Die tschechische Atompolitik zeigt sich in immer absurderer Form. Erst dieser Tage hat sich die tschechische Regierung praktisch selbst ein Konzept für ein Atommüllendlager genehmigt. – Es geht um ein zentrales aber weitgehend noch ungelöstes Problem der Atomkraft. Weitere Bewertungen, insbesondere bezüglich der Umweltauswirkungen etwa wären gar nicht erst erforderlich, an sich verbindliche EU-Richtlinien, die Aarhus-Konvention oder sogar eigene Gesetze hin oder her. Dieses Vorgehen empört nicht nur das Anti Atom Komitee, es ist schlicht verantwortungslos.
An der Meinung aus Brüssel zeigt man sich in Prag vorerst anscheinend nur im Hinblick auf die wenig kreative Finanzierung des Ausbaus des AKWs Dukovany interessiert. Atomkraft muss schließlich von der Öffentlichkeit gesponsert werden. Der Ausbau von Solarenergie kommt zu langsam voran, Wind- und Wasserkraft dümpeln ohnehin vor sich hin und andere erneuerbare Energiequellen scheinen sowieso kein Thema zu sein. Ein Szenario ohne Atomkraft ist für die tschechische Regierung nicht vorstellbar. Alles, was das Land aufbieten kann und in der Folge vielleicht auch die EU, soll in Atomkraft investiert werden, wieder einmal unter dem Vorwand, so fossile Kraftwerke abschalten zu können. Es gibt keinen Plan B.
Dass der Bau von AKWs seine Tücken hat, sieht man an Projekten in Finnland, England oder Frankreich. Kostenüberschreitungen um gleich ein Vielfaches und Bauverzögerungen um Jahre bei ohnehin sehr langfristigen Zielen sind nicht die Ausnahme sondern Normalität.
„Lachender Dritter ist dabei genau die fossile Energie, die angeblich durch Atomstrom ersetzt werden soll“, meint abschließend Gerold Wagner vom Anti Atom Komitee. „Bei solchen Konzepten wird sie nämlich noch viele Jahrzehnte lang ein fixer Bestandteil der tschechischen Energieversorgung bleiben.“
Bildmontage AAK, Photo by Hans, Pixabay
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