Auswahl relevanten Zeitungsartikeln aus tschechien Medien zum Thema Energie vom 27.Januar 2026:
Inhalt:
Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein grundlegender strategischer Fehler, sagt der amtierende deutsche Bundeskanzler.
Die neue Regierung steuert auf eine Verstaatlichung von ČEZ zu.
Der Anstieg der Stromerzeugung in Tschechien wurde im vergangenen Jahr von Kernkraftwerken getragen.
Der Staat und ČEZ können Aktien von Minderheitsaktionären zurückkaufen, ohne sich auch nur um eine Krone zu verschulden.
Schließen oder subventionieren? ČEPS wird heute das Schicksal von Tykačs Kohlekraftwerken ankündigen
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Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein grundlegender strategischer Fehler, sagt der amtierende deutsche Bundeskanzler
27.01.2026 Technische Wochenzeitung Seite: 15
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete in seiner Rede vor der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Dessau den Ausstieg aus der Kernenergie als einen „grundlegenden strategischen Fehler“.
Die Videodokumentation wurde von der Plattform Clash Report auf ihrem X-Account veröffentlicht. Die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken ist – zusammen mit den hohen Strompreisen – eines der Themen der aktuellen Regierung.
Mehr als 60 Jahre nach der Inbetriebnahme des ersten Kernreaktors schaltete Deutschland im April 2023 seine letzten noch betriebenen Kernkraftwerksblöcke ab. Zu diesem Zeitpunkt trugen die drei Kernkraftwerke im Land nur noch mit lediglich 5 % zur Stromerzeugung bei. Dieser Meilenstein beendete einen mehr als zwei Jahrzehnte andauernden Ausstieg, den die Bundesregierung unter der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeleitet hatte.
Die Ergebnisse einer Meinungsumfrage des Instituts YouGov, die im Frühjahr 2023 auf den Seiten der Organisation Clean Energy Wire veröffentlicht wurden, zeigten dabei, dass rund zwei Drittel der Deutschen gegen die bevorstehende Abschaltung der restlichen drei Atomanlagen waren. Ein Teil der Öffentlichkeit hätte einen weiteren Betrieb der Kernenergie begrüßt: 32 % der Befragten unterstützten eine zeitlich begrenzte Verlängerung des Betriebs, weitere 33 % sprachen sich für eine zeitlich unbegrenzte Fortsetzung aus. Dagegen befürworteten nur 26 % der Befragten eindeutig ein vollständiges Ende der Nutzung der Kernenergie.
Die neue Regierung schlägt einen anderen Kurs ein...
Der Amtsantritt der neuen deutschen Bundesregierung im Mai des vergangenen Jahres unter der Führung von Friedrich Merz signalisierte eine pragmatische Kehrtwende. Von einer Neubewertung des bisherigen blockierenden Ansatzes gegenüber der Kernenergie erhofften sich politische Vertreter – insbesondere aus Frankreich – eine mögliche Zusammenarbeit auf Ebene der Europäischen Union.
„Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein grundlegender strategischer Fehler. Wenn es schon dazu kommen sollte, hätten zumindest die verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland noch vor drei Jahren weiter betrieben werden müssen … Jetzt realisieren wir die teuerste Energiewende der Welt. Ich kenne kein anderes Land, das es sich so kompliziert und zugleich so kostspielig macht wie Deutschland. Wir haben etwas geerbt, das wir nun korrigieren müssen, aber wir verfügen schlicht nicht über ausreichende Kapazitäten zur Energieerzeugung“, erklärte Merz im Januar dieses Jahres.
Die deutsche Regierung befasst sich seit Langem mit den hohen Strompreisen, die die heimische Industrie belasten und sie gegenüber ausländischer Konkurrenz benachteiligen. Im Rahmen von Gesprächen mit der Europäischen Kommission wird ein Programm für einen reduzierten Industriestrompreis vorbereitet.
Ist die Kernenergie in Deutschland wieder im Spiel?
Die amtierende deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, schloss aus, dass es zu einer Wiederinbetriebnahme kommen könnte. Als Gründe nannte sie die wirtschaftliche Belastung eines solchen Vorgehens sowie das Fehlen eines gesellschaftlichen Konsenses. Demgegenüber wies die Radiant Energy Group in ihrer Analyse aus dem vergangenen Jahr auf die technische Machbarkeit und den wirtschaftlichen Nutzen eines Neustarts stillgelegter Kernkraftwerke hin.
Eine Meinungsumfrage des Instituts Innofact auf den Seiten der Deutschen Welle vom April 2025 zeigt wiederum, dass rund 55 % der Deutschen für eine Rückkehr zur Kernenergie sind. Insgesamt 22 % der Befragten fordern, nur die zuletzt abgeschalteten Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen. 32 % sprachen sich auch für den Bau neuer Reaktoren aus. Lediglich 17 % der Befragten sind dagegen, der Rest bleibt unentschlossen. Die Umfrage ergab zudem, dass 57 % der Befragten weitere Investitionen in verschiedene Formen erneuerbarer Energien unterstützen.
/gr/
Die neue Regierung steuert auf eine Verstaatlichung von ČEZ zu
27.01.2026, Technische Wochenzeitung /jj/ Rubrik: Energie - Seite: 15
Die Aktien des Unternehmens ČEZ fielen Mitte Januar um mehrere Prozent als Reaktion auf die Äußerungen von Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček. Ihm zufolge wird der Staat noch in diesem Jahr vorbereitende Schritte zum Aufkauf der Anteile von Minderheitsaktionären und zur Verstaatlichung des Unternehmens einleiten.
Die Regierung bestätigte, dass sie es mit der Verstaatlichung des Energie-Giganten ernst meint. „Wir werden das nicht hinauszögern, wir haben ein bestimmtes vorbereitetes Szenario, wie wir weiter vorgehen werden“, sagte Havlíček. Der Prozess werde seinen Angaben zufolge in den kommenden Monaten eingeleitet. „Wir haben ein Modell vorbereitet, das weder den Staatshaushalt noch das Unternehmen ČEZ in wesentlicher Weise belasten wird“, fügte er hinzu.
Welches Modell für den Aktienaufkauf die Regierung anwenden will oder welche konkreten Schritte der Staat plant, präzisierte Havlíček nicht, da es sich um kursrelevante Informationen handelt. Analysten äußern jedoch Zweifel an der Möglichkeit, ČEZ zu verstaatlichen, ohne dass dies weder die Staatskasse noch das Energieunternehmen spürbar belastet.
Schätzungen zufolge könnte der Aufkauf rund 250 Milliarden Kronen kosten. Über diese Mittel verfügen jedoch weder ČEZ noch der Staat. Für den Rückkauf der Aktien müssten daher Kredite aufgenommen werden, die anschließend zurückgezahlt werden müssten. Dies würde sich negativ auf die wirtschaftliche Lage beider auswirken.
/gr/
Haushaltsdefizit wird 310 Milliarden Kronen betragen
27.01.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Titelseite
Autoren: Eva Pospíšilová, Sabina Mrázová
Die Regierung hat den Entwurf des Staatshaushalts für dieses Jahr gebilligt. Den früheren Vorschlag von Stanjura hatte sie abgelehnt.
Den Entwurf des Staatshaushalts für dieses Jahr mit einem Defizit von 310 Milliarden Kronen billigte gestern die Regierung von Andrej Babiš (ANO).
Es handelt sich um eine überarbeitete Version des Entwurfs aus der Feder des ehemaligen Finanzministers Zbyněk Stanjura (ODS), der von einem Defizit in Höhe von 286 Milliarden Kronen ausgegangen war. Nach Angaben von Vertretern der aktuellen Koalition fehlten im ursprünglichen Entwurf jedoch einige Posten.
„Wir haben den verpfuschten Haushalt der Regierung von Petr Fiala überarbeitet. Weg sind künstlich aufgeblähte Einnahmen, weg sind fehlende obligatorische Ausgaben“, erklärte Finanzministerin Alena Schillerová und fügte hinzu, dass in den neuen Entwurf unter anderem 26 Milliarden Kronen für die Verkehrsinfrastruktur sowie 17 Milliarden Kronen für obligatorische Ausgaben des Ministeriums für Arbeit und Soziales zur Unterstützung der Menschen aufgenommen wurden. Gespart werden soll hingegen beim Betrieb des Staates – um zehn Prozent.
„Wenn wir dieses Geld nicht eingestellt hätten, könnten wir weder die Vorbereitung des Prager Rings fortsetzen noch den Bau der Eisenbahnverbindung Prag–Flughafen–Kladno weiterführen, wir könnten nicht endlich mit verschiedenen Umgehungsstraßen beginnen und das Autobahnnetz fertigstellen, das so viele Jahre nach der Revolution noch immer nicht vollendet ist“, stellte Ministerpräsident Andrej Babiš fest.
Im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen seien dagegen die Verteidigungsausgaben gekürzt worden. Der Staat werde in diesem Jahr zudem kein Darlehen in Höhe von 18,3 Milliarden Kronen für den Bau neuer Kernkraftwerksblöcke im Kraftwerk Dukovany bereitstellen, da die EU die öffentliche Unterstützung für dieses Projekt bislang nicht genehmigt habe.
Die Oppositionsparteien halten das beschlossene Defizit für unverantwortlich hoch.
/gr/
Der Anstieg der Stromerzeugung in Tschechien wurde im vergangenen Jahr von Kernkraftwerken getragen
27.01.2026 Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 5
Autor: Přemysl Spěvák
Die tschechische Energiewirtschaft steht vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. Die neue Regierung von Andrej Babiš und seinen Koalitionspartnern hat bedeutende Schritte angekündigt. Fachleuten zufolge zeigte sich im vergangenen Jahr, dass die Transformation hin zu einer kohlenstoffarmen Energiewirtschaft nicht nur eine Frage des Baus neuer Erzeugungskapazitäten ist, sondern vor allem der Energienetzsteuerung, der Flexibilität und der Investitionen in die Netze. Zahlenmäßig stieg im vergangenen Jahr die Stromerzeugung der Kernkraftwerke – sie würde etwa den halbjährigen Verbrauch Tschechiens decken – ebenso wie die der Photovoltaikanlagen. Auf der anderen Seite erlebte der Solarmarkt nach Rekordzuwächsen im Jahr 2025 eine spürbare Abkühlung.
Mit einem Anteil von 42 Prozent an der in Tschechien erzeugten Elektrizität waren die Kernkraftwerke im vergangenen Jahr die größte Stromquelle in Tschechien. Der Anteil der Braunkohlekraftwerke sank auf 32,2 Prozent. Zulegen konnten die Solarkraftwerke mit 6,6 Prozent; dank eines Jahreszuwachses von 20 Prozent blieben sie die am schnellsten wachsende Stromerzeugungsart. Sie steigerten ihre Produktion bereits im dritten Jahr in Folge.
Die Kernkraftwerke Dukovany und Temelín überschritten im Jahre 2025 gemeinsam eine symbolische Produktionsmarke. Emissionsfrei erzeugten sie 30,3 Terawattstunden Strom, was ungefähr den halbjährigen Verbrauch der gesamten Tschechischen Republik decken würde. Das sind 900.000 MWh mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017.
In diesem Jahr soll die Stromproduktion aufgrund von geplanten Block-Abschaltungen für den Brennstoffwechsel in den Kernkraftwerken geringer ausfallen. „Gegen Ende des Jahrzehnts zielen wir jedoch auf eine durchschnittliche Jahresproduktion von über 32 TWh“, teilte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied des Unternehmens ČEZ und Direktor der CEZ-Abteilung Kernenergie, mit.
Tschechien verfügt über eine günstige Struktur der Energiequellen...
Nach Ansicht von Jiří Matoušek vom Unternehmen Centropol Energy verfügt Tschechien derzeit über eine vorteilhafte Aufteilung der Energiequellen. „Aus gut steuerbaren Quellen stammen mehr als 90 Prozent des Stroms“, sagte er. Neben Kohle- und Kernkraftwerken zählt er dazu auch Gas- und Wasserkraftwerke.
Ihm zufolge werden in den kommenden Jahren die Hauptthemen der Energiewirtschaft in Tschechien die Kapazität des Stromnetzes und dessen Schwachstellen sein, ferner das Management des Gleichgewichts im Elektrizitätssystem und damit verbunden der Bedarf an Flexibilität sowie die Sicherstellung der Rentabilität von Investitionen in den Bau von Gaskraftwerken. „Wir benötigen sie zwingend als Ersatz für die schrittweise stilllegenden Kohlekraftwerke“, betont Matoušek. Die Modernisierung der Netze sei zudem notwendig, um ein hohes Maß an Systemsicherheit zu erhalten.
Auch die erneuerbaren Energiequellen wachsen weiter. Laut der Analystin der Agentur STEM, Mahulena Kopecká, war das vergangene Jahr bei Solar- und Windenergie auch für Tschechien ein Meilenstein. „Im Juni verzeichnete Tschechien die bislang höchste Solarstromproduktion“, merkte sie an.
Auf den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und der Energienetze wollen sich in diesem Jahr auch die größten Energieunternehmen Tschechiens konzentrieren. Sie planen den Bau neuer und sauberer Heizkraftwerke sowie besserer Netze. Ein zentrales Thema der tschechischen Energiewirtschaft soll der Ausstieg aus der Strom- und Wärmeerzeugung aus Kohle sein. Möglicherweise bereits im Dezember 2026 oder im März 2027 ist die Schließung der Braunkohlekraftwerke Chvaletice und Počerady sowie des Heizkraftwerks Kladno geplant.
Nach Matoušeks Einschätzung wird das vollständige Ende der Stromerzeugung aus Kohle jedoch nicht über die Nacht kommen – und das auch nicht nach der Ankündigung der Gruppe Sev.en des Milliardärs Pavel Tykač, die genannten Kraftwerke und Heizkraftwerke nicht mehr betreiben will. „Mindestens eine der drei Anlagen der Gruppe wird sehr wahrscheinlich von dem halbstaatlichen Unternehmen ČEZ übernommen und in einem speziellen Betriebsmodus zusammen mit seinen modernisierten Kohlekraftwerken weiterbetrieben werden“, meint er.
Komplexe Ziele: ČEZ und Dukovany...
Die Regierung von Andrej Babiš (ANO) hat in ihrer Regierungserklärung klare Ziele formuliert: Neben der Ablehnung von Emissionszertifikaten will sie die Kontrolle über die Stromproduktion von ČEZ erlangen, an dem der Staat derzeit rund 70 Prozent der Aktien hält. Der neue Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) bestätigte den Beginn der Vorbereitungsarbeiten für den Aufkauf der restlichen Anteile und den Erwerb von 100 Prozent. Der Prozess werde seiner Einschätzung nach anderthalb bis zwei Jahre dauern.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Regierung im Energiebereich ist der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke. „Wir werden die Genehmigungsverfahren für die neuen Kernkraftwerksblöcke Dukovany 5 und 6 einleiten und die Vorbereitung der Projekte für die Blöcke Temelín 3 und 4 vorantreiben. Die Kernenergie betrachten wir als Zukunft der tschechischen Energiewirtschaft“, vereinbarte die Koalition aus ANO, SPD und den Motoristen. Der erste neue Block in Dukovany soll erst im Jahr 2036 fertiggestellt werden. Sorgen bereitet der neuen Regierung auch die Einholung der Genehmigung der Staatsbeihilfe für die neuen Dukovany – Blöcke durch die Europäische Kommission, die sich voraussichtlich bis zum Jahr 2027 hinziehen wird.
Gleichzeitig will die neue Regierung den Bau neuer flexibler Erzeugungskapazitäten – insbesondere von Gaskraftwerken – beschleunigen, einige Kohlekraftwerke so lange in Betrieb halten, bis ausreichend andere stabile Energiequellen zur Verfügung stehen, und Blackouts oder Stromausfälle verhindern.
Auch eine weitere Entwicklung der erneuerbaren Energien lehnt sie nicht ab. „Wir werden uns auf die Förderung moderner Speichertechnologien konzentrieren. Ihre Entwicklung muss jedoch mit der Aufrechterhaltung der Stabilität der Übertragungs- und Verteilnetze im Einklang stehen. Wir werden den Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken als wichtiges Regelungs- und Speicherelement des Stromsystems unterstützen“, heißt es in der Regierungserklärung.
Der Solarmarkt hat deutlich an Tempo verloren….
Und wie steht es um die grüne Energie in tschechischen Haushalten? Der Solarboom geriet im vergangenen Jahr ins Stocken. Darüber informierte der Solarverband. Die Gesamtzahl der neu angeschlossenen Photovoltaikanlagen sank auf 27.298 mit einer Gesamtleistung von 696 MWp. Gegenüber 2024 bedeutet dies einen Rückgang um mehr als 17.000 Installationen und 271 MWp, also nahezu ein Drittel der Leistung.
„Trotz des Rückgangs im vergangenen Jahr sind dank des Booms der vorangegangenen Jahre bereits 200.000 tschechische Haushalte besser auf jede weitere Energiekrise vorbereitet“, erklärte der Geschäftsführer des Solarverbands, Jan Krčmář. Photovoltaik sei für das Familienbudget die beste Absicherung gegen Schwankungen der Energiepreise.
Als Gründe für den Rückgang nennt er den Bereich der Einfamilienhäuser sowie die erneute Unterbrechung von Förderprogrammen. Neu in Betrieb genommene Photovoltaikanlagen von Unternehmen übertreffen dagegen leistungsmäßig bereits deutlich den Wohnsektor. Laut Krčmář motivieren Unternehmen sowohl Dekarbonisierungsziele als auch die Möglichkeit, Energiekosten zu fixieren.
Das Jahr 2026 soll den Beginn eines Aufschwungs bei der Speicherung und bei eigenständigen Batteriespeichern markieren. Ein entscheidender Impuls war die Novelle Lex Erneuerbare III, die im vergangenen Oktober einen attraktiven Markt für die Bereitstellung von Regelenergiedienstleistungen und Handelsflexibilität eröffnete. Die Verteilnetzbetreiber stehen vor einem beispiellosen Ansturm. „Wir stehen an der Schwelle einer Batterierevolution. Das aktuelle Volumen der Anschlussanträge entspricht leistungsmäßig nahezu dem Fünfzehnfachen der maximalen Belastung des tschechischen Stromsystems“, warnte Jan Fousek, Direktor des Verbands AKU-BAT CZ und Vorstandsvorsitzender des Solarverbands.
Stromerzeugung in der Tschechischen Republik im Jahr 2025:
Windkraftwerke: 0,8 % · Sonstige: 0,4 % · Steinkohle: 1,0 % · Pumpspeicherkraftwerke: 1,4 % · Wasserkraftwerke: 2,3 % · Sonstige erneuerbare Quellen: 3,2 % · Biomasse: 4,1 % · Gaskraftwerke: 5,2 % · Kernkraftwerke: 42,4 % · Braunkohle: 32,2 %
/gr/
Der Staat und ČEZ können Aktien von Minderheitsaktionären zurückkaufen, ohne sich auch nur um eine Krone zu verschulden
27.01.2026
Ekonomický deník
Autor: David Tramba
Die Regierung von Andrej Babiš will ČEZ zu hundert Prozent kontrollieren – auf eine Weise, die weder den Staatshaushalt noch das Unternehmen ČEZ finanziell belastet. Das klingt wie ein Zaubertrick, doch eine Lösung liegt direkt auf der Hand. ČEZ könnte den Strom- und Gasverteilbereich verkaufen und dadurch einen Betrag von 300 bis 400 Milliarden Kronen erlösen. Damit hätte das Unternehmen genug Mittel, um die Aktien der Minderheitsaktionäre zurückzukaufen – und es bliebe sogar noch Geld übrig.
Vertreter der neuen Regierung sprechen bislang in Rätseln. Der neue tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) erklärte Mitte Januar, dass die Regierung in diesem Jahr vorbereitende Schritte zum Rückkauf der ČEZ-Aktien und zur Verstaatlichung des größten tschechischen Stromerzeugers einleiten werde. Der gesamte Prozess werde anderthalb bis zwei Jahre dauern. Nähere Informationen nannte Havlíček jedoch nicht mit der Begründung, dass die Veröffentlichung solcher Details den Aktienkurs von ČEZ an der Börse beeinflussen könnte.
Woher sollen 250 Milliarden Kronen kommen?
Genau das ist in der vergangenen Woche allerdings passiert. Die ČEZ-Aktie verlor zeitweise bis zu 15 Prozent, um anschließend einen Teil der Verluste wieder wettzumachen. Bei einem Aktienkurs von rund 1.200 Kronen beläuft sich der Gesamtwert von ČEZ auf fast 648 Milliarden Kronen. Der Staat hält 69,78 Prozent der Aktien, die Minderheitsaktionäre den Rest. Ihr Anteil von mehr als 30 Prozent hat einen Wert von über 195 Milliarden Kronen. Rechnet man eine Prämie hinzu, die die Aktionäre zum Verkauf bewegen soll, können daraus die genannten 250 Milliarden Kronen werden. Damit stellt sich die Frage: Wer bezahlt diese hohe Rechnung für den Wunsch des Staates, ČEZ vollständig zu kontrollieren?
Nach Ansicht einiger Börsenanalysten gibt es eine Möglichkeit, diesen Betrag zu finanzieren, ohne dass der Staat oder ČEZ (in Form eines Rückkaufs eigener Aktien mit anschließender Einziehung) finanziell ausbluten. Diese Lösung besteht im Verkauf der Verteilungsdivision, zu der die Unternehmen ČEZ Distribuce und GasNet gehören. Die erst genannte sorgt für die Stromverteilung auf dem größten Teil des tschechischen Staatsgebiets, die zweit genannte ist der dominierende Gasnetzbetreiber.
Der Broker der Fio Bank, David Lamač, erklärte im Netzwerk X, dass die Verteilungsdivision der ČEZ-Gruppe einen Wert von 300 bis 400 Milliarden Kronen haben könnte. „Ich neige eher zu dem Szenario, dass es zunächst zu einer Aufspaltung der ČEZ-Gruppe in zwei Teile kommt und anschließend der Rückkauf des Produktionteils erfolgt“, sagte Lamač gegenüber der Zeitung Ekonomický deník. Er erinnerte zudem daran, dass ČEZ bereits in den Jahren 2007 und 2008 Erfahrungen mit dem Rückkauf eigener Aktien gesammelt habe, als das Unternehmen ohne größere Schwierigkeiten fast zehn Prozent der gesamten Aktien zurückkaufen konnte.
Sicheres, reguliertes Geschäft….
Der Ökonom Radim Dohnal bestätigt, dass der Kauf von 30 Prozent der ČEZ-Aktien durch den Staat bei gleichzeitigem Verkauf von 100 Prozent der Verteilungsaktivitäten als fiskalisch neutrale Operation enden könnte. In einem solchen Fall würde die Verschuldung der verkleinerten ČEZ-Gruppe ebenso wenig steigen wie die des Staates. Für viele Aktieninvestoren dürfte ein Energieerzeuger jedoch ein „langweiliges“ Unternehmen sein, das ČEZ an der Prager Börse nicht vollwertig ersetzen kann.
Die Verteilung von Strom und Gas ist ein finanziell stabiles Geschäft, da die Höhe der Netzentgelte von der Energieregulierungsbehörde (ERÚ) festgelegt wird. Sie geht dabei nach einer Formel vor, die neben der Kostendeckung auch einen angemessenen Gewinn vorsieht. Investment- und Pensionsfonds sowie andere vorsichtigere Investoren zeigen großes Interesse an Aktien von Energieverteilern. Das Risiko einer solchen Investition ist eher mit Anleihen vergleichbar als mit Aktien gewöhnlicher Unternehmen, die Marktrisiken ausgesetzt sind.
Rechnen wir kurz nach. Nach den Ergebnissen der ČEZ-Gruppe für die ersten drei Quartale des vergangenen Jahres erzielte die Verteilungsdivision ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von fast 28 Milliarden Kronen. Das entspricht rund 37 Milliarden Kronen für das Gesamtjahr. Energieverteiler werden üblicherweise zum Zehnfachen des EBITDA bewertet, bevor Schulden berücksichtigt werden. Damit liegen wir bei 370 Milliarden Kronen.
In der Praxis würde dieser Betrag jedoch durch die Verschuldung reduziert, die auf ČEZ Distribuce und insbesondere auf GasNet lastet. Zudem ist zu berücksichtigen, dass ČEZ an GasNet nicht zu hundert Prozent beteiligt ist, sondern nur zu etwas mehr als 55 Prozent. Der endgültige Wert könnte daher eher bei rund 300 Milliarden Kronen liegen. Die jüngste Aktienemission der Rüstungsgruppe CSG hat bestätigt, dass selbst ein relativ großes Aktienpaket im Wert von 100 Milliarden Kronen oder mehr erfolgreich über die Börse verkauft werden kann.
Der Staat muss die Strom- und Gasverteilung dabei nicht zwingend selbst besitzen. Es genügt, dass die Höhe der Netzentgelte durch die ERÚ reguliert wird. Zudem würde Tschechien den Anforderungen der Europäischen Union an das sogenannte Unbundling – also die Trennung von Energiehandel und -verteilung – besser entsprechen. Bei einer anderen Eigentümerstruktur wäre das Verteilungsnetz zudem neutral, und es bestünde nicht die Gefahr, dass es bei Entscheidungen etwa über den Anschluss eines neuen Kraftwerks die eigene Muttergesellschaft gegenüber anderen Interessenten bevorzugt.
Ein Blick in die Vergangenheit...
Überlegungen zur Aufspaltung der ČEZ-Gruppe sind nicht neu. Bereits an der Wende der Jahre 2017 und 2018 wurde darüber gesprochen. Das Vorhaben, das damals auch vom ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš unterstützt wurde, scheiterte jedoch am Ministerpräsidenten Andrej Babiš. Er erklärte, dass neben der Stromerzeugung auch deren Verteilung und Verkauf unter staatlicher Kontrolle bleiben müssten. In diesem Fall wäre jedoch in der zweiten Gesellschaft kaum noch etwas übrig geblieben. Kurz darauf verschwanden die Überlegungen zur Aufteilung der ČEZ-Gruppe aus der öffentlichen Debatte.
Damit gilt weiterhin, was de Zeitung Ekonomický deník bereits Anfang November des vergangenen Jahres schrieb: Der entscheidende Faktor wird auch diesmal Ministerpräsident Andrej Babiš persönlich sein. Der Erfolg oder das Scheitern einer solchen Transaktion wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit maßgeblich von seiner wechselhaften Festlegung politischer Prioritäten im Zeitverlauf abhängen.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/stat-cez-vyk ... dluzit-se/
/gr/
Schließen oder subventionieren? ČEPS wird heute das Schicksal von Tykačs Kohlekraftwerken ankündigen
Autorin: Sofie Krýžová
27.01.2026, Seznam Zprávy
Der Übertragungsnetzbetreiber ČEPS wird am Dienstag eine Entscheidung darüber veröffentlichen, ob Tschechien zwei Kohlekraftwerke der Sev.en-Gruppe benötigt. Deren Betreiber bereitet ihre Stilllegung vor.
Der Betreiber des tschechischen Übertragungsnetzes, ČEPS, wird endgültig bekannt geben, wie das weitere Schicksal der Kohlekraftwerke der Sev.en-Gruppe des Unternehmers Pavel Tykač aussehen wird. Damit endet eine zweimonatige Wartezeit auf eine Entscheidung, die zeigen wird, in welche Richtung sich ein Teil der tschechischen Energiewirtschaft in den kommenden Monaten weiter entwickeln wird.
Sev.en hatte im vergangenen November angekündigt, möglicherweise bereits zum Ende dieses Jahres, spätestens jedoch im März 2027, seine Kohlekraftwerke Chvaletice und Počerady sowie das Heizkraftwerk Kladno zu schließen. Ihre Wirtschaftlichkeit geht angesichts der Strompreise und der Kosten für Emissionszertifikate nicht mehr auf, ein Weiterbetrieb würde sich nicht lohnen. Da es sich jedoch um kritische Infrastruktur handelt, ist der Betreiber verpflichtet, diese Absicht im Voraus bei ČEPS anzumelden.
Der Betreiber des Übertragungsnetzes prüfte, ob die Tschechische Republik ohne Tykačs Kohlekraftwerke auskommen kann oder nicht. Dabei ging es nicht nur um die Frage, ob nach dem Wegfall dieser Stromerzeugung ausreichend Strom zur Verfügung stünde, sondern auch um die Auswirkungen der Stilllegung dieser Anlagen auf die Stabilität des Netzes.
ČEPS wird somit die technischen Bedingungen sowie den Umfang eines möglichen Weiterbetriebs dieser Anlagen festlegen. Es gibt mehrere Szenarien: ČEPS kann beispielsweise die Schließung der Kohlekraftwerke genehmigen, zu dem Schluss kommen, dass Tschechien nicht einmal auf eines der Kraftwerke verzichten kann, oder den Betrieb nur eines Kraftwerks anordnen.
Sollte sich zeigen, dass Tschechien die Kraftwerke – insbesondere wegen der von ihnen erbrachten Systemdienstleistungen – doch benötigt, würde Sev.en sie vermutlich nicht mit Verlust betreiben. Ihr Betrieb und ein angemessener Gewinn müssten dann subventioniert werden, was seit dem vergangenen Jahr das Energiegesetz ermöglicht.
Die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) hätte neun Monate Zeit, um über die Höhe und die Aufteilung der Unterstützung für diese Kraftwerke zu entscheiden. Sie müsste nicht nur prüfen, ob die Kraftwerke Anspruch auf eine Förderung für einen ansonsten verlustbringenden Betrieb haben. Die Zahlung wäre Bestandteil der regulierten Komponente des Strompreises, konkret der Entgelte für Systemdienstleistungen.
Der Regulator legt zudem fest, wie die Unterstützung ausgestaltet sein wird bzw. wie hoch sie ausfällt. Sie soll die Betriebskosten und einen angemessenen Gewinn decken. Tykač hatte jedoch zuvor angedeutet, dass der Betrieb beider Kraftwerke jährlich sechs Milliarden Kronen kosten würde. Sollte nur eines von ihnen in Betrieb bleiben, wäre der erforderliche Betrag entsprechend geringer.
Die Entscheidung von ČEPS wie auch die der Regulierungsbehörde erfordert keine weitere Zustimmung der Regierung oder anderer Gesetzgeber. „Das bedeutet natürlich nicht, dass die ERÚ nicht mit der Regierung und allen weiteren Akteuren über mögliche Auswirkungen und eventuelle Lösungen kommunizieren wird – insbesondere, wenn die Entscheidung die Endstrompreise stärker beeinflussen sollte“, erklärte der Sprecher der Behörde, Michal Kebort.
„Teil der Entscheidung ist die Festlegung oder die Art der Festlegung des Preises für die Dienstleistung der Bereitstellung von Leistung, die eine Abschlagszahlung zur Deckung eines nachgewiesenen Verlustes und eines angemessenen Gewinns darstellt, abgeleitet aus der Schätzung des Verlustes des Stromerzeugers gemäß § 34“, heißt es im Energiegesetz.
„Die festgelegte Höhe des Preises für die Dienstleistung der Bereitstellung von Leistung oder die Art seiner Festlegung kann die Energieregulierungsbehörde auf Antrag oder von Amts wegen während der Erfüllung der Verpflichtung über den Lizenzrahmen hinaus ändern, wenn sich die Voraussetzungen, unter denen der Preis festgelegt wurde, geändert haben oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund; der Übertragungsnetzbetreiber und der Stromerzeuger sind dann verpflichtet, die Änderung der Preishöhe unverzüglich im Vertrag über die Dienstleistung der Bereitstellung von Leistung zu berücksichtigen“, heißt es dort weiter.
Die Höhe der wahrscheinlichen Kosten hängt auch von der aktuellen Strommarktpreisentwicklung und von der Entwicklung der Emissionszertifikate ab. Berechnet wird sie zudem danach, in welchem Umfang die Anlage betrieben werden muss sowie welche Kosten für die Erzeugung einer Megawattstunde Strom und für das gesamte Liefervolumen anfallen.
Auch wenn es sich möglicherweise nicht unmittelbar um eine staatliche Beihilfe handelt, die der Genehmigung durch die Europäische Kommission bedarf – da es sich um einen Sicherheitsmechanismus handelt –, ist es nicht ausgeschlossen, dass die Subvention letztlich doch von Brüssel genehmigt werden muss.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... ren-297352
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
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Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 28.1.2026:
Inhalt:
Die Verfüllung der Uran-Schlammbecken bei Mydlovary endet.
ČEPS: Tschechen braucht Kohleblöcke in Pocerady nicht, aus Chvaletice zwei Blöcke.
Zwei Blöcke von Chvaletice erhalten, rät ČEPS.
Debatte über Windkraftanlagen erreicht auch Dřínov.
ČEZ: Im Kraftwerk Ledvice wird bereits Platz für einen Biomassekessel vorbereitet.
Die Polen haben keine Einwände gegen Kernkraftwerke.
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Die Verfüllung der Uran-Schlammbecken bei Mydlovary endet
28.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Rubrik – Südböhmen
Autor: Antonín Pelíšek
Rubrik: Südböhmen
Die Einwohner der umliegenden Gemeinden werden künftig nicht mehr durch Schwerlastverkehr, Staub und Gerüche belastet. Die Arbeiten auf dem Gelände werden jedoch fortgesetzt.
MYDLOVARY
Einige bezeichnen das weitläufige Areal zwischen den Gemeinden Mydlovary und Olešník im Bezirk Budweis / České Budějovice als das größte Abfallloch Europas. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente es als Aufbereitungsanlage für Uranerze, anschließend wurden die Absetzbecken mit Abfällen verfüllt – ein Prozess, den der staatliche Betrieb Diamo Ralsko nun beendet hat.
Die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sind erleichtert, denn nun steht dem Gelände lediglich noch eine Sanierung mit biologisch unbedenklichem Material und abschließend eine Begrünung bevor. Auf einem Teil der Fläche wird zudem der Bau eines Solarparks vorbereitet.
Die Schlammteiche des ehemaligen Betriebs MAPE dienten nach dem Jahr 1991 als Deponien für Industrieabfälle. Nach Angaben des Diamo-Sprechers Tomáš Indrei musste dieses Konzept wegen der enormen Flächen eingeführt werden. Eingelagert wurden Abfälle – mit Ausnahme gefährlicher Stoffe.
„Der Prozess der Verfüllung endet nun. Fortgesetzt wird lediglich die Sanierung“, erklärte Indrei.
Seit 35 Jahren verfolgten die betroffenen Gemeinden die Beseitigung dieser Altlast. Die meisten sind Mitglieder des Verbands Zbudovská blata und haben den Schutz der Natur und den Tourismus als Prioritäten ihrer Entwicklung festgelegt. Nach Ansicht ihrer Vertreter behinderte die langwierige Verfüllung der Schlammbecken diese Strategie. Jahrzehntelang litten die Einwohner von Zahájí, Olešník, Mydlovary oder Dívčice unter Schwerlastverkehr, Staub und Smog – zeitweise auch unter Gerüchen von Schwefelwasserstoff.
„Die Verfüllung endet zwar, aber die eigentliche Sanierung wird noch etwa zehn Jahre andauern“, bestätigte die Bürgermeisterin von Mydlovary, Renata Gondeková. Für die betroffenen Gemeinden bedeutet dies das Ende der genannten Belastungen, zugleich aber die Gewissheit, dass die sanierten Flächen künftig weder landwirtschaftlich noch für Wohnbebauung genutzt werden können. Sie gelten praktisch als totes Land. Spuren von Radioaktivität sind weiterhin vorhanden. Nach Angaben von Diamo werden die Schlammbecken nun mit einer Tonschicht abgedeckt und anschließend begrünt – wie es bereits auf einem Teil des Areals zu sehen ist.
Die eigentliche Rekultivierung umfasst eine Fläche von 300 Hektar, laut Angaben des Umweltministeriums sind jedoch bis zu 900 Hektar ökologisch belastet. Zum Vergleich: Die Gemeinde Mydlovary verfügt über eine Katasterfläche von 413 Hektar, wobei die von Uran-Absetzbecken einschließlich Schutzstreifen betroffene Fläche etwa ein Sechstel davon ausmacht.
Schwefelwasserstoff sollte nicht mehr entweichen...
Die chemische Aufbereitungsanlage für Uranerze verarbeitete zwischen den Jahren 1962 und 1991 nahezu 17 Millionen Tonnen Material und hinterließ Spuren von Schwefelsäure, die bei der Aufbereitung verwendet wurde, sowie Radonstrahlung. Für die Verfüllung der Schlammbecken wurden 22 Millionen Tonnen Material eingesetzt, was Kosten in Höhe mehrerer Milliarden Kronen verursachte. Beteiligt waren auch private Unternehmen wie OK Projekt oder Quail mit österreichischem Kapital.
Die Art der eingelagerten Abfälle wurde insbesondere von Umweltorganisationen kritisiert. Ihren Angaben zufolge seien auch problematische und verbotene Abfälle, teils aus dem Ausland, in die Becken eingebracht worden. Diamo räumt ein, dass dort unter anderem Altreifen, Asche aus Heizkraftwerken und in jüngerer Zeit auch Gipskartonplatten entsorgt wurden. Nach Einschätzung des unabhängigen Experten und analytischen Chemikers Jaroslav Švehla, der die Rekultivierung seit Beginn begleitet, war gerade der Gips, der mit Schwefelsäure reagierte, die Ursache für die Entstehung von Schwefelwasserstoff.
Zu diesen Einwänden veröffentlichte Diamo im Januar eine Pressemitteilung. Darin heißt es, dass das Austreten von Schwefelwasserstoff unterbunden sei, da das Uranschlammbecken, in der er entstand, verfüllt wurde. Zudem wird erklärt, dass die Verankerung der geplanten Photovoltaikanlage die tonhaltige Sanierungsschicht nicht beeinträchtigen werde. Der Bericht entkräftet auch Befürchtungen hinsichtlich anhaltender Radioaktivität, die weiterhin von Messgeräten des Staatlichen Amtes für nukleare Sicherheit SUJB überwacht wird, sowie einer Verschlechterung der Grundwasserqualität, die durch Dutzende Kontrollbohrungen beobachtet wird.
Eine Photovoltaikanlage auf 140 Hektar bereitet das Unternehmen ČEZ vor. Nach Angaben des südböhmischen Kreishauptmanns Martin Kuba handelt es sich um ein Gebiet, das für andere Nutzungen nicht geeignet ist.
/gr/
ČEPS: Tschechen braucht Kohleblöcke in Pocerady nicht, aus Chvaletice zwei Blöcke
28.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 3
Autor: Jan Brož
Die gestrige Aussage des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS über die (Nicht-)Notwendigkeit der Kohlekraftwerke der Sev.-en-Gruppe des Milliardärs Pavel Tykač besiegelt vor allem das Schicksal des Kraftwerks Počerady. Die tausend Megawatt starke Anlage sorgte in der Vergangenheit für zahlreiche Kontroversen. Sie ist der größte CO₂-Emittent in Tschechien und war zudem langfristig Klagen von Umweltorganisationen wegen der Überschreitung von Grenzwerten für Quecksilberemissionen ausgesetzt.
ČEPS hat nun entschieden, dass Tschechien Počerady in keiner Hinsicht benötigt. Die Stromerzeugung kann ausreichend durch andere Quellen gedeckt oder gegebenenfalls durch Stromimporte ersetzt werden, ohne dass dies die Preise wesentlich beeinflusst. „Der Markt hat mit dieser Stilllegung größtenteils bereits gerechnet“, sagt Michal Macenauer, Strategiechef des Beratungsunternehmens EGU. Auch für die Stabilität und den sicheren Betrieb des Übertragungsnetzes spielt Počerady keine Rolle. Damit entfällt de facto die Möglichkeit, dass der Staat den verlustbringenden Betrieb von Počerady in irgendeiner Form subventioniert.
Die Sev.-en-Gruppe äußerte sich nach der Veröffentlichung der Entscheidung von ČEPS nicht zur weiteren Zukunft dieses Kraftwerks im Gebiet most. Tykač selbst hatte wiederholt erklärt, dass sich der weitere Betrieb wirtschaftlich nicht lohne. Bei Umsätzen von 16,5 Milliarden Kronen erzielte das Unternehmen laut den zuletzt veröffentlichten Daten für den verlängerten Abrechnungszeitraum von Juli 2023 bis Dezember 2024 lediglich einen Gewinn von 76,5 Millionen Kronen. Noch im Jahr 2022 hatte der Nettogewinn 930 Millionen Kronen betragen.
Davon wird jedoch zunehmend ein größerer Teil durch die Kosten für Emissionszertifikate aufgezehrt. Nach Angaben von Tykač zahlte Sev.-en in den letzten drei Jahren dafür 56 Milliarden Kronen. Der sogenannte Kohle-Spread, also der Unterschied zwischen dem Strompreis und dem Preis der Emissionszertifikate, reicht nicht mehr aus, um die Betriebskosten zu decken. Wenn der Preis der Emmissionszertifikate nicht deutlich sinkt oder der Strompreis steigt, wird Počerady zum Jahreswechsel stillgelegt.
Dies unterscheidet sich von der Situation des Heizkraftwerks Kladno und des Kraftwerks Chvaletice in der Region Pardubice, den beiden weiteren von der Stilllegung bedrohten Kohlekraftwerken von Sev.-en. Auch Kladno hat laut der Bewertung von ČEPS keine Bedeutung für die Energiesicherheit Tschechiens. Das Heizkraftwerk ist jedoch zugleich Wärmeversorger der Stadt Kladno.
Die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) führt daher Gespräche mit Vertretern der Stadt, von Sev.-en und des Industrieministeriums über dessen weitere Zukunft. Es ist wenig wahrscheinlich, dass für Kladno schnell genug ein Ersatz geschaffen werden kann, weshalb es ebenfalls unwahrscheinlich ist, dass das dortige Heizkraftwerk zusammen mit Počerady tatsächlich stillgelegt wird – auch wenn dies vermutlich eine Verteuerung der Wärme für die Stadt bedeuten würde.
ČEPS hingegen wird zumindest im kommenden Jahr nicht ohne zwei der vier Blöcke von Chvaletice auskommen. Diese werden vor allem im Hinblick auf die sogenannte Systemangemessenheit benötigt – zur Spannungs- und Blindleistungsregelung sowie zur Wiederherstellung des Netzbetriebs nach einem Blackout. Dabei geht es nicht darum, dass Tschechien ohne Chvaletice Strom fehlen würde. Im Falle eines subventionierten Betriebs, dessen Bedingungen ERÚ im Laufe des Jahres festlegen muss, wird es sich nicht um eine Vollproduktion handeln, sondern lediglich um einen eingeschränkten technischen Betrieb.
Gleichzeitig schlug ČEPS Maßnahmen vor, nach deren Umsetzung Chvaletice überhaupt nicht mehr benötigt würden. Nach Angaben des Unternehmenschefs Martin Durčák müsse anstelle eines der Blöcke ein sogenannter synchroner Kompensator errichtet werden. Zudem seien einige Leitungen in Nordböhmen zu verstärken und im Netz sogenannte Drosselspulen zur Kompensation der Blindleistung zu installieren. Diese ist – ebenso wie die Wirkleistung – Bestandteil des Wechselstroms, entsteht in unbelasteten Netzen und muss geregelt werden.
Insgesamt würde Tschechien mit dem Ende der Kohlekraftwerke von Sev.-en 2,3 Gigawatt von insgesamt 7,2 Gigawatt Kohleleistung verlieren. Wenn das Land ohne diese Anlagen auskommt, bedeutet dies jedoch nicht zwangsläufig, dass es auch auf den restlichen Teil, insbesondere auf die Kraftwerke von ČEZ, verzichten kann. Die Kohlekraftwerke der teilstaatlichen Gruppe sind effizienter als jene von Sev.-en, sodass sich die Verengung des Kohle-Spreads bislang nicht in gleichem Maße auf sie auswirkt. Auch ČEZ verhehlt jedoch nicht, dass die Wirtschaftlichkeit seiner Kraftwerke in absehbarer Zeit ebenfalls keinen Sinn mehr ergeben wird. Die Bewertung durch ČEPS könnte dann allerdings anders ausfallen.
jan.broz@hn.cz
Zwei Blöcke von Chvaletice erhalten, rät ČEPS
28.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES
Autorin: Dáša Hyklová
Der Betrieb des Kraftwerks Počerady sollte nach Empfehlung einer CEPS-Analyse beendet werden. Die definitive Entscheidung wird die Energieregulierungsbehörde ERÚ treffen.
Der Übertragungsnetzbetreiber ČEPS hat die erwartete Analyse veröffentlicht, die über das weitere Schicksal der Kohlekraftwerke entscheiden helfen soll, deren Stilllegung die Sev.-en-Gruppe zum Jahreswechsel plant. Nach Ansicht von ČEPS ist es notwendig, weiterhin zwei der vier Erzeugungsblöcke des Kraftwerks Chvaletice in der Region Pardubice zu betreiben. Das Kraftwerk Počerady sowie der kohlebefeuerte Teil des Heizkraftwerks Kladno können dagegen die Produktion einstellen, ohne den sicheren und zuverlässigen Betrieb des Elektrizitätsnetzes zu gefährden.
Die wirtschaftlichen Aspekte des Betriebs von zwei Blöcken des Kraftwerks Chvaletice über den Rahmen der bestehenden Lizenz hinaus wird nun die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) bewerten.
„Die ERÚ wird nun gemäß dem Gesetz die vorläufigen Kosten und die Kompensation der Verluste festlegen, die mit der Aufrechterhaltung des teilweisen Betriebs des betreffenden Kraftwerks verbunden sind“, sagt der Vorsitzende der Behörde Jan Šefránek.
Im Falle des Kraftwerks Chvaletice, dessen teilweisen Betrieb die Analyse von ČEPS zu erhalten empfiehlt, wird die ERÚ nun die notwendigen Unterlagen anfordern. Auf deren Grundlage legt sie die vorläufigen Kosten fest und informiert anschließend das Unternehmen Sev.-en. Sollte dieses dem Vorschlag zustimmen, würde es die Anlage weiterhin in dem Umfang und zu dem Preis betreiben, die im Vertrag über die Bereitstellung von Leistung festgelegt sind. Lehnt es die Bedingungen ab, wird die ERÚ ein Verfahren zur Auswahl eines anderen Betreibers einleiten.
„Wir müssen uns zunächst detailliert mit der von ČEPS abgegebenen Stellungnahme vertraut machen, da wir bis heute weder die Ergebnisse noch die Methodik ihrer Erarbeitung kannten“, erklärte Eva Maříková, Sprecherin der Sev.-en-Gruppe. „Derzeit werden wir uns daher nicht zu den Schlussfolgerungen von ČEPS äußern“, fügte sie hinzu.
ČEPS bewertete die Auswirkungen der Stilllegung der Kraftwerke auf den sicheren Betrieb des tschechischen Stromnetzes für das Jahr 2027 in drei Bereichen. Analysiert wurden die Erzeugungsangemessenheit, die Verfügbarkeit von Leistungsregelungsdiensten sowie die sogenannte Systemangemessenheit. Aus den ersten beiden Analysen ergibt sich, dass Tschechien auch nach der Stilllegung der Sev.-en-Anlagen über ausreichend Strom und Kapazitäten zur Frequenzstabilisierung sowie zur Sicherstellung des Gleichgewichts zwischen Erzeugung und Verbrauch verfügen wird.
Die Analyse von ČEPS wies jedoch auch darauf hin, dass das Kraftwerk Chvaletice derzeit eine unersetzliche Rolle bei der Spannungsregelung und bei der Wiederherstellung des Systems nach einem Blackout spielt.
„Zur Aufrechterhaltung der Systemangemessenheit ist es daher notwendig, zwei Blöcke dieses Kraftwerks vorübergehend bis zur Umsetzung der nachfolgenden Maßnahmen in Betrieb zu halten“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende von ČEPS, Martin Durčák.
Eine vollständige Stilllegung von Chvaletice könnte in bestimmten Betriebssituationen Probleme bei der Spannungsregelung im nördlichen Teil des Übertragungsnetzes verursachen, das Risiko der Überlastung einiger Leitungen erhöhen und die Fähigkeit zur Wiederherstellung des Systems im Falle eines großflächigen Stromausfalls einschränken.
Die Analyse von ČEPS stellt weiter fest, dass die tschechische Energiewirtschaft auch nach der Stilllegung von Chvaletice, Počerady und Kladno über ausreichende Erzeugungskapazitäten sowie Importmöglichkeiten zur Deckung des Stromverbrauchs verfügen wird, ohne dass der Standard der Versorgungssicherheit verletzt wird.
Strom sollte nicht fehlen...
Die Experten identifizierten im untersuchten Jahr 2027 in keinem der betrachteten Szenarien Stunden, in denen Strom fehlen würde. Auch die Analyse der Leistungsregelungsdienste, die ČEPS zur Aufrechterhaltung der Frequenzstabilität und ausreichender Leistung im Stromnetz nutzt, fiel positiv aus. Selbst nach der Stilllegung der Sev.-en-Anlagen bleibt die Kapazität der Regelenergie ausreichend.
ČEPS schlägt außerdem mehrere technische und investive Maßnahmen vor, die in Zukunft eine vollständige Stilllegung des Kraftwerks Chvaletice ermöglichen könnten. Diese Maßnahmen erfordern jedoch Investitionen, internationale Koordination sowie technische Vorbereitungen und Tests. Bis dahin ist es nach Ansicht von ČEPS notwendig, zumindest ein Mindestmaß an Stromerzeugung in Chvaletice sicherzustellen.
ČEPS betont, dass Gegenstand seiner Bewertung weder wirtschaftliche noch preisliche Auswirkungen der Stilllegung der Stromerzeugung waren. „Der Bericht befasste sich nicht mit den Auswirkungen auf die Preise für Strom, die Kosten der Leistungsregelungsdienste oder mit breiteren wirtschaftlichen Folgen der Stilllegung der jeweiligen Anlage. Ebenso wurde weder die wirtschaftliche Rentabilität noch der wirtschaftliche Vorteil ihres weiteren Betriebs bewertet“, heißt es in der Erklärung des Unternehmens.
Nach Ansicht des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Ministers für Industrie und Handel, Karel Havlíček, sind Sicherheit und Zuverlässigkeit der Strom- und Wärmeversorgung entscheidend. „Wir respektieren die Stellungnahme von ČEPS, das weitere Vorgehen erfolgt gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz, und die ERÚ wird nun die Höhe des Preises für die Dienstleistung der Bereitstellung von Leistung berechnen“, fügt er hinzu.
Die ausgearbeitete Bewertung der Auswirkungen wird nun an das Ministerium für Industrie und Handel, die ERÚ und die Betreiber der Anlagen weitergeleitet. ČEPS hat außerdem einen Vorschlag für die technischen Bedingungen und den Umfang des Betriebs in Form eines Vertragsentwurfs über die Bereitstellung von Leistung übermittelt. Die endgültige Entscheidung über den weiteren Betrieb der Kraftwerke einschließlich der wirtschaftlichen Aspekte liegt nun bei der Energieregulierungsbehörde ERU.
Im Fall des Heizkraftwerks Kladno wird weiterhin die Sicherstellung der Wärmeversorgung behandelt, über die Vertreter der kommunalen Selbstverwaltung, des Wärmeerzeugers, der ERÚ und des Ministeriums für Industrie und Handel verhandeln. „Unser klares Ziel ist es, sichere und zuverlässige Strom- und Wärmelieferungen für alle Kunden zu gewährleisten. Gleichzeitig wollen wir die zusätzlichen Kosten minimieren, die von den Verbrauchern getragen werden müssten“, sagt Jan Šefránek.
/gr/
Debatte über Windkraftanlagen erreicht auch Dřínov
27.01.2026 Wochenzeitung Týdeník Kroměřížska
In den sozialen Netzwerken, die eng mit Dřínov verbunden sind, ist eine Debatte über den angeblichen Plan entbrannt, im Kataster der Gemeinde Dřínov Windkraftanlagen zu errichten. Einige Bürger äußerten Bedenken hinsichtlich gesundheitlicher Auswirkungen, der Folgen für die Natur oder unzureichender Information. Der Gemeinderat betont jedoch, dass das Projekt des Windparks Dřínov derzeit nicht direkt betrifft.
Die Diskussion wurde durch einen Beitrag einer Einwohnerin ausgelöst, laut dem im Gemeindegebiet ein „Windpark“ entstehen soll – ohne Wissen der Bürger. Sie äußerte zudem Sorgen um die Gesundheit der Menschen sowie um die Auswirkungen auf Landschaft und Tierwelt. Andere Bürger versuchten hingegen, die Debatte zu beruhigen, indem sie darauf hinwiesen, dass der Einfluss von Windturbinen auf den Menschen von Experten meist als minimal eingestuft wird.
Nach Angaben der Gemeindeführung handelt es sich jedoch um keinen versteckten Plan.
„Der Windpark Zelená Haná betrifft uns derzeit überhaupt nicht. Er ist an der Grenze der Kataster Věžky – Dřínov bei Srnov geplant, aber der Investor unternimmt aktuell keine Aktivitäten in Richtung Dřínov“, erklärte Bürgermeisterin Zuzana Trněná. Sie erinnerte auch daran, dass im Februar ein Vorgespräch mit einem Interessenten im Rathaus stattfand, der sich anschließend jedoch nicht mehr meldete. Die Informationen wurden an den Anschlagtafeln der Gemeinde veröffentlicht, und damals kam niemand ins Rathaus, um Details zu erfragen.
Das Projekt Zelená Haná ist ein langfristig erwogenes Vorhaben zur Installation von Windkraftanlagen in der Region Haná. Der Investor verhandelt mit den betroffenen Gemeinden, die im Falle einer Realisierung finanzielle Beiträge oder Entschädigungen für die Aufstellung der Windräder auf ihrem Kataster erhalten können. Wie anderswo auch ruft das Projekt jedoch gegensätzliche Reaktionen hervor – von Erwartungen eines energetischen und wirtschaftlichen Nutzens bis hin zu Bedenken über Auswirkungen auf die Landschaft oder Lärm.
/gr/
ČEZ: Im Kraftwerk Ledvice wird bereits Platz für einen Biomassekessel vorbereitet
28.01.2026 Magazin Nástup Seite 4
LEDVICE – Die tschechische Fernwärmeversorgung durchläuft derzeit die bedeutendste Transformation in ihrer Geschichte: Kohle als auslaufender Brennstoff wird nach und nach durch einen Mix aus Erdgas und Biomasse ersetzt. Diese grundlegende Modernisierung der Wärmeerzeugungsanlagen soll die preisliche Erschwinglichkeit der Wärme für die Verbraucher weiterhin sicherstellen.
Die ČEZ-Gruppe baut daher bereits in Tschechien emissionsarme Energiequellen für Fernwärmesysteme (CZT) an den Standorten Prunéřov, Ústí nad Labem und Mělník sowie in Mähren in Dětmarovice. Derzeit werden Maßnahmen zur Modernisierung der Fernwärme an weiteren Standorten vorbereitet, darunter die Energieanlagen in Ledvice, Trutnov und Hodonín. Für die neuen emissionsarmen Energiequellen an diesen Standorten hat die Firma ČEZ Teplárenská Ausschreibungen veröffentlicht. Der Bau neuer Anlagen in Ledvice und Trutnov wird teilweise aus dem EU-Emissionshandelssystem über den Modernisierungsfonds finanziert.
Die fortschreitende Transformation der tschechischen Energieversorgung zeigt sich in den letzten Monaten auch in der Fernwärme: Auslaufende klassische Heizwerke und Kraftwerke werden durch kleinere emissionsarme Quellen wie Biomasse- und Gaskessel oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ersetzt. Diese sollen zur Erhaltung des Fernwärmesystems beitragen. In dieser Hinsicht verfügt die Tschechische Republik historisch über eine starke Basis: Die ČEZ-Gruppe versorgt in diesem System mehr als 450.000 Haushalte landesweit. Fernwärme bedeutet langfristig die kostengünstigste Versorgung für die Kunden.
Die ČEZ-Gruppe hat daher bereits den Bau neuer Energiequellen in den nordböhmischen Standorten Prunéřov und Ústí nad Labem, iam zentralböhmischen Standort Mělník und im nordmährischen Standort Dětmarovice begonnen. Große Kohlekraftwerke, die bisher auch als Heizwerke für die umliegenden Städte dienten, werden durch neue emissionsarme Quellen auf Basis von Erdgas und Biomasse ersetzt.
„Wir setzen die Modernisierung und den Bau emissionsarmer Wärmeerzeugungsanlagen an unseren Standorten kontinuierlich fort. Daher können wir Ausschreibungen für neue Biomasse- und Gaskessel veröffentlichen, die je nach Standort durch weitere Technologien ergänzt werden. Bei positivem Verlauf der Ausschreibungen erwarten wir, die Verträge mit den Gewinnern noch in diesem und im nächsten Jahr zu unterzeichnen. Insgesamt wollen wir die Nutzung von Kohle in der Fernwärme bis zum Jahr 2030 beenden“, sagt Libor Štěpán, Generaldirektor von ČEZ Teplárenská.
Im Bezirk Ústí versorgen seit letztem Jahr neue Gaskessel die Verbraucher in Ústí-Střekov mit Wärme und Warmwasser. Die Arbeiten an neuen Wärmeerzeugern in Prunéřov und Tušimice sind in vollem Gange; dort wurden bereits letztes Jahr die ersten Ersatz-Gaskessel in Betrieb genommen. Neu hinzukommen wird in absehbarer Zeit der Standort Kraftwerk Ledvice. Von dort werden die Städte Bílina, Ledvice und Teplice mit Wärme versorgt, was insgesamt 19.500 Haushalte betrifft, die auf Fernwärme angewiesen sind.
Für den zukünftigen Biomassekessel mit 20 MWt wird in Ledvice bereits der Platz vorbereitet. ČEZ Teplárenská betreibt dort zudem bereits einen zuvor errichteten Gaskessel mit 131 MWt, der als Spitzen- und Ersatzanlage dienen wird.
Die ČEZ-Gruppe liefert im Zentralwärmeversorgungssystem /CZT/ in Tschechien Wärme und Warmwasser für 1,7 Millionen Menschen, also mehr als 450.000 Haushalte. Das tschechische Fernwärmesystem gehört zu den führenden in Europa, und die ČEZ-Gruppe möchte es in möglichst effizienter Form auch für die nächsten Jahrzehnte erhalten. Für die Modernisierung der Wärmeerzeugungsanlagen und CZT-Systeme investiert die Gruppe insgesamt etwa 80 Milliarden Kronen. Dies soll stabile Energieversorgung zu günstigen Preisen für Haushalte, Städte und Unternehmen sichern.
/gr/
Die Polen haben keine Einwände gegen Kernkraftwerke
28.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 11 (ČTK)
Energie
Mehr als 90 Prozent der Polen unterstützen den Bau eines Kernkraftwerks in Polen. Fast 80 Prozent hätten zudem keine Einwände dagegen, wenn ein Kernkraftwerk in der Nähe ihres Wohnortes errichtet würde. Für 90 Prozent würde ein Kernkraftwerk die Energiesicherheit des Landes stärken.
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Die Verfüllung der Uran-Schlammbecken bei Mydlovary endet.
ČEPS: Tschechen braucht Kohleblöcke in Pocerady nicht, aus Chvaletice zwei Blöcke.
Zwei Blöcke von Chvaletice erhalten, rät ČEPS.
Debatte über Windkraftanlagen erreicht auch Dřínov.
ČEZ: Im Kraftwerk Ledvice wird bereits Platz für einen Biomassekessel vorbereitet.
Die Polen haben keine Einwände gegen Kernkraftwerke.
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Die Verfüllung der Uran-Schlammbecken bei Mydlovary endet
28.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Rubrik – Südböhmen
Autor: Antonín Pelíšek
Rubrik: Südböhmen
Die Einwohner der umliegenden Gemeinden werden künftig nicht mehr durch Schwerlastverkehr, Staub und Gerüche belastet. Die Arbeiten auf dem Gelände werden jedoch fortgesetzt.
MYDLOVARY
Einige bezeichnen das weitläufige Areal zwischen den Gemeinden Mydlovary und Olešník im Bezirk Budweis / České Budějovice als das größte Abfallloch Europas. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente es als Aufbereitungsanlage für Uranerze, anschließend wurden die Absetzbecken mit Abfällen verfüllt – ein Prozess, den der staatliche Betrieb Diamo Ralsko nun beendet hat.
Die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sind erleichtert, denn nun steht dem Gelände lediglich noch eine Sanierung mit biologisch unbedenklichem Material und abschließend eine Begrünung bevor. Auf einem Teil der Fläche wird zudem der Bau eines Solarparks vorbereitet.
Die Schlammteiche des ehemaligen Betriebs MAPE dienten nach dem Jahr 1991 als Deponien für Industrieabfälle. Nach Angaben des Diamo-Sprechers Tomáš Indrei musste dieses Konzept wegen der enormen Flächen eingeführt werden. Eingelagert wurden Abfälle – mit Ausnahme gefährlicher Stoffe.
„Der Prozess der Verfüllung endet nun. Fortgesetzt wird lediglich die Sanierung“, erklärte Indrei.
Seit 35 Jahren verfolgten die betroffenen Gemeinden die Beseitigung dieser Altlast. Die meisten sind Mitglieder des Verbands Zbudovská blata und haben den Schutz der Natur und den Tourismus als Prioritäten ihrer Entwicklung festgelegt. Nach Ansicht ihrer Vertreter behinderte die langwierige Verfüllung der Schlammbecken diese Strategie. Jahrzehntelang litten die Einwohner von Zahájí, Olešník, Mydlovary oder Dívčice unter Schwerlastverkehr, Staub und Smog – zeitweise auch unter Gerüchen von Schwefelwasserstoff.
„Die Verfüllung endet zwar, aber die eigentliche Sanierung wird noch etwa zehn Jahre andauern“, bestätigte die Bürgermeisterin von Mydlovary, Renata Gondeková. Für die betroffenen Gemeinden bedeutet dies das Ende der genannten Belastungen, zugleich aber die Gewissheit, dass die sanierten Flächen künftig weder landwirtschaftlich noch für Wohnbebauung genutzt werden können. Sie gelten praktisch als totes Land. Spuren von Radioaktivität sind weiterhin vorhanden. Nach Angaben von Diamo werden die Schlammbecken nun mit einer Tonschicht abgedeckt und anschließend begrünt – wie es bereits auf einem Teil des Areals zu sehen ist.
Die eigentliche Rekultivierung umfasst eine Fläche von 300 Hektar, laut Angaben des Umweltministeriums sind jedoch bis zu 900 Hektar ökologisch belastet. Zum Vergleich: Die Gemeinde Mydlovary verfügt über eine Katasterfläche von 413 Hektar, wobei die von Uran-Absetzbecken einschließlich Schutzstreifen betroffene Fläche etwa ein Sechstel davon ausmacht.
Schwefelwasserstoff sollte nicht mehr entweichen...
Die chemische Aufbereitungsanlage für Uranerze verarbeitete zwischen den Jahren 1962 und 1991 nahezu 17 Millionen Tonnen Material und hinterließ Spuren von Schwefelsäure, die bei der Aufbereitung verwendet wurde, sowie Radonstrahlung. Für die Verfüllung der Schlammbecken wurden 22 Millionen Tonnen Material eingesetzt, was Kosten in Höhe mehrerer Milliarden Kronen verursachte. Beteiligt waren auch private Unternehmen wie OK Projekt oder Quail mit österreichischem Kapital.
Die Art der eingelagerten Abfälle wurde insbesondere von Umweltorganisationen kritisiert. Ihren Angaben zufolge seien auch problematische und verbotene Abfälle, teils aus dem Ausland, in die Becken eingebracht worden. Diamo räumt ein, dass dort unter anderem Altreifen, Asche aus Heizkraftwerken und in jüngerer Zeit auch Gipskartonplatten entsorgt wurden. Nach Einschätzung des unabhängigen Experten und analytischen Chemikers Jaroslav Švehla, der die Rekultivierung seit Beginn begleitet, war gerade der Gips, der mit Schwefelsäure reagierte, die Ursache für die Entstehung von Schwefelwasserstoff.
Zu diesen Einwänden veröffentlichte Diamo im Januar eine Pressemitteilung. Darin heißt es, dass das Austreten von Schwefelwasserstoff unterbunden sei, da das Uranschlammbecken, in der er entstand, verfüllt wurde. Zudem wird erklärt, dass die Verankerung der geplanten Photovoltaikanlage die tonhaltige Sanierungsschicht nicht beeinträchtigen werde. Der Bericht entkräftet auch Befürchtungen hinsichtlich anhaltender Radioaktivität, die weiterhin von Messgeräten des Staatlichen Amtes für nukleare Sicherheit SUJB überwacht wird, sowie einer Verschlechterung der Grundwasserqualität, die durch Dutzende Kontrollbohrungen beobachtet wird.
Eine Photovoltaikanlage auf 140 Hektar bereitet das Unternehmen ČEZ vor. Nach Angaben des südböhmischen Kreishauptmanns Martin Kuba handelt es sich um ein Gebiet, das für andere Nutzungen nicht geeignet ist.
/gr/
ČEPS: Tschechen braucht Kohleblöcke in Pocerady nicht, aus Chvaletice zwei Blöcke
28.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 3
Autor: Jan Brož
Die gestrige Aussage des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS über die (Nicht-)Notwendigkeit der Kohlekraftwerke der Sev.-en-Gruppe des Milliardärs Pavel Tykač besiegelt vor allem das Schicksal des Kraftwerks Počerady. Die tausend Megawatt starke Anlage sorgte in der Vergangenheit für zahlreiche Kontroversen. Sie ist der größte CO₂-Emittent in Tschechien und war zudem langfristig Klagen von Umweltorganisationen wegen der Überschreitung von Grenzwerten für Quecksilberemissionen ausgesetzt.
ČEPS hat nun entschieden, dass Tschechien Počerady in keiner Hinsicht benötigt. Die Stromerzeugung kann ausreichend durch andere Quellen gedeckt oder gegebenenfalls durch Stromimporte ersetzt werden, ohne dass dies die Preise wesentlich beeinflusst. „Der Markt hat mit dieser Stilllegung größtenteils bereits gerechnet“, sagt Michal Macenauer, Strategiechef des Beratungsunternehmens EGU. Auch für die Stabilität und den sicheren Betrieb des Übertragungsnetzes spielt Počerady keine Rolle. Damit entfällt de facto die Möglichkeit, dass der Staat den verlustbringenden Betrieb von Počerady in irgendeiner Form subventioniert.
Die Sev.-en-Gruppe äußerte sich nach der Veröffentlichung der Entscheidung von ČEPS nicht zur weiteren Zukunft dieses Kraftwerks im Gebiet most. Tykač selbst hatte wiederholt erklärt, dass sich der weitere Betrieb wirtschaftlich nicht lohne. Bei Umsätzen von 16,5 Milliarden Kronen erzielte das Unternehmen laut den zuletzt veröffentlichten Daten für den verlängerten Abrechnungszeitraum von Juli 2023 bis Dezember 2024 lediglich einen Gewinn von 76,5 Millionen Kronen. Noch im Jahr 2022 hatte der Nettogewinn 930 Millionen Kronen betragen.
Davon wird jedoch zunehmend ein größerer Teil durch die Kosten für Emissionszertifikate aufgezehrt. Nach Angaben von Tykač zahlte Sev.-en in den letzten drei Jahren dafür 56 Milliarden Kronen. Der sogenannte Kohle-Spread, also der Unterschied zwischen dem Strompreis und dem Preis der Emissionszertifikate, reicht nicht mehr aus, um die Betriebskosten zu decken. Wenn der Preis der Emmissionszertifikate nicht deutlich sinkt oder der Strompreis steigt, wird Počerady zum Jahreswechsel stillgelegt.
Dies unterscheidet sich von der Situation des Heizkraftwerks Kladno und des Kraftwerks Chvaletice in der Region Pardubice, den beiden weiteren von der Stilllegung bedrohten Kohlekraftwerken von Sev.-en. Auch Kladno hat laut der Bewertung von ČEPS keine Bedeutung für die Energiesicherheit Tschechiens. Das Heizkraftwerk ist jedoch zugleich Wärmeversorger der Stadt Kladno.
Die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) führt daher Gespräche mit Vertretern der Stadt, von Sev.-en und des Industrieministeriums über dessen weitere Zukunft. Es ist wenig wahrscheinlich, dass für Kladno schnell genug ein Ersatz geschaffen werden kann, weshalb es ebenfalls unwahrscheinlich ist, dass das dortige Heizkraftwerk zusammen mit Počerady tatsächlich stillgelegt wird – auch wenn dies vermutlich eine Verteuerung der Wärme für die Stadt bedeuten würde.
ČEPS hingegen wird zumindest im kommenden Jahr nicht ohne zwei der vier Blöcke von Chvaletice auskommen. Diese werden vor allem im Hinblick auf die sogenannte Systemangemessenheit benötigt – zur Spannungs- und Blindleistungsregelung sowie zur Wiederherstellung des Netzbetriebs nach einem Blackout. Dabei geht es nicht darum, dass Tschechien ohne Chvaletice Strom fehlen würde. Im Falle eines subventionierten Betriebs, dessen Bedingungen ERÚ im Laufe des Jahres festlegen muss, wird es sich nicht um eine Vollproduktion handeln, sondern lediglich um einen eingeschränkten technischen Betrieb.
Gleichzeitig schlug ČEPS Maßnahmen vor, nach deren Umsetzung Chvaletice überhaupt nicht mehr benötigt würden. Nach Angaben des Unternehmenschefs Martin Durčák müsse anstelle eines der Blöcke ein sogenannter synchroner Kompensator errichtet werden. Zudem seien einige Leitungen in Nordböhmen zu verstärken und im Netz sogenannte Drosselspulen zur Kompensation der Blindleistung zu installieren. Diese ist – ebenso wie die Wirkleistung – Bestandteil des Wechselstroms, entsteht in unbelasteten Netzen und muss geregelt werden.
Insgesamt würde Tschechien mit dem Ende der Kohlekraftwerke von Sev.-en 2,3 Gigawatt von insgesamt 7,2 Gigawatt Kohleleistung verlieren. Wenn das Land ohne diese Anlagen auskommt, bedeutet dies jedoch nicht zwangsläufig, dass es auch auf den restlichen Teil, insbesondere auf die Kraftwerke von ČEZ, verzichten kann. Die Kohlekraftwerke der teilstaatlichen Gruppe sind effizienter als jene von Sev.-en, sodass sich die Verengung des Kohle-Spreads bislang nicht in gleichem Maße auf sie auswirkt. Auch ČEZ verhehlt jedoch nicht, dass die Wirtschaftlichkeit seiner Kraftwerke in absehbarer Zeit ebenfalls keinen Sinn mehr ergeben wird. Die Bewertung durch ČEPS könnte dann allerdings anders ausfallen.
jan.broz@hn.cz
Zwei Blöcke von Chvaletice erhalten, rät ČEPS
28.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES
Autorin: Dáša Hyklová
Der Betrieb des Kraftwerks Počerady sollte nach Empfehlung einer CEPS-Analyse beendet werden. Die definitive Entscheidung wird die Energieregulierungsbehörde ERÚ treffen.
Der Übertragungsnetzbetreiber ČEPS hat die erwartete Analyse veröffentlicht, die über das weitere Schicksal der Kohlekraftwerke entscheiden helfen soll, deren Stilllegung die Sev.-en-Gruppe zum Jahreswechsel plant. Nach Ansicht von ČEPS ist es notwendig, weiterhin zwei der vier Erzeugungsblöcke des Kraftwerks Chvaletice in der Region Pardubice zu betreiben. Das Kraftwerk Počerady sowie der kohlebefeuerte Teil des Heizkraftwerks Kladno können dagegen die Produktion einstellen, ohne den sicheren und zuverlässigen Betrieb des Elektrizitätsnetzes zu gefährden.
Die wirtschaftlichen Aspekte des Betriebs von zwei Blöcken des Kraftwerks Chvaletice über den Rahmen der bestehenden Lizenz hinaus wird nun die Energieregulierungsbehörde (ERÚ) bewerten.
„Die ERÚ wird nun gemäß dem Gesetz die vorläufigen Kosten und die Kompensation der Verluste festlegen, die mit der Aufrechterhaltung des teilweisen Betriebs des betreffenden Kraftwerks verbunden sind“, sagt der Vorsitzende der Behörde Jan Šefránek.
Im Falle des Kraftwerks Chvaletice, dessen teilweisen Betrieb die Analyse von ČEPS zu erhalten empfiehlt, wird die ERÚ nun die notwendigen Unterlagen anfordern. Auf deren Grundlage legt sie die vorläufigen Kosten fest und informiert anschließend das Unternehmen Sev.-en. Sollte dieses dem Vorschlag zustimmen, würde es die Anlage weiterhin in dem Umfang und zu dem Preis betreiben, die im Vertrag über die Bereitstellung von Leistung festgelegt sind. Lehnt es die Bedingungen ab, wird die ERÚ ein Verfahren zur Auswahl eines anderen Betreibers einleiten.
„Wir müssen uns zunächst detailliert mit der von ČEPS abgegebenen Stellungnahme vertraut machen, da wir bis heute weder die Ergebnisse noch die Methodik ihrer Erarbeitung kannten“, erklärte Eva Maříková, Sprecherin der Sev.-en-Gruppe. „Derzeit werden wir uns daher nicht zu den Schlussfolgerungen von ČEPS äußern“, fügte sie hinzu.
ČEPS bewertete die Auswirkungen der Stilllegung der Kraftwerke auf den sicheren Betrieb des tschechischen Stromnetzes für das Jahr 2027 in drei Bereichen. Analysiert wurden die Erzeugungsangemessenheit, die Verfügbarkeit von Leistungsregelungsdiensten sowie die sogenannte Systemangemessenheit. Aus den ersten beiden Analysen ergibt sich, dass Tschechien auch nach der Stilllegung der Sev.-en-Anlagen über ausreichend Strom und Kapazitäten zur Frequenzstabilisierung sowie zur Sicherstellung des Gleichgewichts zwischen Erzeugung und Verbrauch verfügen wird.
Die Analyse von ČEPS wies jedoch auch darauf hin, dass das Kraftwerk Chvaletice derzeit eine unersetzliche Rolle bei der Spannungsregelung und bei der Wiederherstellung des Systems nach einem Blackout spielt.
„Zur Aufrechterhaltung der Systemangemessenheit ist es daher notwendig, zwei Blöcke dieses Kraftwerks vorübergehend bis zur Umsetzung der nachfolgenden Maßnahmen in Betrieb zu halten“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende von ČEPS, Martin Durčák.
Eine vollständige Stilllegung von Chvaletice könnte in bestimmten Betriebssituationen Probleme bei der Spannungsregelung im nördlichen Teil des Übertragungsnetzes verursachen, das Risiko der Überlastung einiger Leitungen erhöhen und die Fähigkeit zur Wiederherstellung des Systems im Falle eines großflächigen Stromausfalls einschränken.
Die Analyse von ČEPS stellt weiter fest, dass die tschechische Energiewirtschaft auch nach der Stilllegung von Chvaletice, Počerady und Kladno über ausreichende Erzeugungskapazitäten sowie Importmöglichkeiten zur Deckung des Stromverbrauchs verfügen wird, ohne dass der Standard der Versorgungssicherheit verletzt wird.
Strom sollte nicht fehlen...
Die Experten identifizierten im untersuchten Jahr 2027 in keinem der betrachteten Szenarien Stunden, in denen Strom fehlen würde. Auch die Analyse der Leistungsregelungsdienste, die ČEPS zur Aufrechterhaltung der Frequenzstabilität und ausreichender Leistung im Stromnetz nutzt, fiel positiv aus. Selbst nach der Stilllegung der Sev.-en-Anlagen bleibt die Kapazität der Regelenergie ausreichend.
ČEPS schlägt außerdem mehrere technische und investive Maßnahmen vor, die in Zukunft eine vollständige Stilllegung des Kraftwerks Chvaletice ermöglichen könnten. Diese Maßnahmen erfordern jedoch Investitionen, internationale Koordination sowie technische Vorbereitungen und Tests. Bis dahin ist es nach Ansicht von ČEPS notwendig, zumindest ein Mindestmaß an Stromerzeugung in Chvaletice sicherzustellen.
ČEPS betont, dass Gegenstand seiner Bewertung weder wirtschaftliche noch preisliche Auswirkungen der Stilllegung der Stromerzeugung waren. „Der Bericht befasste sich nicht mit den Auswirkungen auf die Preise für Strom, die Kosten der Leistungsregelungsdienste oder mit breiteren wirtschaftlichen Folgen der Stilllegung der jeweiligen Anlage. Ebenso wurde weder die wirtschaftliche Rentabilität noch der wirtschaftliche Vorteil ihres weiteren Betriebs bewertet“, heißt es in der Erklärung des Unternehmens.
Nach Ansicht des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Ministers für Industrie und Handel, Karel Havlíček, sind Sicherheit und Zuverlässigkeit der Strom- und Wärmeversorgung entscheidend. „Wir respektieren die Stellungnahme von ČEPS, das weitere Vorgehen erfolgt gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz, und die ERÚ wird nun die Höhe des Preises für die Dienstleistung der Bereitstellung von Leistung berechnen“, fügt er hinzu.
Die ausgearbeitete Bewertung der Auswirkungen wird nun an das Ministerium für Industrie und Handel, die ERÚ und die Betreiber der Anlagen weitergeleitet. ČEPS hat außerdem einen Vorschlag für die technischen Bedingungen und den Umfang des Betriebs in Form eines Vertragsentwurfs über die Bereitstellung von Leistung übermittelt. Die endgültige Entscheidung über den weiteren Betrieb der Kraftwerke einschließlich der wirtschaftlichen Aspekte liegt nun bei der Energieregulierungsbehörde ERU.
Im Fall des Heizkraftwerks Kladno wird weiterhin die Sicherstellung der Wärmeversorgung behandelt, über die Vertreter der kommunalen Selbstverwaltung, des Wärmeerzeugers, der ERÚ und des Ministeriums für Industrie und Handel verhandeln. „Unser klares Ziel ist es, sichere und zuverlässige Strom- und Wärmelieferungen für alle Kunden zu gewährleisten. Gleichzeitig wollen wir die zusätzlichen Kosten minimieren, die von den Verbrauchern getragen werden müssten“, sagt Jan Šefránek.
/gr/
Debatte über Windkraftanlagen erreicht auch Dřínov
27.01.2026 Wochenzeitung Týdeník Kroměřížska
In den sozialen Netzwerken, die eng mit Dřínov verbunden sind, ist eine Debatte über den angeblichen Plan entbrannt, im Kataster der Gemeinde Dřínov Windkraftanlagen zu errichten. Einige Bürger äußerten Bedenken hinsichtlich gesundheitlicher Auswirkungen, der Folgen für die Natur oder unzureichender Information. Der Gemeinderat betont jedoch, dass das Projekt des Windparks Dřínov derzeit nicht direkt betrifft.
Die Diskussion wurde durch einen Beitrag einer Einwohnerin ausgelöst, laut dem im Gemeindegebiet ein „Windpark“ entstehen soll – ohne Wissen der Bürger. Sie äußerte zudem Sorgen um die Gesundheit der Menschen sowie um die Auswirkungen auf Landschaft und Tierwelt. Andere Bürger versuchten hingegen, die Debatte zu beruhigen, indem sie darauf hinwiesen, dass der Einfluss von Windturbinen auf den Menschen von Experten meist als minimal eingestuft wird.
Nach Angaben der Gemeindeführung handelt es sich jedoch um keinen versteckten Plan.
„Der Windpark Zelená Haná betrifft uns derzeit überhaupt nicht. Er ist an der Grenze der Kataster Věžky – Dřínov bei Srnov geplant, aber der Investor unternimmt aktuell keine Aktivitäten in Richtung Dřínov“, erklärte Bürgermeisterin Zuzana Trněná. Sie erinnerte auch daran, dass im Februar ein Vorgespräch mit einem Interessenten im Rathaus stattfand, der sich anschließend jedoch nicht mehr meldete. Die Informationen wurden an den Anschlagtafeln der Gemeinde veröffentlicht, und damals kam niemand ins Rathaus, um Details zu erfragen.
Das Projekt Zelená Haná ist ein langfristig erwogenes Vorhaben zur Installation von Windkraftanlagen in der Region Haná. Der Investor verhandelt mit den betroffenen Gemeinden, die im Falle einer Realisierung finanzielle Beiträge oder Entschädigungen für die Aufstellung der Windräder auf ihrem Kataster erhalten können. Wie anderswo auch ruft das Projekt jedoch gegensätzliche Reaktionen hervor – von Erwartungen eines energetischen und wirtschaftlichen Nutzens bis hin zu Bedenken über Auswirkungen auf die Landschaft oder Lärm.
/gr/
ČEZ: Im Kraftwerk Ledvice wird bereits Platz für einen Biomassekessel vorbereitet
28.01.2026 Magazin Nástup Seite 4
LEDVICE – Die tschechische Fernwärmeversorgung durchläuft derzeit die bedeutendste Transformation in ihrer Geschichte: Kohle als auslaufender Brennstoff wird nach und nach durch einen Mix aus Erdgas und Biomasse ersetzt. Diese grundlegende Modernisierung der Wärmeerzeugungsanlagen soll die preisliche Erschwinglichkeit der Wärme für die Verbraucher weiterhin sicherstellen.
Die ČEZ-Gruppe baut daher bereits in Tschechien emissionsarme Energiequellen für Fernwärmesysteme (CZT) an den Standorten Prunéřov, Ústí nad Labem und Mělník sowie in Mähren in Dětmarovice. Derzeit werden Maßnahmen zur Modernisierung der Fernwärme an weiteren Standorten vorbereitet, darunter die Energieanlagen in Ledvice, Trutnov und Hodonín. Für die neuen emissionsarmen Energiequellen an diesen Standorten hat die Firma ČEZ Teplárenská Ausschreibungen veröffentlicht. Der Bau neuer Anlagen in Ledvice und Trutnov wird teilweise aus dem EU-Emissionshandelssystem über den Modernisierungsfonds finanziert.
Die fortschreitende Transformation der tschechischen Energieversorgung zeigt sich in den letzten Monaten auch in der Fernwärme: Auslaufende klassische Heizwerke und Kraftwerke werden durch kleinere emissionsarme Quellen wie Biomasse- und Gaskessel oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ersetzt. Diese sollen zur Erhaltung des Fernwärmesystems beitragen. In dieser Hinsicht verfügt die Tschechische Republik historisch über eine starke Basis: Die ČEZ-Gruppe versorgt in diesem System mehr als 450.000 Haushalte landesweit. Fernwärme bedeutet langfristig die kostengünstigste Versorgung für die Kunden.
Die ČEZ-Gruppe hat daher bereits den Bau neuer Energiequellen in den nordböhmischen Standorten Prunéřov und Ústí nad Labem, iam zentralböhmischen Standort Mělník und im nordmährischen Standort Dětmarovice begonnen. Große Kohlekraftwerke, die bisher auch als Heizwerke für die umliegenden Städte dienten, werden durch neue emissionsarme Quellen auf Basis von Erdgas und Biomasse ersetzt.
„Wir setzen die Modernisierung und den Bau emissionsarmer Wärmeerzeugungsanlagen an unseren Standorten kontinuierlich fort. Daher können wir Ausschreibungen für neue Biomasse- und Gaskessel veröffentlichen, die je nach Standort durch weitere Technologien ergänzt werden. Bei positivem Verlauf der Ausschreibungen erwarten wir, die Verträge mit den Gewinnern noch in diesem und im nächsten Jahr zu unterzeichnen. Insgesamt wollen wir die Nutzung von Kohle in der Fernwärme bis zum Jahr 2030 beenden“, sagt Libor Štěpán, Generaldirektor von ČEZ Teplárenská.
Im Bezirk Ústí versorgen seit letztem Jahr neue Gaskessel die Verbraucher in Ústí-Střekov mit Wärme und Warmwasser. Die Arbeiten an neuen Wärmeerzeugern in Prunéřov und Tušimice sind in vollem Gange; dort wurden bereits letztes Jahr die ersten Ersatz-Gaskessel in Betrieb genommen. Neu hinzukommen wird in absehbarer Zeit der Standort Kraftwerk Ledvice. Von dort werden die Städte Bílina, Ledvice und Teplice mit Wärme versorgt, was insgesamt 19.500 Haushalte betrifft, die auf Fernwärme angewiesen sind.
Für den zukünftigen Biomassekessel mit 20 MWt wird in Ledvice bereits der Platz vorbereitet. ČEZ Teplárenská betreibt dort zudem bereits einen zuvor errichteten Gaskessel mit 131 MWt, der als Spitzen- und Ersatzanlage dienen wird.
Die ČEZ-Gruppe liefert im Zentralwärmeversorgungssystem /CZT/ in Tschechien Wärme und Warmwasser für 1,7 Millionen Menschen, also mehr als 450.000 Haushalte. Das tschechische Fernwärmesystem gehört zu den führenden in Europa, und die ČEZ-Gruppe möchte es in möglichst effizienter Form auch für die nächsten Jahrzehnte erhalten. Für die Modernisierung der Wärmeerzeugungsanlagen und CZT-Systeme investiert die Gruppe insgesamt etwa 80 Milliarden Kronen. Dies soll stabile Energieversorgung zu günstigen Preisen für Haushalte, Städte und Unternehmen sichern.
/gr/
Die Polen haben keine Einwände gegen Kernkraftwerke
28.01.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 11 (ČTK)
Energie
Mehr als 90 Prozent der Polen unterstützen den Bau eines Kernkraftwerks in Polen. Fast 80 Prozent hätten zudem keine Einwände dagegen, wenn ein Kernkraftwerk in der Nähe ihres Wohnortes errichtet würde. Für 90 Prozent würde ein Kernkraftwerk die Energiesicherheit des Landes stärken.
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
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Tel: 603 805 799
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln vom 29.1.2026:
Inhalt:
In der Nähe von Temelín soll eine Müllverbrennungsanlage für gefährliche Abfälle entstehen. „Wir haben hier schon genug davon“, lehnt der Bürgermeister den Bau ab.
Premier Energy des Milliardärs Jiri Smejc expandiert ins Ausland – auf den Spuren von Křetínský und Tykač.
China und Russland stärken die Energiekooperation: Erste Brennelemente für VVER-1200-Reaktor in Tianwan.
Umfrage: Über 90 Prozent der Polen unterstützen den Bau eines Kernkraftwerks.
Fukushima ist in der Zeit stehen geblieben. Die Natur gedeiht hier – aber was, wenn die Menschen zurückkehren?
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In der Nähe von Temelín soll eine Müllverbrennungsanlage für gefährliche Abfälle entstehen. „Wir haben hier schon genug davon“, lehnt der Bürgermeister den Bau ab
29.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 11
Autor: Viktor Votruba
In Tschechien herrscht ein Mangel an Verbrennungsanlagen für gefährliche und industrielle Abfälle. Eine solche Anlage könnte nun in unmittelbarer Nähe des Kernkraftwerks Temelín entstehen. Geplant ist sie von der Firma Quail, die zur spanischen Gesellschaft FCC gehört. Sie soll auf dem Gelände Hůrka errichtet werden, wo das Unternehmen bereits Abfälle behandelt und verarbeitet. Die aufbereiteten Abfälle werden hier als Hauptbestandteil für die Herstellung von Rekultivierungsmaterialien genutzt. Die Gesamtkapazität der Anlage beträgt derzeit 170.000 Tonnen Abfall pro Jahr. Zusätzlich möchte das Unternehmen die erwähnte Verbrennungsanlage mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen errichten.
Laut dem Umweltministerium fehlt in Tschechien derzeit eine Kapazität für Verbrennungsanlagen von Industrie- und gefährlichen Abfällen in Höhe von 40.000 bis 50.000 Tonnen pro Jahr. Die Möglichkeit der Deponierung ist zudem begrenzt.
Das Projekt mit dem Namen Verbrennungsanlage für Industrieabfälle auf dem Gelände Hůrka befindet sich derzeit im Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Verfahren), die für diese Art von Anlagen verpflichtend ist.
Die Gemeinde Temelín will laut Bürgermeister Josef Váca die Anlage auf ihrem Gebiet nicht. „Nächste Woche werden wir dazu eine Sitzung des Gemeinderates abhalten, und unsere Stellungnahme dazu wird ablehnend sein“, teilte Váca der Zeitung Hospodářské noviny mit. Ob die Gemeinde dadurch dem Vorhaben tatsächlich Einhalt gebieten kann, weiß der Bürgermeister noch nicht. Er erwägt auch eine Petition.
Investition von einer bis zwei Milliarden….
Laut Bürgermeister ist die Region bereits jetzt durch Industrieprojekte überlastet. „Wir haben hier das Kernkraftwerk, dazu soll ein kleiner modularer Reaktor entstehen und zudem möglicherweise auch ein Tiefenlager für nuklearen Abfall. Das ist schon genug“, sagte der Bürgermeister.
Laut FCC würde die Verbrennungsanlage auf dem Gelände Hůrka als regionale Anlage nicht nur für Südböhmen betrieben werden. Die Investition wird auf ein bis zwei Milliarden Kronen geschätzt. „Die Amortisationszeit, wie bei allen vergleichbaren Anlagen, liegt bei etwa 15 Jahren“, erklärte die FCC-Sprecherin Kristina Jakubcová.
Technische Details….
Die Anlage ist als Einlinienverbrennungsanlage mit Drehofen und Nachbrennkammer konzipiert. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme soll zur Stromerzeugung in einer Kondensationsdampfturbine genutzt werden. Im Vollbetrieb würde die Anlage etwa 2,3 Megawatt elektrische Energie erzeugen, wovon rund 1,5 Megawatt ins Netz eingespeist würden. Eine Nutzung der Wärme für Fernwärme ist nicht vorgesehen, da laut Unterlagen in der Umgebung kein sinnvoller Einsatz möglich ist.
Die Technologie soll die Anforderungen der besten verfügbaren Techniken (BAT) erfüllen. Ein Bestandteil des Projekts ist eine mehrstufige Rauchgasreinigung, die trockene und nasse Verfahren sowie einen katalytischen Filter umfasst. Geruchsbelastungen sollen unter anderem durch Unterdruckbelüftung des Bunkers und Absaugung von Chemikalienlagern reduziert werden.
Die UVP-Dokumentation besagt, dass die negativen Auswirkungen auf Umwelt und öffentliche Gesundheit voraussichtlich nicht erheblich sein sollen. Die nächste Wohnbebauung befindet sich etwa 650 Meter von der geplanten Anlage entfernt.
Der Investor begründet das Projekt vor allem mit dem Ziel, die Deponierung energetisch verwertbarer Abfälle zu reduzieren und die Kapazitäten für deren Verarbeitung zu erhöhen. Das Vorhaben soll mit den Abfallwirtschaftsplänen der Südböhmischen Region sowie mit dem neu genehmigten nationalen Plan für den Zeitraum 2025–2035 übereinstimmen.
Ob und unter welchen Bedingungen die Verbrennungsanlage auf dem Gelände Hůrka errichtet werden kann, wird durch den weiteren Verlauf des UVP-Verfahrens entschieden, das vom Kreisamt der Südböhmischen Region geleitet wird. Für FCC wäre dies die erste Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle in Tschechien.
Neben der Anlage bei Temelín bereitet FCC außerdem eine Müllverbrennungsanlage für Haushaltsabfälle in Libiš im Bezirk Mělník vor, die sogenannte ZEVO (Anlage zur energetischen Verwertung von Abfällen). Für dieses Vorhaben liegt bereits eine positive UVP-Stellungnahme und ein erlassenes Raumordnungsbescheid vor (noch nicht rechtskräftig).
/gr/
Premier Energy des Milliardärs Jiri Smejc expandiert ins Ausland – auf den Spuren von Křetínský und Tykač
29.01.2026 ekonomicky denik
Autor: David Tramba
Die Firma Premier Energy Group, mehrheitlich im Besitz des tschechischen Unternehmers Jiří Šmejc, expandiert weiter im Energiesektor. Kürzlich übernahm das Unternehmen ein Portfolio von Windkraftanlagen in Nordwestungarn mit einer Gesamtleistung von 158 MW von Iberdrola für 128 Millionen Euro. Weitere 43 Millionen Euro erhielt Iberdrola durch Dividenden vor dem Verkauf.
Die Windparks wurden gemeinsam mit dem ungarischen Partner iG Tech Capital erworben. Premier Energy hatte zuvor bereits erneuerbare Energieanlagen von Iberdrola in Rumänien übernommen. Während sich Iberdrola aus Mittel- und Südosteuropa zurückzieht, baut Premier Energy seine Präsenz in der Region weiter aus.
Die Gruppe startete im Jahre 2013 in Rumänien mit der Übernahme regionaler Energieversorger, wurde dort zum drittgrößten Gasanbieter und expandierte im Jahre 2019 nach Moldawien. Seit 2022 investiert Premier Energy stark in Wind- und Solarkraftanlagen.
Der Börsengang in Bukarest im Mai 2024 steigerte die Markenbekanntheit: Der Aktienkurs stieg von 19,50 auf 35,50 Lei. Marktwert: 870 Millionen Euro. Mehrheitseigner bleibt Emma Capital mit 71,25 % der Aktien.
/Auszug aus dem Artikel/
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/miliardar-sm ... zahranici/
China und Russland stärken die Energiekooperation: Erste Brennelemente für VVER-1200-Reaktor in Tianwan
Autor: Jiří Salavec
27. Januar 2026, oenergetice.cz
Der neue Reaktor vom Typ VVER-1200 im chinesischen Kernkraftwerk Tianwan hat seine erste Lieferung von Kernbrennstoff erhalten. Geliefert wurde dieser vom russischen Unternehmen TVEL – der ersten Brennstofflieferung dieses Reaktortyps nach China. Im Kraftwerk an der Küste des Gelben Meeres entsteht derzeit ein Doppelblock, der noch in diesem und im nächsten Jahr in Betrieb gehen soll. Nach Fertigstellung wird das Kernkraftwerk Tianwan mit acht Blöcken und einer installierten Leistung von über 8 GW das größte Kernkraftwerk der Welt sein.
Das russische Unternehmen TVEL (Tochter der Energiegesellschaft Rosatom) gab bekannt, dass es den ersten Kernbrennstoff für den neuen chinesischen Block Tianwan 7 geliefert hat. Techniker werden nach Genehmigung im neuen VVER-1200-Reaktor mit der Beladung des Reaktorkerns beginnen können. Den Vertrag über den Bau der beiden Reaktoren in Tianwan schlossen China und Russland im Jahr 2018. Die offizielle Bauphase des ersten Blocks begann durch Rosatom im Mai 2021.
„Die erste Lieferung von Brennelementen für den VVER-1200-Reaktor markiert ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit mit unseren chinesischen Partnern. Für das Jahr 2026 planen wir die Lieferung von Brennstoff für drei weitere aktive Zonen in den Kernkraftwerken Tianwan und Xudapu. Dies stellt die größte Menge an Brennstoff dar, die jemals in einem einzigen Jahr geliefert wurde“, erklärte Oleg Grigoryev, Senior Vice President für Handel bei TVEL.
Der Brennstoff stammt aus der Produktionsstätte in Nowosibirsk, wo TVEL auch den Brennstoff für den achten Block des Kernkraftwerks Tianwan herstellt. Russland lieferte bisher Kernbrennstoff für VVER-1000-Reaktoren nach China, wobei ein Teil des Brennstoffs von chinesischer Seite unter Verwendung russischer Komponenten hergestellt wurde. TVEL gibt an, dass es bei den VVER-1200-Brennelementen ähnlich sein wird und dass auch die chinesische Fabrik in der Provinz Sichuan bereits auf die Herstellung vorbereitet wird.
Das zukünftige größte Kernkraftwerk der Welt….
Das Kernkraftwerk Tianwan verfügt derzeit über sechs in Betrieb befindliche Reaktorblöcke. Das erste Paar russischer VVER-1000 mit einer installierten Leistung von 990 MW (Netto) ging im Jahre 2007 in den kommerziellen Betrieb. Ein weiteres Paar VVER-1000-Blöcke mit erhöhter Leistung von 1060 MW (Netto) folgte in den Jahren 2017 und 2018. Die zuletzt in Betrieb genommenen beiden Blöcke (2020 und 2021) sind chinesische ACPR1000-Reaktoren mit einer installierten Leistung von 1000 MW (Netto).
„Insgesamt entwickelt sich unsere Partnerschaft mit CNNC sehr dynamisch und umfasst mehrere Bereiche – einschließlich der heimischen Herstellung und Lieferung von Brennstoff für Reaktoren mit schnellen Neutronen. Gleichzeitig ist das Potenzial unserer Zusammenarbeit im Bereich des nuklearen Brennstoffkreislaufs bei weitem noch nicht ausgeschöpft“, fügte Grigoryev hinzu.
Rosatom erwartet die Inbetriebnahme des letzten Paares von VVER-1200-Reaktoren noch in diesem und im nächsten Jahr. Jeder Block wird die installierte Leistung des Kernkraftwerks um weitere 1171 MW (Netto) erhöhen. Nach Inbetriebnahme aller acht Blöcke wird Tianwan das größte Kernkraftwerk der Welt mit einer installierten Leistung von 8442 MW (Netto) sein.
Quelle: https://oenergetice.cz/elektrarny-svet/ ... v-tianwanu
/gr/
Umfrage: Über 90 Prozent der Polen unterstützen den Bau eines Kernkraftwerks
ČTK
27. Januar 2026, oenergetice.cz
Mehr als 90 Prozent der Polen unterstützen den Bau eines Kernkraftwerks in Polen. Das geht aus einer Umfrage hervor, deren Ergebnisse vom polnischen Energieministerium veröffentlicht wurden. Fast 80 Prozent der Befragten hätten demnach auch keine Einwände, wenn das Kernkraftwerk in der Nähe ihres Wohnorts stünde, berichtet die Agentur PAP.
Über 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ein Kernkraftwerk die Energiesicherheit Polens stärken würde. Fast 90 Prozent glauben zudem, dass Kernenergie im Kampf gegen den Klimawandel hilft. Die Umfrage für das Ministerium wurde Ende November bis Dezember von der Firma ASM durchgeführt und umfasste 2000 Teilnehmer.
„Seit dem Jahr 2023 liegt die Unterstützung (für den Bau eines Kernkraftwerks) konstant über 90 Prozent, während die Zahl der Gegner zurückgeht“, erklärte der staatliche Kommissar für strategische Energieinfrastruktur, Wojciech Wrochna, bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse.
Er fügte hinzu, dass die öffentliche Unterstützung für den Bau eines Kernkraftwerks ebenso wichtig sei wie die Sicherstellung der notwendigen Finanzierung oder der Abschluss von Vereinbarungen zur Umsetzung des Projekts.
Polen plant den Bau seines ersten Kernkraftwerks in Lubiatowo-Kopalino im Norden des Landes an der Ostseeküste. Das Kraftwerk mit drei Reaktorblöcken, jeweils mit einer Kapazität von 1250 Megawatt, soll vom staatlichen Unternehmen Polskie Elektrownie Jądrowe (PEJ) in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Westinghouse errichtet werden. Der Baubeginn ist für das Jahr 2028 vorgesehen, der erste Reaktor soll im Jahre 2036 in Betrieb gehen.
Tschechien betreibt derzeit insgesamt sechs Kernreaktoren – vier in Dukovany und zwei in Temelín. Der Bau von zwei weiteren Blöcken in Dukovany ist geplant, der erste davon soll im Jahre 2036 fertiggestellt werden.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektrarny
/gr/
Fukushima ist in der Zeit stehen geblieben. Die Natur gedeiht hier – aber was, wenn die Menschen zurückkehren?
Autor: Jan Dvořák
29. Januar 2026, idnes.cz
Fünfzehn Jahre nach dem Tsunami, der die schwerste nukleare Katastrophe in der Geschichte Japans auslöste, sind auf den Straßen von Fukushima nur noch Bären, Waschbären und Wildschweine zu sehen. Behörden und einige Anwohner überlegen nun, wie eine Rückkehr in das Gebiet aussehen könnte, das sich inzwischen die Natur zurückerobert hat. Sie erwägen auch, ob oder wie große Teile des Gebiets dauerhaft der Natur überlassen werden sollten.
Fotogalerie bei Artikel: Im Inneren liegen immer noch Schulbücher auf den Bänken, auf dem Boden verstreut sind Federmäppchen und…
Die Bewohner der Stadt Okuma dürfen seit dem 3. Februar 2024 die städtischen Gebäude wieder betreten. Entlang der Flure stehen immer noch Schuhe, die die Kinder nicht mehr angezogen hatten, als ihre Stadt am 11. März 2011 von einem Erdbeben der Stärke 9 getroffen wurde, das die schlimmste Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl auslöste, schreibt The Guardian.
Unter den mehr als 300 Kindern, die an jenem Nachmittag aus der Schule flohen, war auch Kimuras siebenjährige Tochter Juna. Sie erreichte ihr Zuhause kurz bevor die zerstörerische Flutwelle eintraf, die über 20.000 Menschen an der Nordostküste Japans tötete. Juna starb an diesem Tag zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter.
Nach Jahren des Lebens in der „Evakuierung“ hat Kimura seinen Traum vom dauerhaften Zurückkehren auf das Küstengrundstück, auf dem einst seine Familie lebte – und wo die Hälfte ihrer Mitglieder ums Leben kam – nie aufgegeben. „Von unserem Haus sind nur noch die Fliesen am Haupteingang übrig“, sagt er. Alles, was er jetzt machen kann, ist, Unkraut und Gras zu entfernen. „Aber ich plane auf jeden Fall, eines Tages zurückzukehren“, sagt der Japaner.
Ökologisches Museum….
Mit der Rückkehr der Bewohner ergeben sich jedoch viele unbeantwortete Fragen. Kann die Population der Wildtiere, die sich seit der Katastrophe vermehrt hat, so kontrolliert werden, dass ein Zusammenleben mit Menschen möglich ist? Die Spuren der unaufhaltsamen Natur sind in Okuma und anderen Gemeinden im Schatten von Fukushima an jeder Ecke sichtbar. Gärten haben sich in Dschungel verwandelt, Häuser sind zu nächtlichen Zufluchtsorten – und Nahrungsquellen – für Wildschweine, Waschbären und Bären geworden, die nun frei auf den Straßen umherstreifen, wo seit langem keine öffentliche Beleuchtung mehr brennt.
Kimura wünscht sich, dass der Bereich in ein ökologisches Museum verwandelt wird, in dem Besucher über die Katastrophe von 2011 informiert werden können. „Die Umwandlung des gesamten Gebiets in ein Museum würde die Geschichte dieser verlorenen Region realistischer vermitteln und Lehren aus der Nuklearkatastrophe ziehen“, sagt er.
Ein Jahr nach der Katastrophe startete die japanische Regierung eine beispiellose Sanierung der radioaktiv belasteten Gebiete rund um Fukushima. Tausende Arbeiter entfernten kontaminierten Oberboden rund um Häuser, Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Gebäude, wodurch etwa 15 Millionen Kubikmeter Abfall entstanden, der derzeit in provisorischen Deponien in der Nähe des zerstörten Kraftwerks gelagert wird.
Die Sanierung betraf jedoch nicht die bewaldeten Bergregionen, die 70 Prozent des kontaminierten Gebiets ausmachen. Hier wurden erhöhte Werte des Radionuklids Cäsium-137 in Wäldern, Bächen und bei den dort lebenden Wildtieren festgestellt. Während die meisten landwirtschaftlichen Produkte aus Fukushima sicher sind, stehen einige Pilzarten, Bambussprossen und Wildschweine weiterhin auf der Liste verbotener Lebensmittel.
Thomas Hinton, emeritierter Professor der Fukushima-Universität, der umfangreiche Feldforschung zu Fauna und Flora im Katastrophengebiet durchgeführt hat, sagt, dass die Einschränkung menschlicher Nutzung der Gebiete ein sehr vorteilhafter Schritt wäre, auch wenn er politisch heikel sei, angesichts offizieller Kampagnen, die die Rückkehr der Menschen fördern.
„Die Menschen sind im Allgemeinen der Fluch der Natur, und wenn sie weg sind, gedeiht die Natur trotz der chronischen Strahlung“, sagt er. „Soweit ich weiß, scheinen weder die von der Katastrophe betroffenen Japaner noch die Politiker großes Interesse daran zu haben, ein solches Naturschutzgebiet in Fukushima zu schaffen.“
Alles in Ruhe lassen...
Auch der 77-jährige Sanjiro Sanpei verlor durch die Katastrophe seine Rinderfarm. Er hofft nun, dass er in sein Haus zurückkehren kann, aus dem er nach der Katastrophe zusammen mit seiner Frau geflohen war. „Sobald die Dekontaminationsarbeiten abgeschlossen sind, werden wir zurückkehren und die Schäden an unserem Haus reparieren. Aber ich werde älter, also weiß ich nicht, wie lange wir dort bleiben werden“, sagt der Japaner.
Nicht alle Evakuierten teilen jedoch seinen Optimismus. Im März 2025 betrug die Zahl der evakuierten Bewohner von sieben Städten und Dörfern in der Präfektur Fukushima 12.300 Personen – nur 17 Prozent der Gesamtbevölkerung vor der Katastrophe. Viele haben sich ein neues Leben anderswo aufgebaut.
Im Jahr 2023 änderte das japanische Parlament jedoch das Gesetz, um einzelnen Haushalten in diesen Zonen eine Rückkehr auf Grundlage individueller Bewertung zu ermöglichen, sofern ihre Häuser und Umgebung dekontaminiert wurden.
„Wir hätten nie gedacht, dass wir so lange weg sein würden“, sagt Sanpei. „Ich war überzeugt, dass wir innerhalb eines Jahres zurückkehren würden.“
Egal, welche physischen Veränderungen Fukushima in den kommenden Jahrzehnten erfahren wird – hier, bei dem Haus, das sie teilten, bevor es von den Wellen verschlungen wurde, fand Kimura etwas, das ihm Versöhnung bringen könnte. „Ich möchte, dass die Menschen hierherkommen und die Wahrheit darüber erfahren, was passiert ist. Ich bin überzeugt, dass ich, wenn ich weitersuche, die Überreste meiner Tochter finden werde. Aber ein großer Teil von mir denkt immer noch, dass es vielleicht am besten wäre, sie in Ruhe zu lassen“, schließt er.
Quelle: iDNES: https://www.idnes.cz/ekonomika/zahranic ... nicni_jadv
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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Inhalt:
In der Nähe von Temelín soll eine Müllverbrennungsanlage für gefährliche Abfälle entstehen. „Wir haben hier schon genug davon“, lehnt der Bürgermeister den Bau ab.
Premier Energy des Milliardärs Jiri Smejc expandiert ins Ausland – auf den Spuren von Křetínský und Tykač.
China und Russland stärken die Energiekooperation: Erste Brennelemente für VVER-1200-Reaktor in Tianwan.
Umfrage: Über 90 Prozent der Polen unterstützen den Bau eines Kernkraftwerks.
Fukushima ist in der Zeit stehen geblieben. Die Natur gedeiht hier – aber was, wenn die Menschen zurückkehren?
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In der Nähe von Temelín soll eine Müllverbrennungsanlage für gefährliche Abfälle entstehen. „Wir haben hier schon genug davon“, lehnt der Bürgermeister den Bau ab
29.01.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 11
Autor: Viktor Votruba
In Tschechien herrscht ein Mangel an Verbrennungsanlagen für gefährliche und industrielle Abfälle. Eine solche Anlage könnte nun in unmittelbarer Nähe des Kernkraftwerks Temelín entstehen. Geplant ist sie von der Firma Quail, die zur spanischen Gesellschaft FCC gehört. Sie soll auf dem Gelände Hůrka errichtet werden, wo das Unternehmen bereits Abfälle behandelt und verarbeitet. Die aufbereiteten Abfälle werden hier als Hauptbestandteil für die Herstellung von Rekultivierungsmaterialien genutzt. Die Gesamtkapazität der Anlage beträgt derzeit 170.000 Tonnen Abfall pro Jahr. Zusätzlich möchte das Unternehmen die erwähnte Verbrennungsanlage mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen errichten.
Laut dem Umweltministerium fehlt in Tschechien derzeit eine Kapazität für Verbrennungsanlagen von Industrie- und gefährlichen Abfällen in Höhe von 40.000 bis 50.000 Tonnen pro Jahr. Die Möglichkeit der Deponierung ist zudem begrenzt.
Das Projekt mit dem Namen Verbrennungsanlage für Industrieabfälle auf dem Gelände Hůrka befindet sich derzeit im Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Verfahren), die für diese Art von Anlagen verpflichtend ist.
Die Gemeinde Temelín will laut Bürgermeister Josef Váca die Anlage auf ihrem Gebiet nicht. „Nächste Woche werden wir dazu eine Sitzung des Gemeinderates abhalten, und unsere Stellungnahme dazu wird ablehnend sein“, teilte Váca der Zeitung Hospodářské noviny mit. Ob die Gemeinde dadurch dem Vorhaben tatsächlich Einhalt gebieten kann, weiß der Bürgermeister noch nicht. Er erwägt auch eine Petition.
Investition von einer bis zwei Milliarden….
Laut Bürgermeister ist die Region bereits jetzt durch Industrieprojekte überlastet. „Wir haben hier das Kernkraftwerk, dazu soll ein kleiner modularer Reaktor entstehen und zudem möglicherweise auch ein Tiefenlager für nuklearen Abfall. Das ist schon genug“, sagte der Bürgermeister.
Laut FCC würde die Verbrennungsanlage auf dem Gelände Hůrka als regionale Anlage nicht nur für Südböhmen betrieben werden. Die Investition wird auf ein bis zwei Milliarden Kronen geschätzt. „Die Amortisationszeit, wie bei allen vergleichbaren Anlagen, liegt bei etwa 15 Jahren“, erklärte die FCC-Sprecherin Kristina Jakubcová.
Technische Details….
Die Anlage ist als Einlinienverbrennungsanlage mit Drehofen und Nachbrennkammer konzipiert. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme soll zur Stromerzeugung in einer Kondensationsdampfturbine genutzt werden. Im Vollbetrieb würde die Anlage etwa 2,3 Megawatt elektrische Energie erzeugen, wovon rund 1,5 Megawatt ins Netz eingespeist würden. Eine Nutzung der Wärme für Fernwärme ist nicht vorgesehen, da laut Unterlagen in der Umgebung kein sinnvoller Einsatz möglich ist.
Die Technologie soll die Anforderungen der besten verfügbaren Techniken (BAT) erfüllen. Ein Bestandteil des Projekts ist eine mehrstufige Rauchgasreinigung, die trockene und nasse Verfahren sowie einen katalytischen Filter umfasst. Geruchsbelastungen sollen unter anderem durch Unterdruckbelüftung des Bunkers und Absaugung von Chemikalienlagern reduziert werden.
Die UVP-Dokumentation besagt, dass die negativen Auswirkungen auf Umwelt und öffentliche Gesundheit voraussichtlich nicht erheblich sein sollen. Die nächste Wohnbebauung befindet sich etwa 650 Meter von der geplanten Anlage entfernt.
Der Investor begründet das Projekt vor allem mit dem Ziel, die Deponierung energetisch verwertbarer Abfälle zu reduzieren und die Kapazitäten für deren Verarbeitung zu erhöhen. Das Vorhaben soll mit den Abfallwirtschaftsplänen der Südböhmischen Region sowie mit dem neu genehmigten nationalen Plan für den Zeitraum 2025–2035 übereinstimmen.
Ob und unter welchen Bedingungen die Verbrennungsanlage auf dem Gelände Hůrka errichtet werden kann, wird durch den weiteren Verlauf des UVP-Verfahrens entschieden, das vom Kreisamt der Südböhmischen Region geleitet wird. Für FCC wäre dies die erste Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle in Tschechien.
Neben der Anlage bei Temelín bereitet FCC außerdem eine Müllverbrennungsanlage für Haushaltsabfälle in Libiš im Bezirk Mělník vor, die sogenannte ZEVO (Anlage zur energetischen Verwertung von Abfällen). Für dieses Vorhaben liegt bereits eine positive UVP-Stellungnahme und ein erlassenes Raumordnungsbescheid vor (noch nicht rechtskräftig).
/gr/
Premier Energy des Milliardärs Jiri Smejc expandiert ins Ausland – auf den Spuren von Křetínský und Tykač
29.01.2026 ekonomicky denik
Autor: David Tramba
Die Firma Premier Energy Group, mehrheitlich im Besitz des tschechischen Unternehmers Jiří Šmejc, expandiert weiter im Energiesektor. Kürzlich übernahm das Unternehmen ein Portfolio von Windkraftanlagen in Nordwestungarn mit einer Gesamtleistung von 158 MW von Iberdrola für 128 Millionen Euro. Weitere 43 Millionen Euro erhielt Iberdrola durch Dividenden vor dem Verkauf.
Die Windparks wurden gemeinsam mit dem ungarischen Partner iG Tech Capital erworben. Premier Energy hatte zuvor bereits erneuerbare Energieanlagen von Iberdrola in Rumänien übernommen. Während sich Iberdrola aus Mittel- und Südosteuropa zurückzieht, baut Premier Energy seine Präsenz in der Region weiter aus.
Die Gruppe startete im Jahre 2013 in Rumänien mit der Übernahme regionaler Energieversorger, wurde dort zum drittgrößten Gasanbieter und expandierte im Jahre 2019 nach Moldawien. Seit 2022 investiert Premier Energy stark in Wind- und Solarkraftanlagen.
Der Börsengang in Bukarest im Mai 2024 steigerte die Markenbekanntheit: Der Aktienkurs stieg von 19,50 auf 35,50 Lei. Marktwert: 870 Millionen Euro. Mehrheitseigner bleibt Emma Capital mit 71,25 % der Aktien.
/Auszug aus dem Artikel/
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/miliardar-sm ... zahranici/
China und Russland stärken die Energiekooperation: Erste Brennelemente für VVER-1200-Reaktor in Tianwan
Autor: Jiří Salavec
27. Januar 2026, oenergetice.cz
Der neue Reaktor vom Typ VVER-1200 im chinesischen Kernkraftwerk Tianwan hat seine erste Lieferung von Kernbrennstoff erhalten. Geliefert wurde dieser vom russischen Unternehmen TVEL – der ersten Brennstofflieferung dieses Reaktortyps nach China. Im Kraftwerk an der Küste des Gelben Meeres entsteht derzeit ein Doppelblock, der noch in diesem und im nächsten Jahr in Betrieb gehen soll. Nach Fertigstellung wird das Kernkraftwerk Tianwan mit acht Blöcken und einer installierten Leistung von über 8 GW das größte Kernkraftwerk der Welt sein.
Das russische Unternehmen TVEL (Tochter der Energiegesellschaft Rosatom) gab bekannt, dass es den ersten Kernbrennstoff für den neuen chinesischen Block Tianwan 7 geliefert hat. Techniker werden nach Genehmigung im neuen VVER-1200-Reaktor mit der Beladung des Reaktorkerns beginnen können. Den Vertrag über den Bau der beiden Reaktoren in Tianwan schlossen China und Russland im Jahr 2018. Die offizielle Bauphase des ersten Blocks begann durch Rosatom im Mai 2021.
„Die erste Lieferung von Brennelementen für den VVER-1200-Reaktor markiert ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit mit unseren chinesischen Partnern. Für das Jahr 2026 planen wir die Lieferung von Brennstoff für drei weitere aktive Zonen in den Kernkraftwerken Tianwan und Xudapu. Dies stellt die größte Menge an Brennstoff dar, die jemals in einem einzigen Jahr geliefert wurde“, erklärte Oleg Grigoryev, Senior Vice President für Handel bei TVEL.
Der Brennstoff stammt aus der Produktionsstätte in Nowosibirsk, wo TVEL auch den Brennstoff für den achten Block des Kernkraftwerks Tianwan herstellt. Russland lieferte bisher Kernbrennstoff für VVER-1000-Reaktoren nach China, wobei ein Teil des Brennstoffs von chinesischer Seite unter Verwendung russischer Komponenten hergestellt wurde. TVEL gibt an, dass es bei den VVER-1200-Brennelementen ähnlich sein wird und dass auch die chinesische Fabrik in der Provinz Sichuan bereits auf die Herstellung vorbereitet wird.
Das zukünftige größte Kernkraftwerk der Welt….
Das Kernkraftwerk Tianwan verfügt derzeit über sechs in Betrieb befindliche Reaktorblöcke. Das erste Paar russischer VVER-1000 mit einer installierten Leistung von 990 MW (Netto) ging im Jahre 2007 in den kommerziellen Betrieb. Ein weiteres Paar VVER-1000-Blöcke mit erhöhter Leistung von 1060 MW (Netto) folgte in den Jahren 2017 und 2018. Die zuletzt in Betrieb genommenen beiden Blöcke (2020 und 2021) sind chinesische ACPR1000-Reaktoren mit einer installierten Leistung von 1000 MW (Netto).
„Insgesamt entwickelt sich unsere Partnerschaft mit CNNC sehr dynamisch und umfasst mehrere Bereiche – einschließlich der heimischen Herstellung und Lieferung von Brennstoff für Reaktoren mit schnellen Neutronen. Gleichzeitig ist das Potenzial unserer Zusammenarbeit im Bereich des nuklearen Brennstoffkreislaufs bei weitem noch nicht ausgeschöpft“, fügte Grigoryev hinzu.
Rosatom erwartet die Inbetriebnahme des letzten Paares von VVER-1200-Reaktoren noch in diesem und im nächsten Jahr. Jeder Block wird die installierte Leistung des Kernkraftwerks um weitere 1171 MW (Netto) erhöhen. Nach Inbetriebnahme aller acht Blöcke wird Tianwan das größte Kernkraftwerk der Welt mit einer installierten Leistung von 8442 MW (Netto) sein.
Quelle: https://oenergetice.cz/elektrarny-svet/ ... v-tianwanu
/gr/
Umfrage: Über 90 Prozent der Polen unterstützen den Bau eines Kernkraftwerks
ČTK
27. Januar 2026, oenergetice.cz
Mehr als 90 Prozent der Polen unterstützen den Bau eines Kernkraftwerks in Polen. Das geht aus einer Umfrage hervor, deren Ergebnisse vom polnischen Energieministerium veröffentlicht wurden. Fast 80 Prozent der Befragten hätten demnach auch keine Einwände, wenn das Kernkraftwerk in der Nähe ihres Wohnorts stünde, berichtet die Agentur PAP.
Über 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ein Kernkraftwerk die Energiesicherheit Polens stärken würde. Fast 90 Prozent glauben zudem, dass Kernenergie im Kampf gegen den Klimawandel hilft. Die Umfrage für das Ministerium wurde Ende November bis Dezember von der Firma ASM durchgeführt und umfasste 2000 Teilnehmer.
„Seit dem Jahr 2023 liegt die Unterstützung (für den Bau eines Kernkraftwerks) konstant über 90 Prozent, während die Zahl der Gegner zurückgeht“, erklärte der staatliche Kommissar für strategische Energieinfrastruktur, Wojciech Wrochna, bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse.
Er fügte hinzu, dass die öffentliche Unterstützung für den Bau eines Kernkraftwerks ebenso wichtig sei wie die Sicherstellung der notwendigen Finanzierung oder der Abschluss von Vereinbarungen zur Umsetzung des Projekts.
Polen plant den Bau seines ersten Kernkraftwerks in Lubiatowo-Kopalino im Norden des Landes an der Ostseeküste. Das Kraftwerk mit drei Reaktorblöcken, jeweils mit einer Kapazität von 1250 Megawatt, soll vom staatlichen Unternehmen Polskie Elektrownie Jądrowe (PEJ) in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Westinghouse errichtet werden. Der Baubeginn ist für das Jahr 2028 vorgesehen, der erste Reaktor soll im Jahre 2036 in Betrieb gehen.
Tschechien betreibt derzeit insgesamt sechs Kernreaktoren – vier in Dukovany und zwei in Temelín. Der Bau von zwei weiteren Blöcken in Dukovany ist geplant, der erste davon soll im Jahre 2036 fertiggestellt werden.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... elektrarny
/gr/
Fukushima ist in der Zeit stehen geblieben. Die Natur gedeiht hier – aber was, wenn die Menschen zurückkehren?
Autor: Jan Dvořák
29. Januar 2026, idnes.cz
Fünfzehn Jahre nach dem Tsunami, der die schwerste nukleare Katastrophe in der Geschichte Japans auslöste, sind auf den Straßen von Fukushima nur noch Bären, Waschbären und Wildschweine zu sehen. Behörden und einige Anwohner überlegen nun, wie eine Rückkehr in das Gebiet aussehen könnte, das sich inzwischen die Natur zurückerobert hat. Sie erwägen auch, ob oder wie große Teile des Gebiets dauerhaft der Natur überlassen werden sollten.
Fotogalerie bei Artikel: Im Inneren liegen immer noch Schulbücher auf den Bänken, auf dem Boden verstreut sind Federmäppchen und…
Die Bewohner der Stadt Okuma dürfen seit dem 3. Februar 2024 die städtischen Gebäude wieder betreten. Entlang der Flure stehen immer noch Schuhe, die die Kinder nicht mehr angezogen hatten, als ihre Stadt am 11. März 2011 von einem Erdbeben der Stärke 9 getroffen wurde, das die schlimmste Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl auslöste, schreibt The Guardian.
Unter den mehr als 300 Kindern, die an jenem Nachmittag aus der Schule flohen, war auch Kimuras siebenjährige Tochter Juna. Sie erreichte ihr Zuhause kurz bevor die zerstörerische Flutwelle eintraf, die über 20.000 Menschen an der Nordostküste Japans tötete. Juna starb an diesem Tag zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter.
Nach Jahren des Lebens in der „Evakuierung“ hat Kimura seinen Traum vom dauerhaften Zurückkehren auf das Küstengrundstück, auf dem einst seine Familie lebte – und wo die Hälfte ihrer Mitglieder ums Leben kam – nie aufgegeben. „Von unserem Haus sind nur noch die Fliesen am Haupteingang übrig“, sagt er. Alles, was er jetzt machen kann, ist, Unkraut und Gras zu entfernen. „Aber ich plane auf jeden Fall, eines Tages zurückzukehren“, sagt der Japaner.
Ökologisches Museum….
Mit der Rückkehr der Bewohner ergeben sich jedoch viele unbeantwortete Fragen. Kann die Population der Wildtiere, die sich seit der Katastrophe vermehrt hat, so kontrolliert werden, dass ein Zusammenleben mit Menschen möglich ist? Die Spuren der unaufhaltsamen Natur sind in Okuma und anderen Gemeinden im Schatten von Fukushima an jeder Ecke sichtbar. Gärten haben sich in Dschungel verwandelt, Häuser sind zu nächtlichen Zufluchtsorten – und Nahrungsquellen – für Wildschweine, Waschbären und Bären geworden, die nun frei auf den Straßen umherstreifen, wo seit langem keine öffentliche Beleuchtung mehr brennt.
Kimura wünscht sich, dass der Bereich in ein ökologisches Museum verwandelt wird, in dem Besucher über die Katastrophe von 2011 informiert werden können. „Die Umwandlung des gesamten Gebiets in ein Museum würde die Geschichte dieser verlorenen Region realistischer vermitteln und Lehren aus der Nuklearkatastrophe ziehen“, sagt er.
Ein Jahr nach der Katastrophe startete die japanische Regierung eine beispiellose Sanierung der radioaktiv belasteten Gebiete rund um Fukushima. Tausende Arbeiter entfernten kontaminierten Oberboden rund um Häuser, Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Gebäude, wodurch etwa 15 Millionen Kubikmeter Abfall entstanden, der derzeit in provisorischen Deponien in der Nähe des zerstörten Kraftwerks gelagert wird.
Die Sanierung betraf jedoch nicht die bewaldeten Bergregionen, die 70 Prozent des kontaminierten Gebiets ausmachen. Hier wurden erhöhte Werte des Radionuklids Cäsium-137 in Wäldern, Bächen und bei den dort lebenden Wildtieren festgestellt. Während die meisten landwirtschaftlichen Produkte aus Fukushima sicher sind, stehen einige Pilzarten, Bambussprossen und Wildschweine weiterhin auf der Liste verbotener Lebensmittel.
Thomas Hinton, emeritierter Professor der Fukushima-Universität, der umfangreiche Feldforschung zu Fauna und Flora im Katastrophengebiet durchgeführt hat, sagt, dass die Einschränkung menschlicher Nutzung der Gebiete ein sehr vorteilhafter Schritt wäre, auch wenn er politisch heikel sei, angesichts offizieller Kampagnen, die die Rückkehr der Menschen fördern.
„Die Menschen sind im Allgemeinen der Fluch der Natur, und wenn sie weg sind, gedeiht die Natur trotz der chronischen Strahlung“, sagt er. „Soweit ich weiß, scheinen weder die von der Katastrophe betroffenen Japaner noch die Politiker großes Interesse daran zu haben, ein solches Naturschutzgebiet in Fukushima zu schaffen.“
Alles in Ruhe lassen...
Auch der 77-jährige Sanjiro Sanpei verlor durch die Katastrophe seine Rinderfarm. Er hofft nun, dass er in sein Haus zurückkehren kann, aus dem er nach der Katastrophe zusammen mit seiner Frau geflohen war. „Sobald die Dekontaminationsarbeiten abgeschlossen sind, werden wir zurückkehren und die Schäden an unserem Haus reparieren. Aber ich werde älter, also weiß ich nicht, wie lange wir dort bleiben werden“, sagt der Japaner.
Nicht alle Evakuierten teilen jedoch seinen Optimismus. Im März 2025 betrug die Zahl der evakuierten Bewohner von sieben Städten und Dörfern in der Präfektur Fukushima 12.300 Personen – nur 17 Prozent der Gesamtbevölkerung vor der Katastrophe. Viele haben sich ein neues Leben anderswo aufgebaut.
Im Jahr 2023 änderte das japanische Parlament jedoch das Gesetz, um einzelnen Haushalten in diesen Zonen eine Rückkehr auf Grundlage individueller Bewertung zu ermöglichen, sofern ihre Häuser und Umgebung dekontaminiert wurden.
„Wir hätten nie gedacht, dass wir so lange weg sein würden“, sagt Sanpei. „Ich war überzeugt, dass wir innerhalb eines Jahres zurückkehren würden.“
Egal, welche physischen Veränderungen Fukushima in den kommenden Jahrzehnten erfahren wird – hier, bei dem Haus, das sie teilten, bevor es von den Wellen verschlungen wurde, fand Kimura etwas, das ihm Versöhnung bringen könnte. „Ich möchte, dass die Menschen hierherkommen und die Wahrheit darüber erfahren, was passiert ist. Ich bin überzeugt, dass ich, wenn ich weitersuche, die Überreste meiner Tochter finden werde. Aber ein großer Teil von mir denkt immer noch, dass es vielleicht am besten wäre, sie in Ruhe zu lassen“, schließt er.
Quelle: iDNES: https://www.idnes.cz/ekonomika/zahranic ... nicni_jadv
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien vom 30.1.2026:
Inhalt:
Bei Temelín wird auch Abfall aus Leichenhallen verbrannt.
Dukovany investiert in die Moderniserung und plant einen Betrieb von 60 Jahren.
Gespräch mit Adéla Chalupová, Operateurin im Atomkraftwerk Temelin.
In Temelín haben die Benefiz-Frühstücke begonnen.
ČEZ senkte die fixierten Energiepreise im Jahresvergleich um bis zu mehrere zehn Prozent.
Riskantes Spiel. Tschechien verfügt nur noch über Gasreserven für 44 Tage, Lieferungen stocken
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Bei Temelín wird auch Abfall aus Leichenhallen verbrannt
30.01.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Rubrik: Südböhmen ~ Seite: 9
In der Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle am Standort Hůrka sollen jährlich bis zu 20.000 Tonnen Material entsorgt werden.
TEMELÍN
Industrieprojekte verändern unwiderruflich die einst landwirtschaftlich geprägte Landschaft in der Nähe von Týn nad Vltavou im Bezirk Budweis. Alles begann mit dem riesigen Areal des Kernkraftwerks Temelín, dessen Kühltürme sogar vom Böhmerwald aus sichtbar sind. Nun werden dort weitere energiebezogene Projekte vorbereitet.
Das jüngste Vorhaben ist die Vorbereitung einer Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle, die die Handelsgesellschaft Quail am Standort Hůrka errichten möchte. In einem Ofen sollen jährlich bis zu 20.000 Tonnen Material beseitigt und daraus Strom erzeugt werden. Zu den Brennstoffen soll auch biologischer Abfall aus dem Gesundheitswesen gehören, etwa aus Leichenhallen. Das Unternehmen mit österreichischem Kapital hat das Vorhaben dieser Tage auf der Amtstafel der Region bekannt gemacht. Auf dem Grundstück wurde ursprünglich Aushubmaterial aus dem Bau des Kernkraftwerks gelagert, später dann Aschen aus Heizkraftwerken, die zur Verfüllung von Absetzbecken im nahe gelegenen Standort Mydlovary dienten. Das Projekt der Firma Quail wird nun im Hinblick auf seine Umweltauswirkungen geprüft.
Betroffene Gemeinden, Institutionen und die Öffentlichkeit können sich innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung auf der regionalen Amtstafel zu dem Vorhaben äußern. Das bedeutet bis zum 22. Februar.
Die Selbstverwaltungen der umliegenden Gemeinden wie Temelín, Olešník oder Mydlovary interessieren sich vor allem für die Verkehrsfrage. Im Zusammenhang mit weiteren geplanten Industrieprojekten in dieser Mikroregion soll das Verkehrsaufkommen spürbar zunehmen. Die Anlage soll auf dem Katastergebiet der Gemeinde Temelín errichtet werden. „Wir werden dazu Gespräche führen“, erklärte der Temelíner Bürgermeister Josef Váca.
Nach der Verbrennung bleiben jährlich rund 7.000 Tonnen gefährlicher Abfälle in Form von Schlacke und Flugasche zurück. Wohin dieses Material transportiert werden soll, ist im Dokument nicht angegeben.
„Die Schlacke wird gemäß der geltenden Gesetzgebung auf Deponien für gefährliche Abfälle verbracht. Das Unternehmen FCC betreibt in der Tschechischen Republik zwei solche Deponien. Ebenso wird dort die Flugasche entsorgt. Im Areal Mydlovary ist eine Ablagerung dieses Abfalls nicht möglich“, sagte Kristina Jakubcová, Sprecherin von FCC. Dieses Unternehmen mit österreichischem Kapital gehört zusammen mit der Firma Quail zu derselben Unternehmensgruppe.
Außer der genannten Verbrennungsanlage werden in der Umgebung von Temelín in naher oder fernerer Zukunft weitere Projekte vorbereitet. Dazu gehören beispielsweise die Erweiterung des Lagers für abgebrannte Kernbrennstoffe im Areal des Kernkraftwerks Temelín oder der Bau klassischer beziehungsweise modularer Reaktoren. Damit verbunden ist auch der Ausbau der Stromverteilnetze sowie der Zuleitung von Kühlwasser aus dem Stausee Hněvkovice.
In der Nähe befindet sich außerdem der Standort Janoch, der zu den vier in Tschechien ausgewählten Gebieten für den Bau eines tiefen geologischen Endlagers für radioaktive Abfälle gehört. Gerade in dessen Nähe soll die Verbrennungsanlage Hůrka entstehen. Vor der Zerstörung der gesamten lokalen Landschaft warnt unter anderem der Verein Calla. Laut Edvard Sequens würde sich der Raum dadurch grundlegend verändern. Sollte der Staat Janoch als Standort für ein endgültiges unterirdisches Endlager radioaktiver Abfälle auswählen, würde dies eine Bebauung von 23,5 Hektar, Stollen mit einer Tiefe von einem halben Kilometer sowie den Abbau von zwei Millionen Kubikmetern Erdmaterial bedeuten.
Gegen die geologische Erkundung für das Endlager ebenso wie gegen dessen eigentlichen Bau sprechen sich alle umliegenden Gemeinden aus. Diese Gemeinden im Bezirk Budweis wehren sich sogar mit einer Klage gegen das Umweltministerium. In der ersten Instanz sind sie unterlegen. Laut dem Urteil des Prager Gerichts vom vergangenen Dezember, das MF DNES vorliegt, können sie sich gegen die geologische Erkundung nicht mit Argumenten wie einer Verletzung des öffentlichen Interesses wehren.
Auch Bürgermeister Váca nimmt die Veränderung der Landschaft rund um Temelín hin zu einem Industriegebiet wahr. Sollten die genannten Projekte umgesetzt werden, werde innerhalb von zehn Jahren der Schwerlastverkehr sprunghaft zunehmen, ebenso wie die Zahl neuer Arbeitskräfte, die irgendwo untergebracht werden müssten.
„Ihre Unterbringung ist Sache der Investoren. Wir planen keinen Bau von Wohnblocks, dafür haben wir keine Grundstücke. Wenn sich eines findet, etwa nach landwirtschaftlicher Nutzung, ist es für uns zu teuer. Der Schwerlastverkehr bereitet uns natürlich Sorgen, die örtlichen Straßen werden zerstört“, bestätigte Váca.
Der Bau des Kernkraftwerks selbst hat seit der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre sechs Gemeinden zerstört und mehrere Hundert Menschen zur Umsiedlung gezwungen. In der Vergangenheit lebten die Menschen hier überwiegend von der Landwirtschaft.
/gr/
Dukovany investiert in die Moderniserung und plant einen Betrieb von 60 Jahren
30.01.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Rubrik: Vysočina - Seite: 9
Modernisierung für 4,4 Milliarden Kronen betrifft Reaktor und Generatoren
DUKOVANY
Das Kernkraftwerk Dukovany wird in diesem Jahr Modernisierungen und Investitionen zur Erhöhung der Sicherheit und Effizienz seines Betriebs in Höhe von 4,4 Milliarden Kronen durchführen. Das Ziel der Investitionen ist es, dass das Kraftwerk insgesamt 60 Jahre oder länger betrieben werden kann. Dies teilte gestern der Sprecher des Kraftwerks, Jiří Bezděk, am Ende einer außerordentlich organisierten Besichtigung des Reaktorsaals, der Maschinenhalle und des Zwischenlagers für abgebrannte Kernbrennstoffe mit.
„Während der Abschaltung des Blocks 1 führen wir Wartungs- und Modernisierungsarbeiten an einem Teil des Primärkreislaufs durch, für die es notwendig war, den Wasserstand im Reaktor abzusenken. Das ist nur möglich, wenn der Brennstoff ausgelagert ist. Darin war die jetzige Abschaltung außergewöhnlich – so etwas wird einmal in acht Jahren gemacht“, sagte Bezděk. Der Block soll etwa Mitte Februar wieder angefahren werden.
Ein Teil der Block-Abschaltung ist auch die Reinigung eines der Dampferzeuger. „Für diese Reinigung ist es gelungen, eine einzigartige Technologie zu entwickeln, dank derer wir jährlich mehrere Hundert Kilogramm mineralischer Ablagerungen aus dem Generator entfernen und so seinen guten Zustand weiter erhalten und seine Lebensdauer verlängern können“, ergänzte Bezděk. In der Maschinenhalle der Blöcke 1 und 2 montierten Techniker gestern die Dampfturbinen und führten die sogenannte Ölspülung durch, mit der die Montage abgeschlossen wird. Außerdem arbeiteten sie im Bereich der Hauptumwälzpumpen mit den Absperrarmaturen.
Die Dampferzeuger – von Energieexperten als das Herz des Kraftwerks bezeichnet – befinden sich in einem hermetischen Raum, in dem sie ringförmig angeordnet sind. „Dieser Bereich kann nur während einer Reaktorabschaltung betreten werden“, merkte Bezděk an.
Die Dampferzeuger sind zylindrische Behälter mit einer Länge von zwölf Metern und einem Durchmesser von drei Metern. Jeder von ihnen enthält fünfeinhalbtausend Röhrchen, die die Wärme zwischen dem Primär- und dem Sekundärkreislauf übertragen.
Die in diesem Jahr beginnende Modernisierung der Maschinenhallen wird – abhängig von den Abschaltungen der einzelnen Blöcke – Turbinen, Pumpen und weitere Anlagen betreffen.
Das Kraftwerk führt außerdem neue Wartungs-, Diagnose- und Kontrolltechnologien ein. „Wir wollen neue Schweißverfahren, den Korrosionsschutz von Anlagen, aber auch Drohnen und Elemente der künstlichen Intelligenz voll ausschöpfen. Gleichzeitig werden wir jene Tätigkeiten weiter systematisch digitalisieren, bei denen dies sinnvoll ist“, erklärte Bohdan Zronek, Direktor der Division Kernenergie von ČEZ.
Modernisierung soll auch die Leistung erhöhen….
Auslöser für den Start des Projekts war das nahende Ende der Lebensdauer von Teilen der Rotoren der Turbogeneratoren sowie die Vorbereitung auf die Abführung von Wärme in eine Fernwärmeleitung nach Brünn. Experten werden sich auch mit Generatoren, Dampfabscheidern, Kondensatoren sowie mit Anlagen befassen, die die elektrische Leistung aus dem Kraftwerk abführen. „Die Modernisierung der Maschinenhallen könnte eine Erhöhung der elektrischen Leistung eines Blocks um mehrere Megawatt bringen“, informierte Kraftwerksdirektor Roman Havlín.
Im Kraftwerk arbeiten derzeit 1.780 Beschäftigte mit einem Durchschnittsalter von etwa 42 Jahren. „Knapp die Hälfte von ihnen verfügt über einen Hochschulabschluss“, stellte Bezděk fest. Der erste Block des Kernkraftwerks Dukovany wurde im Jahre 1985 in Betrieb genommen, der letzte, vierte Block folgte zwei Jahre später. Die aktuelle Leistung jedes Blocks nach der Leistungssteigerung beträgt 512 Megawatt.
Das Zwischenlager für Kernbrennstoffe in Dukovany enthält sämtlichen abgebrannten Brennstoff, der seit der Inbetriebnahme des Kraftwerks dort angefallen ist. „Derzeit sind es etwa 125 Behälter, in jedem befinden sich 84 Brennelemente. Es gibt noch Platz für weitere fünfundzwanzig Jahre Betrieb, die Kapazität ist also ausreichend“, sagte Bezděk. Die Reaktoren in Dukovany können aus dem Brennstoff lediglich vier Prozent der Energie nutzen, der Rest verbleibt für eine mögliche Nutzung in der Zukunft.
Tomáš Blažek,
Redakteur MF DNES
/gr/
Gespräch mit Adéla Chalupová, Operateurin im Atomkraftwerk Temelin
30.01.2026, Tageszeitung Hospodářské noviny Interview – Seite 20
Autor: Jan Brož
Kernenergieingenieurin, Wissenschaftskommunikatorin
In ihrer Position als Operateurin im Kernkraftwerk Temelín produziert sie Strom und Wärme für Tschechien. Gleichzeitig wirbt die achtundzwanzigjährige Adéla Chalupová als Fan leistungsstarker Maschinen auch in den sozialen Netzwerken für die Kernenergie.
Wie sie zu dieser prestigeträchtigen Position gekommen ist, wie ihre Arbeit aussieht und wozu ihr ein Rhetorikkurs im Kernkraftwerk gedient hat?Während der sogenannten „grünen“ Schicht gehört d er linke vordere Platz am Steuerpult der Leitwarte des zweiten Blocks des Kernkraftwerks Temelín Adéla Chalupová. Diese Position ist für die Operateurin des Sekundärkreislaufs vorgesehen, die für den Betrieb der Turbine und die Einspeisung des Stroms ins Netz verantwortlich ist. Während ihres Dienstes hat die junge Frau somit die Kontrolle über 1125 Megawatt – die leistungsstärkste Anlage in ganz Tschechien. Diese Arbeit kann definitiv nicht jeder ausüben. Weniger als ein Viertel der Bewerber besteht die psychologischen Tests für Operateure von Kernkraftwerken.
Dass sie Operateurin werden wollte, war Chalupová schon lange klar. Sie zögerte lediglich, ob sie statt in einem Kernkraftwerk lieber den Flugverkehr leiten sollte. Heute ist sie jedoch froh, dass sie keine Flugzeuge „in eine Warteschlange einreiht“. Das mehrere Stunden dauernde Hochfahren des Blocks nach einer Abschaltung ist für sie eine faszinierende und dynamische Arbeit.
• Neulich hat mich eine Werbung von ČEZ in den sozialen Netzwerken überrascht, mit der Menschen für Stellen als Operateure von Kernkraftwerken angeworben wurden. Wahrscheinlich reicht es aber nicht, einfach anzurufen und einen Lebenslauf zu schicken. Was muss man alles machen, um Operateur in Temelín zu werden?
-Antwort: Ein paar Leute haben tatsächlich einfach angerufen … Mich hat diese Anzeige auch überrascht. Sogar vor meinem Wohnhaus steht auf dem Parkplatz ein ähnliches großes Billboard. Die Verbindung entsteht jedoch meist schon während des Studiums, da Studierende technischer Universitäten zu sogenannten Sommeruniversitäten in Kernkraftwerke fahren. Das ist ein freiwilliges zweiwöchiges Praktikum, im Grunde so etwas wie ein Camp. Die Studierenden verbringen dort vierzehn Tage, erhalten Unterkunft und Verpflegung von ČEZ und gehen in den Betrieb. Sie werden von Mitarbeitenden geführt, die dort arbeiten, hören viele interessante Vorträge, und nachmittags gibt es verschiedene Exkursionen. Im Rahmen der Sommeruniversität findet auch ein erster psychologischer Test statt, bei dem Personen ausgewählt werden, die eventuell als Operateure geeignet wären. Diese gehen anschließend zu erweiterten psychologischen Tests.
• Das heißt, der psychologische Test findet schon während des Studiums statt?
-Antwort: Ich habe ihn im dritten Studienjahr gemacht. Schon damals wusste ich, dass ich in Temelín arbeiten werde. Für den Rest des Studiums erhielt ich ein Stipendium von ČEZ. Die meisten Operateure werden also bereits an der Hochschule „rekrutiert“.
• Woran scheitern mehr Menschen – an der Ausbildung selbst oder am Psychotest?
-Antwort: Zum Psychotest gehen Menschen, die bereits eine technische Hochschule besuchen, also lernbereit sind und Hindernisse überwinden wollen. Es handelt sich also nicht um eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung. Weniger als ein Viertel der Bewerber besteht den Psychotest. Wer durchfällt, ist nicht dumm oder schlecht, sondern schlicht nicht für die Arbeit eines AKW- Operateurs geeignet. Diese Arbeit besteht zu einem großen Teil aus Routine – man muss über längere Zeit aufmerksam bleiben, auch wenn nichts passiert, und sich dann im Problemfall sehr schnell umstellen können. Im Rahmen der Psychotests wird auch die Fähigkeit geprüft, Regeln einzuhalten, da wir strikt nach festgelegten Verfahren arbeiten. Alles hat ein genau definiertes System, und man kann sich keine eigenen Vorgehensweisen ausdenken, selbst wenn man sie in dem Moment für besser hält.
• Ein fleißiger Mensch kann ein anspruchsvolles Studium vermutlich auch dann schaffen, wenn ihm nicht unbedingt die richtigen Voraussetzungen mitgegeben wurden. Für das Bestehen des Psychotests braucht man aber wohl angeborene Charaktereigenschaften, die man nicht erlernen kann. Ist das so?
-Antwort: Ganz genau. Wenn sich jemand ins Studium reinhängt, bringt er es irgendwie zu Ende, aber der Psychotest untersucht, wie sich jemand in verschiedenen Situationen verhält und was für ein Mensch er ist. Das lässt sich nicht umgehen.
• Welche Eigenschaften sind das bei Ihnen?
-Antwort: Auf jeden Fall Regelkonformität und Verantwortungsbewusstsein. Ich habe keine Tendenz, mir Dinge auszudenken oder Individualistin zu sein. Die Arbeit eines Operateurs ist außerdem stark teamorientiert. Wenn jemand nur für sich selbst arbeitet, führt das nicht zum Erfolg. Wir müssen zu viert als Team funktionieren.
• Wie sieht das Operateursteam aus und wer ist wofür zuständig?
-Antwort: In der Leitwarte sitzen wir zu viert. Ich bin Operateurin des Sekundärkreislaufs.
• Was ist der Sekundärkreislauf?
-Antwort: Der sekundäre Kreislauf. Ein Kernkraftwerk hat drei Hauptkreisläufe: den primären, den sekundären und den Kühlkreislauf. Der Sekundäroperator ist für den gesamten Sekundärkreislauf sowie die Kühltürme verantwortlich. Im Herzen des Primärkreislaufs befindet sich der Kernreaktor, in dem die Kernspaltung stattfindet und Wasser erhitzt wird. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme in den Sekundärkreislauf abgeführt. Der einzige radioaktive Kreislauf ist also der primäre. Der Sekundärkreislauf ist der Bereich, in dem Strom erzeugt wird, und dort gibt es keine Radioaktivität mehr. Er reicht vom Dampferzeuger über die Turbine, umfasst Kondensatoren sowie Pumpstationen, die das Wasser zurück zum Dampferzeuger fördern, und außerdem den Teil, der die Wärme aus den Kondensatoren in die Kühltürme abführt.
• Vereinfacht gesagt sind Sie also diejenige, die Strom erzeugt und ins Netz einspeist?
-Antwort: Ganz genau. Ich stelle die Kühlung des Blocks sicher, produziere Strom und auch Wärme für České Budějovice (Budweis) und Týn nad Vltavou. Der Kollege aus dem Primärbereich ist für den Kernreaktor und die Hilfssysteme zuständig. Wir beide sitzen vorne in der Leitwarte, hinter uns sitzt der Leiter der Blockwarte. Alle Tätigkeiten stimmen wir mit ihm ab, und er überwacht uns. Sollte es zu einer Störung oder einem Notfall kommen, ist er derjenige, der die Vorschriften zur Hand nimmt, sie uns vorliest, und wir bedienen gemeinsam mit dem Primäroperator den Block. Dann gibt es noch den Leiter des Reaktorblocks, der den Gesamtüberblick über das gesamte Kraftwerk hat. Er ist der erfahrenste Mitarbeiter. Außerdem ist er für die vom Staatlichen Amt für nukleare Sicherheit SUJB festgelegten Grenzwerte und Bedingungen verantwortlich. Dafür haben wir acht riesige Bücher, in denen die Parameter aller wichtigen Anlagen definiert sind. Sobald wir davon abweichen, muss dies gemeldet werden – und genau dafür ist er zuständig.
• Kehren wir noch ein wenig zurück. Neben der technischen Ausbildung und den Psychotests muss ein Operateur noch eine zweijährige Ausbildung absolvieren, richtig?
-Antwort: Ja. Wer ein fünfjähriges Studium an einer technischen Hochschule abschließt, hat in der Regel bereits einen Vertrag mit ČEZ unterschrieben und geht für zwei Jahre in die Ausbildung nach Brünn. Das war für mich persönlich schwieriger als die Universität. An der Hochschule lernt man den Stoff, besteht die Prüfung und vergisst ihn dann vielleicht wieder. Bei den Staatsexamen hatten wir insgesamt etwa 90 Fragen, aber in der zweijährigen Ausbildung gibt es deutlich mehr Informationen. Man muss verstehen, wie das Kraftwerk funktioniert – im Normalbetrieb, im anomalen Betrieb und im Notfallbetrieb. Und es gibt unglaublich viele Prüfungen, nach denen nichts vergessen werden darf. Schriftliche Prüfungen finden jede Woche statt, alle drei Monate gibt es mündliche Prüfungen, und am Ende eine Abschlussprüfung mit einer enormen Anzahl an Fragen. Danach folgen noch staatliche Prüfungen, bestehend aus einem Test, einem mündlichen Teil und einem Simulator. Und schließlich noch betriebsinterne Prüfungen, die von Mitarbeitenden direkt aus dem Kraftwerk abgenommen werden.
• Konnten Sie wählen, ob Sie nach Temelín oder Dukovany gehen?
-Antwort: Am Anfang kann man wählen, später nicht mehr. Jede Ausbildung ist nämlich anders, da sich die Anlagen der Kraftwerke unterscheiden.
• Warum haben Sie sich also für Temelín entschieden?
-Antwort: Weil es neuer ist (lacht). Oft hängt die Entscheidung davon ab, wo man sein Umfeld und seine Familie hat. Ich komme jedoch von weit weg von beiden Kraftwerken. Bei der Sommeruniversität hat mir Temelín besser gefallen, Südböhmen ist wunderschön und eine echte Fahrradregion. Wenn ich vom Kraftwerk nach Hause fahre und den Böhmerwald sehe, ist das einfach herrlich.
• In Dukovany beginnt jedoch der Bau neuer Blöcke. Hat es Sie nicht gereizt, in einem ganz neuen Kraftwerk zu arbeiten?
-Antwort: Eine Umschulung ist jederzeit möglich. Schon jetzt wird uns angeboten, uns für die neuen Dukovany-Blöcke zu verpflichten, da dort erfahrene Leute gebraucht werden.
• Werden Sie sich melden oder bleiben Sie Temelín treu?
-Antwort: Ich bleibe treu.
• Ich erinnere mich, wie Sie vor Prüfungen in der Schule über verschiedene Reaktortypen gelernt haben. Haben Sie einen Lieblingsreaktor, den Sie technisch besonders interessant finden?
-Antwort: Das sind die Druckwasserreaktoren, die in Temelín und Dukovany im Einsatz sind und auch in den neuen Dukovany-Blöcken eingesetzt werden. Meiner Meinung nach ist das die beste Technologie, die wir derzeit haben. In den USA, Japan oder Korea werden auch Siedewasserreaktoren betrieben – sie haben ihre Tücken, aber auch Vorteile. Reaktoren der vierten Generation sind eine Frage der Zukunft. Deshalb bleiben wir bei den alten, bewährten Druckwasserreaktoren.
• Und was ist mit kleinen modularen Reaktoren (SMR)? Der erste soll hier in Temelín gebaut werden.
-Antwort: Ich bin ein großer Fan von SMR. Große Blöcke werden maßgeschneidert, und keiner gleicht dem anderen. SMR würden serienmäßig produziert, auf einer Linie als Module, die dann an einen Ort gebracht und dort zusammengesetzt werden. Das vereinfacht die Logistik und senkt die Kosten. Ich bin ein großer Befürworter dieser Technologie. Außerdem: Wenn Kohlekraftwerke stillgelegt werden, ist das Netz an diesen Standorten bereits darauf vorbereitet, dass dort SMR entstehen könnten. Kürzlich war ich auf einer Besichtigung in Dětmarovice, und es war traurig zu sehen, dass das Kraftwerk geschlossen ist. Die Menschen, die dort arbeiten, setzen daher große Hoffnungen in modulare Reaktoren – genauso wie ich.
• Finden Sie es traurig, dass Kohlekraftwerke geschlossen werden?
-Antwort: Wir müssen uns um den Planeten kümmern und dürfen ihn nicht zerstören. Die Energiewirtschaft muss weiterentwickelt werden, aber Kohlekraftwerke haben ihre Rolle gespielt, sie waren eine Zeit lang Teil unseres Lebens, wir haben sie gebraucht, und es ist nicht richtig, sie schlechtzureden. Gleichzeitig fasziniert mich diese Technologie auch. Ich erinnere mich, dass ich etwa sieben Jahre alt war, als ich mit meiner Mutter bei einer sogenannten „Kohlesafari“ in Most war, wo wir mit Geländewagen durch den Tagebau gefahren sind und zu den Schaufelradbaggern. Das sind faszinierende Maschinen.
/gr/
/Auszug/
In Temelín haben die Benefiz-Frühstücke begonnen
30.01.2026, Tageszeitung Českobudějovický deník (Red.)
Rubrik: Budweis und Umgebung - Seite: 4
Temelín – In der ersten Hälfte dieses Jahres finden im Kernkraftwerk Temelín sechs Benefiz-Frühstücke statt. Die Mitarbeitenden nehmen dabei ein kulinarisches Erlebnis mit, die gemeinnützigen Organisationen wiederum Mittel für ihre weitere Entwicklung. Das erste Frühstück dieses Jahres fand Ende Januar im Hauptverwaltungsgebäude des Kraftwerks Temelin statt. Allein im vergangenen Jahr nahmen gemeinnützige Organisationen im Rahmen von elf Frühstücken mehr als 350.000 Kronen zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Eingliederung in das Arbeits- und Alltagsleben ein.
Frische Kuchen, Sandwiches oder aromatischer Kaffee – mit einem solchen Angebot wurden die Beschäftigten des Kraftwerks begrüßt. Mit dem Kauf eines Frühstücks unterstützten die AKW- Mitarbeitenden gleichzeitig die gemeinnützige Organisation Centrum Martin, die die berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderungen sicherstellt. Und obwohl die Energieexperten in Temelín über eine eigene Kantine und ein Frühstücksangebot verfügen, bilden sich bei den Leckereien der gemeinnützigen Organisationen stets lange Warteschlangen.
/gr/
ČEZ senkte die fixierten Energiepreise im Jahresvergleich um bis zu mehrere zehn Prozent
ČTK
30.1.2026 Seznam Zprávy
ČEZ hat ab Freitag die fixierten Energiepreise für Neukunden gesenkt. Gas mit einer dreijährigen Bindung ist um bis zu 40 Prozent günstiger, auch die Strompreise sind gefallen. Auch andere Anbieter senken ihre Preise, E.ON bietet neu einen vollständig digitalen Tarif an.
Der Energiekonzern ČEZ hat ab Freitag die fixierten Energiepreise für Neukunden gesenkt. Gaslieferungen mit Vertragsbindung bietet ČEZ nun zu einem im Jahresvergleich um bis zu 40 Prozent niedrigeren Preis an, die Preise einiger fixierter Stromtarife sinken im Jahresvergleich um bis zu zehn Prozent. Darüber informierte ČEZ heute in einer Pressemitteilung die Nachrichtenagentur ČTK. Auch andere Energieanbieter senken schrittweise ihre Preise, beispielsweise hat E.ON nun einen vollständig digitalen Tarif eingeführt.
Laut der Pressemitteilung reagierte das Unternehmen damit auf das wachsende Interesse an fixierten Tarifen. „Die Beliebtheit von Preisfixierungen ist insbesondere beim Gas weiterhin sehr hoch. Im vergangenen Jahr entschieden sich neu gewonnene Kunden beim Gas in 87 Prozent der Fälle für eine Fixierung“, teilte der Geschäftsführer von ČEZ Prodej, Tomáš Kadlec, mit.
ČEZ bietet nun neu fixierte Gaslieferungen für drei Jahre zu einem Preis von 1.060 Kronen pro Megawattstunde (MWh) inklusive Mehrwertsteuer an. Das entspricht einem Rückgang von 40 Prozent im Jahresvergleich. Um nahezu 30 Prozent sinken die Preise auch bei einer zweijährigen Vertragsbindung, die 1.150 Kronen pro MWh inklusive Mehrwertsteuer kosten wird. Eine einjährige Preisfixierung für Gas kostet anschließend 1.240 Kronen pro MWh inklusive Mehrwertsteuer.
Derzeit beziehen mehr als 600.000 Kunden Gas von ČEZ. Mit einem Marktanteil von 22 Prozent ist das Unternehmen damit der zweitgrößte Gasanbieter in Tschechien nach innogy. „Allein im vergangenen Jahr wechselten fast 158.000 Kunden zu ČEZ Prodej“, ergänzte Kadlec.
Das Unternehmen senkte außerdem die Preise einiger fixierter Stromtarife für Neukunden. Lieferungen mit einer dreijährigen Bindung in der gängigsten Tarifstufe D02 wurden um 149 Kronen auf 3.250 Kronen pro MWh inklusive Mehrwertsteuer verbilligt. Der Strompreis bei einer einjährigen Bindung sank um mehr als 130 Kronen auf 3.340 Kronen pro MWh inklusive Mehrwertsteuer.
Auch konkurrierende Anbieter senken in den vergangenen Wochen und Monaten schrittweise ihre Energiepreise. So führte E.ON beispielsweise einen neuen digitalen Tarif ein, der auf einen vollständig elektronischen Vertragsabschluss und eine ebenso digitale Vertragsverwaltung setzt. „In einer Zeit, in der wir angesichts der Großhandelsmärkte keine schnelle und drastische Preissenkung erwarten, ist es sinnvoll, Einsparungen im eigentlichen Servicemodell zu suchen. Ein Online-Produkt ermöglicht es den Kunden, von niedrigeren Betriebskosten zu profitieren“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von E.ON Energie, Jan Zápotočný. Laut dem Unternehmen wird die Ersparnis des digitalen Tarifs im Bereich von mehreren Hundert Kronen pro MWh liegen.
Die meisten Anbieter senkten ihre Preise zu Beginn dieses Jahres oder bereits gegen Ende des vergangenen Jahres. So verbilligte Pražská energetika seit November die Energielieferungen für mehr als eine halbe Million Kunden ohne Preisfixierung. Der Strompreis sank um bis zu zehn Prozent, Gas wurde um acht Prozent günstiger. Das Unternehmen innogy wird ab Februar dieses Jahres die Gaspreise für rund 300.000 Kunden mit unbefristeten Verträgen senken. Die Preise für Lieferungen werden um 15 Prozent reduziert, das entspricht etwa 280 Kronen pro MWh. Zu Beginn des Jahres senkten auch ČEZ und E.ON sowie einige weitere Anbieter die Preise für Kunden ohne Vertragsbindung.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... gii-297675
/gr/
Riskantes Spiel. Tschechien verfügt nur noch über Gasreserven für 44 Tage, Lieferungen stocken
30.01.2026 Ekonomicky denik
Autor: David Tramba
Minimale Importe von Erdgas aus dem Ausland und gleichzeitig ein hoher Winterverbrauch. Das Ergebnis dieser Gleichung ist offensichtlich – Tschechien muss große Gasmengen aus den unterirdischen Speichern entnehmen. Sollte sich das Verhalten der Lieferanten beim Gasimport nicht ändern oder keine deutliche Erwärmung eintreten, könnten die Gasreserven innerhalb von 44 Tagen auf null sinken.
Das Ministerium für Industrie und Handel teilte auf Anfrage der Zeitung Ekonomický deník mit, dass es die Situation beobachte. Derzeit handle es sich angeblich um nichts Außergewöhnliches. „Im Moment wird nicht erwartet, dass die niedrigen Temperaturen deutlich länger als einen Monat anhalten. Sollte dies dennoch der Fall sein, würden die Händler – abhängig von den eingelagerten Vorräten – ihr Verhalten anpassen, mehr Gas auf den ausländischen Märkten einkaufen und nach Tschechien importieren“, reagierte die Sprecherin des Ministeriums, Štěpánka Filipová.
Von 90 Prozent auf 44...
Die Energieregulierungsbehörde erklärte, dass dieser Bereich vor allem in die Zuständigkeit des Industrieministeriums falle. Der Regulator kontrolliert lediglich die Einhaltung des Sicherheitsstandards der Gasversorgung.
Worum geht es dabei? Die Lieferanten müssen vor Beginn der Heizsaison über ausreichende Gasreserven für geschützte Kunden verfügen – Haushalte, Krankenhäuser, Schulen und ähnliche Einrichtungen. In der Praxis stellt dies jedoch kein großes Problem dar; Anfang November waren die tschechischen Gasspeicher schließlich zu 90 Prozent gefüllt. Inzwischen liegt der Füllstand nur noch bei 49 Prozent (ohne den „slowakischen“ Speicher sogar nur bei 44 Prozent).
Die Stellungnahme des Industrieministeriums deckt sich mit den Aussagen von Vertretern großer Energieversorger in den vergangenen Tagen. Das kalte Wetter in Europa und den USA treibt die Gaspreise um mehrere zehn Prozent nach oben. Für die Lieferanten lohnt es sich daher, auf das in den Speichern eingelagerte Gas zurückzugreifen, das im Sommer oder Herbst zu günstigeren Preisen gekauft wurde. Die Importe aus Deutschland wurden auf ein Minimum reduziert. Wirtschaftlich ist das nachvollziehbar, aus Sicht der Energiesicherheit jedoch ein riskantes Spiel.
Nach Angaben der Datenbank des europäischen Gasverbands GIE verblieben am Dienstagmorgen in den tschechischen Speichern 23,18 TWh (also etwa 2,1 Milliarden Kubikmeter) nutzbarer Gasreserven. Zieht man den Speicher des Unternehmens SPP Storage ab, der in erster Linie für die Slowakei bestimmt ist, sinkt die Zahl auf 17,66 TWh. Beim aktuellen Verbrauchstempo entspricht das etwa 44 Tagen – also nicht einmal bis Mitte März.
Gasimporte auf ein Minimum gesunken….
Mit Importen ist derzeit kaum zu rechnen. Seit Anfang Januar fließen nach Angaben des Betreibers des überregionalen Gasleitungsnetzes NET4GAS aus Deutschland nur rund 70 Gigawattstunden (GWh) Gas pro Tag nach Tschechien. In den vergangenen Tagen lag der Wert sogar noch niedriger – so etwa am Mittwoch, dem 28. Januar, bei lediglich 44 GWh. Diese Menge reicht nicht einmal aus, um den Weiterverkauf eines Teils des Gases nach Polen und in die Slowakei abzudecken.
Zum Vergleich: Der Erdgasverbrauch liegt bei kaltem Wetter bei etwa 480 GWh pro Tag. In den vergangenen Tagen, als die Außentemperaturen um den Gefrierpunkt lagen, schwankte der Verbrauch bei rund 400 GWh täglich. Die Berechnung der Zeitspanne, in der Gas aus den Speichern den Bedarf decken kann, fällt daher etwas günstiger aus als noch vor einer Woche. Zusätzlichen Verbrauch verursachen Gas- und Gas-und-Dampf-Kraftwerke, die vor allem an Werktagen mit hoher Leistung fahren.
Eine Erhöhung der Gasimporte aus Deutschland wäre dabei kein großes Problem. Nach Angaben des deutschen Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe (THE) fließen hohe Gasmengen aus Norwegen und aus LNG-Terminals nach Deutschland – in einem Umfang von mehr als 2,6 TWh pro Tag. Aus Deutschland strömen täglich rund 250 GWh Gas nach Österreich, etwas geringere Mengen auch nach Polen und in die Schweiz. Lediglich die Lieferungen in das tschechische Netz stocken auffällig.
„Wir schaffen das“…
Die Gasunternehmen zeigen sich bislang gelassen und halten die Situation für beherrschbar. „Die Tschechische Republik hat ihre Speicher derzeit leicht über dem EU-Durchschnitt gefüllt und deutlich besser als beispielsweise Deutschland. Gleichzeitig verfügt Tschechien über ausreichende Transportkapazitäten für Gasimporte aus dem Ausland. Ein Szenario, in dem Tschechien bis zum Ende des Winters ohne Gas dasteht, droht nicht“, reagierte der Sprecher von NET4GAS, David Hořínek.
Einige Quellen aus der Gasbranche verweisen jedoch auf eine mögliche Wiederholung der Situation aus dem ersten Quartal 2018. Damals sah sich die Branche mit einem hohen Verbrauch während eines langen und kalten Winters konfrontiert. „Damals lagen wir Ende März in Tschechien bei einem Speicherfüllstand von 7,5 Prozent. Hoffentlich schaffen wir es also auch diesmal ohne Probleme, aber das Sicherheits-polster ist deutlich geschrumpft“, ergänzt eine Quelle aus der Branche, die anonym bleiben wollte.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/cesko-zasoby ... i-dodavky/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Bei Temelín wird auch Abfall aus Leichenhallen verbrannt.
Dukovany investiert in die Moderniserung und plant einen Betrieb von 60 Jahren.
Gespräch mit Adéla Chalupová, Operateurin im Atomkraftwerk Temelin.
In Temelín haben die Benefiz-Frühstücke begonnen.
ČEZ senkte die fixierten Energiepreise im Jahresvergleich um bis zu mehrere zehn Prozent.
Riskantes Spiel. Tschechien verfügt nur noch über Gasreserven für 44 Tage, Lieferungen stocken
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Bei Temelín wird auch Abfall aus Leichenhallen verbrannt
30.01.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Rubrik: Südböhmen ~ Seite: 9
In der Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle am Standort Hůrka sollen jährlich bis zu 20.000 Tonnen Material entsorgt werden.
TEMELÍN
Industrieprojekte verändern unwiderruflich die einst landwirtschaftlich geprägte Landschaft in der Nähe von Týn nad Vltavou im Bezirk Budweis. Alles begann mit dem riesigen Areal des Kernkraftwerks Temelín, dessen Kühltürme sogar vom Böhmerwald aus sichtbar sind. Nun werden dort weitere energiebezogene Projekte vorbereitet.
Das jüngste Vorhaben ist die Vorbereitung einer Verbrennungsanlage für gefährliche Abfälle, die die Handelsgesellschaft Quail am Standort Hůrka errichten möchte. In einem Ofen sollen jährlich bis zu 20.000 Tonnen Material beseitigt und daraus Strom erzeugt werden. Zu den Brennstoffen soll auch biologischer Abfall aus dem Gesundheitswesen gehören, etwa aus Leichenhallen. Das Unternehmen mit österreichischem Kapital hat das Vorhaben dieser Tage auf der Amtstafel der Region bekannt gemacht. Auf dem Grundstück wurde ursprünglich Aushubmaterial aus dem Bau des Kernkraftwerks gelagert, später dann Aschen aus Heizkraftwerken, die zur Verfüllung von Absetzbecken im nahe gelegenen Standort Mydlovary dienten. Das Projekt der Firma Quail wird nun im Hinblick auf seine Umweltauswirkungen geprüft.
Betroffene Gemeinden, Institutionen und die Öffentlichkeit können sich innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung auf der regionalen Amtstafel zu dem Vorhaben äußern. Das bedeutet bis zum 22. Februar.
Die Selbstverwaltungen der umliegenden Gemeinden wie Temelín, Olešník oder Mydlovary interessieren sich vor allem für die Verkehrsfrage. Im Zusammenhang mit weiteren geplanten Industrieprojekten in dieser Mikroregion soll das Verkehrsaufkommen spürbar zunehmen. Die Anlage soll auf dem Katastergebiet der Gemeinde Temelín errichtet werden. „Wir werden dazu Gespräche führen“, erklärte der Temelíner Bürgermeister Josef Váca.
Nach der Verbrennung bleiben jährlich rund 7.000 Tonnen gefährlicher Abfälle in Form von Schlacke und Flugasche zurück. Wohin dieses Material transportiert werden soll, ist im Dokument nicht angegeben.
„Die Schlacke wird gemäß der geltenden Gesetzgebung auf Deponien für gefährliche Abfälle verbracht. Das Unternehmen FCC betreibt in der Tschechischen Republik zwei solche Deponien. Ebenso wird dort die Flugasche entsorgt. Im Areal Mydlovary ist eine Ablagerung dieses Abfalls nicht möglich“, sagte Kristina Jakubcová, Sprecherin von FCC. Dieses Unternehmen mit österreichischem Kapital gehört zusammen mit der Firma Quail zu derselben Unternehmensgruppe.
Außer der genannten Verbrennungsanlage werden in der Umgebung von Temelín in naher oder fernerer Zukunft weitere Projekte vorbereitet. Dazu gehören beispielsweise die Erweiterung des Lagers für abgebrannte Kernbrennstoffe im Areal des Kernkraftwerks Temelín oder der Bau klassischer beziehungsweise modularer Reaktoren. Damit verbunden ist auch der Ausbau der Stromverteilnetze sowie der Zuleitung von Kühlwasser aus dem Stausee Hněvkovice.
In der Nähe befindet sich außerdem der Standort Janoch, der zu den vier in Tschechien ausgewählten Gebieten für den Bau eines tiefen geologischen Endlagers für radioaktive Abfälle gehört. Gerade in dessen Nähe soll die Verbrennungsanlage Hůrka entstehen. Vor der Zerstörung der gesamten lokalen Landschaft warnt unter anderem der Verein Calla. Laut Edvard Sequens würde sich der Raum dadurch grundlegend verändern. Sollte der Staat Janoch als Standort für ein endgültiges unterirdisches Endlager radioaktiver Abfälle auswählen, würde dies eine Bebauung von 23,5 Hektar, Stollen mit einer Tiefe von einem halben Kilometer sowie den Abbau von zwei Millionen Kubikmetern Erdmaterial bedeuten.
Gegen die geologische Erkundung für das Endlager ebenso wie gegen dessen eigentlichen Bau sprechen sich alle umliegenden Gemeinden aus. Diese Gemeinden im Bezirk Budweis wehren sich sogar mit einer Klage gegen das Umweltministerium. In der ersten Instanz sind sie unterlegen. Laut dem Urteil des Prager Gerichts vom vergangenen Dezember, das MF DNES vorliegt, können sie sich gegen die geologische Erkundung nicht mit Argumenten wie einer Verletzung des öffentlichen Interesses wehren.
Auch Bürgermeister Váca nimmt die Veränderung der Landschaft rund um Temelín hin zu einem Industriegebiet wahr. Sollten die genannten Projekte umgesetzt werden, werde innerhalb von zehn Jahren der Schwerlastverkehr sprunghaft zunehmen, ebenso wie die Zahl neuer Arbeitskräfte, die irgendwo untergebracht werden müssten.
„Ihre Unterbringung ist Sache der Investoren. Wir planen keinen Bau von Wohnblocks, dafür haben wir keine Grundstücke. Wenn sich eines findet, etwa nach landwirtschaftlicher Nutzung, ist es für uns zu teuer. Der Schwerlastverkehr bereitet uns natürlich Sorgen, die örtlichen Straßen werden zerstört“, bestätigte Váca.
Der Bau des Kernkraftwerks selbst hat seit der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre sechs Gemeinden zerstört und mehrere Hundert Menschen zur Umsiedlung gezwungen. In der Vergangenheit lebten die Menschen hier überwiegend von der Landwirtschaft.
/gr/
Dukovany investiert in die Moderniserung und plant einen Betrieb von 60 Jahren
30.01.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Rubrik: Vysočina - Seite: 9
Modernisierung für 4,4 Milliarden Kronen betrifft Reaktor und Generatoren
DUKOVANY
Das Kernkraftwerk Dukovany wird in diesem Jahr Modernisierungen und Investitionen zur Erhöhung der Sicherheit und Effizienz seines Betriebs in Höhe von 4,4 Milliarden Kronen durchführen. Das Ziel der Investitionen ist es, dass das Kraftwerk insgesamt 60 Jahre oder länger betrieben werden kann. Dies teilte gestern der Sprecher des Kraftwerks, Jiří Bezděk, am Ende einer außerordentlich organisierten Besichtigung des Reaktorsaals, der Maschinenhalle und des Zwischenlagers für abgebrannte Kernbrennstoffe mit.
„Während der Abschaltung des Blocks 1 führen wir Wartungs- und Modernisierungsarbeiten an einem Teil des Primärkreislaufs durch, für die es notwendig war, den Wasserstand im Reaktor abzusenken. Das ist nur möglich, wenn der Brennstoff ausgelagert ist. Darin war die jetzige Abschaltung außergewöhnlich – so etwas wird einmal in acht Jahren gemacht“, sagte Bezděk. Der Block soll etwa Mitte Februar wieder angefahren werden.
Ein Teil der Block-Abschaltung ist auch die Reinigung eines der Dampferzeuger. „Für diese Reinigung ist es gelungen, eine einzigartige Technologie zu entwickeln, dank derer wir jährlich mehrere Hundert Kilogramm mineralischer Ablagerungen aus dem Generator entfernen und so seinen guten Zustand weiter erhalten und seine Lebensdauer verlängern können“, ergänzte Bezděk. In der Maschinenhalle der Blöcke 1 und 2 montierten Techniker gestern die Dampfturbinen und führten die sogenannte Ölspülung durch, mit der die Montage abgeschlossen wird. Außerdem arbeiteten sie im Bereich der Hauptumwälzpumpen mit den Absperrarmaturen.
Die Dampferzeuger – von Energieexperten als das Herz des Kraftwerks bezeichnet – befinden sich in einem hermetischen Raum, in dem sie ringförmig angeordnet sind. „Dieser Bereich kann nur während einer Reaktorabschaltung betreten werden“, merkte Bezděk an.
Die Dampferzeuger sind zylindrische Behälter mit einer Länge von zwölf Metern und einem Durchmesser von drei Metern. Jeder von ihnen enthält fünfeinhalbtausend Röhrchen, die die Wärme zwischen dem Primär- und dem Sekundärkreislauf übertragen.
Die in diesem Jahr beginnende Modernisierung der Maschinenhallen wird – abhängig von den Abschaltungen der einzelnen Blöcke – Turbinen, Pumpen und weitere Anlagen betreffen.
Das Kraftwerk führt außerdem neue Wartungs-, Diagnose- und Kontrolltechnologien ein. „Wir wollen neue Schweißverfahren, den Korrosionsschutz von Anlagen, aber auch Drohnen und Elemente der künstlichen Intelligenz voll ausschöpfen. Gleichzeitig werden wir jene Tätigkeiten weiter systematisch digitalisieren, bei denen dies sinnvoll ist“, erklärte Bohdan Zronek, Direktor der Division Kernenergie von ČEZ.
Modernisierung soll auch die Leistung erhöhen….
Auslöser für den Start des Projekts war das nahende Ende der Lebensdauer von Teilen der Rotoren der Turbogeneratoren sowie die Vorbereitung auf die Abführung von Wärme in eine Fernwärmeleitung nach Brünn. Experten werden sich auch mit Generatoren, Dampfabscheidern, Kondensatoren sowie mit Anlagen befassen, die die elektrische Leistung aus dem Kraftwerk abführen. „Die Modernisierung der Maschinenhallen könnte eine Erhöhung der elektrischen Leistung eines Blocks um mehrere Megawatt bringen“, informierte Kraftwerksdirektor Roman Havlín.
Im Kraftwerk arbeiten derzeit 1.780 Beschäftigte mit einem Durchschnittsalter von etwa 42 Jahren. „Knapp die Hälfte von ihnen verfügt über einen Hochschulabschluss“, stellte Bezděk fest. Der erste Block des Kernkraftwerks Dukovany wurde im Jahre 1985 in Betrieb genommen, der letzte, vierte Block folgte zwei Jahre später. Die aktuelle Leistung jedes Blocks nach der Leistungssteigerung beträgt 512 Megawatt.
Das Zwischenlager für Kernbrennstoffe in Dukovany enthält sämtlichen abgebrannten Brennstoff, der seit der Inbetriebnahme des Kraftwerks dort angefallen ist. „Derzeit sind es etwa 125 Behälter, in jedem befinden sich 84 Brennelemente. Es gibt noch Platz für weitere fünfundzwanzig Jahre Betrieb, die Kapazität ist also ausreichend“, sagte Bezděk. Die Reaktoren in Dukovany können aus dem Brennstoff lediglich vier Prozent der Energie nutzen, der Rest verbleibt für eine mögliche Nutzung in der Zukunft.
Tomáš Blažek,
Redakteur MF DNES
/gr/
Gespräch mit Adéla Chalupová, Operateurin im Atomkraftwerk Temelin
30.01.2026, Tageszeitung Hospodářské noviny Interview – Seite 20
Autor: Jan Brož
Kernenergieingenieurin, Wissenschaftskommunikatorin
In ihrer Position als Operateurin im Kernkraftwerk Temelín produziert sie Strom und Wärme für Tschechien. Gleichzeitig wirbt die achtundzwanzigjährige Adéla Chalupová als Fan leistungsstarker Maschinen auch in den sozialen Netzwerken für die Kernenergie.
Wie sie zu dieser prestigeträchtigen Position gekommen ist, wie ihre Arbeit aussieht und wozu ihr ein Rhetorikkurs im Kernkraftwerk gedient hat?Während der sogenannten „grünen“ Schicht gehört d er linke vordere Platz am Steuerpult der Leitwarte des zweiten Blocks des Kernkraftwerks Temelín Adéla Chalupová. Diese Position ist für die Operateurin des Sekundärkreislaufs vorgesehen, die für den Betrieb der Turbine und die Einspeisung des Stroms ins Netz verantwortlich ist. Während ihres Dienstes hat die junge Frau somit die Kontrolle über 1125 Megawatt – die leistungsstärkste Anlage in ganz Tschechien. Diese Arbeit kann definitiv nicht jeder ausüben. Weniger als ein Viertel der Bewerber besteht die psychologischen Tests für Operateure von Kernkraftwerken.
Dass sie Operateurin werden wollte, war Chalupová schon lange klar. Sie zögerte lediglich, ob sie statt in einem Kernkraftwerk lieber den Flugverkehr leiten sollte. Heute ist sie jedoch froh, dass sie keine Flugzeuge „in eine Warteschlange einreiht“. Das mehrere Stunden dauernde Hochfahren des Blocks nach einer Abschaltung ist für sie eine faszinierende und dynamische Arbeit.
• Neulich hat mich eine Werbung von ČEZ in den sozialen Netzwerken überrascht, mit der Menschen für Stellen als Operateure von Kernkraftwerken angeworben wurden. Wahrscheinlich reicht es aber nicht, einfach anzurufen und einen Lebenslauf zu schicken. Was muss man alles machen, um Operateur in Temelín zu werden?
-Antwort: Ein paar Leute haben tatsächlich einfach angerufen … Mich hat diese Anzeige auch überrascht. Sogar vor meinem Wohnhaus steht auf dem Parkplatz ein ähnliches großes Billboard. Die Verbindung entsteht jedoch meist schon während des Studiums, da Studierende technischer Universitäten zu sogenannten Sommeruniversitäten in Kernkraftwerke fahren. Das ist ein freiwilliges zweiwöchiges Praktikum, im Grunde so etwas wie ein Camp. Die Studierenden verbringen dort vierzehn Tage, erhalten Unterkunft und Verpflegung von ČEZ und gehen in den Betrieb. Sie werden von Mitarbeitenden geführt, die dort arbeiten, hören viele interessante Vorträge, und nachmittags gibt es verschiedene Exkursionen. Im Rahmen der Sommeruniversität findet auch ein erster psychologischer Test statt, bei dem Personen ausgewählt werden, die eventuell als Operateure geeignet wären. Diese gehen anschließend zu erweiterten psychologischen Tests.
• Das heißt, der psychologische Test findet schon während des Studiums statt?
-Antwort: Ich habe ihn im dritten Studienjahr gemacht. Schon damals wusste ich, dass ich in Temelín arbeiten werde. Für den Rest des Studiums erhielt ich ein Stipendium von ČEZ. Die meisten Operateure werden also bereits an der Hochschule „rekrutiert“.
• Woran scheitern mehr Menschen – an der Ausbildung selbst oder am Psychotest?
-Antwort: Zum Psychotest gehen Menschen, die bereits eine technische Hochschule besuchen, also lernbereit sind und Hindernisse überwinden wollen. Es handelt sich also nicht um eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung. Weniger als ein Viertel der Bewerber besteht den Psychotest. Wer durchfällt, ist nicht dumm oder schlecht, sondern schlicht nicht für die Arbeit eines AKW- Operateurs geeignet. Diese Arbeit besteht zu einem großen Teil aus Routine – man muss über längere Zeit aufmerksam bleiben, auch wenn nichts passiert, und sich dann im Problemfall sehr schnell umstellen können. Im Rahmen der Psychotests wird auch die Fähigkeit geprüft, Regeln einzuhalten, da wir strikt nach festgelegten Verfahren arbeiten. Alles hat ein genau definiertes System, und man kann sich keine eigenen Vorgehensweisen ausdenken, selbst wenn man sie in dem Moment für besser hält.
• Ein fleißiger Mensch kann ein anspruchsvolles Studium vermutlich auch dann schaffen, wenn ihm nicht unbedingt die richtigen Voraussetzungen mitgegeben wurden. Für das Bestehen des Psychotests braucht man aber wohl angeborene Charaktereigenschaften, die man nicht erlernen kann. Ist das so?
-Antwort: Ganz genau. Wenn sich jemand ins Studium reinhängt, bringt er es irgendwie zu Ende, aber der Psychotest untersucht, wie sich jemand in verschiedenen Situationen verhält und was für ein Mensch er ist. Das lässt sich nicht umgehen.
• Welche Eigenschaften sind das bei Ihnen?
-Antwort: Auf jeden Fall Regelkonformität und Verantwortungsbewusstsein. Ich habe keine Tendenz, mir Dinge auszudenken oder Individualistin zu sein. Die Arbeit eines Operateurs ist außerdem stark teamorientiert. Wenn jemand nur für sich selbst arbeitet, führt das nicht zum Erfolg. Wir müssen zu viert als Team funktionieren.
• Wie sieht das Operateursteam aus und wer ist wofür zuständig?
-Antwort: In der Leitwarte sitzen wir zu viert. Ich bin Operateurin des Sekundärkreislaufs.
• Was ist der Sekundärkreislauf?
-Antwort: Der sekundäre Kreislauf. Ein Kernkraftwerk hat drei Hauptkreisläufe: den primären, den sekundären und den Kühlkreislauf. Der Sekundäroperator ist für den gesamten Sekundärkreislauf sowie die Kühltürme verantwortlich. Im Herzen des Primärkreislaufs befindet sich der Kernreaktor, in dem die Kernspaltung stattfindet und Wasser erhitzt wird. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme in den Sekundärkreislauf abgeführt. Der einzige radioaktive Kreislauf ist also der primäre. Der Sekundärkreislauf ist der Bereich, in dem Strom erzeugt wird, und dort gibt es keine Radioaktivität mehr. Er reicht vom Dampferzeuger über die Turbine, umfasst Kondensatoren sowie Pumpstationen, die das Wasser zurück zum Dampferzeuger fördern, und außerdem den Teil, der die Wärme aus den Kondensatoren in die Kühltürme abführt.
• Vereinfacht gesagt sind Sie also diejenige, die Strom erzeugt und ins Netz einspeist?
-Antwort: Ganz genau. Ich stelle die Kühlung des Blocks sicher, produziere Strom und auch Wärme für České Budějovice (Budweis) und Týn nad Vltavou. Der Kollege aus dem Primärbereich ist für den Kernreaktor und die Hilfssysteme zuständig. Wir beide sitzen vorne in der Leitwarte, hinter uns sitzt der Leiter der Blockwarte. Alle Tätigkeiten stimmen wir mit ihm ab, und er überwacht uns. Sollte es zu einer Störung oder einem Notfall kommen, ist er derjenige, der die Vorschriften zur Hand nimmt, sie uns vorliest, und wir bedienen gemeinsam mit dem Primäroperator den Block. Dann gibt es noch den Leiter des Reaktorblocks, der den Gesamtüberblick über das gesamte Kraftwerk hat. Er ist der erfahrenste Mitarbeiter. Außerdem ist er für die vom Staatlichen Amt für nukleare Sicherheit SUJB festgelegten Grenzwerte und Bedingungen verantwortlich. Dafür haben wir acht riesige Bücher, in denen die Parameter aller wichtigen Anlagen definiert sind. Sobald wir davon abweichen, muss dies gemeldet werden – und genau dafür ist er zuständig.
• Kehren wir noch ein wenig zurück. Neben der technischen Ausbildung und den Psychotests muss ein Operateur noch eine zweijährige Ausbildung absolvieren, richtig?
-Antwort: Ja. Wer ein fünfjähriges Studium an einer technischen Hochschule abschließt, hat in der Regel bereits einen Vertrag mit ČEZ unterschrieben und geht für zwei Jahre in die Ausbildung nach Brünn. Das war für mich persönlich schwieriger als die Universität. An der Hochschule lernt man den Stoff, besteht die Prüfung und vergisst ihn dann vielleicht wieder. Bei den Staatsexamen hatten wir insgesamt etwa 90 Fragen, aber in der zweijährigen Ausbildung gibt es deutlich mehr Informationen. Man muss verstehen, wie das Kraftwerk funktioniert – im Normalbetrieb, im anomalen Betrieb und im Notfallbetrieb. Und es gibt unglaublich viele Prüfungen, nach denen nichts vergessen werden darf. Schriftliche Prüfungen finden jede Woche statt, alle drei Monate gibt es mündliche Prüfungen, und am Ende eine Abschlussprüfung mit einer enormen Anzahl an Fragen. Danach folgen noch staatliche Prüfungen, bestehend aus einem Test, einem mündlichen Teil und einem Simulator. Und schließlich noch betriebsinterne Prüfungen, die von Mitarbeitenden direkt aus dem Kraftwerk abgenommen werden.
• Konnten Sie wählen, ob Sie nach Temelín oder Dukovany gehen?
-Antwort: Am Anfang kann man wählen, später nicht mehr. Jede Ausbildung ist nämlich anders, da sich die Anlagen der Kraftwerke unterscheiden.
• Warum haben Sie sich also für Temelín entschieden?
-Antwort: Weil es neuer ist (lacht). Oft hängt die Entscheidung davon ab, wo man sein Umfeld und seine Familie hat. Ich komme jedoch von weit weg von beiden Kraftwerken. Bei der Sommeruniversität hat mir Temelín besser gefallen, Südböhmen ist wunderschön und eine echte Fahrradregion. Wenn ich vom Kraftwerk nach Hause fahre und den Böhmerwald sehe, ist das einfach herrlich.
• In Dukovany beginnt jedoch der Bau neuer Blöcke. Hat es Sie nicht gereizt, in einem ganz neuen Kraftwerk zu arbeiten?
-Antwort: Eine Umschulung ist jederzeit möglich. Schon jetzt wird uns angeboten, uns für die neuen Dukovany-Blöcke zu verpflichten, da dort erfahrene Leute gebraucht werden.
• Werden Sie sich melden oder bleiben Sie Temelín treu?
-Antwort: Ich bleibe treu.
• Ich erinnere mich, wie Sie vor Prüfungen in der Schule über verschiedene Reaktortypen gelernt haben. Haben Sie einen Lieblingsreaktor, den Sie technisch besonders interessant finden?
-Antwort: Das sind die Druckwasserreaktoren, die in Temelín und Dukovany im Einsatz sind und auch in den neuen Dukovany-Blöcken eingesetzt werden. Meiner Meinung nach ist das die beste Technologie, die wir derzeit haben. In den USA, Japan oder Korea werden auch Siedewasserreaktoren betrieben – sie haben ihre Tücken, aber auch Vorteile. Reaktoren der vierten Generation sind eine Frage der Zukunft. Deshalb bleiben wir bei den alten, bewährten Druckwasserreaktoren.
• Und was ist mit kleinen modularen Reaktoren (SMR)? Der erste soll hier in Temelín gebaut werden.
-Antwort: Ich bin ein großer Fan von SMR. Große Blöcke werden maßgeschneidert, und keiner gleicht dem anderen. SMR würden serienmäßig produziert, auf einer Linie als Module, die dann an einen Ort gebracht und dort zusammengesetzt werden. Das vereinfacht die Logistik und senkt die Kosten. Ich bin ein großer Befürworter dieser Technologie. Außerdem: Wenn Kohlekraftwerke stillgelegt werden, ist das Netz an diesen Standorten bereits darauf vorbereitet, dass dort SMR entstehen könnten. Kürzlich war ich auf einer Besichtigung in Dětmarovice, und es war traurig zu sehen, dass das Kraftwerk geschlossen ist. Die Menschen, die dort arbeiten, setzen daher große Hoffnungen in modulare Reaktoren – genauso wie ich.
• Finden Sie es traurig, dass Kohlekraftwerke geschlossen werden?
-Antwort: Wir müssen uns um den Planeten kümmern und dürfen ihn nicht zerstören. Die Energiewirtschaft muss weiterentwickelt werden, aber Kohlekraftwerke haben ihre Rolle gespielt, sie waren eine Zeit lang Teil unseres Lebens, wir haben sie gebraucht, und es ist nicht richtig, sie schlechtzureden. Gleichzeitig fasziniert mich diese Technologie auch. Ich erinnere mich, dass ich etwa sieben Jahre alt war, als ich mit meiner Mutter bei einer sogenannten „Kohlesafari“ in Most war, wo wir mit Geländewagen durch den Tagebau gefahren sind und zu den Schaufelradbaggern. Das sind faszinierende Maschinen.
/gr/
/Auszug/
In Temelín haben die Benefiz-Frühstücke begonnen
30.01.2026, Tageszeitung Českobudějovický deník (Red.)
Rubrik: Budweis und Umgebung - Seite: 4
Temelín – In der ersten Hälfte dieses Jahres finden im Kernkraftwerk Temelín sechs Benefiz-Frühstücke statt. Die Mitarbeitenden nehmen dabei ein kulinarisches Erlebnis mit, die gemeinnützigen Organisationen wiederum Mittel für ihre weitere Entwicklung. Das erste Frühstück dieses Jahres fand Ende Januar im Hauptverwaltungsgebäude des Kraftwerks Temelin statt. Allein im vergangenen Jahr nahmen gemeinnützige Organisationen im Rahmen von elf Frühstücken mehr als 350.000 Kronen zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Eingliederung in das Arbeits- und Alltagsleben ein.
Frische Kuchen, Sandwiches oder aromatischer Kaffee – mit einem solchen Angebot wurden die Beschäftigten des Kraftwerks begrüßt. Mit dem Kauf eines Frühstücks unterstützten die AKW- Mitarbeitenden gleichzeitig die gemeinnützige Organisation Centrum Martin, die die berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderungen sicherstellt. Und obwohl die Energieexperten in Temelín über eine eigene Kantine und ein Frühstücksangebot verfügen, bilden sich bei den Leckereien der gemeinnützigen Organisationen stets lange Warteschlangen.
/gr/
ČEZ senkte die fixierten Energiepreise im Jahresvergleich um bis zu mehrere zehn Prozent
ČTK
30.1.2026 Seznam Zprávy
ČEZ hat ab Freitag die fixierten Energiepreise für Neukunden gesenkt. Gas mit einer dreijährigen Bindung ist um bis zu 40 Prozent günstiger, auch die Strompreise sind gefallen. Auch andere Anbieter senken ihre Preise, E.ON bietet neu einen vollständig digitalen Tarif an.
Der Energiekonzern ČEZ hat ab Freitag die fixierten Energiepreise für Neukunden gesenkt. Gaslieferungen mit Vertragsbindung bietet ČEZ nun zu einem im Jahresvergleich um bis zu 40 Prozent niedrigeren Preis an, die Preise einiger fixierter Stromtarife sinken im Jahresvergleich um bis zu zehn Prozent. Darüber informierte ČEZ heute in einer Pressemitteilung die Nachrichtenagentur ČTK. Auch andere Energieanbieter senken schrittweise ihre Preise, beispielsweise hat E.ON nun einen vollständig digitalen Tarif eingeführt.
Laut der Pressemitteilung reagierte das Unternehmen damit auf das wachsende Interesse an fixierten Tarifen. „Die Beliebtheit von Preisfixierungen ist insbesondere beim Gas weiterhin sehr hoch. Im vergangenen Jahr entschieden sich neu gewonnene Kunden beim Gas in 87 Prozent der Fälle für eine Fixierung“, teilte der Geschäftsführer von ČEZ Prodej, Tomáš Kadlec, mit.
ČEZ bietet nun neu fixierte Gaslieferungen für drei Jahre zu einem Preis von 1.060 Kronen pro Megawattstunde (MWh) inklusive Mehrwertsteuer an. Das entspricht einem Rückgang von 40 Prozent im Jahresvergleich. Um nahezu 30 Prozent sinken die Preise auch bei einer zweijährigen Vertragsbindung, die 1.150 Kronen pro MWh inklusive Mehrwertsteuer kosten wird. Eine einjährige Preisfixierung für Gas kostet anschließend 1.240 Kronen pro MWh inklusive Mehrwertsteuer.
Derzeit beziehen mehr als 600.000 Kunden Gas von ČEZ. Mit einem Marktanteil von 22 Prozent ist das Unternehmen damit der zweitgrößte Gasanbieter in Tschechien nach innogy. „Allein im vergangenen Jahr wechselten fast 158.000 Kunden zu ČEZ Prodej“, ergänzte Kadlec.
Das Unternehmen senkte außerdem die Preise einiger fixierter Stromtarife für Neukunden. Lieferungen mit einer dreijährigen Bindung in der gängigsten Tarifstufe D02 wurden um 149 Kronen auf 3.250 Kronen pro MWh inklusive Mehrwertsteuer verbilligt. Der Strompreis bei einer einjährigen Bindung sank um mehr als 130 Kronen auf 3.340 Kronen pro MWh inklusive Mehrwertsteuer.
Auch konkurrierende Anbieter senken in den vergangenen Wochen und Monaten schrittweise ihre Energiepreise. So führte E.ON beispielsweise einen neuen digitalen Tarif ein, der auf einen vollständig elektronischen Vertragsabschluss und eine ebenso digitale Vertragsverwaltung setzt. „In einer Zeit, in der wir angesichts der Großhandelsmärkte keine schnelle und drastische Preissenkung erwarten, ist es sinnvoll, Einsparungen im eigentlichen Servicemodell zu suchen. Ein Online-Produkt ermöglicht es den Kunden, von niedrigeren Betriebskosten zu profitieren“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von E.ON Energie, Jan Zápotočný. Laut dem Unternehmen wird die Ersparnis des digitalen Tarifs im Bereich von mehreren Hundert Kronen pro MWh liegen.
Die meisten Anbieter senkten ihre Preise zu Beginn dieses Jahres oder bereits gegen Ende des vergangenen Jahres. So verbilligte Pražská energetika seit November die Energielieferungen für mehr als eine halbe Million Kunden ohne Preisfixierung. Der Strompreis sank um bis zu zehn Prozent, Gas wurde um acht Prozent günstiger. Das Unternehmen innogy wird ab Februar dieses Jahres die Gaspreise für rund 300.000 Kunden mit unbefristeten Verträgen senken. Die Preise für Lieferungen werden um 15 Prozent reduziert, das entspricht etwa 280 Kronen pro MWh. Zu Beginn des Jahres senkten auch ČEZ und E.ON sowie einige weitere Anbieter die Preise für Kunden ohne Vertragsbindung.
Quelle: https://www.seznamzpravy.cz/clanek/ekon ... gii-297675
/gr/
Riskantes Spiel. Tschechien verfügt nur noch über Gasreserven für 44 Tage, Lieferungen stocken
30.01.2026 Ekonomicky denik
Autor: David Tramba
Minimale Importe von Erdgas aus dem Ausland und gleichzeitig ein hoher Winterverbrauch. Das Ergebnis dieser Gleichung ist offensichtlich – Tschechien muss große Gasmengen aus den unterirdischen Speichern entnehmen. Sollte sich das Verhalten der Lieferanten beim Gasimport nicht ändern oder keine deutliche Erwärmung eintreten, könnten die Gasreserven innerhalb von 44 Tagen auf null sinken.
Das Ministerium für Industrie und Handel teilte auf Anfrage der Zeitung Ekonomický deník mit, dass es die Situation beobachte. Derzeit handle es sich angeblich um nichts Außergewöhnliches. „Im Moment wird nicht erwartet, dass die niedrigen Temperaturen deutlich länger als einen Monat anhalten. Sollte dies dennoch der Fall sein, würden die Händler – abhängig von den eingelagerten Vorräten – ihr Verhalten anpassen, mehr Gas auf den ausländischen Märkten einkaufen und nach Tschechien importieren“, reagierte die Sprecherin des Ministeriums, Štěpánka Filipová.
Von 90 Prozent auf 44...
Die Energieregulierungsbehörde erklärte, dass dieser Bereich vor allem in die Zuständigkeit des Industrieministeriums falle. Der Regulator kontrolliert lediglich die Einhaltung des Sicherheitsstandards der Gasversorgung.
Worum geht es dabei? Die Lieferanten müssen vor Beginn der Heizsaison über ausreichende Gasreserven für geschützte Kunden verfügen – Haushalte, Krankenhäuser, Schulen und ähnliche Einrichtungen. In der Praxis stellt dies jedoch kein großes Problem dar; Anfang November waren die tschechischen Gasspeicher schließlich zu 90 Prozent gefüllt. Inzwischen liegt der Füllstand nur noch bei 49 Prozent (ohne den „slowakischen“ Speicher sogar nur bei 44 Prozent).
Die Stellungnahme des Industrieministeriums deckt sich mit den Aussagen von Vertretern großer Energieversorger in den vergangenen Tagen. Das kalte Wetter in Europa und den USA treibt die Gaspreise um mehrere zehn Prozent nach oben. Für die Lieferanten lohnt es sich daher, auf das in den Speichern eingelagerte Gas zurückzugreifen, das im Sommer oder Herbst zu günstigeren Preisen gekauft wurde. Die Importe aus Deutschland wurden auf ein Minimum reduziert. Wirtschaftlich ist das nachvollziehbar, aus Sicht der Energiesicherheit jedoch ein riskantes Spiel.
Nach Angaben der Datenbank des europäischen Gasverbands GIE verblieben am Dienstagmorgen in den tschechischen Speichern 23,18 TWh (also etwa 2,1 Milliarden Kubikmeter) nutzbarer Gasreserven. Zieht man den Speicher des Unternehmens SPP Storage ab, der in erster Linie für die Slowakei bestimmt ist, sinkt die Zahl auf 17,66 TWh. Beim aktuellen Verbrauchstempo entspricht das etwa 44 Tagen – also nicht einmal bis Mitte März.
Gasimporte auf ein Minimum gesunken….
Mit Importen ist derzeit kaum zu rechnen. Seit Anfang Januar fließen nach Angaben des Betreibers des überregionalen Gasleitungsnetzes NET4GAS aus Deutschland nur rund 70 Gigawattstunden (GWh) Gas pro Tag nach Tschechien. In den vergangenen Tagen lag der Wert sogar noch niedriger – so etwa am Mittwoch, dem 28. Januar, bei lediglich 44 GWh. Diese Menge reicht nicht einmal aus, um den Weiterverkauf eines Teils des Gases nach Polen und in die Slowakei abzudecken.
Zum Vergleich: Der Erdgasverbrauch liegt bei kaltem Wetter bei etwa 480 GWh pro Tag. In den vergangenen Tagen, als die Außentemperaturen um den Gefrierpunkt lagen, schwankte der Verbrauch bei rund 400 GWh täglich. Die Berechnung der Zeitspanne, in der Gas aus den Speichern den Bedarf decken kann, fällt daher etwas günstiger aus als noch vor einer Woche. Zusätzlichen Verbrauch verursachen Gas- und Gas-und-Dampf-Kraftwerke, die vor allem an Werktagen mit hoher Leistung fahren.
Eine Erhöhung der Gasimporte aus Deutschland wäre dabei kein großes Problem. Nach Angaben des deutschen Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe (THE) fließen hohe Gasmengen aus Norwegen und aus LNG-Terminals nach Deutschland – in einem Umfang von mehr als 2,6 TWh pro Tag. Aus Deutschland strömen täglich rund 250 GWh Gas nach Österreich, etwas geringere Mengen auch nach Polen und in die Schweiz. Lediglich die Lieferungen in das tschechische Netz stocken auffällig.
„Wir schaffen das“…
Die Gasunternehmen zeigen sich bislang gelassen und halten die Situation für beherrschbar. „Die Tschechische Republik hat ihre Speicher derzeit leicht über dem EU-Durchschnitt gefüllt und deutlich besser als beispielsweise Deutschland. Gleichzeitig verfügt Tschechien über ausreichende Transportkapazitäten für Gasimporte aus dem Ausland. Ein Szenario, in dem Tschechien bis zum Ende des Winters ohne Gas dasteht, droht nicht“, reagierte der Sprecher von NET4GAS, David Hořínek.
Einige Quellen aus der Gasbranche verweisen jedoch auf eine mögliche Wiederholung der Situation aus dem ersten Quartal 2018. Damals sah sich die Branche mit einem hohen Verbrauch während eines langen und kalten Winters konfrontiert. „Damals lagen wir Ende März in Tschechien bei einem Speicherfüllstand von 7,5 Prozent. Hoffentlich schaffen wir es also auch diesmal ohne Probleme, aber das Sicherheits-polster ist deutlich geschrumpft“, ergänzt eine Quelle aus der Branche, die anonym bleiben wollte.
Quelle: https://ekonomickydenik.cz/cesko-zasoby ... i-dodavky/
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von relevanten Zeitungsartikeln aus Tschechien aus dem Energiebereich vom 2.2.2026:
Inhalt:
Modernisierung der Maschinenhallen, Wartung der Dampferzeuger und sogar KI. Dukovany kosten Milliarden.
ČEZ hat seit gestern die fixierten Energiepreise gesenkt.
„Wir wollen nicht neben Windrädern leben“, heißt es aus den Gemeinden.
Ende der Steinkohle in Tschechien. Arbeitsplätze und Traditionen verschwinden.
Die Gasvorräte in der EU sind so niedrig wie seit 2022 nicht mehr, die Preise sind sprunghaft gestiegen.
In dem deutschen Kernkraftwerk Grafenrheinfeld hat der Abbau der Dampferzeuger begonnen
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Modernisierung der Maschinenhallen, Wartung der Dampferzeuger und sogar KI. Dukovany kosten Milliarden
30. Januar 2026 Radio Impuls.cz
Das Kernkraftwerk Dukovany wird in diesem Jahr Modernisierungen und Investitionen zur Erhöhung der Sicherheit und Effizienz des Betriebs in Höhe von 4,4 Milliarden Kronen durchführen. Das Ziel ist es, dass das Kraftwerk 60 Jahre und länger in Betrieb bleiben kann. Dies teilte der Sprecher des Kraftwerks Jiří Bezděk bei der Besichtigung des Reaktorsaals, der Maschinenhalle und des Zwischenlagers für abgebrannten Kernbrennstoff am Donnerstag mit.
„Während der Abschaltung von Block 1 führen wir Wartungs- und Modernisierungsarbeiten an Teilen des Primärkreislaufs durch, für die es notwendig war, den Wasserstand im Reaktor zu senken. Das ist nur möglich, wenn der Brennstoff aus dem Reaktor ausgelagert ist. Darin war die jetzige Block-Abschaltung außergewöhnlich – so etwas geschieht einmal in acht Jahren“, sagte Bezděk. Der Block soll etwa Mitte Februar wieder angefahren werden.
Teil der Block-Abschaltung ist die Reinigung eines der Dampferzeuger. „Für diese Reinigung ist es gelungen, eine einzigartige Technologie zu entwickeln, dank der wir jährlich mehrere hundert Kilogramm mineralischer Ablagerungen aus dem Generator entfernen und so seinen Zustand erhalten und die Lebensdauer verlängern können“, bemerkte Bezděk.
Der offene Zugang zur Reaktoranlage ist während der Wartung mit Folienabdeckungen und einem provisorischen Gerüst versehen. Dieses müssen die Techniker vor dem Ende der Abschaltung Stück für Stück vollständig aus dem Bereich entfernen.
Spezialisten arbeiten an Wartung und Modernisierungen in den Maschinenhallen unter dem Boden des Reaktorsaals des Kraftwerks, wo derzeit der erste Block abgeschaltet ist.
Gearbeitet wird auch im Kasten der Zirkulationspumpen mit unzähligen Absperrarmaturen.
Spezialisten arbeiten an Wartung und Modernisierungen in den Maschinenhallen unter dem Boden des Reaktorsaals des Kraftwerks, wo derzeit der erste Block abgeschaltet ist.
Fotogalerie beim Artikel - 32 Fotos
In der Maschinenhalle der Blöcke 1 und 2 montierten die Techniker am Donnerstag die Dampfturbinen und führten die sogenannte Ölspülung durch, mit der die Montage abgeschlossen wird. Sie arbeiteten auch im Kasten der Hauptzirkulationspumpen mit Absperrarmaturen.
Die Dampferzeuger – nach Ansicht der Energetiker das Herz des Kraftwerks – befinden sich in einem hermetischen Raum, wo sie ringförmig angeordnet sind. „Dieser Bereich kann nur während einer Reaktorabschaltung betreten werden“, merkte Bezděk an.
Die Dampferzeuger sind Zylinder mit einer Länge von 12 Metern und einer Breite von drei Metern. In jedem befinden sich fünfeinhalbtausend Röhrchen, die die Wärme zwischen dem Primär- und dem Sekundärkreislauf übertragen.
Das Ziel ist es, die Lebensdauer zu verlängern und die Leistung zu erhöhen
Die in diesem Jahr startende Modernisierung der Maschinenhallen wird Turbinen, Pumpen und weitere Anlagen betreffen, abhängig von den Abschaltungen der einzelnen Blöcke. Das Kraftwerk führt außerdem neue Wartungs-, Diagnose- und Kontrolltechnologien ein.
„Wir wollen neue Schweißmethoden, den Korrosionsschutz der Anlagen, aber auch Drohnen und Elemente der künstlichen Intelligenz umfassend nutzen. Gleichzeitig werden wir weiterhin systematisch jene Tätigkeiten digitalisieren, bei denen es sinnvoll ist“, äußerte sich Bohdan Zronek, Direktor der Division Kernenergie von ČEZ.
Auslöser für den Start des Projekts war das sich nähernde Ende der Lebensdauer von Teilen der Rotoren der Turbogeneratoren sowie die Vorbereitungen für die Ableitung der Wärme in eine Fernwärmeleitung nach Brünn. Experten werden sich auch mit Generatoren, Dampfabscheidern, Kondensatoren sowie mit Anlagen befassen, die die elektrische Leistung aus dem Kraftwerk abführen.
„Die Modernisierung der Maschinenhallen könnte eine Erhöhung der elektrischen Leistung eines Blocks um bis zu mehrere Megawatt bringen“, informierte der Kraftwerksdirektor Roman Havlín.
Reaktoren können nur vier Prozent des Brennstoffs nutzen...
Im Kraftwerk arbeiten derzeit 1.780 Beschäftigte mit einem Durchschnittsalter von etwa 42 Jahren. „Knapp die Hälfte von ihnen hat eine Hochschulausbildung“, stellte Bezděk fest.
Der erste Block des Kraftwerks Dukovany wurde 1985 in Betrieb genommen, der letzte vierte Block zwei Jahre später. Die aktuelle Leistung jedes Blocks nach ihrer Erhöhung beträgt 512 Megawatt.
Das Zwischenlager für Kernbrennstoff in Dukovany enthält sämtlichen abgebrannten Brennstoff aus diesem Kraftwerk seit seiner Inbetriebnahme. „Das sind heute etwa 125 Container, und in jedem befinden sich 84 Brennelemente. Es bleibt dort Platz für weitere fünfundzwanzig Jahre Betrieb, die Kapazität ist also ausreichend“, sagte Bezděk.
Die Reaktoren in Dukovany können aus dem Brennstoff nur vier Prozent der Energie nutzen, der Rest verbleibt darin für eine mögliche Nutzung in der Zukunft.
Autor: Tomáš Blažek
Quelle: https://www.impuls.cz/regiony/vysocina/ ... ntent=main
/gr/
ČEZ hat seit gestern die fixierten Energiepreise gesenkt
31.01.2026, Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 4 (čtk)
Prag – Der Energiekonzern ČEZ hat seit gestern die fixierten Energiepreise für Neukunden gesenkt. Gaslieferungen mit Vertragsbindung bietet ČEZ neu zu Preisen an, die im Jahresvergleich um bis zu 40 Prozent niedriger sind; die Preise einiger fixierter Stromtarife sinken im Jahresvergleich um bis zu ein Zehntel.
Darüber informierte ČEZ gestern in einer Pressemitteilung. Auch andere Anbieter senken schrittweise ihre Energiepreise, so hat beispielsweise E.ON kürzlich einen vollständig digitalen Tarif eingeführt. Weitere deutliche Preissenkungen erwarten Analysten in nächster Zeit jedoch nicht.
/gr/
„Wir wollen nicht neben Windrädern leben“, heißt es aus den Gemeinden
31.01.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9 Jitka Kubíková Šrámková
Die Gemeinden sind beunruhigt über die Pläne der Investoren von Windkraftanlagen. Sie suchen Hilfe beim Kreis und beim Staat.
SÜDLICHE PILSENER REGION – Die Bewohner der südlichen Pilsener Region befürchten, dass in der Umgebung ihrer Wohnorte Dutzende Windkraftanlagen errichtet werden könnten. Sie verfügen über Informationen, wonach in dem Gebiet eine sogenannte Beschleunigungszone entstehen soll, in der Windräder einfacher gebaut werden können. Sie stützen sich dabei auf die Tatsache, dass in den letzten Monaten potenzielle Investoren die Gemeinden in der südlichen Pilsener Region aufsuchen und sich Bedingungen für den Bau von Windparks schaffen. Das erklärte Martin Moudrý aus Střížovice.
Sollten vor Ort tatsächlich Windkraftanlagen gebaut werden, würde er dies als Betrug seitens des Pilsener Kreises und des Staates betrachten, da in den geltenden Grundsätzen der Raumordnung des Pilsener Kreises keine Beschleunigungszonen für den Bau von Windparks vorgesehen sind. „Außerdem hat hier über die Festlegung von Beschleunigungszonen keinerlei Diskussion stattgefunden“, sagt Moudrý.
Der Kastellan des Schlosses Nebílovy, Milan Fiala, der in Netunice lebt, gehört ebenfalls zu der Gruppe der Gegner, die derzeit Unterlagen gegen den Bau der Windräder zusammenholen. Laut Moudrý seien sie auch bereit, vor Gericht zu gehen. Als Grund für seinen Widerstand nennt Fiala die Zerstörung der malerischen Landschaft der südlichen Pilsener Region mit bedeutenden Denkmälern wie dem Schloss Kozel, der Burg und dem Schloss Zelená Hora oder der Burg Radyně.
„Wenn hier Dutzende Windräder stehen, kommt es zu einer fatalen Zerstörung der Landschaft, ihrer landschaftlichen Werte, der Blickbeziehungen zu verschiedenen Orten sowie zu Einschränkungen des Tourismus. Windkraftanlagen können im Norden Deutschlands funktionieren, ihre Leistung ist dort um ein Vielfaches höher. Bei uns jedoch würde das zerstört, was sich hier seit dem Neolithikum entwickelt hat – die Kulturlandschaft wurde auch im Barock weiter ausgestaltet, und in den letzten 35 Jahren wurden enorme Mittel in die Behebung der Landschaftsschäden investiert, die während des kommunistischen Regimes entstanden sind. Dazu gehört etwa die Wiedervernässung von Wiesen und die Wiederherstellung von Feldrainen“, erläuterte Fiala.
Wie Kateřina Horáková aus Střížovice sagte, denken einige Bewohner bereits darüber nach, ihr Haus zu verkaufen und das Dorf zu verlassen. Die Aktivitäten der Investoren hätten laut Horáková und Moudrý Zwietracht zwischen Befürwortern und Gegnern der Windräder in die Gemeinden gebracht. Die Gegner weisen zudem darauf hin, dass Investoren, die die Gemeinden aufsuchen, bereits einigen Grundstückseigentümern – teils auch Verwandten von Bürgermeistern – Geld versprechen und sie so auf ihre Seite ziehen. „Das ist ein Nährboden für Korruption“, warnt Luboš Růžička aus Jarov.
So haben die Einwohner von Střížovice den Bau von Windkraftanlagen bereits einmal im Jahr 2014 abgelehnt. An dem Referendum beteiligten sich 83 Prozent der 317 Wahlberechtigten. Das Ergebnis war, dass das Dorf Windkraftanlagen nicht in den Flächennutzungsplan aufnahm. „Gegen die Ausweisung von Flächen für Windräder im neuen Flächennutzungsplan stimmten 136 Menschen, dafür 119“, teilte der damalige Bürgermeister Jiří Fejfar vor zwölf Jahren mit. Und nun drohe ihnen laut Moudrý, dass, falls sie nicht in Střížovice gebaut werden, 250 Meter hohe Masten überall in der Umgebung errichtet werden könnten.
Die Beschleunigungszonen sind allerdings vom Staat noch nicht offiziell ausgewiesen worden. „Bei Vlčtejn läuft derzeit ein UVP-Verfahren für ein Vorhaben mit zwei Windrädern. Ansonsten gibt es in der Umgebung kein weiteres Projekt, das jemand mit uns konsultiert oder zu dem er eine Stellungnahme einholen wollte“, sagte gegenüber ČTK der Leiter der Kreisabteilung für Umwelt, Martin Plíhal. Ihm zufolge ist bislang der Staat, konkret das Ministerium für regionale Entwicklung, der einzige Akteur, der Beschleunigungszonen vorbereitet. Der Kreis schließt derzeit eine Raumstudie ab – ein unverbindliches Dokument zur Ermittlung des Potenzials der Region. Sie wird Ende Februar veröffentlicht, weist jedoch keine Beschleunigungszonen aus, die der Staat dem Kreis bislang vorenthält.
Laut Plíhal hat der Kreis im Dezember eine Initiative der Assoziation der Regionen angestoßen, mit der der Staat aufgefordert wird, die Arbeiten an der Änderung des Raumordnungsplans zur Ausweisung von Beschleunigungszonen auszusetzen, die Einrichtung einer Arbeitsgruppe der Regionen voranzutreiben und biologische Untersuchungen möglicher Zonen sicherzustellen. Der Staat hat sich verpflichtet, die Leistung der Windenergiequellen in Tschechien bis zum Jahr 2030 auf das Fünffache zu steigern – auf 1,5 GW.
/gr/
Ende der Steinkohle in Tschechien. Arbeitsplätze und Traditionen verschwinden
31.01.2026 0:00 Tagezeitung Mladá fronta DNES Titelseite ~ Seite: 1
Autor: Darek Štalmach
Im Bergwerk ČSM in Stonava werden die Bergleute heute die Ära des Steinkohleabbaus beenden. Sie dauerte 250 Jahre.
Auf zwanzig Jahre schätzte im Juni 1768 der Steiger Johann Jacob Lutz die Dauer des Abbaus der damals bekannten Kohlevorräte im Ostrauer Gebiet. In den frühen Morgenstunden am Samstag, dem 31. Januar 2026, fördern die Bergleute des Unternehmens OKD nach mehr als 250 Jahren die letzten Tonnen Steinkohle – nicht nur im Rahmen des Bergwerks ČSM und des Reviers, sondern in der gesamten Tschechischen Republik.
Für die Region Karviná, aber auch für das weite Umland endet damit eine Zeit, in der Schächte, vor allem nach dem Jahr 1945, für viele die Sicherheit hoher Einkommen bedeuteten und auch etwa die Möglichkeit boten, sich dem obligatorischen Grundwehrdienst zu entziehen. Es reichte, die „Schachtarbeit“ für zehn Jahre zu unterschreiben, und man musste nicht zur Armee.
In der Region werden neben Arbeitsplätzen vor allem die hohen Einkommen fehlen, die letztlich auch die Löhne in den umliegenden Unternehmen nach oben trieben.
„Wir werden die industrielle Vergangenheit, die hier das Leben so wesentlich geprägt hat, niemals vergessen“, kommentierte das Ende des Abbaus der Landeshauptmann der Region Mährisch-Schlesien, Josef Bělica.
Fortsetzung auf Seite 4
Die letzten Förderwagen mit Kohle werden aus einer Tiefe von 1.300 Metern an die Oberfläche fahren, in der das zuletzt abgebaute Flöz des Reviers liegt. Für das Bergwerk, in dem beispielsweise auch eine Hochzeit stattfand, die als die am tiefsten gelegene Trauung im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet ist, wird es ein weiterer Eintrag in die Geschichte des Kohleabbaus sein.
„Nach unseren Statistiken wurden seit dem Jahr 1770 im Ostrau-Karwin-Revier rund 1,7 Milliarden Tonnen Steinkohle gefördert“, informierte über das Gesamtvolumen des Abbaus Tomáš Indrei, Sprecher des staatlichen Unternehmens Diamo, das unter anderem auch für alte Bergwerke zuständig ist.
Die Republik ist im Energiebereich nicht mehr von Steinkohle abhängig. „Die Kunden im Bereich der Kokskohle können wir an den Fingern einer Hand abzählen, und das mit sehr kurzer Lieferperspektive. Die Vorräte, die im Untergrund verbleiben, sind wirtschaftlich wie auch technisch nicht mehr förderbar, und angesichts des langfristigen Fehlens einer bergmännischen Berufsausbildung sind wir nicht in der Lage, qualifiziertes Personal weiter zu ergänzen“, zählte der Generaldirektor von OKD, Roman Sikora, die Gründe für das Ende des Abbaus auf. Die genannten Gründe sind sogar dringlicher als der sogenannte Green Deal. Der Kohleabbau wurde für Ostrau, aber auch für sein Umfeld, zugleich Geschenk und Fluch. Dank der Kohle verwandelte sich die ursprünglich landwirtschaftliche Region in ein Industriegebiet mit allen Vor- und Nachteilen.
„Die Verfügbarkeit von Kohle ermöglichte eine rasche Industrialisierung der Region und legte die Grundlagen für die Entwicklung der Hüttenindustrie, des Maschinenbaus, der chemischen Industrie und der Energiewirtschaft“, erläuterte den Beitrag des Kohleabbaus zur Region Marian Liebiedzik vom Lehrstuhl für Ökonomie und öffentliche Verwaltung der Handels- und Unternehmerfakultät der Schlesischen Universität in Karviná. „Diese Branchen schufen einen umfangreichen Wirtschaftskomplex, der über Jahrzehnte hinweg Hunderttausenden Menschen stabile Arbeitsplätze bot und die soziale wie auch wirtschaftliche Struktur der Region prägte“, fügte er hinzu.
All das endet nun. Endgültig. Während das Ostrauer Gebiet sich mit dem Ende des Abbaus und den damit verbundenen sozialen Belastungen bereits in der ersten Hälfte der 1990er Jahre auseinandersetzen musste, steht ein ähnlicher Schritt dem benachbarten, aber eigenständigen Karwiner / Kavina Gebiet erst noch bevor.
„Der Bergbau gehörte über Generationen zu Karviná. Er ist fest in der Geschichte der Stadt und in den Lebenserfahrungen der örtlichen Familien verankert. Diese Etappe schließt sich heute schrittweise, und ihre Spur wird vor allem im Gedächtnis der Region, in Geschichten und Archiven bleiben“, reagierte der Bürgermeister von Karviná, Jan Wolf, auf das Ende des Abbaus.
Für das Ostrauer Gebiet bedeutete das Ende des Abbaus in den 1990er Jahren einen schweren Schock, verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit, die auch durch die Probleme weiterer großer Unternehmen verstärkt wurde. „Mit dem Rückgang des Kohleabbaus traten die negativen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen voll zutage. Die Schließung einzelner Schächte bedeutete den Verlust Tausender Arbeitsplätze nicht nur in den Bergwerken, sondern auch in angeschlossenen Berufen“, ergänzte Liebiedzik.
Fast 10 Prozent der Menschen ohne Arbeit ...
Hohe Arbeitslosigkeit plagt derzeit auch das Karwiner /Karvina Gebiet. Ende Dezember 2025 lag die Zahl der Arbeitslosen knapp unter zehn Prozent.
Nach dem Ende des Kohleabbaus wird es noch schlimmer. OKD hat bereits im Voraus Massenentlassungen der Bergleute angekündigt, die es nicht mehr benötigen wird.
„Zum 31. Januar 2026 werden 750 Beschäftigte ausscheiden, nach der Stilllegung der Kohleaufbereitungsanlage zum 28. Februar weitere 150“, erläuterte die Sprecherin von OKD, Barbora Černá Dvořáková, das Ausmaß der Entlassungen. „Die Abfindungen werden je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit bis zur Höhe des Elffachen des durchschnittlichen Monatsverdienstes ausgezahlt. Dafür werden wir über 500 Millionen Kronen aufwenden“, fügte sie hinzu.
Auch wenn nicht alle ausscheidenden Bergleute im Bezirk Karviná leben, lässt sich dennoch abschätzen, dass mit ihrem Weggang die Arbeitslosigkeit im Bezirk auf über zehn Prozent steigen wird. Nach Ansicht des Bürgermeisters von Karvina wird dies jedoch nicht das Ende des Lebens in der Stadt und ihrer Umgebung bedeuten.
„Wir sehen das nicht als Ende, sondern als natürlichen Übergang“, erklärte er.
Der soziale Bereich wird jedoch nicht das einzige Problem sein, mit dem sich das Karwiner /Karvina Gebiet nach dem Ende des Abbaus auseinandersetzen muss. „Neben den sozialen Auswirkungen hat der Kohleabbau auch eine erhebliche ökologische Belastung hinterlassen“, erläuterte Marian Liebiedzik. „Die Verwüstung der Landschaft, Bodensenkungen, die Verschmutzung der Luft und der Gewässer oder die gestörte städtebauliche Struktur der Städte haben die Lebensqualität der Bewohner negativ beeinflusst“, präzisierte er. Das Ende des Kohleabbaus im Karwiner / Karvina Gebiet sollte jedoch keine so große Belastung mehr darstellen wie vor Jahren im Ostrauer Gebiet.
„Eindeutig haben wir dazugelernt. In den 1990er Jahren wurde nach dem Ende des Kohleabbaus nicht mehr gelüftet, und plötzlich begann etwa Gas unkontrolliert anzusteigen. In diesem Moment wurde allen klar, dass die Einstellung des Abbaus überhaupt nicht einfach ist“, erklärte Martin Klempa von der Bergbau- und Geologischen Fakultät der VŠB-TU Ostrava. „Heute lässt man schon beim schrittweisen Verfüllen der Schächte bereits Entlüftungsschächte offen, das Gas wird anschließend für kommerzielle Zwecke genutzt, und zugleich wird schon die sogenannte Nachbergbau-Landschaft behandelt“, fügte er hinzu.
Fakten:
Kohleabbau im Bergwerk ČSM - Der symbolische letzte Förderwagen mit Steinkohle in der Tschechischen Republik wird am 4. Februar 2026 aus einer Tiefe von 1.079 Metern an die Oberfläche fahren. Der Steinkohleabbau in der Tschechischen Republik endet damit nach nahezu 250 Jahren. Der eigentliche Abbau endete bereits am 31. Januar.
Allein im Jahr 2025 wurden im Bergwerk ČSM 1,16 Millionen Tonnen Kohle gefördert, im Januar 2026 waren es nur noch 45.000 Tonnen. Insgesamt wurden im Bergwerk ČSM bis Ende 2025 124,2 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Ein Zug, der diese Menge transportieren würde, wäre etwa 35.000 Kilometer lang. Der erste Förderwagen fuhr aus dem Bergwerk ČSM am 19. 12. 1968 aus.
/gr/
Die Gasvorräte in der EU sind so niedrig wie seit 2022 nicht mehr, die Preise sind sprunghaft gestiegen
Autor: Jan Budín
1. Februar 2026, oenergetice.cz
Ungewöhnlich kaltes Wetter im Januar führte in Europa zum höchsten Tempo bei der Entnahme von in Speichern gelagertem Gas seit den letzten 5 Jahren. Die Gaspreise steigen als Reaktion auf die entstandene Situation. So stieg beispielsweise der Preis des Kontrakts für den nächstliegenden Monat am liquidesten europäischen Handelspunkt TTF im Laufe des Januars um mehr als 30 %.
Die europäischen Staaten entnehmen aufgrund des kalten Wetters in diesem Winter mehr Erdgas aus den Gasspeichern als in den vergangenen Wintern. Laut den vom Portal Bloomberg veröffentlichten Daten wurden im Januar durchschnittlich 7,8 TWh Erdgas pro Tag aus den Speichern entnommen.
Der Füllstand der europäischen Gasspeicher ist infolge der hohen Entnahmen deutlich unter 50 % gefallen und liegt zu dieser Jahreszeit auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2022, als die russische Invasion in der Ukraine begann.
Die Erdgasvorräte in den tschechischen Speichern liegen etwas über dem EU-Durchschnitt, sind jedoch ebenfalls bereits unter die 50-%-Marke gefallen. Wie bei den Gesamtwerten für die EU gilt auch hier, dass eine schlechtere Situation in Tschechien zuletzt im Jahr 2022 zu beobachten war.
Analysten von Wood Mackenzie erwarten zudem, dass die Gasvorräte in den europäischen Speichern zum Ende des Winters auf bis zu 20 % sinken werden.
Wachsende Abhängigkeit von LNG-Importen...
Das ausländische Portal Bloomberg erinnerte daran, dass Europa sich in den vergangenen Jahren bereits von einem großen Teil der Pipeline-Lieferungen aus Russland gelöst hat. Zu Beginn dieses Jahres kam es nach dem Ende der Gaslieferungen über die Ukraine zu einem weiteren Rückgang. Ein vollständiges Verbot der Einfuhr von russischem Gas soll ab November 2027 gelten.
Europa muss sich daher zunehmend auf die Einfuhr von verflüssigtem Erdgas (LNG) verlassen. Diese bewegt sich zwar in den letzten Monaten auf hohem Niveau, reicht jedoch nicht aus, um die Situation umzukehren.
Im Januar wurden laut den auf Energostat veröffentlichten Daten rund 130 TWh LNG in die EU transportiert, was etwa der Hälfte des Erdgasvolumens entspricht, das im gleichen Zeitraum aus den Speichern entnommen wurde.
„Die Entnahme der Erdgasvorräte wird nicht nur durch das kalte Wetter verursacht, sondern spiegelt auch die wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit der Nutzung des gespeicherten Gases gegenüber dem Import flexibler LNG-Lieferungen wider“, sagte der Senior-Analyst von Bloomberg Intelligence Patricio Alvarez und fügte hinzu, dass der LNG-Import bei hohen Spotpreisen, wie sie derzeit am Markt beobachtet werden, weniger attraktiv ist.
Die Erdgaspreise an den europäischen Märkten steigen als Reaktion auf die entstandene Situation. So stieg beispielsweise der Preis des Kontrakts für die Gaslieferung im folgenden Monat am liquidesten europäischen Handelspunkt TTF im Januar um mehr als 30 % und bewegt sich aktuell um die 40 EUR/MWh.
Nach Angaben von David Lewis von Wood Mackenzie könnte eine neue Welle von LNG-Lieferungen, die im Frühjahr dieses Jahres auf den Markt kommen wird, die Situation verbessern. Dank ihr sollen die europäischen Speicher im Gegenteil mit dem schnellsten Tempo der letzten 5 Jahre wieder aufgefüllt werden.
/gr/
In dem deutschen Kernkraftwerk Grafenrheinfeld hat der Abbau der Dampferzeuger begonnen
Autor: Jiří Salavec
2. Februar 2026, oenergetice.cz
Der Rückbau deutscher Kernkraftwerke hat im Kraftwerk Grafenrheinfeld einen weiteren Meilenstein erreicht. Techniker haben elf Jahre nach der Abschaltung des Druckwasserreaktors den ersten seiner Dampferzeuger demontiert. Die Entsorgung der jeweils 365 Tonnen schweren Dampferzeuger wird im Laufe des kommenden Jahres in Schweden erfolgen. Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld mit einer installierten Leistung von 1275 MW erzeugte zwischen den Jahren 1982 und 2015 mehr als 330 TWh elektrische Energie.
Das deutsche Unternehmen PreussenElektra teilte mit, dass Techniker mit dem Abbau der vier Dampferzeuger im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld begonnen haben. Jeder der Dampferzeuger ist 20 Meter hoch und wiegt 365 Tonnen, weshalb ihre Handhabung äußerst anspruchsvoll ist. Die Entnahme des ersten Dampferzeugers war aufgrund des begrenzten Platzes im Reaktorgebäude besonders schwierig, die Techniker bewältigten den Prozess jedoch sicher.
„Diese Aufgabe erforderte höchste Präzision und hervorragende Ingenieursarbeit. Dank monatelanger Vorbereitungen verlief der eigentliche Hub reibungslos und dauerte etwa 9 Stunden. Unsere erfahrenen Partner Framatome und Mammoet, die bereits vier Dampferzeuger im Kernkraftwerk Unterweser demontiert haben, meisterten diese Herausforderung auch im Kraftwerk Grafenrheinfeld“, erklärte Projektmanager Burghard Lindner.
PreussenElektra geht davon aus, dass der Abbau aller Dampferzeuger voraussichtlich bis Ende Februar dauern wird. Anfang des Jahres 2027 werden die Techniker die Dampferzeuger nach Schweden transportieren, wo ihre Demontage und Einschmelzung erfolgen soll. Diese Arbeiten übernimmt Cyclife – eine Tochtergesellschaft des französischen Konzerns EDF, die von PreussenElektra den Auftrag zur Entsorgung von 12 Dampferzeugern aus den deutschen Kernkraftwerken Unterweser, Grafenrheinfeld und Grohnde erhalten hat.
Betriebsende nach 33 Jahren….
Mit dem Bau des einblockigen Kernkraftwerks Grafenrheinfeld begann Deutschland im Jahr 1975. Der Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 1275 MW (netto) ging im Juni 1982 in den kommerziellen Betrieb. Während seiner Laufzeit erzeugte der Block über 330 TWh Strom, bevor er im Juni 2015 endgültig abgeschaltet wurde.
Das Unternehmen PreussenElektra beantragte die Genehmigung zur Stilllegung im Jahr 2014 und erhielt diese Genehmigung im Jahr 2018. Die zweite Genehmigung für den Rückbau, die auch den Abbau des Reaktordruckbehälters umfasst, erhielt das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld Ende des Jahres 2022.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... generatoru
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Modernisierung der Maschinenhallen, Wartung der Dampferzeuger und sogar KI. Dukovany kosten Milliarden.
ČEZ hat seit gestern die fixierten Energiepreise gesenkt.
„Wir wollen nicht neben Windrädern leben“, heißt es aus den Gemeinden.
Ende der Steinkohle in Tschechien. Arbeitsplätze und Traditionen verschwinden.
Die Gasvorräte in der EU sind so niedrig wie seit 2022 nicht mehr, die Preise sind sprunghaft gestiegen.
In dem deutschen Kernkraftwerk Grafenrheinfeld hat der Abbau der Dampferzeuger begonnen
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Modernisierung der Maschinenhallen, Wartung der Dampferzeuger und sogar KI. Dukovany kosten Milliarden
30. Januar 2026 Radio Impuls.cz
Das Kernkraftwerk Dukovany wird in diesem Jahr Modernisierungen und Investitionen zur Erhöhung der Sicherheit und Effizienz des Betriebs in Höhe von 4,4 Milliarden Kronen durchführen. Das Ziel ist es, dass das Kraftwerk 60 Jahre und länger in Betrieb bleiben kann. Dies teilte der Sprecher des Kraftwerks Jiří Bezděk bei der Besichtigung des Reaktorsaals, der Maschinenhalle und des Zwischenlagers für abgebrannten Kernbrennstoff am Donnerstag mit.
„Während der Abschaltung von Block 1 führen wir Wartungs- und Modernisierungsarbeiten an Teilen des Primärkreislaufs durch, für die es notwendig war, den Wasserstand im Reaktor zu senken. Das ist nur möglich, wenn der Brennstoff aus dem Reaktor ausgelagert ist. Darin war die jetzige Block-Abschaltung außergewöhnlich – so etwas geschieht einmal in acht Jahren“, sagte Bezděk. Der Block soll etwa Mitte Februar wieder angefahren werden.
Teil der Block-Abschaltung ist die Reinigung eines der Dampferzeuger. „Für diese Reinigung ist es gelungen, eine einzigartige Technologie zu entwickeln, dank der wir jährlich mehrere hundert Kilogramm mineralischer Ablagerungen aus dem Generator entfernen und so seinen Zustand erhalten und die Lebensdauer verlängern können“, bemerkte Bezděk.
Der offene Zugang zur Reaktoranlage ist während der Wartung mit Folienabdeckungen und einem provisorischen Gerüst versehen. Dieses müssen die Techniker vor dem Ende der Abschaltung Stück für Stück vollständig aus dem Bereich entfernen.
Spezialisten arbeiten an Wartung und Modernisierungen in den Maschinenhallen unter dem Boden des Reaktorsaals des Kraftwerks, wo derzeit der erste Block abgeschaltet ist.
Gearbeitet wird auch im Kasten der Zirkulationspumpen mit unzähligen Absperrarmaturen.
Spezialisten arbeiten an Wartung und Modernisierungen in den Maschinenhallen unter dem Boden des Reaktorsaals des Kraftwerks, wo derzeit der erste Block abgeschaltet ist.
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In der Maschinenhalle der Blöcke 1 und 2 montierten die Techniker am Donnerstag die Dampfturbinen und führten die sogenannte Ölspülung durch, mit der die Montage abgeschlossen wird. Sie arbeiteten auch im Kasten der Hauptzirkulationspumpen mit Absperrarmaturen.
Die Dampferzeuger – nach Ansicht der Energetiker das Herz des Kraftwerks – befinden sich in einem hermetischen Raum, wo sie ringförmig angeordnet sind. „Dieser Bereich kann nur während einer Reaktorabschaltung betreten werden“, merkte Bezděk an.
Die Dampferzeuger sind Zylinder mit einer Länge von 12 Metern und einer Breite von drei Metern. In jedem befinden sich fünfeinhalbtausend Röhrchen, die die Wärme zwischen dem Primär- und dem Sekundärkreislauf übertragen.
Das Ziel ist es, die Lebensdauer zu verlängern und die Leistung zu erhöhen
Die in diesem Jahr startende Modernisierung der Maschinenhallen wird Turbinen, Pumpen und weitere Anlagen betreffen, abhängig von den Abschaltungen der einzelnen Blöcke. Das Kraftwerk führt außerdem neue Wartungs-, Diagnose- und Kontrolltechnologien ein.
„Wir wollen neue Schweißmethoden, den Korrosionsschutz der Anlagen, aber auch Drohnen und Elemente der künstlichen Intelligenz umfassend nutzen. Gleichzeitig werden wir weiterhin systematisch jene Tätigkeiten digitalisieren, bei denen es sinnvoll ist“, äußerte sich Bohdan Zronek, Direktor der Division Kernenergie von ČEZ.
Auslöser für den Start des Projekts war das sich nähernde Ende der Lebensdauer von Teilen der Rotoren der Turbogeneratoren sowie die Vorbereitungen für die Ableitung der Wärme in eine Fernwärmeleitung nach Brünn. Experten werden sich auch mit Generatoren, Dampfabscheidern, Kondensatoren sowie mit Anlagen befassen, die die elektrische Leistung aus dem Kraftwerk abführen.
„Die Modernisierung der Maschinenhallen könnte eine Erhöhung der elektrischen Leistung eines Blocks um bis zu mehrere Megawatt bringen“, informierte der Kraftwerksdirektor Roman Havlín.
Reaktoren können nur vier Prozent des Brennstoffs nutzen...
Im Kraftwerk arbeiten derzeit 1.780 Beschäftigte mit einem Durchschnittsalter von etwa 42 Jahren. „Knapp die Hälfte von ihnen hat eine Hochschulausbildung“, stellte Bezděk fest.
Der erste Block des Kraftwerks Dukovany wurde 1985 in Betrieb genommen, der letzte vierte Block zwei Jahre später. Die aktuelle Leistung jedes Blocks nach ihrer Erhöhung beträgt 512 Megawatt.
Das Zwischenlager für Kernbrennstoff in Dukovany enthält sämtlichen abgebrannten Brennstoff aus diesem Kraftwerk seit seiner Inbetriebnahme. „Das sind heute etwa 125 Container, und in jedem befinden sich 84 Brennelemente. Es bleibt dort Platz für weitere fünfundzwanzig Jahre Betrieb, die Kapazität ist also ausreichend“, sagte Bezděk.
Die Reaktoren in Dukovany können aus dem Brennstoff nur vier Prozent der Energie nutzen, der Rest verbleibt darin für eine mögliche Nutzung in der Zukunft.
Autor: Tomáš Blažek
Quelle: https://www.impuls.cz/regiony/vysocina/ ... ntent=main
/gr/
ČEZ hat seit gestern die fixierten Energiepreise gesenkt
31.01.2026, Tageszeitung Českobudějovický deník Seite 4 (čtk)
Prag – Der Energiekonzern ČEZ hat seit gestern die fixierten Energiepreise für Neukunden gesenkt. Gaslieferungen mit Vertragsbindung bietet ČEZ neu zu Preisen an, die im Jahresvergleich um bis zu 40 Prozent niedriger sind; die Preise einiger fixierter Stromtarife sinken im Jahresvergleich um bis zu ein Zehntel.
Darüber informierte ČEZ gestern in einer Pressemitteilung. Auch andere Anbieter senken schrittweise ihre Energiepreise, so hat beispielsweise E.ON kürzlich einen vollständig digitalen Tarif eingeführt. Weitere deutliche Preissenkungen erwarten Analysten in nächster Zeit jedoch nicht.
/gr/
„Wir wollen nicht neben Windrädern leben“, heißt es aus den Gemeinden
31.01.2026, Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 9 Jitka Kubíková Šrámková
Die Gemeinden sind beunruhigt über die Pläne der Investoren von Windkraftanlagen. Sie suchen Hilfe beim Kreis und beim Staat.
SÜDLICHE PILSENER REGION – Die Bewohner der südlichen Pilsener Region befürchten, dass in der Umgebung ihrer Wohnorte Dutzende Windkraftanlagen errichtet werden könnten. Sie verfügen über Informationen, wonach in dem Gebiet eine sogenannte Beschleunigungszone entstehen soll, in der Windräder einfacher gebaut werden können. Sie stützen sich dabei auf die Tatsache, dass in den letzten Monaten potenzielle Investoren die Gemeinden in der südlichen Pilsener Region aufsuchen und sich Bedingungen für den Bau von Windparks schaffen. Das erklärte Martin Moudrý aus Střížovice.
Sollten vor Ort tatsächlich Windkraftanlagen gebaut werden, würde er dies als Betrug seitens des Pilsener Kreises und des Staates betrachten, da in den geltenden Grundsätzen der Raumordnung des Pilsener Kreises keine Beschleunigungszonen für den Bau von Windparks vorgesehen sind. „Außerdem hat hier über die Festlegung von Beschleunigungszonen keinerlei Diskussion stattgefunden“, sagt Moudrý.
Der Kastellan des Schlosses Nebílovy, Milan Fiala, der in Netunice lebt, gehört ebenfalls zu der Gruppe der Gegner, die derzeit Unterlagen gegen den Bau der Windräder zusammenholen. Laut Moudrý seien sie auch bereit, vor Gericht zu gehen. Als Grund für seinen Widerstand nennt Fiala die Zerstörung der malerischen Landschaft der südlichen Pilsener Region mit bedeutenden Denkmälern wie dem Schloss Kozel, der Burg und dem Schloss Zelená Hora oder der Burg Radyně.
„Wenn hier Dutzende Windräder stehen, kommt es zu einer fatalen Zerstörung der Landschaft, ihrer landschaftlichen Werte, der Blickbeziehungen zu verschiedenen Orten sowie zu Einschränkungen des Tourismus. Windkraftanlagen können im Norden Deutschlands funktionieren, ihre Leistung ist dort um ein Vielfaches höher. Bei uns jedoch würde das zerstört, was sich hier seit dem Neolithikum entwickelt hat – die Kulturlandschaft wurde auch im Barock weiter ausgestaltet, und in den letzten 35 Jahren wurden enorme Mittel in die Behebung der Landschaftsschäden investiert, die während des kommunistischen Regimes entstanden sind. Dazu gehört etwa die Wiedervernässung von Wiesen und die Wiederherstellung von Feldrainen“, erläuterte Fiala.
Wie Kateřina Horáková aus Střížovice sagte, denken einige Bewohner bereits darüber nach, ihr Haus zu verkaufen und das Dorf zu verlassen. Die Aktivitäten der Investoren hätten laut Horáková und Moudrý Zwietracht zwischen Befürwortern und Gegnern der Windräder in die Gemeinden gebracht. Die Gegner weisen zudem darauf hin, dass Investoren, die die Gemeinden aufsuchen, bereits einigen Grundstückseigentümern – teils auch Verwandten von Bürgermeistern – Geld versprechen und sie so auf ihre Seite ziehen. „Das ist ein Nährboden für Korruption“, warnt Luboš Růžička aus Jarov.
So haben die Einwohner von Střížovice den Bau von Windkraftanlagen bereits einmal im Jahr 2014 abgelehnt. An dem Referendum beteiligten sich 83 Prozent der 317 Wahlberechtigten. Das Ergebnis war, dass das Dorf Windkraftanlagen nicht in den Flächennutzungsplan aufnahm. „Gegen die Ausweisung von Flächen für Windräder im neuen Flächennutzungsplan stimmten 136 Menschen, dafür 119“, teilte der damalige Bürgermeister Jiří Fejfar vor zwölf Jahren mit. Und nun drohe ihnen laut Moudrý, dass, falls sie nicht in Střížovice gebaut werden, 250 Meter hohe Masten überall in der Umgebung errichtet werden könnten.
Die Beschleunigungszonen sind allerdings vom Staat noch nicht offiziell ausgewiesen worden. „Bei Vlčtejn läuft derzeit ein UVP-Verfahren für ein Vorhaben mit zwei Windrädern. Ansonsten gibt es in der Umgebung kein weiteres Projekt, das jemand mit uns konsultiert oder zu dem er eine Stellungnahme einholen wollte“, sagte gegenüber ČTK der Leiter der Kreisabteilung für Umwelt, Martin Plíhal. Ihm zufolge ist bislang der Staat, konkret das Ministerium für regionale Entwicklung, der einzige Akteur, der Beschleunigungszonen vorbereitet. Der Kreis schließt derzeit eine Raumstudie ab – ein unverbindliches Dokument zur Ermittlung des Potenzials der Region. Sie wird Ende Februar veröffentlicht, weist jedoch keine Beschleunigungszonen aus, die der Staat dem Kreis bislang vorenthält.
Laut Plíhal hat der Kreis im Dezember eine Initiative der Assoziation der Regionen angestoßen, mit der der Staat aufgefordert wird, die Arbeiten an der Änderung des Raumordnungsplans zur Ausweisung von Beschleunigungszonen auszusetzen, die Einrichtung einer Arbeitsgruppe der Regionen voranzutreiben und biologische Untersuchungen möglicher Zonen sicherzustellen. Der Staat hat sich verpflichtet, die Leistung der Windenergiequellen in Tschechien bis zum Jahr 2030 auf das Fünffache zu steigern – auf 1,5 GW.
/gr/
Ende der Steinkohle in Tschechien. Arbeitsplätze und Traditionen verschwinden
31.01.2026 0:00 Tagezeitung Mladá fronta DNES Titelseite ~ Seite: 1
Autor: Darek Štalmach
Im Bergwerk ČSM in Stonava werden die Bergleute heute die Ära des Steinkohleabbaus beenden. Sie dauerte 250 Jahre.
Auf zwanzig Jahre schätzte im Juni 1768 der Steiger Johann Jacob Lutz die Dauer des Abbaus der damals bekannten Kohlevorräte im Ostrauer Gebiet. In den frühen Morgenstunden am Samstag, dem 31. Januar 2026, fördern die Bergleute des Unternehmens OKD nach mehr als 250 Jahren die letzten Tonnen Steinkohle – nicht nur im Rahmen des Bergwerks ČSM und des Reviers, sondern in der gesamten Tschechischen Republik.
Für die Region Karviná, aber auch für das weite Umland endet damit eine Zeit, in der Schächte, vor allem nach dem Jahr 1945, für viele die Sicherheit hoher Einkommen bedeuteten und auch etwa die Möglichkeit boten, sich dem obligatorischen Grundwehrdienst zu entziehen. Es reichte, die „Schachtarbeit“ für zehn Jahre zu unterschreiben, und man musste nicht zur Armee.
In der Region werden neben Arbeitsplätzen vor allem die hohen Einkommen fehlen, die letztlich auch die Löhne in den umliegenden Unternehmen nach oben trieben.
„Wir werden die industrielle Vergangenheit, die hier das Leben so wesentlich geprägt hat, niemals vergessen“, kommentierte das Ende des Abbaus der Landeshauptmann der Region Mährisch-Schlesien, Josef Bělica.
Fortsetzung auf Seite 4
Die letzten Förderwagen mit Kohle werden aus einer Tiefe von 1.300 Metern an die Oberfläche fahren, in der das zuletzt abgebaute Flöz des Reviers liegt. Für das Bergwerk, in dem beispielsweise auch eine Hochzeit stattfand, die als die am tiefsten gelegene Trauung im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet ist, wird es ein weiterer Eintrag in die Geschichte des Kohleabbaus sein.
„Nach unseren Statistiken wurden seit dem Jahr 1770 im Ostrau-Karwin-Revier rund 1,7 Milliarden Tonnen Steinkohle gefördert“, informierte über das Gesamtvolumen des Abbaus Tomáš Indrei, Sprecher des staatlichen Unternehmens Diamo, das unter anderem auch für alte Bergwerke zuständig ist.
Die Republik ist im Energiebereich nicht mehr von Steinkohle abhängig. „Die Kunden im Bereich der Kokskohle können wir an den Fingern einer Hand abzählen, und das mit sehr kurzer Lieferperspektive. Die Vorräte, die im Untergrund verbleiben, sind wirtschaftlich wie auch technisch nicht mehr förderbar, und angesichts des langfristigen Fehlens einer bergmännischen Berufsausbildung sind wir nicht in der Lage, qualifiziertes Personal weiter zu ergänzen“, zählte der Generaldirektor von OKD, Roman Sikora, die Gründe für das Ende des Abbaus auf. Die genannten Gründe sind sogar dringlicher als der sogenannte Green Deal. Der Kohleabbau wurde für Ostrau, aber auch für sein Umfeld, zugleich Geschenk und Fluch. Dank der Kohle verwandelte sich die ursprünglich landwirtschaftliche Region in ein Industriegebiet mit allen Vor- und Nachteilen.
„Die Verfügbarkeit von Kohle ermöglichte eine rasche Industrialisierung der Region und legte die Grundlagen für die Entwicklung der Hüttenindustrie, des Maschinenbaus, der chemischen Industrie und der Energiewirtschaft“, erläuterte den Beitrag des Kohleabbaus zur Region Marian Liebiedzik vom Lehrstuhl für Ökonomie und öffentliche Verwaltung der Handels- und Unternehmerfakultät der Schlesischen Universität in Karviná. „Diese Branchen schufen einen umfangreichen Wirtschaftskomplex, der über Jahrzehnte hinweg Hunderttausenden Menschen stabile Arbeitsplätze bot und die soziale wie auch wirtschaftliche Struktur der Region prägte“, fügte er hinzu.
All das endet nun. Endgültig. Während das Ostrauer Gebiet sich mit dem Ende des Abbaus und den damit verbundenen sozialen Belastungen bereits in der ersten Hälfte der 1990er Jahre auseinandersetzen musste, steht ein ähnlicher Schritt dem benachbarten, aber eigenständigen Karwiner / Kavina Gebiet erst noch bevor.
„Der Bergbau gehörte über Generationen zu Karviná. Er ist fest in der Geschichte der Stadt und in den Lebenserfahrungen der örtlichen Familien verankert. Diese Etappe schließt sich heute schrittweise, und ihre Spur wird vor allem im Gedächtnis der Region, in Geschichten und Archiven bleiben“, reagierte der Bürgermeister von Karviná, Jan Wolf, auf das Ende des Abbaus.
Für das Ostrauer Gebiet bedeutete das Ende des Abbaus in den 1990er Jahren einen schweren Schock, verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit, die auch durch die Probleme weiterer großer Unternehmen verstärkt wurde. „Mit dem Rückgang des Kohleabbaus traten die negativen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen voll zutage. Die Schließung einzelner Schächte bedeutete den Verlust Tausender Arbeitsplätze nicht nur in den Bergwerken, sondern auch in angeschlossenen Berufen“, ergänzte Liebiedzik.
Fast 10 Prozent der Menschen ohne Arbeit ...
Hohe Arbeitslosigkeit plagt derzeit auch das Karwiner /Karvina Gebiet. Ende Dezember 2025 lag die Zahl der Arbeitslosen knapp unter zehn Prozent.
Nach dem Ende des Kohleabbaus wird es noch schlimmer. OKD hat bereits im Voraus Massenentlassungen der Bergleute angekündigt, die es nicht mehr benötigen wird.
„Zum 31. Januar 2026 werden 750 Beschäftigte ausscheiden, nach der Stilllegung der Kohleaufbereitungsanlage zum 28. Februar weitere 150“, erläuterte die Sprecherin von OKD, Barbora Černá Dvořáková, das Ausmaß der Entlassungen. „Die Abfindungen werden je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit bis zur Höhe des Elffachen des durchschnittlichen Monatsverdienstes ausgezahlt. Dafür werden wir über 500 Millionen Kronen aufwenden“, fügte sie hinzu.
Auch wenn nicht alle ausscheidenden Bergleute im Bezirk Karviná leben, lässt sich dennoch abschätzen, dass mit ihrem Weggang die Arbeitslosigkeit im Bezirk auf über zehn Prozent steigen wird. Nach Ansicht des Bürgermeisters von Karvina wird dies jedoch nicht das Ende des Lebens in der Stadt und ihrer Umgebung bedeuten.
„Wir sehen das nicht als Ende, sondern als natürlichen Übergang“, erklärte er.
Der soziale Bereich wird jedoch nicht das einzige Problem sein, mit dem sich das Karwiner /Karvina Gebiet nach dem Ende des Abbaus auseinandersetzen muss. „Neben den sozialen Auswirkungen hat der Kohleabbau auch eine erhebliche ökologische Belastung hinterlassen“, erläuterte Marian Liebiedzik. „Die Verwüstung der Landschaft, Bodensenkungen, die Verschmutzung der Luft und der Gewässer oder die gestörte städtebauliche Struktur der Städte haben die Lebensqualität der Bewohner negativ beeinflusst“, präzisierte er. Das Ende des Kohleabbaus im Karwiner / Karvina Gebiet sollte jedoch keine so große Belastung mehr darstellen wie vor Jahren im Ostrauer Gebiet.
„Eindeutig haben wir dazugelernt. In den 1990er Jahren wurde nach dem Ende des Kohleabbaus nicht mehr gelüftet, und plötzlich begann etwa Gas unkontrolliert anzusteigen. In diesem Moment wurde allen klar, dass die Einstellung des Abbaus überhaupt nicht einfach ist“, erklärte Martin Klempa von der Bergbau- und Geologischen Fakultät der VŠB-TU Ostrava. „Heute lässt man schon beim schrittweisen Verfüllen der Schächte bereits Entlüftungsschächte offen, das Gas wird anschließend für kommerzielle Zwecke genutzt, und zugleich wird schon die sogenannte Nachbergbau-Landschaft behandelt“, fügte er hinzu.
Fakten:
Kohleabbau im Bergwerk ČSM - Der symbolische letzte Förderwagen mit Steinkohle in der Tschechischen Republik wird am 4. Februar 2026 aus einer Tiefe von 1.079 Metern an die Oberfläche fahren. Der Steinkohleabbau in der Tschechischen Republik endet damit nach nahezu 250 Jahren. Der eigentliche Abbau endete bereits am 31. Januar.
Allein im Jahr 2025 wurden im Bergwerk ČSM 1,16 Millionen Tonnen Kohle gefördert, im Januar 2026 waren es nur noch 45.000 Tonnen. Insgesamt wurden im Bergwerk ČSM bis Ende 2025 124,2 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Ein Zug, der diese Menge transportieren würde, wäre etwa 35.000 Kilometer lang. Der erste Förderwagen fuhr aus dem Bergwerk ČSM am 19. 12. 1968 aus.
/gr/
Die Gasvorräte in der EU sind so niedrig wie seit 2022 nicht mehr, die Preise sind sprunghaft gestiegen
Autor: Jan Budín
1. Februar 2026, oenergetice.cz
Ungewöhnlich kaltes Wetter im Januar führte in Europa zum höchsten Tempo bei der Entnahme von in Speichern gelagertem Gas seit den letzten 5 Jahren. Die Gaspreise steigen als Reaktion auf die entstandene Situation. So stieg beispielsweise der Preis des Kontrakts für den nächstliegenden Monat am liquidesten europäischen Handelspunkt TTF im Laufe des Januars um mehr als 30 %.
Die europäischen Staaten entnehmen aufgrund des kalten Wetters in diesem Winter mehr Erdgas aus den Gasspeichern als in den vergangenen Wintern. Laut den vom Portal Bloomberg veröffentlichten Daten wurden im Januar durchschnittlich 7,8 TWh Erdgas pro Tag aus den Speichern entnommen.
Der Füllstand der europäischen Gasspeicher ist infolge der hohen Entnahmen deutlich unter 50 % gefallen und liegt zu dieser Jahreszeit auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2022, als die russische Invasion in der Ukraine begann.
Die Erdgasvorräte in den tschechischen Speichern liegen etwas über dem EU-Durchschnitt, sind jedoch ebenfalls bereits unter die 50-%-Marke gefallen. Wie bei den Gesamtwerten für die EU gilt auch hier, dass eine schlechtere Situation in Tschechien zuletzt im Jahr 2022 zu beobachten war.
Analysten von Wood Mackenzie erwarten zudem, dass die Gasvorräte in den europäischen Speichern zum Ende des Winters auf bis zu 20 % sinken werden.
Wachsende Abhängigkeit von LNG-Importen...
Das ausländische Portal Bloomberg erinnerte daran, dass Europa sich in den vergangenen Jahren bereits von einem großen Teil der Pipeline-Lieferungen aus Russland gelöst hat. Zu Beginn dieses Jahres kam es nach dem Ende der Gaslieferungen über die Ukraine zu einem weiteren Rückgang. Ein vollständiges Verbot der Einfuhr von russischem Gas soll ab November 2027 gelten.
Europa muss sich daher zunehmend auf die Einfuhr von verflüssigtem Erdgas (LNG) verlassen. Diese bewegt sich zwar in den letzten Monaten auf hohem Niveau, reicht jedoch nicht aus, um die Situation umzukehren.
Im Januar wurden laut den auf Energostat veröffentlichten Daten rund 130 TWh LNG in die EU transportiert, was etwa der Hälfte des Erdgasvolumens entspricht, das im gleichen Zeitraum aus den Speichern entnommen wurde.
„Die Entnahme der Erdgasvorräte wird nicht nur durch das kalte Wetter verursacht, sondern spiegelt auch die wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit der Nutzung des gespeicherten Gases gegenüber dem Import flexibler LNG-Lieferungen wider“, sagte der Senior-Analyst von Bloomberg Intelligence Patricio Alvarez und fügte hinzu, dass der LNG-Import bei hohen Spotpreisen, wie sie derzeit am Markt beobachtet werden, weniger attraktiv ist.
Die Erdgaspreise an den europäischen Märkten steigen als Reaktion auf die entstandene Situation. So stieg beispielsweise der Preis des Kontrakts für die Gaslieferung im folgenden Monat am liquidesten europäischen Handelspunkt TTF im Januar um mehr als 30 % und bewegt sich aktuell um die 40 EUR/MWh.
Nach Angaben von David Lewis von Wood Mackenzie könnte eine neue Welle von LNG-Lieferungen, die im Frühjahr dieses Jahres auf den Markt kommen wird, die Situation verbessern. Dank ihr sollen die europäischen Speicher im Gegenteil mit dem schnellsten Tempo der letzten 5 Jahre wieder aufgefüllt werden.
/gr/
In dem deutschen Kernkraftwerk Grafenrheinfeld hat der Abbau der Dampferzeuger begonnen
Autor: Jiří Salavec
2. Februar 2026, oenergetice.cz
Der Rückbau deutscher Kernkraftwerke hat im Kraftwerk Grafenrheinfeld einen weiteren Meilenstein erreicht. Techniker haben elf Jahre nach der Abschaltung des Druckwasserreaktors den ersten seiner Dampferzeuger demontiert. Die Entsorgung der jeweils 365 Tonnen schweren Dampferzeuger wird im Laufe des kommenden Jahres in Schweden erfolgen. Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld mit einer installierten Leistung von 1275 MW erzeugte zwischen den Jahren 1982 und 2015 mehr als 330 TWh elektrische Energie.
Das deutsche Unternehmen PreussenElektra teilte mit, dass Techniker mit dem Abbau der vier Dampferzeuger im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld begonnen haben. Jeder der Dampferzeuger ist 20 Meter hoch und wiegt 365 Tonnen, weshalb ihre Handhabung äußerst anspruchsvoll ist. Die Entnahme des ersten Dampferzeugers war aufgrund des begrenzten Platzes im Reaktorgebäude besonders schwierig, die Techniker bewältigten den Prozess jedoch sicher.
„Diese Aufgabe erforderte höchste Präzision und hervorragende Ingenieursarbeit. Dank monatelanger Vorbereitungen verlief der eigentliche Hub reibungslos und dauerte etwa 9 Stunden. Unsere erfahrenen Partner Framatome und Mammoet, die bereits vier Dampferzeuger im Kernkraftwerk Unterweser demontiert haben, meisterten diese Herausforderung auch im Kraftwerk Grafenrheinfeld“, erklärte Projektmanager Burghard Lindner.
PreussenElektra geht davon aus, dass der Abbau aller Dampferzeuger voraussichtlich bis Ende Februar dauern wird. Anfang des Jahres 2027 werden die Techniker die Dampferzeuger nach Schweden transportieren, wo ihre Demontage und Einschmelzung erfolgen soll. Diese Arbeiten übernimmt Cyclife – eine Tochtergesellschaft des französischen Konzerns EDF, die von PreussenElektra den Auftrag zur Entsorgung von 12 Dampferzeugern aus den deutschen Kernkraftwerken Unterweser, Grafenrheinfeld und Grohnde erhalten hat.
Betriebsende nach 33 Jahren….
Mit dem Bau des einblockigen Kernkraftwerks Grafenrheinfeld begann Deutschland im Jahr 1975. Der Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 1275 MW (netto) ging im Juni 1982 in den kommerziellen Betrieb. Während seiner Laufzeit erzeugte der Block über 330 TWh Strom, bevor er im Juni 2015 endgültig abgeschaltet wurde.
Das Unternehmen PreussenElektra beantragte die Genehmigung zur Stilllegung im Jahr 2014 und erhielt diese Genehmigung im Jahr 2018. Die zweite Genehmigung für den Rückbau, die auch den Abbau des Reaktordruckbehälters umfasst, erhielt das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld Ende des Jahres 2022.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... generatoru
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
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Gabi Reitinger
- Beiträge: 545
- Registriert: Mi 6. Okt 2021, 11:34
Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Ausgewählte Zeitungsartikel aus tschechischen Medien zum Thema Energie vom 3.Februar 2026:
Inhalt:
Steinkohle endet in Tschechien mit der Schließung der letzten Grube.
Wasserkraftwerk bei Temelin erzeugte Energie für eine kleine Stadt.
Die Stadt Prag sucht nach Wärmeversorgung als Ersatz für die Kohle.
Babiš schlägt Europa eine weitere Verschiebung der Emissionszertifikate für Haushalte vor.
Ungarn gibt seinen Kampf um den Import von russischem Gas nicht auf.
Europas Abhängigkeit vom Gas ist nicht verschwunden. Sie hat nur den Lieferanten gewechselt.
Südkorea will bis zum Jahr 2038 zwei neue große Kernkraftwerksblöcke bauen
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Steinkohle endet in Tschechien mit der Schließung der letzten Grube
03.02.2026, Deník N Seite 4
Autor: KAROLÍNA BLAŽKOVÁ
In der Nacht zum Samstag kamen im Steinkohlebergwerk ČSM die letzten Maschinen zum Stillstand. Der Rohstoff, der über Generationen hinweg die gesamte Region Ostrava ernährte, findet in der Energiewirtschaft inzwischen keine Verwendung mehr.
Während der nächtlichen Samstagsschicht wurden im letzten Abbau des OKD-Bergwerks die Maschinen angehalten. Nach mehr als zweihundert Jahren endet damit in Tschechien endgültig der untertägige Steinkohleabbau. Der Rohstoff, der über Generationen hinweg die ganze Region ernährte, findet in der heimischen Energiewirtschaft keine Nutzung mehr, und die nachrückenden Generationen drängen nicht in die bergmännischen Ausbildungsberufe. Wir erinnern an die Geschichte von OKD und der Steinkohle auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik.
„Mir fehlen die Worte“, schrieb OKD-Generaldirektor Roman Sikora im Editorial der Januarausgabe der Firmen- Monatszeitschrift Horník. Das vergangene Jahr sei für das letzte Steinkohlebergwerk in Tschechien außerordentlich anspruchsvoll, zugleich aber erfolgreich gewesen. Im Jahr 2025 konnten im Bergwerk ČSM mehr als eine Million Tonnen Kohle gefördert werden.
„Die Natur hat Ihnen das ganze Jahr über außergewöhnlichen Widerstand entgegengesetzt, Sie haben mit tektonischen Störungen, erhöhter seismischer Aktivität und geringen Flözmächtigkeiten gekämpft – und dennoch gesiegt“, schrieb der Grubenchef weiter an die Bergleute. Das letzte Abbaujahr verlief zudem ohne tödlichen Arbeitsunfall: „Das schätze ich mit Abstand am meisten.“
Die Herausforderungen betrafen nicht nur die Produktionsprozesse, sondern auch die gesamte Wirtschaftlichkeit. Die Weltmarktpreise für Kohle blieben das ganze Jahr über sehr niedrig. Eine positive wirtschaftliche Bilanz habe das Unternehmen laut Sikora daher nur dank eines langfristigen Vertrags über Energiekohle sowie operativer Verträge über gewaschene Energie- und Kokskohle erreicht.
Der OKD-Chef erinnert zugleich daran, dass das Ende der Steinkohle - Förderung nicht das Ende des Unternehmens bedeutet. „Wir haben mehrere Projekte aus dem Energiebereich vorbereitet, die es ermöglichen, dass die Marke OKD weiterlebt und weiter prosperiert – wenn auch ohne untertägigen Kohleabbau.“
In den kommenden Monaten werden die Bergwerke von jenen Beschäftigten verlassen, für die es bei OKD keine Verwendung mehr gibt. Für ihre Abfindungen stellt das Unternehmen mehr als eine halbe Milliarde Kronen bereit; einzelne Mitarbeiter können je nach Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit und nach Tarifvertrag bis zum Elffachen des durchschnittlichen Monatslohns erhalten.
Gleichzeitig endet auch die Tätigkeit der meisten Beschäftigten externer Firmen, die sich bislang an Bauarbeiten unter Tage beteiligt haben. OKD behält hingegen rund sechshundert Mitarbeiter mit eng umrissenen Qualifikationen, die für die technische Stilllegung des Bergwerks und die anschließenden Rückbauarbeiten unerlässlich sind. „Gerade diese Fachrichtungen waren das entscheidende Kriterium bei der Entscheidung, wer bleibt und wer das Unternehmen verlässt“, schrieb der Personalchef von OKD, Radomír Štix.
Denjenigen, die die Voraussetzungen für den Eintritt in den Altersruhestand noch nicht erfüllen, bietet das Unternehmen Unterstützung über das Programm Nová šichta (Neue Schicht) an. Dieses besteht seit dem Jahr 2014 und hilft ehemaligen Bergleuten und weiteren Beschäftigten, eine neue Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt zu finden oder den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Bislang haben es mehr als tausend Menschen genutzt, weitere Dutzende sind auch derzeit im Programm eingebunden.
Das Unternehmen OKD beschäftigt rund 2300 Menschen. Ende Januar verlassen mehr als 700 von ihnen den Betrieb, nach der Schließung der Kohleaufbereitung weitere mehr als hundert. Für viele bedeutet dies das Ende eines Berufs, den sie ihr ganzes Leben ausgeübt haben – und oft auch das Ende einer Familientradition. Der letzte Förderwagen wird am Dienstag, dem 4. Februar, aus einer Tiefe von 1300 Metern an die Oberfläche fahren. Dann verabschiedet sich die Region mit dem bergmännischen Gruß: Zdař Bůh. (Glück Gottes)
/gr/
Wasserkraftwerk bei Temelin erzeugte Energie für eine kleine Stadt
03.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES (mrk)
Rubrik: Südböhmen ~ Seite: 7
Kořensko
Das Wasserkraftwerk Kořensko nahe Týn nad Vltavou erzeugte im vergangenen Jahr so viel Energie, dass sie für ein ganzes Jahr lang eine kleine Stadt hätte versorgen können. In das Übertragungsnetz speiste das Kraftwerk 2.470 MWh Strom ein, das sind 655 MWh mehr als im Jahr zuvor. Eine Besonderheit besteht darin, dass die Turbine von Wasser angetrieben wird, das das Kernkraftwerk Temelín nach seiner Nutzung wieder in den Fluß Moldau zurückleitet. Die im Jahresvergleich höhere Stromproduktion hängt mit einem gleichmäßigeren Betrieb des kleinen Wasserkraftwerks sowie mit der längeren Laufzeit des Kernkraftwerks Temelín zusammen.
/gr/
Die Stadt Prag sucht nach Wärmeversorgung als Ersatz für die Kohle
03.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 7
Autorin: Pavlína Štěpánka Borská
Ein Memorandum mit ČEZ ESCO soll der Stadt Prag Einsparungen und neue Energiequellen in städtischen Gebäuden sichern
PRAG - Am Samstag verließ die letzte Lore mit Steinkohle das Bergwerk in Stonava bei Karviná. Die Hauptstadt bereitet sich deshalb auf den Übergang zu emissionsarmen Wärmequellen vor. Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda (ODS) unterzeichnete für die Metropole ein Memorandum mit dem Unternehmen ČEZ ESCO. Die Tochtergesellschaft des Konzerns ČEZ konzentriert sich auf Dekarbonisierung, Energieeinsparungen und erneuerbare Energiequellen.
Ein Teil der langfristigen Zusammenarbeit sind Veränderungen im Bereich der Fernwärme. Für die Prager Bürger ist vor allem der laufende Umbau des Kraftwerks Mělník bei Roudnice nad Labem wichtig. Es wird die Wärmeerzeugung aus Kohle einstellen und diese durch Erdgas ersetzen. Die Änderung betrifft rund 210.000 Abnahmestellen in Prag.
Darüber hinaus wird die Stadt gemeinsam mit ČEZ ESCO das sogenannte EPC fortsetzen, also die energetische Modernisierung von Gebäuden, die Kosten spare soll. In der Metropole sollen weiterhin Solarpaneele hinzukommen, und nicht zuletzt sollen Energiesparmaßnahmen auch von den Bauherren neuer Stadtviertel berücksichtigt werden.
Laut Svoboda wird das Memorandum helfen, potenzielle Einsparungen zu beziffern, die Modernisierung der Systeme zu ermöglichen und stabile Wärmelieferungen zu vernünftigen Preisen sicherzustellen.
Energieeffiziente Gebäude...
„Das Memorandum beruht auf zwei Säulen. Die erste ist, dass wir in Mělník über eine riesige Energiequelle verfügen. Derzeit durchläuft das Kraftwerk eine umfassende Modernisierung im Umfang von mehr als 50 Milliarden Kronen, damit daraus ein emissionsarmes Gaskraftwerk wird“, beschrieb der Geschäftsführer von ČEZ ESCO, Kamil Čermák. ČEZ geht davon aus, dass der Übergang von Kohle zu Erdgas im Jahr 2030 erfolgt.
Am Standort soll außerdem eine Anlage zur energetischen Abfallverwertung (ZEVO) entstehen, in der aus Abfällen Strom oder Wärme erzeugt wird.
„Die zweite Säule ist die Suche nach weiteren Energieeinsparungen an Gebäuden. Zu den Objekten, die die Stadt Prag besitzt und die eine solche Modernisierung bereits durchlaufen haben, gehören etwa das Gemeindehaus oder das Kongresszentrum. Das Kongresszentrum verfügt zudem über eines der größten Solarkraftwerke in Prag und spart dadurch jährlich rund 50 Millionen Kronen“, erklärte Čermák.
Zu den energieeffizienten Gebäuden zählen auch das Rudolfinum, das Nationaltheater oder die Staatsoper. ČEZ will diese Liste weiter ausbauen.
„Es mag paradox erscheinen, aber zwischen der Hauptstadt und der ČEZ-Gruppe bestand bislang kein formales Rechtsverhältnis, auf dessen Grundlage wir künftig die Wärmequellen für die Prager Bürger koordinieren könnten“, kommentierte Jan Chabr (TOP 09), Vorsitzender des Energieausschusses der Prager Stadtvertretung, die Unterzeichnung des Memorandums. Laut ihm hatte die Stadt zwei Hauptgründe für den Abschluss der Vereinbarung: die künftige Bebauung und die Vorbereitung des Baus eines Energiezentrums.
„Man kann davon ausgehen, dass bis zum Jahr 2050 rund zwei Millionen Quadratmeter Wohn- und Verwaltungsflächen entstehen werden. Im Hinblick auf den Umweltschutz und das energetische Konzept der Stadt Prag ist es daher notwendig, im Voraus zu klären, welche Quellen die neuen Objekte versorgen werden. Genau das war einer der Impulse für die Unterzeichnung der Vereinbarung“, erklärte Chabr.
Die Vorbereitung des Baus eines Energiezentrums in der Zentralen Kläranlage auf der Kaiserinsel wurde im Frühjahr 2024 vom Stadtrat genehmigt. Der voraussichtliche Fertigstellungstermin ist das Jahr 2030. Das Energiezentrum soll Abwasser mithilfe großkapazitärer Wärmepumpen in Wärme oder Kälte umwandeln. Jede Sekunde verlassen drei Kubikmeter gereinigtes Abwasser die Kläranlage, das selbst in den kältesten Monaten eine Temperatur von über zehn Grad Celsius aufweist. „Wir haben eine enorme Chance, dieses Wasser zur Gewinnung von Wärme für bis zu ein Drittel Prags zu nutzen“, sagte der stellvertretende Oberbürgermeister für Stadtentwicklung Petr Hlaváček (STAN) zuvor gegenüber der Zeitung MF DNES.
Nach Ansicht von Chabr lässt sich derzeit weder die endgültige Größe der Quelle noch das Versorgungsgebiet festlegen, solange keine Vereinbarung auch mit weiteren Eigentümern von Wärmequellen in der Metropole geschlossen ist.
Photovoltaikanlagen der Stadt...
ČEZ ESCO wird mit den Technologien der Hauptstadt Prag sowie mit dem Prager Zentrum für erneuerbare Energien (PCOE) zusammenarbeiten, das Photovoltaikanlagen auf den Dächern städtischer Gebäude installiert. Bislang erzeugt die Metropole Strom für 46 ihrer Objekte dank 42 Photovoltaikanlagen.
Diese befinden sich auf den Dächern städtischer Wohnhäuser, Schulen oder auf dem Dach des Theaters Pod Palmovkou. Derzeit schalten sie sich bei einem Blackout ab, künftig sollen sie dank Batteriespeichern jedoch auch bei Stromausfällen funktionieren. Im Oktober nahm die Prager Wasserwirtschaftsgesellschaft eine Photovoltaikanlage auf dem Wasserreservoir Kopanina in Betrieb.
Zusammenhänge: Energieabteilung im Prager Rathaus...
Seit dem 1. Februar verfügt das Prager Rathaus über eine eigenständige Energieabteilung. Ihre Aufgabe ist die Koordination und Steuerung der erneuerbaren Energiequellen, die der Stadt Prag gehören. Sie soll Fachleute und städtische Unternehmen vernetzen und zugleich Nachhaltigkeit und Sicherheit in der Energieversorgung, Klimaverantwortung sowie Energieeinsparungen vorantreiben. Diese umfangreichen Agenden wurden bislang von der Umweltabteilung wahrgenommen. Die neue Abteilung verfügt über eine eigene Einheit für Energiesicherheit sowie über einen Energiemanager.
„Das Kongresszentrum mit dem größten Solarkraftwerk in Prag spart jährlich etwa 50 Millionen Kronen.“ Kamil Čermák, Geschäftsführer von ČEZ ESCO
/gr/
Babiš schlägt Europa eine weitere Verschiebung der Emissionszertifikate für Haushalte vor
03.02.2026, Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 2
Autoren: Ondřej Houska, Jan Brož
Europäische Union
Premierminister Andrej Babiš hat der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, dem Präsidenten des Europäischen Rates António Costa sowie den Premierministern und Präsidenten der EU-Mitgliedstaaten einen Brief geschickt, den er selbst als „sehr wichtig“ bezeichnete. Darin legt er die Position Tschechiens für den Gipfel des Europäischen Rates am 12. Februar dar, der sich mit der Zukunft der europäischen Industrie und weiteren Schritten zur Reduzierung der Emissionen befassen wird.
Babiš kündigte an, den Inhalt des Schreibens am Montag zu veröffentlichen; der Zeitung HN liegt das Dokument jedoch bereits vor. Es enthält insgesamt zwölf Prioritäten, die sich auf die weitere Ausgestaltung des Emissionshandels, die Festlegung von Emissionszielen, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, den Abbau von Bürokratie sowie die Finanzierung des Ausbaus von Kern- und Gaskraftwerken beziehen.
Einer der zentralsten Punkte betrifft die sogenannten Emissionszertifikate für Haushalte (ETS2). Emissionen aus dem Verkehrssektor und aus der Beheizung von Gebäuden sollen damit ab dem Jahr 2028 bepreist werden. Ursprünglich sollte ETS2 bereits im kommenden Jahr starten, der vorherigen Regierung gelang es jedoch mit Unterstützung von weiteren 18 europäischen Staaten, in Brüssel einen einjährigen Aufschub auszuhandeln.
Babiš hatte sich jedoch noch deutlich ablehnender gegenüber den neuen Zertifikaten positioniert als das Kabinett von Petr Fiala (ODS). Er forderte die vollständige Abschaffung des Systems. Die neue Regierung beschloss daher auf ihrer ersten Sitzung, die Zertifikate niemals in die tschechische Gesetzgebung umzusetzen.
In dem Schreiben an die EU schlägt der tschechische Premier nun vor, den Start des Handels mindestens bis zum Jahr 2030 zu verschieben, „um seine tatsächlichen Auswirkungen neu bewerten zu können – angesichts ernster Bedenken hinsichtlich hoher Volatilität und übermäßiger Preissteigerungen sowie erheblicher negativer sozialer Auswirkungen, inflationärer Druckeffekte und einer weiteren Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen“, schreibt Babiš in dem Dokument.
Die Verhandlungsposition der Tschechischen Republik könnte durch jüngste Schritte des Außenministers Petr Macinka (Autofahrer) geschwächt werden, der zugleich mit der Leitung des Umweltministeriums betraut ist. Nach seinem Amtsantritt schaffte er dort die Abteilung für Klimaschutz ab. Diese war unter dem früheren Minister Petr Hladík (KDU-ČSL) für die letztlich erfolgreichen Verhandlungen über die Verschiebung des Starts von ETS2 auf das Jahr 2028 sowie für die Verschärfung des Mechanismus zuständig gewesen, der eine Preisobergrenze auslösen sollte. Unter Macinkas Führung verließen jedoch zahlreiche erfahrene Beamte das Ministerium.
„Es waren Leute mit Erfahrung in den Verhandlungen in Brüssel, die die ihnen übertragenen Aufgaben erfüllt hätten. Ich weiß nicht, wer nun die tschechischen Forderungen zu ETS2 verhandeln soll“, fasste eine Quelle der Zeitung HN aus der heimischen Energiewirtschaft die Sorgen zusammen.
Die Emissionszertifikate sind auch Gegenstand eines weiteren Punktes in dem Brief des Premierministers. Babiš weist darauf hin, dass der Preis der klassischen Zertifikate ETS1, die für Energieunternehmen, große Industriebetriebe oder Fluggesellschaften gelten, heute deutlich höher ist, als von der EU angenommen wurde. Eine Tonne Emissionen im Rahmen von ETS1 wird derzeit für rund 90 Euro gehandelt, während im Jahr 2021 für dieses Jahr noch ein Preis von lediglich 50 Euro erwartet worden war.
Nach Ansicht von Premierminister Babiš droht dadurch eine Abwanderung der Industrie aus Europa in Länder, in denen Emissionen günstiger sind oder gar nicht bepreist werden. Er schlägt daher die Einführung einer Preisobergrenze sowohl für ETS1 als auch für ETS2 vor. Zudem will er Spekulationen mit Zertifikaten an den Finanzmärkten verhindern, die die Preise in die Höhe treiben. „Die europäische Industrie wird durch die Zertifikate ETS1 und ETS2 zerstört, sie schaden den Bürgern. Das wollen wir verhindern“, sagte Babiš in seiner sonntäglichen Videobotschaft an die Bürger.
/gr/
Ungarn gibt seinen Kampf um den Import von russischem Gas nicht auf
03.02.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 2 ČTK
Ungarn
Ungarn hat beim Gerichtshof der Europäischen Union eine Verordnung angefochten, die ein schrittweises Verbot der Einfuhr von russischem Gas in die EU vorsieht. Es fordert, dass das Gericht diese Verordnung aufhebt. Das teilte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó mit.
Auch die Slowakei hat angekündigt, gegen dieses Verbot Klage einzureichen. Ungarn und die Slowakei, die gegen die Annahme der Verordnung gestimmt hatten, argumentieren unter anderem damit, dass das Verbot im Grunde eine Sanktion darstelle und daher eine einstimmige Zustimmung erfordere.
Szijjártó erklärte im Netzwerk X, dass ohne russisches Gas und russisches Öl weder die Energiesicherheit Ungarns gewährleistet noch niedrige Energiekosten für ungarische Familien aufrechterhalten werden könnten.
Die EU-Mitgliedstaaten haben Anfang der vergangenen Woche die Verordnung endgültig verabschiedet, wonach die Einfuhr von LNG aus Russland spätestens zum 1. Januar 2027 endet, während die Einfuhr von russischem Pipelinegas unter bestimmten Bedingungen spätestens bis zum 1. November 2027 möglich sein wird.
Angesichts des gewählten Verfahrens zur Annahme des Dokuments war für dessen Verabschiedung keine einstimmige Zustimmung erforderlich. Der EU-Kommissar für Energie, Dan Jørgensen, erklärte, das beschlossene Verbot sei aus rechtlicher Sicht vollkommen in Ordnung.
/gr/
Europas Abhängigkeit vom Gas ist nicht verschwunden. Sie hat nur den Lieferanten gewechselt
3.2.2026 Hrot24
Autor: Michael Skrivan, Chefredakteur
Während Brüssel den energiepolitischen Bruch mit Russland vollzieht, stößt die neue Beziehung zu Afrika auf unerwartet rutschiges Terrain. Die Europäer suchen nach stabilen Gaslieferanten, doch das Ergebnis ist bislang eher eine Reihe kurzfristiger Abkommen als eine strategische Partnerschaft.
Als russisches Gas im Jahr 2019 fast die Hälfte der EU-Importe ausmachte, konnten sich nur wenige vorstellen, wie schnell sich die Landkarte verändern würde. Algerien rückte an die Spitze der südlichen Lieferanten auf, und die EU unterzeichnete Memoranden mit Ägypten und Israel. Doch auf die Euphorie der Transformation folgte rasch die Ernüchterung.
„Die EU hat überschätzt, wie schnell ihre Partner in der Lage sind, die Liefermengen zu erhöhen“, warnt Ugnė Keliauskaitė vom Bruegel-Institut. Die ägyptischen LNG-Exporte sind um 79 Prozent eingebrochen, in Algerien wird das Gas zunehmend vom inländischen Verbrauch aufgezehrt. Die Transmed-Pipeline nach Italien läuft weit unter ihrer Kapazität – nicht wegen mangelnder Förderung, sondern aufgrund der schwachen europäischen Nachfrage
Ökologische Anforderungen, wirtschaftliche Realität...
Die europäischen Anforderungen sind klar: saubereres Gas, geringere Methanemissionen, ein Übergang zu erneuerbaren Energien. Doch afrikanische Länder können kaum Schritt halten. „Die EU hat die Peitsche ausgepackt, aber die Karotte vergessen“, fasst Alberto Rizzi vom ECFR zusammen. Strenge Regeln ohne entsprechende Unterstützung gefährden gerade jene Partner, auf die sich Brüssel verlassen möchte.
Investitionen wie TaqatHy+ sind ein Schritt in die richtige Richtung, bislang jedoch zu gering, um die kurzfristigen Käufe von günstigerem LNG aus den USA auszugleichen. Hinzu kommt: Länder wie die Türkei oder China konkurrieren bereits heute mit der EU um algerisches Gas.
Die Union im Schatten bilateraler Abkommen….
Die Strategie der EU wird zudem durch ihre Zersplitterung untergraben. Jeder Mitgliedstaat verhandelt eigene Bedingungen, während eine regionale Integration unerreichbar bleibt. Die diplomatischen Spannungen zwischen Algerien und Marokko schlagen sich in blockierten Gaspipelines nieder – und Brüssel schaut lediglich zu.
„Ohne politischen Mut und tiefere Zusammenarbeit droht Europa, denselben Fehler wie gegenüber Russland zu wiederholen“, warnt Rizzi. Ein stabiles energiepolitisches Partnerschaftsmodell geht nicht nur um Liefermengen – es ist ein Bekenntnis zu einer gemeinsamen Zukunft.
Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/energetick ... plyn-HwJee
/gr/
Südkorea will bis zum Jahr 2038 zwei neue große Kernkraftwerksblöcke bauen
Autor: Jiří Puchnar
2. Februar 2026, oenergetice.cz
Südkorea hält weiterhin an dem Plan fest, bis zum Jahr 2038 zwei große neue Kernkraftwerksblöcke zu errichten. Dies bestätigte der Minister für Klima, Energie und Umwelt Kim Sung-hwan unter Verweis auf den 11. Grundplan zur Stromerzeugung und zum Stromverbrauch.
Der Grundplan zur Stromerzeugung und zum Stromverbrauch legt die Entwicklungsziele des heimischen Stromerzeugungsportfolios für einen Zeitraum von 15 Jahren fest und wird vom Ministerium für Handel, Industrie und Energie alle zwei Jahre aktualisiert. Der Entwurf des 11. Plans für den Zeitraum 2024–2038 wurde im Mai 2024 veröffentlicht und anschließend am 19. Februar 2025 dem Plenum der Nationalversammlung vorgelegt. Am 21. Februar 2025 wurde er vom Ausschuss für die Überprüfung der Energiepolitik verabschiedet.
Die verabschiedete Version sieht den Bau von zwei neuen großen Kernkraftwerksblöcken mit einer installierten Gesamtleistung von 2.800 MWe sowie den Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR) mit einer Gesamtleistung von 700 MW bis zum Jahr 2038 vor. Diese neuen Kapazitäten ergänzen die großen Reaktoren, die sich bereits im Bau befinden oder in Vorbereitung sind.
Bestätigung der Pläne bei der Vorbereitung des 12. Plans...
Auf einem Pressebriefing zu dem sich in Vorbereitung befindlichen 12. Grundplan (Zeithorizont 2026–2040) erklärte Minister Kim, dass der Bau der zwei großen Reaktoren im Einklang mit dem 11. Plan fortgesetzt werde.
Das Ministerium teilte zudem mit, dass im Zusammenhang mit dem Bau neuer Reaktorblöcke zwei politische Konsultationen (am 30. Dezember 2025 und am 7. Januar 2026) sowie eine Meinungsumfrage in der Bevölkerung (12.–16. Januar 2026), durchgeführt von zwei Organisationen, stattgefunden hätten.
Den Ergebnissen zufolge gelten erneuerbare Energien und die Kernenergie – in dieser Reihenfolge – als die wichtigsten Energiequellen für die künftige Entwicklung. Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, dass Kernenergie notwendig sei, und über 60 Prozent unterstützten den im 11. Plan enthaltenen Bau neuer Kernkraftwerke.
Rolle von Kernenergie und erneuerbaren Energien: Bedarf an Systemflexibilität...
Minister Kim betonte, dass die Erreichung der Klimaziele eine Emissionsminderung in allen Sektoren erfordere, wobei insbesondere Sektor der Stromerzeugung die Produktion aus Kohle und verflüssigtem Erdgas (LNG) reduzieren müsse. Als entscheidend bezeichnete er daher ein Energiesystem, das auf erneuerbaren Energien und Kernenergie basiert.
Das Ministerium erklärte weiter, es wolle Maßnahmen zur Bewältigung der Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen vorantreiben, insbesondere durch Energiespeichersysteme (ESS) und Pumpspeicherkraftwerke. Gleichzeitig solle auch die „Trägheit“ der Kernkraftwerke durch die Förderung eines flexibleren Betriebs adressiert werden.
Nachfrageprognose und Entwicklung des Energiemixes bis zum Jahr 2038...
Nach dem 11. Plan soll der Stromverbrauch in den Jahren 2024–2038 durchschnittlich um 1,8 Prozent pro Jahr wachsen und im Jahr 2038 einen Wert von 129,3 GW erreichen, was einem Anstieg von mehr als 30 Prozent gegenüber 2023 entspricht.
Der Anteil emissionsfreier Energiequellen am Energiemix soll im selben Zeitraum von rund 40 Prozent (2023) auf 70 Prozent (2038) steigen. Die Stromerzeugung aus Kernenergie soll von 180,5 TWh im Jahr 2023 auf 248,3 TWh im Jahr 2038 zunehmen, und der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung soll von 30,7 Prozent auf 35,2 Prozent steigen. Das Land betreibt derzeit 26 Reaktoren, die etwa ein Drittel der nationalen Stromproduktion abdecken.
Zeitplan: Standortauswahl bis 2027, Fertigstellung 2037–2038...
Nach dem aktuellen Plan soll Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) bis zum Jahr 2027 mit dem Prozess der Standortauswahl für die zwei neuen Blöcke beginnen. Es folgt eine etwa fünf- bis sechsmonatige Bewertungs- und Auswahlphase, mit dem Ziel, zu Beginn der 2030er-Jahre eine Baugenehmigung zu erhalten und die Blöcke in den Jahren 2037 bis 2038 fertigzustellen.
Ausblick: Wachstumsdruck durch KI und Elektromobilität...
Minister Kim erklärte außerdem, dass der vorbereitete 12. Plan den erwarteten Anstieg des Stromverbrauchs im Zusammenhang mit der Entwicklung des Sektors der künstlichen Intelligenz sowie mit der Ausweitung der Elektromobilität berücksichtigen werde. Bestandteil soll auch eine Politik des Energiemixes sein, die auf das Erreichen der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 ausgerichtet ist.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... erne-bloky
/gr/
--
Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Steinkohle endet in Tschechien mit der Schließung der letzten Grube.
Wasserkraftwerk bei Temelin erzeugte Energie für eine kleine Stadt.
Die Stadt Prag sucht nach Wärmeversorgung als Ersatz für die Kohle.
Babiš schlägt Europa eine weitere Verschiebung der Emissionszertifikate für Haushalte vor.
Ungarn gibt seinen Kampf um den Import von russischem Gas nicht auf.
Europas Abhängigkeit vom Gas ist nicht verschwunden. Sie hat nur den Lieferanten gewechselt.
Südkorea will bis zum Jahr 2038 zwei neue große Kernkraftwerksblöcke bauen
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Steinkohle endet in Tschechien mit der Schließung der letzten Grube
03.02.2026, Deník N Seite 4
Autor: KAROLÍNA BLAŽKOVÁ
In der Nacht zum Samstag kamen im Steinkohlebergwerk ČSM die letzten Maschinen zum Stillstand. Der Rohstoff, der über Generationen hinweg die gesamte Region Ostrava ernährte, findet in der Energiewirtschaft inzwischen keine Verwendung mehr.
Während der nächtlichen Samstagsschicht wurden im letzten Abbau des OKD-Bergwerks die Maschinen angehalten. Nach mehr als zweihundert Jahren endet damit in Tschechien endgültig der untertägige Steinkohleabbau. Der Rohstoff, der über Generationen hinweg die ganze Region ernährte, findet in der heimischen Energiewirtschaft keine Nutzung mehr, und die nachrückenden Generationen drängen nicht in die bergmännischen Ausbildungsberufe. Wir erinnern an die Geschichte von OKD und der Steinkohle auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik.
„Mir fehlen die Worte“, schrieb OKD-Generaldirektor Roman Sikora im Editorial der Januarausgabe der Firmen- Monatszeitschrift Horník. Das vergangene Jahr sei für das letzte Steinkohlebergwerk in Tschechien außerordentlich anspruchsvoll, zugleich aber erfolgreich gewesen. Im Jahr 2025 konnten im Bergwerk ČSM mehr als eine Million Tonnen Kohle gefördert werden.
„Die Natur hat Ihnen das ganze Jahr über außergewöhnlichen Widerstand entgegengesetzt, Sie haben mit tektonischen Störungen, erhöhter seismischer Aktivität und geringen Flözmächtigkeiten gekämpft – und dennoch gesiegt“, schrieb der Grubenchef weiter an die Bergleute. Das letzte Abbaujahr verlief zudem ohne tödlichen Arbeitsunfall: „Das schätze ich mit Abstand am meisten.“
Die Herausforderungen betrafen nicht nur die Produktionsprozesse, sondern auch die gesamte Wirtschaftlichkeit. Die Weltmarktpreise für Kohle blieben das ganze Jahr über sehr niedrig. Eine positive wirtschaftliche Bilanz habe das Unternehmen laut Sikora daher nur dank eines langfristigen Vertrags über Energiekohle sowie operativer Verträge über gewaschene Energie- und Kokskohle erreicht.
Der OKD-Chef erinnert zugleich daran, dass das Ende der Steinkohle - Förderung nicht das Ende des Unternehmens bedeutet. „Wir haben mehrere Projekte aus dem Energiebereich vorbereitet, die es ermöglichen, dass die Marke OKD weiterlebt und weiter prosperiert – wenn auch ohne untertägigen Kohleabbau.“
In den kommenden Monaten werden die Bergwerke von jenen Beschäftigten verlassen, für die es bei OKD keine Verwendung mehr gibt. Für ihre Abfindungen stellt das Unternehmen mehr als eine halbe Milliarde Kronen bereit; einzelne Mitarbeiter können je nach Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit und nach Tarifvertrag bis zum Elffachen des durchschnittlichen Monatslohns erhalten.
Gleichzeitig endet auch die Tätigkeit der meisten Beschäftigten externer Firmen, die sich bislang an Bauarbeiten unter Tage beteiligt haben. OKD behält hingegen rund sechshundert Mitarbeiter mit eng umrissenen Qualifikationen, die für die technische Stilllegung des Bergwerks und die anschließenden Rückbauarbeiten unerlässlich sind. „Gerade diese Fachrichtungen waren das entscheidende Kriterium bei der Entscheidung, wer bleibt und wer das Unternehmen verlässt“, schrieb der Personalchef von OKD, Radomír Štix.
Denjenigen, die die Voraussetzungen für den Eintritt in den Altersruhestand noch nicht erfüllen, bietet das Unternehmen Unterstützung über das Programm Nová šichta (Neue Schicht) an. Dieses besteht seit dem Jahr 2014 und hilft ehemaligen Bergleuten und weiteren Beschäftigten, eine neue Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt zu finden oder den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Bislang haben es mehr als tausend Menschen genutzt, weitere Dutzende sind auch derzeit im Programm eingebunden.
Das Unternehmen OKD beschäftigt rund 2300 Menschen. Ende Januar verlassen mehr als 700 von ihnen den Betrieb, nach der Schließung der Kohleaufbereitung weitere mehr als hundert. Für viele bedeutet dies das Ende eines Berufs, den sie ihr ganzes Leben ausgeübt haben – und oft auch das Ende einer Familientradition. Der letzte Förderwagen wird am Dienstag, dem 4. Februar, aus einer Tiefe von 1300 Metern an die Oberfläche fahren. Dann verabschiedet sich die Region mit dem bergmännischen Gruß: Zdař Bůh. (Glück Gottes)
/gr/
Wasserkraftwerk bei Temelin erzeugte Energie für eine kleine Stadt
03.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES (mrk)
Rubrik: Südböhmen ~ Seite: 7
Kořensko
Das Wasserkraftwerk Kořensko nahe Týn nad Vltavou erzeugte im vergangenen Jahr so viel Energie, dass sie für ein ganzes Jahr lang eine kleine Stadt hätte versorgen können. In das Übertragungsnetz speiste das Kraftwerk 2.470 MWh Strom ein, das sind 655 MWh mehr als im Jahr zuvor. Eine Besonderheit besteht darin, dass die Turbine von Wasser angetrieben wird, das das Kernkraftwerk Temelín nach seiner Nutzung wieder in den Fluß Moldau zurückleitet. Die im Jahresvergleich höhere Stromproduktion hängt mit einem gleichmäßigeren Betrieb des kleinen Wasserkraftwerks sowie mit der längeren Laufzeit des Kernkraftwerks Temelín zusammen.
/gr/
Die Stadt Prag sucht nach Wärmeversorgung als Ersatz für die Kohle
03.02.2026 Tageszeitung Mladá fronta DNES Seite 7
Autorin: Pavlína Štěpánka Borská
Ein Memorandum mit ČEZ ESCO soll der Stadt Prag Einsparungen und neue Energiequellen in städtischen Gebäuden sichern
PRAG - Am Samstag verließ die letzte Lore mit Steinkohle das Bergwerk in Stonava bei Karviná. Die Hauptstadt bereitet sich deshalb auf den Übergang zu emissionsarmen Wärmequellen vor. Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda (ODS) unterzeichnete für die Metropole ein Memorandum mit dem Unternehmen ČEZ ESCO. Die Tochtergesellschaft des Konzerns ČEZ konzentriert sich auf Dekarbonisierung, Energieeinsparungen und erneuerbare Energiequellen.
Ein Teil der langfristigen Zusammenarbeit sind Veränderungen im Bereich der Fernwärme. Für die Prager Bürger ist vor allem der laufende Umbau des Kraftwerks Mělník bei Roudnice nad Labem wichtig. Es wird die Wärmeerzeugung aus Kohle einstellen und diese durch Erdgas ersetzen. Die Änderung betrifft rund 210.000 Abnahmestellen in Prag.
Darüber hinaus wird die Stadt gemeinsam mit ČEZ ESCO das sogenannte EPC fortsetzen, also die energetische Modernisierung von Gebäuden, die Kosten spare soll. In der Metropole sollen weiterhin Solarpaneele hinzukommen, und nicht zuletzt sollen Energiesparmaßnahmen auch von den Bauherren neuer Stadtviertel berücksichtigt werden.
Laut Svoboda wird das Memorandum helfen, potenzielle Einsparungen zu beziffern, die Modernisierung der Systeme zu ermöglichen und stabile Wärmelieferungen zu vernünftigen Preisen sicherzustellen.
Energieeffiziente Gebäude...
„Das Memorandum beruht auf zwei Säulen. Die erste ist, dass wir in Mělník über eine riesige Energiequelle verfügen. Derzeit durchläuft das Kraftwerk eine umfassende Modernisierung im Umfang von mehr als 50 Milliarden Kronen, damit daraus ein emissionsarmes Gaskraftwerk wird“, beschrieb der Geschäftsführer von ČEZ ESCO, Kamil Čermák. ČEZ geht davon aus, dass der Übergang von Kohle zu Erdgas im Jahr 2030 erfolgt.
Am Standort soll außerdem eine Anlage zur energetischen Abfallverwertung (ZEVO) entstehen, in der aus Abfällen Strom oder Wärme erzeugt wird.
„Die zweite Säule ist die Suche nach weiteren Energieeinsparungen an Gebäuden. Zu den Objekten, die die Stadt Prag besitzt und die eine solche Modernisierung bereits durchlaufen haben, gehören etwa das Gemeindehaus oder das Kongresszentrum. Das Kongresszentrum verfügt zudem über eines der größten Solarkraftwerke in Prag und spart dadurch jährlich rund 50 Millionen Kronen“, erklärte Čermák.
Zu den energieeffizienten Gebäuden zählen auch das Rudolfinum, das Nationaltheater oder die Staatsoper. ČEZ will diese Liste weiter ausbauen.
„Es mag paradox erscheinen, aber zwischen der Hauptstadt und der ČEZ-Gruppe bestand bislang kein formales Rechtsverhältnis, auf dessen Grundlage wir künftig die Wärmequellen für die Prager Bürger koordinieren könnten“, kommentierte Jan Chabr (TOP 09), Vorsitzender des Energieausschusses der Prager Stadtvertretung, die Unterzeichnung des Memorandums. Laut ihm hatte die Stadt zwei Hauptgründe für den Abschluss der Vereinbarung: die künftige Bebauung und die Vorbereitung des Baus eines Energiezentrums.
„Man kann davon ausgehen, dass bis zum Jahr 2050 rund zwei Millionen Quadratmeter Wohn- und Verwaltungsflächen entstehen werden. Im Hinblick auf den Umweltschutz und das energetische Konzept der Stadt Prag ist es daher notwendig, im Voraus zu klären, welche Quellen die neuen Objekte versorgen werden. Genau das war einer der Impulse für die Unterzeichnung der Vereinbarung“, erklärte Chabr.
Die Vorbereitung des Baus eines Energiezentrums in der Zentralen Kläranlage auf der Kaiserinsel wurde im Frühjahr 2024 vom Stadtrat genehmigt. Der voraussichtliche Fertigstellungstermin ist das Jahr 2030. Das Energiezentrum soll Abwasser mithilfe großkapazitärer Wärmepumpen in Wärme oder Kälte umwandeln. Jede Sekunde verlassen drei Kubikmeter gereinigtes Abwasser die Kläranlage, das selbst in den kältesten Monaten eine Temperatur von über zehn Grad Celsius aufweist. „Wir haben eine enorme Chance, dieses Wasser zur Gewinnung von Wärme für bis zu ein Drittel Prags zu nutzen“, sagte der stellvertretende Oberbürgermeister für Stadtentwicklung Petr Hlaváček (STAN) zuvor gegenüber der Zeitung MF DNES.
Nach Ansicht von Chabr lässt sich derzeit weder die endgültige Größe der Quelle noch das Versorgungsgebiet festlegen, solange keine Vereinbarung auch mit weiteren Eigentümern von Wärmequellen in der Metropole geschlossen ist.
Photovoltaikanlagen der Stadt...
ČEZ ESCO wird mit den Technologien der Hauptstadt Prag sowie mit dem Prager Zentrum für erneuerbare Energien (PCOE) zusammenarbeiten, das Photovoltaikanlagen auf den Dächern städtischer Gebäude installiert. Bislang erzeugt die Metropole Strom für 46 ihrer Objekte dank 42 Photovoltaikanlagen.
Diese befinden sich auf den Dächern städtischer Wohnhäuser, Schulen oder auf dem Dach des Theaters Pod Palmovkou. Derzeit schalten sie sich bei einem Blackout ab, künftig sollen sie dank Batteriespeichern jedoch auch bei Stromausfällen funktionieren. Im Oktober nahm die Prager Wasserwirtschaftsgesellschaft eine Photovoltaikanlage auf dem Wasserreservoir Kopanina in Betrieb.
Zusammenhänge: Energieabteilung im Prager Rathaus...
Seit dem 1. Februar verfügt das Prager Rathaus über eine eigenständige Energieabteilung. Ihre Aufgabe ist die Koordination und Steuerung der erneuerbaren Energiequellen, die der Stadt Prag gehören. Sie soll Fachleute und städtische Unternehmen vernetzen und zugleich Nachhaltigkeit und Sicherheit in der Energieversorgung, Klimaverantwortung sowie Energieeinsparungen vorantreiben. Diese umfangreichen Agenden wurden bislang von der Umweltabteilung wahrgenommen. Die neue Abteilung verfügt über eine eigene Einheit für Energiesicherheit sowie über einen Energiemanager.
„Das Kongresszentrum mit dem größten Solarkraftwerk in Prag spart jährlich etwa 50 Millionen Kronen.“ Kamil Čermák, Geschäftsführer von ČEZ ESCO
/gr/
Babiš schlägt Europa eine weitere Verschiebung der Emissionszertifikate für Haushalte vor
03.02.2026, Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 2
Autoren: Ondřej Houska, Jan Brož
Europäische Union
Premierminister Andrej Babiš hat der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, dem Präsidenten des Europäischen Rates António Costa sowie den Premierministern und Präsidenten der EU-Mitgliedstaaten einen Brief geschickt, den er selbst als „sehr wichtig“ bezeichnete. Darin legt er die Position Tschechiens für den Gipfel des Europäischen Rates am 12. Februar dar, der sich mit der Zukunft der europäischen Industrie und weiteren Schritten zur Reduzierung der Emissionen befassen wird.
Babiš kündigte an, den Inhalt des Schreibens am Montag zu veröffentlichen; der Zeitung HN liegt das Dokument jedoch bereits vor. Es enthält insgesamt zwölf Prioritäten, die sich auf die weitere Ausgestaltung des Emissionshandels, die Festlegung von Emissionszielen, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, den Abbau von Bürokratie sowie die Finanzierung des Ausbaus von Kern- und Gaskraftwerken beziehen.
Einer der zentralsten Punkte betrifft die sogenannten Emissionszertifikate für Haushalte (ETS2). Emissionen aus dem Verkehrssektor und aus der Beheizung von Gebäuden sollen damit ab dem Jahr 2028 bepreist werden. Ursprünglich sollte ETS2 bereits im kommenden Jahr starten, der vorherigen Regierung gelang es jedoch mit Unterstützung von weiteren 18 europäischen Staaten, in Brüssel einen einjährigen Aufschub auszuhandeln.
Babiš hatte sich jedoch noch deutlich ablehnender gegenüber den neuen Zertifikaten positioniert als das Kabinett von Petr Fiala (ODS). Er forderte die vollständige Abschaffung des Systems. Die neue Regierung beschloss daher auf ihrer ersten Sitzung, die Zertifikate niemals in die tschechische Gesetzgebung umzusetzen.
In dem Schreiben an die EU schlägt der tschechische Premier nun vor, den Start des Handels mindestens bis zum Jahr 2030 zu verschieben, „um seine tatsächlichen Auswirkungen neu bewerten zu können – angesichts ernster Bedenken hinsichtlich hoher Volatilität und übermäßiger Preissteigerungen sowie erheblicher negativer sozialer Auswirkungen, inflationärer Druckeffekte und einer weiteren Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen“, schreibt Babiš in dem Dokument.
Die Verhandlungsposition der Tschechischen Republik könnte durch jüngste Schritte des Außenministers Petr Macinka (Autofahrer) geschwächt werden, der zugleich mit der Leitung des Umweltministeriums betraut ist. Nach seinem Amtsantritt schaffte er dort die Abteilung für Klimaschutz ab. Diese war unter dem früheren Minister Petr Hladík (KDU-ČSL) für die letztlich erfolgreichen Verhandlungen über die Verschiebung des Starts von ETS2 auf das Jahr 2028 sowie für die Verschärfung des Mechanismus zuständig gewesen, der eine Preisobergrenze auslösen sollte. Unter Macinkas Führung verließen jedoch zahlreiche erfahrene Beamte das Ministerium.
„Es waren Leute mit Erfahrung in den Verhandlungen in Brüssel, die die ihnen übertragenen Aufgaben erfüllt hätten. Ich weiß nicht, wer nun die tschechischen Forderungen zu ETS2 verhandeln soll“, fasste eine Quelle der Zeitung HN aus der heimischen Energiewirtschaft die Sorgen zusammen.
Die Emissionszertifikate sind auch Gegenstand eines weiteren Punktes in dem Brief des Premierministers. Babiš weist darauf hin, dass der Preis der klassischen Zertifikate ETS1, die für Energieunternehmen, große Industriebetriebe oder Fluggesellschaften gelten, heute deutlich höher ist, als von der EU angenommen wurde. Eine Tonne Emissionen im Rahmen von ETS1 wird derzeit für rund 90 Euro gehandelt, während im Jahr 2021 für dieses Jahr noch ein Preis von lediglich 50 Euro erwartet worden war.
Nach Ansicht von Premierminister Babiš droht dadurch eine Abwanderung der Industrie aus Europa in Länder, in denen Emissionen günstiger sind oder gar nicht bepreist werden. Er schlägt daher die Einführung einer Preisobergrenze sowohl für ETS1 als auch für ETS2 vor. Zudem will er Spekulationen mit Zertifikaten an den Finanzmärkten verhindern, die die Preise in die Höhe treiben. „Die europäische Industrie wird durch die Zertifikate ETS1 und ETS2 zerstört, sie schaden den Bürgern. Das wollen wir verhindern“, sagte Babiš in seiner sonntäglichen Videobotschaft an die Bürger.
/gr/
Ungarn gibt seinen Kampf um den Import von russischem Gas nicht auf
03.02.2026 Tageszeitung Hospodářské noviny Seite 2 ČTK
Ungarn
Ungarn hat beim Gerichtshof der Europäischen Union eine Verordnung angefochten, die ein schrittweises Verbot der Einfuhr von russischem Gas in die EU vorsieht. Es fordert, dass das Gericht diese Verordnung aufhebt. Das teilte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó mit.
Auch die Slowakei hat angekündigt, gegen dieses Verbot Klage einzureichen. Ungarn und die Slowakei, die gegen die Annahme der Verordnung gestimmt hatten, argumentieren unter anderem damit, dass das Verbot im Grunde eine Sanktion darstelle und daher eine einstimmige Zustimmung erfordere.
Szijjártó erklärte im Netzwerk X, dass ohne russisches Gas und russisches Öl weder die Energiesicherheit Ungarns gewährleistet noch niedrige Energiekosten für ungarische Familien aufrechterhalten werden könnten.
Die EU-Mitgliedstaaten haben Anfang der vergangenen Woche die Verordnung endgültig verabschiedet, wonach die Einfuhr von LNG aus Russland spätestens zum 1. Januar 2027 endet, während die Einfuhr von russischem Pipelinegas unter bestimmten Bedingungen spätestens bis zum 1. November 2027 möglich sein wird.
Angesichts des gewählten Verfahrens zur Annahme des Dokuments war für dessen Verabschiedung keine einstimmige Zustimmung erforderlich. Der EU-Kommissar für Energie, Dan Jørgensen, erklärte, das beschlossene Verbot sei aus rechtlicher Sicht vollkommen in Ordnung.
/gr/
Europas Abhängigkeit vom Gas ist nicht verschwunden. Sie hat nur den Lieferanten gewechselt
3.2.2026 Hrot24
Autor: Michael Skrivan, Chefredakteur
Während Brüssel den energiepolitischen Bruch mit Russland vollzieht, stößt die neue Beziehung zu Afrika auf unerwartet rutschiges Terrain. Die Europäer suchen nach stabilen Gaslieferanten, doch das Ergebnis ist bislang eher eine Reihe kurzfristiger Abkommen als eine strategische Partnerschaft.
Als russisches Gas im Jahr 2019 fast die Hälfte der EU-Importe ausmachte, konnten sich nur wenige vorstellen, wie schnell sich die Landkarte verändern würde. Algerien rückte an die Spitze der südlichen Lieferanten auf, und die EU unterzeichnete Memoranden mit Ägypten und Israel. Doch auf die Euphorie der Transformation folgte rasch die Ernüchterung.
„Die EU hat überschätzt, wie schnell ihre Partner in der Lage sind, die Liefermengen zu erhöhen“, warnt Ugnė Keliauskaitė vom Bruegel-Institut. Die ägyptischen LNG-Exporte sind um 79 Prozent eingebrochen, in Algerien wird das Gas zunehmend vom inländischen Verbrauch aufgezehrt. Die Transmed-Pipeline nach Italien läuft weit unter ihrer Kapazität – nicht wegen mangelnder Förderung, sondern aufgrund der schwachen europäischen Nachfrage
Ökologische Anforderungen, wirtschaftliche Realität...
Die europäischen Anforderungen sind klar: saubereres Gas, geringere Methanemissionen, ein Übergang zu erneuerbaren Energien. Doch afrikanische Länder können kaum Schritt halten. „Die EU hat die Peitsche ausgepackt, aber die Karotte vergessen“, fasst Alberto Rizzi vom ECFR zusammen. Strenge Regeln ohne entsprechende Unterstützung gefährden gerade jene Partner, auf die sich Brüssel verlassen möchte.
Investitionen wie TaqatHy+ sind ein Schritt in die richtige Richtung, bislang jedoch zu gering, um die kurzfristigen Käufe von günstigerem LNG aus den USA auszugleichen. Hinzu kommt: Länder wie die Türkei oder China konkurrieren bereits heute mit der EU um algerisches Gas.
Die Union im Schatten bilateraler Abkommen….
Die Strategie der EU wird zudem durch ihre Zersplitterung untergraben. Jeder Mitgliedstaat verhandelt eigene Bedingungen, während eine regionale Integration unerreichbar bleibt. Die diplomatischen Spannungen zwischen Algerien und Marokko schlagen sich in blockierten Gaspipelines nieder – und Brüssel schaut lediglich zu.
„Ohne politischen Mut und tiefere Zusammenarbeit droht Europa, denselben Fehler wie gegenüber Russland zu wiederholen“, warnt Rizzi. Ein stabiles energiepolitisches Partnerschaftsmodell geht nicht nur um Liefermengen – es ist ein Bekenntnis zu einer gemeinsamen Zukunft.
Quelle: https://www.hrot24.cz/clanek/energetick ... plyn-HwJee
/gr/
Südkorea will bis zum Jahr 2038 zwei neue große Kernkraftwerksblöcke bauen
Autor: Jiří Puchnar
2. Februar 2026, oenergetice.cz
Südkorea hält weiterhin an dem Plan fest, bis zum Jahr 2038 zwei große neue Kernkraftwerksblöcke zu errichten. Dies bestätigte der Minister für Klima, Energie und Umwelt Kim Sung-hwan unter Verweis auf den 11. Grundplan zur Stromerzeugung und zum Stromverbrauch.
Der Grundplan zur Stromerzeugung und zum Stromverbrauch legt die Entwicklungsziele des heimischen Stromerzeugungsportfolios für einen Zeitraum von 15 Jahren fest und wird vom Ministerium für Handel, Industrie und Energie alle zwei Jahre aktualisiert. Der Entwurf des 11. Plans für den Zeitraum 2024–2038 wurde im Mai 2024 veröffentlicht und anschließend am 19. Februar 2025 dem Plenum der Nationalversammlung vorgelegt. Am 21. Februar 2025 wurde er vom Ausschuss für die Überprüfung der Energiepolitik verabschiedet.
Die verabschiedete Version sieht den Bau von zwei neuen großen Kernkraftwerksblöcken mit einer installierten Gesamtleistung von 2.800 MWe sowie den Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR) mit einer Gesamtleistung von 700 MW bis zum Jahr 2038 vor. Diese neuen Kapazitäten ergänzen die großen Reaktoren, die sich bereits im Bau befinden oder in Vorbereitung sind.
Bestätigung der Pläne bei der Vorbereitung des 12. Plans...
Auf einem Pressebriefing zu dem sich in Vorbereitung befindlichen 12. Grundplan (Zeithorizont 2026–2040) erklärte Minister Kim, dass der Bau der zwei großen Reaktoren im Einklang mit dem 11. Plan fortgesetzt werde.
Das Ministerium teilte zudem mit, dass im Zusammenhang mit dem Bau neuer Reaktorblöcke zwei politische Konsultationen (am 30. Dezember 2025 und am 7. Januar 2026) sowie eine Meinungsumfrage in der Bevölkerung (12.–16. Januar 2026), durchgeführt von zwei Organisationen, stattgefunden hätten.
Den Ergebnissen zufolge gelten erneuerbare Energien und die Kernenergie – in dieser Reihenfolge – als die wichtigsten Energiequellen für die künftige Entwicklung. Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, dass Kernenergie notwendig sei, und über 60 Prozent unterstützten den im 11. Plan enthaltenen Bau neuer Kernkraftwerke.
Rolle von Kernenergie und erneuerbaren Energien: Bedarf an Systemflexibilität...
Minister Kim betonte, dass die Erreichung der Klimaziele eine Emissionsminderung in allen Sektoren erfordere, wobei insbesondere Sektor der Stromerzeugung die Produktion aus Kohle und verflüssigtem Erdgas (LNG) reduzieren müsse. Als entscheidend bezeichnete er daher ein Energiesystem, das auf erneuerbaren Energien und Kernenergie basiert.
Das Ministerium erklärte weiter, es wolle Maßnahmen zur Bewältigung der Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen vorantreiben, insbesondere durch Energiespeichersysteme (ESS) und Pumpspeicherkraftwerke. Gleichzeitig solle auch die „Trägheit“ der Kernkraftwerke durch die Förderung eines flexibleren Betriebs adressiert werden.
Nachfrageprognose und Entwicklung des Energiemixes bis zum Jahr 2038...
Nach dem 11. Plan soll der Stromverbrauch in den Jahren 2024–2038 durchschnittlich um 1,8 Prozent pro Jahr wachsen und im Jahr 2038 einen Wert von 129,3 GW erreichen, was einem Anstieg von mehr als 30 Prozent gegenüber 2023 entspricht.
Der Anteil emissionsfreier Energiequellen am Energiemix soll im selben Zeitraum von rund 40 Prozent (2023) auf 70 Prozent (2038) steigen. Die Stromerzeugung aus Kernenergie soll von 180,5 TWh im Jahr 2023 auf 248,3 TWh im Jahr 2038 zunehmen, und der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung soll von 30,7 Prozent auf 35,2 Prozent steigen. Das Land betreibt derzeit 26 Reaktoren, die etwa ein Drittel der nationalen Stromproduktion abdecken.
Zeitplan: Standortauswahl bis 2027, Fertigstellung 2037–2038...
Nach dem aktuellen Plan soll Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) bis zum Jahr 2027 mit dem Prozess der Standortauswahl für die zwei neuen Blöcke beginnen. Es folgt eine etwa fünf- bis sechsmonatige Bewertungs- und Auswahlphase, mit dem Ziel, zu Beginn der 2030er-Jahre eine Baugenehmigung zu erhalten und die Blöcke in den Jahren 2037 bis 2038 fertigzustellen.
Ausblick: Wachstumsdruck durch KI und Elektromobilität...
Minister Kim erklärte außerdem, dass der vorbereitete 12. Plan den erwarteten Anstieg des Stromverbrauchs im Zusammenhang mit der Entwicklung des Sektors der künstlichen Intelligenz sowie mit der Ausweitung der Elektromobilität berücksichtigen werde. Bestandteil soll auch eine Politik des Energiemixes sein, die auf das Erreichen der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 ausgerichtet ist.
Quelle: https://oenergetice.cz/jaderne-elektrar ... erne-bloky
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
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Gabi Reitinger
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Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Auswahl von Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 4.2.2026:
Inhalt:
Die Kosten für den Ausbau der Stromnetze stiegen im vergangenen Jahr auf 2,5 Milliarden.
Defizit von 310 Milliarden – die Staatsverschuldung setzt sich fort.
Tykač darf seine Kohlekraftwerke stillegen – mit Ausnahme von Chvaletice.
ČEZ hat sich an die Ausschreibung zur Verlängerung der LNG-Kapazitäten in Eemshaven für weitere Jahre gemeldet.
Die Informationszentren Dukovany und Dalešice gehören zu den Besuchermagneten der Region.
Schnelle Hilfe der Kraftwerksfeuerwehr für die Bevölkerung rund um Dukovany gewinnt weiter an Bedeutung.
In Temelín sind die Charity-Frühstücke gestartet.
Die Kosten für den Ausbau der Stromnetze stiegen im vergangenen Jahr auf 2,5 Milliarden
04.02.2026 Wochenzeitung Nastup Seite 4
Region Chomutov, Kreis
Das Unternehmen ČEZ Distribuce investierte im Jahr 2025 insgesamt 19,2 Milliarden Kronen in den Ausbau und die Anpassung und Verbesserung seines Verteilnetzes. In Nordböhmen (das heißt in den Regionen Ústí nad Labem und Liberec) flossen mehr als 2,5 Milliarden Kronen in das Stromverteilnetz. Für das Jahr 2026 haben die Energieversorger die geplanten Investitionen in Nordböhmen auf 3,3 Milliarden Kronen erhöht.
Die Mittel wurden vor allem für den Anschluss von Kundenanforderungen im Bereich erneuerbarer Energiequellen sowie neu auch für Anlagen zur Speicherung elektrischer Energie eingesetzt. Weitere Ausgaben entfielen auf Investitionen in die Digitalisierung, insbesondere für intelligente Messsysteme und IT-Lösungen. Im Jahr 2026 plant ČEZ Distribuce Investitionen in Höhe von 18,5 Milliarden Kronen für die Erneuerung, Entwicklung, Verstärkung, Automatisierung und Digitalisierung des Verteilnetzes. In Nordböhmen handelt es sich dabei um einen Betrag von 3,3 Milliarden Kronen.
„Im Laufe des gesamten Jahres setzen wir Investitionsprojekte zur Entwicklung, Erneuerung und Stärkung des Verteilnetzes um, damit wir die Anforderungen unserer Kunden anschließen können – insbesondere erneuerbare Stromquellen oder Stromspeicher. Ein weiterer bedeutender Teil der Investitionen floss in die Digitalisierung unseres Verteilnetzes“, erklärte der Generaldirektor von ČEZ Distribuce, Martin Zmelík.
Im vergangenen Jahr schloss ČEZ Distribuce in der Region Ústí nad Labem 1.831 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 71 MW an sein Netz an, in der Region Liberec waren es 1.105 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 27,8 MW. Insgesamt schloss ČEZ Distribuce im letzten Jahr 17.967 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 491,6 MW an sein Netz an.
In Chomutov wurde eine umfassende Erneuerung des Umspannwerks 110/22 kV im Wert von 218 Millionen Kronen durchgeführt, das für die Stromversorgung der Region von zentraler Bedeutung ist. Die Verteilanlage stammt aus dem Jahr 1954. Das Projekt war mit Komplikationen bei Lieferungen sowie mit der Sicherstellung der Stromversorgung während der Winterperiode verbunden. Dank des professionellen Vorgehens der Techniker und des Auftragnehmers konnten alle Arbeiten ohne Auswirkungen auf die Kunden erfolgreich abgeschlossen werden.
Darüber hinaus wurde in der Region Nordböhmen die Erneuerung des Umspannwerks Děčín Ost abgeschlossen. In der 110-kV-Schaltanlage wurde die gesamte Feldtechnik, die Längssektionierung und die Sammelschienen demontiert und durch neue 110-kV-Technologie in Freiluftausführung ersetzt. In der 22-kV-Schaltanlage wurde die gesamte ursprüngliche Technik entfernt und durch eine neue gekapselte Schaltanlage ersetzt. Der Bau wurde im Rahmen des Programms Smart Grids realisiert, die gesamten Umsetzungskosten beliefen sich auf 165 Millionen Kronen.
Im vergangenen Jahr fand außerdem eine umfassende Erneuerung des Umspannwerks 110/22 kV Litvínov mit Gesamtkosten in Höhe von 160 Millionen Kronen statt. Durch die Modernisierung der Schaltanlage kam es zu einer Kapazitätserhöhung für die zukünftige Entwicklung des Netzes. Aufgrund der zunehmenden Störanfälligkeit wurden zudem die Schutz- und Steuerungssysteme einschließlich der Eigenversorgung ausgetauscht.
/gr
Defizit von 310 Milliarden – die Staatsverschuldung setzt sich fort
4.2.2026 Wochenzeitung Tyden Seite 24
Der Staat wird in diesem Jahr mit einem Haushaltsdefizit von 310 Milliarden Kronen wirtschaften, während der ursprüngliche Entwurf der vorherigen Regierung von einem Defizit in Höhe von 286 Milliarden Kronen ausging. Im vergangenen Jahr lag das Defizit bei 290,7 Milliarden Kronen und war damit das viertgrößte in der Geschichte Tschechiens.
Die Regierung aus ANO, SPD und den Motoristen legte einen neuen Haushaltsentwurf vor, nachdem sie den Vorschlag des früheren Kabinetts von Petr Fiala abgelehnt hatte. Finanzministerin Alena Schillerová (ANO) kritisierte den ursprünglichen Entwurf als „verpfuscht“ und erklärte, dass überhöhte Einnahmen gestrichen und fehlende obligatorische Ausgaben ergänzt worden seien. Zusätzliche Mittel fließen unter anderem in die Verkehrsinfrastruktur und in soziale Pflichtausgaben. Das resultierende Defizit liege bei 310 Milliarden Kronen, also lediglich 24 Milliarden mehr als im ursprünglichen, ihrer Ansicht nach unrealistischen Entwurf; diese zusätzlichen Mittel seien vollständig für wachstumsfördernde Investitionen vorgesehen.
Ab April sollen zudem die Gehälter im öffentlichen Sektor steigen. Insgesamt sollen 580.000 Beschäftigte eine Erhöhung erhalten, wofür einschließlich der Abgaben 16,9 Milliarden Kronen erforderlich sind. Die stärksten Zuwächse sind für niedrige Gehaltsgruppen, Beschäftigte im Kulturbereich, technische Kräfte sowie nichtpädagogische Mitarbeiter im Schulwesen vorgesehen. Auch im Gesundheits- und Sozialbereich sowie im Bildungswesen sind Gehaltserhöhungen geplant.
Zusätzliche Mittel erhält auch der Staatliche Fonds für Verkehrsinfrastruktur, dessen Ausgaben in diesem Jahr 169,3 Milliarden Kronen erreichen sollen. Die Gelder sind vor allem für den Bau neuer Straßen und Autobahnen, wichtige Eisenbahnprojekte sowie für Wartung und Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur bestimmt.
Der Haushalt rechnet mit geringeren Einnahmen aus Dividenden staatlicher und halbstaatlicher Unternehmen, während die Ausgaben für geförderte Energiequellen steigen.
Der Staat wird hingegen in diesem Jahr kein Darlehen in Höhe von 18,3 Milliarden Kronen für den Bau neuer Kernkraftwerksblöcke im Kraftwerk Dukovany gewähren, da die Europäische Union die staatliche Beihilfe für dieses Projekt bislang nicht genehmigt hat.
Im Verteidigungsbereich wurden die Ausgaben gekürzt; die gesamten Verteidigungsausgaben sollen 2,11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen.
Nach Einschätzung von Analysten überschreitet das Defizit den im Gesetz über die Haushaltsverantwortung festgelegten Grenzwert. Das strukturelle Defizit darf in diesem Jahr höchstens 1,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen.
/gr/
Tykač darf seine Kohlekraftwerke stillegen – mit Ausnahme von Chvaletice
4.2.2026 Wochenzeitung Tyden Seite 26
Die Unternehmensgruppe Sev.en des Unternehmers Pavel Tykač plant, spätestens bis März 2027 drei Kohlekraftwerke sowie ein Heizkraftwerk stillzulegen, da deren weiterer Betrieb wirtschaftlich nicht mehr rentabel ist. Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS gefährdet dies die Energieversorgung nicht.
Eine Ausnahme bildet das Kohlekraftwerk Chvaletice. Laut einer Analyse von ČEPS könnte dessen vollständige Stilllegung in bestimmten Betriebssituationen zu Problemen bei der Spannungsregelung im nördlichen Teil des Übertragungsnetzes, zu einem erhöhten Risiko von Leitungsüberlastungen sowie zu einer eingeschränkten Wiederaufbaufähigkeit des Stromsystems führen. ČEPS empfiehlt daher, den Betrieb von zwei Blöcken vorübergehend aufrechtzuerhalten und einen Block zu einem synchronen Kompensator umzubauen.
Die Energieregulierungsbehörde ERÚ wird nun mit der Gruppe Sev.en über die finanziellen Bedingungen für eine Fortführung des Teilbetriebs verhandeln. Das Ziel ist es, zusätzliche Kosten für die Verbraucher möglichst gering zu halten, bei gleichzeitiger Sicherstellung der Strom- und Wärmeversorgung.
/gr/
ČEZ hat sich an die Ausschreibung zur Verlängerung der LNG-Kapazitäten in Eemshaven für weitere Jahre gemeldet
ČTK
3. Februar 2026, oenergetice.cz
Der Energiekonzern ČEZ hat sich an die Ausschreibung zur Verlängerung der Kapazitäten für verflüssigtes Erdgas (LNG) im Terminal im niederländischen Eemshaven für weitere Jahre angemeldt. Der derzeitige Vertrag des Unternehmens läuft im September des kommenden Jahres aus. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur ČTK bestätigte dies der Sprecher von ČEZ, Roman Gazdík. Zu Details der Bewerbung äußerte er sich nicht. Der bestehende Vertrag sichert Tschechien bis zu ein Drittel des jährlichen inländischen Gasverbrauchs.
ČEZ reichte die Bewerbung für die Ausschreibung nach der Beauftragung durch die Regierung in der vergangenen Woche ein. Der Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), erklärte damals, dass Tschechien nach dem Auslaufen des Vertrags ohne gesicherte LNG-Kapazitäten dastehen könnte. Ab dem Jahr 2027 hat ČEZ zwar auch Kapazitäten in einem Terminal in Deutschland gesichert, dessen Bau verzögert sich jedoch laut Havlíček.
„ČEZ beendet die Anmietung der Kapazität in Eemshaven im September 2027. Derzeit läuft eine Ausschreibung für Kapazitäten für die kommenden Jahre, und ČEZ hat sich darin angemeldet“, sagte Gazdík heute.
Zum Umfang der nachgefragten Kapazitäten im Terminal, zur möglichen Laufzeit eines weiteren Vertrags oder zum erwarteten Zeitpunkt der Ausschreibungsergebnisse machte er keine Angaben.
Eemshaven war das erste LNG-Terminal in Europa, das seit Beginn des Krieges in der Ukraine in Betrieb genommen wurde; das erste Schiff legte dort im September 2022 an. Die Anlage kann jährlich acht Milliarden Kubikmeter Gas verarbeiten, davon können bis zu drei Milliarden Kubikmeter nach Tschechien geliefert werden. Neben ČEZ sicherten sich damals auch weitere große Energieunternehmen Kapazitäten im Terminal, darunter der britisch-niederländische Konzern Shell und das französische Unternehmen Engie.
Seit Beginn des Betriebs bis Ende vergangenen Jahres wurden im Terminal insgesamt 72 LNG-Schiffe für Tschechien abgefertigt. Die Schiffe lieferten 6,44 Milliarden Kubikmeter Gas, was dem jährlichen Gasverbrauch des Landes entspricht. Nach Angaben von ČEZ enthielten die Lieferungen kein Gas aus Russland; der Großteil stammte aus den USA.
Tschechien sicherte sich in Zusammenarbeit mit ČEZ im Jahr 2023 zudem Kapazitäten im im Bau befindlichen landgebundenen LNG-Terminal in Deutschland, aus dem bereits im kommenden Jahr Gas bezogen werden sollte. Laut Havlíček verzögert sich der Bau dieses Terminals jedoch.
„Es könnte daher die Gefahr bestehen, dass wir in den Jahren 2028 und möglicherweise auch 2029 keine Kapazitäten aus Stade haben und der Vertrag in Eemshaven bereits ausgelaufen wäre. Angesichts dieser außergewöhnlichen Situation haben wir das Unternehmen ČEZ beauftragt, sich an der Auktion um weitere Kapazitäten zu beteiligen, um diesen Zeitraum zu überbrücken“, sagte Havlíček in der vergangenen Woche.
Im Terminal Stade nahe Hamburg sollte Tschechien nach den ursprünglichen Plänen ab dem Jahr 2027 für mindestens 15 Jahre jährlich zwei Milliarden Kubikmeter Gas zur Verfügung haben, was mehr als einem Viertel des derzeitigen inländischen Gasverbrauchs entspricht.
Quelle: https://oenergetice.cz/lng/cez-se-prihl ... dalsi-roky
/gr/
Die Informationszentren Dukovany und Dalešice gehören zu den Besuchermagneten der Region
3.2.2026 kurzy.cz Quelle: CEZ
Aus den Regionen:
Die Informationszentren des Kernkraftwerks Dukovany und des Pumpspeicherkraftwerks Dalešice bestätigen seit Langem ihre wichtige Rolle in der technischen Bildung sowie im Tourismus. Im Jahr 2025 besuchten sie insgesamt 52.203 Personen, wobei den überwiegenden Teil Schülerinnen und Schüler von Grund- und Fachmittel- Schulen ausmachten. Bedeutend war auch die internationale Dimension: 1.120 Besucher kamen aus dem Ausland.
Das öffentliche Interesse an technischen Anlagen hält unvermindert an. Das Kernkraftwerk Dukovany verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 42.494 Besucher. Das Wasserkraftwerk Dalešice begrüßte 9.709 Besucher, die sich mit der Funktionsweise des Pumpspeicherkraftwerks sowie mit seiner Schlüsselrolle bei der Stabilisierung des Elektrizitätssystems vertraut machten. Beide Standorte bestätigen damit ihre Stellung als bedeutende Bildungs- und Informationszentren der Energiewirtschaft in der Region.
„Die Informationszentren Dukovany und Dalešice sind nicht nur touristische Ziele, sondern vor allem lebendige regionale Bildungszentren, die langfristig das Interesse an technischen Fachrichtungen fördern und die Beziehung der Öffentlichkeit zur modernen Energiewirtschaft stärken“, sagt Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.
ČEZ-Informationszentren mit zweithöchster Besucherzahl...
Die regionalen Ergebnisse fügen sich in ein insgesamt sehr erfolgreiches Jahr der ČEZ-Gruppe im Bereich Bildung und Popularisierung der Energiewirtschaft ein. Die Informationszentren der ČEZ-Kraftwerke wurden im Jahr 2025 von insgesamt 297.000 Menschen besucht – persönlich, online sowie mithilfe virtueller Realität. Neben Dukovany bestand das größte Interesse am Kernkraftwerk Temelín sowie am Pumpspeicherkraftwerk Dlouhé Stráně. Beide Kernkraftwerke wurden physisch von mehr als 82.000 Menschen besucht, Dlouhé Stráně von über 78.000 Besuchern.
Großes Interesse an modernen Formaten….
Einen absoluten Rekord verzeichneten die virtuellen Besichtigungen. Mithilfe von VR-Brillen erkundeten 145.000 Menschen die Kraftwerke von ČEZ – rund zehntausend mehr als im Vorjahr. Die Besucher konnten unter anderem die Dukovany-„ReakTour“ wählen, die den Betrieb eines Kernkraftwerks näherbringt, oder thematische Führungen zu Wasser- und Pumpspeicherkraftwerken. Weitere 7.484 Personen absolvierten eine virtuelle Besichtigung des Kernkraftwerks Dukovany, die dank virtueller Realität auch den Zugang zu normalerweise nicht zugänglichen Bereichen ermöglichte, etwa zur Blockwarte oder auf die Spitze des Kühlturms.
Welt der Energie...
„Svět energie“ (Welt der Energie) bündelt eine breite Palette von Bildungsprojekten, mit denen Studenten, Lehrkräfte und die Öffentlichkeit auf populärwissenschaftliche, unterhaltsame und erlebnisorientierte Weise mit Energiethemen vertraut gemacht werden. Dazu gehören Besuche von Informationszentren und Kraftwerken, die Sendung „Virtuell im Kraftwerk“, Vorträge „Begegnungen mit Energie“ an Schulen, VR-Brillen sowie weitere Aktivitäten einschließlich der Website www.svetenergie.cz, die als symbolisches Tor zur faszinierenden Welt der Energiewirtschaft dient. Sie fungiert sowohl als zentrale Anlaufstelle für alle genannten Projekte als auch als Informationsquelle mit Hintergrundwissen, Grafiken und Videos, die der breiten Öffentlichkeit energiewirtschaftliche Themen näherbringen.
Autor: Jri Bezdek, CEZ-Sprecher, Kernkraftwerk Dukovany
Quelle: https://zpravy.kurzy.cz/847594-infocent ... i-regionu/
/gr/
Schnelle Hilfe der Kraftwerksfeuerwehr für die Bevölkerung rund um Dukovany gewinnt weiter an Bedeutung.
Einsätze bei Unfällen, Bränden und bei der Rettung von Menschenleben.
29.1.2026 CEZ.cz
Die Feuerwehr des Kernkraftwerks Dukovany spielt seit Langem eine bedeutende Rolle nicht nur bei der Gewährleistung eines sicheren Betriebs des Kraftwerks, sondern auch als wichtige Unterstützung für die Bevölkerung im weiten Umfeld der Atomanlage. Dank ihrer strategischen Lage, der durchgehenden Einsatzbereitschaft und der erstklassigen technischen Ausstattung werden die Feuerwehrkräfte regelmäßig auch zu Einsätzen außerhalb des Kraftwerksgeländes gerufen, insbesondere in die umliegenden Gemeinden.
Im vergangenen Jahr fuhren sie auf Anforderung des Integrierten Rettungssystems insgesamt zu 61 Einsätzen im Umfeld des Kraftwerks aus. Am häufigsten handelte es sich um Verkehrsunfälle, bei denen Personen aus Fahrzeugen befreit und Unfallstellen gesichert wurden, außerdem um Brandeinsätze sowie um die Leistung von präklinischer Erster Hilfe.
Schnelle und professionelle Hilfe innerhalb weniger Minuten….
„Ein wichtiger Bestandteil unserer Tätigkeit für die Region ist die Einbindung in das FIRST-RESPONDER-System, im Rahmen dessen wir in manchen Fällen schneller am Einsatzort sein können als der Rettungsdienst. So leisten wir unverzügliche präklinische Erste Hilfe, einschließlich des Einsatzes eines automatisierten externen Defibrillators (AED), was bereits zur Rettung mehrerer Menschenleben geführt hat“, erläutert Tomáš Richter, Leiter der Feuerwehr des Kernkraftwerks Dukovany.
Die Hauptaufgabe der Feuerwehr ist die Sicherstellung des sicheren Betriebs des Kernkraftwerks Dukovany sowie die Prävention. Direkt im Kraftwerksareal leisteten die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr 461 Fälle technischer und technologischer Hilfe und übernahmen in 1.758 Fällen Assistenz und Sicherheitsaufsicht bei Betriebs-, Wartungs- und Modernisierungsarbeiten. Dazu gehörten unter anderem Sicherungsarbeiten bei Tätigkeiten in großer Tiefe, das Abpumpen von Flüssigkeiten, technische Unterstützung, Assistenz bei der Abschaltung von Kraftwerksblöcken sowie die Überprüfung der elektrischen Brandmeldeanlagen.
Neue Ausrüstung und Infrastruktur helfen mit...
„Durch die Modernisierung der Infrastruktur und der technischen Ausstattung stärken wir kontinuierlich die Fähigkeit der Feuerwehreinheit, sowohl im Kraftwerk als auch in dessen Umgebung effektiv einzugreifen. Im vergangenen Jahr wurden zwei neue Containerfahrzeuge in die Ausrüstung aufgenommen, die für den Transport von Pumpen mit Zubehör zur langfristigen Wärmeabfuhr bestimmt sind. Zudem steht eine umfassende Modernisierung der Feuerwache und der Leitstelle im Wert von mehreren zehn Millionen Kronen kurz vor dem Abschluss“, erklärte Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.
Die Modernisierung, die im ersten Halbjahr dieses Jahres abgeschlossen werden soll, bringt neue Räumlichkeiten für den chemischen Dienst, neue Umkleidebereiche sowie eine neue Leitstelle. All diese Veränderungen werden die Einsatzbereitschaft der Feuerwehreinheit sowohl für Einsätze im Kraftwerk als auch für die Hilfe für die Bevölkerung der Region weiter stärken.
Quelle: https://www.cez.cz/cs/pro-media/tiskove ... otu-231241
/gr/
In Temelín sind die Charity-Frühstücke gestartet
29.01.2026 Regionalni noviny (Regionalzeitung)
Temelin- In der ersten Hälfte dieses Jahres finden im Kernkraftwerk Temelín sechs Charity-Frühstücke statt. Die Kernkraftwerks - Mitarbeitenden nehmen dabei ein kulinarisches Erlebnis mit, die gemeinnützigen Organisationen erhalten Mittel für ihre weitere Entwicklung. Ende Januar fand das erste diesjährige Frühstück im Hauptverwaltungsgebäude des Kernkraftwerks Temelín statt. Allein im vergangenen Jahr nahmen gemeinnützige Organisationen im Rahmen von elf Frühstücken mehr als 350.000 CZK zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Integration in das Arbeits- und Alltagsleben ein.
Frische Kuchen, belegte Sandwiches oder aromatischer Kaffee – mit diesem Angebot wurden die Mitarbeitenden des Kernkraftwerks Temelín Ende Januar im Hauptverwaltungsgebäude begrüßt. Mit dem Kauf des Frühstücks unterstützten die Kernkraftwerks - Beschäftigten gleichzeitig die gemeinnützige Organisation Zentrum Martin, die Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen schafft. Und obwohl die Energieexperten in Temelín über eine eigene Kantine und ein reguläres Frühstücksangebot verfügen, bilden sich bei den Spezialitäten der gemeinnützigen Organisationen stets lange Warteschlangen.
„Auf diese Frühstücke freue ich mich immer sehr. Sie sind nicht nur ausgesprochen lecker, sondern auch eine gute Gelegenheit, eine sinnvolle Sache zu unterstützen. Die Kuchen waren hervorragend und der Kaffee macht mich jedes Mal richtig wach“, sagte Jitka Lhotská, Spezialistin für externe Beziehungen.
Quelle: https://www.regionalninoviny.cz/detail. ... _PTxdL2r5B
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
370 04 České Budějovice
E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799
Inhalt:
Die Kosten für den Ausbau der Stromnetze stiegen im vergangenen Jahr auf 2,5 Milliarden.
Defizit von 310 Milliarden – die Staatsverschuldung setzt sich fort.
Tykač darf seine Kohlekraftwerke stillegen – mit Ausnahme von Chvaletice.
ČEZ hat sich an die Ausschreibung zur Verlängerung der LNG-Kapazitäten in Eemshaven für weitere Jahre gemeldet.
Die Informationszentren Dukovany und Dalešice gehören zu den Besuchermagneten der Region.
Schnelle Hilfe der Kraftwerksfeuerwehr für die Bevölkerung rund um Dukovany gewinnt weiter an Bedeutung.
In Temelín sind die Charity-Frühstücke gestartet.
Die Kosten für den Ausbau der Stromnetze stiegen im vergangenen Jahr auf 2,5 Milliarden
04.02.2026 Wochenzeitung Nastup Seite 4
Region Chomutov, Kreis
Das Unternehmen ČEZ Distribuce investierte im Jahr 2025 insgesamt 19,2 Milliarden Kronen in den Ausbau und die Anpassung und Verbesserung seines Verteilnetzes. In Nordböhmen (das heißt in den Regionen Ústí nad Labem und Liberec) flossen mehr als 2,5 Milliarden Kronen in das Stromverteilnetz. Für das Jahr 2026 haben die Energieversorger die geplanten Investitionen in Nordböhmen auf 3,3 Milliarden Kronen erhöht.
Die Mittel wurden vor allem für den Anschluss von Kundenanforderungen im Bereich erneuerbarer Energiequellen sowie neu auch für Anlagen zur Speicherung elektrischer Energie eingesetzt. Weitere Ausgaben entfielen auf Investitionen in die Digitalisierung, insbesondere für intelligente Messsysteme und IT-Lösungen. Im Jahr 2026 plant ČEZ Distribuce Investitionen in Höhe von 18,5 Milliarden Kronen für die Erneuerung, Entwicklung, Verstärkung, Automatisierung und Digitalisierung des Verteilnetzes. In Nordböhmen handelt es sich dabei um einen Betrag von 3,3 Milliarden Kronen.
„Im Laufe des gesamten Jahres setzen wir Investitionsprojekte zur Entwicklung, Erneuerung und Stärkung des Verteilnetzes um, damit wir die Anforderungen unserer Kunden anschließen können – insbesondere erneuerbare Stromquellen oder Stromspeicher. Ein weiterer bedeutender Teil der Investitionen floss in die Digitalisierung unseres Verteilnetzes“, erklärte der Generaldirektor von ČEZ Distribuce, Martin Zmelík.
Im vergangenen Jahr schloss ČEZ Distribuce in der Region Ústí nad Labem 1.831 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 71 MW an sein Netz an, in der Region Liberec waren es 1.105 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 27,8 MW. Insgesamt schloss ČEZ Distribuce im letzten Jahr 17.967 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 491,6 MW an sein Netz an.
In Chomutov wurde eine umfassende Erneuerung des Umspannwerks 110/22 kV im Wert von 218 Millionen Kronen durchgeführt, das für die Stromversorgung der Region von zentraler Bedeutung ist. Die Verteilanlage stammt aus dem Jahr 1954. Das Projekt war mit Komplikationen bei Lieferungen sowie mit der Sicherstellung der Stromversorgung während der Winterperiode verbunden. Dank des professionellen Vorgehens der Techniker und des Auftragnehmers konnten alle Arbeiten ohne Auswirkungen auf die Kunden erfolgreich abgeschlossen werden.
Darüber hinaus wurde in der Region Nordböhmen die Erneuerung des Umspannwerks Děčín Ost abgeschlossen. In der 110-kV-Schaltanlage wurde die gesamte Feldtechnik, die Längssektionierung und die Sammelschienen demontiert und durch neue 110-kV-Technologie in Freiluftausführung ersetzt. In der 22-kV-Schaltanlage wurde die gesamte ursprüngliche Technik entfernt und durch eine neue gekapselte Schaltanlage ersetzt. Der Bau wurde im Rahmen des Programms Smart Grids realisiert, die gesamten Umsetzungskosten beliefen sich auf 165 Millionen Kronen.
Im vergangenen Jahr fand außerdem eine umfassende Erneuerung des Umspannwerks 110/22 kV Litvínov mit Gesamtkosten in Höhe von 160 Millionen Kronen statt. Durch die Modernisierung der Schaltanlage kam es zu einer Kapazitätserhöhung für die zukünftige Entwicklung des Netzes. Aufgrund der zunehmenden Störanfälligkeit wurden zudem die Schutz- und Steuerungssysteme einschließlich der Eigenversorgung ausgetauscht.
/gr
Defizit von 310 Milliarden – die Staatsverschuldung setzt sich fort
4.2.2026 Wochenzeitung Tyden Seite 24
Der Staat wird in diesem Jahr mit einem Haushaltsdefizit von 310 Milliarden Kronen wirtschaften, während der ursprüngliche Entwurf der vorherigen Regierung von einem Defizit in Höhe von 286 Milliarden Kronen ausging. Im vergangenen Jahr lag das Defizit bei 290,7 Milliarden Kronen und war damit das viertgrößte in der Geschichte Tschechiens.
Die Regierung aus ANO, SPD und den Motoristen legte einen neuen Haushaltsentwurf vor, nachdem sie den Vorschlag des früheren Kabinetts von Petr Fiala abgelehnt hatte. Finanzministerin Alena Schillerová (ANO) kritisierte den ursprünglichen Entwurf als „verpfuscht“ und erklärte, dass überhöhte Einnahmen gestrichen und fehlende obligatorische Ausgaben ergänzt worden seien. Zusätzliche Mittel fließen unter anderem in die Verkehrsinfrastruktur und in soziale Pflichtausgaben. Das resultierende Defizit liege bei 310 Milliarden Kronen, also lediglich 24 Milliarden mehr als im ursprünglichen, ihrer Ansicht nach unrealistischen Entwurf; diese zusätzlichen Mittel seien vollständig für wachstumsfördernde Investitionen vorgesehen.
Ab April sollen zudem die Gehälter im öffentlichen Sektor steigen. Insgesamt sollen 580.000 Beschäftigte eine Erhöhung erhalten, wofür einschließlich der Abgaben 16,9 Milliarden Kronen erforderlich sind. Die stärksten Zuwächse sind für niedrige Gehaltsgruppen, Beschäftigte im Kulturbereich, technische Kräfte sowie nichtpädagogische Mitarbeiter im Schulwesen vorgesehen. Auch im Gesundheits- und Sozialbereich sowie im Bildungswesen sind Gehaltserhöhungen geplant.
Zusätzliche Mittel erhält auch der Staatliche Fonds für Verkehrsinfrastruktur, dessen Ausgaben in diesem Jahr 169,3 Milliarden Kronen erreichen sollen. Die Gelder sind vor allem für den Bau neuer Straßen und Autobahnen, wichtige Eisenbahnprojekte sowie für Wartung und Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur bestimmt.
Der Haushalt rechnet mit geringeren Einnahmen aus Dividenden staatlicher und halbstaatlicher Unternehmen, während die Ausgaben für geförderte Energiequellen steigen.
Der Staat wird hingegen in diesem Jahr kein Darlehen in Höhe von 18,3 Milliarden Kronen für den Bau neuer Kernkraftwerksblöcke im Kraftwerk Dukovany gewähren, da die Europäische Union die staatliche Beihilfe für dieses Projekt bislang nicht genehmigt hat.
Im Verteidigungsbereich wurden die Ausgaben gekürzt; die gesamten Verteidigungsausgaben sollen 2,11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen.
Nach Einschätzung von Analysten überschreitet das Defizit den im Gesetz über die Haushaltsverantwortung festgelegten Grenzwert. Das strukturelle Defizit darf in diesem Jahr höchstens 1,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen.
/gr/
Tykač darf seine Kohlekraftwerke stillegen – mit Ausnahme von Chvaletice
4.2.2026 Wochenzeitung Tyden Seite 26
Die Unternehmensgruppe Sev.en des Unternehmers Pavel Tykač plant, spätestens bis März 2027 drei Kohlekraftwerke sowie ein Heizkraftwerk stillzulegen, da deren weiterer Betrieb wirtschaftlich nicht mehr rentabel ist. Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers ČEPS gefährdet dies die Energieversorgung nicht.
Eine Ausnahme bildet das Kohlekraftwerk Chvaletice. Laut einer Analyse von ČEPS könnte dessen vollständige Stilllegung in bestimmten Betriebssituationen zu Problemen bei der Spannungsregelung im nördlichen Teil des Übertragungsnetzes, zu einem erhöhten Risiko von Leitungsüberlastungen sowie zu einer eingeschränkten Wiederaufbaufähigkeit des Stromsystems führen. ČEPS empfiehlt daher, den Betrieb von zwei Blöcken vorübergehend aufrechtzuerhalten und einen Block zu einem synchronen Kompensator umzubauen.
Die Energieregulierungsbehörde ERÚ wird nun mit der Gruppe Sev.en über die finanziellen Bedingungen für eine Fortführung des Teilbetriebs verhandeln. Das Ziel ist es, zusätzliche Kosten für die Verbraucher möglichst gering zu halten, bei gleichzeitiger Sicherstellung der Strom- und Wärmeversorgung.
/gr/
ČEZ hat sich an die Ausschreibung zur Verlängerung der LNG-Kapazitäten in Eemshaven für weitere Jahre gemeldet
ČTK
3. Februar 2026, oenergetice.cz
Der Energiekonzern ČEZ hat sich an die Ausschreibung zur Verlängerung der Kapazitäten für verflüssigtes Erdgas (LNG) im Terminal im niederländischen Eemshaven für weitere Jahre angemeldt. Der derzeitige Vertrag des Unternehmens läuft im September des kommenden Jahres aus. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur ČTK bestätigte dies der Sprecher von ČEZ, Roman Gazdík. Zu Details der Bewerbung äußerte er sich nicht. Der bestehende Vertrag sichert Tschechien bis zu ein Drittel des jährlichen inländischen Gasverbrauchs.
ČEZ reichte die Bewerbung für die Ausschreibung nach der Beauftragung durch die Regierung in der vergangenen Woche ein. Der Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček (ANO), erklärte damals, dass Tschechien nach dem Auslaufen des Vertrags ohne gesicherte LNG-Kapazitäten dastehen könnte. Ab dem Jahr 2027 hat ČEZ zwar auch Kapazitäten in einem Terminal in Deutschland gesichert, dessen Bau verzögert sich jedoch laut Havlíček.
„ČEZ beendet die Anmietung der Kapazität in Eemshaven im September 2027. Derzeit läuft eine Ausschreibung für Kapazitäten für die kommenden Jahre, und ČEZ hat sich darin angemeldet“, sagte Gazdík heute.
Zum Umfang der nachgefragten Kapazitäten im Terminal, zur möglichen Laufzeit eines weiteren Vertrags oder zum erwarteten Zeitpunkt der Ausschreibungsergebnisse machte er keine Angaben.
Eemshaven war das erste LNG-Terminal in Europa, das seit Beginn des Krieges in der Ukraine in Betrieb genommen wurde; das erste Schiff legte dort im September 2022 an. Die Anlage kann jährlich acht Milliarden Kubikmeter Gas verarbeiten, davon können bis zu drei Milliarden Kubikmeter nach Tschechien geliefert werden. Neben ČEZ sicherten sich damals auch weitere große Energieunternehmen Kapazitäten im Terminal, darunter der britisch-niederländische Konzern Shell und das französische Unternehmen Engie.
Seit Beginn des Betriebs bis Ende vergangenen Jahres wurden im Terminal insgesamt 72 LNG-Schiffe für Tschechien abgefertigt. Die Schiffe lieferten 6,44 Milliarden Kubikmeter Gas, was dem jährlichen Gasverbrauch des Landes entspricht. Nach Angaben von ČEZ enthielten die Lieferungen kein Gas aus Russland; der Großteil stammte aus den USA.
Tschechien sicherte sich in Zusammenarbeit mit ČEZ im Jahr 2023 zudem Kapazitäten im im Bau befindlichen landgebundenen LNG-Terminal in Deutschland, aus dem bereits im kommenden Jahr Gas bezogen werden sollte. Laut Havlíček verzögert sich der Bau dieses Terminals jedoch.
„Es könnte daher die Gefahr bestehen, dass wir in den Jahren 2028 und möglicherweise auch 2029 keine Kapazitäten aus Stade haben und der Vertrag in Eemshaven bereits ausgelaufen wäre. Angesichts dieser außergewöhnlichen Situation haben wir das Unternehmen ČEZ beauftragt, sich an der Auktion um weitere Kapazitäten zu beteiligen, um diesen Zeitraum zu überbrücken“, sagte Havlíček in der vergangenen Woche.
Im Terminal Stade nahe Hamburg sollte Tschechien nach den ursprünglichen Plänen ab dem Jahr 2027 für mindestens 15 Jahre jährlich zwei Milliarden Kubikmeter Gas zur Verfügung haben, was mehr als einem Viertel des derzeitigen inländischen Gasverbrauchs entspricht.
Quelle: https://oenergetice.cz/lng/cez-se-prihl ... dalsi-roky
/gr/
Die Informationszentren Dukovany und Dalešice gehören zu den Besuchermagneten der Region
3.2.2026 kurzy.cz Quelle: CEZ
Aus den Regionen:
Die Informationszentren des Kernkraftwerks Dukovany und des Pumpspeicherkraftwerks Dalešice bestätigen seit Langem ihre wichtige Rolle in der technischen Bildung sowie im Tourismus. Im Jahr 2025 besuchten sie insgesamt 52.203 Personen, wobei den überwiegenden Teil Schülerinnen und Schüler von Grund- und Fachmittel- Schulen ausmachten. Bedeutend war auch die internationale Dimension: 1.120 Besucher kamen aus dem Ausland.
Das öffentliche Interesse an technischen Anlagen hält unvermindert an. Das Kernkraftwerk Dukovany verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 42.494 Besucher. Das Wasserkraftwerk Dalešice begrüßte 9.709 Besucher, die sich mit der Funktionsweise des Pumpspeicherkraftwerks sowie mit seiner Schlüsselrolle bei der Stabilisierung des Elektrizitätssystems vertraut machten. Beide Standorte bestätigen damit ihre Stellung als bedeutende Bildungs- und Informationszentren der Energiewirtschaft in der Region.
„Die Informationszentren Dukovany und Dalešice sind nicht nur touristische Ziele, sondern vor allem lebendige regionale Bildungszentren, die langfristig das Interesse an technischen Fachrichtungen fördern und die Beziehung der Öffentlichkeit zur modernen Energiewirtschaft stärken“, sagt Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.
ČEZ-Informationszentren mit zweithöchster Besucherzahl...
Die regionalen Ergebnisse fügen sich in ein insgesamt sehr erfolgreiches Jahr der ČEZ-Gruppe im Bereich Bildung und Popularisierung der Energiewirtschaft ein. Die Informationszentren der ČEZ-Kraftwerke wurden im Jahr 2025 von insgesamt 297.000 Menschen besucht – persönlich, online sowie mithilfe virtueller Realität. Neben Dukovany bestand das größte Interesse am Kernkraftwerk Temelín sowie am Pumpspeicherkraftwerk Dlouhé Stráně. Beide Kernkraftwerke wurden physisch von mehr als 82.000 Menschen besucht, Dlouhé Stráně von über 78.000 Besuchern.
Großes Interesse an modernen Formaten….
Einen absoluten Rekord verzeichneten die virtuellen Besichtigungen. Mithilfe von VR-Brillen erkundeten 145.000 Menschen die Kraftwerke von ČEZ – rund zehntausend mehr als im Vorjahr. Die Besucher konnten unter anderem die Dukovany-„ReakTour“ wählen, die den Betrieb eines Kernkraftwerks näherbringt, oder thematische Führungen zu Wasser- und Pumpspeicherkraftwerken. Weitere 7.484 Personen absolvierten eine virtuelle Besichtigung des Kernkraftwerks Dukovany, die dank virtueller Realität auch den Zugang zu normalerweise nicht zugänglichen Bereichen ermöglichte, etwa zur Blockwarte oder auf die Spitze des Kühlturms.
Welt der Energie...
„Svět energie“ (Welt der Energie) bündelt eine breite Palette von Bildungsprojekten, mit denen Studenten, Lehrkräfte und die Öffentlichkeit auf populärwissenschaftliche, unterhaltsame und erlebnisorientierte Weise mit Energiethemen vertraut gemacht werden. Dazu gehören Besuche von Informationszentren und Kraftwerken, die Sendung „Virtuell im Kraftwerk“, Vorträge „Begegnungen mit Energie“ an Schulen, VR-Brillen sowie weitere Aktivitäten einschließlich der Website www.svetenergie.cz, die als symbolisches Tor zur faszinierenden Welt der Energiewirtschaft dient. Sie fungiert sowohl als zentrale Anlaufstelle für alle genannten Projekte als auch als Informationsquelle mit Hintergrundwissen, Grafiken und Videos, die der breiten Öffentlichkeit energiewirtschaftliche Themen näherbringen.
Autor: Jri Bezdek, CEZ-Sprecher, Kernkraftwerk Dukovany
Quelle: https://zpravy.kurzy.cz/847594-infocent ... i-regionu/
/gr/
Schnelle Hilfe der Kraftwerksfeuerwehr für die Bevölkerung rund um Dukovany gewinnt weiter an Bedeutung.
Einsätze bei Unfällen, Bränden und bei der Rettung von Menschenleben.
29.1.2026 CEZ.cz
Die Feuerwehr des Kernkraftwerks Dukovany spielt seit Langem eine bedeutende Rolle nicht nur bei der Gewährleistung eines sicheren Betriebs des Kraftwerks, sondern auch als wichtige Unterstützung für die Bevölkerung im weiten Umfeld der Atomanlage. Dank ihrer strategischen Lage, der durchgehenden Einsatzbereitschaft und der erstklassigen technischen Ausstattung werden die Feuerwehrkräfte regelmäßig auch zu Einsätzen außerhalb des Kraftwerksgeländes gerufen, insbesondere in die umliegenden Gemeinden.
Im vergangenen Jahr fuhren sie auf Anforderung des Integrierten Rettungssystems insgesamt zu 61 Einsätzen im Umfeld des Kraftwerks aus. Am häufigsten handelte es sich um Verkehrsunfälle, bei denen Personen aus Fahrzeugen befreit und Unfallstellen gesichert wurden, außerdem um Brandeinsätze sowie um die Leistung von präklinischer Erster Hilfe.
Schnelle und professionelle Hilfe innerhalb weniger Minuten….
„Ein wichtiger Bestandteil unserer Tätigkeit für die Region ist die Einbindung in das FIRST-RESPONDER-System, im Rahmen dessen wir in manchen Fällen schneller am Einsatzort sein können als der Rettungsdienst. So leisten wir unverzügliche präklinische Erste Hilfe, einschließlich des Einsatzes eines automatisierten externen Defibrillators (AED), was bereits zur Rettung mehrerer Menschenleben geführt hat“, erläutert Tomáš Richter, Leiter der Feuerwehr des Kernkraftwerks Dukovany.
Die Hauptaufgabe der Feuerwehr ist die Sicherstellung des sicheren Betriebs des Kernkraftwerks Dukovany sowie die Prävention. Direkt im Kraftwerksareal leisteten die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr 461 Fälle technischer und technologischer Hilfe und übernahmen in 1.758 Fällen Assistenz und Sicherheitsaufsicht bei Betriebs-, Wartungs- und Modernisierungsarbeiten. Dazu gehörten unter anderem Sicherungsarbeiten bei Tätigkeiten in großer Tiefe, das Abpumpen von Flüssigkeiten, technische Unterstützung, Assistenz bei der Abschaltung von Kraftwerksblöcken sowie die Überprüfung der elektrischen Brandmeldeanlagen.
Neue Ausrüstung und Infrastruktur helfen mit...
„Durch die Modernisierung der Infrastruktur und der technischen Ausstattung stärken wir kontinuierlich die Fähigkeit der Feuerwehreinheit, sowohl im Kraftwerk als auch in dessen Umgebung effektiv einzugreifen. Im vergangenen Jahr wurden zwei neue Containerfahrzeuge in die Ausrüstung aufgenommen, die für den Transport von Pumpen mit Zubehör zur langfristigen Wärmeabfuhr bestimmt sind. Zudem steht eine umfassende Modernisierung der Feuerwache und der Leitstelle im Wert von mehreren zehn Millionen Kronen kurz vor dem Abschluss“, erklärte Roman Havlín, Direktor des Kernkraftwerks Dukovany.
Die Modernisierung, die im ersten Halbjahr dieses Jahres abgeschlossen werden soll, bringt neue Räumlichkeiten für den chemischen Dienst, neue Umkleidebereiche sowie eine neue Leitstelle. All diese Veränderungen werden die Einsatzbereitschaft der Feuerwehreinheit sowohl für Einsätze im Kraftwerk als auch für die Hilfe für die Bevölkerung der Region weiter stärken.
Quelle: https://www.cez.cz/cs/pro-media/tiskove ... otu-231241
/gr/
In Temelín sind die Charity-Frühstücke gestartet
29.01.2026 Regionalni noviny (Regionalzeitung)
Temelin- In der ersten Hälfte dieses Jahres finden im Kernkraftwerk Temelín sechs Charity-Frühstücke statt. Die Kernkraftwerks - Mitarbeitenden nehmen dabei ein kulinarisches Erlebnis mit, die gemeinnützigen Organisationen erhalten Mittel für ihre weitere Entwicklung. Ende Januar fand das erste diesjährige Frühstück im Hauptverwaltungsgebäude des Kernkraftwerks Temelín statt. Allein im vergangenen Jahr nahmen gemeinnützige Organisationen im Rahmen von elf Frühstücken mehr als 350.000 CZK zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Integration in das Arbeits- und Alltagsleben ein.
Frische Kuchen, belegte Sandwiches oder aromatischer Kaffee – mit diesem Angebot wurden die Mitarbeitenden des Kernkraftwerks Temelín Ende Januar im Hauptverwaltungsgebäude begrüßt. Mit dem Kauf des Frühstücks unterstützten die Kernkraftwerks - Beschäftigten gleichzeitig die gemeinnützige Organisation Zentrum Martin, die Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen schafft. Und obwohl die Energieexperten in Temelín über eine eigene Kantine und ein reguläres Frühstücksangebot verfügen, bilden sich bei den Spezialitäten der gemeinnützigen Organisationen stets lange Warteschlangen.
„Auf diese Frühstücke freue ich mich immer sehr. Sie sind nicht nur ausgesprochen lecker, sondern auch eine gute Gelegenheit, eine sinnvolle Sache zu unterstützen. Die Kuchen waren hervorragend und der Kaffee macht mich jedes Mal richtig wach“, sagte Jitka Lhotská, Spezialistin für externe Beziehungen.
Quelle: https://www.regionalninoviny.cz/detail. ... _PTxdL2r5B
/gr/
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Mgr. Gabriela Reitingerova
OIŽP - Občanská iniciativa pro ochranu životního prostředí / BIU - Bürgeriniative Umweltschutz
Kubatova 6
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E-Mail: gabi.reitinger@oizp.cz
Tel: 603 805 799