprecherin Lenka Soukupová. Eine Konsultation des Projekts mit NÚKIB habe es nicht gegeben.

Förderagentur: Wir wussten es nicht....

DJI, heute der weltweit größte Drohnenhersteller, weist die Vorwürfe eines Sicherheitsrisikos zurück und verteidigt sich in den USA gerichtlich. Gleichzeitig werden DJI-Drohnen dort weiterhin von Hunderten Sicherheitsbehörden eingesetzt.

Die US-amerikanische Federal Communications Commission untersagte jedoch im vergangenen Dezember den Verkauf neuer DJI-Drohnen in den USA, da sie ein „inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit“ darstellten. Bereits im Jahre 2022 setzte das US-Verteidigungsministerium DJI auf eine Liste von Unternehmen, die mit dem chinesischen Militär kooperieren sollen.

Die Technologische Agentur der Tschechischen Republik (TAČR), die für die Förderung verantwortlich ist, erklärte, sie habe nichts vom Einsatz chinesischer Drohnen gewusst. „Im eingereichten Antrag wurde keine Technologie aus China erwähnt, wir werden deren tatsächliche Nutzung jedoch überprüfen“, sagte Sprecherin Veronika Dostálová.

Daten gelangten nach China....

Neben Telink ist auch die Flugverkehrssicherung an dem Projekt beteiligt, die Sicherheitsrisiken zurückweist. Die Tests würden in Modi durchgeführt, die die Datenübertragung an externe Systeme einschränkten (etwa Offline-Modus oder verschlüsselte Übertragung), so ein Sprecher.

Auch die Fakultät für Verkehrswesen der ČVUT- Universität erklärte, der Betrieb erfolge ausschließlich offline ohne aktive Internetverbindung, die Daten würden auf gesicherten Speichern abgelegt.

Wie Seznam Zprávy jedoch feststellte, zeigt ein auf der Website von Telink veröffentlichtes Video, dass zumindest in diesem Fall die Online-Anwendung DJI FlightHub genutzt wurde, die direkt auf Servern des chinesischen Unternehmens läuft. Die Daten gelangten somit dorthin.

„Jegliche Speicherung oder Übertragung potenziell sensibler Daten außerhalb der Kontrolle des Betreibers kritischer Infrastruktur stellt ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar, das sorgfältig abgewogen werden muss“, ergänzte die NÚKIB-Sprecherin.

Telink räumte auf direkte Nachfrage ein, dass ein Teil der Daten auf Servern des chinesischen Unternehmens gelandet sei. Geschäftsführer Jaroslav Řešátko erklärte jedoch, bei weiteren Tests seien keine Daten nach China abgeflossen, und die Datensicherheit werde systematisch und mehrstufig gewährleistet.

Sicherheitslücken und Bedenken....

Bei DJI FlightHub wurde bereits im Jahre 2018 eine schwerwiegende Sicherheitslücke bekannt, durch die auch externe Hacker Zugriff auf sensible Daten erlangen konnten. DJI betont, Sicherheit ernst zu nehmen und verweist auf Audits und Zertifizierungen.

Die beteiligten Institutionen argumentieren, es würden keine sensiblen Daten über die kritische Infrastruktur der Tschechischen Republik gesammelt. Die aufgenommenen Informationen seien öffentlich zugänglich oder vor Ort sichtbar.

Einige Quellen aus der Sicherheitsgemeinschaft widersprechen jedoch. „China hat Interesse daran, die kritische Infrastruktur in Tschechien zu kartieren – und wir erleichtern das noch, während der Staat es zusätzlich finanziell unterstützt“, sagte ein Experte anonym.

Auch der tschechische Inlandsgeheimdienst BIS nennt China neben Russland in seinen öffentlichen Jahresberichten als eines der größten Sicherheitsrisiken für das Land.

Auch Armee und Polizei nutzen chinesische Drohnen...

DJI profitiert von einem deutlichen technologischen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Westliche Alternativen mit vergleichbaren Fähigkeiten und Preisen sind schwer zu finden.

In Tschechien beschaffen daher zunehmend auch Armee und Polizei chinesische Drohnen. Sie werden unter anderem zur Überwachung von Stromleitungen eingesetzt. Der staatliche Netzbetreiber ČEPS besitzt mehrere DJI-Drohnen und nutzt sie für Sonderkontrollen von Übertragungsleitungen.

Auch ČEZ kündigt an, bei künftigen Ausschreibungen sicherzustellen, dass weder erfasste Daten noch Telemetriedaten das eigene Datenumfeld verlassen. „Sicherheit hat für uns Priorität, und wir verfolgen die Empfehlungen des NÚKIB“, so Sprecher Kříž.

Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/doma ... til-300288

/gr/




Kernkraftwerk Dukovany erhält ein neues Steuerungssystem – Auftrag ging an tschechische Firmen
ČTK
5. März 2026 – E15

ČEZ wird im Kernkraftwerk Dukovany die Blocksteuerungssysteme aller vier Reaktoren austauschen. Den Auftrag erhielt ein Konsortium der tschechischen Unternehmen ZAT und I&C Energo.
Das auf zehn Jahre angelegte Projekt hat einen Wert von mehreren Milliarden Kronen im unteren einstelligen Milliardenbereich und ist Teil einer umfassenderen Modernisierung der Kernkraftwerke. Das Ziel ist es, die Sicherheit zu erhöhen und den Betrieb des Kraftwerks Dukovany für mindestens 60 Jahre zu gewährleisten. Parallel dazu wird der Bau von zwei neuen Reaktorblöcken vorbereitet.
Im Kernkraftwerk Dukovany wird das Unternehmen ČEZ zentrale Elemente des Steuerungssystems aller vier Blöcke ersetzen. Die Ausschreibung gewann das Konsortium der tschechischen Firmen ZAT und I&C Energo. Das zehnjährige Projekt ist Teil einer umfangreichen Modernisierung des Kraftwerks, teilte das Unternehmen in einer heutigen Pressemitteilung mit.

„Den Wert des Auftrags geben wir nicht bekannt, er bewegt sich jedoch in der Größenordnung von mehreren Milliarden Kronen im unteren einstelligen Bereich über die gesamte Laufzeit“, erklärte Petr Šuleř aus der Abteilung für nukleare Kommunikation.
ČEZ investiert in die beiden inländischen Kernkraftwerke Dukovany und Temelín durchschnittlich rund sieben Milliarden Kronen pro Jahr. „Das Ziel ist die Steigerung von Effizienz und Sicherheit sowie die Sicherstellung eines langfristigen Betriebs. Genau in diesen Bereich fällt auch der Austausch von Komponenten des Leitsystems in Dukovany“, sagte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Direktor der Sparte Kernenergie.
Geplant ist ein vollständiger Austausch der Blocksteuerungssysteme des Primär- und Sekundärkreislaufs an allen vier Blöcken in Dukovany. Eine der wichtigsten Bedingungen ist laut ČEZ, dass die Arbeiten die Sicherheit und den stabilen Betrieb der Reaktorblöcke in keiner Weise negativ beeinflussen dürfen.

Das Unternehmen ZAT wird für die Lieferung der Leitsysteme SandRA sowie für das technische Konzept des Projekts verantwortlich sein, an dem es seit dem Jahr 2020 arbeitet. „Für die tschechische Nuklearindustrie handelt es sich um einen strategischen Auftrag, der die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Lösungen bestätigt“, sagte Ivo Tichý, Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender des Vorstands von ZAT.
I&C Energo wird die Installation, die Inbetriebnahme sowie einen Teil der Ingenieurleistungen übernehmen. Damit knüpft das Unternehmen an seine langjährige Erfahrung mit der Wartung von Mess- und Regelungssystemen in Dukovany an. „Wir sind in Dukovany bereits seit dem Jahr 1993 tätig und waren an den meisten grundlegenden Modernisierungen beteiligt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer Jiří Holinka.

Beide Kernkraftwerke produzierten im vergangenen Jahr zusammen 32,066 Terawattstunden (TWh) Strom. Dukovany speiste im vergangenen Jahr 14,68 TWh in das Übertragungsnetz ein, in diesem Jahr bislang 2,466 TWh.
Die vier Reaktorblöcke in Dukovany wurden zwischen den Jahren 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Das Unternehmen ČEZ hatte bereits früher erklärt, dass es sie mindestens 60 Jahre lang betreiben möchte. Den Auftrag zum Bau von zwei weiteren Blöcken bei Dukovany erhielt das südkoreanische Unternehmen KHNP. Die geologischen Untersuchungen für diese neuen Blöcke begannen im vergangenen August.


https://www.e15.cz/byznys/prumysl-a-ene ... my-1431232





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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Ausgewählte Zeitungsartikel aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 6.3.2026:

Inhalt:
Nachfolgerin von Drábová: Bis zu 20 neue Reaktoren. Tschechien steht vor einer einzigartigen nuklearen Expansion.
AKW-Techniker haben den Reaktor geöffnet und den Brennstoff ausgetauscht.
Wir wollen keine Müllverbrennungsanlage bei Temelín. Die Anwohner kämpfen mit einer Petition – bereits über zweitausend Unterschriften.
Slowenien setzt die Vorbereitungen für eine neue Kernenergiequelle aktiv fort.
Russland stoppt wegen der Angriffe auf den Iran die Arbeiten am Kernkraftwerk Buschehr

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Nachfolgerin von Drábová: Bis zu 20 neue Reaktoren. Tschechien steht vor einer einzigartigen nuklearen Expansion

Autorin: Elen Černá
5. März 2026
idnes.cz


Der Bau neuer Blöcke am Standort Dukovany und Temelín, die Errichtung kleiner modularer Reaktoren, technische Absicherung neuer kerntechnischer Anlagen sowie deren Schutz vor potenziellen Angriffen von außen. Das sind laut dem neuen Vorsitzenden des Staatlichen Amts für nukleare Sicherheit SUJB, Štěpán Kochánek, die wichtigsten Herausforderungen, vor denen die Behörde jetzt steht. Ebenso wie vor der Frage, wie die Botschaft seiner Vorgängerin Dana Drábová fortgeführt werden soll.


**Wie ist es, die Position nach einer so beliebten Persönlichkeit wie Dana Drábová zu übernehmen?

Es ist sicherlich eine Herausforderung, denn unsere Frau Vorsitzende war fachlich äußerst kompetent. Sie war eine allgemein anerkannte internationale Expertin und selbstverständlich auch in der Öffentlichkeit beliebt. Jetzt müssen wir als Behörde – und auch ich persönlich – alles daransetzen, die Erwartungen nicht zu enttäuschen, die Frau Vorsitzende hinterlassen hat.

**Könnten Sie konkret sagen, was Sie übernehmen und was Sie möglicherweise ändern möchten?

Wir müssen uns vor allem auf die neuen Herausforderungen konzentrieren, die unsere Behörde in den kommenden Jahren erwarten – und dafür haben wir dank der Amtszeit von Frau Vorsitzender bereits eine sehr gute Grundlage.

Es ist kein Geheimnis, dass der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke sowie der Einsatz kleiner und mittlerer modularer Reaktoren geplant ist. Gleichzeitig müssen wir uns auch darauf konzentrieren, wie effizient unsere Regulierung ausgestaltet ist.

International besteht großer Druck, dass nukleare Aufsichtsbehörden ihre Prozesse effizienter gestalten und die Genehmigungsverfahren für neue Technologien beschleunigen, damit diese möglichst schnell eingesetzt werden können – wir benötigen sie zur Sicherung unserer Energieversorgung.

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Das Kernkraftwerk Dukovany

**In welcher Phase befindet sich derzeit das Genehmigungsverfahren für neue Blöcke in Dukovany?

Im Fall von Dukovany befinden wir uns aktuell in der Vorbereitungsphase vor der Baugenehmigung. Der gesamte Prozess besteht aus mehreren Phasen, in denen wir aufeinanderfolgende Genehmigungen erteilen.

Die erste Phase – die Standortgenehmigung – ist bereits abgeschlossen. Diese Genehmigung besitzt die Gesellschaft Elektrárna Dukovany II (EDU II) bereits. Nun folgt die Genehmigung des Baus selbst, also der tatsächliche Baubeginn, die Errichtung der Reaktoren und der zugehörigen Systeme. Danach kommt die Genehmigung zur Inbetriebnahme, die Tests, Prüfungen und die erste Brennstoffbeladung erlaubt. Sobald die Anlage getestet ist und ihre vollständige Sicherheit nachgewiesen ist, folgt die finale Phase – die unbefristete Betriebsgenehmigung.

**Inwieweit überprüft Ihre Behörde auch die Sicherheit der Technologien der Unternehmen, die die Ausschreibung gewonnen haben?

Damit befassen wir uns bereits mit einem Zeitvorsprung. Würden wir erst bis zur eigentlichen Genehmigungsphase warten, könnten wir unangenehm überrascht werden. Besonders wichtig ist das bei neuen Technologien, die derzeit auf den Markt kommen. Sie basieren zwar auf bewährten Verfahren, es handelt sich jedoch um neue Projekte und neue Designs. Als Regulierungsbehörde müssen wir uns frühzeitig mit den technologischen Neuerungen vertraut machen, um sie später angemessen bewerten zu können.

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**Was sind derzeit die wichtigsten sicherheitstechnischen Herausforderungen?

Es gibt viele Faktoren. Ein Kernkraftwerk ist eine extrem komplexe Anlage mit einer enormen Anzahl an Systemen und Technologien, die perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen. Ein Unfall kann durch verschiedene Mechanismen ausgelöst werden – technisches Versagen, menschliches Versagen oder auch ein externer Angriff.

Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine wird derzeit viel über Drohnen gesprochen. Drohnenangriffe sind zu einem massiven Instrument zur Beschädigung beliebiger Technologien geworden, daher besteht die Möglichkeit, dass sie auch gegen Kernkraftwerke eingesetzt werden könnten. Auch das beobachten und analysieren wir.

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-Temelín und Dukovany verfügen über ein sehr robustes Schutzsystem. Doch wie würde die Sicherheit beim Betrieb einer größeren Anzahl kleiner modularer Reaktoren gewährleistet, über deren Ausbau immer häufiger gesprochen wird?

Die Verfahren müssen im Wesentlichen identisch mit denen großer Kraftwerke sein. Die kleinen modularen Reaktoren, die im tschechischen Kontext in Betracht gezogen werden, basieren auf traditioneller Technologie. Zum Beispiel ist das Modell von Rolls-Royce auf klassischer Druckwassertechnologie aufgebaut, ähnlich wie in Dukovany. Die Prinzipien und Verfahren zur Gewährleistung der Sicherheit unterscheiden sich nicht. Entscheidend ist, dass das Projekt qualitativ hochwertig ist, alles korrekt hergestellt und gebaut wird, das Personal geschult ist und keine Angriffe – auch keine Cyberangriffe – kommen.

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**Gibt es bereits konkrete Pläne, wie viele kleine modulare Reaktoren hier entstehen sollen?

Man kann sagen, ja. Derzeit gibt es drei potenzielle Investoren. Das Unternehmen ČEZ plant den Einsatz der Technologie von Rolls-Royce, erwägt einen Reaktor direkt in Temelín sowie bis zu drei weitere in Tušimice und später an weiteren Standorten. Mittelfristig plant das Unternehmen bis zu zehn Reaktoren dieses Typs innerhalb von 15 bis 20 Jahren.

Sokolovská uhelná möchte eines ihrer Kohlekraftwerke durch einen kleinen Reaktor ersetzen.

Der dritte Akteur ist Orlen, das den Ersatz von Energiequellen in Kralupy und Neratovice erwägt; dort steht die Technologie BWRX-300 zur Diskussion.

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**Haben Sie bereits Cyberangriffe erlebt?

Dazu können wir uns nicht im Detail äußern. Aber auch im europäischen Kontext kommen solche Vorfälle vor. In Tschechien ist das System des Betreibers ČEZ so robust ausgestaltet, dass ein Angriff keine wirklich kritischen Systeme erreichen kann. Dennoch sind Kraftwerke ebenso Ziel von Angriffen wie Krankenhäuser oder Behörden.

**Was würde passieren, wenn ein solcher Angriff erfolgreich wäre?

Die Anlage ist so konzipiert, dass sie sich im Falle eines Angriffs und eines Ausfalls der Steuerungssysteme sicher abschaltet. Eine unmittelbare Gefahr bestünde also nicht. Allerdings würde es erheblichen Aufwand erfordern, den Betrieb wiederherzustellen, und die Auswirkungen auf unsere Energiesicherheit wären weitreichend, da diese Kraftwerke heute einen Schlüsselanteil an unserer Stromproduktion haben.

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**Wie verläuft die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation?

Sehr intensiv. Wir haben sogar einen ständigen Vertreter bei der IAEO in Wien. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Arbeitsgruppen, an denen unsere Experten mitwirken. Sie beteiligen sich an der Ausarbeitung internationaler Empfehlungen, die anschließend in unsere nationalen Anforderungen einfließen.

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**Wie bewerten Sie die Situation rund um das Kernkraftwerk Saporischschja?

Was Russland dort getan hat und weiter macht, ist beispiellos. Ein Kernkraftwerk erfordert größten Respekt und Verantwortung – das ist von russischer Seite nicht zu erkennen. Die IAEO hat diplomatischen Druck ausgeübt und permanente Inspektoren vor Ort eingesetzt. Es gelang auch, die externe Stromversorgung wiederherzustellen. Das zeigt, wie die Agentur gut wirken kann.

Ein direkter explosiver Angriff könnte Radioaktivität freisetzen. Wie groß die Auswirkungen wären, ist schwer zu sagen – sie könnten auch Russland selbst betreffen. Ich glaube nicht, dass ein tatsächliches Interesse an einer Beschädigung besteht. Gleichzeitig ist es äußerst unverantwortlich, einen Reaktor in einer Kriegszone betreiben zu wollen.

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**War Ihnen bewusst, in welch schwieriger Situation Sie das Amt übernehmen?

Ja, und das war auch eine Motivation. Wir leben aus nuklearer Sicht in einer schwierigen, aber interessanten Zeit. Die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre werden für Tschechien und ganz Europa beispiellos sein. Viele Länder erneuern ihre Nuklearprogramme und planen neue Blöcke. Gleichzeitig gibt es Druck, die Regulierung zu vereinfachen.

Wir müssen uns als Behörde selbst kritisch prüfen, effizienter werden und gleichzeitig neue Kapazitäten schaffen. Heute haben wir sechs große Reaktoren. Mit den geplanten Projekten könnten es vier weitere große und möglicherweise 16 bis 18 kleine werden – also mehr als eine Verdopplung oder sogar Verdreifachung. Entsprechend müssen auch die Aufsichtsstrukturen gestärkt werden.

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**Können Sie die offene Kommunikation mit der Öffentlichkeit fortsetzen?

Wir werden es versuchen. Die öffentliche Akzeptanz ist entscheidend. Als Nuklearaufsicht braucht man das Vertrauen der Menschen. Sie müssen verstehen, was wir machen und warum – und dass wir es für sie tun. Vertrauen ist das wichtigste Element.

Mit neuen Blöcken und Technologien werden erneut Zweifel aufkommen – und das ist legitim. Die Öffentlichkeit muss fragen dürfen, ob alles für die Sicherheit gemacht wird. Und wir müssen überzeugend antworten können: Ja.

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**Letzte Frage – wie ist derzeit die Strahlungssituation in der Ukraine?

Ich hoffe, normal.


Quelle: https://www.idnes.cz/ekonomika/domaci/s ... domaci_evc




AKW-Techniker haben den Reaktor geöffnet und den Brennstoff ausgetauscht
06.03.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Rubrik: Südböhmen - Seite: 9

Alles beginnt mit dem Entfernen der Siegel der Internationalen Atomenergie-Organisation. Danach kann mit dem Öffnen des Kernreaktors und dem Austausch des Brennstoffs begonnen werden. Dies dauert ungefähr eine Woche, weitere vier Tage nimmt dann das Ausladen des Brennstoffs in Anspruch. Im Kernkraftwerk Temelín haben Techniker diesen Schritt gerade erfolgreich abgeschlossen.
Der zweite Block des Kernkraftwerks ist abgeschaltet, sodass sich die Fachleute einer der anspruchsvollsten Tätigkeiten widmen konnten, die dort durchgeführt werden. Der Brennstoffwechsel ist nun erfolgreich beendet. „Zu den wichtigsten Arbeiten gehört das Abkoppeln von mehr als hundert Messgeräten im Reaktorinneren sowie der Antriebe der Steuerstäbe. Anschließend entfernen die Techniker die Hauptkomponenten, die Teil des Reaktordruckbehälters sind“, beschrieb Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.

Schrittweise demontieren die Mitarbeiter den Block der Stromverteilungen, die Antriebe und Messsysteme, den oberen Block oder den Block der Schutzrohre. Meist handelt es sich um riesige Anlagen mit einem Gewicht von mehreren Dutzend Tonnen. Aufwendig ist auch das Lösen der 54 massiven Schraubbolzen, mit denen der Reaktordeckel am Druckbehälter befestigt ist.
Nach dem Öffnen des Reaktors fluten die Techniker den Korridor für den Abtransport des Brennstoffs mit Wasser. Sein Transport in das benachbarte Lagerbecken dauert etwa vier Tage. Das Wiedereinsetzen des Brennstoffs planen die Energieexperten für Ende März. In der Zwischenzeit stehen zahlreiche Kontrollen an sowie der Transport spezieller Behälter mit abgebranntem Brennstoff in das Lager im Kraftwerksgelände.
„Mit dem Wiedereinsetzen des Brennstoffs wird der zweite Block von Temelín vollständig auf einen verlängerten Brennstoffzyklus umgestellt. Künftig wird er zwischen den zweimonatigen Abschaltungen sechzehn Monate in Betrieb bleiben, also ein halbes Jahr länger als noch vor einigen Jahren. Dadurch können wir das Potenzial beider unserer Kernkraftwerke effizienter nutzen“, betonte Bohdan Zronek, Mitglied des Vorstands von ČEZ und Direktor der Abteilung Kernenergie.
In diesem Jahr handelt es sich um die erste geplante Block-Abschaltung in Temelín. Die zweimonatige Abschaltung des ersten Blocks beginnt Mitte Oktober.

Online auch unter:
https://www.idnes.cz/ceske-budejovice/z ... zpravy_mrl
/gr/



Wir wollen keine Müllverbrennungsanlage bei Temelín. Die Anwohner kämpfen mit einer Petition – bereits über zweitausend Unterschriften
Autor: Antonín Pelíšek
5. März 2026, idnes.cz

Die Bewohner der Gemeinden rund um den Standort, an dem ein Unternehmen die Anlage plant, lehnen eine Verbrennungsanlage für Industrieabfälle ab. Der Standort liegt in der Nähe des Kernkraftwerks Temelín. Der Widerstand ist so groß, dass innerhalb weniger Tage mehr als zweitausend Menschen eine Petition gegen das Vorhaben unterschrieben haben. Den Bau hat kürzlich ein multinationales Unternehmen mit österreichischem Kapital angekündigt.

Foto: Der Standort Janoch liegt nur wenige Kilometer vom Kraftwerk entfernt. Auf dem Bild ist das Kernkraftwerk Temelín im Mai vergangenen Jahres zu sehen.

Die Petition wurde an das Kreisamt übergeben, das derzeit eine Vorprüfung zum Projekt durchführt. „Sie wurde an zwölf Orten unterzeichnet, zum Beispiel in Týn nad Vltavou und in umliegenden Gemeinden. Unserer Ansicht nach unterschätzt die veröffentlichte Dokumentation des Investors die Besonderheiten unserer Region und ihre kumulative Belastung durch weitere risikoreiche Bauvorhaben. Unser Ziel ist eine objektive Bewertung im Rahmen der sogenannten großen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)“, erklärte Pavel Píha aus Litoradlice im Namen des Petitionsausschusses.
Auch die Gemeindevertreter von Temelín sprachen sich dagegen aus und schickten ihre ablehnende Stellungnahme an die Abteilung für Umwelt des Kreisamtes. Die durch das Kernkraftwerk bereits belasteten Gemeinden befürchten eine Zunahme des Verkehrs und weitere negative Auswirkungen. Sie schließen auch eine Gegenwehr durch ein Referendum nicht aus.

Die Anlage soll jährlich 20.000 Tonnen Abfälle entsorgen, darunter auch gefährliche Stoffe. Aus der dabei entstehenden Energie soll Strom erzeugt werden. Nach der Verbrennung bleibt etwa ein Drittel der ursprünglichen Menge in Form von Flugasche und Schlacke zurück.
Die meisten Gegner verweisen auf die gleichzeitige Planung weiterer Bauprojekte in der betreffenden Region, etwa ein geplantes Endlager für radioaktive Abfälle oder die Erweiterung des Kernkraftwerks sowie den Bau eines modularen Reaktors.
Kristýna Jakubcová, Sprecherin des Unternehmens FCC, zu dem der Investor gehört, räumte kürzlich ein, dass das Projekt zwar als regionales Vorhaben geplant sei, eine größere Reichweite jedoch nicht ausgeschlossen werde.

Eine bessere Chance auf eine Baugenehmigung dürfte dagegen das Vorhaben des Unternehmens ČEZ haben, nördlich des Kernkraftwerks einen großen Solarpark zu errichten. Er soll auf einer Fläche entstehen, die als Schutzzone des Kraftwerks ausgewiesen ist und auf der weder gebaut noch landwirtschaftlich gewirtschaftet werden darf.
Der Investor erhielt bereits im vergangenen Dezember eine positive sogenannte Umweltstellungnahme, worauf nun Umweltorganisationen hingewiesen haben. Die Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 4.314 kWp soll dreißig Jahre betrieben werden. Jährlich wird sie so viel Strom erzeugen, wie etwa tausend Haushalte verbrauchen.

Quelle:
https://www.idnes.cz/ceske-budejovice/z ... s#cxrecs_s
/gr/


Slowenien setzt die Vorbereitungen für eine neue Kernenergiequelle aktiv fort
Autor: Jiří Salavec
5. März 2026, oenergetice.cz

Das slowenische Projekt für einen zweiten Kernkraftwerksblock hat weitere Meilensteine erreicht. Die Regierung hat die Vorbereitung eines Raumordnungsplans für den Neubau genehmigt, und eine Expertenarbeitsgruppe stellte gleichzeitig ein mögliches Finanzierungsmodell für das Projekt vor. Slowenien plant den Bau eines konventionellen Blocks mit einer Leistung von 1000 bis 1650 MW und erwarteten Kosten zwischen 9 und 16 Milliarden Euro. In die Entscheidung über den Bau will die slowenische Regierung auch die Öffentlichkeit durch ein Referendum einbeziehen. Dieses sollte ursprünglich im Jahr 2025 stattfinden, wurde jedoch auf den Übergang der Jahre 2027/2028 verschoben. Der neue Block könnte Anfang der 2040er-Jahre in den kommerziellen Betrieb gehen.

Die slowenische Regierung gab bekannt, dass sie weitere Schritte zur Vorbereitung des Baus eines neuen Kernkraftwerksblocks im Land genehmigt hat. Konkret wird mit der Ausarbeitung eines nationalen Raumordnungsplans für das Kraftwerk Krško 2 begonnen. Den Vorschlag zur Einleitung des Raumordnungsverfahrens konnte die Öffentlichkeit von Juli bis Oktober des vergangenen Jahres kommentieren. Derzeit wird das Projekt des neuen Blocks von der Energiegesellschaft GEN Energia geleitet, die auch den ersten slowenischen Kernkraftwerksblock betreibt. Die Regierung erwartet, den Raumordnungsplan im Herbst 2028 zu verabschieden.
„Damit haben wir formal einen Prozess gestartet, der ein Schritt hin zu konkreten Lösungen für den neuen Block des Kernkraftwerks ist“, erklärte der slowenische Premierminister Robert Golob.

Die Expertengruppe für die Vorbereitung des neuen Blocks stellte gleichzeitig ein mögliches Finanzierungsmodell vor. Vorgeschlagen wird die Gründung einer neuen, zu 100 % staatseigenen Gesellschaft, die einen staatlichen Kredit nutzt und anschließend das Modell eines Contract for Difference (CfD) anwendet. Das Modell staatlicher Unterstützung muss nach den EU-Regeln von der Europäischen Kommission genehmigt werden.
„Dieser Ansatz kombiniert die Vorteile einer kostengünstigen Finanzierung auf Grundlage der Kreditwürdigkeit des Staates mit Flexibilität und Diversifizierung der Kapitalquellen in späteren Projektphasen. Das Modell ermöglicht zugleich den Schutz der Stabilität der öffentlichen Finanzen, die schrittweise Einbindung einer potenziellen Investorenbasis sowie die Nutzung grüner Finanzinstrumente im Einklang mit der europäischen Taxonomie“, erklärte Marjan Divjak, Generaldirektor der Direktion Staatskasse im Finanzministerium.
Die erwarteten Projektkosten liegen – abhängig von der endgültigen installierten Leistung des neuen Blocks – zwischen 9,6 und 15,4 Milliarden Euro (etwa 234 bis 375 Milliarden CZK). Die Leistung soll je nach ausgewähltem Lieferanten und Reaktortyp zwischen 1000 und 1650 MW betragen.
Unter Einbeziehung der Finanzierungskosten dürfte sich der Gesamtbetrag für den Kernkraftwerksblock auf 15 bis 22 Milliarden Euro (etwa 366 bis 536 Milliarden CZK) belaufen. GEN Energia erwartet Produktionskosten von 60 bis 68 EUR/MWh; die Stromerzeugung soll bei einem Verkaufspreis von etwa 75 EUR/MWh rentabel sein.

Verschobenes Referendum….
Über den Bau des zweiten slowenischen Kernkraftwerksblocks soll auch die Öffentlichkeit mitentscheiden. Ursprünglich plante das Land, das Referendum bereits im Jahre 2025 abzuhalten, doch aufgrund von Unklarheiten rund um das Projekt verschob die Regierung es.
„(Über den Bau) werden wir in einem Referendum entscheiden, das Ende 2027 oder Anfang 2028 erwartet wird, wenn uns alle Informationen vorliegen. Wir werden wissen, wo der Block stehen wird, unter welchen Bedingungen er gebaut wird, wer der Lieferant sein wird und wie hoch sein endgültiger Preis sein wird“, fügte Golob hinzu.
Slowenien betreibt derzeit einen Kernkraftwerksblock im Kraftwerk Krško gemeinsam mit dem Nachbarland Kroatien. Die installierte Nettoleistung beträgt 696 MW und deckt etwa 35 % der slowenischen Stromerzeugung; der Betrieb soll bis zum Jahr 2043 fortgesetzt werden. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass der neue Kernkraftwerksblock um die Jahre 2040/2041 kommerziell in Betrieb gehen könnte.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... eho-zdroje
/gr/


Russland stoppt wegen der Angriffe auf den Iran die Arbeiten am Kernkraftwerk Buschehr
Autor: Eduard Majling
4. März 2026, oenergetice.cz

Der russische Atomkonzern Rosatom hat angekündigt, die Arbeiten am Bau neuer Blöcke im iranischen Kernkraftwerk Buschehr einzustellen. Der Grund dafür sind die laufenden Luftangriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf mehrere Ziele im Iran. Laut dem Unternehmensleiter befinden sich weiterhin Hunderte von Mitarbeitern vor Ort, ihre Evakuierung hat jedoch bereits begonnen. Das Kernkraftwerk Buschehr verfügt derzeit über einen betriebsfähigen Block, zwei weitere befinden sich am Standort im Bau.

Das iranische Atomprogramm ist einer der zentralen Streitpunkte mit den USA und Israel und zugleich eine Ursache der laufenden militärischen Angriffe. Das Land entwickelt sein Atomprogramm seit Langem weiter, insbesondere durch die Anreicherung von Uran. Darauf reagierten die Vereinigten Staaten bereits Mitte des vergangenen Jahres mit einem Militärschlag.
Aus Sicht der Kernenergie verfügt der Iran derzeit jedoch nur über einen einzigen Stromerzeugungsblock im Kernkraftwerk Buschehr. Dessen Bau wurde bereits Mitte der 1970er Jahre begonnen, kurz darauf jedoch durch die Islamische Revolution im Iran unterbrochen. Erst in den 1990er Jahren bekundete die Regierung wieder Interesse an einer Fortsetzung des Baus, in Betrieb ging der Block jedoch erst zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts.

Bau der Blöcke mit erheblichen Verzögerungen, Zukunft ungewiss….
Der Iran verfolgt jedoch ehrgeizige Ziele im Bereich der Kernenergie. In Bezug auf das bestehende Kraftwerk Buschehr schloss das Land bereits vor mehr als zehn Jahren mit Russland eine Vereinbarung über dessen Erweiterung. Die Bauarbeiten am zweiten Block begannen im Jahe 2017, die erste Betonage folgte Ende des Jahres 2019. Ursprünglich sollte der zweite Block im Jahr 2024 fertiggestellt werden, der dritte in diesem Jahr. Bereits im Jahre 2024 deutete der Iran jedoch an, dass der zweite Block erst um das Jahr 2029 fertiggestellt werden könnte. Laut Rosatom laufen auch Arbeiten am Projekt des dritten Blocks, genauere Informationen dazu liegen jedoch nicht vor.
Mit dem Kraftwerk Buschehr enden die iranischen Pläne im Bereich der Kernenergie jedoch nicht. Im Jahr 2024 startete das Land das Projekt eines neuen Kraftwerks Iran-Hormoz, das über vier Blöcke mit einer installierten Gesamtleistung von 5 GW verfügen soll. Bis zum Jahr 2041 plante der Iran, die installierte Leistung seiner Kernkraftwerke auf bis zu 20 GW zu erhöhen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist die Zukunft der Kernenergie im Land jedoch äußerst ungewiss.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... rne-busehr

--
Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

Ausgewählte Zeitungsartikel aus Tschechien zum Thema Energie vom 9.3.2026:

Inhalt:
In der Umgebung amerikanischer Kernkraftwerke sterben mehr Menschen an Krebs, zeigt eine Studie.
Aktivisten, die die Kernenergie blockieren, sind Verbrecher.
Die Union will die europäische Industrie neu starten. Neue Regeln könnten jedoch das Dukovany- Projekt gefährden.
Havlíček fliegt zu einer wichtigen Mission in die USA, auch zum Thema Kernkraft.
Vier Frauen steuern die Blöcke von Dukovany.
Die Februar-Erwärmung hat den Stromverbrauch in Tschechien deutlich gesenkt und auch die Entnahme aus den Gasspeichern verlangsamt

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In der Umgebung amerikanischer Kernkraftwerke sterben mehr Menschen an Krebs, zeigt eine Studie.
 (06.03.2026)
Respekt.cz

https://www.respekt.cz/veda/v-okoli-ame ... -pro-cesko

Je näher Menschen an einem Kernkraftwerk leben, desto höher kann das Risiko sein, an Krebs zu sterben. Darauf deutet eine neue Studie von Wissenschaftlern der Harvard-Universität hin, die Daten zur Sterblichkeit durch bösartige Erkrankungen in einzelnen Ländern der Vereinigten Staaten untersuchte und sie mit der Entfernung dieser Orte zu den nächstgelegenen Reaktoren verglich.

Die meisten „überzähligen“ und durch gewöhnliche Einflüsse nicht erklärbaren Todesfälle stellten die Forscher bei Männern im Alter von 65–74 Jahren sowie bei Frauen im Alter von 55–64 Jahren fest – und zwar in einem Gebiet innerhalb von etwa den ersten einigen Dutzend Kilometern um die umliegenden Kernkraftwerke. Nach Angaben der Autoren könnten in den USA jährlich etwa 6400 Menschen an Krebs sterben, der potenziell durch die Nachbarschaft zu Atomkraftwerken verursacht wird.

Die am 23. Februar in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlichte Studie beinhaltete keine Messung der Radioaktivität – der hypothetische Strahlungs- oder sonstige Einfluss der Kraftwerke wurde lediglich durch die einfache Entfernung ersetzt.

Die Autoren behaupten daher nicht, tatsächliche Beweise für die Schädlichkeit des Lebens in der Nähe der nuklearen Giganten vorzulegen, sondern nur beunruhigende statistische Zusammenhänge. Die warnenden Ergebnisse sollten ihrer Ansicht nach jedoch ein Anstoß für eine detailliertere Forschung über den Einfluss der Atomspaltung auf die menschliche Gesundheit sein.

„Die Hauptbotschaft unserer Studie ist klar: Die Nähe Ihres Wohnorts zu Kernkraftwerken erhöht das Risiko, an Krebs zu sterben“, sagte Petros Koutrakis von der Harvard T.H. Chan School of Public Health, Experte für Schadstoffe in der Umwelt und einer der Autoren, dem Magazin Respekt.

„Wir haben alle Kernkraftwerke in den USA einbezogen, sowohl in Betrieb befindliche als auch bereits stillgelegte, über einen Zeitraum von fast zwanzig Jahren. Wir haben eine enorme Zahl von Todesfällen ausgewertet, und unsere Analyse ist sehr robust.“


Quelle: https://www.respekt.cz/veda/v-okoli-ame ... -pro-cesko
/gr/



Aktivisten, die die Kernenergie blockieren, sind Verbrecher
07.03.2026, Tagesteitung Mladá fronta DNES
Autoren: Eva Pospíšilová, Jiří Vachtl
Rubrik: Aus dem Inland — Seite 2

Umweltminister Igor Červený (Motoristen).
Im Interview für die Zeitung MF DNES spricht der zuletzt ernannte Minister nicht nur über Umweltfragen, sondern auch über Filip Turek....


-Im Regierungsprogramm versprechen Sie im Abschnitt Umwelt auch, die Fördergelder für Nichtregierungsorganisationen zu stoppen, die Entwicklung und Investitionen blockieren. Eine grundlegende Überprüfung soll auch die Finanzierung ökologischer Initiativen aus öffentlichen Mitteln betreffen. Haben Sie bereits eine konkrete Liste vorbereitet, welche Organisationen ihre Fördermittel verlieren werden?

-Wir wollen uns nicht an jemandem rächen; wir werden immer den konkreten Zuschuss beurteilen. Es gibt ein Förderprogramm, in dem festgelegt ist, unter welchen Bedingungen man eine Förderung beantragen kann. Wenn Sie diese Bedingungen erfüllen, erhalten Sie die Förderung. Wenn nicht, bekommen Sie sie einfach nicht. Wir haben keine Liste, auf der wir Organisationen streichen, nur weil sie in der Vergangenheit etwas getan haben. Das wäre auch gesetzeswidrig. Wir werden Förderprogramme so ausschreiben, dass sie das erfüllen, was der Staat aus unserer Sicht will und braucht – also die Umsetzung des Regierungsprogramms, auf das sich alle drei politischen Parteien geeinigt haben.

-Und zumindest typologisch gefragt: Von welchen Organisationen sprechen wir, wenn es um jene geht, die Entwicklung und Investitionen blockieren und denen Sie die Förderungen streichen wollen?

-Ich persönlich finde es einfach nicht normal, dass es hier Vereinigungen gibt, die den Ausbau eines Kernkraftwerks blockieren. Kernenergie ist eine der saubersten und effizientesten Energiequellen. Wenn ein Verein so etwas macht, dann geht es ihm nicht darum, dass sich Tschechien in Richtung emissionsfreier Energiequellen bewegt; es ist vielmehr ein Angriff auf kritische Infrastruktur. Und ich persönlich halte so etwas für ein Verbrechen.
/gr/
/Auszug aus einem Gespräch/

https://zpravy.aktualne.cz/zahranici/un ... 2e81a174e/



.......


Die Union will die europäische Industrie neu starten. Neue Regeln könnten jedoch das Dukovany- Projekt gefährden
Autorin: Aneta Zachová
Aktuálně.cz
8.3.2026

Die Europäische Kommission hat den *Industrial Accelerator Act* vorgestellt – einen Gesetzesvorschlag, der den Anteil der Industrie am europäischen BIP bis zum Jahr 2035 von derzeit 14 auf 20 Prozent erhöhen soll. Der ehrgeizige Plan zur Wiederbelebung der europäischen Produktion hat jedoch sofort Streit ausgelöst. Kritik gibt es vor allem an den Regeln zum Ursprung von Technologien und deren möglichen Auswirkungen auf strategische Projekte, einschließlich des Baus neuer Blöcke des Kernkraftwerks Dukovany.

Der neue „Industrie-Beschleuniger“ soll laut der Europäischen Kommission zwei Jahrzehnte des schrittweisen Rückgangs der Industrie in Europa stoppen. Der Anteil der Produktion am BIP der EU ist nämlich von 17,4 Prozent im Jahr 2000 auf nur noch 14,3 Prozent heute gesunken. Die neue Gesetzgebung soll diesen Trend innerhalb von zehn Jahren umkehren.

Gerade die Art und Weise, wie die Europäische Kommission dieses Ziel erreichen will, wirft bei tschechischen Politikern und Unternehmern die meisten Fragen auf.

Eines der wichtigsten Instrumente des Vorschlags ist die Stärkung der Produktion direkt in Europa. Der Industrial Accelerator Act sieht deshalb vor, dass bei ausgewählten strategischen Technologien bei öffentlichen Ausschreibungen und Förderprogrammen schrittweise ein bestimmter Anteil von in der Europäischen Union hergestellten Komponenten verlangt wird.

Die sogenannte „Made in EU“-Regel soll beispielsweise für Batterien, Solarmodule, Wärmepumpen, Windturbinen oder einige Energietechnologien gelten. Es handelt sich somit vor allem um Technologien, die Europa von Emissionen befreien sollen.

# Zwischen Protektionismus und Unterstützung von EU-Unternehmen

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission Stéphane Séjourné wollte ursprünglich mehr Sektoren in „Made in EU“ einbeziehen, letztlich gelangten jedoch nur einige in die endgültige Fassung des Vorschlags. Laut dem Europaabgeordneten Luděk Niedermayer (TOP 09) versuchte die Kommission damit ein Gleichgewicht zwischen der Unterstützung der heimischen Produktion und offenem Handel zu finden.

„Ich halte dies für einen guten Kompromiss, der nicht gegen die Bemühungen der EU um einen fairen, gegenseitig vorteilhaften Handel gerichtet ist, gleichzeitig aber die wachsenden Schwierigkeiten im globalen Handel berücksichtigt“, bewertet der Europaabgeordnete.

Gleichzeitig erinnert er daran, dass sich die endgültige Form der Regeln noch deutlich ändern kann – bisher handelt es sich nur um einen Vorschlag, der nun sowohl vom Europäischen Parlament als auch von den Mitgliedstaaten diskutiert wird.

Kritiker zufolge stellt der Kompromiss dennoch eine Handelsbarriere dar. Der Europaabgeordnete Ondřej Krutílek (ODS) warnt, dass der Versuch, den europäischen Markt zu stärken, auch den gegenteiligen Effekt haben könnte.

„Im Rahmen der internen Debatte in der Kommission wurde die protektionistische Schärfe, die Kommissar Séjourné vorangetrieben hat, etwas abgeschwächt, aber es besteht weiterhin die Gefahr, dass sich die vorgeschlagenen Regeln in den kommenden Jahren gegen die EU wenden könnten“, warnt Krutílek.

Unternehmensverbände warnen konkret davor, dass die europäische Industrie möglicherweise noch nicht in der Lage ist, alle geforderten Technologien in der notwendigen Menge herzustellen.

„Eine zu strenge Durchsetzung des EU-Ursprungs bei Lieferungen strategischer emissionsfreier Technologien und der Ausschluss von Lieferanten aus Nicht-EU-Ländern von Ausschreibungen in einer Situation, in der Europa selbst nicht über ausreichende Produktionskapazitäten für diese Technologien verfügt, wird zu einer Verteuerung und Verzögerung der Dekarbonisierung führen“, sagt Zuzana Krejčiříková von der Wirtschaftskammer.

# Der Vorschlag könnte auch Dukovany betreffen

Der Industrial Accelerator Act führt Anforderungen an den EU-Ursprung von Komponenten auch im Falle von Kernreaktoren und kleinen modularen Reaktoren (SMR) ein. Die Regeln sollen schrittweise eingeführt werden: Vier Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes müssten mindestens zwei Hauptkomponenten europäischen Ursprungs sein, nach sechs Jahren drei.

Für Länder, die beim Bau von Kernkraftwerken mit Partnern außerhalb der EU zusammenarbeiten, könnte dies erhebliche Komplikationen bedeuten. Ein typisches Beispiel ist gerade Tschechien, wo beim Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany mit Technologien aus Drittstaaten gerechnet wird.

Die Wirtschaftskammer warnt daher, dass ähnliche Regeln die geplante Entwicklung der tschechischen Energieversorgung direkt gefährden könnten.

„Die weitere Entwicklung der Energiebranche und der Kerntechnologien in der Tschechischen Republik stützt sich auf Schlüsselpartnerschaften mit Unternehmen aus den USA, Großbritannien und Südkorea. Eine erzwungene Abkehr von diesen Partnern könnte diese Entwicklung faktisch stoppen“, schreibt die Kammer in ihrer Stellungnahme zur Gesetzgebung.

# Raum für Unsicherheit

Der Vorschlag enthält zwar Ausnahmen – Technologien aus Ländern, die mit der EU ein Freihandelsabkommen oder eine Zollunion haben, können unter bestimmten Bedingungen als gleichwertig mit europäischen gelten –, doch gerade hier entsteht nach Ansicht einiger Politiker Raum für Unsicherheit.

„Südkorea und das Vereinigte Königreich sollten zwar als vertrauenswürdige Partnerländer betrachtet werden, aber wir müssen darauf achten, dass wir allgemein die festgelegten Kriterien für die Kernenergie einhalten“, warnt Krutílek.

Die Wirtschaftskammer schlägt daher ein alternatives Modell „Made with Europe“ vor, das auch Technologien aus Ländern berücksichtigen würde, die die Sicherheits- und Technologiestandards der EU teilen.

Quelle: https://zpravy.aktualne.cz/zahranici/un ... 2e81a174e/
/gr/



Havlíček fliegt zu einer wichtigen Mission in die USA, auch zum Thema Kernkraft
09.03.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES
Autor: Jiří Vachtl
Rubrik: Aus dem Inland — Seite 2

Er wird Minister aus Trumps Regierung sowie den Hersteller der Kampfjets treffen, die Tschechien kauft

Der Vizepremier und Industrieminister Karel Havlíček (ANO) fliegt heute zu seiner ersten großen Auslandsmission in die Vereinigten Staaten.
Im Laufe der Woche wird er sich mit Ministern der Regierung von Donald Trump, dem Gouverneur von Texas sowie mit Vertretern der Unternehmen SpaceX und Lockheed Martin treffen.
Auf der Reise wird ihn eine Delegation von sechzig Unternehmern aus inländischen innovativen Unternehmen und Start-ups begleiten.
Die ersten zwei Tage verbringt die Delegation in Washington. Dort finden Gespräche mit Ministern der Trump-Administration statt, bei denen wirtschaftliche und energiepolitische Themen – einschließlich der Kernenergie und der künstlichen Intelligenz – behandelt werden sollen.
Havlíček soll sich mit Handelsminister Howard Lutnick, Energieminister Chris Wright und Finanzminister Scott Bessent treffen.

Zum Festival nach Texas….
Anschließend reist er mit den Unternehmern nach Austin im Bundesstaat Texas weiter, wo sich Tschechien im Rahmen des weltbekannten Festivals South by Southwest mit einem eigenen Innovationspavillon und einem separaten Tschechischen Haus präsentieren wird.

„Es ist einer der bedeutendsten Besuche der letzten Jahre. Wir eröffnen eine neue Ära der Präsentation Tschechiens. Wir wollen kein Land der Vergangenheit sein, sondern ein Land der Zukunft. Wir werden uns als Land der Innovationen, Start-ups, Universitäten und Forschung vorstellen. Alles im Sinne der neuen Wirtschaftsstrategie. Und wo könnte man besser beginnen als in den Vereinigten Staaten“, sagte Havlíček gegenüber MF DNES zu der Reise.
In Texas plant der Vizepremier auch ein Treffen mit dem republikanischen Gouverneur Greg Abbott. Mit dem zweitbevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA möchte die tschechische Regierung dort ein Kooperationsabkommen abschließen.
„Wir bereiten die historisch erste Kooperationsdeklaration zwischen Tschechien und einem US-Bundesstaat vor – und das wird Texas sein. Für mich ist das ein Instrument, um der Wirtschaft zu helfen, Türen zu einem der dynamischsten Märkte in den USA zu öffnen. Texas ist eine technologische und industrielle Großmacht. Wenn wir wollen, dass tschechische Unternehmen global wachsen, müssen wir dort sein, wo Chancen entstehen“, erklärt Havlíček.

Er wird außerdem mit Vertretern des Unternehmens SpaceX des Unternehmers Elon Musk sprechen – einer Firma, die Weltraumraketen baut, NASA-Astronauten in die Erdumlaufbahn transportiert und das Satelliten-Internetnetz Starlink betreibt.
Geplant ist auch ein Treffen mit Vertretern des Militärflugzeugherstellers Lockheed Martin, der bis zum Jahr 2034 insgesamt 24 Flugzeuge des Typs F-35 an Tschechien liefern soll. Für die Kampfjets, das zugehörige Equipment, Ausbildung, Munition sowie die Sicherstellung ihres Lebenszyklus soll der Staat insgesamt 106 Milliarden Kronen in die USA zahlen.
Havlíček wird auf der Mission von sechzig Vertretern verschiedener Start-ups, Technologie- und Investmentfirmen sowie regionaler Innovationszentren begleitet.
In die USA reisen beispielsweise Firmen, die Software für das Bauwesen entwickeln, im Bereich künstliche Intelligenz arbeiten oder Cloud- und Datenlösungen anbieten. Ziel des unternehmerischen Teils der Mission ist es, neue Kontakte zu knüpfen und die Position tschechischer Firmen auf dem amerikanischen Markt zu stärken.
/gr/


Vier Frauen steuern die Blöcke von Dukovany
09.03.2026, Tageszeitung Právo
Miroslav Homola
Rubrik: Region Mähren und Schlesien — Seite 18

Das Atomkraftwerk Dukovany durchläuft einen Generationswechsel. Das Durchschnittsalter der AKW. Beschäftigten ist auf 42 Jahre gesunken und liegt damit derzeit unter dem der später in Betrieb genommenen Anlage Temelín. Neu ist auch, dass sich nun an der Steuerung jedes der Kernreaktorblöcke eine Frau beteiligt.
„Zur ersten Dukovaner Operateurin des Sekundärkreislaufs sind drei weitere hinzugekommen“, sagte die Sprecherin des Kraftwerks, Jana Štefánková.

Die Generation, die das Kraftwerk vor etwa vierzig Jahren in Betrieb nahm oder in den ersten Jahren des Betriebs dort zu arbeiten begann, erreicht heute das Rentenalter. Deshalb hat der Energiekonzern ČEZ bereits vor mehr als zehn Jahren einen umfangreichen Prozess der Personalverjüngung gestartet. In der neuen Generation von Fachkräften ist dabei auch der Anteil von Frauen stetig gestiegen.

„Das Ziel, einen Kernreaktorblock zu steuern, hatte ich schon etwa im dritten Studienjahr, nachdem ich im Kraftwerk an einem sogenannten nuklearen Abitur teilgenommen hatte. Und das ist nun die Erfüllung dieses Ziels. Natürlich ist das aber nicht das Ende der Ausbildung und des Trainings. Die Arbeit als Operateurin gehört zu den Berufen, in denen man praktisch die ganze Karriere lang lernt und sich weiterbildet“, sagt Monika Krejčí, eine der neuen Operateurinnen des Sekundärkreislaufs im Kernkraftwerk Dukovany.
„Ich freue mich darüber sehr. Wir haben drei weitere Kolleginnen in Vorbereitung, und auch bei Studentinnen, die an Fachpraktika teilnehmen, sehen wir großes Interesse“, erklärte der Direktor des Kernkraftwerks Dukovany, Roman Havlín.
Alle Operateurinnen und Operateure verfügen über eine technische Hochschulausbildung und haben eine zweijährige Ausbildung im Zentrum für Personalschulung in Brünn absolviert, die mit staatlichen und unternehmensinternen Prüfungen abgeschlossen wurde. Die Arbeit der Operateurinnen ist außerordentlich verantwortungsvoll und anspruchsvoll.
„Sie steuern den Betrieb des Kernreaktors“, ergänzte die Sprecherin.
/gr/


Die Februar-Erwärmung hat den Stromverbrauch in Tschechien deutlich gesenkt und auch die Entnahme aus den Gasspeichern verlangsamt
Autor: Jan Budín
9. März 2026, oenergetice.cz

Während die Januarfröste den Stromverbrauch in der Tschechischen Republik auf ein 9-Jahres-Maximum getrieben hatten, brachte die Erwärmung im Februar eine Beruhigung der Situation. Der Stromverbrauch sank im Vergleich zum Januar um mehr als 1 TWh auf 5,5 TWh, was etwa 0,2 TWh unter dem durchschnittlichen Februarwert der letzten zehn Jahre liegt. Dank der höheren Temperaturen verlangsamte sich auch deutlich die Entnahme von Gas aus europäischen und tschechischen Speichern. Das geht aus Statistiken hervor, die auf Energostat veröffentlicht wurden.

Der Februar lag laut Daten des tschechischen Marktbetreibers OTE, a.s., im Durchschnitt um fast 1,5 Grad Celsius über dem langfristigen Temperaturmittel. Im Vergleich zum frostigen Januar, der den Stromverbrauch in Tschechien auf ein 9-Jahres-Maximum steigen ließ, war der diesjährige Februar sogar um mehr als 4 Grad Celsius wärmer.
Das überdurchschnittlich warme Wetter führte zu einem Rückgang des Stromverbrauchs in der Tschechischen Republik im Jahresvergleich um knapp 200 GWh und gegenüber Januar 2026 um mehr als 1 Twh.

Mit dem Rückgang des Stromverbrauchs sank auch die Stromerzeugung – im Jahresvergleich um rund 0,5 TWh und gegenüber Januar um mehr als 1,2 TWh. Den größten Anteil an der Stromproduktion hatten im Februar traditionell Kohlekraftwerke mit knapp 41 %. Deren Erzeugung ging jedoch im Jahresvergleich um 7 % zurück und gegenüber Januar 2026 sogar um fast 18 %.
Mit dem Rückgang von Verbrauch und Produktion sank im Februar auch der durchschnittliche Strompreis am tschechischen Day-Ahead-Markt auf 107,4 EUR/MWh. Gegenüber dem durchschnittlichen Spotpreis im Januar entspricht dies einem Rückgang von etwa 18 %.
Während sich die Spotpreise für Strom in Tschechien Anfang Februar stabil über der Marke von 100 EUR/MWh bewegten, fielen sie gegen Ende des Monats in einigen Viertelstunden sogar in den negativen Bereich. Der höchste im Februar erreichte Viertelstundenpreis lag bei 240,6 EUR/MWh.

Warmes Wetter verlangsamte die Entnahme aus den Gasspeichern...
Ein vielbeachtetes Thema im Februar waren die schnell schwindenden Erdgasvorräte in europäischen und tschechischen Speichern. Um den 20. Februar herum sank der Füllstand der Gasspeicher auf etwa 30 %, doch die anschließende Erwärmung führte dazu, dass die Vorräte bis zum Ende des Monats auf diesem Niveau verharrten. Das zuvor schnelle Tempo der Entnahmen setzte sich somit nicht fort; laut Analysten war es durch eine Kombination aus höherer Nachfrage und steigenden Gasexporten in die Ukraine verursacht worden.
Trotz der Beruhigung der Situation infolge des warmen Wetters bleibt festzuhalten, dass ein Füllstand der Gasspeicher von 30 % für diese Jahreszeit der niedrigste seit dem Jahr 2022 ist, als Russland seine Invasion in der Ukraine begann.
Die aktuelle Situation auf dem Erdgasmarkt, die zugleich durch den Krieg im Nahen Osten geprägt ist, verzögert außerdem eine mögliche Wiederaufnahme der Einspeicherung von Gas in die Speicher. Der Gaspreis für den kurzfristigen Zeitraum liegt nämlich höher als der Preis für den kommenden Winter, was das Anlegen von Vorräten wirtschaftlich unattraktiv macht.

Quelle: https://oenergetice.cz/energetika-v-cr/ ... asob-plynu
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Gabi Reitinger
Beiträge: 592
Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34

Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse

Beitrag von Gabi Reitinger »

AUswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 10.3.2026 zum Thema Energie:

Inhalt:
Im Kernkraftwerk Temelín haben die Vorbereitungen für den Austausch der Generatoren begonnen. Techniker haben das Scannen der Anlagen abgeschlossen.
Neue Details zur großen Razzia in den Büros von ČEZ und weiteren großen Unternehmen.
Rückkehr nach Tschernobyl:
die nukeare Katastrophe aus Sicht der Überlebenden.
Der Kreml ordnete die Evakuierung von Russen aus dem AKW Buschehr an.
Sechs große Windräder bei Moravská Třebová. Gemeinden wird günstigerer Strom versprochen.
Die Regierung hat den Ausschuss für den Bau von Kernenergieanlagen abgeschafft, er wird durch ein neues Koordinieirungsmodell ersetzt

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Im Kernkraftwerk Temelín haben die Vorbereitungen für den Austausch der Generatoren begonnen. Techniker haben das Scannen der Anlagen abgeschlossen.
9.3.2026
cez.cz

Einen der ersten Schritte der Vorbereitungen für den Austausch der elektrischen Generatoren im Kernkraftwerk Temelín haben die Techniker von Doosan Škoda Power bereits abgeschlossen. Vier Wochen lang scannten sie im südböhmischen Kernkraftwerk die Technologie in der Umgebung der Anlagen, in denen Strom für ein Fünftel der Tschechische Republik erzeugt wird. Dabei sammelten sie 1,5 Terabyte an Daten, die sie zur Vorbereitung einer 3D-Projekt­dokumentation nutzen werden. Den eigentlichen Austausch der Generatoren plant ČEZ in den Jahren 2029 und 2030 durchzuführen.


Einen Laserstrahl aussenden, die Zeit berechnen, die er für die Rückkehr benötigt, und anschließend alles in ein farbiges digitales 3D-Bild umwandeln – so funktioniert vereinfacht das 3D-Scannen. Das Ziel ist es, ein digitales Modell mit genauen Koordinaten der Anlagen in der Umgebung des elektrischen Generators zu erstellen. „Das hilft uns, die genaue Position der Technologie zu bestimmen, die an den Generator angeschlossen ist. Das Scannen ist deutlich präziser als klassische Papierzeichnungen und zeigt zudem den aktuellen Zustand“, erklärt Jan Schwarz, Spezialist für Reverse Engineering bei Doosan Škoda Power.

Das Scannen eines einzelnen Punktes im 360-Grad-Bereich und die Erstellung einer farbigen Aufnahme dauert etwa zwei Minuten. Für die vollständige Kartierung des Bereichs, der sich über vier Etagen und einen Transportkorridor erstreckt, benötigten die Techniker von Doosan Škoda Power ca. vier Wochen. Die gleiche Vorbereitung erwartet sie auch am zweiten Block.

Für Temelín ist der Austausch der Generatoren von entscheidender Bedeutung. „Die neuen Generatoren sind nicht nur eine einfache Erneuerung der Anlagen, sondern auch im Hinblick auf eine weitere Leistungssteigerung entscheidend. Sie können nämlich eine künftig höhere Leistung, die durch Modernisierungen in anderen Teilen des Kraftwerks erreicht wird, in eine höhere Stromproduktion übertragen und gleichzeitig die Fähigkeit zur Leistungsregelung verbessern“, erklärte Petr Měšťan, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.

Die Stärkung der Sicherheit und die Steigerung der Effizienz der Kernkraftwerke ist eine langfristige Priorität der Unternehmensleitung von ČEZ. „Seit der Inbetriebnahme unserer Kernkraftwerksblöcke ist es uns gelungen, ihre Leistung schrittweise insgesamt um 500 MWe zu erhöhen. Das entspricht einem zusätzlichen Block im Kernkraftwerk Dukovany. Gleichzeitig geschieht dies ohne zusätzliche Emissionen, ohne zusätzlichen Flächenverbrauch oder andere negative Auswirkungen“, sagte Bohdan Zronek, Mitglied des Vorstands und Leiter der Abteilung Kernenergie bei ČEZ.

Generator …
Ein Generator ist eine Anlage im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks, in der mechanische Energie aus der Dampfturbine in elektrische Energie umgewandelt wird. Der Rotor des Generators wiegt 90 Tonnen, misst über 14 Meter und ist ein einteiliges Stahl­schmiedeteil mit Kupferwicklung. Im Betrieb dreht sich der Rotor mit einer Geschwindigkeit von 3.000 Umdrehungen pro Minute und erzeugt ein starkes Magnetfeld, durch das im Stator Wechselstrom entsteht. Der erzeugte Strom gelangt anschließend über Transformatoren in das Übertragungsnetz. Die Generatoren in Temelín haben eine Leistung von bis zu 1.125 MW, sind die größten in Tschechien und zugleich zwei einzigartige Prototypen, die in Pilsen hergestellt wurden.

Seit Beginn des Jahres hat das Kraftwerk Temelín 2,9 Terawattstunden Strom erzeugt. Zusammen mit dem Kernkraftwerk Dukovany gehören sie zu den Quellen, die die größte Menge an sauberer elektrischer Energie produzieren und damit erheblich zur emissionsfreien Stromerzeugung der ČEZ-Gruppe beitragen. Dank der Kernkraftwerke werden jährlich etwa zwanzig Millionen Tonnen CO₂ nicht in die Atmosphäre ausgestoßen.

https://www.cez.cz/nextcez/cs/pro-media ... eni-232355
/gr/



Neue Details zur großen Razzia in den Büros von ČEZ und weiteren großen Unternehmen
10.03.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny
Autoren: Jan Brož, Marek Pokorný
Energie
Ende September 2024 erschienen Mitarbeiter des tschechischen Amts für den Schutz des Wettbewerbs (ÚOHS) an der Rezeption der Firmenzentrale des Unternehmens ČEZ in der Duhová-Straße in Prag zu einer „dringenden Besprechung“. Nach einer kurzen Diskussion mit dem Empfangspersonal verschafften sie sich Zugang zu den Räumlichkeiten des Unternehmens, wo sie zwei Tage verbrachten.
Sie durchsuchten die Büros des Vorstandsmitglieds und „zweiten Mannes von ČEZ“ Pavel Cyrani sowie des Chefs der Gesellschaft ČEZ Prodej/Verkauf, Tomáš Kadlec. Außerdem interessierten sie sich für Cyranis Kommunikation mit weiteren wichtigen Persönlichkeiten der Energiegruppe, etwa mit dem Leiter von ČEZ ESCO, Kamil Čermák, oder dem Strategiechef Dávid Hajmán. Dabei stellten sie Unternehmensdokumente sicher, die bis zu vier Jahre zurückreichen; insgesamt handelte es sich um 31 Aufzeichnungen.

Über die Razzia der Wettbewerbsbehörde berichtete damals die Zeitung Hospodářské noviny (HN) als erstes Medium. Das Nachrichtenportal Seznam Zprávy meldete später, dass Inspektoren in derselben Angelegenheit auch in den Firmensitzen der Unternehmen EPH und Veolia Energie tätig waren. Der Verdacht lautete, die Firmen hätten ihre Angebote bei Auktionen zur Förderung der sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) aufeinander abgestimmt.
Über die weiterhin laufenden Ermittlungen der Wettbewerbsbehörde war bislang jedoch wenig bekannt. Nun wird allmählich klarer, was die Behörde zu den Durchsuchungen bei drei zentralen Energieunternehmen veranlasst hat und welche Verdachtsmomente die Inspektoren hatten.
Dies geht vor allem aus Gerichtsentscheidungen hervor, an die sich die betroffenen Unternehmen gewandt hatten. Sie hielten die Durchsuchungen in ihren Firmensitzen für rechtswidrig. Die Regionalgerichte bezeichneten das Vorgehen des ÚOHS jedoch als legitim, und im Fall von ČEZ kam kürzlich auch das Oberste Verwaltungsgericht zu demselben Schluss. Worum geht es also in diesem Fall?

Kohleheizwerke sollen durch KWK ersetzt werden….
Vereinfacht gesagt geht es um nichts Geringeres als die Transformation der tschechischen Energiewirtschaft. Ein zentraler Bestandteil ist die Umwandlung umweltschädlicher Kohleheizwerke in moderne gasbetriebene Anlagen, die neben Wärme auch Strom erzeugen. Dank ihrer steuerbaren Produktion können sie die Stromnachfrage in Zeiten decken, in denen weder Sonne scheint noch Wind weht.
Ähnlich wie bei Solarkraftwerken und anderen erneuerbaren Quellen gewährt der Staat seit dem Jahr 2013 auch für Strom aus KWK eine Betriebsförderung. Von den insgesamt rund 45 Milliarden Kronen, die jährlich in geförderte Energiequellen fließen, entfielen in einzelnen Jahren zwischen 1,5 und 2,5 Milliarden auf KWK.
Für dieses Fördersystem muss Tschechien die Zustimmung der Europäischen Kommission einholen. Die letzte sogenannte Notifizierung erhielt der Staat im Mai 2024. Sie betrifft ein Förderpaket von 75 Milliarden Kronen, das Investoren in KWK-Projekte über die nächsten 15 Jahre in Form eines Bonus zur Marktpreisvergütung pro erzeugter Megawattstunde erhalten sollen.
Der Staat erwartet, dass dank dieser Förderwelle Anlagen mit einer Leistung von bis zu 3080 Megawatt gebaut werden – etwa das Eineinhalbfache der Leistung des Kernkraftwerks Temelín.
Die Höhe der Förderung ist nicht im Voraus festgelegt. Interessenten konkurrieren in Auktionen, bei denen sie mit möglichst niedrigen Preisen bieten. Eine Förderung erhalten alle Bewerber, bis die für die jeweilige Auktion ausgeschriebene Leistung ausgeschöpft ist.
Insgesamt fanden vier Auktionen statt; die Frist zur Einreichung von Angeboten für die letzte endete im vergangenen Dezember.
„Jetzt läuft die letzte Auktion auf Grundlage dieser Notifizierung, denn sie galt nur bis Ende 2025“, erklärt Lukáš Dobeš, Vorsitzender des Branchenverbands COGEN Czech.
Die Ergebnisse der letzten Ausschreibung sollte das Industrieministerium daher jeden Tag veröffentlichen.

Drei anonyme Hinweise am Anfang….
Noch bevor Ende September 2024 die Frist für die Einreichung von Angeboten für die erste Auktion über die 75-Milliarden-Förderung ablief – sie war wegen Überschwemmungen um zehn Tage verlängert worden –, kam es zur Razzia des ÚOHS. Neben der Duhová-Straße fand sie auch im Sitz von EPH in der Pařížská-Straße in Prag sowie in der Straße 28. října in Ostrava statt, wo Veolia Büros hat.
Der Verdacht der Wettbewerbsbehörde beruhte auf drei anonymen Hinweisen, die im Laufe des vorangegangenen Sommers eingegangen waren. Zwei Autoren und eine Autorin machten darauf aufmerksam, dass Energieunternehmen ihre Angebote für die geplante Auktion koordinieren würden, um die Höhe der Förderung zu maximieren und gleichzeitig innerhalb des ausgeschriebenen Leistungsrahmens zu bleiben.
Noch bevor die konkrete Förderhöhe festgelegt worden sei, hätten ČEZ, EPH und Veolia zudem versucht, über Lobbying beim Industrieministerium selbst Einfluss auf die Gestaltung der Förderregelung zu nehmen. In die Vorgänge sollen demnach auch Beamte des Ministeriums eingebunden gewesen sein.
Laut einem Hinweisgeber, der sich als Insider bezeichnete, hätten Vertreter der Unternehmen über verschlüsselte Kommunikationsanwendungen miteinander kommuniziert.

Unterschiede zwischen den Angeboten waren minimal….
Die drei von der Wettbewerbsbehörde untersuchten Unternehmen dominierten die Auktionen tatsächlich. Von insgesamt 91 Projekten, die in drei Auktionen erfolgreich waren (die vierte wird noch ausgewertet), entfielen 45 auf Firmen der ČEZ-Gruppe, acht auf Veolia und vier auf Unternehmen aus dem Umfeld der EPH-Heizwerke.
Der relativ hohe Anteil von ČEZ erklärt sich dadurch, dass die Gruppe mit zahlreichen kleineren Anlagen antrat, während EPH und Veolia meist Projekte mit Leistungen von bis zu hundert Megawatt anmeldeten.
Der niedrigste angebotene Preis, zu dem die Unternehmen aus dem untersuchten Trio Strom aus KWK produzieren wollen, beträgt 4080 Kronen pro Megawattstunde, der höchste 4184,50 Kronen. Die Spanne ist also relativ gering, und besonders in der ersten Auktion unterschieden sich die Angebote einzelner Projekte nur um wenige Kronen.
Zum Vergleich: Das niedrigste Angebot aller Auktionen kam von der Firma Czech Property Fund für eine Anlage mit 1,2 Megawatt in Račice und lag bei 3449 Kronen. Der Unterschied zu den Angeboten von ČEZ, Veolia und EPH beträgt somit mehr als 500 Kronen.
Allerdings handelt es sich dabei nicht um Beträge, die die Unternehmen automatisch erhalten, sondern um Referenzpreise der Auktionen. Davon werden der Marktpreis für Strom sowie Einnahmen aus dem Verkauf von Wärme abgezogen. Die tatsächliche Förderung kann daher nur einige hundert Kronen pro Megawattstunde betragen.

Energieunternehmen weisen Vorwürfe zurück….
Die untersuchten Unternehmen weisen ein Fehlverhalten zurück.
„Wir arbeiten vollständig mit dem ÚOHS zusammen und sind fest davon überzeugt, dass wir keine rechtswidrige Handlung begangen haben“, erklärte EPH-Sprecher Daniel Častvaj.
Ähnlich äußerte sich auch Veolia-Sprecherin Petra Losertová:
„Wir sind überzeugt, dass unser Unternehmen keine Regeln des Wettbewerbs verletzt hat.“
Auch ČEZ reagierte in gleichem Sinne. „Wir sind überzeugt, eindeutig nachgewiesen zu haben, dass wir an keinerlei wettbewerbswidrigem Verhalten beteiligt waren“, erklärte Sprecher Ladislav Kříž.
Alle Energieunternehmen wandten sich zudem wegen der Razzia an die Gerichte. Sie stellten insbesondere infrage, ob ein anonymer Hinweis ein ausreichend starker Grund für eine so umfangreiche Durchsuchung sein könne. Zudem deuteten sie an, dass hinter der Anzeige möglicherweise ein Konkurrent stehe oder sogar nur eine einzelne Person.
Die Gerichte gaben jedoch dem ÚOHS recht. Auch ein anonymer Hinweis oder ein Hinweis eines Konkurrenten könne auf eine Kartellabsprache hindeuten, und die Behörde habe keine andere Möglichkeit gehabt, die Informationen zu überprüfen.
Ob die Ermittler tatsächlich etwas Belastendes gefunden haben, ist derzeit noch unklar. Die Behörde hatte bereits früher gewarnt, dass die Einleitung einer Untersuchung nicht zwangsläufig bedeute, dass tatsächlich ein Verstoß vorliege oder am Ende eine Geldstrafe verhängt werde.
„Das Verwaltungsverfahren in dieser Angelegenheit läuft weiterhin“, erklärte ÚOHS-Sprecher Martin Švanda ohne weitere Details.
/gr/


Rückkehr nach Tschernobyl
10.03.2026 Wochenzeitung des Fernsehens / Týdeník Televize
Heute um 20.25 CS MYSTERY Channel
Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl aus der Sicht der Überlebenden

Israelische Dokumentarfilmer nehmen Sie mit in die verlassene Stadt Prypjat. Gemeinsam mit mehreren Überlebenden – einem Ingenieur, der am Bau des Reaktors beteiligt war, einer Ärztin, einem ehemaligen evakuierten Mädchen, einem Feuerwehrmann und einem Offizier, der an der Beseitigung radioaktiver Abfälle beteiligt war.
Gemeinsam kehren sie an Orte zurück, die sie nach der Reaktorkatastrophe einst verlassen mussten, und teilen ihre Geschichten sowie ihre Traumata. Als sogenannte Liquidatoren standen sie in der ersten Reihe im Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, riskierten ihr Leben und verhinderten eine noch größere Katastrophe.
/gr/



Der Kreml ordnete die Evakuierung von Russen aus dem AKW Buschehr an
10.3.2026 Tageszeitung Pravo Seite 22

Der russische Atomkonzern Rosatom teilte mit, dass er die Vorbereitungen für die Evakuierung seiner Mitarbeiter und ihrer Familien aus dem iranischen Kernkraftwerk Buschehr abgeschlossen habe, wie es Präsident Wladimir Putin angeordnet hatte.
Nach Angaben des Rosatom-Chefs Alexej Lichatschow sollen sie bald an einen sicheren Ort gebracht werden. Das Kernkraftwerk Buschehr liegt etwa 1200 Kilometer südlich von Teheran und ist das einzige kommerzielle Kernkraftwerk im Iran, das derzeit in Betrieb ist.
/gr/


Sechs große Windräder bei Moravská Třebová. Gemeinden wird günstigerer Strom versprochen
10.03.2026 Ekonomicky denik
Autor: David Tramba

Einer der größten Windparks in Tschechien könnte in der Nähe von Moravská Třebová entstehen. Besonders ist dabei weniger die Anzahl der geplanten Windturbinen – der Investor möchte sechs Anlagen installieren. Jede von ihnen soll jedoch eine Leistung von 7 Megawatt haben, also ein Mehrfaches der Leistung älterer Windräder, die im vergangenen und im vorvergangenen Jahrzehnt errichtet wurden.
Der Investor ist die Firma S&M Develop, die einer Gruppe tschechischer Unternehmer gehört. Sie hat beim Kreisamt der Region Pardubice eine Bekanntgabe eingereicht, das nun die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchführen wird. Dabei handelt es sich um das erste einer Reihe wichtiger Genehmigungsverfahren, die Interessenten am Bau von Windkraftanlagen durchlaufen müssen.

Bau bereits in zwei Jahren geplant….
Laut der eingereichten Unterlagen sollen die Windräder auf Gebieten entstehen, die zu den Gemeinden Dětřichov u Moravské Třebové, Borušov und Linhartice gehören. Das Projekt liegt in der Nähe des geplanten Autobahnkreuzes der Autobahn D35 und der neuen Straße I/73 von Moravská Třebová nach Brünn. Der Investor gab zudem eine relativ optimistische Prognose ab: Die neuen Windräder könnten bereits im Jahr 2028 gebaut und in Betrieb genommen werden.
Im Unterschied zu anderen tschechischen Investoren setzt S&M Develop nicht auf Technologie des dänischen Unternehmens Vestas. Stattdessen sollen deutsche Anlagen des Typs Enercon E-175 angeschafft werden.
„Der Windpark Moravsko-Třebovsko mit einer Gesamtleistung von 42 MW kann bei einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 6 Metern pro Sekunde etwa 142 GWh Strom pro Jahr erzeugen. Die Betriebsdauer der Windkraftanlagen beträgt etwa 30 Jahre“, erklärte der Investor weiter in den Unterlagen.

Strom für 40.000 Haushalte...
Zum Vergleich: Eine Strommenge von 142 GWh entspricht dem jährlichen Verbrauch von rund 40.000 Haushalten. Alle bereits bestehenden Windkraftanlagen in Tschechien produzierten im vergangenen Jahr zusammen 665 Gigawattstunden (GWh) bei einer installierten Leistung von 372 MW. Dabei handelt es sich überwiegend um ältere und kleinere Anlagen mit geringerer Nutzung der Windenergie.
Der Investor hat das Projekt bereits mit den betroffenen Gemeinden besprochen und deren vorläufige Zustimmung erhalten.
„Später planen wir außerdem den Bau eines Batteriespeichers sowie eines eigenen Verteilnetzes in den Gemeinden, damit die Menschen die Energie möglichst günstig erhalten“, sagte Martin Hofman, Generaldirektor der Firma S&M CZ, die ein Schwesterunternehmen des Investors ist.

Windräder werden seit zwanzig Jahren gebaut...
Die Firma S&M CZ wurde im Jahre 2003 gegründet und konzentriert sich auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Drei Jahre später nahm sie ihr erstes Windkraftwerk bei Žipotín im Bezirk Svitavy in Betrieb. Aus heutiger Sicht handelte es sich um eine kleine Anlage mit einer Leistung von nur 600 Kilowatt. Später errichtete das Unternehmen in derselben Region noch mehrere weitere Windräder.
Das Schwesterunternehmen S&M Develop stellte im Herbst 2023 bei Žipotín eine Windkraftanlage mit einer Leistung von 4,26 MW fertig. Dies ist bis heute der höchste Wert unter Windkraftanlagen auf tschechischem Gebiet. Die gleiche Leistung hat auch eine im vergangenen Jahr fertiggestellte Anlage bei der Gemeinde Hať im Bezirk Opava. In Tschechien erhielten kürzlich auch Windkraftanlagen mit einer Leistung von bis zu 7,2 MW eine Baugenehmigung.

Quelle: https://ekonomickydenik.cz/6-silnych-ve ... e-trebove/
/gr/


Die Regierung hat den Ausschuss für den Bau von Kernenergieanlagen abgeschafft, er wird durch ein neues Koordinieirungsmodell ersetzt
ČTK
9. März 2026, oenergetice.cz

Die Regierung hat heute den Ständigen Ausschuss für den Bau neuer Kernenergiequellen aufgelöst. Er wird durch ein neues operatives Koordinierungsmodell ersetzt, das die aktuelle Projektphase beim Bau neuer Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Dukovany besser widerspiegeln soll. Das erklärte Industrieminister Karel Havlíček (ANO) heute auf einer Pressekonferenz nach der Regierungssitzung.
Der Ständige Ausschuss war ein beratendes Organ der Regierung und hatte vor allem die Aufgabe, die Vorbereitung neuer Kernkraftwerksblöcke in der Tschechischen Republik zu koordinieren. Er fungierte als Plattform für die Zusammenarbeit zwischen dem Staat, dem Energieunternehmen ČEZ und der Fachöffentlichkeit. Mitglieder des Aussschusses waren Regierungsvertreter und Vertreter zentraler Ministerien, Repräsentanten von ČEZ sowie Energieexperten.
Das neue Steuerungsmodell soll die Aufgaben auf einzelne Behörden aufteilen. Die strategische Leitung des Projekts wird bei der Regierung liegen. Für die tägliche Koordination und die operative Leitung des Baus in Dukovany sowie für die Entwicklung weiterer Kernenergieprojekte wird das Ministerium für Industrie und Handel (MPO) verantwortlich sein. Dieses wird zugleich die Koordination der von der Regierung erteilten Aufgaben, die Vorbereitung von Unterlagen für die Regierung sowie die Zusammenarbeit zwischen den Ministerien sicherstellen.
Zu diesem Zweck wird ein Steuerungsausschuss eingerichtet, der als Koordinierungs- und Arbeitsgremium des Industrieministers fungieren soll. Der Ausschuss wird die operative Steuerung des Baus sicherstellen, Zeitpläne überwachen und die Einhaltung festgelegter Termine kontrollieren. Im Ausschuss werden Vertreter des Industrieministeriums, des Finanzministeriums sowie der Unternehmen Elektrárna Dukovany II (EDU II) und ČEZ vertreten sein.
Der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke in Tschechien soll das größte inländische Projekt überhaupt werden. Zwei neue Blöcke in Dukovany würden nach Preisen des vergangenen Jahres rund 407 Milliarden Kronen kosten. Der erste Block soll im Jahr 2036 in Betrieb gehen.
Darüber hinaus bereitet das Industrieministerium eine Analyse für die Entscheidung über den Bau weiterer zwei Blöcke im Kernkraftwerk Temelín vor. Die Regierung soll darüber im nächsten Jahr entscheiden. Neben klassischen großen Reaktoren sollen künftig in der Tschechischen Republik auch kleine modulare Reaktoren entstehen. Den ersten davon bereitet das Unternehmen ČEZ im Kernkraftwerk Temelín vor.

Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... lem-rizeni
/gr/

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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Antworten