Re: Anti-Atom Monitoring der tschechischen Presse
Verfasst: Mo 20. Mai 2024, 08:31
Auswahl von Zeitungsartikeln aus Tschechien zum Thema Energie vom 20.Mai 2024:
CEZ: Der Brennstoff wurde in den ersten Block in Temelín eingeführt. Er wird länger im Reaktor bleiben
19.05.2024 parlamentní listy.cz
Genau 163 Brennelemente wurden durch die Energietechniker in den Reaktor des abgeschalteten Blocks 1 in Temelin eingebracht. Darunter befinden sich nun 48 frische Brennelemente, während es vorher sechs weniger waren. Der Umbau ist Teil des Übergangs zur 18-monatigen Brennstoffkampagne, von der sich CEZ eine weitere Steigerung des Wirkungsgrades des Kraftwerks Temelin verspricht. Der erste Block wird somit etwa zwei Monate länger in Betrieb bleiben können.
CEZ geht davon aus, dass durch die Umstellung auf eine 18-monatige Brennstoffkampagne die Zahl der Block-Abschaltungen verringert und damit die Lebensdauer des Reaktors verlängert und die Effizienz des Betriebs in Temelin erhöht werden kann. Derzeit bereiten sich die Energietechniker im Block 1 darauf vor. In diesen Tagen haben sie die so genannte Übergangsladung in den Reaktor gebracht. In der Praxis bedeutet dies einen zwei Monate längeren Betrieb des Reaktors. "Mit der Übergangsladung bewegen wir uns im Rahmen der bestehenden Genehmigung des Staatsamts für Kernsicherheit SUJB. Wir können erst dann zu einem längeren ununterbrochenen Betrieb als einem Jahr übergehen, wenn wir die Genehmigung der Atomaufsichtsbehörde erhalten haben. Die notwendigen Unterlagen haben wir kürzlich eingereicht", sagte Jan Kruml, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.
Bislang dauerte die Brennstoffkampagne etwa zehn Monate Betrieb und zwei Monate Abschaltung. Statt der bisherigen 42 Brennelemente werden jetzt 48 frische Brennelemente in den Reaktor eingeführt. Die Gesamtzahl der Brennelemente bleibt gleich, d.h. 163. Auch die Anreicherung der Brennelemente wird die gleiche sein.
"Aber die Brennelemente werden mehr Absorber enthalten, um ihre Reaktivität zu dämpfen. In Verbindung mit einer höheren Anzahl frischer Brennelemente sorgt dies dafür, dass der Block länger betrieben werden kann", fügte Jan Kruml hinzu. Nach Ansicht der Energietechniker ist es, vereinfacht gesagt, so, als würde man sieben statt fünf Kohlebriketts in den Ofen werfen und die Luft ein wenig aufdrehen, was ebenfalls zu einer längeren Lebensdauer führt.
Nach Angaben der CEZ-Geschäftsführung ist die längere Brennstoffkampagne eine der wichtigsten Komponenten des Programms "Sicher 32 Tera". Es zielt darauf ab, die Sicherheit und Effizienz weiter zu verbessern und die Voraussetzungen für die geplante Lebensdauer aller tschechischen Kernkraftwerke für mindestens 60 Jahre zu schaffen. Der verlängerte Brennstoffzyklus wird nicht nur einen längeren Betrieb, sondern auch Reduzierung der Schöpfung der Lebensdauer der Ausrüstung und eine höhere Produktion von durchschnittlich fast zwei Terawattstunden pro Jahr für beide Kernkraftwerke mit sich bringen
.
"Wir befinden uns beim Block 2 seit letztem Herbst in der Übergangsphase. Sobald wir die Genehmigung von SUJB erhalten haben, werden wir Brennstoff für eine 18-monatige Kampagne in den Reaktor einführen. Das sollte bei Block 2 noch in diesem Jahr geschehen. Vorausgegangen ist eine sorgfältige Überprüfung aller Sicherheitsparameter und die Aufrechterhaltung aller Sicherheitsreserven", sagte Bohdan Zronek, Mitglied des ČEZ-Verwaltungsrats und Direktor der Kernenergieabteilung.
Achtzehnmonatige Brennelementkampagnen sind derzeit in den meisten Kernkraftwerken Standard. Auch das Kernkraftwerk Dukovany stellt auf einen längeren Brennstoffzyklus um. In der Tschechischen Republik nahm das Projekt im Jahre 2018 konkrete Formen an, in dem das Genehmigungsverfahren gestartet wurde. Die Energiewirtschaft will den Endzustand in Temelin im Jahr 2025 erreichen.
Im Zeitplan für die gerade laufende Block-Abstellung in Temelin haben die Energietechniker über 17.000 Aktivitäten, darunter 71 Investitionsaktionen. Etwa 1.000 Personen werden an der Block-Abstellung beteiligt sein, darunter auch Auftragnehmer. Dieses Jahr ist dies der erste geplante Stillstand in Temelín. Der zweimonatige Stillstand von Block 2 wird dann Mitte Oktober beginnen.
/gr/
CEZ investiert 100 Mrd. Kronen in Nordböhmen
20.5.2024 MF DNES
Nordböhmen – Investitionen im Gesamtumfang von 100 Milliarden Kronen plant in den nächsten Jahren im Kreis Usti nad Laben die Energiegesellschaft CEZ. Das Geld wird in den Umbau bestehender Kohlekraftwerke und Kraftwärmeanlagen, in den Bau neuer Strom,-und Wärmequellen und auch in den Bau von Photovoltaik,-und Dampfgaskraftwerke gehen.
Die Entscheidung über die Investition geht aus dem geplanten Kohleausstieg im Kreis Usti nad Labem hervor. „Die Beendigung der Kohlenutzung in unseren Kraftwerken und Kraftwärmeanlagen planen wir bis zum Jahr 2030, obwohl der Staatsplan den Kohleausstieg erst bis zum Jahr 2033 vorsieht,“ sagte Pavel Cyrani, der Vize – Vorsitzende des CEZ – Vorstands.
"Wir können sagen, dass wir in allen Lokalitäten neue Quellen bauen werden, denn wir liefern heute in allen Ortschaften Wärme. So wird es auch hier in Prunerov sein, es wird auch in Trmice der Fall sein. Neue Quellen, wenn auch nicht für die Wärmeversorgung, wird es in Tusimice und Ledvice geben. Der Plan für jede Lokalität wird individuell ausgearbeitet, die Basis wird Biomasse sein und wir erwarten die Ergänzung des Spitzenbedarfs an Wärme aus Gas", sagte Pavel Cyrani, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von CEZ, heute gegenüber der Agentur CTK.
Konkret möchte CEZ in den nächsten Jahren Biomassekessel in Ledvice, einen neuen Biomassekessel in Prunerov, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung, eine Gaskesselanlage und erneuerbare Energiequellen bauen. Außerdem will das Unternehmen eine Wärmeleitung nach Kadan bauen. In Trmice werden eine Dampf-Gas-Quelle und ein Biomassekessel für die Wärmeversorgung vorbereitet. In Tusimice soll ein neues Gas-Backup-Kesselhaus errichtet werden, und es sind erneuerbare Energiequellen geplant.
Weitere Investitionen werden in Entwicklungsprojekte gehen, beispielsweise in den Bau des Vetriebs für die Lithium-Bearbeitung auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerkes Prunerov I oder in die Vorbereitung des Bau eines kleinen modularen Reaktors in Tusimice. „Diese Entwicklungsprojekte werden qualifizierte Arbeitsplätze mitbringen und werden auch ein Impuls für die Forschung sein, deswegen wollen wir auch unsere Zusammenarbeit mit den Mittelschulen und mit der Universität im unseren Kreis intensivieren,“ erklärte das CEZ – Vorhaben Pavel Cyrani.
Auch in die Solarenergie sollen erhebliche Investitionen getätigt werden. CEZ hat in der Region Usti nad Labem 63 Photovoltaik-Kraftwerksprojekte mit einer Gesamtkapazität von 2,3 GW in Vorbereitung.
/gr/
Sikela (STAN): Die Kernkraft könnte in der Zukunft bis zu 60% des Energiemixe ausmachen
19.5.2024 oenergetice.cz ctk
Laut Industrieminister Jozef Sikela (STAN) könnte der Anteil der Kernenergie am Energiemix der Tschechischen Republik in Zukunft von derzeit 38 Prozent auf bis zu 60 Prozent steigen. Die Voraussetzung dafür ist der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke, von denen es bis zu vier geben könnte. Ergänzt werden soll die Kernenergie vor allem durch erneuerbare Energien und vorübergehend durch Gaskraftwerke. Dies sagte der Minister heute in der Sendung "Za 5 minut 12" im Nova TV.
Sikela hält erneuerbare Energiequellen für die grundlegenden Energiequellen der Zukunft, weil sie am billigsten sind, und die Kernenergie für eine stabile kohlenstofffreie Quelle. "Das Schlüsselmedium, das uns zu diesem zukünftigen Mix führen wird, ist Gas", sagte er und fügte hinzu, dass seine Preise bereits deutlich gesunken sind. Neben dem fossilen Energieträger Erdgas könnten in Zukunft auch "grüne" Gase wie Wasserstoff, Biogas und gefangenes Kohlendioxid (CO2) zur Energieerzeugung genutzt werden.
Eine Voraussetzung für die Erhöhung des Anteils der Kernenergie am Energiemix ist der Bau neuer Blöcke der bestehenden Kernkraftwerke, den der Staat und CEZ planen.
Laut Sikela werden bis zu vier Blöcke in Betracht gezogen. "Es ist immer rentabler, gleich zwei Reaktoren an einem Standort zu bauen. Die Kosten werden auf zwei Blöcke verteilt, das ist eine große Ersparnis", sagte der Minister. Die Grundlage der Investition sei eine rückzahlbare staatliche Beihilfe, die von der CEZ-Tochter über 30 Jahre hinweg zurückgezahlt werde, und das Darlehen sei während des Baus der Blöcke zinslos.
CEZ hat Ende April Angebote für den Bau von bis zu vier Reaktoren von der französischen Firma EDF und der koreanischen Firma KHNP erhalten. Die Regierung wird im Sommer den Gewinner auswählen und sollte auch über die Anzahl der Blöcke entscheiden, die in Zukunft im Land gebaut werden sollen. Das Land rechnet nun damit, dass der erste dieser Blöcke im Jahr 2036 in Dukovany in Betrieb gehen wird.
Sikela wiederholte, dass die Regierung eine Abkehr von der Kohleverbrennung zur Stromerzeugung bis zum Jahr 2033 anstrebt. "Wir werden niemanden zwingen, schneller aus der Kohleverbrennung auszusteigen, aber wir werden sie auch nicht subventionieren", sagte er.
Die Kohlekraftwerke erwirtschaften derzeit aufgrund der höheren Preise für Emissionszertifikate und der niedrigen Strompreise auf dem Markt nicht genügend Gewinn.
"Die Differenz zwischen dem Preis der Emissionszertifikate und dem Strompreis reicht nicht aus, damit die Kohlekraftwerke ihre Kosten decken und den erwarteten Gewinn erzielen können. Unsere Aufgabe ist es nicht, unrentable Quellen für die Zukunft zu subventionieren", fügte der Minister hinzu.
Nach Angaben der Energieregulierungsbehörde verbrauchte die Tschechische Republik im vergangenen Jahr 57,8 Terawattstunden (TWh) Strom, wobei der Verbrauch in den letzten fünf Jahren um etwa sieben Prozent zurückging. Nach den Daten von Eurostat, die in der Sendung vorgestellt wurden, hat die Tschechische Republik derzeit die höchsten Strompreise, wenn man sie in Kaufkraftparitäten umrechnet. "Wir haben uns auf einige Dinge nicht vorbereitet, wir haben einige Dinge vernachlässigt", beschrieb Sikela den Hauptgrund für diese Situation.
/gr/
Warum die tschechische nukleare Ausschreibung für EDF so wichtig ist
20.5.2024 hrot24.cz
Der französische Staatskonzern EdF wartet mit Spannung auf die Entscheidung der tschechischen Regierung, wer bis zu vier neue Blöcke in den Kernkraftwerken Temelin und Dukovany bauen wird. Der Auftrag hat einen Wert von Hunderten von Milliarden Kronen. Es wäre erst das zweite Auslandsprojekt für EdF in Europa nach dem Auftrag für Hinkley Point in Großbritannien im Jahr 2016.
Das Energieunternehmen EdF (Électricité de France), das sich seit dem letztem Jahr vollständig im Besitz des französischen Staates befindet, hofft, die tschechische Ausschreibung für den Bau von bis zu vier neuen Reaktoren an den Standorten der tschechischen Kernkraftwerke Temelin und Dukovany gewinnen zu können.
Sollte sich der französische Bieter am Ende durchsetzen und auch das staatliche südkoreanische Unternehmen KHNP (Korea Hydro & Nuclear Power) schlagen, wäre dies ein wichtiger Impuls für sein künftiges Geschäft außerhalb Frankreichs, berichtete die Agentur Reuters.
Tatsächlich hat EdF zuletzt vor acht Jahren einen Auftrag im Ausland gewonnen, als es im Jahre 2016 das Projekt Hinkley Point C auf den britischen Inseln dominierte. Sollte sich die tschechische Regierung für die Franzosen entscheiden, könnte der in Paris ansässige Konzern auch bei künftigen Ausschreibungen für neue Kernkraftwerke mit dieser Referenz auftreten.
"Alle beobachten die Entscheidung Prags", sagte Vakis Ramany, der für internationale Atomprojekte zuständige Vizepräsident der Firma EdF, im April.
Das Unternehmen steht auch in Frankreich selbst in der Kritik, wo es 56 Reaktoren betreibt, aber gleichzeitig Probleme hatte, den Bau seines neuesten Projekts, des Europäischen Druckreaktors (EPR) mit einer installierten Leistung von 1.650 Megawatt in der Anlage in Flamanville, abzuschließen, wo der Bau im Jahre 2007 mit einem ursprünglichen Budget von 3,3 Milliarden Euro (82 Milliarden Kronen) und einer Fertigstellung im Jahr 2012 begann.
Seitdem haben sich der Zeitplan und das Budget mehrmals geändert, und erst im Mai dieses Jahres wurde mit der Beladung des Reaktors mit Kernbrennstoff begonnen. Die Gesamtkosten für die Fertigstellung des Reaktors wurden im Jahr 2022 auf 13,2 Mrd. Euro (327 Mrd. Kronen) geschätzt.
Aus diesem Grund wächst bei einigen Nuklearexperten die Skepsis, ob das französische Staatsunternehmen in der Lage ist, andere Projekte innerhalb des ursprünglichen Zeit- und Kostenrahmens durchzuführen.
In der Zwischenzeit hat sich EdF das ehrgeizige Ziel gesetzt, nach dem Jahr 2030 auf dem alten Kontinent ein bis zwei Reaktoren pro Jahr fertig zu stellen. Vor allem die französische Kernkraftwerksflotte soll modernisiert werden. "Dieses Tempo ist notwendig, um unsere Leistung von einem Projekt zum nächsten kontinuierlich zu verbessern und so die Synergien zu maximieren", betonte Ramany.
Frankreich ist seit langem ein Befürworter des Baus neuer Kernkraftwerke in der EU, da diese emissionsfrei sind und eine stabile Energieversorgung gewährleisten. Die Kosten für den Bau eines 1.600-MW-EPR-Reaktors belaufen sich laut der französischen Zeitung Les Echos auf rund zehn Milliarden Euro (248 Milliarden Kronen).
EdF verspricht für den Fall, dass es den Zuschlag für den tschechischen Auftrag erhält, die tschechische Atomindustrie weitgehend in den Bau einzubeziehen und könnte bis zu sechzig Prozent des Finanzvolumens des Auftrags beisteuern. Für tschechische Verhältnisse soll es sich um ein vereinfachtes Modell des Druckwasserreaktors EPR1200 mit einer Leistung von 1200 MW handeln. Die endgültige Entscheidung darüber, wer die nächsten Kernkraftwerke in der Tschechischen Republik bauen wird, soll nach dem 15. Juni fallen, wenn Vertreter von CEZ die Angebote von EdF und KHNP auswerten und die Regierung danach den Gewinner auswählt.
/gr/
Menschen in Südböhmen nutzen immer mehr Elektroauto – Ladestationen
19.5.2024 oenergetice.cz
Die Menschen in Südböhmen nutzen zunehmend öffentliche Ladestationen, um ihre Elektroautos aufzuladen. Im ersten Quartal dieses Jahres haben die Fahrer 69 MWh an den CEZ-Stationen abgenommen, das sind 65 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Unternehmen betreibt 38 davon, doppelt so viele wie im letzten Jahr. E.ON betreibt 47 Ladestationen für Elektroautos. An diesen Stationen verbrauchten die Fahrer im ersten Quartal 83 MWh, 47 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben des Energieversorgers werden auch die ultraschnellen Ladestationen stärker nachgefragt.
In Südböhmen betreiben verschiedene Institutionen, Unternehmen und Gemeinden rund 154 Ladestationen für Elektroautos. Im ganzen Land gibt es fast 2.400.
Jede Station ist mit einer oder mehreren Ladesäulen ausgestattet, die dann nach ihrer Leistung unterschieden werden. Nach Angaben des Verkehrsministeriums gibt es in der Tschechischen Republik fast 4 500 Ladepunkte.
"In diesem Jahr haben wir bereits neue Ladestationen in der Region Südböhmen in Betrieb genommen, zum Beispiel in Dacice, wo es bisher keine Ladeinfrastruktur für Elektroautos gab, und wir haben weitere 130 Ladepunkte im Bau, die wir in diesem Jahr in Betrieb nehmen möchten", sagte Martin Klima, Geschäftsführer von E.ON Drive Infrastructure.
CEZ hat das Netz der öffentlichen Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Tschechien in den letzten 12 Monaten um 135 Standorte erweitert. Jede vierte neu errichtete Station hatte eine Leistung von 150 kW oder mehr, so dass die Fahrer ihre Batterien in zehn Minuten für bis zu 150 Kilometer Fahrt aufladen können. "In letzter Zeit haben wir uns vor allem auf den Bau von ultraschnellen Ladestationen konzentriert, von denen wir bis Ende dieses Jahres mehr als 110 haben wollen", sagte Tomas Dzurilla, Direktor für Elektromobilität bei der Firma CEZ.
/gr/
Grüner Strom direkt aus dem Netz. Der Anteil der fossilen Brennstoffe an der Stromerzeugung in der EU ist auf unter 25 Prozent gesunken
18.5.2024 Ekonomickydenik.cz
Noch nie war Strom in den EU-Ländern so grün wie heute. Laut einem Bericht der Denkfabrik Ember ist die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen im April auf ein Rekordtief von 23 Prozent gefallen. Dies geschah trotz eines leichten Anstiegs des Stromverbrauchs in Europa. Den gegenteiligen Rekord stellten die erneuerbaren Energien auf, die 54 Prozent der Stromerzeugung ausmachten.
Fossile Brennstoffe verschwinden recht schnell aus dem europäischen Energiemix. Im vergangenen Jahr produzierten sie laut der Ember-Studie European Electricity Review zum ersten Mal weniger als ein Drittel des Stroms in den EU-Ländern. In diesem Jahr hat sich der Trend noch verstärkt. Die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ging im April im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 46 TWh zurück, wobei die Kohlekraftwerke ihre Produktion um 30 Prozent und die Gaskraftwerke um 22 Prozent im Vergleich zum April des vergangenen Jahres reduzierten.
Der niedrige Verbrauch fossiler Brennstoffe führte zu niedrigen Treibhausgasemissionen im Energiesektor. Die Kraftwerke in den EU-Ländern stießen im April 38 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus. Dies ist ein Rückgang um 10 Prozent gegenüber dem bisherigen Tiefstand von 42 Millionen Tonnen CO2 im Mai 2023.
Zu diesem positiven Trend trug vor allem Deutschland bei, wo die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen im April um 4,8 TWh gegenüber dem Vorjahr zurückging, gefolgt von Italien (-2,2 TWh), Spanien (-1,5 TWh), Frankreich, Belgien und den Niederlanden (ca. -1 TWh). An siebter Stelle steht die Tschechische Republik, wo die Kohle- und Gaserzeugung im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 TWh zurückging.
Die Elektrizitätsunternehmen reagieren auf diese Entwicklungen mit der Stilllegung von Kohlekraftwerken. EPH, das von Daniel Křetínský und Patrik Tkáč kontrolliert wird, bildet hier keine Ausnahme, da es Ende März und Anfang April dieses Jahres mehrere Kohlekraftwerke in Deutschland und der Slowakei stillgelegt hat.
Die Wasserkraft trug am meisten zum wachsenden Anteil der erneuerbaren Energien bei und erzeugte im Zeitraum Januar-April 2024 dank günstiger Bedingungen 25,1 TWh mehr Strom als vor einem Jahr. Auch die Windkraft (+19,4 TWh) und die Solarenergie (+12,7 TWh) legten relativ stark zu.
Bestätigung der Trends des letzten Jahres…..
Laut einer Anfang Februar veröffentlichten Analyse des Ember-Teams haben die EU-Länder bei der Stromerzeugung im vergangenen Jahr 653 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre ausgestoßen. Das ist ein Rückgang um 19 Prozent gegenüber 811 Millionen Tonnen im Jahr 2022. Die kohlebefeuerte Stromerzeugung in den EU-Ländern ging im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf 333 TWh zurück, während die Gaserzeugung um 15 Prozent auf 452 TWh sank. Der Rückgang der Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe war in Bulgarien besonders ausgeprägt (minus 44 Prozent), aber auch in Spanien, Portugal und Deutschland gab es erhebliche Rückgänge.
Der Rückgang bei der Kohle- und Gaserzeugung wurde durch eine höhere Solar- und Winderzeugung (+90 TWh), eine höhere Wasserkrafterzeugung (+41 TWh) und einen Rückgang des Verbrauchs um 94 TWh ausgeglichen. Ember fügt hinzu, dass der Rückgang des Verbrauchs nicht nur auf einen Rückgang der energieintensiven Erzeugung zurückzuführen ist. Es gibt drei Einflüsse mit ähnlichen Beiträgen - neben der geringeren Industrieproduktion, den Auswirkungen eines milderen Winters und der steigenden Effizienz beim Stromverbrauch.
/gr/
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BIU - OIZP
Kubatova 6
37001 Budweis
www.oizp.cz
CEZ: Der Brennstoff wurde in den ersten Block in Temelín eingeführt. Er wird länger im Reaktor bleiben
19.05.2024 parlamentní listy.cz
Genau 163 Brennelemente wurden durch die Energietechniker in den Reaktor des abgeschalteten Blocks 1 in Temelin eingebracht. Darunter befinden sich nun 48 frische Brennelemente, während es vorher sechs weniger waren. Der Umbau ist Teil des Übergangs zur 18-monatigen Brennstoffkampagne, von der sich CEZ eine weitere Steigerung des Wirkungsgrades des Kraftwerks Temelin verspricht. Der erste Block wird somit etwa zwei Monate länger in Betrieb bleiben können.
CEZ geht davon aus, dass durch die Umstellung auf eine 18-monatige Brennstoffkampagne die Zahl der Block-Abschaltungen verringert und damit die Lebensdauer des Reaktors verlängert und die Effizienz des Betriebs in Temelin erhöht werden kann. Derzeit bereiten sich die Energietechniker im Block 1 darauf vor. In diesen Tagen haben sie die so genannte Übergangsladung in den Reaktor gebracht. In der Praxis bedeutet dies einen zwei Monate längeren Betrieb des Reaktors. "Mit der Übergangsladung bewegen wir uns im Rahmen der bestehenden Genehmigung des Staatsamts für Kernsicherheit SUJB. Wir können erst dann zu einem längeren ununterbrochenen Betrieb als einem Jahr übergehen, wenn wir die Genehmigung der Atomaufsichtsbehörde erhalten haben. Die notwendigen Unterlagen haben wir kürzlich eingereicht", sagte Jan Kruml, Direktor des Kernkraftwerks Temelín.
Bislang dauerte die Brennstoffkampagne etwa zehn Monate Betrieb und zwei Monate Abschaltung. Statt der bisherigen 42 Brennelemente werden jetzt 48 frische Brennelemente in den Reaktor eingeführt. Die Gesamtzahl der Brennelemente bleibt gleich, d.h. 163. Auch die Anreicherung der Brennelemente wird die gleiche sein.
"Aber die Brennelemente werden mehr Absorber enthalten, um ihre Reaktivität zu dämpfen. In Verbindung mit einer höheren Anzahl frischer Brennelemente sorgt dies dafür, dass der Block länger betrieben werden kann", fügte Jan Kruml hinzu. Nach Ansicht der Energietechniker ist es, vereinfacht gesagt, so, als würde man sieben statt fünf Kohlebriketts in den Ofen werfen und die Luft ein wenig aufdrehen, was ebenfalls zu einer längeren Lebensdauer führt.
Nach Angaben der CEZ-Geschäftsführung ist die längere Brennstoffkampagne eine der wichtigsten Komponenten des Programms "Sicher 32 Tera". Es zielt darauf ab, die Sicherheit und Effizienz weiter zu verbessern und die Voraussetzungen für die geplante Lebensdauer aller tschechischen Kernkraftwerke für mindestens 60 Jahre zu schaffen. Der verlängerte Brennstoffzyklus wird nicht nur einen längeren Betrieb, sondern auch Reduzierung der Schöpfung der Lebensdauer der Ausrüstung und eine höhere Produktion von durchschnittlich fast zwei Terawattstunden pro Jahr für beide Kernkraftwerke mit sich bringen
.
"Wir befinden uns beim Block 2 seit letztem Herbst in der Übergangsphase. Sobald wir die Genehmigung von SUJB erhalten haben, werden wir Brennstoff für eine 18-monatige Kampagne in den Reaktor einführen. Das sollte bei Block 2 noch in diesem Jahr geschehen. Vorausgegangen ist eine sorgfältige Überprüfung aller Sicherheitsparameter und die Aufrechterhaltung aller Sicherheitsreserven", sagte Bohdan Zronek, Mitglied des ČEZ-Verwaltungsrats und Direktor der Kernenergieabteilung.
Achtzehnmonatige Brennelementkampagnen sind derzeit in den meisten Kernkraftwerken Standard. Auch das Kernkraftwerk Dukovany stellt auf einen längeren Brennstoffzyklus um. In der Tschechischen Republik nahm das Projekt im Jahre 2018 konkrete Formen an, in dem das Genehmigungsverfahren gestartet wurde. Die Energiewirtschaft will den Endzustand in Temelin im Jahr 2025 erreichen.
Im Zeitplan für die gerade laufende Block-Abstellung in Temelin haben die Energietechniker über 17.000 Aktivitäten, darunter 71 Investitionsaktionen. Etwa 1.000 Personen werden an der Block-Abstellung beteiligt sein, darunter auch Auftragnehmer. Dieses Jahr ist dies der erste geplante Stillstand in Temelín. Der zweimonatige Stillstand von Block 2 wird dann Mitte Oktober beginnen.
/gr/
CEZ investiert 100 Mrd. Kronen in Nordböhmen
20.5.2024 MF DNES
Nordböhmen – Investitionen im Gesamtumfang von 100 Milliarden Kronen plant in den nächsten Jahren im Kreis Usti nad Laben die Energiegesellschaft CEZ. Das Geld wird in den Umbau bestehender Kohlekraftwerke und Kraftwärmeanlagen, in den Bau neuer Strom,-und Wärmequellen und auch in den Bau von Photovoltaik,-und Dampfgaskraftwerke gehen.
Die Entscheidung über die Investition geht aus dem geplanten Kohleausstieg im Kreis Usti nad Labem hervor. „Die Beendigung der Kohlenutzung in unseren Kraftwerken und Kraftwärmeanlagen planen wir bis zum Jahr 2030, obwohl der Staatsplan den Kohleausstieg erst bis zum Jahr 2033 vorsieht,“ sagte Pavel Cyrani, der Vize – Vorsitzende des CEZ – Vorstands.
"Wir können sagen, dass wir in allen Lokalitäten neue Quellen bauen werden, denn wir liefern heute in allen Ortschaften Wärme. So wird es auch hier in Prunerov sein, es wird auch in Trmice der Fall sein. Neue Quellen, wenn auch nicht für die Wärmeversorgung, wird es in Tusimice und Ledvice geben. Der Plan für jede Lokalität wird individuell ausgearbeitet, die Basis wird Biomasse sein und wir erwarten die Ergänzung des Spitzenbedarfs an Wärme aus Gas", sagte Pavel Cyrani, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von CEZ, heute gegenüber der Agentur CTK.
Konkret möchte CEZ in den nächsten Jahren Biomassekessel in Ledvice, einen neuen Biomassekessel in Prunerov, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung, eine Gaskesselanlage und erneuerbare Energiequellen bauen. Außerdem will das Unternehmen eine Wärmeleitung nach Kadan bauen. In Trmice werden eine Dampf-Gas-Quelle und ein Biomassekessel für die Wärmeversorgung vorbereitet. In Tusimice soll ein neues Gas-Backup-Kesselhaus errichtet werden, und es sind erneuerbare Energiequellen geplant.
Weitere Investitionen werden in Entwicklungsprojekte gehen, beispielsweise in den Bau des Vetriebs für die Lithium-Bearbeitung auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerkes Prunerov I oder in die Vorbereitung des Bau eines kleinen modularen Reaktors in Tusimice. „Diese Entwicklungsprojekte werden qualifizierte Arbeitsplätze mitbringen und werden auch ein Impuls für die Forschung sein, deswegen wollen wir auch unsere Zusammenarbeit mit den Mittelschulen und mit der Universität im unseren Kreis intensivieren,“ erklärte das CEZ – Vorhaben Pavel Cyrani.
Auch in die Solarenergie sollen erhebliche Investitionen getätigt werden. CEZ hat in der Region Usti nad Labem 63 Photovoltaik-Kraftwerksprojekte mit einer Gesamtkapazität von 2,3 GW in Vorbereitung.
/gr/
Sikela (STAN): Die Kernkraft könnte in der Zukunft bis zu 60% des Energiemixe ausmachen
19.5.2024 oenergetice.cz ctk
Laut Industrieminister Jozef Sikela (STAN) könnte der Anteil der Kernenergie am Energiemix der Tschechischen Republik in Zukunft von derzeit 38 Prozent auf bis zu 60 Prozent steigen. Die Voraussetzung dafür ist der Bau neuer Kernkraftwerksblöcke, von denen es bis zu vier geben könnte. Ergänzt werden soll die Kernenergie vor allem durch erneuerbare Energien und vorübergehend durch Gaskraftwerke. Dies sagte der Minister heute in der Sendung "Za 5 minut 12" im Nova TV.
Sikela hält erneuerbare Energiequellen für die grundlegenden Energiequellen der Zukunft, weil sie am billigsten sind, und die Kernenergie für eine stabile kohlenstofffreie Quelle. "Das Schlüsselmedium, das uns zu diesem zukünftigen Mix führen wird, ist Gas", sagte er und fügte hinzu, dass seine Preise bereits deutlich gesunken sind. Neben dem fossilen Energieträger Erdgas könnten in Zukunft auch "grüne" Gase wie Wasserstoff, Biogas und gefangenes Kohlendioxid (CO2) zur Energieerzeugung genutzt werden.
Eine Voraussetzung für die Erhöhung des Anteils der Kernenergie am Energiemix ist der Bau neuer Blöcke der bestehenden Kernkraftwerke, den der Staat und CEZ planen.
Laut Sikela werden bis zu vier Blöcke in Betracht gezogen. "Es ist immer rentabler, gleich zwei Reaktoren an einem Standort zu bauen. Die Kosten werden auf zwei Blöcke verteilt, das ist eine große Ersparnis", sagte der Minister. Die Grundlage der Investition sei eine rückzahlbare staatliche Beihilfe, die von der CEZ-Tochter über 30 Jahre hinweg zurückgezahlt werde, und das Darlehen sei während des Baus der Blöcke zinslos.
CEZ hat Ende April Angebote für den Bau von bis zu vier Reaktoren von der französischen Firma EDF und der koreanischen Firma KHNP erhalten. Die Regierung wird im Sommer den Gewinner auswählen und sollte auch über die Anzahl der Blöcke entscheiden, die in Zukunft im Land gebaut werden sollen. Das Land rechnet nun damit, dass der erste dieser Blöcke im Jahr 2036 in Dukovany in Betrieb gehen wird.
Sikela wiederholte, dass die Regierung eine Abkehr von der Kohleverbrennung zur Stromerzeugung bis zum Jahr 2033 anstrebt. "Wir werden niemanden zwingen, schneller aus der Kohleverbrennung auszusteigen, aber wir werden sie auch nicht subventionieren", sagte er.
Die Kohlekraftwerke erwirtschaften derzeit aufgrund der höheren Preise für Emissionszertifikate und der niedrigen Strompreise auf dem Markt nicht genügend Gewinn.
"Die Differenz zwischen dem Preis der Emissionszertifikate und dem Strompreis reicht nicht aus, damit die Kohlekraftwerke ihre Kosten decken und den erwarteten Gewinn erzielen können. Unsere Aufgabe ist es nicht, unrentable Quellen für die Zukunft zu subventionieren", fügte der Minister hinzu.
Nach Angaben der Energieregulierungsbehörde verbrauchte die Tschechische Republik im vergangenen Jahr 57,8 Terawattstunden (TWh) Strom, wobei der Verbrauch in den letzten fünf Jahren um etwa sieben Prozent zurückging. Nach den Daten von Eurostat, die in der Sendung vorgestellt wurden, hat die Tschechische Republik derzeit die höchsten Strompreise, wenn man sie in Kaufkraftparitäten umrechnet. "Wir haben uns auf einige Dinge nicht vorbereitet, wir haben einige Dinge vernachlässigt", beschrieb Sikela den Hauptgrund für diese Situation.
/gr/
Warum die tschechische nukleare Ausschreibung für EDF so wichtig ist
20.5.2024 hrot24.cz
Der französische Staatskonzern EdF wartet mit Spannung auf die Entscheidung der tschechischen Regierung, wer bis zu vier neue Blöcke in den Kernkraftwerken Temelin und Dukovany bauen wird. Der Auftrag hat einen Wert von Hunderten von Milliarden Kronen. Es wäre erst das zweite Auslandsprojekt für EdF in Europa nach dem Auftrag für Hinkley Point in Großbritannien im Jahr 2016.
Das Energieunternehmen EdF (Électricité de France), das sich seit dem letztem Jahr vollständig im Besitz des französischen Staates befindet, hofft, die tschechische Ausschreibung für den Bau von bis zu vier neuen Reaktoren an den Standorten der tschechischen Kernkraftwerke Temelin und Dukovany gewinnen zu können.
Sollte sich der französische Bieter am Ende durchsetzen und auch das staatliche südkoreanische Unternehmen KHNP (Korea Hydro & Nuclear Power) schlagen, wäre dies ein wichtiger Impuls für sein künftiges Geschäft außerhalb Frankreichs, berichtete die Agentur Reuters.
Tatsächlich hat EdF zuletzt vor acht Jahren einen Auftrag im Ausland gewonnen, als es im Jahre 2016 das Projekt Hinkley Point C auf den britischen Inseln dominierte. Sollte sich die tschechische Regierung für die Franzosen entscheiden, könnte der in Paris ansässige Konzern auch bei künftigen Ausschreibungen für neue Kernkraftwerke mit dieser Referenz auftreten.
"Alle beobachten die Entscheidung Prags", sagte Vakis Ramany, der für internationale Atomprojekte zuständige Vizepräsident der Firma EdF, im April.
Das Unternehmen steht auch in Frankreich selbst in der Kritik, wo es 56 Reaktoren betreibt, aber gleichzeitig Probleme hatte, den Bau seines neuesten Projekts, des Europäischen Druckreaktors (EPR) mit einer installierten Leistung von 1.650 Megawatt in der Anlage in Flamanville, abzuschließen, wo der Bau im Jahre 2007 mit einem ursprünglichen Budget von 3,3 Milliarden Euro (82 Milliarden Kronen) und einer Fertigstellung im Jahr 2012 begann.
Seitdem haben sich der Zeitplan und das Budget mehrmals geändert, und erst im Mai dieses Jahres wurde mit der Beladung des Reaktors mit Kernbrennstoff begonnen. Die Gesamtkosten für die Fertigstellung des Reaktors wurden im Jahr 2022 auf 13,2 Mrd. Euro (327 Mrd. Kronen) geschätzt.
Aus diesem Grund wächst bei einigen Nuklearexperten die Skepsis, ob das französische Staatsunternehmen in der Lage ist, andere Projekte innerhalb des ursprünglichen Zeit- und Kostenrahmens durchzuführen.
In der Zwischenzeit hat sich EdF das ehrgeizige Ziel gesetzt, nach dem Jahr 2030 auf dem alten Kontinent ein bis zwei Reaktoren pro Jahr fertig zu stellen. Vor allem die französische Kernkraftwerksflotte soll modernisiert werden. "Dieses Tempo ist notwendig, um unsere Leistung von einem Projekt zum nächsten kontinuierlich zu verbessern und so die Synergien zu maximieren", betonte Ramany.
Frankreich ist seit langem ein Befürworter des Baus neuer Kernkraftwerke in der EU, da diese emissionsfrei sind und eine stabile Energieversorgung gewährleisten. Die Kosten für den Bau eines 1.600-MW-EPR-Reaktors belaufen sich laut der französischen Zeitung Les Echos auf rund zehn Milliarden Euro (248 Milliarden Kronen).
EdF verspricht für den Fall, dass es den Zuschlag für den tschechischen Auftrag erhält, die tschechische Atomindustrie weitgehend in den Bau einzubeziehen und könnte bis zu sechzig Prozent des Finanzvolumens des Auftrags beisteuern. Für tschechische Verhältnisse soll es sich um ein vereinfachtes Modell des Druckwasserreaktors EPR1200 mit einer Leistung von 1200 MW handeln. Die endgültige Entscheidung darüber, wer die nächsten Kernkraftwerke in der Tschechischen Republik bauen wird, soll nach dem 15. Juni fallen, wenn Vertreter von CEZ die Angebote von EdF und KHNP auswerten und die Regierung danach den Gewinner auswählt.
/gr/
Menschen in Südböhmen nutzen immer mehr Elektroauto – Ladestationen
19.5.2024 oenergetice.cz
Die Menschen in Südböhmen nutzen zunehmend öffentliche Ladestationen, um ihre Elektroautos aufzuladen. Im ersten Quartal dieses Jahres haben die Fahrer 69 MWh an den CEZ-Stationen abgenommen, das sind 65 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Unternehmen betreibt 38 davon, doppelt so viele wie im letzten Jahr. E.ON betreibt 47 Ladestationen für Elektroautos. An diesen Stationen verbrauchten die Fahrer im ersten Quartal 83 MWh, 47 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben des Energieversorgers werden auch die ultraschnellen Ladestationen stärker nachgefragt.
In Südböhmen betreiben verschiedene Institutionen, Unternehmen und Gemeinden rund 154 Ladestationen für Elektroautos. Im ganzen Land gibt es fast 2.400.
Jede Station ist mit einer oder mehreren Ladesäulen ausgestattet, die dann nach ihrer Leistung unterschieden werden. Nach Angaben des Verkehrsministeriums gibt es in der Tschechischen Republik fast 4 500 Ladepunkte.
"In diesem Jahr haben wir bereits neue Ladestationen in der Region Südböhmen in Betrieb genommen, zum Beispiel in Dacice, wo es bisher keine Ladeinfrastruktur für Elektroautos gab, und wir haben weitere 130 Ladepunkte im Bau, die wir in diesem Jahr in Betrieb nehmen möchten", sagte Martin Klima, Geschäftsführer von E.ON Drive Infrastructure.
CEZ hat das Netz der öffentlichen Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Tschechien in den letzten 12 Monaten um 135 Standorte erweitert. Jede vierte neu errichtete Station hatte eine Leistung von 150 kW oder mehr, so dass die Fahrer ihre Batterien in zehn Minuten für bis zu 150 Kilometer Fahrt aufladen können. "In letzter Zeit haben wir uns vor allem auf den Bau von ultraschnellen Ladestationen konzentriert, von denen wir bis Ende dieses Jahres mehr als 110 haben wollen", sagte Tomas Dzurilla, Direktor für Elektromobilität bei der Firma CEZ.
/gr/
Grüner Strom direkt aus dem Netz. Der Anteil der fossilen Brennstoffe an der Stromerzeugung in der EU ist auf unter 25 Prozent gesunken
18.5.2024 Ekonomickydenik.cz
Noch nie war Strom in den EU-Ländern so grün wie heute. Laut einem Bericht der Denkfabrik Ember ist die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen im April auf ein Rekordtief von 23 Prozent gefallen. Dies geschah trotz eines leichten Anstiegs des Stromverbrauchs in Europa. Den gegenteiligen Rekord stellten die erneuerbaren Energien auf, die 54 Prozent der Stromerzeugung ausmachten.
Fossile Brennstoffe verschwinden recht schnell aus dem europäischen Energiemix. Im vergangenen Jahr produzierten sie laut der Ember-Studie European Electricity Review zum ersten Mal weniger als ein Drittel des Stroms in den EU-Ländern. In diesem Jahr hat sich der Trend noch verstärkt. Die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ging im April im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 46 TWh zurück, wobei die Kohlekraftwerke ihre Produktion um 30 Prozent und die Gaskraftwerke um 22 Prozent im Vergleich zum April des vergangenen Jahres reduzierten.
Der niedrige Verbrauch fossiler Brennstoffe führte zu niedrigen Treibhausgasemissionen im Energiesektor. Die Kraftwerke in den EU-Ländern stießen im April 38 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus. Dies ist ein Rückgang um 10 Prozent gegenüber dem bisherigen Tiefstand von 42 Millionen Tonnen CO2 im Mai 2023.
Zu diesem positiven Trend trug vor allem Deutschland bei, wo die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen im April um 4,8 TWh gegenüber dem Vorjahr zurückging, gefolgt von Italien (-2,2 TWh), Spanien (-1,5 TWh), Frankreich, Belgien und den Niederlanden (ca. -1 TWh). An siebter Stelle steht die Tschechische Republik, wo die Kohle- und Gaserzeugung im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 TWh zurückging.
Die Elektrizitätsunternehmen reagieren auf diese Entwicklungen mit der Stilllegung von Kohlekraftwerken. EPH, das von Daniel Křetínský und Patrik Tkáč kontrolliert wird, bildet hier keine Ausnahme, da es Ende März und Anfang April dieses Jahres mehrere Kohlekraftwerke in Deutschland und der Slowakei stillgelegt hat.
Die Wasserkraft trug am meisten zum wachsenden Anteil der erneuerbaren Energien bei und erzeugte im Zeitraum Januar-April 2024 dank günstiger Bedingungen 25,1 TWh mehr Strom als vor einem Jahr. Auch die Windkraft (+19,4 TWh) und die Solarenergie (+12,7 TWh) legten relativ stark zu.
Bestätigung der Trends des letzten Jahres…..
Laut einer Anfang Februar veröffentlichten Analyse des Ember-Teams haben die EU-Länder bei der Stromerzeugung im vergangenen Jahr 653 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre ausgestoßen. Das ist ein Rückgang um 19 Prozent gegenüber 811 Millionen Tonnen im Jahr 2022. Die kohlebefeuerte Stromerzeugung in den EU-Ländern ging im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf 333 TWh zurück, während die Gaserzeugung um 15 Prozent auf 452 TWh sank. Der Rückgang der Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe war in Bulgarien besonders ausgeprägt (minus 44 Prozent), aber auch in Spanien, Portugal und Deutschland gab es erhebliche Rückgänge.
Der Rückgang bei der Kohle- und Gaserzeugung wurde durch eine höhere Solar- und Winderzeugung (+90 TWh), eine höhere Wasserkrafterzeugung (+41 TWh) und einen Rückgang des Verbrauchs um 94 TWh ausgeglichen. Ember fügt hinzu, dass der Rückgang des Verbrauchs nicht nur auf einen Rückgang der energieintensiven Erzeugung zurückzuführen ist. Es gibt drei Einflüsse mit ähnlichen Beiträgen - neben der geringeren Industrieproduktion, den Auswirkungen eines milderen Winters und der steigenden Effizienz beim Stromverbrauch.
/gr/
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