Todsichere AKWs? (PA)
Verfasst: Do 16. Jul 2026, 06:31
Neuausrichtung bei Strahlenschutz in den USA. – Bald auch bei uns?
Gerne schmückt sich die Atomlobby auch mit dem Attribut Sicherheit. Was davon zu halten ist, wurde uns schon deutlich bei Katastrophen wie eben Fukushima oder Tschernobyl vor Augen geführt und einige Male stand es, besonders auch in Europa, auf der Kippe. „AKWs sind zweifelsfrei sicherer geworden, ausschließen lässt sich ein schwerer Unfall trotzdem weiterhin nicht“, meint Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee. AKWs sind an sich schon unfassbar teuer, Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen erhöhen die Kosten nochmals signifikant.
Was liegt, zumindest nach der Logik der Atomlobby in den USA näher, als da den Sparstift anzusetzen? Die Regeln in den USA gelten nicht als die strengsten, es gibt darüber hinaus aber das ALARA-Prinzip*, wodurch die von einem Reaktor abgegebene Strahlung für das Personal wie auch die umliegende Bevölkerung so niedrig wie möglich ausfallen soll. – Ein Optimierungsgebot, das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte!
Genau das soll nun, um Genehmigungsverfahren abzukürzen sowie den Bau und den Betrieb von AKWs zu verbilligen, gestrichen werden. Dass, wie durch Studien belegt, rund um Atomanlagen die Sterblichkeit an Krebserkrankungen höher ist, als anderswo, ist wahrscheinlich nur ein dummer Zufall. Die kontrolliert abgegebenen radioaktiven Stoffe wie Tritium, Cäsium oder Radon liegen im Normalfall schließlich überall unter den festgelegten Grenzwerten.
Der Haken ist, dass Grenzwerte eben „festgelegt“ und bei Bedarf auch angepasst werden können. „Genaue Werte, ab wann Strahlung schädlich ist, gibt es hingegen nicht. Es gilt einfach: Je mehr davon, desto höher ist das Risiko zu erkranken“ hält Gerold Wagner fest.
Angeregt durch neue Erkenntnisse oder auch Störfälle haben sich im Lauf der Jahrzehnte die Sicherheitsmaßnahmen nach oben geschraubt, nun soll es offensichtlich – vorwiegend aus Kostengründen – wieder in die andere Richtung gehen und man nimmt dafür anscheinend gerne mehr Risiken auf sich. Es zeigt, wie verzweifelt die Atomindustrie sein muss. Trotz aller Ambitionen wird in den USA, im Land mit den meisten AKWs weltweit und einem Atomstromanteil von knapp 20 %, aktuell kein neues AKW gebaut.
Foto: DJSlawSlaw, das amerikanische AKW Virgil C Summer, der 2013 begonnene Bau der Blöcke 2 und 3 wurde nach Kostenexplosion aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:V._ ... tation.jpg)
Bei diversen SMR-Konzepten sind neben der Kühlung auch die Sicherheitseinrichtungen kompakt zusammengefasst. Das Anti Atom Komitee befürchtet, dass mit einer sogenannten „Neubewertung“ des Strahlenschutzes auch schon potenziell riskantere Reaktor-Designs durchgewunken werden könnten.
*) ALARA = As Low As Reasonably Achievable
Gerne schmückt sich die Atomlobby auch mit dem Attribut Sicherheit. Was davon zu halten ist, wurde uns schon deutlich bei Katastrophen wie eben Fukushima oder Tschernobyl vor Augen geführt und einige Male stand es, besonders auch in Europa, auf der Kippe. „AKWs sind zweifelsfrei sicherer geworden, ausschließen lässt sich ein schwerer Unfall trotzdem weiterhin nicht“, meint Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee. AKWs sind an sich schon unfassbar teuer, Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen erhöhen die Kosten nochmals signifikant.
Was liegt, zumindest nach der Logik der Atomlobby in den USA näher, als da den Sparstift anzusetzen? Die Regeln in den USA gelten nicht als die strengsten, es gibt darüber hinaus aber das ALARA-Prinzip*, wodurch die von einem Reaktor abgegebene Strahlung für das Personal wie auch die umliegende Bevölkerung so niedrig wie möglich ausfallen soll. – Ein Optimierungsgebot, das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte!
Genau das soll nun, um Genehmigungsverfahren abzukürzen sowie den Bau und den Betrieb von AKWs zu verbilligen, gestrichen werden. Dass, wie durch Studien belegt, rund um Atomanlagen die Sterblichkeit an Krebserkrankungen höher ist, als anderswo, ist wahrscheinlich nur ein dummer Zufall. Die kontrolliert abgegebenen radioaktiven Stoffe wie Tritium, Cäsium oder Radon liegen im Normalfall schließlich überall unter den festgelegten Grenzwerten.
Der Haken ist, dass Grenzwerte eben „festgelegt“ und bei Bedarf auch angepasst werden können. „Genaue Werte, ab wann Strahlung schädlich ist, gibt es hingegen nicht. Es gilt einfach: Je mehr davon, desto höher ist das Risiko zu erkranken“ hält Gerold Wagner fest.
Angeregt durch neue Erkenntnisse oder auch Störfälle haben sich im Lauf der Jahrzehnte die Sicherheitsmaßnahmen nach oben geschraubt, nun soll es offensichtlich – vorwiegend aus Kostengründen – wieder in die andere Richtung gehen und man nimmt dafür anscheinend gerne mehr Risiken auf sich. Es zeigt, wie verzweifelt die Atomindustrie sein muss. Trotz aller Ambitionen wird in den USA, im Land mit den meisten AKWs weltweit und einem Atomstromanteil von knapp 20 %, aktuell kein neues AKW gebaut.
Foto: DJSlawSlaw, das amerikanische AKW Virgil C Summer, der 2013 begonnene Bau der Blöcke 2 und 3 wurde nach Kostenexplosion aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:V._ ... tation.jpg)
Bei diversen SMR-Konzepten sind neben der Kühlung auch die Sicherheitseinrichtungen kompakt zusammengefasst. Das Anti Atom Komitee befürchtet, dass mit einer sogenannten „Neubewertung“ des Strahlenschutzes auch schon potenziell riskantere Reaktor-Designs durchgewunken werden könnten.
*) ALARA = As Low As Reasonably Achievable